Abendausgabe Ne. 450 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 226 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife Find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dünhoff 292-295 Tel.- Abreffe: Sozialbemofraf Berlin 1500000 Mark 26. September 1923 Vorwärts= Berliner Dolksblatt Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag Gmbh. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands An das deutsche Volk! 2m 11. Januar haben französische und belgische Truppen Wir werden niemals vergeffen, was diejenigen erfiffen, die wider Recht und Bertrag das deutsche Ruhrgebiet befeht. Seit im befehten Gebiet duldeten. Wir werden niemals vergessen, dieser Zeit hatten Ruhrgebiet und Rheinland schwerste Be- was diejenigen aufgaben, die lieber die Heimat verließen, als drückungen zu erleiden. Ueber 180 000 deutsche Männer, dem Baterlande die Treue zu brechen. Frauen, Greise und Kinder sind von Haus und Hof vertrieben worden. Für Millionen Deutsche gibt es den Begriff der persönlichen Freiheit nicht mehr. Gewaltfalen ohne Zahl haben den Weg der Offupation begleitet. Mehr als hundert Boltsgenoffen haben ihr Leben dahingeben müffen, hunderte schmachten noch in Gefängniffen. Ungenutzte Steuerquellen. Die folgenden Ausführungen stammen aus der Feder eines prattischen Landwirts, der ein Auge auch für die Not des Landes, nicht nur für die der Landwirtschaft hat. Wir wünschen, daß seine Borschläge überall die Beachtung finden, die sie verdienen. Red. d.„ Borw." Es liegt etwas wahrhaft Schmachvolles in der augenblicDafür zu sorgen, daß die Gefangenen freige- lichen Lage Deutschlands. Troftloser hat wohl nie ein Volt geben werden, daß die Verstoßenen zurüdfehren, in die Zukunft geblickt. Die Mart flieht von Erschütterung zu bleibt die vornehmste 2ufgabe der Reichsregierung. Vor allen Erschütterung, und schneller fann eine Wirtschaft nicht dem wirtschaftlichen und materiellen Sorgen steht der Kampf für Abgrund zueilen als in solchen unaufhörlichen Krisen. diefe elementaren Menschenrechte. Deutschland hat sich bereit Jedermann sieht, weiß, fühlt sozusagen handgreiflich: Nur erklärt, die schwersten materiellen Opfer für die Opfer aller Besigenden bei größter Einschränkung der Einzweierlei fann noch retten. Ungeheure finanzielle Gegen die Unrechtmäßigkeit des Einbruchs erhoben Freiheit deutscher Bolfsgenoffen und deutscher Erde auf fich zu fuhr und aller Ausgaben, und vermehrte Produktivität der fich Rechtsgefühl und vaterländische Gesinnung. Die Bevölfe- nehmen. Diese Freiheit ist uns aber fein Objekt für Berhand- Arbeit. Nichts anderes. Solange die Defizitwirtschaft der rung weigerte sich, unter fremden Bajonetten zu arbeiten. Für lungen oder für Tauschgeschäfte. Reichspräsident und Reichs- öffentlichen Gewalten nicht aufhört, wird jede Währungsdiese, dem Deutschen Reiche in schwerster Zeit bewiesene Treue regierung versichern hierdurch feierlich vor dem deutschen Bolt erneuerung ein Schlag ins Wasser sein und jede Goldnote und Standhaftigteit dankt das ganze deutsche Bolt. und vor der Welt, daß fie fich zu keiner 2bmachung ver- neuer Inflation verfallen. Eine wirkliche Tat ist nötig. Die Reichsregierung hatte es übernommen, nach ihren stehen werden, die auch nur das kleinste Stüd deut. Was find denn die sogenannten„ brutalen Steuern" Kräften für die leidenden Bolksgenoffen zu sorgen. In immer scher Erde vom Deutschen Reicheloslöst. In der Hilferdings anderes als erste, schüchterne Bersuche, die fteigendem Maße find die Mitfel des Reiches dadurch in Hand der Einbruchsmächte und ihrer Verbündeten liegt es, ob Mastung heranzuziehen. Und schon lehnen sich überall in Sachwerte zum erstenmal nach unheurer Blüte und Anspruch genommen worden. In der abgelaufenen Woche sie durch Anerkennung dieser Auffassung Deutschland den Industrie und Landwirtschaft die leistungsfähigsten erreichten die Unterstützungen für Rhein und Ruhr die Summe Frieden wiedergeben oder mit der Verweigerung dieses Berbände dagegen auf und beginnen eine lebhafte Agitation von 3500 Billionen Mart. In der laufenden Woche Friedens alle die Folgen herbeiführen wollen, die daraus für gegen ihre Durchführung. Die Kreuzzeitung" spricht von ist mindestens die Verdoppelung dieser Summe zu erwarten. die Beziehungen der Völker entstehen müssen. Die einstige Produktion des Rheinlandes und des Ruhrrücksichtsloser Betämpfung der Steuergesetze, die LandbundDas deutsche Bolt fordern wir auf, in den bevorstehenden blätter Dom drohenden Sufammenbruch der Landwirtschaft, gebietes hat aufgehört. Das Wirtschaftsleben im Zeifen härtester seelischer Prüfung und materieller Nof freu dem der gefchloffene Widerstand aller ehrenhaften Landwirte" befehlen und unbefehten Deutschland ist zerrüttet. Mit zusammenzuffehen. Nur so werden wir alle 2bfichten auf entgegengestellt werden müsse. Die Industrie fucht der Befurchtbarem Ernst droht die Gefahr, daß bei Festhalten an dem Zertrümmerung des Reiches zunichte machen, nur so werden triebssteuer zu entgehen, indem sie die Betriebe verkleinert, bisherigen Verfahren die Schaffung einer geordneten Währung, wir der Nation Ehre und Leben erhalten, nur so ihr die Frei- Defen ausgehen läßt, Feierschichten einlegt usw. die Aufrechterhaltung des Wirtschaftslebens und damit die heit wiedergewinnen, die unser unveräußerliches Recht ist! Sicherung der nadien Existenz für unser Bolf unmöglich wird. Diese Gefahr muß im Interesse der Zukunft Deutschlands ebenso wie im Interesse von Rhein und Ruhr abgewendet werden. Um das Leben von Bolt und Staat zu erhalten, stehen wir heute vor der bitteren Notwendigkeit, den Kampf abzubrechen. Wir wiffen, daß wir damit von den Bewohnern der besetzten Gebiete noch größere seelische Opfer als bisher verlangen. Heroisch war ihr Kampf, beispiellos ihre Selbstbeherrschung. Aus inneren Gründen. Berlin, den 26. September 1923. Der Reichspräsident. Ebert Die Reichsregierung. Dr. Strejemann. Schmidt. Dr. Geßler. Dr. Brauns. v. Raumer. Dr. Radbruch. Deser. Dr. Luther. Sollmann. Dr. Hilferding. Fuchs. Dr. Höfle. aus dem Rheinland, was aus dem Ruhrgebiet und schließlich, was wird aus dem ganzen Reparationsproblem? Der Aufruf der Reichsregierung follte schon heute früh Bei diesen Berhandlungen wird Klarheit über die Stellung der erscheinen. Die Verschiebung um einige Stunden fommt da Alliierten entstehen. Die Rhein- und Ruhrfrage ist nicht her, daß die Regierung erst noch Richtlinien dafür herausbrin- zwischen Frankreich und Deutschland, sondern zwischen den gen wollte, daß die Wiederaufnahme der Arbeit nicht regellos 211iierten und Deutschland zu verhandeln. Wenn die erfolgt; die Beamten werden sich in dieser Frage an ihre Deutschnationalen jetzt einen Bruch mit Frankreich verlangen, Minister, soweit nicht bestimmte Organisationen in Frage fo hat in der Parteiführertonferenz sogar der Führer der tommen, zu wenden haben. Da aber die tatsächlichen Herrscher Bayerischen Volkspartei gegen dieses Verlangen entschieden im besetzten Gebiet die Franzosen und Belgier find, so tann Stellung genommen, weil man erst den Gang und das Er die deutsche Regierung nur Eventualprogramme aufstellen und gebnis der bevorstehenden Berhandlungen abwarten müsse. felbst bei Vermeidung von Berwicklungen dürfte in den Deutschland gibt eine Festung auf, die soviel Proviant vernächsten Wochen im ehemaligen Kampfgebiet noch ein ziem braucht, daß die ganze übrige Armee darob verhungern tönnte. licher Wirrwarr herrschen. Jetzt haben die Alliierten das Wort! Englischer Kabinettsrat. Condon, 28 September. Reuter erfährt, daß das Hauptthema auf der heute stattfindenden Gigung des Kabinetts die Lage in Deutschland sein werde. Baldwin werde eine Darlegung seiner Unterredungen mit Poincaré geben. Die Lage wird erst im Lichte der Aufgabe des passiven Widerstandes erörtert werden. Es scheint gegenwärtig nicht sehr far bekannt zu sein, welche Schritte tie französische Regierung unternehmen wird, wenn einmal ber passive Widerstand endgültig zu Ende ist. Es wird jedoch angenommen, daß die franzöfifche Regierung an ihrer Absicht festhalten wird, das Ruhrgebiet progreffio im Verhältnis zu den von Deutschland geleisteten Reparationszahlungen u räumen. Die Befizenden aus allen Kreisen müssen sich darüber flar sein: Wenn es jetzt nicht mit ihnen geht, wird es eines schnellen Tages stürmisch gegen fie gehen. Das eigenste Interesse aller, die etwas zu verlieren haben, ist es, der Regierung in einer Art Selbstversicherung die Steuern fämtlich zu geben, die sie braucht, um der Inflation endlich Einhalt zu fun und den Etat balancieren zu fönnen. Ja noch weit mehr. Sie sollten fich zum Finanzamt drängen und alle nur mögfichen i ri fchaftsreserven opfern in der bestimm ten und flaren Einsicht, daß mit der Hergabe dieser Wirtschaftsteile das Ganze der Wirtschaft zu retten ist. Ber heute noch nicht sieht, wie tief die Existenz des einzelnen mit der Allgemeinheit verbunden ist, der wird es an dem Tage lernen, wo chaotische Zustände die jetzt erhaltene Substanz der Betriebe vollends zerstören. großen Ronzerne infolge und auf Kosten der Reichsbankpolitik Die gewaltigen Kapitalattumulationen einzelner und der und Papiermarktredite haben bewirkt, daß einer immer Eleineren 3ahl von Riesenkapitalisten eine durch sie aufgesogene und beispiellos verelendete Masse des Boltes gegenübersteht. Je mehr diese Schar zusammenschrumpft, desto größer ist die gegen das Rapital heraufziehende Gefahr, und um so reifer und widerstandsloser sein Fall. Kriege gut ergangen ist, sehnen das Ende einer Periode Auch die Bauern, denen es im Kriege und nach dem bauernder Krisen herbei. Keiner weiß mehr, was er mit dem Papiergelderlös feiner Ernte machen soll. Die Unsicherheit auf dem Lande, besonders in den mit Industrie durchwachsenen Gegenden und in der Nähe der Städte läßt sie befürchten, daß fie in Unruhen, wie sie vielfach vorgekommen find, um den Erfolg aller Ersparniffe, Berbesserungen und Aufhäufung von Vorräten gebracht werden, die eine glückliche Kriegs- und Nachkriegszeit ihnen ermöglicht hat. Die vorstehende Proflamation ist aus der Ueberzeugung der Reichsregierung hervorgegangen, daß selbst, wenn Deutschland Aussicht hätte, in absehbarer Zeit, nach einigen Wochen oder vielleicht in ein bis zwei Monaten, durch Fortsetzung des Widerstandes etwas Besseres zu erreichen, doch aus innerdeutschen Gründen die Einstellung des Wider ftandes erfolgen mußte, ohne daß irgendwelche Bedingungen burchgesetzt werden konnten. Wenn ein rechtsstehendes Blatt aus eigener langjähriger Erfahrung, da er seit 10 Jahren Die Landwirtschaft, und hier spricht der Berfasser die Frage aufwirft, warum man nicht neue Steuern Bächter einer preußischen Staatsbomäne ift, mache, um den Widerstand doch noch fortseßen zu können, fo tann, wenn sie will, noch ganz anders zur Er steht dem entgegen, daß diese Taufende Billionen nur durch neuerung der Währung beitragen. Man muß eine Bermögenstonfistation aufzubringen mären, ihr mur flar machen und das wäre die eigentlichste Aufwenn man selbst nur bis Jahresschluß den Kampf weiter gabe des Landbundes-, daß es die Erhaltung ihrer eigeführen wollte. Aber schon gegen die noch vom Kabinett Cuno eingeführten Steuern hat die bayerische Regierung in einer nen Eristen& verlangt, in großem Maße Opfer zu bringen, Note protestiert, in der sie diese Steuern als für die Wirtschaft Ferner, daß die französische Besetzung einen unsichtbaren wenn es ihr nicht nach dem Beispiele Rußlands ergehen soll. unerträglich bezeichnete. Charakter annehmen wird. Es besteht keinerlei Grund zu der Bahrhaft glückliche Jahre hat die deutsche Landwirt. Selbst eine Vermögenstonfistation hätte aber außen- Annahme, daß die franzöfifche Regierung ihre Reparationsforderun- fchaft hinter sich. Die Goldverschuldung wurde mit Hergabe politisch nichts gebracht, nachdem Frankreich sich dermaßen gen in Höhe von 26 milliarden in a- und b- Bonds abäntern, eines Kalbes oder Huhnes beglichen, die Gebäude neu errichtet; festgelegt hat und die übrigen Alliierten sich in dieser oder ihr Bestehen auf Empfang in c- Bonds der Summe aufgeben in Borräten für Jahre fast erstidend und gesund an Körper Frage an die Seite Frankreichs geftellt haben. Daß der wird. 3weifellos mird die franzöfifche Regierung fordern, daß tie und Seele, hat sie wohl einige Schulb abzutragen Ruhrwiderstand die Franzosen aus dem Ruhrgebiet hinaus gesamte Reparationsfrage von neuem unter die Kontrolle der Papiermart für gutes, einst hergegebenes Geld zurücknehmen an den perelendeten Maffen, die entwertete gebracht hätte, ist natürlich ganz ausgeschlossen. Die Verlänge Reparationstommission gestellt wird, die eingehend mußten, und die in der gewaltigen Machtverschiebung von der rung eines Zustandes vollständiger Arbeitslosigkeit für hun Deutschlands Zahlungsfähigkeit untersuchen und die Summe sowie Stadt zum Land hin die wahrhaft Enterbten, Bittenden und derttausende Menschen hat ihre schweren Bedenken. Bon den Zeitpunkt der Bezahlung festsegen wird. sich vor dem Bauern Demütigenden geworden sind. Diese Rapitulation oder Nichttapitulation fann bei dieser große Schuld hat die deutsche Landwirtschaft am ganzeн innerpolitischen Maßnahme der Einstellung des Widerstandes gar nicht gesprochen werden. Diese Frage wird an uns erst Bolte abzutragen! Und glücklich sollte sie sein, daß sie herantreten, wenn die Berhandlungen mit den Alliierten zu es tann; daß fie so start und groß dasteht, nicht allein durch Die bedeutsamen Borgänge auf dem Gebiete der äußeren wie Glüd und Ronjunttur, sondern in eminentem Maße durch einem Ergebnis führen, über deffen Annahme oder Nicht der ineren Bolitit verursachten an der Börse weitgehendste Burüd- harte Arbeit( 12 Stunden und mehr täglich), durch Fleiß und annahme wir uns je nach seinem Inhalt zu entscheiden haben haltung. Insbesondere übte die gegenwärtige innerpolitische Lage Umficht. Aber gleichviel wodurch, sie steht in dem großen einen ftarten Drud aus. Die neuesten Nachrichten aus Bayern Zusammenbruch aufrecht, weil ihr die Gelegenheit blieb, nutzDer Pariser Temps" beurteilt heute früh die Dinge viel ermeden ernstlich Besorgnis. Bon der Liquidierung des passiven bringend für sich zu arbeiten, und dieses Aufrechtstehen kann ruhiger, als die rechtsstehende Berliner Presse und betont selbst, Widerstandes im Westen verspricht man sich zunächst noch feine ihr nur dann zum Glüd werden, wenn sie es dem Ganzen daß die Wiederherstellung der Ordnung im Ruhrgebiet nicht erhebliche Wirkung auf die Währungsverhältniffe, ba die Wieder dienstbar macht durch Opfern. Wie klein sind alle von den Besatzungsmächten allein herbeigeführt werden fann. aufnahme des Betriebes im Rheinland und Westfalen sowie auch Papiermartsteuerforderungen des heutigen so Ob französische Regie oder deutsche Verwaltung, ob von Frank die Wiederherstellung geordneter Berkehrsverhältnisse aller Boraus viel beschrienen und bekämpften Steuerbufetts, gem effen reich ernannte Beamte oder Rückkehr der deutschen Beamten, ficht nach bedeutende finanzielle Aufwendungen erfordert. Am am Preise der landwirtschaftlichen Pro all das wird sehr bald verhandelt werden müssen und dann Devisenma: ft hielten sich heute die Kurse bei den geringen butte! Wie viele Zentner Weizen mußten denn hergegeben tommt auch die große politische Frage: Was wird umfäßen etwas über den gestrigen amilichen Rotierungen, werden, um die Rhein- Ruhr- Abgabe zum 1. September zu werden. Unsicherheit an der Börse. tragen? Und' da schreit schon die ganze LandÄrtschast und spricht von Ruin und drohender Sozialisierung! Ganz andere Lasten kann die Laudwirtschast noch tragen und wird sie noch trogen müssen: Die Naturalpacht oder Naturalsteuer als Ende der großen Wirtschaftskrise kommt, und schon sieht man ihr Nahen. Es bleibt kein anderer Weg: sie ist die letzte und noch ganz unverbrauchte Quelle, aus der geschöpft werden kann. Von der Flächeneinheit einbezogen, ähnlich wie die Abgaben der Staatsdomäncnpächter heute, nur iveit niedriger— und die preußischen Domänenpöchter sind trotz dieser Pachten überall schnell reiche Leute ge- worden—, setzt diese Naturalsteuer den Staat auf einmal in den Besitz dauernd fließender, großer Substanzwerte. Mit einem Schlage wären hierbei Summen aufgebracht, die kein noch so raffiniert ausgedachtes Steuerbukett aufbringen kann. Sjier, wenn man Pächtertum und Besitzertum vergleicht. treten die unverbrauchten Reserven der landwirt- schastlichen Steuerkraft eminent zu Tage. Der kleinste Teil der landwirtschaftlich genutzten Fläche Deutsch- lands ist verpachtet, weitaus der größte wird in Eigenbewirt- fchaftung betrieben. Der Pächter hat erst seine 1 bis 2 Zentner Getreide vom Morgen herauszuwirtschaften und als Pacht abzugeben, ehe er über freie Einnahmen verfügen kann: der Eigcnbewirtschafter hat schon das erste Pfund seiner Ernte frei für sich. Auf den Domänen Preußens hat der Pächter weiterhin sämtliche Lasten an Steuern und Reparaturen ganz ollein zu tragen wie ein Besitzer, und trotzalledem ist er nirgends ver- armt: jede Domänenausbietung findet Hunderte von Be- werbern, die sich in Pachtgeboten überbieten und ungeheure Werte an Pacht jährlich abgeben. Hier�iegt der Fingerzeig für eine ganz und gar ergiebige Steuerquelle. Der Eigentümer vermag ebenso viel an Steu- ern zu zahlen als der Pächter an Pacht geben muß, und dann beginnen erst beide im Wirtschastskampf einander gleichgestellt zu sein. Man stelle sich einmal vor, daß das Reich vom gesamten in Eigenbewirtschaftung genutzten landwirtschaftlichen Grund- besitz dieselbe Abgabe als Steuer fordern würde, die der Staat Preußen bei seinen Domänen als Pacht oerlangt. Nehmen wir nur im Durchschnitt zwei Z e nt n e r je Hektar, die all- jährlich in natura oder zu einem zu bestimmenden Um- rechnungssatz in Geld abgeliefert werden müssen, so wäre der Ertrag von zirka 20 Millionen Hektar in Eigenbewirtschaftung genutzter Landfläche— den Zentner zu 8 Goldmark ge- rechnet— rund 3 2 0 Goldmillionen jährlich! Und damit wäre keine schwerere Belastung eingetreten, als sie jeder Pächter freiwillig und gerne eingeht, wenn er nur Gclegnheit haben kann, eine Domäne zu pachten. Man stelle sich zwei Nachbarn vor, von denen der eine Besitzer ist, der andere eine ebenso große und in der Qualität ebenso be- wertete Domäne gepachtet hat. Beide haben die gleichen Ab- gaben und Steuern zu tragen, aber der Staatsdomänenpächter dazu noch die 3 bis 6 Zentner Pacht pro Hektar, die er erst verdienen muß, um dem Nachbar, der Besitzer ist, gleichge- stellt zu sein. Der Staat kann beide auf eine Stufe stellen, indem er dem einen als Steuer abnimmt, was der andere schon lange als Pacht bezahlen mußte. Nichts Ungerechtes läge darin, nichts Drückendes, aber einö gewaltigeFinanzquelle wäre eröffnet, die binnen kurzem den Weg der ungedeckten Budgets beenden könnte. Wie kam es üoch l Die tägliche deutschnationale Verleumdung. Daß der Abbruch des passiven Widerstandes die Folge der Cunoschen Politik und ihrer notorischen Unfähigkeit ist, können selbst Deutschnational« unter vier Augen nicht bestreiten. Aber je weniger man«s ehrlicherweise bestreiten kann, um so mehr muß nach außen hin markiert, der national« Schein ge- wahrt und gegen die Sozialdemokratie gehetzt wer- Die Pankgrafen. Von Peter Scher. . Die Pankgrasen sind eine liebenswürdige Vereinigung gut- fitnierter älterer Herren, die sich ein« herzerquickende Methode er- sonnen haben, ihre Tage unterhaltsam hinzubringen. Sie bedienen sich bei ihren Zusammenkünsten mit Eifer der Sprache und Gepflogenheiten entschwundener ritterlicher Zeiten. An altdeulschen Tischen sitzen sie auf altdeutschen Stühlen und trinken unter genau vorgeschriebenen altdeutschen Redewendungen aus Humpen den schäumenden Met. � Ihr« Leiber sind mit Kollern und Ritterstiefeln bekleidet, ans ihren Häuptern sitzt verwegen das Barett. Wenn einer dem anderen zutrinkt, sagt er nicht Prost, sondern ietwa:„Heilo, wackerer Kumpan Ihr erfreut baß mein Herz!" Ihr Leitstern ist: Teutsche Sitt' und Art zu pflegen. Alljährlich einmal„berenncn" sie, ritterlichem Brauch ent- sprechend, ein« befestigt« Stadt. Zu diesem Behuf entsenden sie einen Vortrupp erprobter Mannen, auf daß sie das Terrain erkunden. Dorumer verstehen sie ausgiebiges Probieren der Getränk«. Auch hoben die Kundschafter die Speisekarten der in Betracht kommenden Hotels sowie die Güte der Betten zu erforschen. Ist alles dieses zur Zufriedenheit erledigt, so wird der Tag der Vercnnung der Festung anberaumt und vereinbart, daß unter feier. kichert Zeremonien ein« weißgekleidet« Jungfrau auf samtenem Kissen den Schlüssel der Festung zu überreichen habe. Am Tage der Erstürmung trifft die ganz« Armee in einem Sonderzug««in. , Die ritterliche Tracht führt ieder Kann, beziehungsweise jeder Manne komplett im Koffer bei sich. Nach der Uebergab« hebt«in scharfes Pokulieren an.> Schon viel« deutschen Festungen sind von den munteren alten Herren auf diese Art bemnnt und jäh im Sturm genommen worden eine sogar von der Seeseit« aus, was ein besonderer Lecker- bissen war. Da man, um Pankgraf zu werden, eine gesicherte Lebensposition ausweisen muß, läßt sich denken, daß bei den Eroberungszügen der Kostenpunkt kein ausschlaggebender Faktor ist. So pflegen sie— auf eigene Kosten— tentsch« Sitt' und Art. Wenn man jetzt das Treiben niancher Kreise auf sich wirken läßt, die sich am liebsten über den bunten Rock hinweg gleich zu Harnisch und Visier zurückentwickeln möchten, dann kann man sich des Ein- drucks nicht erwehren, daß die Pankgrafen die vernünftigere Ein- stellt: ng zur alten Herrlichkeit haben. Die ahnen nämlich, daß es ein Spiel für nette alt« Herren ist, die Longcweis« haben. Und tun es nicht auf anderer Leute Rechnung und Gefahr. deu. Die„Deutsche Zeitung" marschiert wie immer mit diese» Hetzereien an der Spitze. Sie läßt sich von einem Vertreter des Ruhrgebiets mitteilen, S e v e r i n g habe bereits am 28. Jull in einer Besprechung in Köln den leitenden Beamten im besetzten Ge- biet erklärt, daß man unter Umständen sich auch Anordnungen der Rheinlondkommission fügen könne, daß allerdings in allen Fällen die Reichskanzlei über die Einzelheiten zu entscheiden habe. Es wird dann weiter behauptet, daß diese Anweisungen des preußischen Ministers wesentlichen Anteil an der Zermürbung der Ruhr. front gehabt habe. So viel Worte so viel Verleumdungen und Lügen. Weder ist Seoering am 23. Juli in Köln gewesen noch hat Seoering in der Frag« des passiven Widerstandes irgendeine Anordnung auf eigene Faust getroffen. Zu der Zeit regierte vielmehr der Liebling der Deutschoölkischen, Herr C u n o, und alle Verfügungen und Anordnungen der preußischen Regierung über die Durchführung des passiven Widerstandes erfolgten grundsätzlich nur nach vorheriger Verständigung mit der Reichs- regierung. Ihre albernen Vorwürfe müßte die»Deutsche Zeitung" also gegen die Reichsregierung, gegen C u n o und nicht gegen den Sozialdemokraten Seoering richten. Wir stellen fest, daß diese Verleumdung wie alle vorhergehenden nur ein Glied in einer planmäßigen Kette ist. Seoering soll unter allen Umständen als der Mann gebrandmarkt werden, der angeblich dem passiven Widerstand an der Ruhr das Genick gebrochen hat. Und wenn dann die„kochende Volksseele" der Verschwörerzirtel die Mörgerhand gegen den sozialdemokratischen Minister erhebt, will das Gesindel seine Hände in Unschuld waschen. Es wird ihm nicht gelingen! Maurenbrecher üer Revolutionär. Das Rundtelegramm der Rcichsregierung an alle Reichs- behörden und Reichsbeamten über ihr Verhalten bei dem Aus- bruch innerer Unruhen ist Max Maurenbrecher in die Knie gefahren. Unheilvolles droht für ihn heraufzuziehen, er sieht schon im.Geiste die Reichswehr einer eventuell in Bayern, Ostpreußen, Pommern oder sonstwo sich bildenden nationalem Regierung in den Rücken fallen. Zwar redet und schreibt er ständig von der Erhaltung der Reichseinheit und Geschlossenheit, aber wenn Nationalisten auf die Reichs- einheit pfeifen, dann muß Maurenbrecher doch dazu den nötigen Vers erfinden. So kommt es, daß er für diesen Fall sein revolutionäres Herz entdeckt. «Wir würden eine Erhebung von Ländern gegen dos Reich für das furchtbarste Unglück ansehen, das uns geschehen kann. Aber mit Naturgewalten muß man rechnen-, über st« kann man nicht disputieren, und ihre Gewalt hängt nicht an unserem Hoffen oder Fürchten. Es ist eine Naturgewalt, wem hungernde Volks- massen all« Dämme dex Ordnung durchbrechen und durch Raub, Plünderung und Tosschlag ihren Hunger zu befriedigen versuchen. Die Schuld an solchen Ausbrüchen trägt letzten Endes immer die- jenige Regierung, die«s zu einer solchen Not hat kommen lasten, die unfähig war, rechtzeitig vorzusorgen, daß die nötige Nahrung wenigstens für die bitterste Lebensnot an jeder Stell« vorhanden sei." Diese Verherrlichunig revolutionärer Naturgewalten steht zwar sehr im Gegensatz zu der urninterbrochenen Fabrikation von Dolchstoßlegenden und der gerade ist Maurenbrechers Blatt immer wiederkehrenden Behauptung, daß z. B. der Zusammenbruch des wilhelminischen Systems 1918 nur auf revolutionäre Umtrlebe kleiner Kresse Zurückzuführen sei. Aber das macht nichts. Auf Logik kommt es nicht an, es kommt nur daraus an, die S t i mm u n fl für das Ausbrechen rechtsradikalerDewegungen zu schassen. Nichts anderes kann es jedenfalls bedeuten, wemn Maurenbrecher die„kommende deutsche Revolution" rechtzeitig zu legitimieren sucht, indem er behauptet: „Auch der Ausbruch geschändeten Ehrgefühls kann alle Dämme durchbrechen. Auch hier würte die Schuld letzten Endes diejenige Regierung treffen, die der Nation eine Handlung zugemutet hat, von der gerade die besten Teil« der Nation empfinden, daß sie ihrem Ehrgefühl wider- spricht. Eine Heldin üer Arktis. „Die Arktis hat so manchen berühmten Namen der Liste der großen Männer hinzugefügt, aber sie hat bisher noch keine Frau unter ihren hervorragenden Gestalten zu verzeichnen. Nun tritt auch eine Frau unter die Helden der Arktis, und zwar ist es das Eskimoweib Ada Blackjack, das, obwohl in Name auf- gewachsen und wohlvertraut mit elektrischem Licht und den Er- rungenschaften modernen Lebens, dennoch ganz allein auf einer unbewohnten arktischen Insel lebte, nachdem sie einen sterbenden Gefährten 6 Monate hindurch gepflegt hatte." Mit diesen Worten beginnt Harold Noice, der Führer der Hilfsexpedition nach der Wrangelinsel, einen Aussatz, in dem er die Geschichte dieser Heldin wiedergibt. Ada hatte mit ihrem Mann die vier Engländer begleitet, die sich auf der Wrangelinsel nieder- ließen und von deren Tode bereits berichtet wurde. Si« war die einzige Ucberlebende, die die Hilfsexpedition sand.„Ihre Geschichte, wie sie sie mir erzählt hat," schreibt Noice,„übertrifft alles, was ich jemals aus den Polargebieten gehört oder gelesen habe. Die Nacht, bevor wir sie retteten, träumte sie. sie hör« die Pfeife eines Dampfers, und als sie dann am Morgen unsere Pfeife wirklich hörte, glaubt« sie. daß sie noch träume. Immer wieder sagte sie zu mir:„Ob es nicht vielleicht doch nur ein Traum ist? Ich kann es kaum fassen, daß Ihr gekommen seid." Als die Polarreisenden er- kannten, daß sie nicht genug Nahrung haben würden, um den Winter zu überdauern, beschlossen sie,«inen Versuch zu machen, Sibirien zu erreichen. Ada verfertigte den Männern neue Kleider und suchte sie mit allem auszurüsten. Knight, der an Skorbut litt, mußt« zurückbleiben, und Ava erbot sich, ihm als Pflegerin zur Seite zu stehen. Während die anderen ins Ungewisse sortzogcn, lebten die beiden Zurückgebliebenen auf der einsamen Polarinsel weiter, bis es mit Knight immer schlechter wurde und er das Zelt nicht mehr verlassen konnte. Da frisches Fleisch ihr vielleicht noch hätte Rettung bringen können, so lernte Ada, di« früher niemals «ine Falle gelegt noch einen Schuß abgefeuert hatte, das Anbringen von Fuchsfallen. Da sie aber den unglücklichen Kranken immer weniger verlassen durfte, so konnte sie nur wenige Füchse fangen. Langsam verging der Winter: das Eis barst, und der Schnee ver- ließ das Land. Millionen von Vögeln kehrten aus dem Süden zurück und auch anderes Wild war in Fülle vorhanden. Aber Knight wurde immer schwächer, er konnte nur noch etwas Suppe zu sich nehmen und starb am 22. Juni. Ada blieb aNein zurück mit Ausnahm« eines Kähchens, das sie von Rom« mitgenommen hatte. Ihr« geringen Nahrunasmittelvorrät« schmolzen immer mehr zusammen, und so mußte sie. obgleich im Schießen ganz un- erfahren, mit einer großen Flinte auf die Jagd gehen, wobei sie sich einer hölzernen Gabel bediente, um das Gewehr aufzulegen und ruhig zielen zu können. Eines Tages stieß sie aus zwei Pylarbären. wagt« aber nicht, auf sie zu schießen, weil sie fürchtete, zerrissen zu werden, wenn sie sie nur verwundete. Sie schoß daher nur in die Luft und verscheuchte damit die beiden riesigen Tiere. Nun versuchte si« Robben zu schießen und dos glückte ihr auch einmal, aber da das getroffene Tier von der Küste rasch ins Wasser glitt, vermochte sie es nicht herauszuziehen, und bei ihren Be- Wem» solch« Stimmungen tn einem oder dem««deren Land« di« Mehrhett haben, wenn die Regierung dieses Landes, gezwungen von der Wucht der Volksstimme, gar nicht ander» kann, als der Polttik der Reichsregierung«in Rein entgegenzustellen, so wäre es «in« furchtbare Verantwortung, dieser Regierung durch Lahmlegen der Reichsmaschineri« für das betreffende Land Schutz, Brot. Kohlen und Nachrichten entziehen zu wollen. Solch« Drohungen retten uns nicht vor dem Bürgerkrieg! Sie be- schwären den Krieg von Land gegen Land und Land gegen Reich vielmehr selbst erst herauf." Wahrscheinlich glaubt Maurenbrecher auch in diesem Falle kaum alles, was er schreibt. Denn der ganze zurückhaltende Tan seines Artikels zeugt doch davon, daß die energische Sprache der Reichsregierung mindestens auf ihn, wahrscheinlich aber auch aus andere chren Eindruck nicht verfehlt hat. Jedermann weiß doch, daß m den Kreisen deutsch- völkischer Heldenjünglinge der„Ausbruch der deutschen Revo- lution für den Tag der Kapitulation" prophezeit wurde und wird, und daß, wenn die„Retter der Nation" diesen für sie günstig«» Moment verpassen, die Zeit nicht f ü r sie, sondern gegen sie arbeitet. Eine klare und deutliche Sprache der Reglierung, die den Hetzern zu Gemüte führt, daß die Republik heute nicht mehr wehrlos deutschvölkischen Bandenangriffen gegenübersteht, wird also zweifellos die Neigung zum„Ausbruch von Naturgewalten" bei bestimmten Drahtzieherin ganz wesentlich ver- r i n g e r n. Maurenbrecher dürfte dann wohl nichts anderes übrig bleiben, als die Klagelieder Ieremiä anzustimmen, well das Volk feine national« Ehre zweifellos nicht von Mauren brecherundseinenFreundengeschützt wissen will.__ Ein Rufruf Hitlers. Die Vorbereitung der Umsturzversuche. München. 28. September.(TU.) Adolf Hitler erläßt nachstehenden Aufrvs: An die Parteimitglieder! Nachdem ich mit dem heutigen Tage die politische Führung de» Deutschen Kampf. bundes übernommen habe, fordere ich die Parteigenossen auf. aus allen mililärischen verbänden, die nicht dem Sampstmnd angehären. sofort anzutreten und in die Reihen der Stor'wabteiluagder Nationalsozialistischen devtsche« Arbeiterpartei. „Relchsflagge" oder„Oberlan'd" einzutreten. Wer dieser Aosfordernug binnen 10 Togen nicht nachkommt, wird aus der Partei ausgeschlossen. Weitere Aufrufe. München, 26. September.(TU.) Im„Völkischen Beobachter" erläßt Fürst Karl Wrede einen Appell an die teusschen Reiter. Der Aufruf beginnt: Fertig' zum Aufsitzen! Wer deussch fühlt und noch ein geeinigtr» großdeussches Vaterland kennt, der helfe mit, e» vor dem Marxismus, dem bolschewistischen Untergang zu retten. Schwere Reiter, Ulanen und Chevauleger», all« anderen deutschen Reiter, deutsch« Jugend, ohne Unterschied der Person, stellt Euch bereit für die kommende Zeit! Meldet Euch beim Sturm- abteilungs-Reiterkorps der nationalsozialisttschen deutschen Arbeiter« Partei. Ein ähnlicher Aufruf ergeht an all« deutschen Automo'bil- besitz«?. Di« Leitung der Autostaffel der nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei gibt von heute ab Verpflichtungsscheme heraus, die durch ihre Geschäftsstelle zu beziehen sind. Alle beut- schen Automobilbesttzer und Firmen geben in den Verpflichtungs- scheinen ihre zu stelleirden Wagen mit oder ohne Fohrer an. Werden Kraftfahrer gestellt, so kormnen solche nur in Betracht, die im Besitz von Führerscheinen sind. Letzterer Aufruf ist von der Leitung der Automobisstafsel der nationalsozialistischen deusschen Arbeiterpartei unterzeichnet. Verhaftung von Rechtsradikalen. Gestern abend ist von der Berliner politischen Polizei eine Anzahl von Personen rechtsradikaler' Partelzugehörig- keit verhastet worden. Nähere Einzelheiten werben noch nicht bekanntgegeben, da Untersuchungen gegen di« Festgenommenen noch im Gang» sind. mühungen spürte sie plötzlich etwa, hinter sich und sah einen großen' Eisbären, der sich über sie beugt«. Sie flüchtete in ihr Zelt. Ais wir sie retteten, arbeitete sie an einem starken Netz, mit dem sie Robbe» zu fangen hoffte. Sie besaß nur noch 12 Pfund sauliges Brot, das sie sich für den nächsten Winter aufheben wollte. Die Wett sieht in den Eskimos eine Rasse, die besonders zum Er. tragen von Mühsolen und zum Aushalten von Hunger geeignet sein soll. Aber nachdem ich ö Jahre unter ihnen gelebt habe, muß ich sagen, daß sie die Kälte so gut fühlen wie wir und auch den Hunger. Ihr Bedürfnis nach Gesellschaft ist sogar noch größer als dos des Europäers. Darum ist die Tat dieser Frau so einzig- artig, aber ich fürchte, man wird diese Geschichte von stoischem Heldenmut und einsamer Tapferkeit nicht hoch genug werten, weil ihr« Heldin nur eine arme Eskimofrau ist." Wie das Geld vertellt ist. Einen interessanten statistischen Ver- gleich über die Verteilung der Vermögen in England und Frankreich gewähren Zahlen, di« die Erbschaften in den beiden Ländern während der letzten S Jahre registrieren. In diesem Zeitraum umfaßten Sö 000 Erbschaften in England die Gesamtsumme von 279 Millionen Psund Sterling: in derselben Zeit betrugen 148 000 französisch« Erbschaften die Gesamtsumme von 200 Millionen Pfund Sterling. Summen von 400 bis 10 000 Pfund Sterling, die hinterlassen wurden, machten in Frankreich 37 Proz. der Gesamtzahl der Erbschaften aus und 42 Proz. der gesamten vererbten Werte. In der gleichen Vermögenslage betrugen die Zahlen der Erbschaften in England 41 Proz. und der Wert 2S Proz. vom Gesamtwert. Di« tahlen, die auf noch kleinere Erbschaften kamen, beiliefen sich in rankreich auf 60 Proz. aller Erbschaften und auf 10 Proz. des Gesamtwertes, in England auf S2 Proz. der Erbschaften und 3 Proz. des Gesamtwertes. Hinterlassenschaften im Wert« von 10 000 bis 80 000 Pfund Sterling machten in Frankreich nur 1,7 Proz. der Erbschaften aus und 30 Proz. des ganzen Wertes, in England L,4 Proz. der Erbschaften und 35 Proz. des Wertes. Auf Vermögen über 80 000 Pfund Sterling kamen in Frankreich nur 0,12 Proz. der Erbschaften und 30 Proz des Gesamtwertes; in England 0,31 Proz. der Erbschaften und 38 Proz. des Wertes. Aus diesen Ziffern geht hervor, daß der größte Teil des Geldes sich in Frankreich in den Händen der mittleren K la s f e n befindet, während es in England hauptsächlich in den Händen weniger ist. Das geht auch daraus hervor, daß In England die verhältnismäßig kleiiK Summe von 29 Millionen Pfund Sterling unter 886 000 Personen verteilt wurde, während 27 000 Leute die Riesensumme von 257 Millionen erbten. Tie Galerie Lut, Zc Eo.. Unter den Üindcn 21, eröffnet am 1. Oktober die Reihe ihrer WinteranSi'tellungcn mit einer kSraphikausstellung.