Nr. 459 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 229 Bezugspreis: Bom 30. Gept.- 6. Ott. 23 Millionen M. voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 30. Geptor.- 6. Ditbr. für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich u. Lugemburg 41 600 000 m., für das übrige Auslanb 52 000 000 2. Bostbezugspreis freibleibend. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Beit", der Untere haltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Sieblung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal, Telegramm- Adresse: Sozialbemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 4000000 M. Anzeigen- Grundpreise: Die ein spaltige Nonpareillezetle 400 Mart. Reklamezeile 2000 Mart. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 120 M.( zulässig zwei fettgedruckte Morte), jedes weitere Wort 60 M. Stellengesuche das erste Wort 60 M., jedes meitere Wort 50 M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Zeile 40 M. Alle Grundpreise mal Schlüffelzah! zurzeit 50 000. Anzeigen für die nächste Mummer milffen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW.68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Dienstag, den 2. Oftober 1923 Kahr verordnet weiter. München, 1. Oktober.( WIB.) Die Korrespondenz off- die zu einer Klärung der Lage führen follen. Weitere Maßnahmen mann melder amflich: Der Generalstaatskommissar hat eine Ber- in dieser Richtung würden folgen. ordnung erlaffen, nach der Landesverrat mit dem Tode bestraft werden taun. München, 1. Oktober.( WTB.) Die Korrespondenz Hoff mann meldet amflich: Die Monarchie werde nicht ausgerufen, fondern sie wachse und fomme von selbst, wenn fie gefund fel. Gegen hinterhältige Angriffe werde er auf das schärffie vorgehen. Im übrigen hoffe er, daß er die noch außenstehenden Organisationen zu fich heranziehen könne. Wie aus dem Generalstaatskommiffariat verlaufet, ift eine Streitverordnung erlassen worden zu dem Zwede, Siche- Mit den letzteren sind unzweifelhaft die Organisationen des rung für Arbeit und Betriebe zu schaffen. Durch diese Verordnung Rampfbundes" gemeint, die im Böltischen Beobachter" immer werden Streiks und Aussperrungen verboten, ebenso jede Art von neue Forderungen an Herrn v. Kahr stellen. Entgegen der bisSabotage, d. h. widerrechtliche Stillegung und Hemmung von öffent- herigen Gepflogenheit ist der Völkische Beobachter" auch am Montag lichen und privaten Betrieben. Ms Strafe werden Gefängnis und früh im vollen Umfange erschienen. Die Maßnahmen Kahrs vom Geldstrafen ohne Höchstmaß angedroht, in besonders schweren Sonnabend werden darin im allgemeinen für gut befunden, zugleich Fällen 3uchthaus. Wenn das Ableben eines Menschen dadurch aber wird Zweifel darüber ausgesprochen, daß aus dieser an sich verursacht wurde, tann auf Todesstrafe erfannt werden. Mit begrüßenswerten Tat sofort alle Konsequenzen gezogen werden, denn den gleichen schweren Strafen soll die Arbeitswilligteit ge- sonst hätten schützt werden. Alle Terroratte wie Mißhandlung, Beleidigung und Bedrohung und wirtschaftliche Schädigung gegen Beamte, Angeftelite oder Arbeiter wegen ihrer vaterländischen oder politischen Gesinnung( 1) fallen ebenfalls unter die Berordnung -fofort alle marriffischen Boffsverheher und Arbeiterbetrüger in Bayern hinter eiserne Gardinen gesezt und die margiftische Verräterpresse unterdrückt werden müssen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bostscheckkonto: Berlin 375 36- Banffonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße 3 Der Stoß von rechts. Der„ Sozialdemokratische Parlamentsdienst" meldet: die Nachricht veröffentlichte, daß die bürgerliche ArNachdem vor einigen Tagen die Deutsche Tageszeitung" beitsgemeinschaft in einer Sigung gegen das weitere Zusammenarbeiten mit der Sozialdemokratie schwerste Bedenken geäußert hatte, haben andere Berliner Blätter, so z. B. die Berliner Börsenzeitung" am Sonntag und die Nachtausgabe des Tag" am Montag diese Behauptungen verstärkt wiederholt. 97 Dazu sei zunächst festgestellt: Eine solche Sigung hat nicht stattgefunden, wie überhaupt seit Zustandefommen der großen Koalition die bürgerliche Arbeitsgemeinschaft Sondersigungen nicht mehr abgehalten hat. Auch haben in feiner der bürgerlichen Parteien der großen Koalition Beratungen stattgefunden über die Bildung einer Rechtsregierung. Richtig ist dagegen, daß in allen Fraktionen fritische Stimmen gegen einzelne Mitglieder des Kabinetts laut geworden find. Doch ist das auch früher schon der Fall gewesen und hat sich früher bereits zum Teil auch gegen Mitglieder der eigenen Frattion gerichtet. Richtig ist ferner, daß in den einzelnen Fraktionen Ferner hätte eine große politische Propagandakommission zur Be. fich Birkel gebildet haben, die die Auffassung vertreten, fämpfung des Novemberverrates, des jüdischen daß die gegenwärtige fritische wirtschaftliche und finanzpoliMünchen, 1. Oftober.( BTB.) Sur Außertraffegung der Boll- Margismus und des Börsengaunertums eingerichtet tische Lage des Reiches es erforderlich mache, dem Kabinett zugsverordnungen zum Gesez zum Schuze der Republit werden müssen". Auch aus anderen Darlegungen des Blattes spricht außerordentliche Bollmachten zur Durchführung erfahren die Münchener Neuesten Nachrichten", daß diese Berfä das nach wie vor bestehende Mißtrauen gegen Kahr, denn Rahr bestimmter Pläne zu geben. Bisher aber haben keine Vergung von Kahr in Zusammenhang stehe mit dem Haftbefehl, habe versäumt, am Tage feines Amtsantrittes auf allen Regierungs. handlungen zwischen den Parteien stattgefunden, auf welche der auf Grund der Antlage wegen Verstoßes gegen das Republik gebäuden die imaraeißrote Fahne und neben ihr das Gebiete sich diese Maßnahmen beziehen, welchen Umfang die schutzgesez in Neuburg ergangen mar. Die Verfügung dürfte at entreuzbanner aufzuziehen. Auch habe er lediglich die Auch habe er lediglich die Bellmachten haben sollen und in welchem Maße das Parlahauptsächlich aber von der grundsäglichen Erwägung ge- Ausführungen des Republitschutzgesetzes aufgehoben, es aber unter- ment bei der Durchführung dieser Vollmachten beteiligt werden soll. tragen sein, daß das Republitschußgefeß als Auslassen, dieses Gesetze als deutschfeindlichen Att eines fomnahmegeset stets Ausgangspunkt der Beunruhigung und des promittierten Parlaments zu fennzeichnen. Auch heute abend ist Widerspruchs in weitesten Kreisen der bayerischen Bevölkerung ge- bereits eine neue Nummer des Bölkischen Beobachter" wesen sei. erschienen mit der großen Ueberschrift„ Berliner Drohungen mit dem Die Verordnungen des bayerischen Generalstaatstom- Einmarsch der Reichswehr in Bayern". Es handelt sich hierbei um miffars über die Bestrafung des Landesverrats mit dem die Wiedergabe der Meldung des Borwärts", daß die ReichsTode( was ist in Bayern Landesverrat?) wie die dratoni- regierung mit Hilfe der Reichswehr und der Zivilbehörden das fchen Strafandrohungen von 3uchthaus und Todes. putschistische Heer in Bayern ausräuchern wolle. Der dazu gegebene ftra fe gegen Streifs, Belästigung von Arbeitswilligen und Kommentar spricht von der vaterländisch Gesinnten(!) bedürfen im einzelnen feiner Erzweideufigen Haltung der Reichswehr Wenn die einzelnen Fraktionen sich bisher mit den Anregungen, die von einzelnen Gruppen ausgegangen find, auch noch nicht befaßt haben, so dürfte es doch nach dem Verlauf der Kabinettsfizung am Montag father fein, daß jekt die Frattionen Stellung nehmen müssen. Die sozialdemokra tische Reichstagsfraktion wird sich deshalb neben der Auseinandersetzung mit Bayern und den Beziehungen Deutschlands zur Entente in ihrer Sigung am Dienstag auch mit diesen Blänen befassen. Da der Beginn der Plenarsihung des Reichs= tages wahrscheinlich von 3 auf 5 Uhr verlegt wird, wird die läuterung. Sie fennzeichnen zur Genüge den antimarristi- und schließt mit den Worten:„ Eher wird fein Friede im deutschen Fraktion vor der Plenarsigung ihre Beratungen abhalten. schen" Kurs, den Herr v. Kahr zu steuern gedenkt. Offenbar Bande, ehe nicht die schwarzweißrote Fahne und das Haten- Das Reichstabinett befaßte fich am Montagnachfollen sie dem Faschismus auf legalem" Wege treuzbanner über dem Berliner Schlosse wehen". mittag erneut mit der allgemeinen politischen Lage. Vor die Pfade bereiten. Rechtlich sind alle diese Verordnungen An die Rückkehr unserer Genossen von Berlin schloffen fich sofort allem wurde die Regierungserklärung, die der Reichskanzler ungültig. Zum Erlaß solcher Verfügungen ist allein der eingehende Beratungen der Verantwortung tragenden Instanzen der am Dienstag vor dem Reichstage abgeben will, vorbereitet. militärische Befehlshaber General v. Lossom berechtigt. Das freiorganisierten Arbeiterschaft. In dieser Erklärung wird Dr. Stresemann auf den widerKahrsche Vorgehen zeigt, daß Bayern seine eigenen Wege rechtlichen Ausnahmezustand in Bayern Bezug nehmen. gehen will, Wege, auf denen der Konflikt mit der Reichsgewalt unvermeidlich wird. Das zeigt die München, 1. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Das am Sonntag Borläufig hat man von der Absicht, ein Schreiben an die vom Wolffschen Bureau amtlich verbreitete Begründung, die ausgesprochene Verbot der SA. wird am Montag durch eine bayerische Regierung zu richten, in dem die Rechtslage klarDie Münchener Neuesten Nachrichten" der Außerkraftsetzung Berordnung im Staatsanzeiger" in feinen Einzelheiten befannt gelegt wird, ans bestimmten politischen Gründen abgesehen. gemacht. Es erstreckt sich auf die rechtsrheinischen Gebiete Bayerns. der" Vollzugsverordnungen zum Republitschuhgese B Die Sicherheits- und Selbstschutzverbände und ähnliche Einrichtungen geben. Die Aufhebung soll danach die Ausführung von der Sozialdemokratischen Partei und der Kommunistischen Partei ist dazu noch weiter zu berichten, daß eine für gestern abend Soweit der Sozialdemokratische Parlamentsdienst". Es Haftbefehlen des Oberreichsanwalts verhindern, werden verboten und aufgelöft. Die Waffen, die dem Zwed der sie dient also als Mittel zur offenen Auflehnung aufgelöften Verbände gebient haben, insbesondere Schußwaffen mit geplante Führerbesprechung der Koalition auf heute vormittag gegen Anweisungen der Reichsbehörden, wie sie bis- Munition, Hieb- und Stichwaffen, sowie Schlagwaffen aus Gummi, vertagt worden ist. Ein großes Kesseltreiben gegen die gegenwärtige Reichsher noch fein einziges deutsches Land versucht hat. Die Sepa Holz, Metall oder sonstigen Stoffen sind dem Staat ohne Entschädirierung Bayerns wird damit tatsächlich vollzogen und schon gung verfallen. Wer einem hiernach aufgelösten Berban de anregierung ist von rechts her in Gang gejezt. In Bayern die allernächste Zeit muß darüber Klarheit bringen, gehört oder die Bildung eines neuen Verbandes an trot Kahr der Reichsgewalt. Der Bevollmächtigte des welche Konsequenzen sich aus diesem gegen das Reich Stelle des aufgelöften unternimmt, oder sich einem solchen Reiches, General v. Loffow, ist loyal, aber in schwierigster neugebildeten Berbande anschließt, oder einen folchen aufgelöften Lage und unpoltifch. Sonst hätte er es nicht fertig gegerichteten Vorgehen Bayerns ergeben werden. oder neugebildeten Berband unterstützt, wird mit Gefängnis, bracht, am Sonntag aus Gründen gesellschaftlicher Höflichneben dem auch auf Geldstrafe, deren Höchstmaß beschränkt ist, erfannt werden kann, bestraft. " 1 Kahrs Programm. München, 1. Oftober, abends 7 Uhr.( Eigener Drahtbericht.) Der heutige Tag war mit Konferenzen und Beratungen cusgefüllt. Einstweilen behielt der Generalstaatstom.. missar weitere Maßnahmen, die von der ihm untertänigen Bresse bereits angekündigt sind, noch in der Schublade. * feit an den Regimentsfeiern teilzunehmen. Wäre er megen Ueberbürdung mit Amtsgeschäften ferngeblieben, so hätte man das in München und außerhalb Münchens verstanden, und man hätte überall ein solches Berhalten würdig gefunden. Die Berufung auf eine solche Ueberbürbung wäre um so gerechtfertigter gewefen, als der General wahrhaftig seine ganze Zeit und Arbeitskraft dazu brauchen wird, um den Befehlen verfügte Verbot des Böttifchen Beobachters" ist der Reichsgewalt Anerkennung zu verschaffen. Das von ihr auch gestern nicht ausgeführt worden, das nationalsozia listische Blatt ist vielmehr morgens und abends erschienen. Die Annahme, die Genosse Auer geftern abend hier geäußert hat, stellt sich damit als zu optimistisch heraus, und die moralische Niederlage Kahrs schlägt in eine moralische Niederlage der Reichsgewalt um, wenn nicht noch heute Reichs= erscheinen verhindert. wehr das Haus des Beobachters" besetzt und sein Weiter„ Deutscher Tag" in Bayreuth. Bayreuth, 30. September.( Eigener Drahtbericht.) An dem Deutschen Tag", der hier mit Genehmigung des Herrn D. Na hr veranstaltet wurde, hat sich auch das 3. Bataillon Um die Mittagsstunde fand die erste Preffetonferens major v. Mittelberger beteiligt. Es wird hier angenommen, des Infanterieregiments 21 unter Führung des Herrn in den Räumen des Generalstaatskommissariats statt, zu der aber daß diese Beteiligung gegen den Willen des Reichswehrministers verfügte Berbot des Böttifchen Beobachters" ist nur die sogenannte„ nationale bayerische Presse" Einladungen erfolgt ist und eine beabsichtigte Demonstration gegen ihn darstellt. erhalten hatte. Dazu gehörte auch der Völkische Beob- Nach einem militärischen Vorbeimarsch am föniglichen Schloß wurden achter", nicht aber das offizielle Organ des Kampfbundes, das die Soldaten beurlaubt und es wurde ihnen freigeHeimatland", selbstverständlich auch nicht die stellt, an dem Festzug der vaterländischen Wer Münchener Post" und die Bertreter der auswärtigen Breffe. bände teilzunehmen. Gegen einzelne Personen der Truppe, In dieser Konferenz entwickelte Kahr noch einmal turz sein Pro- die dieses Verhalten offen mißbilligten, wird disziplinaris gramm. Er habe die Aufgabe, die Autorität des Staates mit allen Mitteln zu festigen. Dazu benötige er der Hilfe aller nationalgesinnten Kreise und Organisationen. Ber an der nationalen Einheitsfront fein Interesse habe, den tönne er nicht brauchen. Seine Stellung zum Monarchismus jei bekannt. In dieser Frage müsse endlich einmal Klarheit geschaffen werden. Es gäbe nur ein Rechts oder ein Cinks, und von dieser klaren Entscheidung ausgehend fönne niemals ein kompromis, sondern nur der Sampf und ein Austragen der Gegenfähe zum Ziele führen. Aus dieser Stellung heraus sei das Berbot der S. und ähnlicher Drganisationen zu beurteilen. Auch die Siftierung des Vollzuges ber Gesetze zum Schuße der Republik gehöre zu den Maßnahmen, Erregung hervorgerufen. Dorgegangen(!). Die Forderung ber vaterländischen Berbände auf Auflösung des Sozialdemokratischen Abwehrschuzes murde restlos zur Durchführung gebracht. Heute früh 5 Uhr erschienen bei Ohne weiteres ist zuzugeben, daß ernste Gründe vorallen führenden Parteigenossen blaue und grüne Bolizisten, die nach liegen, um eine Uebereilung in banerischen Angelegenheiten Waffen haussuchten und die Verfügung fundmachten, daß alle von Berlin aus zu vermeiden. Man soll die Dinge nicht so Schußorganisationen aufgelöst und verboten seien. Darstellen, als ob irgend jemand hier darauf brennen würde, Auch die Räume unferes Parteiblattes wurden nach Waffen durch den Konflikt Hals über Kopf bis zu den äußersten Konfefucht. Es wurde aber nichts gefunden. Jenen Genossen, die auf quenzen zu treiben. Was aber jedermann, dem die ReichsGrund von Waffenfcheinen einen Revolver befihen, wurden ihre Waffen einheit am Herzen liegt, von der Reichsregierung verlangen abgenommen, während es in den Straßen Bayreuths von bewaff= neten Hafenfreuzjünglingen mimmelt, die aus allen Gauen Deutsch- muß, das ist, daß sie in Vertretung ihres unantastbaren lands zum Deutschen Tag zusammengezogen find. In der Rechtsstandpunktes eine polifommene Feftigteit Arbeiterschaft haben diese Borgänge begreiflicherweise große an der Tag legt, daß sie jenen Teil der bayerischen Bevölke rung, der treu zum Reiche steht, stützt und ermutigt und daß sie die Gewissen derer wadirittelt, die hinter der Fahne des[ thode der Taschendiebe, die in der Kirche Feuer schreien, um reaktionären Separatismus blind auf den Abgrund losrennen. dann im Gedränge ihrem Gewerbe nachzugehen. Läßt die Reichsregierung diese Linie ihrer Politik flar in Erscheinung treten, vermag sie den Eindruck zu erwecken, daß sie zwar mit Ueberlegung und Geduld vorgeht, aber auch entschlossen ist, den Drud nötigenfalls soweit zu verstärken, daß der schließliche Erfolg gesichert wird, dann wird sie auch das Mißtrauen derer besiegen, die heute schon glauben, ihr er fagen feststellen zu fönnen. Die Reichsregierung darf hier nicht versagen, sie hat die staatliche Ordnung im Sinne der Berfaffung aufrechtzuerhalten und darf ihre Auflösung nicht dulden. Was auf dem Spiel steht, zeigt der Rechts putschoon Küstrin. Er ist zum Anlaß dafür geworden, das Recht der Presse zur Berichterstattung über Unruhen auf die Wiedergabe amtlicher Meldungen zu beschränken. Dadurch soll verhindert werden, daß die Putschisten durch Verbreitung erlogener Nachrichten zum Losschlagen an allen Eden und Enden ermuntern oder daß auf Grund unbeglaubigter Gerüchte eine Aufregung entsteht, die sich in fopflojen Aktionen Luft macht. Man wird sich aber wohl überall flar darüber sein, daß der artige 3enfurmaßnahmen eine zweischneidige Waffe sind, und daß es notwendig sein wird, die Verordnung elastischer zu gestalten, wenn ihr Zweck erreicht werben soll. Die Sozialdemokratie wird, unbeirrt von solchem Lärm, innerhalb der Koalition mit stärkstem Nachdruck die Forde rungen vertreten, deren Erfüllung notwendig ist, um die Reichseinheit und die Republik aufrechtzuerhalten und eine Basis des wirtschaftlichen Lebens wiederherzustellen, auf der eine erträgliche Existenz der arbeitenden Massen möglich ist. Gie wird nach bestem Gewissen das Rechte tun und getrost abwarten, was weiter daraus wird. Der Küstriner Rechtsputsch. Amtlich wird gemeldet: Heute Reichstag. die Verantwortung für die Sicherstellung der Ernährung nicht weiter tragen, wenn nicht bald ein entsprechender Schritt getan würde, der für die Bergung der Ernte von besonderer Bedeutung sei. Wertbeständige Steuern. Dor Beratungen des Reichswirtschaftsrates. Der Finanzpolitische Ausschuß bes läufigen Reichswirtschaftsrates begann die Beratung des ihm vom Reichsminister der Finanzen zur Stellungnahme übersandben Entwurfs eines Gesezes über wertbestänbige Steuern und die Vereinfachung des Besteuerungverfahrens. In der Begründung des Entwurfs heißt es u. a.: In Küfirin tam es bei einem Entsagversuch, den die Aufständischen zur Befreiung der im Zeughofe eingefchloffenen Auf- benden Schuld mit erschreckender Deutlichkeit zum Ausdruck fommt, Die Finanzlage des Reichs, die in dem Anschwellen der schwerührer unternahmen, zu furzem Feuergefecht. Die Aufstän- zwingt dazu, alle Steuern auf Ergiebigkeit und zweckentsprechende dijchen haben verluste an Toten und Verwundeten. Gestaltung nachzuprüfen und sie möglichst wertbeständig zu Bei der Reichswehr sind bisher keine Verluste gemeldet. Am Abend machen. Bei einer Reihe von Steuern ist das unlängst im gewissen waren die Aufrührer im Jeughofe von der Außenwelt völlig abge- Umfang und als Notregeiung für das laufende Jahr geschehen, so be: schloffen. Die Entwaffnung ist eingeleitet. Die Säuberung der Um- der Einkommen- und Körperschaftssteuer durch die Multiplikation gegend von Küftein im Gange. Der Einsatz der auf Hüftrin in mögenssteuer, die Erbschaftssteuer und die Stapitalverfehrssteuer ter Borauszahlungen. Der vorliegende Entwurf versucht, die Vermarsch gefehten Berstärkungen ist nur zum geringen Teil not, wertbeständig zu machen, soweit dies unter den gegebenen Berwendig geworden. Die Umgebung von Berlin wird hältnissen möglich ist. Hierdurch, durch Erhöhung der Umsatzsteuer durch Reichswehr und Polizei scharf überwacht. und durch Einführung einer auf Gold gefteliten Börsensteuer In Rüstrin ist die Staatsgewalt mit Energie eingesollen dem Reich wesentliche neue Mittel zugeführt werden. Damit schritten, und man darf hoffen, daß ihr Vorgehen nicht nur verbunden find Borschriften, die der Beneinfachung des Steuerörtlich eine durchschlagende Wirkung erzielen, sondern auch verfahrens und damit der Ersparnis an Beamtenarbeit und Madarüber hinaus zur Abschreckung dienen wird. Das Der Reichstag tritt am Dienstag bestimmt zusammen. terialfoften dienen. Reich muß zeigen, daß es diejenigen nach Gebühr zu be- Mitteilungen, die von einer zwei bis dreitägigen Verzögeriums u. a. aus: Hierzu führte der Bertreter des Finanzministehandeln versteht, die ihm in schwerster Zeit in den Rücken rung des Zusammentritts wissen wollen, find falsch! fallen und damit selber die abgrundtiefe Heuchelei der„ vater- Der Reichskanzler hat die Parteiführer zit Dienstag fei mit ihr die Borbereitung einer endgültigen Lösung des don Die Vorlage fei nach zwei Gesichtspunkten zu beurteilen, einmal ländischen" Bhrafeologie enthüllen, mit der sie ihr Borgehen vormittag 10 Uhr zu einer Besprechung über die Regierungs- allen als allmählich unhaltbar empfundenen Steue zu bemänteln pflegen. Jeder Mensch muß heute Ueberlegung erklärung zu sich gebeten. systems beabsichtigt, und zum anderen fäme es darauf an, die genug besigen, um zu erkennen, daß innere Selbstzerfleischung jezige Birrnis zu lösen, die in dem Mißverständnis von Papierdie äußere wie die wirtschaftliche Lage des Boltes vollkommen Währungsreform und Parteien. mart und Goldrechnung zueinander läge. Deshalb ist der Artikel VI hoffnungslos machen muß. Wenn diese Erkenntnis in Küstrin Steueraufwertung und Steuergeldstrafen besonders wichtig. Eine nicht vorhanden war, so trägt schuld daran die maßlose sterium der Währungsentwurf der Regierung in zahlreiche, bei Buchprüfungen ermittelte Steuerhinterziehungen, er maßlosesterium Am Dienstagnachmittag wurde im Reichsfinanzmini- große Menge von rückständigen Steuern laute noch auf Papier, Hehe von rechts. ei Diese Hetze von rechts hat sich nun das große Ziel gesetzt, Diese Hetze von rechts hat sich nun das große Ziel gesetzt, einer Sigung mit den Parteiführern besprochen. U. a. wurden brächten auch nur wenige Millionen Papiermart. Wenngleich die Parteien, die sich zum Schutz des Staates zusammen auch die Vorschläge der Demokratischen Partei erörtert. Diese schon im Verwaltungswege eine Kleinbetragsverordnung" ergangen gefunden haben, durch Intrigen auseinanderzutreiben. Die zielen darauf hin, die Finanzierung des Etatsbedarfes des fei, nach der die Einziehung solcher Steuern gemisfermaßen vom Briefporto und ihrem Verhältnis zu diefem abhängig sei, so arSozialdemokratie steht diesem Treiben mit fühler Reserve Reiches bis zur Budgetausgleichung durch die Umstellung beite der 2pparat leer, weil auch sonst die Einziehung von ten gegenüber. Sie hat sich in der furchtbarsten Stunde des aller Steuern auf die Goldbasis durch den Ausbau der Gold- vielen Steuerbeträgen nicht lohne. Reiches nach leberwindung schwerer Bedenken und nach des Zinsendienstes vermittels effeftiver Gold- und Devisen Reumart oder in Devisen oder in Goldanleihe erfolgen. In den anleihe zu sichern. Die Goldanleihe soll durch Sicherstellung Die Zahlung der Steuern fönnte in Bapiermark oder in jahrelangem Werben der bürgerlichen Mittelparteien dazu übe entschlossen, sich zur Verfügung zu stellen und an einer un gesteuern auf ein festes Fundament gestellt und für einen beiden ersten Fällen müsse aber auf alle Fälle Umrednung über heuren Verantwortung ihr Teil mitzutragen Sie begrenzten Zeitraum als Zahlungsmittel verwendet werden. den Dollar geschehen; gegen die Zahlung in Goldanleihe spräche, hat diesen Entschluß loyal durchgeführt, und die Barteien der Diese Vorschläge decken sich also mit denen, die die Sozial- daß damit bie fundierte Schuld gewissermaßen in schwebende Mitte haben ein Bündnis mit ihr geschlossen, nach dem sie ihren lich dem Kabinett Cuno gemacht hatte. Damals wären sie maßen eine besondere Steuergoldmart. demokratische Partei bereits vor zwei Monaten leider vergeb- Schuld verwandelt werde. Nach ter Borlage entstehe gewisser. Standpunkt in allen außen- und innenpolitischen Fragen In der Aussprache wurden namentlich Bedenten erhoben gegen ohne weiteres von durchschlagender Bedeutung gewesen. Heute die Einbringung von Leilplänen in der Borlage. Bernhard be der ihnen ja auch sonst nicht unbekannt war noch einmal zur Kenntnis genommen hatten. Wollten die bürgerlichen hat sich die Lage gründlich geändert. Das Währungselend ist grüßt besonders den Uebergang zum Prinzip der absoluten Parteien der Mitte jetzt plötzlich ihre Gesinnung und Haltung ins Maßlose gestiegen. Der Devisenmartt erlebte am Mon- Bertbeständigkeit der Steuern. Das Mitglied Marg tritt ändern, so würden sie sich in eine Rolle begeben, um die sie tag eine neue Hauffe. Die industrielle Krise, die auf für die Wertbeständigkeit der Steuern und ihre Berechnung in das Engste mit dem Währungselend zusammenhängt, nimmt Gold ein Das Mitglied Cohen( Max) regt die Frage an, ob Es ist die offenkundige Absicht der Treiber von rechts, die unter der Papierflut zu ersticken, so daß schnell und unverzüg- problem ber Steuerbelastung eingehend zu erörtern und gegebenen Es ist die offenfundige Absicht der Treiber von rechts, die ftündlich größeren Umfang an. Die ganze Wirtschaft droht nicht schon jetzt die Zeit dazu da sei, das VereinfachungsParteien der Mitte in eine solche Erniedrigung hineinzu fich Hilfe gebracht werden muß. Man hat heute tatsächlich fells auf eine Quellen steuer( Produktionsmittelsteuer) in manövrieren, um dann die Herrschaft an sich zu reißen. Die nicht mehr die Zeit, diefen oder jenen Blan auf seine beffere Geld zu kommen. innen- und außenpolitischen Folgen eines solchen trodenen wirksamkeit hin zu prüfen. Die Regierung und die Barteien beitsausschüsse, einer für die Vermögens- und Erbschafts Zur weiteren Behandlung der Borlage wurden drel ArButsches wären derart, daß man allerdings annehmen haben nur die Möglichkeit, sich für das Mittel zu entscheiden, steuer, ein zweiter für die Umsatzsteuer und ein dritter für die sollte, jeber mit Verantwortungsgefühl begabte Mensch müßte das in fürzester Zeit Besserung und Hilfe verspricht. Rapital, Berkehrs- und Börsensteuer eingefeßt. vor ihnen zurückschrecken. darf nicht mehr verhandelt, sondern es muß ge handelt werAngesichts der traurigen Berhältnisse in unserem Geldwesen den, wenn die Ratastrophe noch vermieden werden soll. wahrlich niemand beneiden tönnte. Zeitungsverbote. Regiert noch Vernunft, so muß das Treiben der rechtsradikalen Krisenmacher und der mit ihnen fooperierenden Gruppen und Grüppchen eine Wirkung haben, die das Gegenteil der gewollten ist. Noch gestern nacht wurden wieder Der Oberpräsident von Hannover hat das„ Göttinger Die Währungsbank vor dem Reichsrat. Alarmgerüchte über den Ausbruch einer ReTageblatt" auf die Dauer von vier Tagen berboten( 29. Sep. gierungsfrise in Umlauf gebracht, deren 3wed nur Der Reichsrat nahm am Montag mit einigen Ab- tember bis 3. Oftober), weil das Blatt eine Rede des Hauptmanns sein kann, die Nervosität aufs höchste zu steigern und alles anderungen den von der Regierung vorgelegten Gefebentwurf Die tommunistische Süddeutsche Arbeiterzeitung" Heise unter der Ueberschrift, Bayerns Bereitschaft" abgedruckt hat. durcheinanderzubringen. Es muß sich zeigen, ob man in einer Währungsbant an. Der Vertreter des Reichsernährungs- wird wegen Aufforderung zum gewaltsamen Umsturz vom MilitärDeutschland die politische Gewalt erobern fann nach der Me- ministeriums gab die Erklärung ab, das Ministerium tönne befehlshaber für Württemberg berboten. „ Russische Meisterbriefe". " " vor: Wohnt hier Bieland? Wohnt hier Herber? Wohnt hier Goethe?"„ Ja, ja, ja," antwortete er und er befahl dem Postillon mich in das Gasthaus zum„ Elefanten" zu bringen. Ich Bon Ernst Wilh. Neumann. sandte sofort einen Boten zu Wieland und ließ fragen, ob er zu Eine Brieffammlung russischer Schriftsteller in deutscher Ueber- Hause sei.„ Nein, er ist im Schloß."- Ift Herder zu Hause?" setzung, das find die Russischen Meisterbriefe". Karl Nein, er ist im Schloß."- Ist Goethe zu Hause?" Nein, er Rözel hat sie zusammengestellt und der Mufarion- Berlag in ist im Schloß."" Im Schloß, im Schloß," wiederholte ich, den München hat sie herausgegeben. Es ist ein dicker Band von Diener nachahmend, nahm meinen Stock und ging in den Bart." 420 Seiten und in mehr als 150 Briefen sprechen zu uns längst Ber- Karamfin, Vater der russischen Geschichte( 12 Bände) und storbene über Ereignisse und Erlebtes, über Politik und Gefängnis- Schöpfer der modernen russischen Novelle, gelingt es, zuerst bei leben, Berbannung, Hofleben, Leibeigenschaft und Aufruhr. Nicht Her der Eingang zu finden. Er berichtet darüber: Briefe von allen und jedem, sondern nur, was wichtig zur Erschließung der russischen Boltsseele schien, fand Aufnahme. Ein Stück Kulturgeschichte, denn die meisten Briefe greifen über das Bersönliche weit hinaus. Da die Briefe die Zeit von 1790 bis 1910 umspannen, durchläuft man ein Jahrhundert ruffischen Geisteslebens; ste zerstören manche Borstellung, aber sie verfestigen das Bild: der russische Schriftsteller lebt mit feinem Bolte. wollten. Herder ist nicht von hohem Buchs, mittelstart und hat recht duntle Hautfarbe. Seine Stirn und seine Augen zeugen von einem außergewöhnlichen Berstand( ich fürchte aber, Thr, meine Freunde, möchtet mich noch für einen jener physiologischen Zauberer halten). Sein Ausdruck ist ernst und anziehend; nichts Gezwungenes liegt in seiner Miene, nichts, was den Wunsch verriete, irgendwelchen Eindruck zu machen. Er spricht leise und deutlich. Er gibt allen feinen Worten Nachdruck, aber nicht mehr, als nötig ist. Wenn man sich mit Herder unterhält, kann man in ihm wohl den bescheidenen Liebling der Mufen vermuten, der große Gelehrte aber und der tiefsinnige Metaphyfiter bleibt äußerst funstvoll in ihm verborgen. Angenehm, meine lieben Freunde, ist es, endlich den Menschen von Angesicht zu sehen, der uns vordem nur bekannt und teuer war durch seine Werke, den wir uns so häufig vorstellten oder vorzustellen uns bemühten. mir scheint, jest werde ich mit noch größerem Vergnügen die Werte Herders lesen, indem ich mich an den Ausdruck und die Stimme des Autors erinnere." 11 Freude dieser fast sechzigjährige Mann spricht, und wie fich seine Ge sichtszüge dabei beleben. Seine Seele ward noch feineswegs alt und seine Kräfte find noch längst nicht erschöpft." Goethe fah Karamsin nur aus dem Fenster hinausbliden". Ich blieb stehen und blickte ihn an: ein bedeutendes, griechisches Geficht! Heute( am 21. Juli 1789) ging ich zu ihm hin, man sagte mir aber, er fei früh nach Jena gefahren." Für uns find Karamjins Briefe die wichtigsten, die der Band enthält. Damit fei feineswegs gesagt, daß es sich nicht verlohnt, die anderen zu lesen. Im Gegenteil. Wer sich mit der russischen Kulturgeschichte, feinen großen Schriftstellern und Dichtern beschäftigt, wird diefe Briefe als wertvolles Behelfsftüd gern benutzen. Die Aufgaben des Städtebaues. Wenn wir vom Großstadtelend sprechen, denten wir immer in erster Linie an die Wohnungsverhältnisse dieser Städte. Es ist kaum zu bestreiten, daß alle jene Männer, welche diese Städte in solcher Gestalt erbauten oder erbauen ließen, einen großen Teil Schuld an sucht mit Eifer nach neuen besseren Arten des Städtebaues. dem jezigen Elend tragen! Diese Einsicht bricht sich Bahn und man Technischen Hochschule zu Hannover, Prof. Betterlein in feiner Sehr lehrreich sind die Ausführungen, die der neue Neftor der Rettoraterede über die Aufgaben des Städtebaues gemacht hat. Mit Recht weist er darauf hin, daß es sich hier um nationale Aufgaben handelt. Arbeit, Erholung und Ruhe, das sind die erforderlichen Bedingnisse: Gesunde, zweckmäßige Arbeitsstätten und gefunde, ein wirkliches Familienleben ermöglichende Wohnungen zur Erholung nach der Arbeit, womöglich durch Beschäftigung in freier ruhe. In den letzten Jahrzehnten, seit sich Deutschland aus dem Natur und zur Pflege einer ungestörten, fräftesammelnden NachtAgrarstaat zum Industriestaat entwidefte, mußten die mit Zeichen der Liebe erbauten Einfamilienhäuser den unpersönlichen, mit glänzender Außenseite, düsteren Brandmauern und häßlichen Reklameschildern, die Fenster auf enge schmußige Höfe mündend, die Wohnungen selbst, mit Menschen überfüllt, Brutstätten eines fittlich und törperlich ungefunden Geschlechtes, so stehen die Mietshäuser der Gegenwart da, nicht den Bedürfnissen der arbeitenden Menschheit der hinter ihnen stehenden Geldgeber, Bodenspekulanten und Hypoangepaßt, sondern der Gewinnsucht ihrer Erbauer, d. h. thefengläubiger. Seit eine falsche Boltswirtschaft das Eigentums. recht der Boltsgemeinschaft am Boben aufgehoben, diefen als„ freies" Eigentum erflärt und so zum Begriff der Ware herabgewürdigt hat, ist die Bahn geöffnet für ein den Baugrund ins Ungemessene verteuerndes Hypothekenrecht und für eine fast schrankenlose Be. wucherung der Bevölkerung. Ständige Berteuerung des Bodens, immer engeres Zusammenwohnen der Menschen ist die Folge. Es ist deshalb unbedingte Pflicht der Gesetzgeber, den Bodenwucher unmöglich zu machen, die Wohnungsfrage durch Gründung ländlicher Heimstätten mit Stall und Garten der Lösung Sportpläge müssen der Jugend geschaffen werden, um ihren Körper zuzuführen. Die Industrie gehört aus der Stadt heraus. Spiel- uns zur vollen Mannestraft entfalten zu fönnen. Nur ein heranreifendes Kenner der russischen Geschichte werden sich nicht wundern, daß ein großer Teil der Briefe aus dem Gefängnis oder aus der Verbannung stammt. Das war schließlich das einzige Mittel, um die Freiheitsfucher tot zu friegen. So wenigstens dachten es fich die Herrscher Rußlands. Aber trotz der Unterbindung des freien Schaffens durch Haft und Folter haftet den Briefen doch etwas Großes und Erhabenes an, und wenn nicht anders die Folterknechte des großen russischen Reiches einen Namen in der Geschichte finden sollten, so durch die, die sie in den Annalen nicht verzeichnet wissen Rögel beginnt seine Auswahl mit Raramfin( 1766-1826) Weniger schnell gelingt es, Wieland zu sehen. Karamsin verund schließt sie mit Tolstoi( 1828-1910). Dazwischen liegen-um fucht es einmal, zweimal bei Wieland vorzubringen, wird aber abnur einige zu nennen Schutowsti, Buschtin, Gogol, gewiesen. Endlich, beim dritten Bersuch gelingt es. Stellt Euch", Sermentoff, Herzen, Turgenjeff, Dostojewsti und schreibt er An meine Lieben", einen ziemlich hochgewachsenen, falten Mietsfasernen weichen. Ein stillloser, häßlicher Bau Tschechoff. Namen, die auch bei uns Ruf haben. Prüft man schlanken Mann vor, blond, fast fahlköpfig und mit Augen, die ein sie nach Herkommen und Stand, so findet man, daß sie den ver- mal grau waren, aber vom vielen Lesen gerötet sind das ist schiedensten Berufen und Klaffen angehörten und den verschiedensten Wieland." Wieland ist ärgerlich, zu so imgewohnter Zeit gestört zu und räumlich auseinandergelegenisten Gegenden des großen russischen werden. Er will von dem Besucher nichts wissen, aber dieser läßt Reiches entstammten. So ergibt sich eine Widerspiegelung der haupt- fich nicht abweisen. Schließlich willigt der Gewaltige in eine Unter sächlichsten Kulturschicksale des russischen Volkes. redung ein. Gespräch über Kunst und Dichtung. Klopstock ist der Für den deutschen Leser von großem Interesse sind die Briefe bedeutendste Dichter der Zeit, so Karamfin, so Wieland. Dann PhiloRaramfins. Soviel mir wiffen, erfolgt deren Uebersehung ins fophie. Reiner von den Systematitern", sagt Wieland, versteht so Deutsche zum erstenmal. Sie geben nichts, was wir nicht schon aus seine Leser zu verführen wie Bonnet; und vor allem solche Leser, anderen Beröffentlichungen wissen, dennoch sind sie von größter Be- die eine lebhafte Einbildungskraft haben. Er schreibt flar und andeutung. Karamsin fuhr nach Deutschland, um Wieland zu sehen". genehm und zwingt uns, ihn und feine Philosophie zu lieben." Bon Er fommt nach Weimar und gibt An die Seinen" vom 20. Juli Rant spricht Wieland mit Ehrfurcht, doch scheint er sich nicht gerade 1789 folgende interessante Eindrücke wieder: den Kopf über seine Metaphysik zu zerbrechen. Um 6 Uhr trennten Weimar ist hübsch gelegen. Die umliegenden Dörfer, die Felder fie sich. Hier umarmten wir uns. Er schien etwas gerührt zu sein; und Wälder geben einen angenehmen Gesamteinbrud. Die Stadt und das rührte mich selber. Auf der Borireppe drückten wir ein ist sehr flein, und außer dem herzoglichen Schloß findet man fein ander zum legtenmal die Hand und trennten uns einziges großes Gebäude. Bei dem Stadttor fragte man mich aus, immer. Niemals, niemals werde ich Wieland vergessen. Hättet Ihr vielleicht für und danach legte ich meinerseits dem Sergeanten folgende Fragen gesehen, meine Freunde, mit welcher Aufrichtigkeit, mit welcher Poincarés Verfähleppungspolitik. Auch die letzten Sonntagsreden Poincarés, die wie die vorhergehenden die wichtigsten Fragen nicht berührten, haben feine Klärung der außenpolitischen Lage gebracht. Man gewinnt vielmehr in verstärktem Maße den Eindruck, daß die französische Regierung eine solche Klärung absichtlich verzögert, indem sie immer neue Forderungen stellt, die weit über das hinausgehen, was sie selbst in den im Gelb buch veröffentlichten Dokumenten England gegenüber versprochen hat. Diese Politik der Verschleppung, die eine uner trägliche Belastung der gesamten europäischen Politik bedeutet, wird in unserem Pariser Bruderblatt, dem Populaire" in schärfster Weise fritisiert. Das Blatt schreibt treffend: breitet habe. Zuerst habe man in Paris gesagt: Solange der passive Widerstand nicht aufgehört hat, ist teine Verhandlung möglich! Nun sei der passive Widerstand eingestellt, die Wiederaufnahme der Arbeit stehe unmittelbar bevor. Darauf frage der Quai d'Orsay: Wie steht es mit Sachlieferungen? Berlin antworte: Sie werden wieder aufgenommen werden! Wenn in der Diplomatie die Logit noch eine Stimme hätte, so müßten die Verhandlungen morgen aufgenommen werden. Aber nun findet der Quai d'Orsay einen neuen Trid". Er lasse im ,, Temps" erklären, jede Diskussion mit Berlin sei augenblicklich überflüssig, man müsse abwarten; denn mit Berlin sei augenblicklich überflüssig, man müsse abwarten; denn keine Versicherung des guten Willens, noch irgendein Zahlungs. angebot hätten den geringsten Wert, bis die deutsche Regierung endangebot hätten den geringsten Wert, bis die deutsche Regierung endlich ein ernsthaftes Programm für eine Währungsreform ausgearbeitet und dieses Programm der Reparationskommission als der Hüterin der vom Friedensvertrage festgelegten Privilegien unter Unsere franzöfifchen Genossen, die in so scharfer Weise die Verschleppungspolitik der französischen Regierung fritisieren, haben in dem vom Siegesrausch erfaßten Frankreich sicherlich feinen leichten Stand. Wenn sie aber trotzdem die offizielle Regierungsheuchelei brandmarken und sich den entfesselten nationalistischen Leidenschaften entgegenwerfen, so tun sie das in dem Bewußtsein, daß von der Haltung Frankreichs in den nächsten Wochen in hohem Maße das ganze Schicksal Mitteleuropas abhängt. Daß diese Erkenntnis allmählich auch in bürgerliche Kreise eindringt, zeigen verschiedene Aeußerungen der demokratischen Oppositionspresse, die mit Recht befürchtet, daß das Draufgängertum Boincarés verbunden mit der von einigen Gruppen betriebenen Förderung der Separatistenbewegung im Rheinland fich letzten Endes gegen Frankreich selbst menden wird. Poincarés Sonntagsreden. tigen Landes- und Reichsbehörden behindert waren. Es fteht zu Paris, 1. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Poincaré hielt heute erwarten, daß diese Hemmnisse nunmehr entfallen und daß die Ernachmittag in der Generalratsfizung des Maas- Departements eine werbslosenfürsorge im besetzten Gebiet wieder wie für das unRede, in der er sich vorzugsweise mit der Innenpolitit beschäftigte. 1. November 1921 durchgeführt werden fann. Allerdings wird die besette Gebiet nach den Bestimmungen der Verordnung vom 3um außenpolitischen Problem ging er über mit dem Hinweis, in den besetzten Gebieten zurzeit noch bestehende außerordent daß die Lothringer von jeher mißtrauisch gegen Deutschland, jest lich hohe Teuerung, die fich bei der lange andauernden merkwürdigen Waffenlärm von„, brüben" hören, dem Lande, das Majsenerwerbslosigkeit besonders fühlbar macht, nicht gestatten, die vorgibt, entwaffnet zu sein und es in Wirklichkeit nicht sei, weil die mäßigen Unterstügungsfäße des unbefezten Gebietes sofort zur AnKontrollfommissionen in der Ausübung ihres Amtes verhindert wendung zu bringen. Während des Monats Oktober wird daher würden. Trotzdem sei Frankreich nicht mit Revanchegebanten in ein stufenweiser Abbau der Unterstützungssäge durchgeführt den Krieg gegangen, weil es den Tag erwarten konnte, wo der mit dem Ergebnis, daß mit Ende Oktober die auch für das passive Widerstand zusammenbrach. unbesegte Gebiet geltenden Unterstügungsfähe erreicht sein werden. Die Arbeitsaufnahme im Ruhrgebiet. Frankreich und die Sonderbündler. Brüssel, 1. Oftober.( EP.) Einer der Führer der belgischen Ingenieurfommission im Ruhrgebiet ist aus Düsseldorf hier ein- Bejagungsbehörde bei den Unruhen in Düsseldorf wird von Paris, 1. Ottober.( ER.) Die Intervention der französischen getroffen und hat Jaspar über die Einstellung des passiven Wider- der Presse, und zwar auch von der nationalistischen, nicht einftandes Bericht erstattet. Dieser Bericht hat nach der„ Etoile Belge" Frankreich dabei ein gefährliches Spiel unternehme, wenn es die heitlich gutgeheißen. Man betont verschiedentlich, daß malen Arbeit geht in der Tat vonstatten. Die Eisenbahner parationsfrage verbindet. Wenn die Bewegung im Sande verlaufe, den Außenminister befriedigt. Der Uebergang zur nor= Sache der rheinischen Separatisten unterstützt und diese mit der Rehaben die Arbeit allgemein wieder aufgenommen. Die Wiederauf- so werde das Prestige Frankreichs und seine Autorität als eine Renahme der Arbeit ist ohne Zwischenfall erfolgt. Es erhebe sich nun- parationen fordernde Macht starte Einbuße erleiden. Frankreich solle mehr die Frage, welche Haltung die Besatzungsbehörden gegenüber fich daher der rheinischen Bewegung gegenüber neutral verhalten. Stellen zum Teil von den französischen und belgischen Ingenieuren der Separatisten bekannt habe. Wenn die Einheit Deutschlands aber den höheren Eisenbahnbeamten einnehmen sollen, deren Die Ere Nouvelle" vermutet, daß Poincaré sich jedoch zu der Sache auch zerstört würde, so würde der moralische Zusammenhalt doch besetzt worden seien. Gefahr fönne nur in zwei Arten begegnet werden: entweder durch weiter bestehen und sich in Haß gegen Frankreich sammeln. Der fraftvolle Politik nach Art des Revolutionsgenerals Hoche oder da durch, daß die deutsche Demokratie gefräftigt werde, wodurch die von dem separatistischen Freunde und dem sozialistischen Sachsen drohende Gefahr neutralisiert werden könne. Der„ Gaulois" der Besaßungstruppen bedroht ist. Baris Midi" hält es für peinschreibt: Frankreich solle nur dann eingreifen, wenn die Sicherheit lich, den Eindruck zu erwecken, sich in etwas hineinzumischen, was Frankreich nichts angeht. Obwohl es midersinnig sei, so werde die Welt doch den Eindruck gewinnen, daß die separatistische Kundgebung von den Franzosen inszeniert sei. Effen, 1. Oftober.( Mtb.) Bei dem 1. Borsigenden des Berga rbeiterverbandes erschien ein Franzose, um im Auftrage der Regie mit diesem wegen zu verhandeln. Aufnahme der Arbeit der Bergarbeiter Der 1. Borsigende, Uhlmann, erflärte ihm, daß diese Frage nur gemeinsam mit den Vertretern der anderen Verbände geklärt werden könne. Der Franzose versprach den Bergarbeitern, für die Löhne zu sorgen und auch für genügende Lebens. mittel. Dann besprach er noch die Möglichkeit eines über schichtigen Abkommens, da in der nächsten Zeit für die Industrie viel Rohlen geliefert werden müßten. Der Franzose sei bereit, diese zu beschaffen. Die Verbände haben erklärt, daß sie nur die Arbeiter zur Arbeit zurückführen könnten, alle übrigen Verhandlungen müßten von der Regierung aus geleitet werden. Die Opfer von Düsseldorf. Feststellungen über die Zahl der Berletzten anläßlich der blutigen Elberfeld, 1. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Die bisherigen Zusammenstöße in Düsseldorf ergaben 74 Verwundete, tarHeute findet in Unna eine Besprechung der Bergarbeiter- unter 13 Polizeibeamte. Setötet wurden 7 Sonderbündler, ein verbände mit dem Reichsarbeitsministerium statt. Dort Angehöriger der blauen und zwei Angehörige der grünen Polizei. Wesentlicher ist aber im gegenwärtigen Augenblick noch foll Stellung genommen werden zur Frage der Wiederaufnahme der Die überraschend hohe Zahl der verwundeten und getöteten Bolize das außenpolitische Moment. Nach allem, was Arbeit. beamten beweist, taß tie Separatisten gut bewaffnet waren und über die Berhandlungen zwischen Baldwin und Eine gestern in Effen stattgehabte Konferenz der von ihren Waffen schonungslos Gebrauch machten. Auf die BePoincaré bekanntgeworden ist, tann angenommen jagungsbehörde wirft die Bewaffnung der Matthes- AnBeamten des Deutschen Gewerkschaftsbundes werden, daß die französische Regierung England gegenüber hänger mit Feuerwaffen ein übles Licht, da die Besatzung sonst bestimmte Verpflichtungen hinsichtlich der Amnestie beschäftigte sich ebenfalls mit dieser Frage sowie mit dem Verhalten das Verbot des Waffentragens ftreng durchführt. Am Montag stellvertretende Regierungs. und der Rückkehr der Vertriebenen sowie der Alenderung des der einzelnen Berufsgruppen bei den Berhandlungen wie auch bei nachmittag wurde der Offupationsregimes an der Ruhr übernommen hat. Diete auftretenden Unruhen durch die Separatisten, Beschlossen wurde, präsident Raddat verhaftet. Die verhafteten Polizeibeamten werden noch immer von den Franzosen festgehalten. Bor ihren Berpflichtungen sind der Preis dafür, daß England seinen für sämtliche Berufsgruppen aufklärende Bezirkskonferenzen abzu- Quartieren stehen seit heute nachmittag Lastkraftwagen. Widerstand gegen die französische Ruhrpolitit aufgibt und sich halten und die Verhandlungen vorzubereiten. Man hofft, im RuhrEine neue Ordonnanz droht teutschen Beamten, die der gleichzeitig bereit erklärt, bei der allgemeinen Regelung der gebiet die Ruhe aufrecht zu erhalten.. Befagungsbehörde die Einsicht in die Aften und die AuskunftReparationen und interalliierten Schulden Frankreich weDortmund, 1. Oftober.( WTB.) Der Verband der Berg- erteilung verweigern, Gefängnisstrafen bis zu 5 Monaten an. fentliche Konzessionen zu machen. Nun scheint aber die fran- arbeiter Deutschlands, der Gewerkschaftsbund der chriftlichen Bergzösische Politik alles darauf einstellen zu wollen, durch syste- arbeiter und der Hirsch- Dundersche Gewerkverein haben einen Aufmatische Diskreditierung der deutschen Regierung und durch ruf an die Bergarbeiterschaft im besetzten Gebiet veröffentlicht, fortgesette Hinauszögerung des Verhandlungsbeginnes eine in dem sie die Bergarbeiter zur Wiederaufnahme der Araftive Einmischung Englands in die Ruhrfrage unmöglich zu beit auffordern. machen. Anders läßt sich die von Poincaré beliebte Politik der Sonntagsreden und Verschleppungen nicht verstehen. Ob dieje Politik dazu beitragen wird, die angebahnte englisch- Gewerkschaften Verhandlungen mit den Franzosen wegen Wiederauffranzösische Verständigung über die Reparationsfrage, die nahme der Arbeit an, die wegen der unerfüllbaren Bedingungen der auch für Frankreich keineswegs gleichgültig ist, zu fördern, Franzosen zu feinem Ergebnis führten. Dasselbe war in Bochum der fann sehr stark bezweifelt werden. Die gestern zusammen- Fall. getretene britische Reichstonferenz wird sicherlich in dieser Frage die notwendige klärung herbeiführen. Auch von deutscher Seite wird diese Klärung begrüßt werden, zumal hier nichts unversucht gelassen wird, um der französischen Verschleppungspolitik ein Ende zu machen. gesundes Geschlecht bietet die Möglichkeit zu einem Wiederaufstieg des deutschen Boltes! Es ist ein Jammer, daß solche Einsicht erst jetzt kommt, wo wir in der tiefsten Not stecken und wo faum der Staat noch mit seiner Papierflut einen Neubau finanzieren fann, geschweige denn ein Brivatmann. Aber doch wollen wir hoffen, daß diese innigen Zusammenhänge zwischen Bodenpolitit und Volfsge= fundheit nicht zu spät von unserem Bolt erkannt werden und daß bie Arbeit in dieser Richtung dereinst unseren von Stlaventetten befreiten Enfeln zugute kommen wird! Die Arbeitsgemeinschaft der Elsenbahner Die britische Reichskonferenz. Rebe Baldwins. Condon, 1. Oftober.( Tul.) Heute vormittag fand die erste In Gelsenkirchen bahnte eine Kommission der Eisenbahner- Ministerpräsident Baldwin eröffnete die Konferenz und hieß die Sizung der britischen Reichskonferenz in Downingstreet statt. Bertreter der Dominions und Kronländer willkommen. Er fenfte die besondere Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf die Tatsache, daß die britische Reichskonferenz sich durch das Hinzukommen des trischen Freistaates vergrößert habe. Dessen Präsident Corgrave wurde besonders herzlichst begrüßt. Der Ministerpräsident ging dann zu hat beschlossen, nicht an die französische Regie heranzutreten, sondern einem Ueberblick der internationalen Lage über, nach dem er in eine Kommission zur Rheinlandtommission zu senden. Bon furzen Ausführungen die Entwicklung schilderte, die die Frage der einem Offizier wurde der Empfang der Kommission abgelehnt mit deutsche Reparationen in der letzten Zeit genommen hat. der Erklärung, daß sie nicht mit den Eisenbahnern verhandeln wolle, Er fagte, die Noten, die zwischen uns und der französischen Regiesondern sie wolle einen Aufruf erlassen, monach die Arbeit be- rung feit der Januar- Konferenz über diese Frage gewechselt worden din gungslos wieder aufzunehmen sei. Später hat barn find, haben immer mehr und mehr zu einer ehrenhaften Meinungsaber doch eine Berhandlung mit einer Unterkommission der Rhein- verschiedenheit über die Methode geführt, durch die am besten landfommission stattgefunden. Derselben wurden von den Eisen- Reparationen zu erlangen sind und durch die ein dauernder Friede bahnern folgende Fragen vorgelegt: in Europa gesichert werden kann. Diese Gegensätze sind auf Unter1. Nachdem die deutsche Regierung den passiven Widerstand schiebe der Temperamente und der Ziele der beiden Nationen zurückaufgehoben hat, sind die Gewerkschaftsvertreter übereingekommen, zuführen, deren Eristenz zu leugnen töricht wäre; aber die lehten anzufragen, wann und wo die Arbeit wieder aufgenommen werden 20 Jahre haben gezeigt, daß sie nicht mit einer Zusammenarbeit kann. Antwort: Die Arbeit tann je nach Bedarf wieder auf. angesichts der schweren Gefahren unvereinbar sind. Wir haben genommen werden, wie es die Regie für erforderlich hält. jeden Weg eingeschlagen und eingehalten, um die Solidarität unter 2. Welche Bedingungen werden aufgestellt? Antwort: den Verbündeten und vornehmlich Frankreichs aufrechtzuerhalten. Der Arbeiter- Sängerbund( Ga u Berlin) veranstaltete am Jeder Eisenbahner hat sich bei der Regie zu melden und nach Aufruf Wir haben das in dem Glauben getan, daß jeder Bruch zwischen Sonnabend in der Alten Garnisontirche ein Konzert, dessen seinen Dienst wieder aufzunehmen. uns den Frieden verzögern würde, den Europa jetzt so dringend Erfolg aufs neue bemies, daß die edle Sangeskunft in den Bundes3. Welche Sicherungen werden garantiert? Antwort: nötig hat. Ich weiß, daß die Geduld, die wir in unseren Versuchen vereinen mit Liebe gepflegt wird. Drei der leistungsfähigsten Chöre Lohn und Gehalt werden dermaßen bemessen, daß ein jeder davon bewiefen haben, unsere guten Beziehungen zu Frankreich zu ervermittelten den andächtig lauschenden Zuhörern herrliche Schöpfungen betannter Meister. Die„ Berliner Liederfreunde" unter gut leben kann. halten, uns von deutschen Kreisen als unschlüssigkeit und Alfred Göpels Leitung fangen Wagners Pilgerchor", Abts 4. Wie stellt sich die Regie zu den sozialen Einrichtun- Schwäche ausgelegt worden ist. Aber sie hat uns unseren Bunsch Bineta" und Adams Abendlied" mit Orgelbegleitung. Der Bergen der Eisenbahner? Antwort: Diese Frage tann erst behanliner Boltschor" unter Dr. 3ander brachte drei schmierige delt werden, nachdem die Arbeit wieder aufgenommen ist. a- cappella- Chöre von J. F. Reichardt, Hugo Wolf und Berger in 5. Wie werden die Bahnhöfe, die noch in deutschem Be höchster Bollendung; der Berliner Sängerchor" unter trieb find, behandelt? Antwort: Gleichmäßig wie diejenigen Philipp Heid sang den stimmungsvollen Befpergefang" von im ganzen besetzten Gebiet. , Jüngst sowie Ed. Griegs Landerkennung" mit Orgelbegleitung. 6. Kann die Aufnahme als geschlossen erscheinen? Frau Paula Weinbaum erfreute mit ihrer sympathischen Alt stimme durch vollendete Wiedergabe geistlicher Lieber von Schubert Antwort: Nein, da für jeden einzelnen Bedingungen zu stellen und Bach. Herr Organist Otto Priebe umrahmte die Gefänge find. Jeder Beteiligte muß bei der Regie, nachdem die durch ein Präludium von Bach und eine eigene Komposition. Bu deutsche Regierung die Arbeitsaufnahme organisiert hat, fich mel bedauern war angesichts der hohen fünstlerischen Leistungen der den und hat bedingungslos anzuerkennen, daß er alle Befehle etwas schwache Besuch des Konzerts. Br. der Regie befolgen will und nur das beste für die Regie im Auge hat. Vor der Einstellung hat jeber einen Eid ab zulegen. Wie wirkt das Alkoholverbot in Amerika? Zu dieser Frage werden von seiten des Brautopitals immer wieder unzutreffende Berichte in die Zeitungen gebracht, als ob nun die Bevölkerung sich dem Morphinismus und Kokainismus in die Arme geworfen habe! Aber die Berichte der wirklichen Kenner der Verhältnisse, die von einer minderung der Verbrecher und Geschlechtstrantenstatiftif, von einer Mehrung des Sparfinnes und einer Steigerung des Wissenstriebes zu melden wiffen, werden den Beitungen ängstlich vorenthalten! Gewiß gibt es in America Gewiß gibt es in America Morphiniften und Rotainisten, aber nicht wegen des Alkoholverbotes! Denn solche Krante gibt es im bierfeuchten Bayernland, zumal in den Großstädten ebenfalls in stetig wachsender Bahl! Es besteht also fein Grund, die Bevölkerung dauernd im alkoholischen Dämmerzustand zu erhalten. Besonders verwunderlich ist es, wenn ein Herr Dr. jur. fich zum Sachwalter der Brauereien in der Oeffentlichkeit aufwirft. mie das jüngst im Gräntischen Kurier" der Fall Sollte ihm unbekannt sein, welch enger Zusammenhang zwischen Alkohol und Verbrechen, Alkohol und Prostitution, Alkohol und Betriebsunfall besteht? war. erfüllen helfen, nach dem Worte Disraelis eine mäßigende und mittelnde Macht im Rate der Völker Europas zu sein und unser aufrichtiges Begehren, unsere Freundschaft mit Frankreich zu erhalten. In diesem Augenblick scheinen wir mit dem Aufgeben des deutschen passioen Widerstandes in eine neue Phase einzutreten. Wie die neue Situation sich weiter entwickeln wird, vermag ich hier natürlich nicht vorauszu fagen, aber eines war uns vor wenigen Tagen in Baris, als ich mich mit dem französischen Ministerpräsidenten unterhielt, vollkommen flar, und wird täglich flarer. Nur durch ein gemeinsames 3ufammenwirten und ein vollkommenes gegenseitiges Vertrauen zwischen den Berbündeten kann die Hoffnung erfüllt werden, Europa aus seinen gegenwärtigen Schwierigkeiten zu erretten. 7. Werden unterschiedliche Einstellungen gemacht? Antwort: Baldwin sprach dann über den griechisch- italienischen Konflikt, Die inneren Bediensteten werden bevorzugt, und zwar von jeder die Bausanner Konferenz und die Frage der interalliierten SchulbenGruppe nach Bedarf werden eingestellt nur solche Leute, die im be- regelung und erklärte zum Schluß die Bereitschaft Englands zur fegten Gebiet geberen und mindestens ein Jahr bei Berständigung über Einschränkung der Luftstreitkräfte. der Eisenbahn beschäftigt find. Ausgewiesene und auf Aus. weisungsliste flüchtig Stehende werden nicht berücksichtigt. Besonders hervorgehoben wurde, daß sämtliche Bedingungen unabänderlich sind. Krise im italienischen Faschismus. Bom, 1. Oktober.( WTB.) Der Bollzugsausschus der faschistischen Partei hat, dem Verlangen Mussolinis entsprechend, feine Demission eingereicht. Abbau der Arbeitslosenunterstützung. Bereits feit längerer Zeit bestehen zwischen dem Diftator MussoFolgen der Aufgabe des passiven Widerstandes. lini und der eigentlichen Parteileitung der Faschisten Meinungsver Der passive Widerstand und die damit zusammenhängenden Aen. fchiedenheiten, die man allerdings bisher durch Kompromisse aus der berungen in Wirtschaft und Berwaltung hatten es mit sich gebracht, Welt zu schaffen vermocht hatte. Neuerdings ist es aber zu einer daß auch die Erwerbslosenfürsorge sich in den besetzten offenen Rebellion der Parteibonzen gegen den Diktator gekommen, Gebieten teilweise anderer Wege und Formen bedient hat als por- als der Herzog" gegen faschistische Erzeffe rigoros vorging, die Im Dom veranstaltet Brof. Balter Fischer am 4. Dft. 8 1hr ein Orgel her. Insbesondere sind im Zusammenhang mit der örtlichen Leue- geeignet waren, das Anschen seiner Regierung allzusehr zu diskredi Tonzert, bei welchem Frau Martha Thanner- Dffer( Sobran) und Armin rung und mit der Steigerung der Löhne die UnterstügungsLiebermann( Cello) mitwirken. Programm, an der Abendkasse fäuslich, befäße örtlich sehr ungleich und im allgemeinen höher als Flucht in die Deffentlichkeit und stellt Mussolini vor eine schwierige tieren. Der Kollektiorücktritt des Bollzugsausschusses gleicht einer rechtigt zum Eintritt. im unbefegten Gebiet geworden. Auch Mißbräuche sind stellenweise Die Schlüsselzahl im Buchhandel beträgt von heute ab 50 milli eingetreten, und zuar um jo mehr, je mehr die Geschäftsführung der Situation, deren Lösung kaum mit einer Steigerung feines perfönkeinzelnen örtlichen Verwaltungen und ihr Verkehr mit den auftanelichen Brestiges enden lant puen. Gewerkschaftsbewegung Notschrei der Straßenbahuer. Wir erhielten folgende Zuschrift: Seitdem die neue Betriebsgesellschaft m. b. 5. ihre Pforten geöffnet hat, ist dort unter den wiedereingestellten Straßenbahnern eine Erregung vorhanden, die, wenn man die näheren Umstände einer Rachprüfung unterzieht, durchaus verständlich ist. Was den Fahrern und Schaffnern in diesem Betriebe an Arbeitszeit zugemutet wird, spottet jeder Beschreibung. Dienste von weniger als 8 Stum den scheinen nur auf dem Papier zu stehen. Auf Bahnhof 11 z. B. find von 52 Fahrernummern nur zwei mit 7 Stunden 17 Minuten, alle anderen mit weit über 8 Stunden reiner Fahrzeit. Dazu kommen noch die Haltezeiten auf den Endstationen, Rangieren, die Vorbereitungszeit für die Fahrer und Schaffner und zuletzt noch die Abgabe der Tagestasse und der Wagen. Dienste( Schichten) von 14 bis 17 Stunden sind auf jedem Bahnhof vorhanden. Hier einige Beispiele: Nr. 96: 17 Stun den Dienstschicht; Nr. 38: 16 Stunden 49 Min.; Nr. 64: 16 Stunden; Nr. 84: 14 Stunden; Nr. 86: 13 Stunden 35 in.; Nr. 104: 14 Stunden. Auf den Linien M, L und H find 10 Dienstnummern mit durchschnittlich 10 Stunden und darüber. Eine Dienststelle hatte 44 Dienste, davon 20 Dienstnummern mit einer Fahrzeit von je 8 Stunden 47 Min.; der Rest leistet je 8 Stunden 15 Min. Für Fahrer und Schaffner besteht sogar eine Nachtruhe pon nur 3 bis 4 Stunden. Besondere Klagen find, daß die Wagen auf den Bahnhof 17 fahren und sich zwei Anhängewagen holen und wieder zurückbringen müssen. Dieinstnummer 94 hat im Turnus nur 5 Stunden 25 Min. Nachtruhe. Im übrigen wurde den Be schwerdeführern vom Dienstleiter gesagt:„ Nachtruhe gibt es heute überhaupt nicht mehr!" Wenn man bedenkt, daß die Wohnverhältnisse die denkbar ungünstigsten sind und dadurch der Dienstantritt sowie die Ablösungsstellen nur mit einem weiteren Aufwand von Zeit erreicht werden Pönnen, kann sich jeder vorstellen, wie lange ein Straßenbahner vom Dienſtantritt bis zu seiner Beendigung sich auf der Straße bei der jetzt eintretenden Witterung herumtreiben muß. A. M. Gesundheitsschädliche Verrichtungen. bie Arbeitswege, und man wird feststellen müssen, daß ein großer Teil der Beamben und Angestellten täglich 3 bis 4 Stunden unterDie Internationale Arbeitskonferenz zu Washington hat die wegs ist, um zur Arbeitsstelle und wieder nach Hause zu kommen. Aufstellung einer Liste gesundheitsschädlicher Berrichtungen beschlossen Genau so liegen die Verhältnisse draußen in den ländlichen In- und mit dieser Aufgabe, die seit langem die Aufmerksamkeit der dustrien. Arbeitswege von 2 mal 2 Stunden den Tag sind auch interessierten Kreise fand, hat sich in der Zwischenzeit die gewerbebort teine Seltenheit, ja, wo besonders große Umschichtungen vor hygienische Abteilung des Internationalen Arbeitsamts befaßt. Sie sich gegangen sind, müssen die Arbeiter oft noch längere Arbeits- hat die auf den Gegenstand bezüglichen medizinischen und statistischen wege machen. Schon diese Verlängerung der Wege von der Woh- Unterlagen studiert, und die Ergebnisse sollen in Form einer En= nung zur Arbeitsstelle und umgekehrt, läßt es nicht zu, die Dauer ŋflopädie veröffentlicht werden. Beigegeben sein wird ein der Arbeitszeit wieder hinaufzuschrauben. besonderer Aufsatz über Gewerbehygiene, Giftfunde und gewerbliche Wohlfahrtspflege( Krankheitsschuß, ärztliche Hilfe, persönliche Gesundheitspflege, erste Hilfeleistung usw.). Die einzelnen Artikel merden die technischen Gesichtspunkte, die gewerbliche Pathologie, die besonderen Gesundheitsschußmaßnahmen und die Gesetzgebung in bezug auf jede Art gesundheitsschädlicher Verrichtungen behandeln. Um bei jedem Gegenstand möglichst vollständig die internationalen Probleme aufzuzeigen, geht das Internationale Arbeitsamt daran, sich die Mitwirkung sowohl der Mitglieder ihres gewerbehygienischen Beirats wie der hervorragendsten Fachgelehrten in den verschiedenen Ländern zu sichern. Bisher haben über 30 Gelehrte ihre Mitarbeit bei der Abfassung von mehr als 100 Artikeln zugesagt, welche die gewerblichen Gifte und die gesundheitsschädlichen Verrichtungen be= Handeln. Für der: Achtstundentag ist in Wirklichkeit wiederholt auch die Länge des Arbeitsweges geltend gemacht worden. Allein unsere großen Mehrproduktionstheoretiker gehen auch daran vorbei. Durch Kündigung zum Selbstmord. Es gibt empfindliche Menschen, die durch irgendeine rein geschäftliche Unternehmermaßnahme um ihren Glauben von der Harmonie zwischen Kapital und Arbeit gebracht werden und so das feelsche Gleichgewicht verlieren. Warum sind diese Leute so empfindsam, nehmen sich ihre Kündigung so schwer zu Herzen, daß sie ihr Leben als troftlos geworden, als gar zu schwer erträglich weg werfen, ohne die mindeste Rücksicht darauf, daß ihre Brotgeber dadurch diskreditiert werden könnten? Im Wernerwerf der Siemens- Halste- A.- G. war feit sieben Der Cohn der Buchdruder wurde für die Lohnwoche vom Jahren der Ingenieur Dr. phil. Alfons M. beschäftigt. Am 17. Mai 29. September bis einschl. 5. Oktober durch Schiedsspruch in der war ihm gekündigt worden und seine Zeit am 29. September ab- Spige auf 1,5 milliarden Mark( Stundenlohn 31 250 000 m.) feſtgelaufen. Da er sich inzwischen offenbar vergeblich um andere gesetzt. Stellung bemüht hatte, mas bei seinem Alter von 59 Jahren und der Vorsicht der Unternehmer begreiflich ist, verfiel der Ingenieur auf den Ausweg, am Morgen seines Entlassungstages fich an seinem bisherigen Schreibtisch im Wernerwerf eine Kugel durch den Kopf zu jagen. Konnte der zu alt gewordene Ingenieur sich nicht damit trösten, daß es vielen jungen und älteren Angestellten nicht besser erging, daß auf Veranlassung des VBMI. sämtlichen Angestellten der Berliner Metallindustrie am 31. August zum 30. September gekündigt wurde? Freilich, hier war es mehr eine Formsache, um die An. gestellten zur Annahme eines neuen Vertrages zu nötigen, bei für die Zeit vom 24. bis 30. September in Gruppe I 25, in Die Löhne der Privat- Elektrizitätswerte Groß- Berlins betragen eventueller Einführung von Kurzarbeit verkürzt zu arbeiten, wäh- Gruppe II 24, in Gruppe III 23, in Gruppe IV 22, in Gruppe V rend dort die völlige Existenzlosigkeit vollendete Tatsache geworden fuchen vieler Einzelzahler entsprechend werden die jeweils geltenden Beitragszahlung im Zentralverband der Angestellten. Dem ErBeitragssäge sowie die Zahlstellen an den Anschlagsäulen veröffentlicht. Damit fallen auch die Benachrichtigungsschreiben an die Betriebstaffierer meg. Im Interesse eines jeden Mitgliedes liegt es, den am 1. und 15. eines jeden Monats fälligen Beitrag im voraus zu zahlen, da Rückstände in Höhe der am Zahltage geltenden Beitragsfähe zu entrichten sind. Nur pünktliche Beitragszahlung erhält die Schlagkraft der Organisation. Wo bleibt da die achtstündige Arbeitszeit? Es soll doch angeb- war. Für etwa 10 Proz. der Angestellten wurde allerdings die 18, und in Gruppe VI 15 Millionen Mart. Die Frauenzulage lich nicht an dem Achtstundentag gerüttelt werden. Ober follte für Maßnahme der Steuersabotage in der zweiten Septemberhälfte in beträgt 3,6 Millionen wöchentlich, die Kinderzulage 7,2 Min. M. die Straßenbahner Berlins das Gesetz außer Kraft gefeßt sofern verschärft, als ihnen bedeutet wurde, daß infolge mangelworden sein? hafter Leistungen eine Weiterbeschäftigung über den September hinaus für sie nicht mehr in Frage fommt. Zum Glück find nicht alle Angestellten in diefer Lage so empfindlich und so alt, um die gleichen Konsequenzen zu ziehen. Es sind in der letzten Zeit zusammenstöße mit anderen Fuhrmerken sowie auch von Wagen der Straßenbahn gegenseitig erfolgt, und immer war die überlange Dienst dauer schuld an solchen Fällen. Das Publikum weiß gar nicht, welche Gefahr besteht, wenn ein durch überlange Arbeitszeit und nicht zuletzt an Unterernährung leidender Fahrer oder Schaffner auf dem Wagen schlapp macht. Die Berantwortung dafür trägt die Leitung des Unternehmens. Wir erheben unsere warnende Stimme. Es geht nur folange, bis auch der letzte Straßenbahner durch die lange Arbeitszeit und niedrige Entlohnung, die in feinem Verhältnis zu der heutigen Teuerung steht, aufgewacht ist und sich mit aller Entschieden heit gegen diese unmenschlichen Arbeits- und Lohnbedingungen zur Wehr sehen wird. Es muß möglich sein, auch wenn das Unternehmen nicht auf Rofen gebettet ist, den Betrieb zu erhalten und Verhältnisse zu schaffen die menschenwürdig sind. ,, Es wird ftets unser vornehmstes Bestreben sein, für unsere Arbeitnehmer Arbeit und Lebensunterhalt zu besorgen", war anläßfich des 75jährigen Bestehens der Gesellschaft verkündet worden. Mußte der Ingenieur das so wörtlich nehmen, als er es vernahm? Man versuchte irgendwelche anderen Motive für den Entschluß des aus dem Beben Geschiedenen zu ermitteln, allein in seinen Taschen soll sich außer dem üblichen Kleintram nur das Kündigungsschreiben befunden haben. Der Borfall soll für verschiedene der Gekündigten den Erfolg gehabt haben, daß ihre Kündigungen zurüdgezogen wurden. Dennoch bedeutet der Schuß im Wernerwert ein Warnungssignal für alle Arbeitnehmer. Die Frage taucht für jeden auf: Was wird aus mir, wenn ich dem Unternehmertum zu alt geworden bin?" Die Antwort fann nur dahin lauten, sich nicht allzu sehr auf irgendwelches Wohlwollen zu verlassen und es durch gelbes Berhalten zu erwerben suchen, sondern an dem Ausbau der gewerkschaftlichen Organisation mitzuwirken und so den nötigen Schuß herbeizuführen. Sind schon die Arbeitsbedingungen als überaus schlechte zu nennen so zeigen auch die Lohnverhältnisse, wie versucht wird, mit billigen Kräften zu arbeiten. Die Löhne find ab 28. September folgende: Vorarbeiter 14 180 000 t., Handwerfer 13 500 000 t., angelernte Arbeiter 12 830 000 Mt., ungelernte Arbeiter 12 490 000 Mart, Reinmachefrauen 5 400 000 mt., Frauenzulage 340 000 mrt., Lohnregelung in der Berliner Metallindustrie. Kinderzulage 680 000 Mt., Zulage für Einmannfahrer 400 000 Mr. Nach den uns gewordenen Mitteilungen haben die Arbeitgeber Diese Löhne sind nicht dazu angetan, die Arbeitsfreudigkeit der Arbeitnehmer zu fördern. Diese Löhne fommen in Abschlags des Verbandes Berliner Metallindustrieller beschlossen, nachstehend zahlungen von 110 Millionen Mart am Dienstag und von derzeichnete Borschüsse zu zahlen: 180 Millionen Mark zur Auszahlung. Damit soll ein Familien- Heute Dienstag, den 2. Oktober, erhalten Arbeiter über 21 Jahre vater sich und seine Familie vor dem Berhungern schützen. Wenn 300 Millionen, Arbeiter von 18-21 Jahren und Frauen 240 Milnicht bald eine Aenderung dieser Berhältnisse erfolgt, sehen wir lionen, Jugendliche von 16--18 Jahren 120, von 14-16 Jahren eines Tages die Katastrophe fommen. Wir haben gewarnt. Noch ist 90 Millionen. es Zeit! Arbeitsweg und Arbeitszeit. Man schreibt uns: Immer wieder, beinahe wie nach einem stillen Uebereinfonumen, werden Angriffe auf den Achtstundentag unbernommen. So viele Argumente diesen Angriffen schon entgegengesezt worden fint, auf eines ist dabei noch nicht hingewiesen worden, auf die Verlängerung der Arbeitswege in den letzten Jahren. Infolge Umschichtung vieler Industriezweige und des durch die Verhältnisse notwendig gewordenen Berufswechsels mußten in Deutschland Millionen Menschen ihre Arbeitsstelle wechseln. Diesem Wechsel der Arbeitsstelle steht aber nur ein ganz geringer Wechsel der Wohnungen gegenüber. So ist es gekommen, daß heute Millionen Angestellte, Arbeiter und Beamte einen viel weiteren Arbeitsmeg zurückzulegen haben als früher. In den Borkriegszeiten ist bei einem Wechsel der Arbeitsstelle oft auch ein Wechsel der Woh nung vorgenommen worden. Heute ist dies unmöglich. Unter den jezigen Verhältnissen auf dem Wohnungsmarkte müssen eben auch die längsten Arbeitswege mit in Rauf genommen werden. Bor dem Kriege haben die deutschen Gewerkschaften häufiger Umfragen über die Länge des Arbeitsweges vorgenommen und darfiber Statistiken veröffentlicht. Wenn heute diese Umfragen von neuem vorgenommen würden, so wäre das Ergebnis zweifellos dies, daß die Länge der Arbeitswege im allgemeinen Durchschnitt doppelt, ja vielleicht dreimal so groß geworden ist. Man halte einmal bei irgendeiner größeren Berliner Behörde, in einem Reichsministerium, bei einem Finanzamt, bei einem Bezirksamt usw. eine Umfrage über An dem darauf folgenden Lohnzahlungstage erhalten Arbeiter über 21 Jahre 360 Millionen, Arbeiter von 18-21 Jahren und Franen 240 Mintonen, Jugendliche von 16-18 Jahren 120 Millionen, von 14-16 Jahren 90 Millionen. Betriebsräte, Betriebsobleute und Bertranensmänner! Täglich kommt ihr auf euren Arbeitsstellen mit euren Kolleginnen und Kollegen zusammen, ihr könnt in den Bausen und Bersammlungen euren Herzen Luft machen. Bei allen Differenzen pertretet thr die Interessen der Arbeitnehmer. Ihr denkt dabei aber fast nie an eine Kollegin, die mit euch wenig oder gar nicht in Berührung kommt, da diese vor oder nach eurer Beschäftigung erst ihre Tätigkeit verrichtet: das ist die Reinemachefrau. Wohl find in den Großbetrieben( Banten, Krankenkassen, Bersicherungen, Geschäfts- und Industriehäusern) die Reinemachefrauen von der Organisation erfaßt, und ihre Lohn- und Arbeitsverhältnisse tariflich geregelt, während die Reinemachefrauen in den Kleinbetrieben noch zu wahren Hungerlöhnen beschäftigt werden. Das tommt aber nur daher, weil sich niemand um die Reinemachefrauen in solchen Betrieben befümmert. Gewerkschaftsgenossen, das muß anders werden. Auch die Reinemachefrauen müssen der Organisation zugeführt wer den. Zuständige Organisation ist der Deutsche Verkehrsbund, Gettion VII, Branche der Reinemachefrauen, Berlin W. 62, Bayreuther Str. 31. Gewerkschaftsgenossen! Ihr alle feid berufen, mitzuhelfen, verpflichtet zu tontrollieren, ob auch die Reinemachefrau eures Betriebes organisiert ist. Die Lohnverhandlungen in der Wagen- und Karosseriebranche führten zu dem Ergebnis, daß für die Beit vom 20. September bis zum 2. Oftober 1923 die Arbeitgeber 50 Proz. Lohnerhöhung anboten. Das würde einem Spigenlohn von 23,4 Millionen Mart entsprechen. Die Verhandlungskommission lehnte das Ergebnis að und wird mit Einverständnis der Arbeitgeber den Schlichtungsausschuß anrufen. Die heutige Vorauszahlung ist für jämtliche Arbeitnehmer über 20 Jahre auf 600 Millionen festgesegt, für Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter auf 450 Millionen. Das Startell. Ja der Chirurgiemeauif ist bie Zohnbereinbarung für die Woche vom 24. bis 29. September noch nicht abgeschlossen. Den Arbeitern ist daher heute am 2. Oktober ein Vorschuß zu zahlen, und zwar: der in der Woche vom 17. bis 22. September verdiente Sohn abzüglich des am 28. September gezahlten Vorschusses, aber ohne Abzug von Steuern, Krankenkassengeldern usw. Deutscher Wertmeisterverband. Deisverein Berlin 7: Heute abend 6½ 1hr mitgliederversammlung in der Papenhofer- Brauerei, Turm-, Ede Stromstraße. kündigung in den Betrieben. Referenten: Kollege Rothe und VerbandsDorsitzender Rollege Buschmann. Wichtige Versammlung aller in Buchbinde veien beschäftigten Wertmeister heute nachmittag 5 Uhr im Restaurant Schulz. Sollmannstr. 18. Achtung, Zimmeree! Mittwoch, den 8. Oftober, nachmittags 3 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Goal 5, Bersammlung fämtlicher Vertrauensmänner und Betriebsräte des Hoch-, Beton- und Tiefbaugewerbes. Mit Rücksicht auf die vielen Betriebsstillegungen ist es Pflicht aller Vertrauensleute, pinktlich zu erscheinen. Den Bezirksführern fei mitgeteilt, daß am Sonnabend, sein, oder Sonntag, den 7. Oftober, in allen Bezirken Bezirksver. fammlungen abzuhalten find. Die Bezirksführer milffen umgehend dis nötigen Maßnahmen dazu treffen. Die Bezirfsführerkonferenz ist am Freitag, Der Vorstand. den 5. Oktober, abends 6½ Uhr, im Gewerkschaftshaus, Gaal 3. Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Mittwoch nachmittag 5 Uhr im großen Gaal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25, Versammlung aller weiblichen Mitglieder. Die wirtschaftliche und politische Lage und die Stellung der Frau in den Gewerkschaften." Referentin Rost Wolfftein, M. d. 2. Vollzähliges Erscheinen aller weiblichen Mitglieder erwartet die Ortsverwaltung. Buchbrucker und Siffsarbeiter! Die beiden Fraktionsvorstände treffen fich eine Stunde vor Beginn der gemeinsamen Generalversammlung im Borraum des Gales. Jalousiearbeiter. Branchenversammlung Mittwoch, ben 3. Oftober, nachmittags 5 Uhr, im Verbandshaus, Rungestr. 30. Bünktliches Erscheinen wird cemartet. Die Branchenleitung. Deutscher Baugewerisbund, Baugewerkschaft Berlin. Donnerstag abend 6% Uhr im Gewerkschaftshaus, großer Saal, Versammlung aller Bau- und Generalversammlungsdelegierten. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Gesellschaft füte republikanisch- demokratische Bolitil. Deffentliche Bersammlung am Mittwoch, 7% Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 25. LehmannRugbüldt spricht über ,, Die schwarze Reichswehr". Dienstag, ben 2. Ditober, abends 7 Uhr, Schöneberger Str. 8, flatt. Der Be Arbeiter- Samariter- Kolonne. Der Lehrabend für Reinidendorf findet am fuch des ersten Schrabends ift frei. Berantwortlich für Politik: Richard Bernstein: Wirtschaft: Artur Saternus: Gemertschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schitowski; Lotales und Sonstiges: Fris Karstädt; Anzeigen: Tb. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. 5., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Sierzu 1 Bellage. Poverty Magarindaralaiton Die kräftigende Diät bei Wohlschmeckend Billig OSRAM muß auf der Glasglocke stehen OSRAM NITRA OSRAM NITRA Mehr Licht bedeutet mehr Leistung. Nr. 459 40. Jahrgang Beilage des Vorwärts Die Berechnung der Oktobermiete. Das 2510001 fache der Friedensmiete und die Umlagen. Nach den Beschlüssen des Magistrats, denen der Oberpräsident zugestimmt hat, tritt am 1. Oftober eine ganz bedeutende Mieterhöhung ein. Bevor wir in eine Kritik eintreten, seien nachstehend die neuen Bestimmungen mitgeteilt. Keine Vorschuszahlung. Wird die gesetzliche Miete in größeren Bettabständen als ein Bierteljahr gezahlt, so kann der Vermieter verlangen, daß der Mieter den Mietzins vierteljährlich entrichtet. Bermieter und Mieter können ferner verlangen, daß die geschliche Miete monatlich gezahlt wird. Eine Bierteljahrsquittung für Oktober/ Dezember braucht der Mieter also nicht einzulösen, sondern er tann vom Vermieter verlangen, daß dieser eine Monatsquittung für Oktober ausschreibt. Entgegen stehende Bereinbarungen im Mietvertrage sind hinfällig, sobald der Micter die gesetzliche Miete zahlt. Die Borschußzahlung auf die umquiegenden Betriebskosten, die- vom Mieterverband Gau Berlin entschieden befämpft bereits im April zu Fall gebracht, am 1. Juli aber wieder eingeführt worden war, ist jetzt erneut beseitigt hoffentlich für immer. Mit der Beseitigung der Borschußzahlung vom 1. Oftober ab fällt die vierteljahr. lime Umlegung der Betriebstoften fort; diese werden fortan im Laufe des Monats umgelegt. Die feststehende Vorauszahlung. Der Zinssteigerungszuschlag wird vom 1. Oktober ab durch Umlegung erhoben, ist also nicht mehr in einem festen Satz vor= auszuzahlen. Demnach find an feststehenden Beträgen zu zahlen: 1. die Grundmiete( gefürzte Friedensmiete), 2. der Zuschlag für Verwaltungsfosten( in Höhe der nach stehend angegebenen Säge), 3. der Zuschlag für laufende Justandsehungsarbeiten in Höhe einer 2400000fachen Monatsgrundmiete. Dienstag, 2. Oktober 1923 arbeiten. Instandsetzungskosten werden niemals umgelegt; die laufenden Arbeiten sind aus dem festen Instandseßungszuschlag ( vgl. oben zu„ Die feststehende Vorauszahlung") zu bezahlen, di: großen Arbeiten werden vom Mieteinigungsamt umgelegt Mietervertretung. Eine Mietervertretung ist ordnungsmäßig gewählt, menn alle außerdem in allen Häusern vom 1. Oftober ab die kosten der Zins- Mieter zur Wahl eingeladen sind und die einfache Mehrheit aller steigerung und der Steigerung der Hypothekenerneuerungskosten. Mieter des Hauses die Wahl vollzogen oder ihr nachträglich zugeHierbei ist zu beachten, daß die Zinssteigerungsfosten für die Zeit stimmt hat. Die Mietervertretung( oder der einzelne Mieter) fann bis 30. September bereits mit der früher bezahlten Miete beglichen die Ausführung aller zur Erhaltung des Hausbestandes, der Gefind. Wo am 1. Oktober erst die Hypothekenzinsen für Juli/ Sep- brauchsfähigkeit der Wohnungen und der Gesundheit der Mieter tember( nachträglich) beglichen werden, hat eine Umlegung erforderlichen laufenden Instandsetzungsarbeiten durch Antrag bei der Schlichtungstammer Des stattzufinden. Umgelegt werden außerdem nur die Mehrzinsen Mieteinigungs gegenüber dem Stand vora 1. Juli 1914 und auch diese nur für amtes sichern lassen. Zu diesem Zweck kann die SchlichtungsHypotheken, deren Höhe insgesamt nicht über 85 Broz. des Bor- fammer den Instandsetzungszuschlag von allen Mietern( bei friegswertes des Grundstücks hinausgehen. Die Mehriosten für die 1000 M. Monatsgrundmiete monatlich 2400 Millionen Mark) Erneuerung der Belastung sind gleichfalls nur für Belastungen bis bis zur Höhe des erforderlichen Betrages zugunsten der Auszu 85 Proz. des gemeinen Wertes vom Jahre 1914 umzulegen, und führung der Arbeiten beschlagnahmen und der Mietervertretung zwar werden diese Mehrkosten auf die Laufbauer der Hypothet überweisen. Nur die fog. Schönheitsporrichtungen ( 10 bzw. 5 Jahre) gleichmäßig verteilt. Man muß also zunächst die( Tapezieren oder Anstreichen bzw. Kalten der Wände und Decken, Mehrausgaben gegen 1914 feststellen und dann den Mehrbetrag Streichen der Fußböden und der Fenster und Anstreichen der Türen durch die Zahl der Jahre teilen. Dann hat man den Jahresbetrag in den Mieträumen) bleibt Sache der Mieter. Statt des Anrufs der der Umlage, der( vgl. zu 3) auf den Monat umzurechnen ist. Schlichtungskammer tann auch jeder Mieter beim ordentlichen Gericht auf Ausführung aller Arbeiten( nicht nur der notwendigen) In begrenzter Sjö he sind umzulegen: flagen. Nachdem die Mieter durch die neue Festsetzung der Mieten zur Zahlung ganz bedeutender Reparaturzuschläge gezwungen sind, müssen die Mieter mit aller Entschiedenheit den Reparaturstreit der Bermieter brechen. private Müllabfuhr " Schlackenabfuhr. Fäkalienabfuhr Juli August Sept. Oftober bis zum monatl.Höchstbetrage von 12 000 110 000 3.000 72 600 25 150 250 9 500 45 120 1 400 50 100 2 000 10 25 10 30 8 20 800 400 300 60 200 0 Kesselreinigung. euerversicherung*) Glasschädenversicherung. Wasserleitungsschädenversicherung Haftpflichtversicherung Fahrstuhlbetrieb**). Monats- Grundmieten 35 000 12 000 10 000 In Kürze noch folgendes: Die Vermieter hatten für laufende 30 000 Instandsehungsarbeiten eine 1 400 000fache Grundmiete gefordert, 600 000 der Magistrat hat eine 2 400 000fache bewilligt, ist also um das 30 000 1 Millionfache über die Anträge der Hausbesizer 100 000 hinausgegangen. Schon im September wurde die Steigerung dreimal so start vorgenommen, als der Lebenshaltungsreichsinder gestiegen war( 60fach statt 20fach). Wenn man annimmt, daß für die jetzt dem Vermieter obliegenden laufenden Instandsetzungsarbeiten in der Grundmiete 5 Proz. enthalten waren, bedeutet eine volle Grundmiete eine Berzwanzigfachung des Instandsetzungstoftenanteils und die 2 400 000fache Grundmiete bedeutet die Anwendung eines In deg von 48 millionen Mart. Damit ist gestiegen als der der Instandsegungszuschlag gegenüber dem Jahre 1914 höher Dollar! Offenbar ist das durch das Der Verwaltungskostenzujólag ist sehr verschieden; er beträgt: einschließlich der Kosten für Hausreiniger, Hauswart, Heizer, Bei der Imlegung selbst ist zu beachten, daß der Mieter Fahrstuhlführer u. dgl. und einschl. der Kosten für das Hausreini- nur solche Beträge zu zahlen hat, welche auf die Zeit entfallen, für gungsmaterial: a) in einfachen Häusern die 110 000fache, Mietzins bis Ende Oktober fällig( vgl. oben unter A). Berfichedie der Mietzins bereits fällig ist. Am 1. Oktober wird nur der b) in Häusern, in denen eine besondere Einrichtung im Betrieb ist, die 130 000 fache, c) in geschloffenen Häusern rungsbeiträge, Hypotheken- Mehrzinsen u. dgl. sind also nur insoweit falsche Zahlenmaterial der Hausbesitzer erzielt worden, obwohl die und in solchen, in denen mindestens zwei besondere Einrichtungen umzulegen, als sie bei gleichmäßiger Verteilung auf die ganze Zeitim Betrieb sind, die 150 000fache, d) in Geschäfts- und dauer) auf die Zeit bis Ende Oktober entfallen. Wenn also die falschen Zahlen bei den Verhandlungen vor dem Wohnungsausschuß Industriehäusern für nicht gewerblich, nicht zu Bureau-, Feuerversicherungsprämie für die Zeit vom 15. Juli 1923 bis von den Mietervertretern eingehend widerlegt worden waren( was Geschäfts- oder ähnlichen Zweden genutzte Räume die 150 000- 15. Juli 1924 gezahlt ist, so ist nur der Anteil jetzt umzulegen, der zu einem schweren Zusammenstoß führte und zwei Hausbesitzerzum Verlassen des Verhandlungsraumes veranlaßte). fache, ausschließlich der Kosten für das Haus auf die Zeit bis einschl. 31. Oftober entfällt. Die Umlagen für die vertreter personal, jedoch einschließlich der Kosten für das Hausreini- Beit vom 1. November ab werden erst nach dem 31. Oftober fällig, Fierüber wird die Deffentlichkeit noch aufgeklärt werden. gungsmaterial: für gewerbliche, zu Bureau-, Geschäfts- oder ähn- und zwar an jedem Monatsersten in Höhe einer Monatsrate. lichen Zweden genugte Räume die 110 000fache, in Häusern, in Der Vermieter kann jetzt alle Umlagen für die Zeit bis 30. Sep. denen die Mieter die gesamte Hausreinigung übernom- tember einfordern, soweit er das noch nicht getan hat. Er kann aber men haben, die 45 000fache, in Häusern, in denen die Mieter nur außerdem, da jede Vorschußzahlung( auch für Wasser) weggefallen die Treppenreinigung übernommen haben, die 60 000- ist, vom 1. Oktober ab alle Umlagen 5 Tage nach der Vorlegung der Rechnungen( auch der unbezahlten!) oder der Quittungen usw. einfache Monatsgrundmiete. schritten werden. Der Obmann der Mietervertretung oder( wo eine folche nicht besteht der einzelne Mieter muß die Umlageberechnung daraufhin nachprüfen. Wenn ein Micter in einem einfachen Hause am 1. Juli 1914 monatlich 25 M. Miete zu zahlen hatte und die gesamte Hausreinigung vom Mieter veranlaßt wird, so beträgt die Monatsgrundmiete 20. und die Oftobermiete( 2 510 001 x 20 21.) 50 200 020 m. rand 50 000 000 m. Hierzu kommen die Umlagen für Juli/ September, soweit sie noch nicht erhoben sind, und die rom 1. Oktober ab zu zahlen fortlaufenden Umlagen, deren Höhe von der Steigerung der Werftarife, den verbrauchten Mengen an Wasser, Gas, Elektrizität, der Höhe der Versicherungen usin, abhängt und deren Schäßung nachgerade zur Unmöglichkeit ge Die Betriebskosten- Umlagen. worden ist. Das Mieteinigungsamt darf Buschläge bis zur Höhe Don insgesamt der 150 000fachen Jahresgrundmiete bewilligen. Große Instandsetzungsarbeiten sind nur noch: 1. Die vollständige Erneuerung der Dachrinnen und Ablaufrohre, 2. das Umdecken des ganzen Daches, 3. der Abpuz oder Anstrich des Hauses im Aeußern, 4. der Neuanstrich des ganzen Treppenhauses im Innern und 5. die Erneuerung der Heizanlage bei Sammelheizung und Warmwasser versorgung. Alle anderen Arbeiten sind laufende Instandsetzungseine für ihn Erwachte vor ihm saß und allem, was er vorDas Verbrechen der Elise Geitler. brachte, mit Aufmerksamkeit folgte. 6 Novelle von Hermann Kesser. „ Hof- Fest." S Kinder sammelten Geld, möglichst viel Geld. Bewaffnet mit einer Beichnungsliste. Jeder sollte schen, was der andere gab, und ieder Folgende sollte den zweifelhaften Ehrgeiz haben, noch mehr zu geben, als der andere gezeichnet hatte. Zum Hof- Fest, zu einem Fest von Großstadtkindern auf dem schmalen Hofe des Wohnhauses. Wir kennen sie schon von Friedenszeiten her, diese Hof- Feste. Einen großen Wert hatten sie niemals. Sperrt doch die Kinder nicht für einen ganzen Nachmittag und Abend in das enge steinerne Viereck ein! Führt sie hinaus am Sonntag in die freie Natur, wo trotz aller hohen Fahrpreise immer noch ein Plätzchen zu finden ist, an dem sich Gefünderes für die Kinder bereiten läßt! Und ist es etwa ein so besonderes Vergnügen, zur höheren Weihe des Tages den eigengebackenen Ruchen neben dem MMüllkasten zu verzehren? Blüht In voller Höhe find umzulegen die öffentlich- rechtlich be-*) Für September und Oktober werden nur 95 Broz. der Fener- nicht bei solchen Gelegenheiten so wunderherrlich der Klatsch auf, *) Für September und Oktober werden nur 95 Broz. der Feuer- wenn der eine oder der andere, der tiefer denkt und unseren Kingrenzten Betriebskosten: Grund- und Gebäudesteuern, Straßen- versicherungsprämie umgelegt. Die Höchstgrenze für Oktober gift bern bessere Genüffe wünscht, sich absondert oder zu wenig gibt? reinigungsgebühren, Wassergeld und Entwässerungsgebühren, nur für Gebäude, die nicht bei der Städtischen Feuersozietät ver- mit dm Klatsch fängt es an, noch ehe das Hof- Fest beginnt.„ Bat? Schornsteinfegergeld, Brennstoff- bzw. Stromfosten für Treppen sichert sind. und Flurbeleuchtung sowie Kosten für Müll- und Schladen-**) Die Kosten des Fahrstuhlbetriebes werden seit dem 1. Sep- Die A. hat bloß Dreihunderttausend jejeben und die B. nur einen abfuhr, ferner in Geschäfts- und Industriehäusern die Löhne der tember in voller Höhe auf die an den Fahrstuhl angeschlossenen Hunderter? Det sollen se sich sauer fochen. Gleich dragt ihr die Hausangestellten und die Beiträge für die sozialen Bersicherungen, Mieter umgelegt. lumpigen paar Lappen zurück oder schmeißt se in den Müllkasten!" von Haus zu Haus feilbot, am Abend mit heiserer Kehle in qualmigen Tanzböden auftrat und zur Nachtzeit in den KleiDoch blieb er dabei, daß bei diesem Spiel nichts für ihn dern auf Stühlen schlafen mußte. Und das alles, weil ich zu verrichten gewesen sei, und gab sich mit diesem festen Be- nicht hinter dem Ladentisch stehen wollte." So förderte er, Elise stand mit dem schwarzgold umrandeten Tafelgeschirr fenntnis, das er mit betontem Ernst vortrug, eine gute Ge- während die Mahlzeit zu Ende ging, alles aus sich heraus am Anrichtetisch und servierte mit einer fast finsteren Miene. legenheit, mehr von seiner Kunst und seinen Wünschen zu und fah mit Stolz, wie es wirkte und Beifall hatte. Wenn Theo Behrens erging sich in geläufigen Höflichkeitsbezeugun- fagen, wobei er sich selbst zu zeichnen begann, bald allgemeines eine Pause eintrat, tönte das Nachtgeräusch von dem fliegen und unterdrückte seine Neigung, nur von sich zu reden, über das Leben fühn und wirblig einflocht und schließlich wie senden Bach und den rauschenden Bäumen durch die offenen zugunsten einer fast zaghaften und bescheidenen Haltung, die einer dastand, der alles an sich erfühlte und litt. Fenster. Sonst war es still um das Haus, still in dem Wohnihm nicht schlecht zu Gesicht stand. Da jedoch Gertrud immer Es ist nicht schwer, ein junges Menschenfind in hohe raum mit den schweren alten Stüden, und Gertrud schien noch von ihrem Aerger gedrückt war und wenig von dem auf Wellen zu bringen, das die Welt nur aus den glatten Lehr- es, wie wenn nicht nur sie, auch das ruhige, weiße Haus, der nahm, was der Bruder und der Schauspieler im wechselnden fäßen der Schulstuben fennt, darum noch fein eigenes Gesetz, Garten und die Gräfer draußen, die 28ohnstube mit ihren Gespräch hinwarfen, so gab es sich von selbst, daß dieser bald aber doch das Berlangen in sich hat, selber sehend zu werden. starren Bildern und den unverrückbaren Schränken auf die das Wort hatte und sich dessen zunächst ebenso vorsichtig und Als sich der Schauspieler über sein Leben ausließ, da war es feltsam verkündenden Worte des erzählenden Mannes hörten tastend bediente, wie des schwersilbernen Egbesteds, der Teller Gertrud, als habe sie bisher auf einer einsamen dunilen Insel und immer darauf gewartet hätten, daß er sich zeige. und Gläser, mit denen er nicht umging, ohne alle Bewegungen geträumt und als werde sie durch den Mann, dem die Worie Es gab aber fein langes Schweigen. Behrens gefiel sich der Geschwister zu bewachen. Trotzdem hatte es Gertrud, die fo leicht und sicher aus dem beweglichen Mund flossen, in das selbst und redete immerzu. Jekt reichte er Gertrud die große nach und nach mehr auf ihn hörte, nach furzer Zeit entdeckt, Licht eines hellen Landes gerückt, das ihr so gut gehörte wie Busennadel aus seinem lichtblauen Schlips, ein verschlungenes daß er nicht gewohnt war, in guter Gesellschaft zu sprechen ihm. Denn der Schauspieler, der allerdings nur von der Buchstabenpaar aus billigen Halbedelsteinen mit einer herzogund die Gabel zum Munde zu führen, und mußte beinahe Weisheit schenkte, die ihm andere borgten, und auch davon lichen Krone darüber, und setzte hinzu, wie dies das SchicksalsDarüber lächeln, wie sie ihn so verlegen und trampfhaft fah. nichts anderes, als was ihm tauglich und zweckmäßig fajien, stück feiner Künstlerlaufbahn sei, weil er es vor kaum einem Der Schauspieler aber fing einmal einen ihrer vergnügten um sich selbst zu erhöhen und auch zu entschuldigen, verkündete Jahre von der funstsinnigen Fürstin eines fleinen mittelBlicke auf, Gertrud sah es und half sich mit einer Ausflucht, ihr, wie man sich wehren und schlagen müffe, um das zu be- deutschen Residenzstädtchens bekommen habe, wo er in einem bie eine rasche Vertraulichteit herstellte: er habe wohl heute deuten, was man wirklich sei, und hatte einen beißenden Hohn Sommertheater gespielt hätte. Der Fürstin aber danke er es, schon auf der Bühne gestanden, da ihm über beiden Augen für die anderen, die in der niederen Grube hocken und alle wenn er endlich, allerdings nur zu Rollen, in denen man sich ein fohliger Strich geblieben sei, wie man ihn im Theater herunterholen, die nicht hinein wollen, weil es ihnen drinnen taum einen Lorbeerkranz holen könne, den Weg nach dem auf die Brauen male. Das machte den Schauspieler, der zu fumpfig ist". Dabei hob Theo Behrens seine Stimme, Softheater gefunden habe. von der vorlauten Beobachtung feineswegs betroffen war, für sprach wie auf der Bühne und brachte jedes Wort wie einen eine längere Erzählung frei. Hammerschlag heraus, so daß Elise am Anrichtetisch zusammenDanach war er mit vielen feinter Kollegen für den Nach- führ und einen Stoß von Tellern flirrend absetzen mußte. mittag in das fönigliche Luftschloß Siebenburg befohlen Behrens merkte es und drehte sich fächelnd nach ihr. Er worden, wo er in einem großen Tanz- und Schäferstück einen habe die Frau Oberhofmeisterin" wohl mit seinem lauten Nofofoherrn gespielt habe. Bon dem Stück selbst wußte er Sprechen getränkt. Die aber tat, als hörte sie nichts von nicht viel zu vermelden. Er hätte nur wenige Worte zu seiner Bemerkung, und nahm die Oberhofmeisterin", indem Sprechen gehabt und wäre faum fünf Minuten als Pächter sie das Gesicht nach der Wand drehte, ebenso stumm entgegen, Das sei die Herzogin, sagte er furz und wie in der Ergekleidet in einem Kreis tenzender Gärtnerinnen gewesen. wie die mihigen Titel Frau Direktorin"," Frou Beschließerin" wartung, daß ihn das Bild felber loben werde, und legte es Um das Weitere hätte er sich, da er die Pflicht zu solchen und andere Spaßhaftigkeiten, mit denen er ihr, wenn sie ihm in die vor Neugier zuckenden Finger des Mädchens. Gertrud Statistenrollen nicht schäze, faum befümmert und wäre auch auftat, zu begegnen pflegte. aber versenkte sich in das nichtssagende Porzellangesicht eines recht froh gewesen, rechtzeitig in die Stadt zurückzukommen. Er war jetzt im Zuge und freute sich über seine eigenen jungen Weibes mit hochaufgeschlagenen Augen, einem ge Als er von Gertrud, die bei diesem Bericht über alle Einfälle. Gertruds Frage, ob er denn Grund habe, den fürmten Haarpuh und einem theaterhaft verzierten Umhang, Maßen aufmerksam gemorden war, freudig unterbrochen Menschen gram zu sein, gab ihm den Anlaß, aus seiner der launisch um die reichlich freie Brust geschlagen war. Eine murde und auch die Gründe dafür vernahm, madte er fidh Rampfvergangenheit und den Hungerjahren zu reden, und Köchinnenhand hatte in die linke Cde des Bildes mit großen freilich daran, nod) allerlei Ginzelheiten hervorzuholen und die Geschwister fonnten jest miterleben. mie er in oftdeutschen Buchstaben den Namen„ Johanna Margaritha" geschrieben fonnte piöglich eine Fülle von bunten Bildern und Episoden Landen mit einer wondernden Truppe schauspielender und darunter eine ecig und unschön geratene Schlangenlini dazugeben, bei denen Gertrud mit einemmal aufglänzte, wie Halunken" von Ort zu Ort hegte, am Tage die Eintrittskarten gemalt. ( Fortjeßung folgt.) Auf das hin besah sich Gertrud die Busennadel mit verdoppelter Gründlichkeit, fand sie selbst schön, so schwer es.ihr auch fiel, und brachte schließlich zögernd die Frage heraus, ob die Fürstin noch eine junge Frau sei, worauf der Schauspieler, der alle Requisiten jener Zeit mit sich zu führen schien, in einem wortlosen Triumph eine Photographie zeigte, die er aus seiner Brusttasche gezogen hatte. = Die Kinder tragen natürlich nichts zurück. Sie schämen sich, es zu Unter den noch fehlenden Teppichen befindet sich ein Buchara und ein fun. Am anderen Tage aber wind brühwarm in der Schule er- seidener Gebetteppich von sehr hohem Wert. Von dem Bestohlenen zählt, daßsage und schreibe- siebzig Millionen zusammenfamen ist auf die Wiederteschaffung des noch fehlenden Gutes eine Beloh. nung von 20 Milliarden ausgesetzt. Nachrichten nimmt und die A. und die B. zusammen noch nicht eine halbe Million Kriminalkommissar Tegtmeyer im Berliner Polizeipräsidium, übrig hatten, die Sch. und die W. sogar nichts gaben. Ja, ist denn Anruf 521, entgegen. da nicht so mancher, der nicht in der Lage ist, mit den Millionen= Bon Räubern wurde gestern abend das Schuhmacherehepaar scheinen herumzuwerfen, und der es nicht wagt, einen fleinen Merkel in der Raumerstraße 15 überfallen. Während die Ehe Schein zu spenden, der in den Müllfasten fliegen foll? Muß leute schliefen, verschafften sich Verbrecher gewaltfam Cinlaß denn der Geifer auch bei solcher Gelegenheit bis zum Dach hinauf in die Wohnung. Als das Ehepaar erwachte, fahen fie fich Bisto. sprigen? Sollte nicht die kleinste Spende, die von Herzen kommt, lenläufen gegenüber, die die Räuber auf sie richteten. Auf dankbar angenommen werden, oder ist das Hof- Feft nur ein neuer deren Aufforderung mußten sie sich sofort die Bettdecken über den Kopf ziehen. Wettlauf, sich mit dem größten Geldbeutel zu blähen? Unkraut Unterdessen stahlen die Räuber aus dem mächst da hoch auf in Kinderfeelen, nicht die Blume der Bescheiden- nebenan liegenden Laden drei Uhren und eine silberne Damenuhr. heit und des rechten Sinnes für Wohltaten. Geht aber wirklich alles in Ordnung, so latet euch ein paar Notleidende ein. Ihr findet sie, ohne lange zu suchen. Bebenkt sie ganz heimlich, still und leise, anstatt die gesammelten Millionen in buntem Krimsframs onzulegen, und die Freude am Kinderfest, das an anderen Orten riel freier begangen werden fann, wird ungleich größer sein. Der Mordprozeß v. Kähne. Heute Beginn der Verhandlung. Vor dem Potsdamer Schwurgericht wird sich heute der viel genannte Schloßherr von Pezow, Hauptmann a. D. Karl von Rähne( Bater) unter der Anklage der vorfählichen Tötung, begangen an dem Obstpächterssohn Laase aus Geltow, zu berantworten haben. Der Antlage liegt der befannte Leichenfundim Balbe bei Behow am Schwielowsee zugrunde. Mit der Beute entkamen die Verbrecher unerkannt. Explosion auf dem Potsdamer Ringbahnhof. Entzündung von Analgas. Wie bereits in einem Teil unserer gestrigen Abenbausgabe mitgeteilt, ereignete sich gestern mittag auf dem Potsdamer Ringbahnhof eine folgenschwere Explosion. den rhythmischen Zeichnungen. Die zahlreichen Befucher hatten von dem, was hier die Jugend unter kameradschaftlicher Anleitung ihrer Lehrer bot, vornehmlich aber von den zeichnerischen Leistungen, die der Obhut des Lehrers Muthte unterstehen, den Eindruck von etwas wirklich Neuem. Eine Berlosung von Schülerarbeiten fand lebhaften Anflang. Eine Anregung, im kleinen Kreise aus Eltern, Lehrern und Jugendfreunden wöchentliche Disfuffionsabende über Schul- und Erziehungsfragen einzurichten, schien auf fruchtbaren Boden zu fallen. Die neuen Kohlenpreise. Nach dem amtlichen Dollarkurs vom 1. d. m. stellen sich nach Mitteilung des Kohlenamtes die Brikettund Kohlenpreise ab 2. b. M. wie folgt: Küchen- und Ofen brand- Briketts ab Lager 110 700 000., frei Reffer 115 700 000 Mart; Gastots ab Lager 285 770 000 m., frei Keller 291 520 000 Mark. Bei fuhrenmeiser Lieferung Brifetts frei Keller 114 950 000 Mart, Gastots frei Keller 290 770 000 0. Ein Pfund Zuder über 18, Millionen Mart. Der Zuderpreis auf Basis Mehlis- Magdeburg ist vom Reichsernährungsministerium auf 1700 000 000 W. pro Doppelgentner festgesetzt. Der Großhandelspreis für Berlin und Brandenburg ist be rechnet auf 2985 000 000 M. pro Doppelzetner. Dieser Im Gebäude des Potsdamer Ringbahnhofs liegen an der Preis hat die Genehmigung des Oberpräsidenten gefunden. Der Durchgangsseite nach dein Wannseebahnhof die Diensträume des Kleinhandelspreis beträgt demnach je Pfund 18660000 Eisenbahnbetriebsamtes Nr. 7. Gestern nachmittag Mart bis einschließlich Mittwoch. gegen 12% Uhr erfolgte in den unter dem Betriebsamt liegenden Kellerräumen eine heftige Explosion, wodurch ände und die Deden eingeriffen wurden. Die in den Diensträumen des Betriebsamtes Nr. 7 arbeitenden Beamten wurden mit der zusammenbrechenden Decke in die Tiefe gerissen. Die sofort herbeigerufene Feuerwehr machte sich schleunigst an die AufräuDonnerstag, den 4. Oktober, abends 7 Uhr Kreis- Mitgliederversammlungen Tagesordnung: " Der Kampf um die Republik." Referenten find Mitglieder des Reichstages. Die " Die opferfreudigen Laubenkolonisten. Der Pflanzerberein Hand in Hand" hatte am Sonntag, den 30. September, acht der bedürftigsten Einwohner des Bezirks Treptow zu einer Be schenkung nach der 6. Gemeindeschule, Wildenbruchstr. 53, eingeladen. Jeder arme erhielt eine Anzahl von Lebensmitteln, darunter Brot, Gemüse, mehrere Pfund Kartoffeln sowie 32 Millionen Mart bares Geld, welches zum Teil von den bei der Veranstaltung anwesenden Gästen durch Sammlung aufgebracht wurde. Außerdem wurden die alten Leute ausreichend mit Kaffee und Kuchen betvirtet. Der Pflanzerverein Transvaal I Berlin Bantow, Esplanade, hat in diesem Jahre 22 bedürftige Einwohner mit jeinen Erzeugnissen reichlich beschenkt. Daneben erhielten sie noch etliche Millionen". Beglückt gingen sie neben den kleinen Fuhren, die ihre Naturalien nach Hause brachten, einher und freuten sich, daß auch ihrer einmal gedacht wurde. PP Dant der Wiener an die Berliner. Die im Frühjahr dieses Jahres gegründete Vereinigung Desterreichische Freundeshilfe für mungsarbeiten. Die Ursache der Explosion soll in Ent- Deutschland fordert in einem Aufruf zur Sammlung von Geldzündung eines nallgasgemisches zu suchen sein, das sich mitteln auf, um im Schloß in Berlin eine Gemeinschaftstüche in auf bisher noch nicht aufgeklärte Weise in den Kellerräumen gebildet Betrieb zu setzen. Wiener," so heißt es in dem Aufruf.„ Ihr, batie. Ein Beamter, der die Ursache des starten Gasgeruches feft werdet mit Rührung daran denten, wie im Hunger die Explosion erfolgte. Es handelt sich, wie weiter mitgteilt wird, l'argen Vorräte mit Wien brüderlich geteilt haben. stellen wollte, hantierte dabei unvorsichtig mit einer Kerze, worauf winter 1919/20 die deutschen Städte ihre eigenen um den Bahnangestellten Battermann, der durch die zusammen- Jest wäre es möglich, einen fleinen Teil der Danke schuld an stürzenden Trümmer einen Beinbruch und mehrere Berlegungen Deutschland abzutragen." verunglückt sind, hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Die am Kopf erlitten hat. Die Bermutung, daß noch mehrere Bersonen Aufräumungsarbeiten übernahmen Beamte der Reichsbahndirektion Berlin. Von der Gewalt der Explosion zeugen die Berwüstungen im Keller und im Erdgeschoß des Bahnhofes. Man muß von Glüd sagen, daß das Unglüd teine weiteren Opfer gefordert hat, da an der Explosionsstelle, dem Durchgang vom Botsdamer Blah nach dem Wannseebahnhof, stets ein fehr reger Berkehr herrscht. Die Wohnungsmangel- Bestimmungen. 2m 30. Juli 1921 wurde im sogenannten„ Sternwalde", der zum Schloß Begom gehört, der seit dem 2. Mai desselben Jahres vermißte Tischlerlehrling Laase aus Geltom in fast pöllig verwestem 3ustande aufgefunden. Unter der Leiche, Die nur noch aus einem in Kleiderfezen gehüllten Skelett bestand, Tag der Revolver des Toten mit vier abgeschossenen Batronen und cinem Bersager. Die Art des Befundes ließ darauf schließen, daß Der 16jährige Laafe nicht an dieser Stelle den Tod gefunden hatte, sondern daß die Leiche erst nachträglich in das Dickicht, in dem fie aufgefunden wurde, geschleift worden war. Die eigentliche Todesurface fonnte wegen der vorgeschrittenen Berwesung nicht mehr festgestellt werden. Der Beiche fehlten einige Border= zähne und der eine Stiefel wies eine Schußöffnung auf. Der Leichenfund führte damals zu einer Boruntersuchung gegen Herrn v. Kähne, doch wurde das Verfahren bald wieder eingestellt, da sich ein greifbarer Verdacht gegen den Schloßherrn nicht ergab. Erst im vorigen Jahre kam die Angelegenheit anläßlich des betannten Zusammenstoßes zwischen Rähne und dem Arbeiter Mietert aus Glindow erneut in Fluß. Die Staatsanwaltschaft in Potsdam fekte eine Belohnung von 10 000 M. für die Auffiärung des Leichenfundes aus und es meldeten sich daraufhin zwei Beugen, die Das neue Fernfprechbuch 1924. Die Postverwaltung beabsich Rähne schwer belasteten. Der eine, ein Arbeiter Rehfeld, betigt, im Januar 1924 ein neues Fernsprechbuch für tundete, daß er am 2. Mai 1921 den jungen Laase am SternwaldBerlin und Umgegend herauszugeben. Mit den Vorarbeiten ufer beim Sammeln von Licheneiern gesehen, ihn aber später aus zu dieser Neuauflage ist bereits begonnen worden, und es ist zu er ben Augen verloren habe. Nach einiger Zeit fei dann ein Schuß warten, daß auch die Set- und Drudarbeiten zum neuen Fernſprech. gefallen und einige Minuten später fei Herr v. Kähne aus dem buch rechtzeitig zum Abschluß kommen. Anträge von Teilnehmern Walde heraus auf ihn, den Zeugen, zugetreten und hätte ihn gefragt, auf Menderung oder Streichung der Eintragungen können jedoch nur ob er den Schuß gehört habe. Der andere Zeuge, ein gewisser Bellin, hat demgegenüber ausgefagt. daß er in der Nähe der dann Berücksichtigung finden, wenn sie spätestens bis 10. Dtfraglichen Stelle am Morgen des 2. Mai einen jungen Menschen tober bei dem zuständigen Fernsprechamt vorliegen. Etwaige beim Suchen von Mordhein gesehen hätte. Gleich darauf sei der Wünsche wollen daher bis zu dem genannten Zeitpunkt an diejenige Schloßherr von Bezom auf seinem Fuchs angeritten gekommen, hätte den Bilzfucher barsch zur Rede gestellt und, als dieser die 1923 ein neues Wohnungsmangelgefeh an die Stelle des alten Von der Deffentlichkeit bisher nicht beachtet, ist am 1. September Bermittlungsanstalt gerichtet werden, an die der Teilnehmer angeschlossen ist. Flucht ergriff, 3 weimal hinter ihm hergeschoffen, wo getreten. Die wichtigsten Henderungen sind die folgenden: Wird bei Charlottenburger höhere Waldschule. Auf Wunsch zahlreicher bei der Zeuge bemerkt haben will, wie der anscheinend Getroffene beabsichtigtem Bohnungstausch die Genehmigung des Woh- Eltern hat sich der Schulausschuß entschloffen, die im Grunewald, im Laufen zusammenzucie. Auf Grund der Aussagen diefer beiden nungsamtes versagt, so kann nunmehr, ebenso wie bisher bei Be- zwischen den Bahnhöfen Eichkamp und Heerstraße gelegene Charlot Zeugen wurde Kähne, der die Tat entschieden bestritt, im vorigen schlagnahme von Wohnungen, die Entscheidung des Miettenburger höhere Waldschule, versuchsweise auch im kommenden Sahne unter dem. Berdacht der Täterschaft in Haft genommen und einigungsamtes beantragt werden. Das Wohnungsamt muß Winterhalbjahr mit den drei Osterblassen Serta, Quinta, Quarta forterft, nach einiger Zeit wieder auf freien Fuß gefeht. Gegen den seine Ablehnung innerhalb 14 Tagen aussprechen, sonst gilt die Ge- zuführen. Aufgenommen werden Schüler und Schülerinnen höherer Beschluß der Botsdamer Straflammer, das Verfahren gegen ihn nehmigung als erteilt. Die Zustimmung der beiderseitigen Vermieter Schulen. Die Kinder bleiben bis zum Eintritt der Dunkelheit dort einzustellen, weil die vorliegenden Beweise zur Eröffnung des Haupt- ist nach wie vor einzuholen. Einen 3wang auf die Vermieter kann und werden verpflegt. Die Kosten werden wöchentlich auf die Eltern perfahrens nicht ausreichten, hatte die Staatsanwaltschaft Be- auch das Mieteinigungsamt nicht ausüben. Es fann allenfalls verschwerde beim Kammergericht eingelegt, das daraufhin das Verfahren gegen den Schloßherrn v. Behom eröffnete. mitteln. Neubauten sowie Ilm- und Einbauten, die In der heute beginnenden Verhandlung, für die drei Tage in nach dem 1. Juli 1918 bezugsfertig geworden find oder bezugsfertig Aussicht genommen sind, führt Landgerichtsdirektor We ftertamp fönnen auch durch das Wohnungsamt nicht beschlagnahmt werden. werden, unterliegen bei Freimerden nicht mehr der Anzeigepflicht, den Vorsiz, die Anklage wird vom Ersten Staatsanwalt Gerlach Der Kreis der vordringlich zu berücksichtigenden Wohnungs. Teilzahlungen von 60 Millionen Mark find gestattet. Die einkommenden vertreten. Herr v. Kähne wird vom Justizrat R. Josephsohn lofen ist auf Familien mit drei oder mehr in der Hausgemeinschaft Botsdam verteidigt. Es find insgesamt 21 Ent- und Belastungszeugen fomie zwei medizinische und ein Waffenfachlebenden Kindern ausgedehnt worden. Zur Vermeidung nerständiger geladen worden. Voraussichtlich wird im Bezower der Wohnungsbeschlagnahme ist es zulässig, Teilräume 3 alde ein 2ofaltermin abgehalten werden. einer Wohnung dem Wohnungsamt freiwillig zur Verfügung zu stellen. Es genügt der Abschluß eines Mietvertrages mit einem Bohnungfuchenden, der in der Dringlichkeitsliste der Gemeindebehörde steht und vor dem 1. Juli 1914 in Deutschland seinen Wohnfiz hatte. Der Vertrag muß jedoch vor Zustellung der Beschlagnahmeunterliegen der Beschlagnahme nur noch dann, wenn sie länger als verfügung geschlossen sein. Werk und Dienstwohnungen vier Wochen nicht benutzt sind und feine sichere Aussicht auf die Benutzung innerhalb der nächsten vier Wochen besteht. Alle Verfügungen auf Grund des neuen Gesetzes müssen mit schriftlicher, tatfächlicher und rechtlicher Begründung versehen fein. Mordversuch und Selbstmord. = Der 27 Jahre alte Maler Serge, Schyte, der aus der Utraine stammt und hier in der Hohenfriedbergstr. 26 bei Schilling wohnte, hatte gestern vormittag mit seiner Braut Agnes Schilling einen Streit. In dessen Verlauf zog er eine Pistole und scho B auffie. Die Kugel durchschlug deren linken Oberarm. Er richtete nunmehr die Waffe auf sich selbst und jagte sich eine Stugel in die Brust. Tödlich getroffen wurde er in das BittoriaKrankenhaus gebracht. Aus bei ihm vorgefundenen Papieren ging hervor, daß er sich von vornherein mit der Abficht getragen hat, seiner Braut einen Dentzettel zu geben. Der Kupferschah im Walde. Man heizt mit Stenerformularen. der Teilnehmer verteilt. Das übliche Schulgeld ist weiter zu zahlen. Anmeldungen nimmt Geh. Studienrat Direktor Dr. Zernecke, Charfottenburg, Knesebecstraße 24, entgegen. Die Volkskunstveranstaltungen im Bezirk Lichtenberg beginnen demnächst. Abonnementspreis für acht Veranstaltungen 120 Millionen Mart. Gelder werden wertbeständig angelegt, so daß nachzahlungen big weit sichtlich nicht erforderlich find. Deshalb bleibt der Abonnementspreis vont 120 Millionen Mark zunächst nur bis Mittwoch, den 3. Oktober, bestehen und Anmeldungen in der Geschäftsstelle des Boltsbildungsamtes Lichten und wird stets dem jeweiligen Stand der Goldmart angepakt. Zahlungen berg, Möllendorffftr. 5, von vormittags 8 Uhr bis nachmittags 3½, Uhr. tember beging unser alter Parteiveteran Genoffe Rühl, Schöneiche, Ein Fünfundfiebenzigjähriger. In den letten Tagen des Sepseinen fünfundfiebenzigsten Geburtstag. Tros feines hohen Alters leitete heute ift. er noch als Gemeindevertreter tätig. Die Funktionäre des Kreises Genosse Nühl bis vor furzem noch den Agitationsbezirt Ertner und auch Niederbarnim wünschen dem alten Rühl eine noch recht lange Zeit förperlicher und geistiger Frische. * Preise und Löhne". In der Sonntagstabelle ist uns bei den Malerlohnen ein Irrtum unterlaufen. Der Wochenlohn beträgt nicht wie angegeben 1 Milliarde 800 Millionen, sondern 1 Milliarde 380 Millionen Mart. Schiffsunfälle im Nebel. Der Der Jeder Staatsbürger fennt die be- rühmten gelben Formulare, auf denen er pflichtgemäß sein steuerbares Einkommen anzugeben hat. Diese Formulare lagern zu hunderttausenden auf den FinanzWährend des in der Nacht zum Sonntag herrschenden dichten ämtern, die davon den ausgiebigften Gebrauch machen. Wenn sie Nebels ereigneten sich zahlreiche Schiffsunfälle, wobei ihren 3med erfüllt und dem Steuerpflichtigen genügend Sorgen hauptsächlich franzöfifche Fahrzeuge zu Schaden kamen. In Werneuchen waren fortgesetzt Telegraphendrähte aufgebürdet haben, wird der nicht verbrauchte Rest dem Landes deutsche Dampfer Gurfield strandete bei Cornwall, gestohlen worden, so daß dadurch der Telegraphenver- finanzamt zum Einstampfen übergeben, um dann wie der Phönig fam zwar mit eigenen Mitteln wieder frei, geriet aber auf eine fehr erheblich gestört wurde, bis es schließlich gelang, den aus der Asche in Gestalt neuen Papieres wieder zum Vorschein zu Klippe und wurde schließlich nach Falmouth eingeschleppt. schon zweimal wegen ähnlicher Diebstähle vorbestraften Arbeiter fommen. Go war bei dem Finanzamt in der Krüger abzufaffen. Dem Gericht erzählte der Angeflagte folgen Raferne in der Friedrichstraße eine große Menge Einkommensteuer- zusammen und fant. Man glaubt, daß drei Mann ertrunten früheren britische Dampfer Florence stieß mit einem andern Schiff bes Märchen: Er sei im Eisenbahnzug gefahren und habe von Han- und Notopfersteuerformulare übrig geblieben. Der zuständige Re- find. delsfrauen gehört, daß zwei Leute Kupferbaht gestohlen giftrator vermißte eines Tages verschiedene Batete und fonnte fich Dampfer Scythia und der White Star Dampfer An der Südlüste von Frland stießen der Cunard und im Walde vergraben hätten. Da er den Wald genau nicht erklären, wo die Formulare geblieben seien, bis der Pförtner Cedric zusammen. Die Scythia, die nach New York unters fannte, sei er bei der nächsten Haltestelle ausgestiegen und habe eine den Verdacht auf einen Steuerinspektor lenkte, der sehr häufig beim wegs war, fehrte nach Liverpool zurück, um die erlittenen Schäden ganze Nacht hindurch gegraben, aber vergeblich. In der nächsten Weggang Batete mitgenommen hatte. Der Beamte wurde verNacht habe er den Schah gefunden und die Stelle dadurch ge- nommen und gab auch zu, eine Anzahl Formulare mit zu prüfen. fennzeichnet, daß er einen Tannenbaum in halber Höhe abhackte. In nach Hause genommen zu haben, die er, als es sehr falt der britten Nacht habe er die vielen Zentner Kupferdraht ausgega. wurde, zu Heizzweden verwendet habe. Im übrigen ergab ein Fabrikantensohn einen Selbstmordversuch. Die Muffer und sich felbst getötet. Jn Fürth unternahm ben und an einer anderen Stelle wieder vergraben, damit die Diebe die umfangreiche Beweisaufnahme und die Vernehmung vieler BeAls ihn ihn nicht finden könnten. Dann habe er sich an einen Mann gewen- amten nichts Belastendes. Gegenüber dem auf drei Monate Ge- eine Mutter daran hindern wollte, gab er auf sie zwei Schilife det, der ihm als gewerbsmäßiger Hehler bekannt war. Mit dieſem fängnis lautenden Strafantrage trat Rechtsanwalt Bahn auf Frei- ab, an denen die Frau nach langen Qualen starb. Er selbst stürzte fei er in den Wald gegangen, um ihm die Sore" anzubieten, hate sprechung des Angeklagten ein. Dieser hätte sich nichts dabei ge- fich aus dem zweiten Stod wert in die Tiefe und war ihm aber gleich gefagt, daß es sich um heiße" Ware handele. Der dacht, einige Formulare zu verbrennen, weil auch im Bureau bei fofort tot. letztere Punkt entsprach den Tatsachen. Der Hehler hatte es aber für großer Kälte mit Steuerformularen geheizt worden lohnender gehalten, die Belohnung einzuheimsen. Als fei eine Verwendung der gelben Bogen, die wohl manchem er mit dem Angeklagten in den Wald hinausfuhr, stellte er diesem Steuerzahler nicht unsympathisch sein dürfte. Das Gericht schloß cinen Kriminalbeamten als angeblichen Käufer vor. Der Beamte fich diesen Ausführungen an und kam zu einer Freisprechung. perhaftete den Angeklagten dann im Walde. Das Gericht hielt die ganze Darstellung des Angeklagten für durch und durch unwahr und verurteilte ihn, davon ausgehend, daß er den Diebstahl nicht allein begangen haben könne, wegen Bandendiebstahls zu drei Jahren Gefängnis. " " Einbrecher an der Arbeit. Vorbildliche Elternabende. Unwetterfatastrophe in Nebraska. Wie aus Dhama gemeldet wird, ging am 30. September ein Wirbelst nrm, verbunden mit einem Wolfenbrum, über 8e va und Nebraska nieder, der ungeheueren, in die Millionen Dollars gehenden Sach. schaden anrichtete. 20 Personen wurden getötet. hat in der Nacht vom 26. zum 27. September eine ununter. an Stalien ausgelieferte 3eppelin Luftschiff Bodensee, Das ifallenliche Lenkluftschiff„ Esperia", das im Sommer 1921 brochene 13stündige Nachtfahrt zurückgelegt, während der die Esperia von dem nahe Rom gelegenen Luftschiffhafen Ciampino aus über Neapel nach Palermo, Messina und zurück nach Ciampino geflogen ist. schließlich über dem Meer gefahrene Strede mißt 1250 Silo. Die fast ausmeter. Damit hat die Esperia die beste Leistung vollbracht, die die italienische Luftschiffahrt bis jetzt zu verzeichnen hat. kürzlich Elternabende, die mit einer 3 eichenausstellung verD'e 220. Gemeindeschule in der Naglerstr. 3 veranstaltete bunden waren und als vorbildlich auf pädagogischem und fünftlerischem Gebiet bezeichnet werden können. Bei den künstlerischen Darbietungen der Jugend, musikalischen und deklamator fchen Bor Am Sonntag haben Einbrecher wieder an vielen Stellen reiche trägen, hatte man nicht den Eindruck des Eingelernten, sondern Beute gemacht. Außer Geschäfte fuchten sie auch mehrere unbeauf- des selbstschöpferisch Gestalteten. Am stärksten trat das Neue in Er sichtigte Wohnungen heim, so auch die Billa Rathenau in der scheinung bei Besichtigung der Zeichenausstellung. Aus der immer Fasanenstraße 85 zu Charlottenburg. Außer tostbaren Tep- wiederholten, nerventötenden Wiedergabe des Schmetterlings von pichen stahlen sie ein wertvolles Gemälde von Dan einst, der, tot in seiner ganzen Wesenheit, wie aufgepieft ftumpfGeiden, eine holländische Flußlandschaft mit Bäumen darstellend. finnig in einer Ede des Papierblattes hodt, ward hier, raumfilllend, Ein Teil der Teppiche fand man noch in der Nähe versteckt. Es ist ein harmonischer lebensvoller Anblick, eine Schar herumflatternder daraus zu schließen, daß sie bei ihrer Arbeit gestört worden sind. Schmetterlinge. Ganz deutlich wird das Ergebnis besonders in etwas Regen, später aufllarend und fühler bei mäßigen westlichen Winden. Wetter bis Mittwoch mittag. Zunächst überwiegend bemöllt mit GU Arbeiter- Sport& Rückgang des Turnbetriebes. Der Handballwerbetag. Die Resultate des Bormittags find: Ciche- Tegel- Fichte 25( Jugend) Wirtschaft Bleiben die Deutschen Werke reichseigen? Die Deutschen Werte A.-G. sind neben den Eisenbahnen das größte in den Händen der Allgemeinheit befindliche Schon vor dem Kriege schwenkte die Jugend zu einem Teile in Der Handballwerbetag am legten Sonntag zeigte, daß das Unternehmen. Sie arbeiten als eine Attiengesellschaft, deren Anteile das sportliche Lager ab. In der Nachkriegszeit hat diese Entwicklung Handballspiel wohl geeignet ist, den Körper durchzubilden; denn bisher ausschließlich dem Reich gehörten und in der jeber private rapide Fortschritte gemacht, da die psychologische Einstellung des Schnelligkeit, sicheres Fangen, Werfen und Ausdauer sind Eigen Einfluß ausgeschaltet war. Die gewaltigen Produktionsstätten, die Volksganzen mehr und mehr auf die Erreichung schneller indi- schaften, die man von einem Handballspieler verlangt. Die einzelnen Einfluß ausgeschaltet war. vidueller Erfolge gerichtet ist. Die Leichtathletik ist scheinbar Mannschaften zeigten zum Teil gutes Können. Doch störten Härten sie von der früheren Heeresverwaltung übernahmen und für eine leicht zu erlernen und führt schnell zum Erfolg. Der Wettlauf ist in der Spielregel häufig den Spielverlauf. Berücksichtigt man aber, großzügige Produktion von Qualitätswaren für Friedenszwecke ver beispielsweise eine ganz natürliche Uebung, die wie das Springen daß der Handballsport bei den Arbeitersportlern noch in den Kinder- schiedenster Art nußbar gemacht wurden, sicherben ihnen eine über. schon von Kindern geübt wird. Erst wenn man 100 meter in schuhen steckt, so tann man mit dem Verlauf des Tages zufrieden ragende Existenzberechtigung. Dazu tamen noch gewisse Vorräte an 12 Gefunden und darunter laufen will, muß man ein planmäßiges fein. Allerdings hätte die Veranstaltung einen besseren Besuch Rohstoffen, die insbesondere noch aus den Zeiten stammten, wo man Training hinter sich haben. Beim Turnen ist dagegen schon ein verdient. für Kriegszwecke gewaltige Mengen von Rohprodukten ansammelte einfacher Klimmzug am Reck oder das Stüzeln am Barren recht schwierig zu erlernen. Dazu kommt, daß der sportliche Betrieb fast Im Anschluß hiezan spielten die Frauen von Fichte 2 Fichte 19. abt. 2: 0. und die jetzt zur Herstellung von Landmaschinen, Präzisionsinstru Die Tore wurden vor der Halbzeit erzielt. Nachmittags: FTGB.- Wedding- menten und einer großen Zahl anderer Waren zur Verfügung stehen. durchweg im Freien betrieben wird, während das Turnen durch die FTGB.- Süden( Igd.) 5: 1. Salbzeit 0: 0. FTGB.- Wedding- AGC.( Frauen) Mit Erbitterung wurden seinerzeit die Versuche der Entente abgeNotwendigkeit der Benuhung von Geräten auf Turnhallen an- 2: 0. Nach dem Anwurf Weddings entwickelte sich ein flottes Spiel. Da die gewiesen ist. In unseren Arbeiterturnvereinen ist daher eine starke AGC.er nicht genügend Play hielten, hatte Wedding oft Gelegenheit, aufs Tor wehrt, diese Werte ihrer Produktionsfähigkeit zu berauben. zu werfen; aber die gute Zorsteherin hielt alle Schüsse mit großer Sicherheit. Jetzt hört man, daß Aktien der Deutschen Werte A.-G. demSchwenkung in das sportliche Lager eingetreten, wozu auch die Nach der Halbzeit mußte sie den Ball aber zweimal passieren laffen. Beim hohen Turnhallenmieten beitragen, während der Sport auf den ASC. fonnte nur die Berteidigung gefallen. Während bei W. der Sturm auf nächst an der Berliner Börse gehandelt werden sollen. Sportplätzen, Straßen, im Wald usw. eine billige Uebungsmöglich- der Höhe war. Es wurden gutes Zusammenspiel und scharfe Torwürfe ge- Ein Finanzkonsortium hat die Zulassung von 300 ml tonen. feit hat. Auch das Bublifum bringt dem Sprot mehr Interesse ent- och muß noch placerter deschoffen werden. AGC. Fin Mart- Aktien der Deutschen Werke zum Börsenhandel an der ( Männer) 3: 2. Bei verteiltem erzielt erste Tor. Doch gleicht gegen als dem Turnen, denn das Sportfest zeigt Kampf und auf- GC. bis zum Wechsel aus. Nach der Halbzeit wird das Spiel noch schneller. Berliner Börse beantragt. Ueber die Gründe, welche zu dieser regende Momente, das Turnfest bringt eigentlich Genuß nur dem in placierter Wurf bringt B. die Führung. Durch einen Elfmeter zieht ASC. Beteiligung des Privatfapitals an den bisher ausschließlich reichsgleich und wird überlegen. Da der Torwart von W. gut hielt, glaubte man Aesthetiker, der an der schönen Form und Harmonie des Ganzen schon an ein Unentschieden. Kurz vor dem Schlußpfiff fiet das entscheidende eigenen Werken führen, ist nichts Näheres bekannt. Wundern muß seine Freude hat. Jahn sagte schon: Der Turnplay ist teine Bühne, Tor. Der ASC. war an Schnelligkeit überlegen und hatte einen guten Torund kein Zuschauer hat das Recht, auf ihm ein Schauspiel zu vergaß häufig das Schießen. Die Läufer hatten bei den flinien AGC.- Stürmern nehmen des Reiches von einem ausschließlich reichseigenen zu einem wart. 2. hingegen war zeitweise in der Verteidigung unsicher. Der Styrm man sich darüber, wie in aller Stille hier dieses Großuntereinen schweren Stand. Fichte 25- Ciche- Tegel( Männer) 4: 1. Gleich nach Gegen den„ Nur- Sport" macht sich aber eine starte Reaktion Beginn erhält F. einen Elfmeter, der verwandelt wird. Bis zur Salbzeit gemischtwirtschaftlichen Betrieb gewandelt werden soll. bemerkbar. Der Arbeiter- Turn- und Sport- Bund will das Turnen lautet das Resultat 2: 0. Segel erzielt dann auch ein Tor. Aber es gelingt Es ist nicht befannt, ob genügend Sicherungen getroffen sind, um ( unter Verbindung mit dem Sport) wieder auf die Höhe bringen. und gewann verdient. Tegel war vor dem Tor zu unentschlossen. Es wäre auch bei der Beteiligung des Privattapitals der Deutschen Werte die Gleich beim Sport werden auch beim Turnen Meisterschaften der Berteidigung zu raten, weniger förperlich zu spielen. Der Torwart war Unabhängigkeit von Privatintereffen zu erhalten. Man muß daausgetragen und Kurse für Turnlehrer abgehalten. Das reichlich unsicher. hat seine guten Gründe! Der intensive Sport ist eigentlich nur tag, ben 21. Oktober, für Frauen, Jugend und Männer Gegner im Sandball- einem nicht unerheblichen Teil dem Privattapital überantDer Bezirk Wedding der Freien Turnerschaft Groß- Berlin fucht für Sonn- gegen Einspruch erheben, daß hier Vermögenswerte des Reiches zu für die Altersklassen von 17 bis 25 Jahren. Das Turnen ist dagegen spiel auf des Gegners Plaz. Angebote an Feiz Polte, R. 39, Beddingftr. 7. wortet werden sollen, ohne daß die Deffentlichkeit über diese Absicht eine Leibesübung für alle Altersklassen von der Kindheit bis ins auch nur einigermaßen ausreichend unterrichtet worben wäre. Greifenalter. Bei Kindern sind die inneren Organe, besonders Herz und Lunge, den Strapazen eines sportlichen Trainings noch führt leicht zur nicht gewachsen und eine Ueberanstrengung Schwächung und späteren Erkrankung dieser inneren Organe. Wie die Verhältnisse bei älteren Personen liegen, darüber entnehmen wir dem Vorturner" des Arbeiter- Turn- und Sport- Bundes: erwarten. 11 F. noch zwei Tore zu erzielen. Fichte 25 hatte immer etwas mehr vom Spiel Märkische Leichtathletikvereinigung. Fürstenwalde, Spandan, F. P. Charlottenburg, Unangebrachte Nachficht. Dollar mittelturs " 2 Der engere Sportausschuß befaßte fich in seiner legten Gigung am 24. Geptember 1923 mit Reorganisationsfragen. Außerdem wurden folgende Daten für das Jahr 1924 festgelegt: Am 6. April Frühjahrswaldlauf, 4. Mai AnDie Proteste der Interessenten gegen die hohen" Steuern turnen, 19. und 20. Juli Kreis- Turn- und Sportfest in Spandau, 14. Geptem haben nun doch gewisse Erfolge gezeitigt. Obwohl die Steuerzahler, ber Abturnen, 12. Oktober Herbstwaldlauf. Am 2. Dezember b. 3. findet bas die für die Rhein- Ruhr- Abgabe in Frage kommen, sich ganz überSallensportfest im Sportpalast statt. 8ur Reorganisation wurde die KlaffenMit zunehmendem Alter macht der Körper verschiedene Ver- einteilung der Vereine und Abteilungen in Klasse A, B, C und Turner vorwiegend aus denjenigen Kreisen zusammensetzen, die die Last der änderungen durch. In den Knochen, die in jungen Jahren zu gleichen genommen. But I affe A gehören: Athletit- Sport- Club, Köpenid, sichten: Geldentwertung in den Warenpreisen auf die Verbraucher abwälzen, Teilen aus Knochenleim und Kaltaisen bestehen, nehmen die mine- laffe B: Oberfpree, Fichte- Süd, Fichte- Ost, Steutöln- Briz, weißensee, ist der Multiplikator der Steuern wesentlich niedriger ge berg Friedrichsfelde, Moabit, Rathenow, Schöneberg, Fichte- Südost, Fichte- West; ralischen( Kalk-) Bestandteile zu, der Knochen wird brüchiger. Die Brandenburg, Wildau, Tegel, Fichte 22, Fichte 25; Iaffe: Adlershof, halten worden, als es die Geldentwertung erfordert. Von amtlicher Aderwände werden weniger dehnbar und enger, die Gelente steif, Rieberschöneweide, Sehlendorf, die Muskeln lassen in ihrer Leistungsfähigkeit und Ausdauer nach. Schenkendorf, Nowames, Fichte 3, Bankow, Klausdorf, Lichtenvade, Johannis Seite wird hierzu mitgeteilt: thal, Wilmersdorf, Wedding, Groß- Berlin- Often, Pät, Fichte 16 und Mellen. Das tommt von einer geringeren Bersorgung aller Körperteile mit Ferner wurden für das Winterhalbjahr Sportlehr stunden festgelegt. Es ist in der Deffentlichkeit bemängelt worden, daß der für Blut her. Der ältere Mensch wird behäbig". Die Tatkraft reicht Die erste Lehrstunde findet am 6. Stovember in der Turnhalle der Sport Ottober festgelegte multiplitator für die Steuervoraus bann meist nur noch für die Bedürfnisse des täglichen Lebens. abteilung Fichte- Ost, Elisabethstr. 57, um 7 Uhr, fiatt. Sämtliche Vereine und zahlung die seit August eingetretene Martentwertung wesentlich Abteilungen sollen nach Möglichkeit vertreten fein, auf je 25 Mitglieder entGegen diesen Uebelstand bidet das Turnen ein Gegenmittel. Schon fällt ein Delegierter. Die Lehrstunde umfaßt folgende Sportarten: Borbereitende übersteigt. Dieser Vorwurf wird den Tatsachen nicht gerecht. Hippokrates fagte: Wohlbeleibte Menschen sterben schneller als uebungen( Surtig), Maffage( Epstude), Hochsprung( Lippert), Laufen( Leutloff). Es betrug der Es wurde ferner eine Kommission aus sechs Sportgenossen gewählt, die sich Großhandels- Lebenshaltungsmagere. Ferner: Die Gefundheit erhält man am besten durch Mäßig mit der Klasseneinteilung befaffen soll. Diefer Kommission gehören an: Gen. inder inber feit in Speise und Trant und durch körperliche Uebungen! Starta( Fichte- Ost), Möllmer( ASC.), Teller und Boigtmann.( Fichte- Weſt), 86,2 Millionen 28,0 Millionen Das Turnen ist ein vorzügliches Mittel gegen alle Alters- Schuler und Schula( Moabit). Diese Kommission hat ihre erste Rusammenkunft am 26. Sept. 1923 126 millionen 15. Aug. 1923 2,7 663,880 436,935 erscheinungen, es verhindert das Verrosten der Gelenke, das Ver- m Freitag, den 5. Oftober, um 7 Uhr, bei Bila, Rostocker Cir. 27. Gämt liche Buschriften, die Märkische Leichtathletik- Bereinigung betreffend, find zu 11. Aug. 1923 8,9 483,461 149,531 knöchern und Starrwerden der Rippen, bringt dem Gehirn frisches, richten an Otto Schulz, Berlin NW. 40, Alt- Moabit 4-10, Ausstellungspart. fauerstoffreiches Blut und macht es munter und dentfreudig. Nächste Sigung des erweiterten Sportausschusses am 15. Oktober 1923 in der Vergleicht man die Zahlen vom 26. September mit denen vont Für die arbeitende Bevölkerung beiderlei Geschlechts und aller Fichte, Diele, Baumschulenes, um 7 the, dazu müſſent bet Bezirkssportwart des 15. August, dem ursprünglichen Tage der Fälligkeit der Ein3. Bezirks und der Bezirkssportmart des 4. Bezirks unbedingt erscheinen, da Altersklassen sind daher die Turnübungen ein Lebenseligier, das bei diefelben, Gen. Wehlmann und Bergan, noch nicht eine Gigung besucht haben. tommensteuervorauszahlungen, so ergibt sich beim Dollar das 47fache, beim regelmäßiger Anwendung einen großen Teil der Erkrankungen verbeim Großhandelsinder das 54fache, hindert und Freude sowie Latfraft im Rampf ums Dasein vermittelt. Kartellverband für Sport und Rörperpflege. Die Generalversamm- Lebenshaltungsinder das 64face, im Durchschnitt das In allen Arbeiterturnvereinen Groß- Berlins sind gesonderte Abteilung findet am Sonnabend, den 6. Oktober, 6 Uhr, im Gesangsaal, Wein. 55fache; hiernach würde sich allerdings der Multiplikator auf 55 X fungen für Knaben, Mädchen, männliche Jugendliche, Turnerinnen meisterstr. 16( nicht Gipsstraße), ftatt. Die Borfizenden der Bezirkskartelle 400, also auf nur 22 000 stellen. Es erscheint aber geboten, die haben auf alle Fälle anwesend zu fein. Die Delegierten der Bereine, Gruppen, und Männer( auch für Altersriegen über 40 Jahre) vorhanden, in Abteilungen usw. zur Versammlung müssen mit Ausweis versehen sein. Der Bahlen vom 11. Auguft, dem Tag der Festsetzung des Multiplidenen diese Medizin" gegen einen mäßigen Beitrag verabfolgt wird. eine, die ihren Beitrag noch nicht zahlten, haben kein Stimmrecht. Der Bei fators von 400 zum Vergleich mit den Zahlen am 26. September, Die Worte Jahns mögen auch den geistigen Arbeitern den Wert trag it fofort auf Bostscheckkonto Nr. 147 681 einzufenben. Dai, Juni, Juli dem Tage der Entschließung über den neuen Multiplikator und August je 20 m., file Geptember 100 M. pro Mitglied über 14 Jahre. des Turnens vor Augen führen:„ Die Turnkunst soll die verloren Geschäftsführender Ausschuß: Gigung am Donnerstag, den heranzuziehen. Hier ergibt sich beim Dollar das 32fache, beim Großgegangene Gleichmäßigkeit der menschlichen Bildung wiederherstellen, 4. Oktober, 7 Uhr, im Fichte- Sporthaus, Köpenider Str. 108. handelsinder das 75fache, beim Lebenshaltungsinder das 187fache, der bloß einseitigen Vergeistigung die wahre Leibhaftigkeit zuordnen, im Durchschnitt das 98fache; hiernach würden 39 200 für die Einder Ueberfeinerung in der wiedergewonnenen Männlichkeit das not turfus: Donnerstag, den 18. Oftober, und folgende vier Donnerstage in Moabit, tommensteuervorauszahlungen und 58 800 für die Körperschaftswendige Gegengewicht geben und im jugendlichen Zusammenleben Turmfte. 75. Ein Barallelturfus für Neukölln ist in Aussicht genommen, Reit steuervorauszahlungen gerechtfertigt sein. In weitgehender Berück den ganzen Menschen umfassen und ergreifen." und Ort wird bekanntgemacht. Anmeldungen in der Geschäftsstelle, Köpenider fichtigung der gegenwärtigen Wirtschaftslage sind die Multiplikatoren Altersriegenturnen Groß- Berlin am Sonnabend abend 7 Uhr in Lichten die Einkommensteuer und 45 000 für die Körperschaftssteuer eine aber nicht in dieser Höhe festgesetzt, sondern es ist mit 30000 für berg, Jahn- Gymnasium, Marktstr. 2-3. Teilnahme aller Arbeiterturner GroßBerlins wird erwartet. Gäfte find willkommen. Nach dem Turnen Besprechung mittlere Höhe gewählt worden. Auf das große Entgegenkommen, Die Wettkämpfe der Freien Turnerschaft Groß- Berlin am Sonn- über die Altersriegenturnfahrt am 21. Oktober. das überdies in der Zulassung der Zahlung während des ganzen tag brachten bei den Männern den Sieg an Gutschom- Wedding und Arbeltez- Zuen- und Sportband, 1. Kreis, 6. Bezirk. Am Sonntag, den Monats Oktober liegt, sei besonders hingewiesen. Schilling- Norden II, die bereits eine recht gute Qualität des Kunst- 21. Oktober, vormittags 9 Uhr, findet im Lofal von Linsener, Mühlenstr. 58 ( ant Schlesischen Bahnhof), der diesjährige ordentliche Bezirkstag statt. Referat Inzwischen hat sich aber die Mart erheblich weiter entwertet, turnens zeigten. Bei den Turnerinnen waren Roffte und Rau- bes. Gen. A. Bud:„ Der fünftige Aufbau der Kreife des Arbeiter- Turn- und und es ist anzunehmen, daß bis zum 5. Ottober, dem Zahltage, die Wedding an erster Stelle, bei den Jugendlichen Bysikiewicz- Wedding Sportbundes". Auf je 50 Mitglieder über 17 Jahre ein Delegierter( angeund Lange- Norden II. Die Teilnahme war bei den Turnerinnen fangene 50 zählen vol). Name, Adresse und Anzahl der Delegierten find bis Marf weiter in ihrem Werte zusammenschrumpft. Während die gut, bei den Männern und Jugendlichen ist noch tüchtige Arbeit nötig, tower Str. 22, einzufenden. Anträge müffen schriftlich eingereicht werden und spätestens 10. Oftober an den Bezirksvorligenden G. Völker, Neukölln, Trep. Lohnempfänger ihre Steuern fortgesetzt nach dem Lebenshalwenn das Musterriegenturnen am Bußtag einen großen Erfolg bis spätestens 10. Oftober in Händen des Genossen Bölker sein. Der Kreis- tungsinder, der ihrer Lohnbewegung zugrunde liegt, ihre bringen soll. Die Kampfrichter arbeiteten gut, ihre Zusammen- vorstand ist ebenfalls eingeladen. Diejenigen Delegierten, welche Nachtquartier Steuersäge steigen sehen, zahlt der Besiz längst nicht in einem der fajfung in einer Kampfrichtervereinigung wäre aber sehr nüglich. menschen, wollen dies bis Montag, den 15. Oktober, an den Genossen Bölker Geldentwertung wirklich entsprechenden Ausmaße Steuern. Ms Anfang der großen Werbetätigkeit für das Turnen kann die Arbeiter- Zurn- und Sportbund, 1. Kreis. Die Rinderabteilungen beteiligen Man wird dies festhalten müssen, nicht nur, um gegen die Veranstaltung, der auch zahlreiche Gäste beiwohnten, als gelungen fi am 14. Oktober am Waldlauf. 20X100- Meter- Stafette für Knaben und steuerliche Bevorzugung des Besizes Einspruch zu erheben, sondern Mädchen. Meldungen bis 10. Oftober an den Kreisfinderturnwart. Treff bezeichnet werden. Resultate. Männer: 1. Gutschow- Wedding 340 Buntte; 2. Schilling- punkt für sämtliche Abteilungen 1 Uhr Bhf. Sadoma. Gemeinsamer Marsch auch, um festzustellen, daß die Steuern längst nicht im Ber Norben II 230; 3. Engelbrecher- Often 291; 4. Quade- Norden II 280; 5. Müller- beteiligt euch mit euren Kindern an dieser Veranstaltung. zum Umkleidelobal. Turnwarte der Groß- Berliner Vereine und Abteilungen, hältnis zu den Betriebskosten steigen, daß demnach von und Winkler- Wedding, 8immermann- Norden II 279; 6. Rabke- Often 265; 7. Klude- Norden II 206; 8. Loeschte- Süden 202 Punkte. 1. Kreis, 4. Bezirk. Laut Beschluß des Kretses und der Bezirksturnwarte einer die Produktion zerstörenden Wirkung der Steuern nicht die 1. Nofffe- Webbing 205; 2. Lucas- Schöneberg und Rau- Wedding 253; 3. Milde- findet am Sonntag, den 7. Oktober, ein allgemeiner Rinder- Wandertag statt, Rede sein kann. Gülben 244; 3. Buffe- Gülben 240; 5. Nippel- Wedding 238; 6. Sterber- Often 236; feine Abteilung darf fehlen. Bon sämtlichen Leitern ist sofort vom Biel ein 7. Stühm- Süden, 6. Bleul- und Blath- Often, E. Müller- Wedding 234; Bericht an den Bezirkskinderturnwart über 8iel und Zahl einzusenden. 8. Frant- Norden 228; 9. Gimon- Wedding 223; 10. C. Bleul- Often 222; 11. WeißWebbing 221; 12, Spielvogel- Often 211; 13. Donath- Wedding 205 Punkte. Jugendlich e: 1. Bnsitiewicz- Webbing 322; 2, Lange- Norden II 316; 3. NeifeOften 272; 4. Krebs- Wedding 270; 5. Rofenow- Norden II 267; 6. Amberg- Gilden . 238 Puntie. Einzelwetturnen der FTGB. Turnerinnen: Straßenlauf durch den Norden Berlins. Der vom Sportplatz Schönhauser Allee qus am nächsten Sonntag att findende große Straßenlauf der Freien Turnerschaft GroßBerlin, Bezirk Norden, hat eine gute Befegung seitens der Arbeiterturnvereine Groß- Berlins gefunden und dürfte zu einem scharfen Wettstreit der Konkurrenten führen. Es finden folgende Läufe ftatt: Männer 5000 Meter, Jugendliche 3400 Meter, Turnerinnen 800 Meter als Stafetten. Ferner Einzelder Männer. Die Arbeiterschaft des Berliner Nordens wird auf die interfäuſe: Männer 5000 meter, Jugend 3400 Meter, sowie ein 5000- Meter- Gehen effante Veranstaltung besonders aufmerksam gemacht. Serbstwaldlauf bes 1. Kreises. Unwiderruflicher Meldeschluß 7. Oktober. Achtung, Arbeitersportler Renköllns! Das Arbeiter- Sport- Kartell Neukölln macht nochmals alle Arbeitersportler Neuköllns darauf aufmerksam, daß an jedem Donnerstag das Neuköllner Stadt bad( Männer- sowie Frauen. fchmimmhalle) zum Jugendbadeabend zur Berfügung steht. Nur fitr diese Donnerstage ist der Eintrittspreis auf ein Biertel des Tagespreises feftgefeht. Im Intereffe der arbeitenden Jugend ersuchen wir hiervon recht aus. giebigen Gebrauch zu machen. Mitgliedsausweis ist stets mitzubringen und vorzuzeigen. Die Kampfrichtervereinigung der Mev. hält ihre nächsten Lehrstunden am 8. Oftober, 12. November und 10. Dezember ab. Treffpunkt 7 Uhr abends, Fichte- Diele, Treptow. Es ist unbedingt notwendig, daß jämtliche RampfGalge. richter erscheinen. Fernbleiben ohne triftige Entschuldigung hat Ausschluß zur Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch abend 7 Uhr bei Hermann, D., Revaler Str. 28, Gigung des Engeren technischen Ausschusses. Geschäftliche Mitteilungen. 3. Oftober, 7 Uhr, auf dem Fichte- Sportplag, Baumschulenweg. Arbeiter- Wintersport- Interessengemeinschaft. Erste Bersammlung am Straße 108. melden. Schwimmfeft. TrockenBorbeugen! Die Konsumgenossenschaftliche Korrespondenz" schreibt: Sportliche Vereinigang Roland. Auf Beschluß der erweiterten Borstands fizung vom 29. Geptember betragen die Oktoberbeiträge für Männer 30 Millionen, für Frauen 25 Millionen, für jugendliche Männer und Frauen 20 Millionen, file Schiller und Schülerinnen 1 Million. Die Begleichung der Die Erbenntnis, daß die Konsumgenossenschaften über diese Beiträge hat beim Staffterer sofort zu erfolgen. Wegen der am Sonnabend, schwere Zeit wirtschaftlicher Not hinaus erhalten werden müssen, ben 6. Oktober, stattfindenden Kartellgeneralversammlung wird die fällige hat sich bei den organisierten Verbrauchern Bahn gebrochen. Man Gigung der Männerabteilung auf Sonnabend, den 13. Oktober, verlegt. Sonntag, den 7. Oftober, 8 Uhr Dormittags, Sportplatausbau. Treffpunkt weiß, daß in den erstarften fapitalistischen Trusten, Kartellen und Sportplageingang, Cantianstraße. Nachmittags Teilnahme am Straßenlauf der Monopolen eine die Konsumenten sehr bedrohende Macht steckt. Der Freien Turnerschaft Groß- Berlin durch den Norden. Treffpunkt und Umkleide- früheren oder späteren Entfaltung tiefer Macht gilt es vorzuraum 2 Uhr Schule Schönfließer Str. 8. Hockey- Resultat: Serie 1923/24, am beugen, wenn nicht ein aussichtsloser Kampf mit ungleichen 30. September, Roland I- ASC. I 1: 1. jeden Freitag refervierter Babeabend für beiderlei Gefchlecht. Genossen und werden soll. Die Konsumgenossenschaften müssen ein festes BollSchwimmverein Borwärts", Gruppe Rorbast. Ab Freitag, den 5. Oftober, Mitteln zu dauerndem Schaden des verbrauchenden Volkes geführt bildung. Aufnahme neuer Mitglieder an den Uebungsstunden. 8. Dezember fein und bleiben. Das, wie gesagt, begreifen die organisierten BerGenoffinnen, welche das Schwimmen erlernen wollen, erhalten kostenlose Auswerf gegen alle Absichten einer allmächtigen Preisbittatur Athletik- Sport- Club, e.. B. Leichtathletik, Socken, Handball, Stubern. broucher und sie handeln danach. Sie stärken die Betriebsmittel der Männer, Frauen, Jugendabteilung. Dienstag, den 2., und Donnerstag, den Genoffenfchaften durch Einhaltung teils sehr bestimmter Einzahlungs4. Oftober, Leichtathletik- und Handballtraining auf dem Fichte- Blag, Baum- bedingungen, für die nun schon bis auf 200 Millionen erhöhten Geschulenweg, Eichbuſchallee. Donnerstag auf dem Sportplan des Sportvereins schäftsanteile, ferner durch Stärkung der geldlichen Reserven der Stralau, Goßlerstr. 48, Socfentvaining, anschließend Sockenfigung. Freitag, den 5. Oktober, abends 8 Uhr, Vierteljahresversammlung in der Fichte- Diele, Konsumvereine, sodann durch Verzicht auf Rückvergütungen und Baumschulenweg, Eichbuschallee. Schriftführer der Hockenabteilung: Sans wo solche noch bestand auch durch Beseitigung jeder Anteilver. Jogszat, Berlin, Capriviste. 4. Geschäftsstelle: Alfred Behrends, Berlin N. 87, Souristenverein ,, Die Naturfreunde", Abteilung Norden. Dienstag abend 8 Uhr Lautenquartettabend( Beer Gynt, 1. bis 3. Gah) in der Schulaula, Gonnenburger Str. 20. Gäste willkommen. Freier Regler- Bund( E. B.), Bezirk Often. Alle im Nordosten, Often und Südosten tegelnden Vereine, die fich für sportliches Regeln intereffieren, werden zu einer Gitung des Bezirks Often am Dienstag, den 2. Oktober, 7% Uhr, bei Gründler, G., Bimmerftr. 30, eingeladen. Referat des Bundesvorstben den Köhler: Was bietet uns der Freie Regler- Bund?" Binzendorfstr. 7. Konzinsung. Dazu kommt nun noch etwas anderes, unumgängliches, das ist die Abnahme der unter erschwertesten Berhältnissen herbeigeschafften Gebrauchsgüter zu einer Berechnung nach Goldmart, Festmart- oder Neumartpreisen. Den Konsumvereinen soll und muß auch auf diese Weise die Wiederbeschaffung von Waren ermöglicht werden, ter Ausverkauf zu billigeren Breifen als den Einstands- oder Wiederbeschaffungskosten muß aufhören. fumigenossenschaften, die sich ausverkaufen, die sich gewissermaßen felbst verzehren, sind teiner Kartell- und Monopolgewalt mehr ein Hindernis zur Entwicklung jeglicher Preiswillkür. Also sollen und sprach. Dazwischen Tag Liliencron, Atleist, Morgenstern, Klabund, Kyber werden die Konsumgenossenschaften zu erhalten sein, wenn und sehr viel Heine, und Fuhrmann bewies wieder sein besonderes Können für alles magvoll Satirische und Groteste. Frau Agnes fang humor- bereits überall im Lande verbreitete genossenschaftliche Einsicht fiegt wich den ganzen Abend nicht aus dem Saal, und daß es mit so feinen bolle, liebe alte Bollslieder zur Laute. Das befannte befreiende Lachen" und sich in erfolgreicher genossenschaftlicher Betätigung auswirkt. mitteln erzielt wurde, wirkte wiederum befreiend. Alter und neuer deutscher Humor. Hans und Agnes Fuhr mann haben es gewagt, ihren vielen Freunden im Meistersaal einen eigenen Abend zu geben, und siehe da, er gelang sehr gut. Der Saal war ausverkauft. Fuhrmann begann originell mit einem Verspruch im Dunkeln" beim Schein eines Stearinstümpfchens, und schloß nicht minder Die Firma Adolf Loesche, Magdeburg, bekannt unter dem Namen ,, Waffen. interessant mit einem izenisch aufgezogenen Monolog von Christian Morgen Loesche", die auch in Hannover, Berlin und Suhl 3weiggefchäfte unterhält, Stern, den Cise Wunsch vom Trianon- Theater nett und temperamentvoll tann am 1. Oktober d. 3. auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. 13 nun Die preußische Kalianleihe. Infolge der fachtechnischen und Daher für den Laien unverständlichen Art der Preisbekanntmachung des Kalisyndikats für das prozentreine Kali anstatt für die bestimmte Warenart bestehen in der breiten Deffentlichkeit weitgehende Un fenntnis und Unsicherhelt über die jeweilige Werthafts ber preußischen 13 599 999 900 Broz. Eine Golbzolmart gleich 80 Millionen PapierKalianleihe, die zeitweise zu erheblichen Uebertreibungen wie zu- mart. Der Umrechnungsfaz für die Abgabe der landwirtschaftgelegentlicher Unterwertung Anlaß gegeben haben. Im Interesse lichen, forstwirtschaftlichen und gärtnerischen Betriebe( Landrer Besitzer und Interessenten wird das preußische Finanzministerium abg a be) beträgt für die Zeit vom 8. Ditober bis 5. Oktober daher in Zukunft jeweils im Anschluß an die vom Kalisyndikat er- 1928 einschließlich 36 Millionen für je eine Goldmart. folgende Neufestlegung des der preußischen Kaliwertanleihe zugrundeliegenden Kalipreises die Wertbasis in der Presse in gemeinverständlicher Weise bekanntgeben. Zurzeit beträgt sie nach der am Montag erfolgten Festsetzung durch das Kalisyndicat 8,96, also rund 9 Goldmark. Die Wertbasis der preußischen Kalimertanleihe bewegt fich, nachdem das Katjynditat zu Goldmarfpreisen übergegangen ist, parallel dem Dollar. Ein Dollarstand von 3. B. 168( 210) Millionen würde also einen Wert der Goldmart von 40( 50) Millionen und danach einen inneren Wert der Kaltanleihe von rund 360( 450) Millionen bedeuten. Abänderungen der vom Kalifyndikat festgesetzten Golomarfpreise werden sich voraussichtlich in engen Grenzen bewegen. 7. Atzels Charlottenburg. Streissungsansthus Charlottenburg: Rorien fülz bas Staatstheater Charlottenburg( Sathan der Weise, 14. Oftober) sind sofort vom Genossen Paul Wilt, Nordhausener Str. 10, abzuholen. 9. Kreis Wilmersdorf. Dienstag, den 2. Oktober, 7% Uhr, gemeinsame Gigung des engeren Kreisvorstandes mit den Abteilungsleitern und dem gesamten Ordnerdienst bei Pieper, Holsteinische Str. 60. Alle Beteilig= fen müssen megen der Wichtigkeit der Sache unbedingt erscheinen. 13. Streis. Seute, Dienstag, 72 Uhr, Kreisvorstandssigung mit Bezirtstagsdelegierten in Mariendorf, Rathaus, Simmer 26. tannter Stelle. Die Abteilungsobleute der Beamtenschaft sind hierzu ein zuladen. Heute, Dienstag, den 2. Oftober: Der Abbau der Außenhandelskontrolle. Durch eine Bekannt machung des Reichswirtschaftsministeriums, die in den nächsten 14. Kreis Reutön. Heute, Dienstag, 7½ Uhr, Kreisvorstandssitung an de Tagen im Deutschen Reichsanzeiger" zur Veröffentlichung gelangt, wird das Ausfuhrverbot für salpetersaures Ammoniat, nicht in Hülsen oder Kapseln, aus Nr. 302, für Drndpapier der Nr. 6560 und für Gold- und Silberwaren ber Nr. 771 a- c und 775 a- c 106. bt. Johannisthal. 7½ Uhr Gigung der Funktionäre bei Gobin, Koons des statistischen Warenverzeichnisses aufgehoben. Wiens Elektrizitätsversorgung. Die sozialdemokratisch vertvaltete zweimillionenstadt an der Donau baut gegenwärtig ein großes Straft wert an der bbs in Niederösterreich, und schon im Herbst 1924 wird der so gewonnene Strom der Wiener Industrie zur Verfügung Weitere Berschlechterung der Lage in der Metallindustrie. Die stehen. 8wei Jahre später wird der weitere Ausbau von WafferArbeitslage in der Metallindustrie gestaltete fich vom 9. bis fraftwerken in den Alpen, zum Teil in Gemeinschaft mit dem Land 15. September 1923 nach den Erhebungen des Deutschen Metall- Oberösterreich es dahin gebracht haben, daß Wien von den 850 Milarbeiterverbandes folgendermaßen: Won 1760 749 erfaßten Arbeitern lionen Kilowattstunden, die es im Jahr braucht, nur noch 90 Milwagen 1 124 934: 63,9 Proz.( in der Vorwoche 67,7 Broz.) Boll- lionen aus ausländischer Kohle herzustellen braucht. arbeiter, 500-213 1 28,4 Proz.( 25,3 Broz.) Kurzarbeiter, 135 602= 7,7 Broz.( 7,0 Broz.) Arbeitslose. Den größten Danzig rechnet mr noch in Goldmart. Der Uebergang Anteil an Vollarbeitern in der Berichtswoche haben die Danzigs zur wertbeständigen 8ahlungsmethode hat Bezirke Königsberg mit 94,2 Proz., Bielefeld mit 89,8 Proz. und sich vollzogen. In den meisten Betrieben wird nur noch nach GoldBerlin mit 87,2 Broz, während sich der stärkste Anteil der Kurz- mart gerechnet. Eine Ausnahme bilden nur die staatlichen Bearbeiter auf die Bezirke Köln mit 54,0 Broz, Erfurt mit 41,6 börden, die nach der Erklärung des Senats nicht in der Lage sind, Broz. und Stuttgart mit 45,8 Broz. verteilt. Die Zahl der Ardie Beamtengehälter diefer Neuregelung anzupassen. beitslofen ist am höchsten in den Bezirken Hagen mit 29,5 Broz. und Köln mit 14,4 Proj. Die Zahl der arbeitslosen Mitglieder. in den berichtenden Verwaltungen betrug 7,8 Proz. gegenüber 7,1 Proz. in der Vorwoche. Die weitere Verschlechterung des Arbeitsmarktes fommt besonders in der stärkeren Zunahme der Kurzarbeiter zum Ausdruck, die von 25,3 Broz. auf 28,4 Broz. stiegen. Nach den Mitteilungen der berichtenden Verwaltungsstellen fann gesagt werden, daß der größte Teil der Metallindustrie unter Kurzarbeit leidet. Goldzollaufgeld und Landabgabe. Für die geit vom 8. bis 5. Dktober 1923 einschließlich beträgt das Gold zollaufgeldi Theater Lichtfpicie EfW. Volksbühne 72 Uhr: Die lustig. Weiber voa Windsor Theater i. d. Königgrätz. Straße 8: Der Clown Gottes Komödienhans 8 Uhr: Mein Vetter Eduard Lessing- Th. Allabendlich 72. Der Unbestechliche ( Max Pallenberg) Groß- Berliner Parteinachrichten. Atang, Oberschöneweider Betriebe! Dienstag nachmittag 3% Whe in der Schule Niederschönemeibe, Berliner Straße, wichtige Bersammlung aller SPD.- Genossen der Oberschöneweider Betriebe. Tagesordnung: Die politische Sage". Referent Genosse Nierisch. Es ist Bflicht sämtlicher Parteigenossen, restlos zu dieser Bersammlung zu er fcheinen. Bartelausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. 82. 6. Steglig. 8 Uhr bei Hamburg, Schloßste. 103, Funktionärstzung. Straße 2. Jungsozialisten. Gruppe Lichtenberg: 7% Uhr im Sugenbheim, Barbane 10, spricht Genosse Bezirksverordneter Schubart über Die politische Lage". Gruppe Tempelhof- Mariendorf: 7% Uhr im Jugendheim Tempelhof, naemi Arbeitsgemeinschaft: Der historische Materialismus". Morgen, Mittwoch, den 3. Oftober: Charlottenburg. 55. Abt. 7½ Uhr Vorstandssitzung in der Wohnung des Ad. tellungsleiters. 56. 161. 7% Uhr Funktionärversammlung bei Biersch, Rantstr. 62.( Rein Trinizwang.) 58. t. 7% Uhr beim Genossen Silmes, Bayreuther Str. 7, r. Sift., 8 Tc., Funktionärsgung. 82. t. Steglig. 8 Uhr bei Schelhafe, Abornstr. 15, Fortsetzung der Mitgliederversammlung. Wichtige, vertrauliche Mitteilungen. Die Genossen werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Renfön. 89. Abt. 7% Uhr Funktionärsihung in der Schule Kaifer- Friedrich. Straße 4. Erscheinen Pflicht. 92. Abt. 7% Uhr Funktionärversammlung bet Wolff, Raiser- Friedrich- Str. 173. 94. bt. 7% Uhr Funktionär. fitung bei Günther, Schillingstr. 11, Ede Steinmezftraße. Jugendveranstaltungen. Mitgliederversammlungen am Dienstag, den 2. Oftober: Buchholz, Lichtenrade, Neukölln I, Rieberschönemeibe, Schöneberg I, Südweflen, Tegel. Moabit. Vortrag: Wirtschafts- und politische Tagesfragen". Reukölln III. Diskussion: Die politische Lage". Prenzlauer Borsindt. Bortrag: Marr, Engels, Lassalle". Treptow. Einführungsabend für Schulentlassene. Bilmersdorf. Bortrag: 8weck und Biele der SAJ. Henkel s Achtung, Werbebezirksleiter! Die Bersammlungsorte fitr bie Werbebezirksmitgliederversammlungen müssen unbedingt heute telephonisch aufgegeben werden. Achtung, Abteilungsleiter! Die Theaterabonnements miffen späteftens bis Mittwoch abgeholt werden. Díxin Seifenpulver XI das Seifenpulver für jedes Wafchverfahren Größte Ergiebigkeit! Süßstoff- Preise ab 1. Oftober in Goldmark ( 1 Dollar = 2.4,20) 1 H- Padung= Süßtraft von reichlich 1 Pfund. Buder 12ablette hat die Süßtraft von fe 1%, Würfel( 7, g) Buder :-, 10 Schachteln mit 100 Borzüglich zum Rodjen, Batten ust. Rann mitgefocht werden. Th.a. Kottb. Tor| Täglich 7/2 Uhr u. Sonntag nachmittag 3 Uhr: ELITESänger U. a. Der Haus schlüssel Deut. Künstler- Th. Retropol- Varieté Allabendi. 7: Der Fürst v. Pappenheim ( Max Adalbert) Theater im Admiralspalast Tägl. 72% Uhr Dranter und drüber DeutschOpernhaus 712 U.: Eugen Onegin Josef Schwarz a. G. Bebrenstr. 54 8 Uhr: Internation. Spezialität. Programm WIND BARTEN 500 Tabletten 200 R.-, 20 35-, 75 zum Süßen von Raffee, Tee afw. Erhältlich in Kolonialwaren, Drogenhandlungen und Apotheken. Deutsche Güßßtoff Gef. m. b. S., Berlin 9. * Leighans Friedrichstraße 2( Hallesches) Spalendrähte, isolierte, blante; Rup Tor) vertauft elegante Herrenanzüge, fertabel, Motoren, Fassungen auft Ufter, Baletots, Sportpelze, Gehpelze, Sinz, Elsasserstraße 17. Rorben 4688.* Ragenjaden, Sealmäntel, Kreuzfüchfe, Silberschmelze Chriftionat, Röpenider. Graufüchse, Blaufüchse, Wölfe zu enorm ftrage 20a( gegenüber Manteuffelstraße), billigen Preisen. Keine Lombardware. fauft Bahngebisse, Platinabfülle, Belzhaus Warschauerstraße 7. 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