Abendausgabe Nr. 464 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 233 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise sind in der Morgenausgabe angegeben Rebaffion: Sm. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Horeffe: Sozialdemokrat Berlin 2500000 Mark Donnerstag Vorwärts™™ Berliner Volksblatt 4. Oktober 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2502 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Nach dem Sturz des Kabinetts. Ratlosigkeit der bürgerlichen Parteien. Neubildung der großen Koalition? begnügen. Es meldet jeine Ansprüche jetzt erst recht an. So heißt es in einer Entschließung der Landtagsfraktion der Bayerischen Volkspartei: Ueber die gegenwärtige Lage, wie sie sich in den Mittags- doch nicht mehr möglich sei, und sie meinte, daß nach den Borstunden darstellt, erfährt der„ Sozialdemokratische Parlaments- gängen der beiden letzten Tage ein Versuch zur Beilegung der Dienſt": Krise aussichtslos jei und feinen anderen Erfolg haben fönne Reichstanzler Dr. Stresemann, der mit der Neu- als den, das Ansehen der Partei zu schädigen. ,, Die drückende Sklaventetté des Schandvertrages von bildung des Kabinetts beauftragt ist, hat dem Reichspräsi- Aufzuklären bleibt, wieso es plötzlich dem rechten Flügel Bersailles muß zerbrochen werden und eine neue darf denten bisher nähere Vorschläge über die neu zu der Volkspartei gelang, die Führung zu gewinnen, und die durch keinerlei Unterschrift geschmiedet werden. Wir forbildende Regierung nicht gemacht. Es ist jedoch zu er Koalition, die vom linken Flügel der Partei unter Führung dern ein einiges, startes Reich. Die Wurzel feiner Stärke liegt in warten, daß er noch im Laufe der ersten Nachmittagsstunden Stresemanns, von Zentrum und Demotraten schon seit der freien Pflege des geistigen Heimatgutes. Wir verlangen eine den endgültigen Versuch unternimmt, eine Regierung auf Jahren angestrebt worden war, nach sieben Wochen des Be- schnelle gefehliche Wiederkehr und den wirksamen Ausbau des durch breiter Basis zustande zu bringen. Sowohl der Reichs- standes wieder zu sprengen. die Weimarer Berfaffung eingeengten ftaatlichen Eigenlebens der fanzler wie auch die bürgerlichen Parteien sind bisher Die Gründe liegen bei der auswärtigen Politit Cänder. Mit aller Schärfe wenden wir uns gegen jeden 3en. noch(??) der Auffassung, daß eine Rechtsregierung und der bayerischen Frage. Die Tatsache, daß es auch tralismus, mag er sozialistischen oder nationalistischen Ur verhindert werden muß nach Aufgabe des passiven Widerstandes nicht gelungen war, sprungs fein. Alle innenpolitischen Maßnahmen werden sich wenig zu Berhandlungen mit Frankreich zu kommen, hatte eine un- fruchtbar erweisen, wenn wir nicht durch die Pflege des Behr. geheure Enttäuschung hervorgerufen und die Position jener ge: gedankens wieder ein startes Instrument äußerer Machtstellung stärkt, die sich von einer Verständigungspolitit überhaupt uns schaffen. Den vaterländischen Verbänden, die frei von jeder nichts versprechen. So gehört die Politit Poincarés Parteipolitik diesen nationalen Ideen dienen, schenken wir unsere in hervorragender Weise mit zu den Ursachen, die zum Berfall wärmste Sympathie. Entschieden aber lehnen wir die politischen der Koalition geführt haben. Hätte sich nach der Aufgabe des Methoden aller derjenigen ab, die in Verkennung staatlicher Notpassiven Widerstandes die auswärtige Lage Deutschlands ge- wendigkeit und politischer Möglichkeit den Kampf gegen unsere bessert, hätte sich die Aussicht gezeigt, auf dem Wege der Ber- nationalgerichtete Staatsregierung mit vergifteten Waffen führen. handlungen zu einer erträglichen Lösung zu gelangen, so wäre mir wenden uns gegen jeden Versuch, das aus dem bayerischen die Position der Reichsregierung so fest gewesen, daß sich die Boffe hervorgegangene und in ihm wurzelnde bayerische KönigsScharfmacher gehütet hätten, sie ernstlich anzugreifen. Zum haus in den Streit der parteipolitischen Parteimeinungen hineinmindesten hätten sie damit feinen Erfolg erzielt. Nach dem zuziehen. Wir bitten unsere Anhänger in Stadt und Land, nur Wortbruch der französischen Regierung aber denjenigen Berbänden als Mitglieder anzugehören, die nicht im hielt wieder die Stimmung der Verzweiflung bei vielen bür Rampfe, sondern in treuer Zusammenarbeit mit unserer national. gerlichen Politikern ihren Einzug, und die Regierung der gerichteten Regierung die Wege zur Rettung des Vaterlandes ebnen großen Koalition erschien ihnen nicht mehr so wertvoll, daß sie wollen." fich voll für sie eingesetzt hätten. Bon Regierungsstellen wird erklärt, daß es zur Neubildung der Reichsregierung feiner Verhandlungen mit den Fraktionen des Reichstages bedürfe, da fein Partei- sondern ein Personen kabinett gebildet werde. Bei Dr. Stresemann besteht die Absicht, so rasch wie möglich die neue Regierung zu bilden. Er hat auch bereits Besprechungen mit Persönlichkeiten, die in Frage kommen gehabt. Doch läßt sich zur Stunde noch nicht übersehen, wann die Neubildung des Kabinetts zustande gekommen sein wird. Daher steht auch noch nicht fest, wann die nächste Reichstagssigung statt findet. Unabhängig vom Rücktritt des Gesamtkabinetts ist der am Dienstag erfolgte Rücktritt des Reichswirtschaftsministers v. Raumer, dessen Rücktrittsgesuch bereits am Mittwoch vormittag vom Reichss präsidenten genehmigt wurde. Also: es lebe der König, es lebe der Partitularismus, fort mit Weimar, fort mit Bersailles! Wie man auf diefer Grundlage eine Innen- und Außenpolitik führen will, ohne das unterste zu oberst zu fehren, das mögen die banerischen Volksparteiler mit ihren Freunden im Reich ausmachen. Im übrigen zeigt der Aufruf, daß zwischen den„ Baterlandsfreunden" um Kahr und den Vaterlandsrettern" um Ludendorff erhebliche Meinungsverschiedenheiten bestehen, die am Tage des endgültigen Siegs" zu den schlagendsten Auseinandersetzungen führen fönnen. Im Reichstag war heute in der Mittagsstunde vielfach davon die Rede, daß im 3entrum ernste Auseinander fegungen über die durch die Deutsche Volkspartei geschaffene Im Ausland war der Eintritt der Sozialdemokratie in die Regierungskrisis stattgefunden hätten. Man jei in der Reichsregierung fast allgemein lebhaft begrüßt worden. Man Zentrumsfraktion zu dem Beschluß gekommen, mit der Sozial- jah eine neue Regierung in Deutschland, der der gute Wille, demokratie noch einmal über die Neubildung der großen au Koalition, das heißt über den Wiedereintritt der Sozialdemo u friedlichen Vereinbarungen zu gelangen, nicht abzusprechen Pratie in eine Regierung Stresemann, zu verhandeln. Eine war; auf fie feßte man im Intereffe des gepeinigten Europa große Hoffnungen. Diese Hoffnungen find enttäuscht worden, Bestätigung dieser Mitteilung lag bis Redaktionsschluß noch weil für den Versuch, durch Bildung der neuen Regierung eine Entlastung der auswärtigen Politik zu schaffen, jede Unter stügung von außen ausgeblieben war. Wenn die Regierungsumbildung zu einer Aenderung des Kurses der deutschen Außenpolitik führen sollte was noch nicht zu übersehen ist so tragen die Schuld daran diejenigen Staatsmänner des Auslands, die durch ihre starr unverföhnliche Haltung oder durch ihre Lethargie Deutschland in eine Stimmung Aufruf: der Verzweiflung hineingetrieben haben. nicht vor. = Die Ursachen der Regierungsfrise werden in verschiedenen Blättern verschieden dargestellt. Es beginnen schon die Versuche, der Sozialdemokratie Schuld oder Mitschuld an dem Scheitern der großen Koalition zuzuschieben. Dabei gehen verschiedene Zeitungen von der falschen Annahme aus, die Sozialdemokratie habe den demokratischen Ber mittlungsvorschlag gleichzeitig mit dem Ermächtigungsgesetz, das Arbeitszeitgesetz auf parlamentarischem Wege zu erledigen, abgelehnt. Das gerade Gegenteil ist die Wahr heit, und die„ Deutsche Allgemeine Zeitung" schildert die Dinge durchaus zutreffend, wenn sie schreibt: " " „ Das Steuer nach rechts!" Die Helfferiche fühlen sich! Die Deutschnationale Volkspartei veröffentlicht folgenden Wie lange noch? Die Losung des Tages heißt: das Steuer muß nach rechts gea worfen werden! Die Koalitionsparteien des Reichstages aber antworten: es Der Margismus hat Deutschland ruiniert. Er hat abge wirtschaftet. Leben. Sie wagen nicht, den Trennungsstrich zu ziehen. So finft Die bürgerlichen Regierungsparteien halten ihn fünftlich am Deutschland in Not und Verderben! Eine andere tiefere Ursache der Krise lag in der baneri. schen Frage. Hier forderten die Sozialdemokraten ein entschiedenes Borgehen zur Wiederherstellung der verfassungs. mäßigen Zustände; sie fanden dafür aber bei den bürgerlichen foll weiter gewurstelt werden. Barteien teine ausreichende Unterstüßung. Das Bürgertum, Die Demokraten schlugen vor, man folle die Frage des Acht zumal das nationalliberale, bekam es mit der Angst; es wollte stundentages bei der Beratung des im Reichswirtschaftsrat ruhenden mit Kahr, mit dem manche im stillen sogar sympathisierten, Arbeitszeitgesetzes auf dem üblichen gesetzgeberischen Wege regein, feinen Frieden machen; es fuchte die Hilfe der Deutschnatio und zwar gleichzeitig mit dem Ermächtigungsgefeß. Die Sonalen vor den Rechtsputschisten. Es war zu Konzeffionen bezialdemokraten ertlärten sich bereit, diesen Ber- reit, wo die Sozialdemokratie zu entschiedenem Kampf drängte. mittlungsvorschlag zu unterstügen. Die Bolfspartei Hätte es die Volkspartei nicht in der Frage der Arbeitszeit dagegen hielt ihre Beschlüsse aufrecht. Damit war die Krife auf zum Bruch getrieben, so stand das Kabinett auch in der äuße den Stand zurückgeworfen, auf dem sie sich am frühen Morgen be- ren Politik und in der bayerischen Frage vor Entscheidungen, funden hatte. die seinen Bestand auf das allerschwerste gefährdeten. Sie habens geschafft! Dollar 550 Millionen. Wir fordern Klarheit! Schluß mit der Kompromis. politik! Fort mit den Sozialisten aus der Regierung! Wir verlangen endlich eine Regierung, die sich bewußt auf die natio. nalen Kräfte in allen Boltsschichten stützt. Die Becker- Marezky- Scholz arbeiten den Hergt und Helfferich treffsicher in die Hände. Der neueste Aufruf ist ein Beispiel für die übermütige Stimmung, in der sich die Kriegshelden von ehedem befinden. Daß sie, die durch ihre Kriegs= politik und deren Folgen das deutsche Bolt in den Abgrund geführt haben, jetzt dem Marrismus" daran die Schuld geben, ist eines der üblichen Taschenspielerstücke. Sie wissen, daß die deutschnationalen Leser so wenig vom Marrismus fennen wie die Aufruffabrikanten selbst, und daß man ihnen daher alles und noch etwas vorreden fann. Scholz und Degoutte. Damit ist durch das Blatt der Schwerindustrie selbst festgestellt, daß der Bruch von der Volkspartei unter Führung ihres rechten Flügels planmäßig herbeigeführt worden ist. Die Aftion begann am Dienstag mit der Herausforderung Die Separatiften melden ihre Rechte an. durch Herrn Dr. Scholz, sie wurde vollendet durch die AbDie Frondeure bei den Bolts parteilern und den lehnung jedes Vermittlungsvorschlages am Mittwoch abend. anderen bürgerlichen Parteien glaubten besonders schlau zu Da und dort wurde auch der Bersuch gemacht, Mehrheit handeln, wenn sie in dieser Stunde der höchsten Bedrängnis und Minderheit in der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion den Kampfruf Kahrs gegen den Marrismus aufnahmen. gegeneinander auszuspielen. Dieser Versuch beruht auf einer Aber wenn sie damit gerechnet haben, auf diese Weise den vollständigen Verkennung der tatsächlichen Verhältnisse. Einig bayerischen Separatisten das Maul zu stopfen war sich die Fraktion darüber, daß es sich um einen plan- und die Reichseinheit zu retten, dann haben sie dem Reich mäßigen Borstoß der Boltspartei gegen die Koalition handelte, einen Bärendienst geleistet. Das offizielle Bayern von einig war fie fich auch darüber, daß sich die Partei zu einer heute denkt gar nicht daran, sich mit diesem einen Opfer zu grundsäglichen Antastung des Achtstundentags nicht hergeben können. Die Minderheit, die bereit war, die Ermächtigung auch auf das sozialpolitische Gebiet auszudehnen, ging dabei von der Boraussetzung aus, daß die Bollmacht auf Der heutige offizielle Devisenverkehr stand völlig unter dem Einbas gegenwärtige Kabinett beschränkt werden müsse. drude der heutigen Kabinettskrise. Obwohl anscheinend ein ziemlich Sie glaubte, daß dann die sozialdemokratischen Minister durch bedeutender Bedarf an ausländischen Zahlungsmitteln auch weiter die Androhung ihres Rücktritts auf die Gestaltung des Arbeits- besteht, zeigten die Banten doch eine bemerkenswerte 3 urüdzeitgeſehes vielleicht noch einen entscheidenden Einfluß aus- haltung. Man wartet den Ausgang der heutigen Beratungen der üben fönnten, fie täuschten sich aber nicht darüber, daß es sich Fraktionen ab. Im freien Berkehr wurden folgende Kurse genannt: um einen legten, schwierigen Versuch handelte, die Krise zu London 2700 Millionen, New Yort 600 Millionen, amtlich notierten vermeiden und daß angesichts der intransigenten Haltung der London 2500 Millionen, New Yort 550 millionen. Zugeteilt Das nennt General Degoutte einfach ,, Bedingung". Boltspartei ein Bruch wahrscheinlich doch unvermeidlich sein wurden Auszahlung New York mit 6 Proz., London mit 8 Proz Die Fraktion Scholz aber heißt das gleiche schamhaft um würde. Die Tendenz für Effetten ist nicht ganz einheitlich. Immerhin schreibend: Wehrpflicht der Arbeit!" Im Grunde Die Mehrheit stellt sich aus den alten Gegnern der läßt sich auf den meisten Märkten in Zusammenhang mit der läuft es auf dasselbe hinaus. Nur das Degoutte zugunsten großen Koalition zusammen und solchen Genossen, die bisher Devisenbewegung eine ziemlich feste Stimmung beobachten. Die heute der französischen, die Frattion Scholz aber zugunsten mit Entschiedenheit für die Koalition eingetreten waren. Sie genannten Kurse lassen allerdings im Berhältnis zur Aufwärts- der deutschen Kapitalisten diesen Zwang zum zehnstündistand unter dem Eindruck, daß nach dem provozierenden Bor- bewegung der Devisen teine allzu große Steigerung ertennen. Die gen Arbeitstag herbeiführen will. Eine Internationale des gehen der Boltspartei eine Aufrechterhaltung der Koalition| Geldflüffigkeit hält an. Befizes, wie sie schöner nicht gedacht werden kann. Im Morgenblatt veröffentlichten wir die Bedingungen, die General Degoutte den deutschen Gewerkschaften gestellt hatte, die wegen Wiederaufnahme der Arbeit mit ihnen verhandeln wollten. Der Fraktionsführer der Deutschen Volks. partei, Stadtverordneter Scholz, wird neidisch geworden sein, als er feine Forderungen auch von Degoutte erhoben sah: 1. Abschaffung des Betriebsrätegesetzes; 2. Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit und der Attordarbeit; 3. Aufnahme jeder zugewiesenen Arbeit. Widersprüche. N die Kosten der letzten Monate bezahlen sollte, ob die Ge-| bisherige Arbeitszeit einseitig zu ändern, und den Achtstundentag absundung der deutschen Wirtschaft allein durch mehr zuschaffen, da sie durch die Erfahrungen der letzten Jahre miffen, leistungen der Arbeiter oder durch gleichzeitige daß im gleichen Augenblick eine Einheitsfront von den kommunisten Steuerleistungen der befizenden Klassen" erreicht werden bis zu den chriftlichen Gewerkschaften gebildet wird. Unter dieser follte. Vorausseßung werden morgen die Kofereien der Zeche„ Consoli dation" in Gelsenkirchen, einiger Zechen im Dortmunder Revier und Nur keine Steuern! einige Bechenanlagen im Bezirk Bochum und einige fleinere Sechen im Effener Revier die Arbeit wieder aufnehmen. Benn Blätter der Rechtsparteien die Schuld an der Resterungstrile auf die Sozialdemokratie abzuwälzen fuchten, so wäre das gewissermaßen selbstverständlich. Die Tattit des Straßenräubers, der Haltet den Dieb!" ruft, hat sich in der Bofitit so oft bewährt, daß man sie auch diesmal anwenden fönnte, obwohl die Ereignisse der letzten Lage ganz flar zeigen, München, 4. Oftober.( Ill.) Die Bayerische Landes mer die Krise gewollt und verschuldet hat. In dieser Hinsicht bauerntammer und der Bayerische Handwerter= Größere Schwierigkeiten stehen der Aufnahme der vollen Pro ist der Aufruf der Deutschnationalen Volkspartei von solcher tammertag haben eine gemeinsame Attion gegen die neue duftion noch durch die völlig ungeklärten Transportver zynischen Offenheit, daß sich jede Erörterung über die Schuld- Reichssteuerpolitik eingeleitet. An den Reichskanzler und den hältnisse entgegen. Seit Mittwoch, den 26. September, hat die frage eigentlich erübrigen sollte. Die Deutschnationalen rufen: Reichsfinanzminister wurden Telegramme geleitet, die die unver- Handelskammer für die Kreise Effen, Mülheim( Ruhr) und OberFort mit den Sozialisten aus der Regie- zügliche Siftierung der ruinösen Steuergejet- hausen zu Effen mit den in ihrem Bezirk liegenden Gemeinden und rung!", und die Deutsche Volkspartei hat durch ihren pro- gebung fordern. Zugleich wurde die bayerische Regierung ge- allen öffentlichen Dienststellen und privaten Verbänden Berhand vozierenden Borstoß in der interfrattionellen Führerbe- beten, mit allen verfassungsmäßigen Mitteln beim Reich die Be- lungen über die Wiederaufnahme der Wirtschaft und des Verkehrs sprechung am Dienstag ihnen die besten Sekundantendienste feitigung dieser ruinöfen margiftischen Gesetzgebung zu fordern. gepflogen. Die besonderen Schwierigkeiten, die im Güterverkehr geleistet. Ferner wurden die Landwirte und die Gewerbetreibenden aufge: entstanden sind, werden durch zusammenfassung sämtlicher Völlig unverständlich ist es deshalb, wenn auch demo fordert, den Schuh ihrer Wirtschaft und ihres Eigentums dadurch verfügbaren Transportmittel zunächst für die lebensnotwen tratische Blätter von einer Schuld und einer Verantwor- felbft in die Hand zu nehmen, daß sie für den nichtaufbringbaren digen Güter überwunden werden, ebenso werden Poft und Teletung der Sozialdemokraten reden. In den beiden Mosse- Teil der Steuern Steuererlaßgesuche an die Reichsfinanzämter Blättern, im„ Berliner Tageblatt" und in der„ Volkszeitung", richten. Es tönne niemand verpflichtet werden, Steuern zu be. graphie fich bemühen, zu arbeiten. Mit der Wiederaufnahme des wird der Vorwurf gegen unsere Frattion erhoben, sie habe zahlen, welche die Weiterführung des Betriebes, die Existenz und Telephonbetriebes iſt einstweilen noch nicht zu rechnen. ..es nicht über sich bringen können, die höheren staatspolitischen den Befih vernichten. Notwendigkeiten über das letzten Endes fleinliche legten Endes fleinliche Barteiinteresse zu stellen". In Wirklichkeit hat sich die Soziademokratische Partei sich fünf Jahre ununterbrochen im Interesse des Reiches geopfert, ohne dafür das geringste Entgegenkommen bei den bürgerlichen Barbeien und nicht einmal das nötige Verständnis in allen Teilen der Arbeiterklaffe zu finden. Auch jetzt war sie bereit, gerade im Hinblick auf den ungeheuren Ernst der außen- und innenpolitischen Lage Zugeständnisse zu machen, in die sie in jeder anderen Zeit niemals eingewilligt hätte. Hatte sie sich nicht in letzter Stunde sogar bereit erklärt, auf den Kompromißporschlag der Demokraten einzugehen? Hatten die Gewerkschaften und die Führer unserer Partei nicht wiederholt zu verstehen gegeben, daß von einem starren Festhalten an dem Achtstundentag ihrerseits Paris, 4. Oftober.( EP.) Die Nachricht vom Rüdtritt des nicht die Rede sein fonnte, wenn nur das Prinzip des Acht- Kabinetts Stresemann ist erst nach Mitternacht in Paris stundentages gewahrt bliebe? Aber es zeigte sich eben im eingetroffen und wird daher nur in menigen Morgenblättern beLaufe des gestrigen Krifentages immer deutlicher, daß es fich sprochen. Petit Journal" sagt: Die Tatsache, daß Dr. Stresemann um etwas ganz anderes bei den Leuten um Scholz und Steger- vom Reichspräsidenten Ebert wieder mit der Neubildung des Kawald handelte: man wollte einfach mit allen Mitteln die binetts beauftragt wurde, scheint feine Lösung für die jetzige Sozialdemokratie aus der Koalition hinausdrängen, politische Krise zu bringen. Man muß weiterhin fragen, wie der weil man sich vor der deutschnationalen Agitation gegen den Rangler seine Mission erfüllen und mit welchen Gruppen er eine Marxismus" fürchtet und weil die Ereignisse in München, Mehrheit wird bilden tönnen, die zu regieren und ein Programm Küstrin und anderorts in weiten Kreisen des Bürgertums eine durchzuführen vermag. mit Hoffnung gemischte Angst vor der Rechtsdiftatur haben Der Figaro" schreibt: Die Regierung Stresemann hat dadurch, groß werden laffen. Man wollte dem offenen Rechtsputsch daß sie die verfassungsmäßigen Freiheiten aufgehoben hat, die miSurch den trodenen Rechtsputsch zuvorkommen. Auch litaristischen Parteien begünstigt. Frankreich wird wachsam die Ent wenn unsere Partei in dieser Frage der sozialpolitischen Voll- midlung zu verfolgen haben. machten nachgegeben hätte, so hätte sie nach wenigen Tagen Ein Telegramm von Knillings an den Reichskanzler. Jaspar über die Lage an der Ruhr. München, 4. Dttober.( TU.) Der bayerische Ministerpräsident Brüssel, 4. Oktober.( EP.) Der Ministerrat hat sich am Mitte Dr. v. Knilling hat an den Reichskanzler Dr. Stresemann fol- woch nachmittag unter dem Vorsitz von Theunis versammelt, um gendes Telegramm gerichtet: Die bayerische Staatsregierung ersucht den Bericht Jaspars über die Lage an der Ruhr und die internatiodringend wegen der außerordentlichen Gefahr der Eristenz der nale politische Lage zu hören. Jaspar berichtete insbesondere über die davon Betroffenen, für die öffentliche Ruhe und Ordnung, von wei- Unterredung, die er mit dem Chef der belgischen Ingenieurfommisteren Steuererhebungen nach dem letzten Multiplikator für fion an der Ruhr gehabt habe. Er teilt ferner mit, daß DeutschCintommen, für Ruhr- und Rheinabgabe sowie von der Erhebung and bisher feinen offiziellen Schritt bei der belgischen Regierung der Betriebsfteuern bis zur Revifton der Steuergesetzgebung abzu- unternommen habe, um eine Aenderung der Politit zu erlangen, die sehen. seit dem Monat Januar, gegenüber Deutschland eingeschlagen worden fei. Das Kabinett beschloß, eine Aenderung dieser Politik solange als unmöglich zu erflären, als der Beschluß Deutschlands, auf den passiven Widerstand zu verzichten, nicht durch Tatsachen offensichtlich geworden sei. Auslandswirkung der Krise. Die britische Reichskonferenz. Reichsfonferenz gab der Herzog von Devonshire, Unterstaatsfefretär London, 3. Oftober.( Tul.) In der heutigen Sigung, der im Kolonialamt, einen Ueberblick über die feite wirtschaftliche und industrielle Entwidlung der Kolonien. Die britischen Kolonien haben, so führte er aus, ebenfalls fehr unter der wirtschaftlichen Depression gelitten, die der Scheinblüte während des Weltfrieges aber noch sehr viel getan werden, damit man jagen tönne, daß sie gefolgt ist, aber fie faffen bereits wieder neuen Mut. Es müffe fich in einem befriedigenden wirtschaftlichen Zustande befinden, und fie müßten im Rahmen des Gesamthandels des Imperiums danadh trachten, die Grundlage wieder zu finden, die sie in den letzten Der Berliner Korrespondent des„ Matin", Sauerwein, schreibt Jahren verloren haben. Der Reichskonferenz würden Pläne unternoch ungeheuerlichere Zumutungen zu erwarten gehabt. Ein feinem Blatte über die politische Lage in Deutschland folgendes: Um breitet werden, die sich mit der Förderung des Handels Nachgeben der Partei am geftrigen Tage hätte eine schwere, bie Linksparteien in Schach zu halten, fordert die Deutsche Bolts- zwischen dem Mutterlande und feinen überseeischen Besitzungen bevielleicht katastrophale Erschütterung des Barbeigefüges zur partei diftatorische Macht, ferner die Aufhebung des Achtstundentages faßten. Diese Aktion der Regierung müffe aber notwendigerweise Folge gehabt und hätte doch nur die Regierungsfrise um eine und eine energischere Politik gegenüber Frankreich. Die Deutsche stützt und gestärkt werden. Dieser gesamte Fragenfomplex werde vom Privatfapital und vom privaten Unternehmungsgeist unterfurze Zeit hinausgeschoben. Das höchste staatspolitische Boltspartei wagt nicht zu sagen, worin diese Politik bestehen soll. von einer Sachverständigen kommiffion unter Borfiz des Lords Interesse" in der gegenwärtigen Lage des Reiches ist eine Aber die äußerste Rechte formuliert diese Frage flar genug: Der Ronaldshay, des früheren Gouverneurs von Bengalen, eingehend starte geeinigte Arbeiterschaft, die fest in den Händen der Bertrag von Versailles muß als aufgehoben erklärt werden. Sie hat ftudiert werden. Der Herzog von Devonshire gab feiner Zuversicht Bartei- und Gewerkschaftsleitung ist. Und deshalb lassen sich feine Befürchtung in bezug auf die Folgen dieser Politik für die darüber Ausdruck, daß die kommende britische Reichsausstellung die die Vorwürfe der demokratischen Moffe- Blätter nicht besser Reichseinheit. Denn sie ist bereit, alles aufs Spiel zu sehen. Augen der Welt über die unabsehbaren Materialquellen öffnen widerlegen, als durch die Ausführungen eines anderen Demowerde, die dem britischen Reiche zu Gebote stehen. Der Redner be= fraten, nämlich Georg Bernhards, der in der ,, Boffischäftigte sich sodann mit dem Kolonialgebiete von Tanganyika( dem schen Zeitung" schreibt: frite on Devid Ditarita), deſſen Berwaltung England of Mandatar des Völkerbundes inne hat. Der Redner erflärte, die englische Gelsenkirchen, 4. Oftober.( TU.) Heute fanden Verhandlungen dienstpflicht der Eingeborenen, die nur eine andere Berwaltung habe in diesem Gebiete mit der bisherigen 3wangs= zwischen den Betriebsräten und Betriebsverwaltungen verschiedener Form der Sklaverei gewesen sei, ein Ende gemacht, ohne industrieller Werte und einzelner Zechenanlagen statt, um Stellung daß dadurch soziale Schwierigkeiten entstanden mären, wie sie von zur Wiederaufnahme der normalen Arbeit zu verschiedenen Kreifen befürchtet werden. Dies sei ein Schritt genehmen. Im Vordergrund der Verhandlungen stand die Forderung mesen, zu dem fich die deutschen Vorgänger niemals hätten aufder Belegschaften nach Beibehaltung der bisherigen Ar- raffen fönnen. In der diesen Ausführungen folgenden Diskussion beitszeit und Abgabe eines festen Bersprechens, das an dieser beschloß die Konferenz, nach dem von den indischen Delegierten in feiner Weise zum Nachteil der Arbeitnehmerschaft etwas geändert einer der folgenden Sihungen sich mit der Frage der politischen marm unterstüßten Vorschlage des Staatsfefretärs für Indien. in werde. Das Versprechen fonnte um jo mehr von den Arbeitgebern Stellung der Indier innerhalb des britischen Reiches einabgegeben werden, als diese von sich aus nicht daran denken, die gehend zu beschäftigen. Immer deutlicher zeigte es sich, daß die Bolkspartei von ten Sozialdemokraten eine Art Unterwerfung verlangte. Sie sollte nicht nur den Finanzminister opfern, ohne auf die Besetzung dieses Postens irgendeinen Einfluß zu erhalten, sondern man verlangte recht deutlich von ihr die prinzipielle Aufgabe des Achtstuntentages. Für jeden, der die Verhältniffe innerhalb der sozialdemokratisch organisierten Arbeiterschaft tennt, war vorauszusehen, daß auf diese Forderung die Sozialdemokraten nicht eingehen fonnten, ohne jede Geltung bei den Maffen zu verlieren." Weiter stellt. Bernhard durchaus zutreffend fest, daß es sich letzten Endes nur um die Lösung der Frage handelt,„ wer Ein Kapitel Geschichte. Bon Klabund. Luden= Arbeitsaufnahme im Ruhrgebiet. Einbehaltung der jezigen Arbeitszeit- Voraussetzung. Goethes Faust" im Lichte der Physik. die Natur begriffen. Aber alle Erkenntnis der Natur bleibt unvolleignis." ständig, daher:" Das Unzulängliche, hier wirds ErEs gibt zwei große Persönlichkeiten in der Geschichte, die gleich zeitig als Künstler und als Wissenschaftler das Höchste geleistet haben: Leonardo da Vinci und Goethe. Aber ihre Wege Endlich setzt sich die katholische barerische Stammessonderart gehen denkbar weit auseinander. Leonardo war der geborene Mann spricht davon!" ist, neu ergänzt, aus der Komischen Oper nas Apollo- Theater. Die große Ausstattungsrevue Europa machtvoll durch. Kahr, der Protestant, Hitler, der Niederösterreicher, des Versuches, Goethe war der Beobachter der natür dem Apollo Theater übergefiedelt. Sie fand bei der Erstund Ludendorff, der Preuße, haben ihr zum Siege verholfen. lidhen Dinge und stand dem Experiment fern, ja feindlich gegen aufführung eine gute Aufnahme, wobei der Hauptanteil des ErBayern, zart und empfindsam wie eine Frau, sucht als solche immer über. Damit wurde Goethe zu einem heftigen Gegner der Phyfit, folges wohl dem schnoddrigen Humor Senta Sönelands zueine Anlehnung beim Juden Eisner, beim Franzosen Dard. Wie deren Forschung auf dem Bersuch beruht. Das betont der Physiker zuschreiben ist, die als Berliner Altwarenhändlerin und Zimmer. Bien in einem soeben bei Johann Ambrofius Barth in Leipzig vermieterin wahre Lachstürme hervorrief. es eben gerade trifft. Der Feind fißt in Berlin. Bon Berlin weiß erschienenen Vortrag„ Goethe und die Phyfit". Da Goethe auch die drei Mariens", prächtige englische Steptänzer, die durch Ausgezeichnet marent jeder Bayer, daß es in Moskau gelegen ist. Die Gegenfäße müssen die Natur nur beobachten, nicht mit ihr experimentieren wollte, o ihr einfaches, natürliches Auftreten den Hauch einer freieren, ge= endlich, mit den Waffen in der Hand und ohne ein Atom Berstand verwarf er grundfäßlich alle Apparate und verneinte damit die fünderey Belt in den Saal hineintrugen. Von der politisch fatiim Kopf, ausgetragen werden. Es gilt den Dreifrontentrieg gegen Experimentalphyfit, die also in ihrer besonderen Arbeitsweise von Berliner, Juden und Franzosen. Jeder Monat hat in Bayern feine Goethe nichts lernen fann. Seine Farbenlehre" vermag barischen Seite der Revue fann man das freilich nicht behaupten. Entbestimmten Berbrecher. Die Novemberverbrecher sind die, die her mach Biens Ansicht dem Physiker nichts zu bieten, aber, sagt er, Satire in Deutschland. Auch die gutgemeinten Absichten der Regic, täuscht fonstatiert man immer wieder den Liefstand der politifájen die Suppe auslöffeln mußten, welche ein Januar- Februar- März als Darstellung von Beobachtungen der Natur wird sie bedeutungs- ben gedankenlosen Bismardfultus und den Revanche- Patriotismus April- Mai- Juni- Juli- August- September- Oktober- Held wie voll bleiben, soweit sie nicht, aus ihrer Rolle fallend, physikalische des Spießertums mit der Republif auszuföhnen, tragen etwas Erklärungen abgeben will". Goethes Größe als Naturwissendorff ingebrockt hatte. Macht geht vor Recht. Und Ohnmacht vor schaftler beruht auf der Darstellung der Aufgaben und der allge- quältes und unwahres an sich. Auch die schönsten Tänzerinnen in Unrecht. Und Uebermut kommt vor dem Fall von Berlin, über meinen Zusammenhänge der Wissenschaften mit der Gesamtheit der schwarz- rot- goldenem Flitterkram täuschen darüber nicht himmen, dem bald die weißblaue Fahne wehen wird, eingebent des unser- Kultur und auf der fünstlerischen Verklärung wissenschaftlicher Ge- daß man es hier mit einem Not- Republikaniemus. ohne Schwung weltlichen Lorbeers und des Sieges so vieler Schlachten. Jeden danken. und Kraft, zu tun hat. Böllig unmöglich endlich sind die Ausflüge Tag wird eine neue Lage geschaffen, und fein Mensch weiß, mas Diese unvergleichliche Fähigkeit, die Biffenichaft im Zauber der einem großen Teil längst überholt ist. Die Regie müßte hier fräftige in das Gebiet der großen" europäischen Bolitif, deren Inhalt zu der gestrige Tag gebracht hat. Der passive Widerstand an der Ruhr Dichtung zu spiegeln, findet Wien vor allem im" Faust". Er er- Streichungen vornehmen. ist zusammengebrochen, um einem desto attiveren Widerstand gegen flärt ten Erdgeist nicht wie Helmholz als eine Borahnung des 21. G. die Vernunft Blaz zu machen. Wenn die Blätter fallen, wird später entdeckten Geleges von der Erhaltung der Energie, sondern Der Kampf gegen die Kirche in Sonjetrußland. Sn der SowjetKönig Rupprecht durch das Brandenburger Tor einziehen; durch als die Naturkraft schlechthin, wie sie uns Menschen auf unserer presse wird neuerdings, wie der Ost- Expreß meldet, dem Kampf den Mitteleingang, wo die Autobusse nicht fahren dürfen. Alle Erde entgegentritt. Die Worte:" Du gleichst dem Geist, den Du gegen den Einfluß der Religion und der Kirche in den Volksmaffer Juden werden verprügelt, und alle Rotunden auch in Berlin mit begreifft, nicht mir!" haben nach ihr die Bedeutung:" Du kannst wieder viel Raum gewährt. Mitteilungen aus der Proving wissen nur einen fleinen Teil der Natur begreifen; in mir, in ter Natur- Don Gemeindebeschlüssen über Schließung von Kirchen zu Hakenkreuzen beschmiert werden, um füddeutschen Kunstfinn auch in fraft felbft, wird immer zurückbleiben, was Du nicht zu verstehen melden, die als politische Klubs, Bibliotheken usw. Norddeutschland heimisch zu machen. Der Bierpreis wird um eine Dermagft. In der Tat fann der Mensch nie hoffen, wie weit er Das Kupfer der Kirchenglocken wurde zu Million herab-, und Knüppel- Runze darf sich einen Platz auch die Naturkräfte erforschen mag, jemals ans Ende zu fommen," Flugzeugfabrikationen geopfert und dergleichen. Briefe von proherauffezen, denn er hat es schon immer gesagt. Der Prophet gilt fährt Wien fort. Jede neue Entdeckung wirft immer wieder zahl firchlichen und kommunistischen Arbeiter- und Bauerngruppen, mevinziellen Korrespondenten berichten über Disputationen zwischen wieder etwas in seinem Vaterlande, was Ludendorff veranlaßt, neichere neue Fragen auf, so daß die Erforschungsarbeit endlos ist bei die Bedeutung der kommunistischen Aufflärungsarbeit unter Preußen, die Stammutter so manches erlauchten Herrscherhauses, Bu ten höchsten Höhen der menschlichen Erkenntnis überhaupt hat strichen wird. Die Geistlichkeit erfährt in allen Artikeln dieser Art aum neuen Wirkungsfeld zu erfiesen. Eine feste Burg ist unser fich Goethe im 2. Teil des Faust" empergeschwungen. Die Gestalten stets eine scharfe Kritit. Dak in Odessa jüdische Arbeiter am Veralter, deutscher Gott. Kein Punkt von Wilson ist so fein gesponnen, mathematit, die mathematische Physik und die Erkenntnistheorie an- blättern mit Genugtuung hervorgehoben. der Mütter stellen zweifellos die abftratten Ideen dar, welche die föhnungsfest freiwillig zur Arbeit famen, wird von den Somjet er kommt doch an das Licht des Mondes. Mit Sensen und Dresch wenden. Die Borte:„ Um die fein Ort. noch weniger eine Zeit, flegeln und mit dem Maul wird der welsche Erbfeind, bis an die ron ihnen sprechen ist Berlegenheit" find der modernen RelaZähne mit Tanks, Flugzeuggeschwadern und Gas bewaffnet, nieder- tivitätstheorie wie auf den Leib zugeschnitten." Mit dem gefnüppelt. Ludendorff hält seinen Einzug in Paris. Er hat's Schlüssel" der mathematischen Kenntnisse steigt" Faust" zu den geschafft. Endlich hat er seine Ruhe und darf sich auf seinen reinen Dentformen nieder, die nur Theorien, t. h. Bilder der WirtArsch de triomphe seßen. Wilhelm II. besteigt als Rarl der Große lichkeit bieten und erst durch die Anwendung auf die Wirklichkeit ben Merowingerthron, und alles fängt wieder von vorne an. mit Leben erfüllt werden. Die Ehlußverse des Faust":" Alles Bergängliche ist nur ein Gleichnis", bezeichnet Wien als das Enddergebnis aller phnsikalisch- philofophifchen Erfenntnis". Die Birt Sie Euphorion Kunstausstellung. Sasanenfirake$ 5, eröffnet am lichkeit selbst bleibt uns unbekannt. Wir können uns nur mit Hilfe 6. ft. eine Ausitellung von Gemälden: Siegfried Sebba, Darmstädter unserer Verstandes träfte Bilder von ihr machen, die von der Art Realrubien( E. Freund- Fischer, Philipp Pfeifer, Gerhard Brangel), sowie fein müssen, daß die logischen Folgerungen aus unseren Theorien Graphit von B. Drejler, Leipzig. mit dem Ablauf der Wirklichkeit übereinstimmen. Dann haben wir 2 Anzeigen auf Briefmarken. Die italienische Regierung hat einer Gesellschaft die Erlaubnis übertragen, Anzeigen auf Briefmarien zu drucken; sie muß ihr dafür 60 Broz. des Er.dies und eine jährliche Mindestsumme zahlen. Die Anzeigen an diesen auffälligen Stellen sollen in Geschäftsfreisen bereits sehr geschätzt werden. Für die Briefmartensammler aber erhebt sich nun die wichtige, schwierige und brennende Frage, ob zmei Briefmarken derfelben Ausgabe, auf denen verschiedene Anzeigen stehen, als ei besondere Marken gesammelt werden können. Dichtungen von Ostar Ranehl und Bruno Schönlonf spitt ernst Friedrig am 7, abends 8 Uhr, im Meifteriaal, Röthener Str. 88, Die KPD.- Presse Sachsens verboten. Dresden, 4. Oftober.( TU.) Sämtliche sächsische tommunistische Zeitungen sind heute vom Wehrkreistommando IV auf Grund der Ausnahmeverordnung auf unbestimmte Zeit verboten worden, und zwar wegen eines am Freitag veröffentlichten Aufrufes der APD. In der Begründung heißt es, daß durch diesen Aufruf Reichspräsident Ebert und die Reichsminister Hilferding und Sollmann beleidigt seien. * Die Plaidoyers im Kähne- Prozeß. " Caßt sie liegen, laßt doch die Schweine fie freisen," 3wei Tage hindurch hatte der Angeklagte v. Kähne eine[ mar, der Grund hatte, diesen Zusammenhang zu verheimlichen. Das bei ihm schwer verständliche Ruhe zur Schau getragen. Am dritten Renomée diefer Herren v. Kähne, die dauernd mit der Waffe hanTage, der Anklagerede des Staatsanwalts, verlor er seine Selbst- tierten, jei ja aus den zahlreichen Schießaffären des jungen und des beherrschung. Als der Staatsanwalt davon sprach, daß die Familie alten kähne bekannt. Der Sohn komme nicht in Betracht, weil er v. Kähne durch Schießereien bekannt sei, drehte der Angeklagte sich fich damals nachweislich in Schlesien aufgehalten habe. Deshalb sei mit einem scharfen Ruck zu ihm hin und musterte ihn mit finsterem jetzigen Angeklagten gelenkt habe, der sich nach der Aufes ganz verständlich, daß sich der Verdacht gegen den Es mag im Interesse der öffentlichen Ruhe und Sicherheit Blid. Zu der Bemerkung des Staatsanwalts, er habe kein Verfindung der Leiche besonders merkwürdig und unpsychologisch be liegen, scharf gegen jene Blätter vorzugehen, die in der Verständnis für v. Rähnes Aeußerung: Laßt die Leiche liegen, mögen nommen habe. Die Redensart, als ihm der Leichenfund gemeldet hezung der öffentlichen Meinung ihre einzige Aufgabe er die Schweine sie fressen! zuckte der Angeklagte die Achseln. Der wurde: erbiiden. Aber wenn derartige Maßnahmen ihre Wirkung nicht verfehlen sollen, muß man verlangen, daß fie ein heit Staatsanwalt erklärte die dem Angeklagten zur Last gelegte Tat Itch im ganzen Reiche gehandhabt werden. Die baye= aus dem Herrenbewußtsein, das zum Ausdruck fam in der Neigung, sei bei einem Gutsvorsteher, der auf seinem Grund und Boden rische Presse leistet sich an Verleumdungen, Be- geringe Hebertretungen mit der Schußwaffe zu ahnden. Schon aus Polizeigewalt habe, völlig unverständlich. Benn er eine schuldigungen und Berhezungen tausendmal mehr als die politischen Gründen müßte man den Schießereien ein Ende machen. solche Aeußerung tue, so sei das ein Zeichen, daß für einen solchen tommunistischen Blätter Sachfens. Hier hat man von einem Er sah den Angeklagten als der vorsätzlichen Tötung überführt an Bertreter der Anklage schilderte dann weiter das Berhalten Kähnes Mann ein Menschenleben nur wenig bedeute. Der Einschreiten der Reichseretutingewalt noch nichts gehört oder und kam, wohl zu der feineswegs angenehmen Ueberraschung des fie muß, wie im Fall Bölkischer Beobachter", ihre Herrn v. Kähne, zu dem Ergebnis, daß ihm mildern de Um- u dem Vater Laases und dem Landjäger gegenüber. Er verwies darauf, daß der Angeklagte immer von einem Selbstmord des Ohnmacht zugestehen. Es liegt auf der Hand, daß derartige Stände zu versagen seien. Des Staatsanwalts Hinweis auf die Loafe gesprochen habe. Wenn Kähne behauptete, er habe sich desZustände breite Kreise der Deffentlichkeit aufs höchste be- politischen Erwägungen bot dem Verteidiger willkommenen Anlaß, halb so aufgeregt, weil der Landjäger ihm gegenüber einen unziemunruhigen und es ist nur zu verständlich, wenn sich unter über den Einfluß der„ Straße" zu flagen. Er stellte den Ange- lichen Ton angeschlagen hätte, so sei das nur charakteristisch der Bevölkerung unter diesen Umständen der Eindruck ein- flagten als das völlig unschuldige Opfer einer Seße hin. für die Ansicht, daß auf Grund der früher bestehenden allgemeinen nistet, daß der Ausnahmezustand gegen die Opposition auf Wehrpflicht jeder gebiente Mann auch vor einem früheren Offizier der Linken anders gehandhabt wird als gegen die Opposition nur mit den Händen an der Hosennaht stehen dürfe: auf der Rechten. Die Reichserefutive wird also, so schwierig die Verhältnisse sein mögen, dafür Gorge zu tragen haben, daß in der Behandlung der bayerischen Angelegenheiten grundlegende Aenderungen eintreten. 17 * Der Reichspoftminister hat, einer Eca- Meldung zufolge, den Bersand des„ Bölkischen Beobachters", der bekanntlich durch den Reichswehrminister Geßler verboten ist, durch die Boft untersagt Eine rechtsradikale Fälschung. Arbeiter, laßt euch nicht provozieren! In Drantenburg und Umgebung wurden in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch große rote Blafate angeschlagen, in denen zum Generalstreit aufgerufen wird. Unterzeichnet ist der Aufruf von der Bereinigten Sozialdemokratie, der KPD. und den Unabhängigen. Nach den Feststellungen unserer Genossen handelt es sich um cine dreiste rechtsradikale Fälschung! Es besteht eine große Wahrscheinlichkeit dafür. daß diese Aufrufe von Bis mard Bündlern angeklebt worden sind, die schon in der vorhergehenden Nacht Oranienburg mit Blafaten überschwemmt hatten, trotzdem die Verbreitung vom Wehrkreistommando verboten ist! 3 Augenscheinlich will man die Arbeiter hier und dort durch solche Fälschungen in wilde Etreiks hineintreiben, um dann den lauernden Faschisten Gelegenheit zum blutigen Niederschlagen" zu geben. Die Arbeiter sind aber flüger, als wie die dummen Jungen Dom Bismard- Bund und ihre älteren Schieber es glauben. Wenn fie streifen wollen, brauchen sie dazu gar feine Blatate. Die Sache flappt, wenn wirklich die drei Parteien, deren Unterschrift hier gefälscht wurde, auch ohne Blafatierung! Die deutsche Schmach. Das Rheinland zur Krise. Köln, 4. Dktober.( Tul.) Die Rölnische Bolfszeitung" ( Zentrum) schreibt zur Demiffion des Reichskabinetts: Wir nehmen feinen Anstand, die jetzige innerpolitische Krise als eine Schma ch zu bezeichnen. Draußen vor den Toren des unterjochten Gebietes * Der heutige letzte Berhandlungstag im Kähne- Prozeß, dem auch Generalstaatscumalt Rohde vom Kammergericht wieder beiwohnte, brachte nur noch eine kurze Beweisaufnahme. Der Unterfuchungsrichter, Bandgerichtsrat Dr. Ka ehler, befundete, daß der Zeuge Bellin ihm gegenüber als Tag des Zusammenstoßes zwischen Kähne und dem jungen Laase niemals den 3. Mai angegeben, fordern ganz allgemein von einem schönen Frühlingstag Anfang Mai 1922 gesprochen hätte. Auf Wunsch eines Geschworenen wird weiter feſtgeſtellt, daß Bellin seine belastende Bekundung 7 Tage nach Aussetzung der Belohnung gemacht hatte. Dann wurde die Beweis aufnahme geschlossen, und der Vorfißende for mulierte die Schuldfragen. Als der Vertreter der Anklage beantragte, die Frage nach mildernden Umständen zu stellen, sprang der Angeklagte v. Kähne, der bis dahin völlig ruhig der Berhandlung gefolgt war, erregt auf und schrie:" Ich verzichte auf mildernde Umstände, ich will nach dem Recht beurteilt werden. Gnadenbroden weife ich zurück!" Sowohl der Vorsitzende wie der Berteidiger hatten zu tun, um den aufgeregten Mann, der immer wieder mit der Fauft auf die Barriere schlug, zu beruhigen und ihn darauf hinzuweisen, daß nach dem Gesetz diese Fragestellung notwendig sei. Die Schultfragen wurden dann nach vorjählicher Tötung( Totschlag) und nach Körperverlegung mit Todeserfolg somie nach mildernden Umständen in beiden Fällen gestellt. Dann ergriff der Vertreter der Anklage, Erster Staatsanwalt Gerlach, das Wort zu seinem Plädoyer. Er betonte einleitend, daß er trok mancher scheinbar unlöslichen Widersprüche und unerklärlichen Tatsachen auf Grund des Beweisergebnisses doch ein klares Bild liefern zu fönnen glaube von dem, was im Mai 1921 im Pezzower Forst geschehen sei, von dem Berbrechen an dem jungen Laase, als dessen Urheber er den Angeklagten v. Kähne bezeichnete. nichts spreche bei dem Tod des jungen Laase für einen Selbstmord, im Gegenteil, alles spreche dagegen: der Fundort im Didicht, die eigenartige Stellung der Leiche, das Fehlen Tatsache, daß der Revolver gesichert war und daß die Sicherung jeglicher Gründe für ein freiwilliges Aus- dem- Leben- Scheiden, die hinter dem Bersager eingeschnappt war. La asesei von dritter Hand getötet. Die Annahme, daß er von Fischern erschossen worden sei, lei ganz abmegig, denn in diesem Falle hätten die Läter sich nicht erst bemüht, die Leiche das steile Ufer hinauf in den Wald zu schleppen. Auch ein etwaiger Zusammenstoß mit Ortsfremden jei unwahrscheinlich. Erschossen habe ihn einer, der ortsangehörig Wittern sie Morgenluft? " Solche Anschauungen paßten in unsere Zeit nicht mehr." Alle Verdachtsmomente, so erklärte Staatsanwalt Gerlach, würden aber zur Sicherheit durch die Aussage des Zeugen Bellin, der sich feine Behauptungen bestimmt nicht aus den Fingern gesogen hätte. Ein Hauptargument dafür sei die Tatsache, daß der Fundort befinde, die Bellin als Ort des Zusammenstoßes der Leiche sich in unmittelbarer Nähe der Stelle zwischen Kähne und dem jungen Laafe angegeben habe. Belastend sei ferner die Tatsache, daß kähne niemals int Sternwald einen Leichengeruch wahrgenommen haben will. Der Bertreter der Anklage fam zu dem Schluß, daß der junge Laase am Vormittag des 3. Mai von Kähne angeschossen und an diesem Schuß gestorben sei. Es folgten dann Ausführungen über die rechtliche Seite der Tat. Er wolle nicht annehmen, daß Kähne den Jungen direkt habe töten wollen, er habe aber zweifellos den dolus even tualis gehabt. Das sei ja gerade der Kähne Herren bewußt sein, daß niemand etwas auf ihrem Grund und Boden zu suchen habe und daß, wenn sie jemand träfen, für sie die Parole gelte ,, Raus mit der Knarre und geschossen." Die Frage nach mildernden Umständen bat der Staatsanwalt zu verneinen. Zweifellos habe das Rittergut Bezom viel unter Forstdiebstählen und unter Unbedachtsamkeit der Großstädter zu leiden gehabt, aber das sei doch nicht in Bezom allein der Fall, sondern auch in anderen Gütern der Gegend. Die Schießereien in Pezom bedeuteten eine eminente politischr Gefahr. In einem Rechtsstaat sei ein Menschenleben immer noch viel mehr mert als eine gestohlene Tanne oder eine zertrampelte Wiese. Wer diesen Rechtsstaat nicht anerkennen und von seinem Herrenstandpunkt aus harmlose Vergehen gleich mit der Waffe fühnen wolle, dem müsse bedeutet werden, daß ein solches Verfahren im Rechtsstaat nicht geduldet werden könne. Erster Staatsanwalt Gerlach bat, die Frage nach Totschlag zu bejahen und die mildernden Umn. stände zu verneinen. Er schloß sein Plädoyer mit den Worten: m Januar 1922 habe ich in diesem Saale zum erstenmol stand der junge Kähne hier und ich habe mit Entfeßen von den Zumit der Familie v. Kähne dienstlich Bekanntschaft gemacht. Damals ständen in Pezow gehört. Ich habe damals erflärt: Diese Wild. mestzustände in Pezom, vor den Toren Potsdams und Berlins, müffen aufhören. Meine Herren Geschworenen, ich habe dazu das Meinige getan, tun Sie jetzt das Ihrige!" Hierauf ergriff der Verteidiger des Angeklagten Justizrat Josephfohn das Wort zu seinem Plädoyer. hilfen zur Kohlenbeschaffung zu gewähren, ferner sind die Kredite bei der Reichsbaut schon jetzt so angespannt, daß man vielleicht noch den Berpflichtungen für diese Woche wird nachkommen tönnen, daß aber darüber hinaus die Leiter dieser Wirtschaftsbetriebe nicht mehr die Mittel aufbingen können, die nötig wären, um die Zechen zir lich fest und kaffieren von den Abnehmern vierzehntägig dann Ge befriedigen. Die Berliner städtischen Werke sezen ihre Tarife wöchentbühren ein, die auf einer Durchschnittsberechnung aufgebaut find. In der vorigen Woche, als das Finanzministerium den Dollar cuf rund 120 bis 130 hielt, wurden die Tarife für Gas, Wasser und lionen zugrunde legte. Diese Borschäzung der steigenden Geldentwertung hat sich jedoch als viel zu gering erwiesen. Heute nach dem der Dollar bereits seit zwei Tagen über 400 Millionen steht. sind die Kohlenpreise derart in die Höhe geschnellt, daß auch die Erregete Stimmen schallen aus einem Baden. Und dann die ſtehen Tausende von Beamten und von Familien, die mit Rummer Ruhrabgabe, und überhaupt die ganzen Steuern", fagt eine Stimme. und Sorge im Herzen lebhaft herbeifehmen, daß sie wieder an den Man wird aufmerksam und sieht genauer hin. Der Inhaber steht da heimatlichen Herd zurückkehren, fönnen. Sie hätten erwarten dürfen, mit hochrotem Kopf. Er mettert gegen die Saumirtschaft der daß die berufenen Vertreter des deutschen Boltes alles zurückstellen Sozialdemokraten". Jetzt", sagt er, wird es anders merden. Jetzt und die Regierung zu all den Handlungen ermächtigen, die eine werden wir eine nationale Regierung friegen. Sehen Sie sich doch schnelle Anbahnung von Verhandlungen mit dem die Lümmel da drüben an." Er weist dabei auf die Arbeitslosen Gegner gewährleisten. Das Kabinett der Koalition ist am Ende; hin, die frierend und hungrig vor dem gegenüberliegenden Arbeits- Elektrizität festgesetzt, indem man einen Dollarpreis von 150 Mil denn der Stoß, den das Ansehen des parlamentarischen Systems nachweis stehen, tagaus togein auf Arbeit warten und feine finden durch den Niederbruch diejer mit so großer Hoffnung begrüßten Re- tönnen. Diese Faulenzerbande sollte man einziehen." Ja", jagt gierung erlitten hat, ist tödlich. Auf einem solchen durch Mi Beifrig und erregt seine Frau, die hinter dem Ledentisch steht, so wie brauch des parlamentarischen Systems bereiteten das früher mar. Da war noch Ordnung. Zwanzig Stunden müßte Beden feimt die Reaktion auf zwei Seiten, auf der äußersten Linten gearbeitet werden, dafür faulenzt diese Gesellschaft herum." und auf der äußersten Rechten. So ein unverschämtes dummes Geschmäß", antwortet nicht minder erregt Die Kölnische Zeitung"( Deutsche Volkspartei) spricht eine einfache Frau. War Ihr Mann vielleicht Soldat, was? Im Kriege deron, daß die Parlamentsmaschine nicht in Ordnung sei, und zwar hat er sich hier herumgedrückt und schwer Geld verdient, heute nimmt Tiege das nicht so sehr an ihr selbst als an den Menschen, die sie er von uns Goldpreise und schimpft auf die Leute, die crbeiten bedienen. Die Führer müßten die bessere Einsicht, die sie selbst ge- möchten und nicht können. Lassen Sie doch ihre Clique erst man monnen haben, auch den Massen einfcn. Das Katt fährt dann dafür sorgen, daß die Leute wenigstens 8 Stunden arbeiten fönnen. fer:: Wir sind immerhin überzeugt, daß sie bei den Massen auf dem Mehr arbeiten, was, damit der Profit von ihrer Buchergesellschaft ege ist, hoffentlich nicht so Cangsam, daß die tostbarste Zeit und ins Ausland verschoben wird." Wer hat uns denn in das Elend damit vielleicht alles verloren geht In emigen geniß wichtigen gebracht", eifert der Geschäftsinhaber, Ebert und Scheidemann, die Poften glauben mir die notwendige Einsicht ziemlich auf allen sich die Taschen gefüllt haben" die Käuferin gibt ihm hierauf und Seiten nicusfeßen zu dürfen, nami in den brennendsten vrt cuf seine anderen Bemerkungen gepfefferte Antworten. Vor dem id: cftichen und finanziellen Lebensfragen. Aber die Kraft, ceicht fie aus, um die Einsicht zur ausgesprochenen Ueberzeugung zu meden und diese mannhaft durchzufämpfen, überall, wo es nottut? Dos ist die große Frage bei dieser Koalitionsfric, bei ihrem Werden u bei ihrer Lösung. Und es ist dann nur der Streit, ob mit oder ohne Sozialdemokratie, der nur neue Gefahren heraufbefdmürt, aber teine Beständigkeit schaffen wird. Die rantfurter 3eitung" fagt u. a.: So befchämend und verderblich auch der ganze Borgang ist, das Ergebnis ist es nun nidhi mehr. Eine Koalition, die solchen Erschütterungen ausgesetzt ist, wie das Ministerium Strefemann in diesen Tegen, hätte nur noch notbärftig gehalten werden können, und so ist es schon besser, man ge auseinander. Jezt geht es nicht mehr, wiederum eine Gruppie rung herzustellen, die so wenig zusammenhängt, daß ein Teil bei einem Angriff der Rechten alle Haltung verliert. Infolge dieser Echwäche haben die Deutsch nationalen gefiegt; völlig außerhalb aller geordneten Wege, aber immerhin, sie haben die Oberhand beheiten, also follen sie nun die Berantwortung übernehmen. Laden haben sich Zuhörer angesammelt, die der Auseinanderseßung folgen. Die Käuferin geht: ,, Verkaufen Sie Ihr Zeug andern Leuten, ich habe hier nichts mehr zu schaffen! fagt sie empört." Brauchen Sie auch nicht", schreit der Mann hinter ihr her. Wir werden mit der roten Gesellschaft schon fertig werden". Die Zuhörer gehen langsam auseinander. Die meisten behalten ihre Gedcnten für sich. Wer wird sich auch den Mund verbrennen. Nur ein Arbeitsloser ballt die Faust und fagt voller Wut: Jetzt wittert die Bande Morgenluft". Die Dollarkohle. Die städtischen Werke vor dem Ruin. Dorsichtigsten Raftulationen längst über den Haufen geworfen worden sind. Es ist mehr als fraglich, cb es jetzt gelingen wird, einen Ausweg zu finden, der in dieser schweren Zeit den Stadtverwaltungen eine Möglichkeit geben wird, ihre unerfäßlich notwendigen Werte meiter in Betrieb zu halten. ** Die Preise Klettern! Der Preis für das martenfreie Brot ist vom 5. Oftober an auf 37 Millionen, der Preis für die martenfreie Schrippe auf 1,6 Millionen Mart festgesetzt worden. Der Aerzteinder beträgt 50 Millionen. Ein Mefferstecher als Kriminalbeamter". Bon einem falschen Kriminalbeamten wurde der Buchdrucker Pappfe aus der Goßlerstraße niedergestochen. In der Nacht um 1 Uhr wurde das Ueberfallfommando Warschauer Straße alarmiert, dabei einem Zusammenstoß ein Monn durch Messerstiche erheblich verlegt morden war. Die Ermittlungen ergaben, daß der Kellner. Ignaz Volkmann aus der Kiefholzstraße sich als Kriminalbeamter" ausgegeben und ein Automobil, das die Frankfurter Allee hinuntergefahren fam, angehalten hatte. um den Führer festzustellen. Dabei fam es zu einem Streit, in dessen Verlauf der Buchdrucker Pappfe von Bolfmann mit einent Taschenmesser niedergestochen wurde. Die Menge fiel nun über den Mefferhelden her und verprügelte ihn drartig, daß er ebenfalls wie der durch Messerstiche Berlegte nach der Rettungsstelle gebracht merden mußte. Von dort wurde er dem Polizeirevier zugeführt. Wetter für morgen. etwas neblig, mit leichten Regenfällen, borübergehend Aufflarung und Berlin und Umgegend. Ziemlich mild, größtenteils troden und Groß- Berliner Parteinachrichten. Die Goldpreisberechnung für Kohle, die sich in so verhängnisvoller Weise bereits für den Verbraucher, die Gruben selbst und vor allem für die Bergarbeiter ausgewirkt hat, droht für die fientlichen Werke in den deutschen Städten zu einer Ratastrophe zu werden, die faum mehr abzuwenden ist. Die Kohlenpreise, die, vom etwas fühler. Dollar abhängig, eine schwindelnde Höhe erreicht haben, ebenso wie in den bayerischen Braunkohlenrevieren ernste ste 2 b= führen zunächst dazu, daß im mitteldeutschen Brauntohlenbergbau sagstodungen eingetreten sind. In beiden Kohlengebieten ist 13. Sreis. Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade: Die Bildungszu umfangreichen Arbeiterentlaffungen geschritten Ein neuer Mordprozeß. morden( die beste Illustration zu dem Kampf gegen den Achtstundentag!), weil Rohbraunkohle und Briketts nicht mehr verfäuflich find. Gegen die Düffeldorfer Polizeileitung! Der Kohlengroßhandel ist nicht mehr in der Lage, Lieferungen abDülfeldorf, 4. Oftober.( WTB.) Der Polizeidezernent der zunehmen, und der Kleinhandel hat teilweise seine Zahlungen einStadt Düsseldorf, Beigeordneter Dr. Haas, ferner Polizeiober- stellen müssen, weil die Bevölkerung, obwohl der Winter vor der infpeffo: Höfner, Kriminalinipettor Wollenberg, Komman- Tür steht, auch beim besten Willen feine Rohlen mehr für sinen Noch weit schwieriger ist die dant der Schutzpolizei Major Engel und Leutnant Vogt sind Monat im voraus taufen fann. Lage der Gas, Cleftrizitäts- und Wassermerte heute vormittag nom französischen Kriegsgericht in der Vor- in allen deutschen Städten. Fachkreise sind der Meinung, daß es mersbarf, Charlottenburu, heute bena 18 Uhr, im Jugendheim interfuchung wegen der Borfälle nom legten Sonntag vernommen hier in den nächsten 2 bis 3 Wochen bereits zur Katastrophe kommen worden. Die Anflage lautet auf Mordverju(!). muß, denn das Reich hat es ablehnen müssen, den Werken Reichs. funktionäre treffen sich heute abend 7 Uhr( oor Beginn der Kreismitglieder versammlung) Aula Rurfürstenstraße in Marienbors. Jungfozialisten. Die Gesamtveranstaltung findet nicht Freitag, sondern Sonnabend ebend im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24( Saal 1) statt. Jugendveranstaltungen. Werbebezirk Besten: Abt. Schöneberg I, I und III, Friedenau, WilEhmargendorf; Breifeftraße 85: Berbebezirts- Mitgliederversammlung. Gewerkschaftsbewegung Lohnpolitische Kritik. schwung Mitte Auguft begonnen, der mitten in der schlimmsten wirt| Nach den Erfahrungen der letzten Wochen und Jahre ist die Umwandschaftlichen Lage die Lohnempfänger für das Elend der kommenden lung städtischer Betriebe zu Lasten der Arbeitnehmer erfolgt. Die Wochen in vorweg erhöhten Löhnen schadlos zu halten suchte. Bei Beseitigung sozialer Rechte, Minderung des Lohnes, verlängerte den Beamtengehaltsnachschüben habe diese mit den Billionen Arbeitszeit und Arbeiterentlassungen waren die Folgen der Gefellspielende Lohnpolitik ihren„ blendenden" Widerschein gefunden. Schaftsbildung. Die Versammelten beauftragen ihre gewertschaftlichen Eine Betrachtung der verschiedenen Tendenzen, die die Lohn Weiter feien dann auf die bereits abgerechneten zurüdliegenden Organisationen, ihre gesamte Kraft zur Wahrung der Rechte der egelungen von der Kriegszeit an bis heute aufweisen, ist recht lehr- Löhnungsperioden noch Nachvergütungen für entgangene Lohn- Arbeitnehmer der städtischen Werte einzusehen." reich. Prof. Dr. W. Zimmermann, Hamburg, hat in der Deutschen realisierungsmöglichkeiten gefordert worden. Diese Lohngebarung Allgemeinen Zeitung"( Nr. 438 u. 450) eine solche Betrachtung habe die Preise für die Waren aufgepeitscht. unternommen. Die Lohnpolitik mit ihrem gegenwärtigen Wirrwarr Gewerkschaftliche Aufklärung". Die weiblichen Mitglieder des Verbandes der Buchbinder und sei, zwar in der Hauptsache nur eine Widerspiegelung der Zu alledem sei bemerkt, daß hinterher über die Dinge leicht Bepierverarbeiter hörten gestern ein Referat der Kommunistin Rosi verfahrenen Wirtschafts- und Währungspolitik, zu reden ist. Soweit von Lohnpolitik die Rede sein kann, fonnte fie offist ein über die politische Lage und die Stellung der Frau doch weise sie auch ihre eigenen Sünden auf. Als„ Urgrund doch nur eine Politik von der Hand in den Mund sein, von Arbeit dazu. Obwohl sich die kommunistischen Mitglieder der Drisverwal aller Verdammnis" bezeichnet er die Versailler Friedensdiftatpolitit. nehmerfeite aus gesehen ein ständiger Kampf um das Lebensnot- tung nach ihrem Sieg" in der letzten Generalversammlung augenDer Verfasser spricht von den verschiedenen Stadten der deutschen wendigste, in dem schließlich einige Augenblidserfolge zu verzeichnen scheinlich alle Mühe geben, durch heranziehung zugkräftiger" RefeLohnpolitik seit dem Kriege, auch davon, daß während der waren, aus dem jedoch die Arbeitnehmer immer als die Geprellten renten die Mitglieder in ihrem Sinne aufzuklären, bringt der überKriegswirtschaft einzelne Lohngruppen bevorzugt waren, hervorgingen. Die unterschiedliche Behandlung der„ lebenswich riegende Teil der Mitgliedschaft dem kein Verständnis entgegen. Die verlegt aber trotzdem den Beginn einer Untersuchung aus der tigen" und der als weniger lebenswichtig gestempelten Betriebe, hat Versammlung war recht dürftig besucht. Aber was bie Kolleginnen Kriegszeit in die Zeit der Revolution. Die Tendenzen der die früheren Grundlagen total verschoben. Die Berhältnisse an Verständnis für die fommunistische Heilslehre vermissen ließen, deutschen Lohnpolitik hielten einer fachlich kritischen Nachprüfung bestimmten die Lohnregelungen, und solange unsere wirtschaftlichen ersetzte Rosi durch lungenkräftige Brandreben. Die einstimmig ange= unter volkswirtschaftlichen und sozialpolitischen Gesichtspunkten und politischen Verhältnisse nicht beständiger sind, ist auch eine ge- nemmenen Resolutionen werden toch hoffentlich die KPD.- Berwalnicht stand. ordnete Lohnpolitit nicht möglich. Eben deshalb auch die Ueber- tungsmitglieder nicht über die sehr notwendige Erkenntnis hinwegs Ist die Lohnpolitik in der Hauptsache nur eine Widerspiegelung zeugung, baß auf der Schwundgeldbafis der Papiermart fein täuschen, daß so auf die Dauer feine Erziehungsarbeit an Erziehungs. der verfahrenen Wirtschafts- und Währungspolitik, die ihrerseits auftraftbeständiger Lohn zu schaffen fei". bedürftigen geleistet werden fann und nur die Mitglieder aus ben fich in der Hauptfache wiederum nur als Folge der durch die KriegsVersammlungen hinausgegrault werden. und Nachkriegszeit ziemlich außer Fasson geratenen fapitalistischen Wirtschaftsweise erweist, dann fann sie nicht als eigenes Gebiet be trachtet und beurteilt werden, sondern nur im 3usammen hang mit den Allgemeinverhältnissen, als ein abhängiges Teil der= felben. meg aus. Ein solcher Lohn erweist sich jedoch mehr und mehr als un erläßlich. Erst damit wäre die Bafis gewonnen, von der aus die verschiedenen Mängel, die sich herausbildeten, allmählich wieder ausgeglichen werden können. etwa Was geht in der Metallindustrie vor? Dr. Zimmermann schildert die einzelnen Perioden der LohnVon einem Metallarbeiter wird uns geschrieben: bewegungen der letzten Jahre wie folgt: Bald überwog die Gruppenintereffentenpolitik der Arbeitnehmer oder richtiger einzelner industrie mit dem Feuer. Sie waren schon stets die Schrittmacher Seit 14 Tagen spielen die Unternehmer der Berliner Metall. Schichten der Arbeiterschaft, bald die der Arbeitgeber: wechselnde aller Scharfmachere: und glauben auch in der jetzigen Zeit ihren Machtkonjunkturpolitik ohne flare produktionspolitische Orientierung Arbeitnehmern mit Brovokationen entgegentreten zu können, die und ohne Rücksicht auf die volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit der alles Dagewesene übertreffen. Nation, ohne Rücksicht auf die geld- und währungspolitischen Folgen. Manchmal aber taten sich auch Arbeitergewerkschaften und Arbeitungsfommiffionen zusammen und beraten über Lohnaufbefferur.gen, In den letzten zwei Wochen siken fast jeden Tag die Berhantgeberverbände zu gemeinsamer monopolistischer Lohn Erhöhungen der Affordpreise und Heraussetzung der sozialen Bulagen. politie bewußt auf Kosten von Weiterverarbeitern und Ver- Der Erfolg all dieser Bemühungen der Arbeitervertreter ist der, brauchergruppen zusammen. Später artete die Lohnpofitit oft genug daß gerade diejenige Arbeiterkategorie, die gerade von Unternehmer in ein bloßes Nachlaufen der Löhne hinter den fallenden feite so oft als bestqualifizerteste bezeichnet wird, Löhne erhält, die Marffurfen und schließlich zulegt in ein besinnungsloses, hemmungs wenig über der Erwerbslofenunterstützung liegen. Der Grund dafür loses Weiterpeitschen der Löhne und der Preise sogar über die durch ist aber feineswegs etwa in mangelndem Verhandlungsgeschick der den deutschen Währungssturz gezogenen äußersten Grenzen hin Bewerkschaftsvertreter zu suchen, vielmehr liegt er in der bewußten 2bficht der Unternehmer, die Arbeiter zu Dummheiten und Gewerk Die große Lohnbewegung" der Revolution habe den Grundschaftsdisziplinbrüchen herauszufordern. gelegt zu dem Mißverhältnis zwischen der gesamten Löhnung und Wie soll man es anders bezeichnen, wenn die Unternehmer Der Gesamtproduktivität der Bolkswirtschaft. einen Anfang voriger Woche unter Mitwirkung ihrer eigenen Die einfichtigen Arbeiterführer und die Unternehmer hätten sich Bertreter gefällten Schiedspruch ablehnen, der ten Attord vergeblich gegen folche Augenblidsgewinnpolitik der arbeitern in der Spige einen Stundenverdienst von Arbeiter auf Kosten der sozialen Kapitalkraft des Boltes gewandt 17 Millionen für die Zeit vom 17. bis 22. September brachte? Die und statt dessen Steigerung des Arbeitereinkommens durch ge- Unternehmer zahlten einfach nur 14,5 Millionen aus, machten fich steigerte Arbeitsintensität gefordert. Allein das allo ihre Schiedssprüche" unter Ausschluß der Deffentlichkeit felbst. Wechselverhältnis von Lohn und Leistung sei durch grundsätzliche Das Metallfartell, beantragt die Berbindlichkeitserklärung beim Bekämpfung der Akkordlöhnung durch die Massen der Arbeiter- Demo"; die Unternehmerführer erfiären schon vorher ihre Absage schaft zunächst noch bewußt unterbunden worden. Der Lebensbedarf an den Spruch tiefer Instanz. Am Sonntag erfolgte ein neuer der Lohnempfänger sei eine Weile stärker gestiegen als die Produt- Schiedsspruch: Die Spizena tford verdienste betragen in der tion, wodurch die Inflation ihre fauftraftregulierende und lohnver- Woche vom 24. bis 29. September etwa 25 Millionen. Die Herren wässernde Mission noch stärker entfalten mußte. Die Unternehmer pem BBMS. beschließen prompt nur die Auszahlung von Vor= hätten dann erkannt, daß die Preis- und Lohninflation durch den schüssen am Dienstag und Freitag. Das finanzielle Ergebnis sinkenden Markkurs für die Wiederbelebung des Auslandsablages dieses Unterhaltungsspiels war für die Metallarbeiter folgendes: gute Konkurrenzmöglichkeiten lieferte und darum eine Lohnpolitik Dienstag, den 25. September, Borschuß 225 Millionen, Dollar fich ruhig weiter entwickeln lassen, die zwar den Arbeitern ständig 120 Millionen; Freitag, den 28. September, Restzahlung etwa freigende Nominallöhne brachte, den deutschen Lohnftand aber, ge- 350 Millionen( höchftvertienende Affordarbeiter, Lohnarbeiter messen am Auslandskurs der Mark und bald auch hinsichtlich der wesentlich weniger); Dienstag, ten 2. Ottober, Borschuß 300 millioinneren Kauffraft, immer tiefer unter die Einnahmebezüge der Aus- ren, Dollar 320 Millionen; Borschuß am kommenden Freitag nach landskonkurrenz brüdte. Die verlockend hohe Nominalentföhnung Abficht des BBMJ. 360 Millionen. Die Metallarbeiter hätten aljo habe immerhin bewirft, daß große Teile der Arbeiterschaft zum für zwei Wochen brutto 1235 Millionen verdient. Stüd oder Zeitaffordlohn zurüdiehrten. Der hohe Nominallohn- Ob das eine Bezahlung ihrer Arbeitstraft, ein Anreiz au er stand habe schließlich auf die Entlohnung der Arbeiterschaft und Be- höhter Produktion" oder aber eine Propotation ersten Ranges amten der öffentlichen Betriebe und Verwaltungen des Reidjes, der ist, das ist für die Metallarbeiter teine Frage mehr. Die Berliner Länder und Gemeinden fortgewirkt und der Inflation neue Anstöße Metallscharfmacher haben scheinbar den Ehregiz, für organisiertes gegeben. Schließlich hätten die Arbeiter die die Lebenshaltung ver- deutschväitisches Borgehen den Boden in Berlin zu bereiten. wässernde Wirkung der einseitigen nominalen Lohnpolitik verspürt Darum Augen und Ohren auf. Notwendig ist aber endlich auch die und deshalb gleitende Teuerungszulagen gefordert. Die Erfenntnis, daß nur strengster zusammenschluß Erfüllung dieses Verlangens sei damals glücklicherweise an dem und Zusammenhalt die Gewähr dafür bieten, die ProvoWiderspruch der einzelnen Elemente und an der Abneigung vieler fctionsgelüfte eines machttrunkenen Unternehmertums nicht zum Gewerkschaften gescheitert, die sich durch eine rein automatische Lohn- Schaden der Arbeiter ausschlagen zu lassen. regelung in den Augen ihrer Mitglieder nicht überflüssig machen wollten. Die Gefahr ist groß. Ein Funke fann das Pulverfaß zur Expiofion bringen. Mögen das die amtlichen Stellen erkennen, die hier zuständig fine und noch etwas zu sagen haben. Nene Löhne in der Lederwarenindustrie. Durch Bereinbarang beim„ Demo" fommt für die Woche vom 28. September bis 4. Oftober der Reichsinder vom 4. Oftober in Höhe von 45 Proz. auf alle zurzeit bestehenden Zeit- und Affordlöhne, ohne Unterschied der Höhe des Verdienstes, generell zur Berrechnung. Der Mindest.. Die Lehrlinge erhalten im ersten Jahre das Biereinhalbfache, im Iohn eines Facharbeiters beträgt demnach 26 298 082 m., der eines Hilfsarbeiters 23 932,255 m., der einer Stepperin 17 882 696 m. weiten das Fünfeinhalbfache, im fünften Halbjahre das Siebenfache und im sechsten Halbjahre das Siebeneinhalbfache des Facharbeiter. lohnes pro Woche. Lohnabschluß mit dem Verband der Schilderfabrikanten, Die neuen Löhne für die Zeit vom 28. September bis 4. Oktober find mit dem Verein Berliner Schilderfabrikanten festgesetzt. Der Spizenlohn beträgt 25 000 000 m. Deutscher Verkehrsbund, Seftion V. Wirtschaft Verheerende Absahstockung. Die Die maßlofe Steigerung aller Warenpreise, mit der die Kauffraft der Bevölkerung nicht Schritt hielt, hat die Absazkrise in der Industrie in geradezu verheerender Weise gesteigert. Die Berichte der preußischen Handelskammern für den Monat September bestätigen, was die große Mehrheit der Arbeitnehmer leider bereits am eigenen Leibe erfahren hat, nämlich daß die in= dustrielle Beschäftigung immer mehr zurückgeht. Die Berichte stimmen in diesem Punkte überein, aus welchem Gewerbezweige sie auch tommen mögen. Selbst die Rohstoffindustrien, wie Kohle und Eisen, stehen unter dem Zeichen stockender Nachfrage und stillen Geschäftes. Noch mehr gilt das für die verarbeitende Industrie. So hat sich die Lage in der Kleineisenindustrie, im oko motivbau und in der Elettrizitätsindustrie wesentlich verschlechtert. Der Auslandsabsatz der letteren stockt, weil die Weltmarktpreise überschritten sind. Auch in den Gewerbezweigen, wo Bes triebseinschränkungen bisher vermieden werden konnten, rechnet man damit, daß sie in der nächsten Zeit eintreten werden. So hat der Auslandsabsay in chemischen Bräparaten, wie es im Be richt heißt ,,, in erschreckender Weise nachgelassen". Die Industrie der Steine und Erden verzeichnet taum mehr einen Versand. Papierindustrie, die Baustoffindustrie, das Drudgewerbe arbeiten zu einem großen Teil verkürzt und beurteilen die Zukunft sehr pessimistisch. Nicht anders steht es in der Bekleidungsindustrie. Der größte Teil der Tuchindustrie z. B. arbeitete für den Inlands bedarf, der vollständig stockte. Neue Auslandsaufträge gingen in diesem Gewerbezweige nicht ein, da die deutschen Angebote um fünfzehn Prozent teurer sind als die ausländische Konkurrenz. Nicht anders sieht es mit anderen Zweigen der Textilindustrie aus. Die München- Gladbacher Baumwollindustrie verzeichnet ein stark verringertes Geschäft, weil die Ware der rechtsrheinischen Fabriken inAn Stelle der Forderung nach Gleitlöhnen sei dann die Forde folge der niedrigeren Löhne um 40-50 Broz. billiger sein fann als rung getreten: Heran an die Weltmarttiöhne!" Dr. Zimmermann erinnert an Ausführungen der Groß- Berliner Gemeindearbeiter und Gemeindebetriebe. ihre Ware. Die Ronfettionsindustrie ftodt. Während die industriellen Dr. Guggenheimer und Dr. Kraemer, daß die Löhne Am 1. Ottober tagte im Stadthaus eine Bollversamm Preise für Rohhäute und Felle fich genau der Geldentwertung anbei vielen Produkten durchschnittlich nicht mehr als tung der Betriebsräte der jämtlichen Betriebe und Ber- paßten und auf das 40-50fache des Vormonats stiegen, stockte in 5 Pro 3. betrugen, weil die in Gold vom Ausland bezogenen Roh- waltungen der Stadt Berlin, die fich u. a. mit der Absicht des Leder das Geschäft vollkommen und die Schuhindustrie ftoffe und sonstigen Materialpreise den Hauptteil der Geftehungs- Magistrats befaßte, die städtischen Werte in eine Gesellschaftsform zu findet keine Käufer, weil die Ware zu teuer ist. Bezeich foften ausmachten. Nachdem feit Mitte 1922 immer mehr Industrie- überführen. agodzinsti vom Verband der Gemeinde- und nend für die Preispolitik im Lebensmittelgewerbe ist, daß zweige dem Vorbild des Großhandels gefolgt feien, auch im Inlande Staatsarbeiter legte, auf umfangreiches Material gestützt, die Ge- Auslandsware sich nach dem Bericht der Frankfurter Handelsin Gold zu falfulieren und zu fakturieren, fei auch aus dem Ar- famtlage der Ueberführung der städtischen Betriebe in eine Gefellbeiterlager der Ruf nach Goldlöhnen ertönt. Das sei zwar schaftsform und deren Folgen und Zwedmäßigkeit flar. Die start nicht so ernst gemeint gewesen, daß der deutsche Arbeiter nunmehr besuchte Bersammlung nahm einstimmig eine Resolution an und seinen vollen Friedenslohn in Gold berechnet und in entsprechender erwartet, daß die städtischen Verwaltungskörperschaften dieser einPapiermarkhöhe ausgezahlt haben wollte, doch habe diese Parole stimmigen Meinungsäußerung gebührende Beachtung zuteil werden das Verlangen der Arbeiterschaft nach bedeutenden Lohnsteigerungen lassen. Die Resolution besagt: genährt, das auch im Februar und März 1923 während der Mark-" Die Versammelten erklären, daß fie in der Umwandlung der Stabilisierungsperiode" nicht Halt gemacht habe. Die Regierung habe Betriebe in die Verwaltungsform einer A.-G. nicht die Gewähr damals ihre Warnung vor weiteren Lohnerhöhungen auf Einspruch sehen für eine rationelle Bewirtschaftung der Betriebe. Die augender Gewerkschaften preisgeben müssen. blickliche schwierige Lage der Unternehmungen ist zurückzuführen Alls nach der fünstlichen Stühung die Mart im April 1923 zu auf die Folgen der Geldentwertung und besonders auf die Fest stürzen begann und ihre Fallgeschwindigkeit im Juli meteorhaft feßung der Kohlenpreise auf Goldbasis, und Ueberschreitung der wurde", jei die deutsche Lohnpolitik an der gefährlichen Weltmarktpreise. Solange die Hauptrohprodukte der Unternehmen Treibsandfüste gelandet, vor der sie alle Einsichtigen unter dieser Belastunug zu leiden haben, wird jede wie immer immer wieder gewarnt hätten. Allein die Gewerkschaften, Arbeit geartete Berwaltungsform fie nicht von den bisherigen Schwierig geber und die Regierung hätten einige Wochen lang geglaubt, festen feiten befreien fönnen. Die Versammlung ist der Auffassung, und Boden unter die Füße zu bekommen durch die gleitende, fich auto- zwar auf Grund der Erfahrungen der lezten Jahre, daß die Gas-, matisch Schlag auf Schlag der Markentwertung und der Preis- Waffer und Elektrizitätswerke Berlins auch unter rein städtischer steigerung anpassenden Lohnregelung. Die Einführung des Regie in der Lage find, die Aufgaben zu erfüllen, die sie sowohl als wertbeständigen Lohnes" habe das, Cleiten des Lohnes wertvolle Vermögensobjekte der Stadt Berlin wie auch von sozialen so beschleunigt, daß er vielfach über die Lebensunterhaltspreise und Gesichtspunkten aus zu erfüllen haben. Die Betriebsräte- Bollverdie Markkurve hinausgerutscht sei, und statt ,, wertbeständiger" sammlung lehnt daher die Umwandlung in eine A.-G. oder G. m. Löhne seien Lohnfäße festgesetzt worden, die den Realwert des b. 5. grundfäßlich ab. Die Versammelten fehen in der GesellschaftsLohnes erheblich über seinen Stand in den Vormonaten hinaus- bildung die Borstufe zur Auslieferung der städtischen Werke an das getrieben und schließlich bei Rückschlägen des Dollarkurses den deut Privatkapital. schen Arbeitstoftenetat über seine Fassungskraft hinaus belastet Die Umwandlungen städtischer Betriebe in die Form der G. m. hätten. Mit Bäckerwochenlöhnen von 30 Millionen Mark und Buch- b. H. haben in erster Linie zur Folge, daß die Rechte der in diesem druckerspitzenlöhnen von faft 32 Millionen Mart habe' der Hoch- Betriebe beschäftigten Arbeitnehmer geschmälert und beseitigt werden. Wir kaufen auch kleine Posten ausgekämmte Frauenhaare einwandfreie Ware, und zahlen heute 50 Millionen Mark für das für graue ein Drittel Haarverwertung A.-G., Belle- Alliance- Pl.12 Kräuter- Franzbranntwein Kopp& Joseph Berlin W 50 besonders kräftigend u.erfrischend Potsdamerst. 122 " Korsette Verkauf Reparatur, Maßanfertigung Fr. C. 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Nichts fennzeichnet den Widerfinn dieser in so allgemeiner Form gestellten Forderung besser als dieser Widerspruch. Selbst wenn man zugibt, daß zu besserer Kohlenversorgung der Kohlenbergbau für mehrleistungen gewonnen werden muß, so fann man doch auf keinen Fall anerkennen, daß eine Besserung der allgemeinen Wirtschaftslage möglich ist, indem man noch mehr Arbeiter um ihren Lohn und ihre Rauffraft bringt. Berantwortlich für Politik: Richard Bernstein; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Fris Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwäris- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchbruceret und Verlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW. 68. Lindenstraße 3. Quittungs- Marken LETTLANDS BÜCHER GESUCHT Gold, Silber-, platin- run einzige große deutsche Morgenzeitung Rigasdie Nachrichten Orgen der demokratischen Deutschbalten Wir sind ständige Abnehmer von antiquarischer, besonders sozialistischer Literatur. Bestes Informationsorgan über VERLAG DER NEUEN GESELLSCHAFT Volkswirtschaftliche Fragen Lettlands und aller übrigen Randstaaten All wöchentl. Sonder- Ausgabe über Rußlands Wirtschaft, Handel and Industrie Verbreitetstes Insert onsorgan Redaktion und Expedition: Kleine Königstraße 9, Rigá, Latviá W. 15, Sächsische Str. 7- Pfalzburg 5140 Millionen sparen Sie bei ERICH SCHULZ Neukölln, Kais..Friedr.- Str.220 an der Weichselstr. Für den Winter: Strumpfwaren, Kindertrikots, Trikotagen, Kinderswea ters, Wollwaren, Damen- Schlüpfer, Wolle, Nähgarn. Seit 40 Jahren Spezialität Conrad Müller, Schkeuditz- Leipzig. Brillanten Maffe Zahngebisse zahlt unüberbietbare Preise hundepart R. Felske, Schaffland, sse 67. 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