Nr.469 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 234 Bezugspreis: Bom 7-13. Dtober 42 Millionen M. voraus zahlbar. Unter Kreuzband Dom 7-13. Oktober für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Defterreich u. Bugemburg 60 Millionen für das übrige Ausland 92 Millionen Boftbezugspreis freibleiben b. Der„ Borwärts" mit ber Gonntags. beilage Boll und Beit", ber Unter haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich awetmal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 7000000 M. Anzeigen- Grundpreise: Die ein spaltige Ronpareillezeile 400 Mart. Reklamezetle 2000 Mart. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 120 M.( aulässig zwet fettgebrudte Borte), jebes wettere Wort 60 M. Stellengesuche das erste Wort 60 M, jedes weitere Wort 50 M. Morte über 15 Buchstaben zählen filr zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten geile 40 M. Alle Grundpreise mal Schliffelzahl zurzeit 100 000. 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Noch der Gegensatz zwischen der Schwerindustrie auf der nahme eine: Erklärung der Reichsregierung in den letzten Minuten vor Beginn der Sigung schwirrten einen Seite und den Berarbeitern und Händlern auf der Reichskanzler Dr. Stresemann durch das Haus Gerüchte von neuen Schwierigkeiten: da anderen Seite. Ist es doch bezeichnend genug, daß Herr Schacht und Rabethge abgelehnt hätten, sei fein Dr. Stresemann die rücksichtslose Preispolitik der Kartelle erhält sofort das Wort. Er wird von den Kommunisten mit lärmenFinanzminister und fein Wirtschaftsminister vorhanden. Die brandmarken fonnte, wie sie insbesondere in der Schwer- den Zurufen empfangen, die rufen: Der Vertreter von Stinnes! meisten Abgeordneten erfuhren erst aus den einleitenden industrie üblich ist, nachdem soeben erst diese Kreise den erfolg. Die Kulisse für Stinnes! Reichskanzler Dr. Stresemann erklärt: Worten der Kanzlerrede, daß Dr. Roeth zum Wirtschafts- reichen Bersuch gemacht haben, einen Wirtschaftsminister, der Sch will hier über die Neubildung der Reichsregierung sprechen. Ich kann den Herren Zwischenzufern versichern, daß Herr Stinnes minister, der bisherige Ernährungsminister Dr. Luther ihr nicht genug zu Willen war. aus seinem Amte zu bringen. mit dieser Neubildung nichts zu tun hat. Der Beroleich mit der zum Finanzminister ernannt, das Kabinett also- bis auf den Wir möchten insbesondere wünschen, daß die Worte des Kuliffe ift daber sehr wenig angebracht.( Heitere Zustimmung.) freigewordenen Siz des Ernährungsministers und das vom Reichskanzlers unter voller Billigung feines jetzigen Reichs- Die Regierungsneubildung hat sich vollzogen auf pa- teipolitischer Kanzler verwaltete Amt des Auswärtigen-vollständig be- wirtschaftsministers Roeth gesprochen worden seien, der es Grundlage. Sie hat Veränderungen gebracht in der Besetzung Jetzt sei. leider seinerzeit als Leiter der Kriegsrohstoffversorgung ver- des Reichswirtschaftsministeriums und des ReichsDie folgenden Ausführungen Dr. Stresemanns über die fäumt hat, den Preisforderungen der Schwerindustrie mit ge finanzministeriums. Das erste wird geführt von Herrn auswärtige und innere Politit waren geeignet, die Besorgnis nügendem Nachdrud entgegenzutreten. Dr. h. c. Roeth, das Reichsfinanzministerium von dem bisherigen zu zerstreuen, daß durch die teilweise Umbildung des Kabinetts Weniger befriedigend waren die Ausführungen des Minister für Ernährung und Landwirtschaft Dr. Luther. Das eine Rechts schwenfung eingetreten sei. Der Reichskanzler Reichskanzlers über Bayern. Für Bayern hat der Boroffen, es ist die Absicht der Regierung, es zu befeßen mit einem Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft bleibt vorläufig polemisierte scharf und glücklich gegen das unverantwortliche stoß, der das Kabinett ins Wanten brachte, als Entlastungs- aus der Landwirtschaft stammenden, mit ihr in engstem Bertrauens. Treiben der Deutschnationalen, denen sich eine Gruppe seiner offensive gewirkt. Während es in Berlin feine Reichsregie- verhältnis stehenden( 3uruf bei den Kommunisten: Deutschnatioeigenen Frattion fo feelenverwandt fühlt. Dabei gab er frei- rung gab, die ihre Autorität wahren konnte, hat Herr v. Kahr nalen!) Herrn. Was die Deutschnationalen zu diesem mütig zu, was nicht zu verschweigen ist, daß nämlich der von in München die seine desto rücksichtsloser durchgesezt. Leider Kabinett zu sagen haben, dafür warten Sie die Erklärung der vielen von der Einstellung des passiven Widerstandes erwar- ist verfäumt worden, den Anfängen zu wehren, und die ver- deutschnationalen Fraktion ab. Ich glaube nicht, daß diese sich tete Erfolg ausgeblieben ist. Gründlich aber zerstörte faffungswidrigen Zustände in Bayern haben dadurch eine nicht deckt mit der Erklärung der Regierung. Die Vorgänge der letzten er die hezerische Demagogie derer, die so tun, als ob durch die unerhebliche Feftigung erfahren. So ist die Vorsicht, mit Tage haben eine sehr scharfe Kritik erfahren. Der Reichsverband Fortsetzung des passiven Widerstandes noch etwas zu erreichen der Dr. Stresemann an die Behandlung der bayerischen Frage der Eisen- und Stahlindustriellen sagt zum Beispiel, der Parlamentarismus habe verjagt. gewesen sei, oder als ob sie irgendein geheimnisvolles Sauber heranging, begreiflich, aber bei aller Vorsicht wäre es doch mittel in der Tasche hätten, um die auswärtige Lage zu wohl möglich gewefen, den Rechtsstandpunkt des( Sehr richtig! bei den Deutschnationalen.) Deshalb muß ich auf die Bedeutung diefer Kritif, soweit de: Barlamentarismus in Betracht meistern. Den Willen des deutschen Bolkes, auf dem Wege Reichs stärker zur Geltung zu bringen. von Verhandlungen zu einer Berständigung zu kommen, stellte fommt, eingehen. Gestatten Sie mir, nicht nur an diejenigen er vor aller Welt noch einmal ausdrücklich fest, ebenso aber Herren, die aus der Wirtschaft heraus Kritik daran üben, daß unter der Herrschaft des Parlamentarismus bei der politischen auch seinen festen Entschluß, sein Recht auf deutschen Boden Entwicklung der legten Jahre eine wirtschaftliche und finanzielle Berrüttung eingetreten sei, die Gegenfrage zu ftellen: Hat denn nicht auch die Wirtschaft versagt, indem sie sich dem Staate nicht zur Berfügung stellte?( Lebhafte Bustimmung bei der Mehrheit.) Seit der Beit, wo das Kabinett Fehrenbach sich dem Reichstag vorstellte, haben die Bemühungen nicht aufgehört, für die Ministerien der Wirtschaft und der Finanzen und für unser Berkehrs- und Poſtwesen die Herren heranzuziehen, die ihrerseits auf Grund ihrer praktischen Lebenserfahrung der Ansicht sind, daß das Fehlen dieser Erfahrung wesentlich zu dem Berfagen der Staatsverwaltung beiWas dann der Reichstanzler weiter über Fragen der solche, die aus dem Beamtentum hervorgegangen waren und getragen habe. Die sich zur Verfügung stellten, waren fast immer ährung und der Produktionssteigerung sagte, zeigt noch dann in die Wirtschaft tamen. Es waren alles Bersönlichkeiten wie einmal, vor welche ungeheuren Aufgaben sich die neue Re- der bisherige Botschafter Dr. Wiedtfeld, der Reichskanzler Dr. gierung gestellt sieht. Was wird ihr Schicksal sein? Wir Cuno, Dr. Beder. wollen nicht prophezeien aber jedermann, der sich in den wird wünschen müssen, daß es ihr gelingen möge, fich zu beStürmen dieser Zeit etwas ruhige Ueberlegung bewahrt hat, haupten und in das undurchdringliche Dunkel, das uns umgibt, wieder etwas Licht zu bringen. Man soll darum auch, wie immer man über Fragen des taktischen Verhaltens im einzelnen denken mag, den Mut und die Pflichttreue Die Darlegungen des Reichskanzlers über die auswärtige der Sozialdemokraten, die unter schwierigen Um Bolitit, seine fräftige Zurückweisung nationalistischer Angriffe ständen auf dem Posten bleiben, die Anerkennung fanden auch links lebhafte Zustimmung. Dasselbe gilt von gollen, die sie verdienen! jeinen Ausführungen über die Wirtschaftspolitit, die gegen eine brutale Pfandpolitik zu verteidigen. In Prophezeiungen über die Zukunft und Ankündigun gen über weitere Schritte der deutschen Regierung erging fich Der Reichskanzler nicht. Tatsächlich ist ja auch jede deutsche Aktivität auf dem Gebiet der auswärtigen Politik zurzeit lahmgelegt. Kommt es nicht in absehbarer Zeit zu aussichts reichen Berhandlungen, die die Stellung der Reichsregierung stärken, so werden inzwischen die inneren Schwierigkeiten in solchem Maße wachsen, daß niemand das Ende voraussagen fann. Mit der Einstellung des passiven Widerstandes hat Deutschland das Bort gesprochen, das erlösend wirken hat Deutschland das Wort gesprochen, das erlösend wirten fonnte: das Echo aber ist ausgeblieben. Noch einmal bietet sich den Gläubigern Deutschlands die Gelegenheit, mit einer perfassungsmäßigen deutschen Regierung zu vet. handeln, in diesen Berhandlungen ein befriedigendes Ergeb nis zu erzielen und damit die Berhältnisse Europas zu stabilifieren. Bird man auf der anderen Seite begreifen, daß jetzt die letzte Stunde geschlagen hat, in der eine solche Entwid lung zum Besseren möglich ist? Als eine Ueberspannung des zentralistischen Prinzips fonnte das um so weniger aufgenommen werden, als der Reichskanzler auf einem anderen überaus wichtigen Gebiet, nämlich dem des Steuermefens, eine Annäherung an föderalistische Grundauffassungen ankündigte. Die Ber ft ärtung der einzelstaatlichen Steuerhoheit trägt dem„ Eigenleben" der Staaten weitgehend Rechnung. Reichsrecht aber, das besteht, muß gehalten werden und der Ausnahme zustand fann nur dann zur Not für gemessene Zeit erträglich sein, wenn er in allen Teilen des Reiches gleichmäßig und unparteiisch durchgeführt wird. Wann aber haben die Herren, die sagen, daß der Parlamentarismus verjage, wann haben sie ihre Köpfe mit ihrer Lebens. erfahrung dem Staate zur Verfügung gestellt, um zu zeigen, wie man es besser macht, wie man die Verkehrsanstalten finanziell aufzieht, um den Parlamentarismus ad absurdum zu führen? einmal ( 3uftimmung bei der Mehrheit. Andauernde Unterbrechungen feitens der Kommunisten und Deutschvölkischen.) Berzeihen Sie, zur Verfügung stellen, aber man hat sich dem bürgerlichen Kabinett Herr v. Groefe, ich habe nicht verlangt, daß diese Männer sich mir Cuno ebenfalls nicht zur Verfügung gestellt. Ich rechne mich nicht zu denjenigen, die praktische Wirtschaftserfahrung haben, von mir geradezu fenfationell wirften. Denn wenn sich der Reichs- Der Reichstag trat gestern zusammen. Am Regierungs- gilt dasselbe wie von den Persönlichkeiten, die ich beim Namen fanzler mit großer Schärfe gegen die Preispolitik tisch: Reichskanzler Dr. Stresemann, Arbeitsminister Dr. Brauns, genannt hate. Den Barlamentarismus führt man nicht ad ab der Kartelle und Syndikate wandte und gegen Innenminister Sollmann, Justizminister Dr. Radbruch, Wehr- surdum durch Resolutionen sondern durch praktise Mitihre lleberpreisforderungen Maßnahmen in Aussicht stellte, fo minifter Geßler, Berkehrsminister Deser, Postminister Hoefle, arbeit, indem man zeigt, daß man die Dinge besser zu metern ( prach er endlich aus, was gerade von einem Teil seiner Partei- Finanzminister Dr. Luther, Wirtschaftsminister Roeth. vermag.( Erneute lebhafte Zustimmung bei der Mehrheit Unfreunde bisher bestritten worden war. Seit langem fordert die Die Tribünen find überfüllt, das Haus ist gut besetzt. ruhe rechts.) Nun eine zweite Frage: Die Vorgänge, die sich in Sozialdemokratie unausgefeßt eine schärfere Kontrolle Präsident Löbe eröffnet die Gigung um 3 Uhr. den letzten Tagen abgespielt haben, geben gewiß auch au f< tred; t= Bon der Tagesordnung abgesetzt wird das Ermächti- licher Kritik Anlaß, aber es ist ein Irrtum, wenn es so hingestellt und leberwachung der Preisbildung, insbesondere bei den Rohstofftartellen. Neuerdings find insbesondere die Roh- gungsge fez und das Gesetz über die Errichtung einer Bäh wird, als ob diese ganzen Borgänge fich lediglich bezogen cui ten rungsbant. Kampf um eine andere politische Einstellung. Um was handelt lenpreise auf eine Höhe heraufgeschnellt, die ebenso die Bor Eintritt in die Tagesordnung stellt es sich denn bei dieser Grundfrage?( Erneute ärmende zurufe Ronkurrenzfähigkeit der verarbeitenden Industrie wie die Abg. Aönen( Komm.) mit scharfen Angriffen gegen die baye- bei den Kommunisten.) Ich bitte den Präsidenten, doch dafür Sorge Existenzmöglichkeit der kommunalen Werke gefährden. Aber rische Regierung, einen Antrag sofort zur Beratung zu stellen, der zu tragen, daß ich auch in der Lage bin, mich verständlich zu auch in der übrigen Industrie sind Kalfulationsmethoden ein- die Aufhebung der bayerischen Streifverordnung machen!( Lebhafte 3uftimmung. Glode des Präsidenten.) Ich geriffen, die alles Risiko an der Geldentwertung rücksichtslos fordert. bin gern bereit, auf fachliche Zwischenrufe fachlich zu antworten; auf den Verbraucher abwälzen und das Monopol der Abg. Höllein( Romm.) fordert weiter, einen Antrag fofort aber was dort geschieht, ist lediglich der Versuch einer Sabotage. Produzenten rücksichtslos auf Kosten der Allgemeinheit zu behandeln, der die Aufhebung der vom Wehrminister verord( Sehr wahr! bei der Mehrheit.) Es handelt sich um eine Grundneten Borzensur über Nachrichten von Unruhen verlangt. Der frage, die den Kämpfen der letzten Tage ihre Bedeutung gegeben ausnutzen. Es ist erfreulich, daß der Reichskanzler den Mut Redner behauptet, daß die Konterrevolution aufmarschiert sei und hat. Weshalb tamen wir denn dazu, mit den Fraktionen Fühlung gefunden hat, hier gegen Interessengruppen auf daß sie ihre Taten im Dunkeln verschleiern wolle. Im Rüftriner zu suchen? Es wird so hingestellt, als habe das Kabinett die zutreten, die den Bestand der deutschen Wirtschaft gefährden, Falle habe Geßle: die Stirn besessen, von national- kommunistischen Führung verloren und sie abgegeben an die Fraktionen, obgleich sie ihm zu einem Teil feiner Parteistellung nach nahe- Haufen zu sprechen, um durch das Schwenken des roten Tuches als habe es die Entscheidung in das Plenum verlegt. Ich würde stehen. Sicher leitet ihn dabei nicht irgendeine besondere Bor- den deutschen Spießbürger zu erschrecken. ein folches Uebergehen der Entscheidung vom Kabinett an das liebe für die Verbraucherinteressen, oder gar eine Einstellung, Auf Vorschlag des Präsidenten werden beide Anträge mit der Plenum für einen ganz falsch verstandenen Parlamentarismus, für die unsere Gegner Marrismus" nennen, weil sie dieses Wort Aussprache ve: bunden, eine ganz falsch verstandene Demokratie halten. Nein, wir traten nicht verstehen, sondern nur die Kenntnis der Tatsachen. Tatan den Reichstag heran, sächlich erdroffelt das Preisdiftat der Kartelle den Absatz der Fertigindustrie, weil den in Gold errechneten Preisen keine entsprechende Erhöhung der Kauffraft der breiten Massen Der Martsturz hat sich in New York gestern fortgestehende Rechte für längere Zeit zu verzichten, dem Kabinett Bollgegenübersteht. Schon jetzt dämmert es weiten Kreisen des feßt. Die Schlußnotierung der Mart ergibt unter ent- machten zu geben, die weit hinausgehen über das, was jemals ein Handels, die feine Ware absetzen können, daß es so auf feinen fprechender Umrechnung einen Preis für den Dollar von 909,1 ftimmungen erforderten hier im Haufe die Annahme mit 3 wei. Kabinett an Bollmachten besaß. Diese verfassungsmäßigen BeFall weiter geht. Aber auch die Industrie, insbesondere die Millionen Mart nach dem Geld- und von 833,3 Millionen drittelmehrheit. Es war ganz flar, daß bei der Bedeutung verarbeitenden Werte können sich den Lurus über- Mart nach dem Briefturs. der Sachlage dem Kabinett nicht eine Blantopollmacht... Weiterer Marksturz in New York. um ein Ermächtigungsgesetz zu erhalten, um den Reichstag zu veranlassen, auf ihm verfassungsmäßig zu7 gegeben werden fonnte, sondern daß man sich flar merden mußte| Note vom Auguft ausgenußt, ja es hieß fogar: Wie fonntet Ihr wenigstens über die Grundlinien, denen wir in bezug auf Wirt- erwarten, daß England an Euch ein aftives Interesse nähme, menn schafts, Finanz- und Sozialpolitit folgen mußten, und es handelte Ihr Euch felbft so schwach zeigtet? Diejenigen, die unsere Haltung sich bei diesem Problem nicht um die Festsetzung von Prinzipien in dieser Weise fritisierten, sollten die Rede lesen, welche über die könnte man sich leicht einigen, sondern dessen, was praktisch geschehen sollte. Bei der Bedeutung dieser Frage enistanden die Differenzen, die sich bei der Neubildung Nach diesem Rückblid gestatte ich mir, einzugehen auf der Regierung gezeigt haben. die außenpolitischen Verhältnisse. Lord Curzon feinen Man hat sich in Frankreichs Presse Tag für Tag darüber aufgehalten, Deutschland habe feine Details für diese Vorschläge gegeben. Besprechungen, die sich auf Details bezogen, fanden ihr Ende mit der Erklärung, daß man darüber erst nach Aufgabe des paffiven Widerstandes sprechen tönnte. Frankreich weiß ganz genau, daß es jederzeit in der Lage wäre, von uns die Details zu erhalten, wenn es selbst bereit dazu wäre.( Sehr gut!) Wir haben aber nicht aufgegeben die Forderung der Wieder verfügung über das Ruhrgebiet, wir werden niemals aufgeben den Kampf um die Menschheitsrechte der Bevölkerung.( Leb hafter Beifall.) Wir denken gar nicht daran, auch nur das geringfte diefer Grundsäge aufzugeben.( Bravo!) das weitgehendste, was wohl jemals ein Bolf ana geboten hat( hört, hört!), sie gehen weit hinaus über den Friedensvertrag. Sie haben den ganz großen Gedanken aufgegriffen, auch das Vermögen der Privatwirtschaft haftbar zu machen, um herauszukommen aus der wirtschaftlichen Knechtschaft. Trotzdem sind auch diese weitgehenden Angebote nicht bour enthält das Wort„ Blödsinn", Heiterkeit.) In dieser Rede hat Es gibt kein beschämenderes Dokument als die Denkschrift der Reichsgestern gehalten hat.( Burufe rechts; ein Gegenruf des Abg. Lede: irgendwie bisher die Grundlage gewefen für weitere Verhandlungen. Lord Curzon keineswegs davon gesprochen, welchen Standpunkt die regierung über die Behandlung der deutschen Angebote. Diese Denkenglische Regierung jcht einnehme, fondern davon, welche Ratichrift ist ein Stüd Weltgeschichte.( Sehr wahr!) Wir haben auch fchläge b die englische Regierung der Regierung Borschläge anderer Mächte behandelt. Mit Bedauern habe ich eine deutschnationale Kritik gelesen, die sagt, Cuno in bezug auf den Abbruch des passiven Widerdie Regierung zeige mehr Vertrauen zum Feinde als zum eigenen standes gegeben hatte, darin war der Gedanke enthalten, daß Bolle.( Pfuil- Rufe.) Diese Kritik bezog sich auf die Aufgabe ein früherer Abbruch des passiven Widerstandes den Reichskanzler des passiven widerstandes. Weiter habe ich gelesen, man Cuno dazu hätte führen fönnen, ihn nicht bedingungslos bedaure, daß die Regierung bei der Aufgabe dieses Widerstandes aufgeben zu müssen. Ich glaube, man darf daraus wohl das eine die materiellen Gesichtspunkte zu sehr in den Bordergrund gestellt, ersehen, daß es unrichtig ist, anzunehmen, daß wir einseitig einen die ideellen zurückgestellt habe. Eine große Krifit, eine sehr weit- Kurswechsel vorgenommen hätten. Ich darf auch auf das hinweisen, gehende spricht davon, daß man Mißerfolge gehabt habe, weil die was ich hier früher wiederholt ausgeführt habe, daß jeder Versuch, Erfolglosigkeit der außenpolitischen Wirkung flar zu Tage trete. unfererseits den einen der Alliierien gegen den anderen auszu Dieser Kritik liegt eine falsche Auffassung zugrunde über die Be- spielen, eine politische Dummheit sein würde.( Wiederholte Zwischenweggründe für die Aufgabe des Widerstandes. Das Kabinett rufe des deutschpölkischen Abg. v. Graefe, ber unmittelbar unterfand folgende Situation vor: Der Ruhrkampf war seit Januar halb der Rednertribüne vor dem Reichskanzler feinen Blaz ge geführt worden, geführt unter Bedrückungen und Gewalttätigkeiten. nommen hat; Zurufe aus der Mitte des Hauses, welche den PräEr hatte eine seelische Depression ausgelöst, die vielleicht fidenten veranlassen, den Abg. v. Graefe zu ersuchen, sich auf seinen Der paffive Widerstand war eine innerdeutsche Angelegenheit. Wenn gerade aus der Baffivität des Widerstandes hervorging. Der Wider: Blaß zu begeben. Andauernde Unruhe.) Ich wieberhole, es fich um die Endentſcheidung handelt, dann mögen Sie( nach rechts) sehen, ob wir dann hier etwas aufgeben werben. Unsere stand war aus der Bevölkerung selbst erwachsen; durch Machtmittel die einzige Möglichkeit der Lösung des Reparationsproblems Anfrage über die Wiederherstellung geordneter 3udes Staates war er nicht zurückzuhalten. Er war von der Regierung fann nur bestehen in einer Vereinbarung zwischen den Alliierten stände im bejegten Gebiet ist bisher nicht beantwortet unterstügt worden. Beamte, Arbeiter und Regierung hatten zueinerseits und Deutschland andererseits. worden. Wir werden sie wiederholen. Bedentlich sind die Borsammengestanden. Was war die Idee? Ich will nicht ex post etwas feſtſtellen, ens fich vielleicht nachträglich als Rechtfertigung der Aufgänge in bezug auf die franzöſiſche Regie, auf die Forderung, die gabe darstellen tönnte. Als Mitglied des Hauses habe ich feinerzeit fie bezüglich der Einstellung Deutscher stellt. Eine offiziöse franzö in Auswärtigen Ausschuß darauf hingewiesen, daß die Idee des fiche Auffassung bestreitet, baß bie& orderung eines törperWiderstandes nur sein könne, durch den Schaden, den er den EinIichen Eides wirklich der Auffassung der französischen Regierung bruchsmächten zufügt, uns dahin zu bringen, daß diese einsehen, daß entspricht. Ich würde es begrüßen, wenn diese offiziöse französische die produktive Ausnutzung des Ruhrgebietes nicht gelingt, daß sie Auffassung richtig wäre. Denn eins wollen wir betonen, gleichdurch die Schwierigkeit der Lage gezwungen würden, mit uns den gültig, ob wir jetzt in der Lage find denen zu helfen, die bis in die legten Tage hinein weiter unter Bedrückung und Ausweisungen zu Weg der Verhandlungen zu gehen. Diese Verhandlungen sollten die Grundlage bilden leiben hatten. Unjer ist der Boden! Unser ist das Cand! Unser ist die Soheit in diejem Lande!( Stürmischer Beifall.) Das bleibt bestehen und das soll bis in alle Zukunft fo bleiben, Sind die Er flärungen richtig, die der französische Ministerpräsident Herrn Baldwin gegeben haben soll, daß er feine Annexionen, feine Seinächtigung territorialer Hoheitsrechte will, dann hat er jetzt beste Gelegenheit, vor der ganzen Welt die Zweifler zum Verflummen zu bringen, die an seinen Worten gezweifelt haben, indem er bei den Verhandlungen über die Lösung des Rhein- und Ruhrfonflikts zeigt, daß es ihm mit seinen Worten ernst ist. Man spricht davon, die deutsche Regierung müsse erst ihren guben Willen zeigen. Dagegen darf ich fragen: Ueber das hinaus, was wir angeboten haben zu leisten und zu erfüllen, in dem Memorandum vom 7. Juni. und in dem was ich erwähnt habe an Finanzmonopolen und anderem, was soll Deutschland darüber hinaus zu leisten anbieten? Es ist ja das lehte, was ein Bolt zu leisten anbieten fann. spricht von dem Fehlen unseres guten Willens. Nach den Er. eignissen der letzten Monate hätte Frankreich einigen Anlaß zu zeigen, daß es nicht die Absicht hat, Gewaltpolitif zu treiben, sondern feinen Verständigungswillen gegenüber der Weft zum Ausdruck zu bringen.( Lebhafte Zustimmung.) Unser Wille ist der zur Verständigung. für ein freies Rheinland und für die Wiederverfügung über das Ruhrgebiet. würden. ( Buruf des Abg. Graf v. Best arv( Dnat. Bp.): Da können Sie lange warten!) Wollen Sie, Graf Westarp, etwa mit England allein vereinbaren, glauben Sie, daß die Franzosen dann aus dem Ruhr, gebiet herausgehen? Glauben Sie, daß die Herausnahme eines Alliierten die Möglichkeit gebe, über die Ansprüche der anderen hinwegzugehen? Sofort würde sich das Zusammenwirten der Alliierten geltend machen. Es muß zugestanden werden, daß kein außenpolitischer Erfolg erreicht worden ist. Ich verwahre mich dagegen, daß wir den passiven Widerstand aufgegeben hätten, weil er uns die Verhandlungen erleichtern würde. Ich habe in einem Gespräch mit den Vertretern der besetzten Gebiete vor jeder Illusion gewarnt, als ob die Aufgabe des passiven Wider standes uns eine Erleichterung der Verständigung brächte. Ich habe ausgeführt, ich Richtung und glaube, bid, ja attenti stich nach dieser daß mir neuen fehr Drüfungen entgegengehen, und daß der Kampf dann gegen diese neuen Bedrückungen vielleicht einen Höhepunkt erreichen würde, wenn wir in die neue Phase eingetreten wären. Ich verwahre mich dagegen, daß wir den Feinden genügt hätten. Wir wissen, was wir dem eigenen Bolt mit dem Abbruch des passiven Widerstandes zugemutet haben; in dem Aufruf des Reichspräsidenten ist das zum Ausdrud gebracht worden. Wir haben den paffiven Widerstand aufgeben müssen, weil wir meinten, daß wir fehenden Auges in den Abgrund Man Das ist eine Einschränkung gegenüber der mißperstandenen Formel des Reichsfanzlers Cuno, dem man in den muh gelegt hat, er werde nicht verhandeln, che das Ruhrgebiet geräumt jei. Er hat wiederholt betont, daß er das nie gefagt hat. Glaubt man denn, daß die größte Militärmacht der Welt sich einfach zurüdziehen würde aus einem oftuplerten Lande, wenn von dem Gegner ein folches Zurückziehen als Voraussetzung für Verhandlungen gemacht wird? Man fann die Frage wohl aufwerfen, ob wir den passiven Widerstand bedingungslos aufgeben durften oder ob wir in früherer Zeit durch einen Abbruch des paffiven Widerstandes für uns die Möglichkeit gefunden hätten, Bedingungen zu stellen, damals, als der passive Widerstand auf der Höhe war und als die Enttäuschung derjenigen, die in unser Gebiet eingebrochen waren, das Marimum erreicht hatte, als Poincaré in Frankreich in bezug auf die eigenen deutschen Verhältnisse stürzen würden. den schärfsten Angriffen wegen der Ergebnislosigkeit dieser Ein- Man kann heute dieje materiellen Dinge nicht als quantité négliable bruchspolitik ausgesetzt war. Naturgemäß mußte fich aber ergeben, auffaffen. Wir haben den paffiven Widerstand aufgegeben dem deut wozu die Zeit führen mußte, daß die Wirkung des passiven Wider schen Bolte zuliebe, aber nicht dem französischen Volke zuliebe. Was standes sich ab ich wächte. Die moralische Widerstandskraft eines hätten wir denn erreichen können, wenn wir ihn weitergeführt hätBolkes, das soviel durchgemacht hatte, wie das deutsche, fann schließten? Sätte er wieder zur deutschen Freiheit geführt? So liegen Aber es gibt eine Grenze der Geduld des deutschen Volkes. lich nicht alles auf sich nehmen, und wer im Januar gesagt hätte, die Dinge nicht! Früher hat man von der Elastizität des passiven daß das deutsche Bolt neun Monate lang hindurch derartiges ertragen Widerstandes gesprochen. Im besetzten Gebiet sagte man, daß seine Das haben diejenigen Erregungen bewiesen, deren Zuckungen wir würde, dem hätte wohl niemand geglaubt, sondern wir alle würden Starrheit ihn zerbräche. Es waren neun Monate vergangen, er gerade auch in dieser Zeit erlebt haben, allerdings in Auswirkungen, geglaubt haben, daß diese Dinge viel früher ein Ende finden war feine Waffe mehr, er brachte uns die finanzielle Zerrüttung, die wir nicht billigen, sondern verurteilen, die aber niemals geschehen den Markverfall, so daß wir den Tag vor Augen fahen, wo die fonnten, wenn nicht die Saat dazu gestreut worden wäre durch die deutsche Mart aufhörte, im Auslande und Inlande irgendein Zah. Gewaltpolitik, die Deutschland gegenüber in den letzten Jahren Wehe demjenigen, der daraus der Bevölkerung einen Vorwurf machen würde, denn sie hat etwas ertragen, das über das Maß fungsmittel zu sein. Wenn wir infolge der finanziellen Zerrüttung geübt worden ist. Die nationale Erregung über den Ausund die Grenze dessen geht, das Menschen irgendwie ertragen den Kampf aufgeben mußten, so geschah es in dem Gedanken, daß gang des Ruhrkampfes ist nur zu begreiflich. Bedauerlich eine Festung fapituliert, weil sie teinen Proviant mehr hat oder ist aber die Vermechselung zwischen der Idee der Aufgabe des fönnen. die Zuführung von Proviant die Gefahr bringt, daß das ganze passiven Widerstandes mit der Aufgabe des Kampfes für Freiheit ( Bebhafter Beifall.) Mir liegt jede Beschönigung vollkommen fern. Bolt sich nicht mehr ernähren kann. Das ist teine Sache, und Recht. Es ist aber weiter bedauerlich, daß in einer Beit, die die Es haben sich im Zusammenhang mit dem Sieg der moralischen der man sich als nationaler Mann zu schämen hat.( Beifall.) Wenn Zusammenfassung aller Kräfte erfordert, and divergierende Ten Widerstandsfähigkeit auch gewisse Zeichen der Demoralisation ge- die Rheinisch- Westfälische Zeitung" Jagt, daß ein Reichstanzler, der denzen das Reich gefährden. Glaubt man denn wirklich durch derzeigt, durch weitgehende. Inanspruchnahme von Reichs- das getan hat, vor den Staatsgerichtshof gehöre, so bin ich artige Tendenzen, durch das Hereintragen von Ber mitteln auch da, wo es nicht berechtigt mar.( Buruf bei gern bereit, mich vor jedem Staatsgerichtshof zu verteidigen für faffungsfragen, durch das Hereintragen von Ideen der den Kommunisten: Stinnes war auch dabei!) Die Situation, die das, was ich getan habe.( Lebhafter Beifall.) Wenn von nationaler Dittatur, glaubt man wirklich durch tatsächliche Auflchnung, wir vorfanden, war die eines nicht mehr auf der Höhe stehenden Gesinnung gesprochen wird, so ist der Mut, die Aufgabe des passiven wie wir sie erlebt haben, durch tägliche Aufrufe, die man in das Widerstandes. Es war infolgedessen flar, daß infolge der Er- Widerstandes zu verantworten, vielleicht mehr national als die Bolk hineinschleudert, das schon genug erregt ist, durch das, was es mattung, die eingetreben mar, mit diesem Widerstand allein Fran- Phrasen, mit denen dagegen gesprochen wird.( Beifall.) Ich hätte fehen muß, glaubt man dadurch die Zeit zu bändigen, in der wir zosen und Belgier aus dem Einbruchsgebiet nicht mehr herauszu- ja als Führer meiner Partei nicht nur die eigene politische Stellung, heute leben? Niemals durften dynastische Fragen, Fragen der Staatsform bringen waren. Je schwächer der Widerstand wurde, desto schwerer sondern auch der Partei aufs Spiel gefeßt. oder Fragen der Parteien dem Gesamtempfinden ferner stehen als wurde es, ihn irgendwie diplomatisch für Deutschland auszunuzen. Was fehlt uns denn im deutschen Volfe? Der Mut zur VerWeiter kommt das Wirtschaftliche und das Materielle heute, wo sich das Reich in diefer Lage befindet.( Beifall i. d. Mitte antwortlichkeit! und links, Zuruf b. d. Komm.: Oberschieber!) Wir sind durch die in Betracht. Mir liegt es durchaus fern, irgendwie in der ganzen( Lebhafter Beifall rechts. Zwischenrufe links.) Ich verwahre mich Berhältnisse, die sich gezeigt haben, in die Notwendigkeit versetzt Auffassung der Zeit das materielle Moment in den Vordergrund dagegen, daß in Weise, wie es geschehen ist, davon gesprochen worden, zu stellen. Wenn wir überhaupt den Wiederaufstieg Deutschlands wird, als wenn alle diese Gründe, die ich mit Schonung anführte in den Ausnahmezustand in fchärfsfer Form wollen, so kann dieser nur aus dem Sittligen hervorgehen. bezug auf die tatsächlichen Verhältnisse, nicht zuträfen, sondern ich Gebiet, weil es selbstverständlich wie ein Barometer den Einbruchs- jenigen gehandelt hätte, die seit dem Frieden von Berjailles uns Ich erwähne das Bersagen auf finanziellem und materiellem aus Schlappheit, aus pazifiſtiſchen Ideen, aus Bertrauen auf die mächten anzeigte, wie es mit uns stand, denn wir haben heute ein noch keinen Beweis gegeben haben, daß wir ihnen irgendwie verBarometer, das der ganzen Welt zeigt, wie es mit Deutschlands trauen können.( Sehr richtig!) finanzieller Kraft bestellt ist. Es fragt sich, ob wir noch weitere diplomatische Erfolge erringen fonnten bri dem fortwährenden Berfall der Währung, den keine technische Maßnahme aufhalten konnte und der immer weitere Fortschritte machte, woraus man Deutschland finanziell am Erliegen bar, womit natürlich die Möglichkeit schwand, mit dem passiven Widerstand etwas zu erreichen. Dazu fam, daß aus dem besekten Gebiet die Meldungen sich häufen über den Wunsch der Bevölkerung nach dem Abbruch dessen, was sie zu erdulden hatte. Ich will nur das eine sagen, daß ich zwei Tage nach meinem Amtsantritt einer Bersönlichkeit wie dem Oberbürgermeister Jarres die erste Frage vorgelegt habe: Wie lange glauben Sie,( Lebhaffer Beifall und Händeklatschen.) An dieser Befundung kann daß die Bevölkerung diese Dinge überhaupt ertragen fann und daß es nichts ändern, wenn Separatist en inter dem Sauz franzö der Widerstand noch fortzuführen ist? Da wurde mir eine furze fischer Bajonette irgendwelche Kundgebungen machen.( Sehr wahr!) Beriode genannt, in der der Widerstand sich schließlich selbst auf- Was dort geschehen ist in den letzten Tagen, das zeigt gerade, wie lösen werde. Von diesem Augenblick an mußten Bemühungen ein wenig felbst diese Berrüttung des ganzen Lebens und diese seelische treten, eine Formel zu finden, die uns die Möglichkeit gab, die Beinigung die Grundeinstellung des Boites beeinflußt hat. DanAufgabe des passiven Widerstandes zu politischen Berhand ten möchte ich an dieser Stelle den Männern der SchußIungen zu benußen. Diese Aufgabe ist nicht gelöst worden. polizei, die in Düsseldorf ihre Pflicht gegenüber unerhörten GeOhne Zweifel, ich habe in dieser Beziehung einen Mißerfolg er malttaten getan haben.( Lebhafter Beifall.) Nach dieser Richtung litten, glaube aber nicht, daß Menschen oder Parteien daran die wird auch der abgebrochene Kampf, der aufgegebene passive Wider Schuld haben. Wir waren bereit, nach Aufgabe des passiven Widerstand nichts ändern, daß wir den Beweis vor der Welt liefern, daß standes eine Formel der Industrie anzunehmen, die in wir denen danken, die alles dies erduldet haben. Das ist die Pflicht ganz anderer Weise die Wiederaufnahme der Arbeit regein wollte des Dantes, in der alle Parteien und das ganze Bolt einig sein als es Frankreich verlangte. Wir waren weiter bemüht, die Dis- müssen.( Beifall.) Geftatten Sie mir, im Zusammenhang mit dieser fussion wieder aufzunehmen über die Grundgedanken des Memos Frage des passiven Widerstandes und seiner Aufgabe, einen Blick randums vom 7. Juni, wobei ich aber hinausging über die auf die Verhältnisse der Außenpolitik zu werfen. damalige Garantie der Wirtschaft, indem ich die mittelbare Haftung gegenüber dem Staat in eine unmittelbare umwandelte und damit die Grundlage schaffte für eine internationale Anleihe, wodurch die Möglichkeit gegeben wäre, Frankreich aus dem Ruhrgebiet heraus. zubringen, also jah, daß Lösegeld für deutsche Freiheit, Es ist unrichtig, noch nachträglich, weil der Kampf verloren ist, nun Kritik zu üben, als wäre es überhaupt von vornherein eine falsche Idee gewesen, die Schuldfrage aufzuwerfen, wer uns in diese Situation gebracht hat. Die Idee unterlag der macht politischen Einstellung der Verhältnisse, aber die Idee selbst leuchtet weiter und hat der Welt gefagt, daß die die Welt belogen haben, die da gesagt haben, daß es im Rheinland einen deutschen Stamm gäbe, der sich freuen würde, zu Frankreich zu kommen( Lebhafter Beifall), daß die Arbeiter sich mit den Franzosen verbrüderten. Dieser kam, mit seinen schwersten seelifchen Bedrückungen fonnte nur von einer Bevölkerung geführt werden, die in Not und Elend zu ihrem deutschen Vaterlande steht. Gituation zu verbessern, sondern daß sie ausging von der großen u verhängen. Daß die Verhängung notwendig war, daß sie nicht etwa irgendein innerpolitischer Bersuch der Regierung war, ihre Sorge um die Verhinderung von Vorgängen, die uns in den Krieg der Bürger gegen die Bürger hineindrängten, das zeigen die Bor= gänge der legten Tage.( Unruhe b. d. Komm.) Auch die bayrische Regierung hat zur Berhängung des Ausnahme zustandes greifen müssen.( Burufe b. d. Komm.: Müssen? Sehr gut! Rapitulation vor Kahr!) Ich glaube, daß die Bewegungen in Bayern, die oft Märsche nach Berlin angefündigt haben und alie möglichen anderen Dinge, an sich durchaus die Notwendigkeit geben fonnten, den Ausnahmezustand zu verhängen, um dieser Dinge Herr zu werden( Burufe b. d. Komm.: Um der Arbeiterschaft Herr zu werden! Präsident Lö be bittet, die Unterbrechungen zu unter2 laffen. Abg. Remmele( Komm.): Wir wenden uns nur gegen diese Verlogenheit! Er erhält einen Ordnungsruf.) Die Rechtslage über das Nebeneinander der beiden Ausnahmezustände in Bayern und im Reich kann nicht zweifelhaft sein. Die für das gesamte Reichsgebiet erlaffene Berordnung des Reichspräsidenten iff Reichsrecht, welches dem Landesrecht in jeder Form vorgeht, also auch landesrechtlichen Verordnungen, die auf Grund des Artikels 48 Albjah 4 der Reichsverfassung ergehen. Solche einstweiligen Maßnahmen zu treffen, ist nur ein provisorisches Recht der Länder, es muß nach Sinn und Wortlaut des Art. 48 Abs. 2 einer Verordnung des Reichspräsidenten weichen. Wir würdigen die Verhältnisse, die die bayrische Regierung veranlaßt haben, sich zu stützen auf eine Verfügung, die aus bayrischem Recht, aus bayrischer Landeshoheit selbst hervorgegangen ist. ( Schluß in der ersten Beilage.) Beschluß des Parteiausschusses. Wir haben noch feine Antwort erhalten auf unser Memorandum vom 7. Juni( hört! hört! rechts), ja nicht einmal von England. Der Barteiausschuß der Vereinigten Sozialdemokratischen. ( Sört! hört! rechts.) Eine Einigung über die Grundfäße für die Partei Deutschlands befaßte sich am gestrigen Sonnabend in Beantwortung ist nicht erreicht, wie auch manchmal unter Frattionen mehrstündiger Sizung mit der politischen Lage und der ineine Einigung über Grundfäße nicht zu erreichen ist.( Seiterkeit.) zwischen erfolgten Neubildung der Regierung. Nach einem Wir haben mit der Tatsache zu rechnen, daß selbst die starke Einmenn Sie es so nennen wollen, und dadurch eine Atmosphäre zu stellung Deutschlands auf Gedanken, die in England verstanden Referat des Genossen Dr. Hilferding, das ein Bild über fchaffen, die es möglich machte, nicht nur die Aufgabe des paffiven wurden, daß selbst die bedingungslose Hingabe an die Entscheidung die wirtschaftliche und politische Entwicklung der letzten Wochen Widerstandes zu erzielen, sondern auch die Freiheit der Gefangenen, eines internationalen Schiedsgerichts das äußerste, gab und nach einer eingehenden Debatte wurde folgende Entdie Rückkehr der Bertriebenen in ihre Heimat und die Wiederauf- was man von einem Bolf an Selbstaufgabe und Aufgabe der Souve- fchließung gegen wenige Stimmen angenommen: nahme der ganzen Verhandlungen. Wir haben nach dieser Nichtung ränität verlangen fann, uns nicht dahin gebracht hat, irgendwie zu Der Parteiausschuß würdigt die schwerwiegenden Gründe, die Vorschläge unterbreitet und Berhandlungen geführt. Diefe hoff einer gemeinschaftlichen Basis der Verhandlungen mit den Alliierten unsere Frattion bestimmt haben, der Aufrechterhaltung der Koanungsvoll begonnenen Berhandlungen wurden abgebrochen durch zu kommen. lition zuzustimmen. Sie lenkt die Aufmerksamkeit der Arbeiterschaft die von dem französischen Ministerpräsidenten gegenüber den Die Behandlung, die Deutschland seit dem Friedensvertrag von anderen Mächten durchgefekte Forderung der bedingungs- Versailles erfahren hat, dauert in ähnlicher Form fort. Wir waren auf die stets wachsenden Gefahren der politischen und sozialen Relofen Aufgabe des passiven Widerstandes. Da habe ich nun bereit, Berhandlungen aufzunehmen, wie das Leben im besetzten aktion und fordert von allen Parteigenossen in dieser Situation, die Borwürfe gehört, wir hätten einen völligen Rurswechsel vorge. Gebiet wiederhergestellt werden follie, Verhandlungen aufzunehmen Geschlossenheit der Partei zu wahren und die Organisation zu nommen, wir hätten nicht den moralischen Erfolg der englischen über Reparationen. Und ich darf wohl sagen, unfere Angebote sind| stärken. Die„ Berliner Volkszeitung" verboten. Nach einer WIB.- Meldung hat der Wehrkreisfommandeur General von Horn folgende Verfügung erlassen:„ Auf Grund des§ 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung vom 26. September 1923 verMünchen, 6. Oftober.( WEB.) Die Korrespondenz Hoffmann weit es in meiner Macht steht, will ich das deutsche Beit das aufbiete ich hiermit als Inhaber der vollziehenden Gewalt die Her- meldet: Auf Grund der Verordnung des bayerischen Gesamt- rütteln. Eine weitere Boraussetzung, daß ein Bolt geachtet wird, ist stellung und den Bertrieb folgender Zeitung bzw. periodischen Drud- ita a is ministeriums vom 26. September 1923 wird mit die Instandhaltung der Staatsautorität. Diese Staatsautorität und schrift, der„ Berliner Volkszeitung", bis jum 14. Oftober fofortiger Wirksamkeit für das rechtscheinische Bayern vom Gene- Staatsgewalt, die durch die Revolution ins Wan. 1923 einschließlich wegen Zuwiderhandlung gegen die Verordnung des altaatsfommiffariat folgendes angeordnet: Wer tom ten geraten ist, wiederherzustellen, aus Parteimenschen Reichswehrministers vom 1. Oftober 1923. Zuwiderhandlungen munistische Zeitungen oder Zeitschriften druckt, herstellt, wieder Staatsbürger zu machen, ist cine weitere wichtige Aufgabe, werden mit Gefängnis oder Geldstrafe bis zu 15 000 Goldmark verlegt, fahrlässig hält, eines diefer verkauft, verteilt, die ich mir gestellt habe. Bayern soll wieder ein starker Staat. bestraft." ausstellt, anfalägt oder fon ftverbreitet, wird, soweit werden, denn starte Staaten sind die Borausfegungen eines gefunden nicht nach den geltenden Strafoorschriften eine schwerere Strafe ver- Deutschen Reiches. Deshalb wird hier keine Separationspolitik geDieses Berbot ist offenbar erfolgt megen eines Artikels wirft ist, mit Gefängnis bestraft. Neben dem fann auf trieben. Das bayerische Bolt in seinem weitaus größten Teil hat des Pazifisten Otto Lehmann Rußbülbt über die Geldstrafe erkannt werden, deren Höhe unbeschränkt ist. Der teine Freude an der Weimarer Verfassung, die dem Neben der Strafe fann auf Ein- ganzen deutschen Bolt zum Unglüd geworden ist. Wir Borgänge in Kustrin. Daß dieser Artikel einen formalen Versuch ist strasbar. Verstoß gegen die Verordnung vom 1. Oktober bildete, die die ziehung der Gegenstände erkannt werden, die zur Begehung der wünschen wieder eine Berfaffung im Bismardschen Beröffentlichung von nichtamtlichen Nachrichten über Unruhen Tat bestimmt waren, durch die Tat hergestellt oder dabei benutzt Sinne. Zur Frage der Monarchie sage ich nur soviel: Jch im Reich untersagte, läßt fid) faum bestreiten. Db der Zeit wurden, auch wenn sie weder dem Täter noch einem Teilnehmer ge- bin ein viel zu guter Monarchist, als daß ich wünsche, daß jeht die punit der Publikation des betreffenden Artikels von allen hören. Neben einer Gefängnisstrafe von mindestens drei Monaten Monarchie gemacht wird. Das wäre geradezu eine Dummheit. Ich militärischen Zenfurmaßnahmen abgesehen besonders glüid- fann auf die Unfähigkeit zur Betleidung öffentlicher beabsichtige feine Abenteuererpolitik. Man darf mit dem deutschen Aemter auf die Dauer von ein bis fünf Jahren erkannt werden. Boll nicht viel Experimente machen, der deutsche Margismus lich gewählt war, soll hier nicht untersucht werden. Aber nicht das ist das Wesentliche, sondern die Tatsache, daß ein deutsches die kommunistische Jugendbewegung vorzugehen. ficht, in der bayerischen oder deutschen Geschichte als Räuberhaupt Einer weiteren Meldung zufolge beabsichtigt Kahr auch gegen hat schon genug Schaden angerichtet. Ich habe nicht die AbBlatt unterdrückt wird, weil es über Dinge schreibt, die im gesamten Ausland lang und breit erörtert werden. Diese neue Verordnung ist ebenso wie alle Kahr- Ber- mann zu figurieren, und eine solche Politik für die Monarchie wäre Das Argument der Gefährdung außenpolitischer Intereffen ordnungen rechts ungültig. Denn Kahr übt sein Amt einer Räuberpolitif. Notwendig ist aber eine offene und klare des Reichs ist unter diesen Umständen unhaltbar. ais Diktator Bayerns aus im Widerspruch zur Reichsver Stellung zum Marrismus, der international ist, der den Staat aufDer Reichsminister Dr. Geßler hat einst in einer Reichs fassung. Durch Verordnung des Reichspräsidenten ist der löst und die Herrschaft der Massen aufrichten will. Der Margismus tagsdebatte über bedentliche Bortommnisse in der Reichswehr Ausnahmezustand über das ganze Reich verhängt, und der ist nach meiner Anschauung der Tod des Staates; daher befämpfe die wijzige Bemerkung gebraucht, ihm ginge es wie einem Wehrtreisfommandeur ist als Inhaber der vollziehenden Ge- ich ihn mit allem Nachdruck. Es handelt sich für mich um zwei betrogenen Ehegatten: Die ganze Stadt spricht darüber, nur walt für Bayern erflärt worden. Durch diese Berordnung ist Weltanschauungen, die nicht nebeneinander bestehen können. Hier er weiß nichts davon." In einer ähnlich merkwürdigen Lage von Rechts wegen die besondere bayrische Ausnahme gibt es fein Paftieren. Will der Staat Herr bleiben, dann befindet sich jetzt das deutsche Bolt bezüglich der Vorgänge in verordnung außer Kraft gefeßt. Wenn Kahr trotzdem muß er die Herrschaft der Massen und die Diftatur einer Klaffe Küstrin usw. Die ganze Welt wird ausführlich darüber weiter diktiert", so begeht jeder Beamte, der seinen Anord rücksichtslos niederfämpfen. Das hat mit der Stellungnahme zur unterrichtet; nur die Deutschen müssen sich mit den amtlichen nungen Folge leiftet, prattisch eine Gefeßesverlegung, die nach Arbeiterschaft nichts zu tun. Jeder Arbeiter ist ein wichtiges Glied im Boitsganzen, menn er sich als solcher fühlt, daß er nicht nur Meldungen begnügen. Dadurch wird in der Deffentlichkeit normalem Recht mit schweren Strafen bedroht ist. der Eindruck erweckt und durch das Berbot der BoltsAllerdings find Berfassungsfragen Machtfragen. Und es Rechte, sondern auch Pflichten hat. Der Ausgang dieses Kampfes zeitung" unweigerlich verstärkt, daß diese Zentsurmaßnahmen besteht deshalb die Frage, ob das Reich den Willen und die ist entscheidend für das Schicksal des deutschen Boltes, aber er ist viel weniger auf außenpolitische Gründe, als auf innerpoli Kraft hat, die Kahrsche Gewaltanmaßung zu brechen. Wir auch von großem Belang für die Geschicke der anderen Völker tische Motive zurückzuführen sind. Welcher Art diese Motive fürchten, daß es schon zu spät ist zu einer entscheidenden Europas. Denn auch fie fönnen sich nicht der Erkenntnis verschließen, find, darüber macht sich jeder Leser selbstverständlich seine Stellungnahme der Reichsregierung gegen die Usurpatoren- daß auch sie ohne ein wirtschaftlich und politisch gesundes Deutscheigenen Gedanken, die sehr naheliegend sind, und kommt dabei gelüfte, die sich in Bayern geltend machen. Aber auch jetzt noch land nicht leben fönnen, ein Deutschland, das die Macht hat, im vielfach zu Schlußfolgerungen, die vielleicht übertrieben, viel fönnte das Reich auf Zustimmung im ganzen Wolfe rechnen, Innern des Landes Ordnung zu schaffen und seine Grenzen gegen fach auch gegenüber der Reichswehr als Ganzes ungerecht wenn es die Reichseinheit nicht nur nach außen, sondern auch räuberische Ueberfälle zu schüßen. Ich liebe nach alter deutscher find. So wird legten Endes durch die ganze Zensurverord nach innen zur Geltung zu bringen suchte. Will die Reichs germanischer Sitte den offenen und ehrlichen Kampf und ich freue nung nebst ihrer Anwendung gegen die Berliner Boltszei regierung endlich dem Treiben in Bayern ein Ende machen? mich, wenn der Gegner es ebenso hält. Hinterlistige Methoden sind tung" genau das Gegenteil von dem erzielt, was ihren Wenn sie glaubt, das nicht zu fönnen, wenn sie nicht einmal mir fremd." Schöpfern vorschwebte. das ganze deutsche Boll einschließlich der versajfungstreuen Ersatz- Beobachter.n Wir erheben daher entschieden Protest gegen das Ber- Bayern zum Widerstand gegen die tatsächliche Reichszer- München, 6. Off.( Eigener Drahtbericht.) Der selbst von Rahr bot der ,, Bolkszeitung", für die allein der Berliner Militär störung durch die Kahr- Leute aufrufen mag, dann soll sie verbotene Bölfische Beobachter" hat sich bereits seinen Er. befehlshaber verantwortlich ist, müssen aber darüber hinaus wenigstens ausfprechen was ist: daß Bayern sich freis faß zurechtgemacht, der auch als solcher in den Beitungsfiosfen Mün erneut von der Reichsregierung die Außertraftfegung willig außerhalb des Reiches gestellt hat, daß chens angepriesen und ausgeschrieben wird. Bisher ist„ Das hei der Zenjurverordnung vom 1. Oftober verlangen. infolgedessen Reichsinstitutionen wie Reichswehr und der matland", das offizielle Organ des Kampfbundes, nur einmal der Zenfurverordnung vom 1. Oktober verlangen. Ueberhaupt müssen wir nachdrücklichst die Auffassung vertreten, Entscheidung ist besser als der Schwebezustand, der lediglich an allen Mauern und Säulen in München, daß„ Das Heimatland" Ueberhaupt müssen wir nachdrücklichst die Auffassung vertreten, gleichen in Bayern nichts mehr zu suchen haben. Eine klare in der Woche erschienen; nunmehr verkünden große Hitler- Plakate daß ein Belagerungszustand, der gegen Herrn v. Kahr ge dazu dient, das Gefüge des Reiches zu unterhöhlen. Wenn fünftighin mehrmals in der Woche erscheinen wird. Es wäre interdacht, praktisch aber nicht oder wenigstens nicht gegen die Reichsregierung nicht die Kraft findet, das auszusprechen, effant, zu erfahren, ob hier nun auch die gleiche Methode von der angewandt wurde, sondern vielmehr zu solchen Konfequenzen führt, wie dem Verbot der Berliner Boltszeitung", was not tut, dann muß der Reichstag feststellen, welche Regierung angewandt wird wie im Juli dieses Jahres, als beim Verbot der Münchener Post" versucht wurde, den Abonnenten als nicht lange zu halten ist. Es sei denn, daß die bürgerlichen Rechtsverhältnisse in Deutschland zurzeit gelten. Mitglieder der zweiten Reichsregierung Stresemann sich dazu Ersatz das„ Bayerische Boltsblatt" zuzustellen. Der Leitartikel des entschließen, entsprechend dem Verlangen der sozialdemokraErfaz- ,, Beobachters" ist überschrieben: Feuerbereit! und setzt den von Hitler leidenschaftlich geführten Kampf gegen die Banetischen Mitglieder in der ersten, gegen die bayerischen Rechtsrische Volkspartei und nunmehr auch gegen Kahr fort. In und Berfassungsbrüche endlich Ernst zu machen.... dem Artikel wird unter anderem behauptet, daß auch mit diesem Diftator in der Braris nur. ,, unsaubere Parteigeschäfte" gemacht werden sollen Kommunistengeset in Bayern. ihn " Linkskoalition in Sachsen. Die Minifterfrage. 607: Kahr, der gute Monarchist. 97 München, 6. Oftober.( Tul.) Die Auseinandersehungen zwischen München, 6. Dktober.( Eigener Drahtbericht.) Herr v. Kahr hat sich mit der Bresse nech nie gut gestellt. Schon als Minister präsident legte er einigen Wert darauf, möglichst wenig mit der Breffe zu tun zu haben, und wenn er jegt als Diktator von Bayern fich einen eigenen Pressechef bestellte, so hat das ausschließlich politische Gründe. Sein jetziger Verkehr mit der Presse hat insofern Dresden, 6. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonn- feine Eigentümlichfeit, als wohl täglich Brejsefonferenzen abgehalten abendvormittag wurden die Verhandlungen zwischen der So- werden, wobei aber die Informationsmöglichkeit auf einen ganz den einerseits für Rahr, andererseits für Hitler eintretenden zialdemokratie und den kommuniffen über die Regie- fleinen Kreis von Journalisten beschränkt bleibt. Bei den großen Teilen der vaterländischen Berbände werden immer schärfer. Das rungsumbildung fortgefeht. Es wurde eine Kommiffien zur Aus- Empfängen hält Syerr v. Kahr streng darauf, daß wohl Jour Organ des Bundes„ Bayern und Reich" veröffentlicht heute mit der arbeitung eines gemeinsamen Regierungsprogramms nalisten aus aller Welt, von denen München noch niemals gebndet. Gegen 1 Uhr wurde die Sigung auf Montag vertagt. Es so viel gesehen hat wie in diesen Tagen, zugezogen werden, daß Ueberschrift: Maste herunter" einen ungemein scharfen Anist mit Sicherheit anzunehmen, daß die Kommunisten in die fächsische aber grundsäglich die Bertreter margistischer Blätter" griff gegen Hitler, dem antinationales und demagogi Regierung eintreten. Die Lösung der Personenfrage wird und die Bertreter der Frankfurter Beitung", der„ Bossi. sches Berhalten und frivoles Spiel vorgeworfen wird, und voraussichtlich noch im Laufe des Montag erfolgen. Das umge- en 3eitung" und des Berliner Tageblatts" aus. Aeußeren(!) fich in seinem Stabe befinden. Jeder einzelne von dem gesagt wird, daß Gestalten mit semitischem bildete Kabinett hofft man jedenfalls bestimmt am Montag fertig zu gefchloffen bleiben. So war es auch am Sonnabendmittag, vaterländische Mann in Bayern müsse sich darüber klar werden, ob haben, so daß es sich in der Eröffnungsjibung des Landtags wo Herr v. Kahr in den Räumen des Generalstaatskommiffariats er zu Hitler oder zu Kahr gehöre. Dann könne es auch nicht zu dem am Dienstag vorstellen tann. Die„ Dresdener Volkszeitung" vor etwa 35 Journalisten des In- und Auslandes wiederum Bruderkampf unter den Vaterländischen kommen, für den das Organ begrüßt diese Entwicklung aufs wärmste vnd wünscht, daß der Ein- programmatische Erklärungen abgab, ohne sich die Herren persönlich des Kampfbundes Herrn v. Kahr verantwortlich machen möchte. Bruderkampf unter den Waterländischen kommen, für den das Organ tritt der Kommunisien in die sächsische Regierung der erste Schritt vorstellen zu lassen oder sich mit ihnen zu unterhalten. zur endgültigen Bereinigung der beiden proletarischen Parteien in Kahr legte zunächst die Grundsäge dar, nach denen er die Macht, München, 6. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Im Gegensatz zu Deutschland sein möge. die in seine Hände gelegt sei, zu handhaben beabsichtigt: Das den Meldungen über gewisse Unstimmigkeiten zwischen der bayerischen Höchste, was eine Familie oder sonst ein Gemeinwesen hat, ist die Regierung und dem Generalstaatsfommiffariat In Anlehnung an den Beschluß der PD.- Zentrale veröffent. Ehre und die Achtung, die es in der Allgemeinheit genießt. Das crtlärte Ministerpräsident Knilling dem Münchener Vertreter der lichen Bezirksleitung und Landtagsfraktion der PD. Groß- gleiche gilt für ein Boll. Nationale Ehre ist das Leben und Chicago- Tribune":" De jure fönnte(!) meine Regierung Thüringens einen Aufruf, in dem unter Zurückstellung aller die Seele des Volkes. Das deutsche Wolf ist infolge des langen Herrn v. Kahr jederzeit feines Amtes entfleiden und das Amt selbst fonftigen weitergehenden Forderungen" die Bereitwilligteit Krieges und der folgenden schweren Erfrankung nicht in der Lage, aufheben. Im übrigen aber besteht, abgesehen vom ersten Lage, zum Eintritt in die Regierung erflärt witd. Es ist also feine Ehre so zu verteidigen, wie es das hätte tun sollen. Das muß ständige Fühlungnahme zwischen dem Staatskommissariat und der zu erwarten, daß Thüringen wie Sachsen eine jozialistisch- kommu- anders werden. Wir müssen uns die Achtung im Bölferverfehr Regierung. Die einzelnen Erlasse gehen auf Grund dieser Fühlungnistische Regierung erhält. wieder verschaffen, wir müssen vor allem die Lüge von der Schulb nahme zurück. Jedes Ministerium hat seinen Referenten beim oder von der Alleinschuld am Weltkriege und von den Generalstaatskommissariat, und es herrscht völlige Einmütigkeit * Die Abwicklung der Brotzwangswirtschaft. Kontrolle der Brotversorgung auch nach dem 15. Oftober. Aus dem Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft wird mitgeteilt: angeblichen deutschen Kriegsgreueln mit aller, Kraft bekämpfen. So-) zwischen diesem und der Regierung." Englische Arbeiterforderungen. und Bostbeamten der Regie den Treueid schwören, nicht nur als entgegen dem Versailler Bertrag, sondern auch als Ver. legung des Bölferrechts verurteilen. Ferner müßten ohne Verzug Berhandlungen An die Nuhrpolitik der Regierung. London, 6. Oftober.( WTB.) In einem Kommuniqué, das nach einer Sigung des gemeinsamen Ausschusses des Generalrates des zwischen den Alliierten und Deutschland stattfinden, dessen Gewerffchaftsfongresses und des Bollzugsausschusses der Arbeiterpartei ausgegeben wurde, wird der Beschluß der Recht, an solchen Verhandlungen teilzunehmen, nicht länger ange. britischen Regierung, die nächsten Borschläge der franzöfifchen Refochten werden könne. Die britische Regierung müsse endlich erflären, daß sie niemals irgendwelchen Aenderungen der Versailler gierung abzuwarten, bevor attive Schritte getan werden, sehr Bedingungen zustimmen werde, des Inhalts, daß die Verwaltung bedauert und als Ansicht der britischen Arbeiterschaft erklärt, und Kontrolle des Ruhrgebietes und Rheinlandes nicht dem deutdie britische Regierung müsse schen Volke gehöre, außerdem einen Die Beschlüsse des Reichsrats zu dem Entwurf über die Brot versorgung werden in der Deffentlichkeit zum Teil dahin ge deutet, als ob die Brottersorgung auf Marken über den 15. Oftober hinaus nun doch wieder eingeführt werden solle. Diese Auffaffung entspricht nicht den Tatsachen. Nach dem Entwurf der Regierung und den zu ihm gefaßten Beschlüssen des Reichsrates bleibt es da bei, daß die Markenbrotpersorgung am 15. Oftober ihr Ende findet. Damit es jedoch nicht zu Stockungen in der Brotversorgung der Bevölkerung kommt, gibt der Entwurf, wie er von der Reichsregierung vorgelegt und vom Reichsrat angenommen unverzüglich ein flares Programm ihrer fontinentalen Politik worden ist, die Möglichkeit, daß die Reichsgetreidestelle in die formulieren und öffentlich erklären, daß nach ihrer Ansicht die Aufdringenden Appell an die Bereinigten Staaten Kommunalverbände, in denen eiwa Schwierigkeiten auftauchen gabe des passiven Widerstandes durch die deutsche Regierung eine richten, die ihnen zukommende Rolle bei der Sicherung des könnten, auf Antrag des Kommunalverbandes Brot fofortige Anerkennung verdiene in Gestalt einer prompten Friedens und des finanziellen und wirtschaftlichen Wiederaufbaues getreide bis zu 150 Gramm Mehl täglich für den Kopf der bis- Wiederherstellung des zivilen und wirtschaftlichen Lebens der Welt zu übernehmen sowie Schritte zur Einberufung einer her versorgungsberechtigten Bevölkerung hinaus liefert. Dem des Ruhrgebietes unter der Berwaltung des deutschen Staates, fofortigen Konferenz zwischen den Vereinigten Staaten und den Kommunalverband wird die Möglichkeit geboten, den Absatz dieses einer Heimkehrerlaubnis für die Gefangenen und Ver- anderen in Betracht kommenden Mächten tun, damit man zu einer Getreides und des daraus gemahlenen Mehles zu überwachen. bannten, einer Wiedereinsehung der abgesetzten Beamten, Vereinbarung über die internationalen Schul. einer Wiederherstellung der Verbindung zwischen Dst und den komme. Das Kommuniqué schließt: Wenn sich die französische Regierung weigern sollte, fich Großbritannien in der Frage so. fortiger Berhandlungen mit Deutschland anzuschließen und Poincarés Politit fortdauernder Beriehung des Versailler Vertrages von neuem zu erwägen, müsse die britische Regierung eine Ronferenz der Berjailler Signatare( Unterzeichner) einberufen, um sich Das kommunistische Nordwestdeutsche Echo" in Bremen ist Westdeutschland und eines Aufhörens der Beschlagnahme von auf Grund des Gesetzes zum Schuße der Republik für die Dauer Waren wie der Verhaftung von Personen durch die Bejagungsvon 5 Tagen bis einschließlich 10. Ottober verboten worden. Erneuerung des hannoverschen Abstimmungsantrags. Das Direktorium der Deutsch- Hannoverschen Partei hat befchloffen, die Vorbereitungen für die Wiedereinbringung des Abstimmungsantrags unverzüglich in Angriff zu nehmen. behörden. Weiter müsse die britische Regierung auch eine Erklärung gegen offene oder verschieierte Annegion deutschen Gebietes abgeben und die französische Forderung, daß deutsche Eisenbahner mit der neuen Lage zu befaffen. Bewerkschaftsbewegung Der Lohnanteil am Preis. Regelmäßige statistische Erhebungen. In dem gewerkschaftlichen Steuerprogramm ist die Forderung erhoben worden, daß 25 Broz. der Kapital. anleihe der Körperschaften an das Reich abgetreten werden sollen. Ebenso soll auf jedes inländische Bermögen an Grundbesitz von einer bestimmten Höhe an zugunsten des Reichs an erster Stelle eine Grundschuld in Höhe eines Viertels des von dem abgabepflichtigen Eigentümer angegebenen Wertes eingetragen werden. Auf diese Weise würde das Reich in bisher ungefannbem Umfang zum Miteigentümer der deutschen Wirtschaft. Die Gesamtheit, vertreten durch den Staat, erhielte unmittelbaren Einfluß auf den Gang der Produktion. 1ste Direttfen bie gegen die ftreffenben Krafttserlarbeiter verfügten Der SonBEE*** f* ft Betriebsrate tm Auffighistat Kündigungen zurüdnähme, haben die gestrigen Berhandlungen, die beginnt Dienstag abend 6 Uhr im Sigungsfaal der FBR3.. Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, 2. Sof, 1 Sr. faft den ganzen Tag über zwischen der Direktion und den Gewerk Freigewerkschaftliche Betriebsräteschule. fchaften gepflogen wurden, zu einer Einigung geführt. In den fpaten Nachinittagsstunden fonnte der Hochbahnverkehr auf allen Linien wieder aufgenommen werden. Schiedsspruch in der Holzindustrie. Amt gestrigen Sonnabend fällte ein bom Arbeitsministerium einberufenes Schiedsgericht einen Schiedsspruch, wonach sich die Löhne in der Woche bont 1. bis 6. Dltober um 87 1, Broz. erhöhen. Der Durchschnittslohn für Facharbeiter über 22 Jahre beträgt 82 Millionen M. pro Stunde. Der Holzarbeiter- Verband hat dem augestimmt. Die Erklärungsfrist ist bis Dienstag, den 9. Oktober. Die Löhne für die Privat- Elektrizitätswerte Berlins betragen für die Zeit vom 1. bis 7. Oftober in Gruppe I 41 470 000, II 40 168 000, III 89 112 000, IV 36 263 000, V 80 694 000 und in Gruppe VI 25 077 000 Mart. Die Frauenzulage beträgt 14,4 Mill., Die Ortsverwaltung. bie Kinderaulage 28,8 Millionen. Außerdem aber würde sich dadurch eine Gelegenheit eröffnen, in die Geschäftsführung der großen Betriebe, der großen Konzerne Einblid zu erhalten und vor allem die Preis- Der Lohn für Rohrleger und Bauflempner beträgt für die fest fegung an der Quelle tennen zu lernen. Erfahrungsgemäß Lohnwoche vom 1.- 7. Oftober 37 465 000 m. Für Helfer und ist es außerordentlich schwer, sich eine flare Vorstellung von dem Junggesellen ergibt sich der Lohn im bisherigen Brozentsaz. Als Lohnanteil am Preise des Produktes zu bilden. Die Unternehmun- Borschuß für die folgende Woche werden Freitag 1,2 Milliarden gen laffen sich auf dergleichen Untersuchungen nicht gerne ein. Sie gezahlt. sind in dem Kampf um den Anteil am Ertrag der Wirtschaft Bartei und lieben es nicht, wenn ihnen von unbeteiligter Seite in die Karten gesehen wird. Die Cohnverhandlungen für Chirurgiemechanit haben folgendes Ergebnis gezeitigt: Sämtliche Bohn- und Attordbasen werden um 72 Broz. auf die Borwoche erhöht. Jugendliche von 14-18 Jahren erhalten die Säge des BBMJ.- Tarifes. Nähere Mitteilungen am Montag in der Funktionärsizung. Bitte das Inserat zu beachten! Maurer-, Zimmerer- und Betonpoliere, Schachtmeister! Der mindestwochenlohn für Maurer, Zimmerer- und Betonpoliere be trägt vom 29. September bis 5. Oktober 1949 320 000. 280 vorher höhere Löhne bezahlt wurden als der Mindestlohn, erhöhen fich diese um 40,6 Broz. Der Mindestwochenlohn für Schachtmeister ift 1 942 000 000 m. Der Polier, Wert- und Schachtmeisterbund. Bezirksverein Groß- Berlin. Der Lohn für das Malergewerbe von Groß- Berlin beträgt bom 5. bis 11. Dltober 45 Millionen Mark pro Stunde. Die Orts verwaltung. Achtung, BSPD.- Betriebsräte! Einem Wunsch vieler Genossen ent. fprechend, hat der Bezirksverband Berlin eine beschränkte Anzahl der Broschüre Die industrielle Dividende"( Berfasser Kurt Seinig) erworben und stellt sie unseren Genoffen zum ermäßigten Preis von 4 Millionen Mark zur Verfügung. Da diese Broschüre eine äußerst wertvolle Silfe bei Berhandlungen mit Unternehmern usw. ift, emp fehlen wir, sofort durch Umfrage in den Betrieben die Zahl der benötigten Exemplare festzustellen unb umgehend Das Betriebs. Jefretariat zu verständigen. Die Abgabe erfolgt nur gegen sofortige Bahlung. Achtung, BSPD.- Bekleidungsarbeiter! Montag abend 7 Uhr in der Schulaula Niederwallstr. 12 d wichtige Bersammlung aller BSPD.. Bekleidungsarbeiter. Tagesordnung: Stellungnahme zur bevorstehen. den Generalversammlung. Pflicht aller Genossen ist es, an dieser Berfammlung teilzunehmen. Partei- und Gewerkschaftsausweis legitimieren. Der Fraktionsvorstand. Osram A., Sidingenftrate. Gigung aller in der VSPD. organi fierten Arbeiter und Angestellten Dienstag, den 9. Oktober, nachmittags 3 Uhr, im Restaurant ,, Sportede", Gidingen, Ede Berlichingenstraße. Der Fraktionsvorstand. Verband der Buchbinder und Bapierverarbeiter. Heute vormittag 10 Uhr im großen Gaal bes Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25, wichtige Bersammlung aller in den Geldbruckereien stehenden Buchbinderperfonale. Das Erscheinen aller ist unbedingte Pflicht. Für die Kartonnagenindustrie sind file bie Woche rom 5.- 11. Oftober reichstariflich in der Spige 51 Millionen Mart pro Stunde vereinbart. Lohntarife fönnen nom Montag ab im Bureau in Empfang genommen werden. Für die in der 3igaretten, tui, Rattonnagen. und Wellpappindustrie beschäftigten Funk tionäre Dienstag nachmittag 5 Uhr im Gaal 1 des Gewerkschaftshauses alge. meine Funktionärversammlung. Die Branchenleitung. in den Musikerfälen, Kaiser Wilhelm- Str. 31, Börsen faal. Chemische Industrie, AfA- Funktionäre. Bersammlung Montag abend 6 Uhr Deutscher Solzarbeiterverband. Maschinenarbeiter- Rurfusteilnehmer: Ale gemeldeten Rollegen beteiligen fich an dem Einführungsabend am Dienstag nachmittag 5½ Uhr, Tischlerfachschule, Straßmannstr. 6. Mittwoch abend pünktlich 1 Uhr außerordentliche Generalversammlung im Berbandshaus( Arbeitslosenfaal), Rungeftr. 30. Berwaltung. 2. Berbandsangelegenheiten. 3. Unter Gettionsangelegenheiten Tagesordnung: 1. Bericht der Berichte des Obmannes und Algemeines. Die Sektionsleitung. Achtung, fammlung fällt wegen der gleichzeitig stattfindenden Kartelligung aus. Die Facharbeiterfunktionäre im Einzelhandel! Die zum Montag angefekte Ver nächste Berfamlung findet, wie gewöhnlich, an jedem Montag nach dem eften, erstmalig am 5. November, abends 7½ Uhr, im Solzarbeiterverbands. Montag nachmittag 5 Uhr Funktionärversammlung im Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147. Bericht von den Lohnverhandlungen. Die Branchen. leitung. hause, Rungestr. 30, statt. Einzelhandelskartell. Musikinstrumentenarbeiter: Zentralverband der Angestellten. Geftion Maschinen-, Werkzeug- und Me tallwarenfabriken: Funktionärverfammlung Dienstag abend gliedsbuch und Funktionärausweis legitimieren. 7½ Uhr im Roten Saal bes Berbandsbureaus, Belle- Alliance- Str. 7-10. MitDie Sektionsleitung. muututfcher, Schwerfuhrwefen, Möbeltransport und Rohlenarbeiter: Dienstag, Denticher Verkehrsbund. Gettion II. Funktionäre der Branchen Spedition, den 9. Ottober, abends 7 Uhr, im Gaal 1 des Gewerkschaftshauses, Funktionäre verfammlung. Betriebsräte und Betriebssbleute bes Berbandes der Lithogranben und Bersammlung. 1. ,, Welche Rechte und Pflichten hat der Betriebsrat bei Betriebsstillegung und Entlassungen?" Vortrag des Genoffen Joachim, RegiePflicht aller Rollegen, in biefer Bersammlung unbedingt anwesend zu fein. rungsrat im Reichsarbeitsministerium. 2. Rurzarbeiterunterſtükung. Es ist Der Ortsvorstand. Steinbruder. Dienstag, den 9. Oktober, 5% Uhr, im Klubhaus, Ohmstr. 2, Die Arbeiter haben an der Aufteckung des Lohnanteils an der Preisbildung das allergrößte Interesse. Die von den Gewert. schaften vorgeschlagene Beteiligung des Reiches an den größerer. Betrieben böte eine ergiebige Gelegenheit, material für fort laufende statistische Erhebungen dieser Art zu sammeln und zu verarbeiten. Gerade in den letzten Monaten zeigt sich wieter, mie außerordentlich bedeutsam im Kampf um die Sicherung der Existenz der Arbeitnehmer diese objettive Berichterstattung über den Lohnanteil am Preise des Produktes st. Nur an Hand einwandfreier, statistischer Feststellungen läßt sich mit durchschlagender Kraft der Kampf gegen die Behauptung ter Unternehmer führen, daß die Erhöhung der Löhne die eigentliche Ursache der wachsenden Teuerung sei und daß daher der Abbau der Löhne Ju der Pugbranche ist an alle gewerblichen und kaufmänni dem Abbau der Preise vorangehen müsse. schen Angestellten des Buzeinzelhandels am 6. Oftober, 11, und Derartige fortlaufende Veröffentlichungen, am 13. Oftober 1 Septembergehalt auszuzahlen. Nähere Aus. möglichst umfassend durchgeführt, würden auch der wucherischen funft erteilen Deutscher Hutarbeiterverband und Zentralverband der Breisbildung einen Riegel vorschieben und der Gemeinschaft ein angestellten, Kommandantenstr. 63/64. wirksames Mittel in die Hand geben, eine Ausbeutung der Ber- Gehaltszahlungen an faufmännische Angestellte erfolgen: im braucher zu verhindern. Der gefundenen Geschäftsmoral wäre damit Elettrogroßhandel als Afontozahlung für die Woche vom ebenso gedient wie der Steuermoral durch die Veröffentlichung der 1. bis 6. Ottober 75 Broz. des Septembergehalts. Verhandlungen Steuererklärungen all derer, die ihr Einkommen selbst einschätzen über die nächste Zahlung am Donnerstag: im Glas und Ke Berantwortlich für Bolitik: Richard Bernstein: Wirtschaft: Artur Saternus: müssen. ramitgroßhandel follen zwei Drittel des Septembergehalts Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Frih Raritädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. gezahlt werden. Der 3D. hat diese Zahlung als ungenügend ab. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerel gelehnt und den Schlichtungsausschuß angerufen; in der Ge- und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. tränteindustrie für die erste Oftoberwoche bas 12fache SepSiezzu 2 Beilagen. tembengehalt, spätestens bis Dienstag; in den Brauereien brei Biertel Septembergehalt; in der Zigarettenindustrie 40 Broz. des Septembergehalts, auf Anweisung des Arbeitgeber. verbandes; in den Wurstfabriten vorläufig 20 Auguftgehälter für September; in der Kurz- und Spielwarenbranche 48 min. 21 Augustgehälter für September und a conto Oftober ein Septembergehalt am 8. Oftober; im Tertilgroßhandel, Samtund Seibenwarengroßhandel, Baumwoll, Leinen- und KleiderstoffGroßhandel als erste Borschußzahlung 40 Broz. des Septembergehalts. Die Sätze der Erwerbslofenunterstützung. Für das preußische Staatsgebiet find die Höchstfäße der Erwerbs losenfürsorge für die Zeit vom 3. bis 9. Oftober festgesezt: C D und E in den Orten der Drisklassen 289 A B 1. Für männliche Personen a) über 21 Jahre, sofern sie nicht im Haushalt eines andern leben 60 b) über 21 Jahre, sofern sie in 56 52 dem Haushalt eines anderen leben c) unter 21 Jahren 48 45 42 39 36 33 30 27 2. Für weibliche Personen a) über 21 Jahre, sofern sie nicht im Haushalt eines anderen leben 48 4.5 42 39 b) über 21 Jahre, sofern fie in dem Haushalt eines anderen leben 40 87 c) unter 21 Jahreu 28 26 34 31 24 22 3. Als Familienzuschläge für a) ben Ehegatten. 22 20 18 16 b) die Kinder und sonstige unter ftügungsberechtigte Angehörige. 18 17 16 15 Die englischen Grubenbeiher haben den Vorschlag des natio nalen Verbandes der englischen Koblenarbeiter für eine Abänderung des Minimallognes abgelehnt. Die Arbeiter haben folgende Forderungen erhoben: 1. Menderung des Gewinnanteiles, 2. Gr. höhung des Mindestlohnes, 3. Veröffentlichung aller Einzelheiten über die Betriebskosten. Beginn der Betriebsrätefchule. Für das besezte und das ihm gleichgestellte Gebiet regeln sich sollegen( nicht nur Betriebsräte) teilnehmen fönnen: die Höchstfäße nach Maßgabe des Erlasses des Wohlfahrtsministers bom 30. September 1923. Im Laufe diefer Woche beginnen folgenbe Rurse, an denen noch neue ( Ge. Montag: Die Arbeitsorganisation in industriellen Betrieb meindeschule, Greifenhagener Str. 58, 8 Uhr, 3. 6). Selbstkosten. ermittlung und Betriebsftatiftit( Leibniz- Gymnasium, Mariannenplay, fchauer Blas 6-8, 7 Uhr, 8. 115). Für die produktive Erwerbslosenfürsorge betragen die Durch 8 Uhr, 8. 17). Brattische Fälle aus dem Arbeitsrecht( Tertilfachschule, Bar. schnittssäge in derselben Zeit in den Ortellassen: A 96 B 90 C 84 D und E 78 Min. Beendigung des Hochbahnkonfliktes. Dienstag: Die Zusammenschlußbewegung in der Großindustrie( Leibniz- Gymnasium, Mariannenplag, 8 Uhr, 8. 18). Donnerstag: Grundlagen der sozialen Sygiene; Der Betrieb als das Tätigkeitsfeld des Betriebsrates( beide Sophien- Lnzeum, Beinmeister. ftrae 16-17, 8 Uhr). Einführung in das Arbeitsrecht( Tempelhof, Werderfchule, Berberstraße, 7 Uhr). Freitag: Das Betriebsrätegefeg( Gemeindeschule, GreifenhageNachdem die Funktionärversammlung der Hochbahner fich für net Git, 58, 7% Uhr, 3. 6). Der Betrieb als das Tätigkeitsfelb des BeWiederaufnahme der Arbeit ausgesprochen hatte, für den Fall, daß Itriebsrats( Spanbau, Anabenmittelschule, Heinrichsples, 6 Uhr). UNITED STATES LINES Amerikanische Reglerungsdampfer NACH NEW YORK von Southampton- Cherbourg LEVIATHAN 9. und 30. Oktober, 20. November, 15. Dezember Von BREMEN über Southampton und Cherbourg nach NEW YORK GEORGE WASHINGTON 24. Oktober President Harding. President Arthur America President Roosevelt. President Fillmore. 29. Dezember 10. Oktober 14. November 19. Oktober 22. Dezember 31. Oktober 1. Dezember 7. November 12. Dezember 21. November Abfahrt von Southampton und Cherbourg 1 Tag später Alles Nähere durch untenstehende Adressen Vorteilhafte Gelegenhelt für Güterbeförderung UNITED STATES LINES Berlin W 8, Unter den Linden 1 NW 40, Invalidenstraße 93 Berlin W 9, Budapester Str. 5 W 8, Unter den Linden 22 General- Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen WENESTI ORANGE WENESTI RUND WENESTI SPORT- SERIE N° 1 Safis 23 Die beiden feinen Consum- Zigaretten Nr. 469 40. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Stresemanns Rede im Reichstag. ( Schluß des Berichts aus dem Hauptblatt.) Sonntag, 7. Oktober 1923 Gefundung der Wirtschaft seller ( Erneute Unterbrechungen bei den Kommunisten.) Die Aufrührer| munisten. Abg. v. Graefe( dt- völt.) ruft: Mit Bürmern fann man Aus diesem Grunde haben wir unsererseits davon abgesehen, in Süfirin werden die Schärfe des Gefehes fühlen. Das Ausnahme- nicht fapitulieren!) Meiner Auffassung nach gibt es feine Möglichdie Aufhebung der bayerischen Verfügung zu fordern.( hört, hört! gericht ist eingelegt. Seine Einsetzung sowie die Art der Nieder- feit, dem Währungsverfall nur mit technischen Mitteln entgegenzubei den Kommunisten.) Wir hoffen, daß das Nebeneinander der merfung des Widerstandes entspricht dem Belagerungszustand. treten und ihn aufzuhalten, man kann sie anwenden, wir haben beiden Berfügungen möglich ist.( 3uruf links: Sehr flug!) lind das Ihren Worten wird die Regierung auch Taten folgen laffen.( Burufe fie auch anger medet bis zu dem Maße, daß unsere GoldLei den Kommunisten.) referne auf ein Minimum herabgefunten ist. Das es möglich ist, bei der Gelegenheit das Recht des Reiches zu leber unsere finanziellen Verhältnisse brauche ich Enischeidende ist, daß man das Mißtrauen beseitigt in cine schüßen.( Buruf bei den Kommunisten: Kapitulation vor Bayern!) Es ist interessant, daß das Wort Kapitulation bald von der einen, Shnen feine ausführliche Darlegung zu geben. In einem Riefen- Währung, die nicht mehr zu halten ist nach außen als Zahlungsbald von der anderen Seite fommt. Wir leben in einer Zeit, in dermaße blieben die Reichseinnahmen hinter den Reichsausgaben zu nuttel und nach innen ihre Zahlungskraft mindestens vermindert hat. die verschiedenen Länder des Reiches eine ganz verschiedene wirt- rüd, namentlich infolge der auch noch für die Uebergangszeit fort- Wie müssen ein neues Geld schaffen. Das Wichtigste aber ist der schaftliche, foziale und politische Struktur aufweisen. Das ist nicht auführenden Unterstügungen im besetzten Gebiet. Es waren tief Bersud; der nur in bezug auf Bayern der Fall, sondern auch bei anderen eingreisende Maßnahmen auf dem Gebiet der BeLändern. Ich würde es für alle falsche Staatstunst halten, hier das Steuerung notwendig. Ich habe volles Verständnis dafür, wenn Die Ministerpräsidenten der Länder zum Ausdruck Reich auszuspielen gegen Bayern, mit dem wir fernerhin zufammenarbeiten müssen. Nur dann wird das Reich sich stützen können auf bringen, wie schwer einzelne Steuern ihre Landesgenossen treffen. die Kräfte der Länder.( Beifall bei der Mehrheit. Zuruf bei den Diese Härten der Steuern find aber nicht auf einzelne Länder be. Kommunisten: Verbeugung vor den Faschisten!) Es gibt ja auch schränkt. Dann möchte ich Sie bitten, sich auch einmal in die Seele Länder, in denen Sie( zu den Kommunisten) mit Ihrer Partei eine eines Finanzministers hineinzuversehen, der weiß, daß überhaupt Rolle spielen. In diesen Ländern haben Sie sich über schlechte Be- nur ein sehr geringer Bruchteil der Ausgaben durch Steuern auf handlung Ihrer Partei auch nicht beklagen dürfen.( Lärm bei den gebracht wird und dem man zumutet, leichten Herzens auf Steuern Kommunisten. Bräsident Lobe bittet nochmals die Zwischenrufer, bu verzichten. Wir haben durch einen Erlaß vom 29. September ihre Einwände für ihre eigenen Reden zurückzuhalten, die dauernden Steuerzahle: empfohlen. Ob wir darüber hinaus zu ausdrücklich die Berücksichtigung leistungsschwacher Zwischenrufe machten es dem Reichskanzler unmöglich, fich ver: Erleichterungen und zur Aufhebung von Steuern tommen werden, ständlich zu machen. Der Präsident droht, diese Rufe in Zukunft als wird sich zeigen, wenn wir uns flar darüber sind, ob wir dem Währungsverfall mit Erfolg entgegentreten fönnen durch Maßnahmen, auf die ich im einzelnen nicht eingehe, die auf Schaf= fung eines wertbeständigen Geldes abzieler als Mittel gegen die Inflation. Damit fomme ich auf ordnungswidrig zu rügen.) Was nicht geduldet werden tann, ift die Zügellosigkeit, mit der man in Bayern Inftitutionen angreift, die herausbleiben müffen aus dem politischen Kampf. das Berhältnis von Ländern und Reich. Wenn es sich darum handelt, die Wehrpflicht des Besizes durchuführen, so werden Sie( zu den Kommunisten) teine Veranlassung haben, mich als einen Deserteur von dieser Idee hinzustellen. Die ganzen Borschläge, die ich für die unmittelbare Hergabe des Besizes an das Reich gemacht habe, find wohl das weitgehendste, was jemals dem Befit als solchem zugemutet worden ist. Wir wollen also doch endlich damit aufhören, es so hinzustellen, als ob Sie allein die Träger folcher Gedanken wären.( Große Unruhe und andauernde Zurufe bei den Kommunisten.) Wir brauchen dazu auch einen Eingriff in die Preisbildung, die bei uns Formen angenommen hat, die wir nicht mehr ertragen Tönnen.( Allgemeine stürmische Zustimmung.) Wir brauchen Mittel gegen eine Monopolpreisbildung über den Weltmarktpreis hinaus; es geht nicht an, durch Konventionen und Syndikate den Wettbewerb aus dem Wirtschaftsleben so auszuschalten, wie er jetzt ausgeschaltet ist.( Erneute allseitige Zustimmung.) Wenn an die Stelle der Aufgabe, die sich in früheren Zeiten die Wirtschaft stellte, durch technischen Fortschritt, durch höchste Qualität im Wettbewerb davonzutragen, die neue Aufgabe triit, in Konventions. fizungen neue Breife festzusetzen, dann hört auf, was einstmals die Initiative und der Träger der deutschen Wirtschaft war. Mit einer solchen Preispolitik von Konventionen und Syndikaten hätten wir nie den Weltmarkt erobert; und um so weniger ist ein solche Preispolitik in einer Zeit zu ertragen, wo wir vor einer Arbeitslosigkeit stehen, die wir in ihrer Begrenzung noch gar nicht übersehen können, in einer Zeit, wo wir infolge der gejamien außen- und innenpolitischen Lage auch an die gesamte Arbeiterschaft und Beamtenschaft mit der Forderung nach Mehrleistungen. herantreten müssen, Forderungen, die hoffentlich in freier Verein= barung erledigt werden, oder evtl. auf dem Wege der Verordnung, die notwendig ist, wenn wir nicht sehenden Auges die Berelen= bung des deutschen Boikes zum Brinzip erheben wollen. ( Große Unruhe bei den Kommunisten; erregte zurufe: Arbeitsstreckung! Kurzarbeit!) Bebhafte Zustimmung.) Ich meine nicht die Reichsregierung als folche. Ich selbst nehme die Dinge nicht so schwer. Aber ich erinnere Die Reichsregierung billigt ihrerseits den Vorschlag des früheren an den Reichspräsidenten. Er ist die Verfinnbildlichung Reichsfinanzministers, wonach die einzelnen Länder finanziell wie. der obersten Spitze. Wer würscht, einmal dort Persönlichkeiten zu der selbständiger gestellt werden sollen. Jetzt hat das Reich nicht sehen, die ihm selbst näher stehen, der sollte fehen, daß die Institution nur für seine eigenen Ausgaben aufzukommen, sondern auch für die als solche auf der Höhe sei.( Erneute Zustimmung.) Ich wende mich Ausgaben eines großen Teils der Länder und Kommunen, ohne auch gegen die Kritif des„ Bölkischen Beobachter" gegen- daß es Kontrollmaßnahmen wirksamer Art hat darüber, wie eigentüber dem General v. Seedt. Was würde man in der alten Armee lich diese Mittel verwendet werden. Nach Auffassung des Kabinetts dazu gefagt haben, wenn so das Vertrauen zum Offizier erschüttert fann wirkliche Abhilfe nur geschaffen werden durch eine grundworden wäre. Es ist das eine unverantwortliche Heze, die jeder legende Aenderung des Berhältnisses zwischen Reich, Ländern und anständige Mensch verurteilen muß.( Sehr richtig!) Gegen kommunen. Das jetzt voraus, daß die Länder wieder die volle über so manchen Zerlegungserscheinungen, die sich in Bayern zeigen, Verantwortung für die eigenen Ausgaben übernehmen. Dazu follten wir uns ein Beispiel nehmen an der Art, wie im besetten müssen sie aber auch über eigene Einnahmen verfügen, Gebiet der Gedanke der nationalen Einheit sich gezeigt hat, ein- und demnach müssen ihnen Einnahmequellen erschloffen werden, die mal in der Kundgebung in Köln und dann in der stillen Abwehr in fie in den Stand sehen, ihre Aufgaben zu erfüllen. Dann wird das Düsseldorf. Ich bedaure, daß der Kampf gegen den Staat geführt Reich sich wieder auf seine eigenen lufgaben beschränken fönnen. mird, weil man die Barteien nicht maa. Welche Partei regiert Bis zur Durchführung einer grundlegenden Reform wird ein Ausund welche Regierung, das ist in der Geschichte Episode. Oder aber weg in der Weise gefunden werden müssen, daß die Länder wie has Deutsche Reich und der deutsche Staat bleibt, das das Reich durch Kontingentierung der zu verwendenden Darum brauchen wir Eingriffe in die Preispolifit, damit nicht wird Epoche sein.( Lebhafte stürmische Zustimmung.) Benn ver- Mittel sich zur äußersten Spa: samkeit zwingen, daß kein Gesetz der geforderten Mehrleistung die Ausbeutung durch unberechtigte brecherische Naturen glauben, durch Aufreizung und Gewalt gegen mehr verabschiedet wird, das neue Lasten bringt, feine neuen BePreise entgegentrifi. den Staat anrennen zu dürfen, so lehne ich es ab, in diesem Treiben hörden und Beamten eingesetzt werden. Dazu gehört auch der Auf dieses Zusammenwirfen sollen sich die Verordnungen beziehen, etwa einen nationalen Gedanken zu sehen. Wir haben genug Abbau der alten Gesche und der jehigen Verwaltung. wegen deren wir von Ihnen eine Ermächtigung verlangen. Kaum gelitten vom Feind, wir wollen nicht selbst das Grab noch weiterschaufeln. Bon diesem Gesichtspuntt aus muß man auch die Das ist die einmütige Auffassunug des Rabinetts, und ich glaube jemals hat ein Kabinett die Führung der deutschen Politik in Berhältnisse betrachten. die sich in Rüstrin gezeigt haben, und die doch, daß, selbst wenn man in einer eigenen gewissen Berallge. schwererer Zeit und in schwererer Rot übernommen. Wir haben vor meinerung von liebgewordenen Begriffen von einer Berliner Re- der Frege gestanden, ob es richtiger wäre, sofort mit Maßnahmen das Einschreiten der Reichswehr erforderlich machten. gierung nur in Gänsefüßchen spricht, und wenn man auch dieser und Berordnungen zuzupacken, eber ober die Einzelheiten auszuJch habe teine Veranlassung, der Reichswehr besonderen Dant Regierung nicht gerade ein hundertprozentiges Vertrauen entgegen arbeiten, die uns davor bewahren, daß diese Verordnungen über das zu sagen. Sie hat einfach ihre Pflicht getan. bringt, doch fachlich und objektiv anerkennen fann, daß sich noch berechtigte Maß hinausgehen. Es werden heute vielfach von uns Feststellen will ich aber, daß sie mit ihrer Haltung die zum Schweigen niemals eine Regierung in bezug auf die Regelung dieser Dinge Entschließungen gefordert in Tagen, wo man früher Monate gebracht hat, die das Bertrauen zur Reichswehr erschüttern wollten. auf den Standpunkt gestellt hat, eine verlorene Ausgabefelbständig-| dafür Zeit hatte. Wir haben hier eine ganze Reihe von Maßnahmen Ich möchte wünschen, daß wir alle die Reichswehr, die ein feit wieder aufzubauen, die mir gewillt sind, den Ländern zu geben. in Aussicht genommen; das geht nicht mit dem parlamentarischen Instrument des Staates ist, herauslassen aus dem poli= Das wichtigste Moment in psychologischer Hinsicht ist: es geht Apparat, wie er aufgezogen ist.( Lebhaftes hört, hört!) Herr von fifchen Rampf, mie wir auch erwarten, daß die Reichswehr fich nicht an, daß jemand Ausgaben machen fann, ohne daß er selbst Graefe, Sie haben so oft nach dem Diktator gerufen, daß Sie nich be felbst heraushält aus ihm.( Sehr richtig!) Wir brauchen ein Berfontrolliert, mieweit seine Verantwortlichkeit geht. Das muß zur rechtigt find, hier hört, hört zu rufen.( Große Heitereit, fortdauernde Unruhe.) trauensverhältnis der Reichswehr zu allen Barteien. Verschwendung führen, zur Auspowerung des Reichs. Lassen Sie Dieses Ermächtigungsgefeh müssen Sie uns geben! ( Lärmende Unterbrechungen bei den Kommunisten.) Sie( zu den uns diesen Weg gemeinschaftlich gehen. Wir können auf diesem Kommunisten) haben fein Recht über Instrumente des Staats zu Bege auch der Anschauung entgegentreten, als wenn es Würmer( Buruf bei den Kommunisten: Unter der Herrschaft des Belagerungs rechten, da sie ja selbst sich nicht auf den Boden des Staates stellen. gebe, die an den Pfeilern des Reichs nagen.( Burufe bei den Kom. I zustandes!) Das der Belagerungszustand da ist, liegt an Ihnen! Tante Frieda. Bon Hans Bauer. frechen Bosheiten gegen alles fortschrittlich Politische auf der cnderen Seite find so recht nach ihrem Geschmac. Kreuzung aus Badfisch und Schlächterhund, aus Courths Tanten stehen gemeinhin in dem Geruch, sehr mimosenhafte Mahler und Ludendorff, so läuft Tante Frieda durch ihr treuGeschöpfe zu sein. Tante Frieda meicht von dem Wizblätter- Typ der Tanten faum ab. Als sie vorige Woche den Ofenseger bestellt hatte und diesem einmal etwas nicht flappte und er aus Zorn darüber einen malerisch schönen Fluch hinlegte, belehrte sie ihn pitiert, daß solch harte Worte sonst in ihrem Haushalt nicht fielen. Besonders entrüstet ist Tante Frieda immer, wenn sie argmöhnt, der Student nebenan habe wieder einmal seine Freundin mitgebracht. Wie man nur fönne und wohin bas führen solle und wohin man täme, wenn alle Zucht und Sitte aus der Welt verschwinde! Tante Frieda ist auch empfindsam gegen förperliches Un gemach. Neulich hatte sie sich in den Finger geschnitten. Da um wickelte sie erstens die wunde Stelle mit ganzen Knäueln von Verbandszeug, damit ja tein Blut, das sie nicht sehen kann, durchfidere, und zum andern erzählte sie es jedermann ausführlich, was ihr geschehen sei und wie schrecklich das doch wäre. Tante Frieda ist auch fromm. Sie fürchtet Gott und hat christliche Haussegen an ihren Zimmerwänden hängen, die nicht gerade Geistreichigkeiten verkünden, aber doch in schlichter Innig Peit Friede, Eintracht und Güte preisen. Muß ich noch sagen, daß Tante Frieda nicht duldet, daß in ihrem Hause fich Kinder balgen, daß sie ihre kleinen Neffen gezüchtigt hat, als diese einmal bei ihr zu Besuch waren und bei dieser Gelegenheit Feuerwerkskörper auf der Straße abgebrannt hatten? Muß ich noch sagen, daß Tante Frieda sich entsetzt, wenn Müllers Hannchen in durchbrochenen Strümpfen spazieren geht? deutsches Dasein. Ewig Anstoß nehmend und gerührt und ewig zerfressen an der Seele und von keinem Teensturm berührbar, Sinnbild aller phrasenreichen Gesinnungsverlogenheit, sollte die Photographie der Tante Frieda über keinem teutonischen Schreibtisch fehlen. 式 Neue Erinnerungen an Gustav Mahler. Gustav Mahler, der große Romponist und unvergeßliche Dirigent, tritt uns in dem fortreißenden Feuer feines genialen Temperaments und in dem Reiz seiner eigenartigen Persönlichkeit aus den„ Erinnerungen" entgegen, die soeben aus dem Nachlaß einer feiner intimsten Freundinnen, Natalie Bauer Lechner, bei E. P. Tal u. Co. in Wien veröffentlicht werden. Wir verfolgen hier den Aufstieg des armen Mufiters bis zu dem weltberühmten Leiter der Wiener Oper, das Wachsen des Komponisten in ungeheurem Ringen zur Beherrschung vorher nie geahnter Mittel. Aber auch rein menschlich tritt uns dieses Genie nabe in seiner nervösen Reizbarkeit, die soviel Absonderliches mit sich brachte und doch mit der Zauberfraft, die von ihm ausging, eng zusammenhing. ihn alle Augenblicke, stehen zu bleiben, während er, je mehr er sich im Reden ereifert, wie ein Über mit den Füßen den Boden schlägt. Höchst sonderbar ist es, daß Mahler bei seinem Rhythmus! nicht zwei Schritte gleichmäßig geht, sondern fortwährend das Tempo wechselt, zur gänzlichen Unmöglichkeit für jeden, der mit ihm geht, gleichen Schritt zu halten." Der kleine, schmächtige und scheinbar so zarte Meister besaß eine außerordentliche Kraft und Elastizität, so daß er in stundenlangen Proben seine sämtlichen Musiker bis zur Erschöpfung„ auspumpte" In und geradezu übermenschliche Proben von Energie ablegte. Leibesübungen war er gewandt und ausdauernd. ,, Wie er imstande ist, die mächtigsten Klaviere furz und flein zu schlagen," schreibt die Verfasserin, das macht ihm fein Riese nach. Kaum möglich ist es, nach Mahlers Gesicht zu erraten, wie alt er sei, da es bald jugendlich wie das eines Jünglings, bald weit über seine Jahre hinaus gefurcht und gealtert erscheint. Ebenso kann innerhalb einiger Tage, ja oft weniger Stunden sein Aeußeres vom besten zum schlechtesten, vom vollsten zum hohlsten sich verwandeln, was mit dem fortwährenden und rapiden Wechsel seines ganzen seelischen und leiblichen Menschen, vor allem jedoch mit jenem ewig anderen, immer aber mit gleicher genialer Intensität und größter Unmittelbarfeit ihn erfüllenden Inhalt seiner Person und seines ganzen Seins zusammenhängt. Zerstörung von Eisbergen. Die Vereinigten Staaten haben einen Patrouillendienst eingerichtet, um die Schiffe des Atlantischen Ozeans vor herannahenden Eisbergen zu warnen, die ihnen das Schicksal der " Titanic" bereiten fönnten. In mehreren Fällen ist es diesem Küstenschutz sogar gelungen, die Eisberge durch Sprengminen ungefährlich zu machen. ,, Seine Wechselhaftigkeit und Sprunghaftigkeit", erzählt die Freundin, ist so groß, daß er nicht eine Stunde lang der Gleiche bleibt und alles außer und um ihn, besonders. aber die Nächsten, seinem veränderten Blick immer anders erscheinen. Seine Vergeß lichkeit und zerstreutheit aus Versunkenheit und Abgelenftheit nach innen ist groß und war früher noch viel größer, so daß ihm die feltsamsten Dinge passierten. Sein Konservatoriumskollege Winkler Man näherte fich dem Eisberg vorsichtig auf dem Boot und erzählte mir, Mahler sei nach einer Probe feiner Klavier- Biolin es war im Winter fo vertieft in brachte dann mit einem Floß zwei starfgeladene vertettete Minen sonate aus dem Musikverein Gedanken weggerannt, daß er Mantel, Stock und Hut vergaß; ja unter eine hervorragende Rante des Eisberges. Dann ruderte man auf der Ringstraße verlor er selbst die Hälfte der Noten, die zum schleunigst rückwärts und setzte durch elektrische Zündung die Minen Aber: eben diese Tante Frieda hat auch noch eine andere Glück die ihm folgenden Kollegen fanden und nebst den Kleidungs- in Tätigkeit. Natürlich gab es stets ein mächtiges Krachen und Seele. Eine Gegengewichts- Seele. Eine Stahl- und Eisen- Seele. ftüden ihm nachtrugen." Daß ein so ganz mit seinen inneren Ge- Umhersprigen von Eisstücken, aber in den meisten Fällen konnte Tante Frieda hat es mir neulich offenbart, daß wir 1918 bis fichten beschäftigter Rünstler in seinem Aeußeren viel zu wünschen man durch eine Sprengung immer nur eine Verkleinerung zum letzten Mann hätten fämpfen müssen, bis der Rhein mit übrig ließ, ist begreiflich. Wenn er morgens das Haus untontrolliert des Eisberges erreichen. Es bedurfte eines mehrmaligen Franzosen- Leichen angefüllt gewesen wäre". Tante Frieda hat verläßt, hat er oft noch am Mittag die weißen Spuren des John Angriffs, und meist waren dazu mehrere Tage notwendig, um mir auch versichert, daß eine nicht vaterländische Regierung mie pulvers oder der Seife vom Rasieren auf Mund und Wangen. Nicht den Eisberg so zu zertrümmern, daß seine Reste für herankommende Die unsere" feinen Gehorsam verlangen könne. Tante Frieda ist besser ist natürlich die Ordnung, welche er um fic, in seinem Fahrzeuge nicht mehr gefährlich waren. Zimmer, hält. Wenn er es in der Früh verläßt, sieht es aus, als Wenn eine Mine gesprengt wurde, sagt ein Teilnehmer das ferner sehr unzufrieden mit der Einstellung des passiven Wider hätte der Feind dort gehaust: das Bett in der zerstörtesten Ber- Küstendienstes, gab es ein Schauspiel, das faum zu beschreiben ist. standes. Sie hätte es vielmehr gern gesehen, wenn er zum aktiven fassung. Bolfter und Dede auf der Erde, das Leintuch zusammen- Cine Wasserfäule spritzte bis zu dem Gipfel des Eisberges. Taufende gesteigert worden wäre. geballt in irgendeiner Bettede; Kamm, Bürste, Handtücher und Seife von Tennen Eis wurden abgesprengt und stürzten mit mächtigem Lante Frieda: die liebe blutrünstige Spießerin. Tante Frieda, im 3immer oder auf dem Bett herumgestreut, Ruverts oder Papier- Getöse in die See. Die Gewichtsabnahme des Berges war so starf, das Ueberbleibsel aus dem Mittelalter, wo man der Menge die schnipfel im Baschbecken, das Nachthemd und abgelegte Wäsche an daß das Reststück des Berges riesenhaft in die Höhe stieg, so daß ein Nerven zutraute, öffentlich der Erhängung einer Jungfrau beizu- allen Eden und Enden des Zimmers auf dem Boden." Untundiger hätte denken müssen, der Berg wüchse eher als daß er wohnen, aber bestimmt nicht vergaß, dieser vorher die Röcke Sehr charakteristisch für Mahier war sein Gang, um dessen fleiner würde. Im Augenblick, als er seine größte Höhe erreicht fest zuzubinden, damit eben jene Menge nicht etwa etwas unwillen ihn die Kinder auslachten. Die Ungeduld guckt und zudt aus hatte, brach er gewöhnlich in mehrere Stücke auseinander, und diese jedem seiner Schritte, indem er wie ein Rössel oder auch wie ein fanfen dann mit auffallender Langsamteit, unerwartet still, faft Blinder, der den Weg nicht sieht, die Beine hebt und, mit dem Fuß geräuschlos, ins Meer: vermutlich eine Folge der großen Massen, Tante Frieda liest die„ Gartenlaube" und das„ Daheim". Deren stampfend, den Boden berührt. Ist er mit einem im lebhaften Ge- während die fleineren abgesprengten Teile mit großem Geräusch ins Simonadenselige Kitschromane auf ber einen and the giftig- spräch, je jaßt er ihn an der Hyamb ober am Selbergipfel bawingt aller gefturat maren, züchtiges sehe. Präsident Cöbe teilt mit, daß im Aeltestenrat darüber feine Einigung erzielt fei, ob nach einer Bause von zwei oder drei Stun den, während deren die Fraktionen beraten können, die Aussprache noch heute stattfinden soll oder ob das Haus sich dazu bis zum Montag vertagen will.. Abg. Bark( Komm.) verlangt in längeren Ausführungen zur Geschäftsordnung unter andauerndem großen Lärm, so daß er sich kaum verständlich machen kann, daß sofort die Aussprache begonnen werde. Nach weiteren Ausführungen des Abg. v. Graefe( Dt.- völf.) stimmen für die sofortige Aussprache nur die Kommunisten und Deutschvölkischen, das übrige Haus entscheidet sich für die Ber tagung bis Montag. Zuvor wird aber noch in erster Beratung ohne Erörterung der Gesetzentwurf über Vermögensstrafen und Bußen an den Rechtsausschuß überwiesen. ( Stürmische andauernde Underbrechung und Lärm bei den Kommu- dergesetzlichen Arbeitszeit schon eine wirkliche Ber- 1 gewinnen, dem Industriemenschen zur Wiedergeburt wiften, der die nächsten Säße der Reich stanzlerrede übertönt.) Bräsi- mehrung der Arbeitsleistung erreicht wäre. Ein Diktator einer Seele zu verhelfen. Dazu ist notwendig ganz neues dent Löbe ersucht, den Reichskanzler weiter reden zu lassen.) Wes- tönnte mit drakonischen 3wangsmaßnahmen vielleicht die län- Ahnen und Schauen von Rhythmus, Phantasie, Kunst, Mufit, von halb ist der Belagerungszustand verhängt? Er ist verhängt gegen gere Arbeitszeit erzwingen, aber solche Gewaltpolitit der Wirtschaft. Honigsheim- Röin ficht heute brei Mächte un die subvertiven Tendenzen( Erneuter tobender Lärm bei den würde sich bitter rächen und die deutsche Wirtschaft sicherlich die Erziehung ringen: Kirche, Staat und Wirtschaft. Die Wirtschaft den Beziehungen zum Körper. Vorausfegung aber ist Umwandlung Kommunisten; der kommunistische Abgeordnete Stemme le wird wegen Störung der Verhandliangen zum zweiten Male zur Ordnung nichts dabei gewinnen. betrachtet heute den Staat als ihren Funktionär. Er warnt vor gerufen.) Es ist ganz klar, daß der Belagerungszustand sich gegen Die Gewerkschaften stehen fest auf dem Boden der Unterschätzung der Wirtschaft. Die fommende Kultur wird auc) diejenigen richtet, die für den Bestand des Staates eine Gefahr sind. Verfassung, die den Arbeitern und Angestellten ausdrückunterricht der Erwachsenen kennen, aufgebaut auf der ( Abermalige stürmische Erregung auf der äußersten Linten; fort- lich das Recht garantiert,„ gleichberechtigt in Gemeinschaft mit Grund- und elastischen Einheitsschule. Und zwar 3 wedunterdauernde Rufe: Lüge! Lüge! Unter dem fortdauernden Lärm der Kommunisten schließt der Reichsfanzler seine Rede mit dem Eage): Den Unternehmern an der Regelung der Lohn- und Arbeits- richt auf besonderen Hochschulen für solche, die in der Wir haben Pflichten zu erfüllen nicht nur in der Gegenwart, sondern bedingungen sowie an der gesamten wirtschaftlichen Entwick also natürliche Auslese auf Grund der Erfahrungstatsachen in der Bragis besondere Begabung irgendwelcher Art schon bewiesen haben, auch gegenüber der Generation, die nach uns tommt. lung der produktiven Kräfte mitzuwirken". Jede Gewerkschaft Arbeit der Gemeinschaft. Daneben auch Bildungsanstalten ohne ( Stürmischer Beifall bei den Mehrheitsparteien, andauerndes Zischen ist bereit, mit der Arbeitgeberorganisation ihres Berufes über zweckbestimmte Richtung für jene, die eindringen möchten in die Zuund Pfuirufe bei den Kommunisten!) eine beffere Entwicklung der produktiven Kräfte und auch über fammenhänge des Weltganzen, für die Grübler und Forscher. Fordenotwendige Mehrarbeit Vereinbarungen zu treffen, rungen der Sehtzeit aber ist nicht liebevolles Pflegen noch so mertwie die Reichsverfassung fie in dem Sazz: die beiderseitigen voller Einzelpersönlichkeit, sondern Verzicht auf Erfüllung persön Organisationen und ihre Vereinbarungen werden anerkannt", licher Glüdsträume und bewußte Einstellung auf Kampf und 28üstenwanderung. vorgesehen hat. An diese Gedankengänge knüpfte dann Kawerau wieder an; das Zeitalter von Elektrizität und Eisen Die Gewerkschaften sind im Interesse der deutschen Wirt wollen wir nicht nur bejahen, weil wir müffen, sondern auch lieben, schaft seit Jahren für eine Sanierung der deutschen Finanzen aber indem wir seine Produktion nicht mehr nach dem eingetreten, für eine allgemeine, durchgreifende Finanzreform Profit, sondern nach den menschlichen Bedürf statt der bloßen Häufung der Steuergefeße. Sie sind immer nissen regeln und uns dienstbar machen. Arbeit sei nicht nur wieder für eine Stabilisierung der Währung ein- Broterwerb, auch Erfüllung der Lebensaufgabe. Es sei da kein getreten, weil nur auf dieser Grundlage flabile Löhne und buntes Gärtchen mehr für private Sehnsüchte, feine Spaltung von Preise möglich sind, die neben der notwendigen Sorge für aus- Sonntags- und Alltagsmensch. Von Jugend auf Erziehung zum reichende Ernährung eine der wichtigsten Vorausse unabhängigkeit. Neue Jugend soft neue Spannkraft zeigen, im Kampf Erkennen der Zusammenhänge, Vertrautheit mit der funktionalen gen für eine Steigerung der Produktion bilden. gegen Lüfte und Besiz, in der Gefolgschaft der Berkideen. Nicht Zur Erfüllung dieser Borausseßung für eine Steigerung blinder Glaube, sondern sehendes Wissen tut not. der Produktion sind die Gewerkschaften auch dafür, daß eine Diese geistige Einstellung wird geboren durch Arbeit und Erlebnis Entlastung des Reiches von unproduktiven in der Produktionsschule. Als fruchtbare Mutter gebiert sie eine Und Ausgaben herbeigeführt wird. Aber sie können dem in neue Sittlichkeit der Solidarität und attiven Gerechtigkeit. dem Entwurf einer neuen Berordnung vorgeschlagenen Weg Tagung zusammen: Troß allem und allem, eine Armee des Geistes dann faßte Oestreich in seinem Schlußwort das Ergebnis der der Abwälzung der gegenwärtigen Kosten der Erwerbslosen der Zukunft war beieinander und hinter der stürmenden Jugend, fürsorge auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht zustimmen, der aller Ueberschwang, ach nur zu häufig, Uebergangsstadium iſt, da es unerträglich ist, die allgemeine Sanierung der steht die ernste, schwer errungene totbereite Ueberzeugung reifer Die Gewerkschaften sind für die intenfiofte Steigerung Staatsfinanzen zuerst bei den fozialpolitischen Aus- Menschen. Liebevoll verstehend umfaßte er auch alle, die da von der Produktion und anerkennen, daß diese eine wichtige Vorgaben des Reiches und auf Kosten der Arbeitnehmerschaft zu einem Bunkte aus die Not der Zeit heilen wollen, die in Siedlungen aussetzung für die Rettung des Volkes ist. beginnen, ehe die Heranziehung des Besizes zu den öffentlichen und weltfernen Heimen Inseln im Strom sein möchten, die allein Die Gewerkschaften haben schon oft ihre Stimme für Lasten durch eine wirkliche Erfassung der Sachwerte gewähr von Rörper und Kunst her das neue Besen gestalten wollen, oder eine Vervollkommnung und bessere Ausnüßung der technischen leistet ist. Die Gewerkschaften fordern daher vorweg Sefu Chrifti schaffen möchten. Sie alle arbeiten, fämpfen und feiben die eine Schule aus der unbedingten und restlos chrlichen Nachfolge Hilfsmittel der Produktion und für die Beseitigung der Hem- eine allgemeine Finanz- und Währungsauf einfamem, oft auf verlorenem Borposten. Aber das Alte iſt mungen erhoben, die durch die Syndikate der Unternehmer reform; die gesunde Staatsfinanzen und stabile Lohn- und umwiederbrinalich gestorben, Flickwerf taugt nicht zum Aufbau. der notwendigen und möglichen technischen Entwicklung be- Preisverhältnisse schafft. Im Rahmen dieses umfassenden Darum bewußt hinein in den wirtschaftlichen und politischen Kampf reitet werden. Die Gewerkschaften sind die entschiedensten Geg- Finanz- und Währungsplanes tann eine Entlastung des um die Kultur nicht einer Klaffe, einer Schicht, eines Boltes, sondern ner der Syndikatspolitik, die mur dazu dient, technisch Staates von der Erwerbslofenfürsorge auf dem Wege der fo- der gesamten Menschheit, nicht durch Heze von Putsch zu Putsch, rückständige und minderleistungsfähige Betriebe durchzu- fortigen Erledigung und beschleunigten Infraftsetzung des Ge- fondern durch hineintragung des Erziehungsgedanschleppen, deshalb jeden Anreiz zum geistigen und wirtschaft- fezentwurfs betreffend Arbeitslosenversicherung, der vom tens in die Menschen. lichen Wettbewerb ertötet und somit das größte Hindernis Reichswirtschaftsrat bereits im Frühjahr 1923 begutachtet gegen die fortschrittliche Enwicklung der produktiven Kräfte ist. worden ist, herbeigeführt werden. Die Gewerkschaften erfennen an, daß es zur Gesundung der Wirtschaft und zur Erhöhung des Ertrages der Produktion ebenso notwendig ist, alle un produktiven Kräfte auszuschalten und an anderer Stelle wieder produktiv zu beschäftigen. Sie sind bereit, unter gerechter Wahrung der Lebensinteressen der betroffenen Arbeitskräfte an der Lösung dieses Problems mitzuhelfen. Nächste Sigung: Montag 12 Uhr: Anträge auf Aufhebung der Ausnahmeverordnungen; Ermächtigungsgesetz; Währungsbaufgefeß und kleinere Vorlagen. Schluß nach 4 Uhr. Produktionssteigerung. Bon Th. Leipart. Sie sind auch bereit, für eine Mehrarbeit zur Erhöhung der Produktionsleistung überall da einzutreten, wo dies ge boten und möglich ist, wenn damit der gesetzliche Acht stundentag nicht angetastet wird. Sie lehnen es jedoch entschieden ab, sich selbst und die Arbeiterschaft bei der Regelung dieser wichtigsten Frage des Arbeitsverhältnisses ausschalten zu laffen. llebel war. Die Gewerkschaften waren und sind in diesem Sinne zur pofitiven Mitarbeit an dem Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft bereit. Aber sie find nicht gewillt, für eine Steigerung der Produktion durch Raubbauander Arbeiter fchaft zugunsten der Unternehmer einzutreten. Um die Produktionsschule. Beund Genoffinnen, hier geht es um eurer Kinder Zukunftsland. Hier Es war ein Wagnis, diese Tagung in dieser Zeit. Genossen ift die große fulturpolitische Organisation, die euch angeht. fchäftigt euch mit den Gedanken des Bundes, besucht die Monats= versammlungen, die Tagungen, orientiert euch aus den Schriftenreihen des Bundes über die praktischen Vorschläge und Versuche, left das in Kürze erscheinende heft, das alle Referate dieser Herbsttagung ausführlich wiedergibt. Viel Wertvolles, flar Durchdachtes, das Lösung praktischer Probleme betraf( Behrerbildung, Grundschule, Kindergarten, Heilpädagogif) mußte bei der Knappheit des Raumes vor dem Grundfäßlichen leider zurüdstehen. K. J. Wirtschaft Zwischenwährung oder Endlösung? Sie anerkennen ferner, daß es nicht nur Pflicht der Unternehmer ist, durch geeignete Betriebseinrichtungen die Voraussetzungen für Höchstleistungen der Produktion zu schaffen, sondern ebenso auch Pflicht der Arbeitneh- Schulmeistertagung hatte der Bund entschiedener Schulreformer in Eine Tagung über die Schuffrage, aber dennoch feine bloße mer, in der normalen Arbeitszeit intensive Arbeit zu leisten der Berliner Universität vom 30. September bis 4. Oktober ver in dem Umfange, wie förperliche Kräfte und die Rücksicht auf anstaltet. Diefer Bund hat es als einziger in feiner Art verstanden, die Gesundheit es ermöglichen. Schul- und Erziehungsfragen zu einer Sache des Volkes zu machen. Die Woche, die jetzt abgelaufen ist, brachte einen neuen, unZur Besprechung stand Die Produktionsschule". In erhörten Niedergang der Mart, neue, unerhörte Preis. wohldurchdachtem und übersichtlich gegliederten Aufbau sollten die steigerungen der Kartelle, gewaltige Preiserhöhungen am LebensReferate darlegen: Den Weg zur Produktionsschule, die Erziehungsmittelmarkt. Nachdem die Wirtschaft sich fast durchgängig- ab. und schließlich Produktionsschule und Kultur. Bald zeigte sich, gesehen von den Löhnen auf Goldpreise umgestellt hat, ist die und Bildungsprobleme in der Produktionsschule, den Schulaufbau daß diese durchaus beachtenswerten Ausführungen über die praktische rapide Anpassung der Warenpreise an den Dollarstand an sich nicht Ausgestaltung und über Lösung jener Erziehungsfragen, die durch verwunderlich. Freilich fragt man sich vergebens, warum das Sie bestreiten überdies, daß mit einer Berlängerung Berjagen der heutigen Schule jur brennenden Jugendnot gewachsen gleiche Gesetz die Anwendung des Goldmaßstabes nicht in sind, doch in den Hintergrund treten vor den Auseinandersetzungen entsprechender Weise den Preisstand gesenkt hat, als wie in der Die Truppe spielt Hamfun.( Gastspiel im Lustspiel mit den letzten Grundfragen unserer Zeit. Es ist die Stärte des vorangegangenen Woche der Dollar fiel. Die Sorglosigkeit, mit haus.) Als Knut Hamsun das Stück Bom Teufel ge- und es ist weiter ein Beweis seiner lebendigen Kraft, daß er so viele der die Interessenten ihre Monopol stellung ausnügen, sich an Bundes, daß er flare Stellung nimmt zum Problem der Wirtschaft. holt" dichtete, begnadete ihn Gott mit allem: mit großer Bhan- verschiedene Referenten zu Wort kommen läßt, die je nach ihrer Art die Papiermart flammern, wenn der Dollar fällt, und an diesen, tafie, mit Hintertreppenromantif, mit hellsichtigster Menschentenntnis, mit Güte, mit Heiterfeit, mit Tragit und spitbütischem Talent verschiedene Wege aus dem Chaos suchen; daß aber gerade aus dieser wenn er steigt, hat jene Verheerungen am Markt der Infür Kulissenreißerei. Die Komödie von der alternden Frau, die 31- Bielgestaltigkeit sich dann klar und deutlich die Einstellung des Bundes dustriewaren angerichtet, die jetzt auf die Arbeiterschaft zurückwirft. legt in die Arme des Niggers sinkt, nach dem der Musikant und der ergab. Dies herauszuarbeiten war die schwere aber meisterhaft Troß steigenden Dollarkurses, der früher immer den Export an= faule Schwärmer und der muskulöje Nabob von ihr abgefallen sind, gelöfte Schlußaufgabe des Vorsitzenden Genossen De ft reich. Es geregt hat, stockt die Warenausfuhr. Im Inland aber stodt der ist köstlich und erbärmlich zugleich, sie ist etwas Schönes und Ber- ging um folgendes: Ist ein neues Zeitalter aufzubauen auf liebe- Warenabsaz, weil zwischen der Kauftraft der Bevölkerung und den wachsenes, sie ist Schönheit und Zirkusspekulation zugleich, sie ist voller intenfloer Kleinarbeit am Einzelwesen, durch Rückkehr zur Breisen keine geordnete Beziehung mehr besteht. Diese kann nicht gegipfelt und von tiefem und von niedrigem Trick durchwuchert. cohen Arbeit" auf bäuerlicher und handwerklicher Grundlage? Das Stück ist trotzdem zu lieben, es steht sogar abseits von allem Berfechter dieses Weges war Krohn, Leiter einer Heimschule im bestehen, solange der überwiegende Teil des Bolles auf Papiersonstigen Theater und es charakterisiert, so sehr die Schwerhörigen Holsteinischen, Führer und Erzieher einer Gemeinschaft mark angewiesen ist, die sich innerhalb der wenigen Stunden vom es auch abweisen mögen, unseren großen, unseren prächtigen, un Neubau möglich durch genossenschaftliche Arbeit Gleichgesinnter auf werbet, der Re at lohn muß mit zwingender Notwendig. ärmster Hamburger Proletarierjungen. Oder ist Empfang des Geldes bis zu seinem Verbrauch auf die Hälfte ent feren ewig findlichen und stets männlichen Hamsun. Nun hat die Iruppe", geleitet von Berthold Biertel, sich gefunden. wohldurchdachter, wohlorganisierter Grundlage, aber unter be feit hinter den Warenpreisen zurückbleiben, solange die WährungsEs ist wahr, die Kornphäen und Schauftücfomödianten sind schnell ab- wußter Anlehnung an den Kapitalismus und die fapitalistische Ein- frage nicht gelöst ist. Es ist nun gewiß kein Zufall, daß die agragewandert, aber es scheint, daß diese Trennung gar nicht vom stellung der Menschheit? Vertreter dieses Gedankens war Adolph rische und die schwerindustrielle Reaktion in demselben Augenblick Biertel, Der Regiffeur, hat seine Künstler bis ans aus Gilderhall, einer aufblühenden Siedlung bei Neu- Ruppin. 3ur eine Ministertrise herbeigeführt hat, wo ein sozialdemokratischer Aeußerste ihres Talents emporgeriffen. Er blies ihnen wirklich zur Höchstleistung im eigenen Beruf und Nußbarmachung dieses Finanzminister mit der Frage der Währungsreform ernst machen Selbsthilfe will er erziehen unter Ablehnung allen Dilettantismus, Schwung ein. Man spürt wohl, wo für den einzelnen die Grenzen lleberschusses an Qualitätsarbeit für die Allgemeinheit; ein neues wollte. Damit ist weniger die angekündigte Gründung der Wäh liegen, aber man fühlt auch, daß der Regiffeur den Einzelnen nicht Sparinstem gilt dort, das zum Wertmesser die Arbeitsstunde hat. rungsbank gemeint. In der unvollkommenen Form, in der dieser entgleiten läßt und weiterbildet. Das ist gute Arbeit. M. H. lleberführung der Produktion aufs Land, Flüssigmachung von Gedante bisher verfolgt wurde, fonnte er höchstens die Gesundung Brivatfapital vor allem für Bauten, feinste Durchbildung des Hand- des deutschen Geldes vorbereiten, nicht sie wirklich und endwerts, Qualitätsarbeit für die Ausfuhr, Einschaltung eines neuen gültig herbeiführen. Viel mehr wurde dem sozialdemokratischen Vertrauens, neuer geschäftlicher Ehrlichkeit, aber auch Ronzession an Finanzminister verdacht, daß er durch sein Streben nach einer Redie menschliche Selbstfucht und den Besitztrieb. Hilter dagegen bejaht das Maschinenzeitalter als notwendige Bhase und verneint organisierung der Reichsfinanzen den Unterbau zu die Synthese mit dem Handwerk. Nicht die Maschine hat schuld an der erfolgreichen Einführung einer Goldmährung legen wollte und Ein grober Unfug. Nach Zuschriften aus Mainz und Wiesbaden unserer Not, sondern die mangelnde Organisation der dabei den Besitz nicht mit jener Zartheit zu behandeln gedachte, die hingen dort, so melden die Mitteikingen über die Vogelwe.t", alle Berlin, der in den Werkschulen der Großindustrie die ersten Ver- bergers und Wirths üblich war und unter Fachminiſtern vom Wirtschaft. Den gleichen Standpunkt vertritt Fröhlich bisher in der Reichsfinanzpolitit trotz aller guten Gedanken ErzFeinkostläden in dieser Woche voll Krammetsvögel", ein Begriff, der sehr weiterherzig gefaßt war, so daß auch noch wirklichungsmöglichkeiten der Produktionsschule sehen würde, wenn Schlage Hermes' als selbstverständlich galt. Schwarzplättchen, Rottehlchen, Gimpel u. dgl. dazu. Die Aussprache ergibt denn auch flipp und klar, daß Bro: nicht eben die Großindustrie privatwirtschaftlich eingestellt wäre. Die Verzögerung der Währungsreform durch die Regierungszählten. Angeblich sollten diese Strammetsvögel" hauptfäch buftionsschule nur in sozialisierter Wirtschaft frise hat einen neuen Zustand geschaffen. Es tommt jeßt, nachdem lich aus Schlesien kommen. Abnehmer sind in erster Reihe möglich sei, daß aber auch die ll mfehrung dieses Sages man das neue Abgleiten der Mark nicht verhindern konnte, wirklich die franzöfifchen Befagungen mit ihren vielen Anhängseln, dann aber Gültigteit hat. Recht aus der Praxis heraus sprach in diesem nicht mehr darauf an, eine Neumart" zu schaffen, die binnen auch leider viele unserer neuen Reichen. Könnte man da nicht einen Busammenhange auch Genosse Dittmer. Auch er lehnt eine furzer Zeit neuer Entwertung ausgesetzt ist, sondern es kommt entMiegel vorschieben und die Ausfuhr ins besetzte Gebiet einfach unter- Rückwärtsentwicklung zum Handwerk ab und weist den Gewert scheidend darauf an, mit der gebotenen larheit an die Lösung schaften eine führende Rolle in dem Kampf um die Produktionsschule der Währungsfrage heranzugehen. Die Ernennung des bisherigen Die Buchhändler- Schlüffelzahl ist vom Montag ab 100 Millionen. 211. Sein Referat durchtlang die heiße Sorge um die Errungen Ernährungsministers Dr. Luther, der den Gedanken der HelffePhilosophische Vorlesungen des Genossen Dr. Apel: Dienstag Schaft der menschenwürdigen Arbeitszeit. Weitere 8 Uhr abends, Dorotheenſtr. 12: Die Weltanschauungen Verkürzung bei schwerer und ungesunder Arbeit, Höchstmaß acht richschen Roggenwährung außerordentlich gefördert hat, läßt bergroßen Denter". Donnerstag 8%, ar Lubowftr. 84 d: Ein- Stunden bei Maschinenarbeit, unbegrenzte freiwillige der Vermutung Raum, daß man jetzt versuchen wird, erneut führung in die Philosophie" Freitag 8, 11hr Charlottenburg, Arbeit bei seelisch befriedigendem, das Leben dieses Projekt durchzusetzen. Die Fesselung des Geldwertes an @chillerstr. 125: Seant Abende( Arbeitsgemeinschaft). lebensmert machendem Lebensberuf: ein glücklicher ein einzelnes landwirtschaftliches Produkt jedoch bedeutet nichts Wissenschaftliche Expeditionen in Sowjetrußland. Cine Expedition Gedanke und ein wichtiger Hinweis auf die oft verschleierte Tatsache anderes als die Privilegierung der Landwirtschaft in einem prc= zur Erforschung der Bedingungen, unter denen der vom Aussterben be- der heute bestehenden Kluft zwischen Arbeit und Beruf. Jacobs- duftionsfeindlichen Sinne. broute isent erhalten bleiben tönnte, begibt sich demnächst ins Ruben Essen zerriß alle Schleier der Romantik und des Gefühlstampfes übrigen Waren gemessen, um so mehr wert sein, je teurer der Denn ein Roggengeld wird, an den gebiet( Raufafus). Auch dem Biber, der in Stugland mehr und mehr verschwindet, soll wissenschaftliche Aufm erfiamteit zuleil werden. Die Gr- gegen die Maschine mit den Worten: Wohl kann die Maschine wieber baltung jelten gewordener Tiere und Blanzen läst sich am Leichtesten in zerstört werden, aber die Idee der Maschine fann nicht Roggen ist, d. h. je weniger Roggen auf den Markt geNaturparts nach amerikanischem Wuiter ermöglichen, und zurzeit mehr ausgerottet werden. Wohl kann der einzelne sich bracht wird. Diese Gefahr sollte man nicht unterschäzen. Ebenso wird die Einrichtung von 23 solcher Parts in verschiedenen ihrem Gebrauch entziehen, aber nicht ihren Auswirkungen. Nun wie die Neumark", die auf Goldrentenbriefe der Erwerbsstände Zeilen Caplands erwogen. aber muß es gelingen, Geist wieder zu erwecken, Gefühl wieder zu beruhen soll, bietet die Roggenmart teine ausreichende Gewähr Zum Falle Stiebry. Herr Intendant von Schillings bittet uns um Aufnahme. folgender Mitteilung:„ Ich werde zu den Breffeerörterungen des Falles Stiedry wie bisher die Deffentlichkeit weder in meiner amtlichen Stellung noch persönlich in Anspruch nehmen. Die nötigen Erklärungen habe ich lediglich vor dem Schiedsgericht abzugeben." binden? " H " " gegen eine Entwertung, es sei denn, daß man ihre Geltungsdauer Jaber, was die Länder von sich aus an flaren Forstgesetzen neuerfofert auf wenige Monate befristet und inzwischen durch rigorose dings bereits ausgearbeitet haben, die den verschwommenen Inhalt Steuern und durch eine Bereitstellung ausreichender Deckungsmittel des Ermächtigungsgesetzes hinter sich lassen. für ein neues Goldgeld die neue Währung vorbereitet und damit zugleich die psychologischen und fachlichen Voraussetzungen schafft, unter denen allein der Empfänger der„ Neumart" an deren baldige Einlösung in Gold glanben lernt. Bon einer Vorbereitung der Goldwährung ist es aber in der letzten Zeit auffallend still ge= worden, nachdem man vorher die baldige Schaffung einer Goldnoie als einen wesentlichen Bestandteil des neuen Währungsprogramms bezeichnet hatte. Was will man denn mit der Neumart? Man will mit Hilfe dieses Geldes 1200 Millionen Goldmark schwebende Schulden fundieren und gegen 300 Millionen Goldmark alte Papiermart einlösen. Ist es denn wirklich und unabweisbar notwendig, eine schwebende Schuld in Höhe der Reichsausgaben von noch nicht sechs Monaten des Jahres 1913 ausgerechnet mit demfelben Mittel zu fundieren", das sich in den folgenden zehn Jahren als so verhängnisvoll erwiesen hat, der Geldschöpfung? Wird ein Finenzminister, der, um die Notenpreffe zu töten, fie erst noch einmal zum Druck neuer Geldzeichen in Gang seht und damit erflärt, selbst einen winzigen Bruchteil der Reparationslaften nicht durch Steuern decken zu können, im In- und Ausland dasjenige Vertrauen finden, das das neue Geld braucht, um länger c's wenige Monate auch nur annähernd seinen Wert zu behalten? Das sind Fragen, die einmal neben allen bereits vorgebrachten Bedenken gegen ein Bodengeld aufgeworfen werden müssen. Mag man selbst zugeben, daß cin anderer Weg zu einer raschen Schaffung eines neuen Zahlungsmittels nicht leicht gefunden werden fann, dann muß man dennoch darauf hinwirken, daß das neue unsichere Behelfsgeld sobald als nur irgend möglich abgelöst wird durch echtes, auf Gold fundiertes Geld. Nur unter dieser Borbedingung ist die Uebergangswährung erträglich. Im anderen Falle wird sie zu einem Experiment, dessen Folgen eine neue Geldentwertung auf Kosten der wirtschaftlich Schwachen und eine nut allzu leicht vor erneute Bereicherung der Sachwertbesitzer auszusehen find. Bodenreform und Forstwirtschaft. Aus Streifen der Forstwirtschaft wird uns geschrieben: Im Juli ging dem Reichswirtschaftsrat und von diesem tem Reichsrat folgender Entwurf eines Ermächtigungsgefeßes zur Begutachtung und Beratung zu, der jetzt dem Reichstag vor Tiegt: Our Förderung der Forstwirtschaft können die Landesgefeße außer dem Eigentümer auch den Ruhungsberechtigten die Verpflichtung auferlegen 1. bestimmte Maßregeln zur ordnungsmäßigen Bewirt schaftung der Waldungen auszuführen mit der Maßgabe, daß der Eigentümer oder Ruhungsberechtigte die Betriebsart und innerhalb der Grenze einer pfleglichen Forstwirtschaft fowie unter angemessener Berücksichtigung der Bedürfnisse der allgemeinen Wirtschaft auch die Wirtschaftsziele, den Gang der Abnutzung und die technische Behandlung des Maltes nach freiem Ermessen bestimmen kann; 2. abgeholzte Flächen, Räumben und Debländereien aufzuforsten." Rasche industrielle Entwidlung in Südafrifa. In den letzten fechs Jahren hat sich die 3 ahl der industriellen Betriebe in dem südafrikanischen Staatenbunde nahezu verdoppelt, sie ist von 4000( im Jahre 1916) auf 7000 gestiegen. Entsprechend geNach dem Entwurf eines Gefeßes über die Forst verstiegen ist die Zahl der Arbeiter, wobei die farbigen Arbeiter die waltung im Boltsstaat Hessen ist beispielsweise überwiegende Mehrheit darstellen: es werden heute 60 000 weiße der Wald nach den Grundsätzen einer pfleglichen Forstwirt- und 117 000 farbige Arbeiter gezählt( vor sechs Jahren 40 000 weiße Wenn man in Betracht zieht, daß ähnliche schaft nachhaltig zu bewirtschaften. Seine Ertragsfähigkeit ist und 60 000 farbige). zum Besten des Gemeinwohls zu erhalten und möglichst zu Biffern auch aus Australien, Neu- Seeland und Indien vorliegen, steigern. Alle Grundstücke, die in das Waldgrundverzeichnis ein- und daß diese Länder die jüngste Wirtschaftskrise bereits überwunden getragen find, stehen unter der Forsthoheit des haben, während Englands Industrie immer noch daniederliegt, so und daher auch das poliStaates. Die Forsthoheit umfaßt alle Anord- wird flar, daß das wirtschaftliche tijche Berhältnis der Kräfte innerhalb des britischen Weltnungen und Maßnahmen der Behörden, die dem Forst, Jagd, Fischerei und Vogelschuhe dienen und der bereichs sich sehr wesentlich verschoben hat. triebstechnischen Oberaufsicht des Staates über die Bewirtschaftung aller Waldgrundstüde ent= springen. Ist die Umwandlung( von Wald in Ader oder Wiese) in unzulässiger Weise erfolgt, so ist dem Pflichtigen durch die obere Forstbehörde aufzugeben, das Grundstüid binnen einer zu bestimmenden Frist nach deren Anordnung mieder aufzuforsten. Laut Bekanntmachung des Parteivorstandes follen für die je Waldblößen und zur Aufforstung geeignetes Dedland müssen auf weilige Kalenderwoche als Mindestbeitrag für die Partei erhoben Anordnung der oberen Forstbehörde innerhalb einer von ihr zu bestimmenden Frist aufgeforstet werden. Jeder Waldeigen 40. Woche( 30.9.- 6.10.) 800000 m. v. d. männl., 250000 M. v. d. teibl. tümer ist verpflichtet, den 1000000" sonstigen Anord: 41.( 7.10.- 18.10.) 3000000 2000000 ( 14.10.- 20.10.) 5000000 nungen der oberen Forstbehörde zum Schutze des 42. Waldes gegen Schädigungen zu entsprechen und ihr Mitgliedern. alle Auskünfte zu geben, die sie zur Erfüllung ihrer, fich aus diesem Gefeße ergebenden Aufgabe bedarf. Die Veräußerung eines Waldgrundstückes sowie eines Anteiles hieran bedarf der Genehmigung der oberen Forstbehörde. Die besonderen Rechte der Standesherren auf dem Gebiete des Forstwesens werden mit dem Intrafttreten dieses Gefeßes aufgehoben." Außer in Hessen sind in Thüringen und Medienburg- Schwerin gefeßliche Bestimmungen zur Neuordnung der Forstwirtschaft unabhängig von dem im Reichs wirtschaftsrat und Reichs rat begutachteten und beratenen, eingangs erwähnten Gesehentwurf bereits erlaffen. Sie lassen an Klarheit und Bestimmtheit ebenfalls nichts zu wünschen übrig. Die Frage drängt sich also auf: Was will der Entwurf eines Gesetzes zur Förderung der Forstwirtschaft noch. menn er bereits von anderen Gesetzentwürfen, die vor ihm ein gingen sowie von der Gesetzgebung der Länder als überholt angesehen werden muß? Ist er wirklich fähig, die Forstwirtschaft in gemeinnüßigem Sinne, unter dem in unferer Beit auch eine tatt räftige, schnelle Hilfe mit forst lichen Mitteln für den Staat zu verstehen ist, zu fördern? Oder soll er am Ende nur den Angriff gegen den Großwaldbesih noch einmal aufhalten und durch Begutachtungen und Beratungen im Reichswirtschaftsrat und Reichsrot die Aufmerksam. feit des Reichstaoes von Hauptsächlichem auf Nebensächliches ablenten helfen? Falls derartige Pläne im Schoße des Reichs forstwirtschaftsrates gebiehen, wäre es an der Zeit, an dessen Umbildung zu denken. Jedenfalls hat das Staatsinteresse jedem privaten auch in der Forstwirtschaft voranzugehen. werden: " Aus der Partei. 12 N " Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag, den 7. Oftober: 著 群 Gildoft. Feierstunde der arbeitenden Jugend vormittags 10 Uhr im Filmed, Staliger Str. 94. Brolog, Orgelvortrag, Streichquartett, Colo. gefang, Chorgesang, Jugendspiel, Festansprache. Köpenid. Abends 7 Uhr in der Aula der Dorotheen- Schule Bunter Abend mit besonderem Programm. Alle Schulentlassenen, Eltern und Parteigenossen sind eingeladen. Brig: Abends 7 Uhr in der 1. Genteindeschule, Chausseestr. 135, Jugendfeier. Lankwiz: Werbebezirksmitgliederversammlung in Lichterfelde. Marienfelde: Richtenrade: Wanderung Kaltherge. Treffpunkt 7½ Uhr Bhf. Mitgliederversammlung in Lichterfelde. Mariendorf: Besuch des Märkischen Museums. Treffpunkt 18 Uhr Chauffee, Ede Kurfürstenstraße. Steglig I: Westen: Spielen auf dem Tempelhofer Feld. Treff. 6 the Bunter Abend. punkt 3 1hr Vhf. Großgörschenstraße. Wilmersdorf: Schnißeljagd Teufels. und Bachsee. Treffpunkt 7 Uhr Rathaus. Werbebezirk Teltomfanal. 6 Uhr Werbebezirksmitaliederversammlung im Lichterfelder Jugendheim. Bortrag: Unsere nächsten Aufgaben". Morgen, Montag, den 8. Oftober: Mädchenkonferenz 148 Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 3. Bortrag: ,, Das Baum fchutenweg: titgliederversammlung. Friedenau: Diskussion: Burschen und Reichsingendwohlfahrtsgefeh". Jede Abteilung muß vertreten fein. Mädchen in der Bewegung". Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr, Pappelallee 15, Bore treg des Herrn A. Criſpien: Die Erlösung". Gäste willkommen. Geschäftliche Mitteilungen. Eine gewaltige Zunahme des Notenumlaufes, nämlich von 3183 auf 8627,7 Billionen Mart weist der Neichsbantausweis vom 22. September nach. Der Notenumlauf hat sich demnach in einer einzigen Woche fast verdreifacht. Die Zunahme des PaDer Reichs for ft wirtschaftsrat hatte verlangt, daß der Satz piergeldes ist herbeigeführt in der Hauptsache durch die gewaltige ,, unter angemessener Berücksichtigung der Be- Zunahme der schwebenden Schuld des Reiches, die sich in der fragdürfnisse der allgemeinen Wirtschaft" gestrichen lichen Woche derart erhöht hat, daß der Bestand der Reichsbant an großen Revue Welt ohne Schleier" teine Karten mehr zu haben find. merbe, meil er in ein Gesez, das der Hebung der Forstwirtschaft diskontierten Reichsschazanweisungen um 8421 auf 12 229 d. 3. auf fein 25jähriges Geschäftsbestehen zurückblicken. Billionen Mart stieg. Obwohl die Reichsbant eine Eindienen soll, nicht gehöre. Ferner hatte er verlangt, daß die for stichränkung der Bapiermarktredite an die Brivatindustrie schon seit lichen Gelbstverwaltungstörper als Organe in den Entwurf aufgenommen würden. Die Direktion der Romischen Oper gibt bekannt, daß zur Premiere der Das Möbelhaus D. Zechner, Brunnenstr. 7, hierfelbft, fonnte am 1. Oftober Vom Better bis Montag mittag. Siemlich füal, veränderlich, Bewöl ausführende längerem angekündigt hatte, ist auch der Bestand der Reichsbant tung ohne erhebliche Niederschläge, mäßige westliche Winde. an Handelswechseln auf mehr als das Dreifache, nämlich von 703 auf geht hervor, daß die Der Reichs wirtschaftsrat hat dem Gefehentwurf mittler 2200 Billionen Mart gestiegen. Daraus meile zugestimmt, während der Reichs rat, dem Verlangen des Reichsbank auch in der dritten Septemberwoche noch erhebliche Neichs for st wirtschaftsrates entsprechend, den Satz unter ange Bapiermarktredite vergeben hat. Dagegen sind die Lombardfordemeffener Berüdsichtigung der Bedürfnisse der rungen der Reichsbant, unter welchen sich auch die wertbeständigen allgemeinen Wirtschaft" abgelehnt hat. Allerdings fanden und leider als solche nicht erkenntlichen Kredite befinden, soweit sie nicht von den Darlehnstassen gewährt werden, mit 563.5 Billionen auch die forstlichen Selbstverwaltungskörper teine Aufnahme als aus Mart angegeben. Der Goldbestand der Reichsbank_ver= führende Organe, weil von Preußen und Bayern Einspruch dagegen minderte sich erneut um 20 Millionen Goldmark, die für erhoben wurde. Mitte Mai hatten aber die Sozialdemo- 3wecke der Devisenbeschaffung verpfändet wurden und beträgt jetzt traten bereits den befannten Gefeßentwurf zur Bodenreform im noch 469,7 Millionen Goldmart. Reichstage eingebracht, der diese für die Forstwirtschaft sehr wichtige Fassung hatte: Die in der Reichsverfassung verheißene Reform der Bodennerteilung und Bodenbenugung ist unverzüglich durchzuführen. Bei dieser Reform sollen folgende Richtlinien gelten: 1. Die Brivateigentümer von mehr als 100 Hettar forstwirt Ichaftlich benußten Bodens find verpflichtet, den überschießenden Teil an das Reich abzutreten. Als angemessene Entschädigung ist der für die Veranlagung zur Bermögenssteuer festgelegte Wert Der Grundstücke zu zahlen. Die Verwertung dieses Botens foll folgendermaßen erfolgen: 1. Der Wald verbleibt dauernd in Eigentum des Reiches. Das Reich kann die Nutzung und Verwaltung den Ländern übertragen. Auch jede Walonuhung in anderer Besitzform ist der staatlichen Aufsicht zu unterstellen." Der sozialdemokratische Antrag fordert eine unverzügliche Regelung der Eigentums- und Wirtschaftsverhältnisse. Das Goldzollaufgeld für die Zeit vom 10. bis 12. Oftober ein. schließlich beträgt 13 699 999 900 v. 5.( 1 Goldzollmark= 137 Miliionen Papiermart. Der Umrechnungsjas für die Landabgabe beträgt für die Zeit nem 10. bis 12. d. M. einschließlich 137 millionen für je eine Goldmart. Vereinfachung der Friedensvertragsabwicklungsstellen. Bom BURGERKRIEG Eine Schriftenfolge Jedes Heft M. 0,20 S. I. GUSSOW: Die Lehren des Bürgerkrieges Grundzahl broschiert M. 0,70 W. ANTONOW- OWSEJENKO: Der Aufbau der Roten Armee In der Revolution Grundpreis M. 0,50 KAMPFSCHRIFTEN Zu beziehen durch alle Buchhandlungen oder direkt von Viva Buchhandlung, Annenstr. 1 u. Rosenthaler Str. 38 1. Oftober 1923 find auf Beranlassung des Spartommissars im Bereich des Wiederaufbauminifteriums die Reichsridlieferung s fommission und der Reichsausschuß für Schiffbau unter Uebertragung ihrer Restarbeiten auf das Reichskommissariat für Reparationslieferungen" aufgelöst worden. Durch die jetzige Busammenfassung ist ein Abbau von insgesamt 1301 Arbeitskräften zur Zeit der Aufnahme der Prüfungstätigkeit durch den Spartommiffar- auf 788, mithin um 533 am 1. Oftober 1923 erreicht worden. Bei dem Treuhänder für das feindliche Der Entwurf eines Geleges zur Förderung der Bermögen, dessen Geschäfte ebenfalls inzwischen durchgeprüft Forstwirtschaft, der schließlich auch an den Reichstag geworden sind, ist eine Verringerung des Personals um 170( von langte, rüttelt dagegen an den Eigentumsverhältnissen nicht. Die 458 Arbeitsfräften) eingetreten. wirtschaftlichen Verhältnisse unverzüglich zu regeln erstrebt er Russisch- französische Finanzverhandlungen. Der Direktor der ebenfalls nicht. Die Fassung des Entwurfs der Sozialdemokratie ist flax und bestimmt, diejenige des Reichswirtschaftsrates und Reichs- uffischen Staatsbant weilt im Augenblick in Paris, Wie das„ Echo de Paris" mitteilt, handelt es sich darum, Besprechungen rates jedoch unklar und unbestimmt. Gie will ausgesprochenermaßen mit französischen Banten anzufnüpfen, in der gleichen den Ländern die gefegliche Grundlage verschaffen, ihre forstliche Weise, wie die russische Staatsbant Besprechungen mit englischen KOCH& SEELAND G. M. B. H. Gesetzgebung selbständiger und freier zu gestalten. Man vergleiche und belgischen Banten angeknüpft habe. Weinbrand Am 4. d. Mt. verfchied nach längerem fdweren Beiden die Gatiin unseres Abt. Vorsitzenden, Frau Bez- Berordn. Frida Rudbeck Senoffin Rubbed hat seit vielen Jahren in aufopfernber, selbstloser Weise ihre ganze Rraft in den Dienst unserer Bartel geftellt. Shre unermüdliche Hilfsbereitschaft fiehern ihr ein dauerndes ehrenbes Gedenken bei allen. Die durch Zusammenarbeiten mit ihr Gelegenheit hatten, fie tennen und schägen zu lernen. Die Einäscherung findet am Dienstag, den 9. Ottober, nadm. 22 Uhr im Krematorium Wilmersdorf statt. Borstand der 81. bt., Friedenau. Roßhaare- Stutzen bis 100 Mill. p. kg. Alte Matratzenhaare 25 Mill. p.kg Die Preise zahle bei hohem Dollarkurs J. Denn, Münzstr. S. Einkauf nur vom Montag bis Freitag. Keine Geldentwertung mehr! Bei uns fauft man auf Ratenzahlung für Herren- und DamenBekleidung wertbeständig. STOFFE Gegründet 1893. Winkelhausen Gertraudtenfft. 20-21. Gegründet 1993. Alfe Reserve wa Ortskrankenkasse der Klempner zu Berlin. Allg.Ortskrankenkasse Bin.- Wilmersdorf Innungskrankenkasse der Tischler- Innung Oriskrankenkasse der Mechaniker, Optiker Allgemeine Ortskrankenkasse Bekanntmachung. John 30 000 000 60 000 000 100 000 000 140 000 000 180 000 000 220 000 000 200 000 000 zu Berlin An. und verwandten Gewerbe zu Berlin. für Berlin- Lichterfelde b 8. Oftober 1923 gelten folgende Bei- Von Montag, den 8. Ottober 1923, Die Verordnung auf Grund des Rot- Die gemäß Bekanntmachung vom 23. SepDer Höchstgrundiohn ist mit Wirkung träge und Grundlöhne: ab gelten folgende Lohnstufen, Grundlöhne geseges( Krankenversicherung) vom 27. September 1923 festgelegten Verdienstgrenzen, pom 8 Ottober 1923 bis auf weiteres auf Beitrag und Beiträge: 400 000 000 Mart festgefeßt tember er: tritt ab Montag, den 8. Ot- Grundlöhne und Beiträge werden ab 8. O 141/16 Auf Grund der Verordnung des Reichsstufe pro Tag Lohn Entgelt pro Grundlohn Täglicher tober ce. in Kraft. Bon diesem Tage ab tober 1923 verdoppelt. 3000 000[ te Ralendertag pro Tag Beurag gilt als Grunblohn für den einzelnen Auf die erhöhten Barleistungen besteht arbeitsministers vout 27. Geptember find SDR. 202. 6 000 000 Bersicherungspflichtigen sein wietlicher Anspruch ab 6. Movember 1923. ab 1. Ottober 1923 auf Vorstandsbeschluß 10 000 000 A ohne 12 000 000 900 000 rbeitsverbienft. Begen der von den Berlin- Lichterfelde, den 5. Oftober 1923. die Beiträge nach erfolgter Lohnzahlung 24 000 000 14 005 000 1.bis 30 000 000 1800 000 Arbeitgebern wöchentlich einzureichenden Der Vorstand: fofort an die Raffe abzuführen. Erfolgt 18 000 000 11. 60 000 000 45 000 000 3375 000 Colifen und Beiträge der verfiche- O. Gebert, 2. Borf. F. Haneberg. Schriftf. die Einzahlung der Beiträge nicht bis zur III. 75 000 000 22 000 000 5 625 000 rungspflichtigen und beitrittsberechtigten Beröffentlichung der nächsten Seichsricht 26 000 000 105 000 000 7875 000 titglieder wird auf das allen Arbeitgebern zahl der Lebenshaltungskosten. so erhöht fich die Beitragssumme um den Betrag, ber dem Berhältnis der Reichsrichtzahl am Fälligkeitstage zu der Reichsrichtzahl am Cinzahlungstage enifpricht, ohne daß eine Mahnung vorausgeht. Wir verweisen aui in Stufe I festgelegten Betrages zu zahlen. IX. 270 000 000 255 000 0 19 125 000 Max Gutsche, Bors. F. Hamann, Schriftf. Das ben Herren Krbeitgebern zugegangene Rundschreiben Nr. 23. Der Vorstand. Lohn Cagesentgelt Grundbis einschl. 1. II. Ill. IV. 40 000 000 80 000 000 120 000 000 160 000 000 200 000 000 V. VI. 240 000 000 280 000 000 VII. VIII. 320 000 000 500 000 000 30 000 000 IX. 360 000 000 340 000 000 34 000 000 X: 6.380 000 000 400 000 000 40 000 000 VII. " IV. " V. " VI. 180 000 000 165 000 000 210 000 000 195 000 000 14 025 000 " 240 000 000 225 000 000 16 875 000 " Flir Lehrlinge ohne Entgelt sind bes VIII. Berficherte sind nur umzumelden, wenn 141/10 fich die bisherige Stufe ändert. Berlin- Wilmersdorf, den 5. Ottober 1923. Der Borffand. Maz Przybelsři, Sermann Ziegler, Borsigender. Schriftführer. Safelflaviere, Morigplas 16 22.$ 6/ 1 R. Engelhardt, Borsigender. 141/12 90 000 000 120 000 000 150 000 000 135 000 000 10 125 000 augehende und auf der Kasse erhältliche 12 375 000 undschreiben Kr. 15 verwiesen. X. lib. 270 000 000 500 000 000 22580 000 Muf die erhöhten Bauleistungen haben die Berficherten ab 4. Ronentber 1923 Anspruch. 141/8 Berlin, den 4. Oftober 1923. Der Borstand. Fr. Wiemann, Otto Gronau, Shriftführer, Borfzender. B. Bindemann, Schriftführer. Der Borstand Zahngebisse Gold, Silbers, Platin- Bruch kaufen Schneider& Sohn Französ.Str.15 II. Allgemeine Ortskrankenfaffe für Zehlendorf und Umgegend Bom 8- Oftober 1925 ab werden die zur Beit geltenden Grundlöhne und Beiträge 141/15 um 50 Broz. erhöht. Auf die erhöhten Barleistungen haben Die Berficherten ab 15.Oftober 1923 Anspruch. Zehlendorf, den 5. Oftober 1923, Der Vorstand an der Friedrichstraße C. Bigalke, Bors, A. Fischer, Schriftführ Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne 7: Mein Leono'd Theater im Admiralspalast Tägl. 734 Uhr Theater 1. d. Dranter and drüber KöniggrätzerStr. 730 Uhr: 7 DeutschOpernhaus Schweiger Uhr: Tannhäuser Komödienhaus Musik. Leitg.: Gen * Uhr: Musikdir. Leo Blech Anna Scheffler Schnorr a G Mein Valter Eduard Mart. Ochmann à G Große Volksoper Lessing- Th. im Theat d Westens 7 Uhr: Lokengrin Alla endlich 71% Nig. 72: Barbier v. Sevilla Der Unbestechliche ( Max Pailenberg) Intimes Theater Uhr: Abendbesuch Deut. Künstler- Th. Die k. u. k. Hose etc. Allabendl. 7: Der Lustspielhaus. Fürst v. Pappenheim Die Truppe ( Max Adalbert) 72: V. Teufel geholt Rose Theater Metropol- Theater 2 Ein Mann aus d, Valk: 7: Casinogirls 54: Jugend 8 Uhr: Ein Mann Neues Theat. a. Zoo aus dem Volke Casino- Theater Uhr Die Luxusfrau 8 U. Dle 8 U. Thalia- Theater 71 Uhr: Mimikry neuen Reichen Theater i.d.Kommandantenstr. ReichsballenTh. Tägi. 7 U. u.Sonnt. 3 U. Stettiner Sänger Täglich 7 Uhr: Charlie Wallner- Theater 8 Uhr: Causa Kaiser Th.a. Kontb. Tor Metropol- Varieté Täglich 7'/ 2 Uhr u. Sonatag nachmittag 3 Uhr: ELITE Sänger U. a. DerHausschlüssel Behrenstr. 54 8 Uhr: Internation. Spezialität. Programm Apollo- Theater Direktion: James Klein 7 Allabendlich 7% Die große Revue Europa spricht davon! Ueber 150 Mitwirkende! 6 Ballette! U. a. Senta Söneland, Richard Senius, Hugo Flink usw. Vorverk. ab 10Uhr ununtbr. Rennen zu Karlshorst Montag, den 8. Oktober nachm. 1 Uhr. Rennen zu Grunewald Sonntag, den 7. Oktober, nachm. 1 Uhr HAMBURG- AMERIKA LINIE UNITED AMERICAN LINES Nach NORD-, ZENTRAL- UND SÜDAMERIKA AFRIKA, OSTASIEN USW. Billige Beförderung über deutsche und ausländische Häfer. Her vorragende III. Klasse mit Speise und Rauchsaal. Erstklassige Salon und Kajütendampfer. Etwa wöchentliche Abfahrten von HAMBURG NACH NEW YORK Zu Eisenbahnfahrkarten zu Schalterpreisen. sammenstellb. Fahrscheinhefte für das In- und Ausland Schlafwagenplätze Bettkarten für deutsche und für internationale Schlafwagen Reisegepäckversldierung ohne Zeitverlust zu gün stigen Bedingungen, auch für Übersee Luftverkehr Rundflüge, Reklameflüge, Briefsu ketbeförderung Auskünfte und Drucksachen durch HAMBURG- AMERIKA LIKIE Hamburg und deren Vertreter in: BERLIN W 8, Unt. d. Linden 8 Potsdamer Platz 3 und Leipziger Str.( Kaufhaus Tietz). Frachtauskünfte erteilt das Schiffsfrachtenkontor G m.b.H. BERLIN W&, Unt. d. Lir.den 8. bleibt Persil Persil das vollendete Walchmittel höchster Komische Opermes Klein Die führende Revuebilhne Deutschlands Premiere 9. Oktober, 7 Uhr. Die größte Revue des Kontinents: Die Welt ohne Schleier Keine Bühne Europas bietet auch nur annähernd so Gewaltiges an Ausstattungspracht und Namen prominenter Darsteller des In- und Auslandes wie diese neue Revue der Komischen Oper. Aus den 32 Bildern sind besonders hervorzuheben: Das Kristall- Ballett aus echten Kristallen. Das indischeBad.Derlebende Kronleuchter Die schwarze Spitzendekoration. Die lebende Tapete. Der Vorhang der Ueberraschungen. Gastspiel Madge Lessing, die bekannte Soubrette der Londoner Revuebühnen sowie Mr. Dougson, der einzig existierende akrobatische Stepiänzer der New Yorker Revuebühnen. Die prominentesten Darsteller dieser Revue sind: Bruno Kastner Else Berna Rosa Felsegg Madge Lessing Else Reval Liese Tiersch Arnold Rieck Paul Westermeler Anton Herrnfeld Siegfried Berisch Bathe, Alfred Kühne, Rogg, Verdier, Ludwig Ziegler usw. Voz verkauf ab 10 Uhr ununterbrochen an der Theaterkasse. Nur noch bis einschl. Mittwoch, 10. Etablissement Europ. Barnum u. Bailey ielka Friedrichstr. 60, Ecke Leipziger Str. Varieté Kabarett im Konzertsaal u. Margaretensaal Nachm. 41 u. abends 7% Uhr Das sehenswerte Oktober- Progr. Lisa Weise und Kurt Vespermann Paul O'Montis Len! Bowitz James Basch Die Dolinofis Ines Mesina Mara Bochn Ballett Oberon, einst. v. Eg. Molkow Mario Costa und Anni Kliemchen J. Birnbaum mit großem Orchester Lichtspielhaus RIEN Berlin SW., Ecke Belle- Alliance- Str. und Dreibundstraße. Linie 99. Täglich 7 Uhr: Das Sensations- Programm. Sonntag 3 und 7 Uhr. In beid.Vorsteilungen d. volle Progr. sowie Kinder unter 12 Jahren halbe Preise. Täglich ab 10 Uhr: Raubtierschau Von 10-12 Uhr: Dressur- Probe sowie eine Stunde vor Beginn und Sonntags von 10-12 Uhr vormittags: Paradekonzert vor dem Zirkus. Vorverkauf wie bekannt u. ab 10 Uhr ununterbrochen an d. Zirkuskasse Kernseife Zoiletteseife, Seifenpulver, Scheuertach. weit unter Tagespr. Loewenstamm, Oranienstraße 14 ( Heinrichpl.) Primu Palast Potsdamer Str. 19 Erke Margaretenstr. Der Bockbrazerei Varieté- Programm Altmetalle GeisterBelle- AllianceEcke Fidicinstraße Rauchen gestattet! Selluloidabfäll. Anfang 27 Unr Täglich 2 Vorstellungen 2 Dienst. u. Donnerst Programmwechsel! nferate im J Stannisl fauft Worwarts W. Nelke seher 6 Akte von Friedrich von Schiller fichern Erfolg! Belle- Alliance- Strasse 95. Hanns Heinz Surfürft 4360 ROYAL MAILLINE Die Königl. Englische Postdampfer- Linie Gegründet 1839 Regelmäß. beschleunigter Post-, Passagier- und Frachtdampferdienst HAMBURG- NEW YORK P.-D. Orbita" 10. Okt. 28. Nov. P.- D. ,, Orca P.- D. ,, Orduna" P.- D. ,, Ohio". 20. 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Sprechzeit täglich 10-7, Gonnt. 9-12 gegangenen Standablesung verbrauchie Gas in unserem gefaniten Berforgungsgebiete mit Ausnahme von Grünau ein Durchschnittspreis von 25 Millionen Mark je Rubitmeter, einschließlich Kohlen. und Umfagsteuer und Miete ffir Gasmeffer und Münzgasmeffereinrichtungen, fowie Abgabe an die Gemeinden, zur Erhebung. Wir machen wiederholt darauf aufmert fam. daß weder Vorauszahlungen noch Wochenzahlungen auf Gasverbrauch ent Marken- Zigaretten segengenommen werden. Bei dieser Ge egenheit meifen wir darauf Tabak u. Zigarren Carbiyalpaus, hin baß die Berkürzung der EiniaiſierungsConstantin, Karmitry, perioden in Angriff genommen ist inb Avramikos, Muratti, gibt ab unt. Tagespr. Die Rechnungseinziehung in halbmoha Arno Geßner, Tabakwaren- lichen Abständen in Kürze erreicht se.n Großhandig wird. Werftstr. 21. Teleph.: Moabit 2114. Spezial.Behandl. cur für Ischias fid Bein i. 15 T. beseit. Berlin, den 7. Oftober 1923. in Naften, Gesz. Gasbetriebsgesellschaft, Aktiengesellschaft Invalidenstr. 106. Allgemeine Ortskrankenkasse für Berlin- Steglis. Der Vorstand: C. Körting 9-11, 4-6. Jacoby. Amerika überSpanien <.. VLC mit den Dampfern des NORDDEUTSCHEN LLOYD BREMEN Beste Reisegelegenheit in allen Klassen Anorkannt gute Verpflegung und Bedienung Kostenlose Auskunft und Fahrpläne durch oämtliche Vertretungen in Be in W. 8: Norddeutscher Lloyd, Kajütenburgan Berlin, Unter den Linden 1( Hotel Adlon) in Berlin NW. 40: Generalvertretung: F. Monianus, Invalidenstr. 93 in Berlin W. 9: Transatlantisches Reise- und Verkehrsbureau, Budapester Straße 5 in Berlin W. 8: Weltreisebur. ,, Union", U. d. Linden 22. Hermann Engel Landsberger Straße 85-86-87 Ohne Rücksicht auf den erhöhten Dollarkurs außergewöhnlich billige Angebote! Große Auswahl in eleganten Kinderkleidern u. Mäntelu, Knabenanzügen Byjats und Uistern. 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Ottober 1923 ift der Höchstgrundlohn auf 300 Millionen festaefeht. Für diese Beit betragen demnach die täglichen Beiträge in Millionen Mart int den Stufen A 1.5. I 2,25, II 4,5, 111 7% IV 10,5, V 13.5, VI 16,5, VII 19,5, VI 22,5, IX 25,5, X 30. 141/13 Auf die erhöhten Barleistungen haben die Bersicherten ab 15. Oftorer 1923 Ansprud). Berlin- Steglig. den 6. Oftober 1923. Der Borsianb Möckel, Borf. Alb. Wagener, Schriftführ. Allgemeine Ortskrankenkasse für S.Berwaltungsbezirk XI Berlin Schöneberg- Friedenau Ab 1. Oftober 1923 merden 10 Broz. der Grundlöhne als Beiträge erhoben. Der Söchstgrundlohn beträgt 400 Mitonen art ab 8 Ditober 1923. Anspruch auf erhöhte Barleistungen besteht ab 22. Oft. 1923. Näheres auf Säulenanschlägen in Schöneberg- Friedenau. 144/14 Der Vorstand 3. Seng. Schriftf. Orfskrankenkasse für die Gewerbe d. Tischler 2. Schuldt. Vori. und Pianofortearbeiter zu Berlin Bom 8. Oftober 1923 tft der Höchft. grundlohn bis auf weiteres auf 400 Mi lionen Mart festgefest. Der tägliche Bei trag der häften Stufe beträgt 24 Millionen Mart. An pruch auf die höheren Barleistungen ab 5. November 1923. Berlin, den 6 Oftober 1923. Fr. Meersbach. 2. Gubi. Londoner Firma wünscht in Verbindung zu treten mit deutschen Fabrikanten in der Absicht, gute Waren auf den englischen Markt zu bringen, Geld wird zugleich mit den Aufträgeo gesandt. Offerten erbeten unter A 24 an die Hauptexpedition des Vorwärts". " Karbidlampen Goldm.0,85-2,80 Spirituslampen 5,80-16,50 Betroleumlampen 4,80-21, ohne Berp. u. Borto. Bei Bersand Boreinsdg. des Betrages erb. Brennstoff stets am Lager. Berkauf auch an Private. Geschäftszeit 9-5. " Zacher& Schicht Berlin Sw68 Bimmerftr. 63. Fernsprecher Dönhoff 5539. Zur internationalen Lage A. LAPINSKI: Die Besetzung des Ruhrgebiets und der Zerfall Europas KARL RADEK: Die Liquidation des Versailler Friedens KARL RADEK: Der Kampf der Komintern gegen Versailles und gegen die Offensive des Kapitals G. SINO WJEW: Die Kommunistische Internationale auf dem Vormarsch L. TROTZKI: Die neue ökonomische Politik Sowjetrußlands und die Weltravolution E. VARGA: Die Niedergangsperiode des Kapitalismus VERLAG CARL HOYM NACHF. HAMBURG& Tüchtige KonfektionsArbeiterinnen melden sich sofort auf eine Kleine Anzeige im ,, Vorwärts" Nr. 469» 40. Jahrgang 2. Heilage ües vorwärts Sonntag, 7. Oktober 7 92? Diese Republikaner! Tatkräftiger Schutz: Ein Wort an alle, die es noch angeht. D!s Gemüter sind erregter denn je; die Reaktion glaubt, daß nun ihr Tag nicht mehr fern sei. Rund um die Republik ballt sich ein Chaos von Gefahren, van wirtschaftlichen und politischen Wien. Die Dunkelmänner der Monarchie rüsten und lauern frech auf den günstigen Augenblick, da di« Schwäche des Gegners ein Losschlagen erlauben wird. Da dürste es wohl angebracht sein, einen zusammen- fassenden Blick auf diese Republikaner zu werfen, sie einmal etwas unter die Lupe zu nehmen— und dabei die überzeugten unter ihnen etwas wachzurütteln und auszutrommeln! Es passieren Dinge schon viel zu viel, die uns längst Reveille sein sollten. Weck- ruf, die Republik nicht nur in Wort und Schrift, sondern auch in aknver Tat und ehrlichem Feuer zu verteidigen. Eine? Se? vielen IäUe, die das veranlassen müßten, wurde schon vor«inigen Tagen im �Vorwärts" gegeißelt: der Skandal der Lächcrlichmochung der Re- publik gelegentlich der Abitur ientenprüfung im Köll> nischen Gymnasium zu Berlin, über den die„republikani- scheu" Regierungsvertreter, di« der Prüfung beiwohnten, einfach zur Tagesordnung übergingen.(Wie wir mitteilten, ist in dieser Angelegenheit inzwischen ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden. D. Red.) Dort hatte ein Sludierirat T o m a s ch k i es nicht unter- lassen können, mit einer fast sadistischen Raffinesie die Republik in Anwesenheit der republikanischen Etaatsvertretcr mit seiner triefen- den Paukcrsauch? zu übergießen. Wie muß die Erziehung dieses republikanischen kassenanwärtcrs sein und wie sein Charakter, wie sein? Erziehungsmethode und wie sein amoralischer Zwang auf seine Schüler, wenn er prompt vom Examinierten auf d,« Frage:„Wie nennt chein« diese(die schwarzrotgoldenen) Farben?" die(doch schon vorher abgekartete) Antwort erhält:»Die Affensarben!" In diesem erfreulichen Tempo einer„Affenkomödie" statt einer Gymnasialprüfung ging es dann weiter: bis zum Schluß offiziell die Der- sussung mit dem Wort„Lächerlich!" abgetan wurde! Mit Kopf« schütteln fragt man sich: es sind doch bestimmt da Lehrer gewesen und Schüler, die sich zur Republik innerlich bekennen! warum hockte keiner von ihnen den Wut, offen aufzutreten und diesen offenen Schimpf offen zu parieren! Worum schlug keiner mit der Faust auf den Tisch, daß die Tinte herumspritzte, und sagte diesem sauberen .lzerrn Tomschki die Wahrheit, riskierte es, dieser morallofen Bande. für di« die Republik nur dazu da ist, Geld und immer wieder Geld zu liefern, die Wahrheit zu sagen? Man hatte kein Rückgrat, weil man das Rückgrat oben vermihte, weil man sich des Rückhaltes von oben nicht ganz sicher war! Und man sich an die» und das erinnerte: als da sind Maßregelungen, weil man sich— sage und schreibe— zu offen für die Republik unter Hintansetzung der anders- denkenden Vorgesetzte» bekannte, Gerichtsverhandlungen, in denen eine Beleidigung des Reichspräsidenten nicht teurer bewertet wurde als ein Pfund Butter, Beleidigungen der Reichsfarben mit einigen Goldpfennigen abgetan und erledigt wurden, wohingegen Fronde gegen Republikverächter mit schweren Strafen, Hinauswurf, Boykott, Maßregelungen geahndet wurden! Wenn republikanische Gerichts darüber hinweggehen, wenn vor ihrem Forum Angeklagte Worte fallen lasien wie:„Mir hat der republikanische Minister Severing nichts zu sagen!",„Für mich existiert diese Republik nicht!" usw. und sogar zum Schluß die Angeklagten mit einem advokatisch«wsgs- klügelten Freispruch entlassen, soll man sich da noch wundern, daß der Republikaner den Mut verliert...? Der Republikaner hat aber kein Recht, auf die Republik zu schimpfen, wenn er nicht tat- kräftig die Republik verteidigt und in Schutz nimmt! Und wie sieht cp da aus...? Erlebnisse. Wie oft hat man Gelegenheit, Dortommnisien beizuwohnen, die für den deutschen Republikaner«in trauriges Dekorum bilden. Kaum erlebt man irgendeine Kabarettvorstellung, einen Dariete-Abend. ein Zirkusprogramm, ohne einer offenen B«rhöhnung der Republik zu begegnen. Hier war es der Fridericus-Rex-Rummel mit aller Her- imtersetzung des modernen Deutschland und oller Verherrlichung der .Herrenrcchte des Monarchismus; dort war es ein Humorist, der feine Kalauer über Ebert, Severing usw. ausgoß, natürlich nur immer so, daß ihm stets noch ein Loch blieb, durch das«r auskneifen konnte, kam einmal ein„aufrechter" Republikaner und schlug mit einem Dannerwelter darein! Aber— der kam ja gar nicht! Man genierte sich, seine republikanisch« Ueberzeugung einzeln zum Ausdruck zu bringen: man hatte Angst vor dem Skandal, vor dem peinlichen Aufsehen! Und trotzdem Hunderte, Tausende innerlich kochten, ließ es keiner zur Explosion kommen, weil eben der Spießer im Deutschen leider immer noch mächtiger als der Republikaner ist! Daß der Ausländer aber mit einer falschen Meinung derartige Situationen verließe daß die Reaktion dadurch immer frecher und kühner wurde, das überlegte sich keiner unserer Republikaner! Zu Hause schimpfte man dann darüber am Familien- tisch, unter Freunden und Kollegen, und nannte es eine Sauwirt- schaft, schrieb schleunigst dem„Vorwärts", was da und dort los fei und beklagte sich bitter! Daß aber einer von ihnen an Ort und Stelle ausgelrcten war, daran dachte keiner. Denn— so sagt man sich leider— man kann nie wissen, was für Unannehmlichkeiten daraus entstehen können! Und so ist es überall: in einer Weinkneipe am Kurfürstendamm saßen spät Abends dichtgedrängt die Menschen zu- sanimen. Kamen da ein paar betrunkene Gestalten herein, sichtlich ehemalige Offiziere. Nach fünf Minuten stand einer von den Monokelfatzken aus, brüllte ins Lokal hinein:„Achtung! Stillgestanden! Wir trinken auf das schwarzweißrote Germanien! Alles ausstehen! Eins! Zwei! Drei!" Natürlich fanden sich ein paar, die mit aufstanden. Diele blieben sitzen; das paßte aber diesen Trunken- bolden nicht: sie liefen ins Lokal und schimpften los:„Sie roter Hund Siel Stehen Sie auf!— Sie Bolschewik!— Nieder mit Ebert! Hoch Kaiser Wilhelm!— Nieder mit der Sauwirtschaft der Republik! Hoch das stramme militärische Kommißbein I— Steh auf, Hund, und sauf mit, wenn du kein Vaterlandsverräter bist! In demselben Moment klebt« dem Monokelhelden, den der Wirt noch mit Glacehandschuhen beruhigen wollte, ein« in der Visage, daß sein Monokel in Scherben am Boden klirrte und der Inhaber sich mit da unten wälzt«! Seine Radaubrüder stürzten sich auf den Schläger las, der furchtlos da stand und di« Republik verteidigte;«in paar Schläge noch genügten und klein wie die Kinder zogen sie sich zurück. Warum ist es so nicht überall? Aber— der Deutsch« denkt immer sofort an Unannehmlichkeiten, Polizeifeststellungen, Gerichtsverhandlungen, die da blühen könnten, und schweigt lieber still! Um„Unannehmlichkeiten zu ver- meiden", läßt man ruhig die Republik beschimpfen— und schimpft dann nachher selbst über sie, die ja ohnmächtig sei! Diese Art Republikaner verdienen dies« Republik. Wo sind Sie Republikaner! Wo sind sie...7 Im demokratischen Lager versteckt man sich wie Anno IShinterdemOfenodersitztamKasfeetisch und verrammelt die Türen und debattiert dann wehklagend über die „arme Republik", wenn es mit ihr brenzlich wird! Rennt in di« politischen Klubs und hält da Vorträge, die die Republikaner köpf- nickend wie Ieremiasse genießen. Dann hält man Umzüge lind demonstriert. Dann duckt sich die Reaktion und wartet, bis die Demonstration vorüber ist, kommt dann wieder ans Tageslicht und treibt sich wie"vorher frech herum! Laßt dies« Demonstrationen dann doch lieber bleiben und demonstriert im(äa- lichcn Leben für die Republik! Derlrelet sie und verteidigt sie! Hebt ihre Fahne hoch und schützt ihre Farben! Wo einer sein breites Maul auftut und ein« Frechheit riskiert, gebt ihm eine drauf! Wo einer im Lokal, im Dariete die Republik herunterzieht, geht nicht verärgert fort, bleibt, schlagt Krach, haut mit «inom gepfefferten Donnerwetter darein! Wo einer auf der Straß«, auf der Arbeitsstelle, im Geschäft oder sonst wo die Republik lächerlich machen will, seid doch nicht still, riskiert es doch einmal. Republikaner zu fein, wägt eure Worte nicht auf der Wagschale, werft sie ihm derb und saftig an den Schädel, daß er ihm brummt! Woher soll das Ausland Vertrauen zur Republik bekommen, w«nn es unsere Republikanerspießer sieht? Wenn es den Kopf schütteln muß Über die Pedanterien und laschen, achftlzuckenden Hilflosigkeiten des deutschen Republikaners! Laßt jeden reaktionären Lümmel sofort feststellen! Schleppt jeden Beleidiger unsere? Genossen, die jetzt in der Regierung sitzen, auf die Wache! Seid nicht mehr so rücksichtsvoll(man nimmt auf euch ja auch keine Rücksicht!) und so zimperlich. Es nützt wirklich nichts, dem Kampf aus dem Wege zu gehen. Ihr müßt ihn aus- fechten, wenn ihr die Republik behalten wollt. Erst dann, wenn ihr fo werdet und ihr keine Angst mehr vor der eigenen Courage habt, bekommt ihr die Republik, die wir haben müssen! Opfert ihr aber das alles euren Bequemlichkeiten, dann— opfert ihr auch di« Republik! Die neue Woche. Brot: 34, Milch: SO, Gas: 30, Wasser; 30, Strom: 60, Straßenbahn: 10 Millionen. Ms Folge der neuesten Dollarsteigungen bringt auch die neue Woche wieder eine ganze Reihe von bedeutenden Preiserhöhungen. Der Rlarkenbrolprcis ist auf 34 Rkilliouen erhöht worden und für das Liter Vollmilch wird man ab Montag 20 Millionen zahlen müssen. Der Preis für Magermilch beträgt 7,4 Millionen. Allen voran, da am stärksten von der Kohlenpreiserhöhung betroffen, sind diesmal wieder die Tarife der städtischen Werte. Wie bereits im gestrigen Abendblatt mitgeteilt, stellt sich ön der Zeit vom 7. bis 43. Oktober der Gaspreis auf 30 Millionen für dos Kubikmeter. Auch der Wosierpreis beträgk 30 Millionen. Alle Strom- ab nehmer, bei denen ein« Siandaufnahme in der Zeit vom 7.— 13. Oktober vorgenommen wird, haben für den feit der letzte» Rechnungslegung festgestellten Verbrauch sechzig ZNivionen Mark für«ine Kilowattstunde zu zahlen. Auch die Berbehrstarife erfahren ab Mittwoch, den 10. Oktober, eine neue Fesssetzung, die sich bei der Straßenbahn, die fortan nur noch Einheitsfahrscheine mit einmaliger llmsteigeberechssgung ausgeben wird, aus 40 Millionen stellt. Der Kinderfahrschein kostet 5 und der H o ch b a h n- Umsteigefahrschein 48 Millionen. Monatskarten werden kosten: für 4 Linie 700 Millionen, für 2 Linien 800 Millionen, für 3 Linien 4200 Willionen, für alle Linien 2000 Millionen. Enssprechend der neuen Schlüsselzahl werden mich die Stadt-, Ring- und Borortbahnfahrpreifr ab Mittwoch erhöht ur.d die Hoch- und Untergrundbahn, die sich zurzeil noch in Schweigen hüllt, dürfte bald folgen. 3teiw Grundpreise für Sonnkagsrkicksahrkarlen. Infolge der letzten Erhöhungen der Fernfahrpreise, der die Er- höhung der Vorortpreise nicht in demselben Verhältnis gefolgt ist. sind die Fahrpreise für Sonntagsrückfahrkarten neu berechnet war- den, und es ergeben sich wesentlich niedrigere Grundpreis«, die mit der jeweilig gültigen Schlüsselzahl des Reichsbahnpersonenverichrs zu multiplizieren sind. Diese Grundpreis«, die gegenüber den ge- wohnlichen Fahrpreisen um etwa 40 Proz. ermäßigt sind, betragen in der dritten und vierten Klasse: Vom Stettiner Bahnhos nach Biesenthal 0,90 und 0,90 M., nach Melchow 4 M. und 0.80 M., nach Ebers walde 1,80 und 1,40 M., nach Chorinchen oder Finow 1,90 und 1,40 M., nach Chorin oder Falkenberg 2 und Ich» M., nach Freienwalde 2,30 und 1,70 M., nach Fichtengrund 0,80 und 0,70 SSL nach Nassenheide 0,90 und 0,80 M., nach Löwenberg 1,30 und 1 SDL nach Gransee 1,80 und 1,40 M., nach Füstenberg 2,80 und 2 M., nach Werbellinsee 2,30 und 1,70 M., nach Ioachimsthal 2,30 und 1,70 M. Vom Schlesischen Bahnhof(von Stadt- bahn 0,10 SN. mehr) nach Rehfelde 0,80 und 0.70 M., nach Dohms- dorf-SNüncheberg 1,40 und 1,10 M.. nach SWerneuchen 1,30 und 0,90 M., nach Tiefens«(zurück auch über Strausberg) 1,00 und 1,10 M.. nach Leuenberg 1,90 und ILO M. Vom G v r l i tz e r Bahnhof(oder Stadtbahn) nach Groß-Skesten 0,90 und 0,80'M., nach Tcupitz-Groß-Köris 1,30 und 1 SN., nach Halbe 1,60 und ILO M., nach Brand 2 und ILO M., nach Lübben 2,60 und 1,90 M, nach Lübbenau 3,10 und 2,20 M., nach Storkow ILO und ILO M., nach Hubertushöhe 1,70 und 1,30 M., nach Scharmützelsee 1,90 und 1,40 M., nach Bceskow 2.70 und 2 Slft. Dom Potsdamer Bahnhof nach Caputh-Geltow über Wildpark 0,80 und 0,70 M., nach Ferch-Lienewitz 1,10 und 0,90 M. Di« Sonntagsrückfahrkarten nach Lindow-Mark, Rheinsberg, Löwenberg und Buckow(Märkische Schweiz) werden bis auf weiteres nicht mehr ausgegeben. Kleinrentnermesie in Eharlolleuburg. Am 18» 16. und 17. Ot- tober d. I. veranstaltet, wie schon im Februar d. die Ortsgruppe der Kleinrentner im Festsaal des Charlottenburger Rathauses, Ber- liner Straße 72—73, einen Berkauf verfcknedener Gegenstände, tri« Handarbeiten, Wäfch«, Antiquitäten und Luxusgegenstände aus Privatbesitz. Di« Ausstellung und der Verkauf finden von 10 Uhr vormittags bis 8 Uhr nachmittags statt. Das Verbrechen Oer Elise Heikler "i (Novelle von Hermann Keffer. Ob aber auch schon die Ranken, in denen sich Gertrud verfing, aus starken Wur.zeln emporwuchsen, so blieb sie an diesem Tage doch einmal mit einem gewarnten und von grauen Ahnungen umwitterten herzen stehen, ohne einen Laut und einen Atem, wie es Menschen ergeht, denen sich un- Versehens ein Blick in unergründliche Tiefen des Schicksals erschließt, daraus ihnen Mitleid und Furcht mit gläsernen Augen entgegcnstarren. Es war dies in einer Stunde, da Elise in dem einen oerhärteten Schmerz ihres verdorbenen Lebens vor einem nie- deren Grabhügel betete und den blauen Maientag nicht sah, d» Geschwister aber nach ihrer Rückkehr aus� der Stadt in dem menschenleeren und seltsam hallenden Hause noch manche Geräte und Stücke zusammentrugen, die Ottos wider Er- warten beschleunigte und erst halb bereitete Reise verlangte. Und da ihnen bei dieser ungewohnten Berrichwng die Kennt- ms der klugen Ordnung und der Oertlichkeit fehlte, wo die sorgsame Hand der Dienerin di« Dinge in guter SVerwahrung hielt, so vermißten sie auch den Schlüssel zu einer abseits stehenden Truhe,, in der Otto das Lederzeug für die Reise und wollene Decken permutete. Es half nichts, daß sie alle Schränke und Schubladen nach dem alten Schlüssel durchsuchten, er blieb verschwunden und bildete bald den Anlaß zu einer hef- tiaen Unruhe, die den Bruder rastlos treppauf und treppab trieb. In dieser SlZerlegenheit entschloß sich Gertrud, in der Giebeftammer Elisens nach dem Schlüssel zu forschen. Sie trat nicht ohne Scheu vor das©tübchen, das Elise in einer Eigenheit ihres Wesens fast immer versperrt hielt. Als Gertrud eintrat, sah sie den kleinen Hausrat der Alten, wie er immer gewesen war, peinlich und� gerade ge- stellt vor sich, alles, auch den zinnernen Weihwassertessel und den Weidenzweig darin, das geschnitzte Kruzifix und eine ver- lichtete Photographie von Gertruds Mutter in einem verblichenen Plüschrahmen, wie sie seit Jahren an der sauberen Kalkwand hing. Aber auf dem Tischchen am Fenster war aus einer großen offen stehenden Schatulle der heimliche In- halt wirr ausgestreut und liegen gelassen und verbreitete einen Geruch wie von alten trockenen Blumen, Gertrud kannte die altertümliche, mit farbigen hölzern eingelegte Schatulle der Dienerin seit ihrer Kindheit, und es war ihr auch in Erinnerung, daß Elise, so oft sie sie daran sah, die kramende Hand daraus zog und den Deckel nieder- klappte, ängstlich und hastig, wie wenn des Kindes Gegen- wart solches gebiete. Jetzt stand das Kästchen wie ein ver- ratenes Geheimnis aufgeschlagen vor ihr. Gertrud schauerte zusammen, wie wenn sie stehlen wollte. Aber eine unwiderstehliche'Neugier hieß sie vorwärtsgehen, und so schaute sie, was die Unüberlegtheit der Alten ans Licht gebracht hatte: Totenschein« mit schwarzen Kreuzen darauf, alte und vergilbte Briefe, von vielleicht verdorrten Händen geschrieben, und gesiegelte Papiere, auf denen Geburt, Taufe und Heirat von Trägern des Namen Gsttler verurkundet waren, von toten und vergessenen Menschen aus verschollenen Familien, versunkenen Zeiten und zerstörten Wohnstätten, über die heute Wälder wachsen oder Straßen hinwegführen. Und auf diesen Schriftstücken ruhten noch die Reliquien der Menschen und Zeiten, aus denen sie stammten, verfärbte Bildchen von alten Begebenheiten, braune und schwarze Kränzchen, aus haaren geflochten, die dereinst voll und glänzend um heitere Schläfen flatterten, und dürre und ver- schrumpfte'Blumen, zu spröden und fahlen Sträußen ge- Kunden, aus denen der Staub und der Moder abgestorbenen Lebens wehten. Mit gepreßter Brust betrachtete Gertrud die schweigenden Zeichen. Ihr Blick blieb an einem Bild haften, das, größer als alle anderen und von den toten haaren und Blumen be- deckt, in dem Tand lag. Sie zögerte, horchte, indes ihr das herz an die Rippen pochte, vorsichtig auf, dann schob sie mit zitternden Fingern die haare und Sölumen beiseite und hatte dabei ein Gefühl, wie wenn sie an koste Leichen rührte. In derben Umrissen und grellen Farben sah sie Elisens und eines Mannes SSildnis, der seinen Arm um ihre Hüfte schlang. Es war eine rohe Zeichnung, wie sie vor Zeiten auf einem Jahrmarkt unter dem freien Himmel von wandernden Malern für wenige Groschen zusammengestrichen wurden. Aber es war Elise als junges Mädchen, mit bloßem und schön geschwungenem halse und runden Schultern, mit Wickellocken, die zu beiden Seiten das Köpfchen lang und launisch um- rahmten, Elise im engen und glatten Mieder großelterlicher Tage mit einem steifen Lächeln um den hochgezogenen Mund. Und sie schmiegte sich an einen Mann, der sich stark und kühn neben der bräutlichen Lieblichkeit seines Mädchens hielt und in seiner langen, aus dem Bilde fast strohblonden Mähne das Haupt mit der scharfen Nase und hohen Stirn herausfordernd dem Beschauer zuwandte, so daß es nicht anders aussah, als ob sich das junge ffieib an feiner Seite schüchtern zusammen- drückte, ersterbend vor seiner ragenden Größe, und doch er- füllt von dem Glück, ihm anzugehören und wie mit seligen Ketten an ihn gefesselt, mit Ketten, dem gemalten Rosen- gewinde gleich, das in prahlender Röte das ungleiche Paar umkränzte und sich auch um zwei verschlungene Herzen rankte, in denen die Namen„Elisabeths" und„Augustus" mit zier- lichen Buchstaben eingettagen waren. Gertrud nahm das bunte Blatt in ihre eiskalten Hände. Kein Zweifel, dies war Elise als junges und schönes Mädchen, und wenn schon ein Menschenalter darüber vergangen war. so meinte doch Gertrud, es fei auf dem welken Anlitz der Greisin noch immer, obzwar vom Alter eingeschleiert und wie in den Furchen der eingesunkenen Züge vergraben, eine matte Spur von dem Bug und dem Reiz dieses schüchternen Mädchengesichtes. Und auch der Mann schien Gertrud nicht völlig fremd, eine ferne Aehnlichkeit mit einer verflüchtigten Gestalt aus der Dämmerung entlegener Kindertage, sie glaubte sich nicht zu täuschen, sprach auf sie ein. Aber in der Flut der Gedanken, die m ihr wie ein plötzlich erschlossener Quell tobte» und drängten, vermochte sie nichts zu greifen. Sie sah nur stioch, daß ein später kunswoll geflickter Riß das Doppelbildnis einmal in zwei Hälften vertrennt hatte und nun wie ein schmaler und fetziger Streifen zwischen dem Mädchen und dem Manne durchging, als wollte er die beiden durch einen häßlichen Strich voneinander scheiden. Mehr vermochte sie nicht mehr zu schauen, denn eines der dürren Sträußchen fiel raschelnd zu Boden, als Gertrud mit stockendem Puls und blutübergossen das Bildnis wieder an seine Stelle legte. Das Sträußchen aber verlöste sich aus dem blaßblauen Seidenband, und Gertrud war es, als sei dies die Strafe für ihre schändende Neugier, als sie die harten Blumen bebend vom Boden auflas, mit unsicheren Händen wieder vereinte und darum die knisternde Seide zu einer un- beholfenen Schleife wand. ♦ (Fortsetzung folgt.) „ Was ich mir dafür kaufe!" Zentralmarkthalle am 6. 10. Erbsen Preise und Löhne. 36 40-45 30-35 5.3 6 4 ( in Millionen Mark) Rindfleisch Kalbfleisch Lebende Aale 99 11 Weizengrieß Wirsingkohl 75-100 Rotkohl. 70-110 Mohrrüben 90-115 Zwiebeln 150-180 Grüne Bohnen 100 Hechte. Karpfen Schleie. Bleie 40-45 40 40-45 35-40 90 35 $ 13 12 Aale in Eis... Grüne Heringe Schellfisch Margarine Hechte in Eis 6.5-7 19 Wochenlöhne in Berlin ( in Millionen Mark) Treibriemeindustrie vom 30. 9.- 6. 10. Schuhindustrie v. 1.- 6. 10. 1564 Chauffee bis Kupfergraben geführt werden, die halbstündlich an der Heerstraße und halbstündlich am Sophie- Charlotte- Plaz endet. Der Zeitpunkt der Einführung dieser Aenderungen wird noch bes fanntgegeben. Falsche 100- Pfund- Note. Der Berausgaber falscher Hundertpfundnoten, der, wie wir bes richteten, schon in anderen Städten aufgetreten ist, hat auch in Berlin eine erfolgreiche Gastrolle gegeben. Der Betrüger, ein mittelgroßer Mann mit furzgeschorenem Haar, der elegant çetleidet ist und auch zeitweise ein Monofel trägt, erschien am 4. d. M. anf dem Pferdemarft in Weißensee und verlangte von einem Pferdehändler ein paar wirklich gute Pferde, der ihm auch ein Ges spann anbieten fonnte. Man war fich bald über den Kaufpreis, anmähernd 100 englische Pfund, einig und der Käufer gab ( für Arb. über 21 Jahre) 1546 dem Händler eine englische Hundertpfundnote in Zahlung. Der 1518 Bferdehändler war vorsichtig genug, den Schein zur Prüfung einer Banffiliale vorzulegen. Diese hielt sie für echt und erkannte sie später 1238 erit als gefälscht. Unterbessen war der Käufer mit den Pferden auf und davon gegangen. Gestern faufte derselbe Schwindler in einem Geschäft in der Friedrichstadt ebenfalls einen to st bare n Ring und gab dafür eine Hundertpfundnote in Zahlung. Diese Roten find so gut gefälscht, daß sie nur schwer als Fälhat auf die Wiederbeschaffung des Gespanns, dessen Auftauchen irgendwo auffallen muß, eine Belohnung von 10 milliar. den Mart ausgesetzt. 3weddienliche Angaben nimmt Kriminal fommissar Geinemeŋer in Berliner Polizeipräsidium entgegen.. Was gibst Du jetzt einem Bettler? Versuche es nicht, ihm Lebensmittelpreise in der Vollreis einen Tausendmarkschein anzubieten. Er fönnte Dich fragen, ob bei Dir vielleicht einiges nicht ganz stimmt. Ein Marfenbrot hat in der vergangenen Woche 18 Millionen Mart gekostet. Achtzehntausend Tausendmarkscheine hätte er sich da erbetteln müssen, um ein einziges Schweinefleisch. Brot kaufen zu können. Eine einzige, ganz dünne Scheibe Brot, die Speck. er davon abgeschnitten hätte, wäre allein fünfhundert Tausendmartscheine wert gewesen. In der neu beginnenden Woche steigt der Breis des Martenbrotes auf 34 Millionen Mark. Da fostet eine ganz dünne Scheibe Brot schon eine runde Million. Mache Dir das flar, ehe Du einem Bettler etwas gibst. Was aber wirst Du fagen, wenn Du hörst, daß man einem alten Mann noch sehr viel meniger cnzubieten wagt? Er ist fein Bettler, sondern ein Beamter a. D., ein ehemaliger Lokomotivführer, der nach dreißigjähriger Dienstzeit auf Unfall pensioniert wurde. Vor dem Kriege wurden alle Heilungsfoften( Arzt, Arzneien, Bäder usw.) vom Staat bezahlt. Im Jahre 1915 wurde dafür eine jährliche Pauschalsumme eingesetzt, 420 Mart. Schon im Jahre 1922 fonnte man für diesen Betrag kaum noch etwas später Abendstunde fällten die Geschworenen das Urteil. Hoert Mennenswertes taufen. Damals wurde ein Gesuch um Erhöhung der murde wegen versuchten Totschlages und versuchten schweren Raubes Bausthalsumme abschlägig beschieden. Und so erhält der Lokomotiv- unter Zubilligung mildernder Umstände zu vier Jahren Geschungen zu erkennen sind. Der geschädigte Pferdehändler führer a. D. von der Eisenbahnhauptkaffe Berlin noch jetzt für jedes fängnis verurteiít. Krüger dagegen erhielt 5 Jahre Zucht Quartal 105 Mart gewissenhaft übersandt. Die Kosten der Zuhaus unter Verjagung mildernder Umstände. Beiden Angeklagten stellung durch das Postschecamt samt allen Buchungen und sonstigen wurden 9 Monate Untersuchungshaft angerechr.et. dazu erforderlichen Bureauarbeiten betragen sicherlich ein Vielfaches dieser 105 Mart. Was mag die zuständige Berwaltungsstelle sid) dabei denken, wenn sie dem alten Mann einen derartig niedrigen Betrag überweist? Oder macht man sich dort über solche Dinge feine Gebanten? Der Raubmordversuch mit Morphium. Schmalz. Talg Brunnenbauer v. 29. 9. bis 99-130 5. 10. 180-140 Kistenbranche v. 20. 9. Bis 103 5. 10. Die Straßenbahn will sich bessern. Berkehrsänderungen ab Montag. Durch den zweitägigen Teilstreit der Hochbahn ist bei der an geblich reorganisierten Kleinen Berliner" eine vollständige Hilfe losigkeit gegenüber den Berliner Berkehrsbedürfnissen offenbar geworden. Immerhin scheint auch die Direktion jetzt einzusehen, daß es so nicht weitergehen kann und sie fündigt die folgenden Berbesserungen" an: 27 1 Pfund Zucker 51%, Millionen. Der Reichsverband deutscher Kolonialwaren und Lebensmittel händler sowie der Landesverband Berlin- Brandenburg des Reichsverbandes des deutschen Nahrungsmittelgroßhandels teilen mit, daß nach Festseßung des Großhandelspreises für guder durch den Serrn Oberpräsidenten für die Zeit vom 8. Oftober der Verd braucherpreis 51, Millionen das Pfund für Melis zuder beträgt. Auf bessere Sorten als Melise dürfen entsprechen den von der Zuderwirtschaftsstelle festgefeßten Sortenzuschlägen besondere Zuschläge erhoben werden. Personenstandsaufnahme. Die Hauptsteuerverwaltung teilt mit: Die alljährlich vorzuneh mende Bersonenstandsaufnahme erfolgt für das Gebiet der Stadtgemeinde Berlin nach dem Stande vom 10. Ofteber d. I. Hierzu erhalten sämtliche Hausbesitzer oder deren Vertreter die erforderlichen Personenstandsaufnahme- und Wohnungslisten vorher zugestellt. Die Abholung der ausgefüllten Listen erfolgt vom 12. Oftober d. J. ab. Die Ausfertigung der Steuerbücher erfolgt nach den eigenen Angaben der Steuerpflichtigen in diefen Wohnungslisten. Es liegt daher im Intereffe der Steuerpflichtigen, die zur Aushändigung kommenden Wohnungslisten genau und lejerlich auszufüllen. Die vorschriftsmäßige Ausfüllung der Bersonenstandsaufnahme und Wohnungslisten muß noch der Reichsabgabenordnung erfolgen und fann durch gefeßliche Strafen erzwungen werden. Zugleich wird darauf hingewiesen, daß Verkäufe von God und Silbersachen, von Musikinstrumenten aus Edelholz, Teppichen, Automobilen usw. aus privater Hand der Luxussteuer von 15 Broz. unterliegen. Die Steuer ist abzuführen an die Kasse eines der 14 Finanzämter, welche in Groß- Berlin mit der Bearbeitung der Umfahsteuer befaßt find. Bei diesen Aemtern, insbesondere bri 4 und 5 Jahre Zuchthaus für die Täfer. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts II begann gestern früh bei starfem Andrang des Publikums die Verhandlung wegen ver- Am Montag, den 8. Oftober d. J., werden die folgenden Aende suchten Mordes und schweren Raubes gegen den Lederarbeiter und rungen und Vervesserungen im Straßenbahnverfehr durchgeführt: Artisten Withelm oerl und den Maler Artur Krüger, tie, wie Auf der Linie 28 werden die Bogen unmittelbar bis Legefort mir berichteten, versucht hatten, die Ehefrau Franziska Fiedler und Heiligensee, je halbstündlich, durchgeführt. Der Anschlußbetrieb in deren Wohnung zu ermorden und ihrer Schmucksachen zu be- mit Einmannwagen zwischen Tegel und Legelert bzw. Heiligensee rauben. Der Angeklagte Hoert ist ein noch junger Mann, An- wird dadurch aufgehoben. Die Linie 54 mird von Spandau, fang der zwanziger Jahre. Er war erst zu Beginn des Martt, je halbstündlich bis Hafenfelde bzw. Stadtpark und stündlich vorigen Jahres nach Berlin gekommen und hatte hier Krüger fennen bis Johannesstift durchgeführt. Die Strede durch die Möllendorf gelernt. Es fiel ihm auf, daß Krüger, der arbeitslos war, und Herzbergstraße bis zur Irrenanstalt Herzberge mird wieder in immer auf großem Fuße lebte und daß dessen Ehefrau stets Betrieb, gefeht, und zwar durch Weiterführung de Linie 76 vom hochelegant gefleidet ging. Als er ihm eines Tages sagte, das könne Ringbahnhof Frankfurter Allee mit einem 30- Minuten- Berkehr bis doch nicht auf reelle Weise zugehen, antwortete Krüger:„ Ich hätte Herzberge. Die andere Hälfte der Linie, ebenfalls mit einem 30 schon längst etwas aus Dir machen fönnen, wenn ich Dir nur trauen Minuten- Betrieb, wird durch die Borhagener Straße bis zum Bittoria tönnte." Hoerl, der übrigens wegen Diebstahls schon vorbestraft ist, plaß in Lichtenberg geführt. Der Einmannwagen zwischen Königs will mun Krüger versichert haben, daß er ihm polles Bertrauen berger Straße und Bittoriaplay fällt fort. Im Westen wird die schenken tönne. Strüger wußte, daß er, der Angeflagte, ein Linie 76 mit einem 30- Minuten- Berfehr durch die Hubertusallee Rezept für Morphium belah, und schlug ihm vor, darauf bis Rosened und mit einem 30- Minuten- Betrieb durch die Königsallee ein Quantum Morphium zu beschaffen. Er sagte mir," fuhr der bis Hundefee geführt. Die Linie 91 verfehrt vom Görlitzer Angeklagte fort, Du bist jung und fannst leicht Damenbekannt. Bahnhof anstatt durch die Oranien, Koch, Anhalt, Königgräßer schaften machen; dann wollen wir die betreffende Frau mit Straße über Laufizer, Waldemar, Adalbert-, Köpenider, Neue und Morphium Letäuben und berauben." Hoerl schilderte dann das Alte Jakob, Seydelstraße, Spittelmarkt und Leipziger Straße, vom Berbrechen, wie wir es im heutigen Morgenblatt berichteten. Er Potsdamer Plaz weiter wie bisher und von Wilmersdorf je halb felbft habe gar nicht gewußt, wie es dazu gekommen sei. Frau stündlich nach Halensee und über Schmargendorf bis Rosened. Der Fiedler habe geschrien, und da habe er ihr das Maul zugehalten, Betrieb der Linie 76/91( Einmannwagen) Wilhelmsaue- Halen aber nur um sie zu beruhigen und zu verhindern, daß Leute hinzu- fee- hundekehle- Rosened- Schmargendorf- Wilhelmsaue und ums dem Finanzamt für Umfassteuer, Berlin- Innenstadt, Jüdenstr. 58/60, fämen und ein Standal entstehe, denn sie ist doch eine verheiratete aefehrt wird mit Einführung des durchgehenden Betriebes auf den sind ausführliche Merkblätter hierüber zu erhalten. Frau. Die Angeklagten Soerl und Krüger belasteten fich Linien 76 und 91 eingestellt. Die Strede vom Schlesischen Bahnhof dann gegenseitig bei ihrer weiteren Vernehmung und einer fuchte bis Stralau, Kirche, wird durch Einrichtung eines Anschlußbetriebes Spalte 6a für Konfeffionêlose. dem anderen die Schuld an der Bluttat zuzuschieben, sich selbst aber an die Linie 13 mit Einmannwagen zwischen Schlesischem BahnDie von den Hausbefizern oder Verwaltern jetzt zur Ausfüllung rach Möglichkeit zu entlasten. Der Angeklagte Krüger erzählte, daß hof und Stralau, Kirche, in Betrieb genommen. Der EinmannHoerl ihn bestürmt habe, mit ihm auszugeben, um Damenbekannt wegen verfehrt in Abstanden von 30 Minuten. Auf der Linie 64 beringegebenen Wohnungslisten enthalten als Spalte 6a die schaften zu mochen. Er sei schließlich darauf eingegangen. 3m werden die Wagen, imter Aufhebung des Einmannwagenbetriebes, Aufforderung an den Wohnungsinhaber, anzugeben, falls er aus Café Telschow habe eine Dame gesessen, die sich im mittleren zwischen Sophie Charlotte Plak und Bahnhof Heerstraße halbstündlich der Kirche ausgetreten ist, in welchem Jahr und bei After befand. Hoerl sagte:„ Das ist die Richtige!" Strüger hatte bis Bahnhof Heerstraße durchgeführt. Die Linie LH, Bahnhof welchem Amtsgericht das geschehen ist, und eine Fußfeinen Mumm", sondern wollte sich lieber jüngerer: Damen nähern. Steglit- Hindenburgdamm- Bahnhof Lichterfelde- Dft, wird zum Er- note bezeichnet als den Zwed diefer Spalte ausdrücklich, daß mit Soerl habe jedoch gleich gefragt, ob man Play nehmen könne. Die sak für die frühere Linie 153 über Siemensbrücke und Albrechtstraße ihrer Ausfüllung unrigtige Kirchensteuerveranla> Zeugin Frau Franzista Fietter befundet, daß fie niemals bis Bahnhof Stegliz, weitergeführt und ebenso in umgekehrter Rich- gungen und Beschwerden vermieden werden sollen. irgendwelche Beziehungen zu hoerl gehabt habe. Als sie im Café tung in 2fbftänden von 20 Minuten, unter gleichzeitiger Einrichtung Deshalb liegt es im eigenen Intereffe eines jeden aus den großen erzählte, daß fie Fabriträume brauchte, habe hoerl in gebrochenem eines 20- Minuten- Berkehrs auch auf der Linie M. Religionsgemeinschaften Ausgeschiedenen, diese und die vorhergehende Deutsch gesagt: ab' ich Fabriträume." Die Besuche der beiden Spalte 6: Religionsbekenntnis" recht genau auszufüllen. Es muß Berbrecher hätten sich auf das Mietgeschäft bezogen. Als sie danr. fich dann zeigen, ob die unrichtigen Kirchensteuerveranlagungen auch am fraglichen Morgen aus dem Korridor in das Zimmer gekommen, weiterhin erfolgen. habe sie Hoerl angesprochen. Als sie sich zu ihm umdrehte, erhielt fie von Krüger einen wuchtigen Schlag über den Hintertopf. Gie fci sofort zusammengebrochen. Hoerl habe sie an der Kehle gepackt und ihr den Mund zugehalten, um ihre Hilfe rufe zu erftiden. Sie habe ihn dann noch rufen gehört: Schlag doch fest, zu! Sie ist noch nicht tot." Ob Hoerl den Dolch gezogen, vermag die Zeugir heute nicht mehr zu sagen. In Annke Harding. Bon Hans Fr. Blund. Neben diesen Betriebsverbeijerungen, die am Montag eingeführt werden, ist beabsichtigt, in aller Kürze Ergänzungen und Aende ringen an folgenden Linien vorzunehmen: Die 44 soll vom Kaiserplag bis zum Bahnhof Steglig verlängert werden, die 57 von der Bappelallee bis Pantom, Breite Straße, die 64 soll am Zoo enden, die 54, die von Spandau fommt: soll statt wie bisher durch den Tiergarten vom Knie über den 300, Wittenberg- und Nollendorf plak durch die Potsdamer und Leipziger Straße bis zum Spittelmarft geführt werden, anstatt der 54 und der 64 foll eine neue Linie mit der Nr. 75 auf dem Weg Heer, Bismarchstraße, Charlottenburger wieder da und nidie ihr zu:„ Wenn ich und Störtebeter gegen die Hamburger halten, kann schon nichts geschehen." Und dann lachte er ihr zu: Du sollst jezt bald Kommandant werden, Annte, ich hol' dir' n neues Schiff." Der Sturm fuhr auf, das Mädchen schrat zusammen. Ach. Störtebeker war längst gefangen und tot. Ob Godefe Michels wohl in Not war, daß er zu ihr tam? Hatte er sie nicht gerufen? Ja, das hatte er, ganz deutlich hatte sie ihn gesehen. Bielleicht lag sein Schiff im Watt und die Hamburger warteten davor. Wenn sie doch ausfahren und ihm helfen könnte. Mutter Boos schnob in ihrem Stuhl leise vor Rührung. Sie hatte einen guten Verdienst an Godete Michels gehabt, hatte immer forgfältig seine Beute zu verwahren gewußt und war sehr unzufrieden, daß die Hamburger Herren gar so streng mit den Frei beutern umsprangen. Mit dem Auto über alle Berge. Ein gemerbsmäßiger Auto und Motorraddieb, dessen Streiche ungewöhnlich raffiniert waren, ist von der Kriminalpolizei in der Person eines 23 Jahre alten aus Krefeld stammenden Kraftwagenmechaniters Wilhelm Teppler unschädlich gemacht worden. Teppler, der sehr gewandt auftrat, stets elegant gefieidet ging und erzählen, wie Henn Peters am Nachmittag gekommen sei und ihr Grüße bestellt habe. Godete Michels habe zwar Schaden gehabt von den Hamburger Kraffeln, aber fein Schiff sei entkommen, liege vor der Ems und warte. Wir müffen ihm helfen, sonst holen ihn die Hamburger, Mutter Boos!" Die horchte mit seltsamem Grauen und hatt's doch glauben mögen, so bestimmt sprach das Mädchen. Dann fiel ihr plötzlich ein, daß sie den ganzen Radymittag mit Annfe Harding zusammen. gefeffen hatte, daß es der Wahnsinn sein mußte, der aus der andern sprach. Mit einem hellen Schrei lief Mutter Boos aus dem Raum. Annte Harding grübelte noch eine Weile, fah die Elbmündung, schaute auf die halbzerstörten Schiffe ihres Liebsten und wußte haib träumend, daß sie im Fieber war. Aber die Stunde der Entschei dung peitschte ihr Blut, ein finnlojes Treiben beherrschte sie und verwirrte ihre Angst zu wahnsinnigen Gedanken. Sie machie sich an der Truhe zu schaffen, begann ihren Schmud anzulegen, holte einen feiften Beutel mit Hamburger Münzen aus einer Ecke und fleidete sich wie zu einem großen Fest. So trat fie auf die Straße An dem Tage, als Godete Michels seinen Kampf mit den Ham Lurgern austrug, war. Annke Harding auf Helgoland geblieben und hatte eine Beute flämischer Gewänder in Obhut, ar sonst nicht ihre Art, vom Schiff fortzubleiben, aber Störtebeker war geschlagen, man hatte von neuen Rüftungen der Hamburger gehört, und als der Hauptmann feinen Steuerleuten verboten hatte, Weibsbilder an Bord zu nehmen, da hatten sie gemurrt, bis er selbst um der Mannszucht willen Annte Harding nach Helgoland hatte bringen lassen. Der Sturm brandete schwer um den Fels, packte und rüttelte daran, als könnte er den harten Stein mit seinen Fänsten sprengen Wenn ich dent, wie er selbst noch hier war und sagte:„ Salt und in die Flut niederschleudern. Die Wogen kamen in schweren, mir Annte gut, Mutter Boos!"" Das alte Weib gab ein paar Rehllangen Schlägen gegen die Insel, sprangen noch einmal auf mit laute von sich.„ Und wie er dann auf den Tisch schlug und schrie, gifchtigen Armen und fielen donnernd vorüber auf den Strand. den Hamburgern wollte er's schon eintränken, daß die daran er- hinaus. Annte Harding saß am Fenster bei Mutter Boos und starrte sticken sollten. Weil fie's dem armen Störtebeter angetan hatten! in die Nacht hinaus. Früh am Tage war ein schlimmes Gerücht ge- und wie er dann auf ein gut Gelingen becherte, daß ich nur immer fommen. Ein Fischerboot hatte die Nachricht gebracht, daß ein Ham- die vollen Kannen zu schleppen hatte." burger ein paar feindliche Schiffe genommen hätte, auch das von Godete Michels. Da hatte das Mädchen eine Weile gemeint, als wenn sie sterben sollte. Aber nach einer Beile hatte sie sich gefaßt, mar stiller geworden, unheimlich still und hatte gemeint, über Godete Michels wagte fein Hamburger zu fommen. Wär wohl ein anderer, den sie gefangen hatten. Jetzt war es Abend geworden. Annte Harding faß noch wie vordem, rührte nichts an und blickte nur sehnsüchtig über die dunkle Weile. Wenn sie die Fischergasse hinunterschaute, sah sie unten das Meer, das wie unruhiger Dampf durch die Nacht schimmerte. Mit unter blinkte ein Gischtkopf in eirgendeinem Widerschein fern auf, fam mit großen, weißen Augen langsam näher und tanzte plötzlich hoch auf, wenn die Bogentämme in die Hafenfeuer gerieten. Ein wildes Gewirr von Gedanken ging Annte Harding durch Den Kopf. Mitunter war ihr, als hämmerte der Sturm an ihren Schläfen, als täme ein großer roter Schein quer über das Wasser wie von einem brennenden Schiff. Aber wenn sie auffah, war es ein Traum gewesen. Dann wieder schritt plößlich Godefe Michels durch die Straßen, sah streng zu ihr auf, als wartete er und fragte: Wo bist u? Warum bist du nicht mitgekommen?" Sie wollte antworten, da fab fie, wie sein Hals blutrot war. Annte Harding fuhr treischend auf. Der Sput war verschwunden. Oder er war Mutter Boos," schrie der Godete, das Bier, das wollen mir gelten lassen bei den Hamburgern!" Der Nord strich jaulend und brausend um die Häuser, fuhr weiter und sprang heulend vom roten steilen Stein zurüd, der aus dem Dunkel aufragte. Als er Annte Harding so feiertägig und ernst daherschreiten sah, schwieg er, daß dem Mädchen wor, als machte er Platz für Godefe Michels Braut. Und sie lauschte und horchte Die Alte fuhr erfahredt zusammen. Annte Harding hatte sich durch die Nacht und alles ringsum, der Wind und die fern donnernde umgebreht und sah sie mit meit aufgerissenen Augen an. Mutter See schienen ihr von dem andern zu erzählen, sie zu grüßen und sie Boos frampfte das Herz zusammen, so leid tat es ihr um das zu rufen. Mädchen, aber dann wurde sie ängstlich unter dem Blid, er dünfte ,, Wo liegt mein Schiff?" fragte fie. ihr unheimlich, so starr, so gräßlich, als hätte der Böse seine Hand„ Bor der Ems im Spiel. Bie komm ich Das Mädchen sprach leise:„ Ich soll zu ihm fommen, fagt er, Mutter Boos, er hat mich gerufen!" Die Alte scrie schrill auf vor Schreck, drückte sich hinter den Tisch, als fönnte der ihr helfen und murmelte Unverständliches vor sich hin. Annie Harding lachte leise. haft nicht gehört? Heut nach mittag? Henn Peters fam von den Schiffen und sagte, Godete Michels hält in der Ems, ich soll rüberkommen!" Aber das ist ja nicht wahr gewesen. Die Schiffer, die später famen-" „ Ich will zu ihm, er ist in Not!" Mutter Boos freischte, begann plöglich an ihren eigenen Sinnen zweifeln, als das Mädchen so ruhig und bestimmt sprach, hörte zu und begriff nicht, was sie davon halten sollte. zu Unnte Harding aber fing an mit wunderlicher Einbildung zu " dor der Ems!" jagte der Sturm. dahin?" fragte das Mädchen in halb erstictem Jubeln. „ Nimm dir Bolt und mach's wie Godefe Michels." Das Mädchen fuhr vermirri zufammen und fah ängstlich über das Meer. Draußen auf der Recbe lagen ein paar dunkle Schiffsleiber. Ihr war, als trüge der Sturm das Janken der Rahen, das Knarren und Raffeln non Wanten und Ankerspill wie einen Lockruf herüber. Eine Weile horchte sie noch, dann sprang eine unerffär. liche sieghafte Freude in ihr auf. Haftig eilte sie die Straße hin unter in die Schente am Hafen. Ein Johlen und Gröhlen erhob sich, als sie eintrat, dann, als die Leute ihre wunderlichen Züge sahen ,, wurde es langfam stiller. Einige Betrunkene schrien etwas, wurden von andern zur Ruhe gebracht und tortelten neugierig näher. Es war buntes Schiffsvolt aus aller Herren Länder, verwegene Burschen, die auf Helgoland E perfett französisch und englisch spricht, trieb sein Unwesen seit Jahres- Inaltfische Trid zum Beispiel, falomonisches Urteil genannt, mit bem ber frist mit großem Erfolge. Mit falschen Papieren suchte und fand er König Salomo heraustriegt, welcher Mutter der Säugling gehört, fann rasch Arbeit in Automobilgeschäften. Die kompliziertesten Fehler uns nicht mehr erwärmen. Spannung ist in der Königin von Saba entdeckete er auf den ersten Blick und mußte sie gleich abzustellen. durch Sensation erfest, und der Kunſtville erschöpft sich in der AufSo brachte er die Wagen schnell wieder in Gang und gleich darauf besucher heute nicht zufrieden. An dem Film interessiert lediglich, daß.cr machung. Mit Riesenbauten und Massenszenen ist der fultivierte Sinobestieg er den Bock, um eine Probefahrt zu machen. Ließ man ihn vor einer Reihe von Jahren eristanden ist und daher Gelegenheit bietet, ellein fahren, so fuhr er gleich damit über alle Berge. Hatte Bergleiche anzustellen und die Entwidlung der jezigen Filmfunst zu er einen Mitfahrer, so wußte er diesen unterwegs durch irgendeine studieren. Lubitsch, der Meister des Gigantischen, ist, wie sein neuestes Vorspiegelung abzusetzen. Ebenso leicht wie das Erlangen der Wagen Wert Die Flamme", zeigt, von der Gattung des Monumentaljilms gelang ihm der Albjah. Seine Abnehmer fand er hauptsächlich auf wieder abgekommen. Auf dem Umweg über intposante Aeußerlichkeit ift dem Lande, denen er allerhand glaubwürdige Darstellungen über zur Verinnerlichung gelangt. Sehr zum Nußen der Filmkultur scheinent die Ursache seines Verkaufes fagte. Sobald er einen Wagen hatte, die Regisseure den Ehrgeiz aufzugeben, die Konkurrenz durch Riesenaufwand von Mitteln übertrumpfen zu wollen. Daber fommit uns bic machte er sich zu einem Baron v. Steffel. Es ist ihm sogar wiederholt Rönigin von Saba heute reichlich überholt vor. Unerträglich störend gelungen, gestohlene Wagen oder Motorräder doppelt zu ver- und jede Einheitlichkeit zerreißend sind die maffenhaft eingestreuten Titel. taufen. So hatte er einem Postdirektor ein Motorrad verfauft, tur cine Szene, ein aufregendes Wagenrennen, ist fünstlerisch wertvoll. das er eine Stunde vorher gestohlen hatte. Außer Fahrgeld hatte Dgr. er einen mertvollen Brillantring erhalten, den er sofort an einen Jumelier weiter verfauft. Bald darauf hatte er einen zweiten Käufer gefunden. Er ließ sich das Motorrad von dem Oberpost. direktor wieder unter allerhand Vorspiegelungen zurückgeben und verfaufte es ein zweites Mal. Der von 10 Gerichten gesuchte Berbrecher ist jetzt von der Berliner Kriminalpolizei in Stralsund ermittelt und festgenommen worden. Bei seinem Verhör erbot er sich, eine Raution von 1 Billion Marf zu stellen. Der Schwindler und Dieb foll auch noch in Berlin eine hoch herr schaftliche Wohnung befizen, die jedoch noch nicht ausfindig gemacht werden konnte. Feuergefecht auf den Rieselfeldern. In der vergangenen Nacht gegen 1% Uhr bemerkten zwei Beamte und ein Wächter auf den Rieselfeldern an der Wartenberg straße etwa zehn Personen. Auf die Anrufe stehen zu bleiben achteten sie nicht, sondern flüchteten und gaben auf Die Berfolger mehrere Schüsse ab. Diese schossen nun auch und so fielen auf beiden Seiten etwa 30 Schüsse Bon den Felddieben, die Kartoffeln ausgemacht hatten, muß einer getroffen worden sein, da man einen Auffrei hörte. Die Felder muzden, nachdem die Diebe in der Dunkelheit entkommen waren, abgesucht, jedoch niemand gefunden. Der Verletzte scheint also von den anderen Dieben mit fortgeschleppt worden sein. worben. Der Hochbahnverkehr ist in den gestrigen Nachmittagstunden gegen 5%, Uhr auf allen Streden wieder aufgenommen Der ärztliche Indeg für die Privatpragis ist von der HonorarTommission der Aerztekammer und des Groß- Berliner Aerztebundes mit Wirkung vom 7. Oftober ab auf 80 millionen festgesezt worden. Die Einäscherungsgebühr ist mit Birkung vom 8. Ottober auf eine Milliarde zweihundert Millionen und mit irfung vom 9. Ditober 1928 auf eine Milliarde acht hundert Millionen Marf erhöht worden. Bezirksbildungsausschus Groß- Berlin. Scute nachmittag 3 Uhr im Neuen Theater am 300 Baumeister Solnes", Schauspiel in brei Auszügen von Henrik Ibsen, in hervorragender Beseßung. Der 3uschlag beträgt pro Karte 12 Millionen. Einige Starten sind noch an der Kasse zu haben. Ausstellung von Büchern, Seramifen und Originalrabierungen erfter Stünfiler im Bezirksbildungsaus ious, Sindenstr. 3, 2. Sof II, Zimmer 8. Besichtigung während der Bureauzeit von 9 bis 5 Uhr. Am Donnerstag, den 11. Oftober, nach mittags 5 Uhr, Sigung des fleinen Bildungsausschusses. Genoffe Pfarrer Bleier hält Sonntag, ben 7. Otober, abends 6 Uhr, in der Trinitatisfirche Charlottenburg( Untergrundbahn: Bismardstraße) eine Feierfiunde ab. ,, Mit Auto und Kamera zwischen afritanischem Großwild." Diese afritanischen Jagdbilder, deren Uraufführung sich die Alhambra am Kurfürstendamm sicherte, find eine filmische Großtat, und ihre Entstehungsgeschichte ist sehr interessant. Im Jahre 1919 ist in der Stadt Daffand im Staate Kalifornien der Vereinigten Staaten ein neues Museum gegründet worden. wurde dent noch nie in Afrika gewesenen 58 Jahre alten H. A. Snow, Auf Beschluß der Museumsverivaltung dem Befißer eines Tattersalls, anvertraut, der als Jäger berühmt war und der sich in der wissenschaftlichen Welt einen Namen gemacht hatte, weil seine Eiersammlung ein Ei von jeder Vogelart Ameritas enthielt. Snow wurde von seinem 19jährigen Sohn Sidney begleitet, der, um eine bleibende Erinnerung an die Reise zu haben, eine Filmausrüstung mitnahm. Dieser junge Mann aber schuf ein Filmwerk von internationaler Bedeutung und vollbrachte Taten an Mut und Ausbauer, die Anerfennung und vielleicht auch Neid herausfordern." Dieser Film ist das Beste, was aus Ajrita zu uns tam, bas find die Worte des Afrikaforschers Sans Schomburgt, der ihn für Deutschland bearbeitete. Die Zuschauer begleiten die Expedition auf ihrem Unternehmen, das von 1919 bis 1922 währte. Wir sehen sie als Walfischfänger vor kap ftadt, werden Zeugen, wie 1500 Meter unter der Erbe in ben Diamantminen die Schwarzen die blaue Erde gewinnen, in der man, nachdem sie Jahre hindurch lagerie und später soundso oit gewaschen wurde, Diamanten findet. Wir beobachten die langsam aber sichere Gangart des Eselwagens, der später vom Ochsenwagen und schließlich von Automobilen abgelöst wird. Durch fie wird der Erfolg der Expedition ein fabelhafter. Das nie ermüdende Automobil jagt die Tiere in ganzen Herben vor bie Kamera. So sehen wir nicht nur. das vom Sturbelmann an der Tränte belauschte Zier, sondern das einzelne Tier, ja, ganze Herden in voller Bewegung. Eigentümlich wirken auf uns die Giraffen. Ramele und im Bettlauf mit dem Automobil, ein überholtes Barzenschwein beißt Elefanten infolge ihres Baßganges, die schnellen Antilopen unterliegen in die Pneumatit usw. in bunter Folge. Oft gehört eine monatelange Arbeit dazu, um ein solches Bild zu drehen. Das Automobil muß durch Wafferläufe gebracht werden, man muß ihm auf einer Ari Brüde einen Weg durch den Flugfand bahnen. Dann die Jagd selbst. Der Jäger muß sich decken gegen Sicht und Bind. Und vor den Augen der 3 schauer wird erlegt ein sich auf den Baum flüchtender Leopard, ein Bowenpaar, ein Elefant usw. Zugleich werden Sitten und Gebräuche der Eingeborenen durch den Film übermittelt. Manche Ansicht wird revidiert, z. B. sieht das Kamel nur gutartig aus, es ist aber bösartig und dumni. Und durch unser so schnell den Eindrud aufnehmendes Auge wird uns durch diesen Film manche wertvolle Lehre erteilt. faßte man die Reisewunder auf der Feuerlandfahrt zu einem sehr guten Film zusammen. e. b. Ebenso Fix und Fax." Wenn man ein Boff nach feinen Filmen beurteilt, und das sollte man fönnen und dürfen, so fommt man zu der Ansicht, daß die Amerikaner sehr oberflächlich sind und eigentlich nur Sinn für Humbug haben. Der Humor ist recht derb, augenfällig, er verführt nicht zu einem stillvergnügten Lächeln, sondern nur zu einent breiten Lachen. Das sieht man deutlich im Tauenpien Balast, wo jest den ganzen Abend„ Fir und For" gespielt wird. Und bas deutsche Bublifum ist genau so anspruchsvoll wie das amerikanische, bestaunt manches Fabritationsgeheimnis und jubelt Beifall, wenn in Wollenfragerhöhe Afrobatenfunststücke ausgeführt werden. Menschenleben in Gefahr"! ift mithin das größte Amusement, das man sich vorstellen kann. e. b. Die Kunstgemeinde Neukölln eröffnet ihr zweites Spieljahr am 12. Oftobct, abends 7 1hr, mit einer Aufführung von Haydns Oratorium Dic Jabreszeiten" in der Neuen Welt, Hasenheide. Mit wirkende Lotte 2eonard( Sopran), Robert Huttmann( Tenor), Prof. Fischer( Bak), Johannes Stehmann( Dirigent), ber Fräulein Raffte", bie sich erstmalig im Marmorhaus vor. Oratorienverein Neukölln, das Berliner Symphonie-( Blüthner-) Orchester. ftellte, ist als Film das, was der Name verspricht. Fräulein Raffle hat Die Mitgliedstarten müffen umgehend von den Zahlstellen abgeholt ein gutes Herz, heiratet den Mann, den sie liebt und nach aftelangen werden. Neue Mitglieber fönnen nur noch in beschränkter Zahl für einige Familienzwiftigteiten flingt alles in eitel Berföhnung aus. Drei Autoren Abteilungen aufgenommen werden. steuerten ihr Scherflein zum Manuskript bei. Sie machten ihre Sache gans nett, nur wurde sie mit einem überflüssigen Mord belastet. Der Negiffeur Richard Eichberg versäumte nichts, um ein gutes Zeitbild zit schaffen. Es ist nicht frab, es wilt leine Schäben aufbeden und fich auch nicht auflehnen gegen Rafffe. Bequemlichkeitshalber nimmt man ihn eben wie er ist. Und als er nach der Bersöhnung mit den Schwiegerjohn sein Automobil nach Hause saidt, seine Frau einhaft, durch die graue Borstadt stolziert und sagt: Mutter, hier haben wir auch einmal fiein angefangen", ist ein verstehendes Lächeln beabsichtigt. Werner Strauß ist hervorragend in ber Characterisierung des Raffle Tops. Ades ist wohlgelungen, die Frijur, die Bewegungen, die Kleidung. Das ganze Benehmen ist luftigste Bersbottung ber Reureichen, ganz gleich, mag Raffle in Hembsärmein am Schreibtisch sizen und telephonieren ober als neugebadener Schloßherr sich selbst ein Fest geben und eine Dreborgel drehen. Seine Frau Lydia Potechina unterstüßt ihn tapfer. Lee Varry ist als Fräulcin Raffle so sympathisch wie ihre Rolle. Heinrich Gärtner und Erich Grimmler leisteten als Photographen vorzügliche Arbeit. Namentlich sind die Aufnahmen, durch welche die Zuschauer mit den seftfeligen Augen des Herrn Raffte die schlanken, beweglichen Beine der Tänzerinnen noch mehr als vierfach sehen, wirklich uffig. Alles in allem.. Fräulein Raffe ist ein sehr guter Spielfilm für ein bürgerliches e. b. Bublifum. Die Erde bebt auch in Kanada. Nach einer Meldung aus Dt tama ereignete sich eine Anzahl neuer Erdstöße, die beträchtlichen Schaden anrichieten. Man befürchtet, daß Menschenleben zu beflagen find. Die Stadt Iaito an der Ostküste von Form of a wurde am Montag von einem Erdbeben heimgesucht, das etwa eine Stunde dauerte. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt, auch Menschenleben sind zu beklagen. Filmschau. Die Rönigin von Saba", Monumentalfilm ber amerikanischen Forgesellschaft, läuft im Mozartsaal. In der Art, wie die Regie ihre Aufgabe angepackt hat, vermag uns die Handlung, der alttestamentarischen Geschichte entnommen, nur wenig Interesse abzugewinnen. Ter friniihre Freistatt wußten. Biele tannten Annte Harding von den Schiffen her. Das Mädchen wußte wohl mit ihnen umzugehen, warf ein paar Goldstücke auf den Schanttisch und bestellte. Gierig tranten die Leute, drängten sich um sie und wußten nicht, was Annke Harding in die Schenke führte, hatten sie doch von Godete Michels Ende gehört. Da sah das Mädchen Bieben Brüning. Der war früher Steuermann bei Störtebeter gewesen, aber er hatte sich nicht vertragen mit den andern und hatte im Streit das Messer gebraucht. He, Bieben, möcht's Rapitän werden?" Der starrte sie unficher an und wunderte sich über ihre Sprache. Ein paar Bläser begannen ein Lied, Betrunkene gröhlten dazu und umdrängten sie, aber Annte Harding tannte das Schiffsoolt, stieß einige hart beiseite und trat noch einmal auf Bieben Brüning zu, mit verstörten Augen, aber flaren harten Worten: je, möcht's du Und du, Jan Snieder, du sollst Steuermann Rapitän werden? werden bei Godefe Michels!" Ein wütendes erstauntes Schreien erfüllte einen Augenblid den Raum. Die Leute hatten alle heimlich und offen zu Michels ge halten. Am Nachmittag hatte ein fleines Hamburger Schiff fommen müssen, um den räuberischen Helgoländern zu zeigen, daß die Stadt ,, Dein Handgeld, Jan Snieder!" Bieben Brüning wandte sich ab. Jan Snieder schwankte noch, dann, als er Godele Michels Gold blinken sah, trat er auf Handschlag hinzu. Die andern drängten näher, fahen das Gold und hörten den Namen, der wie ein Schred und Zauber alles beherrschte. Die Hamburger hatten den falschen, wir wollen zu Godete Michels." Taumeind und wiehernd nahmen sie das Gold, tranten und standen fich unsicher gegenüber. Groß- Berliner Parteinachrichten. 1. Areis Brenzlauer Berg. Achtung, Abteilungstaffierer! Montag, bex 8. D. M., abends 5% bis 61 Uhr, find die Karten zur Revolutionsfeier vom Genossen Seelbinder. Mhinower Str. 4, 3 Tr., abzuholen. 12. Kreis Steglih, Lichterfelde, ganfmis. Montag, den 8. b. M., 8 Uhr, 8ufammenkunft aller Helfer und Helferinnen bei Stomaffer, Stephanstr. 1. 14. Kreis Rentöflu. Montag den 8. d. M., 7½ Uhr, Kreisfunktionärver. fammlung in der Aula der Anabenmittelschule, Donaustr. 119. 17. Kreis Lichtenberg. Montag, den 8. d. M., 7 Uhr, Konferenz der Kreisfunktionäre, Frattion, Bezirksamtsmitglieder und Abteilungsobleute im Arbeitsont, Edrefbechauer Straße. 19. Kreis. Montag, den 8. d. M., 7½ Uhr, bei Meier, Türkisches Zelt, Brette Straße 14, Kreisdelegiertenversammlung. Der Kreisvorstand erscheint 1 Stunde früher. Bezirtsmieterausiduß. Dienstag, den 9. Oftober, 7 Uhr, gemeinsame Gigung mit den Mietertrcisobleuten in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. 3. Kreis Wedding. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Dienstag, den 9. d. 7 Uhr, Selferfizung im Klassenzimmer, Butbufer Str. 3. 5. Kreis Friedrichshain. Ausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschuhe tommiffion. Sigung aller in der Wohlfahrtspflege fätigen Genossen und Genoffinnen am Dienstag, den 9. d. M., 7 Uhr, in Schmidts Festsälen, Fruchtstraße. Referent Genosse Brückner. Thema: Erwerbslosenfürsorge". 7. Streis Charlottenburg. Dienstag, den 9. d.., 7½ Uhr, bei Liersch, Rantstr. 62, Sufammenkunft aller Abteilungsobleute und Funktionäre der Beamtermerbeausschüsse. Sandzettel und Platate für die Freitagnerfamm Tung in Empfang nehmen. Aue Abteilungen müssen vollzählig vertreten fein. 11. Areis. Dienstag, den 9. b. M., 7% Uhr, Sigung der Seitungstommiffion in der Spedition, Belziger Str. 27. 14. Kreis Neuföllu. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Dienstag, der 9. d. M., 7 Uht, in der Schule, Seffingstraße, Ausbildungsabend für Selfer und Selferinnen. Thema: Simmerspiele". Heute, Sonntag, den 7. Oktober: 19. Abt. Der Abteilungsleiter Genoffe Riefer wohnt jett Badftr. 53, v. 1 Tr. 83. Abt. Lichterfelde. Die Bezirksführer des 2., 5., 6. und 12. Bezirfs, werden wiederbolt dringend aufgefordert, vormittags beim Raffierer, Genoffen Zander, Lange Str. 2, abzurechnen. Morgen, Montag, den 8. Oktober: 1. bt. 7½ Uhr bei Dietrich, Linienftr. 122, Funktionärsizung mit den Stadte und Bezirksverordneten. 4. Abt. 7 Uhr erweiterte Borftandsstzung bei Schwarz, Blankenfeldestr. 10. 7. Nat. 7 Uhr Funktionärsigung bei Dahms, Schlegelftr. 9. 9. Abt. 7 2hr Funktionärtonferenz bei Hübner, Wilsnader Str. 34. Die Bezirksführer laden für Donnerstag, den 11. b. M., zur Mitgliederver fammlung im Artushof ein. 12. bt. 7 Uhr bei Schmidt, Wiclefitr. 17, Funktionärversammlung. 14. Abt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Dietrich, Swinemünder Str. 36. Die Mitglieder der Kommunalen Kommission erscheinen ebenfalls. 15. bt. 7 Uhr Sigung der Parteifunktionäre und Betriebsvertrauensleute bei Obiglo, Stralsunder Str. 11. 17. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferenz im Klassenzimmer der Schule Tegeler Straße 18. 18. bt. 7 1hr Konferens sämtlicher Funktionäre bei Müller, Uferstr. 12. 20. bt. 7% Uhr Eigung der Funktionäre bei 8iegler, Roloniestr. 113. 23. bt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Grunwald, Kameruner Str. 19. Die Funktionärtarten find ameds Abstempelung mitzubringen. Droner find eingeladen. 24. Abt. 7½ Uhr Funktionäriigung bei Rösner, Immanuelkirchstr. 23. Die 25. Abt. 7 Uhr in der Oberrealschule, Basteurstr. 44. Funktionärsizung. 27. Abt. Pünktlich 6 Uhr im Rinderhort, Schule Sonnenburger Straße, Sigung der Barteifunktionäre, Betriebsvertrauensleute fomie Stadt- und Bezirksverordnete. 3weds Kontrolle find. Partei, Gewerkschafts- und Sonsummitgliedsbücher und die legte Borwärts"-Quittung mitzubringen. 33. 6t. 7 2hr Funktionärionferenz bei Lojad, Bermestr. 8. Bestimmtes Erscheinen Pflicht. Kein Trinfamang. 34. bt. 7 1hr Funktionärtonferens hei Rojin, Gubener Gtr. 19. 35. Abt. 7 Uhr Funktionärfonferenz bei Drelse, Schreinerstr. 18. 36. Abt. 7 Uhr Funktionärkonferenz bei Biebermann, Zorndorfer Str. 8. 38. t. 7% Uhr Funktionärkonferenz hei Balschmidt, Friedenstr. 96. Die Mitglieder der Bildungskommiffion find eingeladen. 42. Abt. 7% Uhr Funktionärsigung bei Hölfe, Beramanuftr. 69. 43. Abt. 7 Uhr Funktionärsikung in der Mädchenschule, Dieffenbachstr. 60, Rimmer 16. Es wird. pünktlich begonnen. 46. Abt. 7 1hr Sigung der Abteilungsleitung und sämtlicher Funktionäre im Simmer 15 her Schule Wrangelstr. 85. 47. Abt. 7 Uhr Konferens after Funktionäre. Betriebsvertrauensleute, Ahteilunnsordner und Elternbeiräte beim Genossen Krause, Mariannen. plak 22. 48. bt. 7 21hr bei Steller. Fürstenstr. 1, Funktionärfonferenz. 30. und 81. bt. Friedenau. 8 Uhr bei Alabe, Sandjernstr. 60-61. Cozialisti. sches Geminar. Braf. Baentig- Salle: Kulturaufgaben der Sozialdems. fratic". 82. Abt. Steglik. 8 Uhr bei Hamburg außerordentliche Funktionörfigung. Friedrich Kari- Straße. 85. Abt. Sempelhof Uhr Vorstandssigung in der Linde, Border, Ecke 101. Art. Treptow. 6% Uhr in der Schule Bilderbruchstraße Gitung des Ab. teilungsvorstandes. Anschließend, um 8 Uhr, gemeinsame Sigung mit dem Budungsausschuß. 108. st. Röpenid. 7 Uhr wichtige Funktionärkonferenz an bekanntem Segungsort. Uebermorgen, Dienstag, den 9. Oftober: 8. Abt. 7 Uhr Sahlabend in der Baugewerkschule, Kurfürftenstr. 141. Neferent Genoise Bäger: Die Aufgaben der Partei". Montag Bezirks. führerfarng bei Ridert, Steinmehstr. 36a. 136. bt. Reinidendorf- Dit. 7 Uhr im Jugendheim Gerbad, Ricfidensstr. 49, 21. Abt. 7 Uhr Funktionärversammlung bei Hönisch, Utrechter Straße. Funktionärigung. Mittwoch, den 10. Oktober, 7% 1ht, im Jugendheim Seebab, gemeinsamer Bezirksabend aller Bezirfe. Die Bezirisführer merden gebeten, die Mitglieder durch Handzettel hierzu einzuladen. 106. Abt. Jehannisthal. Mittwoch, den 10. d. M., 7½ Uhr. Mitgliederver. sammlung im Lokal Schreiner, Friedrichstr. 6. Bortrag über Finanznot und Währungspolitik". Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation. Die Einäscherung der am 4.. m. verstorbenen Genoffin Frieda Rudbeck Wilmersdorf flatt.( Eiche Anzeige.) findet am Dienstag, hen 3. Oftober, nachmittags 12 Uhr, int Arematorium ,, Das ist er auch!" sagte der. Ich bin von Godefe geflüchtet, ehe die Hamburger tamen," Das Mädchen fah ihn erstaunt an, begriff seine Worte nicht und zögerte mit der Antwort. Aus der Menge, die langsam nüchtern wurde, lachten ein paar faut auf, fchrien, sie hätten nie daran geglaubt und hatten ein paar derbe Worte für Wieben Brüning. Andere fuchten sich im Dunkeln Wir wollen die Kraffel holen!" Jan Snieder zog das Meffer zu entfernen, der Haufe schmolz zusammen. heraus, schrie und riß einen aften Enterhafen von der Wand. Andere ,, Hörst du, was Henn Peters jagt?" griffen nad) Beilen und Aegten, brängten hinaus, zogen Zweifelnde Annke Harding fah beide noch einmal sinnlos an, dann war es, mit und in wildem, freischendem Zug brach ein Haufe zum Strand, als löften sich ihre Gedanken aus einem Garrt, der sie fesselte. Gie unsinnig von den Getränken, vom Schreien der andern und von dem schaute unsäglich erschreckt um sich und schien nicht zu verstehen, wie wunderlichen Taumel, der sie wie eine Macht dem Mädchen folgen die Männer ringsum zu ihr famen. ließen. ,, Was ist mit Godefe Michels?" stöhnte sie leise auf, schlug die Hände vor's Antlig und stützte sich gegen die Mauer. Henn Peters stand am Weg, fragte und lief mit. Draußen begriffen wohl manche, daß sie ein gefährliches Wert vor sich hatten, Die Schiffer fluchten, ärgerten sich über den Narrenzug und wurden stiller, je näher fie dem Hafen kamen. Einige blieben zurüd, tehrten langsam in ihre Straße zurüd. Aber sie lachten nicht recht, aber andere dachten nur dumpf an den ungeheuren Reichtum, den sie es lag wie eine Scheu auf ihnen vor dem Wahnsinn um Annte gewinnen mußten, wenn sie wieder zu Godeke Michels fließen. An Harbing. Nur Wieben Brüning fragte Henn Peters noch einmal feinen Tod glaubte niemand mehr, hatte eigentlich feiner geglaubt, erstaunt und enttäuscht:„ Sie sagten, du seist beim Kampf gewesen?" dazu war er zu lange Herr der Nordsee gewesen, schien er zu groß Der schüttelte den Kopf und jah mitleidig auf das Mädchen, das Godele Michels, Godefe Michels- Einige begannen zu und unbesiegbar. Woher fam auch das Mädchen und das Gold Spotten, die andern drängten sich um das Mädchen. das Gold! Baren sie nicht unüberwindlich, wenn sie zu Godefe wollten? Wie würde er lachen, Gold! ,, as ist mit Godete Michels?" unb ihnen Gold geben wieder die See beherrschte. ,, Der freuzt nor der Ems, sagte das Mädchen nochmal in unfinniger Freude an ihren Worten. Ein Johlen und Schreien erhob fich. Einige, die vom Kampf gehört hatten, sprachen dagegen, wur den niedergeschrien, aus andern Schenken fam Bolt herüber, tranf gierig mit und brülte dazwischen. www horchend aufschauerte. Da wandte sich auch Wieben Brüning ab, schritt mit dem Rest ,, Wann fomme ich zu Godete?" der Leute zurück und sagte Henn Peters, er solle Mutter Boos BeSeut nacht heut nacht!" Annie Harding hordyte und spätte. fcheid geben. Als Annie Harding allein mar, schien sie sich verstecken zu wollen, heut nacht!" Der Nord brauste und lachte. ,, Heut nacht, heut nacht!" Das Mädchen schauerte auf vor dem frierenden Wind und raffte jab wirr den abziehenden Männern nach, als fönnte sie nicht betie Tücher zusammen. Henn Peters lief plöglich neben ihr. Sie greifen, wie die zu ihr gefemmen waren. Dann seufzte sie tief. „ Godefe Michels liegt vor der Ems. Sein Schiff hat Havarie, sagen, ich fäme von Greete nach der Schlacht!" Sie nickte ihm zu, wer will ihm helfen?" Annie Harding warf noch einmal eine als müßte cr's doch wissen und strebte voran. Der Steuermann blieb Hondvoll Münzen auf den Tisch und überlaut begann fie:„ Die Hansen verwirrt zurüd, aber Jan Snieder hatte ihn erkannt, gröhlte ihm haben den Falschen erwischt! Henn Peters tam heute vom Godefe, zu und packte ihn unter dem Arm. cr will noch einmal gegen die Hamburger!" Ein heiferes Schreien Dann fam Wieben Brüning. Henn Peiers jagte, er wäre zuletzt famt aus breißig Rehlen. Sie wußten alle, wie Annte Harding nicht bei Godefe gewesen. Willst du uns narren, Annte?" neben Godet Michels gestanden, sahen das Gold und das Weib mit ,, Dod), er tam heute von Gobete Michels." Ihr Blick hatte undef unrasten Augen und begannen in ihrer Wut und Trunkenheit ruhig auf den andern geruht, fast erstaunt, daß man an ihrem Wort alles zu glauben. zu zweifeln wagte. " P Dann heuer ich dich, Wieben Brüning und dich, Jan Snieder," die andern drängten sich sinnlos dazu. Und jezt holen wir uns das Schiff!" Einen Augenblid gröhlten die Leute erschreckt auf, dachten an die Hamburger Kraffel, Inurrien und wurden unsicher. Annte Harding zog den Beutel Die Schar tam ans Ende der Gaffe, beriet unter einem Fenster. licht, bevor sie den freien Hafen gewann. Ein Reden und Zwisten hatte sich erhoben, helblaut, aber hartnädig und erregt. Wieben Brüning trat init Henn Peters an Annie Harding heran. Du hast uns gefagt, Beter wäre heute von Godele gekommen!" heut nacht, heut nacht!" heulte der Sturm. Sie horchte erschreckt auf und schritt langsam zwischen dem Geröll zum Strand hinab, legte beide Arme vor die Stirn, als wollte sie sich vor dem Unfoßbaren bergen. Draußen lag die Hamburger Kraffel mit ihren Lichtern, die Taue jankten und winselten. ,, Bodete," rief fie leise. ,, heut nacht," lachte der Sturm aufbrausend und riß und zerrte an ihren Armen. Annte Harding ging die Böschung entlang, den Blick fassungslos, hilfefuchend in die Weite gerichtet. Dann schritt sie langsam cin Felsstüd hinab, fühlte, wie eine Boge sie faßte. Godete!" Heut nache" heulte der Sturm und stick plößlich hoch aus den Wolfen wie ein stoßender Bogel ins Meer. Deutscher Metallarbeiter- Verband Die Beiträge betragen für die 41. Woche, fällig mit Gonntag. 7. Oftober: 40 000 000 m. 18 000 000 21. 35 000 000 5 30 000 000 22 000 000 7 000 000. 500 000 99 200 000 Rurzarbeiter haben ebenfalls ben vollen Beitrag zu entrichten. Rüdständige Beiträge von über 3 Wochen Schmücke dein Heim, Gib wenig aus, Dann bleibt Zufriedenheit im Haus. 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