Menöausgabe Nr. 47$ ♦ 40. Jahrgang Ausgabe k Nr. 240 vqagsb-dingungeu und Anzeigenpreil« sind m der MorgenavSAabe angegeben «edattlon: STB. SS. Llndensirahe 3 Z-rnsprecher: Vknhoff 282— 295 lel.-Adresse: Sozialdemotra» Berlin r#> Devlinev Volksblatt 6 Millionen M. ßreitag 12. Oktober 1923 «erlag und Anzeigenabteilung! Geschäftszeit S— S Uhr Verleger: Vorn>Lrts-V«rIog Gmby. v-rllu SV). 68, Linden flrah» 3 Zernspreeher: Dönhoff 2506-2502 Zentralorgan der Vereinigten Sozlaldemokratlfcben partel Deutfcblands Das /luslanö zur üeutsthen Krise. Paris, 12. Oktober.(WTB.) Der Exodus der Deutsch- nationalen, durch den die Abstimmung über das Ermächti- gungsgesetz verhindert wurde, wird von der französischen Presse be- sprachen.„Mntin" betrachtet die Lage als ä u ß e r st ernst. Sie erfordere von der Regierung ein Maximum an Autorität. Die Obstruktion beweist, daß der sogenannte Patriotismus der Nationalisten gesunken sei, denn sie trete in dem Augenblick in die Erscheinung, in dem die Markkatastrophe alle Grenzen übertreffe. Philippe Millet schreibt im„Petit Paristen", wenn die in Aussicht genommenen Maßnahmen mit der notwendigen Energie durchgeführt würden, könne Deutschland zweifelsohne noch aus dem augenblick- kichen Chaos herausgeführt werden. Wenn aber der alte Kom- promißgeist, der immer die deutschen Regierungen gelähmt habe, wieder Oberhand gewinne, dann werde der neue Kanzler sich verbrauchen wie die vorausgegangenen. Das weiteste Entgegenkom- wen Frankreichs würde ihn nicht vor dem Geschick retten können, das ihn erwarte.„Ere Rouvelle" erklärt, das, was sich gestern im Reichstag vollzogen Hab«, veranlasie sie, noch einmal zu sagen, daß es Pflicht der französischen Regierung sei, den Reichs- kanzler zu unter st ützen, der nach Ansicht der unparteiischen Beobachter die einzig« Persönlichkeit in Teutschland sei, mit der man noch verhandeln könne. Dcer französische Ministerpräsident scheine nunmehr für den Wahn des Separatismus gewonnen zu fein. Der eminent« Gesandte Dard, der In München nichts gesehen und nichts gewußt habe, habe ihm auch Wunder von dem Bruch« Bayerns mit dem Reiche versprochen. Dem Pariser Kabinett bleibe nur noch wenig Zeit übrig, um die Reparationen zu retten. Englischer Pessimismus. London, 12. Oktober.(WTB.)„Times" führt in einem„Das deutsche Chaos" üderschriebenen Leitartikel aus, der Reichstag habe belchloffsn, fein eigenes Begräbnis für den Augenblick zu verschieben. Wie lange er dazu in der Lage sein werde, sei jedoch fraglich. Di« Leiter Deutschlands ständen einer furchtbaren Aufgabe gegenüber. Zweifellos bestehe eine Park! in Frankreich ebenso wie in Belgien, die darauf erpicht sei, das Gefüge des Reiches durch die Entstehung autonomer Staaten in Bayern, im Rheinland und vielleicht auch anderswo gelockert zu sehen. „Westminster Gazette' schreibt, die politische Krise in Berlin wurde akuter. Inzwischen beobachte Poincare trotz der Beendigung des passiven Widerstandes im Ruhrgebiet da» Hintreiben zu dem Chaos und weigere sich sogar, mit Berlin Vereinbarungen für eine Wieder. aufnahm? der Arbeit zu treffen. Augenblicklich komme aus Paris kein Anzeichen jener konstruktiven Politik, die den Zusammenbruch Deutschlands abwenden könnte,-und von der man hoffte, daß sie auf die Einstellung des passiven Widerstand«« folgen würde. Die bri- tische Regierung warte darauf, daß Paris die Initiative ergreift, aber es fei schwer zu s«hen, wie Großbritannien mit Würde dies« Haltung passiver Erwartung aufrechterhalten könn«, während Ereignisie, die seine Interessen vital berührten, stattfänden. Westminster Gazette hofft, daß die setzt im Gang« befindlichen Erörterungen auf der Reichskonferenz der seltsam«« Periode der Unentschlossenheit, � die auf di« letzte britische Rote an Frankreich gefolgt sei, ein Ende bereiten und zu der Formulierung«iner endgültigen und aktiven Politik führen werden. Ein amerikanischer Zinanzplan. Parts, 12. Oktober.(EE.) Wie der„New Aork Herald" meldet, wurde ein n«u«r Plan, Deutschland finanzielle Hilf« zu leisten, von den amerikanischen Bankiers Jeff« und W i n b u r n und»er- schiedenen anderen amerikanischen Interessenten der deutschen Re- gierung vorgelegt. Wie Winburn dem Korrespondenten des ge- nannten Blatt«? erklärte, geht der Plan davon aus, daß in New Dort allein das deutsche Eigentum einen Wert von ölXZ Millionen Dollar darstellt. Dies« Summ« kann als Garantie für eine An» leihe von 100 Millionen Dollar verwendet werden, die nach Deutschland gesandt, dort in Umlauf gebracht und so dem deutschen Dolk das vertrauen in die Währung bringen würde. Die Neichsregierung hätte dem Plan großes Interesse entgegengebracht und ihren Vertreter m Washington beauftragt, die Verhandlungen hierüber fortzusetzen._ Jnflationspolitik in England? London, 12. Ottober.(EP.) Laut„Daily Expreß" hat sich das Schatzamt endgültig zur Inflation entschlossen. E» sei der An- ficht, daß die bishevig« Politik, di« Parität des Sterlingkurses mit dem Dollarkurs herbeizuführen, zum größten Teil an der eng» tischen Arbeitslosigkeit schuld sei. Die Finanzzeiwngen bekämpfen im allgemeinen die Ansicht der Regierung, zu einer Inflationspolitik Zuflucht zu nehmen, um letzten Endes die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Di«„Finanzial Times" schreiben, daß allerdings einig« englischen Industriellen An- Hänger des Inflationsproj«ktes seien. Die große Mehrheit der eng- tischen Industrie sei aber der Ansicht, daß dieses Projekt oben. teuer! ich sei und daß es lächerlich wäre zu glauben, daß der Sterlingkurs infolge dieser Inflationspolitik genügend fallen kann, um der englischen Industrie zu erlauben, di« verlorenen Weltmärkte wieder zurückzuerobern. Dieses Ergebnis könn« nicht in einer Rächt wie durch Zauberschlag erreicht werden. Dos Vernünftigste, was die englisch« Regierung tun könne, wäre die Unterstützung der Privatunternehmen, di« imstande wären, Arbeitslos« zu beschäftigen. Im übrigen ist der Eterlingkurs in Re» Jork durch die Meldung über di« Inflationspolitik der englischen Regierung keineswegs be- einflußt worden. Das Schatzamt hat seinerseits eine Umfrag« üb«r di« Inflation in den Finanz, und Industriekreis«« vorgenommen, insbesondere beim Bund der britischen Industriellen. Polnische Sorgen. Warschan, 12. Oktober.(WTB.) Wie die Blätter melden, er- statteten Ministerpräsident Witos, Minister des Innern Kicrnik und Finanzminister Kucharski in einer Sitzung d«s parlamentarischen Klubs der Volkspartei Piost Bericht über die innere und äußere politisch« Lage des Staates. Ministerpräsident Witos wies daraus hin, daß der gegenwärtig in Deutschland sich olspielnde Bürger- krieg(I) bald darüb«r entscheiden werde, ob in Deutschland die Monarch! st«n oder die K o m m u n i it c n Oberhand bekommen werden. Rußland verhalte sich dazu nicht gleichgültig und kon- zentriere an seiner Westgrenze Truppenabteilungen. Polen be- finde sich infolge seiner geographischen Lage in einer Situation, welche keine Schwächung der inneren Verhältnisie zulasie. Die Innere Lag« des Staates sei nicht erfreulich. Unter den nationalen Minderheiten, welche 80 Proz. der Bevölkerung ausmachen, feien antistaatliche Tendenzen bemerkbar und die Kommunisten ent- wickelten in der letzten Zeit«ine reg« Agitation, die sich besonders In der Streikagitation zeige. Diese innere und äußer« Wühlarbeit habe den katastrophalen Sturz der polnischen Mark ver- ursacht. Die Regierung s«i sich d«s Ernstes der Lage bewußt und gerade deshalb entschlosien, auf ihrem Posten zu verharren, um den Staat aus seiner kritischen Lage zu retten. Die Regierung werde nicht zurücktreten,«? sei denn, daß sie gestürzt werde. — Minister des Innern Kiernik erklärt«, daß das Zentrum der antistaatlichen Agitation die westlichen Gebiete Polens seien. Finanz- minister Kucharski versicherte, das Gleichgewicht des Staatshaus- Haltes werde in der allernächsten Zeit erreicht werden und künftige Fehlbeträge würden durch eine Ausländsanleihe gedeckt werden. In der Vollsitzung des Sejms hielt Kucharski eine Rad« über die Finanzlage Polens, in der er di« Maßnahmen der Re- gierung zur Stabilisierung der Valuta und zur Herbeiführung eine» intensweren Zuflusses der Steuern erörterte und die bevorstehende Gründung«iner Privatbank für Emission ankündigte. die britische Reichskonferenz. London, 12. Oktober.(Eca.) Inv Verlauf der beiden Sitzungen, die die britische Reichskonferenz gestern abhielt, gab Lord Curzon «ine Erklärung ab üb«r die durch das Verbrechen von Ianina g«> schaffen« politische Lage, und Lord Cecil berichtete über di« Arbeit des Völkerbundes. Di« Vertreter der Dominions legten darauf die Ansichten ihr«r jeweiligen Regierungen dar über die vom Völker- bund anzuwendend« Methode, um das Ziel der Bölkerorganisation zu verwirklichen. Don sämtlichen Dominions ist hierbei mit Energie der Wunsch zum Ausdruck gebracht worden, daß die englische Re- gierung den Völkerbund in jeder Weise unterstütze. Di« Reden Lord Cecils und der verschiedenen Premierminister werden heut« ver- öffentlicht werden. Unwahrscheinlich ist es vorläufig noch, ob auch die Ausführungen Lord Curzons der Press« übermittelt werden. Die allgemein« Aussprache über die Ausführungen Lord Curzons über die auswärtige Politik bleibt weiterhin auf M o n- tag festgesetzt. Man erwartet für diesen Tag interessante Aus- führungen des englischen Außenministers. Leichte Markbesserung. Dollar 4 Milliarden. Der heutig« Devisenverkehr stand zunächst noch unt«r der Nach- Wirkung der gestrigen sehr reichlichen Zuteilungen. Di« hiervon betroffenen Firmen nahmen noch weiter Abgaben vor. Regierung und Reichsbant smd anscheinend entschlossen, bis zur Beröffent- lichung der Berordnungen über die Währungsreform den Dollar unter Druck zu halten, um neu« katastrophale Steigerungen zu oerhindern. Damit hängt auch die ziemlich große Abgabe der Rrichsbank in Dollarschatzanweisungen und Goldanleihen zu- sammen. Im übrigen sind neue Momente, die für die Bewertung der Devisen maßgebend sein könnten, nicht hervorgetreten. Die politisch« Lag« gilt als unverändert ernst. Auch den mit großem Optimismus erfüllten amtlichen Aeußerungen über di« Aussichten amerikanischer Kredithilfe steht die Börse auf Grund privater In- formationen sehr skeptisch gegenüber..Amtlich notierte der Kabel New Pork mit 4 Milliarden bei voller Zuteilung und London mit 18 Milliarden bei ebenfalls voller Zuteilung. Alle Devisen mit Ausnahme Frankreich sind voll zugeteilt. Für den Effekt«»verkehr waren in erster Linie die immer schwieriger werdenden Geldmarktverhältniss«, di« Ankündigung der Aufwertung der Steuern und die noch ungeklärten politischen Verhältnisse maßgebend. Durch den bereits gemeld«ten Zusammenbruch einer hiesigen B a n k f i r m a ist ebenfalls eine gewisse Unsicherheit in den Effektenverkehr gekommen. Außerdem beobachtete man erhebliche Verkäufe aus Industrie- und Handelskreisen, di« offenbar den Zweck haben, flüssige Mittel für Lohnzahlungen und dergleichen zu be- schaffen. Di« Tendenz der Effektenkurs« war anfangs w« s« n t- lich abgeschwächt, im uxitern Verlaufe trat jedoch ein be- merkenswerter Stimmungsumschwung ein. Die Tendenz wurde fest und die anfänglichen Kurss«nkungen wurden größten- teils tmtdff aufgeholt. Die beiöen Fronten. Zur morgige« Entscheidung im Reichstag. Deutschnationale, Völkische und Kommunisten haben gestern im Reichstag eine widerwärtige Komödie aufgeführt, indem sie sich als die S chü tz e r des Parlamentarismus aufspielten, dessen Feinde sie sind. Was diese Parteien miteinander vereint, ist, bei aller Gegensätzlichkeit der Klassen- ziele, die Verachtung der Demokratie und des Parlaments, das Streben nach einer Diktatur. Sie geraten in Widerspruch mit sich selbst, wenn sie ein Ermächtigungsgesetz, das ge- wisse Rechte des Parlaments an eine parlamentarische Regierung delegiert, mit der Miene sittlich entrüsteter Helden- väter bekämpfen. Wer dem Parlament gewalsam jedes Recht nehmen will, ist der letzte, der das Recht hätte, Klage darüber zu führen, daß sich das Parlament zugunsten seiner Ver- trauensmänner eines Teils seiner Rechte freiwillig begeben will. Das Ermächtigungsgesetz bedeutet keine Absage an De- mokratie und Parlamentarismus. In jeder demokratischen Organisation gibt es engere Körperschaften, denen die Ausführung des Gesamtwillens übertragen wird. Ob ein- zelne Fragen im engeren oder im weiteren Kreis entschieden wertien, ist lediglich eine Frage der technischen Zweckmäßigkeit, wobei der Grundsatz aufzustellen ist, daß der Kreis desto enger gezogen werden muß, je stärker der Zwang zu raschen Ent- fchlüssen wird. In normaken Zeiten, w denen sich die Verhältnisse nur langsam verändern, ist es möglich, die Entscheidung einem weiteren Kreise anzuvertrauen, weil es dabei auf Tage oder Wochen nicht ankommt. Heute sind die Dinge in eine sich überstürzende Entwicklung gekommen, die Rot der Massen ist aufs höchste gestiegen. Rasche Entschlüsse sind notwendig. Da entspricht es nur dem Wesen des demokratischen Parla- inentarismus, daß die Fassung dieser Entschlüsse denen über- tragen wird, die sich auf das Vertrauen einer Mehrheit der Volksvcrtrelung stützen. Treten dann wieder ruhigere Ver- hältnifse ein, so kann die frei gewählte Volksvertretung wieder ihre vollen Rechte zurücknehmen, und es gibt, so lange die Ver- tretung gilt, keine Macht, die sie daran hindern könnte. Das Ziel der Opposition von rechts und links ist die Auf- rlchtung einer Diktatur, die sich ohne Rücksicht auf Wahlcrgeb- nisse und Veschlüsse der Volksvertretung lediglich auf die Ge- walt stützt. Die einen holen aus Rußland, die anderen aus Italien und Spanien ihre Vorbilder. Auf der anderen Seite stehen die Beispiele Englands, Ameri- k a s und Frankreichs. Vergleich und geschichtliche Er- fahrung lassen keinen Zweifel daran, daß sich die demokra- tischen Systeme dieser Länder besser bewährt haben, als die autokratischen Experimente, die in den letzten Iahren in Ruß- land, Italien und Spanien gemacht worden sind. Die Arbeiterklasse hat noch nirgends ihre eigenen Klaffen- ziele erreicht. Sie ist von ihnen in Rußland mit seiner zurück- gebliebenen kapitalistischen Entwicklung, mit seiner geringen Industriebevölkerung und ihrer politischen Ohnmacht vielleicht noch am allerweitesten entfernt. Die Frage ist, ob sie bessere Aufstiegsmöglichkeiten hat, wo jeder ihrer Ange- hörigen mit seiner Stimme an der Bildung des Staatswillcns frei und gleichberechtigt mitwirken kann oder dort, wo ihr die Aufstiegsmöglichkeiten gewaltsam versperrt sind. Die äußerste Rechte kämpft gegen den Parlamentarismus, weil sie in der Demokratie und im Parlamentarismus ein Mittel erblickt, durch dessen Anwendung die Arbeiterklasse ihren Willen zur Geltung bringen kann. Sie findet in diesem Kampf Bundesgenossen bei den Kommunisten. Diese wollen zwar nicht gerade absichtlich die Arbeiter der Entwick- lungsmöglichkeiten berauben, die ihnen die Demokratie bietet — wären sie ober nicht vollkommen blind und verrannt, so müßten auch sie sehen, wer auf den Kutschbock des Wagens sitzt, dem sie als Pferde vorgespannt sind. In Sachsen und Thüringen haben sie sich entschlossen, mit den Sozialdemokraten Regierungen zu bilden. Es handelt sich dort um die Bildung verfassungsmäßiger Re- gierungen, die sich auf Parlamentsmehrheiten stützen. Dies« Mehrheiten sind zwar knapp, so knapp, daß nur der unbedingte Fraktionszwang die neuen Rcgierun- gen vor dem Sturz retten kann, aber sie sind da. Sie wären nicht so knapp und nicht so gefährdet, wenn nicht die kommu- nistische Spaltungsarbeit die Macht der Arbeiterklasse unter- Sraben hätte. Dann hätte die Sozialdemokratie in diesen Industrieländern eine sichere Mehrheit. Es geht aber nicht an, daß man ein politisches Prinzip bejaht, wo man mit seiner Hilfe einen Anteil an der Macht gewinnen kann, und daß man es verneint, wenn dieser Er- folg ausbleibt. Die Sozialdemokratie hat nicht nur in Sachsen und Thüringen, sondern allgemein das Prinzip der parla- mentarischen Demokratie, das ihrem Programm entspricht, anerkannt. Wo ihr die Anwendung dieses Prinzips noch nicht die alleinig« Macht sichert, ist es sür sie eine Frage t a k- t i s ch e r Zweckmäßigkeit, ob sie den anderen die Macht überlassen oder sich mit anderen Parteien zu einer Mehrheit vereinigen und damit«in Stück der Macht er- greifen soll. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ist zu der Ueberzeugung gelangt, daß sie unter den gegenwärtigen Um- ständen den bürgerlichen Parteien die Macht nicht allein über- lassen kann, ohne die Arbeiterinteressen aufs schwerste zu schädigen. Sie ist in die Regierungs- koalition im Reiche einbetteten, um in ihr die Interessen der arbeitenden Bevölkerung wahrzunehmen. Aus diesem Gesichtspunkt heraus hat fie sich auch zur Annahme des Cr- mächtigüvgsgeseZes entschlösse, weil nur durch rasche Entschlüsse ein völliges Zusammenbrechen der Republik verhütet und wirtschaftlichen Notständen begegnet werden kann. Ein Blick in die Presse der Rechten genügt, um zu zei- gen, was gespielt wird. Die rücksichtslosen Klassenfeinde des Proletariats sind es, die im Kampf gegen das Ermächtigung«- gesetz, gegen den Parlameickarismus und die Koalition die Führung haben. 5)och voran wallt allen die schwarzweitzrote Hakcnkrerizfahne. Und die roten Fähnchen mit den Sowjetsternen kommen ganz bescheideir hinterher. Morgen wird es sich entscheiden, ob. der Ansturm dieser seltsam zusammengewürselten Armee Erfolg hat oder nicht. Sein Erfolg würde die letzte Entscheidung an dos Bolk zurückgeben, und alle unsere Gedanken müssen darauf gerichtet sein, daß für diesen Fall die Sozialdemokratie einig und geschlossen in den Kampf gehen kann. Bor- erst ober muß alles getan werden, um den Uebermut derer, die sich schon Sieger wähnen, zu dämpfen: denn darüber be- steht keine Meinungsverschiedenheit, daß es die Arbeiter nären, die die Kosten ihres Sieges zu bezahlen hätten. Die„Kreuzzeitmtg� jubelt. Die Rechtspresse verbirgt weder ihre Freude darüber, daß ihre Freunde im Reichstag gestern dem Sieg so nahe gekommen sind, noch ihren Aerger über die Vertagung, durch die ihnen der Sieg zunächst entrissen wurde. Die„Kreuzzeitung" schreibt: Es ist wahrscheinlich, daß die 20 ehemaligen Unabhängigen, die der Abstimiming über den ersten Paragraphen fernblieben, auch an der Echlußabstimmung nicht teilnehmen werden. Es gibt gar keinen Zweifel: Nicht«in« der drei großen Koa- litionsporteien steht geschlossen hinier dem Kanzler, nicht eine einzige Fraktionspartei tritt freudig für ihn ein, nicht eine hat volles Der- trauen zu ihin. D i e Koalition i st brüchig, ist für den Konz- lcr noch unzuverlässiger, als man im gegnerischen Lager annahm. Dr. Strescmaiw aber wußi« es. Er weiß ferner, daß er keine Mehrheitzum Negieren hat und sein Kabinett Nr. 2 ebenso schnell erledigt ist wie Nr. t, wenn er nicht diesen Reichstag vom Halse bekommt. Die Schlußsolgerungen der„Kreuzzeitung" sind ebenso falsch wie ihre Hoffnung auf ein Auseinanderfallon der sozial- demokratischen Rsichstagsfroktion bei der Schlußabstimmung unbegründet ist. Dem Reichstag bleibt das Recht, jederzeit zu- sammenzutreten und die Regierung zu stürzen, wenn er mit ihr nicht zusammenarbeiten will. Durch das Ermächtigungs- gesetz wird daran nichts geändert. Ebenso ist unbestreitbar, daß zurzeit eine sehr große Mehrheit hinter der Regierung steht, und der morgige Tag wird aller Voraussicht nach den Beweis dafür erbringen, daß die verfassungsmäßige Zwei- drittelmehrheit für die Verabschiedung des Ermächtigungs- gesetze» vorhanden ist. Sozialöemokratifche Reicbstagsfraktion. Die Sitzung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion beginnt morgen, Sonnabend, um M2 Uhr. Es ist jedoch un- bedingt erforderlich, daß die Fraktionsmitgliedsr schon ab 10 Uhr vollzählig im Hause sind. Der Fraktionsvorstand. Ruf zur Einigkeit! Merseburg, 12. Oktober.(Eigene Drahtmelbung.) In einer gestern stottgefundenen Mitgliederversammlung, in der Genosse Ludwig referierte, wnrde ein Beschluß gefaßt, in dem die Genossen der Fraktionsminderheit ersucht werden, trotz aller Bedenken, welche sie gegen die Politik der Fraktionsmehrheit haben, im Interesse der Partei und der Arbeiterklasse ihre Bedenken zurückzustellen und sich der Mehrheit zu fügen oder wesigstens die Politik der Fraktion-- Mehrheit zu ermöglichen. Französische Senatewahlen. Am S. Januar 1024 soll ein Drille! dcS Senat; neu gewählt werden. Die Wahlen für die Deputiertenkammer sind iür April oder Mai>024 vorge- sehen, doch steht der endgültige Zeitpunkt noch nicht fest. Konzert im Wittersheim. Bon Karl Suckert. Konzert ist heute angesagt. Im Alteroheim ist alles in höchster Aufregung. Ein- halbe Stund- vor dem Anfang ist der Saal schon fast gefüllt. Alte gebrechliche Männlein und Weiblein in großer Zahl kam- men noch immerzu die langen Flure entlang. Bei vielen kann von einem„Gehen" nicht mehr gesprochen werden, sie kommen nur ge- schlichen. Keiner will fehlen; jeder nimmt feine letzte Kraft zusam- men, um ein wenig vn, dem Licht zu erhaschen, das«in Neiner Kreis von MusiNiebhabern in das Eineilci des Anstaltslcbens bringen will. Viele dieser alten Leutchen kennen den Gebrauch ihrer Beine überhaupt nicht mehr; sie müssen aber auch dabei sein. Liebevoll sind sie vom Pflegepersonal in ihren Fahrstühlen in den Saal ge- fahren: ander« sind mit ihrem Bett, an das si« bis an ihr jedenfalls nicht mehr' zu jernes Ende gekettet sind, hineingetragen worden. Es darf eben keiner fehlen. Gespannt sind die Blick« nach vorn gerichtet: alles ist in Er- Wartung. Als erstes Stück erklingt ein flotter Marsch. Lauter Beifall ist der Dank. Nur heitere Weisen ertönen weiter; sie sollen die an der Schwell« des Todes Stehenden eine kurze Zeit der traurigen Gegenwart entrücken. Ein Potpourri wird gespielt. Eine alte Dolksmeise wechselt mit der anderen ab: Kommt ein Vogerl geslogen... Ach, wie ist's möglich dann... Ein Schwäbischer Ländler(von allen gekannt)... Großmütterchen... Wie leuchten die Augen hell und sröhlich auf. Man merkt es. daß es einigen in den Beinen zu zucken anfängt; sie wiegen sich mit der Melodie mit und möchten sich wohl noch einmal im Tanze drehen— aber es geht nicht mehr. Der Herbst des Lebens verbietet ♦«. Und das ist eigentlich gut so. Tanzen können sie nicht mehr, sie wissen aber auch dafür nichts von dem Winter, der über die Menschheit hereingebrochen ist. Sie haben sich kein« Sorg« über' die Notdurft des schalen Leben? zu machen; sie wissen nichts von den ungeheuerlichen Zahlen, di« jedes Kinderhirn schon zu martern anfange!-, und die uns vorzutäuschen versuchen, wir hätten noch „Geld". Zwei atr« Männlein unterhalten sich über irgend etwas.„Das wird wohl«in paar hundert Mark kosten!" sagte der«ine; und de? andere«iwortet sinnend:„Na ja... hundert Mark... ist ja auch ein ganz schönes Stück Geld." Fast klinzt es wie aus Kinderlond.— Tic ültudemie der Künste eröffnet ihre aroße Schwarz. Weiß- »l u S st- l l u n g am Sonnabend, den 13., f2 Uhr oor geladenem Publikum. VWi gleichen Tage von 2 Uhr ab ist die?lu»fteklunz allgemein zuainglich. vi» ist kniterhfti täglich von 10 M 5 Uhr geöffnet. Zeigners RegierungserklSrung. Dresden, 12. Oktober.(Eigener Drahtbcricht.) Die heutige Sitzung des Landtages wurde um MU Uhr oröffnct Zur Ge« schüftsordmmg teilte der kommunistische Abgeordnete S i e v e r s mit, daß in Leipzig 1000 schwarze Reichswehrsoldaleo vom Reichs- wehrregimeut 1t eingekleidet worden sind und 1S00 Alaun noch eingekleidet werden sollen. Diese Leute sollen nach Aue und Dresden gebracht werden. Der Redner forderte die Regierung auf, diese Vau- den sofort zu verhaften. Sodann erhielt Zstinisterpräsidcnt Zeigner das Wort zu seiner Regierungserklärung. Er teilte eingangs mit, daß. die neuen kommunistischen Mitglieder des Kabinetts sowie der letzthin ernannte Iustizminister Neu inzwischen den Eid auf die Verfassung geleistet haben und führte dann weiter aus: Die neugebildet« Regierung ist die Regierung der republikani- schen und proletarischen Verteidigung. Die werktätigen Schichten ganz Deutschlands sind auf dos schwerste bedroht. Herr Dr. v. Kohr und Gr a f Westarp haben das Losungswort gegeben:„Nieder mit dem Marxismus!" und damit nicht nur dem Sozialismus und der Arbeiterschaft, sondern allen proletarischen und republikanischen Schichten den Kampf angesagt. Diese Kreise hinter dem baijerischen Gcneralstaatskommissar und der Deutschnationalen Partei vcr- schleiern kaum noch ihr» wirtschaftlichen und militärischen Bor- bereitungen für die Niederschlagung der werktätigen Bevölkerung. Das Großkapital in Industrie, Finanz und Landwirtschaft ist zur Ossensive übergegangen. Diel« Tausend« von Arbeitern und An- gestellten sind auf die Straße geworfen worden. Sie sollen durch ein« radikale Hungerkur willfährig gemacht werden gegenüber jedem Ausbeutungsseldzug und Herrschoftsinstmkten. Schwerindustrielle Kreise des Ruhrgebietes diktier-n den Zehnstundentag und verhan- deln gleichzeitig mit den französischen Okkupationsbehörden in der kaum noch verhüllten Absicht, sich a.uf fremde Bajonette gegen deutsche Arbeiter zu stützen. Der Zusammenbruch der innere» und auswärtigen Politik dieser Kreise soll verschleiert, die furchtbaren Schäden dieser Politik sollen auf die großen Massen abgewälzt werden. Demgegenüber erklärt die sächsische Regierung: Sie wird sich jederzeit als die Regierung der gesamt:» werktätigen Bevölkerung fühlen und betätigen. Ihre besondere Sorge soll den Aermsten gelte», alle den proletarischen Seichten, welche ohne staat- lichen Schutz überhaupt zugrunde gehen müssen. Gestützt aus die Arbeiter und Angestellten, die Beanilen, die Angehörigen der freien Dernfe. Kleinbauern und die sinkenden Aiitlelschichkcv will sie die(stesahr einer großkapitalistischen Alililördiktatur bannen, welche greisbar vor uns steht. Sie wird dabei alles versuchen, um eine solche Diktatur zu ver- hindern und den Bürgerkrieg zu vermeiden. Das kann aber nur gelingen, wenn die Bevölkerung selbst sich trotz der Einschränkung der Pressefreiheit nicht irreführen läßt, wenn sie einig ist in der geschlossenen Abwehr oller Diktaturgelüste. Um ihr« Abwehrkämpfe sühren zu können, wird die sächsische Regierung den Staatsapparat weiter energisch säubern von allen, die für die verfassungswidrige Diktatur des Großkapitals offen oder versteckt tätig sind. Sie rechnet bei ihrem Kampf gegen die Feinde der Republik nicht nur mit den staatlichen Machtmitteln, sondern erwartet opferbereite Mitarbeit aller prole. tarischen Schichten und ihrer Organisationen. Dies« Organisationen mit allen Kräften zu fördern, wird eine der wichtigsten Ausgaben der Regierung sein. Im Reichs wird die sächsische Regierimg.sich mit alle? Energie dafür einsetzen, daß wirtschaftliche und finanzielle Matzregeln er, griffen werden, um den Verfall der Mark, unserer Staatsfinanzen, der gesamten wirtschaftlichen und kulturellen Kräfte zu bannen. Mit oller Energie wird si« für die Erfassung der Sachwert«, für die Produktionskonirolle unter Mitwirkung der werktätigen Bevölkerung, für die Erhaltung des Achtstundentages und die Erfassung der Devisen eintreten. Ei« wird sich dafür einsetzen, daß die Rechte der Arbeiter, vor ollem der Betriebsröte und Gewerkschaften geschützt und erweitert werden. Sie erwartet ihrerseits die Unterstützung der gesamten schaffenden Bevölkerung. Innerhalb ihres Machtbereiches wird sie mit allen zur Oer liebe Gott und öie Monarchisten. Es ist wohl die neueste Spezialität der österreichischen Monarchisten, daß sie den lieben Gott um sein« freundlich« Unter- stützung bei der Wiederaufrichtung der Monarchie bitten. Sie haben dieser Tag« in Wien folgende gedruckt« Mitteilung an ihr« Mitglieder versandt: kaisertreue Volksparlei. Sitz: Gastwirtschaft Alter Silbergulden, I., Ballgasse 8. Sonntag, den 14. Oktober 1023, halb 0 Uhr vormittags feierlicher Bittgoltesdienst in der Peterskirche, I., Petersplatz, mit großer geistlicher Assistenz. Festbeleuchtcmg, aroßer Chormusik und patrio- tisch« Festpredigt für die baldige Rückkehr der Habsburger nach Oesterreich. !! Erscheinen ist EhrenpsNcht!! Der Exekutio-Aueschuß der Kaisertreuen Bolkspartei. Wir vermuten, daß trotz des Bittgottesdienstes mit Festbeleuch- timg die Habsburger nicht wiederlehren werden. Denn der lieb« Gott hat, wie die Erfahrungen der letzten Jahr« beweisen, für deutsche Herrscherfamilien nicht viel übrig. Bielleicht wenden sich die Kaiser» treuen aus dem Alten Silbergulden einmal versuchsweise an Wodan. Dessen Weizen blüht« einst in den Zeiten der Barbarei und ex hat sicher ein reges Interesse an der Wiederaufrichtung von Kaiserihroiren. vie Macht Ser Zeitungsanzeige. Das Ende des langen Z e 1 t u n g s str e i k s, der in New Park geherrscht hat, ist von niemandem mit größerer Freude begrüßt morden als von den Kaufleuten und Bankiers. Di« New Port« Geschäftswelt ist sich darüber einig, daß sie durch das Nichterscheinen der Zeitungen ungeheure Verlust««litten Hot. Es war ihnen einfach nicht möglich, mit ihren Kunden in dauernd« Beziehung zu bleiben, und das Fehlen der Anzeigen wirkte äußerst ungünstig auf den Besuch der Ge- schäfte. Für die Wichtigkeit der Annoncen ist die Tatsache bezeichnend, daß an jedem Wockientcg für etwa 200 000 Dollar in den %rm Porker großen Zütungen annonciert wird, und an jedem Sonntag für über 400 000 Dollar. Am ersten Tag» nach dem Streik hatte die New Porker„Times" 280 Spalten Anzeigen:n ihrer Ausgabe von 48 Seiten; sie mußt« ab« noch 800 Spalten mit Anzeigen, die für die erste Ausgabe aufgegeben waren, zurück- stellen. D'e großen Geschäfte und Bankhäuser haben olles mögliche versucht, um die Zeitungsanzeigen zu ersetzen. So wurden in die S ch a u s e n st e r g r o ß e Tafeln g- st e l l t. die die Anpreisun- gen enthielten; die Wände der Geschäftshäuser waren über und über mit Plakaten bcdeckt. Man schick;»? große Kolonnen von Leuten durch die Straßen, die Reklome-Plakate herumtrugen. Ein großes Warenhaus entschloß sich sogar dazu, ein««igen« tägliche Zeitung herauszubringen, d« nur Anzeigen ent» Verfügung stehenden Mitteln gegtn unberechtigt« Be« triebsstillegungen«inschreiten und Maßnahmen ers greifen, welche die Wiedereröffnung stillgelegter De. triebe ermöglichen. Bei der Reichsregierung wird sie nachdrücklich wie bisher auf ausreichende Unterstützung der Arbeitslosen und Kurzarbeiter und zeitgemäße Erhöhung der Renten der Kriagsver- letzten, Hinterbliebenen, Sozialrentner und Kleinrentner hinwirken. Es wird weit« versucht werden, die Lebensmittelv«sorgung durch Beschaffung von Drctgetreid« und Kartoffeln aus anderen Ländern sicherzustellen. Mit banger Sorg« gedenken wir des kommenden Winters. Durch die rücksichtslose Jnteressenpolitik d« großkapitalistischen Kreis« Deutschlands und durch das dreiste Auftreten der faschistischm Organisationen ist die Einheit des Reiches auf das schwerste bedroht. In Bayern und im besetzten Gebiet«hebt der Separatismus sein Haupt. Monarchisten und Schwerindustrielle verbinden sich mit dem Landesfeind, um ihre Prosit» Herrschaft weiterhin aufrechterhasten zu können. Demgegenüber er- klärt die sächsische Regierung: Wir stehen zum Reich und werden für die Einheil Deutschlands bis zum äußersten kämpfen. Wir stnd überzeugt, daß unser Ruf zur Sammlung und zur Abwehr im ge- samten Volke Widerhall finden wird. Wir«warten von der Disziplin und dem Opfermut des Volkes, daß es gelingen wird, über alle Volksfeinde zu siegen. Im Anschluß an die Ausführungen des Minist«präsidenten wurde von deutschnationaler Seite folgender Miß» trauensantrag eingebracht:„Der Landtag wolle beschließen: Die Regierung Aeigner hat nicht das Dertraucn des Landtages." Hierauf wurde die Sitzung auf Dienstag mittag 1 Uhr vertagt. Auf die Tagesordnung wurde die Besprechung d« Regierungs- erklärung und des deutschnationalen Mißtrauensantrages gesetzt. der Meöeraufbau im Ruhrgebiet. Essen, 11. Oktob«.(WTB.) Aus gutunterrichteten Kreisen des Ruhrgebietes erfahren wir: Die Auffassungen, die in der halbam:- lichen französischen Erklärung zum Ausdruck kommen, werten im Ruhrgebiet nicht geteilt. Die französische Taktik, mit ein- zelnen Gruppen zu verhandeln, erleichtert nicht, sondern erschwert die allgemeine Wiederaufnahme der Arbeit. In weiten Kreisen d« B.'nölkcrunz, ebenso wie bei einzelnen hervorragenden Führern der Wirtschaft und der Arbeiterschaft besteht die ernsteste Besorgnis, daß bei derartigen Methoden jetzt und in der Zukunft neue Schw.e» rigieiten sich nicht werden vermeiden lassen. Das gilt sowohl für diejenigen, die solche Derhandlungsmethoden fordern, als auch für die Gruppen, die darauf eingehen. Wenn die Wieber» aufrichtung des Wirtschaftslebens im Ruhrgebiet wirklich erfolgen soll, so muß von deutsch« und französischer Seite alles vermieden werden, was neue Erregungen in die Bevölkerung bringen würde. Im übrigen sind gewisse Hermru ingen der Arbeitsaufnahme und der W Lederherstellung des Wirtschaftslebens noch immer zum größten Teil auf französische Bedingungen und Maß« nahmen zurückzuführen. So wird jetzt von den Beamten der stillgelegten P-st- und Telcgraphenämter im Ruhrgebiet die Aner- k« n n u n g von Bctordmingen der Rheinlandkommission verlangt, die einen Eingriff in die deutschen Hoheit?- recht« darstellen- Ohne derartige völlig zweckiv'« Forderungen wäre man heute bereits viel weiter: dazu kommt, daß die behördlichen Einrichtungen der Franzosen für den komplizierter. Wirtsch.iftsorga- nismus des Ruhrgebiet? äußerst unzulänglich sind. Da? gilt im bcsondcrcn von der Ein- und Ausfuhr stelle in Essen, die ül erHaupt nicht in der Lage ist, ihre Ausgase» zu bewältigen. End- lich machen die hemmenden Em- und Ausreisesestimmungen der Be- satzmigsbehörden ein« schnelle Wiederkehr normaler Zustände eben- fall? unmöglich. Diese Bestimmungen mochten vor Ausgabe des passiven Widerstand«? einen Zweck als politisches Kampfmittel haben, für ihre Weitcrbeibehaltung besteht aber jetzt kein Grund mehr, es fei denn, daß sie den Franzosen auch) jetzt noch als politischer Zweck der Abschnürung dienen sollen. Alle Maßnahmen, die aber auf ein« solche Abschnürung hinzielen, verhindern in gleicher Weise den Wiederaufbau der Wirtschaft an der Ruhr. hielt, und diese Zeitung wurde unentgeltlich auf den Straßen und in den Zeitungsbuden verteilt. Andere Geschäft« schickten jeden Tag durch die Post Ankündigungen an ihre Kunden, und als diese Auf- forderunge» nicht geuügend zogen, schickte man sogar Telegramme und eilig«„Nochtbriefe" in die Häuser, um zu den billigen Ausverkäufen einzuladen. All diese Anstrengungen, die Käufer herbeizulocken, hatten aber nicht den Erfolg, den eine einzig« Zeitunasm-.zeige sonst aufweist. Di« Frauen vermißten besonders vi>:l die Anzeigen, die sie in der Zeitung finden, und aus denen sie sich das ihnen Zusagend« heraus- suchen können. Großen Dorteil hotten die Geschäft« in den Bor- städten von dem Streik, da die Borseadt-Zeitungen weit« erschienen und sie ihre Ausverkäufe anzeigen konnten. Diele Geschäftssirmen annoncierten in den Blättern von Philadelphia, weil dtes« auf dem schnellsten Wege nach New Park gebracht und viel gekaust wurden. Terminologie der Rlischrasjen. Di« akute Entvölkerungs- krisis.die Frankreich durchlebt, läßt den Franzosen angezeigt erscheinen, sich eingehender, als es bisher geschah, mit dem Rassen- Problem zu beschästigen, das mit dem französischen Kolonialbesitz in Zusammenhang steht. Di« Frage der Zufuhr afrikanischen und asiatisch»» Blutes wird deshalb lebhaft erörtert, und die Ethnologen haben bereits eine vollständig« Terminologie für die verschiedenen Grade der Dlutmisäzung ausgestellt. Danach führt das Kind eines Weißen und einer Negerin oder einer Weißen und eines Negers die Bezeichnung„Mulatte". Das Kind eines Mulatten und einer Negerin oder einer Mulattin und eine? Negers heißt ,.G r i f". während dos Kind eines Grifs und einer Negerin oder einer Eriffrau und eines Negers„M a r a b u t." genannt wird. Der„Tierceron" seinerseits ist der Sprößling eines Weißen und«wer Gnsfrau oder einer Weißen und eines Grif- mannss. während der„C a r t e r o n" der Sohn eines Weißen und einer Tierceronfrau oder eines Tierceron und einer weihen Frau ist. „Wenn wir Italiener auch als Kolonialmacht jüngeren Ursprungs sind als die Franzosen", bemerkt hierzu ironisch die„Tribuna",�„so ist es immerhin beklagenswert, daß wir nach einem vierzigjährigen Kolonialleben in Afrika noch immer der Ueberfetzung des franzö- fischen Grif und Marabut entbehren müssen. Auch mit einer italienischen Ausgabe des Tierceron sollten wir uns allmählich b«. freunden. Mit dem Earteron hat es ja noch gut« Wege, denn dieses Mischgeschöpf kommt für uns vor dem Jahr« 1SS0 kaum in Frage."» Ter Tirektvr des Theater? a» der Wien, SilhelmKareiaz, ist gestern mittag g e N a r b e n. Stiftung für die Staatliche Fachschule für Musik, vi- In» baber der bekarnlen Klavierfirma Grotrian Gt-iuwcg haben sich bereit ei klärt, der Ttaatlilhen Hachlchule lür Musik in jedem Jahr einen Klügel für den besten Studierenden der Anstalt s ibenkungZweile zu überlasten. ES wird bereits w diesem Semester um dielen Oirolrian-Tteinweg-VreiZ ein PreiSiviel unter den Studierenden der Klavierklassen der Siaallichen Hochschule für Musik, die da« Reise» zeugni«-ilanat haben, stattfinden. Die Preisträger werde« sich in einem Konzert auch der Oestentlichkeit vorstellen. Tie»«chySudlorfthlSffelzahl ist vom IS. ri 11*0 Stitll»»** Der Kartoffelwucher. Erklärung des sächsischen Wirtschaftsministeriums. Das fächsische Wirtschaftsministerium befaßt sich in einer längeren Darlegung mit den 3uständen auf dem Kartoffelmarkt. Nach einem Telegramm des B. T." heißt es darin: Die Werke unter dem Kohlenwucher. Vierzehntägige Ablesungen. Wechseltouren der Gaskassierer. Die furchtbare Notlage der städtischen Merte, die am stärksten unter der schamlosen Ausbeutungspolitik der Kartelle und Syndi fate zu leiden haben, wurde auch in der gestrigen Stadtverordneten. Die städtische Wertsbeputation beschäftigte sich heu.. " Es rächt sich jetzt bitter, daß die Reichsregierung fich hart- versammlung anerkannt. In der Tat handelt es sich bei den Werfen morgen mit den in der gestrigen Stadtverordnetenversammlung ihr nädig geweigert hat, dem vom sächsischen Wirtschaftsministerium heute um Sein oder Nichtsein. Nicht weil ihre Einrichtungen ver- einem Bericht der Direktion von der in Aussicht genommenen a cht. als Material überwiesenen Anträgen. Die Deputation beschloß nach gestellten Antrag auf Einführung einer Kartoffelumlage ftattzu- altet und rückständig sind, sondern weil sie durch die Folgen der tägigen Eintassierung der Tarife Abstand zu geben. Die Zustände, die sich nun auf den Razoffelmärkten ent- Geldentwertung häzter getroffen werden als irgendein anderes nehmen. widelt haben, übersteigen auch die ärgsten Befürchtungen, die ge- Unternehmen. Es soll bei der vierzehntägigen Ein. hegt wurden. Die landwirtschaftlichen Erzeuger in den ver fassierung bleiben und dafür nur den Konsumenten das schiedensten Kartoffelproduktionsgebieten Deutschlands laffen jeden haben die Marknährung verlassen und sich auf Gold umgestellt. eines Wochenkonsums vorauszuzahlen. Nach einer Statistit, welche Industrie und Großhandel und nicht zuletzt der Kohlenbergbau Recht gewährt werden, bei der Bezahlung an Kassierer den Betrag Funken sozialen Pflichtgefühls in dieser schweren Zeit völlig ve: Das heißt, der Käufe: muß am Zahlungstage die Papiermark auf sich auf je tausend Konsumenten und neun Berwaltungsinspektionen miffen. Das sächsische Wirtschaftsministerium hat feststellen fönnen, Gold aufwerten, den ganzen Berlust der Martentwertung tragen. in verschiedenen Stadtteilen erftredt, hat sich herausgestellt, daß bei daß die Hauptschuld an den wahnsinnig hohen Preisen die Und dabei sind die Preise von Kohle und vielen anderen Waren der vierzehntägigen Ablesungsfrist 15 Broz. der Abnehmer feinen Landwirtschaft trifft, während dem Großhandel unnennbare schon weit über den Weltmarktstand geklettert, so daß Deutschland Verbrauch hatten, 12 Broz. einen solchen von 1 Rubikmeter, 19 Proz. Gewinne in allen Fällen, die gewiffenhaft nachgeprüft wurden, auf einmal das teuerste Land geworden ist. Das Einfom von 2 bis 3 Rubikmeter, 33 Proz. von 4 bis 10, 16 Broz. pon 10 feineswegs nachgesagt werden konnten. Bezeichnend für die Zu- men des Werftätigen die Rentner find lange ausgeschaltet bis 100 und 5 Broz. über 100 Rubikmeter. Es würde also die achtstände sind die Feststellungen, die das Buchergericht am 8. Oftober in Papiermart fonnte trop rapider Steigerung diefe: Entwicklung tägige Raffierung bei etwa 50 Broz. der Konsumenten bedeuten, daß in der Dresdener Großmarfihalle gemacht hat. An diesem Lage nicht nachkommen. war der Großhandelspreis für einen Zentner Kartoffeln 400 Mil- lahmt. Die öffentlichen Werte dürfen aber nicht schließen, sondern registrieren und einzufassieren kätte. Um aber der schweren Lage Der Bogen ist überspannt, die Kaufkraft er- cin Rassierer gar feinen oder nur einen ganz geringen Berbrauch zu lionen Mark( heute ist er natürlich weit höhe:). Es stellte sich heraus, erlauben es jedermann, ob er zahlungsfähig ist oder nicht, Gas, der Konsumenten entgegenzukommen, foll, wie auch bei der Gasdaß von dem Erzeuger bereits an diesem Tage ein Preis Strom und Wasser zu beziehen. Sie müssen die Kohlen zu dem betriebsgesellschaft, die Möglichkeit der Vorauszahlung von 2,10 Goldmart zu einem fingierten Dollarfurie Bucherpreise und zu den mörderischen Zahlungsbedingungen weiter eines ochentonfums dirett an die Kassierer von von einer Milliarde, d. h. von 500 millionen Mart für den faufen. Die Werte treiben einen Kleinhandel von riesigem Umfange iebt ab eingeführt werden. Im übrigen wurde auch für Zentner gefordert wurde. Weiter wurde festgestellt, daß sich be und verhöfern ihre Erzeugnisse an sämtliche Berliner Einwohner, die Wassermerte beschlossen, zur vierzehntägigen Eintassierung über. sonders die landwirtschaftlichen Erzeuger in Schlesien und der Mark die fast alle wirtschaftlich notleidend sind und nur in Papiermart zugehen. Bon besonderer Wichtigkeit für die Konsumenten ist der Brandenburg außerordentlich selbsther lich verhalten. zahlen tönnen. Gelbstverständlich müssen die Werte mit ihren nochmals erneuerte Beschluß der Deputation, daß dieselben verDa die Kartoffeln sofort bezahlt werden müssen, die Auftraggeber Breisen von Woche zu Woche den Kohlenpreisen, d. h. dem Sturze pflichtet sind, sich genau an die vierzehntägige Ablejung zu halten. aber derartige Mengen Bargeld nicht zur Verfügung haben, oder Mart folgen, wenn sie nicht zahlungsunfähig werden wollen. Wenn also aus irgendeinem Grunde der Ableser in Zukunft die vier. geben diese ein Scheckheft mit unterschriebenen Blankoscheds mit. Aber im Laufe der Woche fällt die Mark weiter. Denn am Montag zehntägige Frift überschreitet, fo find die Konsumenten berechtigt, Die Erzeugergebiete werden überlaufen von Aufläufern aus der neue Strompreis noch genügte, um ein entsprechendes Quantum den Tarif zu bezahlen, den sie bei genauer Innehaltung der Abdem Industriegebiet, vor allem Rheinland, Ruhrgebiet, Oberschlesien Rohle zu taufen, so ist dies am Dienstag gewiß nicht mehr der Fall, lefungsfrist zu bezahlen hätten. und aus den freien Hansastädten, die Riesensummen von und am Sonnabend ist die Rauftraft der Mart rohl schon auf ein Papiergeld( Blechristen in der Höhe eines Tisches mit Geld Drittel oder Viertel gesunken. Dazu kommen noch die großen Ber scheinen in Reichsbantpadung) mit sich führen. Diese Aufläufer find lufte aus dem Geldverkehr. Die riesigen Papiergeld. dann in der Lage, jeden Preis zu bieten, vor allem aber ströme entwerten sich auf dem Wege vom Kunden sofort zu bezahlen. Bon den Landwirten wird meist grundsätzlich zur Haupttasse. Sie entwerten sich, wenn sie dort gezahlt nur Bargeld in Zahlung genommen, sogar weiße Reichsbanksched's und gebündelt werden, entwerten sich weiter auf dem Wege zur werden zurückgewiefen. Wer nicht mit ungeheuren Summen Bant und während des Zeitraumes, der dort nötig ist, um gut fommt, wird nicht beliefert. Feststellungen ergaben, daß auch den geschrieben zu werden. Und das nimmt bei Edheds gar mehrere Landwirten bekannte Händler, die mit 50 bis 60 Milliarden An- Lage in Anspruch, so daß sie schließlich nur noch einen Bruch zahlung famen, ohne weiteres lächelnd zurückgewiesen wurden. Bei teil des ursprünglichen Bestes haben. Das ist aber Beträgen unter 10 Milliarden wird oft überhaupt feine Quittung noch nicht alles. Biele Kunden werden vom Gelderheber nicht erteilt. Der Preis, der von den Gutsbefizern gefordert wird und gleich angetroffen oder fönnen nicht zahlen. Also erneuter Auf an den die Großlieferanten gebunden sind, liegt schon seit mehreren fchub gleichbedeutend mit Entwertung und Gelbverluft. Die Be: fe Tagen erheblich über 2 Goldmart. Das liegt daran, daß von den find eben heute in der unglücklichen Lage, gewissermaßen den Aufläufern aus den erwähnten Industriegebieten 2% Goldmart Buffer zwischen den wahnsinnigen Goldmartpreisen des Kohlen ohne weiteres geboten werden. Es find sogar schon bereits bergbaus und der in Bapiergeld schwer und langsam zahlenden 3 Goldmart für den 3entner genannt worden." Die Erklärung schließt:„ Das sächsische Wirtschaftsministerium Masse de: notleidenden Privatleute bilden zu müssen. hat das Reichsernährungsministerium von diesen Zuständen unter. richtet und beantragt, daß das Reich höchst und Richtpreise für Kartoffeln festsetzt. Man geht wirklich nicht zu weit, In der fortgefeßten Beweisaufnahme wurde eine Reihe Zeugen Die Breistatastrophe setzte sich mit Beginn des heutigen Markt über das Berhältnis des Angeflagten Mischte zu seinem Sohn verwenn man sagt, daß dann, wenn das Reich gegen diefe Unver tages fort. Summen, die man noch gestern nicht für möglich genommen. schämtheit der agrarischen Erzeuger nicht vorgeht und die Konfu halten hat, sind heute zur Tatsache geworden. Ungeheuer start im der jegt gefchiedenen Ehefrau des Angeklagten, die ihren Bon besonderem Interesse war die Bernehmung menten schüßt, man nicht nur das Reichsernährungsministerium Breise angezogen haben sämtliche Fettwaren. So wurde a merita. Mann am 4. April vorigen Jahres, also genau einen Monat vor allein, sondern die gesamte Reichsregierunug für alle Felgen vernisches Schmalz, das man gestern noch mit 700 bis 800 Millio. Der Mordtat, verlassen hatte. Die Zeugin befundete, daß Mischke antwortlich machen muß, die sich daraus ergeben. Es geht un- nen möglich an, daß ein Teil der Agrarier eine ihnen durch den Befis 1200 millionen Mart verkauft. Für Bratenschmalz wurden Landwirt verkauft, der sich bereit erklärt habe, den Jungen Mart handelte, in den Freitagvormittagsstunden mit zwei Tage nach der Tat am 5 Mai zu ihr gefommen sei und plößlich laut gemeint und erklärt habe, er hätte Almin an einen an Grund und Boden, das heißt dem heiligsten und wertvollften fogar 1400 millionen gefordert. Naturbutter, die sehr spärlich zu als eigenes Rind anzunehmen, aber zur Bedingung machte, daß Gute der Nation, eingeräumte Monopolstellung in einer an Landes- haben ist, stand mit 1700 Millionen zum Verkauf. Margarine der Vater nicht wissen dürfe, mohin das Kind fame. Die unausverrat grenzenden Weise gegen das deutsche Bolt ausnügen." ist im Durchschnitt um 200 bis 300 Millionen erhöht worden. Auch gelegten Nachforschungen der Mutter hatten schließlich den Erfolg, die Fleischpreise nahmen an der neuen Breistatastrophe regen baß fie die aus dem Teltomfanal gelandete Leiche als die des BerAnteil. Außerordentlich fraß haben sich die Preiserhöhungen am mißten feststellen tonnte. R.-A. Dr. Brandt: War der Angeklagte Gemüsemartt ausgewirft. Kartoffeln find um mehr zu dem Kind gut? Zeugin: Ja, aber er war auch jähzornig und als 100 Bros. im Preise gestiegen. Die geringen Zufuhren tragen noch am 3. Mai gebeten, den Jungen bei sich aufzunehmen und Sie hat ihn manchmal hart gestraft. Bors: Ihr Mann hat Sie doch natürlich mit zur Berteuerung bei. Das Pfund mußte mit 36 Millio. nen mark bezahlt werden. Sämtliche Rohlarten haben ebenfalls nicht, wohin er mit dem Jungen solle. aben sich geweigert. Zeugin: Das ist richtig. Er sagte, er misse R.-A. Dr. Brandt: im Breise start angezogen. Weißtohl und Wirsingtohl wurden mit Hing der Junge an dem Bater? Beugin: Ja, fie hielten beide 50 und Rotkohl mit 60 Millionen Mart das Pfund genannt. Grüne sehr zusammen. Bohnen fosteten 70 millionen, während Mohrrüben mit noch 35 Millionen Mark zu haben waren. Ein fröhliches Mißverständnis. In einem Berliner Mittagsblatt wird aus dem Reichstag berichtet, daß der Kommunist und thüringische Minister Frölich gestern im Reichstage das Wort genommen babe, um gegen das Ermächtigungsgefez zu sprechen. Das ist ein fröhliches Miß verständnis. Denn der Kommunist Frölich ist wirklich nicht identisch mit dem thüringischen Staatsminister Fröhlich, der ein altes Mitglied der Sozialdemokratie ist. Die Dresdener Zweigstelle der Telegraphenunion will von einer angeblich zuverlässiger Seite gehört haben, daß eine der ersten Laten der neuen fächsischen Regierung die Abberufung des gegenwärtigen sächsischen Gesandten in Berlin Dr. Gradnauer sein werde. Nach unseren Informationen entbehrt diese Meldung jeder realen Unterlage. Teuerungsdemonstrationen. Tillefsen ertranff. Der im Rathenau- Brozek au drei Jahren Gefängnis verurteilte Stapitän a. D. Start Tilleifen ist in der Strafanstalt Kottbus so schwer erkrankt, daß sich die Vornahme einer Operation notwendig gemacht bat. Auf Anordnung des Oberreichsanwalts Ebermeyer ist Tillessen zu diesem Zwed von Rottbus nach Leipzig übergeführt worden. Amtliche Devisenkurse. Fortdauer der Preiskatastrophe. Das markenfreie Brot 340 Millionen. Bie der Zwedverband der Bäckermeister Groß- Berlins mit teilt, foftet vom morgigen Sonnabend ab das martenfreie Brot 340 Millionen, die Schrippe 13 Millionen Mart. Die verschwundene Braut. Aufklärung eines unheimlichen Verbrechens. Un einen Schauerroman erinnert die Aufklärung eines Berbrechens, das an einem Mädchen aus der Provinz an einer gewissen Frieda Loose, der Tochter eines Landwirts in der Laufis, in Berlin verübt wurde. Der eigene Bräutigam des Mädchens ist in den Ber dacht geraten, bei der Beseitigung seiner Braut die Hand im Spiel gehabt zu haben. erhalten stellten der Gaswerte, natürlich auch der Elektrizitätswerte, machen Die mit der Einziehung der Gasgebühren beauftragten Angenach einseitig bureaukratischem Muster immer die gleiche Tour. Infolgedessen hat die größere erste Hälfte der Verbraucher stets den Vorzug, Gas und Strom bedeutend billi ger zu bezahlen als die zweite Hälfte, deren„ Stichtag" furg hinter einer neuen Breisfestsetzung liegt. Dieser Mißstand ist sehr einfach durch Um wechseln der Touren zu beseitigen, womit schon einem erheblichen Teil der Erbitterung des Publikums über die rigorosen Magistratsmaßnahmen der Boden entzogen wäre. Einzelne Einziehungsbeamte haben diesem durchaus berechtigten Wunsche des Publikums schon entsprochen. Es scheint aber noch die allgemeine Anweisung zu fehlen. Inzwischen hat eine Abteilung des Amtsgerichts Neukölln eine Klage wegen der gegenwärtigen | Gaspreiseinziehung zugunsten des Magistrats entschieden. Mordprozek Mischke. Die Straßenbahn wieder voran! " Die neuesten Tariferhöhungen der Etadtbahn und der Hochbahn find im Vorwärts" bereits mitgeteilt worden. Auch die Direktion der Straßenbahn hat ihre Tariferhöhung jetzt fertig: Don Sonnabend ab tostet der Fahrschein 20 millionen Mart Hiermit übertrifft die Straßenbahn die Hochbahn und auch die Stadtbahn. Umsteigefahrscheine zur Hochbahn sollen 30 Millionen toften, für Kinderfahrscheine find 10 millionen festgesetzt. Monatstarten tosten für eine Linie 1,4 Milliarden, für zwei 1,6 milliarden, für dref Linien 2 Milliarden, für alle Linien 3 Milliarden. Mefferstecherei eines Trunkenboldes. Köln, 11. Oftober.( WTB.) Im Laufe des Nachmittags fam es an verschiedenen Stellen im Stadtinnern zu größeren Menschenansammlungen. In einigen Straßen wurden Fahrzeuge mit Baren geplündert. Die Ansammlungen wurden von der herbei gerufenen Bolizei auseinandergetrieben, ebenso eine größere Anzahl Eine furchtbare Familientragödie spielte sich in der vergangenen Arbeitsloser, die sich auf dem Heumarkt gesammelt hatten. Auf dem Nacht im Hause Kochhannstr. 36 ab. Hier war der 49 Jahre alte Berlengraben wurden Beamte mit Rots beworfen, worauf diese von Bergolder Josef Erber im betrunkenen Zustande nach Hause ge der Waffe Gebrauch machten. Ob Berlegungen vorgefommen tommen und hatte mit seiner Ehefrau einen heftigen Streit angefind, fonnte noch nicht festgestellt werden. Die mit städtischen Not- Frieda Loose war seit vier Jahren mit einem fangen. Als er zu Tätlichkeiten überging und seine Frau an standsarbeiten am Grüngürtel beschäftigten Personen legten fämtlich Bauernjohn Alfred Weißenburg verlobt. Der den Haaren durch die Stube schleifte, sprangen feine die Arbeit nieder und begaben sich einzeln nach dem Stadtinnern. Bräutigam bat nun fürzlich den Bater feiner Braut, ihm diese zur drei Kinder dazwischen. In feiner But zog Erber ein Messer und Zurzeit herrscht Ruhe, doch werden wieder größere Ansammlungen Aushilfe bei der Kartoffelernte in feine wirtschaft zu stach blindlings auf feine Kinder ein. Die Tochter Hedwig trug in der Severinstraße gemeldet, wo bereits nachmittags Plünderungen geben. Das geschah dann auch. Locfe erfuhr nun, daß seine Tochter Berlegungen an der Brust und an der rechten Hand, der Sohn Alfred vorgekommen sein sollen. 3 wei Plünderer, die im Besitz von mit einer Schwester Weißenburgs am Sonntag, den 30. September, am linken Oberschenkel davon. Beide wurden nach der nächsten Stoffballen waren, wurden fe ft genommen. nach Berlin gefahren war. Der Bräutigam, der am Montag nach Rettungsstelle geschafft. Der 19jährige Hermann erlitt durch Messergefahren war, hatte angegeben, daß sie in Berlin Einfäufe machen stiche am Unterleib sehr schwere Verlegungen. Auf das Geschrei der alarmierten Hausbewohner das Ueberfallwollten, um einer Entwertung des Geldes beim Steigen des Dollars Familienmitglieder vorzubeugen. Frieda 2oofe tehrte von dieser Fahrt fommando Friedrichshain, das auch sofort einen Bastkraftwagen mit nicht zurüd, und ihr Bater fonnte von ihrem Bräutigam und mehreren Beamten an den Tatort entsandte. Nachbarsleute hatten dessen Geschwistern feine genügende Auskunft über ihren Berbleib inzwischen Erber überwältigt und ihn nach dem 68. Polizeirevier ermittelte, daß das vermiste Mädchen tot und bereits lich, zwei in der Nähe wohnende Aerzte herbeiguDeshalb rief er die Kriminalpolizei zu Hilfe, die jetzt gebracht. Die Bolizeibeamten perfuchten vergeb. am 5. Oftober auf dem 3wölf Apostel Friedhof rufen, fie mußten schließlich den schwer verletzten Hermann Erber beerbigt worden war. Die Beidtragenden, der Bräutigam, auf ihren Wagen nehmen und ihn so nach dem Krankenhaus Am fein Bruder und feine Schwester, wurden noch in einer Wohnung in Friedrichshain transportieren. Hier ist er sofort operiert worden. Wilmersdorf angetroffen, wo das Mädchen gestorben war. Wie die Erber wurde dem Polizeipräsidium zugeführt. Ermittelungen ergaben, war Frieda Loose bei einer Rarten legerin in der Wallstraße zu Charlottenburg gewesen, die sich auch mit unerlaubten Eingriffen gegen das teimende Leben befaßt. An einem solchen rohen Eingriff war das Mädchen gestorben. Die Instrumente hatte die Kartenlegerin beseitigt, sie wurden aber von 1556200000| 1563900000 1985035000 1994075000 ben Beamten in einem Bersted auf dem Boden des Hauses gefunden. 1276800000 1287200000 1645375000 1654125000 21fred Weißenburg, der nach diesem Ausgang des Eingriffes wieder 204487500 205312500 259350000 260000000 nach Berlin gekommen war, hatte vorher seine Braut auf dem zu 618450000 621550000 784635000 787965000 ftändigen Polizeibureau angemeldet. Jegt zeigte er ihren Tod an 698250000 701750000 893760000 898270000 und wandte sich an ein Beerdigungsinstitut, das ihm dann die zur 1045380000 1050620000 1332660000 1339340000 Bestattung erforderlichen Bapiere vom Standesamt besorgte. Die 105735000 106265000 135660000 136340000 Beiche murde in der Wohnung in Wilmersdorf, wohin das Mädchen 1970062500 1979937500 2478800000 2480200000 nach dem verhängnisvollen Eingriff von der Behausung der Karten179550000 180450000 229425000 230575000 legerin aus gebracht worden war, eingefargt und auf dem Apostel 17 955000000 18 095000000 22 942500000 23057500000 Friedhof beerdiat, wo Weißenburg eine Grabftelle erworben hatte. 3990000000 4010000000 50 17350000 5072650000 2lle beteiligten Berfonen, die Kartenlegerin, die Wohnungsinhaberin, 239400000 240600000 305235000 306765000 bie beiden Beißenburg und feine Schwester wurden verhaftet und 879050000 380950000 498750000 501250000 bem Unterfuchungsrichter vorgeführt. Nur der Bräutigam wurde 708225000 711775000 903735000 908265000 mieber auf freiem Fuß gefeßt Es besteht der Berdacht, daß Alfred 537660000 537840000 678300000 681700000 Beißenburg seine Braut der Kartenlegerin in die Hände geliefert 5573900 7182000 7218000 hat, um sie zu beseitigen. Der Kriminalpolizei liegt noch sehr daran, 117705000 118295000 151620000 152380000 zu ermitteln, ma überall Frieda Loose und die anderen 270670 fich vom 1. bis. 5. Oftober in Berlin aufgehalten 39523500 ha ben. Mitteilungen nimmt Kriminalkommissar Johannes Müller a. Kreis Berlin. Sonnabenb, ben 18, 7 Uhr, Sigung des erweiterten Borstandes 46888750 466162501 60848750 60651255 im Bolizeidienstgebäude in der Magazinftraße entgegen. an bekannter Stelle. 1 Holland. Gulben 1 argent. Bap. Befo 1 belgischer Frant. 1 norweg. Krone 1 dänische Krone 1 schwedische Krone 1 finnische Mart. 1 japanischer gen 1 italienische Lira. 1 Pfund Sterling 1. Dollar 1 französisch. Fran! 1 brasilian. Milreis 1 Schweizer Frant 1 spanische Beseta 100 österr.Sr.( gest.) 1 tichechische Strone 12. Ditober Käufer ( Geld-) Kurs Berkäufer ( Brief-) Aurs 11. Oftober Käufer ( Geld-) Kurs 5546100 269325 1 ungarische Krone 1 bulgarische Lewa 209475 38902500 210525 39697500 49276500 1 jugoslaw. Dinar Berkäufer ( Brief-) Kurs „ Bolt und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Bostauflage bei. Der„ rote Schneider", Revaler Str. 17, begeht heute in seltener Frische seinen 70. Geburtstag, nachdem er im vorigen Jahre sein 50jähriges Parteijubiläum feierte. Die alten Genossen aus dem früheren 4. Berliner Reichstagswahlkreise, dem er jahrelang als Vorfigender vorstand, werden sich des waderen Alten im wallenden roten Barte noch gut erinnern. Bom Bertrauen seiner Genossen getragen, wirfte er viele Jahre im Berliner Stadtverordnetenparlament als Bertreter der Berliner Arbeiterschaft. Nach dem Zusammenschluß Groß- Berlins verzichtete er auf eine Wiederaufstellung als Stadt fast zwei Jahrzehnte als Beiter der Buchbinderabteilung vorstan verordnetenkandidat. In der Vorwärts- Buchdruckerei, in der er wirft unser Genosse noch heute in vorbildlicher Pflichttreue. Wetter für morgen. und mäßigen füdwestlichen Winden. Später bei stärkeren westlichen Winder Berlin und Imgegend. Zunächst neue Trübung mit Regenfällen unbeständiges Wetter; Temperaturen menig geändert. Groß- Berliner Parteinachrichten. Gewerkschaftsbewegung Der Jndex". lus Gewerkschaftstreifen wird uns geschrieben: Wirtschaft Die Sabofierung der wertbeständigen Reichsanleihe. Uns wird geschrieben: Breissteigerung der sonstigen notwendigen Artitel( Tertil, Lederwaren, Rohlen, Gas, Medikamente ufw. usw.) braucht nicht erst näher eingeganen zu werden, da die Berechnung hierfür, zum Teil ja schon seit langer Zeit, nach Goldmart erfolgt, also automatisch mit den Devisenkursen Schritt hält. Sie fann also auf den Inder unmöglich abschwächend wirken. Die im Bezhältnis zur allgemeinen Teuerung noch billig zu nennenden Mieten, Als die Frage der wertbeständigen" Löhne spruchreif wurde, die aber auch für den Oftober gegenüber dem Bormonat zweifel Als die Schaffung der wertbeständigen Reichsanleihe in Gold chte man nach einer Formel zur Berechnung der jeweils ein- los ganz erheblich gestiegen sind, müssen doch schon in der durch die weitausgedehnte Reflame bekannt wurde, da hat sich getretenen Teuerung. Da vom Statistischen Reichsamt bisher nur Borroche berücksichtigt worden sein, weil der erste Tag des mancher Arbeiter und Angestellte der Hoffnung hingegeben, daß auch monatlich die Reichsrichtzahl" zusammengestellt wurde, diese Monats, an welchem die Mieten berechnet wurden, doch noch in die er einmal von dieser neuen Einrichtung Gebrauch machen könnte, aber für die Wertbeständigmachung der Löhne naturgemäß nicht Zeit der vorlegten Berechnung gefallen ist. Die Mieten um sich vor der drohenden Entwertung feines Lohnempfanges zu ausreichen konnte, ging das Statistische Reichsamt nach langen Ber: tönnen also auf den letzten Inder von 170 Broz. nicht einen schützen. In der Tat besteht heute bei jedem, der Lohn und Gehalt handlungen zwischen der Regierung und den Gewerkschaften zu: derartigen Einfluß ausgeübt haben, daß zwischen der Erhöhung der bezieht, häufig die Notwendigkeit, einen Teil davon für einige wöchentlichen Festsetzung der Reichsrichtzahl über. In der Großhandelspreise um 309,76 Pro3. und ihrer entsprechenden Aus- Wochen zurüdzulegen, um größere Anschaffungen zu machen oder ersten Zeit der Anwendung dieser Methode tonnte man zu dieser wirkung auf den Kleinhandel, sowie einer fast gleichen Rurs. irgendwelche fälligen Zahlungen zu leisten. Mancher, der es gerade Bahl einigermaßen Bertrauen haben; die legten beiden Veröffent- steigerung der Devisen einerseits und der Verteuerung der Lebens- fonnte, ist denn auch hingegangen und hat die wertbeständige Dollar fichungen haben aber in breitester Deffentlichkeit dieses Bertrauen haltungskosten um 170 Broz. andererseits eine Differenz von rund anleihe gezeichnet, wobei er freilich schon die Erfahrung machen start erschüttert. Die Berechnung der vorletzten 44prozentigen Teuerung erregte in der gesamten arbeitenden Bevölkerung nu: ein Kopfschütteln, die letzte Beröffentlichung von 170 Proz. Berteuerung der Lebenshaltung in der Zeit vom 1. bis 8. Oftobe: " " Für jeden Menschen steht es schon rein gefühlsmäßig feft, daß die Zahl pon 170 Proz. auf feinen Fall richtig fein tann. Man darf sich ja abe: von Gefühlen allein nicht leiten laffen, deshalb sollen die folgenden Tabellen den Beweis für bie ungenauigkeit der Reichsrichtzahl" erbringen. 140 Proz. entstanden ist. einer einwandfreien Bekanntgabe der Errechnungsmethode beVielleicht ist das Statistische Reichsamt in der Lage, auf Grund ruhigend wirken zu fönnen. Die Arbeiterschaft hatte von jeher zur lichungen noch ganz zu schwinden droht. Inderzahl wenig Bertrauen, welches durch die letzten BeröffentLehrlingsgesetz. In den letzten Wochen haben im Reichsarbeitsministerium Ber. Der Landesverband Berlin und Brandenburg des Reichs. handlungen mit Beteiligten und Sachverständigen über den Re. verbandes des deutschen Nahrungsmittelgroßhandels, E. B. ferentenentwurf zu einem Gefeß über die berufliche AusBerlin", stellt täglich für 59 verschiedene Lebensmittel die Richt- bildung Jugendlicher( Lehrlingsgeseh) stattgefunden. Der Entwurf preise für den Berliner Großhandel feft. Diese Breise schwanken will die Durchführung des Gesetzes der Selbstverwaltung der be zwischen einem niedrigen und einem höchsten; die teiligten Berufsstände bei gleichberechtigter Mitwirkung der Arbeit niedrigen Preise waren für nachstehende Waren wie folgt: nehmerschaft überlassen. Dem Geseke sollen möglichst ausnahmslos stellt werden, also außer den Lehrlingen auch jugendliche Arbeiter. die erwerbstätigen Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren unterDie Anleitung von Lehrlingen soll nur in anerkannten Lehrbetrieben erfolgen dürfen. Die Grundgedanken des Entwurfes haben die Zuftimmung der Sachverständigen gefunden, die noch wertvolle Anregungen dazu gegeben haben. Nach entsprechender Umar bei tung wird der Entwurf dem Reichskabinett und den gesetzgebenden Rörperschaften vorgelegt werden. ( Die Preise verstehen sich für ½, kg ab Lager Berlin in Tausenden von Mark.) Gerstengraupen, Tole Gerstengrüße, Iofe. Haferflocken, loſe 29. 9. 6.10. 10 200 34 885 10 200 34 885 10 255 Hafergrüße, lose 10 421 34 088 36 135 Erfazmischung, 20 Broz. Kaffee Malzlaffee Röftgetreibe Maisgrieg 8 414 38 165 Kalaopulver Maispuder, loſe 9 094 42 120 Bohnen, weiße Kartoffelitärtemehl. 6 100 32 840 70 proz. Weizenmehl Mattaroni, loje. 15 220 67 800 Schnittnudeln, lose 12 540 47 600 Weizen Auszugmehl Sleine Erbsen. Burma- Reis. 8 880 40 360 Riefenerbfen ( Blas- Tafelreis 9 765 41 650 Weizengrieß Grober Bruchreis 7 210 36 000 Linsen Reisgrieg, loje Reisebl, lofe Ringäpfel, amerit.. Getr. Aprikosen, tal.. Birnen, fal.. " Pfufiche, fal. Rorinthen. Rosinen Pflaumen Sultaninen Mandeln, bittere Mandeln, füße Kaneel. Kümmel Schwarzer Pfeffer. Weißer Pfeffer Staffee, prima roh. Staffee, superior Röjikaffee. • " 6.900 31 900 Burelard 6 900 31 900 Bratenschmalz. 33 000 137 800 24 500 100 200 29 300 134 250 29.9. 6.10. 23 000 77 000 11 000 27 000 7 000 17 500 65 000 270 000 10 350 40 415 7 496 27 950 8414 31 430 11 732 45 300 13 565 50 380 8 766 33 300 12 063 49 460 43 500 166 000 43 500 166 500 53 275 191 000 28 200 140 000 Sped, gefalzen, fett 40 000 155 000 Molkereibutter Margarine 24 500 115 500 Corned beef 12/6 158. per Stifte 1 675 000 6 900 000 29 000 136 680 Marmelade, Mehrfr. 14 970 65 700 Ginfr. 18 900 87 450 . 14 900 57 000 20 100 82 681 28 900 113 270 30 000 137 980 45 400 287 250 65 600 281 750 64 800 287 950 21 200 128 570 Marmelade, Sunstbonig Inlandzuder, basis melis Tee in Kisten Saffia Nelten 44 600 192 660 Biment 72 500 275 000 oggenmehl 67 500 260 000 Steinjala 84 000 285 000| Siedesalz 14 974 60 900 0610483 180 130 000 27 100 99 335 84 200 391 710 19 200 75 720 6420 25 500 1 935 5 670 2 252 10 640 Die Berteuerung diefer 59 Artikel am 6. Oftober gegenüber bem 29. September ergibt im Durchschnitt 309,76 Pro 3. Diese Prozentzahl steht durchaus im gleichen Verhältnis zu den Kurs steigerungen der wichtigsten Devisen: dem Dollar, holländischen Gulden und englischen Pfund. Der Geldkurs dieser Devisen war folgender: 29. Sept. 5. Ditober Dollar.. 159 600 000 598 500 000( 275%) Gulden.. 62 443 500 8. Ditober 855 905 000 ( 436,28% geg. 29. 9.) ( 48% 5. 10.) 285 410 000( 276,99%) " P 829 175 000 ( 39,83% " 99 unzer Borschußzahlung in der Metallindustrie. Der Berband Berliner Metallindustrieller teilt mit, daß heute bzw. morgen ein Borschuß gezahlt werden soll in der doppelten Höhe, wie er am Dienstag, den 9. Oftober, in den BBMI.- Betrieben zur Auszahlung gelangte. Urich die Woche vom 5. bis 11, Oftober ist noch nicht endgültig erfolgt. Baugewerksbund, Fachgruppe Glafer. Die Lohnregelung für Für diese Zeit kommen vorläufig 75,75 millionen Mark zur Aus zahlung. Für Hilfsarbeiter sind Lohnabkommen im Bureau zu haben. Montag abend 7 Uhr im Gewerkschaftshaus Mitgliederverfammlung. Da es sich um wichtige Entscheidungen handelt, müssen alle Kollegen vertreten sein. Butritt nur gegen Mitgliedsbuch. 3m Steinfeggewerbe beträgt der Stundenlohn vom 6. bis 12. Ofs tober für Steinfeger 102, Steinhauer 102,5, Rammer 101,5, für Hilfsarbeiter 96,8 Millionen Mart. Hinzu kommen 4 Proz. für Bohlfahrtseinrichtungen, und zwar 4,080, 4,060 und 3,872 Millionen Mart. Die im Tarifvertrag vom 1. Oftober 1920 enthaltenen Akkordfäße erhöhen sich einschließlich der früheren Aufbesserungen um insgesamt 1 478 260 770 Pro3. mußte, daß er unter 4,20 m. Gold 1 Dollar nicht zeichnen konnte. aus. Noch mehr enttäuscht aber mußte er sein, wenn er wochen. Hier halfen die wertbeständigen Sparkonten der Sparkassen etwas lang nach der Zeichnung noch nicht seine Anleiheſtücke be tommen fonnte. Uns find Fälle bekannt, daß Mittwoch vor drei Wochen bei einer Großbant gezeichnete Anleihen noch nicht herauszubekommen sind, obwohl die Bank zugibt, fie bereits im Depot zu haben. Es wird die Auskunft gegeben, daß noch Wochen darüber hingehen könnten, bis sie herausgegeben werden tönnten! Wir fragen: Wohin soll das führen? Bedeutet das nicht geradezu eine Sabotierung dieser Reichsanleihe, auf die fich in Zukunft fein kleiner Sparer mehr einlassen kann, wenn erneut Propaganda dafür gemacht wird? Es wäre eine dringende Aufgabe des Finanzministers oder, wo Devisenzeichnungen in Be zu sorgen, damit es nicht mit Recht wieder heißt, die Wertbeständig tracht kommen, des Devisenkommissars, hier schleunigst für Abhilfe feit ist nur für die Kapitalisten da, die anderen haben das Nachsehen. Die Banken und öffentlichen Rassen müssen angehalten werden, tie Goldanleihe zum Tagesturs zu verrechnen und sie nicht erst an der Börse zu verkaufen, wobei dem Empfänger in der Regel, abgesehen von dem großen Zeitverlust, mindestens ein bis zwei Tage verlorengehen, bis er sein Geld bekommt. England und feine Kolonialstaaten. Auf der britischen Reichsfonferenz fordern die Bertreter der Dominions einmütig, daß England für die aus den Dominions bezogenen Lebensmittel und für die Waren aus anderen Ländern. England ist aber gegenwärtig Rohstoffe Borzugszölle gewähren soll, niedrigere 3ölle, als im großen ganzen ein Freihandelsstaat, b. h. es werden nur auf eine fleine Gruppe von Waren, wie Zucker, Tee usw., zum Nutzen der Staatstaffe Bölle auferlegt. In dieser Gruppe genießen die Dominions bereits eine Borzugsstellung. Um auch für andere Rohstoffe, wie Baumwolle, Tabat, Wolle, und Lebensmittel, wie Getreide, Fleisch usw. Borzugszölle für die Dominions gewähren zu fönnen, wäre es notwendig, daß diese Waren zuerst überhaupt als zollpflichtig erklärt würden. Dies würde aber nichts Geringeres bedeuten als das vollständige lebergehen Englands aus einem Freihandels- in einen Schutzollstaat. England wird sich voraussichtlich dem stürmischen Verlangen der Dominions nicht vers schließen. Die Andeutungen des englischen Handelsministers auf der Ronferenz weisen bereits darauf hin. Das Schuzzollsystem wird Massen bart treffen. Die Arbeiterpartei hat deshalb bereits den Verbrauch in England verteuern und dadurch die arbeitenden den scharfen Kampf gegen die Vorzugszölle angekündigt. Diese werden aber auch weittragende außenpolitische und weltwirtschaft= liche Folgen haben. Die Verarmung Mitteleuropas schädigt start Die Streitlage in Polnisch- Oberschlesien hat sich wesentlich ver- die englischen Kolonien und Dominions, welche für die verlorenen schärft. Die Belegschaften fast sämtlicher Gruben und Werte stehen Bertreter beklagte fich auf der Konferenz, daß England nur 22 Proz Absatzgebiete Erfaß auf dem englischen Markt suchen. Der indische im Streit. Gestern traten auch die Eisenbahner der Woiwod. schaft in den Streit und verließen um 9 Uhr fast fämtlich ihre der indischen Ausfuhrwaren aufnimmt. Aber auch England muß Arbeitsstätten, so daß der Eisenbahnverfehr vollständig ruht. In nach Erweiterung feiner Abfagmärkte ausschauen und will seine der Mittagsstunde schloß sich auch die Bost dem Streit an. Arbeitslosen in den Kolonien unterbringen. Die Dominions machen Gewerkschaften lehnen en Streit ab, da die neue Teuerungswelle dafür die Gewährung von Vorzugszöllen zur Bedingung und ver durch eine Lohnerhöhung weitgemacht werden könne. Trotzdem ver- fprechen ihrerseits weitere Zollbegünstigungen neben den bereits be. harren die Arbeiter, denen sich auch zahlreiche Beamte und An- stehenden. Wenn dieses System in der Tat durchgeführt wird, so gestellte der Gruben angeschlossen haben, weiter im Streit. Der würde dies eine weitere Abfehr. Englands oom euroAusnahmezustand über das Streifgebiet wird stündlich erpäischen Kontinent bedeuten. martet. Die Polizei hat ein Alkoholverbot erlassen und die Polizeiſtunde auf 9 Uhr abends herabgesetzt. Jede telephonische Verbindung mit Polnisch- Oberschlesien ist unmöglich. gewerbe werden heute brei September- Gehälter als weiterer Ab. Den technischen Angestellten im Hoch, Beton- und Tiefbauschlag auf das Oktober- Gehalt gezahlt. Der nächste Abschlag wird voraussichtlich am 20. Oftober gezahlt. Ueber die Höhe desselben wird nächsten Donnerstag verhandelt, Die Die franzöfifche Wollindustrie über den Vortriegsstand. Die englischen Wollindustriellen beklagen sich über die französische Konfurrenz, die selbst für England billigere Preise macht, als es den Im Gegensatz zu dieser TU.- Meldung berichtet die" Eca" aus englischen Fabrikanten möglich ist. Die durchschnittliche Monats. Kattowiß, daß der Streif in der Bergwerks-, der Hütten- und eines erzeugung hat in diesem Jahr den Durchschnitt der Jahre 1910 Teiles der Metallindustrie nach mehrstündigen Beratungen gestern bis 1913 bereits wesentlich überschritten, und ebenso die Ausbeigelegt wurde. Den Arbeitern wurde Erhöhung der Löhne und fuhr der französischen Wollprodukte, sowohl der Menge wie auch der sozialen Zulagen vom 1. Oktober ab zugebilligt. Die Frage bei Berücksichtigung der Geldentwertung dem Werte nach. der Goldlöhne, die von den Berufsverbänden gefordert wurden, ist nach Warschau überwiesen worden. ( 427,15% geg. 29. 9.) 5. 10.) Engl. Pfund 723 878 500 2728 175 000( 276,19%) 3790 500 000 ( 423,68% geg. 29. 9.) ( 39,19% 5. 10.) Jeden Menschen hat nun die praktische Erfahrung gelehrt, daß Kleinhandelspreise und Devisenturfe trennliche Begriffe geworden sind. Es muß deshalb die Deffentlichkeit im weitesten Maße interessieren, wie die Reichsrichtzahl" eigentlich entsteht. Bis jetzt hat sich das" Statistische Reichsamt" darüber ausgefchwiegen. Befremden muß es auch, daß der dem Amt zur Seite stehende Beirat der Gewerkschaf ten anscheinend widerspruchslos die Erhöhung um 170 Broz. hingenommen hat. Es ist doch allgemein befannt, daß sich die Teuerung im ganzen Reiche mit ganz geringen SchwanfunAllgemeiner Berdand beutscher Reichsfinanzbeamten und Anwärter. Bergen durchaus gleichmäßig auswirkt. Wenn die Lebenshaltung in fammlung der Groß- Berliner Finanzbeamten und Anwärter Sonntag vormittag einigen ber zur Feststellung herangezogenen Gemeinden etwas 10 Uhr. Schulaula des Sophien- Gymnafiums, Weinmeisterstraße 16/17. Bortrag des Berbandsvorfigenden Rollegen Binte über Das Schicksal der Finanzbeamten. billiger ist, fann die Differenz unmöglich so groß sein. Auf die Kollegen! Die Lage erfordert eine flare Stellungnahme. Erscheint in Massen! BESTECKE mitu.ohne Silberauflage. Riesenauswahl, nur billigste Preisberechnung M. Dinse, Juwelier Lichtenberg, Frankf. Allee 202 Nähe Bahnh. Lichtenb.- Friedrichsf Teleph. Lichtenberg 3322 Marken- Zigaretten Tabak n. Zigarren Constantin, Karmitry, Garbaty, Halpaus, Avramikos, Muratti, gibt ab unt. Tagespr TabakwarenGebrüder Fuhrmann Bettwäsche Wäschestoffe Handelsgerichtlich eingetragene Firma kaufen Gold-, Silber-, Platin- Bruch Zahngebisse BERLIN W 30 Nollendorfstr. 39 Kräuter- Franzbranntwein Kopp& Joseph Berlin W 50 Arno Geßner, Großhandig.. besonders kräftigend u.erfrischend Potsdamerst. 122 Werftstr. 21. Teleph.: Moabit 2114. 97 Berantwortlich für Politit: Ernst Renter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Friz Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderet und Berlaasanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin CW. 68, Lindenstraße 3. Wirklich gut und preiswert kaufen Sie noch im Volksschuhhaus ( i. Hause des Neuen Volkstheaters) ISMA Köpenicker Straße 68 Riesige Auswahl Handtücher, Hemdentuche, Damast, Dimiti, Linon, Züchen, Inletts, Bettlaken usw. zu konkurrenzlos billigsten Preisen in schwarz. u. farbig. Herren- u. DamenWäschefabrik Einhorn stiefeln sowie Halbschuhen, KinderNeukölln, Herrfurthstr. 31 stiefeln, Leinenschuhen und Sandalen. ( an d. Hermannstr.) Willst du preiswert Hosen kaufen, mußt zu Hosen- Anders laufen. A. Anders, Beusselstr. 25 Millionen sparen Sie bei ERICH SCHULZ Neukölln, Kais.- Friedr.- Str.220 an der Weichselstr. 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Wallenberg: Salamann. Faltenberg, Gartenstadtite. 10. Fredersdorf- Petersbagen: Otto Wilinsti. Fredersdorf. Friedenau: Rheinste. 27, Ede Rönnebergstraße. Friedrichshagen: Soffmann, Friedrichshagen. Kurze Reukölln II: Siegfriedftr. 28/29. Straße 1. Grünan: P füner. Röpenider Str. 105. Arndtstraße. allee 45. Chauffeeftr. 29. Stenkölln III: Biniler. Sobrechtftr. 40, v. I. Reukölln Brig: Mittag. Brig. Chauffeeftr. 82. Niederschöneweibe: Schindler. Fennstr. 23. Womames: Rari Rrohnbera Eisenbahnstr. 10. Salensee, Grunewald, Eichlamp: Frau Road. Rios! Henriettenplag. Brivatwohnung: Ratharinenftr. 4. Seinersdorf: Frau Goldbach. Niederschönhausen. SchloßSennigsdorf: Frau Rozbalinfft. Rathenauftr. 3. Hermsdorf: DalIn. Steinmegstr. 1. Sobenneuendorf: Wehliz. Oranienburger Str. 2. Soppegarten: Rauf Soppegarten- Birtenftein. Barzelle teinidendorf- Off Schönbola: bertable. Brovina Bismardtr. 8. Nr. 119. Johannisthal. Alwin Gammiich Raulsdorf: Boat. Brebereckstraße 19. Rarlshorst: Berndt, Riost. Bahnhofplah. Rönigswafterhaufen: E. Mener. Botsdamer Str. 9. openid, Sirichgarten: dla a Rieser Str. 6( Laden). Bichtenberg 1: Lichtenberg, Wartenbergstr. 1. Lichtenberg 11, Rummelsburg, Stralau: Lichtenberg. Bog bagener Str. 62. zichtenberg L, Friedrichsfelbe: Frankfurter Allee 185, Baden, Spandan: Brohm. Achenbachstr. 7. Staaten: 31tel Eichenwintel, 16. Steglig: Fro ft. Düppelftr. 35. Südende: 2 udwig, Halskeſtr. 36. Segel, Tegelort: Spieß, Tegel, Schlieperftr. 52. Teltow: SäfeI, Ritterstr. 29. Sempelhof: Raifer Wilhelm- Str. 18. Tempelhof: Randler. Sohenzollerntorfo 5. Trebbin: Göring. Bahnhofstr. 62. Treptow: Weiß. Riefholaftr. 18b. Waidmannsluft: Rohbe. Oraniendamm 10. Weißenfee: Greunte, Gedanstraße 88. Wilban Hoherlenme: Rub. ettow. Wilhelmstr. 31. Oranienburg: Seint. 2oenhardt, Stralfunder Str. 6. Wilhelmshagen. Seffenwinkel: Schulze. Wilhelmshagen. Oberschöne weide: Robert Baul Mathildenstt. 5. Bankow: Nikmann 20thlenftr. 70. Nahnsdorf: Seichert, Forststr. 7. Strake 58 Roben) Reinidendorf- Weft: Seibel. Scharnweberftr. 114. Rofenthal: Heinrich Gorsti, Sauptstr. 28. Rüdersdorf, Ralfberge, Tasdorf: Adolf Go erte, Ralfberge, Rhedenstraße 15. Schönebera: Belziger Str. 27. Schmargendorf: Stehab Breite Str. 3. Wilmersdorf: Schubert Wilhelmsaue 27, Sof 1 Treppe; Buhle, Ludwigkirchplat, 9, Seitenflügel 4 Treppen; Federowi. Raiferplas 10. vorn parterre. Bittenau: 8ibell, Sauptstr. 24. Boltersdorf: Schurbaum. Eichendamm 22. Behlendorf, Schlachtenfee, Ritolassee: Rehlendorf. Teltower Straße 3. Zeuthen, Miersdorf: A. Behling, Bahnhofstr. 2. Rohen: itt. Bahnhofftr. 25. Senzig, Mittenwalde, Schenkendorf, Nicberlehme, Rene Mühle, Bernsdorf, Cablow: Friebewalb. Gengig, Sämtliche Literatur sowie alle wiffenfchaftlichen Berle werden geliefert. Siemenstadt: ielio, Reißftt. 22, s. 3 I. Sonntags fab bis Gefchäftsstellen neidioten. Chauffeeftr. 54.