Abendausgabe Nr. 480 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 241 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Dolksblatt 8 Millionen M. Sonnabend 13. Oktober 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszett 9-5 Uhr Verleger: Borwärts- Berlag Gmbh. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2502 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Das Ermächtigungsgeseh angenommen. Mit 316 gegen 24 Stimmen bei 7 Enthaltungen. Die Abstimmung. 3 Vor dem Portal des Reich tages ftanden trog strö| Unter allgemeiner Bewegung erklärte jedoch der Sprecher der nur mit 3ustimmung der Behörde wirksam find menden Regens Scharen, die Einlaß suchten. Das ist vo: Bayerischen Volkspartei, daß er für seine Frattion diese An- und daß die Behörde während diefer Sperrfristen auch läufig gegen 11 Uhr vormittags das einzige Anzeichen eines fündigung vom Donnerstag aufrechterhalte und daß die die Streckung der Arbeit bis auf 24 Stunden vorschreiben kann. ungewöhnlichen Tages. Im Hause, ist es noch still. Fraktion im Saale bleiben und gegen das Gesez stim- Auf der anderen Seite hat die Reichsregierung im Artikel 2 der Die große Wandelhalle ist wie ausgestorben. Die Abgeord- men würde. neuen Verordnung den§ 12 der Verordnung vom 12. Februar aufneten, die schon zahlreich im Hause sind, halten sich in dem gehoben. Nach dieser Vorschrift war der Arbeitgeber gezwungen, Lesesaal oder den Fraktionsräumen auf. Nirgends hört man die Arbeit in seinen Betrieben zu streden, wenn er auch nur einzelne Idute erregte Gespräche, es ist, als ob ein dumpfer Druck über Der erste Artikel mit der Ueberschrift wurde durch bloßes Arbeiter entlassen wollte; das bedeutet eine Belastung für die Beallem lastet. Man nennt die Zahl der schon eingetroffenen Aufheben von den Plätzen angenommen. Die Deutschnafio- triebe, die mit den Grundsäßen der Produktivität nicht vereinbar Abgeordneten und die Stärke, mit der die einzelnen Frat- nalen, Bayerischen Bolksparteiler und Kommunisten blieben ist. Die Aufhebung des§ 12 entspricht übrigens auch einem Guttionen bisher angetreten sind. Die Zahlen ändern sich in figen. Nun folgte die entscheidende Abstimmung achten, das der Sozialpolitische Ausschuß des Reichswirtschaftsrats jedem Augenblic. Sie werden dem Reichskanzler, der noch über das Ganze durch Stimmzettel, wobei die Kommu- fürzlich erstattet hat. In einer weiteren Vorschrift der neuen Berin der Reichskanzlei ist, von Zeit zu Zeit telephonisch über- niffen und Deutschnationalen den Saal verließen. Da fast alle ordnung werden landesrechtliche Bestimmungen über Betriebsstil. mittelt. Um 11 Uhr traten Zentrum und Demokraten zur fozialdemokratischen Abgeordneten, die zur Opposition gehören, legungen, Arbeitsstreckung oder Erhaltung von Arbeitnehmern in Fraktionssitzung zusammen. In einer halben Stunde beginnt entsprechend dem Fraktionsbeschluß im Saale geblieben find den Betrieben für unwirksam erklärt. bie Sigung der sozialdemokratischen Fraktion. und mit Ja stimmten, war die Annahme gesichert. Ein Gerücht macht flüsternd die Runde: Die Bayerische Boltspartei foll auf eine Weifung hin, die sie aus München erhalten hat, zum Feind übergegangen sein, d. h. zu denen, die durch ihren Auszug aus dem Saal das Zustandekommen der Zweidrittelmehrheit verhindern wollen. Am Donnerstag hat noch der Abg. Leicht als dern wollen. Am Donnerstag hat noch der Abg. Leicht als Borsitzender der Fraktion der Bayerischen Volkspartei im Plenum die feierliche Erklärung abgegeben, seine Partei würde wohl gegen das Ermächtigungsgeseh stimmen, aber feine Obstruktion treiben, sondern sich loyal verhalten und bei der Abstimmung im Saal bleiben. Jetzt soll es wie der anders sein, auf einen Wint von München her! Ein Umfall der Bayerischen Volkspartei würde neue Gefahr bringen. Wieder feßen sich alle Rechenstifte in Bewegung. * 10 Minuten vor 2 Uhr verkündete Präsident Löbe das vorläufige Ergebnis der namentlichen Gejamfabstim347 Stimmen, davon 24 mit ein; 316 mit 3a und 7 Abmung über das Ermächtigungsgesetz. Es wurden abgegeben geordnete haben sich der Stimme enthalten. Für billige Kohle. Verordnung des Reichspräsidenten. Reichspräsident und Reichsregierung haten folgende Notver ordnung erlassen: Es waren fomit mehr als zwei Drittel der gesetzlichen In Abänderung des§ 112 Abs. 1 der Ausführungsbestimmungen Mitgliederzahl des Reichstages anwesend, haben an der Ab- vom 21. August 1919 zum Gesetz über die Regelung der Kohlenftimmung teilgenommen und mehr als zwei Drittel dieser Zahl wirtschaft( Reichsgefeßblatt S. 1449) wird bestimmt, daß der haben für das Gesetz geftimmt, das damit angenommen ist. Reichswirtschaftsminister befugt ist, die vom Reichsniften mit Pfuirufen aufgenommen. Darauf erhält Abg. auch ohne vorgängige Anhörung des Reichstohlenrats und ReichsDie Verkündigung der Annahme wird von den Kommu- tohlenverbande festgesetzten Brennstoffperfaufspreise Fröhlich( komm.) das Wort zu einer Erklärung seiner Frak- tohlenverbandes herabzusehen.§ 2. Das Kohlensteuergesetz vom fion gegen das Gesetz. 20. März 1923( Reichsgefehblatt. S. 193) wird aufgehoben.§ 3. Diese Verordnung tritt mit dem 15. Oftober 1923 in Kraft. Die Grosse Parteien Neue Notverordnung. Mittel Parteien 39 Koalition 1651 Rechts Nachdem vor einigen Tagen bereits die Verordnung über die Die Koalitionsparteien zählen 346 Mitglieder. 3ahlung der Steuern in Gold erlassen worden ist, beDazu kommt der Bayerische Bauernbund, der mit seinen vier schäftigte fich das Reichskabinett in feiner gestrigen Sitzung mit der Mann im Saal bleiben will, macht 350. Die Bayerische Bolts- Frage der Bekämpfung der Preistreibereien durch karpartei hat 20 Mitglieder. Bleiben sie Deutscher im Saal, so wären bei vollzähliger AnReichstag wesenheit aller dieser Fraktionen auch nach Abzug der Obstruktionisten noch 370 Mann da, also 64 mehr als zur Zweidrittelmehrheit notwendig find. Gehen die bayerischen Volksparteiler hinaus, dann bleiben 350, also immer noch 44 mehr, als zur Zweidrittelanwesenheit notwendig ist. Nun aber sind die Abgeordneten niemals vollzählig da. Unter hundert gibt es immer einige, die durch höhere Gewalt am Erscheinen verhindert sind oder die wegen abweichender perfönlicher Meinung der Abstimmung lieber fernbleiben wollen. Rechnerisch lautet also die Frage, ob der Ausfall bei den Koalitionsparteien im ganzen mehr als 44 betragen wird. Wäre das der Fall, dann fiele das Gesetz und die Auflösung wäre da. felle und Preistonventionen. Die beteiligten Refforts Um 12 Uhr werden folgende Zahlen genannt: von den find mit der Lösung dieser Frage befaßt. Anschließend kamen Richt39 Demokraten sind 38 anwesend, von den 66 Volkspartei- linien für die fünffige Wohnungspolitik zur Erörterung und lern 58, von den 68 Mitgliedern des Zentrums 60, zusammen Beschlußjaffung. Links 173 Sozialdemokraten 2 Unabhäng Sozialdem 15 Kommunisten Volkspac Bauernbund Demokraten 459 Abgeordnete K.LB.9219. தன D.Volkspartei === 67: Parteien D. Nationale Vpt: D.Völkische Freiheitspartei Zur Mehrarbeit im Bergbau. löhne, die am Donnerstag und Freitag in Berlin stattfanden, Gelegentlich der Verhandlungen über die Bergarbeiter. wurde auch die Frage der Mehrarbeit eingehend besprochen. Die Vertreter der Arbeitnehmer äußerten hierbei ihre prinzipielle 3ustimmung zur Notwendigkeit einer Mehrleistung auf dem Gebiete der bergbaulichen Produktion, behielten sich aber ihre endgültige Stellungnahme bis zur Entscheidung durch die bevorstehenden Revierkonferenzen vor. Die weiteren Berhandlungen über die Frage der Mehrarbeit sollen aus diesem Grunde erst am fommenden Donnerstag im Zusammenhang mit den an diesem Tage ſtqtifindenden neuen Lohnverhandlungen geführt werden. Die Küstriner Putschisten. Erhebung der Anklage gegen 14 Teilnehmer. Aus dem Reichsjustizminifterium erfahren wir: Wegen der Vorgänge, die sich am 1. Oftober in Küstrin abge= fpielt haben, ist bei dem zu ihrer Aburteilung eingefeßten außerordentlichen Gericht Kottbus Anklage erhoben worden gegen 1. den Major a. D. Ernst Buchruder in Haus Tornom, bei Buckow, Kreis Lebus, 2. den Major a. D. Friz Herzer in Küftrin, 3. den Kaufmann Hans Hann in Liegniß, 4. den Zahnarzt Mar Fliege in Leipzig, 5. den Oberleutnant a. D. Peter Boigt in Rüstrin, 6. den Kandidaten der Chemie Gerhard Reichel in Küstrin, 7. den Ingenieur Karl Dabkowski in Rüstrin, 8. Den 156, dazu die 4 Bayerischen Bauernparteiler, zusammen also Weitere Beschlüsse der Reichsregierung betrafen die sogenann- Landwirt Hans Koertge in Duberom bei Müllrose, 9. den Land160. Zur 3weidrittelmehrheit sind 306 Abgeordnete not- ten Demobilmachungsverordnungen, die Berord- wirt Hermann Kühn in Grunow, Kreis Angermünde, 10. den Landwendig, bleiben 146, die von der sozialdemokratischen Reichs- nungen über Einstellung und Entlassung von Arbeitnehmern wirt Georg Burchardt in Kleindammer, Kreis Züllichau, 11. den tagsfraktion gestellt werden müssen. Die sozialdemokratische vom 12. Februar 1920 und über Betriebsstillegungen vom Kaufmann Willy Briezewski in Berlin, 12. den Oberleutnant Reichstagsfraktion hat insgesamt 173 Mitglieder. 8. November 1920. Diese Verordnungen waren von vornherein a. D. Arnold Schenk in Küstrin, 13. den Landwirt Eduard nur für eine Uebergangszeit bestimmt. Die Reichsregierung hat sich Stobbe in Rietschüß, Kreis Schwiebus, 14. den Oberleutnant a. D. bei ihren Beschlüssen von dem Bestreben leiten lassen, Produktivität Georg Walter in Rüstrin. Die Anklage beschuldigt die genannten Um 341 Uhr ist die Sigung der sozialdemokratischen der Wirtschaft wederherzustellen, ohne dabei auf den notwendigen 14 Personen, welche sich sämtlich in haft befinden, des Hoch ver= Fraktion zu Ende. Es ist mit übergroßer Mehrheit Schuh der Arbeitstraft zu verzichten. Sie hat deshalb ats, weil sie es gemeinschaftlich unternommen haben, die Berbeschlossen worden, daß für die bevorstehende Abstim durch Artikel der Verordnung über Betriebsstillegungen und Ar- fassung des Deutschen Reiches gewaltsam zu mung der Fraktionszwang gilt, d. h. daß es den einzelnen beitsstreckung die geltenden Vorschriften dahin ergänzt, daß bereits eingereicht worden ist, so kann damit gerechnet werden, daß ändern. Da die Anklageschrift bei dem außerordentlichen Gericht Mitgliedern nicht gestattet sein soll, durch ihr Verhalten den in der Sperrfrist von regelmäßig vier Wochen, die einer die Hauptverhandlung im Laufe der nächsten Woche stattfindet. Den Willen der Fraktion zu durchkreuzen. Alle Mitglieder der Betriebsstillegung oder einer größeren Betriebseinschränkung fozialdemokratischen Fraktion sollen demnach im Scale ver- vorausgehen muß, auch Entlassungen von Arbeitnehmern bleiben und mit I a stimmen. Der Beginn der Sihung. Dollarkurse ohne Börse. Teuerungsunruhen in Köln. Borsiz im Gericht wird der Landgerichtsdirektor Lampe in Rottbus führen. Die Anklage wird durch Landgerichtsdirektor Heu e in Berlin vertreten werden. Eine große Anzahl anderer Personen, die wegen der Vorgänge in Rüstrin in Haft genommen waren, sind in ihre Heimat abbefördert worden, da es sich nicht hat nachweisen 1 Uhr 40 min.( Während der Abstimmung.) Am Sonnabend blieb die Börse für jeden Verkehr gelaffen, daß sie von den hochperräterischen Absichten ihrer Führer Zu Beginn der Sigung versuchten die Abgg. Stöder schlossen. Vom Bureau entwickelte sich ein lebhafter Mei- Kenntnis gehabt haben. ( Komm.) und Ledebour( Unabh. Soz.) eine Geschäfts- nungsaustausch über die Lage des Devisenmarktes. Zu ordnungsdebatte zu eröffnen, um die entscheidenden Ab- größeren Abschlüssen, auch in Effekten, bestand im Hinblick stimmungen zu verschieben. Dieser Bersuch mißlang auf den noch völlig ungewissen Ausgang, der heutigen Reichsvollständig. Zur Abstimmung selbst ergriff unter atem tagsfizung und die noch nicht geklärte Frage der ersten Not- Laufe des heutigen Nachmittags in verschiedenen Teilen der Stadt und Köln, 13. Oktober.( TU.) Die Teuerungsunruhen haben sich im loser Stille Abg. Leicht( Bayer. Bp.) das Wort. Bis zur verordnungen zunächst wenig Neigung. Auf dem gesamten der Vororte in verstärktem Umfange fortgesezt. An zahlEröffnung der Sigung war die Fraktion der Bayerischen Geschäftsleben lastet neben der sehr scharf in die Erscheinung reichen Stellen wurden Fahrzeuge mit Lebensmitteln oder GegenBolkspartei zu einer Sigung zusammengetreten und es hieß tretenden Geldknappheit vor allem die Ungewißständen des täglichen Bedarfs ausgeraubt. Berschiedene Plünderer allgemein, fie hätte die Weifung von München aus er heit über die fommenden Maßnahmen der Währungs- fonnten festgenommen werden. Ein Kraftwagen mit Schußpolizeihalten, das Zustandekommen des Ermächtigungsgesetzes reform. Die Gesamttendenz des Devisenmarktes bleibt beamten, der zu einer gefährdeten Stelle fuhr, wurde unterwegs von um jeden Preis zu verhindern, indem fie ent- immerhin feft. Man nannte den Dollar mit 5,5 bis 5,75, der Menge angehalten und hart bedrängt. Die Beamten mußten gegen ihrer Ankündigung am Donnerstag den Saal verlassen englische Pfunde mit 25 bis 26 Milliarden. Große Nachfrage beworfen wurden. In der Severinstraße tam zu befonders mit der Hiebwaffe einschreiten, da sie von der Mange mit Steinen würde. Die ersten Säße des Abg. Leicht schienen diefe Auf besteht nach Dollarschazanweisungen und Goldanleihen, da die ftarten Ausschreitungen. Der Straßenzug mußte mehrere Male mit fassung, die mit einer größten Gefährdung des Ermächti- Verwendung dieser Bapiere als wertbeständige Zahlungs- blanter Waffe von berittener Polizei und Manngungsgesetzes gleichbedeutend gewesen wäre, zu bestätigen. mittel in den letzten Tagen sehr stark zugenommen hat. fchaften zu Fuß gefäubert werden. Rußlanö und die deutsche Krise. Von Prof. Dr. S. T s ch a ch o t i n. Der Verfasser des nachstehenden Artikel», ein Mit- (stieb der Redaktion des sowjetfreundlichen Berliner Organs„Nakanune", sendet uns den Artikel als Beitrag Zur Frage, welches Interesse Nußland an der weiteren Entwicklung der Verhältnisse in Deutschland hat. Ohne uns das Urteil des Verfassers über Rußland in allen Punkten zu eigen zu machen, geben wir seinen Aus- fllhrungen gerne Raum, um einer der mehr realistisch eingestellten Auffassungen in russischen politischen Kreisen Geltung zu verschaffen. Red. d..Vorwärts". Die Auswirkungen der deutschen Krise sind nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa und insbesondere für Rußland, als den Träger einer neuen sozialen Eni- Wicklung, von Bedeutung. Man mag über die russischen Ver- Hältnisse denken, wie man will, zweierlei bleibt jedoch als Tat- fache bestehen: Rußland erholt sich und erstarkt, und zweitens ist in Rußland eine Gesellschaftsform entstanden, die die großen Volksmassen auf die Bahn der Entwicklung einer wirk- lichen sozialen Demokratie, eines Arbeitsstaates drängt. Alle, die in letzter Zeit Rußland bereist haben, geben ohne weiteres zu, daß sich in den breitesten Schichten des Volkes eine eigen- artige psychische Wandlung vollzogen hat, für die als befon- deres Kennzeichen der Wille zur Tat ist. Das Rußland vss heute ist, trotz a?er seiner noch offensichtlichen Schwierig- leiten und Mängel, doch der einzige und seinen effektiven Ausmaßen nach höchst bedeutsame Hort für die Idee der Menschheitsentwicklung in sozialistischem Sinne. Europa kann auf die Dauer keine Wirtschaft ohne Ruß- land treiben. Europa ist wirlfchaftsgeographifch auf Rußland angewiesen, und je eher Rußland aufblüht, desto rascher wird auch Europa gesunden. Die wirtschaftliche Gesundung und die damit eng verbiindens politische Konsolidierung Reu-Rußlands ist aber in agitatorischer Hinsicht ein ungemein wirksamer Faktor. Nichts kann die Volksmassen im Westen so sehr faszi- n leren, so sehr überzeugen und alle Verleumdungen politischer Feinde zunichte machen als eine solche innere Festigung des heutigen Rußlands. Rußland braucht keine kostspielige Progaganda, die Tatsache seiner Gesundung ist an sich schon ein Propaganda» faktor ersten Ranges. Allerdings ist die hier zum Ausdruck gebrachte Meinung keineswegs so zu verstehen, als ob hier die russische Nevolutionsform als alleinseligmachend erklärt und die agitatorische Auswirkung der russischen Renaissance in d i es e r Hinsicht verlangt wird. Wir sind vielmehr der Meinung, daß gerade die russische Revolution Europa von der Notwendigkeit ebensolcher katastrophalen Umwälzungen bewahrt hat. Die Tatsache allein, daß in einem Koloß wie Rußland sich die Verhältnisse ganz anders wie in Europa gestaltet haben, genügt vollkommen, um Europa dauernd zu z w i n g en. seine Wirtschaft und Politik dem entscheidenden Faktor in, Osten anzupassen. Wenn der Zarenstaat als eine militärische Dampfwalze angesehen wurde, so ist der neurussische Sowjetstaat eine wirtschaftliche Dampf- walze, die Europa unausbleiblich zwingen wird, den Weg zur Schaffung eines Bundes von Arbeitsstaaten zu beschreiten. Ohne Katastrophen, ohne gewaltsame Erschütterrm- gen, wird Europa, kraft der Tatsache der stegreichen rufst- scheu Revolution, allmählich zu derselben Einstellung gelangen in ü s se n. Gerade der Sieg der russischen Revolution ist ein Vollwerk, das geeignet ist, die europäischen Staaten vor kata- strophalen Revolutionen, vor Bürgerkriegen, zu schützen. Ja noch mehr, nichts könnte in diesem Augenblick die ruhige Ent- wicklung Ruhlands und somit auch den endgültigen Triumph des Arbeitsstaatsgedankens in ganz Europa so sehr gefährden, als ein Bürgerkrieg in Deutschland. Man hört oft, daß gerade Rußland bestrebt sei, sich in dieser Hinsicht zu betätigen und eine planmäßige Propaganda in dieser Richtung zu betreiben. Gewiß gibt es auch in Ruß- land Hitzköpfe, die dafür eintreten möchten, aber kühl er- wägende Politiker— und als solche haben sich diejenigen er- wiesen, denen an leitenden Stellen die Führung russischer Po- litik heute obliegt— sehen ohne weiteres ein, daß ein Ueber- stürzen in dieser Hinsicht mit großem Risiko verknüpft wäre. T r o tz k i hat kürzlich in einem Interview mit dem amerikanischen Senator King klipp und klar ausgesprochen, warum für Rußland eine Einmischung in die deutschen Ver- Hältnisse unerwünscht und unausführbar wäre. Man sieht keine Gründe, um an der Aufrichtigkeit seiner Worte zu zweifeln. Ein Bürgerkrieg in Deutschland würde im Falle eines ungünstigen Ausganges die europäische Re- aktion, den europäischen Faschismus, gerade gegenüber dem russischen Arbeiterstaate— seinem gefährlichsten und ver- haßtesten Gegner— ganz gewaltig stärken und die ruhige Entwicklung Rußlands außerordentlich hemmen und gefähr- den. Im Falle eines— übrigens recht problematischen— günstigen Ausfalles des deutschen Bürgerkrieges, würde Ruß- land einen wirtschaftlich recht geschwächten Verbündeten be- kommen, für dessen Unterhalt und Unterstützung a zu viel hergeben müßte. Dadurch würde seine eigene Lage gesckjwächt und das Tempo seiner Erstarkung verlang- samt werden, was wiederum eine Herabsetzung von Er- füllungschancen der Arbeiterbewegung in der ganzen Welt und eine ernste Gefährdung der sozialistischen Idee selbst be- deuten würde. Das muß einmal offen und klar ausgesprochen werden. In diesem Augenblick darf man sich nicht scheuen, der letzten Wahrheit mutig ins Auge zu schauen. Daher das große Interesse, das für Rußland in den gegenwärtigen politischen Auseinandersetzungen in Deutsch- land siegt. Die Lage ist klar: Kann die Existenz und die Ein- heit der deutschen Republik und ihrer zusammenhaltenden Ele- mente gewahrt werden, die zur Niederhaltung der ihr Haupt erhebenden Reaktion nötig ist: können die Forderungen der deutschen Arbeiterklasse und ihrer stärksten organisierten Trä- ger, der Sozialdemokratie und der G e w e r k- s ch a f t e n, durchgesetzt werden, so sind die Aussichten auch für Rußlands ruhiges Gedeihen und damit auch für den end- gültigen Sieg des sozialistischen Staatsgedankens gestiegen. Fällt die Koalition, wird der Reichstag aufgelöst, kommt die von Stresemann als Notbehelf in Aussicht genommene Dil- tatur, die früher oder später in eine Rechtsdiktatur ausarten würde, dann wird der Erstarkungsprozeß Sowjetrußlands und mit ihm die Hoffnung auf eine baldige Herrschaft des Soziasismus in Europa in Frage gestellt. Dann wird aber auch für Rußland, als den einzigen Arbeiterstaat der Welt, eine schwierige Lage geschaffen. Das sollten jetzt ganz besonders diejenigen beherzigen, die so gerne von der russischen Revolution sprechen und ihr hul- digen, die aber zugleich durch unbesonnene Schritte den Triumph der Revolution unb des Soziasismus beein- trächtigen könnten._ Gefahren für Sie örotversorgung. Eine Eingabe der GEG. Die Großeinkaufs-Gesellschaft Deutscher Konsumvereine m. b. H., Hamburg, hat in einer dringenden Eingabe an das Reichsernährungsministerium auf den besorgniserregenden Zustand in der Mehlversorgung der Konsumvereinsbäckereien hingewiesen. Die Mühlen können nach Aufhebung der Zwangsbewirffchafwng in Getreide nicht mehr das erforderliche Korn von der Landwirtschast beziehen, um das notwendige Mehl zu siefern, weil das Getreide zurück- gehalten wird, jedenfalls gegen Paptermark nicht zur Ablieferung kommt. Dieser Zustand hat sich ins- besondere in den letzten 6 Tagen infolge des Währungsver- falls gezeigt. Das Reichsernährungsministerium und in einer zweiten Eingabe an die Reichsgetreide stelle auch diese, werden ersucht, aus den Beständen der letzteren die not- wendigen Mengen Korn zur Verfügung zu stellen, damit die Brotvers-orgung nicht ins Stocken gerät, und weiter dafür zu sorgen, daß den Mühlen von der Land- mirffchast das erforderliche Getreide geliefert wird. Schuh öen Veebrauchergenosiensthasten! Ein sozialdemokratischer Änrrag. Die sozialdemokratische Fraktion hat im Reichstag folgenden Antrag eingebracht: „Die furchtbare Entwerwng der Mark und die Notlage große,- Schichte� der Verbraucher haben die Konsumgenossen- s ch a f t e n aller Art in schwere Bedrängnis gebracht. Weniger als andere privatwirtschastliche Unternehmungen gleicher Art sind sie imstande, die Preist ihrer Waren der Geldentwertung anzupassen. Eine zunehmende Verringerung ihrer Vermögens- und Warenbestände ist deshalb die Folge dieser Entwicklung gewesen. Aber auch die Allgemeinheit wird durch diese Erschwerung der Lag« der Konsui�vereine stark bedroht. Fast ein Drittel der deutschen Bevölkerung' ist auf den Warenbezug durch die Konsum- vereine angewiesen. Sind die Konsumverein« nicht mehr imstande, diese Aufgabe zu erfüllen, dann bleiben Störungen des Wirt, schaftslebens und der öffentlichen Ordnung und Ruhe unoer- meidlich. tEs erscheint deshalb als die Pflicht des Reiches, bei seinen finanzpolitischen Maßnahmen Rücksicht auf dies« Verhält- nisse zu nehmen. Selbst bei nominell gleicher Belastung der Konsum- vereine durch die Steuergesetzgebung ist die tatsächliche Belastung stets ein Vielfaches höher als die anderer wirtschaftlicher Unter- nehmungen, weil die Konsumgenossenschaften ihren steuerlichen Ver- pflichtungen stets restlos und auf das pünktlichste nachgekommen sind. Angesichts dieser Umstände beantragen wir: Der Reichstag wolle be- schließen: 1. Im 8 2 des Umsatzsteuergesetzes eine Ziffer 13 mit folgen- dem Wortlaut anzufügen: 13. Von der Umsatzsteuer sind befreit bei den Ge- nossenschastcn, die einem Revisionsoerband angehören und die der gemeinschaftlichen Verwertung von Erzeugnissen der Genossen oder dem gemeinschaftlichen Absatz der Genossen oder dem gemeinschaft- lichen Einkauf von Waren für die Genossen oder der Herstellung von Häusern für die Genossen dienen, derjenige Teil des Umsatzes, der den für die Erzeugnisse und Waren der Genossen oder den eingekauften Waren oder den für die Hefftellung der Häuser gezahlten Entgelten entspricht. Das gleiche gilt bei den in ihrer Hauptbestimmung als Zentralen der Genossen- schaften, Gesellschaften mit beschränkter Hastung und Aktien- gesellschaften, deren Gesellschafter ausschließlich oder doch überwiegend die im Abs. 1 bezeichneten Genossenschaften sind. 2. Entsprechend der Befreiung der Kleinbetriebe von der B e- triebssteuer sind auch die Konsumvereine und deren Zentralen von der Entrichtung der Betriebssteuer auszunehmen. �uckerreserve. Sicherung der Uebergangszeit zur freien Wirtschaft. Die im letzten Herbst wieder eingeführte Zwangsbewirt- schaftung für Zucker gilt bekanntlich nur für Zucker der letzt- jährigen Erzeugung, von dem zurzeit der Rest zur Verteilung gc- langt. Durch eine in diesen Tagen erscheinende Verordnung des Reichsmimsterimns für Ernährung und Landwirtschaft werden zur Vermeidung von Störungen de? Zuckerversorgung des kommenden Jahres eine Reihe besonderer Maßnahmen getrosten. Zunächst wird den Zuckerfabriken die Verpflichtung auf- erlegt,«ine gewisse Menge Zucker aus der neuen Erzeugung bis zu einem vom Reichsminister für Ernährung und Landwirtschast be- stimmten Zeitpunkte auf Lager zu halten. Diese Rücklag« ist so bemessen, daß sie den Bedarf der Bevölkerung für etwa 4 Mo- nate sichert. Sie darf erst in den Verkehr gebrocht werden, wenn der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft sie freigibt. Auf diese Weise, wird erreicht, daß nicht der gesamte Zucker neuer Erzeugung am Anfang des Wirtschaftsjahres auf den Markt und in den Konsum kommt, wodurch unter Umständen für den Rest de» Wirtschaftsjahres Störungen in der Versorgung eintreten könnten. Zur Verhinderung eurer etwa zu befürchtenden Spekulation mit Zucker wird sodann eine besonder« Großhandelserlaubnis für Zucker eingeführt für diejenigen Betriebe, die den Handel mit Zucker neu aufnehmen wollen. Endlich sieht die Verordnung eine Einschränkung der gewerblichen Zuckerverarbei» t u n g vor. Die Verwendung von Zucker zur Herstellung von Mar« melade und Obstkonserven, Kunsthonig, Schokolade und Süßigkeiten sowie Branntwein und branntweinhaltigen Getränken oller Art wird von einer besonderen Erlaubnis abhängig gemacht. Zucker, der im letzten Wirtschaftsjahr durch die zuständigen Stellen geliZert oder zugewiesen worden ist, darf bis auf weiteres noch oerarbeitet werden. Grögebunöene Sittlichkeit. Von Kurt Heilbut. Der Weltkrieg hat vielen die Augen dafür geöffnet, daß die beiden einflußreichsten Weltanschauungen der europäischen Völker, Christentum und Philosophie, nicht imstande sind, die Menschheit aus dem Chaos zu retten. Den jungen Menschen unserer Tage, die sich freimachen wollen von den überkonunenen Anschauungen und Ueber- lieferungen, den Ringenden und Suchenden nach neuen Erkenntnissen und neuen Wegen, uns aus dem kriegerischen und profitgierigen W-jp/ifinn unserer Tage hinauszuführen, sei Dr. Walter A. B e re n d- s o h n s kleme Schrift„Erdgebundene Sittlichkeit" empfohlen. In einer klaren, übersichtlichen Gliederung, m einer bilderreichen und gedankentiefen Sprache, die durchglüht ist von der Liebe zu den höchsten Menschheitsideen, zeigt Berendsohn, daß und warum Christentum und Philosophie als Führer und Retter oersagt haben. Weder konnte das Christentum den inneren Widerspruch lösen zwischen der gotwerbundenen reinen Seele und dem sündigen erd- gebundenen Körper, noch vermocht« die Philosophie, die Wissenschaft von der Lebensweisheit, den Gegensatz auszugleichen zwischen der Niedrigkeit der menschlichen Natur und der von ihr losgelösten reinen Vernunft Kants. Das Leben ist durch reines Denken allein nicht zu meistern, und die Erkenntnis alkin zwingt noch nicht mit innerer Notwendigkeit zum sittlichen Handeln. Nur sinnvolle Gebundenheit der ganzen Innenwelt kann die Menschenwelt umgestalten und beseelen. Ist äußere Crdgebundenheit des Menschen und der Menschheit unentrinnbares Schicksal, so ist innere Crdgebundenheit die überall keimende künftige Religion. Gebundenheit an die Natur, als Quell unserer besten Kräfte, Gebunden- heit an die Kultur in erster Linie durch Familie und Beruf. Innere Erdgebundenheit schafft das Ideal eines Menschen, dem sich Natur- und Kulturgebundenheit unmerklich ineinanderfügen. Die Scheide- «and im Menschen zwischen Körper und Seele, zwischen Natur und Kultur ist durchbrochen, und so wird innere Erdgebundenheit zur tragfähigen Grundlage für den Aufbau einer neuen Sittlichkeit. Und die Sehnsucht nach einer neuen Sittlichkeit ist überoll groß. Jede Lebensanschauung ist irgendwie gebunden, das Christentum an den jenseitigen Gott, die Philosophie an die Sittenlehre, Auch die an die Erde gebunden« Sittlichkeit.schaltet die Freiheit aus. Nicht „Frei wovon?" heißt die Frage, sondern mit Zarathustra wird ge- fragt:„Frei wozu?". Voraussetzung ist allerdings die Freiheit von alten erstarrten Ucberlieferungen. An ihre Stelle tritt die willige, sinnvoll«, innere Gebundenheit an die Kultur. Das gilt für den Einzelmenschen wie für die Gemeinschaft, für Volk und Staat: Wer sein Vaterland lieb hat, und ihm dauernden Bestand sichern will, muß dem Vvlkerfrieden zustreben. Sittlich ist alles, was die Weg« dorthin ebnet. Unsittlich und verderblich dagegen ist die ungeheure Gewalt, die sich der Kapitalismus in der Freihest des wirtschaftlichen Lebens erworben hat. Die Umgestaltung der polittschen und wirtschaftlichen Welt ist also ein unerläßlicher Bestandteil erdgebundener Sittlichkeit. Nicht minder die Umgestaltung der kulturellen Verhältnisse. Auch in Kunst und Wissenschast sind die innigen Beziehungen zur menschlichen Ge- meinschaft verloren gegangen. In der Kunst wird das losgelöste Ich überschätzt, in der Wissenschaft an sich. Es gilt die Schaffung einer Lebensanschauung als Grundlage einer einheitlichen Sittlichkeit, die nicht nur an Feiertagen hervorgeholt werden, sondern bei den nahe- liegenden Alltagsdingen beginnen soll.„Crdgebundene Sittlichkeit ist Bindung des Willens durch Liebe. Ihr Wesenskern ist nichts anderes als«cht« Menschlichkeit." Und die Erziehung zu dieser Menschlichkeit ist«ine miserer wichtigsten Aufgaben. vie Grestie öes fieschplos in neuer Fassung. Di« Freisprechung des Muttermörders steht an der ersten Stufe der zivilisierten Geschichte: sie beginnt mit einem epigonenhaften Kompromiß. Wir, die wir Engels' Buch über den Ursprung des Staates kennen, wissen die Figur dieses von den Erinnnen ver- folgten Orest richtig zu losen. Aber unerschöpflich groß ist dieses griechische Drama, weit über zwei Jahrtausende alt. auch für ms noch. Nicht nur die Urstage nach dem Staat, auch die größere nach dem Wesen der Freiheit. Notwendigkeit und Schicksal ist in ihm. Und auch die nach dem Werden der schöngeistigen Kultur aus Blut- opfern und Menschenstaß.—— Viel, sehr viel können wir bier lernen, und es ist kein Zufall, daß die Uebertragungen der antiken Tragödie ins Deutsche sich wiederholen. Johannes T r a l o w(der früher« Leiter des Theaters des werktätigen Volkes in Köln, jetzt Oberregisseur am Frankfurter Schauspielhaus) hat ein« feste und trotz der Verwendung von Reimen geschichtlich echt« Uebersetzung geschaffen. Rur das erwähnte Kompromiß hat auch er nicht, indem er stch an den rettenden Goethe der„Iphigenie" klammerte, durch einen Höberen Standpunkt überwunden. Die Inszenierung dieses Dramas, des Chors und der Furien im Frankfurter Schauspielhaus war in mannigfacher Hinsicht bemerkenswert. Das unendlich schwierige Problem des Männer- und des Frauenchors wurhe durch Schaffung von Reihen, in die sich die Strophen teilten, durch Wechsel und Vereinigung de? Klänge und Postierungen gelöst. Die Unterwelt der Furien wurde, ähnlich wie im Staatstheaters Ießners die der Macbeth- schen Hexen, ins Dunkel oerlegt statt ins Grau— ich weiß nicht ob mit Erfolg. Der Wächter, der die Signale des Unterganges des helligen Troja schaut, ragte aus ganzem Dunkel in einfachem Licht, hoch über dem Bühnenschauplatz harrend. Die Verkörperung der Göttin Athene erfolgte in Statuen-Form— eine äußerst glückliche Idee! Auch das Auftreten von Kriegern und Gefolg« vollzog sich mit einfachen, stark wirkenden Mitteln. In der Darstellung gebührt der Klytämnestra, die die bekannte, setzt endlich auf sich selbst zurück- gekommene Heroine Melitta L e i t h n e r schuf, ein hohes Lob. H. v. Z._ Die Akademie der Künste eröffnete heute mittag in ihrem Haus am Pariser Platz eine große Schwarzweiß-Ausstellung, aus der— wie immer in den letzten Iahren— alle künstlerischen Richtungen versteten sind, zum Teil mit hervorragenden Werken. Von den Altmeistern des Impresstonismus Li« der mann, Slevogt, Corinth führt die Linie über Ludwig v. Hof- mann, Wilhelm Oesterle, Engel, Barlach zu Kokoschka, Pechstein, Schmidt-Rottluff, Carl Hofer und Kirchner. Plasttten von Haller, Rene« Sintenis, Georg Kolbe, Milly Steger, Lederer u. a. sind über die einzelnen Räum« verteilt. Eine Kollektiv- ausstellung neuer Arbeiten von Käthe Kollwitz(darunter die grandios« Serie„Krieg") bildet den Mittel- und Glanzpunkt der interessanten Veranstaltung, auf deren Einzelheiten wir noch aus- führlich eingehen werden. J. S. Eine seltsame Widmung. Der russisch« Graf Fedor R o st o p- schin, der als der Urheber des Brandes von Moskau und damit als der eigentliche Besieger Napoleons berühmt ist, widmet« feine nachgelassenen Lebenserinnerungen der Lesewelt mit folgenden seit- samen Worten:„Hund von Publikum! Mißtönendes Organ aller Leidenschaften I Bald himmelan stolzierend, bald in Kot dich wälzend. immer blindlings preisend und verleumdend, hohe Sturmgocke, leeres Echo deiner selbst, Extrakt der feinsten Gifte und dar süßesten Wohl- gerüche, Repräsentant des Satans rm Menschen, Furie unter der Maske christlicher Liebe, edles Publikum, das ich in ineiner Jugend gefürchtet, in reifern Jahren geehrt, im greisen Alter geachtet habe, dir widme ich meine Memoiren. Liebenswürdiges Publikum, endlich bin ich deinem Bereiche entzogen, denn ich bin tot, folglich taub, blind und stumm. Möchtest auch du zu. deiner und der Menschen Ruhe bald eines gleichen Glückes gen'eßen!" Der japanische Erdbebensilm. Drei verschieden« Filmaufnahmen des japanischen Erdbebens sind jetzt gleichzeitig in den Londoner Kinos zu sehen. Sie kamen alle auf dem„Leviathon" in Southampton von New Dort an, wohin sie im Flugzeug aus Seattle gebracht worden waren, nachdem sie vorher die Seefahrt von Poko- hämo aus zurückgelegt hatten. Da die Film« der einen Gesellschost sofort vorführbar waren, so hatten sie in London vor den andern einen kleinen Vorsprung. Di« Bilder zeigen die Ruinen von Tokio und Yokohama, und diese Szenen der Verwüstung werden dadurch noch eindrucksvoller, daß Bilder dieser Städte vor der Zerstörung gegenübergestellt werden. Lange, lang« Reihen von Ruinen und Trümmerhaufen ziehen vorüber, zerstört« Brücken und Eisenbahn- linien, vernichtete Weg« und Telegraphenleitungen: dazwischen wandert der endlos« Stronr der Flüchtlinge. Die Häuser, die noch stehen, sind so geborsten, daß sie in jedem Augenblick dem Zu- sammenbruch geweiht zu sein scheinen. Erstaufführungen der Woche. Dien»t. SteatZaper:.Falftaff'. Mittw. Zentraltbcater:.Kammermusik». Urett. Kammerspielc: .Chaitclard»— Schiller-Theater: ,Ik i n B o l t» s e i» d». Saunab. Les- sing-Theater:.Raus ch".— Berimer Theater:.Doli tz». Volksbühne. Der Vortrag von Dros. Seltenberg, Sormtag, den 14. Ottober, Bechsteinsaal, beginnt nicht rrnt 8, siattbetar-tt«>�S-llchr. Das Thüringer Regierungsprogramm. Wasser tut's! heitsfällen usw. rücksichtslos preisgegeben werden. Im öffentlichen Weimar. 12. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Die VerhandInteresse, im Interesse der beteiligten Gemeinden and der AnMit dem leider unvermeidlich hohen Wasserpreis ist die Frage wohner ist seinerzeit der Betrieb der Uferbahn genehmigt werden; lungen zwischen der BSPD. und der KPD. über die Bildung der der Wafferkosten auf die Mieter in ein fritisches Stadium getreten. im öffentlichen Intereffe verlangen die Anwohner ein Ein Thüringer Regierung sind soweit gediehen, daß nur noch die Ver- Was die sparsamen Wenigverbraucher für die rücksichtslosen Biel befugt, mit den ihr zur Verfügung stehenden administrativen teilung der Ministerien vorzunehmen ist. Die Verhandlungs verbraucher mitbezahlen müssen, läuft nunmehr zu Millionen auf. 3wangsmitteln den Unternehmer zur ununterbrochenen Führung Biel- chreiten der Aufsichtsbehörde. Die Aufsichtsbehörde ist kommissionen der VSPD. und der KPD. haben sich auf folgendes Da ist zum Beispiel durch Mehrheitsbeschluß die Warmwasserver- des Betriebes anzuhalten. Ein genügender Grund zur BetriebsProgramm für die Tätigkeit der neuen sozial forgung schon seit zwei Jahren eingestellt. Ein paar geldträftige unterbrechung wegen Unrentabilität liegt nicht vor, zumal alle Bedemokratisch- tommunistischen Regierung geeinigt: Außenseiter haben sich einen eigenen Badeheizofen einbauen laffen. teiligten in ihrem eigenen Interesse, wie im Interesse der Ange1. Das Land Thüringen als ein Gliedstaat der deut- Jeder dieser Extrawurst- Mieter verbraucht monatlich für 50 bis stellten und Arbeiter der Uferbahn, der Betriebführerin Mindestschen Republik, an deren Einheit unter allen Umständen 100 Millionen Badewasser, das die übrigen Mieter, die nicht baden einnahmen unter bestimmten Voraussetzungen garantieren wollen. festzuhalten ist, hat durch seine Regierung im Rahmen der verfassungsrechtlichen Möglichkeiten eine Politit zu können, zu bezahlen haben. Oder: Frau Schulz hat mindestens Pflicht der Aufsichtsbehörde ist es, den Anwohnern den Schuß zu treiben und im Reich auf eine Politit hinzufstreben, die den Inter- zweimal im Monat große Wäsche und wäscht mehr oder weniger gewähren, auf den fie fraft des Gesezes Anspruch haben; Schuß vor essen der arbeitenden Bevölkerung dient. Grundlage der proleta- heimlich die Wäsche der halben Verwandtschaft und etlicher guten wig- Grünauer Uferbahn. der Willkür und dem Eigennus der Betriebsführerin der Schmödrischen Politit muß die Sicherstellung der Existenz der werttätigen Bekannten mit. Die Gesamtheit der Hausbewohner bezahlt ja Bevölkerung und der entschiedenste Kampf gegen den Faschis das Wasser! Ein drittes Beispiel: Im Hause wohnen sieben Untermus, die Revanchepolitik der Reaktion und die vermieter. Den Mietevorteil hat nur der Obermieter. Die übrigen fassungswidrige Militärdiktatur sein. 2. Die gegenwärtige politische Situation wird durch einen Vorstoß der Reaktion beherrscht, der bereits in Bayern zur Aufrichtung einer reaktionären monarchistischen Diktatur geführt hat. Dieses brutale Gewaltregiment, Belagerungszustand und Militärdiftatur im Reiche, nach Angabe der Reichsregierung gegen die Diftatur in Bayern durchgeführt, richtet sich ausschließlich gegen das werktätige Bolt. Aufgabe der sozialdemokratisch- fommunistischen Regierung Thüringens ist die engste Verbindung mit der fächsischen sozialdemokratisch- kommunistischen Regierung, die Maßnahmen der beiden Parteien zur Abwehr der Reaktion und der Militärdiktatur zu unterstützen. # 3. Es ist notwendig, das Ruhrgebiet, das Herz der deut: schen Wirtschaft, der Gesamtwirtschaft wieder einzugliedern. Um das zu erreichen, ist unter Aufrechterhaltung der Existenzmöglichkeit des deutschen Volkes und der nationalen Einheit die Liquidierung des Ruhrkampfes durch erträgliche Reparationen auf Kosten der besigenden Klasse durchzuführen. Der erste und ausschlaggebende Schritt hierfür ist die Erfassung der Sachwerte durch das Reich. Weiter ist die Schaffung eines Außen handelsmonopols nach russischem Muster notwendig. Die gesamte Produktion im Reich, vor allem der Syndikate, Trusts usw., sind unter staatliche Kontrolle zu stellen. Zu diesem Zwecke ist der Ausbau des Betriebsrätegeseges zu erstreben. Solange die Sachwerterfassung durch das Reich nicht durchgeführt ist, ist die Verschärfung der Besizsteuern und die Aufhebung oller den Massenverbrauch und die kleinen Einkommen belastenden Steuern durchzuführen. 4. Gegen alle Pläne, gestützt auf Bayern und die Militärdiktatur, den Ruhrkonflikt auf Kosten des werftätigen Volkes zu liquidieren, ist der schärfste Kampf zu führen. Jeder Anschlag auf den Acht stundentag und die sozialen Rechte der werftätigen Massen, Aufhebung der Erwerbslosenunterstützung, der Demobilmachungsverordnungen, wird von der Thüringer Regierung gemeinsam mit dem gesamten Proletariat abgewehrt werden. Die neuen Werktarife. der Untermieter. Viertens: Die Familien Neumann und Müller Mieter, die nicht abvermietet haben, bezahlen den Wasserverbrauch Gas und Waffer 100, Elektrizität 200 Millionen. Für die nächste Woche erfahren die Werkstarife der Städtischen haben monatelang verwandtschaftliche Einquartierung. Den lieben Werte ungefähr eine Berdreifachung. Berücksichtigt man den Gästen fällt es natürlich nicht ein, das von ihnen verbrauchte viele Umstand, daß der Dollarstand sich um ein Vielfaches mehr erhöht Waffer zu bezahlen. Sie baden womöglich noch auf Generalun- hat kosten. So kommt es massenhaft vor, daß sparsame Haushaltungen in den nur dreifachen Tarif bereits die neue Senfung des Golddenn die Kohlenpreise rechnen nach Goldmark-, so fontmt im Monat noch keine drei Kubikmeter Wasser verbrauchen, aber markpreises der Kohle zum Ausdruck. Wie wir hören, wird auch durch die schablonenhafte Verteilung nach der Grundmiete zehn und die Gasbetriebsgesellschaft 100 Millionen festmehr Rubikmeter bezahlen müssen. Die Sparsamen find gewöhnlich fetzen. Der Vorschlag der Direktion der Städtischen Werke war auf die Minderbemittelten, während die Zahlungskräftigen sich von den 154 Millionen für Gas gegangen, er wurde aber vom Ausschuß Geldschwachen aushalten lassen. Diese jetzt immer kostspieliger der Wertsdeputation nicht akzeptiert. Trotz dieses starken Entgegenwerdenden Ungleichheiten bedürfen dringend der Abhilfe. tommens an die Wünsche der Verbraucher wird auch die neue Steigerung immer noch eine hohe Belastung für die Bea völkerung bilden, wenn auch andere Waren in den letzten Tagen eine wesentlich größere Steigerung erfahren haben. Falschgeld im Auftrage. Zwei Frauen als Auftraggeberinnen. hinein", bewahrheitete sich wieder einmal an zwei Frauen, die sich Das alte Wort:„ Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst vor dem Schwurgericht des Landgerichts I wegen Falschmünzerei zu verantworten hatten. Ein Brot 480 Millionen Mark. Die Bädermeister lehnen die Berantwortung ab. Bor längerer Zeit war der Lithograph C. wegen Falsch Der Zwedverband der Bäckermeister Groß- Berlins veröffent münzerei zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt worden und icht durch die BS.- Korrespondenz folgende Mitteilung: machte, als er aus der Strafanstalt entlassen worden war, durch trife die staatliche Brotwirtschaft auf, indem aus finanzieller UnMit dem morgigen 14. Oftober hört in schwerster Wirtschaftseinen Mitgefangenen die Bekanntschaft der jetzigen beiden Ange- möglichkeit der Staat eine weitere Berbilligung des Brotes durch flagten, der Frauen Remler und Sieper, die, obwohl sie in die Brotfarte nicht mehr aufzubringen in der Lage ist. Diese Brotgeordneten Verhältnissen leben und geachtete Männer haben, aus verbilligung betrug in der letzten Woche allein pro Brot mehr als Sensationsluft und Abenteuerdrang sich auf die Falschmünzerei zu 300 Millionen Mark für jeden Brotkartenbefizer. Mit dem 15. Ofverlegen fuchten. Beide Frauen wußten C. durch die lockendsten tober jetzt nunmehr die freie Wirtschaft für Brot ein, nachdem beBersprechungen für ihren Plan zu gewinnen, mieteten ihn bei einem reits seit dem 15. August 1921 die halbfreie Wirtschaft bestanden Bekannten ein und gaben ihm größere Geldmittel, um sich hat. Das Mehl im freien Handel, das nur noch auf Dollarparität eine Steintruckplatte, Chemikalien usw. zu besorgen, mit deren Hilfe gehandelt wird, ist gegenüber dem zuletzt gelieferten staatlich verdie Fälschungen vorgenommen werden sollten. C. ging auch anfangs billigten Mehl' 35mal so teuer und loftet mehr als 25 Milliarden 5. Beide Parteien verpflichten sich, die sozialdemokratisch- auf den Plan der Frauen ein und machte auch einige Aezversuche, Mark für einen Sad Roggenmehl und 32 Milliarden für einen kommunistische Regierung Thüringens mit allen Kräften zu träftigen ohne indes eine Banknote zu kopieren. Schließlich forderte er von Sad Weizenmehl. Die gesamten Bäckereien und Brotfabriken und zu erhalten. Entgegen dem Bestreben der Reaktion, ver- feinen Auftraggebereinnen eine größere Gumme, angeblich um Groß- Berlins werden deshalb ab 15. Oktober ein einheitliches Brot fassungswidrig eine Rechtsdiftatur im Reiche zu Banknotenpapier und Linten zu besorgen. Mit diesem Gelde ver- im Gewicht von 4 Pfund im Teig auf den Markt Eringen, das dem schaffen, muß die sozialdemokratisch- kommunistische Regierung Thü- Schwand der Dritte im Bunde und schädigte Frau Sieper und Remler Friedensbrot in Qualität und Größe gieicht und, trobem fast alle ringens alle Kräfte unterstützen, die in Thüringen die Bildung einer in nicht unerheblicher Weise. Beide Frauen gelobten Rache in der Bäckerei verwendeten Materialien nur zu Goldmarfpreisen Arbeiterregierung für das Reich zu verwirklichen fuchen. 6. Beide Parteien verpflichten sich, zum Schuße der Vertätigkeit ihres Bundesgenossen, erstatteten dann aber gegen ihn selbst diese Preise für weite Kreise der Bevölkerung fast unerträgfaffung republikanische Arbeiter- Notwehren zu schaffen bzw. aus- wegen Münzvergebens Anzeige. C. wurde auch von der lich sind und einen weiteren Konsumrüdgang zum Schaden unseres zubauen. In den Bezirken und in den Unterbezirken find fofort Polizei verhaftet, aber die beiden Angeberinnen mußten nun zu Gewerbes nach sich ziehen. gemeinsame Leitungen der republikanischen Notwehren zu bilden. ihrem Schrecken erfahren, daß der gegen den Lithographen gefandie wirtschaftlichen Berfall sich ergebenden Notwendigkeiten Rechnung Die republikanischen Notwehren sind der gemeinsamen Regierung ita nbnis ab und schonte seine Auftraggeberinnen feineswegs, o Breise verantwortlich zu machen, das sich selbst durch Kapitalnot Pfeil sich gegen fie felbft ferie. C. legte nämlich ein volles czu tragen und nicht das Bädergewerbe für die kommenden hohen im Falle der Gefahr zur Verfügung zu stellen. 7. Die gesamten polizeilichen Drgane innerhalb des baß die Bolizei die anfänglich hartnädig leugnenden Freuen balb Preise verantwortlich zu machen, das sich selbst durdy Kapitalnot Bandes sind zu verstaatlichen und unter die Leitung zuver- megen Münzvergehens zu verantworten hatten. Für C. machte der für das Einheitsbrot( 4 Bfund Teig) 480 Millionen. für die Schrippe überführen fonnte. Die Folge war, daß beide sich nunmehr und Konsumrüdgang in schwerster Notlage befindet. Ab Montag beträgt in Berfolg diefer Ausführungen der Breis lässig republikanischer Beamten zu stellen. 8. Grlasse und Berordnungen zum Schuh der Republik, Be. Berteidiger geltend, daß er rechtzeitig von dem Fälschungsversuch 15 Millionen, Hörnchen 20, Plunder 38 und Zwiebad 600 Millionen fämpfung der nationalistischen Geheimorganisationen unter 3u fagten schuldig gemacht habe Die Geschworenen stellten sich auf denzurückgetreten jei und sich nur eines Betruges an seinen Mitangehilfenahme der staatlichen Erefutinorgane. 9. Behördliche Anerkennung der auf Vorschlag der Gewert- felben Standpunkt, und das Gericht verurteilte ihn zu sechs Monaten schaften, Kleinhändlerorganisationen und Bauernorganisationen nach als verbüßt angesehen wurden. Die beiden Frauen wurden degegen Gefängnis megen Betruges, die jedoch durch die Untersuchungshaft dem fächsischen Muster zu bildenden Kontrollausschüsse in der Beihilfe zum Münzvergehen für schuldig befunden. Frau den Kreisen und allen größeren Gemeinden. Die Kreis- und Ge- Gieper erhielt neun Monate, Frau Remler fünf Monate meindebehörden haben die Lebensmittelversorgung und verteilung Gefängnis. zu regeln und den Kampf gegen den Wucher in Verbindung mit den Kontrollausschüssen zu führen. Ein vernünftiger Vorschlag. Mart." Wir wissen, daß Wir bitten jedoch, diesen aus dem Der Hinweis in der Kundgebung der Meister auf die Tatsache, schaftskrise fid) vollzieht und die übereifrige ängstliche Versicherung, daß die von den Unternehmern und ihrer Presse boch seit Jahren herbeigefehnte freie Brotwirtschaft in der schwersten Wirt schaftskrise sich vollzieht und die übereifrige ängstliche Bersicherung, daß man das Bädergewerbe für die kommenden hohen Breise nicht verantwortlich machen möge, zeigt deutlich, wie unbehaglich den Herrschaften jetzt zumute ist. Die Verantwortung, die sie mit zu tragen haben, werden sie natürlich dadurch nicht los. Die Monatstarten für alle Linien der Straßenbahn fosten 10. Zur Sicherung der Ernährung und zur Befettigung des Rentner- und Erwerbslosenelends Die Deutsche Tageszeitung" berichtet von dem Borgehen der find sofort Schritte einzuleiten. Zur schnellen Erleichterung der be- Stadt Demmin, in der der Bürgermeister die Stadtverordneten stehenden Schwierigkeiten soll der Staat Bürgschaft für die Finan- bat, auf ihre Entschädigungsgelder zu verzichten und ihn 4 Milliarden, nicht, wie mir irrtümlich mitteilten, 3 Milliarden Marf. zierung der Ernährungswirtschaft übernehmen, Reichs- und Staats- felber um zwei Gehaltsstufen zurückzuversehen. Sie schlägt für bank die hierzu notwendigen Kredite bereitstellen oder vermitteln. Berlin eine ähnliche Regelung vor. Auch wir sind der Meinung, daß Chauffee zwischen Spandau und Cladom versucht. Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sind die Unternehmer zur die Entschädigungsgelder für die Stadt- und Bezirksverordneten in vollem Aufrechterhaltung ihrer Betriebe anzu- Berlin zurzeit vollkommen überflüssig sind. Sie find in halten. 11. a. find Unternehmungen, beren finanzieller Stond folge der Geldentwertung, da sie immer erst nach Wochen gezahlt unter Hinzuziehung der Betriebsräte sorgfältig zu prüfen ist, mertbeständige Kredite gegen Verpfändung von Sachwerten zu geben. Verstärkte Ausführung aller öffentlichen Arbeiten unter Hinzuziehung der produttiven Erwerbslosen fürsorge. werden, sowieso so gering, daß sie wohl nur zur Beschäftigung unseres städtischen Beamtenapparates, sicher nicht zur Bereicherung der Stadtverordneten dienen, die sich von diesem Berdienst kaum ihre obligate Tasse Kaffee leisten fönnen. Da aber gewiffe Kreise cus offenbarem Stoffmangel dauernd von diesen Dingen reden, so 11. Die Schulreform ist im Sinne der Einheitsschule fort würde ein Beschluß der Stadtverordnetenversammlung, der den Berzuführen, und die Berufsschulen sind auszubauen. zicht auf diese Gelder ausspräche, diesem Gerede ein Ende machen. 12. Niederschlagung von Verfahren aus politischen Anlässen, Allerdings wird man auf die Zahlung des Ausfalls entgangenen zum Schuße der Republik unter Herstellung verfassungsrechtlicher Arbeitsverdienstes an die in privater Arbeit stehenden Zustände; weitgehendste Ausübung des Begnadigungs- Stabtverordneten nicht verzichten fönnen, weil sonst einem Teil jede rechtes für Notdelikte und Verstöße gegen die§§ 218 bis ehrenamtliche Arbeit unmöglich gemacht würde. 220 des Reichsstrafgesetzbuches. 13. Engstes Zusammenarbeiten der Regierung, der Arbeiter organisationen, der Kampforganisationen der Arbeiter aller Länder mit Arbeitermehrheiten bei gemeinsamen Angelegenheiten zum Schuße der Republit, insbesondere im Kampf gegen die Reaktion und die Militärdiktatur. 14. 3weds wirksamer Durchführung vorstehender Maßnahmen wird ein außerparlamentarischer Ausschuß gebildet aus je drei Vertretern der beiden Barteien, je zwei von den beiden Parteien zu bestimmenden Bertretern aus den Industriebetrieben und je einem Bertreter des ADGB., der AfA und des ADB. 15. Die Landtagsfraktion der BSPD. und der RBD. bilden einen parlamentarischen Arbeitsausschus. Diefem Ausschuß werden in Verbindung mit dem Landesausschuß alle Entmürfe vor ihrer Einbringung im Barlament vorgelegt. An fragen und Interpellationen find bem parlamentarischen Ausschuß ebenfalls vor ihrer Einbringung vorzulegen. 16. Der parlamentarische Arbeitsausschuß stellt für jeden Tagungsabschnitt einen gemeinsamen Arbeitsplan für die Frattionen auf. Periodisch finden gemeinsame Fraktionsfigungen statt. Der thüringische Landtag wird am Dienstag, den 16. Oktober, zusammentreten. Der sächsische Zivilkommiffar. Ein Straßenraub am hellen Tage wurde am Freitag auf der Als ein Lehrling des Bädermeisters Schmidz aus der Seeberger Straße zu Spombau mit feinem Wagen die Chauffee on lang fuhr, wurde das Gespann plöglich von zwei jungen Burschen angehalten, die versuchten, dem Wagenführer das Geld zu entreißen und such das Fuhrwert zu berauben. Zum Glüd nahte ein Landjäger, der fich mit einem Rad auf einer Streife befand. Einer der Burschen ergriff jetzt die Flucht und entfam in den Bald hinein. Der andere, ein 14jähriger Alfred Dabertom aus der Breiten Straße zu Spandau, wurde festgenommen und der Kriminalpolizei übergeben. Der Entfommene ist ein 18jähriger Paul Dret aus Spandau. Der Berhaftete gibt die Absicht des Raubes zu. T.-B.„ Die Naturfreunde", Abilg. Norden. Treff Sonntag 7 Uhr vorm. Bhi. Gesundbrunnen zur Abteilungsfahrt nach Bernau Liepnissee. " Bie bringt mein Garten mir grende und Nugen?" wird die Bortragsreihe behandeln, die Garten direttor Ludwig Reffer als Dozent der Humboldt Hochschule vom 15. Oliober ab in Berlin- Stegliz Suwoldtstr. 8, abends 6-7%, Uhr, abhalten wird. Ob der Schreiber der betreffenden Notiz in dem Agrarierblatt im übrigen aus der Anregung des ehrenwerten Bürgermeisters von Denanin die nötige Schlußfolgerung für seine Person gezogen hat, wiffen wir nicht. Da er selber Bürgermeister ist, so hoffen wir es. Wir hoffen auch, daß er und seine politischen Freunde dafür eintreten, daß die zahlreichen Herrschaften, die von der Stadt Berlin noch Riesengehälter beziehen, troydem fie gutbezahlte Stellungen in der Privatindustrie innehaben, in Zukunft der Stadt Berlin diese Heute Sonnabend früh, explodierte in einer Klinik in der Nähe Gehaltszahlungen zurückerstatten. Auch dadurch fönnten für die Stadt hübsche Summen erspart werden. Im übrigen wird eine wirkliche Erleichterung dann nur möglich sein, wenn der parlamentarische Apparat zahlenmäßig auf das für die neue Gemeinde berechtigte und erträgliche Maß, mindestens auf die Hälfte, reduziert wird. In allen Frattionen ist man sich nachgerade doch darüber im flaren, daß es mit 150 Stadtver. ordneten besser gehen würde als mit 225, daß die Funktionen der Bezirksversammlung ebensogut von den in den einzelnen Be airfen gewählten Stadtverordneten unter Fortfall des übrigen toftspieligen Apparates versehen werden fönnten. Da darüber faum noch ein ernster Streit ist, so werden ja auch diese Dinge bald ge regelt fein. Betriebseinstellung der Grünauer Uferbahn? Explosionskatastrophe in Weft und Oft. von Büffel ein Wetherbehälter, wobei 9 Frauen, die zu dem Personal der Klinit gehörten, getötet wurden. In Moskau fand in der Waffenhandlung Tichotnit eine durch Selbstentzündung von Pulver hervorgerufene gewaltige Explosion des Pulver und Patronenlagers statt. Das Haus wurde schwer beschädigt. Der Geschäftsinhaber und drei Käufer wurden als Beichen aus den Trümmern geborgen. Ueber 30 Hausinfaffen und Straßenpassanten wurden teilweise schwer verletzt. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Kübler, sehr unbeständig mit einzelnen Schauern und böigen westlichen Binden. Groß- Berliner Parteinachrichten. Man schreibt uns: Die Bau- und Betriebsgesellschaft in FrankDer Reichswehrminister wird in lebereinstimmung mit dem bahn ift gewillt, am 1. November den Betrieb wegen angeblich Männer für jebe der beiden Restwochen im Oktober( Nr. 42 uns 43) furt a. M. als Betriebsführerin der Grünau- Schmöckwizer Ufer vom 12. Oftober beschlossen, daß der wöchentliche Beitrag der Achtung, Kaffierer! Der Bezirtsvorstand hat in seiner Sigung Minister des Innern den sächsischen Reichstagsabgeordneten, Ge- mangelnder Rentabilität einzustellen. Man vergegen 10 Millionen Marf und für Frauen 5 Millionen Mart beträgt. Die nossen Meier( 3widau) zum Ziviltommiffar für Sachsen ernennen. wärtige sich die Lage der Anwohner. Im Vertrauen auf die Beiträge für den Monat November werden erst später bekanntöffentlich- rechtliche Verpflichtung des Unternehmers zur umunter- gegeben werden. brochenen Führung des Betriebes sind hier draußen im äußersten faffierten Gelder schleunigst einzuschicken. 3. A. Alex Pagels. Gleichzeitig wird nochmals darum gebeten, die Die amerikanischen Gewerkschaften gegen die Einwanderung. Often der Gemeinde Groß- Berlin Siedlungen gegründet und Wohn. Reuter meldet aus Portland( Oregon): Die Tagung des amerita stätten erbaut worden. Meilenweit entfernt von Stadtbahn und nischen Arbeiterverbandes hat eine Resolution angenommen, worin fonftigen Verkehrsmitteln würden mit erfolgter Betriebseinstellung der Kongreß ersucht wird, strengere Einwanderungs- ber Uferbahn die Bewohner von Schym odwig und Carolinengefeße zu erlaffen und die gegenwärtigen Einwanderungsquoten hof und der benachbarten Gemeinden in ihrer Berufsausübung Sunglozianten. Die Nachrüger zur Eroffahrt sammeln sich um 12 Uhr am Laufs jdmerfte bedroht und alten Zufälligkeiten des Lebens in Strant zu vermindern. 5. Areis Friedrichshain. Die Billetts zur Aufführung Baumeister Solnes" And heute beim Raffieser, Genoffen Ben, Beymeste. 25, abzuholen. 33. st. Billetts, Marten mm. find no heute, bam. Sonntag früh zwischen 8 und 12 he beim affecer abzuholen. Sölzernen Gee. Sabet bis Ocof- Betten. Gewerkschaftsbewegung Eine chriftliche Landarbeitertagung. Biehbestand in der Umgebung und damit die landwirtschaftliche Be völkerung gefährdet. Das ergibt sich mit großer Wahrscheinlichkeit aus den in Deutschland gemachten Feststellungen über die Mitzbranderkrankungen unter den Tieren. Wirtschaft Die Betämpfung des Milz brands ist mit Erfolg nur Die Aussichten der Kartoffelernte werden nach dem amtlichen Auf den christlichen Zentralverband der Landarbeiter hat die möglich, wenn ein Verfahren bekannt ist, das einerseits eine aus- Saatenstandsbericht ebenso wie die der übrigen Hadfrüchte gegen lanzend verlaufene Generalversammlung des Deutschen Land. reichend sichere Desinfektion der in den Häuben und Fellen fizenden den Bormonat etwas geringer beurteilt. Infolge der naftaliers rbeiterverbandes offenbar einen peinlichen Eindrud gemacht. Er Reime gestattet, ohne daß dadurch die Beschaffenheit des aus den Witterung von Mai bis Juni und der darauf folgenden längeren hat deshalb nichts Eiligeres zu tun, als nunmehr seinen für Sep. desinfizierten Häuben und Fellen hergestellten Leders ungünstig be- Trockenheit in den meisten Gebieten fonnten sich die Früchte nicht tember vorgesehenen, inzwischen aber vertagten zweiten Verbandstag durchführbar ist. Bisher sind zu dem zwede besonders drei Ber vollen Gange. Die Knollen sind vielfach nur flein geblieben. Der einflußt wird, und das audererseits auch praktisch und wirtschaftlich voll entwickeln. Die Ernte der Herbstkartoffeln ist in Unter dem Verbandstag einer Landarbeiterorganisation stellen fahren empfohlen worden: das Verfahren von Seymour- Jones, Ertrag, der wesentlich geringer ausfallen wird als im Vorjahre, wir uns ein Delegiertenversammlung vor, in dem das berufstätige merden, in Dr. Lehmanns Schrift des näheren dargelegt. Auch Zuder und Runkelrüben dürfte über eine Mittelernte nicht erheblich das Bickelungsverfahren und das Laugenverfahren. Diese Berfahren wird als Mittelernte eingeschätzt. Auch der Ertrag an Mitgliederelement ben ausschlaggebenden Einfluß besitzt. Zentralverband hat dagegen eine andere Auffassung. Er läßt durch Baugenverfahrens zur Desinfektion milzbrandinfizierter Häute und 2= gut, 8= mittel, 4- gering, 5= fehr gering ergibt sich im werden Anweisungen über die Anwendung des Bidelungs- und hinausgehen. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten 1= sehr gut, feinen Vorfizenden Behrens in Nr. 10 der„ Rundschau"( dem Felle gegeben. Verbandsorgan) berkünden: Reichsdurchschnitt für Kartoffeln 8,2( im Vormonat 3,0), BuderDie Schrift ist in deutscher, englischer und franzöfifcher Sprache rüben 3,1( 2,9), Runkelrüben 3,0( 2,8). " Der zweite Verbandstag setzt sich aus den Mitgliedern des des Hauptvorstandes zusammen. Besondere Vertreter brauchen also nicht gewählt zu werden." Verbandsausschusses, den Bezirksleitern und den Mitgliedern u beziehen. Lohnregelung im Kohlenbergbau. Soweit wir unterrichtet sind, weist von diesen Körperschaften Für die Lohnwoche vom 8. bis 15. Oftober haben die Arbeit nur der Verbandsausschus berufstätige Mitglieder auf. Daraus geber- und Arbeitnehmerverbände des Kohlenbergbaus in einer im ergibt sich, daß dieser Berbandstag in feiner großen Mehrheit Reichsarbeitsministerium geführten Verhandlung die Löhne vereinaus Angestellten aufammengesett iſt. Wie die Mitbart. Danach beträgt der Durchschnittstariflohn einschließlich des glieder der genannten Organisation diefe großartige Ver- Hausstands- und Kindergeldes im Ruhrkohlenbergbau 1406 160 000 bandsveranstaltung aufnehmen werden, bleibt abzuwarten. Mart, im oberschlesischen Steinfohlenbergbau 903 000 000 m., im sächsischen Steinkohlenbergbau 843 000 000 m. und in den Kern revieren des mitteldeutschen Braunkohlenbezirks 790 965 000 m. je Schicht. Lohnabkommen in der Filmindustrie. Generalftreik in Oft- Oberschlesien. Kampf um die Lieferbedingungen als Folge des Konjunkturumschwungs. Als Auswirkung der verflossenen Hochkonjunktur hatten die Wollwebereiverbände ihre Geschäftsbedingungen gegenüber der Abnehmerschaft außerordentlich verschärft, Nunmehr macht sich, laut Ronfettionär", als Folge des Konjunkturumschwungs in Abnehmerfreisen eine starte Gegenströmung bemerkbar, die letzten Endes auf eine Milderung der Bertaufsbedingungen zugunsten der Abnehmerschaft hinausläuft. Zwischen den Führern der GeraGreizer Industrie und der gesamten Damentonfettion, sowie den beteiligten Kreisen des Kleiderstoffgroßhandels haben bereits in Berlin im Hotel Esplanade in diesem Sinne Bes Der Verband der Filmindustriellen sucht eine Einigung der Ges sprechungen stattgefunden, in welchen aber fein Nachgeben seitens famtindustrie herbeizuführen, um auch in den Lohnfragen geschloffen der Industrie zu verzeichnen war. Die Besprechungen sind einstBorzugehen. Zwischen den Tarifausschüssen des genannten Berweilen ergebnislos geblieben, jedoch hatten die Konfektionsindustrie bandes wie der Verbände der Ropieranstalten, Filmtopieranstalten Der Ausstand in Dft- Oberschleften hat sich weiter verschärft. und der Großhandel feinen Zweifel darüber gelassen, daß fie in und Filmateliers und den beteiligten Gewerkschaften wurde für die Alle Industriebetriebe find stillgelegt. Der Eisenbahnverkehr ruhi Bukunft nicht mehr in der Lage sein werden, die Zeit vom 8. bis 14. Oftober folgendes Lohnablommen getroffen: vollständig, auch der Straßenbahnverkehr ist eingestellt. Die Fern- Scharfen Lieferanten bebingungen zu erfüllen. Gruppe Ja, gelernte Facharbeiter im 1. und 2. Gehilfenjahr männ- iprechämter arbeiten beschränkt unter militärischer Aufsicht. Brivat- Die Entstaatlichung des Telephonbefriebes in Italien. Die italiche 47,2, weibliche 37,76 Millionen, unter 24 Jahren 53,1 bzw. geipräche sind nicht zugelassen. Die Warschauer Regierung lienische Regierung hat bereits die Bedingungen aufgestellt, unter 43,48, über 24 Jahre 59 bzw. 47,2 millionen; Gruppe Ib, Bühnen hatte von Anfang an auf den Arbeitgeberverband in der Richtung welchen die Brivatindustrie den staatlichen Telephondienst arbeiter 42,48 bzw. 33,984, 47,79 bzw. 38,232, über 24 Jahre 53,1 eingewirkt, daß er nur eine geringe ohnerhöhung be- übernehmen soll. Es wird nicht einer einzelnen Firma das Monopol bzw. 42,48 Millionen; Gruppe II, angelernte Arbeiter mit min villigen folle. Nachdem unter dem Druck des Proteststreits in der für das ganze Land erteilt, sondern das gesamte Nez wird in Teile destens halbjähriger Tätigkeit bis zu 18 Jahren 37,76 bzw. 30,208, Nacht zum Mittwoch die Arbeitgeber eine Rohnerhöhung zerlegt und einzelnen Industriellen übergeben. Es soll hervor über 18 bis 24 Jahre 42,48 bzm. 33,984, über 24 Jahre 42,2 bzw. von 180 roz. zugestanden, die Belegschaften diese aber abgehoben werden, daß der staatliche Telephonbetrieb entgegen der 37,76 Millionen; Gruppe III bis 18 Jahre 20,65 bzw. 16,52, bis lehnten, erklärten die Regierungsvertreter fich gegen allgemeinen Ueberzeugung, für den Staat nicht verluftbringend war, 24 Jahre 33,04 bam. 26,432, über 24 Jahre 41,3 bzw. 33,04 millionen bie 2ohnerhöhung. Die Regierung will das weitere An im Gegenteil er warf recht beträchtlichen Geminn ab. Mark. Meister in den Gruppen la und I erhalten 30 Broz., Vor- fchwellen der Teuerung und vor allem eine starte Inflation mit So blieben im letzten Jahr nach Abzug erheblicher Summen für arbeiter 10 Broz. Aufschlag. Zur Gruppe la zählen Entwickler, allen Mitteln verhüten und sieht das gewaltsame Nieder- Wertverminderung noch 230 Millionen Lire als Geminn übrig. Lichtbestimmer, Kopierer, Maler, Tischler, Schneider, Elettrifer( Behalten der 2öhne als eines diefer Mittel an, hat aber nicht Das Gerücht von der Defizitwirtschaft des Telephondienstes war nur leuchter), Tapezierer, Maschinisten, Heizer, Schloffer, Mechaniker, bie Macht, auch die Preise herunterzubrüden. Die Lage hat ein Manöver der Privatkapitalisten, um für die Entstaatlichung Bimmer sowie Vorführer, die gelernte Handwerfer sind, zur fich infolge dieser Stellungnahme der Regierung fehr berichärft. Stimmung zu machen. Gruppe II Färber, Spanner, Vorführer, Perforierer, Figierer, Die Stimmung der Arbeiterschaft ist so gereizt, daß der Aus Kopierer oder selbständige Negativabzieherinnen, Kleberinnen, bruch von Unruhen befürchtet wird. Zum Schuße der EisenMaschinenarbeiterinnen, Requisiteure und Pförtner. bahnlinien und einiger Werke ist Militär aufgeboten worden. Einige Streifführer wurden verhaftet. Die Verbindung zwischen dem deutschen und polnischen Oberschlesien ruht noch vollkommen. Aus der Partei. Die Arbeiterpreffe in Amerika. Ratifikation von Arbeiterschuhübereinkommen. Um die Arbeiterpreffe der Bereinigten Staaten ist es sehr schlecht In jüngster Zeit wurden wieder verschiedens Ratifitationen von bestellt. Es gibt dort, abgesehen von einigen deutschen und jüdischen Arbeiterschuhübereinkommen vollzogen, die von der internationalen Eine englische Gewerkschaftsführerin. Arbeiterblättern, nur eine einzige englische Arbeiterzeitung, die sich Arbeitskonferenz beschlossen sind. Die Gesamtzahl solcher Rati- Margaret Bondfield, der internationalen fozialistischen aus eigenen Kräften erhalten fann, der vom Genossen Victor Berger fitationen beträgt nun 86. Ueberdies ist in 115 weiteren Fällen die Frauenbewegung als eine der tatkräftigsten Vorfämpferinnen für herausgegebene Milwauke Leader". Die Tageszeitungen von Ratifitation von Uebereinkommen den zuständigen Stellen von den die wirtschaftliche Gleichterechtigung der Frauen bekannt, wurde, Chikago und Boston sind fange eingegangen. Andere erscheinen nur Regierungen empfohlen worden. Bon den jüngsten Ratifitationen wie wir bereits gemeldet haben, zur Vorsitzenden der englischen Gewöchentlich und fämpfen mit großen Defiziten. Nun haben zwei find folgende erwähnenswert: Großbritannien hat die werkschaften für dieses Jahr gewählt. Damit nimmt zum erstenmal mächtige Gewerkschaften, die in gewerkschaftlichen Fragen bahnlebereinkommen betr. das Koalitionsrecht und die Unfall in de: Geschichte der Arbeiterbewegung eine Frau diesen verant- brechenden Vereinigten Bekleidungsarbeiter Amalgamated Clothing entschädigung der landwirtschaftlichen Arbeiter mortlichen Bosten ein, der das Vertrauen von 5 Millionen Arbeiter Workers) und die Internationale Damenschneiderunion( Internatio= ratifiziert. In Rumänien wurde die Ratifikation der Ueberein- und Arbeiterinnen verkörpert. Die englischen Gewerkschaften blicken mal Ladies Garment Workers Union) das sozialistische Parteit latt fommen über den wöchentlichen Ruhetag im Gewerbe, das auf eine jahrzehntelange ruhmreiche Geschichte und Tradition zurüd; New Yorf Call" übernommen. Es soll zu einer gut informier Bulaffungsalter von Jugendlichen als heizer und Rohlenie bilden forporativ die eigentliche Mitgliedschaft der englischen ten großen Tageszeitung ausgestaltet werden. Hervorragende Jour fchieber auf Seeschiffen und die obligatorische ärztliche Unter- Labour Party. Diese Massen, die erst im Begriff sind, sich von der nalisten wurden dafür gewonnen, Chefredakteur wurde Norman suchung Jugendlicher auf Seeschiffen vollzogen. Die italienische rein gewertschaftlichen Bewegung zur politischen und sozialistischen Thomas, Redakteur ber bekannten Zeitschrift The Nation". Regierung hat der Deputiertenkammer einen Entwurf vorgelegt, fortzuentwidein, find derart in einer Doppelorganisation zusamder bezweckt, das Defnet über den Achtstundentag und die mengefaßt: dem Trade Union Congreß( Gewerkschaftsbund) und der 48 Stunden Woche in ein Gesetz umzuwandeln, womit die Labour Barty. Und es ist gerade für diese Entwicklung bedeutsam, Regierung zur vollen Durchführung des Washingtoner 8- Stunden- daß Margaret Bondfield, die nun an die Spize der Gewerkschaftslebereinkommens ermächtigt wird. Die polnische Regierung hat bewegung tritt, zugleich dem Vorstand der Unabhängigen Arbeiterdem Parlament Gefeßentwürfe betr. Ratifikation folgender leber- partei( Independent Labour Party) angehört, die innerhalb der cinfommen vorgelegt: Maßnahmen gegen die Arbeitsloftg großen Klaffenorganisation des britischen Proletariats sich die Durch feit; Mindeſtalter für die Zulaffung von Kindern zu gewerb bringung der Arbeitermassen mit sozialistischem Geift zur Aufgabe ficher Arbeit; Schuß der Schwangeren und Wöchnerinnen gestellt hat. sowie die drei Uebereinkommen über den Schuh feemännischer Arbeiter, welche die internationale Arbeitstonferenz von 1920 beschlossen hat. Milzbranderkrankungen in Gerbereien. Unter den Personen, die mit Tieren umgehen oder sie schlachten und zerlegen oder Teile oder Abgänge von ihnen verarbeiten, verpaden, verladen, auspaden und weiter verarbeiten, fommen nicht felten Milzbranderkrankungen vor. Sie sind z. B. festgestellt unter den Landwirten, den Arbeitern in den Schlachthäusern, Abdeckereien, Gerbereien, Bürsten- und Binselfabriken, Wollwäschereien. Ueber Milzbranderkrankungen in Gerbereien hat eben das Inter. nationale Arbeitsamt eine Schrift von Dr. H. Ley mann( Berlin) veröffentlicht, der seit vielen Jahren als führende Autorität auf dem Gebiete der Gewerbefrankheiten bekannt ist.*) Der Berfasser behandelt die Erfahrungen in Deutschland, doch haben tie Schlußfolgerungen, die daraus zu ziehen sind, zweifellos internationale Geltung. Bon 1910-1921 sind in Deutschland insgesamt 1575 Milzbrandfälle beim Menschen angezeigt worden, von denen 249 tödlich verliefen. Die verhältnismäßig größte Zahl der beruflichen Erfrantungen, nämlich 747. Ertranfungsfälle mit 83 Todesfällen, entfält auf die in den Tierhaltungen, Schlächtereien und Abbedereien beschäftigten Personen. An zweiter Stelle stehen die Gerbereien, auf die 430 Erkrankungen darunter 56 Todesfälle- tommen. In Gerbereien sind die inneren Milzbranderkrankungen aus: nahmslos tödlich verlaufen. Bei den äußeren Erkrankungen werden erklärlicherweise am häufigsten die unbededten Rörperteile, Sopf, Hals, Nachen und die oberen Extremitäten befallen. Diese Körperteile fommen am meisten mit den Arbeitsstoffen in Berührung. Durch das Berarbeiten von milzbrandhaltigen Häuten in den Gerbereien werden aber nicht nur die Arbeiter, sondern auch der *) Milbranderfranfungen in den Gerbereien. Bon Dr. 5. Beymann. Studien und Berichte des Internationalen Arbeitscmts, Reihe 7, Nr. 7. Genf 1923. Preis 1 Schweizer Franken. Allgemeine Ortstrantentaffe für den Verwaltungsbezirt X1 Berlin Schöneberg- Friedenau. Die Verordnung vom 27. Gept. 1923 mird vom Montag, den 15, Dit. ab in Nicht kaufen bei uns, bevor Sie sich nicht in anderen Geschäften über die Preise in Die jest taum Fünfzigjährige hat am eigenen Leibe das Los der Arbeiter erfahren. Als blutjunges Ding lernte sie als Verfäuferin in einem Kolonialwarengeschäft die härteste Ausbeutung fennen. Mit 21 Jahren trat sie der Gewerkschaft der Handelsangestellten bei, deren offizielle Bertreterin im Gewerkschaftshaus sie schon nach zwei Jahren wurde. Kurze Zeit darauf wurde sie zweite Sekretärin ihrer Gewerkschaft; ihr verdankt die englische Gewerf schaftsbewegung eine ganze Reihe wertvoller statistischer Arbeiten, die manche wichtige sozialpolitische Neuerung vorbereiten und erringen halfen. Genoffin Bondfield nahm auch an zahlreichen internationalen Kongreffen teil, fo 1919 als offizielle Vertreterin der englischen Arbeiterpartei, an der Arbeitskonferenz in Washington, Zuleft wirfte fte als Frauensekretärin der englischen Gewerkschaftsbewegung. Die Löhne der Buchbinder sind für die Woche vom 4. bis 10. Oftober für alle Gruppen des Verbandes abgeschlossen. In der Spige erhalten männliche Buchbinder 50 Millionen Marf pro Für die Kartonnagen Stunde, weibliche 31,25 Millionen. industrie sind in der Spize für die Männer 51 Millionen Mart pro Stunde und für die Arbeiterinnen 32,24 Millionen vereinbart. Die Löhne der übrigen Gruppen bewegen sich in derselben Höhe, des Deutschen Wertmeisterverbandes, Bezirksverein 20, Fachgruppe 7 Die Ungestellten der Textilindustrie erhalten nach Mitteilung für die Woche vom 6. bis 12. Oktober das Gehalt der Borwoche plus Inder 170 Broz.; am Mittwoch, den 17. Oftober, 50 Broz. des letzten Wochengehaltes als Borschuß. Feststellung für die dritte Ottobermode Freitag, den 19. Oftober. Bormittagskurse für Nachtarbeiter. Am Mittwoch, ben 17. Oftober, beginnt vormittags 11 Uhr im Gigungsfaal ber Betriebsrätezentrale( Engelufer 24-25, 2. Sof, 1 Tr.) ein Aurfus mit dem Thema: Die Aufgaben der Betriebsräte Anmeldungen werden im Rurfus felbft entgegengenommen, boch wollen sich nur solche Rollegen und Kolleginnen melden, die regelmäßig am Kursus teil. nehmen können. Ausbau der Kinderfürsorge Kraft gefeßt. Für freiwillige Mitglieder Bettwäsche durch die Gemeinde Sausangestellte( Dienstboten), Aufwarte personen, Hauswarte( Portiers und Portier frauen) fowie für Mitglieder bei Arbeit gebern, die 1-2 Personen beschäftigen, gelten die bisherigen Lohnstufen; der Höchstgrundlohn beträgt ab 15. Ottober 800 Millionen Mart Anspruch auf erhöhte Barleistungen besteht ab 29. Oktober. Für Mitglieder bei Arbeitgebern mit drei und mehr Beschäftigten gilt der wirtIi e Arbeitsverdienst als Grundlohn. Auf die den Arbeitgebern zugehenden Rundfchreiben sowie auf Säulenanfaläge in Schöneberg- Friedenau wird verwiesen. Die Mahngebühren betragen bis zu 10 000 t. 1000 Mt., von 10 000 bis 50 000 20. 6000 Mt., von 50 000 bis 100 000 5027. 10 000. und für jede meiteren 100 000 E. 10 000 r. mehr. Der Borstand. A. Echuldt, Bors. 6. Lorenz, 2. Schriftf.! erfundigt haben, damit Sie sich v. unserer Preiswürdigkeit überzeugen können. wir führen nur erstklassige Qualitäten: Bettbezüge, Salen, Sandtkher, Tischtücher, Kaffeebed., Ueberlaten, Barabetiffen, Damaste. Inlette, Wäschetücher, Frottierwäsche usw. Reelle, fachmännische und zuvorkommende Bedienung. von Dr. Selma SchöferAuweck Eine notwendige Schrift für Behörden und Ausschüsse, Lehrer und Erzieher, wie überhaupt für alle, die sich in der Kübl& Hopferberg, Bettwäschefabrik Wohlfahrtspflege Invalidenftr. 6, Ede Bergstraße ( Nähe Stettiner Bahnhof) II. Geschäft: Brückenstr.12 ( 1 Minute vom Bhf. Jannowitzbrücke) Bitte genau auf Sausnummer achten. betätigen. Preis- Grundzah! 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Große Bollsoper im Theater des Westens: Theater: Die Pfarrhauslomödie. 15. Die verkaufte Braut. 16. Fidelio. 17. Rigoletto. 18. Julius Caefar. 19. Don Pasquale 20. Schneeflöckchen. 21. Der Troubadour. 22. 8ar und Bimmermann. Renaissance- Theater: Der Weibsteufel. Deutsches Künstler- Theater: Der Fürst von Fannys erftes Stüd. heim. Komödienhaus: Mein Better Eduard. Berliner Theater: 14. und 15. Güße Gufi. Ab 20. Dolly. Trianon Theater: Die verlorene Tochter. Bentral- Theater: 14. bis 16. Die heimliche Residenz- Theater: Rosmersholm. Theater in ber Kommandantenstraße: Charlie. Braut. Ab 17. Kammermufit. Romische Oper: Die Welt ohne Schleier. Lustspielhaus: Bom Teufel gebolt. Metropol- Theater: Gafino- Girls. Thalia Theater: Mimifry. Renes Theater am Rollendorfplag: 14. und 15. Mn Bon. Ab 16. Schatten. Theater am 800: Die Lurusfrau. Aleines Theater: Moral. Wallner. Theater: Caufa Kaiser. Rose- Theater: 14., 16., 19. und 20. Ein Mann aus bem Bolte. 15., 17. und 18. Jugend. 21. Die Braut von Messina. 22. 3m weißen Rögl Rafino- Theater: Die neuen Reichen. Die Tribüne: Bappen Intimes Theater: Abendbesuch. Die f. 1. 1. Sose. Meine Frau ausgefchloffen. Theater Drunter und drüber. Theater im Abmizalspalast: am Kurfürftenbamm: Frau Warrens Gewerbe. Apollo- Theater: Europa spricht davon. Deutsches 15. Der Troubadour. Opernhaus: 14. Aida. 16. Lohengrin. 17. Tosca. 20. Hoffmanns Erzählungen. 18. Tote Augen. 19. Der fliegende Holländer. 21. Die Meistersinger. 22. Tiefland. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Die blonde Ratte. Reves Bolts- Theater: 14. bis 17. Die Pfarrhausfomödie. Orplib. 21. Bater und Sohn. b 18. Fridericus Reg. Nachmittagsvorstellungen. Boltsbühne: 14. Die Fahrt nach Schauspielhaus: 14. Cell. 21. Lumpazinagabundus. Leffing- Theater: Birger Schippel. Theater in der Königgräger Straße gift. Schiller- Theater: 14. und 17. Stathan der Weise. 21. Flachsmann als Erzieher. Große Volksoper im Theater bes Bestens: 2. Der Barbier von Sevilla. Deutsches Künstler- Theater: Der Biberpelz. Berliner Theater: 14. Der fliegende Solländer. Trianon Theater: 14. Die Pfarrhauskomödie. Reflbenz- Theater: 14. Jugend. Theater am Rollendorf. plag: 14. Madame Bompadour. Aleines Theater: 14. Cine glückliche Che. Rofe Theater: 14. 11 Uhr: Die Braut von Mesfina; 3½ Uhr: Ein Mann aus dem Volte. 20. Dornröschen. 21. Ein Mann aus dem Bolte. Berantwortlich für Politit: Craft Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gemertschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilewski; Lokales und Sonstiges: Frig Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin S. 68, Lindenstraße 3. Berliner Juwelen- Verwertungs- Haus Alte Gebisse Erna Masuch Handelsgerichtlich eingetr. 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