Nr.481 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 240 Bezugspreis: Bom 14.- 20. Oftober 350 Millionen M. voraus zahlbar. Unter Kreuzband Dom 14-20. Ottober für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet sowie Desterreich u. Luxemburg 385 Millionen für das übrige Ausland 410 Millionen Postbezugspreis freibleibend. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und geit", der Unter. haltungsbeilage..Heimwelt" und der Beilage Siedlung und Rleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 50 Millionen M. Anzeigen- Grundpreise: Die ein spaltige Nonpareillezetle 400 Mart. Reflamezeile 2000 Mart. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 120 M.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 60 M. Stellengesuche bas erste Wort 60 M, jedes weitere Wort 50 M. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwet Worte. Familienanzeigen für Abonnenten geile 40 M. Alle Grundpreise mal Schlüffelzahl zurzeit 600 000. Anzeigen für die nächste Rummer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW.68, LindenStraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Douboji 2506-2507 Sonntag, den 14. Oftober 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße 3 Nach der Entscheidung des Reichstags. Die Vollmachten der Regierung. Die Haltung der Sozialdemokratie. Das vielumstrittene Gesetz, das die Reichsregierung er- schlag, daß die Minderheit die aus der Parteidisziplin entmächtigt, auf finanz- und wirtschaftspolitischem Gebiet, teil- springenden Gründe ihrer Zustimmung zu dem Gesetz öffentweise auch auf sozialpolitischem, Verordnungen mit Gesetzes- lich darlegen möge, erhob sich kein Widerspruch. Freiheit der fraft zu erlassen, ist nun also, wie schon im gestrigen Abend| Diskussion, aber Einheit der Aktion! Erfreulicherweise haben die Genossen der Minderheit fast blatt gemeldet, vom Reichstag mit 316 gegen 24 Stimmen bei 7 Enthaltungen angenommen worden. Beide Be- alle in diesem Sinn gehandelt, und damit ist der Streitfall in dingungen, die für das Zustandekommen eines verfassungs- einer Weise erledigt worden, wie es sich unter Parteigenossen ändernden Gesezes gestellt sind, wurden erfüllt: es waren trog ziemt. des Auszugs der Deutschnationalen, Bölkischen und Kommunisten mehr als zwei Drittel der Reichstagsmitglieder im Saal anwesend, und von diesen zwei Dritteln stimmten wiederum weit mehr als zwei Drittel für das Gesez, das dann sofort in der veränderten Form, die es im Reichstag erhalten hatte, auch vom Reichsrat angenommen wurde. ftimmung über Einleitung und Ueberschrift sowie die Gesamtabstimmung. $ Präsident Löbe teilt mit, daß der Abg. Lange Hegemann ( 3entr.) megen Krankheit fehle und die Abgg. Dusche( D. Bp.) neilt gegenwärtig bei einer internationalen Konferenz im Haag.) und Graf Bernstorff( Dem.) entschuldigt find.( Graf Bernstorff Abg. Stocker( Komm.) beantragt zur Geschäftsordnung, sofort einen kommunistischen Antrag zu behandeln, der fordert, daß die bisher im befegten Gebiet gezahlten Erwerbslosenunterstützungen auch weiterhin gezahlt werden. Abstimmungen zu behandeln. Das kann nur geschehen, wenn niePräsident Cöbe regt an, diesen Antrag nach der Erledgung der Abstimmungen zu behandeln. Das kann nur geschehen, wenn niemand widerspricht. Es wird aber Widerspruch erhoben, so daß der Antrag damit erledigt ist.( Großer anhaltender Lärm bei den Komm.) Abg. Koenen( Komm.) beantragt nunmehr, einen Antrag zur Aufhebung des Verbots der Roten Fahne" auf die Tagesordnung zu setzen. Auch dagegen wird Widerspruch erhoben, so daß auch dieser Antrag erledigt ist. Präsident Löbe schließt darauf die allgemeine Geschäftsordnungsaussprache und erklärt, daß er die weiteren Meldungen zur Tagesordnung nach der Abstimmung zur Erledigung bringen werde. Abg. Ledebour( b. t. Fr.) beantragt, die Abstimmungen so lange auszusehen, bis der Reichskanzler Stresemann Auskunft gegeben habe über die Fragen, die der kommunistische Abg. Frölich in der legten Sigung an ihn gerichtet habe. Es handelt sich um bayerische Verhandlungen mit den Franzosen. Der Antrag Ledebour wird gegen die Kommunisten und die Ledebour- Gruppe abgelehnt.( Großer Lärm bei den Komm.) Zur Abstimmung gibt für die bayerische Volkspartei Wie verwickelt aber der Streit gegenstand selber ist, zeigt schon der Umstand, daß das Ermächtigungsgesetz aus entgegengesetzten Gründen von den Deutschnationalen wie den Kommunisten mit der gleichen fanatischen Erbitterung betämpft wurde. Und diese Erscheinung setzt sich dann an den beiden Flügeln der Koalition weiter fort. Auf der einen Seite Das Manöver der deutschnational- tommuni find es Stinnes und Kompagnie, auf der anderen unsere stischen Gegentoalition blieb ohne Erfolg. Der Er- Genossen um Crispien, die ihre Gegnerschaft gegen das folg wäre den neuen Bundesgenossen auch versagt geblieben, Gefeß öffentlich manifestieren. Natürlich wäre es ein unerwenn sie anders operiert hätten. Sie hätten durch Teilnahme laubter Kunstgriff der Polemik, wenn jemand behaupten an der Abstimmung die Zahl der Neinfager um höchstens wollte, das Gefeßz müsse schon deshalb gut sein, weil Stinnes 80 Stimmen vermehren können; das hätte aber an dem Er- und die Deutschnationalen dagegen kämpften, und damit gebnis nichts geändert. sei der Irrtum der Minderheit erwiesen. So einfach liegen Die Bayerische Voltspartei hat sich, entgegen die Dinge nicht. Wohl aber fann gesagt werden: Gerade aus den Gerüchten, die gestern im Reichstag verbreitet waren, an den Gründen, aus denen die Rechte das Gesetz betämpfte, dem Abmarsch der Gegenfoalition nicht beteiligt. Später trat unsere Frattion dafür ein. wurde erzählt, die Fraktion habe von München die Weifung Die Rechte fürchtet, daß die Berordningsmacht in der crhalten, mit den Deutschnationalen und den Kommunisten ge- Hand einer mit Sozialdemokraten durchsetzten Regierung im meinsame Sache zu machen, sei ihr aber nicht gefolgt. Wie Interesse der breiten Massen manches tun könnte, Dem auch immer sei, auch das Verhalten der Bayerischen was, den Großagrariern und Schwerindustriellen nicht gefällt. Bolkspartei war für das Ergebnis nicht entscheidend. Die Gerade das aber ist es, was wir wünschen und fordern. Die Roalitionsparteien stellten die 3meidrittel Rechte will die sogenannte„ nationale Dittatur", die sich über der präsenz aus eigener Kraft, sie verfügten auch alle Bolts- und Parlamentsrechte schnurstracks hinwegsetzt und Abg. Leicht folgende Erklärung ab: Bor den Abstimmungen in hne den Bayerischen Bauernbund über 323 Mann, 17 die Geschäfte der Großverdiener besorgt. Dem soll dadurch der letzten Sizung haben wir die Erflärung abgegeben, daß wir mehr als zur Zweidrittelpräsenz erforderlich ist. begegnet werden, daß eine verfassungsmäßige, parlamenta gegen das Ermächtigungsgesetz stimmen würden, daß wir aber das Es hat sich damit herausgestellt, daß der Ueberraschungsrische Regierung, eine Regierung, an der die Sozialdemo- Mittel der Obstruktion durch Entfernen aus dem Saat nicht Sozialdemo- zur Anwendung bringen würden. Dabei hat uns der Gestoß, der die Gegentoalition am Donnerstag nahe an den Sieg tratie beteiligt ist, außerordentliche Bollmachten erhält. dante geleitet, daß die Hoffnung und die Bitte, die wir in unserer heranführte, nur darum so start wirken fonnte, weil die Koali Nun ist das Gefeß zunächst nur ein Rahmen ohne Inhalt; legten größeren Erklärung ausgesprochen haben, daß die Regierung onsparteien auf ihn nicht vorbereitet waren. Sie verfügen es wird das sein, was die Regierung aus ihm macht. Was und die Parteien dazu helfen möchten, die Konflikts möglich. iber mehr als drei Viertel aller Size des Reichstags und fühl- fie aus ihm macht, hängt aber nicht von der Regierung allein teiten zwischen dem Reiche und Bayern auf ein Minimum zu en sich infolgedessen allzusicher. Durch die Vertagung und ab, auch die Parteien und ihre Presse werden dabei mit- reduzieren, beachtet werden möchte. Diese Hoffnung ist leider die Verschiebung der entscheidenden Abstimmung um zwei zusprechen haben. Und wozu es im ganzen gebraucht worden Tage ist die Lage wieder hergestellt worden, das Ermächti ist, wird sich erst nach einem längeren Zeitraum übersehen gungsgesetz ist angenommen, der Reichstag wird nicht auf- lassen. Schwere Krankheiten sind mit leichten Kuren nicht zu gelöst, sondern fann an die ihm verbliebenen Aufgaben, vor heilen, und das Gesamtergebnis ist entscheidend. allem an die Regelung der Arbeitszeitfrage, Schließlich sei aber auch noch eines nicht vergessen. Ent herangehen. scheidende Erfolge sind so lange nicht zu erhoffen, als nicht in Hart umstritten war dieses außerordentliche Gese nicht der auswärtigen Lage Deutschlands eine sichtbare ErPräsident Löbe schließt die Erklärungen zur Abstimmung und nur zwischen Koalition und Gegentoalition, sondern auch in leichterung eintritt. Die Sozialdemokraten haben sich vor den Parteien der Koalition selbst. Das gilt zunächst für die allem darum zum Eintritt in die Regierung entschlossen, weil erklärt, daß er weitere Wortmeldungen nicht zulassen werde.( StürDeutsche Boltspartei, deren schwerindustrieller Flügel mit fie durch ihren Einfluß der Herstellung eines mirt mischer Beifall. Lebhafter Proteft des Abg. Ledebour.) Nunmehr wird in einfacher Abstimmung Einleitung und Stinnes und Bögler an der Spitze gestern nicht für das lichen Friedens in Europa dienen wollen. Diese ihre Ueberschrift des Gesetzes gegen die Stimmen der DeutschGesez stimmte, sondern blaue Enthaltungszettel abgab. Hart Absicht ist im Ausland deutlicher und allgemeiner erkannt nationalen, der Bayerischen Volkspartei und der Kommunisten anmitritten war das Gefeß aber auch in der sozialdemo- worden, als im Inland. Man hat anerkannt, daß das Koalifratischen Reichstagsfrattion. Es war für sie tionsłabinett die beste und vielleicht die letzte Möglichkeit Die Schlußabstimmung über das Ermächtigungsgesetz fein leichter Entschluß, Reichstagsrechte aus der Hand zu bietet, Europa aus der schrecklichen Verwirrung, in der es sich ist namentlich. Als sie beginnen foll, verlassen die Deutschgeben, sei es auch in die Hand einer Regierung, in der sie befindet, herauszuführen; aber man hat diese Möglichkeit nicht nationalen und die kommunisten den Saal. Die Bante durch drei ihrer Mitglieder vertreten ist. Die Ueberzeugung, ausgenugt. Hätte der gestrige Tag einen anderen Verlauf ge- der Sozialdemokraten weisen einige Lüden auf. Die übrigen Fratfionen find fast vollzählig versammelt. daß die brennende Wirtschaftsnot rasche Maßnahmen fordert nommen, fo hieße es vielleicht heute schon: 3u spät!" fionen find fast vollzählig versammelt. und daß insbesondere die Währungsreform nicht mehr Jetzt heißt es:" Es ist noch Zeit!", aber freilich höchst e Die Abstimmung. nicht in dem Maße erfüllt worden, wie mir gewünscht hätten. ( Lebhafte Bewegung im ganzen Haufe. Burufe bei den Sozialdemo fraten: Wieder einmal Bayern!) Trotzdem halten wir an unserer Stellungnahme fest.( Lebhafter Beifall und Heiterfeit.) Wir werden uns an der Abstimmung beteiligen, weil wir durch unfere Haltung einen legten Appell an die Regierung und die Parteien richten möchten im Sinne unserer früheren Erflärungen.( Erneuter Beifall.) genommen. auf die lange Bant geschoben werden dürfe, war für die Mehr- 3eit! Mit einer Passivität, die das Grauen der Nachwelt er- 10 Minuten vor 2 Uhr feilt Präsident£ öbe das Ergebnis der heit entscheidend. Es gab in der Fraktion Auseinandersetzun- regen wird, hat as Ausland bisher dem Niedergang Deutsch- Abstimmung mit: Es find abgegeben 347 Karten, also find mehr gen, die in kameradschaftlichen Formen geführt wurden, aber lands wie einem spannenden Schauspiel zugesehen, und nur als zwei Drittel der gefeßlichen Mitgliederzahl des Reichsfein Ergebnis brachten, das alle gleichmäßig befriedigt hätte. die sozialistisch denkenden Arbeiter haben flar erkannt, daß es fages, wie es§ 76 der Verfassung vorschreibt, anwesend und haben Für die Bedenken der Minderheit gegen die Koalitionspolitit sich hier um das Schicksal nicht nur eines einzigen Boltes, sich an der Abstimmung beteiligt. Es haben gestimmt: 24 Abgeordund gegen das Ermächtigungsgesetz war die Mehrheit nicht sondern eines ganzen Weltteils handelt. nete mit ein, 316 mit Ja( Bewegung), 7 haben sich der Abstimohne Verständnis; aber sie konnte nicht finden, daß die In Deutschland und in Europa Ordnung zu schaffen, mung enthalten. Es ist also die weitere Bedingung des§ 76 der Minderheit einen besseren Weg zu zeigen vermochte den Grund zu einem neuen wirtschaftlichen und kulturellen Verfassung erfüllt, daß zwei Drittel der Anwesenden zugestimmt cls den, den die Fraktion zu gehen sich schließlich entschloß. Aufstieg im Geist des Sozialismus zu legen, und das deutsche haben. Das Gefeß ist angenommen!( Cebhafter Beifall Der Donnerstag brachte die Fraftion in eine schwierige Bolt aus seiner unglücklichen Lage zu retten, das ist wahrlich bei der Mehrheit. Pfui!-Rufe bei den kommuniffen.) Page. Sie hatte sich mit großer Mehrheit für das Gesez ent- fein leichtes Beginnen. Aber auf dem Weg, den sie geht, sucht schieden, hätte aber der Minderheit gern das Recht ein- die sozialdemokratische Politit fein anderes Ziel als dieses. geräumt, an der Ausführung dieses Fraktionsbeschlusses nicht Und je größer die Not, desto stärker ein Gebot: Einigkeit! mitzuwirken, bei dem sie mit dem Herzen nicht dabei war. Die Tattit der deutschnational- kommunistischen Gegentoalition Da der Bericht über die Annahme des Ermächtigungsgefeges aber machte die Gefahr brennend, daß die erforderliche Zwei- mur in einem Teil der Abendausgabe erschienen ist, lassen wir noch brittelpräsenz fehlte, das Gesez fiel und das Reich einmal einen ausführlichen Sizungsbericht folgen. dadurch in neue Wirren von unerhörter Heftigkeit gestürzt Der Reichstag trat gestern zur Abstimmung über das Ermächürde. Mit einem Auseinanderfallen der Sozialdemo- tigungsgeseh zusammen. fratischen Fraktion in einen größeren und einen kleineren Teil wäre dann die Aera der Reichstagsauflösung und der problematischen Neuwahlen eröffnet worden. Um solches Unheil zu verhindern, faßte die Fraktion jenen Beschluß, der schon gestern hier mitgeteilt wurde. Sie legte ihren Mitgliedern die Pflicht auf, an der Abstimmung teilzmehmen und für das Gesetz zu stimmen. Gegen den VorDarauf erhält das Wort Abg. Frölich( Komm.) zu einer Er. flärung seiner Fraktion, die das Ermächtigungsgeseß als die Aufhebung der Scheindemokratie bezeichnet. Die Entschließung der Deutschnationalen, mo nach im Falle der Annahme des Ermächtigungsgefeßes tie Reichsregierung ersucht wird, zum Schutz der durch etwaige Maßnahmen der Regierung mit Entlassung bedrohten Angestellten in Staatsund behördlichen Betrieben gegen soziale Härten und Erwerbslosigkeit sofort ein besonderes Angestellten abfindungsgesez zu erletigen, wird abgelehnt. Dafür stimmte nur Abg. SchulzAm Regierungstische: Reichskanzler Dr. Stresemann, Bromberg, der allein von den Deutschnationalen anwesend war. Innenminister Sollmann, Verkehrsminister Defer. Angenommen wird die Entschließung Frau Dr. Lüders Das Haus ist sehr start besetzt. Sämtliche Tribünen sind über- und Genossen, wonach die Unterstügungen aus dem Reichsfüllt. In der Diplomatenloge sind die Bertreter fremder Staaten ausgleichsgees für kulturelle Bereinigungen erhalten anwesend. bleiben sollen. Bräsident Löbe eröffnet die Sigung um 1 Uhr 20 Minuten. Das Gesetz über Bermögensstrafen und Bußen wird Auf der Tagesordnung steht die dritte Beratung des in der Schlußabstimmung angenommen mit der für VerEntwurfes eines Ermächtigungsgefeges, und zwar lediglich die Ab- fassungsänderungen vorgeschriebenen Mehrheit. Präsident Löve bemerkt dazu, daß die nächste Sihung zur Er ledigung des Arbeitszeitgefehes voraussichtlich entweder Ende der nächsten Woche oder zur Anfang der übernächsten Woche stattfinden werde. Abg. Bark( Komm.) beantragt, die nächste Sigung am Montag abzuhalten. Der Antrag wird gegen de Antragsteller abgelehnt. Das Haus erteilt dem Präsidenten Löbe die Ermächtigung zur Einberufung der nächsten Sigung und zur Festsetzung ihrer Tages ordnung. Schluß nach 2 Uhr. Erklärung. Wir haben uns vergeblich bemüht, die, Mehrheit der Reichstagsfrattion für unsere, in der Fraktionserklärung vom 9. Oftober 1923 niedergelegte Ueberzeugung zu gewinnen. In der Vertretung Mittel erschöpft. unserer Ueberzeugung haben wir in der Fraktion alle legalen In letzter Stunde beschloß die Fraktion gegen unseren Willen, daß jedes Mitglied für das Ermächtigungsgesetz stimmen müsse. Diesem untedingten Fraktionszwang fügten wir uns. Nicht, weil wir unsere sachliche Meinung geändert haben, sondern weil wir die Einheit der Partei wahren wollten und wahren mußten. Nun hat der Parteitag zu entscheiden. Berlin, den 13. Oktober 1923. Crispien, 2. Agnes, Franz Künstler, Adolph Hoffmann, Friz Zubeil, Marie Wachwiß, Horn, Ryssel, Anna Ziegler, Fleißner, Ristau, Albrecht, Ad. Schwarz, Löwenstein, Beckmann, Friz Geyer, Anna Nemiz, Schirmer, Breunig, Plettner, W. Boß, Fr. Eichier, A. Bruchardt, Bernhard Dümell, Kuhnt, HoffmannSchmargendorf, Seger- Leipzig, Kunert, Fries, SoldmannFranken, Simon- Franten. Einzelheiten der Abstimmung. daher, entgegen anderslautenden Blättermeldungen und im Gegenfaz zu seinem viel leichter erreichbaren Kollegen vom Zentrumt, Tr. Pfeiffer, dem deutschen Gesandten in Wien, nicht mehr rechtzeitig die weite Reise nach Berlin antreten. Bon den Mitgliedern der sozialdemokratischen Minderheit waren einzelne noch am Freitag in Berlin, aber am Sonnabend im Reichstage nicht erschienen. Nur zwei Genossen der Minderheit haben, obwohl im Hause anwesend, an der Abstimmung nicht teilgenommen. Die neuen Verordnungen. Nenderungen der Demobilmachungsbestimmungen. [ preise, die jede Bautätigkeit seit Monaten fast unmöglich gemacht hat. Tausende von Familien, die sich heute mit unzulänglichen Räumen begnügen müssen, haben bisher taum Hoffnung, jemals ein eigenes Heim zu bekommen. Dadurch vermehren sich die sozialen Schäden im bedrohlichen Maße. Die Leidtragenden sind die Aerm sten der Armen, weil die vermögenden Wohnungssucher die geforderten Buchermieten zahlen können. Diese Mißstände müssen sich in allernächster Zeit um so mehr zu einer Ratastrophe auswachsen, als das Reich in Zukunft, wenn es feine finanziellen Verhältnisse in Ordnung bringen und dem Volke ehrliches Geld geben will, aus öffentlichen Mittein feine Zuschüsse für den Wohnungsbau mehr, leisten kann. Das Kabinett Die Reichsregierung hat, wie wir im größten Teil der Abend- stand deshalb vor der Notwendigkeit, völlig neue Richtlinien ausgabe bereits mitteilen fonnten, sich am Freitag mit de: Frage für die Wohnungspoitit aufstellen. Dabei ging es von dem der Bekämpfung der Preistreiberei der Kartelle und Grundsatz aus, daß eine Gesundung der Verhältnisse nur herbeiRonventionen und mit Richtlinien für die fünftige geführt werden kann, wenn die Möglichkeit geschaffen wird, die Wohnungspolitik befaßt. Reparaturen und den Wohnungsbau wieder aus den eintomDie Demobilmachungsverordnungen werden nach einem Be menden Mieten zu finanzieren. Deshalb sollen die gegen schluß der Reichsregierung dahin abgeändert, daß innerhalt wärtigen Mieten, die in keinem Verhältnis zu den Warenpreisen der Sperrfrist von regelmäßig vier Wochen, die einer Betriebsein- stehen, allmählich wieder auf den Stand der Friedensmieten gebracht schränkung oder Stillegung vorausgehen muß, Entlassungen werden. Die Regierung glaubt, im Laufe eines Jahres D DAT Arbeitnehmern nur mit 3ustimmung de: diese unumgängliche Maßnahme bei größter Schonung der BcBehörden wirksam sind und daß Arbeitsstreckung bis auf völkerungsschichten durchführen zu können. 24 Stunden vorgeschrieben werden fann. Dagegen ist zur Berhinderung unwirtschaftlicher Arbeitsstreckung der§ 12 der Verord nung vom 12. Februar aufgehoben worden, der vorsieht, die Arbeit auch dann zu strecken, wenn nur einzelne Arbeiter zu entlassen sind. Landesrechtliche Sonderverordnungen werden für rechtsunwirksam erklärt. Die neue Regelung der Erwerbslosenfürsorge. Eine weitere Berordnung der Reichsregierung schreibt die Erhebung von Beiträgen zugunsten der Er Aus der noch am gestrigen Spätnachmittag unter den Reichs- r erbslosenfürsorge vor. Die Verordnung foll, mie in tagsdrucksachen herausgegebenen offiziellen Abstimmung seiner amtlichen Mitteilung gesagt wird, die Gewähr dafür bieten, liste lassen sich verschiedene bemerkenswerte Einzelheiten ent- daß die Erwerbslosenfürsorge, die unterstützende sowohl wie die produktive, und die öffentliche Arbeitsvermittlung frog der finannehmen: un= Der vorhandene Mieterschutz soll bestehen bleiben und weiter ausgebaut werden. Seine Aufgabe wird sein, einem Wohnungswucher vorzubeugen. Das Kabinett denkt nicht daran, die erhöhten Mieten dem privaten Hausbesit zugute fommen zu lassen, sondern beabsichtigt, die zu erwartenden Einnahmen im wesentlichen zum Bau neuer Wohnungen zu verwenden. Deshalb sehen die neuen Richtlinien nur die Deckung der Kosten vor, die dem Hausbesitzer durch die Vornahme von Reparaturen und Ausübung der Verwaltung entstehen. Diese Bestimmung bedeutet einen 3wang für den Hausbefizer, Reparaturen vornehmen zu laffen. Außerdem wird dem Hauseigentümer eine mäßige Risikoprämie gewährt. Der wesentliche Rest des Mieteinkommens fließt aber in die Kasse des Reiches, der Länder und der Gemeinden und wird zu einem Fonds vereinigt. Er soll dem Bau neuer Wohnungen dienen. Die 24 Nein- Sager segten sich zusammen nicht nur aus den 17 an- ziellen Notlage des Reiches in dem Maße fortgeführt werden Die Wohnungsbauabgabe, die heute völlig wesenden bayerischen Bolksparteilern, sondern auch fönnen, das aus politischen und sozialen Gründen unerläßlich ist. rentabel geworden ist und gegenwärtig faum 50 Proz. der Einaus den vier Abgeordneten des Bayerischen Bauernbundes Die Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmeme sollen eine beziehungskosten deckt, fällt ganz weg. ( Bachmeier, Eisenberger, Professor Fehr und Rauschmanr) und aus stimmte Höchstgrenze 20 Broz. des Krankenkassenbeitrages den trei anwesenden Deutsch Hannoveranern( Aipers, Bang- nicht überschreiten. Für Gemeinden mit großer Arbeitswoft und Sievers). Der vierte Deutsch- Hanoveraner, Graf v. Bern- lofigteit treten ergänzend auch weiterhin Reich und Länder storff- Schleswig- Holstein, scheint nicht anwesend gewesen zu sein, ein. Die Berordnung sucht ihre Aufgabe mit dem einfachsten Ver. desgleichen sein Verwandter, der demokratische Botschafter a. D., waltungsapparat zu erfüllen. Die feinere Ausarbeitung soll dem der als einziges Mitglied der 39 Mann starken Demokratischen fommenden Gefeß über Arbeitslosenversicherung überlassen äußerte Wunsch, mit Rüdsicht auf die plötzliche große GeldentwerFraktion fehlte, weil er im Auslande( im Haag) weilt. Bon zwei bleiben, das bekanntlich nicht auf Grund des Ermächtigungsgefeges tung die Markenbrofversorgung über den 15. Okweiteren Reichstagsabgeordneten ist ebenfalls bekannt, daß sie zur- erledigt werden kann, sondern der ordentlichen Gesetzgebung vor- tober hinaus noch einige Jeli fortzuführen, ist aus technischen und zeit im Auslande find, und zwar sind dies der deutschnationale behalten bleibt. Bemerkenswert ist an der neuen Berordnung noch wirtschaftlichen Gründen, insbesondere im Hinblick auf den großen Professor Hoeksch und die Kommunistin Frau Klara Bettin, die die Bestimmunug, nach der die Erwerbslosen gemeinnüßige Umfang des Personenkreises leider gänzlich unerfüllbar. beide die Borzüge der bolschewistischen Gastfreundschaft in Moskau Arbeit gegen die Ueterstützung zu leisten baten; soweit für bleibt daher der Reichsregierung nach wiederholter reislichster Prüfung genießen; ihre Anwesenheit hätte übrigens am Abstimmungsergeb- Jugendliche Arbeitsgelegenheit nicht gegeben ist, haben sie sich an der Frage nichts anderes übrig, als die bedürftigen Kreise nis nichts geändert, da sie beide der Fluchtkoalition angehörten. Einrichtungen zur Fortbildung oder Ausbildung zu beteiligen. Es der Bevölkerung herauszugreifen und ihre Unterstützung derart Die Zahl der abwesenden Zentrumsmitglieder scheint wird somit zum erstenmal der Grundsatz aufgestellt, daß die zu erhöhen, daß sie über diese fritische Zeit hinwegkommen. ganz gering gewesen zu sein und dürfte sich jedenfalls nur aus unterstügung nicht ohne Gegenleistung gegeben tönnen. schwerkranken Abgeordneten zusammensetzen. wird, und es wird damit die Möglichkeit, brachliegende ArbeitsEbenso dürften nur wenige Deutschvoltsparteiler fräfte produttiv zu beschäftigen, nicht unwesentlich erweitert.. An gefehlt haben, dafür haben, wie schon an anderer Stelle erwähnt, allen Entscheidungen, die auf Grund der Verordnung ergehen, sind fechs Mitglieder der volksparteilichen Frattion blaue Enthaltungs- paritätische Ausschüsse von Arbeitgebern und Arbeit ftimmzettel abgegeben. Das sind einmal die Vertreter der rheinisch- nehmern beteiligt. westfälischen Schwerindustrie Stinnes, Dr. Boegler und Dr. Auf die Tagesordnunug einer Kabinettsfizung am fommenden Quaaß, andererseits drei volksparteiliche Agrarier, Döbrich, Montag ist die Beschlußfassung über die Währungsfrage Hepp und 3eschte. gesetzt. Das Wohnungsbauprogramm. Die gefährdete Brotversorgung. Keine Verlängerung des Markensystems. Amtlich wird gemeldet: Der aus der Mitte des Reichstags geEs Im Interesse schnellster Unterrichtung geben wir hier einen Ueberblick über die geplanten Einzelmaßnahmen: Jm befehten Gebiet foll die Versorgung mit Markenbrot, wie das schon vorher in Aussicht genommen war, wenn auch einkleinrentner sollen die am 15. Oftober fälligen Halbmonats. geschränkt, vorläufig noch fortgefeht werden. Für die Sozial- und bezüge nach der neuesten Reichstichzahl berechnet und dadurch erhöht werden. Außerdem erhalten die Sozial- und Kleurentner am Der fiebente blaue Stimmzettel wurde vom fommunistischen 22. Oktober bei fortschreifender Teuerung eine weitere Unterstügung. Hamburger Abgeordneten Reich abgegeben, mit dem sich die Ueber die Richtlinien zur Gesundung des Wohnungs- Auf Grund des Ermächtigungsgefehes wird es möglich sein, auch die Deffentlichkeit bereits wiederholt und meist nicht zu seinem Borteil wefens, die das Reichskabinett beschäftigt haben, erfahren wir Unfallrenten aufzuwerten. Die Kriegsbeschädigten und beschäftigt hat. folgendes: Kriegshinterbliebenen erhalten durch die Fürsorgestellen Von der Sozialdemokratischen Frattion haben Die Verhältnisse auf dem Wohnungsmartt haben sich nach dem neben der Erhöhung der Zufahrenten eine weitere Zwischenzahlung. fich 14 Mitglieder an der Abstimmung nicht beteiligt, von denen Die Sätze der Erwerbslosenunterstübung sollen mit der beginnenmindestens die Hälfte infolge schwerer Erkrankung reiseunfähig den Woche dem Stand der Mark schneller und beffer angepaßt und war. Der deutsche Gesandte in Lettland, Genosse Dr. Köster, war zugleich in ihren Grundbeträgen erhöht werden. Die entsprechende erst am Freitag mittag aus Berlin in Riga eingetroffen und konnte Mehrzahlung soll schon am nächsten Dienstag einsehen. Die zuVom Lichtsignal zur Aetherwelle. Kriege immer trauriger gestaltet. In der Mehrzahl unserer Häuser werden die notwendigen Reparaturen nicht mehr ausgeführt, so daß heute viele Wohnungen gesundheitsschädlich und lebensgefähr lich find. Dazu kommt die ungeheure Steigerung der Material Die Mappe. Geschichten vom Stinktier. " stimmen fönnten. Ein deutscher Fachmann, Dr. S. Loewe, entwarf| schließen wir unser Bureau schon um 1 Uhr. Da gebrauche ich nur im September 1920, ein volles Jahr, bevor in Nordamerika der zwei Paar Stullen, und für die zwei Paar ist die Mappe doch etwas drahtlose Amateurbetrieb einsetzte, ein großzügiges Bild des Broad- zu groß." 4. 5. Soweit die Geschichte der Menschheit zurückverfolgt werden cafting- Dienstes, wie er von einer Berliner Radio- Firma organisiert fann, stößt man auch auf Bestrebungen, Nachrichten einander zu werden sollte: 3wanzig Millionen Familien gibt es in den Berübermitteln. Betrachtet man die uralten Zeugnisse frühester mensch einigten Staaten. Wenn Sie wüßten, wie geistig verhungert die licher Tätigkeit, wie sie aus den Schichten der älteren Steinzeit vor Menschen hier leben, wenn Sie den Geist des Amerikaners jemals Rein Laboratorium der Welt, fein Aasplah und feine Abfallmehr als 100 000 Jahren zutage getreten find, so erkennt man, daß beobachtet hätten, der sich auf jede neue technische Möglichkeit stürzt, grube, nichts fann einen so furchtbaren Gestank erzeugen wie das jene Urmenschen schon breit angelegte Feuerstätten besaßen, die wohl so würden Sie verstehen, wenn ich behaupte, die Idee der drahtlosen Bierliche Kleine Stinftier, tessen Bestgeruch" bewirkt, daß jeder, der nicht nur zur Erwärmung und zum Bereiten der Speisen dienten. Telephonie fann nur hier ausgeführt werden. In diesem Lande mit ihm in Berührung gekommen ist, wie ein Berpesteter gemieten Wahrscheinlich haben wir hier die ersten Spuren einer Nachrichten- bestehen Chancen für einen geradezu überwältigenden Erfolg: wird. Das Stinktier oder Surilho, das zu der Familie der Marder übermittlung an andere Horden zu erkennen. Dies betont Dr. Eugen Telephon, Telegraph, Licht, Kraft, alles ist hier in Brivathand. Ein gehört, ist in Südamerika heimisch und macht äußerlich einen sehr Neepor in seinem soeben bei Julius Springer in Berlin erschienenen riesiges Feld ist hier allein durch die Fabriken gegeben, die die Ein- netten und adretten Eindruck. Niemand ahnt, der seine Eigenschaften Werf Der Radio- Amateur"," Broadcasting", das ein Lehr- und richtung zur Unterhaltung ihrer Arbeiter verwenden würden, wozu beiden Stinkdrüsen besitzt. Brehm hat in seinem Tierleben", bas nicht bereits fennt, welche furchtbare Waffe das Tierchen in feinen Hilfsbuch für die Radioamateure aller Länder bieten soll und dessen jezt Borlejer, Musikkapellen und Künstler engagiert werden." Dieser erstes Kapitel der Entwicklung des Nachrichtendienstes gewidmet ist. ausgedehnte Plan blieb damals in Berlin unbeachtet. In den Bericht in einem Neudruck bei Reclam erscheint, allerlei bezeichnende Eine Zeichenübertragung des Feuerscheins scheint die früheste Form einigten Staaten aber fette feit dem Herbst 1921 der Radio Geschichten über diese Streiche dieses Stänkers" erzählt. Der bedes Nachrichtenaustausches über meitere Streden gewesen zu sein. Amateurbetrieb in riefigem Umfang ein, und Millionen von Emp- rühmte Naturforscher Audubon hat selbst als Schujunge mit den Dieser Austausch von Mitteilungen war nicht nur in den ältesten fängern wurden in Wohnzimmern, Kontoren, Fabrifen, Banten, Stinkdrüsen Bekanntschaft gemacht. Ich ging mit einigen Freunden Kulturen der Aegypter und Babylonier, sondern überhaupt im Hotels, Ballfälen usw., in Autos, Eisenbahnwagen, auf Schiffen, in langjam meinen Weg," schreibt er. Da sehen wir ein allerliebstes ganzen Altertum üblich. Wir finden Lichtsignale noch heute bei landwirtschaftlichen und anderen Betrieben aufgestellt und benutzt. Tierchen, das gemütlich umherschlich, stehen blieb und uns anjah, primitiven Bölkern, neben die die Verwendung von Rauchzeichen So ist aus dem einfachen drahtlosen Nachrichtenmittel ein Kultur- als warte es wie ein alter Freund, um uns Gesellschaft zu leisten. und die geheimnisvollen Formen der Mitteilung durch Töne, der träger ersten Ranges geworden, dessen weiterer Ausbau in der Das Ding jah gar zu unschuldig und verführerisch aus; es hielt afrikanischen Trommelsprache usw., treten. Es hat sehr lange ge- Butunft sich heute noch nicht im entferntesten überblicken läßt. seinen buschigen Schwanz hoch empor, als wolle es, daran gefaßt, dauert, bevor es in der neueren Rulturentwicklung gelang, noch in unseren Armen nach Hause getragen sein. Ich war ganz ent andere optische Mittel, wie z. B. Semaphore, in den Dienst des Nachzückt, griff voll Seligkeit zu und vatsch! schoß das Höllenvieh richtenaustausches zu stellen. Unterdessen hatte die Zeitung ihren mir seinen Teufelsfaft in die Nase, in Mund und Augen. Wie vom gewaltigen Aufschwung genommen, aber die Menschheit, die immer Donner gerührt, ließ ich das Ungeheuer fallen und nahm in Lodesungeduldiger wird und immer schnellere Nachrichten verlangt, fann Fast jeder Mensch trägt sie. Statistische Erhebungen find hier- angst Reißaus." Hensel erzählt, daß einer seiner Diener ein Stintdurch den Druck doch nicht sofort eine Neuigkeit erfahren. Auch über noch nicht angestellt. Im Reichstag foll bereits ein entsprechender tier tötete, ohne es zu fennen; dabei wurden seine Wasserstiefel etwas Telegramm und Telephon dienten nur als Hilfsmittel für den Aus- Gesezentwurf vorliegen. In Verbindung hiermit soll eine Mappen besprigt. Der Geruch hastete den Stiefeln noch wochenlang an, bau der Zeitung. Die schnellste und idealfte Nachrichtenverbreitung steuer beschlossen werden. Man verspricht sich von dessen Einnahmen obgleich fie immer getragen und oft gewaschen wurden. Nach etwa wird nunmehr durch die drahtlose Telegraphie und Telephonie er- Sanierung des Reichshaushaltes. Ueber diese Gesetze soll in den sechs Wochen besuchte der Mann eine Gesellschaft. Während der möglicht, durch das sogenannte Broadcasting, die amerikanische Fraktionen Einigkeit bestehen. allgemeinen Unterhaltung schnüffelte einer der Anwesenden unter Bezeichnung dieser Nachrichtenverbreitung. Die Tatsache, daß die Es gibt braune und schwarze, echte und unechte Ledermappen. dem Tisch und teilte dem Hausherrn die unfiebsame Entdeckung mit, durch Funkentelegraphie übermittelten Telegramme in Morsezeichen Hauptsächlich gibt es Parademappen. Sie sind den Paradepferden es müsse ein Surisho unter den Dielen des Hauses seine Wohnung gegeben wurden und infolgedessen nur einem fleinen Kreise verständ- gleichzustellen. Daneben gibt es auch noch Arbeitsmappen. Diese aufgeschlagen haben. Man beschloß, sofort die Jagd auf den gefähr lich waren, hat lange verhindert, daß sie zu einem Nachrichtenverkehr haben mit den Arbeitstieren etwas gemeinsam: sie sehen meift lichen Störenfried aufzunehmen. Der Gaft aber, der die Urlache ,, an alle" benutzt wurde. Erst als es 1902 Paulsen gelungen war, schlecht und abgearbeitet aus. Wenn die letzteren Memoiren schreiben der ganzen Unruhe war, verabschiedete fich schnell unter einem Bormit dem Lichtbogengenerator ungedämpfte Schwingungen zu er fönnten, würde sicher manch dickleibiger Foliant gefüllt werden. Der wand. Ein nach Südamerika eingewanderter Deutscher, der noch nie zeugen und damit die drahtlose Telephonie zu verwirklichen, trat die Inhalt der Arbeitsmappen hebt sich entschieden von dem der Parade- ein Stinktier gefehen hatte, fah eins bei einem Ritt, hielt es für Möglichkeit einer direkten drahtlosen Nachrichtenübermittlung in den mappen ab. Während in diesen häufig ein Band Courths Mahler einen jungen Fuchs und stieg vom Pferde, es zu fangen. Das Tier Gesichtskreis. Wiederum verstrichen eine Anzahl von Jahren, bis mit Schmalzstullen, Handarbeiten, Thermosflaschen usw. treulich ließ sich auch ruhig greifen, sobalt er es aber aufhob, sprihte es ihm der Gedanke der Broadcasting zuerst ausgesprochen wurde. nebeneinander. ruht, enthält die Arbeitsmappe Aftenmaterial für oft den Inhalt feiner Stinfdrüfen auf die Brust und traf Hemd ind Im Jahre 1908 schuf der amerikanische Erfinder 2. de Forest sehr schwierige Sitzungen. Sigungen müssen nämlich auch sein. Sie Weste. Der Grschreckte ließ das furchtbare Tier fallen, warf sich aufs den ersten Versuchsapparat, der die Musik der New Yorker Oper find in letzter Zeit zu Bedürfnissen geworden. Pferd und jagte, mie vom Dämon gepeinigt, dahin, um den Gestant einem Kreise von Zuhörern radio- telephonisch übermittelte. Mit Die Mappe muß ebenso wie ihr Träger ganz individuell behan- des Beftiaftes durch den Luftzug etwas zu mildern. Er konnte es dieser Tat war das Broadcasting, die drahtlose Nachrichtenüber- delt werden. Schon am Tragen der Mappe fann man nicht selten aber nicht aushalten, sondern riß sich während des schnellsten tragung, geboren. Von einer Senderstelle aus werden die von der den wahren Wert eines Menschen beurteilen; besonders leicht ist es Reitens die Kleider vom Oberkörper und kam halbnackt nach Hause. Sprache oder Musik modifizierten Wellen ausgestrahlt, die von be- festzustellen, ob der Mappenträger von seiner Unfehlbarkeit selbst liebig vielen Empfängern aufgenommen werden, ohne daß sich diese fest überzeugt ist, nämlich wenn er fie, unter dem Arm haltend, fest Das Repertoire des chansbielertheaters. Da das Schauspielerirgendwie gegenseitig stören oder beeinflussen. Die Unvollkommen- an seinen Körper drückt und erhobenen Hauptes stolz einherschreitet. theater schon am Anfang der Winterspielzeit über ein wechselndes Reheit, die dem Apparat noch anhaftete, ließ zunächst einen wirklichen Ich begegnete kürzlich an einem Sonnabend einem Bekannten bertoire verfügen will, bringt es in der erfien Novemberwoche außer König Eduard II." von Marlowe noch einen Gerbart- Hauptmann- Abend, Erfolg auch in Amerika nicht aufkommen. De Forest erkannte schon ohne seine Mappe, die er stets so wie geschildert trägt. Teilnehmend einen Strindberg- Abend und einen Komödien Abend, der aus den Kombdie Notwendigkeit, in allen größeren Städten Senderstationen ein- frage ich nach dem Befinden der Mappe, und warum er sie nicht bei bien Sonfin" von Simon Juschkiewicz und„ Titus und sein Talismann" zurichten, auf die sich alle im Umkreis befindlichen Empfänger ab- sich habe. Wissen Sie," antwortete er, heute ist Sonnabend. Dal von Reſtroy bestehen wird. gunsten der Kinderreichen vorgesehenen Maßnahmen sind bereits bekanntgegeben. Damit find im wesentlichen diejenigen Bevölkerungsfreife bedacht, denen der Gesetzgeber beim Erlaß des Gesetzes zur Sicherung der Brotversorgung im Wirtschaftsjahr 1923/24 gewisse Entschädigungen für den Wegfall des Martenbrots gewähren wollte. Uber die in der amtlichen Meldung erwähnte Anregung er fahren wir: weitere Schicksal des Prozesses von der Aussage des Generals Bum Schluß droht der General die Einführung außer= v. Seedt abhängig gemacht wurde, bedeutete offenbar, daß ordentlicher Gerichte an, für den Fall, daß seinem Berbot nach dem Standpunkt der Angeklagten gewiffe. Behörden zuwidergehandelt würde! von diesem Verstoß wußten. Auch der Umstand, daß General v. Seedt monatelang die Erlaubnis, auszusagen, von feiner vorgesetzten Behörde Dr. Geßler nicht erhielt, mußte den Eindruck erwecken, als ob dieser Standpunkt der Verteidigung nicht ganz unbegründet wäre. Das hätte an sich bei der tollen Wirtschaft der Aera Cuno nicht einmal überraschen fönnen, zumal der Küstriner Butschversuch einiges Licht in diese dunklen Machenschaften gebracht hat. wwwww Nun erhielt plöglich General v. Seedt eben im Anschluß an die Erörterung der Küstriner Angelegenheit im Reichstage die Erlaubnis, auszusagen. Da wäre es doch selbstverständlich, daß man zunächst das Ergebnis dieser Aussage abwartete, ehe man über die Haftbeschwerden entfchied. Aber umgefehrt: unmittelbar vor dieser Aussage wird Roßbach wieder auf freien Fuß gesetzt! Die Dinge find großartig: Roßbach wird freigelassen, aber die 2 andarbeiter werden der Willkür der deutschnationalen Guts befizer ausgeliefert. Dafür aber haben die städtischen Arbeitermassen weder Kartoffeln noch Brot! Sie können nach Westarp bei vollen Eteunen verhungern! Hungerkrawalle in ganz Deutschland. Effen, 13. Oktober.( BTB.) In einzelnen Städten des Ruhrgebiets ist es im Laufe des heutigen Tages zu Plünderun gen und Demonstrationen gekommen. Geschäfte, Wochen. märkte und Kartoffel- bzw. Gemüsefelder wurden geplündert. Düsseldorf, 13. Oktober.( WIB.) Die Plünderungen von gestern abend, deren Folgen noch nicht zu übersehen sind, nehmen heute ihren Fortgang. So wurde heute morgen auf der Nun wird versichert: Das Verfahren nimmt seinen Ellerstraße ein Lebensmittelgeschäft, das geöffnet war, vollständig Fortgang und wird sogar in fürzester Zeit zur Hauptverhand- ausgeräumt. In verschiedenen anderen Geschäften ereigneten sich lung vor dem Staatsgerichtshof führen. Nach dem bestimmten ähnliche Vorgänge. Am Worringerplatz wandten sich einige GeDementi, das Gr. Geßler im Reichstage gewissen Andeutungen schäftsleute um Hilfe an französische Patrouillen, die des Herrn v. Graefe entgegensetzte, ist das eine Selbstverständ- einige Personen abführten. Auch in anderen Stadtteilen finden fort. lichkeit. Dann muß man erst recht fragen: Barum diese Haft- gefeßt Menschenansamlungen statt. entlassung? Am Sonnabend fanden erneut Verhandlungen zwischen der Regierung und den Koalitionsparteien statt über die Sicherung der Brotversorgung für die nächsten Wochen. Die Mitglieder der fozialdemokratischen Fraftion Simon, Kräßig und Wels wiesen noch einmal mit aller Eindringlichkeit auf die Notwendigkeit hin, mangels jeder Vorbereitung für die Durchführung des Brotverbilligungsgefches die jetzt geltende Brotversorgung durch Marten zunächst noch bis Ende diefes Monats weiterzu führen, um in der Zwischenzeit Vorbereitungen für die Durch führung des Gesetzes zu treffen. Die Ausführungen machten auf die übrigen Parteien und auch auf die Regierungsmitglieder aus dem Arbeitsministerium, Finanzministerium und Ernährungsministerium sichtlichen Eindruck. Bon allen Seiten wurde anerkannt, daß so fort etwas unternommen werden müsse, um die Brotverforgung für die minderbemittelte Bevölkerung in den nächsten Wochen zu sichern. Es wurden mehrere Wege vorgeschlagen, u. a. auch der. durch lleberweisung von Zuschußunterstützungen an die Entweder war Roßbach durch gewisse Behörden strafrecht Sozialrentner, Kleinrentner, Kriegsbeschädigten. Erwerbslosen usw. lich gedeckt, dann wäre es Ehrenpflicht dieser Behörden gedie Berbilligung des Brotes zu ermöglichen., Bon sozialdemo. wesen, ihn nicht schuldlos sieben Monate in Haft fizzen zu lassen. fratischer Seite wurde bezweifelt, daß sich dieser Blan in den Dannabergehören ganz andere Leute vorden nächsten Tagen durchführen lasse, ohne weite Kreise in Eristenzgefahr Staatsgerichtshof. zu bringen. Vor allem wurde es als unhaltbar bezeichnet, solche Zuschüsse nur den Bersorgungsbedürftigen in Orten von 20 000 und mehr Einwohnern zu geben, ohne die zahlreichen Industrieorte. in Schlesien, Sachsen usw. einzubeziehen. Eine Entscheidung ist in der Sigung nicht gefällt worden. Das Finanz- und Ernährungsministerium wollte vielmehr noch am Sonnabend dem Kabinett Borschläge machen. Oder er war nicht gedeckt, dann hätte er nicht entlassen. werden dürfen, besonders nicht kurz vor der Hauptverhandlung. Ausnahmezustand gegen Arbeiter. In Sachsen sind die proletarischen Hundertschaften verboten. In Bayern bleibt die Reaktion bewaffnet. Unter diesen Umständen ist der Ausnahmezustand unhaltbar! Streifverbot für Mecklenburg- Strelit. Auch aus zahlreichen anderen Orien wie Gelsenkirchen, Benrath, Kreuznach, Frankfurt a. M., Leipzig und Hannover werden Teuerungsunruhen gemeldet, die unblutig verliefen. Die„ Deutsche Zeitung" freigegeben. Der Reichswehrminister hat nach den ihm von dem Chef redakteur der Deutschen Zeitung" gegebenen Zusicherungen das Erscheinen der Deutschen 3eitung" von heute ab wieder gestattet. Eisenbahnregie im besetzten Gebiet. Der Reichsverkehrsminister hat die Eisenbahner des beDie Erwerbslosenunterstützung. fetzten Gebiets angesichts der Bedrängnis angewiesen, die Arbeit Der Wehrkreisfommandeur für den 2. Wahlkreis, General von am Mittwoch, den 17. Oktober, aufzunehmen. Gegen die Die Höstsäge der Erwerbslosen unterstübung Tschischwig in Stettin hat für den Freistaat Medlenburg- Ableiffung des geforderten Diensteides sei nichts mehr einzubetragen für die Woche vom 10. bis 16. Oftober wochentäglich für Strelitz auf Antrag des deutschnationalen Ministerpräsidenten wenden, nachdem die Direktion der Regie offiziell erklärt hat, daß die Ortsklassen A, B, C und D bzw. E für männliche Bereine Verordnung erlassen, wonach sämtliche landwirtschaft der Eid keine polifische Bedeutung habe. Die Abgabe des Eides sonen, wenn sie nicht im Haushalt eines anderen leben, 165, 155, i en Betriebe für lebenswichtige Betriebe erklärt und könne aber die gegen das Reich bestehenden und weiter bestehen 145 und 135 Millionen Mart. Lebt die unterstüßungsberechtigte Streit oder Arbeitsvermeigerung von Arbeitern oder bleibenden Treupflichten nicht aufheben. Namens der ReichsregieBerson in cinem fremden Haushalt, so reduzieren sich die Säße Angestellten mit Gefängnis bestraft werden. Jede öffentliche Auf- rung stellt der Verkehrsminister dabei fest, daß die Regierung die auf 130, 120, 110 und 100 Millionen Mark. Personen unter forderung zum Streit wird ebenfalls unter Strafe gestellt. Jeder Regie als eine nur vorübergehende Berwaltung an21 Jahren erhalten 100, 90, 80 und 70 Millionen Mart. Für Arbeiter, der nicht durch Krankheit entschuldigt ist, hat zur Arbeit zu sehen kann, und daß der gegenwärtige Betrieb durch die Regie die weibliche Personen über 21 Jahre mit eigenem Haushalt erscheinen. Falls er frant ist, hat er binnen zwei Stunden ein ärzt- Rechte des Deutschen Reiches an den besetzten Bahnen betragen die Säße 130, 120, 110 und 100 Millionen Mart; sie ver- liches Zeugnis darüber zu beschaffen. nicht berührt. ringern sich für Personen ohne eigenen Haushalt auf 110, 100, 90 und 80 Millionen Mart. Die Unterstügungen für weibliche Perfonen unter 21 Jahren belaufen sich auf 75, 70, 66 und 60 millionen Mart. Die Familienzuschläge für den Ehegatten wurden auf 60, 55, 50 und 45 Millionen, für Kinder und sonstige unterstützungsberechtigte Angehörige auf 50, 45, 40 und 35 Millionen Mark erhöht. Roßbach aus der Haft entlassen! Das Verfahren nicht eingestellt. beraumt werden kann. Ein Briefwechsel Stinnes- Stresemann = Nachdem die Verhandlungen der Schwerindustriellen mit Frage, ob Deutschland eine internationale Anleihe er Degoutte in den letzten Tagen in der gesamten Presse und halten fann, ist bisher pöllig ungeklärt. Die Martentwertung auch im Reichstage ausführlich behandelt worden sind, wird schreitet in rasendem Tempo weiter. Wir haben die Berordnung jezt der Wortlaut des Briefes, den Stinnes an den Reichs vom 13. Januar über das Reparationslieferungsverbot aufgehoben Die BS.- Korrespondenz teilt aus Leipzig mit:" fanzler richtete, und gleichzeitig die Antwort Stresemanns und dadurch unsere grundsätzliche Bereitwilligkeit erklärt, Reparationslieferungen dann wieder aufzunehmen, wenn die finan Der Staatsgeridhish of hai am Sonnabend vormiffag in befanntgegeben. Der Inhalt des Stinnes- Schreibens ist im zielle Lage des Reiches es gestattet. Gegenwärtig fann von nichtöffentlicher Sigung den Beschluß gefaßt, Oberleutnant a. D. Wesentlichen bereits bekannt. Aus dem vorliegenden Wort einer solchen Möglichkeit nicht gesprochen werden. Die ReichsregieRoßbach aus der Haft zu entlassen. Das Verfahren gegen laut ist jedoch festzustellen, daß es sich nicht um„ ultimative rung fann deshalb Ihnen und Ihren Freunden gegenüber weder den früheren Freikorpsführer wegen Geheimbündelei nimmt unbe- Forderungen" handelt, wie durch die ersten Veröffentlichungen eine Garantie für die Zahlung der Reparationsfohle noch für einen schadet dieses Beschlusses feinen Fortgang und dürfte in kürze angedeutet wurde, sondern um das Ersuchen, bis„ Dienstag Erjah der beschlagnahmten Kohle, noch cinen Ersatz für die Kohlenabgeschloffen sein, so daß der Termin zur Hauptverhandlung an- nachmittag die grundsägliche Entscheidung der fteuerbeträge übernehmen. deutschen Regierung darüber zu erhalten, ob die Regie. Dagegen hat sich die Reichsregierung schon vor Aufgabe des Rosbach ist seinerzeit wegen Verstoßes gegen das Gefehrung bei den mit Frankreich zu führenden Verhandlungen paffiven Widerstandes mit der Frage beschäftigt, ob nicht die allzum Schutz der Republik verhaftet worden, weil er bewaffnete felbst etwa durch sofortige Aufnahme der Berhandlungen notwendig macht. Die Kohlenpreise sind die Grundlage für die gemeine Wirtschaftslage eine Aufhebung der Kohlensteuer. Turnerschaften, die der Deutschvölkischen Freiheitspartei mit der Reparationsfommission die notwendigen Verein gesamte Entwicklung der Wirtschaft. Ihre Sentung sowohl für inangegliedert waren, aufgestellt hatte. Die Tatsache, daß das barungen für die westlichen Gebiete mit Frankreich treffen dustrielle Bedürfnisse wie für den Bedarf des Hausbrands ist eine will, oder ob sie es den Vertretern der west Notwendigkeit. Daher hat sich die Reichsregierung nunmehr zur Die Hirsche schreien! Der König der großen deutschen Mäther, ichen Gebiete, insbesondere denen der rheinisch- west- Aufhebung der Kohlensteuer entschlossen. fie aber abhängig gemacht der Hirsch, ist wieder in der Brunst. Feierlich ist's im Balte. Der fälischen Kohlenindustrie überlassen mill, einen modus wird von der Senfung der Kohlenpreise in der Ihnen bekannten Jäger lauscht im Hochfik. Es röhrt im Holz; dann ein Schre, vivendi mit den Befagungsmächten zu treffen, um die Er Art und Ausdehnung. ein Brüllen der Edeling des Rotwildes, überschäumender Kräfte nährung der Bevölkerung und den Bestand der Werte na 3echen im befeßten Gebiet ergibt, veranlaßt die Reichsregierung, Die Situation, die sich bei der Neuordnung für die vell, ruft nach dem, was die Menschen Liebe nennen. Erschauernd Möglichkeit zu sichern." wirft tie Naturfraft, die sich im Hirschschreien offenbart. sich mit einer weitgehenden Freiheit der Unternehmungen Brennstofflieferungsverträge abzuschließen, ist die deutsche Reeinverstanden zu erklären. Um den Zechen die Möglichkeit zu geben, über die von ihnen seitens der Bejagungsmächte angeforderten gierung damit einverstanden, daß das Kohlensyndikat die hierfür erforderlichen Mengen freistellt. Auch der Kohlenfommiffar wird in solche Lieferungen nicht eingreifen. Bei der Behandlung der Frage, in welchem Umfange die Kohlen im besetzten Gebiet hinausgehen, ist zu vermeiden, daß durch etwaige Abmachungen Bindungen für die Regierung Es kann der Reichsregierung nicht zugemutet werden, sich mit noch entstehen. Die grundfäßliche Behandlung der Frage muß Gegenstand späterer Verhandlungen zwischen den Regierungen bleiben. zu treffenden Berfügungen der Bejahungsbehörden einverstanden zu erklären, ohne dabei selbst mitzuwirken. Da Berhandlungen Der Unterschied zwischen den ersten Beröffentlichungen zwischen den Regierungen über diese Fragen gegenwärtig nicht und dem Wortlaut der Fragestellung ist also der, daß von stattfinden, so ist die Reichsregierung damit einverstanden, einer zehnstündigen Arbeitszeit über Tage nicht bie daß die wirtschaftlichen Organisationen ihrerfeits Berhandlungen der Wiederingangsekung der Wirtschaft Rede ist. Dagegen wird verlangt, daß auch die Bestimmungen megen aufgehoben werden sollen, die den Arbeitern und Angestellten führen und damit ihre Vertrauensmänner beauftragen. Die Re passiven Widerstand und die Ausweisungspraxis der Fran- getroffen werden können, die staatliche Rechte, insbesondere Hodes Ruhrgebiets ihre Stellungen sichern sollten, die durch den gierung muß ihrerseits jedoch unbedingt Gewicht darauf legen, daß hierbei keinerlei Berhandlungen oder Vereinbarungen über Fragen zosen ihnen verloren gegangen waren. heitsrechte, betreffen. Es ist selbstverständlich, daß nach Aufgabe Auf diesen Brief ist folgende Antwort des Herrn Reichs des passiven Widerstandes die Regiebahnen durch die Industrie benut merben fönnen: ebenso selbstverständlich ist es aber, Berlin, den 12. Oftober 1923. daß sich aus der Tatsache des Reichseigentums an den Bahnen ergibt, bak seitens der Vertreter wirtschaftlicher Organisationen feine Erklärungen abgegeben werden, die eine Auslegung dahin zulassen. daß die Wirtschaft sich an einer Wegnahme diefer Vermögensstüde des Reiches beteiligen fönnte. Die in dem Schreiben zur Beantwortung unterbreiteten eines Hirsches wiedergibt, brüllt bereits ein anderer Hirsch, weitere gegeben worden. Die am meisten aufrüttelnde Forderung Wenn das Echo am Waldberg eben noch den wilden Schrei Fragen sind gleichfalls, wenn auch im Auszuge, richtig wieder fallen ein, und ein schauerlich- schönes Konzert hebt an. Weither kommen, felbst bei dieser teuren Zeit, die Städter in die großen wegen der Arbeitszeit hat nach dem Briefe diese Wälder, vor allem in die mitteldeutschen, in denen das Rotwild Fassung: besonders gehegt wird; doch nicht immer fommen sie auf ihre Kosten, denn wenn Menichen in der Nähe find, wird der Hirsch scheu. Ein Belauschen der Liebesäußerung das geht selbst über die Kräfte eines Hirsches! In den Morgenstunden findet der Forstmann jezt zu wieder holten Malen Spuren von Kämpfen zwischen Rivalen. Vielfach hört er in der schweigenden Nacht vom Forsthaus aus das Klappern gegen und neinanderpresselnder Geweihe. Der erfahrene Jäger aber, der zufällig Zeuge solcher Kämpfe wird, steht erschauernd abfeits, regungslos, gebannt von dem urwüchsigen Schauspiel. Können wir auf die wohlwollende Unterstügung der Regierung redmen bei a) ter Durchführung der Arbeitszeitverlängerung auf 8 Stunden im besetzten und unbesetzten Gebiet, bestimmungen und der Bestimmungen, die aus Anlaß der b) ter sofortigen Beseitigung der Demobilmachungs. Besetzung des Ruhrgebietes bezüglich der Kündigung von Ar beitern und Angestellten getroffen find. Nach der großen Sonnenfinfternis. Die Nachrichten von Los Angelos, wo sich am 10. September die Astronomen der ganzen Welt zur Beobachtung der Sonnenfinsternis ein Stelldichein gegeben haben, lauten recht widersprechend. Während die einen zufrieden guten Lichtbilder aufnehmen konnten. Die amerikanischen Institute, gestellt scheinen, ert.ären die anderen, daß sie wegen Rebels feine Sie sich an der Beobachtung beteiligten, hatten fogar die Vorsicht gebraucht, sich vorher bei einer Bersicherungsgesellschaft gegen das Miklingen ihrer Photographien einzufaufen. Die Indiana- Univerfität hat daraufhin bereits von der Home Insurance Company fanglers eingegangen: die Entschädigungssumme von 1500 Dollar ausbezahlt erhalten, Der Reichskanzler. eingezahlt hatte sie eine Prämie in Höhe von 150 Dollar. Auch das Swarthmore College erklärt, Anspruch auf Schadenersatz zu erheben, Sehr geehrter Herr Stinnes! doch steht die Summe noch nicht fest, da dies Institut auf den Grad Auf Ihr Schreiben vom 7. Oftober erwidere ich Ihnen gleich des Mißlingens abgeschlossen hatte und die Patten noch nicht jämt- zeitig im Namen der Reichsregierung folgendes: lich entwickelt sind; im ungünstigsten Falle sind 10 000 Dollar fällig. Wie Sie wissen, war für die Aufgabe des passiven Widerstandes Es ist immerhin interessant, daß man sich auch gegen mißglückte ausschlaggebend die finanzielle Notlage des Reiches, die Sonnenfinsternis versichern fann, ebenso wie gegen Eisenbahnunfälle eine Weiterführung der reichsfeitigen Finanzierung auch nur für und dergleichen. Mufit. In dem 1. Sonntag- Konzert des Berliner Sinjonie ( Blüthner) Or dh e jt er s am 14. Dit., abends 8 Uhr, im Blüthner- Saal, wirft Ellen Dvergaard( Gesang) als Solistin mit. Dirigent: Camillo Hildebrand. 5 Rk. 11 138. U Was endlich die Regelung der Arbeitszeit betrifft, gelten hierfür lediglich die qesezlichen Bestimmungen des Reiches. Daß eine gesehliche Neuregelung der Arbeitszeit in allernächster Zeit geplant ist, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Mit vorzüglicher Hochachtung Thr sehr ergebener eine furze Zeit unmöglich machte. Diese finanzielle Lage diftiert uns auch jetzt zwangsläufig den Weg unserer Entschlüsse. Die Reichsregierung hat aus ihrem dringenden Wunsch, in möglichstem Umfange der Wirtschaft des besetzten Gebietes die durch den von ganz gez. Stresemann. Deutschland geführten Abwehrfampf ihm entstandenen Schwierig- Die Antwort des Kanzlers, die im Namen der Reichsfeiten zu erleichtern, für eine Uebergangszeit noch die Ihnen regierung erfolgte, entspricht der Sachlage. Daß das Reich in Urania Vorträge. Der Reisenbe Dr. Sandel Massetti bekannten und endgültig begrenzten Kredit und Zuschuß der gegenwärtigen Finanztage den Industriellen nicht alle fbrigt am 15., 16., 17. Oftober, 6 Uhr, über Naturbilder aus leistungen auf das Reich genommen, trotzdem sie die finanziellen Lieferungen an Reparationskohlen bezahlen kann, wenn es China". Am 18. Oftober beginnt Joh. Schlaf eine Vortragsreihe bis einschl. 21. Oft. um 6 Uhr über seine geog entriche Theorie und Berhältnisse des Reiches auf das schwerste erschüttern. Darüber die Berrüttung der Finanzen nicht noch weiter treiben will, hinaus etwas zu leisten, ist leider völlig unmöglich. Wir kämpfen liegt auf der Hand. Deutlicher hätte die Antwort sein können, fez um die nacle Existenz des deutschen Volkes und müssen diesem soweit die letzte Frage der Stinnesleute in Betracht kommt. Gesichtspunkte alles andere unterordnen. Aus diesem Grunde ist es uns auch nicht möglich, die Lieferungen Aber auch in ihrer tnappen Formulierung fann die Antwort für Reparationskohle wie bisher zu finanzieren. Durch das bisherige nicht gut als Zusage einer wohlwollenden Unterstügung" aufMittel der Notenausgabe fann die Finanzierung nicht erfolgen. Die gefaßt werden. deren Folgerungen. Die Führungen in den Staatlichen Wuseen burch Direktorial beamte beginnen Sonntag, den 14. Oftober. Im aijer Friedrich. Museum führt Dr. Chelolf in der vorderasiatischen Abteilung um 11 Uhr und in der Sammlung für Deutsche Boltstunde( Klosterstr. 36) Prof. Brunner um 9 Uhr. " Gefeßentwurfs vor, sobald er uns im Bortiaut vorliegt. Die In-| Brozent zugenommen hat und fie in berfelben Belt Gewerkschaftsbewegung haltsangabe des Reichsarbeitsministeriums läßt den Entwurf, der 1200 bis 1500 Broz. gesteigert haben. Die Neuregelung der Arbeitszeit. Das Reichsarbeitsministerium schreibt uns: = Breife Zentralverband der Bäder und Konditoren. allerdings der Zustimmung des Reichstags bedarf, in einzelnen Als wir dieses Angebot ablehnten, erklärten die Arbeitgeber, Punkten nicht unbedenklich erscheinen. Wir denken dabei insbeson- die Löhne nunmehr nur um 50 Pro 3. erhöhen zu wollen. dere an das einseitige, wenn auch zeitlich begrenzte Verfügungsrecht werden, weil sie das Angebot der Arbeitgeber ablehnte. Damit sollen die Arbeitnehmer gegen ihre D: ganisation aufgeputſcht des Unternehmers, die Arbeitszeit zu verlängern, sowie an die BeDie Rettung Deutschlands vor dem völligen Untergang erfordert ftimmungen bezüglich der Arbeitsbereitschaft. Es ist auf jeden beitgeber zahlen euch einen Wochenlohn von 40 bis 70 Gold Kolleginnen und Kollegen! Ihr seht, was euch blüht, die Ar. schleunigste Durchführung währungs-, finanz- und wirtschaftspoli Fall daran festzuhalten, daß die Bertretung der Arbeiterschaft ein pfennigen. Die Organisation wird an anderen Stellen den Herren tischer Maßnahmen. Auf allen diesen Gebieten foll gleichzeitig mitbestimmungsrecht eingeräumt wird. Denn schließlich begreiflich machen, welche Löhne notwendig find. gehandelt werden. Eine Berordnung über die Steuerent rich hat die Arbeiterschaft die Mehrarbeit zu leisten. Auf tung in Gold ist bereits erschienen. In den allernächsten Tagen welchem Wege der Ertrag der Mehrarbeit den breiten Volksmaffen wird sich die Reichsregierung mit einschneidenden Maßnahmen wieder zugute tommen soll, geht aus der Zuschrift nicht hervor. gegen die Preistonventionen und Preistreibereien der Kartelle mwenden. Auch von der Seite der Arbeitsleistung sind Opfer zur Rettung des Volkes vor Hunger und Elend unvermeidlich. Die rechtlichen Voraussetzungen dazu soll der Reichstag in der nunmehr beginnenden Woche schaffen. Zu dem Ende hat die Reichsregierung im Reichsrat und Reichstag den Entwurf eines vorläufigen Gesezes über die Arbeitszeit" vorgelegt. Mitglieder der erweiterten Ortsverwaltungen aller freigewerkschaftlichen Arbeiter, Angestellten- und Beamten- Organisationen Groß- Berlins! Mittwoch, den 17. Oftober, abends 7 Uhr, im Saalbau Friedrichshain: Der Entwurf beruht auf Abmachungen der Koalitionsparteien, Gemeinsame Konferenz Tagesordnung: die am 5. Oftober getroffen wurden. Diese Abmachungen erkennen die dringende Notwendigkeit einer Steigerung der Gütererzeugung an. Aus Sie soll erreicht werden durch„ restlose A usnuzung tech- Der brutale Borstoß der Kapitalisten und die Gewerkschaften. nischer Fortschritte, durch organisatorische Berbesse. Referent: Ein Vorstandsmitglied des ADGB. rungen unserer Wirtschaft und durch emsige Arbeit Die wichtige Tagesordnung in so ernster Situation macht die jedes einzelnen". Daneben wird in der Entschließung der Parteien Anwesenheit fämtlicher Orisverwaltungsmitglieder zur dringlichften die„ Neuregelung der Arbeitszeitgefeße" verlangt. Sie soll sich voll- Pflicht. Berbandsbuch und Legitimation, aus der oben beziehen unter grundsäglicher Festhaltung des Achtzeichnete Funktion hervorgeht, berechtigen zum Eintritt. stundentages als Normalarbeitstag". Gleichzeitig aber soll Ausschuß der Gewerkschaftskommiffion Berlins u. Umgegend. die Möglichkeit der tariflichen oder gesetzlichen Ueberschreitung der jezigen Arbeitszeit im Intereffe einer volkswirtschaftlich notwendigen Steigerung und Verbilligung der Produktion vorgesehen werden. Für die öffentlichen Verwaltungen sollen ähnliche Grundsätze Allgem. Deutscher Beamtenbund, Ortsausschuß Groß- Berlin. zur Anwendung gelangen. So der Beschluß der Parteien. Nach diefen Normen ist die Regierungsvorlage ausgearbeitet und vom Kabinett verabschiedet worden. Sabath. Allgemeiner freier Angestelltenbund, Ortskartell Berlin. Flatau. Röpfe. Wewzow, Angestelltentarif der Berliner Metallindustrie. " An die Betriebsräte der Metallindustrie! Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiterver bandes teilt mit: Wir gelangten in den Besitz eines Rundschreibens, unterzeichnet: Der provisorische Aktionsausschuß der Betriebsräte des 1. Bezirks." Diese Rundschreiben werden in unseren Verbandskuverts ver. schickt. Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, daß mit diesen Verbandskuverts Mißbrauch getrieben wurde, um den Eindruc zu ermeden, als wenn unsere Organisation mit diesem Gebilde etwas zu tun hätte. Unfere Organisation wird gegen diejenigen Kollegen, die mit Berbandsmaterial Mißbrauch treiben, vorgehen. Den Empfängern diene zur Kenntnis, daß unsere Organisation derartigen Beranstal tungen gegenüber fernsteht. Der Lohn für das Malergewerbe beträgt für die Woche vom 12. bis 18. Oftober 130 Millionen Mart pro Stunde. fanntlich tariflich für die männlichen Arbeiter 165 Millionen, für Neue Buchbinderlöhne. Für die Kartonnagenindustrie sind be die weiblichen Arbeiterinnen 105 Millionen, für die in den Apibetrieben beschäftigten männlichen Buchbinder 165 Millionen, für Arbeiterinnen 103 Millionen vereinbart. Auf diese Löhne erhalten tag eine Abschlagzahlung von% der Gesamtwochensumme, die in den Buchdruckereien beschäftigten Arbeitnehmer ebenfalls spätestens om Dienstag das 1½ fache des Wochenlohnes der Woche vom 4. bis 10. Otteber. Tarife sind ab Montag im Bureau erhältlich. Die Ortsverwaltung. Für sämtliche Angestellte im Wagen- und Karofferiebau wird die in den Kartonnagenbetrieben Beschäftigten spätestens am Diens Die Vorlage knüpft an die Berordnung vom 23. Nopember 1918 an und stellt im§ 1 den Grundsah des Achtstunden. Zwischen dem BBMI. und den AfA- Gewerkschaften ist foltages und der 48 Stunden- Woche voran. Dieser faß erleidet Einschränkungen bei Notfällen( 3iffer VI der Berord- gende Bereinbarung getroffen worden: Am Dienstag, den 16. Dt- bas Gehalt für die Woche vom 6. bis 13. Oftober um 200 Broz. tober, spätestens am Mittwoch, den 17. Oftober, erhalten die Tarifangestellten, soweit technisch möglich und die notwendigen Zahlungs- gegenüber der Vorwoche erhöht. mittel vorhanden, eine weitere Borschußzahlung in Höhe des haben die Angestellten der Berliner Chirurgiemechanit sechs Angestellte der Chirurgiemechanit. Spätestens bis Dienstag sechsfachen September Brutto Einkommens, aufgerundet auf polle 100 Millionen Mart. Kurzarbeitende Ange. weitere Brutto- Septembergehälter als Vorschuß stellte mit entsprechend verkürztem Gehalt erhalten einen ent- auf das noch endgültig zu regelnde Oktobergehalt zu bekommen. sprechend gefürzten Vorschuß. Soweit Firmen zu früherer Aus- ueter weitere Vorschüsse wird der Zentralverband der Angestellten zahlung in der Lage sind, steht dem nichts im Wege. am Dienstag verhandeln und schnellstens über das Ergebnis an Dienstag, den 16. Oftober, nachmittags, statt. Verhandlungen über eine weitere Atontozahlung finden am dieser Stelle Bericht erstatten. nung vom 23. November 1918 und§ 3 der neuen Borlage); ferner bei unvermeidlichen Vorbereitungs- und Abschluß arbeiten zur Bewachung und Ingangsegung von Betriebsanlagen, zur Beaufsichtigung usw.(§ 4). Ferner soll den Arbeitgebern zwecks Anpassung an die Konjunktur die Möglichkeit gegeben werden, an einer beschränkten Zahl von Tagen Mehrarbeit leisten zu lassen(§ 3). Eine weitgehende Uebereinstimmung bestand auch schon lange darüber, daß für den Fall erheblicher Arbeitsbereit. fchaft" eine längere als achtstündige Arbeitszeit vorgesehen werden müsse. Diesem Erfordernis trägt der Entwurf im§ 2 Rechnung. Förmliche Ausnahmen vom achtstündigen Arbeitstag sind in der Borlage auf zweifachem Wege vorgesehen: 1. Durch Tarifvertrag(§ 5). Dazu hatten sich bei den bisherigen Beratungen der Arbeitszeitfrage im Reichswirtschafts rat die Arbeitnehmer einhellig bereitgefunden. Für den Fall, daß es zu solchen tariflichen Abmachungen aus irgendwelchen Gründen und Umständen nicht tommt, daß aber auf der anderen Seite eine voltswirtschaftliche Notwendigkeit zur Leistung der Mehr arbeit besteht, sieht die Vorlage 2. auch Ausnahmen durch behördliche Maßnahmen vor(§ 6). # # AFA- Metallfartell: Günther. Kasper. Rothe. Angestelltentarif in der chemischen Industrie. mit dem Arbeitgeberverband der chemischen Industrie, Sektion Ia, Am Sonnabend, den 13. Ottober, fanden Tarifverhandlungen statt. Die Arbeitgeber hatten sich in ihrem Einladungsschreiben bereit erklärt, mit den Angestelltenorganisationen über Zahlung Zeit vom 1. bis 13. Oftober ein fünffaches Septembergehalt als Don Wochengehältern zu verhandeln. Sie boten für die endgültige Zahlung an und erklärten sich bereit, für den Fall, daß der Dollar am Dienstag de: tommenden Woche auf 6 Milliarden oder darüber stehen sollte, am Donnerstag 2½ Septembergehälter Sowohl gegenüber den tariflichen wie den behörde als weiteren Vorschuß für die dritte Woche zahlen zu wollen. Trotz lichen Ausnahmen zieht die Vorlage aus Rücksicht auf Gesundheit eindringlicher Begründung durch die Angestelltenvertreter lehnten und Leben der Arbeiter, sowie cuf die Schwere der Arbeits- fie es ab, ein höheres Angebot zu machen. Nach eingehende: Beleistung flare Grenzen(§ 7 bis 9). Für den Bergbau ratung mit der Lariftommission erklärten die Vertreter des AfAunter Tage, sowie für alle Arbeiter, die in außergewöhn- Bundes und des GKA., daß sie den Vorschlag der Arbeitgebe lichem Grade der Einwirkung von Hize, giftigen Stoffen, Staub nicht annehmen tönnten, während der Vertreter des GdA. sagte, u. bgl. ausgefekt sind" muß am Achtstundentag festgehalten werden. er würde am Sonnabend den zusammenkommenden Funktionären Hier ist höchstens vorübergehende Weberarbeit in dringenden Fällen das Angebot unterbreiten. ermöglicht. Für den Bergbau sind an besonders schwierigen Betriebspunkten noch weitere Verkürzungen vorgesehen(§ 8). Endlich find, abgesehen von der Arbeiterschaft, für alle Ausnahmen, so wohl auf tariflichem wie auf behördlichem Wege, zehn Stunden als Höchstgrenze einschließlich mehrarbeit bestimmt (§ 9). Für Betriebe der Körperschaften des öffent Rechts steht die Ausübung der den Behörden übertragenen Befugnisse der vorgesetzten Dienstbehörde zu(§ 13). Es wird nunmehr Aufgabe des Reichstages sein, diese Borlage baldmöglichst zu verabschieden. Was auf diesem Wege von der Arbeiterschaft an Mehrleistung gefordert wird, soll den breiten Volksmaffen wieder zugute fommen. Mehrarbeit soll den Gütervorrat vermehren, die Waren verbilligen, die Konsummöglichkeiten steigern und dadurch letzten Endes auch die Arbeitslosigkeit betämpfen. Soweit die Zuſchrift. Wir behalten uns eine Besprechung des Cohnvereinbarung für die Chirurgie- Mechanik. Für die Zeit rom 8. bis 14. Oftober werden die Löhne und Affordbasen um 302,5 P: 03. gegenüber der Vorwoche erhöht. Die Tarife werden ab Montag, nachmittags 3 Uhr, im Verbandshaus, Abteilung Lirpik, ausgegeben. Nähere Auskunft in der fälligen Vertrauensmännerversammlung am Donnerstag. wod), ben 17. Oftober, nachmittags 4 Uhr, bei Henning, Alegandrinenſtr. 44, zu einer Besprechung hierdurch eingeladen. Buchdrucker! Die Obleute der Banknotenbrudereien werben zum Mitte Der Bauvorstand. Achtung, Eisenbahner! Montag abend 6% Uhr findet im Gewert. schaftshaus eine Gigung aller im Deutschen Eisenbahnerverband orga. nisierten Funktionäre der BSPD. statt. In Anbetracht der gegenwärtigen Situation find fämtliche Mitglieder des erweiterten Werbeausschusses verpflichtet, restlos zu er. fcheinen. Der Werbeausschuß der VSPD.- Eisenbahner. Kabelwerk Oberspree und Transformatorenfabrik AEG. Frattions. sigung aller Genossen und Genoffinnen, die der BSPD. angehören, am Montag nadmittag 4 Uhr im Zeichenjaal( Schule Rottmeier und Frischenstraße Ede). Erscheinen ist unbedingt notwendig. Mig u. Geneft, Schöneberg. Montag nachmittag 4 Uhr im Bobal von Stuhlmann, Tempelhof, Dorfstraße 50, Bersammlung aller auf dent Boden der VSPD. stehenden Kolleginnen und Kollegen. Erfcheinen ist Pflicht. Der Fraltionsvorstand. In der Verhandlung hatten die Arbeitgeber ausgesprochen, daß Chemische Industrie, AfA- Funktionäre. Bersammlung Montag abend fie, falls dieAngestelltenvertreter ihr Angebot ablehnen, feine Ge- 7½ Uhr im Verbandsbureau des 88A., Belle- Alliance- Straße 7-10. Bericht haltsvorschüsse anweisen würden. Als das Angebot nun von den erstattung über die Tarifverhandlungen. Achtung, Zimmerer! Alle Vertrauensleute und Betriebsräte werden hierAngestelltenvertretern abgelehnt wurde, erklärte der Wortführer der mit ersucht, alle Boliere, welche im Zentralverband der Simmerer organisiert Arbeitgeber:" So, wenn Sie also das nicht nehmen, dann gibt find, au einer am Dienstag, den 16. d. M., abends 7 ühe, im Gaal 1 des Gewerkschaftshauses stattfindenden wichtigen Polierversammlung einzuladen. es gar nichts!" Die Folgen eines derartig unnachgiebigen Deutscher Holzarbeiterverband. Jalousiearbeiter. Die Branchenversamm. Berhaltens müssen sich die Unternehmer selbst zuschreiben. Alle lung findet nicht Mittwoch, sondern Donnerstag 5 Uhr bei Schilling, Runge. AFA- Funktionäre der chemischen Industrie müssen zu der Funk- ftraße 30, ftatt. Bürstenmacher. Branchenversammlung Mittwoch 7 Uhr im tionärversammlung am Montag erscheinen. Achtung, Konditoreipersonal. Die Verhandlungen über die Festsetzung der Löhne für die Woche vom 8. bis 13. Ottober 1923 find gescheitert. Die Arbeitgeber boten eine 100prozentige Erhöhung der Löhne der Bor: roche an, trotzdem die Leuerung um mindestens mehr als 300 Arbeitslosenfaal, Rungestraße 30. Maschinenarbeiter. Alle Rollegen, die sich zur Teilnahme an den Fachkurfus in der Schule Straßmannstraße 6 gemeldet haben, werden zum Eröffnungsabend am Dienstag nachmittag 5% Uhr hiermit eingeladen. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lotales und Sonstiges: Fris Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Berlagsanstalt Baul Ginger ½ Sein Berlin GW. 68, Lindenſtraße 3. Hierzu 2 Beilagen. WENESTI ORANGE WENESTI RUND $$ WENESTI SPORT- SERIE NO 2 Safis 23 Die beiden feinen Consum- Zigaretten Nr. 481 40. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts o uns der Schuh drückt! Wo uns Welches sind Deine Sorgen in dieser Motzeit? Das Wohnungselend. Sonntag, 14. Oktober 1923 * Eine rühmliche Ausnahme. verzweifelten Parolen, die zum Dreinschlagen auffardern, folgen., Die Krife ist der größte Feind der aufstrebenden Arbeitersa. Sie schlägt ihre Organisationen und ihre Kulturbestrebungen zu Boden. Ein furchtbares Los hat das tommende Geschlecht zu tragen, ein Los, das seine Wurzeln in dem Weltkrieg hat, der das Schuld. fonto des Kapitalismus belastet, ohne daß es möglich wäre, ihn im Augenblick zur Rechenschaft zu ziehen. Die Gedenken der Hungernden verwirren sich, sie werden felten zu Ende gedacht, And am Anfang mie am Ende all ihres Denkens steht schließlich die eine Frage: Wie lange soll das noch so weiter gehen? Das ist eine dumme Frage in einer Zeit, wo man sich hoch, was Sie da fordern!" Ich habe so teuer eingetauft," ant Alles das ist nur ein Abriß, ein Ausschnitt aus den Zuständen, um drückende Schuhe nicht viel zu fümmern pflegt. Einmal wortet der Händler, und Geld gebe ich nicht zu." Im Augenblick die diese furchtbare Zeit geboren hat. Wir sind überzeugt, daß find viele froh, daß fie überhaupt Schuhe haben und wenn sie ist der Stand umfageri, und alle find fie verbittert: der Schupomann, unsere Leser ein viel stärker wirkendes Material zusammentragen drücken, so muß das, wie soviel anderes Drückendes, eben mit der Händler, und vor allem die Käufer. So geht das jetzt jeden Tag; werden, einen Schutt- und Scherbenhausen der auf dem Volke in Kauf genommen werden. Man achtet der kleinen Schmerzen das Leben wird den Frauen zur Last. Es wird unerträglich, wenn lastenden Nöte. Dieses grauenvelle Denkmal der Zeit abzutragen, nicht und nimmt sie fast gleichmütig so hin. Linbewußt aber fie daheim etwa noch von ihrem Mann Berwürfe empfangen, statt beror es an Umfang zunimmt und jeden Ausblick auf eine beffere schafft dieser Dauerzustand ein Unbehagen, denn es find ja traurig, und dann wird jene Stimmung erzeugt, der ein schnelles 3utunft versperrt, ist eine Aufgabe, die die nächste Zeit lösen muß. gerade die kleinen Bielfältigkeiten der Not, die Radeistiche Ende als erstrebenswerte Lösung allen Elends erscheint. des verheerenden Schicksals, die die Stimmung zur Verzweif lung treiben. Man weiß dann nicht mehr die Urgründe, man gibt sich feine Rechenschaft mehr, weil es ein Alltägliches gemorden ist. Doch der drückende Schuh ist ja nur ein Gleichnis für die Zeitennot, die gräßlich in jedes Empfinden sich hineinbohrt und qualvollste Stunden schafft. Diese Zeitennot, fie ist zusammengesezt aus vielhunderterlei; aus einer ganzen Schar von Dämonen, die uns das Leben schwer machen. Der eine leidet seelisch unter den ungeheuren Gegensätzen, wie sie im täglichen Leben jedem offenbar werden. Den anderen bedrückt das Hungerelend, die quälende Jagd nach dem Not dürftigsten zur Friftung des Lebens. Kurz, jeder sieht die Not von einer anderen Seite an, jeder fühlt sie anders. Auf jeden dringt sie mit einem vielseitig geschliffenen Schwert ein. Der Bormärts" will seine Leser bitten, ihm zu schreiben, worunter fie in dieser Notzeit am meisten leiden. Er will sie bitten, ihm mitzuteilen, auf welche praktische Weise sie sich das eine und das andere gebessert vorstellen. Er will diese Notschreie, die wirkliche Notschreie sein werden, veröffentlichen und verspricht sich davon, wenn auch keine Besserung der Dinge, so doch bei vielen, die kritisch abseits stehen, ein Berständnis für die Nöte anderer. Es handelt sich natürlich nicht darum, die fleinsten Aergernisse festzustellen, sondern ein zu fammenfassendes Bild des Notzustandes wiederzugeben. Der einzelne soll seine Stimmung, unabhängig von den Widerwärtigkeiten, prüfen, die ihn persönlich betreffen, und dieses gesammelte Bild soll er, so gut oder so schlecht es ihm möglich ift, zu zeichnen versuchen. Wie wir uns das im großen und ganzen vorstellen, dafür möge das Folgende eine kleine Anregung geben: Die Lebensmittelpreise. Die Breise flettern, fie eilen im Geschwindschrift dem Dollar nach. Heute braucht die Hausfrau, wenn sie nur sehr bescheiden ein faufen will, hunderte von Millionen. Müde, abgehezt, gehen die Frauen in die Geschäfte, auf die Märkte und wissen nicht mehr, mas fie faufen follen und wissen doch, daß morgen alles noch piel, viel teurer ist. Fast zu jedem Einkauf gehört ein schwerer Entschluß. Besuchen wir einen Martt. Da find die Fleischerbuben. Gefrierfleisch tostete 300 bis 400 millionen das Pfund. Wieviele Frauen lefen topfschüttelnd die Preise und gehen weiter. Bitterfeit steigt in ihnen auf. Und immer wieder sehen sie neue Millionen preise: Rindertalg das Pfund 900 Millionen, Rohschmalz 900 Millionen, 1 Pfund Zwiebeln 40 Millionen, 1 Pfund Tomaten ebensoviel, Margarine bis 1 Milliarde das Pfund. Was soll da eine Frau kaufen, deren Mann Kurzarbeiter oder völlig arbeitslos ist? Wagt doch kaum die Frau etwas zu erstehen, deren Mann noch voll beschäftigt ist. Oder man erlebt es, daß die Frauen alles mögliche zufammentaufen, nur um das Geld, das sie heute noch haben, nicht völlig entwerten zu lassen, denn sie wissen, daß noch vor einer Bodye alles um die Hälfte billiger war. Preise, Preise und immer wieder Preise machen die Frauen wirr. Sie empfinden alles als Wucher, fie fühlen sich ausgeraubt und betrogen. Sa," fagt eine, gegen die Arbeiter, da fann die Regierung vorgehen, aber gegen den Bucher ist sie machtlos." Ein Schupomann tritt an einen Obsthändler heran, der 24 Millionen für 1 Pfund unreifer Pflaumen verlangt und 60 Millionen für ein Pfund Aepfel: Alendern Sie Ihre Preise," fagt er, die Wucherpolizei tommt gleich; das ist zu Das Verbrechen der Elise Geitler. 17] Novelle von Hermann Kesser. Eine ungeheure Wolfe lag schwarz und schwer über dem Waldhügel, als der Schauspieler mit dem Mädchen am Arm die Höhe erstiegen hatte. Sie waren wie zwei Berfolgte durch die Straßen gehaftet und über die Felder heraufgekommen und loderten so in ihrer Hize, daß Gertrud den Mantel abwarf und den Wind über ihren glühenden Hals streichen ließ. Der Schauspieler aber nahm den Hut ab, drückte einen Ruß auf ihren bloßen Arm und sagte ihr, daß fie fchöner sei als alle Frauen der Welt. Dann gingen sie wieder ein Stück des Weges mit verschlungenen Armen und Händen, faben sich an und redeten taum, bis sie dahin gelangten, wo die Bäume dicht und hoch standen. Zu den Sorgen, die die Ernährung verursacht, gesellen sich die zahllofen Gorgen, die oft unfagbare Verärgerung hervorrufen, die bis zur heftigsten Feindschaft ausartet, die durch die Wohnungsnot entjiehen. Da ist ein Großstadthaus, in dem so ziemlich alles baufällig ist. In der einen Wohnung droht der Ofen einzuftürzen, in der anderen verfaulen die Fensterrahmen, die Küchen sind zu Räuberhöhlen geworden; der Buz fällt von der Decke ins Essen, an den Bänden hängt er in dezen. In den Stuben lösen sich vielfach Mit Grauen denken viele an ihr heim", das sie nicht mehr be die Tapeten, die Farbe der Fußböden müßte erneuert werden. leuchten fönnen, jetzt, wo die langen Winterabende fommen, das sie nicht mehr erwärmen fönnen, während sie früher beim traulichen Lampenschein im mollig durchwärmten Zimmer so manche schöne Stunde nach dem aufreibenden Schaffen des Tages verbringen fonnten. Blöklich geht ein Raunen durch das Haus; die Familie X. hat sich den Ofen gründlich machen lassen. Na ja, die stehen gut mit dem Verwalter!" Feindschaft springt auf, man tennt erhebt die schärfften Anklagen, alle mollen sie ihre Defen gemacht fich nicht mehr. Eine Mieterversammlung wird einberufen. Man haben; überhaupt alles ist zu machen. Es stellt sich heraus, daß Familie X. die Ofenreparatur selbst bezahlt hat. Sie hatte es fatt, für den Schornstein zu beizen. Die Erregung legt sich zwar etwas, aber aus dem Haß ist Neid geworden. Die haben den rich tigen Zeitpunkt erfaßt," heißt es, ießt fönnen wir es nicht mehr, bei dem Dollarstand." Wieviel Streit entsteht bei den Mietern, die ihre verheirateten Kinder bei sich beherbergen, nach der Hochzeit ist zwar meistens alles eitel Bonne und Luit. die bei dem Wohnungsmangel fein eigenes Heim gründen fonnten. Mutter holt noch für die vergrößerte Familie ein, fie tauft für alle, alle eifen am gemeinsamen Tisch. Bei vielen bat sich das Bild schon nach furzer Zeit verschoben. Da mäfelt der Schwiegerfohn und die Tochter an diesem oder jenem. Die Alten verstehen die Jungen nicht, und die Jungen nicht die Alten. Aus der Luft ift Leid geworden, und jeder denkt: wenn wir doch unfere eigene Wohnung hätten, oder wenn wir uns doch nicht verheiratet hätten. Es gibt aller dings auch glückliche Ausnahmen, allein sie sind mit der Laterne zu fuchen. Das ist so eine fleine, winzig fleine Menge der Sorgen, die nur aus den traurigen Wohnungsverhältniffen entstehen; jeder einzelne vermag fie beliebig zu vermehren, jeder hat seine eigenen Erfahrungen. Ohne Arbeit. Dennoch sind alle glücklich au preifen, die eine Wohnung haben und sie bezahlen können, meil sie noch Arbeit haben. Wer einen unserer Arbeitsbrüder fragt, der schon längere Zeit arbeitslos ist, der wird erfahren, daß sie bald nicht mehr wissien, wo ihnen der Schuh drückt: er drüdt eben überall. Die Erwerbslofenunterffügung, die Herrn Stinnes und feinen Ceulen ein Dorn im Auge iff, reicht faum noch, um ein Brot und etwas Schmiere" zu faufen, dann steht folch ein Mensch vor dem Nichts. Manche gehen Kar= toffeln buddein, ondere holen unter unfäglichen Entbehrungen etwas Solz und Reifig, andere laufen von Pontius zu Pilatus, um eine Kleinigkeit nebenbei zu verdienen, viele aber ergeben sich dumpf, mit bitterem Groll im Herzen, non tiefer Berzweiflung erfoßt in ihr Schicksal. Am furchtbarsten sieht es bei denen aus, die Frau und Kinder haben, die, ebenfalls unterernährt, dem sicheren Untergence entgegengehen. Es ist fein Wunder wenn diese vom Schiffel to hort Mitgenommenen aufhören, Kämpfer für ihre Sache, für die Code der Arbeiterschaft zu sein. Wer will non ihnen noó) flares Denten fordern? Es ist fein Wunder, wenn sie, die feinen Tag wissen, ob sie etwas zu essen haben werden, den schon mal etwas Wertvolles verloren haben. Die meisten werden Gibt es noch ehrliche Finder? Fragt danach diejenigen, die gewiß nicht mit ja antworten. Gibt es viel Leute, die zurüdbringen, was ihnen zuviel ausgezahlt wurde? Kassierer fönnten darüber Auskunft geben, aber wohl selten eine erfreuliche. Beim Verkauf von Einkommensteuermarken hat auf dem Boftamt Berlin C. 2( Königstraße) ein Beamter am 9. Oftober, 45 Milliarden Mark zu wenig gefordert. In der durch die gesamte vormittags gegen 11 Uhr, wie im„ Borwärts" gemeldet wurde, Breffe veröffentlichten amtlichen Mitteilung sind Bostamt, Lag und Stunde angegeben worden, so daß der Martenabholer oder die betreffende Firma taum zweifeln fanm, wer in Frage kommt, Man darf daher heffen und überzeugt sein, daß in diesem Fall der„ Finder" sich melden und den Beamten vor Schaden bewahren wird. aber wie oft wortet so ein Unglücsmensch vergeblich darauf, daß Bedauernswerte muß durch Schadenersatz, der ihn wirtschaftlich der zuviel gezahlte Betrag ihm wieder zurückgebracht wird! Der ruiniert, das Versehen wieder gut machen. Und auch dann bleibt Bedauernswerte muß durch Schadenersaß, der ihn wirtschaftlich vielleicht noch ein häßlicher Verdacht an ihm hängen. Der„ Bormärts" hat vor einigen Tagen( in der Abendausgabe vom 9. Oftober) eine Betrachtung über solche Vorkommnisse gebracht. Tochter am 5. Oftober auf dem Postamt Berlin SO. 36 Hierzu schreibt uns eine Witwe, daß ihre 14% jährige ( Wiener Straße) bei Abholung einer Rente, 500 Millionen Mart zuviel erhalten hat. Als die Mutter von ihrer Erwerbsarbeit um Mitternacht heimfehrie, erzählte ihr die im Bett liegende Tochter:" Dente dir, Mutti, ich habe heute 500 Millionen zuviel bekommen, habe sie aber gleich zurückgetragen, wie ich es merkte. Der Postbeamte war sehr erstaunt und wollte es erst nicht glauben; dann rechnete er nach und richtig, es war zuviel. Cr bedankte sich vielmals und ich rannte davon und freute mich, ba's ich ihm eine Freude gemacht habe. Denn der Mann hätte es doch ersehen müssen und hätte mit seiner Frau und Kindern Not_gelitten." Die Mutter ermähnte in ihrem Brief, gerade an dem Tage hätte fie und das Mädchen in der Zeitung( vergieiche: Morgeneus gabe des„ Bormärts" vom 5. Oktober) gelesen, daß auf dem Postamt in der Köpenicker Straße ein Hilfspoftfchaffner bei der Rentenauszahlung irrtümlich 40 Milliarden Mark ftalt 40 Millionen gszahlt hatte, und sie hätten den dadurch in große Bedrängnis ge ratenen Beamten sehr bedauert. Aus dem ganzen Brief sprit die Freude, einen Menschen vor Schaden bewahrt z haben. Mit Bitterfeit aber fügt die Mutter hinzu, ihre Tochter sei von gleichaltrigen Mädchen wegen der Rückgabe des zuviel erh tenen Betrages für„ dumm" erklärt worden. Gibt es noch ehrliche Leute, die zurüuvringen, was hyn zubie! gezahlt wurde? Der Beamte vom Postamt Berlin SO.33 wird mit einem freudigen 3a antworten. Schornsteinfegermeister Karl Seidel stürzte beim Reinigen eines Ein Schornsteinfeger vom Dache gestürzt. Der 50 Jahre alt Schornsteines vom Doche des Hauses Rathenower Straße 8a einers halben Stod tief hinaub und trug Ichmere innere Bers le ungen daron. Er fand im Moabiter Krankenhause Au nahme. unbekannte und furchtbare Tiefe, und wurde erdrückt und wie| Regen dringen. Aber endlicy kam eine dunkle Gestalt über dem von einer Ungeheuerlichkeit gelähmt, und fonnte ihr Entsetzen, Steg gelaufen, das Gartentor flirrte und dann nahte es atemals er fie ließ, nicht meinen und reden laffen, weil es ihr wie les und brach, noch ehe die Alte es fassen fonnte, mit einem mit stählernen 3mingen die Brust und die Kehle umflammerte, herzbrechenden Schrei auf den Stufen zusammen. Und Elise und lag von ihrem Elend geschüttelt wie ein verendendes Tier erkannte Gertrud, ohne Mantel und Tuch, das seidene Kleid in luftlosen Krämpfen. zerfetzt und beschmutzt, Erde und Blätter in der flebrigen Nässe der zerzausten Haare, das weiche Antlig verzerrt und wie und trüben Augen. von erduldeten Streichen zerschnitten, mit ftammelndem Mund Er aber sah mit harten Augen, was er getan hatte, und jollte, wünschte sich fort und mühte sich doch um sie und wollte wurde doch gleich von der Angst gewürgt, wie es nun werden auf ihre frierende Verzweiflung eine wärmende Decke von schlecht ersonnenen Zärtlichkeiten werfen, damit sie nicht ungetröstet von ihm ginge. Doch es gelang ihm nicht. Sie war wie von Sinnen und hörte ihn nicht. Ein prasselnder Regen fiel jest wie mit Schlägen von strömendem Wasser aus dem verdunkelten Himmel, er fah taum mehr die Hand vor den Augen und eine wütende Reue fochte in ihm. Da befann er sich nicht länger, raffte das Mädchen Ein heftiger Wind hatte sich erhoben. Er tobte hinter in ihrer nässeklatschenden Seide auf seine Arme und schleppte ihnen her, schüttelte die Stämme, füllte den Waid mit dem sich mit seiner Last den Waldhang hinunter, der Straße zu, Lärm von fnackenden Aesten und flatterndem Laub und verfelber erschöpft und wankenden Schrittes, so daß er sie faum schlang viel von dem heisernen Geflüster des Schauspielers. zu halten vermochte. An einer Felsenbant hielten die beiden an. Zitternd in Dort wo der Weg in die Straße mündete, gemahrte er, feiner Gier bat der Schauspieler Gertrud um eine Minute wie sie sich in ihrer Betäubung regte und sich ftöhnend aus furzen Verweilens, bereitete forglich feinen Mantel hin und zog sie noch mit meichen und flehenden Worten zu fich, indes er doch schon den eisernen Willen hatte, noch in dieser Stunde nach ihr zu greifen. Und Gertrud fette fich an seine Seite und ließ es willig zu, daß ihr Atem aneinandermehte, und erwiderte feine Küfe und stieß ihn auch nicht von sich, als er sie mit Zärtlichkeiten bedeckte, deren Gefahr sie nicht mußte, und war ihm in ihrem Rausch ergeben, bis er sie dreister umtastete und an ihr riß. er sie Dann wehrte sie sich, wie sich Edelblut wehrt. Aber er bollbrachte es, unter den windgeschlagenen Bäumen und den fliegenden Nachtwolfen, und nahm sie mit seinen erfahrenen immd unerbitilichen Händen auf dem feuchten Baldboden wie eine zuckende Beute, roährend es schwarz und grauenhaft über fie hinquoll und ihr Notschrei in der Verzweiflung und in dem Geheul des fausenden Sturmes erstickte. So verfiel sie dem Schauspieler, so glitt sie hinab in eine feinen Armen zu winden suchte. In diesem Augenblick brachte ihn eine nagglatte Burzel am Pfad zu Fall und Gertrud stürzte mit ihm. Aber wie wenn ihr mit dem jähen Sturz die Befinnung aufs neue gefommen wäre, erhob sie sich schneller, als er es mit seinen müden und schmerzenden Gliedern fonnte, und floh vor ihm auf die wind- und regengepeitschte nächt liche Straße. Es war ein Uhr am Morgen. So trug die Alte sie hinauf. Draußen verjamemmte der Regen die Straßen, die Bäche sdywollen zu Strömen. In dem Balkonzimmer des weißen Hauses hielt Elise Geitler, die Dienerin, cin geschändetes Mädchen im Arm, bettete es auf Kissen und Decken und wachte bei ihm bis zum Morgen. stört, mit heißen und wunden Lippen. Aber wie das Licht geGertrud röchelie wie in Fiebern und redete irre und verschleuderter Feuerbrände nachtfinsteres Unheil aufhellt, so leuchteten ihre Fieberworte auf das Gefchehnis im Walde. Als am Morgen die Bauernmagd den sonst offenen Eingang versperrt fand und das Haus mit seinen geschlossenen Fensterladen wie schlafend in dem falten Regen stand, mußte fie oftmals derb auf die Türe schlagen, bis endlich ein Fenster aufflag und aus dem Zimmer des Fräuleins die alte Elife in einer weißen Nachtjade und mit ungeordneten Haaren in den Garten herunterrich, daß das Fräulein in der Nacht frauf ge= worden sei und feinerlei Lärm im Haufe ertragen könne, meshalb die Magd heute sortbleiben und erst wiederkommen möge, menn man nach ihr sende. So sagte die Alie, fat furz angebunden und schlug sofort das Fenster wieder zu. Inzwischen war Elise, schwer besorgt ob Gertruds Aus- Die verwunderte Magd hielt in ihrem aufgeschlegenen bleiben und beunruhigt durch das Unwetter, unter die Türe Rock und mit ihrem triefenden Schirm noch eine Gedankenretreten, horchte, unablässig in die Nacht nach einem rollenden länge unter dem Schutzdach der Türe, schüttelte das Basser Wagen und ging trok des Regens mehrmals barhäuptig über von ihren Kleidern und mußte wieder umtehren, ohne es anden Steg, um nach einem nahenden Licht auf der Straße Ausgebracht zu haben: daß über Nacht im Gebirge Weltenbrüche schau zu halten. Als Stunde um Stunde verging, nahm sie niedergegangen wären, davon das Hochwasser mit aller Geeinen Stuhl, setzte sich an die offene Haustüre und stellte cine walt in die Ebene fomne, so daß schon zur Stunde die Ufer brennende Laterne neben sich hin. verspült felen und mitgerissenes Treibhola an alle Brücken Doch tein Wagengeraffel wollte durch den fintilutartigen und Stege donnere. ( Fortsetzung folgt.) BA Die neue Woche. Einheitsbrot: 480, Milch: 200, Gas und Waffer: 100, Strom: 200 Millionen. bleiben zunächst noch die alten. 3 Infolge der ab 13. Oftober in Wirksamkeit getretenen fünffachen Erhöhung der Bahnfrachten erhöhen sich die Britett und Kotspreise ab 15. Oftober wie folgt: Briketts ab Lager 1699 Millionen, frei Keller 1776 Millionen; Gastots ab Lager 4068 Millionen, frei Keller 4157 Millionen. Bei fuhrenweifer Lieferung: Briketts ab Lager 1699 Millionen, frei Keller 1764 Millionen; Gastofs ab Lager 4068 Millionen, frei Keller 4145 Millionen. Die Teuerung von Kohle und Gas. Was die Werkdirektionen sagen. Zu den Klagen über die fortschreitende Erhöhung des Gaspreises wurden in einer Konferenz, die Vertreter der Ber= liner städtischen Werke und der Gasbetriebsgesellschaft mit Pressevertretern hatten, sehr beachtenswerte Mitteilungen gemacht. Sonntagsdienst in den Güterabfertigungen. Der Eingang an Kartoffeln und Stückgutsendungen auf den Güterabfertigungen GroßBerlins ist zurzeit sehr start. Um den Empfängern, die werktags berufstätig sind, die Selbstabholung zu erleichtern, und die Güterböden möglichst rasch für meitere Sendungen frei zu machen, hat die Reichsbahndirektion Berlin die Güterabfertigungen ange= wiesen, Kartoffelsendungen in der nächsten Zeit auch an Senn tagen bis 1 Uhr mittags auszuliefern. Der ärztliche Inder für die Privatpragis ist von der Honorarkommission der Aerztekammer und des Groß- Berliner Aerztebundes mit Wirkung vom 14. Oftober ab auf 400 millionen festgesetzt worden. 99 Japan erholt sich wieder. " por Auch die kommende Woche bringt, trotz des stagnierenden Dollarkurses, einen neuen Ansturm der Preise auf die Taschen der Berbraucher. Da mit dem 15. Oktober die Herstellung von Martenbrot eingestellt wird, tritt eine ganz außerordentliche und für viele Die Gaspreise hängen in der Hauptsache von den Kohlenunerschwingliche Brotpreiserhöhung ein.( Ueber die so sehr not- preisen ab, diese aber werden den Werten jetzt in Gold= wendige und bereits angekündigte Verbilligung des Brotes für mart berechnet, deren Wert in Papiermark durch den je Kinderreiche, Minderbemittelte und Rentner liegen noch teine weiligen Dollarfurs bestimmt wird. Tatsächlich sind die Werke, weil weiteren Nachrichten vor.) Der Preis für ein 4- Pfund- Brof beträgt sie die Schwächung der Kaufkraft ihrer Abnehmer berücksichtigen ab Montag 480 millionen Mart, die Echrippe wird 15 Millionen stieg des Dollars noch nicht ganz gefolgt. Beispielsmüssen, mit ihren Gaspreisen bisher dem stürmischen AufMart fosten. Ein Liter Vollmilch wird 200 Millionen Mart und weise ergäbe sich als Gaspreis der kommenden Woche aus dem wieder am 15. Oktober in folgenden Speisestellen: Litauer Str. 16/17, Die Schulmittagsipeijungen im Bezirk Friedrichshain beginnen ein Liter Magermilch 50 Millionen Mark kosten. Die A- Milch Dollarstand vom Sonnabend der Betrag von 160 Millionen Mart Langestr. 76, Naglerstr. 3, Diestelmeyerstraße, Gemeindeschule, farten werden mit Liter, die B- Milchkarten sowie die Karten je Kubikmeter, er ist aber erst auf 100 millionen festgesetzt worden. Rigaer Str. 81/82. für werdende Mütter( C- Karten) mit je einen ½ Liter Vollmilch Die Festsetzung für eine ganze Woche hat die Wirkung, daß bei beliefert. Bei den städtischen Werken hat sich der etwas ver- steigendem Dollarkurs der Abstand zwischen dem aus dem Dollar- turzem 30 armen Leuten des Bezirks Friedrichshain von ihren Die Kolonie Weiße Taube", Lichtenberg, spendete ringerte Kohlenpreis und die Aufhebung der Kohlensteuer noch furs fich ergebenden Preis und dem festgelegten Preis sich von Tag Gartenerzeugnissen sowie Holz und Kohlen. nicht ausgewirkt. Wie bereits mitgeteilt wurde, tritt aus diesem zu Tag noch vergrößert. Als die Gaswerke der Stadt Berlin 11 Mil- wurde eine Sammlung veranstaltet, so taß die Beschenkten auch mit Während der Feier Grunde zunächst noch eine neue, sehr beträchtliche Erhöhung de: beginn tatsächlich einen Gaspreis von 14 Millionen, am Wochen höhe", Lichtenberg, verteilte am Sonntag an arme, meist alte lionen je Kubikmeter forderten, hätte der Dollarkurs am Wochen- barem Gelde bedacht werden konnten. Die Kolonie Lange= Tarife ein. Gas- und Wasserpreis stellen sich auf 100 millionen fchluß aber einen Gaspreis von schon 30 Millionen ergeben. In Leute des Bezirks Friedrichshain Gartenerzeugnisse, Holz, Kohlen, pro kubikmeter. Bei den jetzt beschlossenen Tarifen ist die Werk- Goldmark ausgedrückt, ist heute der Gaspreis niedriger als vor Fett und Brot. Außerdem erhielt jeder 15 Millionen an barem deputation mit Rücksicht auf die nach hintende Kauftraft der Be- dem Krieg, der Kohlenpreis aber doppelt so hoch wie damals. Da B Gelde. völkerung noch weit hinter den Preisen zurüdgeblieben, welche die hierbei tein Gaswert auf die Dauer lebensfähig( Wasserturm) beschenkte eine Anzahl alte Leute mit je 40 Pfund Der Pflanzerverein Reinickendorf Ost ermäßigten Kohlenpreise erfordert hätten. Jeder Gasabneh bleiben tann, versteht sich von selber. In der Konferenz wurde Kartoffeln, grünen Bohnen, Mehl, Kohl, Preßkohlen und Lichte. mer, bei dem in der festgesetzten Zeit der Stand abgelesen pon den Vertretern der Werke sehr entschieden erklärt, daß bei Fortwird, ist berechtigt, an die Einkassierer zusammen bauer der Berechnung des Kohienpreises nach Goldmark ein Weiter- Bezirksbildungsausschuß Groß.Berlin. Heute, Sonntag, vünktlich mit der Begleichung des fälligen Rechnungs Es sei heute kaum noch möglich, die täglichen Mittel zur Auszahlung 20 Millionen, Gebühr für Kleiderablage 4 Millionen. betrieb der Gaswerke und ebenso der Wasserwerke unmöglich ist. nachmittags 3 Ubr, im Staatstheater Charlottenburg( Schiller- Theater) Nathan der Weise".. Der Zuschlag pro Karte beträgt betrages zu demselben Gas: oder Strompreise von Löhnen und Gehältern zu beschaffen. Die Werke müssen ihre frei. Theaterzettel einen Vorschuß bis zur Höhe der Hälfte des Preise in Papiermart festseßen und erleiden bei der sich überſtürzen am 300 Heute, Sonntag, pünktlich nachmittags 3 Uor, im Neuen Theater Rechnungsbetrages einzuzahlen, mit dem eine ent- den Geldentwertung die schlimmsten Verluste, bis sie ihr Geld herein- Buschlag beträgt bro Sarte 25 millionen. Baumeister Solne in erstllasfiger Besetzung. Der Kleiderablage frei. sprechende Anzahl von Kubikmetern oder Kilowattstunden für die bekommen und es zur Deckung ihrer Ausgaben verwenden fönnen. Ginige Starten sind noch an der Staise zu haben. Die Streise perden genächste Ableseperiode wertbeständig abgegolten wird. Jeder, der Die Möglichkeit, noch die erforderlichen Mengen Kohle zu kaufen, beten, die Karten für„ Fuhrmann Henschel" abzuholen. von der Vorauszahlung Gebrauch macht, sichert sich also dagegen, wird immer geringer, und die Werkdirektionen sehen dem Tage entHauptmann a. D. v. Beerfelde spricht am Dienstag, den 16., daß ihm für einen weiteren Wochenverbrauch ein höherer Gas- gegen, wo der Betrieb zum Erliegen kommt. abends 7 1hr, in der Stadthalle Klosterstr.( Bahnhof) über„, Romrde: Strompreis in Rechnung gestellt wird. Die Berkehrs= Erörtert wurden auch die Klagen über das Verfahren bei der munismus, Jesus, Menich beitserlösung, nicht als Jbee, tarife, die erst am Sonnabend eine Erhöhung erfahren haben, gemachte Vorschläge. Als Vertreter der Berliner Städtischen Ferner am Freitag, den 19. Oktober, abends 7%, Uhr, ebenfalls in der Einziehung des Gasgeldes und einige zur Abhilfe fondern als waffenlos zu entscheidende Schicksalsirage der Stunde. Gaswerte äußerte sich Magistratsrat Dr. Alexander zu der Frage, Stadthalle Klosterftr.( Bahnhof) über„ Die menschenwürdige Lösung des ob die Festsehung des Gaspreises mit rückwirkender Kraft rechtlich zur Dedung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 2 bis 3 Min. M. Judenproblems, cine Vorbedingung schöpferischer Rebensgemeinichaft." zulässig. sei. Er verwies darauf, daß die in Berlin seit mehreren erhoben. Jahren geltenden Bestimmungen den Gemeindebehörden ausdrücklich das Recht einer rückwirfenden Festsetzung geben. Ueberdies ist durch eine allerneueste Notverordnung des Reichswirtschaftsminifteriums vom 29. September 1923 genehmigt worden, daß Werke für ihre Preisberechnung den Geldwert vom Tage des Zahlungseinganges zugrunde legen dürfen, und das darf nach dieser Ber: ordnung fünftig selbst bei bisher anders lautenden Bestimmungen geschehen. Wenn Gasverbraucher den Preis als zu hoch beanstanden und bis zu gerichtlicher Entscheidung die Zahlung des Mehrbetrages verweigern, werden die Gaswerke durch Vorenthaltung der nötigen Betriebsmittel schwer geschädigt und in ihrem Weiterbestand ge= ungunsten der Stadt entscheiden kann. Bon dem jekt gefaßten BeBestimmungen und über die Notverordnung hinwegsehen und zuschluß, daß fünftig ein Teil des voraussichtlichen Verbrauches der nächstfolgenden Woche voraus bezahlt werden kann, wird werke im Bannkreis der In Warschau explodierte ein Bulvermagazin der Festungsund 110 Leichtverlegte festgestellt. auf diese Weise noch Gas zu dem billigeren Breis der laufenden Die Untersuchung ergab, daß die Explosion auf einen verbreche Staatsanwaltschaftsrat Dr. Ortmann sprach sein Bedauern Berlin mit der Begründung ab, daß Fälschungen vorkommen fönnten Woche sichern fönnen. Das vorgeschlagene Bonsystem lehnt rischen Anschlag zurückzuführen ist. aus, daß die Staatsanwaltschaft nicht seinerzeit ebenfalls Revision und daß bei fallendem Dollarkurs die Gastunden aus Furcht vor gegen das erste Urteil des Schwurgerichts eingelegt habe. Es fei Berlusten den Borkauf von Gas unterlassen würden, so daß für Ein Großfeuer in Rottbus hat das Maschinenhaus und das unterblieben, weil keine Revisionsgründe vorhanden erschienen. Die Werke der Ruffuß ihrer für den Weiterbetrieb unentbehrlichen die Kessel anlagen der Firma Scobel Sohn völlig, die Walke Der Angeklagte wurde rechtskräftig bereits wegen versuchten. Tot Einnahmin plötzlich ausbliebe. schlages unter Berfagung mildernder Umstände schuldig gesprochen, des Gasmefferstandes durch die Verbraucher wird Walte waren, sind verbrannt. Die vorgeschlagene Ablesung zur Hälfte zerstört. Auch Vorräte an Tuchen, die in der und das Gericht hat damals für diese Straftat 10 Jahre Zuchthaus ange als nicht immer zuverlässig verworfen, und auch von der jetzt. Die vorliegende Tat ist eine so rohe und verabscheuungswürdige. Ablesung durch einen Vertrauensmann für jedes Haus glaubt man, daß nur auf die Höchst strafe von 15 Jahren Zuchthaus erkannt werden dürfe. Außerdem liege aus denselben Gründen fein Anlaß daß sie wegen der namentlich in größeren Häusern sehr erheblichen vor, dem Angeklagten irgend etwas von der Untersuchungshaft anzurechnen. Der Staatsanwalt beantragte außerdem, auf Ehrverlust zu erfennen. Ein Achtzigjähriger. Der Genosse Wilhelm Buchholz aus Rechtsanwalt Dr. A. Brand vertrat den Standpunkt, daß dem Angeklagten wenigstens die Untersuchungshaft an- Bergfelde, Kr. Niederbarnim, vollendet am 15. Oktober sein gerechnet werden solle. Das Gericht verurteilte den Angeklagten achtzigstes Lebensjahr. Er kann auf ein reiches Wirken wegen Mordes unter Anrechnung der bereits erfannten Strafe von 1869, als dies Mut dazu gehörte, der sozialen Bewegung der Arim Dienste der Arbeiterbewegung zurücbliden. Schon im Jahre 10 Jahren Zuchthaus zu einer Gesamtstrafe von 15 Jahren 3uchthaus sowie zum Verlust beiterklasse sich anzuschließen, vollzog Buchholz den Beitritt zum der bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahre. Von der Untersuchungshaft Allgemeinen deutschen Maurerverein, seiner Bewurden dem Angeklagten 5 Monate und 10 Tage in Anrechnung deutschen Arbeiterverein. Seit dieser Zeit hat der jezt rufsorganisation, und gleichzeitig auch zum Allgemeinen gebracht. Die Aberkennung der Ehrenrechte war notwendig mit Rücksicht auf die ehrlose Gesinnung. Aus denselben Gründen Achtzigjährige unverdrossen für die politische und gewerkschaftliche hat das Gericht auf die zulässige Höchststrafe von 15 Jahren Bucht- Organisation der Arbeiterklasse gekämpft. Alle Verfolgungen in der haus als Gesamtstrafe erkannt. Der Angeklagte verzichtete auf wei- Zeit des Schandgesetzes vermochten jedoch nicht, ihm den Zukunftstere Rechtsmittel und ebenso der Staatsanwalt, so daß das Urteil glauben zu nehmen. Bereits 1884 wurde er nach Inkrafttreten der fofort rechtsträftig wurde. Unfallversicherung Beisiger der Nordöslichen Bau= gewerks Berufsgenossenschaft. 1886 trat er als nicht: ständiges Mitglied in das Reichsversicherungsamt ein. Biele der jüngeren Genossen können an diesem alten Kämpfer lernen, wie man in zäher, zielflarer und bewußter Art für die Sache der Arbeiterschaft wirken kann. Mordprozeß Mischke. Zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach sehr kurzer Beratung verkündete der Obmann der Gefährdet. Dr. Alexander bezweifelt, daß ein Gericht sich über jene schworenen, der aus der Revolutionszeit bekannte ehemalige Borfizende des Soldatenrats, Brutus Molkenbuhr, als Wahrspruch, daß die Geschworenen den Angeklagten Mischke schuldig eine längere Erklärung abgegeben, worin er hervorhebt, daß das Der japanische Finanzminister hat über die allgemeine Lage Umfange aufgenommen worden sei. Gas, Wasser, Elekwirtschaftliche Leben in Japan wieder im ganzen trizität und Telegraphenleitungen feien wieder hergestellt. Die Bepölferung gehe mit Mut und Entschlossenheit an die Arbeit. Die Finanzen feien so gefund, daß nur wenig Anleihen im Auslande aufgenommen werden mußten. Dagegen müßten bedeutende Warenmengen eigeführt werden. Ein Pulvermagazin explodiert. befunden haben des Mordes an seinem effjährigen einige Erleichterung für die Gasverbraucher erwartet, weil fie fich 48 Schwerverleßte Stadt: bis Mittag wurden viele Tote, Sohn Alwin. Mühe nicht überall durchführbar wäre. Personenzug Nr. 952 Frankfurt- Darmstadt, der über Jugzusammenstoß auf der Strede Frankfurt- Darmstadt. Der Hanau- Babenhausen umgeleitet wird, ist am 12. Oktober abends, unmittelbar vor Einfahrt in den Bahnhof Dieburg auf einen dort haltenden Güterzug aufgefahren. Etwa 10 Perfonen er= litten leichtere und 1 Person schwere Berlegungen. Der Sachschaden ist erheblich. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag, den 14. Oftober: Werbebezirk Ostbahn". Jugendfeier abends 6 Uhr in der Aula der Mittelschule Marktstr. 10/11. Festrede, Rezitationen, Reigentänze. Jugendspiel ,, Der Aufbruch". Friebenau. Spaziergang. Treffpunkt nachm. 22 Uhr Schillerplag. Werbebezirk Westen. Vorm. 9 Uhr im Jugendheim, Rubens- Ede Hauptstr. Funktionärversammlung. Morgen, Montag, den 15. Oftober, abends 71% Uhr: Baumschulenweg. Jugendheim Ernststr. 16. Vortrag: Die politische Friedenau. Jugendheim Offenbacher Straße 5a. Vortrag: Rarl Lage". gefchrittene beginnt am Mittwoch, den 17., für Anfänger am Montag, ben Ortsausschuk für Jugendpflege Neukölln. Der Boltstanaturfus für Bor22. Oftober, abends 8 Uhr in der Turnhalle der Realschule Raiser- FriedrichStraße. Ein unangenehmer Zimmermieter. Reiche Beute machte wieder einmal ein Wohnungsschwindler, der der Kriminalpolizei schon viel zu schaffen gemacht bat, ein 25 Jahre alter aus Jastrow gebürtiger Gustav Levy, der früher als Leutnant aufzutreten pflegte. Neuerdings sprach der Gaimer, ein großer schlanker, stets fein gekleideter Mann, bei einer Dame in der Moßstraße 25 als Kontorist Alfred Simion vor, mietete wieder eine möblierte Wohnung und zahlte 100 Millionen an. Um 10 Uhr vormittags zog er mit kleinem Handgepäck zu und um 3 Uhr nachmittags ging er unter dem Vorwande weg, fein großes Gepäc holen zu wollen. Als jeht die Wirtin sich daran machte, alles für den neuen Mieter vorzubereiten, entdeckte sie zu ihrem Schreden, daß er die wenigen Stunden, während deren sie kurze Zeit abwefend gewesen war, um einzukaufen, benutzt hatte, ihr aus dem Büfett das noch 13 Dietriche bei sich. ganze Silberzeug im Werte von 5100 Goldmark zu stehlen. Die Kriminalpolizei erfah aus der Personenbeschreibung Kriminalpolizei. In der Themsestadt suchten vor einiger Zeit noch Ein Riefeneinbruch in London beschäftigt jetzt auch die Berliner des angeblichen Simsons sofort, daß sie es wieder mit ihrem alten nicht ermittelte Einbrecher ein Geschäft heim. Sie erbeuteten eine Bekannten Gustav Leon zu tun hatte. Mitteilungen zu seiner Er- große Menge Ringe, Armbänder, Broschen, goldene mittelung nimmt die Dienststelle B. I. 20 im Zimmer 133 des Po- Handtaschen, Herrenuhren usw. Es wird vermutet, daß lizeiprfidiums entgegen. An die unrechte Adresse geraten. Kürzlich wurde der Händler Marr“. Willy Reinsberg aus Schöneberg in der Kolonnenstraße von dem 34 Jahre alten Arbeiter Paul Lange aus der Vogtstraße und dem 31 Jahre alten Zeichner Alfred Rau aus Neukölln nach kurzem Streit angegriffen und mit einer Eisenstange ge schlagen. Sie tamen jedoch an die falsche Adresse. Reinsberg entriß ihnen die Stange und schlug beide nieder. Mit erheblichen Verlegungen brachte man die beiden Kampfhähne nach der Rettungsstelle 15 und nach Anlegung von Verbänden nach dem Auguste- Bittoria- Krankenhaus. Sie hatten außer der Eisenstange Auf der Diebesfahrt erschossen. sie versuchen werden, wenigstens einen Teil ihrer Beute auf dem Kontinent in Großstädten u. a. auch in Berlin zu Geld zu machen. Auf ihre Ergreifung und die Wiederbeschaffung der Juwelen ist eine Belohnung von 1000 Pfund Sterling ausgesetzt. Mitteilungen an Kriminalkommissar Trettin im Zimmer 103 des Polizeipräsidiums. Ein Leichenfund, der auf einen Mord schließen ließ, ist restlos aufgeflärt. In ger Türnische des Hauses Hobrechtstr. 3 mar am Sonntag früh der 48 Jahre alte Kutscher Rudolf Stukke aus der Gabelsbergerstraße 13 tot aufgefunden worden. Er faß zusammengetauert in einer Ecke. Der benachrichtigte Mordbereitschaftsdienst Der Kriminalpolizei erschien an dem Fundort und stellte fest, daß der Tod des Mannes durch einen Schuß in die linte Brust herbeigeführt worden war. Die Kugel stammte aus einer Pleinkalibrigen Pistole. Die Nachforschungen ergaben, daß der Preise und Löhne. Kutscher Stuzte, ein erheblich vorbestrafter Mensch, früher als Kutscher bei einem Fuhrherrn in der Wiesenstraße beschäftigt gewesen Zentralmarkthalle am 13. 10. Weißkohl Lebensmittelpreise in der Schmalz war. In der Sonntagnacht hatte er nun versucht, mit mehreren Spießgesellen in eine auf dem Grundstück befindliche Garage einzubringen und Diebstähle auszuführen. Die Absicht der Einbrecher Kalbfleisch. mar aber den Geschäftsleuten bekannt geworden und sie hatten, um Hammelfleisch sich vor Verlusten zu schützen, Nachtwache bezogen und sich gegen feitig als Wachtposten abgelöst. In der Nacht zum Sonntag um 2 Uhr erschien dann auch Stuzte mit mehreren Spießgefellen und spielte den Führer. Der Posten schoß nun in der Dunkelheit auf die Einbrecher und er hörte auch, daß Grüne Heringe einer von ihnen aufschrie. Alle liefen dann davon und enttamen Schellfisch. auch. Stuhle verbarg sich in dem Hausflur des Grundstücs Butter. Hobrechtstraße 3, wo er später dann tot aufgefunden wurde. Margarine Der Ankauf von Reichsfilbermünzen durch die Reichsbant er folgt vom 15. Oktober ab bis auf weiteres zum 400 millionenfachen Betrage des Nennwertes. ( in Millionen Mark) Rindfleisch Lebende Hechte Schleie Karpfen Hechte in Eis Schleie in Eis B Wirsingkohl 400-700 Rotkohl 300-650 Spinat 280-600 Talg 350-400 1 Ei. 300-375 250-275 250-300 275 80-95 900-1100 60-75 60- 70 85-100 35 850-975 65 Wochenlöhne in Berlin ( in Millionen Mark) Metallindustrie vom 8. bis 14. 10. 6256 60-75 Maurerpoliere v. 6. bis 12. 10. 3515 2200-2500 Ofens etzer vom 7. bis 13. 10. 5060 700-900 Steinsetzer vom 6. bis 12. 10. 4692 Vorträge, Vereine und Versammlungen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr, Pappelallee 15. Bor trag des Herrn Dr. K. Sturm:„ Germanische Götter und Heldensagen". Gäſte willkommen. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Schöneberg. Vollversammlung ant 15. Ottober 1923, abends 28 Uhr, im Lindenpart, Sauptstraße 13. Bundes. vorsitzender Kamerad Pfändner spricht über: Die fozialpolitische Lage". Arbeiter- Schachspieler Moabits! Arbeiter- Schachtlubs macht darauf aufmerksam, daß während der WinterspielDie Abteilung Nordwest des Berliner tit( Dtober, ära) an jedem Dienstag von§ 159 Uhr abends ein theore Turnier um die diesjährige Abteilungsmeisterschaft. Meldungen zum Turtischer Schachvortrag gehalten wird. Außerdem beginnt am 16. Oktober das nier werden noch bis zum 16. Oktober, abends 8 Uhr, angenommen. Spiel. Arminiushallen, Bremer Straße 72-73. Gonntags vormittag von 10 bis 1 Uhr abend ist jeden Dienstag von 7 bis 12 Uhr abends im Lokal von Jarius, im selben Lotal freier Schachverkehr. Freunde des Schachspiels auch solche, die bas Spiel erft erlernen wollen find als Gäste stets wiütommen. Die Abteilungsleitung. Broletarisches Aulturkartell Webbing. Montag, den 15. Oftober, abends 148 Uhr, im Jugendheim Schönstedtstraße 1, 5 Treppen, Bollversammlung des müssen vertreten sein! Kartells. Alle angeschloffenen und Gaftorganisationen sowie das Sportlartell Dienstag, den 16. Oftober, abends pünktlich 28 Uhr, beginnt im Jugendheim Schönstedtstraße 1, 5 Treppen, der Kursus über„ Einführung in die Mirtschaftslehren des Margismus". Anmeldungen werden noch entgegengenommen. Die angekündigte Arbeitsgemeinschaft über das Wesen der Voltsbühne und das Lesen sozialer Dichtungen findet vorläufig nicht statt. Berliner Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege. Gigung am Diens tag, den 16. Oktober, abends 7% Uhr, im Sygienischen Institut der Univer. fität, Dorotheenstraße 28. Tagesordnung: Stadtarzt Dr. Rovadh: Kommu nalarzt und Wohnungsamt". Arbeitersport. Waldlauf in Sadowa. Der heutige Waldlauf des 1. Kreises vom Arbeiter- Turn- und Sportbund beginnt um 122 Uhr mit dem Start der Kinder. Um 3 Uhr folgen dann die Wettkämpfe der Jugendlichen, Turnerinnen und Männer. Der Start befindet sich vor der Waldschänke, in der Mähe des Bahnhofes Sadowa. Die Kampfrichter der LB. treffen sich heute in der Waldschänke nicht um 12 Uhr, fondern erst um 2 Uhr nachmittags. Der Landtag vertagt sich. schärfften Widerstand gegen den Abbau der Demobilmachungsbestimmungen; Eintreten für die Beseitigung des Ausnahmezustandes, wenn er nicht sofort in Bayern Anwendung findet; schärffte Kontrolle der Handhabung des Ermächtigungsgesetzes, Auf der Tagesordnung der gestrigen Landtagssigung den 25 Prozent der Gehälter herbeizuschaffen. Die Folge sei, daß das die Gefahr der Diftatur gegen das Proletariat in sich birgt. steht als erster Bunft die dritte Beratung des Gesetzes über die die Gemeindebeamten ein Biertel ihres Gehalts erst später vol!- Der Angriff der Schwerindustrie auf die wirtschaftlichen und weitere Hinausschiebung der Gemeindewahlen. ständig entwertet erhalten. Das sei ein unhaltbarer Zufozialen Errungenschaften der Arbeiterklasse erfordert die ZusammenAbg. Dr. Windler( Dnat.) beantragt zur Geschäftsordnung, stand. Wenn heute immer von Sparsamkeit geredet werde, fo fei faffung aller proletarischen Kräfte durch die Sozialdemokratie und diesen Bunft als letzten der Tagesordnung zu behandeln und erst es ganz unverständlich, daß unsere Flotte jetzt vor Helgoland eine die freien Gewerkschaften und die höchste Kampsbereitschaft, die keine die Entscheidung des Reichstages über das Ermächti- Flottendemonstration abhallen mußte, wo laufende Zentner von Störung und Beeinträchtigung durch die erneute Regierungsbeteili gungsgesetz und über die eventuelle Reichstagsauflösung abzuwarten. Kohlen auf offener See verpulvert wurden. gung der BSPD. erfahren darf. Der Antrag wird abgelehnt. Auch dem erneuten Antrag der Kommunisten, den Antrag wegen Beschlagnahme der" Roten Fahne" mit zur Beratung zu stellen, wird nicht stattgegeben. Das Haus tritt in die allgemeine Besprechung des Gesezes ein. Abg. Hirsch( Soz.) verteidigt den Entwurf. Die Deutschnatio nalen hätten fein Recht, von Entrechtung zu sprechen; die Konfervativen hätten ja in früherer Zeit an Entrechtungen genug geleistet. Abg. v. Eynern( D. Bp.): Hinter der Forderung der Deutsch nationalen verbirgt sich ein böser Wunsch. Wir hoffen, daß die Boltsvertreter im Reichstag ihre Pflicht tun und ihre Stimme abgeben. Der Antrag des Ausschusses wird angenommen. Das Staatsministerium wird darin ersucht, eine Zahlungsart einzuführen, die eine rechtzeitige Auszahlung der Bezüge verbürgt und bis zur Einführung dieser Zahlungsart den nachgeordneten Behörden zur Pflicht zu machen, irgendeine Form der sofortigen Auszahlung der Bezüge anzuwenden. Rücken fehren; denn zum Kampf gegen die Reaktion gehört eine geRein überzeugter Sozialdemokrat darf jetzt der Partei den fchloffene, ungeschwächte Partei." Annahme: Außerdem fand noch folgender Antrag gegen wenige Stimmen Der Bezirksvorstand Groß- Thüringen wird aufgefordert, sich tags einzusetzen." für die baldige Abhaltung eines a ußerordentlichen ParteiHagen. Eine Konferenz des Unterbezirks Hagen nahm folgende Erklärung an: Abg. Dr. Windler( Dnat.) bezeichnet eine weitere Hinausschie bung der Gemeindewahlen als eine Entrechtung der Wähler.( Sehr richtig! bei den Deutschnationalen.) Das Bolt sehnt sich danach, daß die roten Barlamente, die nicht mehr dem wahren Volkswillen Anträge und Anfragen betreffend die Sicherung der Boltser Darauf seht das Haus die gemeinsame Aussprache über die entsprechen, verschwinden. Abg. Kah( Komm.) sieht in der weiteren Hinausschiebung der nährung, die Unterstügung der Erwerbslosen, Betämp Gemeindewahlen lediglich das Bestreben der Koalitionsparteien, sich fung des Wuchers, Erfassung der Sachwerte ufw. fort. an der Macht zu erhalten. Dieses Manöver werde auch noch für Ag. Schulze- Stapen( Dnat.): Auch die gestrige Debatte hat Die durch die Boltspartei herbeigeführte Regierungsfrise hat das nächste Jahr versucht werden, da aber werde man feine Wahlen bewiesen, daß die große Noilage des Boltes auf das Nebeneinander- in Parteifreisen das Mißtrauen gegen die große Koali. mehr haben, sondern den Bürgerkrieg. bestehen zweier Währungen zurüdgeht. Der Staat macht sich an tion verstärkt. Sie bedauert, daß die Fraktion auf die Besetzung diesem Zustande mitschuldig, indem er wertbeständige Steuern aus des Finanzminifteriums durch den Genossen Hilferding verschreibt, und Tag für Tag Milliarden wertunbeständigen Papier- zichtete und dadurch den Einfluß der Partei im neuen Kabinett ergeldes herausgibt. Wird die Währungsfrage geregelt, so wird es heblich schwächte. Als Teil des Industriegebiets, der auch unter der auch gelingen, die Ernährung der Städte zu sichern und die schwere Besetzung leidet, versteht sie nicht, daß die Porteiinstanzen der bürgerKrise den nächsten Winter zu überstehen, der für Deutschland die lichen Reaktion nicht mit aller Deutlichkeit sagten, daß die ArbeiterEntscheidung bringt.( Beifall rechts.) schaft nur ein Interesse an der deutschen Republik haben kann, wenn Abg. Bieffer( D. Hannov.): Die unglaublichen Umständlich die politischen und sozialen Rechte der Arbeiterschaft unangetastet feiten der Steuererbebung, Steuerenirichtung und Steuerzahlung bleiben. Eine Republit von Hitlers und Ludendorffs Gnaden muß ab- auf den Finanzämtern haben in ihren Kreisen äußerste Verärgerung gebiets gegenüber den Gewaltmaßnahmen Frankreichs vernichten. den Widerstand der republikanischen Bevölkerung des Industrieund Berbitterung hervorgerufen, so daß man sich über gelegentliche Steuerfabotage nicht zu wundern braucht. Los von Berlin" Die Konferenz erwartet von den Parteimitgliedern in der Regie. ist auch trotz des Herrn Dr. Stresemann das Losungswort der rung, daß fie alles tut, um zu verhindern, daß die Grundrechte der Deutsch- Hannoverschen Partei!. Arbeiterschaft beseitigt werden. Sie fordert die Parteigenossen auf, in dieser schweren Zeit fest zur Partei zu stehen und jedem Abg. Holzamer( Wirtschaftsp.) erklärt, der Mittelstand sei Bersplitterungsversuch entgegenzutreten. Nur die geschlossene Einzu Boden gesteuert, daß er die Steuern nicht mehr tragen fönne. heit der Partei und Gewerkschaften fann in Zukunft die Gefahren, Abg. Mohrbotter( 3.) führt Beschwerde, daß das Handwerk die der Arbeiterschaft drohen, bannen." bisher nicht gebührende Berücksichtigung gefunden habe. Der deutschnationale Antrag, wonach als Termin für die Gemeindewahlen der 9. Dezember festgelegt werden soll, wird gelehnt und so die Regelung des Entwurfs, wonach die Gemeindevertretungen der Städte und Landgemeinden bis zum 2. März des Kalenderjahres 1924 neu zu wählen sind, endgültig angenommen. Endgültig verabschiedet werden die Entwürfe, wodurch die Be: teiligung Preußens an einer gemeinnüßigen Grundkreditanstalt, welche Kleinwohnungen hypothefarisch beleiht, auf 100 Milliarden erhöht und ferner zur Herstellung von Kleinwohnungen für die minderbemittelte Bevölkerung 5000 Milliarden ausgeworfen von produktiven Notstandsarbeiten und ausreichende Unterstützung werden. In der Beratung über den Zentrumsantrag betr. Beschleu nigung der Auszahlung der Bezüge für die Beamten, Geistlichen und deren Hinterbliebenen fordert. Abg. Blant( 3.) in scharfen Worten, daß unverzüglich dafür gesorgt werde, daß eine Zahlungsart eingeführt wird, die eine rechtzeitige Auszahlung der Bezüge, insbesondere auch an die Geistlichen verbürge. Es fei unerhört, wenn viele Pfarrer in der Zeit von April bis Oktober nicht mehr als 500 und 600 Millionen Marf erhalten hätten. Abg. Ebersbach( Dnat.) fritisiert die Ausführungen des Regierungsvertreters im Ausschuß, der preußische Staat fönne die Subventionen für die Kirche nicht länger tragen, da die Ausgaben in die Billionen gingen. Der Regierungsvertreter müsse sich um einige Nullen geirrt haben. Abg. Fries( Soz.) nimmt die Regierung in Schutz. Wenn das Christentum nicht vollständig bankerottmachen solle, müßten die. jenigen, die sich einen Seelenhirten gewählt hätten, mehr für ihn eintreten. um Geheimrat Dumesnil erklärt, der Staat habe alles getan, eine möglichst rafche Auszahlung zu gewährleisten. Die Kirchengemeinden müssen möglichst darauf bedacht sein, ihre eigenen Einnahmequellen stärker heranzuziehen. Nach weiteren Bemerkungen der Abg. Pischte( D. Vp.) und Heff( Dem.) wendet sich Abg. Leinert( S08.) gegen die Benachteiligung der Gemeindebeamten. Die Gemeinden feien nicht in der Lage, die von ihnen aufzubringenAus der Partei. Die Parleiorganisationen zur politischen Lage. Hamburg. In außergewöhnlich start besuchter Bersammlung Der Bertrauensleute der BSPD. wurde am 12. Oftober nach Entgegennahme des Berichts von der Parteiausschußfizung in Berlin und lebhafter Aussprache die nachstehende Entschließung mit allen gegen zwei Stimmen angenommen: Ein sozialdemokratischer Antrag auf Bereitstellung der Erwerbslosen usw. wird angenommen; die übrigen Anträge werden der Ausschußberatung überwiesen. Der Präsident schlägt vor, die nächste Sigung am 27. November abzuhalten und den Präsidenten zu ermächtigen, zu einer früheren Einberufung, wenn eine solche erforderlich ist. Abgg. Dr. Windler( Dnat.) und Meyer( Komm.) proteftieren dagegen. Abg. Dr. Leidig( Dop.) erklärt, daß im Ständigen Ausschuß auch die Opposition zu Worte fommt und ihre Vorschläge Beach tung finden. Ich bezweifle, daß die Freunde des Herrn Windler das gleiche Berantwortungsgefühl besigen wie die englische Oppofition.( Stürmische anhaltende Pfui- Rufe bei den Dnat.; Burufe: Das ist eine Gemeinheit.) Der Abg. Dr. Negenborn( Dnat.) wird wegen beleidigen der Zurufe gegen den Abg. Dr. Leidig zur Ordnung gerufen. Nach einer Erwiderung des Abg. Hirsch( Soz.) auf die An griffe des fommunistischen Redners wird ein Antrag der Kommunisten, am Montag eine Sigung abzuhalten und den kommunistischen Antrag wegen Verbots der Roten Fahne" auf die Tagesordnung zu setzen, abgelehnt, ebenso ein deutschnationaler Antrag, am 22. Dt. tober eine Sigung abzuhalten. Es bleibt bei bem or fchlag des Präsidenten. Das Haus geht in großer Un ruhe und unter andauernden Schmährufen der Kommunisten auf das Parlament auseinander. Schluß: 4 Uhr. Leipzig. Die Funktionäre des Bezirks Leipzig nahmen am 8. Oftober eine Entschließung an, in der es u. a. heißt: Die Wiederkehr der großen Koalition ist fein Erfolg der Sozialdemokratie, sondern ein vorläufiger Erfolg der deutschen Fertigindustrie. Er wurde nur möglich durch Konzessionen, die wesentlich auf Kosten der Sozialdemokratie gehen. Diese Konzeffionen sind: 1. Bedingte Aufgabe des Achtftundentages; 2. Zuftimmung zu dem Ermächtigungsgefeß, das die finanz- und wirtschaftspolitischen Teile der sozialpolitischen Gesetzgebung der Kontrolle des Parlaments und damit der Arbeiterklasse entzieht; 3. die Befeitigung Hilferdings. Diese Ronzeffionen stellen eine erneute schwere Belastung der sozialdemokratischen Bewegung dar. Aus diesen Gründen fönnen die Funktionäre die Entscheidung der Reichstags= frattion, auch unter wesentlich verschlechterten Bedingungen in die neue Regierungsfoalition einzutreten, nicht billigen. Sie find der Auffassung, daß unter den gegenwärtigen politischen Machtverhältnissen der Eintritt der Partei in die schärffte Oppofition notwendig ist. Nur im schärfsten Kampf der Arbeiterklasse gegen die vereinigte Reaktion können die Interessen der Arbeiterklasse gewahrt werden. Der Streit um die Teilnahme der Sozialdemokratie an der neuerstandenen Koalition muß gegen diefen Kampf zurücktreten. revolutionären Geheimbünden und der äußersten Rechten des Reichstags erstreben die Diftatur, um die Republik zu stürzen, der Arbeiterfiasse die sozialen Errungenschaften der Revolution, insbefondere den Achtstundentag, zu entreißen, um ungehemmt das deutsche Volt reftios ausbeuten zu können. Die Kämpfe der Schwerindustrie gegen die Gewerkschaften, die Dittatur in Bayern gegen die Arbeiterklasse, der versuchte Rechtsputsch um Berlin und der Sturz der Roalitionsregierung zeigen, daß das Unternehmertum die Zeit für gekommen hält, den Machtkampf gegen die Arbeiterklasse auszutämpfen. Die fartellierte Schwerindustrie vereint mit den fonterOstpreußen. In einer Ronferenz des Bezirksvorstandes, des Bezirksausschusses, der ostpreußischen Reichs- und Landtagsabgeworden. Die Arbeiterklasse darf sich aber darüber feiner Täuschung ordneten und der Kreisleiter der Provinz Ostpreußen wurde nach gründlicher Aussprache mit allen gegen drei Stimmen folgende Refolution angenommen: „ Die am Sonntag, ben 7. Oftober, in Königsberg tagende Ronferenz des Bezirksvorstandes, Bezirksausschusses und Kreisleiter der SPD. Ostpreußens billigt das Berhalten der Reichstagsfraktion bei der legten Regierungskrije und die Aufrechterhaltung der großen Die Bertrauensmännerversammlung der sozialdemokratischen Koalition, spricht aber ihr Befremden darüber aus, daß ein Sizz Parteiorganisation erflärt zur politischen Lage, daß sie, wie der im Minifterium aufgegeben worden ist. Parteiausschuß in Berlin, die schwerwiegenden Gründe würdigt, die Die Konferenz ist sich bewußt, daß die Regierungstrife hervor die Reichstagsfraktion bestimmte, der Aufrechterhaltung der Koalition gerufen wurde durch das Bestreben der Reaktion, die Republit zu zuzustimmen. Sie verlangt von der Fraktion und den Regierungs- ftürzen und die Errungenschaften der Arbeiterschaft auf sozialpoliti. mitgliedern gefchloffenes Eintreten für die fofortige Her- fdem Gebiet wie den Adytftundentag usw. zu beseitigen, fowie beiführung einer wertbeständigen Währung, für die Sicherung der die Laften des verlorenen Krieges der Arbeiterschaft aufzubürden. Brot, Kartoffel- und Kohlenversorgung der Bevölkerung und für Die Konferenz fordert die Parteigenoffen in Ostpreußen auf, treu ein vom Stinnesgeifte freies Produktionsprogramm, das die deutsche zur Partei zu stehen und durch Einigkeit und Gefchloffenheit alle Wirtschaft zur Gesundung bringt. reaktionären Widerstände zu brechen, den Bestand der Republik zu sichern und dem Sozialismus zum Siege zu verhelfen." Hannover. Eine Konferenz der BSPD. der Provinz Hannover Zum Schluß erklärte die Bersammlung, daß es angesichts der gewaltigen Reaktion in Bayern und angesichts der dunklen und landesverräterischen Unternehmungen der arbeiterfeindlichen Schwerindustrie unverantwortlich ist, wenn jeht Meinungsgegenfäße von am 7. Oftober nahm nahezu einstimmig folgende Resolution an: Minderheit und Mehrheit in so undisziplinierter und zügellofer Weise ausgetragen werden, wie es in verschiedenen Teilen des Reiches geschieht. Sie ruft die Hamburger Parteigen offenfchaft auf, alle Kräfte einzusetzen für die Einheit und Geschlossenheit der Partei." Eine ähnliche Entschließung wurde an demselben Abend in einer sehr stark besuchten Mitgliederversammlung der Partei in Altona angenommen. " Die heutige Konferenz von Bertretern der Sozialdemokratischen Partei aus dem Bezirk Hannover erklärt sich mit dem Entscheid der Fraktion, in das Koalitionsministerium einzutreten, einverstanden. Sie erblickt in den Beschlüssen die gegebene Möglichkeit, die Inter effen des arbeitenden Boltes zu vertreten, die Bersuche der Rechtsgerichteten gegen den Bestand der Republik zu überwachen und abzuwehren und die Rechte des werftätigen Boltes zu schützen. Zwidau- Plauen. Der erweiterte Bezirfsvorstand des Bezirks Die Konferenz erwartet, daß die sozialdemokratischen KabinettsZwidau Blauen der BSPD. erflört zur politischen Lage: In der mitglieder die geplanten Ermächtigungsgesehe in der Vorbereitung Erfenntnis, daß 1. die erste Regierung Stresemann in außen- und auf ihre Wirkung fontrollieren, in der Ausführung überwachen innenpolitischer Beziehung versagt hat, 2. eine Regierung der und ihre Aufhebung fordern, sobald sie die Interessen der Arbeiter großen Koalition nicht geeignet ist, die Reparationsfrage zu lösen, fchädigen. und 3. auch die bayerische Fronde gegen die Reichsgewalt zu brechen Die Konferenz erwartet, daß der militärische Belagerungszustand nicht willens und in der Lage ist, in ber Ueberzeugung, daß die neue bald abgebaut wird. Regierung der großen Koalition, in der die Sozialdemokratie noch Die Konferenz fordert die Parteigenossenschaft in der Provinz einflußlofer als vorher ist, eine Gefahr für die verfassungsrechtlichen auf, im Bertrauen hinter unseren Bertretern in der Regierung zu und sozialpolitischen Freiheiten der Arbeiterklaffe ift, protestiert stehen und an dem Ausbau der Organisation zu arbeiten und die der Bezirk gegen die Entscheidung der Reichstagsfraktion und erklärt Geschlossenheit aufrechtzuerhalten und zu stärken." sie für einen Schlag gegen die Partei, der sie vor die Existenzfrage Erfurt. In einer start besuchten Mitgliederversammlung am stellt, zumal die Entscheidung für die zweite Koalition mit der Boltspartei ebenso wie die für die erste gegen den flaren Willen der Mehr- 10. Oftober wurde folgende Resolution angenommen: heit der Parteimitgliedschaft gefallen ist. Der Bezirksvorstand fordert den schleunigen Zusammentritt eines Reichsparteitages, um zur politischen Haltung der Reichs. tagsfraktion Stellung zu nehmen. Nachdem ein großer Prozentsaz der Reichstagsfraktion den Achtstundentag preiszugeben bereit war, wird die Klärung in der Partei zur unabweisbaren Notwendigkeit. Die Haltung der Reichstagsfraktion in der Frage des Achtstundentags muß eine Aenderung erfahren, wenn nicht die Arbeit in Partei und Gewerkschaft zugleich den Parteigenossen unmöglich gemacht werden soll. Die Mitgliederversammlung der BSPD. Erfurt stellt fest, daß das Experiment der großen Roalition mißlungen ist. Es ist deshalb vom Standpunkt der Arbeiterklasse und der Partei ein Fehler, erneut eine Regierung der großen Koalition zu bilden, in der die Sozialbemokratie verminderten Einfluß hat. Die Versammelten protestieren gegen den Wiedereintritt der BSPD. in die Stresemann- Regierung und billigen die Gründe, die die Minderheit der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion veranlaßt hat, gegen die Neubildung der großen Koalition zu stimmen. Die Bersammlung fordert vom Parteivorstand und von der Reichstagsfraktion: Borläufig ist der Ansturm im Reichstage a bgeschlagen hingeben, daß dieser Kampf bis zur endgültigen Entscheidung durch gefämpft wird, und sie muß alles daranjezen, um diesen Kampf fiegreich zu bestehen. Das kann nur geschehen, wenn die Arbeiterlaffe fich mit Energie auf diesen Rampf vorbereitet und die Ge. schloffenheit der Sozialdemokratischen Partei und der Gewerkschaften nicht nur aufrechterhält, sondern weiter ausbaut." Gegen die Haltung der Reichstagsfraktion bei der legten Regierungsbildung sprachen sich ferner aus die Genossen in Chemnis, rankfurt a. M., Heidelberg, Stettin und 3eig. Ge billigt wurde die Haltung der Fraktion in einer Parteiversammlung Stuttgart. in Wetter bis Montag mittag. Kühler, überwiegend bewölkt, aber beränderlich mit wiederholten Regenschauern bei ziemlich frischen westlichen, später nordwestlichen Winden. UNITED TES STATE LINES Amerikanische Reglerungsdampfer NACH NEW YORK von Southampton Cherbourg LEVIATHAN 30. Oktober, 20. November, 15. Dezember Von BREMEN über Southampton und Cherbourg nach NEWYORK - GEORGE WASHINGTON 24. Oktober President Arthur America President Roosevelt. President Harding. President Fillmore. 29. Dezember 19. Oktober 22. Dezember 31. Oktober 1. Dezember 7. November 12. Dezember 14. November 16. Januar 21. November Abfahrt von Southampton und Cherbourg 1 Tag später Alles Nähere durch untenstehende Adressen Vorteilhafte Gelogenholt für Güterbeförderung UNITED STATES LINES Berlin W8, Unter den Linden 1 NW 40, Invalidenstraße 93 Berlin W 9, Budapester Str. 5 W 8, Unter den Linden 22 General- Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen Keine Geldentwertung mehr! Bei uns fauft man auf Ratenzahlung für Herren- und DamenBekleidung wertbeständig. STOFFE Der Bezirk fordert seine Vertreter im Reichstage auf, der neuen Regierung das Bertrauen feineswegs auszusprechen und für die unbedingtes Festhalten am Achtstundentag und am Betriebs- KOCH& SEELAND G. M. B. H. Aufhebung des Ausnahmezustandes zu stimmen." rätegefeß: Gegründet 1893. Gertraudtenftr. 20-21. Gegründet 1893, Theater, Lichispiele usw. Theater 1. d. Volksbühne KöniggrätzerStr. 1 U.: Der abirdanige Zar Lessing Theater 8 Uhr: 10 Unbestechliche Schweiger. z. letzt. 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Bedingung für diesen Borverfauf ist aber, daß die Zahlung fowohl für diefen als auch für den ffattgefundenen Gasverbrauch fofort an den Geldeinzieher erfolgt. uns Wir sind außerftande, Zahlungen für Borverkauf auf anderem Wege als dem vorgenannten entgegenzunehmen, meil Boft- und Bantzahlungen erst mit erheb licher Berspätung und infolgedessen start entwertet bei uns eingehen. Auch die Abfertigung in unseren Geschäftsst. Ilen Sollten ift gänzlich unmöglich. dennoch Zahlungen durch Post oder Bank zugeben, so müßten diese Beträge entweber zurüdgefandt werden oder fie fönnten nur als Sinzahlung zu dem Gasretse verrechnet werden, der bei der nächsten Mechnungslegung in Araft ift Jrgenwelche Berantwortung für eine rechtzeitige Rücksendung oder Berbuchung lehnen wir ausdrücklich ab. Berlin, den 14. Oftober 1923. Gasbetriebsgesellschaft Aftiengesellschaft Bellwäsche Diese Woche 5% Rabatt a. Fahrtvergütung Konkurrenzlcs billiges Angebot! 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Oftbr., nachm. 4½½ Uhr, im Verbandshaus der Holzarbeifer, Rungestraße 30: Funktionär- Sihung Achtung! Auto- Reparaturbetriebe Dienstag, 16. Otteber, cbds. 7 Uhr, im Lotal von Boweleit, Jostystraße 7: Funktionär- Konferenz Achtung! Feilenarbeiter Achtung! Dienstag, 16. Oifober, nachm. 5 Uhr, im Lokal von Bleffin, Stargarder Str. 8: Kommissions- Sikung Achtung! Werkzeugmaer Achtung! Dienstag, 16. Oftober, abds. 6 Uhr, im Berbandshause, Linienstraße 83/85: Kommissions- Sihung im der Brauchenleitung. Weibliche Vertrauensleute Dienstag, 16. Oftober, abbs. 61, Mgr. Verbandshause( Sigungsfaal), Linienstraße 83/85: Konferenz Geschlechtskranke Hauptgrappe L. Untergruppen 1 und 2 Mittwoch, 17. Oftober, abbs.6, Uhr, im Lotal von Nas. Magstraße 12: fchlägen, Bunden. Harnröhrenleiden, Gruppenverfammlung Behandlung von Eyphilis, Hautaus. starte Ausfliffe, auch wo alles ver. Tausende durch das neue deutsche Reichs Patent, Phorofanos furzfristig geheilt. Biele Dantiagungen und Dankschreiben. 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A Lehrl. ohne Entgelt 40 3,6 I. 80 60 5,4 II. 80 bis 160 120 10,8 III. 160 240 200 18 " IV. 240 820 280 25,2 H 320 400 360 52,4 " 400 480 440 39.6 " VII. 480 560 520 19 VIII. 560 640 600 54 " IX. 640 720 680 X. 720 800 46,8 61,2 72 Auf die erhöhten Leistungen besteht ab 22. Oftober 1923 Anspruch. Es ist beabsichtigt, auf Grund der Berordnung vom 27. 9. 28( RGBL. I Geite 908) bei gewerblichen Betrieben das Lohnliftensystem einzuführen. Den in Frage fommenden Arbeitgebern werden rechtzeitig entsprechende Schreiben zugehen. Behlendorf, den 12. Oftober 1923. Der Vorstand. 6. Bigalfe, Borsitzender. A. Fischer, 9/5 Schriftführer. Hei- Ko Tabakwarengroßhandlung $ 0.36, Wienerstr. 8, Moritzpl. 6317 Das Lager der großen Auswahl zu günstigst. Preisen Tabake, Zigarren, Marken- Zigaretten von 4 Milliarden an Nr. 48t ♦ 40. Fahrgaag Wirtschaft Ermächtigung— Verpflichtung. Das Ermächtigungsgesetz, das gestern im Reichstag angenommen wurde, gibt der Reichsregierung weitgehende wirtschafts- und finanz- politisch« Vollmachten. Unbeschwert von den immerhin langwierigen Gang parlamentarischer Verhandlungen kann sie von sich aus wirt- schaftliche und finanzpolitische Maßnahmen von größter Tragweite mit Gesetzeskraft treffen. Es hätte einer derartigen Vollmacht nicht bedurft, wenn nicht in allen Kreisen des Volkes darüber Ueber- einftimmung herrschte, daß die außerordentlich gestiegene Wirtschaft- lich« Notlage in diesen Tagen entscheidende Taten von der Regierung verlangt, Taten, die keinen Ausschub mehr dulden und die geeignet sind, den Leidensweg des deutschen Volkes abzukürzen. Die Arbeiterschaft hat an erster Stelle das Recht, Abhilf« gegen die täglich wachsend« Rot zu fordern. Sie hat dieses Recht schon deshalb, weil sie niemals in einem falschen Klasienegoismus sich auf Forderungen zu ihrem eigenen Vorteil beschränkt, sondern sich zugleich schützend vor alle wirtschaftlich Schwachen gestellt hat, die durch den Währungsverfall prvletarisiert wurden. Sie hat aber heute das Recht dazu mehr als je, weil sie von dem Marksturz und der Teuerung in einer Weise betroffen wurde, die alle Begriffe übersteigt. Denn mit der Teuerung wächst die Arbeitslosigkeit von Tag zu Tag. In derselben Zeit, wo di«' Unternehmer mit allen Mitteln die Verlängerung des Arbeitstages betreiben, v e r- weigern sie Hunderttausenden das RechtaufArbeit. Nicht immer sind es rein wirffchaflliche Gründe, welche sie für die Ve- triebseinschränkungen ins Feld führen können. Meist sogar ist es di« gänzlich unproduktive Einstellung, welch« sich in ollen Kreisen des Unternehmertums in der Zeit der Inflationswirffchaft und des Großverdienens breitgemacht hat: man verzichtet« darauf, mit einer planmäßigen Preispolitik und mit einer Senkung der Goldpreis« den erlahmenden Absatz des Inlands zu b e- leben. Man hielt sich an den Schutz der Monopolstellung, den die Unternehmer in ihren Kartellen genießen. Und man schloß«her die Pforten der Fabriken, unbekümmert um das Schicksal derer, die draußen blieben, ehe man die aus der Absatzstockung mit zwingender Logik sich ergebende Konsequenz, den Preisabbau, ernsthaft sich zu eigen machte. Ein besonderes Kapitel ist die Landwirtschaft. Niemand wird bestreiten wollen, daß ihr mit der Geldentwertung ein Risiko erwächst, das sie nur ungern eingehen kann. Wenn aber verant- wortliche Organe der landwirtschaftlichen Unternehmerverbände die Ablehnung der Papiermark förmlich propagieren und ohne Rück- ficht auf die wachsenden Ernährungsschwierigkeiten der Derbraucher der Abkehr von der Mark und damit derWarenzurückhaltung das Wort reden, so ist das ein Verbrechen an der Volksgesamtheit. Hier muß unbedingt eingegriffen werden. Eine Reihe von Verordnungen hat di« Regierung bereits angekündigt. In der Frage derSanierungdsrStaatsfinanzen istein grundlegender Schritt mit Aufwertung der Steuern bereits«rfolgt. Di« sachliche Vorbedingung für die Beseitigung d«s Steuerbetruges mit Hilfe der Geldentwertung ist dadurch geschaffen. Seine Wirkung wird in hohem Matz« von der Art der Durchführung dieser neuen Bestimmungen abhängen. Es sei nur darauf hingewiesen, daß wir bei d«r sogenannten Landobgabe und bei den Einfuhrzöllen eine solch« Auswertung bereits längere Zeit haben, daß aber die Anpassung der Steuer an die Geldentwertung gerade in Zeiten starken Marksturzes äußerst unzulänglich ist. Der Landwirt und der Importeur zahlt z. B. bei der Steuer in der Zeit vom 17. bis 19. Oktober, also vom nächsten Mittwoch ab nur 1980 Millionen Mark als je eine Goldmark. Niemand weiß, wie hoch der Dollar am nächsten Mittwoch stehen wird. Bisher ober war es so, daß die Steuergoldmark hinter der„Dollargoldmark", welche der Importeur und der Landwirt seinen Preisen zugrunde legt, ganz westmLich zurückbleibt. So galt in der Zeit vom 19. bis 12. Oktober eine Steuergoldmark— 137 Millionen Mark. Der Wert der Gold- mark über den Dollar errechnet, stellt« sich aber am 19. auf 798,6 Millionen, am 11. auf IL Milliarden, am 12. auf 9ö2 Millionen 2. Seilage öes vorwärts Sonntag, 14. Oktober 1425 Mark. Man muß verlangen, daß die Aufwertung der Steuern sich dem Dollarkurs auf das engste anpaßt. Daß dos technisch nicht geht in einer Zeit, wo jeder Zoll- und Steuerbeomte sich über den Dollar- kurs informiert, eh« er sein« Frau einkaufen schickt, wird wohl nie- mand behaupten können. Auf die Art der Durchführung, nicht auf den Wortlaut noch so gut gemeinter Verordnungen kommt es auch an, wenn man das Problem des Preisabbaues ernsthaft anpacken will. Man hat jetzt die B«s«itigung der Kohlensteuer vorgenommen. Das ist für die Reichsfinanzen, die kuriert werden sollen, ein empfindlicher Schlag. Er wird ab«r ausgeglichen werden durch eine größere Ergiebigkeit anderer Steuern, wenn es wirklich gelingen sollte, durch«inen Preisabbau in der gesamten Industrie den Absatz zu beleben. Der erst« Versuch, auf diese Weise einen Preisabbau her- beizuführen, ist im März dieses Jahres«rfolgt. Damals ist die Steuer um 19 Proz. ermäßigt worden. In den Presen der Fertig. Partei- u. Gewerkflhastsfunktiouäre, �kung! politische Vertrauensleute, öetriebsräte! Dieuskag abend 7 Uhr in den Germania- Sälen. Ehaufleestr. 110: Funktionärkonferenz Tagesordnung: Bericht über die Verhandlungen mit den politischen Varteieu und den Gewerkschafleu.— Referenten: Genoffen Ortmaunnud Flatau. fabrikate war aber von einer Verbilligung der Selbstkosten nichts zu spüren. Die Industrie schluckte di« Kohlensteuer, ohne daß die Verbraucher davon Nutzen hatten. Es wird darauf ankommen, daß nian jetzt einen ähnlichen Mißerfolg vermeidet. Das geht nur, wenn di« Regierung durch scharfe Beaufsichtigung der Kartellpreis- Politik dafür sorgt, daß nun mit einem Preisabbau auf der ganzen Linie ernst gemacht wird. Wenn die Regierung ihre Vollmacht zu starken Eingriffen in die Wirtschaft selbst von den Vertretern des arbeitenden Volkes entgegen- nahm, so erwächst ihr daraus die Verpflichtung, alles zu tun, um dem Wahrungs«lend Einhalt zu gebieten, das die letzte Ursache der Ernährungsnot und aller übrigen Fäulniserscheinungen am Wirtschaftskörper ist. Nachdem das Parlament ihr Vollmachten erteilt hat, wird die Wühlerei privatkapitalistischer Interessenten offen und versteckt, in der Presse und in den Amtsstuben verstärkt einsetzen, um die Regierung in ihrem Sinne zu beeinflussen. Sie wird hier nicht nachgeben dürfen. Nach dem Erfolg, nach der Schnelligkeit und der Zielbewuhtheit, mit der sie handelt, wird man di« Regierung beurteilen. Die zu höchster Empörung entflammt« Erbitterung der arbeitenden Massen über die sprunghafte Teuerung, die wachsende Not der Arbeiterschaft müssen ihr eine Mahnimg sein, daß keine Zeit mehr zu verlieren ist. Die„T-Mark". Mit Wirkung ob IS. Oktober wird das gesamte Vankgewerbe, und zwar sowohl private als auch staatliche Geldinsti- tut«, insbesondere auch die Reichsbank eine Umstellung auf die so- genannte D-Mark vornehmen. Die neue Mark Hot allerdings nach nichts mit der geplanten Goldwährung zu tun, sondern ist lediglich der tausendfache Betrag der alten Paviermark, d. h. 1999 Mark gleich I D-Mar k. Die letzten drei Ziffern eines Betrages«erden nicht mehr geschrieben und gebucht. An Stelle der sortgelassenen drei Nullen tritt die Bezeichnung T gleich Tausend Mark. Es handelt sich also um eine rein technische Maßnahme, die durch die Notwendig- kejt, di« zahlenmäßige Darstellung der Markbeträge zu vereinfachen, hervorgerufen ist, insbesondere well die Kolonnen in den Büchern und Formularen und nicht zuletzt die vorhandene Stellenzahl der in großen Betrieben verwandten Buchungsmaschinen für di« Buchung nicht mehr ausreichen. Durch diese Verrechnung der Zahlen soll eine wesentliche Arbeitsersparnis und leichtere Lesbarkeit der ins ungeheure gestiegenen B.'tröge erreicht werden. 26 226,8 Villionen Mark Banknoten waren am 29. September nn Verkehr. Der Banknotenumlauf hatte in der letzten September- woche sich mehr als verdreifacht. Dagegen ist der Goldbestand der Reichsbank erneut um 2Z,8 auf 443,9 Millionen Goldmark zurückgegangen. Di« Steigerung des Notenumlaufs ist wieder zum größten Teil bedingt durch die Kreditanforderungen des Reiches. Zilmjchau. Die grüne Manuela. E. St. Dupont« neuer Mm:.Di« grüne Manuela', der im H-T. Kur- s ü r st e n d a m m zur Uraufführung kam, enthält alle», teat Kwoherzen erfreut. StiiS dem Roman einer spannend erzählenden UnterbaltungS- schriftslellerin— Klara Ratzka— ist ein romantischer Stoff ge- Wonnen und aus geschickter konzentrierender Weste dem Film dienst- bar gemacht. Räch Spanien geht die Reise(in Wirklichkeit war'S Ungarn) und daS Schickial eines armen Mädels, die als ausgesetztes Kind beginnt und als große Tänzerin endigt, ist der Gegenstand des Erlebnisses. Umständlich wird ibre Borgcichicht- berichtet(FindelhauS, Kloster, daS erste Abenteuer, die Verschleppung in ein Tingeltangel, an» dem sie vor der Ver- gewoltigung durch einen Ossizier flüchtet). Und nun bekommt dt- Entwick- lung Tempo und Schwung: sie wird die Braut emeS kühnen Schmugglers, dem st- trotz aller Gesabren die Treue hält. Kämpfe mit der Gendarmerie aus öden Steppen. Ritten zwischendrcin ihre Trauung, schwere Berwun- dnng ibrcs Geliebten, den sie als tot ausgibt. Sie beginnt in Madrid ein neues Leben, die Umwelt eines Varietä-TheaterS wird lebendig. Die Rück- kehr des Geliebten, seine Gefangennahme und wunderbare Rettung und schließlich di- Wiedervereinigung deS treuen P-ares ergeben Stoff zu packenden, mannigfachen Bilderreiben. Der Registeur wollte di« Routine ausgespielter Kräfte durch die Frische unerprobter Neulinge ersetzen und hat so recht Respektables geleistet. Für die neue Carmen(mit dem umgekehrten Vorzeichen) entdeckte er w der Ungarin Julie Lab ah«ine temperamentvolle Darstellerin, deren feingeschnittenes Gesicht sehr edel wirkt. Joses W i n kl e r ist ein kraftvoll-herrischer Schmuggler, uvd auch die kleineren Rollen zeigen Eigenart und Ausdruck. Unter der Fülle der sich überstürzenden Bilderflut. die noch stärkerer Vereinheitlichung bedürsten, beben sich manche Szenen schwungvoll heraus. Sie find, obwohl nur Photographien, so schön in Form wie gute alt« spanische Gemälde. 4- »DragSdie der Liebe», dieser Joe-Mah-Film, wurde bei semer Ur« aufführrmg im Usa-Pakaft a m Zoo sehr freundlich ausgenommen. Technisch, photograpbisch kalS Photographen wirkten SophuS Wangoe und Karl Puth) und darstellerisch wurde erstklassige Arbeit geleistet. Z. B. sind im 1. und 2. Akt die Aufnahmen eineS durch eine Schneclandfchaft fahrenden Zuges von allergrößtem Reiz. Ebenso ist daS Bild, in dem der gewalt- tätige Liebhaber seinen Nebenbuhler in wilder Flucht über die HanSdächer jagt, ihn aus schwindelnder Höhe in den zugefrorenen Fluß wirft, stark und wuchtig. Auch ist der Film von viel Spannung durchwoben. Joe May ist als Regisseur einfallsreich und sicher, JanningS als Darsteller eines stellungslosen Ringkämpfers, der im Banne eines losen Weibe? steht, her- vorragend. M i a Mao. deren Ruf«IS Filmstar über Deutschland« Grenzen hinaus gesestigt ist. versteht eS immer, gut auszuleben. Erika GISßner, als Genußweibchen Musette, wird mit dieser schanspielerischen Leistung überall Beifall finden. Gaidarow hat ein äußerst interessantes Geficht. Nur daS Manuskript versagt. ES ist mal wieder da» übliche ver- filmte und verkitschte Familienblatt-Fenilleton. Der sranzösisch« Graf und sein Anbang spielen nach alter Schablone die ihm in den deutschen Filmen eingeräumt- Hauptrolle. Ort der Handlung ist Pari» und zwar das Paris der Gegenwart. Aber wir Gegenwartsmenschen sind allerorts Kamps- nawren geworden. Davon verspürt man im Film nicht». Im Gegenteil, die Gräfin, die völlig nngerechtsertigterweise unter der Anklage des Gatten- mordc» stand, willigt ein, daß man sie lllr tot ausgibt und überläßt ihrer Schwiegermutter keiner richtige» bösen Sieben, welche die junge Fran ohne Grund verdächtigte), die Erziehung ihres Kinde«, damit die Tragödie der Liebe mit den schönen Worten schließen kann:.Mutterliebe hatte das größte Opfer gebracht."«. d. Die neueste« lllmerikaner. Die Bttagraph Co. New Port läßt Filme neuester Produktion auf un« lo« und zwar gleich drei an einem Abend. So erlebten im PrimuS- Patast„Jimmy Andrey als Beschützer der Nnschnld»,„Larry Sicmon auf der Brautschau» und „Larry Semon belebt de» Kleinhandel» ihre deutsch- Uraufführung. Wer etwa annimmt, daß die neuesten Amerikaner sich von den alten unter- scheiden, der ist gründlich im Irrtum. ES find wieder die sinnlosen, tech- nisch vorzüglichen Filme, die Atrobatenkunststückchen und viel Hauereien zeigen. Die Schauspieler sind zäher wie die Stehanimännlein, nicht einmal eine Erdloston kann ihnen etwa» anhaben, sie reißt ihnen höchstens die Kleider vom Leibe. Um die tollsten Einlälle sich tomisch auswirken zu lassen, ist mitunter die Zeitlupenaufnahme herangezogen. Da» Unmög- lichste wird möglich gemacht, und diese Grotesken find tatsächlich auch zwei Akte begrenzter Unmöglichkeiten.' e. b. „Dr. GYlleubnrgS doppeltes Gesicht»'(Oswald- Lichtfpie l e). Hier ringt ein sozusagen durchgeistigter Verbrecher um seine bessere Seele und ein edle» Fräulein hilft ihm dabei. Sie Hilst ihm fo gut, daß er am Rand- der Erlösung in einer Blitz und Donner speienden Eyplosion die vorerwähnte bessere Seele anShauchl. Da« Fräulein bleibt leben. Di« Szene gebt bei der ganzen Episode durch alle Schrecknisse de» Abenteurer. filmS: Verbrechersvelunlcii, Einbrecherwcrkstötten. Autorhehen. Leute werden auS dem D-Zug gewonen, rollen einen Felsabbang hinunter und leben bi« zum Schluß der 5 Alte, wo ihnen die Explosion ein seeliges Ende bereitet. Man geht mit dem besriedigten Gefühl nach Hause, der Katastrophe einer schönen Seele beigewohnt zu haben. Motto: Unrecht Gut gedeihet nicht. K. ßarm Peters Srautfahrt. Bon Hans Fr. Dlunck. Der Herbstwind jagte über den Deich und warf sich mit dunklen Schultern gegen die niedrigen Fischerhäuser, daß sie stöhnten und ächzten vor feiner Last. Vom Tanzboden klimperten ein paar Walzertakt«. Harm Peters stolperte ernüchtert neben Trine Mewes in di« Nacht. Der West fuhr ihm kalt um Schläfen und Stirn, daß sein« Gedanken klarer wurden. Der junge Fischer versuchte zu begreifen, was geschehen war. .War ja bloß Spaß, Tin«,' stotterte er,„wir waren gerade mal so lustig.' Aber das Mädchen lief schweigend weiter und sah starr vor sich auf den üfeeg.„Ich geh morgen auf Fahrt, Tine, nu sei man nicht bös, bist doch mein« klein« BroutI" Er versuchte sie festzuhalten, aber sie riß sich los und lief nur um so schneller, als fürchtete sie sich vor ihm. „Die ander« sst nun mal fg, die fällt einem gleich inn den Hals!' stotterte er. Harm Peters hielt Schritt, er versucht-, von etwas andevem zu sprechen.„Dein Druder sagte, Ihr habt Ladung nach Holland und wollt los. Ist doch besser'ne Fischerfrau zu sein, Tina, dann kannst immer an Land bleiben. Sagt dein Bruder auch!" Das Mädchen blieb plötzlich stehen und ballte die Hände.„Mein Bruder— oh du— war der dabei gewesen, dann hättest etwas er- leben können, du!' Sie schlug die Hönde vor» Antlitz und schrie laut auf:„Die Schande, die Schande vor allen Leuten." Sie waren vor den Fifcherhäusern angekommen, das Mädchen flüchtete in ihre Tür. Der andere blieb noch eine Weile im Dunkeln stehen, dann tappt« er langsam den Weg zurück, und Hm war, als hätte er etwas Seltsames verloren, etwas, dos man nur einmal findet, das nur einmal kommt, irgendwoher, vom Wasser, vom Himmel oder mit dem Wind vom Strom. Noch drei Tagen stach der alte Mewes mit seinem Schoner in See. Harm Peters hatte auf bessere Wetter warten müssen, lag noch am Deich und sah lange zu, wie der andere den Hafen oerließ. War ein altes Schiff, der Schoner, und wenn es schlecht Wetter gab, Muhten alle Hönde mithelfen an Bord. Aber daran dachte Harm Peters nicht. Der stand mit verbissenen Lippen auf seinem Kutter, hatte sein Mädchen im Sinn und wehrte sich vergeblich gegen die Trostlosigkeit, die ihn gepackt hatte. Als das braune Segel des Schoner» mit der Elb« tangsam in den Nebel sank, hielt es ihn nicht mehr cm Lqnd. Er holte Bestmann und Jungen und wrickte an Bord. Harm Peters fischte zwölf Tage lang, fuhr einmal in in« Weser ein, als das Wetter gar zu schlecht war, vertaufte und ging doch bald wieder hinaus, bis der Knecht sagte, der Fischer solle sich «inen anderen suchen, um di« paar Groschen wolle er sich nicht tot- schinden. Arn Abend des zwölften Tages drehte der Wind noch Nord- west und der Sturm, der sich eben gelegt hatte, begann noch ein- mal«in gewalliges Lied über der Nordsee zu singen, daß die auf- tanzte und in wilden Bogen gischtete und schäumt«. Um Mitter- nacht wurde er tiefer, hohler, daß es klang, als finge er sich in Schluchten und wollte wütend aufsteigend« Berg« zerreißen. Als der Morgen über die See kam, wurde es allmählich still, als fürchtete der Sturm sich vor den Flüchen und Gebeten derer daheim, die nun warten mußten. Harni Peters sah di« Dämmerung langsam über di« Kimmung kommen. Er stand am Ruder, hatte die anderen in die Koje ge- schickt, als dos Wetter nachgelassen hatte, und wartet« nun in«un- derlicher Ruhe auf den Tag. Es war stiller geworden in ihm. Der Sturm da draußen hatte seinen Sinn erfüllt zwölf Stunden lang, und er war müde und nachgiebig vor den allmächtigen Gewalten, die über da« Meer ge- fahren waren, rings. um ihn. Mit halb schlafendem Sinn horcht« er in die Dämmerung hin- aus, imd ihm war, als käme ein« seltsam« Weise aus dem Meer. Die war wie berstender Orgelklang, zwischen dem kleine zerrissen« Schreie aufklangen, wie verhallende Ruf« au» Todesnot. Der Schiffer fuhr steil auf, mit weiten erschreckten Augen. Irgend woher hatte Tine Mewes gerufen mit ihrer weichen, singen- den Stimme. Er schüttelte sich und lachte, wurde wacher und blickte steif vorwärts. Aber es waren nur die Wogen, die endlos heran- rückten, ausbrausend unter den Ewer entlang fuhren und vorn ver- klangen. Des Schiffers Augen wurden wieder müde und trüb, wie bei einem Schlaftrunkenen. Da fuhr er noch einmal in die Höh«. Sein Blick war angstvoll geöffnet:«in Zittern lief durch seinen Körper, wie er es selten ge- fühlt hatte. Er hatte noch einmal deutlich das Mädchen gehört. „Hann— Harm!" Eine wunderlich« Angst und Reue überkam den Fischer. Er fürchtete sich, berechnet«, wo ihr Schoner sein möchte, und plötzlich siel ihm ein, daß sie wohl auf der Rückfahrt wären. Cr wollte weiter nachdenken, da kamen di« brechenden Wogen, sangen ihr Lied, und olles ringsum schien einschläfernd zu rauschen und zu klingen. Der Fischer wurde plötzlich unruhig. Fernab, wenn die Seen feinen Kutter hoch auf den Rücken nahmen, war ein i schlingerndes Schiff zu sehen mit gebrochenem Großmast. Er späht« scharf unter der hochgerafften Fock hindurch, warf dos Holz herum und hielt darauf zu. Als er nah« herangekommen war, konnte er zwei, drei Menschen darauf unterscheiden, band das Ruder an, rannte zur Kapp und schrie den beiden schlafenden Leuten zu, an Bord zu kommen. Auf dem Besenstumpf des Wracks hatten die Schiffbrüchigen einen Segelfetzen gehißt. Als die beiden Leute schlaftrunken und fluchend hevaufkomen, gab Harm Peters dem Jungen das Ruder, jagt« den Beftmann ins Boot und versucht« sich mit ihm zum Wrack durchzuarbellen. Ein« seltene Unruhe erfüllt« sein« Arbstt. Ihm siel«in, wie er Tin« Mewes Stimme über das Wasser gehört hatte und er schrie den Bestmann an und warf sich selbst in di« Riemen, daß sie bersten wollten. Dann, als er näher kam, sah er, daß es Klaus Mewes Schiff war, das vor ihm trieb, und am Besen sah er zwei Männer, die ihm winkten, mitten aus dem überströmenden Schwall, der mit jeder Woge übers Deck des tiefliegenden Schoners strömte. Aber Tin« Mewes tonnte er nicht finden. Da packt« Harm Peters ein« furchtbare Angst und ein« ver- zweiflung um sein Mädchen. Ihm war, als kämpft« er um irgend- etwas, das man ihm entreißen wollte, gegen irgendeine unsichtbare Gewalt in dem Brausen rings um ihn. Er kam nur allmählich an da» Schiff heran. Das Taugewirr und die treibenden Masten, di« unbarmherzig gegen den Leib der Fahrzeuge schlugen, trieben ihn wieder und wieder zurück. Dann gelang es, eine Leine zu den Schiffbrüchigen hinüberzufeilen. Langsam zog er sich näher und da sah er Tine Mewes am Besan, ohnmächtigen Leibes, aber mit weit offenen Augen, die ihn zu suchen schienen. Die Männer schrien ihm zu und wollten keine Zeit verlieren. Aber Harm Peters hatte sich an Bord geschwungen, hob da» Mädchen jäh hoch und sttich ihr taumelnd über Stirn und Schläfen, mitten in. den Seen. „Hast gerufen, Tine?' Der alte Schiffer drängte ihn, wollte ms Boot hinüber. Hann Peters starrte ihn an wie ein Trunkener. „Sie hat gerufen, ja, sie hat gerufen!' Er drückte den Leib Tine Mewes fest an sich und schwang sich mit einem einzigen Satz ins Boot zurück, daß die anderen Not und Mühe hallen, zu folgen. Und während Bootsmann und Schiffer die Riemen ergriffen, hielt er das Helmholz fest in der Linken, hatte mit der Rechten Tin« Mewes gepackt und beugte sich zärtlich üb» sie vor allen anderen. ,.Hast mich gerufen, SttfeT.MLsik Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirkstag in Berlin. Die weltere Foeffehung des Bezirkslages findet Sonntag, den 21. Oftober, von 9 bis 2 Uhr, in den Germaniasälen, Chauffeeftr. 110, ffatt. Als Legitimation gelten die am 7. Oftober ausgegebenen Delegierfenfarten und das Mitgliedsbuch. Die Delegiertenfarten müssen auf der Rückseite den Namen des Delegierten enthalten und von dem Abteilungsleiter geftempelt fein. Mitgliedsbuch und Delegiertenfarte müffen übereinstimmen. Die Mitglieder des Bezirksvorstandes und sonstige zur Teilnahme berechtigte Genoffen erhalten ihre Karte im Bezirkssekretariat abgeftempeft. Als Gäste können nur diejenigen Genossen feilnehmen, die im Befihe einer Gaffkarte mit dem Datum des 7. Oktober sind. Alle anderen Gafftarten find ungültig. Das Mitgliedsbuch muß mit der Gafffarte vorgezeigt werden. Die Borschläge für die Neuwahl des Vorstandes müssen bis zum Mittwoch, den 17. Offober, dem Sefretariat eingereicht sein. Später eingehende Vorschläge kommen für die gedruckte Vorschlagstifte nicht mehr in Betracht. Der Bezirksvorstand. Achtung, Kaffierer! Der Bezirksvorstand hat in seiner Sizung nom 12. Oftober beschlossen, daß ter wöchentliche Beitrag der Männer für jede ber beiden Restwochen im Oktober( Nr. 42 und 43) 10 Millionen Mart und für Frauen 5 Millionen Mart beträgt. Die Beiträge für den Monat November werden erst später bekanntgegeben werden. Gleichzeitig wird nochmals darum gebeten, die faffierten Gelber schleunigst einzuschicken. J. A. Acer Pagels. * 2. Areis. Ziergarten. Montag, den 15. Ottober, 8 Uhr, ermetterte Kreisoorftanbsfikung bei Rrilger, Butligstr. 10. Mittwoch, den 17. b. M., Kreisvertreterversammlung 7% Uhr in den Arminshallen. Thema: Stellungnahme zur Neuwahl des Bezirtsvorstandes". 3. Rreis. Webbing. Montag, den 15. Oftober, 7 Uhr, Gikung der Oblente ber tommunalen Kommiffion, Schönstedtftr. 1. Ref.: Gen. Frant. 4. Kreis. Brenzlauer Berg. Montag, den 15. Oftober, 6 Uhr, im Bezirksamt Brenzlauer Berg, Rimmer 311, wichtige Fraktionsfigung. Erscheinen aller Stadt und Bezirksverordneten Pflicht. 14. Reels. Neufon. Montag, ben 15. Ottober, 7 Uhr. Graftionsflhung Mal. haus Neukölln. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde! Dienstag, ben 16. Ottober, 7% Uhr, wichtige Sigung Schule Leffingftr. Thema: 1. Bapier und Bapparbeiten.( Material mitbringen.) 2. Organisation der Winterarbeit. Erscheinen aller Helfer und Selferinnen Pflicht. 18. Areis. Weißenfee. Montag, den 15. Oktober, 6 Uhr, engere Borstands fihung; 7 Uhr erweiterte Vorstandssitzung bei Gallas,..Prälaten". 20. Rreis. Meinidenborf. Achtung Eltern und Elternbeiräte! Monatg, ben 15. Oftober, 7 Uhr. Aula des Realgymnasiums Reinidendorf- Oft, Bremer Straße. Bortrag über: Die Montessori- Lehrmethode". Die Gigung bes erweiterten Kreisvorstandes findet umständehalber erst Mittwoch, ben 18. Ottober, 7 Uhr im Sisungsfaal des Rathauses Reinidendorf- Oft, Saupt. ftraße ftatt. 4. Kreis. Prenzlauer Berg. Dienstag, den 16. b. M., abends 7 Uhr, in der Saule Genefelderstraße beginnt die Bortragsreihe: Die philosophischen Grundlagen bes Sozialismus", Bortragender Genoffe Sorlig. Anmel bungen werden noch im Schullotal vor Beginn der Bortragsreihe entgegen. genommen. Die Mitglieder des Rreis- Bildungsausschuffes müffen an wefend fein. 6. Kreis. Kreuzberg. Dienstag, den 16. Oktober, 7½ Uhr, Gigung der Beamtenobleute der Abteilungen bei Wolf, Gräfeftr. 26. Arbeitsgemein.. fchaft der Kinderfreunde. Gruppe Südwest. Spielnachmittage. Beginn Donnerstag, den 18. Oktober, pont 3 bis 6 Uhr Jugendheim, Lindenstr. 3. 7. Strets. Charlottenburg. Die für Dienstag, den 16. d. M., anberaumte Funktionärversammlung fällt umständehalber aus. Am Donnerstag, den 18. D.., findet eine Kreismitgliederversammlung in der Schulaula Schillerstr. 26 statt. Vortrag des Genoffen Lüdemann, M. d. 2., über: ,, Die politische Lage". 9. Kreis. Wilmersdorf. Dienstag, den 16. Oktober, Kreisbelegiertenversamm lung mit den Delegierten zum Bezirtstag 7% Uhr bei Pieper, Solfteinische Straße 60. Tagesordnung: Politische Lage und Neuwahl bes Bezirtsvorstandes. Referent Genoffe Dr. Breitscheid, M. d. 9. 33. L. Menton. The Abteilungsverfammlung im Gambrinus", Ralfers Friedrich- Ede Treptower Straße. Tagesordnung: Die politische Lage". Referent Genosse Fris Schröder, Stellungnahme zur Neuwahl des Bezirks. Dorstandes. Jungfozialisten. Gruppe Südost. 7% Uhr Rusammenkunft beim Genoeffn Oppenheimer, Albalbertstr. 10 n. 2 St.( Infolge der hohen Roften kann das Schulzimmer nicht mehr beibehalten werden.) Frauenveranstaltungen am Montag, den 15. Oktober: 14. Areis. Reutöln. 7% Uhr öffentliche Frauenversammlung im Realgymnafium Kaiser- Friedrich- Straße 208/210. Referent Genoffe Dr. Moses, M. b. R. Thema: Die Sungertatastrophe". 2. Kreis. Tiergarten. 7 Uhr bei Berger, Levegomftt. 21. Thema: Das Ermächtigungsgefeb". Referentin Genoffin Juchacz, M. b. R. 3. Kreis. Bedding. 7 Uhr an bekannter Stelle. Referentin Genofsin Todenhagen. Thema: ,, Unter dem modernen Era"-Serzogtum". Die Funktionärinnen treffen fich meds wichtiger Besprechung eine halbe Stunde früher. Jede Abteilung muß vertreten fein. 31. 6. 7 Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Straße 36. Thema: Bürgerliche und materialistische Geschichtsauffaffung. Referent Genoffe Albert Sorlig. Rein Trinkawang. Gäste willkommen. 32. bt unb 38. Abt. 7 Uhr Bimmer 55 der Schule Bange Str. 81, I. pt. Thema: Die Frau und ber Gozialismus. Referent Genosse Rietisch. 39. 6. 7 Uhr juristische Sprechstunde, Lindenstr. 3. Thema: Frauenerwerbsarbeit und Sozialdemokratie". Referentin Genoffin Gertrud Sanna, M. d. L. 40. Abt. 7½ Uhr Reft. Liebert, Hornstr. 4. Thema:„ Sozialismus als Kulturbewußtsein Referent Genosse Pfarrer Bleier. 48. Abt. 7% Uhr Jugendheim, Lindenstr. 3. Thema: Che und Sozialismus. Referent Genoffe Briniger. 57. bt. Charlottenburg. 7% Uhr bei Thunad, Wielandftr. 4. Thema: derschuh in gewerblichen Betrieben" Referentin Genoffin Trapp. Kin84. Abt. Bankwik. 7% Uhr an bekannter Stelle. Vortrag der Genoffin Begfcheider Siegler, M. d. 2. 11. reis. Dienstag, den 16. Oftober, 7% Uhr, Gemeindefchule, Feurigftr. 57. 104. st. Rieberschöneweibe. 7½ Uhr Schule Berliner Straße 81. Vortrag des Kreismitgliederversammlung. Wichtige Tagesordnung. 17. Kreis. Richtenberg. Dienstag, ben 16. Oftober, 7 Uhr, Areisvertreter bersammlung in der Aula der Knabenmittelschule Marktstr. 10/11. Cages ordnung: 1. Referat über die politische Lage. 2. Stellungnahme zum Be girtstag. 5. Kreis. Friedrichshain. Kommunale Rommission. Mittwoch, ben 17. b. M., pünktlich 7 Uhr Gigung der Obleute beim Gen. Schmidt, Romintener Straße 53, Querg. 4 Tr. Arbeiterbildungsschule! Freitag, ben 19. Oktober, 7 Uhr, 71. Gemeindeschule, Fruchtstr. 38( Rioenzimmer im Berwaltungsgebäude): Die Marr'iche Gesellschafts, Geschichts- und Staatstheorie". Lehrer Genoffe Raschke. Sözertarten im Schullokal. Heute, Sonntag, den 14. Oftober: 7. Abt. Frith 10 Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung in den Boruffia- Sälen, Aderstr. 6/7. Morgen, Montag, den 15. Oftober: 13. Abt. 7% Uhr Funktionärfonferenz bet Liebsch, Birkenstr. 448. 80. 81. Abt. Schöneberg- Friedenau. Gozialistisches Geminar! 8 Uhr Zotal Rlabe, Handiernftr. 60/61. Referent Genoffe Ruben. Thema: Unfere Stellung aum Staat". Die Abteilungen Schöneberg, Steglig und Wilmers. dorf tönnen sich beteiligen. Kein Teintzwang. Genoffen Beibe. Uebermorgen, Dienstag, den 16. Oktober: 13. 6. 7 Uhr Abteilungsverfammlung Arminiushallen, Bremer Straße 78. Tagesordnung: Berichterstattung vom Bezirtstag. Stellungnahme zur Neuwahl bes Bezirksvorstandes. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 16. Oftober: 20. t. 7 Uhr bei Fritsch, Drontheimer Straße 4. Thema: Die Frau und ber Sozialismus 33. SIGL. 7 Uhr im Ronferenzzimmer ber Schule Hohenloheftr. 10. Thema: Bolitische und wirtschaftliche Tagesfragen. Referent Genoffe Brinizer. 15. t. Mittwoch, den 17. Oftober, 7 Uhr, außerordentliche Mitglieder. versammlung Gajulaula Bernauer Straße 89/90. Berichterstattung vom Bezirtstag. Die Bezirksführer merben gebeten, einzuladen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 6. Abt. Unfer Genoffe Mann ist verstorben. Die Beerdigung fand bereits am Sonnabend statt. 25. Abt. Genoffe Richard Ränisch ist verstorben. Einäfcherung Montag, den 15. Oftober, vormittags 9% Uhr Krematorium Gerichtstraße. Es wäfcht bleicht und desinfiziert gleichzeitig Nach langem schweren Leiden verstarb am 12. d. M. unser allseits hochverehrter Chef, Herr Carl Dimmick Der Heimgegangene hat sich durch sein gerechtes Denken, durch seine Menschenfreundlichkeit und Güte gegen jedermann unsere Liebe und Verehrung erworben. Wir betrauern aufs tiefste den Verlust und werden dankerfüllt das Andenken des Verstorbenen stets in Ehren halten. Berlin, den 13. Oktober 1923. Personal and Angestellte der Buchdruckerei Maurer& Dimmick. Am Gonnabend früh 1 hr verfchleb gans fanft mein Heber, guter, äußerst ftrebfamer Mann und Bater Ludwig Bosin infolge eines alten Seidens nad) furzem, fchwerem Krantenlager. Die Beisehung findet Mittwoch, ben 17., nachm. 3 Uhr, Persil das unübertroffene Walchmittel Am Freitag, den 12. Oktober, wurde mein lieber Gatte, unser treusorgender Vater und Großvater, der Buchdruckereibesitzer Carl Dimmick von seinem angen schweren Leiden durch einen sanften Tod erlöst. Ein arbeitsreiches Leben hat damit im 59. Jahre seinen Abschluß gefunden. Dies zeigen tiefbetrübt an Therese Dimmick, geb. Beier Margarete Krause, geb. Dimmick Friedrich Krause u. zwei Enkelkinder. Einäscherung Mittwoch, den 17. Okt, nachm. 5 Uhr, im Krematorium Berlin N., Gerichtstr. 37/38. Laden Carbid- Lampen gesucht gegen Abtand in vollsreichem Wohnviertel ( Be schäftsgegend) sind im Gebrauch billiger als Gas. Billige Lampen und Carbid liefern, solange Vorrat von her Halle bes Georgentire bofes, Winser& Schneider Zacher& Schicht, Zimmerstraße 63 Landsberger Allee 21/23, aus ftatt. Um ftille Teilnahme bitten 32826 Fran Berta Bosin u. Tochter. Kurfürstendamm 67 Steinpl. 149700. Fernspr. Dönhoff 5539. Restehandly. Allgemeine Ortsfrantentaffe für Berlin- Steglitz. Bekanntmachung. Du sparst damit und schonst die Wäsche! Allgemeine Ortskrantentaffe Innungskrankenkasse der Tischler- Innung für Berlin- Lichterfelde zu Berlin Bon Montag, den 15. Oftober 1923, Die gemäß Bekanntmachung vom 5. Oft Bont 15. bis 21. Dtober 1923 ift ber 1923 feftgelegten Berdienstgrenzen, Grund- ab gelten folgende Lohnstufen, Grundlöhne Söchstgrundlohn auf 800 millionen feft- löhne und Beiträge werden ab 15. Oftober und Beiträge: gefeht. Für diese Beit betragen demnach 1923 verbreifacht. Lohn Entgelt pro Grunblohn Täglicher bie täglichen Beiträge in Millionen Mart Außerdem wird für diejenigen Mit- ftufe Ralendertag pro Tag in den Stufen A 4, 16, II 12, III 20, IV 28, glieder, welche einen Arbeitsentgelt auf V 86, VI 44, VII 52, VIII 60, IX 68, X 80. ben Ralendertag fiber 1 300 000 000 Mart Auf die erhöhten Barleiftungen haben haben, eine Lohnstufe 11 eingerichtet mit die Versicherten ab 22. Oftober Anspruch. einem Grundlohn von 1 500 000 000 Mart Berlin- Steglig, ben 13. Oftober 1923. und einem täglichen Beitrag Don Der Vorstand 150 000 000 art. Moecket, Bori. Alb. Wagener, Schriftf. Marken- Zigaretten Tabake, Zigarren Garbaty. Jofetin. Problem, Salem, Dota, Reemtsma, Constantin, Tescami und viele andere Marten weit unter Tagespreis. Tabat- Großhandlung H. Riesenburger, Fennftr. 31, am Rordhaf. Tel. Moab. 1706 Haarpuder Frauenhaar a.d.Grune Goltzsir.2 waldstraße Herren- a.Damenstoffe, Seiden, Samt, Zahle den höchsten Tagespreis bitte überzeugen Sie sich! F. R. Müller sämtliche Fetterartikel Alexanderstr. 37a, I. Etage bedentend unter Preis an der Kaiserstraße. Beitrag M. M. 202. A SP ohne 1.bts 80 000 000 II. 160 000 000 III. 30 000 000 60 000 000 120 000 000 2 250 000 4500 000 9000 000 240 000 000 200 000 000 15 00 000 IV. 3820 000 000 280 000 000 21 000 000 Auf die erhöhten Barleistungen befteht Anspruch ab 13. November 1923 400 000 000 360 000 000 27 000 000 VI. 480 000 000 440 000 000 Berlin Bichterfelbe. ben 12 Ottober 1928. VII. Der Borfland 560 000 000 520 000 000 83 000 000 33 000 000 VIII 9/3 IX 640 000 000 720 000 000 600 000 000 680 000 000 45 000 000 D. Gebert, 2. Borfigenber F. Saneberg, Schriftführer. Sämtliche Markenzigaretten Zigarren-, Rauch-, Kau- u. Schnupftabak kaufen Sie stets gut und billig in 51 000 000 X5.729 000 000 800 000 000 60 000 000 Auf die erhöhten Barleistungen haben die Berficherten ab 11. Movember 1923 Anspruch. Berlin, ben 11. Ottober 1923. 9/1 Der Borftand. Otto Gronau, Borfizender. 28. Lindemann, Schriftführer. Unsere nor erstklassigen, allgemein eingeführten and Bachweislich tausendfach freiwillig glänzend begalachieten Metall Erwachsenen. Tabakmanufaktur Schraga Bettstellen Ervados, Kinder Berlin C2, Stralauer Str.3-6 Stabimatratzen, Polstar, Decken, Federbetten lief. wir frachtfrei dir. an Private zu günstigst. Preisen u. Beding. Katal. 30A frei, Eisenmöbelfabrik Suhl( Thüringen) Tel.: Alex 1688. Grundpreis:( zufass.2 fette Worte). Stellengesuche das 1. Wort Jedes Wort 60 M. 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