MenSausgabe Nr. 4$6 ♦ 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 244 Lezuz«dedmgi>ng«v und AnziigtUpr-if, find i» der M«rg'naus«ade angegeben Redatkion: sm. vs, Liudei» ströme 3 Zern sprechen: Oönhoss 292— 205 XeL'Mbreffe: Sojlalbemoftat Berlin Vevlinev Volksblatt 25 Millionen M. Mittivoch 17. Oktober 1�23 Verlag und Anzeigenabteilung: SeschSst.zeit S-S Uhr Verleger: Vorivüris-Verlag GmbH. Berti» SV}. 68, Llndeaftratze 3 Fernsprecher: DSnhofs 2506'3S07 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokrati fchen Partei Deutfcblands Gewerksthasten und Mrtsthastsnot. Gemeinsame Ausschntzsitzung der drei SpitzenverbKnde. D?e Bundesausschüsse der drei gewerkschaftlichen Spitzen- organisatwnen. des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- bundes, des Allgemeinen freien Angestelltenbundes und des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes, traten heute vormittag zum erstenmal im Plenarsitzungssaal des Reichswirtschafts- rates zu einer gemeinsamen Tagung zusammen, um zu der gegenwärtigen bedrohlichen Lage unseres Volkes Stellung zu nehmen. Auf der Tagesordnung steht ein Referat des Genossen Tornow, Verbandsvorsitzender der Holzarbeiter, über „Wirtschaft und Ernährun g", und ein Referat des Genossen Schweitzer. Bundesvorsitzender der technischen An- gestellten, über„Finanz- und Währungsrefor m". In folgender Entschließung wurden die Leitgedanken der Tagung zusammengefaßt: Im Namen des arbeitenden Volkes erklären die verfammelien Ausschüsse der drei gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen, daß die Not der breiten Massen einen Grad erreicht hat, der nicht mehr ertragen werden kann. Große Massen �Arbeits- loser und Kurzarbeiter sind der Verzweiflung überliefert. Die Löhne der noch Arbeitenden sind auf ein Maß herabgedrückt, das zum nackten Leben nicht mehr ausreicht. Int melden Taumel überstürzen sich die Preis« und überschreiten den Weltmarttstand. Die völlig« Desorganisation der Wirtschaft stürzt das deutsch« Volk in den Abgrund. Unverantwortliche Kräfte sind offen und ver- steckt am Wert«, um die Republik zu zerschlagen, die Reichseinheit zu zerstören und die wlrtschafttiche und poiilische Diklaiur gegen die Mehrheit des Volkes zu errichten. Nur rasch« und tiefgreifend« Maßnahmen können den völligen Zusammenbruch vechindern. Di« Ordnung der Währung und der S t a a t s s i n a n z e n. die nicht möglich ist ohne Zwangs- opfer des Besitzes, muß sofort herbeigeführt werden. Nur auf der Grundlage einer festen Wöhning kann auch die ollgemein als notwendig anerkannt« höher« Leistung des Produktionsapparates — unter Ausschaltung aller parasitären Wucherungen, die heute am Ertrag der nationalen Arbeit zehren— erreicht werden. Die Bundesausschüsse fordern deshalb die schnellste Rückkehr zur kalfächNchen Goldwährung für das ganze Volk, nachdem Industrie und Großhandel sie für sich längst eingeführt haben. Eine Zwischenlösung ist für die Arbeit- nehmer nur tragbar, wenn damit gleichzeitig der Zustand beseitigt wird, daß die Warenpreise nach einer festen Goldwährung berechnet die Löhn« und Gehälter aber in einer Währung bezahlt werden, deren Kaufkraft täglich und stündlich sinkt. Unverzüglich müsien Preist und Löhn« auf die gleiche fest« Währungsbasis gestellt werden. Die W« r t b« st ä n d i g k e i t der neuen Währung kann nur gesichert werden, wenn es gelingt, in kürzester Zeit die öffentlichen Finanzen in Ordnung zu bringen und die Notenpoesie stillzulegen. Rücksichtslost finanzpolitische Maßnahmen sind dazu erforderlich. Es genügt nicht, bestehende Steuern wertbeständig einzuheben, viel- mehr müssen weUere starke Abgaben vom Vesih «hoben werden. Di« Gewerkschaften wiederholen ihre Forderung, zu diesem Zweck«ine Erfassung von Sachwerten und die unmittelbar« Beteiligung des Reich«, an den Gewinnen der Wirtschaft durchzuführen. Die Versammelten sind sich bewußt, daß eine dauernde Sta- bMsierung der Währung und Ordnung der öffentlichen Finanzen nicht ereicht werden kann ohne eine Gesundung der Wirtschaft. Die Gewerkschafkn versagen sich nicht der Mitwirkung bei der notwendigen wirtschaftlichen Reorganisation. Dem entgegen steht aber der Egoismus des Unternehmertums, der sich auswirkt in mahlostn Preisausschreitungen und seinen sinnfälligsten Ausdruck gesunden hat in der schomlostn prcisdiktatur der Kartelle. Di« rücksichtslos« Zerschlagung dieser gegen das Gemewwohl gr- richteten privaten Zwangswirtschaft, die Beschränkung des hemmungslosen Gewinntrubels, die Erzwingung eines erheb- lichen Preisabbaues und damit Stärkung der Konsumkraft sind notwendig« Voraussetzungen für die wirtschaftliche Wiedergesun» dung Die Unternehmer versuchen, die eigene Schuld und Unfähig- Kit in der Führung der Wirtschaft zu ver st ecken hinter Angriffen auf die Arbeitnehmerschaft und den Achtstundentag. Die gewerkschaftlich organisierte Arbeit» nehmerfchaft setzt dem Versuch, den geschlichen Achtstundentag zu beseitigen. nach wie vor entschlosienen Widerstand entgegen in der Ge- wißheit, daß bei einer vernünftigen Ordnung der Wirischast im Rahmen de» Achtstundentages«in« ausreichend« Produktion mög- sich Ist. Soweit an einzelnen Stellen der Wirtschaft U e b« r- zeitarbeit notwendig ist, find die Gewerkschaften bereit, darüber tarifvertragliche Vereinbarungen zu treffen. Im Ramen der hungernden Massen fordern die Gewerkschaften von der Regierung sofortige Maßnahmen zur Behebung der Lebensmiltelnot. All« Mittel der Staatsgewalt müssen eingesetzt werden, um zu ver- hindern, daß das Volk bei vollen Scheunen verhungert. Erfassung der Ernte, schärfste Strafen für Zurückhaltung und Wucher mit Lebensmitteln müssen unverzüglich angeordnet werden, mn ausreichende Mengen Lebensmittel zu angemessenen Preisen aus den Markt zu bringen. Um vor Eintritt der Frostperiode die Ein- deckung mit Wintcroorräten zu ermöglichen» fordern die Gewerk- '■ schaften Kreditabkommen mit solidarischer Haftung des industriellen, gewerblichen und landwirtschaftlichen Besitzes. An die gewerkschaftlich organisierte Arbeitnehmerschaft richten die Versammelten die Mahnung zur Besonnenheit, Einigkeit und Disziplin. Der politische, wirtschaftliche und soziale Generalangriff gegen die Arbe'.tnehmerschast kann erfolgreich nur abgewehrt wer- den durch deren geschlossene Front. Der von den drei Spitzen- verbänden eingesetzte Aktionsausschuß übernimmt die Führung dieses Abwehrkampfes. Den Borsitz der Versammlung übernahmen die drei Bor- sitzenden der Spitzenorganisationen, L e i p a r t vom ADGB., Aufhäuser vom AfA-Bund und ADB. Falkenberg vom Leipart eröffnete die Tagung mit einer Begrüßungsansprache, in der er betonte, daß die Vertretung der Regierung nicht ganz den Wünschen der Gewerkschaften entspreche, da keiner der Minister selbst erschienen sei. Immerhin habe der Reichsarbeitsminister noch sein Erscheinen In Aussicht gestellt. Leipart wies darauf hin, daß die Tagung in einer furchtbar ernsten Stunde stattfindet. Die Aufgaben der Gewerk- schaften seien zweifacher Art: sie wollen an die Regierungen und an die gesamte Oeffentlicht-lt Worte der Mahnung, an ihr« Mitglieder und auch an die Regierung Worte der Ermutigung und Stärkung hinaustlingen lassen. Wenn auch die Regierung in ihrer Gesamtheit zweifellos über die Lage des Volkes genügend informiert sei, so sei es doch nicht überflüssig, wenn aus dem Munde der Vertreter der großen Spitzenorganisationen die Lag« noch«in- mal geschildert würde. Diese Gewerkschaftsführer dürften aber nicht mit den Interessentenverbinden verglichen werden, wie sie täglich an die Regierung heranträten. Die Gewerkschaften, die manchmal in schwierigen Augenblicken von der Regierung berufen und auch stets eingesprungen sind, seien dazu auch heut« bereit. Sie seien überzeugt, daß die Regierung den guten Willen habe, die Schwierigkeiten zu meistern. Immerhin wäre es zweifellos möglich gewesen, aus der Füll« der Vorschläge der Gewert- schaften manches frühzeitiger herauszugreifen, als es geschehen sei. „Wir stellen uns der Regierung zur Verfügung," so erklärt« Leipart, „um sie zu stützen, soweit das mit unseren schwachen Kräften möglich ist. An unser« Mitgsieder aber richten wir die Mahnung, nicht un- geduldig.zu werden, obgleich diese Ungeduld berechtigt ist, und nicht den Glauben an den guten Willen der Gewerkschaften zu versieren. Es herrscht ein« große Unzufriedenheit in den Reihen unserer Mit- glieder. Man macht den Führern den Vorwurf, daß sie nicht den genügenden Einfluß gewonnen hätten. Aber es ist in der letzten Zeit den Gewerrschaften eine Macht zugemutet und e« sind daraus Erwartungen gezogen worden, die weit über das Maß hinaus- gegangen sind. Trotz der Zahl unserer Mitglieder hat die Macht der Gewerkschaften ihre Grenzen. Wir wollen nicht die Politik b e- herrschen oder die politischen Parteien verdrängen, wir haben auch nie«in« Nebenregierung der Gewerkschaften aufrichten wollen. In der Begrenzung aber haben wir getan, was möglich ist, das soll man bei aller Kritik auch anerkennen. Al» erster der beiden Referenten ergriff dann für den ADGB. der Vorsitzende des Holzorbeiterverbande» Genosse Arth Tornow das Wort, um sich mit der Wirtschaft und Ernährungslag« zu bs- schäftigen. Er betonte einleitend, daß die jetzigen Derhällmssc die Grenze de» Erträglichen bei weitem überstiegen. Niemals seien die breiten Massen so von allem Lebensnotwendigen entblößt gewesen wie jetzt. Hinter den sich überschlagenden Preisen kriechen Steigende Kurse. Di« Börse betrachtet die Währungsverordnungen hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt«, daß mit der Herausgabe größerer Mengen wertbeständiger Zahlungsmittel«in starker Druck auf den Kurs der Papiermart ausgeübt und überhaupt in f lato- rifch« Wirkungen im großen Stil« hervorgerufen werden könnten. Dementsprechend war man heute für Devisen wieder sehr fest gestimmt. Auch für Dollaranlethe» zeigt« sich ungewöhn- lich stark« Nachfrag«, während dos Geschäft in Goldanleih« wieder sehr zurückblieb. Selbstverständlich übten die aus allen Teilen des Reiches in den letzten Togen gemeldeten Teuerungs- und Erwerbslosenkrawall« auch einen ungünstigen Einfluß auf die Leur- teilung der Mark au». Der Dollar, der vormittags noch mit» Mil- Uarden genannt wurde, stellte sich unmittelbar vor der amtlichen Notierung bereits auf 5.7 bis 5,8 Milliarden. An der Effektenbörse vollzieht sich«in allmählicher Ummer- tungsprozeß. Bei bedeutenden Umsätzen waren heut« wieder auf der ganzen Linie Verdoppelungen und Verdreifachungen der Kurse zu verzeichnen. Auch diese Bewegung gründet sich aus die eingangs erwähnte Beurteilung der Rentenmarkmissirm. Die Geld- marktverhältniss« haben sich nicht verändert; es herrscht noch immer ein« fühlbar, Anspannung. die Löhne im Schneckentempo hinterdrein. Dieser Zustand müsse dieMassenzurBerzweij- t u n g treiben. Die Hungerrevolten der letzten Tage seien nur ein Ansang und würden sich, wenn nicht bald Abhilfe komme, zu einer Hungerrevolte größten Stils mit ihren größten inner- und außenpolitischen Folgen auswachfen. Angesichts dieses Chaos müsse man die Frage nach der Verantwortlichkeit für diesen Zusammenbruch stellen. Di« Gewerkschaften hätten die Mitver- antwortung für die Führung der Wirtschaft abgelehnt, sie seien aber mit ihren Forderungen nicht durchgedrungen, die Wirtschaft sei frei geblieben. Di« Folge davon sei die Tatsache, daß sie immer tiefer in den Abgrund gejaust sei. Deshalb müssen die Gewerkschaften heute auch die Verantwortung fiir diese Zustände ruhig ablehnen. Die Industriekapftäne bis zum letzten Handwerksunterofstzier haben in der Führung der Wirtschaft versagt! Statt des organischen Zusammenwirkens der Wirtschast ist «in« völlige Desorganisation eingetreten, ein GegmeinanderarbeUen der verschiedenen Interessengruppen. Betrug, Schwindel, Repp, Er- Pressung, das find die Ueberschristm, mit denen man sich heut« gegen- jeitig sein Geschäftsgebaren bescheinigt, die Wirtschost geht dabei zu- gründe und die Massen hungern. Aber anstatt ihr versagen zuzu- geben, machen fetzt die Arbeitgeber dl« Arbeiter für den Zusammenbruch der Wirtschaft verantwortlich. Di« hohen Löhne und die ver- ringerte Arbeitszeit- sollen die Schuld tragen. An Hand statistischer Unterlagen weist der Redner dann noch, daß der angeblich so hohe Lohn der Arbeiterschaft weit vom Real- lohn der Vorkriegszeit, wie auch vom sogenannten Goldlohn entfernt fei. In der ganzen Well gäbe es keine Arbeiterschaft, die aus einer so tiefen Stuf« de» Reallohns stände, wie die deutsche Arbeiterschaft. Der Redner führte als Beispiel die Löhn« der Holzarbeiter :n der Provinz Brandenburg an, die in der letzten Woche einen Lohn von einer Mlliarde gleich zwei Broten erhalten haben. Weiter beschäftigte sich der Redner mit der Frag« der Arbeitszeit. Unbestritten sei die Gesamtleistung der Wirtschaft zurück- gegangen, aber dabei sei noch nicht die Hälfte der Arbeitszeit, wie die Arbeiter freiwillig zugestehen wollen, heute voll ausgenutzt. Die Gewerkschaften hätten seLbst das größte Interesse daran, daß die Produttion auf das höchst mögliche Maß gebracht wird. Zur Frage der Arbeltszett führte der Redner weiter aus, daß in einer schlechten Wirtschaft kein guter Reallohn vorhanden sein kann. Deshalb sei es nötig, die Wirtschaft so auszugestalten, daß sie ihren sozialen und anderen Verpflichtungen nachkommen könne. Di« Gewerkschaften müßten sich jedoch gegen den Vorwurf verwahren, daß«in« Minder- leistung der Arbeiter den wirtschaftlichen Rückgang verschuldet habe. Untersuchungen auch von neutraler Seit« hätten gezeigt, daß die Lerklirzung der Arbeitszeit durch Intensivierung der Arbeit aufgeholt und sogar überschritten worden sei. Ver- wunderlich wäre es nicht, wenn in diesen Zeiten der Rot Arbeiter mit ihrem Einkommen von 3 bis 4 Goldmark nicht mehr imflande seien, die alten Leistungen zu erzielen. Es müsse betont werden, daß vor allem die Arbeitgeber sich von der Produktion abgewendet und dafür der Spekulation sich zugewandt hätten, durch die viel leichtere Gewinne zu erzielen seien. Auch andere Gründe fiir den Rückgang der Produktion seien maßgebend, so die unfruchtbare, täglich sich wiederholende Arbeit der Kalkulation und Fakturierung bei jeder Schwankung der ver- f alleren Währung. Rotwendig sei di« Umgruppierung der Erwerbsiäkigen und notwendig Hilf« für all« die, die ihre Arbeit vergeblich an- bieten. Diesen Standpunkt müssen di« Gewerkschaften besonders betonen, wie gegenüber der Einstellung des Unternehmertums, das die Kräfte der Verelendung anheimfallen lassen will, die sich augenblicklich nicht in den Produktionsprozeß eingliedern lassen. DK Regierung, sa erklärte der Redner, scheint sich diesen Neigungen der Arbeitgeber nicht entgegenstellen zu wollen. fZvrus: Das ist sol) Wir warnen die Regierung, auf diesem Wege fortzufahren und di« Regeln der wirtschaftlichen Vernunst außer acht zu lassen. Während früher«« wirtschaftlich« Vernunst war. möglichst vitl zu produzieren. ist es heut« für den Arbeilgeber profitabler, feilten Betrieb zu schließen und damit der Substanzoerminderung vorzubeugen. Wir lehnen es nicht ab, dort, wo kein» anderen Möglichleiten der Produktionsskigerung vorhanden sind, einer Arbeits- Erhöhung zuzustimmen. Aber dk Urbeikr müssen dem frei- willig beipstichkn. Ob« Herrn Stinne« mit einer diktatorisch längeren Arbeitszeit auch gelingen wird, die Leistung heraufzusetzen, ist«in« Frag», d« seine Arbetter beantworten müssen, und sie werden es sicherlich so tun, daß auch Herr Stinnes auf den Boden zur wirtschaftlichen Vernunft zurückfindet. Der Ruf nach ver- längerter Arbeitszeit, den man bis in die Reihen des sonst ganz vernünftigen Bürgertums findet, bedeutet ein« Gefahr für die Ar- beiterschaft. Notwendig ist, die Kaufkraft der Masse zu heben. Die neu« Währung bringt uns noch keine neu« Lohnregulienmg: dazu brauch«! wir die Hilft der RegKrung.(Lachen.) (Fortsetzung in der Morgenausgabe.) r; Die Unruhewelle. gebungen werden aus Braunsberg, Preußisch- Enlau und Ortels Ift off zwischen dem Reich und Sachsen schaffen werden. Zu burg gemeldet. Ernsteren Charakter nahmen die Bewegungen jedoch der Bolemit der fächsischen Regierung gegen dieses Verbot nicht an. An vielen Orten wurden Rädelsführer, wie es heißt, schreibt das Blatt: großenteils Kommunisten, festgenommen. Die Teuerung. „ Der polemischen Aeußerung des Dresdener Kabinetts, die man in unserer heutigen Nummer findet, muß man das Lob angebeihen lassen, daß sie sehr maßvoll gehalten ist. Das Bestreben, einen mit der Beilegung des Konflikts vereinbarten Ton anzuschlagen, ist offensichtlich. Anderseits ist zu hoffen, daß nicht die Furcht vor einem aus der Werkstätte der vorrevolutionären Regierungskunst hervorgeholten roten Gespenst" sich auf der Seite der Reichsregierung als Hindernis einer unbefangenen BehandDemokrat Wehrminifter ist, sollte in dieser Affäre endlich deutlicher fung der sächsischen Angelegenheiten erweist. Die Tatsache, daß ein in die Erscheinung treten." Die gestrigen Zusammenstöße in Berlin sind offensichtlich nur ein Teil der sozialen Unrast, die wieder einmal, wie schon so oft, durch das Land geht. In allen Städten, wo Die Meldungen lassen erkennen, wie notwendig es ist, zu die Hunderttausende durch Wirtschaftskatastrophe, durch Ar- ftabileren Berhältnissen zu gelangen und zu verhindern, daß Arbeits beitslosigkeit und Kurzarbeit unter der zermürbenden Peitsche losigkeit da geschaffen wird, wo ein anderer Weg noch gangbar ist. cines rasenden Währungsverfalls Entsetzliches durchmachen müssen, mehrt sich die Unraft. Es hat wenig 3weck, gegenüber der Not des Bolles auf Kommunisten zu schimpfen und von Drahtziehern zu reden. Selbstverständlich benutzen die KomMaßnahmen gegen die Brotverteuerung. munisten die Not des Volkes für ihre politischen Zwecke, or= Bom Reichsarbeitsministerium wird mitgeteilt: çanisieren fie und arrangieren sie nach Kräften DemonstraDer Abbau der Martenbrotverteuerung bedeutet eine fühlbare tionen und suchen die Verbitterung zu schüren. Das ist ihr Belastung gerade für die minderbemittelten Schichten. Um fie Beruf, und sie leugnen auch gar nicht, daß sie dieser Arbeit mildern, hat das Reichsarbeitsministerium eine Reihe mit Eifer und Hingebung dienen. Aber all ihre wühlende, 2öhne wird die Brotverteuerung in dem Maß, wie sie den Lebens- find so eindeutig in ihrer Kritit, daß ihr nichts hinzugefügt ausgleichender Maßnahmen in die Wege geleitet. Im Bereich der Die Ausführungen des demokratischen Leipziger Blattes aufreizende, planmäßig organisierende Tätigkeit fönnte nie- haltungsinder beeinflußt, auf den üblichen Begen ihren Ausgleich zu werden braucht. In der Tat schafft das Vorgehen der mals Tausende und Abertausende in Bewegung bringen, die finden. In der Erwerbslofen unterstügung sind die Ge eichswehr gegen republikanische Abwehrorganisationen in Straßen mit Hungernden füllen. Vielmehr ist es umgefehrt. meinden angewiesen worden, am 16. Oktober den Erwerbslosen einen Berbindung mit der Schaffung von eigenen Daß nicht schon in ganz anderem Ausmaß als bisher Borschuß in Höhe des bisherigen Wochenbetrags auszuzahlen, wozu Reserveformationen gemeldet wurde, die Arbeitermassen zu rebellieren beginnen, dann eine weitere Zahlung in der zweiten Wochenhälfte tritt. Auf aus rechtsradikalen ist ein 3eichen der bewundernswerten Diszi diese Weise hofft man die Unterstüßung der vermehrten Teuerung agern eine unmögliche und unhaltbare Situation. plin und Selbstbeherrschung, des legten Endes schneller anpassen zu fönnen und wird dieses Verfahren zweis geringen Einflusses, den die kommunistische Agitation allein maliger Zahlungen in der Woche auch in Zukunft beibehalten. auf die Massen hat. Währungsverfall und Wirtschaftskrise Den Ländern wurden ausreichende Mittel zur Berfügung gestellt. steigern die Not in einem Ausmaß, daß die besonnensten Arst ühungen für die zweite Oftoberhälfte nach der neuesten Reichs um die Bemessung der Sozial- und Kleinrentnerunterbeiter die Geduld zu verlieren drohen. Wenn eines aus den richtzahl überall zu sichern. Den Sozial- und Kleinrentnern wird Aus Baden wird uns geschrieben: Im Wiesental an der Borgängen dieser Tage für die verantwortlichen Regierungs- ferner am 22. Oftober eine weitere Unterſtügung gewährt werden, Schweizer Grenze erfolgte vor kurzem durch die Organe der badischen ſtellen zu lernen ist, dann das eine, daß übermenschliche An- wobei die am 18. Oktober zu veröffentlichende Reichsrichtzahl zu Regierung die Verhaftung einiger Nationalsozialisten, weil bei ihnen strengungen der Regierung notwendig sind, um mit allen grunde gelegt wird. In der Unfallversicherung erhalten Waffen und Munitionsvorräte gefunden wurden. Unter den BerMitteln des wirtschaftlichen Berfalls und des Elends Herr zu die zulageberechtigten Rentenempfänger am Beginn der 4. Oftober hafteten befand sich auch der Oberleutnant Dürrstein von der werden. Der Reichstag hat dem Ermächtigungsgefeß zu woche durch die Bost eine besondere Teuerungszulage zu der Rente, Reichswehr in Donaueschingen. Ihm fonnte nachgegestimmt. Die Arbeiterschaft erwartet, daß auf Grund dieses die am 15. Oktober für die zweite Oktoberhälfte gezahlt worden ist. wiesen werden und er hat es selbst zugestanden, daß er Munition Gesetzes gearbeitet wird. Es gibt für Deutschland als ein- Bugunsten der kinderreichen Familien sind vom Reichs- an private Personen geliefert hat. Er gebrauchte bei seiner Verheitliche Republik jetzt in zwölfter Stunde nur noch eine Mög- finanzminifterium für die nächsten zehn Monate je eine Million nehmung die merkwürdige Ausrede, er habe sich für berechtigt geGoldmark in Aussicht gestellt; für die Zeit vom 15. Oftober bis 15. Nolichkeit, daß diese Regierung durch Taten beweist, daß sie vember sind die Mittel in Goldanleiheſtücken bereits an die Länder halten, an einzelne Unternehmer in Oberbaden Munition auszugeben, den Willen und die Fähigkeit befizt, die Schwierig abgegangen. is Die Kriegsbeschädigten und Krieger. Als ob ein Reichswehroffizier auf Grund der Bestimmungen des keiten zu meistern, die einer Rückkehr zu gefunden und leidlich hinterbliebenen, die zum Bezug der Zufahrente berechtigt Wehrgesetzes nicht wissen müßte, daß der nächste Schritt, falls die normalen Wirtschafts- und Arbeitsverhältnissen außen- und find, erhalten in dieser Woche eine an die Erhöhung der Beamten Eicherheit des Staates oder einer Gemeinde gefährdet ist, der wäre, innenpolitisch entgegenstehen. befoldung angepaßte Zwischenzahlung. sich an die Staats- oder Gemeindebehörden zu wenden. Zweierlei Maß. Ein kompromittierter Reichswehroffizier. Der Abbau der Sohlenpreise war ein wenn auch Natürlich hat dieses Borgehen des Oberleutnants Dürrstein, der bescheidener und zmeifellos unzureichender, so doch immerhin doch zum Schuhe des Staates da ist und nicht seinen geschworenen erfreulicher Anfang. Noch hat man nichts davon gespürt, Gegnern Waffen zur Bekämpfung dieses Staates in die Hand geben daß er in der Preispolitik anderer Wirtschafts- Ein bürgerliches Urteil über den Belagerungszustand. soll, in der badischen Bevölkerung großes Aufsehen hervorgerufen. gruppen zum Ausdruck fäme. Der Kanzler Stresemann In Sachsen urteilt man offenbar auch in bürger- Es muß deshalb vom Reichswehrminister Geßler dringend verhat deutliche Worte für den wucherischen Druck der Kartelle lichen Kreisen über das einseitige Vorgehen des Militär- langt werden, daß er schleunigst die Entlassung des Oberleut. und Syndikate gefunden. Wann folgen diesen Worten die befehlshabers wesentlich anders, als es nach der Berliner nants Dürrstein aus der Reichswehr verfügt. Unmöglich kann es Taten? Die Rückkehr zu normaleren Währungsverhält Presse den Anschein haben tönnie. Sehr energisch weist z. B. geduldet werden, daß ein Reichswehroffizier in engster Berbindung nisjen muß unter allen Umständen die unerträgliche, die ganze das Leipziger Tageblatt" auf die unterschied mit den Nationalsozialisten und sonstigen staatsfeindlichen EleWirtschaft zerfeßende Preispolitik der Erzeugerfonzerne aus liche Behandlung Bayerns und Sachsens durch den Be- menten steht. den Angeln heben, wenn die deutsche Wirtschaft überhaupt lagerungszustand hin, indem es schreibt: fonkurrenz- und leistungsfähig bleiben und die Arbeiterschaft nicht restlos zermürbt werden soll. No ch tann die Regierung arbeiten und noch sind Erfolge nicht unmöglich. Das Bolf wartet auf Taten. dal 10 „ Sportklub Olympia." " ,, Bisher aber hat man nichts davon gehört, daß z. B. die militärisch organisierten und bewaffneten Hitler- Banden in Bayern, die ganz offen als Feinde der republikanischen Verfassung auf- Gegen den Gruppenführer des Sportklubs Olympia", Major treten, von einem Reichsbann getroffen worden seien. Solange die went aus Tempelhof, wurde der Haftbefehl aufrechterhalten. auf Grund des Ausnahmezustandes waltenden Militärtommiffare Schwen! wurde jedoch gegen Stellung einer Kaution auf freien Die Zusammenstöße im Reich. die nationalistischen Kampfverbände unangetastet lassen, fann das Fuß gefeßt. Im übrigen beschäftigen sich jetzt die Gerichte mit Berbot der mit republikanischen Vorzeichen gebildeten Hundert- dem gegen den Sportklub Olympia" vorliegenden Material, im Die Teuerungsunruhen nahmen auch am Dienstag ihren Fort- fchaften den höchst unerwünschten Eindrud erweden, als ob die wesentlichen auf gewisse militärische Aufzeichnungen gang. Weitere Plünderungen werden aus Köln gemeldet. Jm Militärgewalt die ihr verliehenen außerordentlichen Befugnisse ftüßt, die die Beamten. der Abteilung la bei der Durchsuchung der Ruhrgebiet ziehen Notbedürftige zum Teil in größeren Ber- vorzugsweise gegen Republikaner spielen lasse. Und dieser Eindruck Wohnung eines der Gruppenführer des Vereins gefunden haben. bänden auf die Felder, um Kartoffeln zu graben. Die Polizei ist wird verstärkt, wenn, wie die fächsische Regierung in ihrer Aus- Angeblich soll es sich dabei aber um die Privatarbeit des der Bewegung gegenüber machtlos. An einigen Orten tam es zu einandersehung mit dem Militärbefehlshaber doch wohl nicht ohne betreffenden Herrn gehandelt haben. Bereinbarungen zwischen Arbeitern und Bauern, die sich bereit er triffige Beweise bemerkt, die von der Reichsregierung für die auf flärien, überschüffige Kartoffeln den Kommunalverbänden zur Ber- fächsischem Gebiet stehenden Truppenteile für nöfig erachtete Auffügung zu stellen, wenn die Arbeiter den Feldschutz garantieren. In füllung zum Teil aus Angehörigen rechtsradikaler Organisationen Mannheim haben die Demonstrationen bösartigen Charakter beffriffen wird. Auf diese Weise fann zum mindesten der Anschein engenommen. Bei einem Zusammenstoß mit der Schußpolizei wurde entstehen, als diene der Demokrat an der Spitze des Reichswehrein Zivilist getötet, ein Beamter schwer verletzt. Leipzig stand ministeriums nicht sowohl zur Verbürgung republikanischer, als auch am Dienstag unter dem Zeichen von dauernden Zusammen- vielmehr zur Verhüllung antirepublikanischer Tendenzen." rottungen, jedoch fonnte Unheil verhütet werden. Die Geschäfte Das demokratische Blatt betont, daß das zweierlei hatten zum Teil geschlossen. In Hannover fonnte eine Zuma ß gegenüber Sachsen und Bayern unbedingt die Regie sammenrottung friedlich auseinandergebracht werden. Auch Ost rungsautorität erschüttern müsse und befürchtet, daß das Berpreußen bleibt von der Unruhewelle nicht verschont. Kund- I bot der Hundertschaften nur einen neuen Ronflitts Vor Ankauf wird gewarnt. Das Platat. Eine Brillantnadel wurde gestohlen. Irgendwo und irgend jemandem. Man verspricht dem Wiederbringer 50 Dollar( in Währung oder umgerechnet aufgepaßt Herr Devifenwächter!). Gleich unter der Belohnung stehen Drohworte:" Bor Ankauf wird dringend gewarnt!" Warum die Warnung? Der Räufer mag als„ Okkasion" die gestohlene Nadel für zehn Dollar erwerben und nach zufälligem Lefen dieses Blafates sofort zum wirklichen Befiher der fostbaren Nabel gehen, um sich seine 50 Dollar zu holen. Dann freut sich der Eigentümer, schüttelt dem Käufer bzw. Berfäufer seiner eigenen Nadel dankbar die Hand und die bitterböse Drohung von wegen Anlauf" fällt vergnügt ins Waffer. Alle Teile sind befriedigt: der Dieb, der Hehler, der Besitzer, der Drucker des Plakates imd der Kleber etwas verstimmt. Urfunden. Im Stadtarchiv zu Marburg hatte ein Dieb fabelhaft gearbeitet. Ein gebildeter Herr muß dieser Herr Dieb gewesen sein. Vielleicht ein Akademiker, ein Geschichtsschreiber, ein Feinschmeder after Reliquien. Wer fann das wissen? Der ,, Was wünschen Sie, junge Frau?" Rann ich zwanzig Pfund bekommen?" Die Wahliaftit der französischen Kommunisten. Der Nationalrat der Kommunistischen Partei Frankreiche, der seit einigen Tagen in Paris tagt. hörte eine Rede von Cachin über die Wahltatttt an. Cachin lehnte den Eintritt der Kommunisten in den Linksblod ab und erklärte, die Kommunisten würden einen Block der Arbeiter und Bauern dem Linksblock entgegenießen. Seine Bartei fei jedoch bereit, mit den Sozialisten während der Wahl zusammenzugehen, sofern diese Partei es ablehne, mit dem Binksblod zusammenzugehen. Der Nationalrat stimmte den Ausführungen zu. " " Wucherfartoffeln fäuflich erwerben; ihre Frauen werden in der Pädagogische Erneuerung. Die Hoffnungen der Anhänger einer Schlange antreten und ruhig wie die Lämmer warten, bis der völligen Neugestaltung unseres Schulwesens find längst wieder zerBucherer fagt: stoben. In den öden Schulhallen brütet bei stumpfsinnigem Baut betrieb die Reaktion, und auch die Schulbehörden schlummern meist noch tief und gehen jeder Neufchaffung, jedem Schöpfertum aus dem Wege. Noch immer werden die Berfechter einer neuen Erziehung" Sie wird sehnsüchtig bitten und reizente Männchen machen... als gefährliche Umstürzer und unwissenschaftliche Neuerer perfemt. Beamtengatte aber wird seine Kartoffeln begeistert verschlingen. Da ist es besonders zu begrüßen, daß der Bund entschie. ,, Bor Ankauf wird gewarnt!!" dener Schulreformer" noch in diesem Monat Päd. Weshalb soll nicht auch einmal gewarnt werden? Dazu sind die agogische hochschulturse" ins Leben rufen will, um den herrlichen Kartoffeln da. Egon H. Straßburger. Angreifern einmal deutlich zu zeigen, daß die Ziele der neuen Bewegung sich nicht in leerer Agitation und Berneinung erschöpfen und daß mit dem Rüstzeug einer wissenschaftlich vertieften Pädagogit Theorie und Pragis der neuen Schulversuche der Welt Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft. vor Augen geführt werden. Führende Männer auf dem Gebiete der Bor vier Jahren wurde in Kiel auf Anregung des bekannten neuen Erziehung werden über ihre Bestrebungen sprechen und ihr Kieler Wirtschaftlers Prof. Bernhard Harms der Beschluß gefaßt, Werk in Bild und Wort aufzeigen. Alle Schularten sind vertreten, an Stelle der verschwundenen Kieler Wochen" des wilhelminischen die Vorträge werden durch praktische Kurse ergänzt, die Probleme Deutschlands, die immer einen starken Fremdenverkehr zur Folge der modernen Psychologie gelangen zur Erörterung. Das Programm dieser Hochschulfurse, zu dessen Durchführung hatten, alljährlich eine Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft" abnur die Logik iſt zuhaltert. Die alte Universitätsstadt der Nordmart ſchien Dazu be- urgeheurer Bage- und Opfermut der Veranstalter erforderlich ist, fonders geeignet. Während der ersten drei Jahre ist auch tatsächlich geht weit über das hinaus, was heute die zünftige Hochschulpädagogit ein lebhafter Berfehr nach Kiel ermöglicht worden. Nech im Vor- oder gar das staatlich unterstützte Schulwesen zu bieten vermag. jahre nahm der Reichspräsident an den Veranstaltungen teil. Die Hier wird, das tann schon jetzt ausgesprochen werden, wirkliche Not der Zeit und besonders die erschwerten Berkehrsverhältnisse Kulturarbeit in Angriff genommen. Jeder Freund der Jugend und haben diesmal auf das Unternehmen hemmend gewirkt. Immerhin der Schulbefreiung, jeder Bolfsgenosse muß dieser Arbeit Aufmerk nahmen alle Veranstaltungen vom 7. bis 14. Oftober einen befrie- famkeit und Teilnahme zuwenden! digenden Berlauf. Von den Theatervorstellungen unter Leitung des( Karten zu 10 Goldpfennigen für jeden Bortrag in der Werf Urkunden von Bigin, Karl dem Großen, Arnulf, Maximilian, neuen Intendanten Brockmann ist besonders erwähnenswert eine freude", Magdeburger Str. 7, oder im Werner- Siemens- Realferner Briefe von Luther, von Gustav Adolf, Katharina II., von sehr charakteristische Lear"- Aufführung, zu der Klaus Brings gymnasium, Hohenstaufenstr. 47/48.) heim die Mujit, Prof. Bölzig die Ausstattung geschaffen hatte. Ein Brot- Unruhen- Roman. Ben Atibas Wort:„ Es ist schon Wo wandern alle diese unschätzbaren Briefe und Urkunden hin? Werner Krauß vom Deutschen Theater in Berlin gab mit er alles dagewesen" findet auch auf volkswirtschaftlichem Gebiet feine schhütternder Tragif den Lear. Strindbergs Gespenster Anwendung. Vor zwei Menschenaltern erregten die hohen Korn. Dort tauft sie ein Analphabet, weil er Sonate", Hauptmanns Jungfern vom Bischofsberg" zölle in England Brotunruhen", bis das Schutzzollsystem z glaubt, dadurch ein berühmter Mann zu werden. Aber wenn er und Hofmannsthals Jedermann" waren in fauberen Auf- fammenbrach. Heute wirkt bei uns der schlechte Stand der Baluta den Mund aufmacht dann nimmt man an, daß es zu diplo- führungen vertreten. Dazu Eugen Onegin" mit Hertha ebenso verheerend. Als man nun in diesem Jahrhundert in Eng matischen Konflikten fommen fönnte. Stolzenberg von der Charlottenburger Oper, Fidelio" mit Me- fand wieder mit dem Schußzzoll liebäugelte, fandte ein englischer Dafür aber fehlt uns heute die Stoßkraft. Wir müssen lanie Rurth und die Meistersinger" mit dem schwedischen Schriftsteller Loe Strachez eine Warnung in Form eines politischen schweigen. Das Porto ist zu teuer, das Menschenmaterial, die Zeit. ausschließlich dem Andenken Max Regers gewidmet, zu dessen schilderte Verhältnisse aus dem Jahre 19.., aus einer Zeit, wo die Tenor Björn Talén als Stoizing. Die Konzertveranstaltungen waren Romans heraus, den er" Die großen Brotunruhen" bet: fe.te. Gr Das wissen die Käufer... und sie sammeln weiter. 50. Geburtstage fich in Kiel eine Reger Gesellschaft" bildete. Mit Schutzöllner die Macht an sich gerissen haben. Dem Volk hatten ,, Vor Ankauf des gestohlenen Gutes wird gewarnt!" Wieder einer besonderen Konzertveranstaltung warteten bie Arbeiterfänger fie vermehrte Arbeitsgelegenheit und bessere Bezahlung vorgespiegelt einmal... Was liegt dem Bollmond daran, wenn Minta ihn auf. Unter Beitung des Operndirektors Richard Richter fang der bas Gegenteil war eingetreten. Die Darbenden und die Ar. Chor- Verein Wolff- Ferraris„ Neues Leben" nach Worten beitslosen riefen Massenversammlungen ein; man marschierte auf Dantes. Die vor mehreren Jahren in Kiel gebildete„ Nieder die Ministerien und das Parlament; die Truppen wurden beordert; uchertartoffeln. deutsche Bühne", die von dem Germanisten Prof. Menfing ge es gab blutige Zusammenstöße, Häuser gingen in Flammen auf Irgendwo las ich es: Wir warnen vor Ankauf der Kartoffeln leitet wird, gab tüchtige Proben ihrer Lebensfähigkeit. Ergänzt usw. Erst die dem widerwilligen Ministerium abgepreßten Neuzu Bucherpreisen!" Eine Behörde warnte. Besser wäre es ge- wurde das fünstlerische Programm durch eine Reihe auserlesener mahlen, die gegen den Schutzzoll ausfielen, gaben dem Lande die wefen: Wir warnen vor Bucherpreisen die Kartoffelverfäufer!" wissenschaftlicher Borträge, von denen wohl der des be Ruhe wieder. Ein Buch der Warnung. daß seinerzeit gewirkt hat, Wer zufällig Hunger hat und die Kartoffel liebt, schätzt und„ Die bauliche Organisation der großen Stadt" den tiefften Eindruck fannten Hamburger Städtebauers Prof. Friz Schumacher über aber auch heute leider! noch gewissermaßen aktuell ist. verehrt, fauft Kartoffeln, denn handeln kann man erst wieder, hinterließ. Man fann sich schwer an den Gedonien gewöhnen, daß startenverlauf fie das zweite hirharmonische stonzert erst Anjolge der schwankenden Währungsverhältnisse fann der wenn die Goldmart gedruckt wird. Stabil muß die Welt erst sein. Diese bedeutenden Kulturveranstaltungen infolge der Nöte der Zeit Montag, den 22. Oftober, beginnen. Einzelfartenverkauf von Donnerstag, Die Beamten der betreffenden Behörde werden aber ebenso diese in Zukunft unmöglich gemacht sein sollten. 2. M Idem 25. Ditober, an Cromwell und Robert Dudley. Nach Amerika! anbellt?! n Mujik. Gegen den Belagerungszustand. Kleinrentnermesse. völlig einstellte. Es trifft weiter nicht zu, daß sich die Vorsitzenden dieser Auffassung des Magistrats nicht angeschlossen hätten. Gang Der Parteivorstand hat sich in seiner heutigen Sigung Der Menschheit ganzer Jammer pact einen an, wenn man abgesehen davon, daß es sich hier gar nicht um eine Ansichtssache", mit dem militärischen Belagerungszustand und die Kleinrentnermesse im Charlottenburger Rathaus sondern um eine flare Rechtsvorschrift handelt, haben fämtden durch ihn geschaffenen Zuständen in den Einzelstaaten be- besucht. Auf langen Tafeln find die mannigfachsten und unter Tätigkeit nicht aufgegeben, sondern Termine por einem Borsitzenden unterliche Abteilungen des Mieteinigungsamtes mit dem 1. Oktober ihre schäftigt. Er ist dabei einmütig zu der Ueberzeugung gelangt, fchiedlichsten Herrlichkeiten ausgebreitet. Den meisten Verkäuferinnen ohne Beisitzer anberaumt. Soweit uns bisher bekannt geworden daß die schleunige Aufhebung des militärischen Belage- sind die Gesichter von der Sorge gefürcht, aber tapfer nehmen alle ist, haben sich bei dieser rechtlich zulässigen Verfahrensart Unzus rungszustandes notwendig ist, um im Verhältnis des Reichs diese Menschen immer und immer wieder den Kampf mit dem träglich feiten nicht ergeben, vielmehr ist zu beobachten, zu den Einzelstaaten die Rechtsgleichheit wiederherzu- Dasein auf. Vielen ist es wohl schwer ums Herz, liebvertraute daß die Parteien, auch ohne daß Beisiger mitwirten, faft in allen ftellen. Gegenstände, meist Armieligkeiten, verkaufen zu müssen, doch der Fällen die Entscheidung durch den Vorsitzenden allein beantragen." Zwang der Not ist ein eiserner. Und was wird denn zum Stauf angeboten? Die Forderungen der Arbeiter. Kiel, 17. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) In der Funktionär Teilweise sehr gutes Porzellan, ganz gleich, ob es sich um versammlung der VSPD. Groß- Kiel, an der etwa 1000 politische Rippes oder Geschirr handelt. Ferner Meffer und Gabel, Schube, und gewerkschaftliche Vertrauensleute teilnahmen, wurde nach Lederwaren und Wirtschaftsartikel. Sodann Handarbeiten in einem Referat des Reichstagsabgeordneten Genoffen Egger- reichster Auswahl. Sie sind im Gesamad meistens überholt. Bei stedt die folgende Entschließung gegen wenige Stimmen ange- gehäkelten und gestrickten Arbeiten mag das immerhin dem Vernommen: Die BSPD. von Groß- Kiel erkenne an, daß gewichtige Schritte für das Verbleiben in der großen Koalition vorliegen. Sie erwartet vom Ermächtigungsgesetz: 1. Maßnahmen zur Erhaltung der Arbeiterschaft durch Sicherstellung der Ernährung, Steuern, mittels. Die gestrigen Hungerkrawalle. Darstellungen der Erwerbslosen und des Magistrats. Der Geschäftsführende Ausschuß der Erwerbs. geitrigen Mitteilungen über die Borgänge vor dem Rathaus um lofen Groß- Berlins bittet uns in Ergänzung unserer Veröffentlichung der folgenden Zeilen: fauf nicht entgegenstehen, bei gesticten jedoch ist das solche ,, Um 10 Uhr vormittags begaben sich die Mitglieder des 3en. eigene Sache. Denn wer heutzutage noch Geld hat, Handarbeiten tralausschusses der Erwerbslosen Groß- Berlins ins faufen zu fönnen, dessen Augen sind meistens auf modische Ar- Rathaus, um mit dem Magistrat über die Forderung der Erwerbstifel eingestellt. Der liebt mehr den kunstgewerblichen Einschlag losen zu verhandeln. Dieser Schritt war notwendig, um die Er. und nicht die mühsame Arbeit der braven Hausfrau. Del- und werbslosen, die durch den Bescheid der Bezirksämter, ohne Ans Aquare □ malereien schreien einen bunt und laut an. Kenner werden weisung nichts zu bewilligen, und durch ihre furchtbare Not zu ver2. Bekämpfung der Preisdiktatur der Kartelle und sie nicht laufen. Unendlich groß ist die Sammlung von Andenken zuhalten. Die Erwerbslosen, die vor dem Rathaus erschienen waren, zweifelten Plünderungsaktionen getrieben wurden, hiervon zurüdSyndikate, artifeln. Es sind dort versammelt Ansichten aus den Harztälern, um das Verhandlungsergebnis entgegenzunehmen, verhielten 3. beschleunigte Einziehung der wertbeständigen ein fleines Holztamel aus Bethlehem u. drgl. m. Für den Besitzer sich vollkommen ruhig. Um 11 Uhr wurden die Schupomögen sie von unschäzbarem Wert sein, unvergängliche Erinnerungen beamten, deren Besonnenheit bis dahin anzuerkennen war, von 4. Schaffung eines wertbeständigen 3ahlungs- tragen und einem anderen Menschen, der schäßenswert fauffräftig einem Bolizeileutnant zum Gebrauch der Waffen gezwungen. Wir ist, fagen sie höchstwahrscheinlich nichts. Striegserinnerungen fann fonnten leider den Namen dieses völlig ungeeigneten Polizeioffiziers Die VSPD. von Groß- Kiel fordert von Partei und Gewerk- man auch auffrischen, selbst solche von 1870-71 noch und zwar in nicht feststellen, der folgende Blutopfer auf sein Gewissen hat: schaften, daß sie den Kampf um die Erhaltung des Acht Bild und Schrift. So kann man sich u. a. Wilhelm I. als Lichtlichen Darstellung sind bei den Borgängen feine Toten zu be 2 Tote, 5 Leichtverletzte.( Nach der gestern veröffentlichten amtstundentages als Normalarbeitstag und eine ge- bild an's Fenster hängen. Zudem gibt's christliche Sprüche, drift flagen gewesen. Auch handelt es sich anscheinend nur um brei rechere Entlohnung der Arbeiterschaft mit aller Energie führen liche Bilder und christliche Spruchfärtchen. und sich für die Aufhebung des militärischen Aus. Sie Golbpreisberechnung?" Dann wird einem geantwortet: Ich meister Böß, der das Verlangen der Erwerbslosenvertreter, die Fragt man:„ Haben Verletzte. D. Red.) Nicht minder schuldig ist der Oberbürger= nahmegesezes einsehen. habe es schäßen lassen, ich habe jegliche Berechnung verloren". Schupo zurückziehen zu lassen, nicht. berücksichtigte, um dann Ja, jegliche Berechnung verloren, das ist der Stempel unserer selbst die Verantwortung für den den ruhigen Berlauf der Demonstration zu übernehmen. Wir fonnten bisher folgende Beit und auch der Gesamtausbrud dieser Kleinrentnermesse. Namen der Opfer feststellen: Richard Rühne, Gelchower Straße, Oberschenkelschuß; Wilhelm Zieh, Neukölln, Bode. ſtraße 11, Lungenstedschuß; Paul Robatsch, Stalizer Straße 24. Entfehliche Rache eines verschmähten Liebhabers. Durch die unsinnige Polizeiaftion des Majors Streder wurden ferner zirka 40 Berhaftungen vorgenommen. UnEin schauderhaftes Berbrechen ist gestern in dem Hause Dude fere Verhandlungen mit den Magistratsvertretern wurden ergeb. narderstraße 5 verübt worden. ein gewisser Heinrich Haltung der Reichstagsfraktion in der Frage der legten Regierungs- Schaper aus Hannover bie 7 Jahre alte Tochter Lucie brunislos abgebrochen, da der Oberbürgermeister keinerlei Zubildung und des Ermächtigungsgefehes. der Witwe fage machen fonnte." Antonie Conrad ermordet, um sich an ihrer Murter zu rächen, meil Der Magistrat Berlin teilt dazu mit: Mehr denn je ist in der Zeit des konzentrischen Angriffs von Schwerindustrie und Großgrundbesitz die Geschlossenheit der politischen und gewerkschaftlichen Organisatio. nen erforderlich. Die VSPD. von Groß- Kiel erwartet, daß sich jedes Parteimitglied hinter die gefaßten Beschlüsse stellt. Mit allen gegen wenige Stimmen abgelehnt wurde der folgende Antrag: Die Funktionäre der VSPD. Groß- Riels billigen nicht die ausgesetzt. Ermordung eines Kindes. fie feine Liebesanträge abwies. Schaper ist ein 51jähriger Mann, Der Geschäftsführende Ausschuß der Erwerbslosen GroßDeutschland und der belgische Plan. 1,65 Meter groß, schmächtig und hat eine Glaze und in der Nähe Berlins versendet einen Bericht über die Borgänge, welche mit dem der linken Schläfe eine Narbe von einem Schuß, den er im Felde gestrigen Erscheinen von Erwerbslosen vor dem Berliner Rathaus Paris, 16. Oftober.( EE.) Der Brüsseler Korrespondent des erhielt. Sein Gang ist schwerfällig, weil er Blattfüße hat, die er in Zusammenhang stehen. Hierin wird gesagt, daß die Verhand Temps" sucht die Auffassung, als hätten die technischen start nach auswärts feßt. Der Täter ist flüchtig und zur Stunde lungen des Ausschusses mit den Magistratsvertretern ergebnislos Temps" sucht die Auffassung, als hätten die technischen Studien der belgischen Regierung zur Reparationsfrage bereits noch nicht ermittelt. Auf seine Ergreifung ist eine hohe Belohnung abgebrochen worden seien, weil der Oberbürgermeister feinerlei Zudie Billigung der Reichsregierung gefunden, durch fagen hätte machen können, daß die unerträgliche Lage der Erwerbs. Frau Conrad wohnt mit ihrem Töchterchen seit 5 Jahren im lofen erleichtert wird. Hierzu ist festzustellen, daß Oberbürger folgende angeblich authentische Darstellung zu widerlegen: Bor 3. Stod des Hauses. Sie ist tagsüber in einem Bureau beschäftigt meister Böß ausdrücklich und ausführlich auf die einiger Zeit habe der belgische Botschafter in Berlin, Graf de la und erwirbt so den Lebensunterhalt. Bei ihr wohnte feit Jahren zur Abstellung der Not in Berlin getroffenen Faille, dem Staatssekretär von Malzahn einen Besuch ab- Schaper in einer Meinen Kammer, die die Wohnung außer zwei maßnahmen eingegangen ist, über die außerdem schon gestattet, und bei dieser Gelegenheit habe ihm der Staatssekretär Stuben und Küche enthält. Schaper stellte der Frau wiederholt die gestern durch den städtischen Nachrichtendienst eine zusammenstel erklärt, daß der frühere Reichsfinanzminister Dr. Hilferding 3umutung, mit ihm ein Liebesverhältnis einzu- lung der Deffentlichkeit übergeben worden ist. Die Verhandlungen die technischen Studien interessant gefunden habe. Gewisse wurde, versuchte die Frau wiederholt, mit Hilfe des Mieteinigungs- des Ausschusses an die Magistratsvertreter die Forderung richteten, gehen, wurde aber stets abgewiesen. Als er immer zudringlicher verliefen vielmehr ergebnislos, weil die erschienenen Mitglieder Einnahmequellen des Reiches könnten tatsächlich entsprechend de amtes ihn aus der Wohnung hinauszubringen, um feinen Belästi fich auf der Straße mit beruhigenden Ansprachen an die versam belgischen Anregung für Reparationszahlungen in Anspruch gegungen zu entgehen. Nach, mehreren Kündigungen erreichte fie es, melten Erwerbslosen zu wenden. Dieser Forderung fonnte nicht nommen werden. Andererseits seien andere Einnahmequellen daß er am 15. Oktober räumen follte. Schaper traf dazu jedoch entsprochen werden, weil eine solche Ansprache wegen des Verkehrs. viel zu hoch eingesetzt und könnten dementsprechend nicht zu den nicht die geringste Anstalt. Jetzt schritt Frau Conrad zur Selbst- lärms und bei der vielföpfigen Bersammlugn feinen wirklichen von Belgien gedachten Zwecken herangezogen werden. Demgegen hilfe, indem fie die Sachen aus der Kammer herausnahm. Darüber Erfolg versprach. Der Bericht des Ausschusses behauptet ferner ein über werde jetzt in Brüssel erklärt, daß Aeußerungen des frühe- tam es am Montag, dem Räumungstage, zu einem Streit. Auf Verschulden des Oberbürgermeisters Böß an den vorgekommenen ren Reichsfinanzministers ohne Bedeutung feien. Von Wich: Anraten des Hausverwalters einigte man sich dahin, daß die Wirtin Berlegungen von Bersonen, weil er das Verlangen der Erwerbs= figfeit wäre es möglich, zu erfahren, was die Reichsregierung zu den Mieter zu ermöglichen, noch eine Nacht dazubleiben, u. a. eine Der Oberbürgermeister hat auf dieses geäußerte Verlangen darauf einige wenige Sachen in die Kammer zurückbrachte, um es dem losenvertreter, die Schupo zurückziehen zu lassen, abgelehnt habe. laſſen, belgischen Vorschlägen fage( joll woh: heißen: jet fage. Red. des Sofalehne, auf der er fchlafen follte. Die Schlüffel hingewiesen, daß die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung Borm."). Sellte die Reichsregierung einen Teil der belgischen An- behielt Schaper noch. Gestern morgen machte Frau Conrad, bevor Sache der Staatsgewalt und des Bolizeipräsidenten sei. Der Ab. regungen annehmbar finden und würde die Reparationsfommission fie nach ihrer Arbeitsstelle ging, wie immer ihr Töchterchen zum bruch der Verhandlungen ist seitens des Ausschusses er. andere Teile, wenn auch mit teilweisen Abänderungen der belgischen Schulweg fertig. Gestern abend wunderte sich die Frau, daß es Vorschläge aufgreifen, so würde sich hieraus ein Ganzes er ihr bei der Heimtehr nicht wie sonst entgegengesprungen fam. Sie bie von dem Ausschuß vorgetragenen Forderungen mit den anfolgt, obwohl die Magistratsvertreter ausdrücklich bereit waren, geben, das die Reichsregierung unbefehen(?) anzunehmen fand es auch nicht in der Wohnung. Als sie nun die verfchlofwesenden Vertretern zu besprechen. Der Magistrat wird sich in fene Kammer des Mieters öffnete, bot sich ihr feiner heutigen Sigung mit diesen Forderungen beschäftigen und ein schrecklicher Anblick. Auf der Lehne des Sofas lag die das Ergebnis sofort betonmtgeben? haben werde. Die belgischen technischen Studien sind schon deshalb beachtenswert, weil sie gewissermaßen den ersten Versuch eines fonfreien Reparationsplanes der Gegenseite bilden. Die hier wiedergegebenen Aeußerungen des Staatssekretärs von Malzahn dürften wohl zutreffen. Tatsächlich sind die belgi schen Monopolpläne zum Teil durchaus brauchbar, während fie zum anderen Teil auf viel zu optimistischen Schätzungen beruhen. Das dürfte die Auffassung nicht nur Hilferdings, sondern auch der jegigen Reichsregierung sein. Wir fehen nicht ein, aus welchem Grunde das Reichskabinett feine Stellungnahme zu den belgischen Plänen nicht offiziell bekannt geben sollte, vielleicht in der Form einer Denkschrift an Die Reparationstommission, zumal letztere den Auftrag erhalten hat, sich mit den belgischen Plänen zu befaffen. Dieser Beschluß ist übrigens von der französischen Nationalistenpresse mit sichtbarem Ünbehagen registriert worden, und die obige„ Temps"-Meldung bildet anscheinend ebenfalls einen Berluch, die Aussichten der belgischen Vorschläge als gering erscheinen zu laffen. Das allein sollte schon für die Reichsregierung Grund genug sein, attiv in die Dinge einzugreifen und ihre Aussichten über den belgischen Plan der Reparationsfommission zu übermitteln. Das ist jedenfalls der richtigste Weg, um einem neuen Diktat vorzubeugen, das man dann unbesehen" zu unterschreiben hätte. 1 holländ. Gulden 1 argent. Bav.- Beio 1 belgischer Frank. norweg. Krone I dänische Krone 1 schwedische Serone 1 finnische Mark 1 japanischer Jen. 1 italienische Lira. 1 Pfund Sterling 1 Dollar 1 französtich. Frant 1 brasilian. Milreis 1 Schweizer Frant 1 svanische Beseta 1 österr. Kr.( geft.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Strone 1 bulgarische Zewa1 jugojlaw. Dinar. 17. Oftober Käufer ( Geld-) Kurs 16 Ottober Verkäufer ( Brief-) Kurs Käufer ( Geld-) Kurs 2165400000 2175400000 1755600000 9734400000 291240000 292730000 849870000 854130000 967575000 972425000 1450365000 1475635000 24 937500000 25 062500000 5886150000 5513750000 333165000 334835000 986527500 991425000 748125000 751875000 Berkäufer ( Brief-) Kurs da. Die Feststellungen der sofort herbeigerufenen Mordkommission Die Polizei hatte, da meitere Plünderungen zu befürchten waren, Kleine in einer großen Blutlache mit zertrümmertem Schädel tof Die letzte Nacht ist im allgemeinen ruhig verlaufen. ergaben, daß der Mörder über die Kleine hergefallen war, während einen verstärkten Patrouillen dienst eingerichtet, auch fie in der Küche dabei war, die Schuhe anzuziehen. Schaper hatte verkehrten Streifenautos, besonders in den Außenbezirken; doch vorher bereits geäußert. daß er feiner Wirtin einen Dent- läßt sich zusammenfassend sagen, daß Beraubungen von Geschäften ettel geben werde, weil sie ihn verfchmäht habe. oder Zusammenstöße mit den Sicherheitsorganen bis heute morgen Diese Drohung hatte er jetzt in der entsetzlichsten Weise wahrgemacht, nicht vorgekommen sind. In den Markthallen war das Ge indem er das Kind, an dem die Mutter mit ihrer ganzen Liebe hing, schäft heute Morgen sehr ruhig. Sehr viele Händler hatten die ermorderte. Nach dem Besund, den der Gerichtsarzt Profeffor Stände überhaupt nicht geöffnet, aus Furcht, daß die Plünderungen hat der Mörder das Kind mit einem Schusterhammer, den man mit Dr. Strauch und die Mordkommission noch spät abends feftellten, sich heute wiederholen könnten. Biut befleckt in der Wohnung auffand, vier bis fünf Schläge auf die Stirn und den Borderkopf verfeßt, die den Schädel zertrümmer ten und den Tod herbeiführten. Dann schloß er die Tür ab, nahm einige Sachen an fich und ging davon. Kurz nach 7 Uhr hörten die Leute die kleine Lucie, laut schreien und vernahmen auch ein Schlei fen über den Fußboden. Niemand aber fümmerte sich darum, weil man annahm, daß das Kind von der Mutter Schläge bekommen habe, Um 2 Uhr fah man. daß Schaper mit einem Patet das Haus nungsdienst photographisch festlenen und traf sofort alle Maßnahmen zur Verfolgung des flüchtigen Mörders. Derlick. Die Mordtommission ließ den Tatort durch den ErfenDas unmögliche Kleingeld. beitslosen vor dem Berliner Rathaus führten zur polizeilichen Amtlich wird gemeldet: Die gestrigen Rundgebungen der ArFestnahme von 84 Personen. Diese sind am gestrigen Tage von der Politischen Bolizei vernommen und sodann zum größten Teil( 77 an der Bahl) wegen Landfriedensbruch, Widerstandes gegen die Staatsgewalt und wegen Verstoßes gegen das Versammlungsverbot dem Richter vorgeführt worden. Ring- und Vorortverkehr wird der Mindestpreis der Stadtbahnfahrt ab morgen 50 millionen. Im Berliner Stadt, Einzeltarte vom 18. Oftober ab auf 50 millionen Mart in der dritten Kleffe und 75 Millionen Mark in der zweiten Klasse festgesetzt. Der Zonenabsind beträgt in der dritten und weiten Klasse 15 Millionen und 25 Millionen Mart Das Landesfinanzamt gibt folgendes bekannt: Bei Entrichtung ber Steuern ist in den Kaffen eine Verzögerung der Abfertigung Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer nächsten Sizung vielfach dadurch verurfacht, daß manche Steuerpflichtige nicht mit( Donnerstag, 4% Uhr) eine wichtige Entscheidung zu treffen. Sie möglichst großen Geldscheinen bezahlt haben, sondern mit kleinen wird über die Aenderung der Organisationsform der Scheinen, die nicht einmal übersichtlich fortiert und gebündelt städtischen Werte in zweiter Lesung beraten und dann Be maren. In solchen Fällen fann fünftig, aemäß einer Anschluß faffen. Für diefelbe Sigung ist der Dringlichkeitsantrag der ordnung des Reichsfinanzministeriums, nicht auf Sozialdemokratischen Fraktion eingereicht, der die Aufhebung fofortige Abfertigung gerechnet werden, vielmehr muß das übrige des militärischen Ausnahmezustande sa für Berlin Bublifum normen abrefertigt werden. fordert. Diese Berordnung des Reichsfinanzministerims wird wieder 1506000000 1604000000 einmal bei allen davon Betroffenen sehr vielen Verdruß auslösen. 1296750000 1330325000 Das Reichsfinanzministerium fönnte im Gegenteil dafür sorgen, 213198500 214503500 daß die fleinen und kleinsten Scheine über die Finanzämter be 628423000 631575000 fchleunigt aus dem Berkehr, den sie sehr belasten, verschwinden. 715200000 721800000 1073310000 1078690000 108727500 109272500 Die Mieteinigungsämter tagen nicht. in der Philharmonte" ftattgefundene Bokalfonzert wird am Donnerstag, Gemeinschaft proletarischer Mustfreunde. Das am 7. D'tober den 18. Oktober, abends 8 Ubr, im Saalbou Friedrichshain, Am Friedrichs bain 16/23, wiederholt. Starten bei Horsch. Engelufer 24/25, und an der Abendkasse. Arbeiter- Wintersport- Interessengemeinschaft( Atvi). Der St Trodentursus in Neukölln muß wegen der hohen Hallenmiete ausfallen. Der Moabiter Kursus wird bestimmt am Dienstag abgehalten. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Ziemlich mild, überwiegend bewölkt aber veränderlich, feine erheblichen Niederschläge bei mäßigen westlichen Winden. 1998000000 2005000000 Das Städtische Zentralomt für Wohnungswesen schreibt uns 184537500 185462500 zu der Notiz in Nr. 474 des„ Borwärts":" Entoegen den dortigen 18453750000 18546250000 Ausführungen dürfen die Bersihenden ohne Beifizer Termine ab4087750000 4210250000 halten und Entscheidungen treffen. Die Ausführungsverordnung 259350000 260650000 des preußischen Ministers für Volksmohlfahrt zum Gesetz über 379000000 380150000 mieterschutz und Mieteinigungsämter bestimmt in§ 7 ausdrücklich, 780170000 733830000 daß der Vorsitzende allein eine Entscheidung treffen 553612500 556317500 tann, wenn eine folde fofort möglich ist und die Beteiligten es 57017 57049 beantragen. Auf diese Möglichkeit hat der Maristrat durch Befannt 124687500 125812500 machung im Gemeindeblatt und durch besondere Rundverfügung an 219450 220550 die Bezirfsämter hingewiesen, weil er glaubte, im Interesse des 39900000 40100000 rechtsschutzsuchenden Bublifums es nicht verantworten zu fönnen, 37. 48378750 18821850 menn vom 1. Oftober ab das Mieteinigungsamt seine Tätigkeit Groß- Berliner Parteinachrichten. zirksarbeitsgemeinschaft der soz Beamten und Lehrer Groß- Berlins! Freitag, ben 19. Ott, abends 7 Uhr. wichtige Cigung der Bezirksarbeitsgemeinschaft im Gewerifchaftshaus. Engeluter 2, Gaal 1. Gämtliche Kreisobleute und Obleute der Bezirkswerbe- Ausschüsse müssen erscheinen. 26t. Donnerstag, 7 Uhr: Rommunale Rommission Wohlfahrtsamt Rigaer Straße 103, Bimmer 39. Gewerkschaftsbewegung waltungsrat die allgemeine Aussprache über den Bericht des Direk Die Arbeitszeit in öffentlichen Betrieben. In der in der Sonntagsausgabe des Bormärts" veröffentlichten Mitteilung des Reichsarbeitsministeriums über den Inhalt des neuen Arbeitszeitgefegentmurfs heißt es u. a.: " Für Behörden und Körperschaften des öffentlichen Rechts steht die Ausübung der den Behörden übertragenen Befugnisse der Dorgefeßten Dienstbehörde zu." geest Holland( Arbeitnehmer) erneuert. Danach führte der Vertors zu Ende und beschäftigte sich mit den Vorbereitungsarbeiten für die internationale Arbeitstonfnrenz, die am Montag, den 22. Of tober, in Genf eröffnet werden foll Lohnaufwertung im Baugewerbe. nieren und im übrigen tänlich taum eine Stunde produttive Arbeit leistet. Diesen Boften tann ebenso gut ein vollbeschäftigter Assistent nebenbei ausfüllen. Die Deffentlichkeit wird es besonders interessieren, daß Herr Seißte neben feinem Boften als Chefarzt( Gehalt: Gruppe 13 der RBD.) noch eine Privatpraxis besigt. Die Angestellten verlangen die Entfernung dieses Herrn. Den Borteil dürfte nicht zulegt der Gewertstrantenverein haben." Die faufmännischen Angestellten der Damen- und Mädchenmäntelfenfeffien, Blusen und Kleiderkonfettion, Herren- und Knabentonfeflion und der Herrenwäschebranche erhalten auf An weisung des Arbeitgeberverbandes heute 100 Proz. des Betrages der Vorwoche anstatt 50 Broz. In den nächsten Tagen wird über unsere Forderungen weiter verhandelt. Anfang nächster Woche wird in einer Versammlung der Angestellten dieser Branchen, die an den Litfaß- Säulen angefündigt wird, zu dem Verhandlungs. eraebnis Stellung genommen. In der Speditionsbranche sollen sofort zur Auszahlung fommen: 4 Milliarden an Berheiratete, 3 Milliarden an Ledige und 1 Milliarde an Lehrlinge und Ju gendliche. Zusammenarbeit englischer und deutscher Verbände. der Angestelltenverbände vollzogen, der sowohl hinsichtlich der Orga: von G. Schwarz.( 32 5.) Berlin 1923. Verlagsgesellschaft des AllIn den letzten Jahren hat sich in England ein Zusammenschluß Rüdolid und Ausblid über die ruffische Gewerkschaftsbewegung nisationsgrundsäge als auch des sozialen Brogramms den Auf S. faffungen des deutschen AfA- Bundes entspricht. Üleber die erste Zu- gemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. Grundpreis 10 Pf. für Benn es überhaupt einen Sinn haben soll, geeigneten Behörden sammenkunft dieser beiten Großorganisationen Englands und Gewerkschaftsmitglieder Grundpreis 10 Pf.( Schlüffelzahl jeweils die Ueberwachung und Regelung der Durchführung dieses Gesetzes Deutschlands wird uns berichtet: 25 Broz. niedriger als die des Buchhandels). zu übertragen, jo tann es doch nur der sein, daß die Behörden als Die Bertreter der beiden großen Föderationen der Angestellten 21s fünftes Heft seiner Schriftenreihe hat der Internationale objettive Organe dort eingreifen, wo die Gefahr besteht, daß aus England und Deutschland( The National Federation of Pro- Gewerkschaftsbund die Schrift von S. Schwarz veröffentlicht. Die aus einer einseitigen Befugnis des Arbeitgebers dem Intereffenstreit fessional, Technical, Administrative& Supervisory Workers und Schrift beruht auf den von den Bolschemisten selbst veröffentlichten über die Arbeitszeit neue Nahrung zugeführt werden fönnte. Diese der deutsche Af- Bund) haben sich am 15. Oftober in Amsterdam Daten. Der Berfaffer bemüht sich, den besonderen Bedingungen, Behörden übernehmen die Rolle eines ausgleichenden Regulators mit dem Internationalen Bund der Privatangestellten getroffen, um unter denen sich die russische Gewerkschaftsbewegung seit der Revogwischen den Interessen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Diese fich über die Lage der Angestellten und die beste Organisationsform lution entwickelt hat, ohne Boreingenommenheit gerecht zu merden, Birkung ber behördlichen Befugnis wird jedoch vollständig aufge- auszusprechen. In dieser Aussprache, an ber G. Lathan und verbirgt aber auch nicht die sehr bedenklichen Seiten diefer noch bis hoben, wenn die Aufgaben und Rechte der Behörde dem Arbeit. 3. C. Rean von der englischen Federation, Aufhäuser und Urban por furzem fo gut wie ganz vom Staate fubventionierten Gewerfgeber übertragen merden. Wir haben bei einer anderen Gelegen vom deutschen Afa- Bund, sowie Smit, der Generalsekretär des schaften. Sie ist daher eine wertvolle fritische Ergänzung der von der heit dargestellt, zu melchen unsinnigen Zuständen es führen muß. Internationalen Bundes der Privatangestellten teilgenommen haben, Roten Gewerkschaftsinternationale auf den Markt geworfenen zahl. wenn die Behörde, die dem Arbeitnehmer in öffentlichen Betrieben wurde im allgemeinen eine volle Uebereinstimmung erzielt. In losen Reklamebroschüren. als Arbeitgeber gegenübersteht, ihr eigener Befeggeber ben beiden Bändern sind von den Föderationen der Ropfarbeiter und im Schlichtungswefen ist den Gewerkschaftsbünden der Handarbeiter organisato Bas im Schlichtungswesen schon höchft unangenehm empfunden rische Verbindungen beigestellt worden. Es war die Auf: wird, ist in der beitten Frage der Arbeitszeit einfach unerträg faffung oller Teilnehmer in der Aussprache, daß diefe Solidarität lich. Die Arbeiterschaft hat zu den Behörden, deren besondere Auf- der Kopf- und Handarbeiter geeignet ist, allen Arbeitnehmern zu gabe es ist, in arbeitsrechtlichen Dingen regulierend einzugreifen, helfen. Ebenso mar man von der Notwendigkeit einer inter bielen Enttäuschungen zum Troß nur deswegen immer noch ein ges nationalen Berbindung derselben Art überzeugt. miffes Sutrauen, weil sie von ihnen eine Würdigung auch ihrer Interessen und Bedürfnisse immerhin eher erwarten fann, als pon bem privaten Arbeitgeber. Dieses Zutrauen fann die Arbeiterschaft aber nicht haben zu einer Behörde, die zugleich ArbeitBon den baugewerblichen Arbeitnehmerverbänden wird uns gegeber ist, zumal sie die Macht, die ihnen mit derartigen gefeßlichen schrieben: Bestimmungen, wie der Gefeßentwurf sie an der erwähnten Stelle Geftüßt auf das Wertbeständigkeitsablommen im Berliner Hochs, porfieht, nur zu ihrem Vorteil als Arbeitgeber ausnuten. Tief- und Betonbaugewerbe mußte der Stundenlohn für die Woche Die geplante Bestimmung stellt sich außerdem dar als eine 2 u svom 6. bis 12. Ottober an der Hand des am Donnerstag, den nahmeordnung gegen die Arbeitnehmer in den öffentlichen 11. Oftober, veröffentlichten Inder in Höhe von 170 Broz. errechnet Betrieben, die dadurch der Unterstügung durch die Behörden, die den werden. Schon in den nächsten Stunden zeigte sich, daß die geArbeitnehmern in der Industrie im Zweifels- und Streitfalle doch troffene Bereinbarung bei weitem nicht der heutigen Teuerung entnoch zur Berfügung stehen, beraubt werden sollen. Statt diesen spricht. In Anbetracht dessen sahen sich die Vertreter der baugemerb äußerst gefährlichen Weg zu beschreiten, follte bei dieser Gelegenheit lichen Arbeitnehmerverbände schon am letzten Sonnabend veranlaht, endlich gebrochen werden mit der aus der Staatsgesinnung und Gesez oba eich des Lohneblommen getätigt war, bei den Vertretern der Ar gebung der wilhelminischen Epoche herübergenommenen Auffassung, beitgeberverbände vorstellig zu werden. Von den Arbeitnehmer daß Behörden, die zugleich Arbeitgeber find, in arbeitsrechtlichen vertretern wurde nachbrid ichst nefordert, daß auf die bereits verDingen nicht noch einmal der Aufsicht anderer Behörden unterworfen einbarten Löhne unter allen Umständen eine Nachzahlung zu werden dürfen, denn gerade bei dieser Gorte von Arbeit erfolgen hat. Außerdem wurde verlangt, daß der für Freitag, den gebern wäre eine solche Aufsicht häufig am bringlichsten. Die von 19. Oftober, an die Arbeiter zu zahlende Borichuß in Höhe von dem Gefehentwurf geplante Regelung macht die Neuordnung der 3,5 milliarden erhöht wird. Unfere Bemühungen waren insofern Arbeitszeit für die Gewerkschaften der Staats- und Reichsarbeiter von Erfolg, als man sich bereit erflärte, den Firmen Anweisung zu einfach unerträglich. geben. daß am Freitag, den 19. diefes Monats, ein Vorschuß von Goldfäke. Für die Zeit vom 20. bis 23. Oftober 1923 ein52 Milliarden Mork zur Auszahlung gelangt. Ein nochmaliges schließlich beträgt das Goldzollaufgeld 93 599 999 900 Dom Borstelli werden am Dienston. ben 16. Oftober, ergab die Bereit Hundert( eine Goldzollmart gleich 936 Millionen Papiermark). Der millinfrit, einen weitere n Borschuh zu zahlen. Boraussichtlich Woche als obecoften angefehen merden. Die Verhandlungen fin den morren. Donnersten, den 18. Oftober, fett. Die frbeitnehmer pertreter merden es fi annelenen fein faffen, ihr Mörlichstes zu hun, und merken mir fiber des Erschris der Nerhandlungen an diefer Stelle richt erftetter Produktive Erwerbslosenfürsorge in England. Sündigungen im Oppau- Wert. Infolge der Einstellung der Ruhrhilfe ist im Stidftoffwert Oppau der Badischen Anilin- und Sodafabrit, das feit der Belegung durch die Franzosen stilliegt, der gesamten Belegschaft gekündigt worden. Verband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter, Gruppe Stadtgärtner. Donnerstag abend 7% Uhr Branchenversammlung im Saal 2 des Gewertschaftshauses, Ber'in, Engelüfer 24 25. Deutscher Berkehrsband, Bezirksverwaltung Groß- Berlin( Deutscher Trans portarbeiter Verband). Donnerstag abend 7 Uhr im Saal 4 des Gewerkschaftshauses, Engeluier 24 25, Versammlung aller Vertrauensleute, Delegierten und Betriebsräte. Mitgliedsbuch und Funktionärfarte dienen als Legitimation.- Alle Betriebe müffen vertreten fein. Wirtschaft Der Arbeitsminister Barlom fagte in einer Rede in London mird als Ausgleich ein Teil diefes Porschusses für die zurückliegende gleiche Sag gilt für die Goldumrechnung der Reichssteuer. über die Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Arbeits losigkeit, daß die von der Regierung vorgesehenen Ausgaben 14 Mil lionen Pfund für das Wege- und Brüdenbauprogramm, 10 Mil lionen Pfund für den Ausschuß, betreffend Unterstützung der Arbeitslofen, 12 Millionen für Creichterungen des Handels und 10 bis 15 Millionen für die Eisenbahngesellschaften einschlössen. Die neuen Ausgaben würden wahrscheinlich die Summe von 50 Milfionen Pfund noch beträchtlich überschreiten Tagung des Internationalen Arbeitsamts. In der geftrigen Gigung des Berwaltungsrates des Internatiotalen Arbeitsamis murde zunächst die Aussprache der Arbeitnehmer gruppe, betreffend die Koalitionsfreiheit, zu Ende geführt. Der Direttor des Arbeitsamts wurde beauftragt, eine internationale Erhebung über die praktische Auswirkung der Koalitionsfreiheit anzustellen, um dem Verwaltungsrat einen Bericht darüber zu unter breiten. Dieser Bericht soll eine Zusammenfassung der einschlägigen Gefeße enthalten, sowie Einzelheiten über ihre Anwendung in der Pragis und Rechtsprechung. Die unhaltbaren Zustände im Berkehr mit Goldanleihe. Nach dem die Geldanleihe in furzer Zeit allgemein als provisorisches Zahlungsmittel zugelassen fein soll, hat die Allgemeinheit ein Interesse daran, daß der Verkehr mit diesem Umlaufsmittel möglichst rasch und reibungslos erfolgt. Bekanntlich ist der Erwerb von Gold anleihe oft mit Schwierigkeiten verknüpft. 3u welchen Mitteln die Interessenten greifen, um sich über diese Misstände hinwegzuhelfen, dafür ist folgende Mittei ung des Stickstofffynditats be. zeichnend: Das Stidstofffyrdifat liefert an Düngerfabrißen, Genossenschaften, Handel und Landwirte Stidstoffdünger in ganzen Wagenladungen gegen Goldanleihe zum Nennwert. Um tem Mangel an Goldanleiheftüden zu begegnen, nehmen sämtliche Stellen der Reichsbant Beträge, die zur Bezahlung von Sticstoff bestimmt sind, an wandeln sie zum Kurs des Zahlungstages um und schreiben die Golbanleihebeträge dem Stichstofffyndikat gut. Das Stidstofffynditat wird über die ihm gutgeschriebenen Gold anleihebeträge erft verfügen nach Absendung des Stickstoffs, der wie bisher unmittelbar durch Düngerfabriken, Genossenschaften oder Handel zu bestellen ist. Hierdurch wird es ermöglicht, Papier. martbeträge ohne Berluft sofort für Stidstofsbezug wert. beständig anzulegen. Es ist immerhin erstaunlich, daß von einer Anleihe, die auf 500 Millionen Goldmart berechnet war und von der nur etwa 170 Millionen Goldmart untergebracht wurden, noch immer nicht ausreichend Stüde verfügbar find. Ein anderer Manzel, der demnächst abgestellt werden soll, ist der, daß Erwerb und Veräußerung von Goldanleiheftüden bisher nur auf dem Wege über die Börse möglich ist, wobei die Banten nach den neuerdings eingeriffenen Sitten sich nicht genug bemühen, die Abwicklung der Aufträge derart zu beschleunigen, wie bas bei einem Zahlungsmittel notwendig wäre. Aus der Zahnklinik des Gewerksfrankenvereins. Bom Berbanb angestellter Rahnärzte, Dentisten und Helferinnen wird uns u. a. nefchrieben: ,, Ein jeder wird wohl annehmen, baß in einem fozialen Institut, wie es die Zahnklinit des Gewertstrantenvereins zweifellos barstefft, die Rehandlung der Angeftelten in jeder Beziehung auf der Höhe ist. Weit gefehlt! Es ist taum anzunehmen, daß die Behandlung der Angestellten durch den Chefarzt Herrn Rohnarzt Paul 3eikte die Billigung des Kaffenvorstandes finden fann. Die fiftenten müssen sich eine ganz ungehörige Behandlung gefallen faffen. Affiftenten, welche sich in den Augen des allgewaltigen Herrn Beißte umbeliebt gemacht haben, werden durch eine Nabelstichpolitik zum äußersten getrieben, so daß diesem Herrn von einem Affiftenten in höchster Erregung ein paar Backpfeifen angeboten wurden. Den Da die italienische Regierung fürzlich den Beschluß gefaßt Angestellten war schon verboten worden, das mitgebrachte Frühstück hatte, eine internationale Konferenz zur Besprechung der Auszu verzehren, denn man würde nicht bezahlt, um zu frühstücken, wanderungsfragen einzuberufen, waren Befürchtungen laut fondern um zu arbeiten". Herr 3eißle verlangte von zufällig fihen geworden, daß dadurch in die Kompetenz der internationalen Arbeiter den Angestellten, daß sie schleunigt aufzufpringen haben, wenn Er" organisationen eingegriffen würde. Der italienische Regierungsver vorbeiläme. Herr Beißße, der sich fälschlicherweise als alter Gemerttreber zerstreute diese Befürchtung durch die Erklärung, daß es sich schaftler bezeichnet, saate gekündigten Angestellten, die um Einfüh nur um eine technische Konferenz handeln soll, die in feiner Weise rung einer verkürzten Arbeitszeit baten:„ Sie bekommen ja viel die Zuständigkeit der internationlen Arbeitskonferenz bei der Lösung mehr Erwerbslo enunterstügung, als wenn Sie bei uns nur einen der dabei auftauchenden Brobleme in Frage stelle. halben Tag arbeiten!" In der Nachmittagsfizung nahm der Berwaltungsrat die Neu-= Die Notlage der Krankenkassen und ihrer Institute ist bekannt. wahl des Borstandes vor. Es wurde auf Vorschlag des eng. In vielen Zahnkliniken wird verkürzt gearbeitet. Die Leiter der fifchen Regierungsvertreters Arthur Fontaine( Frankreich) zum Kliniken arbeiten durchweg genau so wie jeder andere Affiftent. Nur Borsigenden wiedergewählt. Ebenso wurde das Mandat der beiden in der Zahnklinit des Gemertstrantenvereins ist ein Beiter erforderBizepräsidenten Charlier Belgien( Arbeitgeber) und Dude- lich, welcher sein Augenmerk darauf richtet, das Bersonal zu schita- und Berlaasanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SB. 68. Lindenstraße 3. Drei billige Serientage! Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Sonstiges: Frig Rarstäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Marken- Zigaretten LETTLANDS Frauenhaar Gebrüder Fuhrmann Tabak u. Zigarren Constantin, Karmitry, Garbaty, Halpaus, Avramikos, Muratti, gibt ab unt. Tagespr. 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Charlottenburg II, Eisfeld, Tauroogener Str. 11 Sharlottenburg II: Joachimi, Raiserbamm 102, Gartenhoust Charlottenburg IV: Bufeniet, Augsburger Str. 47, Sichtenberg IV: Senmer Röderstr. 54, Gartenhaus. Bortier. Lichterfelbe Dft, Lantwig: 5. Benzel. Lankwig. Biethen. Straße 15. Crtner: Emil Swang. Echarnweberftr. 11. Fichtenau: Rraeßte. Bismarcftr. 1. Faltenberg: Galsmann. Faltenberg. Gartenftabtstr. 10. Fredersdorf- Petersbagen: Otto Bilinski. Fredersdorf. Friebenau: theinftr. 27, Ede Rönnebergstraße. Friedrichshagen: Soffmann, Friedrichshagen. Kurae Renton II: Siegfriedftr. 28/29. Sichterfelbe- West: Berndt Stegliger Str. 19. Wahlsbort: Wilhelm Ruts, Sönower Str. 177. Mariendorf: Auauft Set p Chauffeeftr. 29. Marienfelbe: Greulich, Berliner Str. 143. Reuenhagen Wenate Riegelstr. 71. Rentolin 1: Nedarftr. 2. Arndtstraße. Straße L Grünen: B fühner. Röpenider Str. 105. Salensee, Grunewald, Eichtamp: Frau Road. Riost Henriettenplag. Privatwohnung: Ratharinenftr. 4. 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Weißensee: Greunte, Gedanstraße 88. Wildan- Boherlehme: Rub. Bettom. 6. Wilhelmshagen. Seffenwinkel: Schulse. Wilhelmshagen, Mentan III: Biniler, Sobrechtstr. 40, v. L Reutölln Brig: Mittag. Brig. Chauffeeftr. 82. Riederichöneweide: Schindler. Fennstr. 23. Rowawes: Raci Rrobnberg Eilenbahnstr. 10. Oranienburg: Seint. Loenhardt. Stralsunder Str. Oberichöneweibe: Robert Boul Mathildenftr. 5. Bantom: Rikmann Mühlenftr. 70. Rahnsdorf: Teichert. Forftstr. 7. Reinidendorf- Oft Schönhola: Albert Wable Straße 58( Raben). Reinidenborf- West: Seibe I. Gcharnweberftr. 114. Rofenthal:$ einrich Gorsti, Sauptstr. 28. Rüdersdorf, Rallberge, Tasdorf: Adolf Goerte, Raffberge, Rhedenstraße 15. Schmargendorf: Rehab. Breite Gtr. 3. Schöneberg: Belziger Str. 27. Broving Wilhelmftr. 81. Bilmersdorf: Gaubert Wilhelmsane 27, Sof 1 Treppe; Buble. Ludwigkirchplat 9, Seitenflügel 4 Treppen; Federomis. Raiferplag 10. vorn parterre. Bittenau: 8ibe II. Sauptstr. 24. Woltersdorf: Saurbaum. Cichenbamm 22. 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