�benöavsgabe Nr. 490 ♦ 40. Fahrgang Ausgabe B Nr. 246 s«Zugsbedingung e» und Anzeigenpreis, sind in der Morgenausgabe angegeben «edatNon: STB. 08, Lindenslrasie 3 Zerwsprecher: VSnhoff 292— 293 Teb-AdresseeSozioldeneotro! Berlin Berliner Volkslilatt 40 Millionen M. Zreitag 19.(dktober 1923 Verlag und Anzeigenabteilung (SeschSstszeit 9-5 Uhr Verleger: Uorwarts-Verlog Genbch. verlin STB. 08. cindeustrab« 3 Fernsprecher: vönhoff 2500-2502 Zcntralofgan der Vereinigten Sozialdemokrat» Tcben Partei Deutfchlands versthärsungüeraußenpolitischentage London. 19. O kl ober.(BIB.) ver pariser Berichlerslakler der.Times" schreibt zu der Verwerfung der deutschen Vorschläge durch poiucare, dies scheine wirkliche Verhandlungen mit Deutschland für lange Zeil unmöglich zu machen. Niemals sei so klar gesagt worden, daß Frankreich Deutschland nicht anhören wird. bis nicht nur das Ruhrgebiet zum normalen Betrieb zurückgeführt ist, sondern bis die Sachlieserungen an die Alliierten wieder ausgenommen sind und ein Maß annehmen, das dem vor dem 11. Jomax gleichkommt. Da Sachlieserungen in großem Maße nicht statt- finden könnten, wenn Berlin nicht bereit sei. sie zu finanzieren, und da Berlin erkläre, daß es seht unmöglich geworden sei, zur gleichen Zeit die Sachlieserungen zu finanzieren und finanzielle Reformen durchzuführen, so scheine die Ansicht die zu sein, daß Deutschland immer weiter der Verwirrung anheimfällt. Es scheine, daß der vor- gestrige Schritt die Angelegenheiten nicht nur nicht vorwärts ge- bracht, sondern die Lage endgültig schwieriger gestallet hat. Von einer Seite, die mit den politischen Absichten des Reichskanzlers angeblich„durchaus vertraut" fei, werden im Berliner„Börsen-Kurier" Mitteilungen veröffentlicht, die den Anschein erwecken könnten, als ob die Regierung eine Schwenkung in ihrer Außenpolitik vorbereite. Dieser Anschein wird dadurch verstärkt, daß die schwer» industrielle„Telegraphen-Union" sich beeilt, den Inhalt des er» wähnten Artikels im Auszuge wiederzugeben. In dem Artikel wird zunächst erklärt, der Reichskanzler habe versucht/ mit Frankreich zuehrenvollenVerhand- l u n g e n zu kommen. Er sei„an die äußerste Grenze dessen gegangen, was er den Feinden zugestehen konnte". Run aber müßten am 21. Oktober alle Zahlungen des Reiches nach dem Ruhrgebiet eingestellt werden. Was sich dann im Ruhrgebiet ereigne, falle der französischen Regierung zur Last. Im inneren Deutschland würden in den nächsten Tagen Sparsamkeitsmaßnahmen der Regierung veröffent- licht werden, die alles, was bisher auf diesem Gebiete geschehen ist, durch ihre Schärfe in den Schatten stellen würden. Dann heißt es über die neuen Entscheidungen in der Außenpolitik: Dir stellen somit endgültig jegliche Reparationslieferung mid jegliche Reparationszahlung an Frankreich ein und sind uns der Konsequenz vollauf bewußt, daß diese uns durch die äußerst« Rot diktierte Maßnahm« wahrscheinlich den Bruch mit Frankreich bedeuten wird. Erst vor kurzem haben die Anhänger der äußersten Rechten den Bruch mit Frankreich verlangt und dem Reichskanzler Mangel an Mut vorgeworfen, als er dies damals ablehnte. Herr Dr. Strese- mann wußte sehr wohl, aus welchem Grunde er den Zeitpunkt des offenen Bruches mit Frankreich noch oerschieben mußte. Ein Bruch schon vor drei Wochen hätte bedeutet, daß wir die ganz« Entwicklung seit der Einstellung des passiven Widerstande» vorweggenommen hätten, daß wir dem französische Ministerpräsidenten die Berant- wortung für den Bruch abgenommen hätten. Wenn wir auch von vornherein annehmen konnten, daß eine Verständigung mit Frank- reich ausgeschlossen ist, so hätte uns das die übrige Welt angesichts der Erklärungen Poincares damals nicht geglaubt. Jetzt haben wir Poincare dazu gezwungen, Farbe zu bekennen, jetzt weiß alle Welt, jetzt wisien auch die übrigen Alliierten, daß Frankreich keine Reparationen, keine Verständigung, sondern die Vernichtung des Deutschen Reiches sich zum Ziele gesetzt hat. Jetzt müssen auch die übrigen Alliierten Farbe bekennen, ob sie auch dieses Ziel Frankreichs billigen und ob sie es unterstützen, gleichgültig. ob aktiv oder passiv. Di« übrigen Alliierten werden um so eher Gelegenheit haben, ihre wahre Einstellung gegen Deutschland und — den Friedensgebanken zu zeigen, da Deutschland in Kürze auch gezwungen sein wird, auch bei den Mächten die Reparationsleistungen einzustellen, die bisher noch beliefert worden sind. Diese ganze Entwicklung, die nur zu unseren Gunsten wirken kann, hätte die Reichsregierung vorweggenommen, wenn sie un- klugerweise dem deutschnationalen Verlangen nach der Verkündigung des Bruche, mit Frankreich vor drei Wochen stattgegeben hätte." Wir glauben nicht, daß durch diese Darlegungen der deut- schen Politik ihre schwere Aufgabe erleichtert worden ist. Gerade angesichts der weittragenden Entscheidungen, die in den nächsten Tagen zu treffen sind, müßte eine ihrer Verantwortung be- wußte Publizistik auf das sorgsältigste jeden Anschein ver- meiden, als ob die Regierung die deutschnationale Forderung nach einem Bruch mit Frankreich nur deshalb abgelehnt habe, um die Verantwortung für einen solchen Schritt Frank- reich zuzuschieben. Eine solche Darstellung könnte im Aus- lande die Auffassung erwecken, als ob die Regierung Strese- mann von Anfang an zwar mit den Deutschnationalen eines Sinnes gewesen wäre, aber lediglich aus taktischen Gründen eine andere Politik getrieben habe. Es liegt nicht im deutschen Interesse, wenn derartige vollkommen unrichtige Auffassungen im Auslande entstehen. Es muß deshalb mit oller Entschiedenheit gegen die Darstellung im„Börsen-Kurier" Einspruch erhoben werden. Deutschlanü unü üie belaistben Vorschläge. Paris, 18. Oktober.(TU.) Der Brüsseler„Temps"-Korrespondent macht heute sehr bestimmte Angaben über«ine längere Abhandlung der Berliner Regierung zu den Sachoerständigenarbeiten. Dieses Dokument werde demnächst der Reparationskommission zugestellt werden. In seinem ersten Teil bringe es eine ausführliche Kritik des von Belgien diktierten Monopolsystems und führe insbesondere aus, daß die Verbrauchssteuern nur di« große Masse des Voltes und nicht di« besitzende Klasse treffen würde. Den Ertrag sämtlicher Monopole veranschlagt di« Reichsregierung mit 1300 Millionen Goldmark, während die belgischen Sachverständigen eine Summe« von 1530 Millionen Goldmark errechnet haben. Im übrigen bestätig« di« deutsche Regierung di« Ansicht der belgischen Sachoer- ständigen, wonach der deutsche Staatshaushalt durch eine Verwertung dieser Monopoleinnahmen ins Gleichgewicht gebracht werden könne. Mit Ausnahme von drei Monopolen, Altohol, Zucker und Salz, die 800 Millionen Goldmark abwerfen, verwerfe die Reichsregierung alle übrigen. Di« Reichsregierung stell« sich aus den Standpunkt, daß es ihr unter keinen Umständen, nachdem der Verkaufspreis der deutschen Kohle den Weltmarktpreis überschritt, möglich sei, unter gleichzeitigem Verzicht auf die drei oben genannten Monopole die Kohlenlieferungen an di« Alliierten wieder aufzunehmen. In dem Dokument weisen die deutschen Sachverständigen auch die Idee einer interalliierten Ausbeutung der Eisenbahnen des Reiches zurück. Die Berliner Regierung erklärt sich indessen bereit,«inen gewissen Betrag an die Verbündeten zu entrichten, vorausgesetzt, daß di« rheinisch- westfälischen Eisenbahnen völlig freigegeben loerden. Was die 2Sprozentige Beteiligung an den deutschen In- dustrieunternehmungen anlangt, von denen in den belgi- schen Entwürfen gleichfalls die Red« ist, so bewege die Note der Reichsregierung sich in ziemlich dunklen Andeutungen. Immerhin stelle Verlin di« Grundidee unter gewissen Voraussetzungen nicht in Abrede. « Wie der Pariser Vertreter des Wolffschen Telegraphenbureaus von zuständiger Seit« erfährt, handelt es sich bei dem ange- führten deutschen Urteil um eine Niederschrift von Sachverständigen, die den belgischen Monopolplan vom budgetären und finanziellen Standpunkt aus nach dem ihnm vorgelegten belgischen Graubuch be- urteilt haben. Diese Niederschrift ist einigen belgischen Persönlich- leiten zur Kenntnis übermittelt worden. Vis jetzt ist jedoch nichts davon bekanntgewornden, daß die deutsch« Regierung die Absicht hätte, der Reparationskommission eine Denkschrift über die Monopole zu übergeben. Bradbury pessimistisch. Paris, 19. Oktober.(Cca.) Der„Hmnemtte" zufolge soll der englisch« Delegiert« in der Reparationskommission Sir John B r a d» bury anläßlich der Ueberreichung der belgischen Sachverständigen- studien«m die Reparationskommission geäußert haben:„Es wäre ein Irrtum zu glauben, daß die offizielle Mitteilung, die gestern , nachmittag der Reparationskommission über die belgischen Sachver- ständigenstudien gemacht wurde, bedeute, die Kommission werde ' sehr bald aktiven Anteil an der Regklung der Reparationsftage nehmen. Die in Frage stehenden Dokument« enthalten Anregungen, die nach meiner Meinung wahrscheinlich als Grundlage für ein« ! Reparationszahlung durch Deutschland dien«n, allerdings unter der Voraussetzung, daß der Betrog dieser Zahlungen festgesetzt worden ist und daß Deutschland in der Loge ist, die Zahlung zu beginnen. Die Kommission kann inzwischen nichts unternehmen, um di« politischen und materiellen Hindernisse aus der Welt zu schaffen, die der Regelung dieser Präliminarfroge doch dm Weg versperren- tzenöerson für fofortiye verhanülungen. London, 19. Oktober.(WTB.) Der Arbeiterführer Arthur i Henderson erklärte in einer Rede in Newcastle, was im Augenblick j notwendig sei, sei«in« einzige unzweideutige Erklärung über. die zukünftige britische Politik Nachdem die deutsche Regierung den , passiven Widerstand aufgegeben habe, müßten volle und so- sortige Verhandlungen zwischen den Alliierten und der ' deutschen Regierung stattfinden, um«ine prompte Wiederherstellung ' des bürgerlichen und wirtschaftlichen Lebens des Ruhrgebietes unter � der Verwaltung des Deutschen Reiches zustande zu bringen Dollar 12 Nilliarüen. An der Derllner Börse gab es heute Sensationen verschie- denster Art, aber zunächst kein« Effektenbörse. Es ist zwischen Maklern und Börsenvorstand ein Konflikt daraus entstanden, daß i man die Makler für die Annahme der Orders auf Rechnung un- sicherer Bankfirmen haftbar machen wollte. Die Drei-Männer- Kommisston hat diesen Streit zuungunsten der Makler entschieden. ! Diese weigerten sich daraufhin, heute ihre Tätigkeit aufzunehmen. � Es waren bis 1 Uhr noch keine Kurse notiert. Die erste Festsetzung der variablen Kurse erfolgte um 1 Uhr unter großen Schwierigkeiten infolge des starken Andranges der Käufer. Eine Deputation der Makler hat sich zum preußischen Handelsminister begeben. Am Devisenmarkt entwickelte sich im Hinblick auf di« Zu- spitzung des Konfliktes zwischen Reichsregierung und Sachsen sowie in Anbetracht der außerordentlich schwierigen außenpolitischen Ver- höltnisf« ein« stürmische Hausse, der die Reichsbank machtlos gegenüberstand. Amtlich notierten bei voller Zuteilung London 54 Milliarden, der Dollar 12 Milliarden. Der Dollar wurde im freien Verkehr unmittelbar nach der amtlichen Notierung mit 12>i bis 13 Milliarden gehandelt. Ungewöhnilche Nachfrage herrscht« nach Dollarschatzanweisungen. Das Angebot war verschwindend gering. Die Deoisenhausfe gab natürlich den Anstoß zu einem neuen Umrechnungsprozeß am Markt« der Dividendenpapier«. Sobald es zu einer Notierung kommt, wer- den diese voraussichtlich wieder Verdoppelungen und Berdreifachun- gen der Kurse ergeben. Durch die bedeutenden Kurs- und Preis- steigerungen hat sich die Geldmarktlag« wester verschärft. Man nannte heute Sätze für tägliches Geld bis zu 10 Prozent. AmtlicherMittelkursdes Dollars: 12 Mlliardm Mark.| Schwarze Reichswehr. Der sächsische Ministerpräsident, Genosse Dr. Zeigner, hat gestern im Dresdener Landtag seine lange angekündigte Rede über die schwarze Reichswehr gehalten: Er hat sich dabei im Wesentlichen darauf beschränkt, feine Ausführungen vom Ber» liner Bezirksparteitag zu wiederholen. In der bürgerlichen Presse, soweit sie nicht vorein- genommen ist, sind die Meinllngen über diese Rede geteill. Die„Vossische Zeitung" nimmt sie zum Anlaß, ihre bisher recht freundliche Haltung zur sächsischen Regierung ganz schroff zu ändern und zu sagen, der sächsische Ministerpräsident habe Oel ins Feuer gegossen und sich offenkundig ins Unrecht gesetzt. Das„Berliner Tageblatt" hingegen findet, die Rede habe eher den Eindruck eines Rückzuges gemacht. Selbstverständlich ist, daß die Rechte in der Aede nur einen willkommenen Anlaß sieht, den sächsischen Konflikt zu verschärfen. Sie will die Reichsregierung zu Schriten gegen Sachsen drängen, die den Rücktritt der sozialdemokratischen Reichsminister zur Folge haben und die Bahn für eine Herr- schaff der äußersten Reaktion freimachen. Der Sache selbst wird am besten gedient sein, wenn man das Problem der sogenannten„schwarzen Reichswehr" ohne Scheu vor aller Oefsentlichkeit seines geheimnisvollen Eharak- ters entkleidet, das vorhandene Uebel in seiner richtigen Aus- dehnung feststellt und es schleunigst beseitigt. Nach allen vorliegenden Nachrichten scheint es Taffache zu sein, daß die Reichswehr an verschiedenen Orten A n- Werbungen über den etatmäßigen Stand hin» aus vorgenommen hat. Da und dort geschieht es, daß ein paar taufend junge Leute einge.zogen und nach einigen Wochen wieder entlassen werden. Teils erfolgen diese Entlassungen freiwillig, teils unter dem Druck der Landesbehörden, beson- ders der preußischen Staatsrcgierung, die hinter diesen Dingen besonders scharf her ist. lieber den zahlenmäßigen Umfang der vorübergehenden oder dauernden Mehreinstellungen steht nichts fest, allzu groß kann er nicht ffin. Die Behauptung, daß es sih um „Rüstungen" handle, die einer auswärtigen Macht gefährlich werden körnten, ist unseres Wissens nicht einmal von den ver- rücktesten Chauvinisten des Auslandes aufgestellt worden, sie wäre auch zu lächerlich. An der Tatsache, daß Deutschland entwaffnet und von stark bewaffneten Nachbarn umringt ist. kann die Soldatenspielerei ein paar tausend junger Leute nichts ändern. Wenn gestern im Sächsischen Landtag der deutschoolksparteiliche Abgeordnete Kaiser deklamierte, der Ministerpräsident habe„die ersten Anzeigen eines Wieder. erwachen? Deutschlands dem Feinde preisgegeben", so kann man eine solche Aeußerung nicht anders denn als gemeingefährlichen Blödsinn bezeichnen. Herr Kaiser möge sich bei einem beliebigen militärii'ben Fachmann erkundigen, was es mit diesem„Wiedererwachen" auf sich hat. Vernünftigen Leuten wird man nicht einreden können. daß es möglich sei, eine Armee, wie sie heutzutage zum Krieg- führen notwendig ist, unbemerkt vom Ausland aufzustellen und eines Tages wie Zietben aus dem Busch mit ihr herauszu- kommen. Die Entwaffnung eines einzigen Volkes inmitten einer schwerbewaffneten Welt, die einseitige Ab- rüstung ist ein Unrecht, ober das läßt sich nicht dadurch ändern, daß man ein paar tausend jungen Leuten heimlich die j�unst des Schießens beibringt! Warum aber haben die Vorgänge bei der Reichswehr gerade bei den linksgerichteten republikanischen Kreisen so tiefe Beunruhigung ausgelöst? Es ist nur ein parteidemagogischer Kniff, wenn man diese Beunruhigung auf die bekannte„vater- landslose Gesinnung" zurückzuführen versucht. Die wahre Ur- fache liegt vielmehr auf der Hand, sie besteht in der Tatsache, daß jene Anwerbungen ausschließlich aus ultrareoktio» nären Kreisen erfolgt sind, daß immer wieder Berbin» düngen nachgewiesen werden zwischen einzelnen Reichswehr- stellen und illegalen Verbänden, die sich wegen ihrer republikfeindlichen Betätigung der besonderen Aufmerksamkeit der Staatspolizei erfreuen. Mit diesem gemeinge» fährlichenUnfugmußSchlußgemachtwerden, und zwar schleunig st! Die Reichswehr muh ein fügsames Werkzeug in der Hand ieruna sein. Als solches hat sie en von Küstrin erwiesen, wo sie gezwungen war, gegen einen meuternden Trupp, der sich gegen die Auslösung wehrte, mit bewaffneter Hand vorzu» gehen. Auch Genosse Zeigner nimmt an, daß die Reichs- mehr zu erheblichen Teilen noch zuverlässig ist-, er sprach gestern von 40 Proz. Ueber das Prozentverhältnis läßt sich streiten: eine Meinung kann nur darüber bestehen, daß die Reichswehr nicht zu 40, 00 oder 9V, sondern zu hundert Prozent unbedingt zuverlässig sein muß. Kam? sie das aber, wenn sie Derbindung mit Elementen unter- hält, die von Unterordnung unter die bestehende Staatsgewalt nichts wissen wollen, sondern ihr Tod und Verderben ge- schworen haben? Daß zwischen der Reichswehr und den Massen der arbei- tenden Bevölkerung kein Vertrauensverhältnis besteht, ist tief bedauerlich. Aber wie kann ein solches Vertrauensverhältnis aufkommen, wenn Verbindungen der Reichswehr mit S t a h l- Helm, Werwolf, Rolandbund, Bismarckbund und ähnlich vertrauenswürdigen Gesellschaften nachgewiesen werden? Der Versuche solcher Organisationen, sich in die be- waffnete Macht des Reiches einzunisten, müssen mit drako- nischen Maßnahmen zurückgewiesen werden, und drakonische Strafen sind notwendig gegen Offiziere, die solche Versuche mit Vorbedacht oder auch nur aus Dummheit unterstützen. der verfassungsmäßigen sich bei den Vorfälle Apeifellos ist also in der Reichswehr ein schlimmes Hebel vorhanden. Will man es vertuschen, so erreicht man damit nur, daß übertriebenen Gerüchten freier Raum ge- lassen und, vielleicht in gefährlichsten Augei.blicken, einer Panikstimmung Vorschub geleistet wird. Daß dieses Hebel von verschiedenen Seiten her mit Entschiedenheit bekämpst wird, daß seine Eindämmung bis zu einem gewissen Grade auch schon gelungen ist, wissen wir. Wie aber die Dinge heute stehen, kann Versteckspielen nur von Uebel sein. Wenn Fehler begangen worden sind, und sie sind begangen worden, gebe man sie freimütig zu und sorge für ihre Beseitigung in aller Oesfenllichkeit! Dann wird das Vertrauen wiederkehren. Solange es aber so etwas wie eine Geheimgeschichte der Reichs- wehr gibt, die sich wie ein spannender Detektivroman liest, wird sich die Unruhe vermehren, die eines Tages gefährliche Folgen haben kann., Bei der Aktivität der faschistischen Verbünde kann jeden Tag die Stunde kommen, in der die Reichswehr in größerem Umfang und unter schwierigeren Umständen als in Küstrin beweisen muß, daß sie zuverlässig ist. Der Staat und das Volk aber haben ein Recht, eine solche Beschaffenheit der Reichswehr zu verlangen, daß Zweifel an ihre Zuverlässigkeit überhaupt gar nicht aufkommen können. Das ist ein Ziel, von dem sie noch weit entfernt sind, aber es ist keine Zeit mehr zu verlieren, um es zu erreichen. Braucht dann die Macht der Republik eine Verstärkung, so wird sie zu finden sein auch ohne Werwolf, Stahlhelm und ihres- gleichen....___ Entspannung in Sachsen. Die„B. Z. am Mittags glaubt zu wisien, daß der Rück- tritt des Militärbefehlshabers für Sachsen, Generalleutnant Müller, bevorstehe. Die Meldung entspricht nicht den Tatsachen. Hingegen hat gestern zwischen dem Militärbefehls- haber und dem sächsischen Ministerpräsidenten Dr. Z e ig n e r «ine Unterredung stattgefunden, die wesentlich zu einer Entspannung der Lage beitragen dürfte.- genommen, der die Weiterexistenz des Reiches zu zermalmen drohe. In diesem Sinne solle die bayerische Kundgebung als ein Alarm- s chuß betrachtet werden: D a s R« i ch i st i n G- s a h r. öaöen und öas Reich. Gegen de« Preiswucher der Kartelle. Sarlsruhe, 18. Oktober. gezwungen wäre, mit der gleichen Vorlage dieselbe Steuerguelle zu erschließen._ Englischer kohlen kredil für Deutschland?„Evening Standard' zufolge sollen nach Deutschland sehr große Kohlentredite in Höhe von mehreren Millionen Psund Sterling gegeben worden sein, um ihm zu ermöglichen, über die Wintermonate hinwegzukommen. Dies« Kredit« seien von einem starten Konsortium von Londoner Banken zum Teil zwecks Verminderung der Arbeitslosigkeit in Eng- land gegeben worden. Das Grotwunder. Von M i r o l. .wir haben in letzten Iahren vieles als Tatsachen kennen- ecernt, an dessen Möglichkeit wir früher nicht geglaubt hätten. So ». B., daß das Gemüse in den Gärten, das Getreide auf den Feldern, die Kartoffeln in der Erde nach dem Dollarstande wachs«. Die Tatsache schien wissenschaftlich unmöglich zu sein, bis ein deutsch- nationaler Gelehrter sie so sicher und treffend begründet hatte, daß man sich wundern muß, wieso man nicht schon längst auf dies« Erklärung verfiel. Alle dies« Pflanzen wachsen in freier Lust, in der Luft weht ein freier Wind, dieser Wind kommt aus fremden Ländern(ohne Zoll zu bezahlen), hochvalutarischen, streicht über das Getreide, drückt es, wenn der Dollar schlecht steht, nieder oder kitzelt es bei einer Dollarhausse hoch, damit es besser wächst. Selbst- verständlich ist dieser Vorgang lediglich ein« Folge der vermal«- deiten Freiheit beim Wind und in der Luft, so daß nicht die armen Bauern, sondern in Wirklichkeit die Sozis und ihr Anhang an den Getreidepveisen schuld sind. Die Detreidepreis« wiederum sind die Ursache der täglich stei- genden Brotpreise. Aber hier tritt eine Erscheinung in Kraft, die selbst dieser namhaft« Gelehrte nicht erklären konnte, und die man durchaus als ein Wunder bezeichnen muß. Die Materialien zur Herstellung des Brote«: Getreide, Kohle usw. sind von dem Bäcker zu einem bestimmten Preise einnekaust worden; der Lohn der Gesellen wird wöchentlich reguliert— trotz allem oerändert sich der Vrotpreis, wie ti« letzte Woche z. B. gelehrt hat, täglich. Dasselbe Brot tostet heute den einen und morgen einen höheren Preis. Man hat als Erklärung für dieses Wunder ein Sympathiegefühl des Brotes zu dem Bäcker angenommen. Es ahnt, daß die Dollarsteigerung all« Rohprodukt« beim nächsten Einkauf verteuern wird, und hält seinen Preis so hoch, daß der Bäcker immer die gleiche Meng« vom Roh- Produkten einkaufen kann. Das natürlich sehr anständig vom Brot gedacht, und es wäre widersinnig, etwas dagegen«inzuwenden, wenn es nicht die Dollartück« gegeben hätte. King Dollar hat so recht Königslaunen. Mitten im schönsten Steigen hält er plötzlich an und geht zurück. Meist nicht für lang«, aber doch für genügend Zeit, um das arme, ehrliche Brot in«in« äußerst peinliche Lag« zu bringen. Denn das Getreide, ja sogar die Kphlen sind so gemein und folgen der rückwärtigen Bewegung des Dollars. Bei den Kohlen ist die Sache allerdings nicht so ganz klar. Die Kohlen haben nämlich eine merkwürdige, ebenfalls wissen- schaftlich unerklärt« Eigenschaft, sich zu verflüchtigen. An den Tagen der Dollarhauss« liegen ganze Berge von Kohlen bei den Händlern. Man kann mehr davon haben als man Geld hat. So- bakd der Dollar fällt, verflüchtigt sich die Kohle. Man kann hundert Händler abklappern. Nicht ein Brikett ist da. Da kann man die Laune der armen Menschen verstehen, denen solche Kohlen- berge über Nacht verschwinden! Dieser Perlust! Und das Publikum ist so rücksichtslos, daß es sich wundert, wenn es von einem Kohlen- mann ordentlich angefahren wird. Was ist es auch so blöde, ausge- rechnet dann nach Kohlen zu fragen, wenn sie in Papiermark billiger werden!— Doch theoretisch, auf dem Papier, werden auch die Kohlen billiger. Was soll nun da» Brot machen? Auch billiger werden? Das kann kein vernünftiger Mensch verlangen. Denn wenn das Publikum merkt, daß das Brot wirklich billiger werden kann, so wird e» die Läden an solchen Togen stürmen. Der Bäcker wird sein ganzes gutes Brot los und kann dann zusehen, wem«r die Brot« an den nächsten Tagen verkaufen soll. Und so geschieht an diesen Tagen das zweit« Brotwunder: während der Dollar und die Rohprodukte fallen, bleibt da» Brot unbeirrt teuer. Für die wissenschaflliche Erklärung und Begründung dieses Rätsels soll«in hoher Preis ausgesetzt sein. Märchenfilme. Don Karolu». Es hat«in« Zeit gegeben, wo die Märchenfilm« beinahe das Kurzweiligste waren, was auf der Leinwand zappelnd sich bewegt«. Das mag jetzt zehn, zwölf, fünfzehn Jahre her fein, und der Märchenfilm ist undsrdessm gründlich vergessen und vernachlälsigt— vergessen vom Publikum und von der Filmindustrie. Stetig kam Neues, Sensationelles. Niedagewesenes— Riesenfilmwerke, mehraktige, mehrteilige Filme. Di« Zeit war gründlich vorüber, wo sich die Leute allein an den zappelnden, lustigen Bildchen auf der Leinwand satt und froh sahen. Da brachte man es aus begreif. lichen Gründen nicht mehr fertig, die alten kurzwelligen Märchen- film« aufmarschieren zu lassen. Aber zu modernen Märchenfilmen schwang man sich auch nicht auf! Doch der Gerechtigk-it die Ehre! Wohl machte man mancherlei Versuche zu— Dersuchen. Die herrlichen deutschen Volksmärchen sollten lebendig gemacht werden, die armen, verkommenen Märchen, die mehr und mehr in Vergessenheit gerieten. Wer kennt sie über- Haupt noch in der Großstadt? Trotzdem wollte man Märchenfilme bringen und brachte hie und da einen steifen, für Kindersinn un< verständlichen Spiel- und Märchenfilm. Er schlug natürlich nicht ein, und das Ende vom Liebe war—«in« heilig« Scheu vor Märchenfilmen, Der Film von heut« nun. oermag e r die Märchen zu neuem Leben zu erwecken? Lohnt es sich? Bringt es Gewinn? Es lohnt sich zweifellos. Natürlich ist es ganz und gar nicht mit-dem Märchenfilm« von einst getan. Nicht mit Gestalten in phantastischen Gewändern, die beim Scheine der Jupiterlampen aufgenommen sind und die den peinlichen Eindruck hervorrufen, als seien sie Karneoalteilnehmerl Da schwindet jede Illusion. Das Kind muß hinzudenken können. Es darf nur schattenhafte Hand- lung sehen, Halbunwirklichteit, So etwa muß der Film wirken, wie man Märchen Kindern erzählt: einfach, unaufdringlich. Dann wird der Film Freud« bringen. Dos ist etwas anderes. Besseres, Helligeves als Nervenkitzel, Belustigung. Belehrung. Zwei Arten Märchenfilm« halte ich außer dem Märchcnspiel- film nach wie vor noch für besonders wirksam. Zunächst den Zeichenfilm, den lustigen Scyelm. der Jung und Alt höchst ergötzt. Wie könnt« gerade er Märchen erzählen! So kraus, so liebevoll, so lustig, so verschmitzt! Wie könnte hier die Phantasie schalten und walten! Und würde schließlich noch«in Märchen. erzähler oder eine Märchenerzählerin die Geschichte vom bösen Wolf erzählen— wie würde da der Film wirken und Freud« bereiten! Di« andere Art ist der P u p p« n sp i« l e r fi lm. Die Auf- nähme ein«? Puppenthcatervorstellung mit lebensgroßen Puppen. Die Fäden schwarz auf schwarzem Hintergrunde würden oer- schwinden. Nur die gespaßiger, Puppen müßten zu sehen sein mit ihren lustigen Bewegungen. Wenn aber Texte, dann am besten in Reimen, in deutlicher Handschrift, damit die meisten Kinder es zu lesen vermögen._ Eine neue Erdbebeulhevrie. Für die Erklärung so ungeheurer Katastrophen, wie des letzten japanischen Erdbebens, bringt der fran- zösische Geologe Belot in der Pariser Akademie der Wissenschaften eine neu« Erklärung vor. Er behauptet nämlich, daß diese Erdbeben durch das plötzliche Eindringen gewaltiger Wassermengen in die seuer- flüssigen Schichten unterhalb der Erdkruste hervorgerufen werden, nicht durch Zusammenziehung der Erdkruste, die man mit einem Ab- kühlungsprozeß in Zusammenhang bringt. Belot ist der Zlnsicht, daß die Bewegungen eines vulkanischen Meeresbodens in großen Tiefen wie beim Stillen Ozean, in dem eine Küstenlinie, wie die Japans oder der Westküste Amerikas, wie ein steiler Abgrund abfällt, Risse oerursachten. Dies« Riss« gestatten dem Meere, in große Höhlungen unter der Erdkruste, die mit Dampf gefüllt sind und in denen die>. Temperatur zwischen 500 und 700 Grad Fahrenheit schwankt, einzudringen. Wenn der Riß auf dem Meeresboden stattfindet, erfolgt der erste Erdstoß. Das Meer strömt dann in die gigantischen Höhlungen hinein und verursacht das eigentliche schwere Erdbeben, wie es jetzt Tokio und Yokohama zerstört«. Zu derselben Zeit»er- ursacht das Einströmen der riesigen Wassennassen in diese Höhlung einen plötzlichen Fall des Meeresspiegels, der sofort durch eine hohe Flutwoge kompensiert wird. Dies« Flutwog« kann sich mehrmals wiederholen, bis das Gleichgewicht hergestellt ist, und ihre Wirkung kann auf große Entfernungen über die ganze Oberfläche des Ozeans bemerkt werden._ Dr./, Nhr im Kunstgewerbemuseum über ,D er Künstler und sein Werk'. Karlen am Saaleingang.— Freitag, den 13. Ott. hält Bruno H. B ü r g e I in der Musilhochschule, Hardenbcrzstr. einen Licht- büdervortrag über da» Thema„Im Unendlichen'. Die Grosse Bolksoper hat da» alleinige ErstaussührungSrecht der drei Hindcmithschen Einakter: lliusch-Nuichi, Sancta Susanna. Mörder, Hoss- nung der Frauen erworben. Sie werden im Frühjahr 1924 in Szene gehen. Der Luftdlenft«oprnhageu.Hamburg, der seit dem 17. April täglich verlehrte, bat dieser Tage eine erfolgreiche Saison zum Abschlug ge» bracht. Kein einziger Unglücksfall ist eingetreten. Die» ist eine» der besten Resultate aller europäiichen Linien. Die zurückgelegte Entfernung betrug 90 000 Kilometer, die Zahl der Passagiere 414. Die Tarifpolitik der Reichsbahn. Eine Begründung des Reichsverkehrsministers. Ein Vertreter des WTB. befragte den Reichsverkehrsminister nach fskier Tarifpolitik und Finanzoebarung im Zähmen der Absichten der Reichsregierung. Reichsverkehrsminster Oeser führt« dazu ungefähr folgendes aus: Ich verkenne durchaus nicht den Druck, der auf das Wirtschafts- leben zumal in unserer heutigen Lage durch die Eisenbahntarif« aus- geübt wird. Aber bei der Beurteilung der neuen Schlüsselzahlen der Eisenbahntarifs darf man nicht schlechthin von Erhöhungen reden. Denn diese Erhöhungen sind doch zur chauptsache nur die durch die finanzielle Not erzwungene Anpassung der Eisenbahn- tarife an den sinkenden W e rt des Geldes. Wenn die Tarife mit der zunehmenden Teuerung sich immer härter fühl- bar machen, so drückt sich auch hierin nur die zunehmende Bedrängnis des deutschen Wirtschaftslebens «us. Die Reichsbahn ist ein Betriebsuniernehmen wie andere industrielle Unternehmen auch, sie muß ihr Personal entsprechend der allgemeinen Teuerung besolden und zur Beschaffung von Kohl«. Eisen usw. die Preise erlegen, die von den erzeugenden Industrien gestellt werden. Wenn sie davon absehen würde, ihre Ausgaben durch Einnahmsn in Gestalt einigermaßen auskömmlicher Tarife zu decken, so würde sie es damit der Notenpress« überlassen, für Deckung Zu sorgen, und durch Vermehrung dieser reinsten Inflation alle Versuche, die Währung zu sanieren, von vornherein unmöglich machen. Voraussetzung für ein« Gesundung der Reichsfinanzen ist, daß die Betriebe des Reiches sich selbst erhalten. Als die letzte Erhöhung der Schlüsielzahl beschlossen wurde, galt es, den Ausgleich für einen ungedeckten Ausgabenbedarf für den Schluß des Rechnungsjahres von Stö VM Billionen Mark zu schaffen; wären die Tarife nicht erhöht worden, so wäre eine Erhöhung der Reichsbahnabhebungen bei der Reichshaupttasse täglich— wirklich täglich!— um 3400 Billionen Mark die Folg« gewesen. chierbei ist aber zu berücksichtigen, daß eine Abdeckung für die Kosten des Ruhreinbruchs noch nicht erfolgt und daß Reserven irgendwelcher Art seit 1919 von der Eisenbahnoerwaltung nicht angesammelt«er- den konnten. Im Vergleich mit den Kosten der Materialien, deren die Reichsbahn zur Ausfiibrung des Betriebes bedarf, bleiben die Schlüsselzahlen der Eisenbahntarife hinter den Teue- rungsziffern der Materialien durchweg beträchtlich zurück. Zwar hat die Herabsetzung der deutschen Kohlengeldpreis« ver- billigend eingewirkt: sie konnte aber deshalb nur von geringem Einfluß sein, weil die Reichsbahn infolge der nach wie vor unser- ändert bestehenden Abfchließung des Ruhrgebietes ganz überwiegend auf ausländische Sohlen angewiesen bleibt. Der Durchschnittspreis für deutsche Kohl« der Reichsbahn, der sich mit den für englisch« Kohle zurzeit ungefähr deckt, beträgt heute das 4,2milliHI,-ß- lich 50 Millionen Mark, bei einer Entfernung von mehr als 5 Kilo- meter bis 15 Kilometer 100 Millionen Mark, bei einer Entfernung von mehr als 15 Kilometer bis 25 Kilometer 150 Millionen Mark, bei einer Entfernung von mehr als 26 Kilometer bis 50 Kilometer 300 Millionen Mark, bei einer Entfernung von mehr als 50 Kilo- meter bis 100 Kilometer 450 Millionen Mark, darüber für jede an- gefangenen 100 Kilometer mehr 150 Millionen Mark. Für drin- gende Gespräche das Dreifache, für Blitzgespräche da? Hundertfach« der Gesprächsgebühr fitt ein gewöhnliches Ferngespräch.— Im Telegrammverkehr sind die wichtigsten Gebühren vom 20. Oktober an: sür Fernteiegramm« Grundgebühr 80 MiKonen Mark und außerdem für jedes Wort 40 Millionen Mark, für Orts- telegramm« Grundgebühr 40 Millionen Mark und außerdem für jedes Wort 20 Millionen Mark. Zu dem ZNädchenmord in der Oudenarder Straß« wird mit- geteilt, daß der flüchtige Schaper trotz aller Nachforschungen der Kriminalpolizei noch nicht ermittelt ist. Man rechnet auch damit, daß er Selbstmord begongen hat, nachdem ihm klar geworden ist, was er angerichtet Hot. Der Sturz au« den: einfahrenden Zug. Am Dorwwrskigabend, 7,25 Uhr. fiel auf der Uebersührung der Kaiser- Fri'edrich-Straße aus dem einfahrenden Zug 1884 die Köchin Dina Greser, wohnhaft Berlin, Strausberger Straße 30, und zog sich ein« Gehirnerschütterung und Derletznngm an Kopf. Ariü und Deinen zu. Sie wurde mittels Krankenwagens nach dem Urban- Krankenhaus« gebracht. Die Beiträge zur Invalidenversicherung sind durch Verordnung des Reichsarbeitsministers von neue in verzehnfacht worden, so daß das Hundertfach« des aufgedruckten Wertes dafür zu zahlen ist. Die neuen Beiträge gelten vom 22. Oktober 1923 ab. Bis Sonnabend, den 20. Oktober, hat das Pubfitum noch Gelegenheit, die Marken zum zehnfachen Beirage des Rennwertes bei den Postämtern zu kaufen. Ein« alle Samplerin der Partei, die Genossin Louis« R« i- chelt(121. Abt.). ist,«1 Jahre alt. gestorben. Wenn eruck Louise Reichelt im öffentlichen Leben nicht besonders hervorgetreten ist, so dürft« doch ollen älteren Genossen, die in den 90«r Jahren in der Agitation standen, ihre mutige Persönlichkeit noch in Erinnerung sein. Di« Einäscherung findet Sonnabend nachmittag 3 Uhr im Krematorium Daumschulenweg statt. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. In der Nacht zu Sonnabend etwa« Rezen» dann veränderliche Bewölkung, etwas böhere Nacht», aber niedrigere Tages» temperatur, auffrischende südliche ViS südwestliche Binde Der Gasverbrauch der Unbemittelten. Gewerkschaftsbewegung Der Weg zur Produktionssteigerung. nicht ein Revisionsverfahren anzubahnen, das gefährlich und schwierig fein würde, sondern eine eingehende Umfrage bei den Nach dem neuesten Magistratsbeschluß tann bei der Einverschiedenen Staaten über ihre Abänderungswünsche zu vers faffierung des für zwei Wochen fälligen Roftenbetrages für Gas und anstalten. Wie das amtliche Kommuniqué des Arbeitsamtes mit Strom ein Borschuß bis zur Hälfte dieses Betrages teilt, erklärten hierauf die Arbeitergruppen des Verwal für die nächste Ablesperiode als wertbeständig gezahlt Die Arbeitslosigkeit in Deutschland hat den Charafter einer tungsrates, daß sie an dem Text des Washingtone: Abkommens werden. Das ist also die gleiche Art der Borauszahlung, wie fie festhalten und sich zu feinem Revisionsverfahren verstehen und einige Wochen hindurch ohne Mitwirkung der Kassierer angenommen Ratastrophe angenommen. Ueber die Ursachen dieser Arbeits- auch zu feinen Vorschlägen hergeben wollen und daher die Neu< wurde, was sich bekannt.ich bald als undurchführbar herausgestellt lofigfeit fann heute eine Meinungsverschiedenheit nicht mehr be- regelungen des Unterausschusses ablehnen. hatte. Bon tem neuen Borschußsystem werden voraussichtlich faft stehen. Es gab eine Zeit, wo man in Unternehmerkreisen des alle bemittelten Berbraucher Gebrauch machen. Was aber machen Handels und der Industrie der Ansicht war, die Produktion wie bie Unbemittelten, insbesondere die vielen Erwerbslosen, die deutsche Wirtschaft überhaupt tönne gefördert werden durch eine denen es schon außerordentlich schwer oder oft unmöglich ist, die Forcierung der Ausfuhr. fällige Rechnung zu begleichen? Weshalb muß überhaupt der nachDiese Steigerung der Ausfuhr suchte man nicht etwa durch die weisbar Minderbemittelte das Gas zur Herrichtung färglichster Mahlzeit genau so teuer bezahlen wie der Wohlhabendste? Allen Steigerung der Konkurrenzfähigkeit der Betriebe diefen Minderbemittelten war schon früher die Vorauszahlung nicht herbeizuführen; das würde von den Betriebsleitungen erhebliche möglich. Bei ten jetzigen Gas- und Strompreisen wird es noch Anstrengungen erfordert haben. Die Betriebe tönnen ihre Ronweniger möglich sein. Die Folge ist, daß die Schwachverdiener, turrenzfähigkeit nur steigern, wenn sie 1. über einen Stamm hochwie bisher schon bei Teilzahlungen auf den fälligen Betrag, Gas und qualifizierter, gutbezahlter Arbeiter verfügen; 2. die technischen Strom bedeutend teurer bezahlen müffen als die Bielverdiener. Einrichtungen auf der Höhe halten; 3. den Leerlauf ausschalten und, Mit anderen Worten: Die Einführung der Gutscheine ist nur wieder last but not least, beim Einkauf der Rohstoffe und beim Berkauf eine Brämie für die Zahlungsträftigen. Die Zahlungsschwachen tönnen fich zwar an die Wohlfahrtsämter an die letzten Verbraucher die Zwischengeglieder möglichst aus menden, aber das macht nur Arbeit und neue Verwaltungstoften. Schalten. Was das Wohlfahrtsamt zahlt, tommt ja aus dem gleichen großen Zopf, in den die Gesamtzahlungen für Gas und Strom fließen. Onkel und Neffe. Diese Voraussetzungen der Konkurrenzfähigkeit erfordern aber ein unausgesetztes Arbeiten, eine ständige Konzentrierung aller geiftigen Kräfte der Betriebsleitungen, die alle gerichtet sein müffen auf das eine Ziel: Erhöhung der Konkurrenzfähigkeit. Internationales Arbeitsamt und Landwirtschaft. Ein Beirat für Landwirtschaft wurde gemäß Uebereinkommen zwischen dem Internationalen Arbeitsamt in Genf und dem Internationalen Landwirtschaftsinstitut in Rom eingesetzt. Jedes der beiden Institute ist durch drei Mitglieder vertreten, wozu noch Sach verständige fommen. Die erfte Tagung des Ausschusses fand jüngst in Genf ftatt. Sie befaßte fich mit Fragen der Berufsausbildung der Landarbeiter, den landwirtschaftlichen Genossenschaften und der Berhütung des Milzbrandes unter den Viehbeständen. Zum ersterwähnten Punkt wurde ein Fragebogen zur Bor lage an die Mitgliedsstaaten der Internationalen Arbeitsorganisation entworfen, der folgende Bunkte behandelt: 1. Gefeßgebung. 2. Aufnahme landwirtschaftlicher Gegenstände in die Lehrpläne der Boltsschulen. 3. Landwirtschaftliche Fortbildungs. ichulen. 4. Besondere Einrichtungen für ländliche Erziehung 5. Landwirtschaftliche Hochschulfurfe. Ein Fragebogen über Arbeitergenossenschaften m der Landwirtschaft bezieht sich auf nachbenannte Gegenstände: 1. Genossenschaften für landwirtschaftliche Arbeit. 2. Genoffen schaften für Landerwerb. 3. Genossenschaften zur Bachtung von Land. 4. Landwirtschaftliche Krediteinrichtungen. Es liegt auf der Hand, daß nach dem Kriege und nach der ReGinen guten Fang machten Kriminalbeamte auf dem Stettiner Bahnhof. Hier fiel ihnen ein älterer Mann auf, der mit polution eine derartige Produktions- und Wirtschaftspolitik nur einem jungen Burscheut aus der Provinz fam. Die beiden mit der Arbeiterschaft gemacht werden konnte und auch darüber mögen sich die Unternehmer teinerlei Bei Verhandlung des zweiten Punktes wurde es als erwünscht schleppten sich mit einem schweren Rudfad, aus dem Blut her heute noch austropfte Die Beamten vermuteten, es mit Geflügel Täuschung hingeben nur möglich ist, wenn die Arbeiterschaft mit bezeichnet, den Beziehungen nachzugehen, die zwischen ländlichen dieben zu tun zu haben und fanden ihren Verdacht auch bald dem Herzen und dem Verstande dabei mithilft. Aber gerade davon Kreditgenossenschaften einerseits und Produktiv- sowie Konsum bestätigt. Der Sad enthielt 21 Hühner und 2 Puten, die alle wollten die Unternehmer in ihrer großen Mehrheit nichts wissen. fich das Internationale Landwirtschaftsinstitut in Rom bereits be frisch geschlachtet waren. Die beiden wurden verhaftet und Sie wollen in allen Stücken selbständig disponieren", faßt, das deshalb ersucht wurde, zusammen mit dem Internationalen als ein gewiffer raas und fein Reffe festgestellt, die sich nicht nur, wie das vor dem Kriege der Fall war, im Aufsuchen von Arbeitsamt die Mittel festzustellen, mit deren Hilfe landwirtschaftliche feit längerer Zeit wohnungslos in Berlin aufhalten. Bon bier Abfahmärkten und Rohstoffquellen, auch innerhalb der Be- Genossenschaften( und besonders Kreditgenossenschaften) eine dirette aus unternahmen jie ständig Fahrten in die Proving, um Geflügel triebe wollen sie die alte Ordnung" wiederhaben. Aber so, Berbindung zwischen Erzeugern und Verbrauchern zu stehlen. Bei der letzten Fahrt hatten sie einem Besizer bei Neu- wie sich die Unternehmer diese alte Ordnung heute vorstellen, hat landwirtschaftlicher Produkte vor allem den Konsumvereinen Stettin den ganzen StalI ausgeräumt. in Wirklichkeit nie bestanden. Denn diese alte Ordnung" hatte anzubahnen imftande wären. zur Borausseßung auch geordnete wirtschaftliche ZuDer Verband Bolksgesundheit. stände, soweit dies innerhalb der fapitalistischen Gesellschafts- Die neue Reichsmehzahl für Beamte nnd Arbeiter. Seit Jahren ist die organisierte Arbeiterschaft bemüht, ben bürordnung überhaupt möglich ist, zur Basis einen feft gefügten Gestern haben im Reichsfinanzministerium Berhandlungen mit gerlichen Sport- und Kulturorganisationen eigene profetarische ent- autofratischen Staat und zu Trägern eine Herren den Spizenverbänden der Beamten, Angestellten und Arbeiter stattgegenzufeßen. Trotzdem sind noch viele Genossen Mitglieder bürger- schicht, deren politische Fähigkeiten noch wenig angezweifelt gefunden. Die Lohnmeßzahl für die Arbeiter soll in der dritten licher, sogenannter neutraler Bereine für Naturheilkunde, Homöo pathie, Biochemie, Lebensreform usw. Sie vergeffen dabei oft die waren unbeschadet der politischen Gegensätze, die auch damals Ottoberwoche endgültig eine Million, bie Meßzahl für die fozialen Zusammenhänge, die sozialen Krankheitsursachen und Heil- fchon bestanden. Die Arbeiterschaft fand sich mit den Zuständen ab, Beamtengehälter im dritten Oktoberviertel 159 000 betragen, inittet. Der Besigende fann sich weit mehr Gesundheitspflege leiften unter dem Borbehalt eines Rampfes auf lange Sicht. als der Proletarier, dem im nichfichtslosen Kampf ums Dasein noch Inzwischen ist der autokratische Staat durch die Unfähigkeit vielfach die Möglich leit fehlt, gejundheitsgemäß zu leben. Freilich seiner Träger zusammengebrochen. Diese Unfähigkeit liegt Generalversammlung der Fleischer. fann auch der einzelne persönlich schon heute für seine Gesundheit so klar zutage, daß sie auch nicht von der Bourgeoisie bestritten wird. Die legte außerordentliche Generalversammlung hatte f vieles tun oder vernachläffigen. Eine Organisation wie der er unsere Wirtschaft ist gleichfalls zusammengebrochen, und zwar unter anderem mit der Verminderung der Zahl der Angestellten, band Boltsgesundheit, die Zentralorganisation der Arbeitervereine für Gefundheitspflege, Heilkunde, Lebensreform ist also durch die furzsichtige Gewinnsucht der Bourgeoisie selbst. Wie fann bem Neuaufbau der Geschäftsleitung und mit der Ergänzungswahl Der Berband fördert ein richtiges Verhältnis zur man unter diesen Umständen erwarten, daß die Arbeiterschaft sich leitung feßt sich jetzt folgendermaßen zufammen: Bevollmächtiger Natur, ist mit den großen Arbeitersportverbänden fartelliert, übers der Autorität der Bourgeoisie unterordnen wird, die selbst weder Emil Weill, Kaffierer Ludwig Fischer, Sekretär Rich. Schultz. In Reich in Ortsvereine und Baue gegliedert. Der Siß ist Dresden- N., den Mut und die Einsicht hatte, den Zusammenbruch des alten die Hauptverwaltung des Verbandes wurden die Kollegen Karl Große Klostergaffe 8. Da die Bewegung in Norddeutschland noch Staates zu verhindern, noch die Fähigkeit befißt, die Wirtschaft auf- Goldat, Baul Sagaffa, Mar Friedrich, Otto Sternheimer und verhältnismäßig wenig verbreitet ist, mögen besonders auch die Groß zubauen! Wie fann man erwarten, die Arbeiterschaft werde sich in Alwin Träger gewählt. Berliner Genossen dafür sorgen, daß wir hinter dem Reich nicht zu wirtschaftliche Verhältnisse einfügen, die ihr noch nicht einmal von rübleiben. Der Berliner Ortsverein tagt jeden Donners- heute auf morgen eine Existenzsicherheit gewährleisten! tag, abends 8 1hr, Niederwallstr. 12. Borsitzender Gen. Hans. Guttheil, Lehrter Str. 48c. Unfer Neuköllner Naturheil verein E. B. entfaltet besonders reges Leben in seinem Luft. bad Karisgartenstraße. Borfizender Gen. Wilhelm Rüht, Hermannftr. 176 1. Gauleiter für den Gau Berlin- Brandenburg ist Hermann Hauptmann, Berlin SD., Michaelfirchplatz 19 IV. Der Dolchfioß gegen die Republif. Die Ortsgruppe Berlin des Deutschen Republitanischen Reichsbundes und die ihr angeschlossenen Kulturverbände rufen zu einer großen republitamischen Morgenfeier auf, die in dem Riefenraum der Alhambra am Morigplay am fommenden Sonntag, den 21. Oftober, vormittags um 11 Uhr, ftattfinden soll. In einem, durch Künstlerkonzert und Rezitationen erster Berliner Schauspieler gebildeten Rahmen, werden zu dem Borstoß der wirtschaftlichen und politischen Reaktion gegen die Republik bekannte Republitaner aller Barteiridtungen das Wort ergreifen. Die polnischen Enteignungsschäden. Deutsche, welche durch volnische Liquidations- und Enteignungsmaßnahmen geschädigt bzw. ungenügend entfchädigt wurden, follen sich unverzüglich an die Abteilung IV, Bolen, des auswärtigen Amtes, Berlin, Wilhelmstraße 74, wenden, da die Frist für einreichung der Klagen vor dem deutsch- polnischen Schiedsgericht in Paris bald abläuft. Es ist also mindestens eine Utopie der Unternehmer, zu glauben, fte fönnten wieder ihre 3wangsherrschaft aufrichten und mit ihr eine gefteigerte Produktion hervorrufen, vornehmlich, indem die Arbeitszeit verlängert wird. Diese utopische Unternehmerauffaffung ist weiter nichts als ein verzweifelter Versuch von Bankerotteuren, ihren Bankerott aufzuhalten. Die GeschäftsLohnfarif für die Berliner Landschaftsgärtnerei. Die Stundenlöhne betragen in Millionen Mart ab 15. Oftober: für Gärtner im ersten Jahr der Branchentätigbeit unter 20 Jahren 312, über 20 Jahre 333, nach einjähriger Branchentätigkeit 333 bzw. 350, Obergärtner und Anlageleiter 357, Arbeiter 305 bzw. 333. Die Landzulage be trägt pro Tag 1054; ab 18. Oftober in derselben Reihenfolge 400 bzw. 428, 428 bzw. 450, 459, 392 bzw. 428, 275, Landzulage 1355. Anmerkung: Im Hinblick auf die ungeklärte Situation bezüg Bankerott gemacht hat das System der Spekulation auf die fich der Lohnregelung in den anderen Berufen haben sich die Ber. Mortentwertung, der Inflationssteuer, der Forcierung der Ausfuhr tragsparteien ein Revisionsrecht der Lohnhöhe vorbehalten. Die auf Kosten des Inlandsverbrauchs. Das Ausland kann auf die vereinbarten Beträge sollen jedoch zunächst gezahlt werden. Dauer nur in dem Maße von uns kaufen, in dem wir von ihm Der Mindestwochenlohn für Poliere. Für Maurerpoliere, kaufen. Aller Handel ist ein Tauschgeschäft. Wie es sich mit dem Zimmerpoliere und Betonpoliere beträgt vom 13. Oftober bis Außenhandel verhält, so liegen auch die Dinge im Inlande. Die 19. Oktober der Mindestlohn 40 011 Millionen. Wo vorher höhere Landwirtschaft konnte sich eine Zeitlang auf Rosten der städtischen Löhne gezahlt wurden als der Mindestlohn, erhöhen sich diese um Bevölkerung bereichern. Nun hat auch diese Ausplünderung ber 625,5 Broz. Der Mindestwochenlohn für Schachtmeister beträgt städtischen Verbraucher an der Ueberteuerung der Industrieprodukte 39 900 Millionen. und an der Inflation ihre Grenze gefunden, Achtung, Töpfer. Der Stundenlohn beträgt vom 14. bis 20. Dtfann, gibt es nur einen Ausweg: die Steigerung der Ronkurrenz Aus diesem wirtschaftlichen Chaos, das unmöglich fo fortbauern tober 778 Millionen, Der Cohn für Glafer beträgt für die Zeit vom 12. bis 18. Ottofähigkeit der Betriebe mit den eingangs erwähnten Mitteln, geber 707 Millionen pro Stunde. Hilfsarbeiter erhalten das Lohn st üht auf die Mitarbeit der Arbeiterschaft. Jeder abkommen im Bureau. andere Weg führt uns noch weiter ins Berderben. Tagung des Internationalen Arbeitsamts. Edo Fimmen, der von seinem Posten als Sekretär des Allge meinen Internationalen Gewerkschaftsbundes zurüdgetreten ist, ist auf eine: Konferenz der Abteilung Seeleute des Internationalen Transporarbeiter- Bundes zum Sekretär dieser Abteilung ernannt worden. Bei einem verdächtigen Handel mit Wäsche wurde eine Frau aus der Bergmannstraße ertappt. Sie verlaufte in der Schönhauser Straße und Kneipen der Nachbarschaft fleißig und fand ständigen Absatz bei Prostituierten. Die Striminalpolizei ftellte fest, daß In der gestrigen Schlußfihung des Berwaltungsrates des ihre Ware aus Ginbrüchen herrührt. Bei einer Durch Internationalen Arbeitsamtes fand anläßlich der Vorschläge des Achtung! BSPD..Buchdrucker Reuköllns. Am Sonnabend, abends 18 Uhr, bei suchung der Wohnung fanden die Beamten die Spinden Unterausschusses für den Achtstundentag eine längere De- Gohlke, Hermannstraße 199: Sujammenfunft. Tagesordnung: Die bevorstehende noch wohlgefüllt und beschlagnahmten alles. Die unbekannten batte über die Mittel statt, mit deren Hilfe die Ratifizierung des Delegiertenwahl. Es ist Pflicht der jezigen Delegierten, anwesend zu sein. Eigentümer tönnen sich die Wäsche, die v. S., M. L., A. S., Washingtoner Abkommens über den Achstundentag zu erleichtern B. S. 2, b. G. und b. d. Et. gezeichnet ist, im Zimmer 79 des wäre. Die englische Regierung hatte bereits im Jahre 1921 eine Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Birtschaft: Artur Saternus; Polizeipräsidium ansehen. Revision des Abkommens vorgeschlagen, bie, ohne den Grund Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Frig Karftäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. faz des Achtſtundentages zu berühren, einige Beftimmungen Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei biegsamer" gestalten sollte. Der Unterausschuß schlug nun vor, und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin S. 68. Lindenstraße 3. Für die Unterstützung der Arbeitslosen stiftete die Butterhandlung„ Drei Sterne" 5 000 000 000 mt. Am Dienstag verstarb im Alter von 61 Jahren meine liebe Frau, Mutter u. Großmutter Luise Reichelt, geb. Orlinler. Einäfcherung Connab. nachm. 3 Uhr im Krematorium Baum faulenweg. Die trauernden Hinterbliebenen Albin Reichelt. Bettwäsche Wäschestoffe Handtücher, Hemdentuche, Damast, Dimiti, Linon, Züchen, Inletts, Bettlaken usw. Achtung! Ausschneiden! Milliarden sparen Sie Metallbetten Verkaufe mit halber Anzahlung, Rest 2 bis 3 Wochen Ratenzahlung bei ERICH SCHULZ Neukölln, Kals. Friedr.- Str.220 an der Weichselstr. Herren- Sportbekleidung dertrikots, Trikotagen, Kinderswea Wollcord- sowie Lindener Cord- Samt- Manchester- Sport- Anzüge, flotte Breeches- und Reitstiefelhosen, Jagd- u. Wirtschaftsjoppen, Wintermäntel, Ulster, Schlüpfer, Lodenmäntel, Gummi- Regenmäntel in viel Farben. Für den Winter: Strumpfwaren, Kinters, Wollwaren, Damen- Schlüpfer, Wolle, Nähgarn. Arbeiter- Berufskleidung BESTECKE wie gut verarbeitete Arbeitshosen aus Cord u. Samtmanchester, Engl.- Leder-, Pilot-, Stoffund Zwirnhosen, Arbeitsblusen, Litevken, warme Unterzieh- Strickjacken usw. In vielen Farben. Jagd-, Sport- u. Tourenschuhe Jagd- Schnürstiefel, Gutsbesitzer- u.InspektorReitstiefel in Schwarz mit festen Schäften, Kav.- Reitstiefel-( kein Militär-), doppelsohlige YOOS mitu.ohne Silberauflage. Riesenauswahl, nur billigste Preisberechnung M. Dinse, Juwelier Lichtenberg, Franki. Allee 202 Nähe Bahnh. Lichtenb.- Friedrichsf. Teleph. Lichtenberg 3322 Willst du preiswert Hosen kaufen, mußt zu Anzüge Paletots Hosen fertig und nach Maß Gummimantel Manchester- Loden Knaben- Garderob. Wäsche, Hüte Gute Waren Billige Preise ZahStahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. Kat.30A frel. Elsenmöbelfabr. Suhl Thür. Spezial.Behandl par für Ischias In Hüften, Gesäß u. Bein i. 15 T. baseit. Invalidenstr. 106. 9-11, 4-6. Jacoby. Bon unten auf Ein neues Buch der Freiheit Gesammelt und gestaltet von Franz Diederich Aus dieser umfassenden Sammlung sozialer Dichtungen wintt dem ProletariatFreude am Leben u.Kraft zum Aufschwung. Ein dichterifches Anbachtsbuch für den So. atalisten, bas auch jeber Bortragende bei Bergn ftaltungen benusen follte. Schön in Salbleinen geb. zu konkurrenzlos und Straßenschuhe, Strohsäcke, Mehl-, Getreide- u. Kartoffelbilligsten Preisen säcke, konkurrenzios billigst, daher allerweiteste Reise unInfant.- Schaft- u. Kropfstiefel, Wandererschuhe, Strapazier- Hosen- Anderstungserleichterung Preis- Grundzahl M. 3.Wäschefabrik Einhorn bedingt lohnend. Geschäftszeit 82 bis 6% Uhr. Heukölln, Herrfurihstr. 31 Fa. Koltermann/ Textilwaren- Haus Berlin- Lichtenberg, B. 11, Möllendorfstr. 94/95 ( unweit Bahnhof Frankfurter Allee). ( an d. Hermannstr.) laufen, An Genossen Verzugspreise G.Prager A. Anders, Brunnenstraße 81 Beusselstr. 25 2 Min.v.Bahnh.Gesundbrunnen Reste- Haus C. Pelz Kottbuser Str. 5 Anzugstoffe Kostumstoffe Mantelstoffe Kleiderstoffe Seidenstoffe Mantel, Kostüme Röcke 2% Rabatt! Korsette Verkauf Reparatur, Maßanfertigung Fr. C. Bungartz, Neukölln, Boddinstr. 31. Der Fraktionsausschuß. Zähne 95 und 135 Millionen. 3 Jahre weitgehende Garantie. Teilzahlungen gestattet. Kronen.( Spez. Brückenzähne ohne Gaumen.) Keine Luxuspreise. Persönl. Fachmann. Munduntersuchung gratis. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellungen gratis. Ueber 20000 Gebisse voller Zufriedenheit geliefert. Hatvani, Danziger Str. 1( Hochbahnstation). Vorzeiger Extra- Rabatt 10 Prozent. Gebrüder Fuhrmann Handelsgerichtlich eingetragene Firma kaufen Gold-, Silber-, Platin- Bruch Zahngebisse BERLIN W 30 Gold-, Nollendorfstr. 39 Silber-, Platin- Bruch Brillanten Buchhandlung Borwärts Zigarren, Zigaretten Zahngebisse zahlt unüberbietbare Preise Berlin SW.68, Lindenstr.2 ( Moslem, Saka, Blankopf usw.) Schreiber, Holzmarktstr.20 R. Felske, zu günstig. Preisen Grosse Frankfurter Strasse 07.