Nr. 491 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 245 Bezugspreis: Bom 21.- 27. Ottbr. 1400 Millionen M. voraus zahlbar. Unter Kreuzband Dom 21-27. Ottober für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet sowie Desterreich u. Luxemburg 1470 Million. für das übrige Ausland 1520 Millionen Postbezugspreis freibleibend. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Reit", der Unter haltungsbeilage,.Seimmelt" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 140 Millionen M. Anzeigen- Grandpreise: Die einfpaltige Nonpareille vile 400 Mart. Reklamezeile 2000 Mart. Aleine Anzeigen" das fettgeste Wort 120 W.( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 60 M. Stellengesuche das erste Wort 60 M, jedes weitere Wort 50 M. Worte über 15 Buchstaben zählen fite zwei Worte. Familienanzeigen fite Abonnenten Beile 40 m. Alle Grundpreise mal Schlüffelzahl zurzeit 2 millionen. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SB.68, Linden. straße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr frith bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Berlag: Dönhoff 2506-2507 Redaktion: Dönhoff 292-295 Sonnabend, den 20. Oktober 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Poftscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaffe Lindenstraße 3 Kahr treibt zum Bruch. Abberufung Lossows. Der Sozialdemokratische Parlamentsdienst" meldet: Die Ubberufung des Generals v. Coffom ist am Freitag durch den Reichswehrminister offiziell erfolgt. Die banerife Regierung hat daraufhin nicht nur den Rüdfritt des Reichswehrministers Geßler gefordert, fondern auch die Reichsregierung außerdem wiffen laffen, daß fie in Zukunft jeden dienstlichen Berkehr mit dem Reichswehrminister ablehnt. for beantwortet. Bayern fordert Geßlers Rücktritt! dienstlichen Verkehr mit ihm. Das heißt: der Bruch mit dem Reich wird vollzogen! und selbst, wenn es einstweilen das Ende wäre, so wäre es auch schon wieder ein neuer Anfang. An dem Tag, an dem die Reichseinheit zerbricht, wird sich von der Ostsee bis zu den Alpen eine Bewegung für ihre Wiederherstellung erheben, und die deutsche Sozialdemokratie wird an ihrer Spize stehen. Es wird einem engstirnigen Kirchtumpolitiker vom Schlage Kahrs nicht gestattet sein, die großen Linien der geschichtlichen Entwicklung zu durchbrechen, die aus wirtschaftlichen und sozialen Gründen heraus zur staatlichen Einheit des deutschen Volkes führen. Kahr vergeht, das Reich besteht! Die Vorgeschichte der Krise. Ueber die Entwicklung des Konflikts, erfahren wir noch: Bekanntlich wurde vor wenigen Wochen der Chef der Heeres= bieten. Das ist eine Entwicklung der Dinge, die aufs tiefste beflagt werden muß. Es ist ein Verbrechen, die Einheit des Reiches zu zerschlagen, und die Folgen, die daraus der wahrlich schon genug gequälten Bevölkerung erwachsen können, find unabsehbar. Darum ist hier auch niemals einem überstürzten Vorgehen gegen Bayern das Wort geredet worden. Wenn wir an dem Die Abberufung des Generals v. Lossow, die als eine Berhalten der Reichsregierung etwas zu tadeln hatten, so war vollzogene Tatsache zu betrachten ist, hat in hohem Maße den Gründen, die ihr reichlich zur Verfügung standen, nach es das, daß sie es versäumte, öffentlich mit den guten Unwillen der derzeitigen Machthaber Bayerns hervorgerufen. Bayern hinüberzuwirken. Wäre das bayerische Bolk rechtSie haben diese Abberufung mit der Forderung nach zeitig von dem unantastbaren Rechtsstandpunkt des Reiches dem Rücktritt des Reichswehrministers Geßunterrichtet und auf die Gefahren hingewiesen worden, die sich aus einer Zufpigung des Konflikts ergeben, so wäre das Es ist ein feltenes Spiel des Zufalls: die Mehrheit Intermezzo der Kahr- Diftatur heute vielleicht schon beendet. leitung, General v. Seedt, vom Bölkischen Beobachter" in des sächsischen Landtages und Herr v. Kahr treffen sich auf Benn nur das Reich fest zu seinem Recht stand und an seinem gemeiner Weise beschimpft. Der Reichswehrminiſter gab daraufhin einer gemeinsamen Linie mit der Forderung nach der Demis willen, es durchzusehen, feinen Zweifel ließ, dann mußte den Befehl nach München, den„ Bölkischen Beobachter“ zu ver sion Geßlers. Die Dinge in Sachsen werden hoffentlich gütlich ins nicht gleich mit großen Kanonen geschossen werden, dann ging Befehl, gegebenenfalls mit militärischer Gewalt das Er. Er wiederholte das Verbot und ergänzte es durch den reine gebracht werden können. Wenn die Sozialdemokratische es voraussichtlich auch so. Partei in Berlin und in Dresden zusammenarbeitet, um wendung des mildesten Mittels verzichtet. Und Herr Geßler hat achter" trotzdem weiter erschien. General v. Loffow lehnte die Die Reichsregierung hat wochenlang fogar auch auf die An- scheinen des Hitler- Organs zu verhindern, da der„ Bölkische BeobGegenfäße auszugleichen und Verständigungen anzubahnen, in aller Stille zu ordnen und zu schlichten versucht. Bochen- Durchführung der Anordnung feiner vorgefekten fann der Erfolg nicht ausbleiben. Dann werden weder die fann der Erfolg nicht ausbleiben. Dann werden weder die lang hat man überlegt, ob man zur Abberufung des Generals Dienstbehörde ab, weil er einen Konflikt mit Herrn v. Kahr Rechtsradikalen noch die Kommunisten, die beide es gar nicht v. Rossow schreiten sollte, die gerade von militärischer vermeiden wollte und erklärte gleichzeitig auf telegraphischem Wege, mehr erwarten können, daß losgeschlagen wird, auf ihre Rech- Seite wegen Nichtausführung eines Befehls für notwendig daß er auch in Zukunft weitere Befehle des Reichswehrministeriums nung fommen. Anders, ernster liegen nach unserer Aufaffung die Dinge gehalten wurde. Man hat, wenn wir recht unterrichtet sind, in ähnlichem Sinne behandeln werde. Auch jetzt versuchte man noch Anders, ernster liegen nach unserer Aufaffung die Dinge Herrn v. Lossow nahegelegt, freiwillig zurückzutreten. Kurz, in aller Stille, diesen meuternden General", wie ihn der in Bayern. Denn weder gibt es im Verhältnis zwischen die Reichsregierung hat sich im Streit mit Bayern benommen General v. Seedt nannte, zum Abschied zu bewegen. Man teilte ihm und dem Reich einen Bermittler, der eine ähnliche Rolle wie ein geduldiger Heiliger in einer frommen ihm brieflich mit, daß der Chef der Heeresleitung kein Vertrauen spielen tönnte wie die Sozialdemokratie beim Ausgleich des Konflikts mit Sachsen, noch ist für einen solchen Ausgleich die Legende. Sie hat nur Streiche hingenommen und feine aus mehr zu ihm habe, und deshalb seinen Abgang erwarte. erste grundlegende Boraussetzung geschaffen, nämlich die AnHerr v. Lossom beantwortete diesen Brief erst erkennung des Grundsages, daß das Reich den Einzelstaaten heute auch seinen Vorteil. Denn heute sieht jedermann, muß ministerpräsidenten, der dann in Berlin auf indirektem Hatte dieses Verhalten seine Nachteile, so hat es doch gar nicht, sondern übergab ihn dem bayerischen übergeordnet ist.. Bon München und von Dresden aus entlädt sich der auch in Bayern jederman sehen, wer die Schuld an dem Wege Fürsprecher des Generals wurde und feiner Auffassung dahin Bon München und von Dresden aus entlädt sich der drohenden Bruch trägt. Herr v. Kahr, hinter dem die Ausdruck gab, daß v. Lossow Militärbefehlshaber in Groll gegen Berlin aus verschiedenen Gründen. In Dresden halb abgedankte Regierung Knilling willenlos hinterbrein Bayern sei und auch über die ihm von Berlin geift man unzufrieden, weil in der Reichsregierung neben Sozial- humpelt, will den Bruch, und jeder Anlaß ist ihm dazu recht. gebenen Befehle nach Gutdünken entscheiden demokraten auch Bürgerliche ſizen, in München tobt man, weil in der Reichsregierung neben bürgerlichen Parteien auch Ist das das Ende des Reichs? Wir glauben es nicht! tönne! Schließlich fuhr Geßler am Mittwoch nach Augsburg die Sozialdemokratie vertreten ist. = Daß nun die Entladung des Münchener Ingrimms gerade gegen den Reichswehrminister Geßler erfolgt ist, nimmt im ersten Augenblick wunder. Es läßt darauf schließen, daß der Reichswehrminister, der selber ein geborener Baner ist, im stillen gegen das verfassungswidrige Regiment in feinem engeren Vaterlande doch eine Aktivität entfaltet hat, die den Münchener Machthabern unbequem wurde. Im Mittelpunkt des Konflikts Geßler Kahr steht die Berson des Generals v. Lo so w. Dieser General hat den ihm erteilten Befehl, das Nichterscheinen des von der Reichsregierung verbotenen Bölfischen Beobachters" mit eigenen Mitteln durchzusetzen, nicht ausgeführt. Er hat dafür an Regimentsfeiern teilgenommen, die mit monarchistischen Kundgebungen verbunden waren. Aber je mehr es offenbar wurde, daß seine Loyalität dem Reiche gegenüber etmas wurmstichig geworden war, desto höher stieg er in der Gunst des Generalstaatsfommiffars. " P geteilt. Kabinettsrat über die Sachleistungen. terung der Regie im befetten Gebiet zu dem diplomatiNicht zuletzt hat das französische Ansinnen der Erwei schen Auftrag des Reichskanzlers an die diplomatischen Vertreter im Ausland beigetragen. Die französische Regierung machte dem Reichskabinett vor wenigen Tagen über die Einrichtung der Regie nähere Mitteilungen und forderte die Annahme dieser Pläne ohne jede Diskussion. Dieses Diktat hat das Reichskabinett abgelehnt. Poincaré hat daraufhin wissen lassen, daß für ihn die Verhandlungen mit Deutschland nunmehr erledigt seien. Das Reichsfabinett wird sich am Sonnabend mit tragt, der mit den letzten deutsch- französischen Verhandlungen der Reparationsfrage beschäftigen und über die Möglichkeit und ihrem ergebnislosen Berlauf in engstem Zusammenhang bzw. Unmöglichkeit der Finanzierung von Sachsteht. Dr. Stresemann dürfte im Laufe des heutigen Tages lieferungen Beschluß faffen. Es handelt sich also um eine noch Gelegenheit nehmen, vor einem fleineren Kreis diejen Entscheidung von ungeheurer Tragweite für die un- Schritt und die Außenpolitik des Reiches für die kommenden mittelbare und vielleicht auch für die weitere Zukunft des Wochen zu begründen. Deutschen Reiches und des deutschen Volkes, die heute im Kabinett fallen soll. Ein solcher schicksalsschwerer Beschluß fann nur nach sorgfältigster Erwägung aller politischen und wirt fchaftlichen Folgen getroffen werden, die er nach sich ziehen dürfte. Deutschland steht zweifellos vor der Alternative, entweder seine soeben in Angriff genommene finanzielle GesunDie Ernennung und Abberufung von Militärbefehls- dung zugunsten der Kohlenlieferungen an Frankreich auf das habern ist Sache des Reichspräsidenten. Hier besteht ein voll- äußerste zu gefährden, ohne dabei die geringste Sicherheit zu tommen flarer Rechtszustand. Der Reichspräsident will einen haben, daß es auch dann tatsächlich in absehbarer Zeit zu einer General abberufen; der durch eine verfassungswidrig gewor- Berständigung mit Frankreich tommen wird, oder die Folgen dene Berordnung in fein Amt eingesetzte Generalstaatstom- einer Ablehnung der neuen Forderungen Frankreichs auf sich miffar will den General halten. Es ist selbstverständlich, daß zu nehmen. In beiden Fällen, darüber muß man sich im da der Befehl des Reichspräsidenten zu gelten hat. flaren fein, stehen dem deutschen arbeitenden Volfe weitere Es ist Frankreich glücklich gelungen, den belgischen tech Herr v. Kahr und Herr v. Knilling fönnen darüber ungeheuere Leiden bevor, für die allein Poincaré die Ber- nischen Studien durch Ueberweisung an die finanzielle Abunmöglich anderer Meinung fein, aber fie sind anderen antwortung trägt. In diesem entscheidenden Augenblick ist es feilung der Reparationskommission ein Begräbnis erster Klaffe zu Willens. Sie wollen das Reich in bayerische Dinge über aber um so mehr die Pflicht der Reichsregierung, nach bestem der Gegenseite, positive Borschläge zur Lösung der Reparationsfrage bereiten. Damit dürfte dieser immerhin erwägenswerte erste Versuch haupt nicht mehr dreinreden laffen, auch dort nicht, wo es sich Bissen und Gewissen zu entscheiden, ob die technische Mög zur Erörterung zu stellen, auf absehbare Zeit erledigt sein. In Belum militärische Angelegenheiten handelt. Darum beantworten lichkeit einer Ausbringung der nötigen Goldmillionen aus dem zur Erörterung zu stellen, auf absehbare Zeit erledigt sein. In Belfie nicht gnaz logisch die Abberufung Lofsoms mit der deutschen Besitz noch besteht oder nicht. Die ganze Welt, mit gien zeigt man sich über diese Behandlung sehr enttäuscht und Forderung nach dem Rücktritt Geßlers. Das Reich soll in Ausnahme der französischen Regierung, ist wohl der Ueber: bebauert, nicht mehr Unterstützung auf englischer Seite gefunden zu Bayern nicht mehr dreinreden, dafür redet Bayern desto mehr zeugung, daß wir in dem jezigen Chaos einer Atempause un- haben. Deutschland hatte inzwischen eine Denkschrift zu den belgibedingt bedürfen. Es handelt sich aber nicht mehr darum, schen Plänen der Reparationskommission überreicht, doch dürfte diese Poincaré zu überzeugen oder gar zu befriedigen, sondern ebenfalls in die finanzielle Abteilung" wandern und dort sanft darum, das Proletariat an der Ruhr und im übrigen Deutschland vor dem Hungertode zu retten. im Reich drein. Wie der Sozialdemokratische Parlamentsdienst" meldet, hat sich die bayerische Regierung nicht darauf beschränkt, Geß fers Demiffion zu fordern, sie hat auch nach berühmten Mustern erklärt, daß sie jeden dienstlichen Verkehr mit ihm ablehne. " ruben. Inzwischen hat die Reparationstommiffion gestern vormittag beschlossen, Deutschland zu beauftragen, gewisse Sachlieferun= Der Sozialdemokratische Parlamentsdienst" teilt mit: gen an Frankreich, Belgien und Italien vorzunehmen. Ob damit Herr Geßler ist unter dem militärischen Ausnahmezustand Der Reichskanzler hat die deutschen Vertreter auch Kohlenlieferungen oder andere Leistungen nach dem Versailler Inhaber der vollziehenden Gewalt im ganzen in den europäischen Ländern und in Washington für heute Vertrag bzw. nach dem Wiesbadener Abkommen gemeint sind, geht Reich. Bayern erkennt ihn nicht mehr an, es verweigert den mit einem wichtigen diplomatischen Schritt beauf aus den Meldungen nicht hervor. Die Reichsregierung hat bisher gerade gegenüber Bayern ein faum verständliches Maß von Geduld bewiesen sie muß jezt ten Mut haben, den ihr aufgezwungenen Konflikt mit tem notwendigen Mittel auszutragen. Weiter liegen aus München von gestern abend folgende Melbungen vor: " hätten. Französische Zerreißungspropaganda. und verhandelte dort über eine friedliche Lösung des Konflikts mit gegen diejenigen, die die genannte Tatsache gefannt und verschwie- und Bußen passen sich fünftig felbft tätig der Bewegung der einem Mitarbeiter des Generals Lossow, dem General reß gen hätten. Die Anfrage der kommunistischen Frattion gehe dahin, Reichsinderzahlen vom Tage des Erlaffes der Entscheidung ab an. v. Kressenstein unter Wissen des Herrn v. Lossow. Beide ver- wie sich die Regierung zu dieser Tatsache stelle. Diese selbsttätige Aufwertung tritt vom Tage des Infrattretens des einbarten, daß General v. Lossow in Augsburg erscheinen sollte, um Die Sigung wurde auf eine Stunde unterbrochen, um den Gesetzes an auch bei Vermögensstrafen und Bußen ein, die vor dem mit dem Reichswehrminister die Angelegenheit persönlich zu be- Fraktionen Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Im weiteren Intrafttreten des Gesetzes festgesetzt worden sind, soweit sie beim sprechen. v. Kressenstein war der festen Ueberzeugung, daß Lossow Verlauf der Sigung nahm Ministerpräsident 3eigner Gelegen- Infrafttreten des Gesetzes noch nicht bezahlt, erlassen oder verjährt dieser Verabredung nachkommen würde und reiste in dieser Auf- heit, sich zu dem kommunistischen Vorwurf zu äußern. Er wies sind und nicht binnen zwei Wochen nach dem Inkrafttreten, d. h. fassung nach München zurück. Angekommen, machte er seinem Bor- zunächst den demokratischen Vorwurf zurück, als ob er den Landtag also bis zum 2. November d. J. gezahlt werden. gesetzten von der Unterredung mit dem Reichswehrminifter Mitteilung. über eine Eigenmächtigkeit oder Grenzüberschreitung des Wehrv. Lossow lehnte es jedoch ab, nach Augsburg zu reisen, und eilte freisfommandeurs wider besseres Wissen unterrichtet habe. Inzwischen zu Kahr und Knilling, um sie über die Augsburger sei ihm mitgeteilt worden, daß sich der Wehrfreisfommandeur in Besprechung zu unterrichten. Daraufhin trieb es die Berlin nur über den prinzipiellen Inhalt des Briefes Stuttgart, 19. Oktober.( TU.) Von zuständiger Seite wird mitbayerische Regierung mit ihrer Forderung nach dem Rücktritt Geß an die fächsische Regierung verständigt habe, also darüber, ob die geteilt: In den letzten Tagen wurden Propagandaflugschriften lers zum Konflikt. Regierung zu einer Stellungnahme zur Rede des Ministers Böttcher deutschfeindlichen Inhalts verteilt. Als Verteilungsveranlaßt werden solle. Die weiteren Einzelheiten und die Formu- stelle wurde in einigen Fällen das hiesige französische lierung des Schreibens feien nach den bisherigen Feststellungen der Generallonsulat ermittelt. Die württembergische Regierung fächsischen Regierung in Berlin nicht bekannt gewesen. Es liege hat fofort bei der Reichsregierung die entsprechenden Schritte einnicht der geringste Anlaß zu der Annahme vor, daß von einigen geleitet. Mitgliedern der sozialdemokratischen Frattion sozusagen ein Komplott geschmiedet worden sei. Aus Mitteilungen, die er über einen Die Besatzung richtet sich ein. Die Münchener Neuesten Nachrichten" drohen Besuch bei General Müller den kommunistischen Regierungsmitoffen mit der Meuterei, indem sie schreiben: gliedern gemacht habe, hätten die Kommunisten die falsche Münster, 19. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) In Bochum„ be= „ Eine Maßregelung Lossows jetzt in diesem Augen Folgerung gezogen, daß Bethge und Meier ihm absichtlich feine schlagnahmten" die Franzosen am 18. Oktober auf der Stadtblid mit der vom Reichswehrministerium gegebenen Begründung Kenntnis von der Stellungnahme der Reichsregierung gegeben hauptkasse 8 Billionen 640 milliarden Mart. In würde in allen nationalen(!) Kreisen eine ungeheure Dortmund erflärte General Douchy in einer Unterredung mit Für die sozialdemokratische Fraktion erflärte Abg. Wirth, Bertretern der Stadtverwaltung, daß Dortmund in den WinterErregung hervorrufen. Auch bei der Reichswehr selbst, wo Coffow ungemein populär ist, würde sie einen derartigen konflikt aus den Feststellungen des Ministerpräsidenten ergebe sich, daß die in monaten ft'arte Einquartierung, evtl. eine Division und herbeiführen, daß die schwersten Gefahren für die öffentliche Ruhe der kommunistischen Anfrage enthaltenen Anschuldigungen mehr erhalten werde. Die Stadtverwaltung müsse, falls die zur und Ordnung erfolgen müßten. Die bayerische Regierung hat sich ders gegen den Abgeordneten Bethge, völlig unbegründet Raserne bauen, für die bereits ein Platz an der Straße von und Verdächtigungen gegen einzelne Mitglieder der Fraktion, beson- Berfügung stehenden Quartiere nicht ausreichen, eine neue unferes Wissens mit dieser Eventualität befaßt und wir glauben richtig unterrichtet zu sein, wenn wir sagen, daß man einen Kon- feien. Die Art, wie dieser Vorstoß von der kommunistischen Fraktion Rahm nach Durcklinde festgelegt sei. Zu den am 21. Oktober in flift mit dem Reich durchaus nicht wünscht, daß man ihn sehr unternommen worden sei, widerspreche zudem den Vereinbarungen, Dortmund stattfindenden Pferderennen wird auch der kommanbedauern würde, daß man aber auch entschlossen ist. Parteien bei der Regierungsumbildung getroffen worden feien. Die 20. Oftober, aus Düsseldorf tommend, in Dortmund eintreffen. Zum die für ein gedeihliches parlamentarisches Zusammenarbeiten beider dierende General der Besatzungstruppen erscheinen und bereits am nicht den Kopf Lossows für denjenigen Geßlers einzutauschen." fozialdemokratische Landtagsfraktion protestiere mit aller Entschieden- Empfang werden große feftliche Vorbereitungen getroffen. In Dort Die Korrespondenz der Bayerischen Volksheit gegen ein solches Vorgehen, das nach außen hin als eine mund fündigen die Franzosen in Plakaten eine Solz auttion an. partei, das offizielle Organ der Regierungspartei, bemerkt zu Schwächung der Regierungsfoalition gedeutet werden müßte. der Entwicklung, die der Fall Lossom genommen hat, u. a.: Es sollen 950 Festmeter Holz aus den Staatswaldungen des RheinTrotz dieser Erklärung blieb Schneller in persönlichen Bemer- landes versteigert werden. Man hat nach anfänglichem Zögern und Mißtrauen die Tätigkeit tungen bei seinen Behauptungen, die dann nochmals von Bethge in und die Erfolge des Herrn Dr. Geßler als Reichswehrminister auch heftigster Erregung zurückgewiesen wurden. in Bayern immer mehr schäzen und kennen gelernt; um so er= sta unter ist man jetzt, daß Dr. Geßler als Bayer, der die Berhältnisse doch eigentlich kennen sollte, sich plöglich zu einer. Politik hergibt, die der Lage in Bayern in feiner Weise gerecht wird. So ernst die Beschlüsse sind, welche die bayerische Staatsregierung faffen müßte, wenn sich die Reichsregierung den Stand punkt des Reichswehrministers zu eigen machen müßte, so wenig kann ein Zweifel darüber bestehen, welcher Entschluß denn nun zu faffen ist. Schließlich handelt es sich nicht um eine Personenfrage, sondern um das Prinzip, ob es eine bayerische oder eine Reichsangelegenheit ist, die inneren bayerischen Angelegenheiten verant wortlich zu ordnen. Streit in der Sachsen- Koalition.. Die Kommunisten könnens nicht lassen...! Dresden, 19. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Die Freitags fizzung des sächsischen Landtages brechte eine scharfe und unerfreuliche Auseinandersetzung zwischen den beiden Regierungsparteien. Anlaß dazu gab eine Erklärung des kommunistischen Abgeordneten Schneller zu Beginn der Sigung, der behauptete, in der Donnerstagsigung des Landtags fei festgestellt wor den, daß der Ziviltommissar Meier von dem Einverständnis des Reichspräsidenten, des Reichskanzlers und des Reichswehr ministers mit dem ultimativen Schreiben des Generals Müller an die sächsische Regierung unterrichtet gewesen wäre. Der Ziviltommissar habe es pflichtwidrig unterlassen, die Regierung hiervon in Kenntnis zu setzen. Es stehe weiter fest, daß er einige rechts stehende Abgeordnete der sozialdemokratischen Fraktion darüber informiert habe, darunter den Abg. Bethge. Auch dieser habe die Tatsache verschwiegen. Meier und Beihge hätten zugelassen, daß die sächsische Regierung gegen den Generalleutnant Müller den Vorwurf erhoben hätte, er verstoße gegen die Verfassung. Dieser Vorwurf richte sich in Wirklichkeit gegen den Reichspräsidenten und Das technische Zeitalter. Von Michael Charol. Nach der Erledigung einer bürgerlichen Anfrage über die Besehung der Beamtenstellen vertagte sich das Haus auf Dienstsag. * Bochum, 19. Oftober.( Mtb.) In den letzten Tagen werden die von den Franzosen besetzten Gäle geräumt und dafür verschiedentlich städtische Schulen als Winterquartiere beschlagnahmt. So haben die Franzosen neuerdings in Bochum eine katholische Boltsschule und in Dortmund das Goethe- Lyzeum mit Beschlag belegt. Koalitionsverbot für Regiearbeiter. = Dresden, 19. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Die fünf massent undgebungen, die am Donnerstagabend gemein fam von VSPD. und KPD. einberufen waren, fanden unter so starfer Beteiligung statt, daß auch fünf Parallelversamm. lungen, die veranstaltet wurden, überfüllt waren. In sämtlichen die Bedingungen für die Eisenbahner, die in den Dienst der Regie Gelsenkirchen, 19. Oftober.( Mtb.) Die Franzosen erweitern Versammlungen, in denen als Redner u. a. die kommunistischen treten wollen. Neben dem von ihnen verlangten untergebeneneid" Minister Hedert und Böttcher, der bisherige Wirtschafts- fordern sie jetzt auch von den Eisenbahnern die schriftliche Zuminister Genoffe Fellisch und Landtagsabgeordneter Genosse sicherung, daß sie feiner Organisation angehören. Ar st sprachen, wurden Resolutionen angenommen, in denen der Regierung Zeigner das volle Vertrauen ausgesprochen, die Regierungsbildung begrüßt und gegen den Belagerungszustand und die Militärdiktatur Stellung genommen wird. Die sächsische Regierung wird aufgefordert, unentwegt ihren Kampf fortzusetzen und insbesondere mit allem Nachdruck die Aufhebung des Belagerungszustandes zu fordern. Wertbeständige Geldstrafen. Die Arbeitslosigkeit. Jeder Dritte in Köln nicht voll beschäftigt. hiesige Hauptorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei, Köln, 19. Oktober.( WTB.) Die Rheinische Zeitung", das schreibt: Im Laufe der gestrigen Kölner Stadtverordnetenversamm lung habe man zum erstenmal von verantwortlicher Stelle erfahren, wie groß die Zahl der Arbeitslosen und Kurzarbeiter Wie der preußische Justizminister befannt gibt, beträgt nach allein im Stadtbezirk Köln ist. Neben den 80.000 Bollarbeitslosen Inkrafttreten des Reichsgesetzes über Vermögensstrafen und Bußen stehen annähernd 100 000 Kurzarbeiter. Das bedeutet, daß veu vom 20. Oftober ab bei lebertretungen die Mindestgeldstrafe 700 000 Einwohnern Kölns jeder dritte nicht mehr vollbeschäftigt il. 10 Millionen, die Höchststrafe 10 Milliarden, bei Berbrechen Immer tiefer sinkt die Kauffraft der breiten Massen. Mit der Stiffund Bergehen die Mindestgeldstrafe 30 Millionen, die Höchst legung des wirtschaftlichen Kreislaufes infolge des Ruhreinbruches ftrafe 1000 Milliarden und, wenn die Tat aus Gewinnsucht und ihrer Folgen würden Hunger und seelische Ermattung und die begangen ist, 10 000 Milliarden Markt. Die erhöhten Strafrahmen Gefahr innerer Ratastrophen ständig vergrößert. Wir rufen, ſagi gelten auch bei Taten, die vor dem Infrafttreten des Ge- das Blait, im Namen der Kölner Bevölkerung die Mächte der fezes begangen sind. Geldstrafen unter 10 Millionen Mart bei Entente an, mit der deutschen Regierung gegen diese entsetzliche Uebertretungen und unter 30 Millionen Mart bei Verbrechen und Not anzufämpfen. Wir mahnen in legter Stunde, von der Bergehen sind nach dem 19. Oktober 1923 nicht mehr zulässig. Bedrückungs- und Gewaltpolitik abzusehen und alles daran zu sehen, Das Gesetz bringt ferner als neuen Punkt das wertbe- daß die Räder einer geordneten Wirtschaft wieder in Gang fommen. ständige Geldstrafen urteil. Alle erkannten Geldstrafen Es geht um das Schidsal von Millionen. Heute interessiert man sich nicht mehr für die Maschine wie ein Fachmann für sein Werkzeug, nicht wie ein Besitzer für sein hab und Gut, heute ist die Maschine vielfach ein Zentralpunkt des Lebensinteresses. Die jetzt stattgefundene Automobilausstellung zum Beigeworden. ungerecht an. Auch hier schützt Unkenntnis der chirurgischen Gesetze nicht vor der Strafe des Gewissens. Wenn aber dein Gewissen rein, fannst du dich auch glänzend verteidigen. Aber ehe du dich verteidigst. laß den Ankläger ganz zu Worte fommen. Gibst du Kranken einen Rat, so denke, dir selbst würde geraten. Der Chirurg, der die Wundheilung überwacht, gleicht dem Gärtner. Beide pflegen ihren Rasen. Der Verbandwechsel ist wie das Auspacken einer seltenen Blüte, die wir unter Hüllen gezogen haben. Ein Verband muß wie ein Sonntagsrod, angegossen sizzen. Ein schlechter Schneider, dessen Röcke schloddern. Ein Blick auf die Entwicklung der letzten Jahre lehrt, daß wir piel fonnte einen aufmerksamen Beobachter viel über die Stellung Was du nicht willst, daß man an deinem Leibe tue, das tu' auch an uns in einem noch ganz anderen als dem üblich gebrauchten Sinne der Maschine lehren. Die Zehntausende von Besuchern, die täglich keinem fremden. Lerne, dich frank zu denken! Nur diese Hypochondrie im technischen Zeitalter befinden. Man bezeichnet gern durch die Hallen wanderten, konnten sich wahrlich kein Auto leisten, hat Ginn. die ganze Zeit, seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts als das sie werden zum größten Teil nicht einmal Techniker sein. Wer sie Wenn du bei einem Rat zur Operation daran denkst, wieviel sie Zeitalter der Technit, weil sie die Entwicklung der Maschine erlebte. jedoch beobachtet hatte, der wußte, daß ihnen diese Maschinen etwas dir einbringt, so schäme dich. Zur Strafe berechne später nur halb Trotzdem wäre es richtiger, selbst noch die Jahrhundertwende als das Liebes waren, etwas, was aus ihrem Leben nicht ausgestrichen so viel, als du ohne diesen schmählichen Gedanken berechnet haben naturwissenschaftliche Zeitalter zu bezeichnen. Die Maschine hatte werden könnte, ohne eine leere Stelle zu hinterlassen. Die Menschen würdest. naturwissenschaftliche Zeitalter zu bezeichnen. Die Maschine hatte selbst denken technisch, sie empfinden die Maschine als etwas Wesensschon ihren Siegeslauf angetreten, sie war Herr und Diener geworden, aber sie blieb nur Herr der ihr Dienenden oder Diener ihres verwandtes. Damit aber erst hat die Maschine eine zentrale Stellung Besizers. Zu dem Menschen selbst hatte sie keine Beziehung. erreicht, dadurch erst ist unser Zeitalter wirklich das technische Geistig intereffiert war die Allgemeinheit auf einem anderen Gebiete. Ein Drang nach Erkenntnis, nach den Zusammenhängen in der Natur lebte in den Menschen und brachte solche Institutionen wie die„ Urania", Zeitschriften, wie„ Die Natur", den„ Kosmos", Werte wie die Bölsches, Meyers hervor. Die Menschen bauten die Maschine, die einzelne erfannen, aber die innere Beziehung zu ihr war nur ,, technisch". Sie bestand höchstens in der Liebe zur Arbeit, in der präzisen Ausführung. Technische Ausstellungen und Veranstaltungen waren start besucht, aber die Einstellung des Publikums war anders als heute. Es war entweder ein Bestaunen der neuen Wundertiere oder ein sportliches Interesse wie bei Flugkonkurrenzen oder Auto- und Motorrennen. übrigen waren die Besucher Fachleute. Im Aber schon im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts begann sich die geistige Einstellung der Allgemeinheit zu verändern. In den wissenschaftlich orientierten Kreisen machte sich eine Abkehr von den Naturwissenschaften und ihren Methoden bemerkbar. Die Allgemeinheit aber schien in dem Wesen der Maschine mehr Neuland zu spüren, als in der in letzten Jahrzehnten wenn auch nur oberflächlich bekannt gewordenen Natur. Die Einstellung zur Maschine als zu einem Wundertier war auch allmählich verloren gegangen, und so entstand eine neue Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Der Mensch räumte ihr Platz in seiner Seele ein, sie hörte gleichsam auf, ein Dbjeft, cin Gebrauchsgegenstand zu sein, sie wurde ein Faktor des Lebens, der in Rechnung gezogen werden mußte. Und schließlich war sie so tief in das geistige Leben unserer Zeit eingedrungen, daß sie andere Gebiete zu beeinflussen und zu bestimmen vermochte. Wir spüren die Maschine nicht nur in der ganzen Arbeitsorganisation mit der Arbeitsteilung, nicht nur in den verschiedenen Arbeitssystemen ( Taylor), sondern sogar solche rein geistige Gebiete wie die Dich tung befommen in ihren Erzeugnissen etwas wie den Taft der Mofchine, wobei gerade die Wiedergabe des Maschinentempes unserer Zeit ihren cis Borzug angerechnet wird, ja der Grund ihres Erfolges ift. Rentenmark- Elegie. Die Kohlenrechnung. Ungezählte Mullen... " Der Deutsche, bieder, fromin und start" ( Ich pfeif die Wacht", den Hunger einzulullen) „ Stabilisiert die Landesmart." 11 Das Gas versiegelt niedliche Bescherung! Was heut zu Mittag? Kaltgewordenen Rohl. Ab Ersten kommt die wertbeständige Währung, Die Botschaft hör' ich wohl... Herr Rafffe wird sich Rentenmart hinlegen, Auch Dollarschäze, falls es sich verlohnt. Die Börse firt in Goldmart. Meinetwegen, Ich gud in'n Mond... Das neue Geld... Wer hat, wird dies auch haben, Die Hand, die bisher alles nahm, die nimmt's. Den letzten fressen nach wie vor die Raben... Stimmt's?! Mich. von Lindenheden. Man könnte ein ganzes Buch über die Kunst, sich zu waschen, fchreiben, und doch empfindet es jeder fast als eine Beleidigung, wenn man ihm darüber Winte gibt. Darum muß man es sich lieber gefallen laffen, für einen närrischen Pedanten zu gelten als für einen nachsichtigen Gentleman. Staatsoper: Falstaff." Im Falstaff hat Berdi, der ernste Dramatiter, seinen Humor gefunden, sein Lachen. Diese Buffo- Oper ist das Gegenstück von Aida",„ Troubadour", Othello", auch nach der Seite des musikalischen Spiels und der musikdramati schen Gebärde hin. Mit 80 Jahren wurde Verdi frei und reif zum ergößenden Frohsinn, ein Italiener von glutvollstem Temperament, der sich von Wagner scheu verabschiedete, um zu Mozart die Seele zu befehren. Diese Dekonomie von Musit, Stoff und Bühne ist einzig und genial, die Mischung von Arie, Rezitativ und Parlando unerreicht. Schwer für ein Publikum, das am leichten Wurf einer tomischen Oper seiner Sinne Labung hat, nun diesem Falstaff" Geschmack abzugewinnen, schwer für Künstler, aus dem Pathos höherer Deflamation zurückzufinden in die Intimität solcher Opernfammermusit. Chirurgische Aphorismen. Das Experiment gelang auch diesmal nur halb. Noch viel zu viel Phlegma, viel zu viel Erdenschwere haftet den Sängern an, Bon Carl Ludwig Schleich. der Effekt des Humorigen ist so start und gut vorbereitet, daß dem Aus dem Nachla z" des genialen Forschers und Dichters wigig pointierten Spiel von Orchester und Sänger nur mittlere, Schleich werden im Ernst- Rowohlt- Berlag Auffäße, Dichtungen und nicht unmittelbar zündende Wirkung entströmt. Ihr fühlt den Willen, Notizen veröffentlicht. Wir geben hier einige ertmorte froh zu sein, und werdet verstimmt. Vielleicht ist die Zeit auch nicht und Merkwürdigkeiten" aus seinem besonderen Fach- gut gewählt, die Darben und Leiden nicht einmal für einen Bühnenbereich, der Chirurgie, wieder. abend eintauschen will gegen Lachen und Luft. Das Theaterbild Hast du in einer glücklichen Stunde eine gute Tat getan, so war wie üblich: ein bißchen farg, Schorr als Falstaff von präch mache und lasse nicht viel Aufhebens davon machen, es könnte der tigem Sängerformat, aber bierschwer, statt champagnerleicht. Teufel in dir, oft gereizt und zum Widerspruch geftachelt, dir schließ Scheidel als Ford elegant und von scharfem Ausdrud. Von lich noch klar machen, daß die böse Tat das Bessere gewesen wäre. den luftigen Windsor- Weibern merkte man eigentlich nur Frau Dorum: vergiß deine guten Werke, aber über deine Sünden dente Arndt Ober die innere Laune an. Die übrigen( Bettenrach! dorff, Knepel. Mande) waren gesanalich so gut disponiert Stirbt dir cin Operierter, so denfe tagelang darüber nach, ob du und diszipliniert, daß das Geplapper zur musikalischen Freude wurde. etwas versehen. Aber nimm dir vor, deinen Sophiften in dir zu An ihr hatte auch meŋrowig mit flottem Stab feinen Anteil. entlarven. Sei dein eigener Staatsanwalt und fasse dich streng, felbst R. S. Der Beamtenabbau. Gestern nachmittag fand im Reichsministerium des Innern eine Besprechung der Vertreter der Reichsregierung mit den BeDie Lohnsteuer. Ueber 7 Prozent des Arbeitseinkommens. politit den wirtschaftlichen Bedürfnissen des preußischen Staates Rechnung tragen. Geh. Kommerzienrat Klö dn er bestätigte die in der Anfrage Das Reichsfinanzministerium hat die Ermäßigungssäge angeführten Mißstände und teilte mit, daß der Berkehrsminister eine Abänderung in der Kohleneinkaufspolitik in Aussicht gestellt habe. Ganz besonders wandte sich der Redner gegen den ReichskohlenReichskohlenkommissariats könnte das Reich 600 Arbeitskräfte sparen. fommissar, der alles verfehrt mache. Durch die Abschaffung des Reichs- und Staatskommissar Mehlich Dortmund( Soz.) bezeichnete es als unerhärt, wenn auch der Cöln- Neuessener Bergwerts. verein Feierschichten einlege, der seine Rohle nach Holland liefere, also einen ständigen Abnehmer habe. Der Wirtschaft müsse beffer auf die Finger gesehen werden. Eristenzminimum für Mann und Frau je für jedes minderjährige Kind. zur Abgeltung der Werbungsfoften. 36 288 000 9. 241 920 000 302 400 000 " " Die Berechnung des Steuerabzuges vom Arbeitslohn eines verbeirateten Buchdruckers mit zwei Kindern stellt sich daher in dieser Woche folgendermaßen: amtenvertretern über eine Neuregelung der Arbeitszeit für den Lohabzug in der dritten Oktoberwoche festgefeßt. Die Verder Beamten statt. Hierbei nahm der Vorsitzende, Ministerialbiref= hältniszahl, mit der die in der zweiten Septemberhälfte in Geltung tor Dr. Fald, Gelegenheit, den in der Beamtenschaft umlaufenden gewesenen Ermäßigungen zu multiplizieren sind, ist auf 210 erhöht Gerüchten über den Inhalt der Beamtenabbauverordnung entgegen worden. Es bleiben daher folgende Beträge vom wöchentlichen zutreten. Er wies darauf hin, daß eine Berordnung im Reichs Steuerabzug unerhoben: finanzministerium ausgearbeitet sei und am tommenden Mittwoch mit den Beamtenorganisationen besprochen werden würde. Wenn der Inhalt des Entwurfs zurzeit auch noch geheim sei, so halte er sich doch für verpflichtet, der Behauptung entgegenzutreten, daß 50 Proz. der Beamten abgebaut werden. Eine Verringerung des Beamtenkörpers auf die Hälfte habe in feinem Abschnitt der Verhandlungen in Frage gestanden. Der Abbau fönne nicht entfernt diese Höhe erreichen. Auch sei das Gerücht, daß die Wochenlohn zum Abbau gelangenden planmäßig angestellten Beamten ohne 10 Pro. Abzug. Wartegeld und ohne Ruhegehalt entlassen würden, unzuErmäßigungen: ireffend. Auch ein solcher Gedanke sei zu feiner Zeit ermogen morExistenzminimum für Mann den. Die Verhandlungen über die Neuregelung der Arbeitszeit wurden auf kommenden Mittwoch vertagt, da die Beamtenorganisationen entschiedenes Gewicht darauf legen, daß ihnen der am fommenden Dienstag vom Reichsrat zu verabschiedende Entwurf eines Arbeitszeitgesetzees für die gewerblichen Arbeiter und An gestellten vorgelegt werde. Eine Korrespondenz, der wir die Verantwortung für ihre Meldung überlassen müssen, macht Mitteilungen über den Entwurf einer Berordnung über den Abbau des Beamtenapparates. • und Frau.. zusammen 72 576 000 9. für zwei minderjährige Kinder 488 840 000 Abgeltung der Werbungskosten 302 400 000 zusamment Es bleibt an Lohnabzug zu zahlen. 3 000 000 000 " # Zur Beratung stand dann der Vergleichungsvorschlag des Borsigenden des Staatsgerichtshofs zur Beendigung des bekannten Rechtsstreits zwischen dem Staatsrat und dem Staatsminifterium über die Zuständigkeiten des preußischen Staats30 000 000 000 9. rats. Der Vergleichsvorschlag gesteht dem Staatsrat auf Grund der Berfassung ein selbständiges Recht auf Information durch das Staatsministerium, nicht aber ein besonderes Mitwirkungsrecht zu. Alle Gesegesvorlagen sollen dem Staatsrat vor ihrer Ein bringung im Landtag zur Begutachtung vorgelegt werden. Nach dem die Regierung im Ausschuß dem Bergleichsvorschlag zugestimmt und eine loyale Durchführung zugesagt hatte, wurde er auch im Staatsrat angenommen. " 858 816 000 M 2 141 184 000 M. Nach dem angeführten Beispiel hat also ein Arbeiter bei einem Wochenlohn von 30 Milliarden Mart über 2 Milliarden oder 7,1 Proz. feines Einkommens als Steuer abzuführen. Es wäre interessant, festzustellen, in welchem Verhältnis dieser Prozentsatz zu den Beträgen steht, die Handel und Industrie an Steuern zu zahlen haben. Wahrscheinlich würde sich ergeben, daß die Steuerbelastung des Arbeiters infolge eines gänzlich unzureichenden ErAn unsere Abonnenten! Der Rebell von Küstrin. Aus Buchruckers früheren Herrschertagen. Aus Rottbus wird uns geschrieben: Am Montag foll hier in Rottbus vor dem außerordentlichen Gericht die Berhandlung gegen die Rüstriner Butschisten beginnen. An der Spitze der Angeklagten steht der frühere Major Buchruder, dessen Andenken in Rottbus noch nicht erloschen ist. Der Entwurf gibt dem Reichspräsidenten das Recht, höhere Reichsbeamte, wie Staatssekretäre, Ministerialdirektoren usw. in den einstweiligen Ruhestand zu versetzen. Das Wartegeld wird auf höchstens 80 Proz. des Einkommens der Beamten der mäßigungssages auch heute noch zu hoch ist. Gruppe XII( Obernegierungsrat) festgesetzt. Die Gehalts= Diesen Buchrucker führt das Schicksal an den Ort zurück, zahlungen hören einen Monat nach der Versehung in den RuheD Don ihm vergossenes Menschenblut zum stand auf. Reichskanzler und Minister werden von dieser Regelung Himmel schreit. Dieses Blut wäre nie vergossen worden, wenn nicht ausgeschlossen. Reichsbeamte, die das 60. Lebensjahr dieser Herr in den Tagen des Kapp- Putsches nicht eine so zweivollendet und eine ruhegehaltsfähige Dienstzeit von wenigstens zehn Jahren im Dienste des Reiches, eines Landes oder einer Gemeinde Die Hoffnung, daß endlich einmal eine Befestigung unserer die Reichsverfassung und die Republik, in deren Diensten er stand. deutige Haltung eingenommen, wenn er Farbe bekannt hätte für zurückgelegt haben, fönnen mit Zustimmung der obersten Reichs Währung eintreten würde, hat sich leider nicht erfüllt. Die rafend Allein er 30g es in jenen Tagen vor, mit einer furzen Handbewegung behörde ohne Nachweis der Dienstumfähigkeit in den Ruhestand fortschreibende Entwertung der Mart wird zum Wahnwitz. Stünd zu erklären, daß Politit- Treue zur Reichsverfassung versetzt werden. Lebenslänglich angestellte Reichsbeamte mit liches Steigen der Papiermartpreise macht jede Berechnung zunichte. und zur Republik!- nicht seines Amtes fei, daß er viel. Ausnahme der Mitglieder des Reichsgerichtes, des Finanzhofes und Das Kilo Druckpapier tostet nach dem heutigen Dollarturs des Rechnungshofs können unter Bewilligung des gesetzlichen Ruhe- 816 Millionen Mart. Der Druckpreis erhöht sich nach dem mehr nur für Ruhe und Ordnung zu sorgen habe. Diese Sorge geldes ein st weilen in den Ruhestand versetzt werden. Das Inder in nächster Woche um das vier- bis fünffache. Alle Preise dokumentierte er dadurch, daß er die Erlasse des Rebellen Lüttwiz gleiche gilt für nicht lebenslänglich angestellte Beamte. Außer gehen ins Gigantische, die Löhne und Gehälter der Arbeiter und getreulich anschlagen ließ und ihre Verbreitung durch die planmäßige und im Vorbereitungsdienst befintliche Angestellten hinfen nur langsam nach. Wir sind aber leide gezwun. Drts preffe erzwang. Der erste Aft begann mit einer Ver Beamte können ohne Gewährung von Wartegeld entlassen werden. gen, wenn der„ Vorwärts" als Vertreter der Interessen der werktäti- ordnung des Herrn Majors selbst, die er durch bewaffnete Soldaten Die Auswahl der in den einstweiligen Ruhestand versetzten Beamten gen Bevölkerung der Arbeiterbewegung erhalten bleiben soll, den plafatieren ließ. Schon in dieser Handlung zeigte sich seine volldarf durch ihre politische, fonfessionelle oder gewerkschaftliche Betäti- Bezugspreis an nähernd den Preissprüngen der zur Herstellung hätte er wissen müssen, daß in jener Zeit das dienstliche Auftommene Berständnislosigkeit für die Gefühle der Masse. gung und durch ihre Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einer der Zeitung notwendigen Materialien anzupassen und den Bezugs- treten bewaffneter Soldaten mit Naturnotwendigkeit zu politischen Partei nicht beeinflußt werden. Auf Probe, auf Kündi- preis für die Woche vom 21. bis 27. Ottober auf gung usw. angestellten Beamten fann eine Abfindungssumme nach Maßgabe des§ 2 gewährt werden. Das gleiche gilt für lebensfänglich angestellte Beamte, die mit Zustimmung ihrer Berwaltung festzusehen. Wir wissen, daß es manchem unserer Freunde bei den ihr Ausscheiden aus dem Reichsdienst beantragen. Beamte oder unzulänglichen Löhnen schwer wird, diesen Betrag aufzubringen, Anwärter dürfen nicht eingestellt werden. Als Ein- doch haben wir die feste Ueberzeugung, daß unsere Freunde und stellung gilt die Verleihung einer Planstelle an außerplanmäßig oder kommissarisch beschäftigte Beamte. Von der Gesamtzahl der am 1. Oktober 1923 im Dienst befindlichen planmäßigen oder außerplanmäßigen Reichsbeamten haben mind stens 25 Proz. aus zuscheiden, und zwar 5 Proz. der Gesamtzahl vor dem 1. Februar 1924 und 5 Broz. vor dem 1. April 1924. Den Zeitpunkt, bis zu dem der weitere Abbau zu erfolgen hat, bestimmt die Reichsregierung. Die durch das Ausscheiden freiwerdenden Planstellen dürfen nicht wieder befegt werden. Es ist anzunehmen, daß es sich bei diesem Entwurf um eine Referentenarbeit handelt. Eine fommunistische Geheimdruckerei wurde in Liegniß entdeckt. Der Geschäftsführer der„ Schlesischen Arbeiterzeitung" Lichocher und der Redakteur Dombrowski wurden verhaftet. 1 400 Millionen Genossen, die durchdrungen sind von dem Willen, die Aktivität der Partei zu stärken, dem Vorwärts" nicht nur treu bleiben werden, sondern auch neue Abonnenten für ihn gewinnen werden. Berlag und Redaktion des Vorwärts". Die neuen Erwerbslosensätze. Die wochentäglichen Unterstützungsfäße im unbesetzten Deutschland betragen für die Zeit vom 15. bis 20. Oftober dieses Jahres in Ortstlasse A( in Millionen Mark): für Männer über 21 Jahre unter 21 Jahren " " Frauen über 21 Jahre " unter 21 Jahren 9 der Familienzuschlag für Ehegatten. für jedes Kind oder jeden sonstigen unterstützungsberechtigten Angehörigen 1200 720 960 560 440 860 Sonst einer Explosion führen mußte und daß seine einzige Pflicht mar, gerade in diesem Augenblicke das Militär von der Straße fernzuhalten. Es ist ihm späterhin von Stadtverwaltung und Bresse oft genug vorgeworfen worden, daß er die damit geschaffenen Unruhen hätte vermeiden fönnen, wenn er die Plakate statt durch bewaffnete Soldaten auf dem ortsüblichen Wege hätte anbrin gen lassen. Zudem erschienen damals noch alle Tageszeitun gen, die er freilich im Laufe des Putsches alle unterdrückte, bis auf eine einzige, da er ja doch einen Künder für feine Siegesfanfaren brauchte. Allein Major Buchruder beliebte teinen dieser Wege, und so geschah, was in einer Stadt mit so starter Arbeiterbevölkerung für jeden anderen unschwer vorauszusehen war: unbesonnene Burschen rissen das Plakat ab und entwaffneten die Soldaten. Und nun ging es Schlag auf Schlag: Major Buch ruder ließ Maschinengewehre auffahren, um die Ansammlung zu zerstreuen, und als dies nicht prompt geschah, pfiffen die blauen Bohnen. Wirkung: 4 Tote, 5 Schwerverletzte lagen in ihrem Blute. Dieser Att des reinsten Militarismus in der Hauptverkehrsstraße der Stadt peitschte natürlich die Bolksinstinkte bis ins tiefste Innere auf. Und so begann der zweite Aft: aus einem Bruchteil der Kottbufer Arbeiterschaft, vornehmlich aber aus der der benachbarten Industrieorte, bildete sich eine Rote Armee", besonders aus Unab hängigen und Kommunisten zusammengefeßt, gegen die nun Major Buchrucker tagelang einen förmlichen Krieg führte, der zahlreiche Blutopfer foſtete. Natürlich standen auf Buchruders Seite alle Gutgesinnten", Was ist eine Trillion? Die Dame Valuta zwingt uns, mit Zahlen zu rechnen, die früher nur in der Astronomie ein bescheidenes Dasein geführt haben., Der Botokude kann nicht bis 2, der Australneger höchstens bis 5 zählen, aber auch alte Kulturvölker In Ortstlasse B find die Zahlen für die gleichen Gruppen: haben nicht entfernt unsere hohen Zahlbegriffe gehabt. Für den ( Myriade), dem römischen Bauern bedeutete schon 600 unendlich: 480, 380, 320; in Ortstlafie D und E: 960, 470, 780, 440. 350, 300. in norderster Linie die Deutschnationalen und die Bolksparteiler, Griechen ging das einfache Zahlwort nie bis zum Begriff 10 000 1120, 670, 900, 520, 410, 340; in Ortstlafie C: 1040, 620, 840, nur Indien schwelgte in phantastischen Zahlen, die über jede An- Familienzuschläge werden bis zum Betrage des Doppelten der schauungsmöglichkeit hinausgingen. In Europa mar der Begriff Hauptunterſtüßung gewährt. Die bisherige Unterscheidung zwischen die ein impertinentes Siegerlächeln zur Schau trugen; waren diese million im 16. Jahrhundert noch unbekannt. Heute ist die Personen über 21 Jahre mit eigenem Haushalt oder in fremdem Kreise doch sogar mit Buchruders Berbot der Sigung der Milliarde( gleich 1000 Millionen) durch die neuen Milliarden- Haushalt fällt weg. Im befesten Gebiet ist für den Haupt- Stadtverordnetenversammlung, dem damals einzigen fcheine für jeden Deutschen eine Selbstverständlichkeit, während der unterstützungsempfänger für den 15. und 16. Oktober das Doppelte, Ventil für die Bolkserregung, einverstanden gewesen. Vergebens Franzose dafür den Begriff der Billion feßt, die für die Deutschen vom 17. Ottober ab das Eineinhalbfache der vorstehenden Tages blieben späterhin alle Eingaben der republikanischen Kreise der 1000 Milliarden bedeutet. Eine Billion ist eine Million Mil- läge zu zahlen; für die Woche ergibt das das zehnfache dieser Stadt an die Reichsregierung um die Entfernung Buchruders. Sie lionen, also eine 1 mit 12 Nullen Die weiteren Begriffe Tagesfäße, alio in der Ortsklasse A: 12 000, 7200, 9600 und 5600, wurden immer hintertrieben. Dafür standen aber auch gewichtige Trillion( 1 000 000 000 000 000 000), Quadrillion, Quin in B: 11 200, 6700, 9000 und 5200, in C 10 400, 6200, 8400 und tiffion ergeben sich durch Ermeiterungen um je 6 Rullen. Da 4900, in D und E: 9600, 5700, 7800 und 4400. Die Höhe der reise hinter ihm. In vorderster Linie der gegenwärtige Führer Diese Schreibweise aber ebenso zeitraubend wie fehlergefährlich ist, Familienzuschläge ist die gleiche wie im unbefeßten Gebiet. Die des Brandenburgischen Landbundes, der einstige Rittmeister Ritter. nird man gut tum, die Prozentzahlen Trillion gleich 1018, Qua- Borschüsse, die nach den früheren Bekanntmachungen des Reichs- gutsbefizer von Nazmer auf Gahry, der in den Kapp- Tagen bei brillion gleich 10 usm. einzuführen. Daß diese Zahlen früher fürs arbeitsministeriums sowohl im befegten wie im unbefegten Gebiet Major Buchrucker in der Kaserne ein ebenso häufiger Gast war, wie praktische Leben wertlos waren, geht aus verschiedenen Beispielen bezahlt werden dürfen, sind auf die genannten Beträge anzurechnen. er es in den Tagen der Revolution bei dem sozialdemokratischen und hervor. Die Weltgeschichte umfaßt noch nicht einen Zeitraum von Die Schlußzahlungen haben spätestens in der ersten Hälfte der dem demokratischen Blatt gewesen war. Er wird es zweifellos mit 1 Billion Sekunden gleich rund 32 000 Jahren, und die 10 000 Ser- kommenden Woche zu erfolgen. besonderer Freude vernommen haben, daß er seinen Gesinnungstillionen Affen, von denen eine indische Geschichte erzählt, hätten genoffen Buchruder wieder in den Mauern von Rottbus begrüßen nicht in einer Hohlkugel Blah, die unser ganzes Planetensystem darf, und wird fich gewiß angelegen sein laffen, ihm seinen unfreiumschließen fönnte Um so trostloser nimmt sich unser Finanzwilligen Aufenthalt so behaglich wie möglich zu gestalten. Und da elend aus, das solche Zahlen in steigendem Maße für den Alltag nötig macht. Der Preußische Staatsrat beschäftigte fich gestern mit 8u jener Zeit fast die gesamte Rottbuser Richterschaft jenen Amundsens Flug zum Nordpol. Zu der aus Amerifa tommen- einem Antrag über die Behebung der Erwerbslofigfeit. Streifen zuzurechnen war, die den Kapp- Butsch mit heimlicher, aber der Meldung. daß Amundsen für den Mai des kommenden Jahres Oberbürgermeister Böß- Berlin bedauerte als Berichterstatter leb- um so größerer Freude begrüßte, so wird Major Buchruder die einen neuen Versuch plane, den Nordpol mittels Flugzeug zu er haft, daß von der Regierung bisher nichts getan worden sei. Die Kunde von seiner Aburteilung in Rottbus wohl mit einem Augurenreichen, wird von unterrichteter Seite gemeldet, daß wegen dieses Erregung der Massen werde dadurch fortdauernd gesteigert und führe lächeln vernommen haben. Projekts bereits Verhandlungen zwischen dem Forscher und dem schließlich zu Gewalttätigkeiten. Der Staatsrat nahm darauf einErbauer de: bekannten deutschen Ganzmetallflugzeuge Profeffor stimmig den Antrag an, der das Staatsministerium ersucht, in Junkers schweben. Für das neue Unternehmen sollen die Er. weitestem Maße Notstandsarbeiten anzuordnen und fahrungen verwertet werden, tie die von den Junkerswerfen in auch auf die Reichsregierung in diesem Sinne einzuwirken. Die diesem Jahre nach Spitzbergen entsandte Hilfsexpedition der Reichsregierung soll sich ferner ausreichend an der Finanzie Junterswerte über die meteorologischen Verhältnisse im arktischen Gebiet gemacht hat. Konsul Hammer, der bekanntlich schon an dem für dieses Jahr geplanten und späte: aufgegebenem Unternehmen Amundsens in hervorragendem Maße beteiligt war, hat sich jest nach Seattle( Washington) begeben, um dort mit dem Forscher zu sammenzutreffen. Wirtschaftsfragen im Staatsrat. Gewerbesteuer nach der Lohnfumme. " Bei Gewerbesteuern nach der Lohnsumme haben der rung der Notstandsarbeiten der Länder und Gemeinden beteiligen. Breußische Minister des Innern und der Finanzminister in letter Weiter sollen Meliorationen von Dedländereien und Mooren Zeit an die Zustimmungsbehörden durchweg die Weisung ergehen in größerem Umfang in Angriff genommen und eine der Geldent- laffen, die Lohnfummenbelastung der Höhe nach zu begren wertung entsprechende Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung zen und Lohnsumme und Ertragsbelastung in ein angemessenes herbeigeführt werden. Berhältnis zueinander zu bringen. Die Belastung nach der LohnDem Staatsrat lag dann eine förmliche Anfrage der Arbeits- summe follte im allgemeinen nicht mehr als 0,3 Proz. betragen, gemeinschaft an die Staatsregierung vor, in der darauf hingewiesen während das Verhältnis der beiden Steuerarten sich wie 1:15 verMuseumsführungen. Sonntag, den 21. Dft., 9%, Uhr vormittags, wird, daß die Nachfrage nach Kohlen in den Bergwerts halten sollte. Nach einer neuen Verfügung der beiden Minister foll finden Führungen durch Direktorialbeamte im neuen Museum bezirken derartig nachgelassen habe, daß die Grubenverwal- nun, dem Amilichen Preußischen Pressedienst" zufolge, im HinMeghyten im 2. Jahrhundert v. Chr."( Dr. Wolf) und im Museum tungen genötigt wären, Feierschichten einzulegen. Die Halden- blick auf die sich überſtürzende Geldentwertung nach dieser Richtung für Völkerfunde„ Dzeanien"( Dr. Eichhorn) statt. Eintritt farten find vor Beginn der Führungen am Eingang der genannten Museen in pläße feien derart überfüllt, daß mit einer Vermehrung der Feier hin von jeder Beschränkung der Lohnfummenbeschränkter Anzahl erhältlich schichten zu rechnen sei. Entlassungen von Bergarbeitern steuerordnungen abgesehen werden, jedoch wird von den Die teistpreise für 1923 find an Wilhelm 2cbmann und feien schon die Folge gewesen. Andererseits beziehe die Reichs- Gemeinden, Beschluß- und Zustimmungsbehörden genaue Prüfung Robert Musil verlieben worden. Gine Ehrenerwähnung wurde Melbahnverwaltung fortlaufend erhebliche Kohlenmengen aus dem der Frage erwartet, ob die jeweils in Aussicht genommenen SteuerGior Vischer zuerkannt. Ausland. Der Staatsrat ersucht um Auskunft, warum der fäße nach den örtlichen Verhältnissen auch ange= Rudolf Krasselt, früher Kapellmeister am Deutschen Opernhause, be- Rohlenbedarf der Reichsbetriebe nicht in höherem Maße von inlän bracht und tragbar find. Für die Gemeinden dürfte sich hierfam einen Ruf als Operndirektor an das städtische Opernhaus in dischen Bergwerken bezogen wird? Die Staatsregierung müsse mehr aus die Notwendigkeit ergeben, vor Crlaß von LohnsummensteuerHannover. wie bisher bei der Reichsregierung darauf hinwirten, daß die Maß ordnungen mit den in Frage fommenden Wirtschaftsbreisen Die Buchhändlerschlüsselzahl ist auf 8 Milliarden festgesetzt. nahmen der Reichsregierung, insbesondere die Eisenbahntarif redytzeitig in Berbindung zu treten. Geroerkschastsbewegung wie Sie hohen öergarbeiterlöhne aussehen. In keinem anderen Berufe sind die Lohnbedingungen häusiger durch Schiedssprüche geregelt worden als im Bergbau. Welche Darstellungen über die Höhe der Bergarbeiterlöhne gegeben werden können, ohne der Lächerlichkeit zu verfallen und ohne eine Zurück- Weisung an Ort und Stelle zu erfahren, dafür erbrachte in der oer- gangenen Woche der deutschnationale Stadtverordnete Fabian in der Berliner Stadtverordnetenversammlung den Beweis. Nach übereinstimmenden Berichten der dem Herrn beson- ders nahestehenden Zeitungen hat er ausgeführt, daß in der Vor- kriegszeit der Bergarbeiterlohn je Schicht Dollar betragen habe und nunmehr auf Dollar gestiegen sei. Diese Behauptung ist von A. bis Z unrichtig. Der höchste Bergarbeiterlohn der Vorkriegszeit wurde in Westfalen gezahlt. Er betrug im Durchschnitt des Jahres 1913 SFO M. je Schicht. In allen anderen Bergwerksrevieren stand er oft weit unter einem Dollar, d. h. er erreichte nicht die Höhe von 4,20 M. Wie es in der Gegenwart mit dem Bergarbeiterlohn be- steW ist, das möge nachstehenden Tatsachen entnommen werden. In der Woche vom 30. September bis einschl. 6. Oktober betrug der Durchschnittskurs für einen Dollar(Mittelkurs zwischen Brief und Geld) 430 400 000 M. und in der Wache vom 7. bis 13. Oktober 2 814 600 000 M. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache und noch den Lohnsätzen, die in Schiedsgerichten festgesetzt wurden, betrug der Durchschnittslohn einschließlich aller sozialen Zulagen, Kindergeld usw. für einen Bergarbeiter in der Schicht: In dem Rheinisch-Westfälischen Industriegebiet ist der Lohn wesentlich höher wie in allen anderen Bergbaugebleten. Diese Tat- sache ist zurückzuführen auf die mit der Besetzung des Ge- biets verbundene Teuerung, die über die bislang in den sonstigen Teilen Deutschlands schon erfaßten Begriffe weit hin- ausgeht. Was also von der Behauptung zu halten ist, die in der Berliner Stadtverordnetenversammlung aufgestellt wurde und dann in der deutsch-notionalen Presse verbreitet werden konnte, ist aus den mitgeteilten Lohnsätzen der letzten zwei vergangenen Wochen klar ersichtlich. Wird der Herr, der sie aufgestellt hat, nun auch den Anstand besitzen, zu erklären, daß er einem Irrtum verfallen ist? Wir zweifeln daran, denn wir kennen unsere Leute. Der Konflikt in der Holzindnftrie beigelegt. Am gestrigen Tage war eine Verhandlung zwischen den Par- teien vor dem SchlichtungsauSschuß vereinbart.. Im Laufe des TageS jedoch traten die Parteien ohne Vermittlung einer unpartei» ischen Stelle zusammen, um zu versuchen, die Streitpunkte zu be« seitigen. ES wurde vereinbart, daß sämtliche Arbeiter, die ausgesperrt wurden, zu den alten Rechten wieder ein« zustellen sind und unverzüglich die Arbeit wieder auf« zunehmen haben. Desgleichen die Kollegen bei Müller, Köpe« nicker Straße. Die Löhne wurden erhöbt für die jetzt laufende Woche vom 14. bis 20. Oktober um 676 Proz., so daß der Durch- schnittSlohn für erwachsene Facharbeiter 474966000 M. pro Stunde belrägt. Um die Arbeiter recht schnell in den Besitz des Geldes zu setzen, hat die Verhandlungskommission auf dieser Basis ein Abkommen getroffen. Die Arbeitgeber werden von ihrer Organisation verpflichtet, die Beträge sofort auszuzahlen. Löhne in der Berliner Metallindustrie. Die Lohnsteigerung für die Zeit vom 16. bis 21. Oktober beträgt 360 Proz. Der Lohn in Klasse I beträgt 625 Millionen, die anderen Löhne erhöhen sich im gleichen Hundertiatz. Ein- schließlich der gestern bezw. heute bereit« gezahlten Vorschußsumme. wird am Montag bezw. Dienstag ein Vorschuß von 70 Proz. auf den in die Woche vom 16. bis 21. Oktober fallenden Verdienst gezablt. Ueber die weiteren Vereinbarungen, Frauenzulage, Kinder« zutage, Ausgleichzulage usw. gibt der Tarifvertrag Auskunst, der ab heute vormittag 11 Uhr im Verbandshause des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Linienstr. 83,86, Zimmer 20. und ab 4 Uhr im Zimmer 3 käuflich ist. Das Metallkartell. I. A.: Gron. Der VerkehrSbund zn den Ereignissen. Die �Berliner Verwaltung des Verkehrsbundes hatte ihre Funktionäre gestern abend nach dem Gewerkschaftshause berufen, um zu den letzten Ereignissen Stellung zu nehmen, da es nach den einleitenden Ausführungen von Klose wegen der finanziellen Schwierigkeiten bei Herausgabe der Verbandsnachrichten kaum an- ders möglich sei, mit den Mitgliedern des öfteren in Berbindumg zu treten. O r t m a n n ging in seinen Ausführungen von der Bei- legung des Ruhrtonflikts aus, der wenig Ersprießliches gebracht habe. Es sei aber dennoch Pflicht der Gewerkschaften ge- wesen, auf die Stimme der Arbeitsbrüder im besetzten Gebiet zu hören. Die vom Staat zum Abwehrkampf zur Verfügung ge- stellten Mittel seien allerdings von vielen Unternehmern für ihre eigensten profitsüchtigen Zwecke ausgenutzt worden. Die Gefahr eines erneute» Vorstoßes der Unternehmer auf die nackten Lebens- intereffen der Arbeiterschaft sei noch nicht vorüber. Die Gewerk- schaften und auch der Verkehrsbund sind darum zur Abwehr ge- rüstet. Auf die Einigungsverhandlungen, die zwischen den Arbeiterorganisationen stattgefunden haben, ging der Redner, der an diesen Verhandlungen teilgenommen hat, näher ein und hob mit aller Deutlichkeit hervor, wie notwendig in dieser gefahrvollen Situation besonders für die Gewerkschaften die Einheitlichkeit und Geschlossenheit ist. Die Demobilmachungsverordnung ist jetzt(eider in ihrem wesentlichsten Teil beseitigt. Es haben sich auch in letzter Zeit Schwierigkeiten bei der Verbindlichkeits- erklärung von Schiedssprüchen herausgestellt. Von einer Wert- beständigkeit der Löhne kann bei der rapide fortgeschritte- neu Geldentwertung nicht die Rede sein. Die Unternehmer haben für ihren Vorstoß eine Zeit schlechtester Konjunktur gewählt, weil sie glaubten, die Ärbeiterschast sei jetzt so geschwächt, daß sie sich nicht wehren können. Der Abschluß von Tarifverträgen ist jetzt mehr denn je notwendig. Es ist bedauerlich, daß die Unter» stützungssätze nicht den Zeitverhältnisscn angepaßt werden können. In dieser außerordentlich schweren wirtschaftlichen Zeit muh unter allen Umständen der Orgagisationsgedanke aufrechterhalten werden. In der Stunde der Gefahr dürfen die Meinungsverschiedenheiten nicht weiter zur Freude der Unter- nehmer in den Betrieben ausgetragen werden. Hierauf haben auch die Betriebsräte ihr Augenmerk zu richten. Vielmehr muß e» heißen: Wir wollen fein ein einig Volk von Brü- der n! Es gelangten zwei Resolutionen zur Annahm«. In der einen wird die sofortige Aushebung des Belagerungszu- st a n d e s und des Verbots der„Roten Fahne" sowie des„ Weckrufs" gefordert. Die zweite Entschließung ist ein geharnischter Protest gegen die Machenschaften der Reaktiv- n ä r e in bczug auf Sachsen und Thüringen. Für den Fall eines bewaffneten Vorgehens gegen diese Länder wird die sofortige Pro- klamierung des Generalstreiks gefordert. Klose machte zum Schluß noch Mitteilung über die Löhne im Großhandel. I postabolmenteil? » Damit die regelmäßige Zustellung des„Vor-* m wärts" im nächsten Monat keine unlieb» m ♦ same Unterbrechung erleidet, ersuchen» 6 wir unsere Postabonnenten, das£ « Abonnement bei dem zu-« 6 ständigen Postamt ö 5 sofort zu bestellen I ♦ MM 9 Vorwärts- Verlag G.m.b.H. Entlassung der Angestellten der Reichsbehörden. Auf Grund des Ermächtigungsgesetzes sollen sämtliche An- gestellten der Reichsbehörden unter Zuwendung einer unzureichenden Abfindung sofort entlassen werden. Von den Betriebsvertretungen einer ganzen Reihe von Finanzämtern geht uns ein P r o t e st gegen dies« Maßnahme zu. Darin heißt es u. a.: „Die Angestellten stehen aus dem Standpunkt, daß diese Maß- nahm« bei der fortschreitenden Verschlechterung der Lebenshaltung, der übermäßigen Berteuerimg der Lebensmittel, sich geradezu als eine Herausforderung auch der nihigsten und bescheidensten Ge- müter auswirkt. Die Angestellten stehen auf dem Standpunkt, daß dem Staat gute, zuverlässig« und eingearbeitete Kräfte erhalten bleiben müssen. Bei dem jetzt beabsichtigten Weg, wo man ohne Zweifel die Vorrechte der Beamten nicht nur respektiert, sondern auch auf Kosten der Angestellten schützt, wird gerade das Gegenteil erreicht. Die Angestellten sind in der Lage, den leitenden Staats- Männern den Nachweis zu erbringen, daß in den Dienststellen des Lcmdesfinanzamts Groß-Verlin neben zirka 1300 Angestellten mindestens die gleiche Zahl, wenn nicht noch mehr Beamte vor- Händen sind, die die ihnen zugeteilten Arbeiten nicht so ausführen können wie die bereits eingearbeiteten, für die Materie zum größten Teil kaufmännisch vorgebildeten Hilfskräfte. Dieser Tatsache wird sich auch das Ministerium nicht verschließen können und zu dem Rächstliegenden greisen müssen, nämlich erst den Abbau der weniger produktiv bzw. eingearbeiteten Beamten vorzunehmen, da sonst ohne die Stütze der Angestelltenschaft der Staatsapparat zusammenbricht. Die Angestellten, die stets zur Republik gehalten haben und deren Arbeiten bei jeder Gelegenheit von den vorgesetzten Dienststellen lobend anerkannt worden ist, glauben eine Berechtigung zu haben, eine Aenderung der beabsichtigten Maßnahm« zu fordern, denn es ist unfahlich, daß sie das Heer der Verhungernden nach geleisteter treuer Arbeit als Dank vergrößern sollen. Es mühte die vornehmste Auf- gab« jeder Regierung sein, für Arbeitsmöglichkeit zu sorgen und nicht Gesetze zu schaffen, die zur Vergrößerung der Not und Ar- beitslosigkcit erheblich beitragen. Aus welchem Grunde find beim Landessinanzamt Grotz-Berlin vor einigen Tagen noch 16 neue Urkunden zur Bestallung neuer Beamten herausgegeben worden, wenn schon zu viele Beamte vorhanden sind? Die Aufhebung des 8 84 ff. des Betriebsrätegesetzes schlägt jeden ehrlichen Republikaner ins Gesicht. Sie mutet jedem als«ine Verhöhnung der Weimarer Reichsverfaffung an, in deren Art. 128 gesagt wird: Alle Staatsbürger ahn« Unterschied sind nach Maßgabe der Gesetze und entsprechend ihrer Befähigung und ihren Leistungen zu den öffentlichen Aemtern zuzulassen.... Die Schärfe unseres Protestes kann nicht nachhaltig genug zum Ausdruck gebracht werden." Wenn wir dieser Darstellung Raum geben, so möchten wir doch daran erinnern, daß bei einem ähnlichen früheren Anlaß die Be- amten ihren gegenteiligen Standpunkt geltend machten. Unoermeid- liehe Entlassung ea treffen jeden schwer, ob Arbeiter. Angestellter oder Beamten. Von der Frage der Qualifizierung abgesehen, ist natürlich die Lösung des Dienftverhältniffes von Angestellten für die Verwaltungen weit leichter als das von Beamten. Der Lohn für Rohrleger und Bauklempner beträgt für die Lohnwoche vom 16. bis 2l. Ottober 740 Millionen. Für Helfer und Junggesellen ergibt sich der Lohn im bisherigen Prozentsatz. Die Angestellkeagehäller in der chemischen Industrie sind für die dritte Oltoberwoche durch folgenden Schiedsspruch festgelegt worden: „Die Angestellten erhalten für die Zeit vom 14. bis 20. Oktober (dritte Oktoberwochej das ztoanzigfache Septembergehalt. Außerdem werden, ivenn möglich, am Dienstag, spätestens am Mittwoch fünf- zehn Septembergehäller als Vorauszahlung auf das noch fest- zusetzende Gehalt der vierten Oktoberwoche gezahlt." Dieser Schiedsspruch ist endgültig. Am 26. Oktober sind die Verhandlungen für die vierte Oktoberwoche. Dir kaufmännischen Angestellten erhalten für die Woche vom 14. bis 20. Oktober im Wagen- und Karosseriebau einen Zuschlag von 600 Proz. auf das Gehalt der Borwoche: im Zei- tungsgewsrbe werden für die Zeit vom 22. bis 28. Oktober 39 Septembergehälter gezahlt: in der Kartonnagenbranche 18 Septembergehälter spätestens kommenden Dienstag: in der Briefumschlagbranchc 7 Septembergehälter ä conto; in der Kolonialwarenbranche und dem Feinkosthandel das zehn- fache Septembergehalt a conto. Im Lebensmittelgroßhandel(Einkaufsgenossenschaft der Bäcker und Konditoren) sind für Oktober Grundgehälter mal Lebensmittelmultiplikator verein- baet. Jeden Dienstag werden 90 Proz. der Zahlung der Vorwoche a conto gezablt und Freitags oerrechnet. In der Margarine- i n d u st r i e vetrug die Schlüsselzahl für die gestrige Auszahlung 668,0 Million, mit der das Grundgehalt zu multiplizieren war. i-l-L i.!--1| 1.1 I 1 l'.LU-ILU ri Buchdrucker. Heute, Sonnabend, abend 7>H Uhr finden S nachfolgende tzraktionsverfammlunge» statt: Bezirk 4 im„Freischutz", Fruchtstr. SSo; Bezirk S bei Tinip«, Adalbert-, Ecke Raunynstraß«: Be- zirk 8 bei Soblke, Hcrmannstr. ISS: Bezirk 2 Donnerstag, den 1. No» vember, bei Birnbaum, Bostianstr. 2: Bezirk Z Donnerstag, den S. No- oember, in der Schule Weinmeisterstr. IS— 1?! Bezirk lg Sonntag, 4. November, vormittags 10 Uhr, in Nied«rsch»neweide, Spreeftr. 1«, parterre rechts. Tagesordnung in allen Berfammlungen:„Die Wahl der Dencralverfammlungsdeleglerten für das Jahr 1 S 2 4." Vollzähligen Besuch erwartet Der. Fraktionsvorstand. Wirtfdyaft Der Stanü üer Wirtschaftskrise. Die Wartschaftskrise nähert sich ihrem Höhe- punkt. Geradezu trostlose Einblicke in die Gestaltung der gesamten Wirtschaftslage bieten die Berichte des„R e i ch s a r b e i t s- b l a t t e s" für den Monat September und die beiden folgenden Wochen. In 970 Betrieben, die an das„Reichsarbeitsblatt" berich- teten, waren von 822 908 statistisch erfaßten Arbeitern im September nur noch 12 Proz. gegen 18 Proz. im Vormonat in g u t be> schäftigten Unternehmungen. Der Prozentanteil der Arbeiter, der auf befriedigend beschäftigte Betriebe entfiel, verminderte sich von 33 Proz. im August auf 17 Proz. im September, derjenige in schlecht beschäftigten Betrieben dagegen stieg von 49 auf 71 Proz. Die einzelnen Gewerbczweige, für die ähnliche statistische Berichte vorliegen, gestaltete sich in gleicher Weise. So stieg in der M e t a l l i n d u st r i e der Anteil der schlecht beschäftig- ten Arbeiter von S8 auf 77 Proz., der der gut beschäftigten fiel von 16 auf 8 Proz. In der Elektrizitätsindustrie sind nur noch 8 Proz. der erfaßten Arbeiterschaft in gut, 9 Proz. in befric- digend beschäftigten Betrieben, während die entsprechenden Zahlen des Bormonats 14 bzw. 72 Proz. waren. Der Anteil der schlecht be- schäftigten Arbeitskräfte betrug 83 Proz. im September gegen nur 14 Proz. im Vormonat. Di« Verschlechterung ist also eine ganz katastrophale. Auch im Maschinenbaugewerbe stieg der Anteil der schlecht beschäftigten Betriebe von 63 auf 70 Pro;., wäh- rend nur noch 7 Proz. gegen 10 Proz. im August als gut beschäftigt bezeichnet wurden. In allen Gewerbezweigen ergibt sich das gleich« Bild: Unter den Schwankungen des Währungsverfalls ist die Kauftraft der Der- braucher stark gesunken und der Kapitalmangel der Verarbeiter und Händler ist gestiegen. Während Industrie und Städte unter Kohlenmangel leiden, geht der Absatz des Stein- und Braunkohlenbergbaues zurück. Im letzteren wurde die Herstellung von Naßpreßsteinen eingestellt. In der Kaliindustne, hinter der doch die gewaltig« Kaufkraft der Landwirtschast steht, werden Feierschichten eingelegt. Große Teile der industriellen Pro- duktion sind deshalb konkurrenzunfähig, weil sie die Weltmarktpreis« statistische Berichte vorliegen, gestaltete sich in gleicher Weise. So sind nach einem Bericht der Königsberger Landwirtschaftskammer die Gestehungskosten für landwirtschaftliche Ma- schinen jetzt doppelt so hoch wie vor'dcm Kriege. In den Luxusindustrien ist der Rückgang der Beschäftigung besonders stark. Bezeichnend ist dafür folgende Mitteilung aus dem Berviel- fältigungsgewerbe: Rohstoffpreife, Löhne usw. sind zu teuer, die unmittelbaren Lebensbedürfnisse der Bevölkerung erfordern zu hohe Aufwendungen, als daß für Zeitungen, Bücher, Anzeigen usw. viel übrig bliebe, weshalb die Aufträge, auch vom Aus- land, für das graphische Gewerbe immer seltener werden. Aehnliche Gründe gelten auch für den Rückgang der Konjunktur in anderen Gewerbezweigen, die nicht dem unmittelbaren Lebens- bedarf dienen, wie z. B. für die katastrophale Verschlechterung in der Tabakindustri«, dem Absatzrückgang der keramischen, der Glas- und der Porzellanindustrie. Aber auch an sich produktions- wichtige Anlagen werden heute nicht mehr ausgeführt: so finden Er- Weiterungen von elektrischen Industrieanlagen und Errichtungen von Ueberlandzentralen so gut wi« gar nicht mehr statt. Noch viel schlimmer steht es aber um Gewerbezrveige, die dem dringenden Lebensbedarf dienen und deren Preise so überteuert sind, daß sie vom Verbraucher nicht mehr aufgebracht werden können. Die Textilindustrie liegt» zum Teil auch wegen der Ueberschrcitung der Weltmarktpreise, danieder. Der Baumwolloerbrauch der Industrie ist derart zurückgegan- gen, daß im September aus dem wichtiasten Baumwollmartt in Bremen nur 16 000 Ballen gegenüber 116 000 Ballen in der gleichen Zeit des Borjahres abgesetzt wurden. In der Wollindustrie ist der Geschäftsverkehr fast ganz zum Stillstand gekommen, obwohl sonst in den September die Eindecfung für den Winterbedarf fällt. In der Konfektion werden Bestellungen für den nächsten Sommer, die sonst in dieser Zeit abgewickelt werden, mit größter Zurückhaltung aufgegeben. In der Konfektion sind die Detaillisten durch die Absatzstockung in groß« wirtschaftliche Bedrängnis geraten, da die Tageseinnahmen nicht zur Deckung ihrer Verpflichtungen ausreichen. Mitunter lehnen sie die Bezahlung der Ware ab, weil ihnen die Mittel hierzu fehlen, und geben die Ware zurück. Während Taufende und aber Taufende nicht in der Lage find, ihre notwen- digftc Kleidung einzukaufen, müssen die Händler Ware, die für die Verteilung bestimmt war, an den Fabrikanten zurückliefern. Die Uebersteigerung der Schuh- und Lederpreis e hat dazu ge- führt, daß in der Zeit, wo die Bevölkerung ihre im Winter besonders benötigten Schuhe einzukaufen pflegt, die Industrie fast vollkommen still liegt. Noch einer Umfrage bei den Schuh- und Schäfte- fabritanten Anfang September war 0,08, also noch nicht ein Zehntel Prozent der erfaßten Arbeiterschaft, voll beschäf- tigt, während mehr als neun Zehntel, nämlich 91,92 Proz. entweder gar nicht oder bis zu 14 Stunden die Woche verkürzt arbeiteten. Diese Lage hat sich bis zum Ende dieses Monats weiter verschlechtert. Das Gesamtbild der Wirtschaftslage ist niederschmetternd. Mit jeder Stunde wächst die Not der breiten Massen, die zugleich einer wahnsinnigen Teuerung und der täglich wachsenden Arbeitslosigkeit ausgesetzt ist. Das ist in der Hauptsache eine Folge des Währungs- verfall». Nicht dringend genug kann gefordert werden, daß die Schaffung wertbeständiger Zahlungsmittel nicht nur aufs äußerste beschleunigt wird, fondern dieselben auch den breiten Volksmafsen in einer Weise zugänglich gemacht werden, die verhindert, daß sich der Lohn mit der Papiermark von Stunde zu Stunde entwertet. Amtliche Devisenkurse. t holländ. Gulden. 1 argent.Pap.-Peio 1 belgischer Frank. 1 norweg. Krone.. 1 däniscbe Krone. 1 schwediscbe Krone l finnische Mark. 1 japanischer Den l ltakienische Lira. 1 Pfund Sterling. t Dollar..... 1 französisch. Frank 1 brasilian.Milrei« 1 Schweizer Frank 1 spanisch« Peseta 1 österr. Kr.(gest.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Krone 1 bulgarische Lewa 1 juaoilaw. Dinar. 19. Oktober Stiultt- ttuta ®«rr8nfft (Brief-) fluts 18. Oktober »Rufet j SctfRafer (Brief.) (Geld.) »ute ftuts 4638300000 3870300000 614160000 1846375000 2080770000 3130140000 317205000 5785500000 538650000 53865000000 11970000000 712215000 1097260000 2134650000 1607970000 167580 355509000 668825 115710000 141645000! 4631700000 3889700000 617540009 1854625000 2097230000 8I5I860000 318795000 5814500000 541860000 54133000000 12 OSOOCOOOO 716785000 1102750000 2145350000 1616030000 168420 357291000 761675 116290000 142855000 3199930000 2669310000 422940000 1264830000 1432410000 2154600000 217455000 3990000000 371070000 36907500000 3139600000 490770000 778050000 1464330000 1103235000 115710 243390000 448875 79800000 95760000 3216020000 2682690000 425060000 1271170000 1489590000 2165400000 218545000 4010000000 372930000 37062500000 8180400009 493230000 781950000 1471670000 1108765000 116290 244610000 451125 80200000 90240000 VSPD.-Buchdruckcr, 4. Bezirk. Berfainmlimg am Montag, den 22. Oktober, abends T6 Uhr, bei Stoache, Boxhagener Str. 16. Betrifft Delogiertenwahl. Syinpathisilerende Kollegen können eingeführt werden.— Der Fraktion». vorstand. Verantwortlich für Politik: Ernst Neutee: Wirtschaft: Artur Satetnu«: Gewerkschaftsbewegung: I. Steiner; Feuilleton: Dr. Zahn Echilow»!!: Lokale, und Sonstiges: FriR»arftädt; Anzeigen: Th. Glocke; sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Berlag ffl. in. b. 6., Berlin. Druei: Borwärts-Buchdruekerel und Verlagsanstalt Paul Singer u. Es. Berlin SW. 68, Lindensteahe 3. Hierzu 1 Beilage. !Tc. 491 ❖ 40. Jahrgang Seilage öes Vorwärts Sonnabenö, 20. Oktober 1923 herbftwanöerungen. Der Herbst hat seinen Einzug geheilten: das Laub an Baum und Strauch leuchtet in prächtigen Farben. Vom tiefen Rot über Braun bis zum brennenden Gelb können wir alle Farbentöne be- wundern. Nur kurze Zeit währt diese Pracht. Wenn Regenschauer, Frost und Sturm über das Land fegen, dann wirbeln auch die ab- gestorbenen Blätter zur Erde, neue Nahrung für die Pflanzen in kommenden Zeiten. Jetzt müssen wir die märkischen Laubwälder durchstreifen, zu den märkischen Waldseen wandern, wenn wir die Freuden des Herbstes recht genießen wollen. Rund um den Liepnihsee. Der Liepnitzsee ist einer der schönsten Seen in der Umgebung Berlins. Rings von.Laubwald umkränzt liegt er in einer lieblichen Takmulde, die sich mehrere Kilometer weit erstreckt. Mit der Stet- tiner Vorortbahn fahren wir bis Zepernick und kommen durch die Kolonie Schönbrück nach Schönow. Vom Nordende des Dorfs führen drei Wege ab. Wir wählen den mittleren und kommen sogleich in Kiefernwald. Durch Dünengeländ« erreichen wir in 3S Minuten den breiten Weg von Bernau, dem wir nach links folgen bis 3 Minuten hinter den Jagenstein 8.4. 8. Alsdann wenden wir uns rechts ab aus einen Fahrweg, der nach einigen Minuten in den Gestellweg L einläuft. Durch schönen Mischwald, bestehend aus Kiefern, Buchen und Eichen mit reichlichem Unter- holz, kommen wir zur Chaussee von Wandlitz, in der Nähe des Forst Hauses Liepnitz, überschreiten die Chaussee und stehen bald darauf am Liepnitzsee. Um das Westende des Sees wandern wir zu seinem Nordufer. Nördlich vom Liepnitzsee liegt der Regenbogensee, ein echtes„Waldauge", lieblich eingebettet zwischen buchenbestandenen Höhen. Auf dem Südufer dieses Sees wandern wir gen Osten und kommen bald wieder zum Liepnitz- see. Regungslos liegt die Wasserfläche vor uns, von der leichter Rebeldunst aufwallt. Die Herbstsonne leuchtet durch das braunrote Buchenlaub und vergoldet es mit mildem Schimmer. Auf dem Grase perlen die Tautropfen wie funkelndes Gestein. Am Kämmerersee vorüber wandern wir nach U e tz d o r f am Ostend« des Liepnitzsees, einer stillen, lraumverlorenen Siedlung. Wir wenden uns nun zum Südufer des Liepnitzsees und folgen dem schmalen Unterpfad, der unterhalb der buchenbestandencn Höhen hart am Wasser zum Westende des Sees zurückführt. Von dem hier gelegenen Gasthans wandern wir auf schönem Waldwege und weiterhin auf der von Fußwegen begleiteten Chausie« nach B e r- n a u, dem alten Hussitenstädtche». Ein Spaziergang an der noch teilweise sehr gut erhaltenen Stadimauer mit den alten Tortürmen beschließt die Wanderung(Weglänge 30 Kilometer.) Am Lienswitzfee. Wir beginnen unsere Wanderung in Potsdam, das wir von den Bahnhöfen der Stadtbahn oder vom Potsdamer Bahnhof aus erreichen. An der Brücke über die Bahn wenden wir uns nach links und gelangen durch die Leipziger Straße, am Fun des B r a u- Hausberges vorüber, zur Havel. Links der Straße steigen Bergzüge auf, die einem Endmoränenzug angehören. Die Straße wird von alten Buchen begleiiet. Gerade jetzt im Herbst gewährt es«inen eigenartigen Reiz, hier zu wandern, zwischen den braun- rot schimmernden Bergen und dem leise gurgelnden Fluß. In einer ruhigen Bucht liegt in stiller Abgeschiedenheit die Siedlung T«mplin. Der schöne Weg führt uns weiter nach Caputh, dem langgestreckten Obstdvrf, das den Beginn des märkischen Obst- gmres uin Werder anzeigt. Es roifti bereits 1317 urkundlich erwähnt und entstammt der Wendenzeit. In der Nähe der Kirche zweigt ein Weg in südlicher Richtung ab. Links von den Krähen- bergen vorüber kommen wir in d«n Wald. An der Kreuzung der Gestellwege r und 7 wenden wir uns gen Südost zum Großen L i e n« w i tz s c e. Bon hochstämmigem Kiefernwald umrahmt, gleicht der See einem„Waldauge", wie es die märkischen Wäld«r selten in so ausgesprochener Eigenart ausweisen. Westlich vom Großen Lienewitzsec erstreckt sich der Kleine L i e n e w i tz s e e. Auf der schmalen Landenge zwischen beiden Seen liegt die Siedlung Lienewitz, nur aus wenigen Häuschen bestehend, die sich in das Waldesgrün schmiegen. Bon Lienewitz ivenden wir uns südlich auf der Chaussee zum Forsthaus Schmerberg. Hier beginnt' ein kleines Tal, in dem die Lienewitzseen und eine Reih« weiterer See- decken liegen. Den Ausgang zur Havel bildet der große C a- puther See. Das Forsthaus erhebt sich auf dem erhöhten Ufer des Waldtals. Hier führt«, von Brück kommend, die alte Straße aus Sachsen und Anhalt nach Potsdam vorüber. Vom Forsthaus wandern wir in östlicher Richtung durch Kiefernhochwaid nach Michendorf, das sich 1 Kilometer lang an der Chaussee hin- zieht. Erwähnenswert ist ein bedeutender Fund wendischer Münzen aus dem 12. Jahrhundert, der bei dem Dorf gemocht wurde. Vom Bahnhof am Nordende des Dorfes fahren wir mit den Vorort- zügen der Wetzlarer Bahn nach Berlin(Stadtbahn) zurück.(Weg- länge etwa 20 Kilometer.) Ter Sturm auf die Bäckereien. Gestern vormittag gegen lO'/z Uhr drangen 20 junge Burschen in die Bäckerei von A 1 b r e ch t, Elsasser Straße 38, ein und verlangten unentgeltliche HemiZgabe von Brot. Um Plünderungen zu verhiitcih gab ihnen die Verkäuferin 20 Brote. worauf sie davongingen.— Um dieselbe Zeit sammelten sich etwa 1800 Personen an der Ecke der Scheerer- und Rei- nickendorfer Straße. Die Schutzpolizei zerstreute die An» sammlung.— Aehnlich erging eS 800 Personen, die um etwa 12'/., Uhr mittag« der Bäckerei von Pache, Schönhauser Allee 180, einen Besuch abstatten wollten. Auch hier griff die Polizei ein. Wettvl'aussidhten für Sonntag. Am Anfang dieser Woche hfrtseht» in Deutschland veränderliches, aber ziemlich mildes Wetter; im Alpenvorlande gingen zahlreiche und zum Teil starke, im Westen mehr vereinzelte geringe Kegenfalle hernieder, die pich in den nächsten Tagen mehrmals wiederholten. Es war nämlich der Ausläufer eines auf dem Nordmoere befindlichen Tiofdrnctgcbietes langsam über Mitteleuropa hinweggezogen. Bei vorherrschend südwestlicher Luftzufuhr stiegen die Tompornturen in den Tagesstunden meist bis 12 und 15 Grad empor. Als aber in der Macht zu Dienstag der Himmel sich vorübergehend aufheiterte, trat namentlich im mittleren Morddeutschland beträchtliche Abkühlung ein. Das Thermometer sank r.u Kyritz und Dahme bis auf 1. zu Schwerin und Frankfurt a. 0. bis auf 2 Grad. In den nächsten Tagen wiederholten sich, namentlich im Küstengebiete, die Eegenfälle noch mehrmals, waren aber im allgemeinen gering. Auch im norddeutschen Binnenlande kamen an verschiedenen Orten leichte KiederschlSgc vor. Gegen Ende der Woche rückte ein umfangreiches Hochdruckgebiet nach Mitteleuropa vor. die Winde drehten sich nach Süd und führten beträchtliche Erwärmung herbei, so daß am Freitag mittag die Temperaturen im Binnenlande vielfach lö Grad Celsius überschritten. Doch schon am Freitag nachmittag entstand an der Südseite eines bei Island aufgetretenen neuen und sehr starken Tiefdruckgebietes eine ziemlich weit ausgedehnte Niederschlagszone in Westdeutschland, die sich langsam ostwärts ausbreitete. Wir werden in den nächsten Tagen im Bereiche de- Tiefdruckgebietes bleiben und haben daher nn- faiig« wehr milde», aber grJißtente.ili» trüben Wetter mit leichten Itegcnfüllcn nnd mäßigen südlichen Winden?» erwarten. Später, besonders am Sonntag. dürfte sich der Himmel xeltweisc aufklären, aber das Wetter noch veränderlich bleiben, auch sind noch einxclne imbcdeutcndo Begenschnaer wabr- schoinlich. Uci allmählicher Drehung der Winde nach West dürfte dann auch etwas Abkühlung elu- treten. Die Volksspeisungsaktion. Noch immer Borbereitungcn. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: Die Spenden für die Bolksspeisungsaktion der preußischen Regierung laufen von Tag zu Tag in vermehrtem Umfange ein. Die Berliner Börse hat aus der von ihr veranstalteten Sammlung bereits an den Magistrat Berlin 10000 Dollar überwiesen. An der Berliner Pro- duktenbörse ist die Sammlung von Naturalien ebenfalls für die Berliner Speisung im Gange. Es ist mit Sicherheit zu erwarten, daß sämtliche preußischen Fonds- und Produkten- b ö r f e n nach dem Berliner Beispiel sich mit laufenden großzügigen Sammlungen an der Bolksspeisungsaktion beteiligen werden. In den Kreisen der Großindustrie wird gegenwärtig der Gedanke be- sprachen, in den einzelnen Städten aus den Kreisen der angesehensten Industriellen L o k a l k o m i t e e s ins Leben zu rufen, die gleichfalls fortlaufende Sammlungen bei ihren Berusskollegen veranlassen sollen. Die preußischen Zentralbehörden haben die Sammlungen ihrer Beamten schon vor einiger Zeit in der 1. Rate abgeschlossen. Wir haben eigentlich nicht viel Zeit zu verlieren. Darum sei die bescheidene Frage erlaubt: Weshalb wird nicht be- gönnen, mit den vorhandenen Mitteln zp arbeiten? Maßnahmen des Jugendamtes. Es ist in Aussicht genommen, den Sänglingsfürsorge. stellen der Stadt Berlin, soweit möglich, Beträge zur Verfügung zu stellen, um Nährpräparate für bedürftig« Kinder abgeben zu können. Weiterhin erhalten bedürftige Schwangere und Kinder im ersten Lebensjahr eine Beihilfe zum Ankauf von 14 Liter Milch täglich. Um den Vereinen, die Krippen, Kindergärten und Horte unterhalten, die Möglichkeit zu geben, diese im Jnteresse unserer Jugend so unbedingt erforderlichen Anstalten offen zu halten, werden den Vereinen bedeutende Beihilfen zur Besoldung des Per- sonals gezahlt. Daneben werden auch noch Vorschüsse zur Vestrei- tung sachlicher Ausgaben(z. B. Kohlen) gegeben. Ferner ist das Jugendamt bemüht, für die Kinder, die In F a m i li e n p f l e g e gegeben worden sind, ein ausreichendes Pflegegeld zu zahlen. Dieses Pflegegeld beträgt für Säugling« den eineinhalb- fachen Milchpreis, d. h. zurzeit für Kinder bis zu 2 Jahren wöchent- lich 2 280 000 000 M. Schließlich läßt es sich das Jugendamt auch angelegen sein, den Unterhaltssatz für uneheliche Kinder der Geldentwertung entsprechend stets auf einer solchen Höhe zu halten, daß der Lebensunterhalt dieser Kinder gedeckt ist. Er beträgt vom 15. Oktober ab drei Milliarden für den Monat. Das Jugendamt unterhält in Nest. a. d. Ostsee(Kreis Köslin) und in Scheuen bei Celle(Lüneburger Heide) Kindererholungsheime, die in diesem Jahre vielen erholungsbedürftigen und unterernährten Kin- dern Groß- Berlins eine Stätte der Kräftigung und Gesundung ge- wesen sind. Um die Berliner Waisenanstalten zu entlasten, hat das Jugendamt die Maßregel getroffen, diese beiden Heime während dieses Winters mit Waisenkindern zu belegün. Oer Mörüer öer£ucic Conraü. In Berlin ermittelt und verhaftet. Der Kindesmörder ans der Oudenarder Straße, der Gelegen- heitsarbeiter und Händler Heinrich Schaper, ist verhastet. Er hatte versucht, sich durch den Berkauf eines Paares Stiefel vielleicht die Mittel zu verschaffen, um aus Berlin herauszukommen. Aber auch dieses letzte Geld war bald verbraucht, und bevor er die Stadt verlassen konnte, wurde Schaper verhastet. Die Kriminalkommissare B ü n g e r und Busch unterzogen ihn nock gestern abend einem eingehenden Verhör, das noch nicht abgeschlossen ist. Frau Conrad hatte es so dargestellt. daß sie stets die Zudringlichkeiten ihres Mieters zurückgewiesen habe. Dem widerspricht Schaper. Er behauptet vielmehr, daß sie zu ihm in enger Beziehung gestanden hatte, ihn ober habe abschieben wollen, weil er arlieitslos geworden sei und ihr nicht genug Geld mehr habe geben können. Die Mordtat gibt er zu. Er versucht aber, sich mit einer Art Dämmerransch berauszureden, in dem er nicht gewußt haben will, wie er zu der Tat gekommen sei. Der Mörder hat nach seinem eigenen Geständnis zunächst versucht, die Kleine, die nach dem Weggang der Mutter aus der Küche zu ihm in die Kammer gekommen war, um mit ihm Schul- arbeiten durchzusehen, zu erhängen. Als die Schnur riß und das Kind jetzt schrie, griff er zum S ch u st e r h a m m e r. Die Lofolfischer. Roman von Zshan Rojer. 2. Der Schubkarren kam zuerst und hinterher der Mann, der ihn schob, und der hinkte so stark, daß selbst das Knacken des Radzapfens schief und hinkend klang. Von vorn war der Mann nur ein breiter Oberkörper, ein kleines verwittertes Gesicht in einer Fülle schwarzen Bartes und Haares, und darauf eine rote Zipfelmütze, deren Quaste über dem einen Ohr baumelte. Aber die. Knaben, die am Strande Tang ver- brannten, sahen ihn danm-auch von hinten, und da hatte er auch Beine, ein langes und ein kurzes. Er ging wie bei starkem Seegang, und der helle breite Westenrücken war eine feine Zielscheibe für Schneebälle, wenn nur Winter gewesen wäre... aber nein, der Hosenboden war breiter und noch besser! Er war ganz schief, und die vielen Friesflickcn darauf erinnerten an kleine Ackerparzsllsn. Die Hosenbeine warfen takten wie eine Ziehharmonika, aber sie reichten bis über die trippen der hohen Stiefel.„Hallo, Jakob! Hallo, Schwere- not mit dem Kurzfuß!" „Still, Jungens!" sagte er nur nnd karrte weiter. Ja, das war der Jakob, und den Beinamen hatte er be- kommen, weil er so oft Schwerenot sagte, wenn er fluchte— und gleich: itig schwang er gerne mit dem kurzen Fuß aus. Aber die Knaben blickten zu ihm auf, denn er war Boots- fuhrer auf dem großen Lofotboot„Meerblume" und hatte zu Wasser und zu Lande soviel durchgemacht— es war ein reines Gotteswunder, daß er hier noch lebend umherging. Wenn ein Bursch mit ihm auf die Lofotfohrt ging, so bekreuzigte sich die Mutter und sagte: Großer Gott, du willst doch nickt etwa Fischen und im Trinken, und während die anderen Schiffer in den grauen Hütten an der Bucht wohnten und für Weib und Kind zu sorgen hatten, war er ein forscher Junggesell von sechzig Jahren, und das Boot war sein Weib, sein Haus und sein Heim. Die„Meerblume" lag allerdings die Hälfte des Jahres abgetakelt am Strande, aber Jakob hielt sich auch dann an Bord in der Kambi"> auf, und während die anderen im Somr.Tr T.id Herbst sich mit dem Heringsfang abmühten, nahm Jakob die Sache mit Ruhe, vom Ende der einen Winter- fischerei bis zum Beginn der neuen. Und die Tage, vergehen so sonderbar rasch, wenn einer zu allen Tageszeiten zu schlafen versteht. Bisweilen stieg aus dem Ofenrohr der Kambüse Rauch auf, dann sagten die Leute:„Jetzt ist der Jakob wach: wenn du einen Schnaps haben willst, so klettere nur zu ihm an Bord." Er hatte in dieser Gegend keine Verwandten mehr, aber am Tage der Abfahrt winkte er eifrig mit seinem Südwester, obwohl niemand ihm Lebewohl sagte und ihm Glück auf die Reise wünschte, und im Frllhlung schloß er sich den anderen an und segelte die Hunderte von Meilen südwärts hierher, obwohl keiner unter den vielen, die am Strande standen, ihn willkommen hieß. Was tat das? Die ,, Meerblume" und er, sie fühlten sich hier wohl, und heute schob er seinen Karren bei dem schönen Wetter und war nicht einmal betrunken. Ueber die See hin stieben die blauen Windstöße in der Sonne, und rings an der Bucht zwischen den beiden Land- spitzen liegen graue Bootsschuppen. In einigen von ihnen streckt das Lofotboot seinen teerbraunen Vordersteven zur hinterep Wand heraus, wie um Ausschau zu halten nach der Jahreszeit, da es hinauskommt und wieder getakelt wird. Aber die„Mecrblume" steht allein am Strande ohne Schuppen, sie ist ebenso obdachlos wie Jakob selber: sie streckt ihren langen Rumpf mit dem weißen Streifen längs des oberen Randes, .und die beiden Steven ragen schwarz und stolz empor. Neben den Schuppen hängen Heringsnetze zum Trocknen... nun ja, einen Hering und auch zwei können die Leute wohl er- beuten, die Luft und Geduld haben, aber der Jakob schiebt seinen Karren und pfeift auf solchen Fang. Da verstummt das Rad. Jakob ist stehen geblieben und starrt über die Bucht hin. Ein Segler kreuzt an der südlichen Landspitze vorbei, das ist sicherlich kein Heringsboot, kein Zehner oder Vierer und kein Lastkahn, das ist... ja Schwere- not... das ist ein Lofotboot. So ein Kerl auf See um diese Jahreszeit, das ist wie ein Blitz aus heiterm Himmel, es ist ganz unglaublich, und doch, da kommt er, und er hat sogar ein Boot ohne Segel im Schlepptau. Jakob setzt den Schub- karren nieder und starrt auf die Bucht hinaus. Er beachtet nicht einmal, daß ein anderer hinter ihm herkommt, stehen bleibt und ebenfalls hinüberschaut. Das ist Elezeus Hylla, breit, braunbärtig und mit vorstehenden Backenknochen, und er glotzt so grenzenlos erstaunt, daß man die kreideweiße Zahnreihe sieht. „Kannst du das begreifen?" sagt er und steckt beide Hände I tief in die Hosentaschen, Seine Jacke ist aus weißem.Segele tuch, und die Frieshosen hängen bis auf die Stiefelstrippen genau wie bei Jakob. Der Alte dreht den Kopf nach ihm um, nimmt den Priem heraus, steckt ihn in die Westentasche und spuckt aus:„Nein, kannst du das begreifen?" „Das mutz ein Fremder sein." „Ja, aber mir scheint, das Boot im Schlepptau sollt ich kennen." Oben in den Hütten erschienen viele Gesichter an den Fenstern, und einige Leute kamen heraus, um besser sehen zu können. Und vor dem Hause in Myran standen zwei blonde Buben mit Schirmmützen und nahmen Kartoffeln auf, das waren Lars und fein Bruder Oluf, und sie hielten beide inne, stützten sich auf den Spaten und sahen hinüber. „Ich geh an den Strand hinunter," sagte Oluf. „Du bleibst hier," sagte Lars, denn er war sechzehn und der andere erst vierzehn Jahre, und wie sollte es hier in der Welt zugehen, wenn der jüngere Bruder dem älteren nicht gehorchen müßte? Die beiden Brüder waren übrigens sehr verschieden. Lars war krummbeinig, breitschultrig und heftig, der andere groß und stark und hatte die kurze Oberlippe der Mutter ge- erbt, so daß der Mund immer offen stand. „Er kommt auf unseren Schuppen zu," sagte Oluf. und damit warf er den Spaten hin und rannte davon. Aber im nächsten Augenblick war der Bruder an ihm vorbei.„Das ist Vater," schrie er.„Potzwetter, du sollst sehen, er hat sich ein Lofotboot gekauft." Und es war wirklich Kristaver Myran, und für ihn war es ein großer Tag. Das, wonach er sich viele Jahre lang in aller Stille gesehnt hatte, das war endlich Wirklichkeit ge- worden: er stand als Führer seines eigenen Lofotbootes, es war unglaublich, aber die Steuerpinne, die er über dem Kaps hin und her drehte, war sein eigen, Rumpf, Takelage, Anker und Tauwerk, alles an Bord war sein. Noch war der vierschrötige Seemann in den besten Jahren, der Bart umgab rot und kurzgeschnitten ein festes Gesicht, das Haar unter dem schwarzen Südwester war lockig und blond. Wenn er die Kirche betrat, kam es vor, daß die feinen Damen die Lorgnetten hervorholten, um besser sehen zu können. Aber ein Fischer mit Frau und sechs Kindern hat an anderes zu denken als an seine Schönheit. �Fortsetzung folgt.)' schlug ihm damit wiederholt auf den Kopf, und als es jetzt noch lauter schrie, warf er es auf die Sofalehne und drückte ihm mit den Fingern die Kehle zu, bis es tot mar. Nach dem Morde frühstückte er noch, packte dann seine Sachen und verließ die Wohnung. Ein Brot eine Milliarde. Was nun? Das Gerücht ging um, das Brot würde auf eine Milliarde steigen. Es wurde amtlich dementiert, aber niemand glaubte diese Ableugnung. Die hungernde Masse, durch Schaden flug geworden, von Mißtrauen gehetzt, begann, soweit es ihr noch möglich war, Brot einzukaufen, Brot zu hamstern". Als gestern in feinem der Bäckerläden Berlins mehr ein Brot zu haben war, tam die amtliche Nachricht der Preisprüfungsstelle, die trocken verfündet: " Im Einvernehmen mit dem Zweckverband der Bäckermeister vird der Preis für ein Brot mit Wirkung vom Sonnabend, em 20. Oftober, ab nunmehr auf eine Milliarde, der Preis für eine Schrippe auf dreißig Millionen festgesetzt." Damit ist das Brot jetzt fast beim Goldmartpreis angelangt, ohne daß dem Lohnempfänger, dem Arbeitslosen, dem Rentner gesagt würde, was er mit seiner Papiermark dieser harten Tatsache gegenüber anfangen soll. Hat man diese Entwicklung der Dinge fommen gefehen? Und was hat man getan, um ihr zu begegnen? Die Dollarkohle. Das Kohlenamt teilt mit: Nach dem amtlichen Dollarturs vom 19. d. M. stellen sich die Verkaufspreise für Briketts und Rots ab 20. d. M. wie folgt( in Millionen Mart): Küchen- und Ofenbrand: Brifetts, ab Lager 4119, frei Keller 4344, Gastofs, ab Lager 8793, frei Keller 9051. Bei fuhrenweiser Lieferung: Briketts, ab Lager 4119, frei Reller 4311, Gastofs, ab Lager 8793, frei Reller 9018. Ein Mord in Schöneberg. Jm Bett erstickt aufgefunden. Ein Mord wurde gestern mittag in dem Haus Hauptstr. 113 in Schöneberg entdeckt. In dem ersten Stod des Borderhauses liegt ein Pensionat, in dem außer einem Kunstmaler ein Oberlehrer, ein Student, ein Chauffeur und der am 17. April 1890 zu Breslau geborene frühere Kellner Johannes Brofig wohnten. Brosig wurde um die Mittagszeit ermordet aufgefunden. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand. Heute abend 6 Uhr pünktlich Sigung im Konferenzzimmer der Vorwärts"-Redaktion, Lindenstr. 3. eine Kneiperei begann. Schneider war schließlich so betrunken, daß Städtische Goldankaufsstellen. Der Magistrat Berlin hat die er der Haufe seine wohlgefüllte Brieftasche übergab, um die Zeche zu Einrichtung einer Goldankaufs- und Abschäzungsbezahlen. Während der Fabrikant sich einen Augenblick entfernte, it e IIe beschlossen. Die erste dieser städtischen Goldankaufsergriffen die beiden Mädchen die Flucht, wobei sie ihren ebenfalls an- stelle soll im Rathaus und zwar im Vorraum des Stadtwesenden Beschüßern" zuriefen:" Da haben wir einen verordnetensizungssaales demnächst eröffnet werden. Stubben" gemacht! Als Schneider zurückkehrte und seine Freundinnen nicht mehr antraf, fegte er sich zu zwei anderen Mädchen, Luise Heinze und Margarete Künstler, an den Tisch, die ebenfalls ihre Freunde" bei sich hatten. Nach einiger Zeit folgte der Angetrunkene der Aufforderung der Heinze, sie zu begleiten. Die ganze Gesellschaft ging hinter dem Pärchen her. In der Holzmarktstraße fielen 6 bis 7 Personen über den Angetrunkenen her und raubten ihm einen Brillantring und die Uhr. Aber nicht genug mit diesen unangenehmen Erlebnissen ließ sich Schneider gleich darauf von einem anderen Mädchen Emma Borizki wieder ansprechen und folgte ihr in einen Hausflur in der Holzmarktstraße. Schneider fand sich nach einiger Zeit auf dem stand, den er bei sich hatte, eine Brillantnadel. Die Folge dieses Boden liegend wieder und es fehlte ihm noch sein lekter WertgegenErlebnisses war, daß sich 9 Personen teils wegen Diebstahls, teils wegen Hehlerei und Unterschlagung vor der Strafkammer des Landgerichts I zu verantworten hatten. Schneider äußerte den Berdacht, daß er in der Kneipe mit Aether betäubt worden sei, da er nachher einen füßlichen Geruch festgestellt habe. Die Straffammer verurteilte Erna Haute wegen Unterschlagung zu 6 Monaten Gefängnis, Käte Locha u wegen Hehlerei zu zwei Mona. ten Gefängnis, den Arbeiter Brendel zu 6 Monaten Gefängnis. Weiter erhielten Luise Heinze, der Brunnenbauer Fürstenberg, der Arbeiter Oskar Hullup und Emma Borikfije 1 Jahr 6 Monate Gefängnis. Die Mitangeflagte Margarete Künstler wurde freigesprochen. veranstalteten Morgenfeier des Deutschen republiDer Aufmarsch gegen die Republik. In der unter diesem Titel tanischen Reichsbundes, Ortsgruppe Berlin, die am Sonntag bormittag, pünktlich 11 Uhr, in den Gesamträumen der Alhambra, Morizola, stattfindet, werden über den Stinnes- Dolchftoß gegen die Republik und den Schlußangriff gegen die Reaktion u. a. sprechen: die Genossen Jakob Altmeter, Ernst Nidisch und Dr. Hans Siemens. Martin Wolfgang wird von musikalischen Darbietungen umrahmt. Der Eintritt bom Staatstheater rezitiert republikanische Chrif. Die Kundgebung ist frei. alte Dachdecker Richard Deutscher, der im Charlottenburger 3m Fahrstuhl fofgequetscht. Gestern morgen war der 57 Jahre Ufer 9 wohnte, mit Reparaturarbeiten an der Außenseite des Hauses Nonnendamm 43 befchäftigt. Dabei geriet er in das Gestänge eines an der Außenseite des Hauses angebrachten Fahrstuhles und wurde von diesem erfaßt und mitgeriffen. Er trug so schwere Quetschungen am ganzen Körper davon, daß der Tod fast augenblicklich eintrat. Die Einäscherungsgebühr beträgt mit Wirkung vom 19. Oftober ab 12 Milliarden, vom 21. Oktober ab 16 milliarden und vom 28. Oktober ab 20 milliarden Mart. Ein Lehrfurfus für Obstbaumschnitt findet an der Höheren bis 3. November d. Js. täglich von 10 bis 2 Uhr statt. Der ehr beitrag beträgt einschließlich für Lehrplan und Porto 120 millionen Mart, für Ausländer 520 Millionen Mart.Anmeldungen sind sogleich an den Direktor der Höheren Gärtnerlehranstalt zu richten. Die Einzahlung des Be trages hat an die Kasse der Höheren Gärtnerlehranstalt zu erfolgen( Postschecktonto Berlin Nr. 26 119). Gegen 9% Uhr vormittags hatte ein Mann nach Brosig gefragt. Der Student hatte ihn eingelassen. Der Pensionsinhaber Wagner hatte Brofigs Stiefel vor die Türe gestellt und dabei durch das Schlüsselloch beobachtet, daß Brofig im Zimmer stand. Er hörte flatschende Geräusche, als wenn etwas zusammengeschlagen wurde. Nach einiger Zeit fah Wagner einen Mann aus Brofigs Zimmer herauskommen und die Wohnung verlassen. Auf dem tunt len Korridor nahm er wahr, daß der Mann unter seinem Kape etwas trug. Nachdem er von einem Ausgang zurückgekehrt war, wunderte er sich, daß Brosigs Stiefel noch immer vor der Tür Gärtnerlebranstalt Berlin Dahlem vom 29. Oktober standen, so suchte er längere Zeit vergeblich und fand ihn schließlich im zugedeckten Bett. Nach dem Befund der Mordkommission ist Brosig, während er sich zum Ausgang anteidete, plöglich hin terrüds überfallen, auf das Bett geworfen, durch das Aufpaden des Bettzeuges erstickt und vielleicht auch noch erwürgt worden. Der Ermordete war erst halb angekleidet. Den Kragen hatte er bereits hinten angefnüpft, vorn aber noch nicht zugefnöpft. Weil man eine Menge Geld fand, schien es zunächst, als ob fein Raubmord vorläge. Die Bernehmung der Mutter des Ermordeten jedoch änderte das Bild. Auf einem kleinen Tischchen hatte Brosig, wenn er zu Hause war, stets zwei Brieftaschen liegen, eine Geldtasche und eine Tasche für die Theaterbilletts, mit denen er handelte. In der ersten mußten sich nach der Bekundung der Mutter etwa 40 mil liarden befinden. Sie war aber ausgeraubt. Geraubt sind ferner, wie die Mutter feststellen konnte, ein Winterüberzieher, ein einreihiger Schlüpfer, ein brauner Jadettanzug, ein hellgrauer Jackettanzug, eine goldene runde Damenuhr in einem Kettenarmband und ein Ring mit blauem Stein, den Brofig immer trug, den ihm Lebensmittelpreise in der Schmalz also der Mörder wohl vom Finger gezogen hat. Ein Kampf zwischen Zentralmarkthalle am 19. 10. 1 Ei. dem Mörder und seinem Opfer hat augenscheinlich nicht stattgefunden. Zweckdienliche Mitteilungen nehmen die Kriminalfommissare Trettin und Lipit im Zimmer 103 des Polizeipräsidiums, Hausanruf 416 und 436, entgegen. Wohnungen für Studierende gesucht! Der Rettor der Universität wendet sich an die ganze Berliner Bevölkerung mit der herzlichen Bitte, Bimmer für die Studierenden bereit zustellen und sie dem Akademischen Wohnungsamt der Universität, Bimmer 26, Telephon Zentrum 10980, zu melden. Preise und Löhne. • Weißkohl. Wirsingkohl 1100-2700 Rotkohl 1100-2100 Kartoffeln( 10 Pfd.). ( in Millionen Mark) Rindfleisch Kalbfleisch. Schweinefleisch Lebende Hechte. Schleie. Schellfisch Butter ... • 1500-2300 700-850 13. Kreis Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade. Der Eintritts. preis für den am Sonntag, den 21. Ottober, abends 7½ Uhr, im Festsaal des Gymnasiums Mariendorf, Raiserstr. 21, stattfindenden. Kunstabend ,, Die Bioline und ihre Meister"( Dr. Ernst Jokt und Professor Zeiler von Der Staatsoper) beträgt 50 Millionen, an der Abendkasse 60 Millionen. Um Irrtümer zu vermeiden, wird mitgeteilt, daß die im UmTauf befindlichen Rarten zum Preise von 20 Millionen( wie aufgedruckt) abgegeben werden. Die Nachzahlung erfolgt an der Abendkasse. Alle Karten müssen restlos verkauft werden. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 17. Abt. Am 16. Oktober verstarb Genosse Georg Doppscher, Wildenowftraße 23. Einäscherung am Sonnabend nachmittag 1 Uhr im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Str. 101. Jugendveranstaltungen. Sonntag, den 21., nachmittags 3 Uhr, im Neuen Theater am 800, Jebenſtr. 2, Achtung, Jugendgenossen und genoffinnen! 8ur Theatervorstellung am Baumeister Solneß" von Jbsen, sind noch einige Einzelfarten zum Preise von 100 Millionen pro Stuid im Jugendsekretariat, Lindenstr. 3, zu haben. Abonnenten zahlen 75 Millionen pro Karte nach. Heute, Sonnabend, den 20. Oktober: Abt. Often( Petersburger Biertel). Schulentlassungsfeier abends 17 Uhr in der Aula der Fortbildungsschule, Lange Str. 31. Feftrede, Prolog, Lieder zur Baute, Gesang, Mufit usw. Abt. Karlshorst. Jugendfeier abends 7% Uhr im Fürstenbad. Festrebe, Rezitationen, Gesang, Bolkstanz. Abt. Treptow. Rezitationsabend( Arbeiterdichtung) 7½ Uhr im Jugendheim, Elsenstr. 3. Abt. Wilmersdorf. Unterhaltungsabend 7% Uhr im Jugendheim, Hildegardstr. 4. Parteigenossen, schidt Eure Jugend zu den Beranstaltungen, auch Thr seit herzlichst eingeladen! Arbeitersport. Berliner Arbeiter- Schachklub. Sonntag, den 21. Oftober, 1. Runde für Gruppe B der Abteilungswettkämpfe. Wie ist erturnier. Am 21. Oftober, vormittags 10 Uhr, im Schachheim, Gewerkschaftshaus, Saal 3, legter Melbetermin. Alle Teilnehmer müssen persönlich anwesend sein, da sofort ausgelost berücksichtigt werden. wird, anschließend Beginn der 1. Runde. Nachmeldungen können nicht mehr Sonntag, den 21. Ottober, nachmittags 4 Uhr, in Glienice( Nordbahn) bei Bath, Wilhelmstraße, Simultanspiel und Vortrag. Treffpunkt aller Teilnehmer 2 Uhr Bhf. Gesundbrunnen. Fahrt bis Hermsdorf. ber, andballspiel der Vereinsmannschaften( Männer und Jugend) Freie Turnerschaft Neukölln- Briz. Am kommenden Sonntag, den 21. Okto gegen Wedding in Reinickendorf. Treffpunkt beider Mannschaften 11 Uhr Bhf. Neukölln. Abfahrt von Gesundbrunnen nach Eichbornstraße 2.06 Uhr. Spielergebnis der Jugend vom 14, Oktober: Neukölln V- Neukölln II 3: 1. Montag, den 22. Oftober, Vereinsvorstandssitung auf dem Platz. Beginn 7 Uhr. Sonntag, den 28. Oktober, JahreshauptversammIung des Vereins in der Aula Emserstraße. Beginn 2 Uhr. Anträge dazu find rechtzeitig einzusenden. burg 1- Fichte 1 1, Westend, 3½- 5 Uhr, Bruſt- Beniz; Fichte 12 I- Wilmers. MGB., Hockey. Serienspiele am 21. Oktober. Gruppe Dft: Charlotten dorf I, Schönhauser Allee, 2½- 4 Uhr, M. und E. Vogel. Gruppe West: Fichte 10 I- AGC. I, Schönhauser Allee, 10%-12 Uhr, Dunkel- Ropizti; Lichtenberg 2 1- West 1, Wilmersdorf, 9-10% Uhr, Riene- Raupach( West baut das Spielfeld); Schönholz I- Roland I, Reinickendorf- Oft, 1-2½ Uhr, Frid- Lippert. Gruppe Nord: Schönholz II- Lichtenberg 2 II, Reinickendorf- Ost, 9-10% Uhr, Röri- Melzner; Charlottenburg II- Roland II, Westend, 2-3½ Uhr, AlbrechtDombach. Gruppe Süd: Roland III- Fichte 1 II, Schönhauser Allee, 9-10% Uhr, Wiesner- Compagini; Fichte 12 II- Wilmersdorf II, Schönhauser Allee, 1 bis 2 Uhr, Jogzat- Kulbahti. Touristenverein Die Naturfreunde", Abt. Webbing. Dienstag, den 23. Oftober, pünktlich 28 Uhr, im Heim der Schule Lütticher Str. 47-48, Ab. teilungsversammlung mit wichtiger Tagesordnung. Herausforderungsringfämpfe finden heute, Gonnabend, im Moabiter Ge. fellschaftshaus, Wiclefftr. 24, statt. Beranstalter ist der Berliner Sportverein 1600-2000 ordwest". Folgende Paare werden auf der Matte erscheinen: Schinkowski 150-200 gegen Schmidt( Libertas), P. Nomad gegen Seelenbinder( Lichtenberg), S. Nowad gegen P. Busse( Siegfried 09), Rau gegen 8iese( Union- Neukölln), 90-115 Ragtowski gegen Gaimann( Siegfried 09). Die Namen der Ringer bürgen 110-130 für guten Sport. Ferner Auftreten der Heberriege von ,, Nordwest" und Bog140-160 fämpfe. Anfang der Kämpfe 9 Uhr. Der Serienkampf um die Kreismeister. 450-500 fchaft zwischen dem Sportverein Norden 93" und Nordwest" endete in beiden Klaffen zugunsten von Nordwest", und zwar in der B- Mannschaft mit 3 au 2% Punkten und in der A- Mannschaft mit 5 zu 1 Punkt. Altersriegenturner Groß- Berlins! Sonntag, den 21. Oftober, Herbstturnfahrt nach Pichelsberge- Spandau- Staaten. Treffpunkt 18 Uhr Bahnhof Wigleben. Wochenlöhne in Berlin 700-800 350-400 ( in Millionen Mark) 2200-2800 Töpfer vom 14. bis 20. 10. 35788 1300-1800 Glaser vom 12. bis 18. 10. 32 522 Briefkasten der Redaktion. Dreimal in einer Nacht ausgeplündert. Daß jemand in einer Nacht dreimal hinterein ander ausgeplündert wird, dürfte wohl felbst heute zu den Seltenheiten gehören. Dieses Kunststüd ist jedoch dem Fabrikanten Schneider gelungen. Eines Tages war seine Ehefrau ins Am gesamten Lebensmittelmarkt hält der Preistaumel weiter Theater gegangen und diese Gelegenheit wollte Schneider ausnuten, beginn mit 50-75 Proz. Aufschlag genannt. Aehnliche Dinge spielten fprechungen in der Breffe genügen nicht, die Behörden zum Einschreiten au an. Die Fleischproise des Donnerstag wurden am Freitag bei Markt-. 2. Wer Fälle von Bucher kennen lernt, muß Anzeige erstatten. Beum fich einen vergnügten Abend" zu machen. Auf seiner sich am Fettmarkt ab. Auch der Fisch-, Obst- und Gemüsemarkt steht veranlassen. R. S. 55. Meldung bei der Oberpostdirektion Berlin, Königstraße. Kneiptour bgegnete ihm auf der Straße in der Nähe der Jannowit im Zeichen stark anziehender Preise. $. B. 27. Eine öffentliche Schule dieser Art gibt es in Berlin nicht. Private brüde ein Kontrollmädchen Erna Haute, das ihn in ein Lokal Preissteigerungen bei den Seefischen und den Kartoffeln un- Aurfen Insbesondere machen sich die Unterrichtsinstitute empfehlen mir nicht. Vielleicht wird Ihr Sohn zu den mitnahm, wo in Gemeinschaft mit einer Freundin Käthe Lo cha ni angenehm bemerkbar. Neuköllner Kaiser- Friedrich- Realgymnasium( Kaiser- Friedrich. Straße 208) zugelaffen. Anfrage bort bei Oberstudiendirektor Karsen. Theater, Lichtspiele usw. Komische Oper Rennen zu Hoppegarten Theater i. d. Volksbühne KöniggrätzerStr. 72: Der abtr. Zar 8 Uhr: Schweiger Komödienhaus Lessing 8 Uhr: Th. 7 Uhr zum 1. Male: Mein Vetter Eduard Rausch Berliner Theater Sonnt. 71: Rausch Heute7U. Premiere: Deut. Künstler- Tb. DOLLY Th. im Admiralspalast Tägl 74 Uhr Allabendl. 7: Der Fürst v. Pappenheim Rose- Theater Drunter und drüber 3: Dornröschen 734 Uhr: Ein Deutsch Opernhaus Mann aus d.Volke 7 U: Hoffmanns Casino- Theater Erzählungen Aktionärkart. gültig 8 Uhr: Die neuen Reichen 27. Okt. z. 1. Male: Große Volksoper Der Ehemann ohne Frau Im Theat d.Westens 7: Schneeflöckchen Intimes Theater 8 Uhr: Abendbesuch Die k. u. k. Hose etc. SCALA 8 Uhr: Internat. Metropol- Theater Varieté 72: Casinogirls Sonnt, 300 z. halb. Sig. 3 Uhr: Charleys Tante m. Guido Thielscher Neues Theat. a. Zoo 71/2 Die Luxustran Thalia- Theater Uhr: : Preis.d.voll Prog. 71 2 Direktion: James Klein Die größte Revue des Kontinents: 712 Die Welt ohne Schleier Uebertrifft an Ausstattung alle Bühnen Europas Elsa Berna, Bruno Kastner Rosa Felsegg, Arn. Rieck Magde Lessing, P. Westermeyer, Lisel Kirch Ueber 200 Mitwirkende! 6 Ballette! 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Oktober nachm. 12 Uhr WINTO TORIEN Varieté- Programm Rauchen gestattet! ReichshallenTh. Tägl. 7 U. u.Sonnt. 3 U. Stettiner Sänger Th.a. Kottb. Tor Täglich 71/2 Ubr 8, Sonntag nachmittag 3 Uhr: ELITESänger U. a. DerHausschlüssel Quittungs- Marken Hei- Ko Tabakwarengroßhandlung im Teilzahlung fif Herrengarderobe, Mauferpistolen und andere, PrismenDamengarderobe, Wolljacken, Regen- gläser, Jagdgewehre usw. bezahlt unmäntel. Berliner Kredithaus, Oranien- überbietbare Preise Preußner, KaiferStraße 158. * Friedrich- Straße 244( Hermannplag). Monatsanzüge, Winterpaletots git Fahrräder fauft Linienstraße 19. staunend billigen Preisen. Naß, Gor Prismengläser, Feldstecher 08, tauft Eichendorffstraße siebzehn( Stettiner Bahnhof). * SO.36, Wienerstr. 8, Moritzpl. 6317 mannstraße 25/26, früher Muladstraße. höchstzahlend auf Goldmarkbasis Haller, Das Lager der großen Auswahl zu günstigst. 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