Abendausgabe Nr. 492 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 248 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adreffe: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 80 Millionen M. Sonnabend 20. Oktober 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin Sm. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Döahoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Bayern droht dem Reich! Man jagt nicht zuviel, wenn man behauptet, daß die bayerischen Machthaber geradezu eine drohende Halfung gegen das Reich eingenommen haben. Die Situation ist daher als ungemein ernst zu betrachten. Wie wir turz vor Redaktionsschluß erfahren, ist seit gestern auch genau orientiert über die schwere Erschütterung, die die mit dem Gewerkschaften gegen Belagerungszustand. eine weitere 3uspihung des konflikts einge- heutigen Tage erfolgende Einstellung der weiteren Lohntreten, die durch eine geradezu unverständliche Halsstarrig- 3ahlungen an das Ruhrgebiet zur Folge haben kann. Die Forderung des Vorstandes der Czialdemokratischen feit der bayerischen Kreise hervorgerufen wurde. Wenn sie trotzdem gegenüber einer bis an die Grenze gehenden Partei auf Aufhebung des Belagerungszuftana Nachgiebigkeit der Reichsregierung, in einem Falle, in dem das ganze des wird auch von den Gewerkschaften durch einen ge= Recht auf feiten des Reiches; das ganze Unrecht auf bayerischer Seite meinsamen Beschluß der Bundesvorstände des ADGB., des ist, es zum offenen Bruch treibt, damit ist sie mit der vollen AfA- Bundes und des ADB. entschieden unterstützt. Die Berantwortung für das Kommende belastet. Für Spitzenvertreter der Gewerkschaften weisen insbesondere das Reich gibt es nur einen Weg: die Durchsetzung feiner Autorität darauf hin, daß bereits mehrfach durch Eingriffe der militäris Es ist erstaunlich, aus den Stimmen der Berliner Blätter wie in Sachsen, jo in Bayern, ohne Rücksicht darauf, ob der Sächsische schen Befehlshaber die freie Betätigung berlegalen zu dem Konflikt mit Bayern entnehmen zu müssen, Landtag den Rücktritt eines Reichsministers fordert oder die bayerische gewerffchaftlichen Organisationen behin daß die offene Auflehnung Des Generals Regierung den amtlichen Verkehr mit demselben Reichsminister ab- dert wured und dadurch der Eindruck einer einseitigen Partei Don Lossom gegen ihm erteilte militärische Befehle auszulehnen erklärt. nahme zugunsten der Unternehmer hervorgerufen worden ist. brückliche Billigung oder doch wohlwollende Unterſtügung in Auch in der Bossischen Zeitung" wird der Rechtsstand Den Gewerkschaften werde so in der jetzigen großen Wirts jenem Teil der Presse findet, der sonst nicht genug über die punkt" Kahrs entschieden abgelehnt: schaftsnot die Erfüllung ihrer schweren Aufgaben durch die mangelnde Autorität des Reiches zu schreiben meiß. Aufrechterhaltung des Belagerungszustandes in hohem Maße erschwert oder gar unmöglich gemacht. Deshalb wird eine baldige Aufhebung dringend verlangt. Allen voran marschiert die Stinnes- Stimme, die„ DA3.", die alle Schuld an dem Konflikt nicht dem auffässigen Wehr freistommandeur, sondern dem Reichswehrminister zuschiebt. Das Blatt schreibt: " " " 1 Der Rechtsstandpunkt der bayerischen Regierung ist einfach unbegreiflich. Sie braucht ja nur einmal ihren Standpunkt auf die sächsischen Berhältnisse zu übertragen. Mit demselben Recht, das sich General v. Loffow anmaßt, fönnte ja eines schönen Tages auch der General v. Müller in Dresden dem Chef der Heeresleitung den Gehorsam für die Ausführung solcher Befehle fündigen, die nach seiner Auffassung der sächsischen Regierung unbequem sind. Aber in Bayern scheint man leider der Auffaffung zu sein, daß in Bayern alles mögliche Recht jei, was in anderen Teilen des Reiches als Unrecht zu gelten habe.... Sächsische Mißwirtschaft". Unter dieser Ueberschrift wird die Welt zurzeit von der Telegraphen- Union" und anderen industriellen Korrespondenz bureaus mit Nachrichten überschwemmt, deren politischer Zweck so eindeutig zutage tritt, daß selbst der Dümmste den Meldungen die Tendenz an der Stirn ansieht. Es muß eben unter allen Umständen Sowjetsachsen" als das Land vollendetster Anarchie hingestellt werden, damit nach genügender Pressevorbereitung das„ Ordnungmachen" inszeniert werden fann. Sehr wesentlich für die Beurteilung wird der Wortlaut des Telegramms sein, das General von Lossow nach Berlin gefandt hat. Ein General, der eine so eminent wichtige und so heifle politische Aufgabe hat wie der Wehrkreiskommandeur in Bayern, muß selbstverständlich das Recht haben, auf die Unmöglichkeit der Durchführung von Befehlen hinzuweisen, zumal wenn diese um einer verhältnis Man hat förmlich den Eindruck, daß gewisse Kreise in Bayern, mäßig fleinen und mehr persönlichen Angelegenheit willen die Be- die es auf einen Konflitt abgesehen haben, nach Recht ziehungen zwischen dem Reich und dem Lande bedrohen. und Unrecht überhaupt nicht mehr fragen und geradezu durch ProMögen nach her auch von dem General von Lossom Schritte votation der Reichsleitung den Boden für dunkle Sonderbestrebungen getan worden fein, die nach den bisherigen Mitteilungen nicht bereiten wollen. Man darf der Reichsregierung die Besonnen Bu billigen find, so muß doch bei der Untersuchung der Schuldheit zutrauen, daß sie auf solche Provokationen nicht reagiert. Aber Heute berichtet z. B. die Telegraphen Union" unter dieser frage das Schwergewicht auf den Bunkt gelegt werden: war andererseits fann unseres Erachtens darüber gar fein Zweifel belleberschrift die furchtbare Tatsache, daß der Straßenbahnes nötig, den Borfall mit dem„ Böllischen Beobachter" gleich so stehen, daß die Reichsautorität um jeden Preis gefahrpreis in Leipzig am 21. Oktober auf 300 Millionen auf die Spitze zutreiben, daß ein militärischer und ein politi- wahrt werden muß. head und am 24. Oktober auf 500 Millionen erhöht wird. Wahrscher Konflikt daraus entstehen mußte? In Verbindung hiermit macht die„ Vossische Zeitung" fcheinlich soll General Müller auch diesem sozialistischen Diese Beschönigung einer offenen Gehorsamsverweigerung auf den engen Zusammenhang der bayerischen Frondeure mit Standal" ein Ende machen, ähnlich wie Herr v. Kahr zugunsten ist nicht von ohngefähr. Man stelle sich vor, daß gerade nach den Geld mittelnder Schwerindustrie aufmerksam: feines lieben Bayernvoltes die Bierpreise mit dem Ausdem Willen der Kreise um Stinnes die Reichswehr„ entpolitinahmezustand zu regulieren verfuchte. Die ganze LächerlichWenn es überhaupt möglich war, daß es zu derartigen 3u feit dieser Propaganda zeigt sich an solchen albernen, an fiert" wurde, daß sie ein abfolut militärisch- gehorsames Machtständen kommen fonnte, jo trägt daran in erster Linie die syste- den Haaren herbeigezogenen Berichten. Die demokratische instrument sein sollte. Jeder Soldat, jeder Unteroffizier, der matische Aufhebung schuld, die von cinem Teile der bayerischen 3ittauer Morgenzeitung", das Blait des demo einen Befehl nicht ausführt, wird wegen Meuterei vor Gericht Bresse im bayerischen Bolt betrieben worden ist. Diese Presse ist fratischen Reichstagsabgeordneten Dr. Külz, schreibt über gestellt und verurteilt, besonders wenn er sich Mitwisser zu bezahlt von demselben Hugenberg- Konzern und von jerem Teil der diese Berbreitung von Tatarennachrichten über eine angeb dieser Gehorsamsverweigerung beschafft hat. Aber der Genesch merindustriellen Unternehmungen, der auch in anderen diese Verbreitung von Tatarennachrichten über eine angeb ral, der Kommandeur eines Behrkreises, darf nach der Gebieten des Reiches ganz fyftematisch das Ansehen der Reichs- liche Anarchie in Sachsen" folgendes: Meinung des Stinnes- Blattes offen den Gehorsam vermeigern, regierung untergraben hat. Welchen 3 weden diefe Hegen dienen, ,, Diefer und ein anderer Artikel über die Zustände in Sachfen weil er in Konflikt mit der bayerischen Regierung" tommen ist jetzt wohl flar. Das viele Geld, das für diese Presse ausgegeben in der gleichen Nummer der Zeit"" muß außerhalb Sachfens und im fönnte. Eine Beschönigung der Meuterei, wie sie im Buch ist, hat sich reichlich verzinst: die Giftsaat geht herrlich auf. Auslande die Gewißheit aufkommen lassen, daß es in Sachsen, gelinbe steht! Nachdem nun der Konflift von Bayern aus auf die Spitze gesagt, drunter und drüber geht, daß hier schon ein Chaos à la Auch der„ Lokal- Anzeiger", der dem Hugenberg- Konzern getrieben ist, wird die Reichsregierung sich über die Kon- Rußland herrscht und daß wir in Sachsen mitten drin in einer dient, leistet dem ungehorsamen General Trabantendienste. sequenzen klar sein müssen. Jedes Zurückweichen vor den er Schreckensherrschaft stehen, daß kein Mensch mehr ein noch aus weis. prefferischen Drohungen würde die Autorität des Reiches schwer Man darf fragen, ob Dr. Geßler hier in allen Bunften im Ein- erschüttern, auch bei den bepublikanischen Bevölkerungsvernehmen mit dem Reichskabinett und insbesondere mit dem teilen Bayerns, die dem Reich gern helfen würden, sein AnReichsfanzler gehandelt het oder ob er zum mindesten, nach- fehen zu festigen, wenn sie nur dazu aufgerufen würden. bem sich gezeigt hat, wie sein Vorgehen in Bayern beurteilt und beantwortet wird, das Reichsfabinett nicht noch im letzten Augenblid vermittelnd eingreifen wird. Wenn das nicht geschieht, stehen wir unmittelbar vor der Gefahr, daß der Einheit des Reiches unheilbare Wunden geschlagen werden. Er stellt sich naiv: Roßbach in München. München, 20: Oftober.( Tul.) Aus Anlaß der Freilassung des Oberleutnants Roßbach fand gestern in München eine von der Ganz anders sieht der„ Tag" die Sache an, der in dem Abteilung Roßbach der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei verselben Hugenberg- Verlag( Scherl) erscheint. Dort ist zu lesen: anstaltete vaterländische" Kundgebung statt. Bekannte Es handelt sich in der Tat bei diesem Konflikt zunächst nicht um Bersönlichkeiten der vaterländischen Bewegung, wie Prof. Bauer, eine inner politische Streitfrage, sondern ganz einfach darum, Bochner und Dr. Roth waren zugegen. Hitler, der ebenfalls ob die Disziplin innerhalb der Reichswehr auch froß des Druces anwesend war, ergriff das Wort zu einer furzen Ansprache. Auch politischer Stellen aufrechterhalten werden kann oder nicht. Man Oberleutnant Roßbach hielt eine furze Rede, in der er die Jugend wird der Reichsregierung durchaus recht geben müssen, wenn sie der zum Kampf aufforderte, und erklärte, daß Banern heute Ansicht ist, daß eine Armee aufgehört hat zu eriffieren, sobald den in Deutschland eine geschichtliche Aufgabe zu erfüllen habe ftritten Befehlen des obersten Kommandos feine Folge geleistet wird. wie Preußen zur Zeit Yorks. Sogar der Böllische Beobachter" hat öffentlich zugegeben, daß Herrn Geßler das Recht zusteht, ein Berbot gegen ihn zu erlassen. Wenn und preußischen Regierung, sondern auch des ReichswehrgeneDaß gegen Roßbach ein Haftbefehl nicht nur der sächsischen Herr v. Kahr das Verbot nicht aussprechen wollte, weil er an dem rals Müller vorliegt, ist selbstverständlich in Bayern bekannt. felben Tage, als die Verbotsorder aus Berlin fam, den„ Bölkischen Deshalb darf man wohl das öffentliche Auftreten Roßbachs Beobachter" verwarnt hatte, so ändert das nichts daran, daß der mit seiner Aufforderung zum Kampf" als einen neuen BeBorgesehte des Herrn v. Lossow der Reichswehrminifter weis dafür ansehen, daß Barern den Bruch mit dem Reiche und nicht herr D. Kahr war. Die Kommandeure der Wehrkreise will und die Stunde der Separation für gekommen hält. unterstehen nicht den Landesregierungen, fondern der Reichsregierung und als höchster Instanz dem Reichspräsidenten, der nach der Verfaffung Oberkommandierender der Reichswehr ist. Der Reichs. präsident ist sich aber mit dem Reichswehrminister in allen diesen Dingen vol1ommen einig. " Die offen deutschnationalen Blätter, wie die Kreuz zeitung" und" Deutsche Tageszeitung", haben von dem ganzen 3wischenfall noch fein Wort in ihren Spalten. " Weitere Dollarsprünge. Heute: 18 Milliarden! Die unerwartete 3ufpigung des Konfliktes zwischen der Berliner und Münchener Regierung, die anhaltend gespannte Lage in Sachsen und die zunehmende Besorgnis, daß es in der kommenden Woche weitere innerpolitische Schwierigkeiten und Die demokratische Bresse vertritt in diesem Konflikt mit Berwicklungen geben könne, führten im Zusammenhang mit einer erfreulicher Entschiedenheit die Reichsautorität gegen- ebenso ungünstigen Beurteilung der außenpolitischen Lage und über den bayerischen Machtgelüften. So schreibt das Berliner ernsten Befürchtungen hinsichtlich der tommenden Ereignisse im Ruhr Tageblatt": " Es ist vorläufig überflüssig, die weiteren Folgen zu erörtern, die sich aus dieser höchst bedauerlichen 3 pigung des Konflikts er geben fönnen. Eins muß festgestellt werden: Die banerische Regierung ist auf das genaueste orientiert über den Stand der außenpolitischen Dinge, der heute so ernst ist wie in feinem Zeitpunkt feit der Unterzeichnung des Bersailler Vertrages. Sie ist renier zu einer sehr peffimistischen Beurteilung der deutschen Mart. Diese Sorgen drüden sich aus in erneuten fch a rfen Kurssteige rungen der ausländischen Zahlungsmittel. Der Dollar wurde im Berfehr von Bureau zu Bureau heute vormittag mit 18 Milliarden und gegen mittag mit 17,5 milliarden genannt, englische Pfunde zirfa 80 Millierden, Holland 6,4 milliarden, die Schweiz 2,8, Schweden 4,2 Milliarden. Wenn man als Sachse all das lieft, muß man sich unwillkürs lich fragen, ob man denn selbst überhaupt noch in Sachsen lebt oder wo auf der Landkarte dieses Sachsen eigentlich zu suchen ist. Schlich" lich hat man auch geglaubt, auch zu der friedlichen Bevölkerung Sachsens" zu zählen und nun wird einem aus Berlin berichtet, daß man unter dieser Schredensherrschaft" als Mitglied der friedlichen Bevölkerung bis aufs Blut geplagt" wird und daß in Sachsen eine Anarchie herrscht, die der in den Revolutionstagen in nichts nach zugeben scheint." Aus dem gleichen Grunde ist die Zittauer Morgenzeitung" ebenso wie wir von der Unhaltbarkeit des Belagerungszustandes in Sachsen oder mindestens von der Art einer Handhabung überzeugt. Sie unterstüßt ausdrücklich die Einwände, die wir gegen diese Methode erhoben haben, und sagt dazu: Der Borwärts" hat nicht nur von seinem Standpunkt als führendes sozialdemokratisches Parteiorgan aus recht, sondern spricht müssen, daß der Ausnahmezustand wohl mit Energie gegen links, nicht auch die Ansicht wellefter nichtjozialistischer, aber verfassungstreuer republikanischer Kreise aus, die mit steigender Besorgnis erkennen müffen, daß der Ausnahmezustand wohl mit Energie gegen links, nicht aber mit der gleichen Energie gegen rechts durchgeführt wird, wie es ja eigentlich von vornherein beabsichtigt war. Daß dadurch zumindest der Anschein einer Einseitigkeit in breiteſten Schichten erweckt wird, ist nur zu begreiflich. Eine solche Annahme muß aber zur Gewißheit werden, wenn sich hierbei etwa eine gewisse Planmäßigfeit herausstellt, zu der unzweifelhaft die Methode z. B. der Zeit" zu rechnen wäre, die Zustände in Sachsen durch unverantwortliche Berallgemeinerung grau in grau zu malen und hier nach der Reichsexekutive zu rufen, während man von den Zuständen in Bayern wenig oder gar kein Aufhebens macht." Unser Dresdner Parteiorgan, das die Morgenzeitung" zitiert, geht auch auf die Einwände ein, die das demokratische Blatt gegen die proletarischen Hundertschaften erhebt und führt in der Sache dasselbe aus. Auch die„ Dresdner Volkszeitung" erklärt ausdrücklich, daß der proletarische Selbstschutz lediglich zur Abwehr der faschistischen Geheimorganisationen gebildet wurde und daß wir auf diesen Selbstschuß in dem Augenblid verzichten würden, in dem das Reich endlich einmal gegen die antirepublitanischen Banden in Bayern und anderswo rüdsichts1osund entschieden vorgehen und diese Banden entwaffnen würde, Wäre das rechtzeitig geschehen, so wäre es gar nicht zur Bildung des proletarischen Selbstschutzes gekommen." Auch in Sachsen urteilen also ehrliche Demokraten nicht anders als wir es hier in Berlin tun. Die Auftechterhaltung und Erzwingung einer von niemand anzutastenden Reichs- autorität ist in Sachsen ohne weiteres und ohne jede Kraftanstrengungzu erreichen, wenn die republikanische Bevölkerung wirklich überzeugt sein kann, daß diese Reichs- autorität sich überall durchzusetzen vermag und daß nicht unter Ausnutzung der Schwäche und der Nachgiebigkeit der Reichsgewatt die monarchistische Restauration sich in einzelnen Teilen des Reiches, gestützt auf staat- liche und militärische Gewalt, konsolidieren kann. Zweierlei Mast. Auch das demokratische„Leipziger Tageblatt" fordert, daß die Rechtsgleichheit gegenüber Sachsen und Bayern hergestellt wird: „Stillschweigend geht man in Berlin darüber hinweg, daß Hitlers Privatmilikär ungehindert in voller Ausrüstung in Bayern umherzieht und Stadt und Land terrorisiert. Auch die Plürche- rungen und Unruhen in Berlin, Mannheim und in anderen Kegenden des Reiches, die zum Teil schlimmer waren als die m Sachsen, geben dem Reichswehrminister keinen Anlaß, die Mttel des Belagerungszustandes anzuwenden. Nur in Sachten hält er die Ruhe und Ordnung für so bedroht, daß er das Land unter voll« Militärdiktatur stellt. So hat sich die Waffe, die gegen die antirepublikanische �sahr in Bayern erhoben wurde, in eine Waffe gegen das re�iblikanifche Sachsen oerwandelt. Ob die Militärdiktatur e,n geeignetes Mittel ist, um die(Se- muter zu beruhigen und die vom größten Teil der sächsischen Be- völkerung aufrichtig gewünschte verfasiungsmäßige Ordnung zu sichern, diirf bezweifelt werden. Da aber der gegenwärtige Zustand des offenen Konflikts »wischen Zwil. und Militärgewalt, der zugleich«in Konflikt zwischen der Reichs- und der Landesregierung ist, nicht lange ausrecht- erhalten werden kann, ohne schlimme Folgen zu zeitigen, so bleibt nur die Hoffnung übrig, daß sich der über die sächsischen Verhält. nisse offenbar«inseitig unterrichtete Reichswehrminister von der Unzweckmäßigkeit seiner Maßnohmen überzeugt und sobald als möglich die verfassungsmäßigen Gewalten in Sachsen wieder in ihre Rechte einsetzt. Die Reichsregicrung wird durchaus im Sinne ihrer eigenen Ankündigung handeln wenn sie den Belagerungszustand schleunigst aufhebt und damit die Rechtsgleichheit unter den Ländern wieder herstellt. Diese Forderung, die heute auch der Borftand der Sozial- demokratischen Partei erhebt, ist das Gebot der Stunde." Aufgehobene Zeitungsverbote. Die ,.B. Z. am Mittag" war wegen der von ihr mitgeteilten irrigen Meldung, daß General Müller seines Postens enthoben worden sei, auf zwei Tag« verboten worden. Sie ist jedoch wieder freigegeben worden und bringt an der Spitze ihrer heutigen Nummer ihr Bedauern über ihren Irrtum zum Ausdruck. Amtlich wird gemeldet: Dem„Völkischen Beobachter" in München und der„Noten Fahne" in Berlin ist dos Wieder- erscheinen aus Grund gewisier Zusicherungen sthrer Cheftedakteure gegenüber dem Reichswehrministerium gestattet worden. verbotener öetriebsrätekongreß. Karlsruhe, 20. Oktober.(MTB.) Nach einer amtlichen Mit- teiftmg ist che Abhaltung des. für morgen nach hier«inbaxufenen Betriebsrätekong reffe» auf Grund des militärischen Ausnahmezustandes oerboten worden. Die verschiedentlichsn Stö» rungen der öffentlichen Ordnung und Gewalttätigkeiten, di« sich seit dem lS. Oktober in Baden ereignet Hoden, dürften die Grundlage für das erwähnte Verbot sein. Kommunistische Taktik. Zerstörung' der Sozialdemokratische« Partei. Die„Rote Fahne", die heute wieder erschienen ist, setzt den im Sächsischen Landtag begonnenen Streit weiter fort. Anter der Ileberschrift:„Das Komplott der rechten SPD. gegen dos sächsische Proletariat" gibt sie einen Dresdener Eigenbericht wieder, wonach„Ebert, Sollmann und di« ge-> Die �tirpfteie Kunststbau. Die große Ausstellung, die heute mittag im Land«, aus- stellungsgebäud« am Lehrter Bahnhos eröffnet wurde, wird all« di« enttäuschen,-die auf Exzesse und Sensationen fahnden. Die Beteiligung an der Schau steht bekanntlich jedem frei: trotzdem . erscheint sie noch ihrem Totalsl.ndruck als eine der gcsiebtesten Aus- stellungen Berlins. Das macht die brillant« Anordnung. Das Tut« ist in den Vordergrund gestellt. Mittelmäßiges geschickt dazwischen verteilt und der Schund in entlegen« Kammern und Kojen oer- schoben. So gewinnt man ein Ensemble von bravem Durchschnitts- moeou und von einer Solidität, die juryfreien Veranstaltungen im allgemeinen nicht«igen zu sein pflegt. Sensationen gibt es, wie gesagt, nicht, wenn man nicht den Saal 18 dazu rechnen will, in dem der Dresdener D i x seine monu- mentalen Monster-Karikaturen aufmarschieren läßt. Hier werden in den nächsten Wochen bewegliche Wehklagen sittlich gekränkter Epießerseelen ertönen. Auch der Entdecker kommt nicht auf sein« Kosten: es tauchen keine neuen Namen auf, abgesehen von«in paar Rüsten, wie dem aus Amerika herübergekommenen Sascha S t o n«, der im großen Hauptsaol«in« Wand rhythmisch zu gliedern versucht hat und das plastische Modell eines Tänzer,(lg D) im Tatlin-Stil zeigt. Ein paar krafwolle Kompositionen keines Lands- mannes R y b a ck fallen im Saal 21 auf. Dem Weimarer Bauhaus sind die Zimmer 24 und 2S zur Verfügung gestellt: das ein« für Meisterarbeiten(Kandinsky, Feininger, Kl««, Schlemmer, Muche), das ander« für Schüler. Saal g ist zwei Verstorbenen geweiht: Konrad Westermeyer und Hedwig Weiß. Der Arbeitermoler Otto Nagel erregt Aufsehen durch eine Serie scharf charakterisierter Proletarierstizzen(8), di« zweifellos sehr talentvoll, noch meinem Empfinden aber ein klein wemg zu sehr aus Effekt berechnet sind. Der alte Asylift Mar qua rt sandte wieder einige seiner ulkigen Holzskulpturen(20/-). In den Haupträumen erscheinen bekannt« Größen ersten und zweiten Ranges: Willi Ioeckel, Wask«, der zahm geworden« Schweizer Huber, Straube und Honigberg« r in Saal»: Schmidt-Rottluff(Komposition von eminenter farbiger Wucht) und Völker(besonders schön«in großzügiges Monumental- gemälde„Mittagspause") Saal 4: M. Schwichtenberg(zwei gut gegliedert« Stilleben aus Küchengerät) und der von Nold« beeln- flußt«, aber doch persönlich kräftige Herbig in 5; Sandkuhl (vornehme, delikate Landschastsftimmungen), Robert Richter (cm graziös stilisiertes Kinderporträt) und E r i k R i ch t« r(nament- sich In einer großen Landschaft von eigenartig poetischem Zauber) in C; W. De xe l und Kampmann(reizende klein« Konstruttio- nen nach rhythmischen Motiven der Riddy Impekoven) in 19A; Thomas Ring, besten seelisch tiefgrabend« Kunst«ine vorteil- haster« Plazierung verdiente, in 20B; Dehme(koloristisch fein. ober«in wenig ängstlich) in 2l: der Ungar Vela Ezobel(ruhig leuchtende, ausdrucksvoll umrissen« Farbflächen) in 22. Die Räum« 14 und 15 können, je nach Temperament und Stimmung, al» Schreckenskammern oder Lachkabinette genossen werden., samt« rechte Führerclique der BSPD. ein gemein- sames Komplott mit Geßler und Geeckt zur R i e d e r w c r- fung des sächsischen Proletariats schmieden". Wer die Tätigkeit der Sozialdemokrattschen Partei in den letzten Tagen mit einiger Unvoreingenommenheit verfolgt hat. der wird die Unsinnigkeit dieser kommunistischen Lüge sofort erkennen. Es ist aber der„Roten Fahne" und der KPD. nie- mals darauf angekommen, die Wahrheit zu sagen, sondern sie haben es stets darauf angelegt, mit Schwindel und Verhetzung die Sozialdemokratische Partei zu zerschlagen. Darum kann man von ihnen auch keine Anerkennung erwarten für die er- folgreiche Vermittlertätigkeit der Sozialdemokratie in einem Streitfall, der von einem KPD.-Mann, dem sächsischen Minister Böttcher, durch törichte Redereien mit Absicht hervor- gerufen worden ist. Die Kommunisten haben vor Jahresfrist die in R ü r n- berg vollzogene Einigung der Sozialdemokratie mit einem wahren Wutgeheul begleitet. Ihre ganze Taktik geht seitdem dahin, mit der geeinigten Partei dasselbe Spiel auszuführen. das sie mit der Unabhängigen Sozialdemokratie aufführten und das mit der Tragödie des Spaltungsparteitags von Halle endete. Jeder, der seinerzeit die Wiederoereinigung begrüßte und der eine neue ZerschlagungderSozial- demokratie für ein großes Unglück hielte, wird dieses Manöver durchschauen und ihm kräftig Widerstand leisten. Kein Parteigenosse kann sich zum Werkzeug von Bestrebungen machen, die auf die Zerstörung der eigenen Partei, hinaus- laufen._ Die Taktik poincarös. I« französischer Beleuchtung. Wir hatten kürzlich im„Vorwärts" die Gründe der Verschleppungspolittk Poincaräs untersucht und warm dabei zu dem Ergebnis gekommen, daß die französische Regierung es vorgezogen hätte, wenn ihr Sieg an der Ruhr einige Monate später, und zwar erst kurz vor dm nächsten Wahlen,«ingetreten wäre. In dieser Auffassung wird man nur bestärkt, wenn man die ebenso geistvolle wie unbarmherzige Kritik liest, die der bekannte französische bürgerliche Politiker Robertde Iouoenel, in der links- republikanischm Wochenschrift„La Räpublique" an der gegen- wärtigm Haltung der französischen Regierung übt. Er schreibt: Man betrachte nur den Mißmut, mit dem unser Ministerium des Aeußern di« Verordnungen aufgenommen hat, die die Kapitulation Deutschlands besiegelten. Schon hatte der Kanzler SKesemann der Ruhrbevölkerung, den Parteiführern und den Vertretern der Länder das Ende des Wider- standes mitgeteilt. Aber das Ministerium des Aeußern sagt«:.Do» zählt nicht: Was wir brauchen, das sind formell« Dokumente." Jen« Dokumente werden veröffentlicht. Aber das Ministerium des Aeußern erklärt«:„Das genügt nicht, denn diese Dokumente sind uns nicht offiziell notifiziert worden." Dies geschah. Aber das Ministerium des Aeußern wandt««in:„Ich werde mich damit nicht begnügen: Man hat«ine Verordnung be- züglich der Sachkeistungen vergessen." Jene Verordnung wurde zurückgezogen. Aber da» Ministerium des Aeußern warf die Frag« auf:„Wo ist der Beweis, daß das auch alles ist und daß nicht gewisie Wei- s u n g e n weiter bestehen, die unserer Aktion im Ruhrgebiet feindlich gesinnt sind?" Deutschland zog sämtlich« Zirkularverordnungen zurück. Aber das Ministerium de» Aeußern fragt«:„Wer beweist mir, daß das alles im guten Glauben geschehen ist? Ihr kapituliert, das stimmt, aber ich finde, daß Ihr nicht genug Leget st erung dabei an den Tag legt. Es genügt nicht, daß Ihr nachgebt: Ihr müßt es mit lächelnder Miene tun." So stehen die Ding« zur Stunde, in der ich dies« Zeilen schreibe. Rehmen wir nun an, daß die Vertreter des Reiches, di« nicht in der Loge sind, irgend etwa, abzulehnen, versuchten, das von ihnen verlangte Lächeln auszubringen.... Kein Zweifel, daß unser\ Iuryftei« Ausstellungen pflegen die ollgemeinen künstlerischen Entwicklungstendenzen besonders deutlich zu offenbar««. Wenn ich in der heute eröffneten Schau noch charakteristischen Zielen und Wegen ausspähe, so glaube ich sie in dem immer entschiedener her- vortretenden Streben nach wand- und raumbeherrschender Malerei, nach der großen monumentalen Linie zu finden. Darüber wird noch einiges zu sagen sein. John Schikowsti. Kammerspiele:„Cffastelarü" von Swinburne. Maria Stuart, nur von Schiller zu einer unerschütterlichen Tugend verurteilt, scheint zu dm Kanaillen der Welt- und Liebes- geschichte gehört zu haben. Die ungalante Chronik erzählt, sie habe dm anbetenden Troubadour Chaftelard köpfen laffm. um nicht bei ihrem Prinzgemahl in den Verdacht des Ehebruchs zu geraten. Der Kriminalfall wird besonders traurig durch die Tatsach«, daß Marias Liebhaber ein sehr ntterlicher, hingebender, blind vertrauender Ka- valier war, der der Nachwelt und dm Philologen einige runde Rei- mereien schenkte. Charles Swinburne, poeta laureatus der britischen Majestät vietoria, süßer Dekadent und Meister des formvollendeten Wortes, gemischt aus Romantik, Lebensschwäche und Spleen, dichtet« nach dieser Chronica ein Trauerspiel. Es war breit und beredt angelegt. Es nahm sich zum Modell den nicht ganz einwandfreien Shakespeare- Bewunderer Victor Hugo. Es schweig!« in Sentimalität. Aber es lieferte di« sachte, samtartig liebkosende Sprach« Swinburnes, die manchen Nachruhm verdient. Höhepunkte des Schlafzimmer« und Schafotffpektakels bedeutm di« Entlarvung des Troubodors durch den legitimen Cigmtümer der königlichen Kemmenat«, di« etwas oer- worren« Todesseligkeit des Minnesänger» und mdlich groß«, auf- opfernde Stimmungen der Hofdame Maria Beaton, die nach der bloß lüsternen und verdorbenen Maria Stuart die zarte Ophelim- und Julienliebe zu Chaftelard offenbart. Zu prüfen wäre, ob Maria Stuart bei Swinburne nur ein Hirngespinst geblieben, oder ob sie ein richtiges Menfchloin geworden sei. Aber die Frage oer- liert heute an Wichtigkeit. Trotzdem hätte dies« Aufführung einen Abend des Dergesiens bringen können. Seliges Geschick, wmn es dem Kunstfreund ge- lungen wäre, aus der Zeitmiser« in den Zeitenstil semer Anmut hineinzutauchen! In dm Kommerspielen wurde nicht» versucht, da- mit eine derartige Auswanderung der Phantasie stattfände. Es fehlten Herrn Paul Günter, dem Regisseur, der nur vom Maler unterstützt wurde, aber auch alle Künstler. Maria F« i n, die Maria Stuart, wollt« nur leben und beleben durch Mittelchen und Methoden. Sie zerhackte die Rolle in Szenen, sie polterte das Wort ohne Grund in Gepolter und Geschrei auf, sie gestattet« dm Sinnen keinen Augenblick der Erholung. Herr Janssen schleppte und be- schwerte den tönenden Troubadour, ohne der süßm Suada fähig zu sein. Die übrigen Schauspieler warm viel zu eng verbunden mit ihrem an da» Persönliche gebundenen Stil. Sie imdersetzten sich au» innerer Starrheit, aber auch aus volltommmer Unkenntnis dessen, was zu spielm gewesm wäre, der Poesie, die immerhin viel- spurig in dem Werke des englischen Epigonen bebt. MaxHochdors. Ministerium des Aeußern erklären würde— und diesmal hätte es scheinbar recht: „Wie soll ich Leuten Vertrauen schenken, die so heuchlerisch sind, daß sie in einer solchen Lage lächeln?" Wenn sogar Franzosen eine derart vernichtende Kritik an der Obstruktionspolitik Poincaräs üben, dann wird man es wohl verstehen müssen, wenn sich in Deutschland die Ueber- zeugung immer tiefer und fester wurzelt, daß die französische Regierung nicht di« Verständigung mit Deutschland, sondern die Zerstörung Deutschlands will. Und diejenigen, die sich nach den positiven Erfolgen der großen Koalition höhnisch erkundigen, sollten sich die Frage vorlegen, ob ange- sichts einer solchen Haltung Frankreichs irgendeine Reichsregie- rung in der Loge wäre, eine Besserung unserer wirt'chastlichen und politischen Verhältnisse herbeizuführen. * Zu diesen drei politischen Erwägungen, die übrigens auch in einer anderen linksgerichteten Zeitschrist, im„Progräs Civique", ähnlich dargelegt werden, kommen noch w i r t- s ch a s t l i ch e Motive hinzu. Die sranzösischeSchwer- i n d u st r i e ist um die Folgen der Einstellung des passiven Widerstandes sehr besorgt, weil die während der Besetzung an- gehäuften Stocks von Fertigfabrikaten, die nicht ausgeführt werden durften, nunmehr plötzlich drohen, auch den stanzösi- schen Markt zu überschwemmen. Besonders die Vertreter der zerstörten Gebiete suchen diese billigen Waren für die Wieder- aufbauarbeiten zu erwerben. Die französischen Schwer- industriellen aber befürchten diese Konkurrenz und versuchen mit allen Mitteln, eine solche praktische Ausnützung des Sieges Poincaräs an der-Ruhr zu hintertreiben. Bereits zu Beginn des Monats meldete ein Sonderberichterstatter des„Oeuvre" aus Düsieldorf erbauliche Einzelheiten über diesen Kampf zwischen dem„Comit6 des Farges" und dem Minister für die befreiten Gebiete Reibet. Letzterer, der die Interessen der Geschädigten Nordfrankreichs wahrzunehmen versucht hatte. ohne sich um die Profitinteressen der Schwerindustrie genügend zu kümmern, wurde energisch von Poincarä zurückgepfiffen. Was die französische Schwerindustrie, die unter dem deut- schen passiven Widerstand empfindlich gelitten hat. jetzt vor allem braucht, ist Kohle bzw. Koks. Da das„Comitä des Farges" einer der Hauptgeldgeber des Rattonalen Blocks im kommenden Wahlkampf sein wird, sind seine Wünsche B e- fehle, die die Regierung prompt ausführt. Daher das Ber- langen Poincar6s nach Wiederaufnahme der Kohlenliesenrn- gen als Vorbedingung späterer Verhandlungen über die Repa- rationsstage. Mit einer sofortigen Lösung der Reparations- stage wäve nur den Geschädigten Nordstankreichs gedient, nicht aber den Magnoten der französischen Schwerindustrie. Und die Schwerindustrie hat den Vorrang— drüben wie hüben! Aus Rom meldet die TU„ daß man dort einen neuen Schritt Mussolinis in der Reparationsftage erwartet. Und zwar bringt man diese Aufsasiung im Ausammenhang mit einer Rote der offiziösen Boita.Agentvr, in der die grundsätzliche Ueberein- sNmmung Italiens mit dem belgischen Plan zum Ausdruck gebracht wird. » Die französisch« Presse greift Streftmmm scharf an. so- wohl wfgen der WTB.-Darstellung der Aussprache Hoesch-Poiu- rare, die der„Temps" als ein«„neue Emser Depesche" bezeichnet, wie auch wegen de« Auslassungen des Berliner„Börsen- Kuriers�. ♦ Die wichtige Sitzung des Reichskabinetts, tft der über di« Wiederaufnahme bzw. Richtfinanzierung der Sachlieferungen ent- schieden werden soll, findet erst heut« nachmittag statt. Auch die in Aussicht genommene Erklärung des Reichskanzlers vor der Presse ist bis zum Schluß des Blattes noch nicht erfolgt. Die Steuerabzüge. In der heutigen Morgenausgab« brachten wir die neuen Abzüge bei der Lohnsteuer. Durch einen Irrtum sind dies« Abzüge als für die dritte Ottoberwoch« gültig bezeichnet worden, während selbstverständlich die vierte ge- meint ist. Ibsens„volksfeinö" im Schiller-Theater. Der gestrig« Abend läßt sich in einem Wort zusammenfassen: Was geht vor? Der Badearzt Dr. Stockmonn kämpft gegen die Behörden für Reinigung des verseuchten Wasserwerkes und weiter für Reinlichkeit der Gesinnung. Er haßt halb« Maßnahmen und tritt mit jugendlichem Feuer für Klarheit und Wahrheit ein. Offen ausgesprochen, was ist, das ist seine Forderung. Die Zeiten sind allerdings vorüber, wo uns der„Dolksfemd" etwas wie ein« Offen- barung bedeutete. Aber dem Stoff ist die heutig« Zeit günstig. Er ist' wieder aktuell. Dr. Stockmann» mutiger Kampf gegen Der- logenheit und Dummheit, gegen schmutzigen Eigennutz und dunkel- doste Autorität, sein Kampf gegen di« kompakt« Majorität läßt uns kalt. Statt stürmender Ideen sehen wir ein« aufgebauschte Prooinzafsäre. Und das lag in der Hauptfach« in der Inszenierung. Auch die Vorstellung war Provinz. Der Intendant I« ß n e r hat gestern den„Volksfeind" durch Eugen Klopfer zu Tod« tram- peln und schreien lassen. Dieser Schauspieler, an dem kein« Miene, keine Geste, kein Wort ungekünstelt war. stellte«inen wirren hampeliqen Hanswurst statt eines Wahrheitslanotikers auf die Bühne. Schon in den ersten fünf Minuten hatte er sich über- nommen, so daß er für den Rest de. Abend» heiser war. Natürlich ging dadurch jede Steigerungsmöglichkeit glatt verloren. So genial Ießners letzte Inszenierung(Ueberteuftt) war, so eingelernt und hölzern ist sein„Volksfeind". Unwahr, schauspielerhost, geftelzt und gestellt, das war der Eindruck der Aufführung. Klöpftr gab den Ton an. Er erdrückte auch di« künstlerischen Leistung« der Elsa Wagner und des Fritz Hirsch. Der Publikumserfolg war groß. Klooser hatte in» Publikum hineingespielt, es jubelte und rief Klopfer und Ießner immer wieder vor die Rampe. Di« beiden hoben also wenigstens die kompekte Majorität hinter sich. Ernst vegner. «Prftoukfübrungcn der Woche.'Dien»». Echauspielbaa«:.Minna den Sarnhelm*.— Renaisiance-Theater: Sndreiew,.Die Tage beS LebenS'.— Schloßpark-Theater Steglitz:»Di« Perücke'. To»nab. Deutsches Theater: ,H o l o f e r n««'.— Künsllertheater:.T y d b k e'. Urania-Bortröge. Mont.i 2. Gelehrtenvartrag: Dr. Sebede über .Die Ruinen von Baalbek'. D»»ae»«t., Areit., Sonuab.: Dr. Hiellcher:.Spanien'. Musik. Sonntag und Donnerstag, 8 Uhr. finden im Blütbner-Taal Sinsonie-Abende des Berliner Sinfonie,(vlüthner) Orchesters, unter Leitung von Camlllo Hildebrand, statt. Im Zentral Institut für Erziehung und Unterricht beginn« die wiflenlchastlichen Vorlesungen und Uebungen am Z9. Ottober. Sie um- soffen die Heimatkunde von verlin. Pädagogik englische und rulsische Sprache, Phonetik, Sprechkunde und E-tdichlvortrag Jede Reihe besteht aus 5 zweistündigen Vorträgen. Anmeldung in der Eeschästssielle. «ine russische y-lkShochschule wurde im russisch« Heim in Pro S eröffnet. Zunahm« de? italienischen Fremdenverkehr». Im Jahr« lgSt bat zum ersten Male nach dem Knege die Zahl der Jtali«reilenden die Ziffer von 1914 wieder erreicht. Die Deutschen, die sriiber den stärksten Anteil bildeten, treten jetzt lehr zurück. Unter den SS? OOO Touristen stehen dle Amerikaner mit 84 000 an der Spitz«, den« die»» g- länder mit 81 000 folgten. der danziger Awisthengulöen. vanzig. 20. Oktober.(WTB.) D«r Dvltsiag nahm in einer Abendsitzung den Gesetzentwurf über die Einführung des Zwischenguldens in der Aueschußfassung in zweiter und dritter Lesung endgültig an. Nach dem Gesetzentwurf wird als Rechnungseinheit im Gebiet der freien Stadt Danzig der Gulden und der Pfennig anerkannt. Der Gulden ist gleich'/b Pfund Sterling englischer Währung, der Pfennig ist»/,»» Gulden. Die Reichsmark bleibt weiterhin gesetzliches Zahlungs- mittel und Rechnungseinheit. Ander« als auf Reichsmark(Po- piermork) oder Gulden lautende, im Gebiet der freien Stadt Danzig ausgestellte geldähnliche Zahlungsmittel dürfen vom 10. November 1923 ab im Einzelhandel nicht mehr in Zahlung genommen werden. Alles umlaufende Notgeld und alle geldähnlichen Zahlungsmittel, die auf Reichsmark lauten, soweit sie im Gebiet der freien Stadt Danzig ausgestellt sind, sind spätesten» am 1. Februar 1V21 aus dam Verkehr zu ziehen. Der Senat wird ermächtigt, die zur Durch» führung des Gesetzes erforderlichen Mittel bis zum L-trage von sechs Millionen Gulden im Wege der Anleihe aufzu- bringen. Das Gesetz tritt am Tage der Verkündung in Kraft. der Nilitärputsth in Spanien. Das Sekretariat der Sozialistischen Arbeiter»Internationale in London veröffentlicht über den Militärputsch in Spanien und die Stellungnahm« der sozialistischen Partei und der Gewerkschaften folgenden Bericht: Der militärische Auftuhr Spaniens ging vod Barcelona aus, dos unter der Kommandogewalt des Generals P r i m o de Rivera stand. Die Regierunw die wußte, was beabsichtigt war, verlangt« dessen Abdankung. Der General verweigert« den Ge- horfam, rief die Truppen auf die Straße und verhängt« gleich- zeitig in feinem Bezirk den Belagerungszustand. Semem Beispiel folgten die Garnisonen von Saragossa und E a st« l l o n. Die Generale der anderen Garnisonen wurden verständigt, oder besser gesagt beordert, diesem Beispiel zu folgen und sich der zivilen Be» Hörden zu bemächtigen. Die Militärportei tot dies überall, wo sie über die Kommandogewalt in den Prooinzhouptftädten verfügte. Die Rebellen haben es jedoch nicht gewagt, die Regierung gefangen zu nehmen, da sie von vornherein erklärte, nur?er Gewalt zu weichen. Erst zwei Tage später, am 14. September, als der König noch Madrid gekommen war, nahm er die Demission de» gesamten liberalen Kabinetts entgegen und setzte ein Direktorium, mit General Primo de Rivera an der Spitze, ein. Da» Direktorium hob alle Freiheiten und Rechte, die dem spanischen Volk durch da» Gesetz verbürgt sind, aus: insbesondere wurden jene Artikel der Verfassung aufgehoben, die die Freiheit des Gedankens und die Sicherheit des Individuums verbürgen. Die erste Entschließung des Gener, ls war, an die Spitze jedes Ministeriums ein verantwortliches Mit- glied des Direttoriums zu fetzen, dos Parlament aufzulösen und die gewählten Mtglieder des Senat« ihrer Mandate zu berauben. Selbstverständlich wurde auch sofort die Lorzensur für die Presse eingeführt, so daß«« heut« in Spanien nicht mehr möglich ist, irgendwie öffentlich ein unbefangene» Wort über die Zustände au»- zusprechen. Um so wichtiger ist es daher, daß e» der Sozialistischen Partei und der Gewerkschaftszentral« Spaniens ge- >-mq. in der Zeit zwischen dem Ausbruch der Unruhen und der for» mellen Suspension der Verfassung, ihre Stellungnahme in eine« Manifest, datiert vom 13. September, zu formulieren und im „El Socialista" vom 14. Sepember zu vervftentlichen. Diese» Main- icft, das von Pablo I g l e f i a s, dem Vorsitzenden der Partei einer- kits und Julian Besteiro, dem zweiten Vorsitzenden der Gewerk- fchasten, und Franzisco Largo Caballero, ihrem Sekretär ander. seits unterzeichnet ist. wurde unmittelbar noch Kenntnisnahme der Ereignisse in Barcelona, in ftüher Morgenstunde verfaßt. E« standen damals nur wenig« Nochrichten zur Verfügung, aber sie genügen, wie das Manifest sagt,„in Zusammenhang mit jenen Vorfällen, die zu dein Aufstand geführt hatten, den wahren Charakter dieser sonderbaren Bewegung aufzuzeigen". Das Manifest lehnt„jede Schönfärberei, die gleichbedeutend mit der Maskierung unserer wahren Absichten wäre, ab, da die, in einem Moment«, wo«in Mttitäroufstand als Sieger Hervortrift, wenig dankbar wäre". Das Manifest wendet sich vor ollem gegen die bis dahin im Amte ge- wefene Regierung und erklärt:.Lew Band der Solidarität, nicht die Spur einer politischen Sympathie oerbindet uns mit den Männern, die ist dieser Regierung sitzen. Sie verdirnen nichts als unsere bittersten Vorwürfe für die unzähligen unerfüllten Wal�- Versprechungen, so w erster Linie für die trügerisch« Hoffnung, die sie bezüglich der marokkanischen Frage, die di« ganzen Energien unsere, Landes erschöpfte, erweckten, indem sie vorgaben, sie, wenn nicht einer gönzlichen Lösung, so doch einer Entspannung zuzuführen." Run wird gezeigt, wie dieses schwankend« und Widerspruch«- volle Borgehen der Regierung sich am klarsten in dem Mangel an Kraft, dem Druck der gegnerischen Kräfte standzuhalten, enthüllte „Diese gegnerischen Kräfte kommen nun in schamloser Weise in voller Oeffentlichkeit zum Ausdruck, das Volk steht sich einem m i l i- tä raschen Aufstand gegenüber, der di« militärischen Aktionen, die im Laufe der letzten vierzehn Jahr« nichts als blutigst« Ber- luste gebracht haben, noch intensiver gestalten will. Diese mili- tärischen Rebellen wollen unserem Land« gerade da, aufzwingen. was es immer verworfen hat. Darum muß ihnen da« Dolt jede Unterstützung oersagen. Die Haltung der arbeitenden Massen, an di« w'r un« hier direkt und durch unser« Organisationen wenden, muß. unentwegt die gleiche bleiben: der Ausstand, der von Generalen aus der Umgebung des König» geführt wird und der vielleicht für die Regierungskreise, keineswegs aber für den königlichen Palast w Miramare überraschend kam, darf in keiner Weise unter» stützt, sondern muß im Gegenteil isoliert werden." „Die Anführer dieser so einzigartigen Bewegung sprechen da- von, unser Land gesund machen zu wollen, die Schäden des öftent- lichen Leben«, so vor allem die unmoralischen Praktiken der Günstlingewirtschaft zu beseitigen. Aber wie groß wird die Autorität dieser Menschen sein, die die Erreichung ihres Ziele, nicht eigenen Fähigkeiten und Verdiensten, sondern einer momentanen, günstigen politischen Konstellasion verdanken und di« immer bereit sind, sich königlichen Wünschen zu fügen?" Da» Monifest warnt die Arbeiterschaft, irgendeinen Schritt ohne das Einvernehmen mit der Partei und den Gewerkschaften,„die im vollen Bewußtsein ihrer Verantwortimg ihrer Meinung immer un- verhüllt Ausdruck geben werden," zu unternehmen. Und ebenso lordert die offizielle Verlautbarung der Partei und der Gewert- lchaften, die zwei Tage später, am 15. Sevtember. erschien und von dem Parteisekretär S a b o r i t und dem Gewerkschostssekretär E o- b a l l e r o unterzeichnet ist. die Arbeiterlchast neuerlich dringend auf, in keiner wie immer gearteten Weis« aktw einzugreisen, mögen auch immer Ungeduldige in bester Absicht oder Provokateure mit geschickt gelegten Fallen zur Tat auffordern, die nur den vor- wand für Gegenmaßnahmen liefern würden, auf die die Reatsion schon lauert." Die sozialistische Partei Spanien«, di« das Sekretariat der Sozialistischen Arbeiter-Jnternasianal« ständig ayf dem Laufenden erhält, steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß es in diesem Augenblick« keine Möglich k-eit der Gegenwehr gebe, daß ein Streik nur zu einer sicheren Niederlage führen könnt« und überhaupt jede Gegenaktion, da sich die liberalen Kräfte de« Landes gegen die triumphierenden Rebellen der Militärportei nicht zur Wehr setzen, nur zur Opferung von Menschenleben führen würden, ohne Irgendeinen Erfolg zu erzielen. Was kostet öie Wohnung! Den Löwenanteil der Miete mit allem Drum und Dran be- anfpruchen di« Wasserkosten. Si« betragen schon jetzt für den Inhaber einer Zweizimmerwohnung im Durchschnitt monatlich eine Milliarde. Rechnet man die Grundmiete mit den festen Zuschlägen sowie di« sonstigen Umlagen für Betriebskosten hinzu, die der Hauswirt oft schon jeden fünften Tag abfordert, so stellt sich die Gesamtmiei« für Oktober auf rund zweieinhalb Mil- l i a r d« n. Da» ist ungefähr jo viel, als der Erwerbslose in einer Woche an Unterstützung erhält. Er muß also den vierten Teil der Unterstützung nur für Miete hergeben, womit bei ihm der Friedens- mietenstand, der durchschnittlich den fünften Teil des Einkommens fortnahm, bereits überholt ist. Da jetzt in erster Linie der Magen seine notdürftigste Befriedigung verlangt und ein einziges Brot «ine halbe Milliarde kostet, ist es klar, daß immer mehr Arbeit». lol« nicht fähig stnd zur prompten Bezahlung derartig hoher Mieten. Aber auch bei Zehntausenden, die noch Arbeit haben, hat e« im laufenden Monat mit der Mietezahlung sehr gehapert. Diese wachsende Zahlungsunfähigkeit gegenüber dem Hauswirt und dem Magistrat, hervorgerufen durch die sonsti- gen ms Uferlose gestiegenen Lebenshaltungskosten, war schon vor Monaten vorauszusehen. Was soll nur erst werden durch die seitens der Regierung geplante völlige Umgestaltung des Woh- nungswesens in Form der Erhöhung der Mieten auf den Friedens- stand? Do» würde, selbst wenn man si« den Friebensverhältnissen nur „anpaßt" und die halbe Goldmiete dekretiert,«ine Zwei- zimmerwohnung mit monatlich etwa zwanzig Milliarden belasten. Woher dies« Summen von den Mietern, insbesondere den Schwachoerdienern und den Arbeitslos», genom- men werden sollen, darüber scheint man sich an den maßgebenden Stellen noch nicht genügend den Kopf zerbrochen zu Hab». Es muß deshalb gewarnt werden, solche Pläne, für deren Ausführung gerade der kommende Winter die aller ungeeignetste Zeit ist, zu überstürzen. 5olgen ües Milliaröeabrotes. Die Schupo verkauft Brot. Infolge der ungeheuren Brotpreiserhöhung von 620 Millionen auf ein« Milliarde Mark versuchten gestern abend zahlreiche Personen, noch Brot zu den alten Preisen zu kaufen. Dabei kam es vor vielen Geschäften zu Ansammlungen, di« erst zerstreut werd» konnten, nachdem die Polizei festgestellt hatte, daß keinerlei Brote zurückgehalten wurden. In eini- gen Fällen mußt» di« Polizei jedoch feststellen, daß die Geschäfts- Inhaber Backwar« zurückhielten, um sie teils nur an ihn« Kunden weiterzugeben, teils um sie am Sonnabend zu den er- höhten Preisen zu verkaufen.— Gegen 7 Uhr erschien auf ihrem Polizeirevier die Pöckermeistersfrau Graf aus Tempelhof, Berliner Straße 131, und bat um polizeilich« Hilf«, da«in« große Menschenmenge sich vor ihrem Laden angesammelt habe und«ine drohend« Haltung einnehm«. Beamte der Schutzpolizei begleiteten sie und oerkauften gemeinsam mit ihr.di« vorhandenen Brot«. Ein ähnlicher Fall ereignete sich vor der Bäckerei im Haus« Koppenstr. 70. Hier verlangten noch etwa 1000 Personen, als der Laden um 7 Uhr geschlossen werden sollte, stürmisch den Weiterverkauf von Broten. Ihr« Haltung wurde so drohend, daß der Geschäftsinhaber Polizei herbei- rief. Der Reviervorfteher gestattete dann schließlich noch den Weiter- oerkauf von Brot bis 8?» Uhr abends Zu einer Ansammlung von 500 Personen kam es gegen 6 Uhr vor der Bäckerei von Porath in der Uhlandstr. 106. Di« Menge nahm von einem Wagen, der vor der Tür stand, mehrere Brote und versucht« dann ge- «altsam in den Loden einzudringen. Gegen 7*4 Uhr war di« Ansammlung bereit? auf etwa 1500 Personen ge- stiegen, so daß die Polizei einschritt und vier Personen festnahm. Der Bäckermeister Richter in der Pfalzburger Straß« ver- weige-rt« gestern abend gegen 6 Uhr den Brotverkouf mit der Begründung, daß er kein Brot mehr Hab«. 50 Personen, die seinen Angaben nicht glaubten, riefen Polizei herbei und diese stellte fest, daß Richter noch etwa 20 Brot« im Keller unter Mehlsöcken versteckt hatte. Die Brote wurden sofort ver- kauft, so daß jeder der Anwesenden etwa% Brot erhielt. Die neue» Werkstarife. In der neuen Woche wurden die Tarife wieder ungeheuerlich erhöht. Di« Werksdeputation hat sie heute aus 440 Million» Mark für Eft» und Wasser und SSO Million» für Elektrizität festgesetzt. Auch die privat« Gasbetriebsgesellschast erhebt in gleichem Ausmaß, ohne bisher ihre Abkefungsfrist oerkürzt zu Hab». Arbeit für Erwerbslose. Der Magisttat der Stadt Berlin hat beschlossen, unter der Bor- oussetzung, daß die Finanzierung gelingt, dem Bau de» dritten Hafenbecken, al» Erweiterungsbau de» Westhafen« im- verzügcich in Angriff zu nehmen. Dieser Bau wird einer größeren Anzahl von Erwerbslosen di« Möglichkeit zur produksiven Tätigkeit oerschofftn.— Zum Bau der Schnellbahss Gesund- b run n en— N« yt ö lln hat di« AEG.-Schnellbohn-A.-G. vor Jahr» da» Straßenpfloster in einer Reihe von Straßen aufge- brach», um den Tunnel einbauen zu können. Nachdem einige Tunnckstücke während de» Kriege» fertiggestellt warm, Hot di« Gesellschaft d» Weiterbau der Schnellbahn seitdem nicht mehr be- trieb». Da» Pflaster, das st« in den vom Bahnbau betroffenen Stroh» nur provisorisch instantgesetzt hatte, hat im Laufe der Jahne stark gelitt». Roch langwierigen Berhandlungen ist e, der Stadt gelungen, einen Vertrag mit der Gesellschaft zu- stand« zu bringen, durch den sich die Geselllchast verpflichtet, in all» «troh». In denen der Tunnel bereits im Rohbau fersig ist, da« Pflaster wieder in den ftüher» ordnungsgemäßen Zustand zu ver- setz». Auf den meisten übrigen Strecken soll mit Rücksicht aus den Weiterbau der llr.'iergnmijbcihn da» provisorisch»eingebracht« Pflaster nach gründlicher Ausbesserung liege» bleiben. Der Kirgise als Ladeadieb.«•- In die Kreise der internationalen Ladendieb» keuch- tet« eine Verhandlung vor dem Schöffengericht Berlin-Mitt«, vor dem sich der kirgisische Kaufmann Ehanislaschwili und di« russisch« Tänzerin Soja Smilanskia wegen Diebstahls zu verantworten hatten. Die Angeklagten waren Anfang Septem- der in da, Seidcnhaus von Michels in der Leipziger Straße ge- ganoen und hotten sich Ertpe-de-Ehine-Stoffe vorlegen lassm. Während die ongeNagte Tänzerin den Verkäufer beschäfsigte und einen Stoff nach dem anderen sich zeigen liest, so daß sich die Stoff- ballen auf dem Tisch türmten, ließ ihr Begleiter einen K u- po» sehr wertvollen Seidenstoffes unter fein» Mantel verschwinden. Gleich dem Verfahren in den Juwelengeschäften wer. d» neuerdings verdächtig« Personen auch in Warenhäusern und Spezialgeschäften durch Spiegel von hinten beobachtet. Der Vorfall blieb nicht unbemerkt, und das Pärchen wurde ins Direk- tionszimmer genötigt, wo aus dem aufgetrennten Mantelfutter des Kirgisen die gestohlene Seid« zutage gefördert wurde. Der Anoe- klagte bestritt, daß ei sich um«ine Diebestasche Handel«. Derartig« Montettasch» seinen in seiner Heimat Sitte. Bei ihm kam straf- verschärfend in Bettacht, daß er von der Polizeidirektton Wi», wo er erst vor kurzem ein« mehrjährige Kerkerstrafe verbüßt hatte, al» ein besonders gefährlicher Ladendieb bereit« vor seinem Eintreffen in Berlin angekündigt ward» war. Für die Tän. zerin, eine durch ihr« Schönheit und Eleganz ausfallende Frau, machte Rechtsanwalt Dr. P i n d a r geltend, daß si« von dem Dieb- stahl ihre» Kavalier» nicht die geringst« Kenntnis gehabt habe. Sie fei Mitglied der Artistenlog«, hätte in Berlin in«inem Variete gegen hohe Gag« ein Engagement und habe auch Gastspiele in Wien. MaiCond und Turin abgeschlossen. Ohne ihre Schuld sei sie durch ihren Landsmann in di« Diebesaffäre hineingezogen worden, der sie offenbar als Werkzeug für feine Berbrechen benutzen wollte. Während das Gericht Ehanislaschwili zu einer Gefängnis- straf« von 5 Jahren verurteilte, wurde die Tänzerin unter Aufhebung des Haftbefehls freigesprochen. Dos Gericht empfahl ihr aber, in Zukunft bei der Wahl ihrer Begleilcr etiiHi- vorsichtiger zu sein._ ver Raubmord in Schöneberg. Roch keine Spur des Täters. Di« umfassenden Nachforschungen zur Aufklärung des Der- br«ch»s in der Hauptstraße, die von der Mordkommission die ganze Nacht hindurch bettieben wurden, hoben noch keinen bestimm- t«n Anhalt über di« Person des Täters geliefert. Der Mörder hatte bereits vor drei Tagen in den Morgenstundon versucht, Zutritt zu Brosig zu erlangen. Der Täter hat ohne Zweifel gewußt, daß Brosig gestern viel Geld bei sich hotte, weil er am Tage vorher den größten Teil seiner Theaterkarten oerkaust hatte. Nach den Bekundung» der Stiefmutter, die mit Brosig abends bis 11 Uhr in Pankow zusammen war, hatte er weit über 40 Milliarden in der einen Brioftasche. Diese Summe fehlt. Wi« sich nun die Tat im einzelnen abgespielt hat. läßt sich natürlich nicht bessimmt sagen. Da der Mörder mit der Bettdecke di« Kehle zudrückte, find die Würgemal« nur schwach. Geraubt sind ein fast neuer grauer, modern gearbeiteter Anzug mit Gurt, ein neuer grauer Winterschlüpser mit Lederlnöpsen«in grauer Stepphut,«in Paar braune Halbschuhe, ein Paar schwarz« hohe Schuh«, eine runde golden« Damenuhr mit einem 1 Zentimeter breiten Schakenorm band, ein Ring, ein schmaler Reisen aus Silber und Plattn mtt«inem größeren ovalen blauen Stein, der ob» nach moderner Art eine Berzierung aus Silber oder Platin ttägt. wahr- scheinlich ein« Blume oder«in Kelch. Ein 1 Zentimeter breites Armband in Schnallenform aus Plattn,«in silberartiges Geflecht, «in« klein« sechseckige goldene Schemuhr ohne Werk und die große Summ« bar» Geldes bis auf«inen Rest Neiner Scheine und viel- leicht auch ein schokoladenbraunes Jackett zu der Hos«, die Brosig ttug, als er den gewaltsamen Tod fand. Auch in diesem Jackett haben sich wahrscheinlich noch loft Geldscheine befunden. Der un- bekannt« Mörder hat mit dem Studenten, der ihn einließ, und Wagner, bei dem er irrtümlich onNopft«, mit diesem durch die Tür nur wenig« Worte gewechselt. Beiden ist seine scharfe Aus- spräche des R aufgefall». Brosig, ein weibisch veronlagier Mann mit ziemlich hoher Sttmme, hatte ein« Vorliebe für starte Männer. Der Ermordet« war«in gutmütiger, sreigiebiger, aber auch furchtsamer Mensch. Er macht« zu Weihnachten und anderen Feiertag» gern Geschenke, v«rsch»tt« auch Theaterbilletts und war so in seinen Kreisen gewiß beliebt. Bekannt war er hier unter den Spitznamen„Hans" und„Dörth«". All«, die über seine Bekanntschaft««, sein» Umgang, seinen Verkehr in Lokalen usw. Auskunft geb» körn*», werden ersucht, sich unverzüglich bei d» Kriminalkommissar» T r e t i n und L i p i t im Zimmer 103 des Polizeipräsidiums, Hausanrufe 416 und 436 z» melden. Theater- billetthändler, die ihn gekannt haben, werden sich vielleicht scheuen, weil dieser Handel verboten ist. Es wird ihnen aber zugesichert, daß es sich hier lediglich um di« Aufklärung dcs schweren Verbrechens handelt, und daß die Mordkommission sich um andere Dinge nicht kümmert. � Mordversuch oder Körperverletzung? In der vergangenen Nacht gegen 11*4 Uhr wurde der 35 Jahre alt« Werkzeugmacher Johannes K üh n au« der Nazarethkirchstraße 37 festgenommen, nach- dem er an der Ecke der Turtner und Utrechter Straße auf sein« 27jährio« Ehefrau Erna aus«inem Trommel- revolver zwei Schüsse abgegeben hatte. Die Frau wurde am linken Oderarm verletzt. Si« wurde noch der Rettungsstelle in der Lindow»« Straße und dann nach ihrer Wohnung gebracht. Der Täter wurde der Polizei zugeführt. Nach den angestellt» Ermitt- lungen hat die Frau ihr» Mann vor etwa sechs Wockisn verlassen und wollt« trotz feiner mehrfach» Aufforderungen nicht wieder zu ihm zurückkehren. Die Sp»delofi der Loub»tolonisten hält zur Freude der Armen, Alten und Bedürftigen an. So veranstalteten die Tempelhofer und Mariendorfer Kleingärtner auf ihren Kolonien großzügige Sammlung». Einzelne Kolonien beschenkten oft über 50 Bedürftige mit je 1 bis 2 Z»tn«r Kartoffeln und anderen nütz- lich» Dingen. Auch in Reinickendorf-West veranstaltet« der .Pflanzerverein Schießplatz" einen WohltStigkeitstag im Dolkshause, Echarnwebersttoß«. Hier erhielten die notleidenden Alten neb» Geldgeschenk» noch reich bemessene Fcldcrzeugnisss Jowie Holz. Kohlen usw. In Steglitz-Südend« ttug der )auverein Südende durch Spenden verschiedener Art zur Linderung der Not erheblich bei.— Auf einem Unterhaltungsabend im Kleinrentnerheim Friedrichsheim wirkte der Männergesangverein„Namenlos" mit und erfreute die hier Wohnmden mit sein» fröhlichen Weilen. Ueberall erntet» die Geber herzlich» Donk. Die Areireligiös« Gemeinde erteilt Unterricht in Lebens- kund« und Reliaionsgeschicht« an folgenden Stellen: 1. Weißen- burger Str. 4s, Donnerstag von 3 bis 5 Uhr: 2. Reichenberger Straße 44, Montag von 144 bis*46 Uhr; 3. Levetzowstr. 26. Donnerstag von 4 bis 6 Uhr; 4. Koppenstr. 84, Freitag von 3 bis 6 Uhr: 5. Ruheplatzstr. 5/6, Montag von 3 bis 5 Uhr: 6. Köpenick, Grünauer Str. 5, Jugendheim, Mittwoch von 314 bis 514 Uhr: 7. Niederschöneweid«, Berliner Str., Freitag von 3 bis 6 Uhr; 8. Tempelhof, Friedrich-Wilhelm-Stt., Mittwoch von 3 bis 5 Uhr: 9. Oranienburg, Luisenplatz. Mittwoch von 5 bis 614 Uhr. ferner in Velten, Nowawe» und Staaken. Der Aerzte-Zndex ist mit Wirkung von Sonntag, den 21. Ok- taber ab, auf 1,2 Milliarden festgesetzt. vezirksbildungsansschuß Groß verlin Festkonzerte: In- folge der plötzlich gestiegenen Strompreise beträgt der Zuschlag nicht 150, sondern 200 Millionen. �a» vezirklamt Frirdrtchehoin. Devutntion für Bildung und Schulwesen, veranstaltet am Mittwoit, den 24. Oktober, abend» 7*', Uhr, in der Echuloula Lange TIr. Zt. einen Dorttagsabend. M aria Schipsmann erßihlt allerlei Liebes- und Ehttandsgeschichten von alten und neueren Dichte»: Kellert, Lelfing, ttioetbe, Sauwbach, Lagerlis. Andersen, Reuter,«Hb er,»ilbel« Busch, au«.Fromme Helene',.Julchen' o.a. »karten find in den Verkaufsstellen der Konwmfl»oll«nlchastin de? Bezirk« und im Bezirksamt, VlartuSstr. 4», Zimmer 39, zum Preise von 10 Millionen zu haben. Flugzeugunglück auf dem Goodwinsand. Da» Passagierflugzeug Rotterdam— Land» mußte auf dem Goodwinsand«in« Notlandung vornehmen. Die In- fassen, drei Passagier« und der Führer, wurden durch«in» Dampfer gerettet und in Dover gelandet. Da» Flugzeug und die Paket- p o st sind infolge Eintreten» der Flut verloren gegongen. Zwei Briefposisäck« wurden gerettet. Groß-Serliner Parteinachrichten. 7. ft«l» Clolstteadna. fetutf»dend 7 Ubr findet in Cdailstirndurft, in der Aula der Fiistrin.B>.marck.SckuIe, Sqdelttraße I/i,»in Arno-Holz-Abrnd statt (sirefi-. Sauf, und»znu.Ueder de« SchSfer, Datoi«). Jugendliche unter i« Iadren haben leinen gutlitt,«tutrittekarien stnd noch am«wgan; de, «aalt, zu Haien. ?ug»nüveranstoltungen. Alorgea, Sonntag, den 21. Offoder: Sarl» Horst, s-ndirun- Stllderedorfer tkaliberae. Treffpunkt 7 Uhr, Bahnhof ftstlfUcst «e»>»tcht«»»a>» Fahrt nach de« Rpnnenfstefi. Treffpunkt«>/, Uhr, am Bahnhof ttrtfionfw. Wanderuns durch dt««tttenheld». Treffpunkt>/,7 Uhr Preuz- lauer Promrnade, Ecke Suftav-Adolf-Slrahe. Gewerkschaftsbewegung Der Sturmangriff auf den Achtstundentag. Die Rorrespondenz des Internationalen Gewerkschaftsbundes schreibt: Istunbentages. Ueberall, wo Erhebungen über die Folgen ber Einführung des Achtstundentages gemacht werden, ist das Resultat erhöhte Produktion( in 40 Industrien bis zu 25. Proz.). Wie es gemacht wird. " Wirtschaft Die Arbeitnehmer und die Rentenmark. Den Bolkstümlichen Wirtschaftsberichten" entnehmen wir folgende Ausführungen: Die Gemertschaftstommiffion des ADGB., das AfA- Oristariel Es ist in der Tagespreffe der Befürchtung Ausdrud gegeben und der Ortsausschuß des ADB. hatten zu vergangenem Mittwoch nach dem Friedrichshain die erweiterten Ortsvorstände aller frei- morden, daß die neue Rentenmart in ähnlicher Weise wie ein 3ahlungs ewerkschaftlichen Organisationen Berlins zu einer Konferenz ein Dollarschazanweisungen und Goldanleihe geladen, um in Uebereinstimmung mit der Kundgebung der Spigen mittel der befizenden Kreise werden könnte, während die organisationen im Reichswirtschaftsrat Stellung zu nehmen gegen große Masse der Arbeiter und Angestellten darauf angewiesen bleibt, den Borstoß der Rapitalisten, insbesondere bezüglich der Papiermark zu verdienen und für Papiermark zu kaufen. Leider ist Arbeitszeit. Referent war Genoffe Graßmann, der 2. Bundes- diese Befürchtung sehr berechtigt. Die Arbeitgeber werden immer vorfißende des ADGB, dessen Ausführungen, wie aus dem Bericht bestrebt sein, ihre Produkte gegen gutes Geld zu ver des Vorwärts" hervorgeht, sich im Rahmen der Tagesordnung be- faufen, die Löhne aber in schlechtem Gelde zu be zahlen. Hieraus fann unter Umständen eine Verschlechterung der Die Nachricht von dem Ultimatum des Generals Müller an die wirtschaftlichen Lage der Arbeitnehmer entstehen, gegen die alles sächsische Regierung, die von dem Kommunisten Walcher in die Bisherige verblaßt. Es ist zu bedenken, daß durch die beschleunigte Bersammlung geschleudert wurde, versehen mit dem üblichen Kom- Ausgabe kleiner Stücke der Goldanieihe im Gesamtbetrage von mentar, löfte eine begreifliche und durchaus berechtigte Bewegung 200 Millionen Goldmart und durch die Emission von Milliardenaus. Die Versammlung stand unter dem Eindruck, die Reichsregie- beträgen der neuen Rentenmart tatsächlich eine Noteninfla rung schide Reichswehr nach Sachsen und Thüringen, um dort ,, Drd- tion entsteht, wie wir fie bisher noch nicht erlebt haben. Mag es nung" zu schaffen. Unter diesem Einbrud tam eine Resolution zu sich dabei auch um wertbeständige Zahlungsmittel handeln, so ist doch stande, in der es heißt: nicht zu verkennen, daß mit einem Male eine ungeheure neue Obwohl gejagt werden kann, daß die Berallgemeinerung des Achtstundentages hauptsächlich deshalb erfolgte, weil die Arbeiter pielerorts aus eigener Straft diefes Gut bereits erobert hatten, barf man andererseits den Faktor der geseglichen Festlegung dieses Brinzips nicht unterschäßen. Daß der Achtstundentag in einer Konventice international festgelegt und national in vielen Staaten auf dem Wege der Gesetzgebung bestätigt worden war, trug nicht wenig dazu bei, daß er zum Eckpfeiler der Stellung der Arbeiter geworden ist. Deshalb richtet sich auch bei entscheidenden Aktionen der Arbeitgeber der erste Schlag gegen ihn. Der verfassungsmäßige megte. Weg ist ein langer. Dieser scheinbare Nachteil hat aber in der Entwicklung de Dinge auch seine günftigen Auswirkungen, Ist einmal ein Element auf organische Weise durch Gefeßwerdung dem Staatsförper einverleibt worden, so hält es im allge meinen schwer, dieses Element wieder Ioszulösen. Dies gilt für jedes Gesez, und die Geschichte gibt unzählige Beispiele für diefes Beharrungsvermögen im Funktionieren der Gesetzesmaschine, ein Faktor, der sich je nach der Art des Gesezes oft zugunsten und oft zum Verderben eines Volfsganzen ausgemirft hat. Handelt es sich aber gar um ein Gesez wie dasjenige des Achtstundentages, dessen Prinzip in den großen Massen des Voltes veranfert ist, so haben die Gegner menn überhaupt nur bei Anwendung der trutalsten Mittel Aussicht auf Erfolg, der nur vorübergehend sein kann. Die zweite Phase des Kampfes gegen den Achtstundentag ist die Zeit der Revisionsversuche. Ueberall hieß es plöglich, es sei aus wirtschaftlichen Gründen unbedingt nötig, gewiffe Ausnahmen vorzusehen, ohne daß dabei das" Prinzip" angetastet werden soll. Es sollten lediglich Maßnahmen sein, um den Ruin der nationalen Industrie zu verhüten". Dieses Lied wurde über all gesungen, in Belgien, Frankreich, England, der Schweiz, Skandinavien usw. Die Gewerkschaften aber, die wohl wußten, daß es sich in diesem Kantpfe um die Hauptstellung handelte, beharrten auf ihrem Standpunkt der vollständigen Aufrechterhaltung des Achtstundentages, obwohl sie sich, wenn eine wirtliche Notwendigkeit vorlag, immer bereit erflärten, Ueberstunden zu machen. Angesichts dieser Sachlage gingen die Gegner bald zu einer neuen Lattik über. Es trat die dritte und entscheidende Phase ein: der offene und rüdsichtsloje Kampf gegen das Gefeß über den Achtstundentag als solches. Mit anderen Worten: es seite der Fa. fdhismus ein, die Rückkehr zu den abenteuerlichen Methoden des Mittelalters: Gewalt und Staatsstreich. Der Sieg Mussolinis bedeutete die sofortige Aufhebung des Achtstundentages und Verordnungen über die Arbeitszeit. Brimo de Riviera hatte faum das Schwert eingestedt, als er schon eine Proklamation erließ, in der er in erster Linie auf die Mängel der bestehenden Arbeitszeit hinnies. Besonders bedeutungsvoll ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung der Verhältnisse in Deutschland. Schon vor dem Kriege erfreuten sich die deutschen Arbeiter im Vergleich mit den jenigen anderer Länder einer verhältnismäßig furzen Arbeitszeit. Bis vor kurzem war der Achtstundentag die Regel. Da kam der türzlich erfolgte„ trodene" Rechtsputsch, Auch hier galt der erste Stoß dem Achtstundentag, und wenn die deutschen Gewerkschaften nicht in so entschiedener Weise ihr Halt gerufen hätten, so wäre eine der stärksten Stellungen gefallen. Denn eine Aenderung der Arbeitszeit in einem der wichtigsten Industrieländer Europas, in einem Lande, wo der Achtstundentag wie in feinem anderen wirt. lich fchon Gemeingut geworden war, hätte unabjehbare Folgen gehalt. Der Achtstundentag in Deutschland fann in der jezigen Ronstellation ein europäisches Problem genannt werden. Das zeigt sich auch in der Fortfegung des Manövers. Da der Schlag innerhalb Deutschlands nicht gelang, hoffen die deutschen Rapitalisten auf die Hilfe der französischen Bajonette. Die Gefahr ist noch nicht vorüber. Bielleicht läßt man nur eine Gefechtspause eintreten, bis die Zahl der Arbeitslosen noch größer geworden ist. " Sollte es dieselbe Reichsregierung, die in Bayern Verfassung aufägliche Kauftraft geschaffen wird, die unbedingt von und Gesez ruhig vergewaltigen läßt, wagen, ihre bewaffnete startem Einfluß auf die Preise sein wird. Der Handel und die Macht gegen bas sächsische und thüringische Proletariat zu senden, Landwirtschaft petulierenja jest schon auf das Erscheinen so erwartet die Versammlung, daß auf dieses Attentat unverzüg- der neuen Geldzeichen. Eine Zurückhaltung am Lebensmittel- und lich die einzig mögliche Antwort von den Spizzen der Gemert- Barenmarkte und scharfe Preissteigerungen sind die Folge. Obwohl schaften erteilt wird: Die sofortige Proklamierung des General nach der Währungsverordnung die Papiermart das einzige gesetzftreifs. liche Zahlungsmittel in Deutschland bleibt, wird sich die Sache in der Praxis doch so abspielen, daß überall derjenige im Vorteil ist, Mit dieser Resolution geht die KPD. jest trebsen. Das die gefamte organisierte Arbeiterschaft eine militärische Vorherrschaft nicht der in Rentenmark rechnen und kaufen kann. Die Kaufkraft der bulben fann und wird, darüber fann es weder einen Zweifel noch Papiermark im Inlande wird im Gegensatz zur bisherigen Entwideine Meinungsverschiedenheit geben. Der Vorwärts" hat ins- lung noch unter ihrem Börsenkurs liegen. Wir müssen uns mit den besondere nicht verfehlt, die Anmaßung des Generals Müller ent- Gedanken vertraut machen, daß wir einer sehr scharfen" echten", fprechend zurückzuweisen. Es ist aber etwas anderes, wenn D. h. Goldmarkteuerung entgegengehen. In ähnlicher Weise haben man diesen inzwischen bereinigten Borfall benutzt, um die notwendige fich ja auch in Rußland die Dinge von dem Augenblick an entwickelt, Abwehrfront der Arbeiterschaft wieder zu durchbrechen und gegen den Tscherwonez, segte. Es ist notwendig, daß man sich über diese die Organisationen statt gegen die Kapitalisten mobil zu machen. Dieses Manöver der KPD. sei hiermit festgenagelt. Zusammenhänge beizeiten flar wird und Vorkehrungen trifft, damit Die arbeitende Schichten nicht wieder durch die neue Teuerung überrascht und ihrer Lebensmöglichkeit beraubt werden. Die SchafAus der Zahnklinik der Gewerkskrankenvereins. fung eines wertbeständigen Zahlungsmittels tann nur dann einen Zu dem Artifel des„ Borwärts" in der Abendausgabe vom Sinn haben, wenn man den Gehalts- und Lohnempfängern Gelegen heit gibt, sich dieses neue Geld durch ehrliche Arbeit zu verdienen. 17. Oftober wird uns vom Gewerkskrantenverein geschrieben: Der Borwurf, daß in unserer Zahnklinik die Behandlung der Die politischen und gewerkschaftlichen Vertretungen der Arbeiterschaft Angestellten( 3ahnärzte, Zahntechmiter usw.) eine ungehörige ist, haben sich zu gewissen Zugeständnissen bereitgefunden, um eine Promuß von uns auf das entschiedenste zurückgewiesen werden. Die duktionssteigerung durch Mehrarbeit zu ermöglichen. Die Gegen. in dieser Beziehung geäußerten Beschwerden können mur als Aus- leistung muß darin bestehen, daß die Arbeitgeber auf dem Verord. fluß persönlicher Gehäffigkeit betrachtet werden. Es ist selbstver: nungswege angewiesen werden, einen gewissen Teil der ftändlich, daß der Chefarzt in seine: verantwortlichen Stellung in Gehälter und Löhne in wertbeständigem Gelde zu erster Linie die Interessen der Kaffenmitglieder zu wahren hat. 3 ahlen, sobald diefes in hinreichenden Mengen in Umlauf gesetzt Bon diesem Gesichtspunkte aus war es durchaus gerechtfertigt, daß wird. Diese Forderung mag an sich als eine Selbstverständlichkeit Angestellte, die gerade bei erheblichem Patientenandrange ih: erscheinen. Es ist aber trotzdem sehr angebracht, fie rechtzeitig vor Frühstück einnahmen und dabei Zeitung lasen, darauf hingewiesen das geeignete Forum zu bringen und Garantien für ihre Erfüllung wurden, daß zuerst die Patienten zu behandeln feien. Die Be zu verlangen. Die 2ohnzahlung in gutem Gelde ist eine fchäftigungszeit der Klinit ist vormittags von 9 bis 12 Uhr. der wichtigsten Borbedingungen für die Erreichung der angestrebten Weiter wurde alles versucht, um den Betrieb in altem Umfange Mehrleistung und Produktionssteigerung. Die demoralisierenden aufrechtzuerhalten und eine Kündigung von Angestellten zu ver Wirkungen jahrelanger Geldverschlechterung fönnen nur dadurch meiden; infolgedeffen fallen alle Folgerungen, die der Einsender ausgeglichen werden, daß man den Arbeitnehmer von der Sorge gezogen hat, in sich zusammen, da Kurzarbeit eingeführt ist. Auch um sein Eristenzminimum befreit und weite Schichten unseres der Gewertsfranfenverein ist auf die Mittel der Krankenkassen- Bolkes wieder mit Vertrauen zu einer besseren Währung erfüllt. mitglieder angewiesen und fann sich daher den Lurus, überzählige Dann werden wilde Spekulationen, Hamsterkäufe, unnatürliche Arbeitskräfte zu halien, nicht leisten, Preistreibereien und ähnliche schädliche Folgen des Währungsver Im übrigen finden wir das Vorgehen des Verbandes der falls von selbst aufhören. Auf der anderen Seite wird mehr Zahnärzte und Dentisten Dom gewertschaftlichen Standpunkte Ruhe und Stetigteit in den Arbeitsprozeß tommen, die Spar durchaus untorrekt, da ohne irgendwelche Mitteilungen an den luft und das Vertrauen zu den Spartassen wird wiederkehren. Auf Borstand des Gemertsfrantenvereins über die in fraglichem Artikel diese Weise wird sich auch aus einen Anfängen heraus wieder vorgebrachten Beschwerden gleich die Deffentlichkeit in Anspruch eine Neubildung wirklich produttiven Rapitals genommen wird. Dieses Borgehen ist um so mehr zu verurteilen, entwideln fönnen. da der Gewerkskrantenverein in seiner Mehrheit von organisierten Arbeitern verwaltet wird, die sich stets von sozialem Verständnis auch für die Angestellten haben leiten lassen. Sozialversicherung in den Vereinigten Staaten. 1 Renaissance- Theater: 21. Der Weibsteufel. 22. Gefchloffen. Ab 23. Die Tage Theater: 21. bis 26. Der First von Pappenheim. Ab 27. Enbbfe. baus: Mein Better Ebuard. Berliner Theater: Dolly. Jou- Jou. Senorber Serzogin. Trianon- Theater: Theater der Woche. Vom 21. bis 29. Oktober. In den Ländern, wo die Berhältnisse noch nicht so gestört Nachschrift der Redaktion: Auch wir halten es fü: felbfiber. Boltsbühne: 21., 23., 26. und 28. Der abtrinnige 3ar. 22. Die Iuftigen find, daß man ohne weiteres Gewaltmittel anwenden tann, macht ftändlich, daß eine Organisation nur mit Mißständen innerhalb Weiber von Bindfor. 24., 27. und 29. Und das Licht scheinet in der Finster. Deutsches Theater: Täglich: Pygmalion. Am fich die dritte Phase des Kampfes trozdem bemertbar. Die Arbeit eines Betriebes an die Deffentlichkeit tritt, nachdem sie sich vergebnis. 25. Beh dem, der ligt. 5. Rabale und Liebe. Rammerspiele: 21., 22., 24., 26. und 28. Die Rinder. Leffing- Theater: 21. bis 25., 27. bis 29. geber nehmen fein Blatt mehr vor den Mund. Die fürzlich von der lich um deren Abstellung bemüht hat. In der Vorauslegung, daß 3., 25, 27. und 29. Chastelard. Theater in der Königgräger Straße: Schwei Internationale der Unternehmer in der Bauindustrie anges dies im vorliegenden Falle geschehen war, ist die Zuschrift des Rauidh. 26. Wie es euch gefällt. Deutsches Opernhaus: 21. Die Meistersinger Don Nürnberg. 22. Tiefland. nommene Resolution ist symptomatisch. Es werden darin zwei Bezbandes angestellter Zahnärzte, Dentisten und helferinnen ver. 5. Sannhäuiet. 24. Stapiate. 25. 2ohnengrin. 26. Soffmanns Erzählungen. Grokes Schauspielhaus: Grundfäße aufgestellt: 1. die Konferenz vermirft grundsägöffentlicht worden. 27. Solofernes. 28. Tosca. 29. Eugen Onegin. Der Bettelstudent. Große Boltsoper im Theater des Westens: 21. Troubadour. lich und ausnahmslos das Prinzip des Achtstundentages. 22, 25. 3ar und Simmermann. 23. Fidelio. 24. Barbier von Gevilla. 26. Rigo2. Sie fordert alle Staaten, die die Washingtoner Konvention an letto. 27. Fledermaus, 28. Julius Caesar. 29. Die verkaufte Braut. genommen haben, auf, Novellen über das Gesetz herauszugeben. Die Sozialversicherung hat in den Bereinigten Staaten besonders Die Tribüne: Fannns erftes Stüd. Deutsches Künstler des Lebens.. Wenn man sich über die Folgen der Abschaffung des Acht im letzten Jahrzehnt erhebliche Fortschritte gemacht. Die Kranten Komödien stundentages Rechenschaft geben will, sieht man sich wohl am besten gelder usw. bleiben aber immer noch erheblich hinter halbwegs Refibenz- Theater: Professor Storizna. Zentral- Theater: Der in dem Lande um, wo der Faschismus zuerst einsetzte und der Ent angemessenen Beträgen zurüd. Besonders gibt Anlaß zur Klage, daß Theater in der Kommandantenstraße: Charlie. wicklungsprozeß so weit fortgeschritten ist, daß sich schon die Rüd die Bartezeiten immer noch zu lang find, so daß der AnRomische Oper: Die Welt ohne Schleier. Metropol- Theater: Casino- Girls. wirtungen zu zeigen beginnen. Das türzlich vom italienischen gestellte und Arbeiter in Fällen türzer währender Krankheiten nichts Neues Operetten- Theater: Die Siegerin.- Thalia- Theater: Mimitry. Ab 24. Neues Theater am 800: Die Lugusfrau. Kleines Ministerrat angenommene Defret über den Achtstundentag" zeigt, erhält, obwohl ihn seine Erkrankung oder Verlegung oft mehr als Die Scheidungsreise. Theater: Moral. Wallner Theater: Causa Raiser. Rose Theater: 21. Die was die Achtstundentaggegner in den anderen Staaten meinen, einen Bierzehntage- Lohn foftet; ferner wird geklagt, daß im Falle Braut von Messina. Ab 22. Im weißen Röğl Rafino- Theater: 21. bis 26. Satimes wenn sie sagen: das Prinzip des Achtstundentages soll nicht aufge- von Ganzinvalidität die Renten viel zu niedrig sind. Die neuen Reichen. Ab 27. Der Chemann ohne Frau. Blut. ausgeschlossen. hoben, sondern nur in einzelnen Betrieben und Gewerben, wo Im Staate New Yort, der in mancher Beziehung als repra Theater: Abendbesuch. Die f. u. t. Sose. Meine Frau dies unbedingt notwendig ist, angepaßt werden. Diese Ge- fentativ gelten darf, beträgt die Wartezeit außer in Fällen von Sloßpart Theater Steglig: 21., 2., 24., 26., 28. und 29. Charleys Tante. 23., 25. und 27. Die Peride. Theater am Rurfürstendamm. Frau Warrens merbe und Industrien sind in fast allen Ländern die gleichen: das Ganzinvalidität 14 Tage, das Minimum an Krantengeld 8 Dollar, Gewerbe. Apollo- Theater: Theater im Abmiralspalaft: Drunter und drilber. Lustspielhaus( Die Truppe): Bom Teufel geholt. Personal der Verkehrsanstalten, Etaatsangestellte und Arbeiter der das Marimum 20 Dollar die Woche. Die Hinterbliebenenrente fann Europa spricht davon! öffentlichen Betriebe, Seeleute usw. Bezeichnenderweise verfügt die im Höchstfalle 83,33 Dollar im Monat erreichen. In den neun Opernhaus: 21. Ring des Nibelungen, 3. Tag: Götterdämmerung. Beginn 5 Uhr. 22.( außer Abonnement): Gastspiel Bohnen: Carmen. 23. Falstaff. italienische Verordnung, daß gerade für diese Arbeiterschichten das Jahren des Bestehens der Sozialversicherung im genannten Staat 24. 12 Uhr mittags: Symphoniekonzert; abends dasselbe. 25. Madame Butter. Reglement überhaupt nicht zur Anwendung gelangt. find an rund 400 000 Perfonen 125 Millionen Dollar ausgezahlt fin. 26. Der Edjaggräber. 27. Richard Strauß- 3yflus, 1. Abend: Salome. Schauspielhaus: 28. Tosca. 29. Richard Strauß- 3nflus, 2 Abend: Cleftra. Den übrigen Industrien öffnet es Tür und Tor durch zahlreiche worden, pro Kopf also etwas über 300 Dollar. Anfangs wurden 21. und 27. Fauft. 22., 26. und 29. Peer Gynt. 23.( neu einstudiert), 25. und 28. Ausnahmet eftimmungen: Nichtberechnung der Ruhepausen, des jährlich 35 000 Entschädigungsansprüche zugestanden, jetzt sind es minna von Barnheim. Schiller- Theater: 21., 23., 26. und 28. Ein Boltsfeind. Weges zu: Arbeitsstelle, der Arbeitsunterbrechungen aus techni- gegen 60 000, für welche im Jahre 1922 Renten usw. in Höhe von 22., 24., 27. und 29. Rabale und Liebe. schen Gründen usw. Dies sind Endziele. 15 Millionen Dollar ausgezahlt wurden. Da im Staat New York Rachmittagsvorstellungen: Bolfsbühne: 21. Bater und Sohn, 28. Die Fahrt nach Orplib. Schauspielhaus: 21. und 24. Lumpazivaga Wirtschaftliche Krifen wie die jeßige mögen ihn in Gefahr iährlich rund 300000 Arbeitsunfälle zu verzeichnen bundus. 28. Wilhelm Tell. Schiller- Theater: 21. und 25. Flachsmann Deutsches bringen, doch sein Siegeszug ist gesichert, weil er ein Produkt orga- find( von denen nach Urteil von Sachverständigen etwa die Hälfte als Erzieher. 24. Nathan der Weise. 28. Rabale und Liebe. Rammerspiele: 28. Das Rrokodil. Bes. nischer Entwicklung ist. Auf Aktion folgt Reattion, und schon jetzt wohl vermeidbar gewesen wäre), wird also nur in rund ein Fünftel Theater: 28. Alt- Heidelberg. sing- Theater: 28. Bürger Schippel. Theater in der Röniggräger fönnen wir beim ältesten Mitglied der faschistischen Staatsfamilie, aller Unfälle eine Entschädigung gewährt. Straße: Erdgeist. Deutsches Großes Schauspielhaus: 28. Hamlet. Rünstler Theater: 21. Der Biberpelz. Berliner Theater: 21. Rigoletto. bei Italien, feststellen, daß die rückläufige Bewegung einfegt. Die Trianon Theater: 21. Die Pfarrhauskomödie. Refibenz- Theater: 21. Jugend. fürzlich stattgefundene zweite Besprechung d'Aragonas mit MuffoDer Schiedsspruch für das Buchdrudgewerbe vom 18. Oftober, Metropol Theater: 21. Charlens ante. Theater am Rollendorfplat: lini ist ein Beweis dafür. Daß sich der Achtstundentag nicht mehr der einen Spizenlohn von 30 Milliarden vorfieht, ist heute vom Madame Pompadour. Rafino Kleines Theater: 21. Eine glüdliche Ehe. aus der Welt schaffen läßt, zeigt auch in erfreulicher Weise die Reichsarbeitsministerium für verbindlich erflärt worden. Entwicklung in Amerika. Während in Europa Rüdschläge zu verzeichnen sind, beginnt gerade im Lande, wo nur praktische Die faufmännischen Angestellten der Briefumschlagbranche erErwägungen den Ausschlag geben und man sich auf den Stand- halten in dieser Woche dreizehn September- Gehälter und nicht punft der höchsten Leistung und besten Ausnutzung und An- fieben, wie infolge eines Hörfehlers bei der telephonischen Uebermendung der Arbeitskraft stellt, der Siegeszug des. Achtmittlung in der heutigen Morgenausgabe veröffentlicht wurde. und Verlaasanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin EW. 68. Lindenstraße 3. MÖBEL Schlaf-, Herren- und Speisezimmer Küchen, Klubgarnituren, Einzelmöbel in gediegener Qualität, noch billig, gegen Möbelhaus bar oder Teilzahlung BEISER Lothringer Straße 67 Kräuter- Franzbranntwein Kopp& Joseph Berlin W 50 besonders kräftigend u.erfrischend Potsdamerst. 122 Theater: 21. und 28. 11 Uhr: Die Brant von Messina. 21. und 28. 3½ Uhr: Jm meißen Röpl. 27. Sänfel und Grefer. 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