Abendausgabe fr. 494 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 249 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise fnb in ber Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin 191 150 Millionen M. Vorwärts Berliner Dolksblatt Montag 22. Oktober 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenffraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2502 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Folgen der Bayern- Rebellion. Rheinische Republik in Aachen. Aachen.- Dollar Dollar 40 Milliarden. Köln, 21. Oktober.( WTB.) Nach hier eingetroffenen] Paris, 22. Oftober.( WIB.) Die Agentur Havas verbreitet| Reichsrats sollen die gegenfäßlichen Auffaffungen zwischen Bayern Meldungen ist heute früh in Aachen die Rheinische folgende Meldung aus Mainz: Separatisten drangen um und bem Reich" erörtert und ein Ausgleich gesucht werden. Der Republit- ausgerufen worden. 4 Uhr 30 min. in die Stadt ein. Sie wurden mit Schüssen bayerische Gesandte v. Preger hat am Sonntagvormittag bei dem' empfangen und zogen fich zurüd, um weitere Befehle abzu- Reichskanzler vorgesprochen und erklärt, die bayerische Regierung warten. habe leineswegs die Absicht, einen Ronflitt mit dem Reiche herbeizuführen. Sie glaube vielmehr, im Rahmen der Reichsverfassung gehandelt zu haben..... Nach den bisherigen, aus dem übrigen Rheinland vorliegenden Nachrichten, so aus Bonn, Trier, Koblenz, Düffeldorf, Eschweiler, Jülich, Stolberg, Düren und Neuß, handelt es fich bei dem Aachener Putsch um ein rein örtliches Unternehmen. Der Verlauf des Putsches. Die Vorgänge in Aachen sind, wenn sie auch für den Augenblick auf den Entstehungsort beschränkt zu sein scheinen, ein Warnungssignal. Es kann nicht lange gewartet werden, es geht in diesen Tagen ganz einfach um alles! und alles wird verloren fein, wenn die republikanisch und reichstreu gesinnten Massen bei der Reichsregierung nicht den Mut zum Entschluß zu sehen vermögen. Nach weiteren Melbungen erhielt sich bereits feit einigen Tagen in Aachen das hartnädige Gerücht, daß die Ausrufung der Rhei nischen Republik bevorstehe und den Schutz der belgischen Besatzungs. behörde finde. Die belgische Garnison lag schon seit Tagen in erUeber die Stellungnahme der Kommunisten, die meinen, höhter Alarmbereitschaft, der Urlaub war gesperrt. Sämtliche füh. daß dem deutschen Proletariat zu seinem Glüd nichts anderes höhter Alarmbereitschaft, der Urlaub war gesperrt. Sämtliche füb fehle als ein Generalstreif, braucht Menschen, die noch rende Gewerkschaftssekretäre wurden ausgewiesen. Am Sonn. abendnachmittag durchfuhren belgische Tanks die Stadt. Der nicht den Berstand verloren haben, nichts gefagt zu werden. Butsch selbst erfolgte am Sonntagmorgen um 4 Uhr. Die Der Streit ist eine Waffe, deren Anwendung forgfältig er Bahl der bewaffneten Sonderbündler wird auf 2000 geschätzt, Aufwogen werden muß, die im richtigen Augenblick in der richti dem Rathaus, dem Regierungsgebäude, der Post und der Reichsbant gen Weise eingesetzt werden muß. In diesem Augenblic, ohne wurde die grün- weiß- rote Flagge der sogenannten Rheinischen Re- genauere Ueberlegung, nur in der Absicht, daß noch mehr als publik gehißt. Die Polizei, die am Bormittag noch auf den bisher alles brunter und brüber gehen solle, zum Generalstreif Straßen zu sehen war, zog sich später zurück, und an ihre Stelle 34 rufen, ist General unsinn! traten zahlreiche Leute mit Armbinden an den Hauptpunkten der inneren, Stadt, die den Zugang zur Regierung und Bost verwehrten. Belgische Panzerautos fuhren durch die Straßen. Das Fernsprech Berichte der heutigen Morgenpreffe, die wir für richtig zu amt arbeitete nicht mehr; weder Dris. noch Ferngespräche wurden halten Grund haben, lassen das Ergebnis der gestrigen Sitzung hergestellt. Sämtliche Restaurants waren den Tag über geschlossen. des Reichstabinetts als wenig befriedigend erscheinen. Auf dem Bolizeipräsidium sah man keine Flagge der Namentlich sche nen es die Minister Dr. Brauns und Sonderbündler. Ueberall find Blafate folgenden Inhalts au- Dr. Luther zu sein, die darauf ausgehen, jede Attivität in geschlagen: Rheinländer! Die Rheinische Republit ist da. Jeber der bayerischen Frage zu lähmen. Widerstand wird unnachfichtlich unterdrücf. Plünderer und Ruhe. störer werben strengstens bestraft. Wir werden für Lebensmittel und Arbeit sorgen. Darum bewahrt Ruhe und Ordnung!" Die Bevölkerung fammelt sich vor den Plakaten und geht dann ruhig ihres Beges. Bon irgendeiner Wirkung auf die Deffentlichkeit ist bisher nichts zu bemerken. Gerüchtweise verlautet, daß von seiten der Arbeiter für morgen der Generalstreit geplant ist. Bayerns Abfall. Die Ausrufung der Rheinrepublit in Aachen ist eine Reflerwirtung der bayerischen Borgänge. Der Bufammenhang ist offenbar, ob er von Bayern her gewollt ist oder nicht. Jedermann muß heute einsehen, daß der Rhein jezt nur an der Donau zu verteidigen ist. Zerfällt das unbefetzte Deutschland, so ist damit auch das Schicksal des besetzten Gebiets für absehbare 3eit entschieden. Nach offiziösen belgischen und französischen Meldungen steht an Darum ist es notwendig. zur Wiederherstellung der schwer der Spige der Bewegung ber Raufmann Deders aus bedrohten Reichseinheit ein höchstmaß Don Energie Aachen. Er habe der Gruppe Dorten und nachher ber Guppe 3 entfalten. Gegen die Einberufung des Reichsrats wäre Smeets angehört. Bon der ersteren habe er sich getrennt, aus der nichts einzuwenden, wenn die Reichsregierung entschloffen legteren sei er ausgeschlossen worden. Man wisse nicht, ob er mit wäre, dort die Führung zu übernehmen. Ist sie aber Matthes zusammenarbeite oder getrennt vorgehe. Dan nehme an, das? Und wenn sie es nicht ist, wenn im Zentrum der Politik daß die Separatisten sich 3 unächst nach Norden in die belgische feine Kraft vorhanden ist, um die auseinanderfallenden Teile Bone wenden würden, sodann wahrscheinlich in die englische ftraff zusammenzuhalten, wie lange dauert es dann noch, bis und französische Zone. Wenn sich das Pariser Journal" man wird schreiben können: Finis Germaniae! unter dem 22. Oftober 1 Uhr morgens aus Aachen melden läßt, daß Gewaltsame Auseinandersegungen will jeder Besonnene auch Koblenz, Wiesbaden, Montjoie, die Eifel bis zum Ahrtal, vermeiden, folange es nur irgend geht. Aber der Begriff der München- Gladbach, Erkelenz und im allgemeinen die ganze belgische politischen Energie ist nicht auf den Waffengebrauch beschränkt. Zone in der Hand der provisorischen Aachener Regierung feien und Es gibt auch andere wirksame Mittel, um Herrn v. Kahr daß der Fall" von Crefeld und Düsseldorf turz bevorstehe, so handelt begreiflich zu machen, daß es ihm nicht erlaubt ist, einen Teil es fich hierbei aller Wahrscheinlichkeit nach um Aufschneidereien der des Ganzen vom Reich zu trennen oder sich als Herrscher ganz Gonberbündler. Bestätigt ist diese Meldung hierher zweifellos nicht. Deutschlands aufzuspielen. Ueber die Beziehungen des Herrn Deder sind Zweifel Die Rechtspresse vertritt mit bemerkenswerter Kühnheit nicht möglich. Er hatte nichts Ciligeres zu tun, als sich von fran den Standpuntt, Einigkeit und Einheit seien nur dadurch her 8ösischen Jouraliſten interviewen zu lassen. Es ist nur zu durch zustellen, daß auch im Reich eine Regierung eingesetzt fichtig, wenn er diesen Bertretern Frankreichs erklärt, die Gepara- werde, die in ihrer Zusammenlegung und ihren Auffassungen tiften wollten Deutsche bleiben und lieber ihr Blut vergießen, als der bayerischen entspreche. Es ist ein sehr angenehmer Zustand von einem fremben Staat annektiert zu werden. Dazu paßt wie die von Reichseinheit, der dadurch geschaffen werden soll, daß ein Fauft aufs Auge, wenn er den Bertretern Frankreichs gleich darauf and nur mit feinem Abfall zu drohen braucht, um daversichert, er habe es nicht verfäumt, sich bereits am Sonnabend mit durch die Borherrschaft über das ganze Reich zu gewinnen. dem belgischen Militärbefehlshaber ins Bernehmen zu fezen. Noch Richtig ist an diesem Gedanken nur, daß die Deutsche deutlicher wird er, wenn er fagt: Unsere Aktion zielt vor allem Republik und ein Bayern, wie es in diesem Augenblick aus barauf hin, Freundschaft mit Frankreich, Belgien und sieht, nicht miteinander bestehen können. In fürzester Zeit Holland zu halten. Straßburg bezahlt seine Steuern nach Baris, muß sich erweisen, welcher von den beiden Töpfen, die da zu Büttich die seinen nach Brüssel und Aachen wird seine nach Roblenz fammenstoßen, der irdene und welcher der eiserne ift. Ginft bezahlen, das bie Hauptstadt der Rheinlande sein wird. Roblenz weilen steht die Partie so, daß Bayern überhaupt keine Rück ist heute bekanntlich weniger Hauptstadt der Rheinlande als Gig der ficht auf das Reich kennt, während das Reich aus lauter Rüd Interalliierten Kommission von Frankreichs Gnaden. Nichts fichten auf Bayern zusammengesetzt scheint. ist so bezeichnend, als wenn in der französischen Breffe zu gleicher Der geftrige Aufruf der Reichsregierung und der Befehl Zeit mit den Meldungen über den Separatistenputsch in anderen Seedts waren feft und würdig. Es wird ihnen aber keinerlet Interviews mit anderen Separatistenführern erscheinen, in denen be- Erfolg befchieden sein, wenn nicht auf dieser Linie auch weiter richtet wird, die Gegensätze zwischen den einzelnen Gruppen find gegangen wird. Es muß der Reichsregierung gelingen, das nur scheinbar, in allernächster Zeit bereits fei eine Einigung zu Bertrauen in ihre Kraft und Entschlossenheit zu feftigen, das Bertrauen zur Kraft der bayerischen Rebellen gegen das Reich öln, 22. Oftober.( WTB.) Nach hier eingegangenen Nach- 3u erschüttern, dann wird sie das Spiel gewinnen, anders aber erwarten... Inzwischen meldet heute ein Telegramm der Telegrapher. Union" aus München, daß die neue Bereidigung der baye rikhen Divifion auf den bagerischen Staat im Gegensatz zu der von Dr. Brauns mitgebrachten Bersicherung, heute früh stattgefunden habe. Während man in Berlin also parliert und erörtert", beeilen fich die Reaktionäre in Bayern zu handeln und sich das Machtinstrument zu sichern, das ihnen am geeignetsten erscheint. Die Reichsregierung überfieht, augenscheinlich unter dem starken bürgerlichen Einfluß, daß sie selbst den Reichswehr. minister als den Inhaber der vollziehenden Ge. walt in Deutschland eingefegt hat und daß sie deshalb um der Reichsautorität willen mit den Leuten nicht mehr verhan dein darf, die einen meuternden General in ihre hoch. verräterischen Dienste nehmen und den offenen Abfall vom Reiche mit heuchlerischen Redensarten zu verbrämen suchen. In einer öffentlichen Bersammlung des Republikanischen Reichsbundes, die gestern in Berlin ftattfand, ist die Reichsregierung aufgefordert morgen, mit den ihr zur Verfügung stehenden Machtmitteln gegen Bayern einzuschreiten und alle Republikaner. aur unterstübung der Reichswehr aufzurufen. Diese Aufforderung fand in der Versammlung stürmischen Beifall. Sie würde in weiten Streifen des Boltes noch größeren wider. hall finden, falls die Reichsregierung sich dazu aufraffen tönnte. Menn eines etwa noch bestehende Zweifel an ihrer Aufgabe beseitigen tönnie, fo wäre es eine hanebüchene„ Berlaut. barung" der Deutfcnationalen Bartei, bie unter dem Titel Wer trägt die Schulb?" ganz offen die meuterei des Generals Lossom billigt und erklärt, es sei die Reichsregierung, die den Konflikt heraufbeschwöre, bei dem die Mehrheit des Boltes nicht hinter ihr stehe, und in der die Regierung als„ der regierende Barteiausschuß der Großen Koalition" bezeichnet wird. Diese deutschnationale Erflärung, die ebenfalls durch die schwerindustrielle Telegraphen- Union" verbreitet wird, schließt mit der offenen Ankündigung der Rechtsdiftatur: Die Reichswehr, das legte, alle Deutschen einigende Band, die legte Bürgschaft gegen 11msturz und Souve ränität, muß gesichert bleiben. Die Folgen fönnen nur vermieden werden, menn jede Parteiregierung von nun an unmöglich ist. Wir können dabei nicht unterlassen, auf die politische 3ugehörigtelt des Herrn Reichspräsidenten hinzuweisen, in dessen Auftrag die militärische oberste Rommandostelle politische Verfügungen erfaffen und behandelt hat. Dieses Parteiregiment, dessen Weg Versailles- London- Ruhr heißt, ist unerträglicher denn je. Das deutsche Bolt verlangt, seine Geschide neuen Männern anzuvertrauen, die unbelastet sind von Parteiboktrinen und Parteiegoismus, neuen Männern, beren wirt. fchaftliche, finanzielle und verwaltungspraftische Fähigkeiten und Erfahrungen, deren Energie und Rücksichtslosigkeit und 3ivil. courage es Bertrauen entgegenbringt. Staatsmännische Pflicht berer, die heute noch auf den Ministerstühlen figen, aber ist es, den Mut zum Rücktritt aufzubringen und solchen Männern Namen sind oft genug bereits genannt worden Raum zu geben, die zielficher und mit fester Hand unser gequältes Reich und Bolt den Weg zur Einigkeit und Rettung weifen.' Es ist beschämend, daß die Deutschmationalen der Regierung Strefemann jede 3ivilcourage absprechen, und bag leiber dieser Auffassung auch in gut republikanischen Kreisen nicht mit voller Ueberzeugung widersprochen werden kann. Gegen die separaiftischen Banden in Rheinland fann die Reichsregierung angesichts ber belgisch- französischen Bejagung nicht mit der Energie eingreifen, die erforderlich wäre. Aber daß sie in Bayern die offene Erflärung der Absonderung lediglich mit Erörterungen im Reichs. " beantworten will, ist ein Zeichen von Schwäche der Ext schlußkraft, bas taum noch zu übertreffen ist. Die Reichswehr arbeitet berweil in Sachsen und zieht anderweitig reaktionäre Rräfte als hiffstruppen ein. Die Bayerische BolksparteiKorrespondenz aber versichert hohnfachend, es sei für das bayerische räfte als Hiffstruppen ein. Die Bayerische BoltsparteiEmpfinden schwer beleidigend", wenn man den Fall Loffom mit den Ereignissen in Sachsen überhaupt in Berbindung bringe und ben angeblich„ bolschewistischen Aufruhr" mit der„ Drömungspoliti? in Bayern" gleichstelle. Aber auch diese Korrespondenz gibt offen die Rheinische Republik auszurufen; ebenjo in München- Glad Reichsarbeitsminister Dr. Brauns, der am Freitag in be su, baß bie bayerischen Rahr- Rreife ben Rampf gegen die Reichsbach. Die Lage ist überall unverändert, die Menschenansammlungen fonderem Auftrage des Reichstanzlers nach München geschickt war, verfaffung aufgenommen haben. Einen solchen Rampf, der mit dauern an. In München- Gladbach hat die Polizei die Gewalt und um noch im legten Augenblid eine erständigung zu versuchen, Eid. und Berfaffungsbruch beginnt, wennt man im beut die Gebäude noch feft in der Hand. In Koblenz finden Berhand- ist am Sonntag wieder in Berlin eingetroffen und hat an der alsbald fchen und anderen Recht Hochperrat. Gegen den Hochverrat aber lungen zwischen der Maffe und dem Oberbürgermeister wegen der einberufenen Sigung des Reichstabinetis teilgenommen. helfen nicht Erörterungen und Verhandlungen, sondern nur festes Ausrufung der Rheinischen Republit statt. Der Oberbürgermeiffer Das Ergebnis dieser Kabinettssigung ist eine offigiöse Mitteilung, 3upaden. Rann sich die Regierung Stresemann bazu nicht aufhat erklärt, daß er nur eine deutsche Regierung anerkennen tönne wonach eine sichtbare Entspannung" in dem Konflitt raffen. so wird sie balb genug am Ende ihres Daseins stehen. Der und nur der Gewalt weichen werde. In Krefeld haben die Son zwischen Bayern und dem Reich eingetreten sei und eine Neuver Dollarturs von annähernd 50 Milliarden zeigt mehr als alle derbündler von der Feuerwache unter Borhaltung von Revolvern eidigung der Truppen der bayerischen Divifion weder statt. Beitungsartitel an, was man im Infande und Auslande von den ein Auto requiriert. gefunden habe noch geplant fei. In einer Sigung des bentfchen Zufänben hält. richten haben in der vergangenen Nacht in Rheydt und Krefeld große Menschenansammlungen stattgefunden, mit dem Bersuch, zu nicht. Brauns als Mittler. | berliner SeZ Der Lerliner Lezirksparteltag wurde zestern, am Oktober, nachdem er seit dem S. September in Abständen von je jwei Wochen an vier Sonntagen beraten hatte, beendet. Es wurden die Lorstandswahl sowie die Anitäge, die auf die politische Schreibweise des„vorwärts" Bezug nahmen, erledigt. Zu einer Srstottung des Geschäfts- und Kassenberichtes kam es dagegen nicht. Sine veih« von Anträgen wurden dem Vorstand bzw. der Presse- kommisfion zur Erledigung überwiesen. Di« Diskussion über die chaltung des„vorwärts" wurde mit einer politischen Aussprache verbunden, in der auch Genosse S o« n g c r aus München zu Wort« kam. Aach kurzer Gefchäitoordnungsdebatte, in der. festgestellt wurde, daß die Kreise das Recht hätten, anders Delegierte zum vezirkstag zu bestimmen, a!s cm ersten Tage daran teilgenommen hatten, wurden Anträge mehrerer Kreise und Abteilungen, den alten vor- stand zu bestätigen, unter dem Beifall«ines Teiles der Delegierten imd der Tribünen abgelehnt. Di« Vorstandswahlen hatten folgendes Ergebnis: 1. Asrfihender: 5ran, Künstler. Es hotten Stimmen erhalten: Künstler Z«Z. Schlegel 157. 2. Vorsitzender: Karl Litte. Es hatten Stimmen erhalten: Liike W, Bernhard Krüger 10S, Otto Frank 73, Wufchick 15, Groger 4, Schlegel 8. 3. Vorfitzender: Georg Maderholz. Es hatten Stimmen er. halten: Moderholz??..?, Bernhard Krüger 142, ch einig SS, Löffle r 6, Otto Frank 1. Erster Schriftführer: Fritz Koch. Es hatten Stimmen erhalten: Umlauf ISS, Koch 199, Georg Richter 32. Die Stichwahl zwischen Umlauf und Koch ergab für Koch 243, für Umlauf 191 Stimmen. Zweiter Schriftführer: Heinrich Ilmlaus mit 240 Stimmen, «ußerdem erhielt Adolf Hosfmann jun. 1S8 Stimmen. Zu veisttzen« wurden gewählt: Mathilde Wurm mit 302, Wilhelm Thurau mit 270 und Georg Richter mit 251 Stimmen. Außerdem hatten erhalten: Hedwig Wachenheim 133, Otto S ch i e. « a n n 85 und Georg Mendt 31 Stimmen, der Rest war auf die übrigen Kandidaten zersplittert. Al» Revisoren wurden gewählt: August Sellin. Max F e ch n e r, Ernst Linde, Julius L ä n i ck e, Hermann Kunze und Hans Wolf. Als Mitglieder der Pressekommission wurden neu be- stätigt: Zweiling für Zehlendorf, Dr. Hertz für Spandau, Alexander Lundgren für Charlottenburg. Ernst M i l l e n b e r g für den 11. Kreis und Witzle für den 17. Kreis. Zur Begründung der über den„Vorwärts" gedruckten und gestellten Anträge erhielt Otto Meier das Wort: Der„vorwärts", das Zentraiorgan und das Organ der Der- tiner Genossen, steht heut« mehr denn je im Brennpunkt der Partei. krittk. Dos ist der Fall auch bei allen anderen Blättern in der Pro- sinz. Aber in Berlin lmt sich die Kritik gegen das Zentralorgan besonders heftig ausgewirkt. Das ist erklärlich, wenn man die wirt. schaftliche und poliiische Lag« in Frage zieht. Es ist erklärlich bei der eigenirimlichen Stellung v?s„vorwärts" als Zentralorgan. Die Kritik, die hier geübt wird, ist kein« Kritik an der Person irgend- eines Redakteurs, sondern eine Kritik an der Haltung der Parteileitung. Den meisten Widerspruch hat der„vorwärts", d. h. die Parteileitung, wegen der Politik dem Kabinett Cuno gegenüber erfahren. Als seinerzeit die Franzosen da» Ruhrge- biet besetzten, schrieb i*,-„vorwärt»?. nach meiner Vriffofsung «it Recht, daß wir nicht das vertrauen hätten daß Kräfte der bür- gerlichen Welt diese Gefahren zu Hannen vermögen. Rur die Aktion her Arbeit kr? lasse kann die Vrückr'zur Verständigung bauen. Als der passive Widerstand v«tünd«t wurde, war e» für die Mehr. h-it der Genossen keine Frage, ob der oassive Widerstand überhaupt lerechriqt sei, ob er unbegrenzt fortgesetzt«erden soll. Und hatte her„vorwärts" zuerst darauf hingewiesen, daß unter allen Um- Gänden Wege zur Verständigung gesucht«erden müßten, so Hot er dies« Haltung in den folgenden acht Monaten nur allzu sehr vermissen lassen. Der Redner erwähnt zur vestätiguna dieser Anficht den.Leitartikel des Genossen Stampfer vom 1. August d. 5., der mehr als bisher die Partei zum Durchhalten aufforderte und in dem darauf hingewiesen wurde, daß der Gedanke der Kapi- tulatton in den Massen, die nichts mehr zu esien hätten, lebendig «erden könne, aber die Kapitulation bring« kein Brot, sie könne die Lage nicht verbessern(Sehr richtig! und Widerspruch). Es kommt nicht darauf an, daß wir jetzt kein Brot haben, daß das eingetroffen ist, was Genosse Stampfer »or ausgesehen hat. es kommt darauf an daß dem deutschen Polt ungeheure Summen erspart geblieben wären, wenn man die Kapi- tulation früher beschloffen hätte. Insofern hat der Ruhrtrieg«in« e erst Uchte Aehnlichkeit mit dem Weltkrieg gehabt. Er ist bis zum Weißbluten fortgesetzt morden, bis wir jetzt in dies« Katastrophe hineingekommen find, aus der es oller Wahrscheinlichkeit nach zu- nächst kein«» Ausweg gibt. Der„vorwärts" und mit ihm m« Parteileitung waren in den verflossewen Monaten der irr- tümlichen Arrffasiung, daß uns die Hilf« von England kommen könnte. Das haben wir in bandwurmortigen Artikeln im„vor- «äris" lefön können. Der größte Teil der Opposition gegen den .vorwärr»" ist hier in Berlin durch etwas anderes entftanoen: Es wurde in der Oeffentlichkeii bekannt, daß die aktiv« Sab»- tage im Ruhrg.'bi«: nicht von einzelnen Leuten ausging, die sich zusammengefunden hatten, fondern daß auch verantwortliche Re- gierungsstellen hinter ihr standen. C u n o, der den Wog nach Amerika gefunden Hot, ist dafür in erster Linie verantwortlich zu mechen. Es war die Pflicht der Sozialdemokratie, offen gegen dies« Regierungsstellen aufzutreten. Ein Bertufchen nutzt« nichts, da die französischen Pehörden einer Reihe von Saboteuren den Pro- zeß gemocht haben, bei denen man belastendes Material fand. Wir schlagen Poineare das beste Argument aus der Hand, wenn mir gegen solche Sabotagen auftreten. Es ist damals so oft gesagt war- den, was soll denn nach der Regierung Cuno kommen, und zwar hauptsächlich von denen, die glaubten, daß hinter Cuno die Rechts- diktotur oder di- große Koalition kommen würde. Ich weiß, daß «s in der Partei Leute gibt, die sich mel zugute hatten auf ihr vaterländisches Empfinden und gerade deshalb dies« Frage aufwarfen. Man hatte das Gefühl, daß der„vorwärts" mit der Fortsetzung des passiven Widerstande, bis ins Aschgraue einverstanden war. vi« deutsche Regierung hat verschiedentlich feierlich vertLnden iefien, daß sie an die Entente 22 Milliarden 44V Rillionen Gold- mar» an Reparationen gezahlt hätte. Die Reparationskommiflion hat dagegen fefigefteltt. daß nur 7 Milliarden 927 Millionen in Gold und Sachwerten bezahlt seien Ich will nicht behaupten, daß diese letzte Summe absolut richtig ist, ober ich bedauere, daß noch kein« Zeitung«mf diesen Widerspruch«ingegangen ist und daß o er ade der „Äavwörts" da« nicht getan hat(Stampfer ruft:„Das haben wir doch xmai Getan!"). Es ist in Berlin aus da« peinlichste emp- mnden»orden. daß im„vorwärts" die Stimm« der Oppo- f i t i«»«cht zum Durchbrach gekommen ist. vi« Einstellung des „vorwärts" zur Koolitisn hat di« Mißstimmung oeegrößert, Ich «e-iß. daß der SensGe Stampfer oft darauf hingewiesen hat. daß der..vorwärts" als das Zentralorgon sich einstellen muß aus die große pettchehe Lim« der Partei und daß er nicht so, wie er es wünscht. Rückficht nehmen konnte auf di« Stimmung innerhalb der Partei. Ich bin aber der Auffaffung, daß der Street in Berlin Nicht so stark wäre, wenn wir in Berlin«tn eigenes Organ hätten. Trsgdem hätte mon im Zentrolorgan etwas mehr Rücksicht auf die Stimmung der Berliner Genossen nehme« können. Genosse Stampf« hat in der Prehkommiffion darauf hiugewichau, daß er irksparteitag. u. a. den Genossen C r i f p i e n das Wort zur Koalitionsftage gk- geben habe. Aber er Hot hinzugefügt, daß er ihm nur das Wort gestattet hätte, weil Genosse Crispien mit Genossen Wels zusammen Vorsitzender der Partei ist. Wir verlangen, daß einer, wenn er etwas zu sagen hat, auch zu Dort« kommt, ohne Parte worsitzender zu sein. Wette Kreis« in der Partei glauben, daß her Kampf gegen di« Reaktion nicht stark genug gewesen ist. In der Frag«, ob man diese Ding« nicht unter der Oberfläch« fuhren soll, kam es bedouer- licherweis« zum Konstift Zeigner-Geßler, der zu cinem Konslik-t zwischen Zeigner und der Parteileitung ge- stempelt wurde. Diese Ausführungen sollen keine Kritik ou den Ausführungen des Genossen S e veri ng sein, aber es hat sich jetzt herausgestellt, daß di« Methode, rücksichtslos auszusprechen was ist, die beste war. Jetzt, wo es beinahe zu spät ist, findet der„vor- wärts" den Mut, über die schwarze Reichsmehr zu schreiben. (Zwischenrufe: Das macht er immer so!) Ich erblick« auch darin ein« Unterlassungssünde und ich glaube, wir hätten uns auch in allen anderen Fragen den Bürgerlichen gegenüber mehr durchsetzen können, auch im Kabinett, wenn wir nicht immer wioder Rücksicht genommen hätte, nur um des guten Willens wegen. Als die Koalition in die Brüche ging, hat d«„vor- wärts" geschrieben, daß die Kreis« recht behalten hätten, die die große Koalition als ein unglückliches Experiment bezeichneten. Um so größer ist der Unwille der Genossen nicht nur in Berlin gewesen, als nach jenem mißglückten Experiment der versuch wiederum ge- macht wurde: vor allem wegen der Bedingungen. Der„vorwärts" hat gesogt, die Deutsche Lolksparrei hätte vor uns kapituliert. Ick) glaube umgekehrt wird«in Schuh daraus. Ich habe es nicht ver- stehen können, daß man das Finanzministerium preisgegeben hat, um es mit Dr. Luther zu besetzen. Es ist schon ein Rückzug, über- Haupt über den Achtstundentag in der Gegenwart zu diskutieren. Das Ermächtigungsgesetz ist für unser« Partei ein Rückzug sonder- gt eichen. Das gesamte öffentlich« und politisch« Leben steht unter der Diktatur der Generale, di« sich nachgerade zum Skandal auswächst. Sie wirkt sich in der Hauptlache gegen links aus, gegen das sozialistische Sachsen, gegen di« Regierung Zetgner. Daher hoben wir Proteste aus allen Teilen des Reiches jetzt gehört, und auch der„Vorwärts" hat nunmehr gegen den Ausnahmezustand ge- schrieben, wenn auch mit allerlei vorbehalten gegen die sozialistisch- kommunistische Koalition in Sachsen. Zur sächsischen Lage hat der „vorwärts" lediglich eine Notiz gebracht:„Entspannung in Sachsen", und in dieser Notiz ist nicht die Aufhebung des militä- rischen Belagerungszustand«? verlangt worden. Wir müssen heute wieder neu die Forderung auf die Aufhebung des Belage- rungszustandes erheben. Das„Berliner Tageblatt" hat vor einiger Zeit behauptet, daß sich der Reichspräsident Genosse Ebert schützend vor die Person de» Reichswehrministerz gestellt habe. Der „vorwärts" Hot bisher nicht Lipp und klar erklärt, daß dos nicht wahr ist. Sicherlich sind die jetzigen Zeiten für die Partei sehr schwer, aber ich glaub« doch, daß die ganz« Politik der letzten vier Jahr« nur mit ihre» Erfolgen entschuldigt werden konnte. Wo ist der Erfolg geblieben? Und darum ist es unser« Pflicht, den Massen klipp und klar zu sagen, was ist und sie vorzu- bereiten auf das, was unmittelbar bevorsteht. Di« einzig« politisch« Frage ist im Augenblick die:„Wie können wir das Volk satt- machen?" Wir können es nicht, und die anderen wollen es nicht aus politischen Gründen. Und so finde ich, daß das militä- rische Vordringen Bayerns und das wirtschafilich« Vordringen der Kreise Stinnes' auf einer Linie stehen: Die Entwicklung der Konter- revolution. Aus, der Tatsache, daß das Brot morgen 2� Mil- liarden kostet, fürchte ich. daß Zustände eintreten müssen, zu der di« Partei konsequent Stellung nehmen muß, upd daher ist. der Wunsch, daß endlich die Stimm« der Parteiqenossenschaft und namentlich de? Berliner Genossenschaft zur Geltung kommt, nicht unbescheiden. Wen» die politische Redaktion des„vorwärts" nicht in der Log« ist, dem zu entsprechen, so ist e?' besser, wenn si« ihren Dienst quittiert. Genosse Stampf«: Meier hat recht, wenn er sagt, daß die Redakiionsführung des „vorwärts", di« hier unter Anklage gestellt ist, sich nicht trennen läßt von der Politik der Gesamtpartei. Als vor acht Wochen der Berliner Bezirkstag zum ersten Mal« zusammentrat, klagten wir über die schlechten Zeiten und sprachen davon, wie man«, besser machen könne. Seitdem sind die Zeiten noch» schlechter geworden, die Währungskrise hat sich zur Wirlschaftskrift gesteigert, an Stell« einer guten Beschäftigung bei schlechten Löhnen ist die Arbeitsosig. keit getreten mit ihren zerrüttenden Folgen. Das Volk hungert bei vollen Scheunen, und während sich Deutschland in Todes- trämpfen windet, liegt die kalte Hand des Würgers mit unvormin- derter Wucht auf ihm. Der Imperialismus Frankreichs hat sich fein Aernichtunqsziel gesteckt und läßt von ihm nicht ab. In Frank- reich aber ist kein« Macht, die dem entgegentritt. Das Unglück, in dem wir uns befinden, hat auch sein« psychologische Auswirtung. Unglück macht ungerecht. Nur Philosophen bringen es fertig, im Unglück auch gerecht zu bleiben. Die meisten Menschen «erden durch Elend und Not reizbar und verbittert. Darum ist auch ganz Deutschland ein Herd der Zersetzung geworden. Ueberall ragen sich di« Kräfte der Selbstzerstörung. Di« Glieder erheben sich gegen da» Ganz«, Bayern empört sich gegen das Reich. Koalitionen»ntstehen und drohen im Streit gleich wieder auseinanderzufallen. Dieser zersetzende Streit setzt sich fort in die einzelnen Parteien, kein« ist ganz von ihm orrschont geblieben. Da ist es wahrlich kein Wunder, wenn di« größte Volkspartei Deutschlands, die Sozialdemokratie, in diese tragische EMwicklmig hineingezogen wird, wenn tn ihr heftige Meinungskämpf« toben, in deren Mittelpunkt, wie es immer der Fall war. das Zentral- orgon, der„Vorwärts", steht. Für mich wäre«» uneriräglich, wenn einer im Saal« wäre, der annähme, daß ich hier stände, um für mein« Stellung zu kämpfen. Das wäre ein« Erbärmlichkeit. Jetzt kommt es auf«inen Mann mehr oder weniger nicht on. Ich stehe hier einfach als ein Soldat der Partei, der den Befehl be- kommen hat, zu marschieren, der auf Posten steht und der auf diese« Posten sein« Pflicht tun wird, bi, die Partei ihn abberuft. Da kommen wir aber gleich zu einer Schwiergkeit. Ueber die Zu- sammensetzung de?„Vorwärts"-Redaktion entscheiden zwei In- stanzen: der Parteivorstand und die Pr e ß? o m m i ss i o n. Ich Hab« sieden Lahre lang mit einer halbjährigen Unterbrechung mit diesen Instanzen hormonisch zusammengewirkt. Di« Beö.iner Organisation marschiert« im allgemeinen auf der Linie der Gesamt. portei, obwohl das auch nicht immer ganz leicht war. Wir hatten manche Belastungsprobe. Aber wir hielten n«ch außen hin wie Pech und Schwefel zusammen. Und das hat uns über di« schwersten Zeiten Hinweggeholsen. So war es, so lang« Parteivorstand und Pressekommission einig waren. und das war der Fall bi» zu dieser Minute. Wenn aber einmal Preffekvmmisfion und Parteio erstand verschitdener Meinung sind, was dann? Dann gilt für di« Redaktion das Bibrlwort: Niemand tonn zwee» Herren dienen. Nach dem Statut entscheidet dann die Kontrollkommission. Aber wenn sich di« Meinungen erhitzen, wie in der letzten Zeit, wird man sich bei der Entscheidung der Kontroll- tommission nicht beruhigen und man wird dann zu einem neuen „vorwärt»"-Konflikt kommen. Der„vorwärts"-Konflikt 1905 führte uns zum ersten Male bi» nahe an die Spaltung und der zweite im Jahre 1918 hat tatsächlich zur Parteispattung geführt. Sie werden«e mir nachfühlen, daß ich einen dritten„vorwärts"- Konflikt nicht zu erleben wünsche. Wie war es bei« ersten Konflikt? Damals kämpften in der Partei Radikale und Revisionisten miteinander um Dinge, die uns heute sehr gleichgültig zu sein scheinen. Die Redaktion unter Führung Kurt E i s n e r s stand in der Mitte. Sie war weder radikal noch revisionistisch eingeschworen. Das paßt« der Berliner Organisation nicht, sie wollte eine radikale Redaktion. Den heftigsten' Kampf gegen den„Borroärts" führte die„Leipziger Bolkszeitung", in der damals zu lesen war, daß der„vorwärts" längst aufgehört habe, das prinzipienstarke Rückgrat der Partei und die scharfe geistige Waffe des Proletariats zu sein. Wer hat das geschrieben? Das war der damalige Genosse L e n f ch, der jetzige Redakteur der„Deutschen Allgemeinen Zeitung". (Lebhafte Zwischenrufe: Hört, hört!) Und gegen wen war das ge- schrieben? Dos war geschrieben gegen Kurt Eisner, der schwer getroffen durch die Entscheidung der Berliner sein« Daterstadt Berlin verließ, nach Bayern ging und dort sein Leben für di« Re- volution opserte.(Unruhe.) Dann kam 1918 der zweite„Dar- wärts"-Konflikt. Damals stand die Redaktion auf feiten der Der- liner gegen den Partcivorstand, der Parteivorstand versuchte ver- geblich, die Meinung der Gesamtpartei im„vorwärts" gebührend zum Ausdruck zu bringen. Damals machte ich den Vorschlag, das Blatt zu teilen, ein Blatt sür di- Derliner Genossen und ein Blatt für den Parteivorstand zu schassen. Ich hiett das für das einzige Mittel, um über die Spaltung hinwegzukommen. Der Parteivorstand schloß sich dem an. Die Derliner lehnten den Vorschlag ab und ver» säumten eine Gelegenheit. Seit vielen Iahreu habe ich die Ueber- zeugung vertreten, daß das ewig ungelöste„Dorwäris"-Problem nur im Sinne jenes Vorschlages gelöst werden kann. Es gibt beineu im Saal, der die Mängel, di- der„Vorwärts" als Arbeit erblatt hat. mehr empfände als ich. Als Zentralorgan muß der„Vorwärts" über eine ganze Menge von Dingen ausführlich berichten, die den einfachen Mann in der Werkstatt in solcher Ausführlichkeit nicht interessieren. Er mutz nicht nur zö den Derliner Arbeitern sprechen, sondern auch zur Regierung, zu den Parteien des Inlandes, zu» Ausland, kurz zur ganzen politischen Well. Da ist es mitunter not. wendig,«ine Sprache zu führen, die dem Arbeiter nicht ohne weiteres verständlich ist. Es wäre mir lieber, wenn eine derbere Sprache geführt werden könnte, aber wenn man das tut, so erleidet man von den allerverschiedensten Seiten Hemmungen, und die sind in der Vernunft der Dinge sehr wohl begründet. Aiz einem Falle will ich Ihnen das zu erklären versuchen, weil Genosse Meier davon gesprochen hat. Er hat es anerkannt, daß sich der„vorwärts" ent- schlössen hat, über die schwarze Reichswehr zu schreiben. Ms ich aber am Abend danach an meinem Schreibtisch saß, da wurde mir ein Telephonat aus Dresden gebracht, in dem es hieß, der Minister- Präsident Genosse Zeigner bittet die Presse, leluc scharfen Angrisse gegen die Reichswehr mehr zu richten, da am Donnerstag neue Tatsachen bekannt geworden Heien.(Große Bewegung im ganzen Saale.) Danach erschien die von Meier gerügte Notiz„Entspannung in Sachen". Das soll beileibe kein heimtückischer Angriff gegen Zeigner sein. Zeigner hat in diesem Falle wahrscheinlich sehr vernunftig gehandelt. Er wird schon seine Gründe gehabt haben. Ich Hab« das nur ange- führt, um zu zeigen, daß ein Blatt wie der„vorwärts" nicht ohne jede Hemmung schreiben kann. Leider ist der Plan eines Derliner Lokalblattes heute rein akademischer Natur. Bei den wirtschaftlichen Verhältnissen ist di« Schaffung dieses zweiten Blattes einstweilen unmöglich geworden. Wie der zweite„D or w är t s"-K o n- flitt" verlausen ist. wie er nicht nur zur Spaltung, sondern auch zum blutigen Bruderkrieg gesühri hat, will ich nicht ausführen. Ich glaube, daß wir an derartigen Konflikten ein für allemal genug haben. Ich möchte Si« aber bitten, sich die Frag- vorzulegen: Ist es möglich, daß der Parteivorstand auf das Zentralorgon zu- guttften der Berliner Genossen verzichten kann? Das ist nicht möglich. Eine Portei ohne Zentralorgon ist ein Rumpf ohne Kopf. So Hab« ich sieben Jahre lang im Sinne der Gesamtpartei gewirkt, wie e» meiner Ueber zeugung entsprach. Als ich 1919 gegen die''- Unterzeichuung des Friedens von veriallle» eintrat, legte-ich mein Amt nieder, obwohl der Parteivorstond mich ersuchte, es zu behalten. Ich nahm es, dem Wunsch der Instanzen enisprechend, wieder auf, als dies« Streitfrage der Geschichte ange» hört«. So muß man handeln, wenn es sich um groß« Fragen dreht. Handelt es sich nicht um so groß« Dinge, so steckt man«inen Pflock zurück und übt Disziplin. Das ist in manchen Fragen so gegangen, auch in einem krittschen Augenblick der Großen Kooli. tion. Ich hatte geschrieben, das Experiment sei endgüüig mißglückt. denn auch ich hatte gefühlsmäßig von der Geschichte übergenug. Di« Fraktion hat sich over die Sache noch einmal überlegt, sie sah die ungeheure Gefahr eines vollständigen Bruches. Auch ich habe mich überzeugen lassen, daß die Parter so handeln muht«, wie sie handelte und habe das Blatt in diesem Sinn« weitergeführt. Di« Redaktion muß das Blatt führen als geistiges Eigentum der Portei, das ihr zu treuen Händen übergeben ist, kann sie das nicht mehr, so muß sie zurücktreten. Dos Natt kann aber nicht zwei Meinungen zu» gleich vertreten. Diskussionen über porteitaktisch« Fragen sind manch- mal ein notwendiges Hebel, aber immer ein Uebel. Die groß« Masse der Arbeiterleser interessiert sich nicht für Einzelheiten takti- scher Stteitfragen, sie gewinnt höchstens den Eindruck, daß da Leute sitzen, di« selber nicht wissen, was sie wollen.(Zustimmung.) Als ein Musterblatt beirackit« ich die Wiener„Arbeiterzeitung". Sie hat in den Jahrzehnten ihres Bestehens keinen einzigen Diskussions- ariikel veröffentlicht. Dort wird aller Streitsreundschaftlich im Kämmerlein ausgetragen und man marschiert in der Oessentlichkeit auf einer Linie. Es bleibt mir noch übrig zu sagen, warum ich in der Grund- einstellung mit der Gesamtpolotik der Partei einverstan- den bin. Dafür sind zwei Gründe entscheidend. Der erste liegt in der Erkenntms, daß wir seit dem Kriege in total veränderten Per- Hältnissen leben, deren Bedeutung vielen noch gar nicht bewußt geworden ist. Das deutsche voll ist heut« ein unterdrücktes Voll. Als Sozialdemokrat und als Deutsch«? steh« ich mit meinem ganzen Herzen auf der Seite dieses unterdrückten Volkes.(Bravo!) Ich betrachte es als«in« der größten Katastrophen der Kutturmenschheit und der Arbeiterbewegung, daß Deutschland in den Zustand hineingeraten ist, in dem es sich heut« befindet. Wenn jetzt der Hunger durch die Straßen schreit, wenn selbst das Licht des geistigen Lebens zu er» löschen droht, dann trägt oer Mechanismus der kapitalistischen Ge- sellschast ol« Ganzes fein gerüttelte» Maß von Schuld daran. Aber so entsetzlich wie in Deutschland liegen die Ding« in keinem anderen Lande der Welt. Die deutschen Arbeüer sind die Paria der Welt geworden, und sie sind es, weil wir ein unterdrücktes Volk geworden sind.(Zurufe:„Das ist falsch!"„Nein, nein, richtig!" und andere.) Lösbar sind di« Fragen, di« uns quälen, nur aus der auswärtigen Politik heraus. Und darum mußten wir in die Regie- rung wieder eintreten um unseren Einfluß nach dieser Richtung bin geltend zu machen. Der versuch ist gemacht worden, er ist fürs erste mißglückt, aber er muß fortgesetzt werden. Es hat sich erwiesen, wie recht ich damals hatte, als ich am 1. August im„vorwärts" schrieb: „Die Kapitulation bringt kein Brot und kein« Räumung de» Ruhr- revier»." Das ist wortwörtlich eingetrosfen, und wenn der Genosse Otto Meier vorhin gesagt hat, man hätte mit der Kopitulatton gor nicht früh genug ansangen können, so sag« ich: Bei solchen Ding-n kommt mir die Kaprtulation nicht spät genug.(Große Unruhe.) Genossen, man mutz doch erst kämpfen! Man hat mir zugerufen, womit wir denn kämpfen sollten. In einer Versammlung von Arbeitern hätte ich eine solch« Frage nicht erwartet.(Sehr richtig!) Wir hoben immer mit der Wafs« der Arbeiterschaft gegen unsere eigenen Kapitalisten gekämpft und wenn wir im Kampf gegen unsere eigenen Kapitalisten erlegen sind, haben mir nicht geklagr, we«. wir überhaupt gekämpft haben. Da sage ich nun: Kann der deutsche Arbeiter den französischen Kapitalismus besser behandeln wollen al« den deutschen? Zweiten» aber: Nach meiner Ueberzeugung ist die Arbeiterbewegunz Ser genzen Welt in die Defensiv« gedrängt, vor allem in Frankreich Dort ist der Einfluß der sozialistischen Arbeiterbewegung gleich Null. Wenn ich die Möglichkeit sähe, daß in Deutschland und Frankreich gleichzeitig die Diktatur tez Proletariats errichtet werden könnte, und daß dies« beiden Regierungen mitein« ander einen gerechten deutsch-französischcn Frieden schlössen, dann wäre ich fiir diesen Preis berzit, alle demotiÄischen Ärundsäße, die ich seit 30 Jahren vertreten habe, preiszugeben, und zunächst für die' Diktatur zu kämpfen.(Bewegung und Sehr richtig!) Aber, wo ist die?« Möglichkeit? Wo bleibt die Hilfe der französischen Kommu- nisten? Sic können uns nicht helfen. Einen Vorwurf mache ich ihnen daraus nicht, aber daraus mache Ich ihnen einen Vorwurf, daß sie die sozialistische Organisation zertrümmert hoben, so daß diese auch nichts mehr vermag.(Zustimmung.) Die Reaktion mar- schiert in verschiedenen Formen: in Sachsen, in Bayern überall. Wir haben auf die Ding? in Sachsen und in Bayern. im Sinne unserer Auffassungen cirzuwirken gesucht, indem wir Bayern gegenüber zur Aktivität gedrängt und den Uebereiser gegenüber Sachsen gebremst haben. Unserem Wunsche, gegen den baye- rtschen Separatismus energisch vorzugehen, wurde nicht entsprochen, und sc kam es zur bayerischen Rebellion. Bayern wird dem Reich solange entsremtet bleiben, bis die bayerischen Arbeiter und die Ar- bciter der übrigen Länder es zum Reich zurückholen werden. Ich hoffe, das wirtTbald geschehen In Sachsen haben wir es mcht für notwendig geholten, daß aus dumme Reden tommunistilchar Minister dumme Antworten eines Reichswehrgenerals erfolgen. Ich glaube, man soll aufpassen, was nun die Reichswehr in Weststichfen wirk-. lich tun wird. Ihre richtige Aufgabe ist, dort und im Süden Thüringens zu wachen, daß nicht die völkischen bayerischen Banden über die Grenzen kommen.(Zustimmung und Unruhe.) Jetzt heißt es: olles einzusehen für die Wiederherstellung der einheit- lichcn deutschen Republik. dazu müssen auch die Kräfte Sachsens und Thüringens eingespannt werden. Dann ist es aber auch notwendig, daß es unseren Ge- nassen dort aelingt. die Kommunisten daran zu hindern, Unfug an- zurichtest. Wenn erst ein paar kommunistische Ministergarnituren verbraucht sein werden, wird sich mit ihnen vernünftig reden lassen. Aber h-?ute ssnd sie noch nicht so weit. Das Schlimmste an dem Zustand der Kommunisten ist heut«, daß sie selber nicht wissen, was sie wollen. Sie schwanken zwischen Miuislerialismus und Reoolukionsspielerei hin und her. Sie sind stark in Druck geraten, feit der Sowfet- regiorung ein Geschäfisabschluß mit Stinnes lieber. ist als eine Neu- auflaa« des mitteldeutschen Ausstondes und seit sie den Handelsteil der �Frankfurter Zeitung* fleißiger lieft als die Leitartikel der »Raten Fahne*.(Heiterkeit und Zustimmung.) Wenn«s hier Ge- nossen gibt, die m«: diesen zielunklaren und treulosen Bundesgenossen Arm in Arm die Welt erobern wollen, dann beneide ich sie um diese Illusion, aber ich beneide sie nicht um das bittere Erwachen. Glauben Sie, daß es in Sachsen und Thüringen kommunistische Minister geben könnte, wenn in der Reichsrcqierunq nicht Sozialisten wären?(Zustimmung und Widerspruch.) Ich sage Ihnen, in dem Augenblick, wo die Koalition im Reich und in Preußen zerbricht, werden die kommunistischen Minister in Sachsen und Thüringen in weitem Bogen herunterfallen, weil dann nicht mehr die Gesetzmäßigkeit, sondern die brutale Rechtsdiktatur regieren wird. So ist der wirkliche Zusammenhang der Ding«. Ich brauche nicht zu sagen, daß die große Koalition für mich ms ein Ideal ge- vielen ist, sie ist es jetzt weyiger denn je. Aber wenn wir wissen. daß die Reaktion kein anderes Ziel kennt, ais die sozialistischen Minister herauszujagen, dann wäre ein freiwilliges Herausgehen aus der Koalition untrr Umständen soviel wie ein Davonlaufen vor dem Feinde.. In diesem Zusammenhange bitte ich Sie, die Anträge noch ein- mal zu überlegen, die zur Entscheidung stehen. Sie wissen, daß ihre Annahme eine unm itt e.l.b.a r e Wirkustg nicht haben kann. Werden hier aber die Antröge angenommen, ohne daß sie «ine gemeinsame Billigung der Instanzen finden, was haben Sje dann erreicht? Dann habm(5ie nichts erreicht als eine schwere Porteischädigung. Wie wollen Sie für das Platt agitieren (große Unruhe), wenn hier solche Anträge angenommen werden? vmm wird doch nichts anderes erreicht, als daß die Parteizer- rüttung gefördert und den Gegnern Waffen in di« Hände gegeben werden. Aus diesem Grunde— nicht aus persönlichen Beweg- gründen—, weil es in diesem Augenblick um alles geht, weil Einig- keit und Geschlossenheit der Partei jetzt notwendiger sind denn je, empfehle ich die Ablehnung dieser Anträge.(Beifalls Genosse Thurau: Stampfer hat hier seinen Standpunkt klar be- gründet, der dem unserigen diametral gegenübersteht, und dafür müßten wir ihm dankbar sein. Ich gebe ihm recht, daß er die Mei- rnrng des Porteivorstandes vertreten muß. Ich bin aber im Gegen- teil der Ansicht, daß die äußere Politik eine Folge der inneren ist, denn die Reparationsleistungen, die wir gezahlt haben, sind zum Teil in die Taschen der Kapitalisten geflossen. Unverständlich ist, wie die..Vorwärts*-Redaktion einen Fall Zeigner konstruieren tonnt«. Wenn wir die Meinungsäußerungen unserer Parteigenossen im Lande hören und lesen, so müssen wir zu der Ueberzeugung kommen, daß der„Vorwärts* auch nicht die Meinung der Gesamtpartei vertritt.(Zuruf: Dos ist ja nicht wahr! und Unruhe.) Und. darum sage ich, daß der P a r t e i v o r st an d die Verpflichtung hat, der Mei- nung der Masse mehr Rechnung zu tragen und die politische Redaktion des„Vorwärts* dementsprechend. zu besetzen. Genosse Saenger-München: Es gibt heut« nur. eine Kernfrage: Wie Ist die Einheit des Reiches zu erhalten? Mein« Ausführungen heute mögen ein Symbol dafür fein, daß trotz aller Machenschaften der Süden und der Norden zusammengehören sollen.(Beifall.) Hinter der Frag« der Einheit des Reiches müßten all« internen Auseinandersetzungen der Partei zurückstehen. Die Frage der Einheit des Reiches ist 1870/71 zum erstenmal, 1918 zum zweitenmal und sie wird in dies«. Tagen zum drittenmal entschieden. Und wenn es jetzt nicht gelingt, die deutschen Völker zusammen. zuhalten, dann—. Lebewohl Deutschland, nicht nur für «in. sondern für mehrere Menschenalier. Was sich jetzt m Bayern abspielt, kommt nicht für den überraschend, der die letzten drei Jahre der politischen Entwicklung übersehen kann. Es ist selbst- verständlich, daß ein dreijähriger Kampf gegen die Weimarer Ver- sassung und gegen die Republik einmal zu einem Kampf Bayerns gegen das Reich führen mußte. Der Redner schildert, wie stch auch in früheren Jahren di« bayerischen Behörden ablehnend zum Kaiser- reich verhalten haben, wie es 1895 erst eines Crlasics bedurft«, um in München die Fahne des Kaiserreiche, hissen zu. lassen. Heute aber gilt der Kampf Bayerns vor allem der Staotsform, der R e p u» o l i k. Der Redner schildert das Verhalten der Bayerischen Volks- parteiler, insonderheit de? Dr. Heim, deren Nalitit aus die Los- trennung Bayerns vom Reich« und den Anschluß des katholischen Oesterreichs hinausläuft. Wobl. so fährt er fort, sind sozialistische Zetteiverteiler verhostet, sozialistische Abgeordnete aus den Bahn- hosen abgefangen worden, aber gegen diesen offen betriebenen Verrat ist die bayerische Regierung nicht ausgetreten. Heute hat Bayern den Schritt vollzogen, sich vom Reiche zu lösen, heute herrscht in Bayern das Schlagwort: Der Kampf gegen den Marxismus. Marxisten sind die. die während des Knieges die größten Opfer für Deutschland gebracht haben.«- sind die, die wäh- rend de» Ruhrkonflikts am ehrlichsten gekämpft haben, es sind die, die die Zügel der Regierung in die Hand nahmen, als die anderen davonliefen, es sind die, d!« da wünichien. daß die Besitzen- den Steuern zahlen.(Zustimmung.) Was immer dt« Viyerlsche Regierung zu ihrer Entschuldigung anführen möge, was ste jetzt tut, ist ein Treubroch, den dergleichen die Geschichte nach nie gesehen hat. (Beifall.) Heute ist« Preußen, am das wir mit Hoffnung blicken, henn fem« Politik ruht auf den Schulter« der arbeitenden Massen in den großen deutschen Industrierevieren. Unsere Aufgabe in Bayern wird es sein, daß wir die Fahne des Reiches hochhalten, daß wir eintreten in den Kamps für die Republik aus dem Boden des Gesetzes und der Verfassung. Ich spreche mein Bedauern aus, daß wir in Bayern viel zu früh, im März 1920, aus der Staatsregierung ausgeschieden sind. Es war ein Fehler, daß die Regierung Hoff- mann damals verschwand.(Sehr richtig.) Mein politisches Gefühl sagt mir, daß am Ende des jetzt von Bayern entfachten Kampfes diejenigen siegen werden, die den Gedanken der Trope zum Reich aufrecht erhalten haben.(Beifall.) Bayern hat einen unge- horfamen General gestützt in dem Augenblick, wo gerade bayerische Regierungskreise nicht genug von der Autorität des Staates reden konnten. Sie hat sich zu einem frvndierenden und seinen Eid brechen- den Genexal bekannt. Zwei Fragen sind wesentlich: Wie gelingt es uns, den wahnsinnigen Imperialismus Frank- reichs z u brechen, wie gelingt es uns, und es muh gelingen. die Einheit des Reiches zu bewahren. Räch dieser Richtung hin müssen wir arbeiten. Wir werden in Bayern nicht erlahmen, d?n Kampf für die Republik zu führen. Ich glaube, daß in diesen Tagen die Arbeiiersibaft sich aus innerer Ueberzeugung an das alte große ewig wahre Wort Lassa Oes erinnern wird, daß die Kirche der Zukunft nur errichtet werden kann aus dem Fels der Ar- beiterschaft. Glückauf zu ihrem Kamps für die Einheit des Reiches, Glückauf für den Bestand der Republik.(Lebhafter Beifall.) Der Vorsitzende Genosse Künstler dankte dem Redner und erklärte, daß trotz aller Meinungsverschiedenheiten niemand daran denkt, an der Einheit der Partei zu rütteln, und daß die Berliner Genossen den Genossen m Boyern allezeit die Treue halten werden. Genosse Stampfer: Ich glaube, daß ich mich nach den er- hebenden Worten des Genossen Söenger kurz fassen kann. Ich möchte nur bemerken, daß die Notiz, die überschrieben war„Der Fall Zeig- ner", und die der Genosse Thurau rügt», durchaus parteioffi.ziös war. Der Parteivorstand muhte zu den Behauptungen des Genossen Zeigner, die sich auf innere politische Parteiangelegenheiten bezogen, Stellung nehmen. Wir stehen vor schweren ernsten Dingen. Genosse Künstler bat gesagt, daß Sie die Einheit der Partei wahren wollen. Ich sage Ihnen, Sie dienen der Einheit der Partei schlecht, wenn Sie jetzt Anträge annehmen, die die Partei und ihre Organisation vor der Oeffentlichkeit diskreditieren. Hierauf wurde folgenöe Resolution angenommen: Angesichts der offenen Rebellion der bayerischen Regierung gegen das Reich erachtet es der Bezirks Parteitag der DSPD. Verlins für unerträglich, daß di« republikanische Bevölkerung im übrigen Deutschland noch weiterhin mit militärischer Gewalt unterdrückt wird. Insbesondere muß die gegen die sächsische Arbeiterschaft ein geleitet« Reichswehroktion. aus das entschiedenste mißbilligt werden. Der Pezirksparreitag fordert deshalb vom Parteivorftand und von der Reichstagsfraktion, unverzüglich di« Aufhebung des Ausnahmezustandes herbeizvfiihren. Im Fall« einer Ab- lehnung dieses Verlangens durch die bürgerlichen Koakitionsparieien sind die sozialistischen Minister sofort aus der Re- gieruna zurückzuziehen. Der Bezirksparteitog wolle beschließen, d!« Schreibweise des„B o r w ä r t s* im Sinn« des Proletariats zu ändern und die Ehefredaktion einem Genossen zu übertragen, der unser Zentralorgan zu einer scharfen geistigen Waff« im Interesse des proletarischen Klassenkampfes ausgestaltet. Um die Berliner Parteigenosfenschast hinreichend über die poli- tischen und wirtschaftlichen Tagesfragen zu umerrichten, soll künstig im„Vorwärts* nicht nur die Meinung der Mehrheit des Porteivorstandes und der Reichstagsfraktion vertreten werden, fon- dern auch die der Minderheiten bei den Körperschaften und hie ilberryiegende. Mehrheit der Groß-Berliner Mitgliedschafi hin- reichend' zu Worie kommey./'■■«, ,'v' Eine'weitere Resolution'fordert angosichts de? furchtbaren Rai die. Finanzierung' der P o l k s s p e i s'u ng � nicht.überioisgend der freiwiltigeu Wohl tätig? elf zu übertragen, sondern durch Heran- Ziehung von Zwangsabgaben der Landwirtschaft und Grundrentnern zwangsläufig sicherzustellen. Schließlich gelangte noch eine Resolution zur Annahme, die die Aufhebung eines Teils der D e m o b i l m a chungsverordnun- gen bemängelt und scharf gegen die ungeheure Brotver- t e u e r u n g Stellung nimmt. Genosse K ü n st l e r telltc dann mit, daß die K o m m u n i st e n an die Parteigenossen verschiedenllich herangetreten seien, um. mit ihnen irgendwelche Abmachungen zu treffen. Für Berlin gilt nur das, was die Z e n t r a l v o r st ä n d e miteinander abgemacht haben. Kreise und Abteilungen haben nicht das Recht, selbständige Berhand- lungen zu pflegen. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie wurde der Berliner Bezirksparteitog geschlossen. Erklärung. Der bisherig« Vorsitzende der Pressekommission, Genösse Draemert, schreibt uns: Durch den vorzeitigen Schluß der gestrigen Diskussion wurde mir das Wort abgeschnitten. Meinem Antrag«, mich außer der Reihe für die Pressetommiision ein« Erklärung abgeben zu lassen, wurde nicht stattgegeben. Somit war.ich verhindert, auf die Gründe hinzu» weisen, welche die bisherige Mehrheit der PK. zu dem Entschluß gebracht hatten, di« Anträge bezüglich der Redaktion abzulehnen. Einer schweren Schädigung des Blattes und damit auch der Partei, die ich durch meine Auslührungen einzudämmen hoffen durfte, muß ich nun freien Lauf lassen und mich auf Abgabe dieser Er- tlärung beschränken, da eine öffentliche Darlegung aller Einzelheiten geeignet sein könnte, das Gegenteil meiner Absicht herbeizusüchren. Persönlich säge ich hinzu, daß ich den gestern vorgetragenen Standpunkt des Genossen Stampfer teile. Richard Draemert. sehuug eines Höchstpreises für den Erzeuger in Soldmar! die Möglichkeit beschleunigt« kariofseibelieferung der Großstädte ge- förder! werden. Lageftchls der katastrophalen Bedrohung der Lebensmittelversorgung narf man vor der Anwendung Zwangs- wirtschaftlicher Maßnahmen nicht zurückschrecken, um den Rotstaud zu beheben. Es ist keine Minute mehr zu verlieren, wen» dem Volke neuer Hunger und panikartige Verzweiflung, dem Staat der Zusammenbruch erspart werden soll. Crnährungsminifter Graf Kanitz! Zum Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft wird Graf K a n i g ernannt weiden. Gros Kanitz, der Sohn des be- kannten ostpreußischen deutschkonservatioen Abgeordneten, gehörte der deutschnationalen Reichstagssraktion an. Er hat dieser Tage seinen Austritt aus der Deutschnationalen Partei und Reichstagsfraktion vollzogen und diesen Schritt dem Parteiführer Hergt mitgeteilt. Semen Austritt hat «r damit begründet, daß er die Obstruktion der deutfchnatio- nalen Fraktion gegen das Reichskabinett bei der heutigen schwi.'- rigen Lage des Reiches für nicht g e r« ch t f er t i g t hielt. Die Lebensmittelversorgung in Gefahr. Am Devisenmarkt steht das Barometer aus Sturm. 3 in Dcvtsenfretverkehr wurden heute vormittag bereits Surfe von mehr als 30. spät« bis 45 Milliarden Mark für den Dollar genannt bei anhaltend scharf steigender Tendenz. Nachdem die von den Agrariern«reichte Befreinng der Wirtschaft von allen Bindnn- gen bereits das tägliche Brot zu einem Valutaartiket gemacht Hut. bedroht die neue Markkatasteophe dos ganze Volk mit einem vollkommenen V«Iogen d« Nahrnngemlktelver- sorgung. Die panikartige Markslucht d« Besitzenden, die durch die onaushatksame Tätigkeit d« Rolenpressr noch gefördert wird, wird so zu ein« Satastrophe für das ganze Volk. Die Unterlassungssünden des Kabinetts Euno, das viel zu spät und«st nach langem Drängen das Finanzproblem des Reiches in Angriff genommen hat, rächen sich jetzt. Ab« alle Klagen üb« v«gaogencs machen den hungrigen Magen nicht sott. Die Reichs- regiernng Hot die Pflicht, den aus dem neuen Marksturz«wachsen- den Gefahren mit all« Entschiedenheit entgegenzutreten. Unt« ollen Umständen muß die Regierung für die Aufrechterhottung d« Lebensmittelzosuhr sorgen. So wie sich die Ving« setzt gestaltet haben, bleibt keine andere VISgNchkeil als die Fortsetzung d«»sfent- lichcn Vrotversorgnng nnl« Heranziehung der vorhandenen vor- röte der Reichsgelreidestelle. die den Aommunalv«bän- den zur Verfügung gestellt werden müssen. Diese Sich«stelluag d« Brotversorgung ist die, dringendste Uusgabe bis zu dem Zeit- p unkt, wo eine neue Währung eingeführt und am Warenmarkt eins Beeohigung eingetreten ist. Nächst der Brot- muß die Sartoffelversorgung schleu- nigfi organisiert werden. 3m mindesten Falle muß durch die Fest- Die österreichischen Wahlen. Wien bleibt rot.— Zusammenbruch der Grohdeutschen. Wien, 22. Oktob«.(WTB.) Zu den Nakionalratswahlen waren die Gesamtergebnisse aus d« Mehrzahl der Wahl- kreise, besonders auch von Wien selbst, erst in den frühen Morgen- stunden bekannt. Um 6 Uhr früh liegen die Resultate aus Z2 von 25 Wahlkreisen vor. 3n diesen sind nach den bisherigen Feststellun- gen gewählt: 73 Ehristlich-Soziale. 54 Sozialdemo- kraten. S Großdeutsche sso nennen sich ln O»fi«retch die Deutschnationalen. Red. d. V.). der Reslstlmmeuzählnug sind vi« Mandate vorbehalten. 3n den sieben Wiener Wahlkreisen oerleUeu stch die Resnl- täte auf 1? Ehristlich-Soziale, 27 Sozlaldemokra- ken uvd l Großdeutschen. 3u den Wiener Gemeinderat sind gewählt 78 Sozial- demokraleu. 4l Ehristlich-Soziale. 1 3üdisch.Natwoal«: di« übet. gen Parteien, darunter die Großdeukschen, sind im Gemeindetak nicht mehr vertreten. Eine nennenswerte Aenderung gegenüb« dem bisherigen Stärkev«hältnis lm Gemeinderal ist in- sofern eingetreten, als die Sozialdemokraten zwar ihre Herrschaft behalten, ab« nicht mehr üb« die Zweidrittelmehrheit v« fügen. Auch und gerade in den Tagen, wo unter den vereinigten Schlägen der Franzosen und Belgier, der bayerischen und der rheinischen Separatisten das Gefüge des alten Deutschen Reiches zusammenzubrechen droht, ist für uns Sozialdemo- kraten, gleichviel ob in Berlin oder in Wien, in Köln oder in Innsbruck, in München oder in Graz, die Republik Deutsch» ö st erreich ein Teil des großen deutschen Volkes, den nur höhere Siegergewalt im Bunde mit niedrigen Kirchturminteressen von seinem Mutterlande getrennt halten. Unter diesem Gesichtspunkt verfolgen wir die Neu- wählen zum österreichischen Nationalrat mit besonderem Interesse und freuen wir uns über den erfolgreichen Kampf. den unser« dortigen Genossen soeben bestanden haben. Zur Erläuterung der vorstehenden Ergebnisse muß darauf hingewiesen werden, daß noch dem neuen Wahlgesetz die Zahl der Mandate im Nationalrat von 183 auf 165 und im Wiener Gemeinderat von �65 aus 125 herabgesetzt wurde. Im letzten Nationalrat gab es 85 Christlichfozial«, 69 Sozial» demokraten, 21 Großdeutsche. 7 Bauernbündler und den als »Demokral* in Wien gewählten Grafen Czernin. Wäre der neue Wahlmodus 1320 zur Anwendung gekommen, so würden sich die Mandate wie folgt verteilt haben: 77 Christüchsoziale, 62 Sozialdemokraten, 20 Großdeutsche und 6 Bauernbündler. Für die Beurteilung der gestrigen Ergebnisse sind also nur letztere Zahlen maßgebend. Das Hauptmerkmal der gestrigen Wahlen ist unbestreitbar die Katastrophe der(deutschnationalen) Groß» deutschen, jener nationalistischen und antisemitischen Par» tei, die zwar für den Anschluß an Deutschland zu kämpfen vor- gibt, in Wahrheit aber stets als Anhängsel der anschluß» gegnerischen Christlichsozialen operierte, wenn es gegen die Sozialdemokratie ging. Die Großdeutschen verdanken ihre Schwächung nicht zuletzt dem Abfall der Hakenkreuz ler, die sich zunächst, ähnlich wie die lvölkischen im Deutschen Reichs» tag, von ihnen absonderten und im September d. I. in Salzburg auf Befehl Hitlers beschlossen, an den Wahlen nicht teil- zunehmen, offenbar um ihre zahlenmäßige Schwäche zu ver- bergen. Die C h r i st l i ch s o z i a l e n haben sich, obwohl im Grunde auch Antisemiten, in diesem Kampfe von der gesamten „Iudenpresse" Wiens und der jüdischen Hochfinanz und In- düstrie unterstützen lassen. Ihre Wahlplattsorm war die durch den Bundeskanzler Prälat Seipel eingeleitete„Sanierung*. die bekanntlich durch den Völkerbund nur nach ausdrücklicher Preisgabe des Selbstbestimmungsrechtes durchgeführt wurde. Obwohl die bisherigen Erfolge dieser Sanierungsaktion z. T. unbestreitbar sind und verlockend erscheinen, hat die Christlich- soziale Partei nur wenig gewonnen und jedenfalls nicht auf Kosten der Sozialdemokraten, die allein die Fahne des An- fchlußgedankePi hochgehalten haben. Vielmehr hat unsere Partei sehr gut abgeschnitten und besonders in der roten Hochburg Wien ihren Bestand glänzend behauptet. Amtliche Vevisenkurse. 1 holländ. Gulden 1 arg. Pap.-Peso 1 belg.Frauk---- 1 norweg. Krone. 1 dänische Krone. 1 schwed. Krone.- 1 finnische Mark. 1 japan. Ken____ 1 iltaliemsch.Liro 1 Pfund Sterling 1 Dollar...... I franz. Frank.,. 1 Brasil. MilreiS. 1 Schweiz. Frank 1 ipaniiche Peseta 1 öst. Krone(gest.) 1 tschech. Krone.. 1 ungar. Krane.. 1 Baigar. Lewa 1 jugosl. Dinar.. löö« 1000060 >2768000000 2034000000 6144600000 ,6942600000 >0473750000 1789515000 I 3550000000 39900000000 2242130000 7112175000 5346600000 15630000000 12832000000 2045000000 6175400000 6977400000 10526230000 1798484000 180450000000 40100000000 2353870000 7147825000 5873400000 4668300000 3870300000 614460000 1845875000 2086770000 3136140000 317205000 6785500000 538650000 33866000000 11970000000 712216000 1097250000 2134650000 1607970000 167580 355509000 668325 115710000 141645000 4681700000 3889700000 617540001 1854626000 2097230000 3151860000 318795000 5814600000 541360000 54135000000 12030000000 715785000 1102760000 2145350000 1616030000 168420 857201000 761675 116-290000 142856000 Stützt die Republik! Der Deutfche Republikanische Reichsbund hatte mm geftrigen Sonntag eine Rundgebung veranstaltet, an der auch Benoffe Haenisch in seiner Eigenschaft als Bundesvorsitzender teilnahm. Nach künstlerischen Darbietungen nahm der erste Bor figende Schult das Wort und griff in scharfer Weise die bayerische Regierung an. Pflicht jedes Republikaners sei es heute, sich hinter die Regierung in ihrem Kampf gegen Bayern zu stellen. Die Parole für jeden wahren Republikaner laute: Weg mit den Butschisten von rechts und lints, denn die Republit wolle und müsse leben." Dr. Hans Simon ging ebenfalls auf den Konflikt zwischen der Reichsregierung und Bayern ein und betonte, daß Kahr ebenso wie die anderen sogenannten" Boltsführer" aus dem Lager der Rechten sich mit dem äußeren Feinde zusammengetan hätten, um die Republit zu vernichten. Alle Republikaner müßten in dieser ernsten und bangen Stunde zusammenftehen, um gegen den Berräter Bayern vorzugehen. Der banerische Landtagsabgeordnete Genoffe Nitisch fritifierte in schärfster Form die separatistische Haltung der bayerischen Regierung in den letzten Jahren und verlangte gleichfalls, daß alle Baterlandsfreunde gegen das bayerische Treiben Front machen müßten. Die Reichsregierung solle sich durch beruhigende Erklärungen der bayerischen Regierung nicht wieber be schwichtigen laffen, benn man habe leider Bayern schon viel zu viel Bertrauen geschenkt. Genosse Jakob Altmeyer betonte bei der deutsche Bolt vor allem gegen Stinnes und die anderen Industrieherzöge sich wenden müßte. Sachsen sei fyftematisch vom Reich ab. geschnitten worden, und der Kampf gegen Generaf Müller müsse genau so scharf geführt werden, wie gegen die bayerische Regierung Genosse ha en ish schilderte beredt die Schandtaten der Franzosen an Rhein und Ruhr und wandte sich dann gegen das Treiben der Rechtsputschisten, die man nur als Baterlandsverräter und Ber brecher bezeichnen fönne. Sachsen und Thüringen ständen treu zum Reich, und wenn man die Wahl habe, dann werde man tausendmal lieber mit Dr. Zeigner als mit Herrn n. Kahr zu sammenarbeiten. Für jeden aufrechten Republifaner gäbe es gar teine Wahl, wenn heute die Entscheidung zu treffen sei zwischen rechts und links. Künstlerische Darbietungen beschloffen die Kundgebung. s fchule Neukölln, Leineftr. 39, veranstaltet, die am 29. Oftober 1923, nachmittags 2% Uhr, beginnen und am 30. und 31. Oftober 1923 wiederholt werden. Neben einem theoretischen Borirag mit Lichtbildern finden praktische Unterweisungen im Resselhaus der Staat lichen Baugewerfschule statt. Anmeldungen find an die preußische Kohlenwirtschaftsstelle in den Marken, Berlin C. 2, Spandauer Straße 37, zu richten. Wildwest bei Spandau. Raubüberfall einer mastierten und bewaffneten Bande. Ein verwegener Raubüberfall wurde am Sonnabendabend auf dem großen Gehöft der Deutsch- Amerikanischen Betroleumgesellschaft am Spandauer Schiffahrtstanal Ede Saatwinteler Damm verübt. Das Grundstück mit der Einfahrt am Kanal ist eingegittert und stets verschlossen. Die Kutscher, die tags. über Petroleum ausfahren, rechnen jedesmal abends, wenn sie mit ihren Wagen zurüdfchren, in den Kassenräumen des Berwaltungsgebäudes im ersten Stoc ab. Gewerkschaftsbewegung Zur Arbeitslosigkeit im Baugewerbe. Aus dem Reichsarbeitsministerium wird uns gefarieben: ,.Dr.- Ing. Martin Wagner hat in tr. 489 des Borwärts" unter dem Stichwort heraus aus den Betrieben" die Wohnungspolitis des Reichsarbeitsntinifteriums angegriffen, und insbesondere ausgeführt, daß das Ministerium, das feit mehr als 2 Jahren auf die Dringlichkeit der Umstellung der Wohnungsbauabgabe hingewiesen hat, geeignete Schritte hierzu nicht ergriffen habe. Das trifft nicht zu. Wie Herrn Dr. Wagner befannt ist, hat das Reichsarbeits ministerium bereits im origen Jahre den gefehgebenden Körperschaften einen Entwurf unterbreitet, nach dem die Wohnungsbauabgabe gleitend gestaltet und staffelmäßig er. höht werden sollte. Die Zustimmung der gefeggebenden Körperfchaften hierzu war aber, frog aller Bemühungen des Reichsarbeitsministeriums, nicht zu erlangen. Das Ministerium hat dann erwirft, daß die aus Mittein der Wohnungsbauabgabe in diesem Jahre be gonnenen Bauten mit Hilfe von Reichskrediten weitergeführt werden minister der Finanzen, daß ihm mit Rüdficht auf die Finanzlage fonnten. Anfang September erklärte jedoch der damalige Reichsdes Reiches die Bereitstellung weiterer Mittel nur noch für ein ganz Bauten stillgelegt werden müßten, trotzdem Dom Reichsarbeitsminibeschränktes Wohnungsbauprogramm möglich sei, und daß die übrigen fterium auf die dadurch entstehende Arbeitslosigkeit im Baugewerbe hingewiesen war. Dies ist Herrn Dr. Wagner in der von ihm er. wähnten Besprechung, also vor Herausgabe feines Auffages, vom Besprechung hat Herr Dr. Wagner die von ihm geschilderten Pläne Reichsarbeitsminister ausdrücklich mitgeteilt worden. In derselben zur Bereitstellung der Mittel für das nächstjährige Bauprogramm berührt. Der Reichsarbeitsminister hat ihm darauf erwidert, daß er mit den für die Durchführung zuständigen Ministerien, insbe sondere mit dem Reichsministerium der Finanzen, in Verbindung Am Sonnabendabend gegen 6% Uhr waren die Kutscher bereits eingefahren und zum Teil hatten sie auch schon ihre Einnahme ver rechnet. Als der Wächter, ein Mann von 63 Jahren, die bereits abgefertigten Rutscher vom Hofe hinausließ und das Tor wieder schließen wollte, drang eine Bande von 6 bis 8 mastier en Räubern ein, stieß den Wächter beiseite und stürmte gegen das Verwaltungsgebäude vor. Der Wächter pacte noch den letzten, biß ihn in die Hand und, wie er glaubt, ein Stück Fleisch heraus, fampf aber machie sich der Räuber doch von ihm los und eilte im Eturmschritt den anderen nach Blitzschnell drang die Bande in den Raum ein, in dem der Kassenführer mit dem zweiten Beamten saß, und stürzte sich mit gezogenen Pistolen auf die beiden Männer. Der Kaffenführer griff ebenfalls zur Pistole, um sich zu verteidigen, aber bevor er davon Gebrauch machen konnte, wurde er und der andere Beamte von der Uebermacht in eine Ece getreten werde. Dies ist inzwischen geschehen." stoßen, seiner Pistole beraubt und von einem Teil der Bande in Schach gehalten. Die Räuber rafften das gebündelte Geld zusammen, etwa 600 bis 800 milliarden, und entflohen dann, wie sie gekommen waren, ein Teil nach der einen Seite in die nächste Straße hinein, der andere nach dem Waldgelände am Restaurant Karishof zu. Die Verfolgung, die die Polizei alsbald aufnahm, blieb erfolglos. Wie festgestellt wurde, haben die Räuber auch noch eine braun gestrichene 30 Zentimeter Hochbahn und Straßenbahn erhöhen weiter. fange, 15 3entimeter breite und 25 Zentimeter tiefe Stahlfaffette Wegen der weiter fortschreitenden Gebentwertung wird die mitgenommen, die aber leer war. Auf die Ergreifung der Räuber Hochbahn vom Dienstag, den 23. b. M., folgende Fahrpreise wird eine hohe wertbeständige Belohnung ausgefeßt. erheben: 3. klasse 120 und 200 millionen, 2. Klaffe 160 und Kriminalkommissar Werneburg, der mit seinen Beamten den Lat 240 Millionen. Blods zu 10 Starten fosten bis zum 5. Bahnhof bestand aufnahm und fofort die Ermittlungen einleitete, nimmt 3. Klaffe 1 Milliarde, 2. Klaffe 1350 Millionen, für die ganze Strede zweddienliche Mitteilungen im Zimmer 80 des Polizeipräsidiums 3. Kaffe 1650 Millionen, 2. Klasse 2 Milliarden. Wochenfarten entgegen. zu 12 Fahrten für die ganze Strede 3. Klasse 1650 Millionen, 2. Klasse 2 Milliarden. Die jetzigen Fahrten können in der Weise weiter benutzt werden, daß zwei Fahrten für eine Fahrt gelten. Die Straßenbahn wird für cinen Fahrschein 200 millionen erheben. Der Kinderfahrschein wird 100 mil. lionen und der Umsteigefahrschein zur Hochbahn 350 Millionen foften. Zwölf Mark Monatsrente. In Nr. 419 vom 8. September nagelten wir fest, daß eine Frau, die in der Kriegszeit als Posthelferin beschäftigt wurde und damals bei einem Unfall eine Verlegung des linken Armes erlitt, noch bis in den Herbst 1923 mit einer aus Mitteln der Poft ge zahlten Unfallrente von zwölf Mart pro Monat abgespeist wurde. Wie wir jetzt erfahren, hat die Frau zu Anfang Oktober die Mitteilung erhalten, baß nunmehr ihre Rente entlich erhöht worden ist, so daß ihr für Ceptember 7% Millionen Mart nachgezahlt und für Ottober 46 Millionen Mark gezahlt wurden. Auch das ift fläglich wenig, aber gegenüber den bisherigen zwölf Mart pro Monat stellen diefe Beträge einen sehr bedeutenden Fortschritt dar, und da fünftig ber Monatsbetrag mit der jeweiligen Reichsinderzahl für Lebenshaltungstosten vervielfältigt werden soll, so ist nach Maßgabe der weiteren Entwertung des Geldes eine weitere Steigerung der Rente zu erwarten. Daß der Standal biefer Monatsrente von zwölf Mart nicht schon viel früher aus der Welt geschafft wurde, ist unbegreiflich. Frühere Bersuche der Frau, eine Erhöhung der Rente durchzusehen, water gescheitert. nach einer Meibung an bas 28. Revier wollen dort zwei Kinder Eine unheimliche Geschichte wird aus Plößenfee gemeldet. einen Sad mit einer Leiche gefunden haben. Als die Beamten an den Fundort kamen, war der Sack nicht mehr vorhanden. Es lagen nur noch Gedärme da, die schon übel rochen und wahr: scheinlich von einem Tier herrühren, außerdem die Schulmappe eines 12jährigen Jungen Erich Steppat aus der Marstraße 11. Die Nachforschungen ergaben, daß dieser am Sonnabend früh nicht mehr zur Schule gegangen ist und seitdem vermißt wird. Eine weitere Aufklärung haben die Nachforschungen bisher nicht ergeben. Sozialismus", Genoffe- Marquardt Bortragsreibe, beginnt nicht Montag, Arbeiterbildungsschule. Der Sturjus„ Entwideinngsgeschichte des den 22. Dflober, sondern Dienstag, den 23. Dltober, abends 7, Uhr in Charlottenburg, Jugendheim Rosinenſtr. 3. Doppelte Vorschußzahlung. Bom Baugewertsbund wird uns geschrieben: Infolge der fatastrophalen Preissteigerungen der legben Tage haben die Bertreter der baugewerblichen Arbeitnehmerverbände mit den Bertretern der drei in Frage fommenden Arbeitgeberverbände des Berliner Hoch, Beton- und Tiefbaugewerbes vereinbart, daß der am Freitag, den 26. Oktober, in Aussicht genommene Borschuß in Höhe Don 25 auf 50 Milliarden erhöht wird. Die Löhne in der chemischen Industrie. Für die Lohnwoche vom 17. bis 23. Oktober wurde vereinbart, daß der Spizenlohn des über 20 Jahre alten Betriebsarbeiters 650 Millionen Mark pro Stunde Weise, die Familienzulage wird auf 650 Millionen Mark, die Zubeträgt. Die Errechnung der übrigen Löhne erfolgt in der üblichen lage nach§ 7 des RT. auf 4 Millionen festgesezt. Am Dienstag fommen 23, 17 und 11 Milliarden zur Auszahlung. Die endgültige Berrechnung erfolgt Freitag. Gleichfalls wurden Abmachungen über die Verrechnung der bisher gezahlten Abschlagszahlungen getroffen. Nähere Auskunft im Verbandsbureau der Fabrifarbeiter. Jm Steindrud, Lithographie- und photographischen Kunstdrudgewerbe beträgt der endgültig vereinbarte Mindestlohn 21,462 Milliarden, bis 21 Jahre 24.538 Milliarden, von 21 bis für die Woche vom 13. bis 19. Oftober im ersten Gehilfenjahr 24 Jahren 27,594 Milliarden, über 24 Jahre 30,660 Milliarden. Arbeiterinnen in der photographischen Kunstdrudindustrie er halten 80 Proz. dieser Löhne. Das wöchentliche Roftgeld der ehrlinge beträgt im ersten Lehrjahr 1931 580 000 m., im aweiten Lehrjahr 2 452 800 000 m., im dritten Lehrjahr 3 035 340 000 Mart, im vierten Lehrjahr 4 392 000 000. Diese Löhne müssen bis Dienstag voll ausgezahlt werden. Am Mittwo erhalten die Gehilfen für die Woche vom 20. bis 26. Oftober eine Borschußzahlung von 50 Proz. der obigen Löhne, am Frei Berlin und Umgegend. Etwas fübler, sonst überwiegend trübe mit tag, den 26. Ottober, weitere 50 Proz. Der endgültige Lohn für Regenfällen und etwas lebhafteren westlichen Sinden. die Woche vom 20. bis 26. Oftober wird spätestens am 27. Ottober festgelegt. Für die Alten und Armen. Der legte, im Stleinrentnerheim Friedrichshain, Rigaeritr. 103, veranstaltete Unterhaltungsabend batte sich zur Aufgabe gestellt, die Alten und Armen unter Mitwirtung des Gesang bereins Namenlos zu erfreuen. Die Mitwirkenden, die sich in uneigennüßiger Beise zur Berfügung gestellt hatten, ernteten reichen Beifall. Wetter für morgen. Groß- Berliner Parteinachrichten. 3m Chemigraphie-, Kupfer-, Tief- und Cichtbrudgewerbe be. trägt der Lohn für die Woche vom 13. bis 19. Oftober im ersten Gehilfenjahr 21 Milliarden, bis 21 Jahre 24 Milliarden, von 21 bis 24 Jahre 27 milliarden, über 24 Jahre 30 milliarden. Als EntDas wöchentliche Kostgeld der Lehrlinge beträgt im ersten Lehrjahr 2 Milliarden, im zweiten Lehrjahr 2,400 milliarden, im britten Lehrjahr 3 Milliarden und im vierten Lehrjahr 3,600 Milliarden. Nach dem Beschluß des erweiterten Bezirksvorstandes wird für die 43. Woche eine 3ufahmarte für Männer im Werte von 100 Millionen und für Frauen von 30 Millionen Marf geklebt. fchädigung für die Waschpause wird ein Stundenlohn extra bezahlt. Diefe Marten find bereits in unserem Bureau zu haben. Der wöchentliche Beitrag für den Monat November beträgt für Männer 100 Millionen, für Frauen 50 Millionen Mark. J. A.: A1 r Pagels. Rationelle Brennstoffverwertung im Haushalt. Die von der Hauptstelle für den naturwissenschaftlichen Unter. richt mit der preußischen Rohlenwirtschaftsstelle in ben Marken im Frühjahr diefes Jahres veranstalteten Surse zur Unterweisung der Lehrerschaft Groß- Berlins und auch für die Bertreter der preußischen Provinzen werden auf Beraniaffung des W nisters für Wissenschaft, Kunst und Boltsbildung am 23. Ottober 1923 beginnen. Als Referenten haben sich Profeffor Eberle von der technischen Hochschule zu Darmstadt, Obering. March von der Hauptstelle für Wärmemirtschaft in Darmstadt, sowie Studienrat Dr. Boltmann von der Hauptstelle für den naturwissenschafts lichen Unterricht zur Berfügung gestellt. Die Teilnahme an den Borträgen ist fostenlos. Die Vorträge beginnen am 23. Ottober 1923, morgens 9 Uhr, im großen Saal der Alten Urania, Invalidenstr. 57/62, und werden am 24. und 25. Oftober 1923 wiederholt. Ferner merden auch in diesem Jahre von der preußischen Rohlenwirtschaftsstelle in den Marten tostenlose Lehrturse für die mit der Bartung von 3entral 17., heizungen betrauten Personen in der Staatlichen Baugewerf. Soeben erschien! Allgemeine Ortskrantentaffe Metallbetten für Berlin- Lichterfelde Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. Die in der Bekanntmachung vom 12. Dt. Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. tober 1923 festgefegten Grundlöhne pp. werben ab 22. Ottober 1923 auf das Bier fache erhöht. Diese Bestimmung trifft je boch mur für Betriebe und Haushaltungen zu, welche weniger als 3 Beschäftigte angemeldet haben Für die größeren Betriebe kommt der Beschluß des Borstandes gemäß Rundschreiben vom 18 Oftober 1923 in Frage, welches am Montag oder Dienstag Den Arbeitgebern überbracht wird. Berlin- Lichterfelbe, den 20. Oftober 1923. Der Borffand 9/15 0. Gebert, 2. Borsigender. F. Haneberg, Schriftführer. Ortskrankenkasse für das Buchdruckgewerbe zu Berlin Bezugnehmend auf die Bekanntmachung Bom 7. 8. 23 geben wir bekannt, daß der Borstand befchloffen hat, den Höchftgrundlohn mit Wirkung vom 18. 10, 23 auf 800 Millionen Mt. und mit Wirkung vom 20. 10. 23 ab auf 4 800 Millionen Mi feftzufegen. Die Barleistungen nach dem Grundlohn von 800 Millionen Mr. treten am 29. 10. bam. 5. 11. 23 in Kraft. Nähere Angaben über Lohnstufeneinteilung, Bei trag und Leiftungen find den Arbeitgebern durch Rundschreiben zugegangen. Berlin, ben 20. 10. 28. 9/16 Der Borstand. Arthur Scholem, Alfred Ekström, Barfigender. Schriftführer. Zahngebisse Gold, Silbers, Platin- Bruch kaufen Schneider& Sohn Friedrichstraße Französ.Str.15 II. Der Kampf derkomm.Internationale gegen Versailles und gegen die Offensive des Kapitals Von KARL RADEK AUS DEM INHALT: Die internationale Lage/ Der Zusammenbruch des welipolitischen Planes Lloyd Georges Dasenglisch- amerik.Schulden. abkommen/ Die Ruhrfrage und England/ Der russ.- englische Konflikt/ Lausanne/ Die Liqui dation des Washingtoner Ab kommens/ Haag u. Hamburg Der Kampf im Lager der Bourgeoisie/ Der wachsendeWider stand der Arbeiterklasse/ Die Frage der Einheilsfront/ Die Frage d. politisch. Bündnisses Das Verhältnis zum Faschismus Vor neuen Kämpfen 129 Seiten/ Grundpreis 60 PI. VERLAG CARL HOYM NACHF. LOUIS CAHNBLEY/ HAMBURG& st. arbeiten" Intereffierte als Gäfte willkommen 7. Streis, Charlottenburg. Dienstag, den 23. Oftober, 7½ Uhr, Sigung des er= weiterten Borstandes. 14. Recis, Reufölin. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde! Dienstag, den 23 O tober, 7 Uhr, Schule Leffingste. Fortsegung des Kursus Papier- und Bappst. Mittwoch, den 24 Oktober. Mitglieberversammlung in den Comeniusfälen, Memeler Straße 67. Die Bezirksfiihrer werden gebeten, einzuladen. 80. und 81. bt. Schöneberg, Friedenau. Gozialistisches Seminar! Heute, Montag abend, 7 Uhr bei Alabe, Sandjernfte. 60/61. Thema„ Unsere Stellung um Staat Ref. Landgerichtsrat Gen. Ruben. Die Nachbargemeinden werden gebeten, fich zu beteiligen. Jungsozialisten, Gruppe Lichtenberg. Dienstag abend 7½ Uhr, Jugendheim, Bartaue 10. Bortrag des Gen. Wilhelmy über Bürgerliche Jugendbewegung". Die Arbeiterjugend ist besonders dazu eingeladen. Frauenveranstaltung, Montag, den 22. Oftober. Der Lohn der Photographen in der Filmindustrie für die Woche vom 13. is 19. Ottober beträgt 31 200 millionen und ift zahlbar bis spätestens Mittwoch. Gleichzeitig wird ein Borschuß Don 15 Milliarden zur Auszahlung gebracht. Die Borschußzahlung für Freitag, den 26. Oktober, wird noch vereinbart. Auf Grund dieser Lohnregulierung beträgt der Berbands. beitrag für die Woche vom 13. bis 19. Oftober 440 Millionen und 200 Millionen Extrabeitrag für die Arbeitslosen. Der Ortsvorstand. Berantwortlich für Politit: Craft Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Echitowski; Lokales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. 21., 22. und 23. Abt. 7%, Uhr, Müller-, Ede Utrechter Straße. Borirag der Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. 5., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei Genoffin Bachenheim. Die große Jubiläumsausgabe: FLATOW Kommentar zum Betriebsräfe gefciz Auflage 95 bis 125000 Vollkommen neugeftaltet unter Benutzung aller Literatur zum modernen Arbeitsrecht und Anführung der ergangenen Entscheidungen. Auch das Betriebsbilanzgefetz und das Auffichtsratsgefetz nebft Wahlordnung find für den Gebrauch in der Praxis forgfältig erläutert. Preis- Grundzahl geb. M. 4.Budhandlung VORWÄRTS Berlin SW 68, Lindenftrabe 3 Zur internationalen Lage A. LAPINSKI: Die Bosetzung des Ruhrgebiets und der Zerfall Europas KARL RADEK: Die Liquidation des Versailer Friedens KARL RADEK: Der Kampf der Komintern gegen Versailles und gegen die Offensive des Kapitals G. SINO WJEW: Die Kommunistische Internationale auf dem Vormarsch L. TROTZKI: Die neue ökonomische Politik Sowjetrußlands und die Weltrevolution E. VARGA: Die Niedergangsperiode des Kapitalismus VERLAG CARL HOYM NACHF./HAMBURG 8 Ungeheuer gestiegen im Preise sind alle Lebens mittel und Gebrauchsgegenstände KLEINE ANZEIGEN billig! im ,, Vorwärts" sind dagegen immer noch Verkäufe Schulz, Pianos fauft Karfiol, Dresdener. ftraße 54. Morigplag 128 45. Pianos, Flügel tauft zu höchsten BarbaRörnerfitraße 6, ant der Tagespreisen Biaromagazin. Lügomstraße. Qualitätsteppiche. hor- roffaplak 2. Stollendorf 5397. rend billig, da alte Abschlüsse. Nähmaschinen. 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