Abendausgabe Nr. 496 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 250 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redation: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialbemotrat Berlin Vorwärts Berliner Dolksblatt 150 Millionen M. Dienstag 23. Oktober 1923. Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Ausbreitung des Separatistenputfähes. Besetzung von Trier, Coblenz, Wiesbaden. und der Stadtverwaltung statt. Bonn, 23. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Das Rathaus in onn ist in der Nacht vom Montag zum Dienstag ebenfalls von Separatisten befeht worden. Gegen 1 Uhr nachts rückte eine große Zahl separatistischer Elemente schwerbewaffnet vor das Rathaus. Die Bonner Polizei, die das Rathaus befeht hatte, hielt die Separatisten eine ganze Zeit lang mit Wasserschläuchen in Schach, da sie bekantlich auf Anordnung der französischen Besahung von der Schußwaffe nicht Gebrauch machen durfte. Der Oberbürgermeister von Bonn setzte sich sofort mit dem Kommandanten der BeJagungstruppen in Verbindung, um ihn auf die Zustände aufmertfam zu machen. Der Erfolg war, daß bald franzöfifches Militär anrüdte, das Rathaus stürmte und die Zivilbeamten fowie die Polizeimannschaften in je ein besonderes Zimmer einsperrte. Unter ihrem Schuh konnten sich dann die Separatisten des Rathauses bemächtigen und die Rheinische Republit ausrufen. Wiesbaden, 23. Oftober.( WTB.) Heute nacht wurde hler auf dem Regierungsgebäude die Flagge der Rheinischen Republik gehißt. Die Polizei ist behuss Entwaffnung im Polizeipräsidium eingesperrt. Der Präsident ist auf 9 Uhr zu den Befahungsbehörden befohlen worden. Der Handfireich erfolgte durch nen aus etwa 20 Mann bestehenden Stoktrupp der Dorten Die vor dem Regierungsgebäude angesammelte enge, die fich in Beschimpfungen gegen die Sonderbündler erging, urde durch Schüsse auseinandergetrieben. Nach dem„ Er de hin" foll es etwa 10 Verwundele gegeben haben. Franzöfifche Ravallerie patrouilliert in den Straßen. Jartei. Eine provisorische Regierung. Inruhen in Aachen. Abwehrstreik der Gewerkschaften. Wiesbaden, 23. Oktober.( WTB.) Infolge des Vorgehens der Dorten Partei haben die hiesigen Gewertschaften heute vor mittag 9 Uhr den Generalstreik proflamiert. Außer franzöfifchen Kavalleriepatrouillen, die den Verkehr aufrechterhalten sollen, durch fahren Truppen auf Autos die Stadt. Die Bevölkerung hat sich zahlreich auf den Straßen versammelt, verhält sich aber ruhig. Der Schrei nach Brot. Bom Montag auf Dienstag ist der Preis für ein Brot in Berlin von 2,5 auf 5,5 Milliarden gestiegen. Die Bäckerläden werden überlaufen, um das für die Ernährung notwendigste Lebensmittel zu beschaffen. Die Borräte find aber nur gering und bald ausverkauft. Stundenlang stehen die Frauen an, um nur einen Laib zu erhalten. Wenn sie Glück haben, tragen sie das Erworbene noch ganz warm nach Hause. Zahlreiche andere Dinge abziehen und an anderen Läden oft vergeblich aber haben das Glüd nicht mehr. Sie müssen unverrichteter die gleiche Stundenzahl opfern. 11 & öln, 23. Oftober.( WTB.) Im Laufe der Nacht ist es den Separatisten gelungen, sich der öffentlichen Gebäude in Bonn, Brüffel, 23. Oktober.( EE.) Nach einer Meldung der belgischen darunter des Rathauses, ju bemächtigen, die jetzt in ihrer Hand Telegraphenagentur aus Aachen sind dort schwere Unruhen ausfind. Es finden zurzeit Verhandlungen zwischen den Separatisten gebrochen. Die Schupo zielte auf die Menge, Kommunisten begingen Plünderungen. Der Ort Busbach soll in Flammen stehen. Paris, 23. Oktober. Havas berichtet aus Düsseldorf: Der Die Erbitterung steigt von Tag zu Tag. Immer lauter separatistische Führer Matthes hat sich auf die Nachricht vom wird der Ruf nach Hilfe. Immer bringender das Verlangen Aachener Handfireich nach Düsseldorf und von dort nach Düren nach einschneidenden Maßnahmen, um wenigstens die Erbegeben. Er hat sein Bureau dort eingerichtet und soll die ei- nährung des Boltes sicherzustellen, und wenn sie auch noch tung der Bewegung übernommen haben in der Abficht, so fümmerlich wäre. Die Harrenden denken an das Wort fie auf die gesamte Rheinlande auszudehnen. Bestarps, daß sie hungern müffen bei vollen Scheuern. Sie wissen, daß die Ernte im Lande gut ist, daß sie wenigstens über die nächsten Monate hinweghülfe, wenn sie zur Verfügung gestellt würde. Aber da ist der Dollarturs und der Dollarpreis. Roggen und Weizen sind auf deutschem Boden gewachsen und haben doch eine unbezwingbare Sehnsucht, nach dem Wert der amerikanischen Münze bezahlt zu wer den. Händler und Bäcker müssen sich dieser Sehnsucht fügen, wenn anders sie aus den vollen Scheuern überhaupt noch Rohstoffe für die Herstellung von Brot erhalten wollen. Und Paris, 23. Oftober( TU.). Nach Mitteilungen aus bem be die Frauen des arbeitenden Bolfes, die auf Unendliches zu 24 Stunden an Ausdehnung gewonnen. In Mainz sind gestern bißchen Bort verzichten, das sie zur Stillung des Hungers fetzten Gebiet zu urteilen hat die Abfallbewegung in den letzten verzichten gelernt haben, fönnen nicht auch noch auf das um 8 Uhr Separatisten eingedrungen und haben das der Kleinen bedürfen. Bürgermeisteramt befest. Eie verhafteten bisher 30 Boltzeibeamte und entwaffneten fie und hißten auf den öffentlichen vergeblich nachzueilen sich bemühen. Obschon die Einnahmen Ihnen aber ist der Dollar nur das Glücksrad, dem sie Gebäuden die rheinländische Fahne. Hierauf versuchten Gegen im Arbeiterhaushalt volle Beschäftigung vorausgefehtmanifestanten, sich des Rathauses wieder zu bemächtigen. Doch jetzt auch schon nach Milliarden" sich berechnen, bleibt doch wurden sie von den separatistischen Stoßtrupps, die sehr gut aus nichts anderes übrig, als ein riesiges, fich immer vergrößerngerüstet waren, zurückgetrieben. Bei dem Zusammenstoß sind einige des Defizit. Selbst wenn der schwer arbeitende FamilienPersonen verletzt werden. In Trier haben die Sonderbündler pater zehn, zwölf oder fünfzehn Milliarden nach Hause gestern abend um 10 Uhr die Regierungsgebäude be- bringt, langt das nicht einmal für zwei oder drei Brote. jeht, ohne daß es zu einem Zusammenstoß gekommen wäre.- Ein solcher Zustand ist unerträglich. Und immer lauter Ueber die mißglückte Befeßung der Stadt Koblenz fann der wird die Frage gestellt, zu welchem 3wede benn eigentlich Sonderberichterstatter bes Matin" genaueres angeben: Der Bür in der Zeit höchster Not die Rotstandsmaßnahmen der germeister von Koblenz hat diesem Berichterstatter zufolge die fechs 3 mangsverforgung aufgehoben worden sind. Man Sonderbündler, die zur Befehung tes Rathauses schreiten wollten, entsinnt sich der Bersprechungen jener bürgerlichen Parteien, in einen Hinterhalt" gelodt. Der Berichterstatter des Journal" bie in den Wahlkampf zogen mit der Parole: Fort mit der gibt über die zum Teil gescheiterte, zum Lei erfolgte Ueberrumpe- 3wangswirtschaft, die die Produktion hemmt! Her mit der lung der anderen Orte durch die Sonderbündler einen ausführlichen freien Wirtschaft, die volle Läden und niedrige Preise garanBericht. In München Gladbach rüdten die Sonderbündler tiert!" und man sieht erstaunt und erschüttert vor dem gestern in Laftautos ein und begaben sich unverzüglich vor das Nichts. Denn nicht einmal die Läden find gefüllt, die Preise Separatisten im Wiesbadener Rathaus. Rathaus. Ihr Führer verhandelte mit dem Bürgermeister, der sich aber in dauerndem sprunghaften Emporschnellen. Diejenigen, Baris, 23. Oftober.( EE) Wie aus Biesbaden gemeldet bereiterklärte, der Proklamation der Rheinlandrepublik keinen die erst in diesem Sommer den letzten Rest der öffentwird, besetzten 200 mann der rheinischen Separa. Unterredung den Mannschaften mit, und sie trafen die nötigen hilflos dem Massenelend gegenüber, das sie verschuldeten. wird, besetzten 200 mann der rheinischen Separa Widerstand entgegenzusetzen. Er teilte darauf das Ergebnis der lichen Bewirtschaftung, die Getreideumiage, beseitigten, stehen tisten das dortige Rathaus und übernahmen die öffentliche Verwaltung. 30 Polizisten wurden entwaffnet Maßnahmen, um auf den öffentlichen Gebäuden ihre Fahne zu Die Regierungsverordnung zur Sicherstellung des und verhaftet. Es fanden sofort Gegenfundgebungen statt, in denen biffen. Als sie jedoch nach wenigen Augenblicken auf das Bürger- Warenumlaufs", die in der heutigen Morgenausgabe verversucht wurde, den Separatisten das Rathaus wieder zu entreißen, meisteramt zurückkehrten, in der Absicht, es militärisch zu besetzen, öffentlicht wurde, wendet sich gegen die Geschäftsleute, aber diese machten einen Angriff ihrer Vortruppen, denen die Gegner befanten sie sich den Polizeifräften gegenüber. Sämtliche Fenster die ihre Läden schließen, statt zu verkaufen und die für Waren und Türen des Rathauses waren verbarrifadiert, und die blaue im Kleinhandel andere Zahlungsart fordern als ReichsBolizei forderte fie auf, fich unverzüglich zu zerstreuen. Die Separa- mart. Solche Verordnung kann nicht schaden. Aber ganz Trier, 23. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) In der Nacht zum tisten wagten, da fie nur in ungenügender Zahl vertreten waren, ohne 3weifel hilft fie auch nichts. Und an solchen Verord Montag ist eine Menge Sonderbündler in Trier eingezogen und feinen Angriff auf das Rathaus und begnügten sich im übrigen nungen, die niemand nügen, haben mir gerade genug. Behat das Regierungsgebäude, das Rathaus und die Post besetzt. Im damit, die angrenzenden Straßen zu besetzen. Rommunisten und brudten Papiers bedarf es nicht mehr. Wir brauchen ernstLaufe des Montags beschlagnahmten sie das Auto der Regierung Nationalisten veranstalteten eine Gegenfundgebung und verhafte wirtschaftliche Maßnahmen, die dort zupacken, wo die und verhafteten die Führer der politischen Parteien, darunter den fuchten ihrerseits, die Sonderbündler zu umzingeln. Am Nachmittag benötigten Waren an der Quelle zu finden sind. In diesem fozialdemokratischen Beigeordneten Reese, den hat der Lantrat aus eigenem Anlaß sein Amt niedergelegt. Falle bei den vollen Scheuern, von denen Westarp sprach. Es fie ins britisch bejetzte Gebiet abfchoben. Die Sonderbündler find In Düren trafen gestern abend rheinische Stoßtrupps ein, die ist ein Widersinn, den Kleinhändlern zuzumuten, ihre ffart in der Minderheit, aber die zweifelhaften Eristenzen, aus denen bis zum Morgen am Rande der Stadt verharrten. Um 10 Uhr Waren gegen Papiermart abzugeben, aber den Landfie fich zusammensehen, find bis an die Zähne bewaffnet. wurde dann die Republif im Rathaus ausgerufen und wirten freie Hand zu geben, in Dollar, Gold oder Golddie separatistische Fahne auf den öffentlichen Gebäuten gehißt. Bu anleihe fich bezahlen zu laffen. Wir verkennen durchaus nicht Berhaftungen durch die Separatisten in Trier. Zwischenfällen scheint es nicht gefommen zu fein. Die Sonder die Schwierigkeit, in der sich die Landwirtschaft befindet. Sie Köln, 23. Oftober( Franff. 3tg.). Aus Trier erhält die bündler dehnten ihre Bewegung auch auf Bonn aus, wo fie gegen fann ihre Ware nur einmal verkaufen. Sie fann nicht, wie „ Kölnische Volkszeitung" eine Melburg, wonach die Sonderbündler 10 Uhr gestern abend eintrafen, ohne indeffen aktiv vorzugehen. der Händler immer neue Bestände heranschaffen und bei jedesbort mehrere politische Führer und Stadtverordnete, dar- Zahlreiche Personen, sowohl Sonderbüindler und Kommunisten, hal- maligem Wiederabstoßen neue Gewinnmöglichkeiten schaffen. unter den Reichstagsabgeordneten Profeffor Raas, den sozia- ten sich vor dem Rathaus auf und führen lebhafte Gespräche. Die Sie hat deshalb ein besonderes Interesse, endlich ein wertdemokratischen Beigeordneten Rese, ferner die Stadtverordneten Polizei bemüht sich vergeblich, fte zu zerstreuen. beständiges Zahlungsmittel zu erhalten. Aber das gleiche Interesse haben die Massen der städtiFrankfurt a. M., 23. Oftober.( WIB.) Nach der Frantfurter Zeitung haben geftera abend 10 Uhr bewaffnete Separatiffen das Rathaus in Wiesbaden befeht, ohne daß Widerstand geleistet werden konnte. Die Polizei ist von den Separatisten aufgefordert worden, in den Dienst. der Rheinischen Republit zu treten, was aber einmütig und fategorisch abgelehnt wurde. Auch das Regierungsgebäude scheint besetzt zu sein, da vor diefem ein bewaffneter Separatist Posten steht. weichen mußten. Brandenburg und Lautenstrauch, verhaftet haben. Im " * Lauf des Vormittags verlangte eine Schar Sonderbündler von Alle vorliegenden Nachrichten zeigen das weitere Anfchen Lohn- und Gehaltsempfänger. Ja sie in noch erhöhtem der Statt die zugestehung zweier Beigeordneter und eine ft än- wachsen der separatistischen Bewegung. Die Maße, da fie feine andere Ware abzugeben haben als ihre dige Kontrolle der Verwaltungsorganisation, gut bewaffneten Sonderbündler haben gegenüber der restlos Arbeitskraft. Sie haben keine Reserven und Bestände, sie ferner die Einsetzung ihres Anhängers Masen als Bolizeidirektor. entwaffneten Bevölkerung und den von den Besatzungsbehör- fönnen nicht aus der eigenen Broduktion sich und ihre AngeDie Forderungen wurden abgelehnt. Die Sonderbündler, vorwie- den zur Ohnmacht verurteilten deutschen Gemeinde- und hörigen ernähren, wie das die Landwirte immer noch fönnen, gend junge Leute, durchstreiften die Stadt und beschlagnahmten Staatsbehörden ein verhältnismäßig leichtes Spiel. Es selbst wenn sie gar fein Geld" einnehmen würden. Diefe unter Drohungen mit ihren Revolvern Kraftwagen. Gestern abend scheint, als ob es den Butschisten gelingt, das linke Rheinufer städtischen Proletarierschichten, die in diesem Jahre durch 7 Uhr hat eine große Echar von Separatisten das Reichsvermögens in die Hand zu bekommen. Schon melden sich französische immer neue Schichten des versinkenden Mittelstandes vermehr! amt besetzt und die Beamten daraus vertrieben Pressestimmen, die eine besondere Regelung der Reparations- werben, ftehen vollends vor dem Nichts, wenn ihre Arbeitsfrage für das Rheinland ankündigen. Frankreich jucht eben fraft feinen Absah mehr findet oder wenn der ihnen dafür Die„ provisorische" Regierung. mit allen Mitteln sein Ziel der Zertrümmerung Deutschlands gezahlte Preis zum leben nicht mehr ausreicht. Diese Prolezu Paris, 28. Oftober.( EC.) Wie das„ Echo de Paris" meldet, du erreichen. Ein Erfolg fann diesem wahnsinnigen Treiben farierschichten rufen deshalb heute mehr denn je nach dem Paris, 23. Oktober.( EE.) Wie das„ Echo de Paris" meldet, nur vorübergehend beschieden sein. Niemals wird Notwendigsten: nach Brot! fetzt sich die provisorische Regierung der Rhein Deutschland sich mit seiner erftüdelung ab Die Sozialdemokratie hat sich in Erkenntnis des Ernstes republit aus folgenden Persönlichkeiten zusammen: Deders, finden tönnen. Die einheitliche Deutsche Republik wird der Cage mit schwerwiegenden Gründen und allen parlamenRechtsanwalt Guthardt, Landtagsabgeordneter Wolterhof, doch trotz aller Unterdrückungsversuche entstehen müssen, so tarischen Mitteln gegen die Aufhebung der öffentlichen BeAbgeordneter Metgen, Mühlenheisen, Ublach, lange die deutsche Arbeiterschaft politisch zu denken und zu wirtschaftung des Brotgetreides gewandt. Sie hat noch in Cyonen, Schiffer, Rroebe, Hermann Dorten, von handeln imftande ist. legter Stumbe versucht, die Beseitigung der Getreideumlage Haren, Schloob und Wilms. Das Präsidium der provisori zu verhindern oder doch hinauszuschieben. Aber das Ernäh fchen Regierung sei dem Wagenfabrikanten Talbot angeboten worden, doch sei noch nicht entschieden, ob er die Wahl annehmen Amtlicher Dollareinheitskurs 56 Milliarden rungsministerium befonders fein Leiter Dr. Luther- ha: der freien Wirtschaft auch auf diesem Gebiete so eifrig bas werde. Gestern vormittag um 10 Uhr begab sich Deders zum Mitteilung der Reichsbant: Der für die Durch- Wort geredet, daß die Gründe der Sozialdemokratie und der belgischen Oberbefehlshaber, um mit ihm die Ereigniffe zu be- führung der Devifenverordnung maßgebende amtliche Mittel- Gewerkschaften beiseitegeschoben wurden. Jetzt kann die sprechen. turs des Dollars ist heute, am 23. Dtfober, 56 miliarden M. Reichsregierung nichts anderes mehr, als noch schlimmeres 22 " Kommunistenputsch in Hamburg. zu verhüten. Sie droht deshalb Plünderern mit behördlicher bewegung im Rheinlande verhalten dürfe. Noch mehr aber Abwehr. Aber sie schafft fein Brot. Sie tann es nicht, weil deckt der„ Temps", der oft als Sprachrohr der Regierung sie den Apparat zur Brotversorgung freiwillig aufgegeben hat. Dient, die Karten der französischen Politik auf. In seinem Ueberrumpelung von Polizeiwachen.- Tote, Verwundete Aber es handelt sich jetzt um mehr als um ein Prinzip: ersten Artikel über den Separatistenputsch erklärte das Blatt, Hamburg, 23. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) In der Freie Wirtschaft oder nicht! Es handelt sich um die Ernäh- daß er mit dem Konflikt zwischen Bayern und dem Reich in Nacht zum Dienstag wurden von den Hundertschaften der Kommurung, um die Erhaltung der Menschen und der menschlichen Berbindung stehe und eine Folge der systematischen Revanche- niften Ueberfälle auf die in der äußeren Stadt gelegenen Arbeitskraft, die die Grundlage jedes Staatswesens bilden politit" Deutschlands sei. Der Streit mit Bayern sei nur ein Polizeiwachen verübt. Es gelang den kommunisten, dur á müssen. Hungernde Massen, die die Woche über schwer arbei- Streit um die Führung: Ludendorff und General v. Seedt Ueberrumpelung 13 Wachen in Besik zu nehmen. ten sollen, um dann ihren papiernen Lohn in Nichts zer- feien uneinig über das Kommando, aber sie würden schnell Sofort eingefehte Polizeimannschaften konnten 10 Wachen gleich flattern zu sehen, fennen teine staatlichen Rücklichten mehr, wieder einig sein, wenn es gegen Frankreich ginge. Daß unter wieder befehen, um drei Wachen wurde in den Morgenstunden noch wenn ihnen das Elend bis Elend bis zum Halse reicht. Sie solchen Umständen das Rheinland den Wunsch habe, fich vom gefämpft. Den kommunisten stehen offensichtlich auch einige haben ein Recht zum Leben und machen es geltend. Sie Reiche zu trennen, sei begreiflich. Diese separatistische Be- große Kampfmittel zur Verfügung. So ist es ihnen gefordern von der Staatsgewalt, der sie dienen sollen, daß wegung habe nicht der französischen Machinationen bedurft, lungen, im Vorort Eimsbüttel ein polizeiliches Panzerauto kampfsie ihnen wenigstens das Leben sichert. Der Schrei nach die die deutsche Propaganda der französischen Politif ange unfähig zu machen und die in dem Auto fißenden Polizeibeamten Brot, der jetzt durch die Gassen aller Städte und aller Indu dichtet habe. In einem zweiten Artikel jedoch bestätigt der schwer zu verwunden. Die kommunisten haben die über die striezentren hallt, ist der Schrei nach dem Lebensrecht, das Temps", ohne es zu wollen, selbst, daß diese Anschuldigungen Teuerung verzweifelte Stimmung der Arbeiterschaft benuht, um gefährdet erscheint. Noch ist der Winter nicht da. Noch fann feineswegs aus der Luft gegriffen sind. Das Blatt schreibt: sämtliche Werften und einen großen Teil des Hafens füillzulegen. es Zeit fein, das Schlimmste zu verhüten. Wir fordern So sehr man wünscht, daß das Wert der Befreiung gelingt, 3m übrigen wird in den meisten Betrieben gearbeitet. Straßen. deshalb, daß die Reichsregierung sofort die notwendigen muß man sich doch vor einem übereilten Urteil hüten; denn die und Hochbahnen verkehren, nachdem sie in den frühen MorgenstunMaßnahmen ergreift, um die Versorgung der Städte ficher- rheinische Bewegung hat wie jede Umwälzung zwei verschiedene den einige Zeit zu feiern gezwungen waren. In der inneren Stad? zustellen. Mit allen Mitteln, auch mit dem der Wieder Gefahren zu bestehen. Sie schreitet entweder zu schnell oder ist Ruhe und geregelter Geschäftsbetrieb. Auf der Eisenbahnstrede einführung der öffentlichen Bewirtschaf3u langfam fort. Reiner der rheinischen Führer scheine sich Cübed- Hamburg, auf der evil, hätten Reichswehrtruppen herbeitung, der man schandenhalber den Namen Zwangswirt bedrängt zu fühlen, allzuschnell vorzugehen. Sie wollten alle vor geführt werden fönnen, waren zwischen den Stationen Uhrensburg schaft" angehängt hat. Höher als alle anderen Interessen muß fichtig zu Berte gehen. Die Durchführung würde aber erft voll- und Alt- Rahlstedt die Schienen aufgerissen und durch das wohl des Boltes stehen. Und dieses Bolt leidet fommen gelingen, wenn die Gesamtheit der Bevölkerung hinter Baumverhaue Hindernisse aufgestellt, die mit Hilfe der Polizei und heute in seinen breiten arbeitenden Schichten Not. Eine Not, der rheinischen Bewegung stehe. 56 Broz. der rheinischen Bevölke Eisenbahnbeamien nach einigen Stunden beseitigt werden konnten. die nicht ganz unabwendbar ist, und an deren Beseitigung zu rung gehöre aber zum fatholischen Sentrum, und das fatholische Um die Polizeiwachen herum, um die gekämpft wird, ist das Der Freihafen wird arbeiten daher die nächste Aufgabe aller fein muß, die im Zentrum fei in Köln durch eine sehr bedeutsame Persönlichkeit, Straßenpflaster aufgeriffen. durch Herrn Adenauer, vertreten. Das sei ein Mann, der den außer durch Hamburger Ordnungspolizei durch eiligst von Kiel be. Dienste des Volkes stehen. Anhändern der rheinischen Republik tein Vertrauen einflößte. orderte Torpedoboote gegen Plünderungen geschüht. Die Kämpfe Unter den hervorragenden Katholiken gäbe es wohl sicherlich Leute, haben sowohl auf seiten der kommunisten als auch der OrdnungsFrankreich und der Separatistenputsch. die mit Preußen weniger eng verknüpft seien. Aber man müsse polizei zahlreiche Verwundefe und auch einige Tote zur Folge fich vorhalten, daß diese Personenfrage in der inneren Politik eine gehabt. Nachdem die ersten Nachrichten über den Separatisten- gewisse Geduld erfordere. Andererseits fönne aber durch ein Was die Kommunisten in Hamburg, die bekanntlich) putsch im Rheinlande in einem Teil der französischen Presse langsames Borgehen der rheinischen Führer eine große wie die Berliner zum radikalsten Flügel ihrer Partei gehören, begeisterte Zustimmung ausgelöst hatten, macht sich nun in Gefahr entstehen. Die Parteien der Rechten und diejenigen, die sich bei diesen abenteuerlichen Putsch versuchen den maßgebenden Organen eine geflissentliche Zurückhaltung in Deutschland den Revandhegedanken vertreten, üben in Berlin eigentlich gedacht haben oder denken, das wird außer ihren bemerkbar. Man könnte auch sagen, daß angesichts der einen immer größeren Einfluß aus. Die Bewegung in Bayern Führern faum jemand wissen oder begreifen. Ihr unsinniges deutlich hervortretenden Schwierigkeiten des Rheinland- und die militärische Unterdrückung Sachsens seien zwei Mittel, Borgehen ist jedenfalls eine verbrecherische Dumm problems in ernster denkenden politischen und wirtschaftlichen die Sozialisten aus der Regierung zu verdrängen und an die Spige heit, die sich in ihren Auswirkungen mur gegen die Arbeiter Streifen eine Ernüchterung hervortritt, die vielleicht mit dem des Reiches ein Rechts kabinett oder ein Direktorium richten kann. In dem Augenblick, in dem der Versuch ge starken Fallen des Franken am gestrigen Tage in Verbindung zu stellen, das dem Militär durchaus ergeben sei. Die Sozialisten macht wird, den militärischen Belagerungszustand zu beseitigen, steht. Als Symptom der Stimmung in industriellen Kreisen feien unfähig und die Gewerkschaftstassen durch die Währungstrife geben sie allen Befürwortern diefes Belagerungszustan jeien die Aeußerungen der einflußreichen Journée Indu- geleert. Wenn daher diejenigen, die die Gründung des neue Waffen in die Hand. Sie unternehmen ihre strielle" wiebergegeben: der rheinischen Republit im Auge haben, 3eit Aktionen, die wieder genau fo angezetelt wurden wie feinerDas Blatt meint, die Ereignisse im Rheinland würden die fran- perlieren, dann tönnten fie Gefahr laufen, in geit im März 1921, felbstverständlich immer nur auf eigene zöfifche Boliti? vor sehr ernste Probleme stellen, die unte: Berlin Männern gegenüberzustehen, gegen die Faust und ohne die Arbeiter zu fragen. Vielleicht wollen sie Umständen ven weitgehender Rückwirkung auf Frankreich sein tönn. der Wille der Rheinländer allein nicht mehr ge damit ihre 3 unerlässigkeit als Bertragsgegner Das Blatt legt sich Rechenschaft darüber ab, daß die nügen würde, um die Rheinlande zu befreien. bei der von ihnen angestrebten Einheitsfront deutlich doku Bewegung durchaus feine sehr soliden Unterlagen aufweise. Es te. Die Schlußfäße des Temps" Artikels zeigen deutlich, mentieren. Ihre Absicht, in Hamburg wie an anderen Orten zeichnet die Bewegung als materiell zerbrechlich gegenüber der daß man in sehr einflußreichen französischen Kreisen die Sepa- die Arbeiter für ihre Barteizwede in einen Generalstreit etwaigen Reaktion der preußischen Macht und moralisch zerbrechlich, ratiftenbewegung im Rheinland mit allen Mitteln zu be hineinzuheben, der nur der Reaktion dienen würde, wird veil die separatistische Bewegung es noch nicht verstanden habe, die schleunigen sucht. Troß der jetzt zur Schau getragenen ihnen jedenfalls durch solche Manöver nicht erleichtert werden. verschiedenen Strömungen, die die Berfolgung des Unabhängig. Reserve tritt der Wunsch nach der Schaffung einer selbstän teitsgebantens im Rheinlande angenommen hat, zusammen digen rheinländischen Republik im offiziösen" Lemps" nur Die Reichswehr in Sachsen. aufaffen und auf ein bestimmtes System zu vereinigen. Das Blatt allzu deutlich hervor. Daß das Blatt sich bei der Begründung stellt zusammenfassend die Frage: Wo wird die Neutralität Frank- dieses Borgehens selbst in Widersprüche verwickelt, ist reichs gegenüber einem Versuche des Deutschen Reichs, seine Einheit bei der Schwierigkeit der Aufgabe nicht verwunderlich. Denn deutende Berstärkungen erhalten. Sowohl in Leipzig wie auch in zu wahren, aufhören? Die beiden gefahrdrohenden Klippen, die wenn man sich das Ziel gefeßt hat, die Machtsphäre Frank- anderen fächsischen Städten find Reichswehrabteilungen eingerüt. unbedingt vermieden werden müßten, feien einerseits ein Ronreichs durch Schaffung eines rheinischen Basallenstaates nach Nach der aus Sachsen vorliegenden Nachrichten ist es aber nirgends, flikt mit den Alliierten in dem Falle, daß Frankreich aus dem Osten hin zu erweitern, muß man, wie das jetzt im mit Ausnahme der berichteten Borgänge in Meißen, zu Zu feiner Reuirásität heraustrete und im anderen Falle die Erbitte. Temps" geschieht, auch auf den Sturz ber republi- lammenstößen gekommen. Der Bezirksvorstand der Sozialdemo rung unter der rheinischen Bevölkerung felbft tanischen Regierung und auf die Errichtung fratischen Partei für Ostfachsen erläßt einen Aufruf an die sächsische Weiterhin deckt das Blatt noch eine andere Seite des Problems auf einer Rechtsdiftatur in Deutschland hinarbeiten, die Arbeiterschaft, in dem es heißt: und fragt, wie im Falle einer wirtschaftlichen Trennung von Deutsch zuerst als Ursache der Abfallbewegung im Rheinland angeland die wirtschaftliche Masse aufzuteilen sei. Beder auf dem illu- führt worden ist. Wie dem aber auch sei: Man kann dem forischen noch im Absterben begriffenen Wege der Sachlieferungen Temps" dankbar sein, daß er vor aller Welt das Ziel der noch im Glauben an die Hilfe der internationalen Geldjäde fönne französischen Politik flargelegt hat: Schaffung neuer man des Rätsels Lösung finden. franzöfifcher Machtpositionen am Rhein und Bedenken ähnlicher Art tommen auch in anderen fran- als Folge dieses Vorgehens Sieg der monarchistischen zösischen Blättern zum Ausdrud. Es muß aber dennoch her- Konterrevolution in Deutschland. Bergehoben werden, daß in sehr einflußreichen Organen direkt oder indirekt für die Aktion der Separatisten, die der Be- den Sonnabend in Ro ft o d anberaumte Parteitag der Deutsch Berbot des Deutschoölfischen Parteitages. Der für den kommen. freiung" der Rheinlande diene, Stimmung gemacht wird. So völkischen Freiheitspartei ist durch das Mecklenburgische Staatsminis fritt das„ Journal des Débats" dafür ein, daß Frankreich sich fterium verboten worden. Die deutschvölkischen Abgeordneten nicht prinzipiell ablehnend gegenüber der Separatisten haben gegen das Verbot Protest erhoben. ten. Gottlob ein Bettler! " In Sachfen hat die Reichswehr gestern und vorgestern be. Aus einzelnen Orten Sachsens wird uns mitgeteilt, das Ge. rücht werde verbreitet, auf der Chemnißer Konferenz sei der Generalstreit beschlossen worden. Das entspricht nicht den Tatsachen! Bielmehr ist eine Rom mission gewählt worden, die mit den zuständigen Instanzen sofort zu beraten hat, um dann die notwendigen Maßnahmen zu treffen. Alle Einzelaktionen find zu unterlassen! Weitere Mitteilungen erfolgen durch die Partei und Gewerfschaftsinstanzen." Die fächsische Regierung hat die Absicht, heute einen Aufruf an die Bevölkerung zu erlassen, in dem sie ihre feste Treue zum Reich erklärt und die Bevölkerung zur Ruhe und Besonnen. heit auffordert. und Herbheit liegt. Pathetisches und Sentimentales tommt besser den besetzten Gebieten machen sollte. In diesem Augenblic famen heraus als das anmutig Spielerische. Als Mangel empfinde ich nur eine große Anzahl Politiker in der Konföderation zusammen, um zu das Bersagen des Mienenspiels; das Gesicht zeigt meist den Aus- beratschlagen, ob es möglich wäre, die Gründung einer selbständigen Frau Schlächtermeister Goldpreis von nebenan( zweihundert- druck eines schwer Arbeitenden, der in gespannter Aufmerksamkeit cisrhenanischen Republik auf dem linken Rheinufer ins Wert zu fünfunddreißig Pfund Lebendgewicht) steht nicht im Geruch beson- alle Straft auf sein Wert konzentriert. Dadurch bekommt die Leis fehen. Sie taten dies einerseits aus Unterwürfigkeit gegen Frant. derer Wohltätigkeit. Dafür hält sie zwei scharfe Hunde. ftung etwas Unfreies, der Schein des Improvifierten, im Moment reich, andererseits um das größere Uebel, die vollständige Annegion, Reulich aber hatte ich ihr innerlich abzubitten. Ich schiebe mich Geschaffenen, den das vollendete Kunstwert erzeugen foll, bleibt au verhüten. Koblenz wurde der Siz der Konföderation. In durchs Gedränge am Leipziger Platz und finde plöglich die Aussicht aus. Möglich, daß diefer Mangel mit der Zeit verschwindet, mög- den Sommermonaten des Jahres 1797 gelangte sie vorübergehend durch eine breite Rüdfront versperrt, die ich als die vor mir fuft- lich auch, daß die Kunst der Fournes in ihrer weiteren Entwicklung zu einer gewiffen Bedeutung, als der damalige französische Obereine Stufe der Großzügigkeit erreicht, die die realistischen Wir befehlshaber und Zivilgouverneur auf sie aufmertfam wurde. Jetzt wandelnde Frau Schlächiermeister Goldpreis refognosziere. Blöglich bleibt sie stehen, greift in eine Tüte von Backpapier biefem Ziel ist sie. Die Bereicherung ihrer Technik und die Zu- Schaffung einer cisthenanischen Trifolore führte. Sm fungen der Mienensprache entbehren tann. Auf dem Wege zu begann eine recht intenfive propagandistische Tätigkeit, die zur und reicht einen dicken Backen Banknoten dem Bettler am Zaun, nahme der Ausdrucksfähigkeit vollzog sich durchaus im Sinn und weiteren Verlaufe sette man mit franzöſiſcher Hilfe in verschiede der sich laut Papptafel als Blind und achtfacher Familienvater" Dienst der absoluten Linien- und Formenrhythmit. Alles Klein- nen Städten gewaltsam cisrhenanische Magistrate ein und suchte ousweist. liche, finnlich Gefällige und Amüsante scheidet dabei aus, und wenn die widerstrebende Bevölkerung durch das Versprechen der AufIch staune und beschließe, weiter zu beobachten. Nach zwanzig die schlichte Einfachheit der Darbietung vom großen Bublifum viel hebung der Feudallasten und anderer drückender Berpflichtungen Schritten wiederholt sich das Schauspiel bei dem Kriegsbeschädigten, leicht heute noch nicht nach Gebühr gewürdigt, wenn das Fehlen zu gewinnen. Doch diese ganze sonderbündlerische Bewegung blicb nur auf eine fleine Gruppe beschränkt. Die große Masse des rheini der seine Brothese als Barriere über den Bürgersteig gelegt hat. der Nuancen als Monotomie angesprochen wird, so möchte man Dann kommt der Mann dran, der auf einer selbstgezimmerten Geige doch wünschen, daß die Künstlerin auf ihren Wege beharri. Er fann fie schen Volkes hielt sich von ihr fern. Schneller als man ahnte, hatte all diese Scheinherrlichkeit ihr Ende erreicht. Im September 1797, mimmert, die nächste Station bildet eine halbverhungerte Großmutter zu dem ernſten, edlen und vornehmen Kunſtſtil führen, der ganz als der Zivilgouverneur plößlich starb, war alles zu Ende. mit Enkelfind. Alle bekommen sie ein Bündel Geldscheine, bid wie gewiß das Ideal der Zukunft sein wird. eine Bauernstulle. " Aber Frau Goldpreis scheint vom Erfolge ihrer Bohltätigkeit noch nicht befriedigt zu sein. Als ich sie anspreche und ihr ein Rompliment über ihr Berhalten mache, stöhnt sie: ,, Ach Jott, hier soll es nu von Bettlern wimmeln, und wenn man welche braucht, denn fint man teene. Jottlob, da is noch eener!" Und sie steuert auf den gelähmten Drehorgeispieler zu, dem fie den Rest der Tüte in den Schoß schüttet. Solche Hochherzigfeit gibt mir den Mut zu einigen Fragen an Frau Goldpreis. Es bedrücke sie gewiß, daß fie so hohe Preise für das Fleisch fordern müsse, und sie suche auf diesem Wege Beruhigung ihres Gewissens. Nun verlangte Frankreich unverblümt die Annegion. Im absoluten Gegensaß zum Stil der Fournes stehen die Bro Die Konföderierten selbst, die die Brüden zu Deutschland bereits duktionen der Baleska Gert, die im Blüthner- Saal Beifalls. abgebrochen hatten, mußten fich, um nicht gänzlich in der Luft stürme entfesselte. Hier ist alles auf Effekt, Pointe, Amusement ge zu schweben, ob sie wollten oder nicht, unterwerfen. Aber mit der stellt. Eine fabelhaft sichere Technit, spielend gemeistert, wird zu großen Masse des rheinischen Boltes, das die Wirkungen des franspielerischen, unterhaltenden, verblüffenden Wirkungen benutzt. Das zöfifchen Ausfaugungssystems von Tag zu Tag mehr zu spüren Groteske und Parodistische gelingt am besten. Alles hat eine ero- betam, hatten sie bereits jegliche Fühlung verloren. An dieser tische Note mit stark gepfefferiem Hautgout. Es ist weniger Tanz Tatsache fonnte auch ein mit großem Tamlam aufgemachter Bolfs. als schauspielerische Pantomime, die nicht nur zuweilen auf mufita- abstimmungsfeldzug für eine Annegion im Frühjahr 1798 nights lische Begleitung, sondern fast immer auch auf inneren Rhythmus verändern. Er endete trotz aller Bemühungen mit einer fläglichen zichtet. Serien raffiniert gesteigerter Bosen und Attitüden, die Niederlage. Auch heute möchte Frankreich dem Rheinland einreden, daß es einen Raritaturisten reizen können. Nichts weniger, aber auch nicht viel mehr als eine aufs höchste kultivierte, blendende Amüsiertunst, ihm nur die wahre Freiheit bringen wolle und müht sich damit ab, deren Wurzeln in Esprit, Wiß und Geschmad liegen, aber nicht durch die Protegierung einer angeblich föderalistischen Bewegung, zu tiefsten feelischen Gründen dringen. Das offenbart sich am hinter der nichts Ernsthaftes stedt, über ihre wahren Ziele hinwegdeutlichsten in den seriösen Programmnummern Geburt Liebe zutauschen. Auch heute würden ähnliche Illusionen wie die von Lebensfreude" und" Tod". Einfache, große Gesten und Posen, wie 1797 die gleiche Enttäuschung erleben. Die letzten vier Jahre fie hier versucht wurden, fönnen das Bublifum in ihren Bann haben es dem Rheinland wohl zur Genüge flargemacht, daß jedes ziehen; die Erfolge der Charlotte Bara beweisen es. Aber man Bugeständnis an die französische Rheinpolitif heute wie vor muß an den Ernst und die Wahrheit der gestalteten Empfindung 125 Jahren von Frankreich nur als ein Beweis zur Durchsetzung und Stimmung glauben. Hier hatte man jedoch vorwiegend den der von ihm beabsichtigten dauernden Beherrschung Eindruck einer technischen Birtuofität, die mit astetischer Enthalt. des linken Rheinufers ausgenugt werden würde. famkeit im Gebrauch ihrer Mittel prunten will. Im ernüchternden Seit ich die jugendliche Tänzerin Luisrose Fournes vor Gefühl des Absichtlichen, Gemachten, fühl Konstruierten zerflatterte tag 11 1hr eine Führung durch die Ausstellung. Karten an der Kasse und Juryfreie Kunstschan. Hermann Sandluhl veranstaltet am Donners cita drei Bierteljahr zum erstenmal im Schwechten- Saal sah die Wirkung. John Schitowski. bei Twardy, Potsdamer Straße 12. ich glaube, es war damals ihr erstes Debut, hat sie ihre Kunst sehr wesentlich fultiviert. Die Durchbildung bes pers ist enorm geDie Truppe bereitet als nächste Uraufführung Georg Raisers, Separatisten vor 125 Jahren. Alles ist schon dagewesen. Dieser fliegen. Es gibt feine stereotypen, feine toten Bewegungen mehr, Ausfpruch past auch für die separatistischen Bestrebungen im Rhein hat den Entwurf der Bühnenbilder übernommen. Nebeneinander, Volts ftüd 1923, bor. George Groß jedes Glied wirkt jebendig zum Ganzen, wenn auch der Brennpunti land, die mit den jüngsten Butschen ihre tatkräftige Bühlerbeit ies Ausdrucks noch immer in Schultern und Handgelenken liegt erwiesen haben. Damals 1797/98 war es die„ cisrhenanife Die Pädagogische Woche der Akademischen Kurse in Düffeldorf, bia und der Fuß zuweilen am Boden zu fleben scheint. Aber das Konföderation", Gefühl wuchtiger Schwere gehört zum persönlichen Stil diefer als nach Erobrine im Rheinland zu der Zeit auftauchte, vom 22. bis 27. Oftober ſtattfinden sollte, ist wegen der ungünſtigen Zeits linten Rheinufers durch französische Revo- verhältnisse auf den 3. bis 9. Januar 1924 verschoben worden. ernften Runft, beren besondere Charme in einer gemiffen Strenge lutionsheere Frankreich vor der Entscheidung ftand, was man mit Die Buchhändlerschlüsselzahl beträgt jest 10 Milliarden Frau Goldpreis starrt mich verständnislos an: Wat? Nee. Aber wissen Se, da ha id nu drei Jahre lang ous meine Ladentaffe die rotjestempelten Hunderter beiseite jelegt. lind wo jetzt raus is, dat det Jeug doch nischt wert is, muß id's doch irgendwie loswern!" Künstlerin und Virtuofin. M. v. L. Einheitskurs für Devisen. Angesichts der fünstlich hoch, gesprochenen" Devisenfurse hat die Reichsregierung folgende Verordnung über ben Handel mit ausländischen 3ahlungsmitteln und Dollarschazan weisungen auf Grund des Ermächtigungsgefeßes erlassen: war Ein Nachruf der Brotkarte. Der träglich ist. In einer ausführlichen Dentichrift wird der Borstand die Notwendigkeit darlegen, die zwangsläufige öffentliche RegeDie Brotfarte ist gestorben. Friede fei mit ihr. Sie lung der Mietpreisbildung bis zur Ueberleitung des WohnungsNiemand freute sich über ihre Geburt. Die Reichen rümpften bei halten. Nur in diesem Fall ist die Mieterschaft bereit, weitere Opfer ein Kriegsfind von schlichtem, volkstümlichem Charakter. wesens in die Gemeinwirtschaft unbedingt beizubehalten und jede nicht unumgänglich notwendige Steigerung der Mieten hintanzuihrem Anblick die Nase, die Armen seufzten schrer und nahmen für eine gemeinnützige Neubautätigkeit auf sich zu nehmen. § 1. Der Erwerb und die Veräußerung von Zahlungsmitteln fie ergeben als einen neuen Schicksalsschlag hin. oder Forderungen in ausländischer Währung, für die eine Borstand erwartet von der Reichsregierung, daß vor irgendwelchen amtliche Notierung in Berlin erfolgt, geçen Reichsmart oder WertSie brachte nichts Gutes mit fidh. Kartoffel und dann Rüben- entscheidenden Maßnahmen in der Wohnungsfrage unbedingt den papiere jeder Art, die auf Reichsmart lauten, sowie von Dollar- brote, pampig und glütschig, dumpf und verschimmelt. Dann triegte Bertretern der organisierten Mieterschaft Gechazanweisungen ist im Inland und Ausland nur zu dem amtlich sie allerlei Geschwister. Jedes neue derartige Kriegskind tötete einlegenheit gegeben wird, thren entgegengesezten Stück Freude, und doch murrte niemand. Jeder erkannte die Tätig tung für die schweren Folgen eines einseitigen Vorgehens der Standpunkt eingehend darzulegen. Die Verantworfeit der Karten an. Sie gaben schlechtes, verdorbenes, mageres Reichsregierung lehnt die organisierte Mieterschaft entschieden ob Effen, aber sie gaben doch Essen! Sie gaben zu wenig, aber fie gaben doch etwas! in Berlin notierten Kurse des Tages des Geschäftsabschlusses zulässig, und zwar zu dem Geld- oder Brieffurs oder einem dazwischenliegen den Kurse. Zahlungsmittel im Sinne diefer Berordnung sind Geldforten, Papiergeld, Banknoten und dergleichen, Auszahlungen, Anweisungen, Scheds und Wechsel. Eine amtliche Notierung wird als vorliegend nur angesehen, wenn in der Währung am Lage des Geschäfts eine amtliche Notie rung des Kurses der Auszahlung erfolgt. An Tagen, an denen eine amtliche Notierung der Auszahlung nicht stattfindet, dürfen in der Währung Geschäfte nicht abgeschlossen werden. Der Kurs für Auszahlung ist auch für Geschäfte in Geldforten maßgebend, wenn für die Geldforte tein besonderer amtlicher Kurs notiert wird. Wird ein besonderer Kurs notiert, so gilt er nur für Geschäfte in Geldforten. § 2.§ 1 2bf. 1 findet auf Zahlungsmittel und Forderungen in ausländischer Währung, für die eine amtliche Notierung in Berlin nicht erfolgt, mit der Maßgabe Anwendung, daß der Erwerb und die Beräußerung nur zu den Preisen zulässig ist, die von einem Ausschuß der Berliner Bedingungsgemeinschaft für den Wertpapierverfehr ermittelt und regelmäßig in der Breffe veröffentlicht werden. De reröffentlichten Preise gelten bei Abschlüssen in diesen Zahlungs mitteln als Höchst- und Mindestpreise. Soweit für Zahlungsmittel und Forderungen in ausländischer Währung weder eine amtliche Notierung in Berlin erfolgt noch gemäß Abs. 1 Preise ermittelt werden, ist der Erwerb und die Veräußerung gegen Reichsmart oder Wertpapiere, die auf Reichsmart lauten, unter der Voraussetzung zulässig, daß der Preis auf der Grundlage einerseits eines im Auslande bestehenden Kurses dieser Bahlungsmittel und andererseits des Berliner amtlichen Kurses der Währung des ausländischen Börsenplates errechnet ist. § 3. Devisenbanken und Bechselstuben fönnen ausländische Geldforten, Papiergeld, Banknoten auch zu einem Breise erwerben, der hinter dem legten amtlichen Kurse oder den nach§ 2 ermittelten Breisen zurückbleibt. Devisenbanken dürfen Beträge bis zu 5 Bfund( englisch) oder dem entsprechenden Betrag in einer anderen ausländischen Währung Wenn ein Reiseshed oder ein Reisekreditbrief, der von einer ausländischen Bant ausgestellt ist und auf ausländische Währung lautet, von der Berson, auf deren Namen er ausgestellt ist, zur Einlösung vorgelegt wird, und diese Person im Inland weder Wohnfiz noch dauernden Aufenthalt hat, fann die Devisenbank ausländische Geldforten, Papiergeld, Banknoten auch zu einem Preise abgeben, der hinter dem letzten amtlichen Kurse oder den nach§ 2 ermittelten Breifen zurückbleibt. auch zum legtbekannten amtlichen Kurse abgeben. § 4. Geschäfte, die gegen die Vorschriften der§§ 1 bis 3 ver ftoßen, sind nichtig. Die Nichtigkeit kann nicht zum Nachteil von Personen geltend gemacht werden, die den die Richtigkeit begründenden Sachverhalt beim Abschluß des Geschäfts nicht fannten. § 5.§§ 1 bis 4 finden auf Geschäfte, die mit der Reichsbank oder mit der Devisenbeschaffungsstelle abgeschlossen werden, teine Unwendung. § 6. Als Rurfe ausländischer Zahlungsmittel oder als Kurse der Reichsmart dürfen nur die amtlichen Notierungen der Berliner Börse oder ihnen gleichgestellten Preise veröffentlicht werden. §7. Mit Gefängnis bis zu drei Jahren und mit Geldftrafe bis zum Zehnfachen des Wertes der ausländischen Zahlungsmittel oder Forderungen oder mit einer diefer Strafen wird bestraft, wer vorfählich oder fahrlässig den Borschriften diefer Verordnung zuwiderhandelt. Ebenso wird bestraft, mer vorfäglich zu einer solchen Zumider handlung auffordert, anreizt oder sich erbietet. Neben der Strafe können die ausländischen Zahlungsmittel oder Forderungen, auf die sich die strafbare Handlung bezieht, zugunsten hes Reiches eingezogen werden, auch wenn fie dem Täter oder einem Teilnehmer nicht gehören. Erweist sich die Einziehung als nicht durchführbar, so fann das Gericht nachträglich durch Beschluß die Einziehung des Wertes anordnen. Der Feststellung des Wertes der Zahlungsmittel und Forde rungen ist, soweit eine amtliche Kursnotierung an der Berliner Börse erfolgt, der mittlere Kurswert dieser Börse im Zeitpunkt der verbotenen Handlung zugrunde zu legen. Neben der Strafe fann angeordnet werden, daß die Berurteilung auf Roften des Schuldigen öffentlich bekanntoemacht wird. Die Betanntmachung fann auch durch öffentlichen Anschlag erfolgen. Die Borschriften des§ 26 Abfah 3, 4 der Preistreibereiverordnung vom 13. Juli 1923( Reichsgesehblatt" I S. 709) gelten entsprechend. § 8. Zuwiderhandlungen gegen die Borschriften dieser Berordnung fann ferner der Kommissar für Devisenerfoffung durch Ord nungsstrafe bis zu 10 000 Goldmart ahnben.§ 15 der Durch führungsbestimmungen zur Verordnung des Reichspräsidenten über Devisenerfassung vom 7. September 1923( Reichsgesetzblatt" 1 G. 865) gilt entsprechend. § 9. Diese Verordnung tritt mit der Berfündung in Straft. Als Berfündung gilt auch die Verbreitung durch das Wolffsche Tele. graphen- Bureau in Berlin und die Veröffentlichung durch die Presse. Verbot der„ Roten Fahne". Stillegung des ganzen Druckereibetriebes. Die am Sonntag wieder erschienene Rote Fahne" ist gestern erneut von den Militärbehörden verboten worden, ohne daß darüber der Presse eine amtliche Notiz zugegangen wäre. Da die Rote Fahne" in ihrer Montagausgabe erklärte, die Durchführung des Verbotes würde unmöglich sein, so ist jetzt durch Militär und Polizei die Friedrichstadtbruckerei, in der die Fahne" hergestellt wird, geschlossen worden. In der Friedrichstadtdruckerei werden aber feineswegs nur die ,, Rote Fahne", sondern auch zahllose anbere Druckschriften hergestellt. Die Abschließung der Druckerei ist deshalb gleichbedeutend mit der Brotlosmachung von über 200 Arbeitern und muß die allgemeine Erregung in der Arbeiterschaft nur noch mehr steigern. Die Maßnahme ift deshalb außerordentlich bedauerlich und wir erwarten, daß die Behörden sie unbedingt zurüdnehmen. Das Berbot der Roten Fahne", wenn es einmal erlassen ist, läßt sich auch durch führen, wenn der sonstige Drudereibetrieb ungestört weiter arbeitet. * Die Postdiebe von Wilmersdorf. Die Geschwister der Brotfarbe waren nicht lebensfähig. Schwache Kriegsfinder, fonnten sie sich in dem Krieg nach dem Warum Beobachtungen durch Defektive nicht möglich waren. Kriege" nicht erhalten. Böse Menschen nahmen ihnen unter verschiedensten Vorwänden das Leben. Was wurden nicht für Gründe tungen gegen die 40 Wilmersdorfer Postdiebe und deren Frauen Nach mehrtägiger Unterbrechung wurden gestern die Berhandvorgebracht, wan das Leben diefer Nahrungsmittelfarten abzufürzen. und Freundinnen durch Landgerichte birefter Buddenberg fortgesetzt. Nur der wahre Grund wurde nie genannt: weil fie magere Kriegs: In der Hauptsache handelte es sich um die Klarstellung des Verfinder waren, gaben sie auch nur mageren Verdienst. Sie waren hältnisses des Angeklagten Behrend zu den höheren vorgesetzten für Not berechnet, und Not ist ein Verbrechen an Verdienstmöglich Beamten. Es kommt dabei zu merkwürdigen Aussagen der obezen feiten. Und so wurden die Karten eine nach der anderen abge Beam: en, aus denen hervorzugehen scheint, daß es die oberen schlachtet, damit einige Bäuche sich besser füllen können. Nur an die Brotfarte wagten sie sich nicht heran. Die Begriffe Brot und haben, die Diebesgesellschaft durch Kriminalbeamte und Detektin Postbehörden aus Hunger find von alters her zu nahe verwachsen, und das Gespenst längere Zeit beobachten zu lassen. des nadten Hungers heraufzubeschwören, zauderten selbst die bestgesinnten Gewinnler. Acht schwere Jahre hindurch konnte sich darum die Brotkarte erhalten, bis schließlich die letzte Not des Reiches felbst das Amt der Brotkarte den freiwilligen Spenden überlassen mußte. burcaufratischen Bedenken verabsäumi Den Wilmersdorf zur Zeit der Massendiebstähle, schilderte nochmals in Der Oberpostdirektor a. D. Riedel, der Leiter des Bostamie längeren Darlegungen die Zustände auf dem Bostamt und betonte daß er nicht infolge der Diebstähle pensioniert worden sei. Eine Autorität aufrechtzuerhalten, war nicht möglich. Aber die Midtätigkeit des Reichtums ist eine unsichere Quelle höheren Beamten wurde, insb fondere von Behrend, erklärt:„ Wi und sie wird kaum die treue Dienerin ersetzen können. Schon die brauchen feine höheren Beamten, das machen wir alles allein." ersten Tage nach ihrem Eingehen erinnerten die Leichtfertigen, als er versetzt werden follte, beschwerte er sich einfach beim Bost daß der Hunger eine Grenze ist, über die hinaus man auch das ge- richt über die Zustände minister Giesberts. R.-A. Bahn: Haben Sie denn feinen Be duldigste Bolk der Welt nicht treiben darf. Es ist nicht gut, wenn gemacht? Beuge: Nicht an das Minifterium, aber an die Oberpoft an das Ministerium die treue Karte fehlt, die jedem wenigstens die Sicherheit gab, ein direktion. Es wurde mir aber immer bedeutet, wiz müßten sehen Brot in der Woche die ganze Woche hindurch zu demselben Breise mit dem Bersonal gut auszukommen Als ich das Rauchen in der taufen zu tönnen. Es ist nicht gut, wenn man nicht weiß, ob man Diensträumen vertot, hieß es: Wenn man zum Minister tommt, sich morgen das Brot faufen kann, für das man heute das Geld ver- raucht er ja auch seine dicken Zigarren. R.-A. Bahn: Das alles dient hat. Die Karte ist rod) nicht eine Woche weg und schon mirè erklärt doch noch nicht die ungenügende Bewachung von 1919 bis mancher Sehnsucht nach ihr haben, mancher, der vielleicht selbst gestellt? Zeuge: Die vorgelegte Behörde lehnte die 1922. Barum haben Sie denn nicht einen Kriminalbeamten einnoch imftande ist, das teure Brot zu bezahlen. Einstellung eines Kriminalbeamten ab, cbwohl ich mehrfach darum bat. Sachverständiger Oberpostrat Bödte: Di Einstellung eines Kriminalbeamten verträgt sich nicht mit dem Briefgeheimnis. R.-A. Bahn: Das hat doch nichts mit den Batet. Diebstählen zu tun. Justizrat Friedemann: Was tann der Zeuge gut ftelle, hinausfliege. Auch ich wurde von den Leuten nicht gut über Kirsten sagen? Zeuge Riedel: Kirsten war ein höflicher Mann aber es ging von ihm das Gerebe, daß, mer sich mit Kirsten nich behandelt. Auch dieser Beuge äußert sich über das anmaßende Auftreten Behrends sehr scharf. Seinen Borgesezten gegenüber benahm fich Behrend auf das schrofffte. Die Berhandlungen wer den morgen fortgesetzt. Die Karte war von schlichtem, volkstümlichem Charafter, fie hatte feine Schönheit an sich und doch mollen wir auf ihre Auf erstehung hoffen. * haben heute ihren Fortgang genommen. Brot war bereits Die Schwierigkeiten bei der Brotversorgung in den frühen Bormittagsstunden nicht, mehr zu Einige Bäckereien hielten überhaupt geschloffen. Der größte Anfturm dürfte sich in den ersten Nachmittagsstunden ab fpielen, wo die Bäder gewöhnlich mit dem Berkauf des frischen Brotes zu beginnen pflegen. Ein Feind der Arbeiterschaft. Der Vorstand des Arbeiter Abstinentenbundes Festnahme einer Großdiebesbande. Metalldiebstähle bei der Eisenbahn sind leicht und ungefährlich. bittet uns um die Veröffentlichung des folgenden Echreibens: Der Kriminalpolizei unter Leitung des Kommissars Dr. Bern- teuerung der geistigen Getränke zu einer Eindämmung des AltobolDie furchtbare Not der Maffen hat im Verein mit der Verdorff ist es nunmehr gelungen, eine Diebesbande von 20 Manit genufles beigetragen. Aber die Gefahr, die gerade der aufstrebenden hinter Schloß und Riegel zu bringen, die in der Neujahrsnacht d. 3. Arbeiterschaft von dem hirnschwächenden Genußmittel droht, ist nicht einen von den beiden Borerfiguren auf dem Fehrbelliner Plaz ge- beseitigt; fie fann in Zeiten, wo Großes auf dem Spiele steht, sich stohlen hatten und in der Folge auf der Station Glömen der Berlin überaus berbängnisvoll auswirken. Heute wird von der gesamten Hamburger Bahn Hunderten von dort zur Reparatur aufgefahrenen Arbeiterllane wie von jedem einzelnen ihrer Angehörigen ein HöchstEisenbahnwagen aller Metallteile beraubten. Dem Eisenbahnfistus maß von fluger Besonnenheit, zäber Ausdauer und opferwilliger find dadurch Verluste von Billionenwerten entstanden. Der Deffent- Kampfbereitichait gefordert, heute müssen jedem Genoffen in jedem lichkeit wird es interessieren, zu erfahren, warum die Eisenbahnver. Augenblid alle feine geistigen und fittlichen Kräfte unvermindert zur Verfügung stehen. Darum rufen wir Arbeiter- Abstinenten, die waltung anscheinend nichts getan hat, um durch eine ausreichende wir ein Teil des sozialistischen Proletariats sind, unseren AtlaſſenBewachung, die sich bezahlt gemacht hätte, diese Riefendiebstähle zu genossen jest zu: Saltet alle Gure Ronferenzen. Berverhindern. iammlungen und erst recht Eure Attionen alkohol. Haupttäter maren ein Friz Böhlfe aus der Manteuffelstraße und frei! Sorgt dafür, daß die Alkoholindustrie die ihr von den ein August Rohfs aus der Mariannenstraße. Beide, gewerbsmäßige Scharfmachern zugewiesene politische Mission", das Voll zu be Metalldiebe, hatten ein Auge auf die Borergruppe geworfen. In täuben und zu verbummen, nicht erfüllen fann! Uebt strenge der Neujahrsnacht tamen sie mit ihrem Anhang. fägten einen zwei Selbstzucht im Interesse des großen Bieles! Und Ihr werdet die Zentner schweren Borer ab, zerfleinerten ihn zu Hause und vergewaltigen Aufgaben, vor die Euch die Gegenwart gestellt bat, fauften ihn als Altmetall. Sehr enttäuscht waren sie, als sie wieder- leichter bewältigen fönnen. tamen, um auch den anderen Boger zu holen, ihn aber nicht mehr Dorfanden, da ihn der Magiftrat hatte in Sicherheit bringen laffen. Eine Voltsbekleidungs- Affiengesellschaft wurde fürzlich in Dann machten die beiden Streifzüge in der Umgegend von Groß Berlin mit einem Stammfapital von 1 Milliarde Marí ins Berlin. In den Stadtbahnwagen war tein Griff und feine Beben gerufen. Die Firma, die durch große Eigenfabrita. Klinke vor ihnen sicher. An einem Orte montierten fie tion und Einfauf im großen zu einem billigen Gestehungspreis eine ganze otomotive ab. Das Hauptarbeitsfeld zu gelangen sucht, will ihre Waren auf dem Wege des wert. der Bande war die Station Glöwen an der Berlin beständigen Abzahlungsgeschäftes durch siebzig Hamburger Bahn. Hier stehen auf toten Gleifen immer eigene Bertaufsstellen den Konsumenten zuführen und Hunderte von Eisenbahnwagen, die nach und nach in ihnen so die Möglichkeit zur Anschaffung größerer Kleidungsstüde bie Reparatur gebracht werden. Ein paarmal in jeder Woche machten geben, die sie sonst bei den augenblicklichen Gehaltsverhältnissen Böhlfe und Rohfs dorthin ihre Ausflüge und untersuchten die Wagen nicht erstehen fönnen. fo genau, daß von ihren Metallteilen nicht viel mehr zurückblieb. Die Geschäfte gingen fo gut, und waren so lohnend, daß die Hauptdiebe nach und nach auch andere Leute als Träger mitnahmen. Diese überzeugten sich dann bald, daß die Metalldiebstähle in Glömen ziemlich leicht und ungefährlich waren, machten sich selbständig" und zogen nun wieder mit anderen Helfers helfern, Berwandten oder Bekannten, ebenfalls hinaus. So entstand den Urhebern eine bedeutende Konkurrenz, dem Eisenbahn- Mittwoch 8-9 abends, Boddinstraße 84/38. Außerdem finden besondere fistus aber ein Berluft von Billionenwerten. Das gestohlene But, nicht nur Metall, sondern auch Stoffe an Aftwarengeschäfte verkauft. Mitteilungen zur weiteren Aufund Leder von den gepolsterten Bänten wurde überall flärung nimmt Kriminalfommissar Dr. Berndorff im Zimmer 51 des Bolizeipräsidiums entgegen. S Die Volkshochschule Groß- Berlin beginnt ihre Tätigkeit für dieses ebrjahr in der laufenden Woche. Lehrpläne, Hörerfarten und Auskunft find an folgenden Stellen erhältlich: Für die nördlichen Stadtteile allabend8-9, Pasteurstraße 44/46. lich 8-9, Gleimstraße 49. Für die nordöstlichen Stadtteile allabendlich bruchstraße 53, Treptow, und Montags, Mittwochs, Donnerstags 8-9 im Für den Südosten allabendlich 8-9, BildenLyzeum Baumschulenweg. Für Neukölln und Umgegend Montag bis Beranstaltungen flatt; Prof. Deegener, Zoologie, Beginn 22. 10., abends 8, Invalidenstraße 43; Dr. Strause, Pflanzliche Zellenlehre, Beginn 28. 10., ab 26. 10, 7, 6 mal 2 Stunden, Freitags. Gleimstraße 49. Sonderverabends 7, Invalidenstraße 43; Dr. W. Kranz, Lateinische Sprache, Beginn 26. 10., abends 8, Georgenstraße 34/36. N 17, Jugend und Mitmensch", anstaltung Jugend, Beruf und Staat", Besprechung von Referaten ab 27. 10., 7, 4 mal 2 Stunden, 14 tägig, Montags, Reichstagsufer 6. Beide Arbeitsgemeinschaften werden geleitet von Dr. Else Hildebrandt. Lehrpläne find auch Georgenstraße 84/86 beim Pförtner erhältlich. Der Borstand des Deutschen Mieterbundes hat zur Deutsch turse werden wieder angenommen. Für einen 10 wöchigen LehrUnterrichtskurse für Arbeiter. Anmeldungen für Nechen und Neuregelung des Wohnungswesens folgende Entschließung gefaßt: sang wird ein Preis von durchschnittlich 2 Arbeitsstunden gefordert. Echul. Der am 18. Oftober 1923 zu einer Sigung zusammengetretene lokale, Auskunft und Anmeldung: Norden, Gleimstr. 49, am Montag, Borstand des Deutschen Mieterbundes( Siz Berlin) erblickt in den ben 22. 10.; Bentrum, Niederwallstr. 12, am Dienstag, den 23. 10.; Neuin der Tagespresse veröffentlichten Beschlüssen des Reichs- föln, Stailer- Friedrich- Straße 208, am Mittwoch, den 24. 10.; Lichtenberg, fabinetts nicht den Weg zur Gesundung des Wohnungswesens, Rathausstr 8, am Donnerstag, den 25. 10.; Charlottenburg, Schillerftr. 26. sondern den Weg zur Wiederherstellung der frühe- am Freitag, den 26. 10. ren privatfapitalistischen Wohnungswirtschaft Bereiteltes Eisenbahnverbrechen bei Hamburg. Protest des Mieterbundes. mit ihren schweren sozialen und volkswirtschaftlichen Schäden und Amilich wird dazu folgendes mitgeteilt: den Weg zum völligen Zusammenbruch der Wohnungswirtschaft wie Das Polizeipräsidium teilt mit: Die tommunistische ber Boltswirtschaft überhaupt. Der vom Reichsfabinett infolge des Friedrichstadtbruderei( Friedrichstr. 225), in welcher ver- starten Druckes der Spekulation und der mit ihr verbündeten Interschiedene kommunistische Zeitungen, wie die Rote Fahne", sowie effengruppen gefaßte Beschluß auf Wiederherstellung der Friedens allerhand Propagandaschriften gedruckt werden, ist auf Anordnung mieten im Zeitraum eines Jahres erscheint unserer Organisation als allerhand Propagandaschriften gedruckt werden, ist auf Anordnung der gefährlichste Stoß gegen die Interessen nicht nur der des Militärbefehlshabers von der Berliner Polizei geschlossen und versiegelt worden, da in den letzten Tagen verbotswidrigerweise breiten erwerbstätigen Boltsmassen, die faum noch ihr nacktes Leben zahlreiche zum Generalstreif und zur Bewaffnung des Proletariats friften fönnen, sondern auch weiter Kreise der übrigen Mieterbevölfe auffordernde Flugfchriften gedruckt worden sind. runa. deren gesamtes Cintommen heute geringer ist, als die in Friedensmart umgerechnete Miete. Der Borstand hat mit großer Empörung davon Kenntnis genommen, daß diefe weittragen. den und unsere Boltswirtschaft aufs schwerste gefährdenden Be schlüsse ohne Anhörung der Bertreter der organifierten mieterschaft und in einem Augenblid gefaßt murden, in welchem jede Mehrbelastung der Mieterschaft ohnehin uner. Die amtliche Meldung ist insofern irreführend, als in der Friedrichstadtdruckerei feineswegs nur tommunistische Propa gandaschriften redruckt wurden und die restlose Stiflegung der Druderci im vollen Umfange fich aus dem Berbot der„ Roten Fahne" allein nicht rechtfertigen läßt Der am Montag abend von Lübed 9,35 Uhr nach Hamburg abgehende Zug fonnte nur bis Ahrenburg gelangen. Ein Streckenläufer traf auf seiner Diensttour zwischen Ahrensburg und Alt- Rahlstebt eine Bande, die damit beschäftigt war, bie Eisenbahnschienen aufzureißen. Da der Beamte allein nichts ausrichten konnte, eilte er nach Ahrensburg zurück, um Meidung zu erstatten. Hier wurde der von Lübeck eintreffende Zug festgehalten. Gleichzeitig wurde veranlaßt, daß der um 10 Uhr nach Hamburg abgehende Zug in Alt- Rahlstedt angehalten wurde. Die Behörden der Umgebung und die Polizei wurden in Kenntnis gesetzt Wetter für morgen. Berlin und Umgegend. Ziemlich mild, vorherrschend wollig mit Regenfäßen und starten südwestlichen Binden. Gewerkschaftsbewegung „ Generalstreik!" unterstützenden Erwerbstofenfürsorge nicht in Frage, weil er die Boraussetzungen für den Bezug der Unterstützung nicht erfüllt hat, so muß versucht werden, die Mittel anderweit aufzubringen. Ein Teil der Reisekosten wird von dem Ar bei geber zu tragen sein. Daneben aber scheint es gerechtfertigt, daß sich auch die der Heimatgemeinde des Arbeitslofen an der Tragung der Reiseoften beteiligt, da durch die Vermittlung des Arbeitslofen der Ar beitsmarkt der Gemeinde entlastet wird. Die beneibenswertesten Mitbürger find doch die Führer mmunisten. Sie haben gegen alle Unbilden der politischen Witteung, gegen alle wirtschaftlichen Nöte, gegen die Papierlöhne, gegen die Arbeitslosigkeit, gegen die Brotversorgung und die Kartoffelvermeigerung, furzum gegen alle Not ein Rezept in der Tasche, das sie Einheitsfront im Sattlerverband. Wirtschaft Berschmähte Einnahmequellen des Staates. Bom Zentralverband der Angestellten wird uns geschrieben: Die Sanierung der Reichs- und Staatsfinanzen spielt bei den Erörterungen in der Deffentlichkeit eine Hauptrolle, um zu einer geordneten Wirtschaft und Währung zurückkehren zu fönnen. Ueberall machen um die fich Sparsamkeitsbestrebungen bemerkbar, fehlen, wenn nicht gleichzeitig auch die Einnahmequellen gezuschränken. Diese Bemühungen werden aber ihren 3wed verfördert werden. Hierbei stellt sich der staatliche Bureaukratismus oft genug hindernd in den Weg. Nachstehendes Beispiel aus dem Amtsbereich des preußischen Handelsministers soll die auf solche Weise entstehenden Zustände näher beleuchten: uns immer wieder anpreisen als ganz unfehlbares, als einziges, neralversammlung statt. Aus dem Bericht ist zu entnehmen, daß die Ausgaben des Reichs oder der Länder so sehr wie nur möglich einals todsicher wirkendes Mittel. Es gibt nichts Einfacheres auf der ganzen Welt. Wag tommen was da will, man kommt mit diesem Rezept nie aus dem seelischen Gleichgewicht, fann mit stoischer Ruhe die Dinge an sich herankommen lassen, hat nicht nötig, sich irgendwie den Kopf zu zerbrechen, selbst wenn alles drunter und drüber geht: Generalftreit. Es bleiben dabei zwei Möglichkeiten. Entweder die große Masse macht von diesem Mittel feinen Gebrauch, weil sie an seine unfehl bare Wirkung in allen Fällen nicht glaubt dann ist es ihre eigene Schuld, wenn fie fich die günftige Gelegenheit entgehen läßt, aus ihrer Not herauszutommen, dann sind es vor allem die verräterischen" Führer, die davon abgeraten haben, die schuld daran find, daß es nicht mit einem Schlage beffer wird. Wird aber der General streit unternommen und er führt nur noch tiefer ins Elend hinein anstatt heraus dann lag das je nach den Umständen an den be. sonderen Verhältnissen und ein neuer Generalftreit ist notwendig. So oder fo: Generalstreif! Nur der Generalstreit fann uns Wir fürchten nur, daß, wenn das Rampfmittel des politischen Massenstreits in dieser Weise durch die alltägliche Spielerei damit abgeftumpft wird, es schließlich versagt, wenn es gebraucht werden muß. Es ist nicht das Allheilmittel, als das es in martischreierischer Weise tagtäglich angepriesen wird. Jedoch ein Mittel, das unter Umständen angewandt werden muß, weshalb es als Spielzeug un geeignet ist und nicht Händen überlassen werden darf, die damit Unfug treiben und Unheil stiften. Deshalb müssen wir alle Barolen" von Unverantwortlichen ablehnen und dürfen nur einer von Ge wertschaften und Partei ausgehenden Parole folgen. retten." Lehrlingsausbildung. " Der Deutsche Industrie- und Handelstag hat durch sein 1. geschäftsführendes Präsidialmitglied der Breffe folgende Zuschrift übermittelt, mit obiger lleberschrift: 3 Die staatlichen Abgaben und Gebührensäge für Schiffahrt und Am 21. Oftober fand im Gemertschaftshaus die ordentliche Ge Berufskollegen außerordentlich unter den wirtschaftlichen Berhält nissen zu leiben haben. Nach dem letzten Bericht des Nachweises find ungefähr 55 Broz. aller Kollegen arbeitslos. Als Bollarbeiter tönnen höchstens noch 15 Broz. in Rechnung gestellt werden. Diese Berhältnisse wirfen sich naturgemäß auf die Organisation aus, indem auf allen Gebieten die größten Einschränkungen vorgenommen wer den mußten. Wenn die Kollegen jedoch auf dem Posten sind und Flößerei auf dem Ems- Jade- Kanal find gegenüber dem Stande von ihren Verpflichtungen nachkommen, dann ist es auch weiterhin mög- 1907 am 8. Juli 1923 um das 2400fache erhöht worden. Seit diesem lich, daß alle Rechte in Anspruch genommen werden können. Lage ist eine weitere Gebührenerhöhung nicht mehr erfolgt, obwohl und politische Lage. In großen Zügen ging er auf die augenblik ist. Die Stadt Emden berechnete für eine Brüdendrehung Genoffe Brinizer hielt einen Vortrag über die wirtschaftliche inzwischen eine sprunghafte weitere Geldentwertung zu verzeichnen lichen Zustände ein und legte unter lebhaftem Beifall dar, daß die der Rettenbrüde eine Million Mart, während der Staat Arbeiterschaft nun endlich darangehen müsse, alles Trennende bei nach dem Tarif vom 8. Juli 1923 von demselben Schiff für drei. feite zu schieben und die drohende Gefahr für die Arbeiterklaffe einmal Durchbrüden und zweimal Durchschleusen heitlich abzuwehren. sage und schreibe 360 bis 480 Mart verlangte. Im geIn der Diskussion nahmen die Bertreter der Fraktionen das famten Monat August find an der Kesselschleuse 793 Fahrzeuge Bort und teilten mit, daß die Fraktionen übereingekommen feien, durchgeschleuft worden, von denen 284 abgabenpflichtig waren. Die einen Aftionsausschuß zu bilden, in welchem je 3 Bertreter der Einnahmen von diesen betrugen 797 660 m. Unter zugrundelegung BSPD. und KPD. vertreten sein sollen. Die Frattionen schlagen der Stundenlöhne für August fonnte die Verwaltung hiervon eine Resolution zur Annahme vor, die sich deckt mit der von Mit einen Mann etwa 4 bis 5 Stunden entlohnen. Begliedern der erweiterten Ortsverwaltung angenommenen Resolution. schäftigt werden 1 Schleusenmeister, 4 Schleusengehilfen, 3 Brückennachdem die Finanzierung des Aftionsausschusses, die auf dem Wege 208 Arbeitsstunden im Monat find dies für das gesamte Personal Ein Bertreter der USB. versicherte rückhaltlose Unterstügung, und wärter und 13 Unterhaltungsarbeiter. Unter zugrundelegung von von Sammlungen erfolgen soll, festgelegt war, erfolgte ein 4368 Stunden, die zu bezahlen sind, denen eine Einnahme von stimmige Annahme der Resolution und einstimmige Wahl 4 bis 5 Stundenlöhnen gegenübersteht. Für 4364 Stunden der von den Fraktionen vorgeschlagenen Kollegen. Eine vorge mußte die Bezahlung des Personals aus Mitteln der nommene Sammlung ergab die Summe von 8 Milliarden. Allgemeinheit fließen, um den Interessenten niedrige Tarife zu erhalten. Die Versammlung nahm einen mustergültigen Verlauf. Jeder einzelne hatte das Gefühl, daß es endlich an der Zeit sei, Hunger, Elend und Reaktion anders zu bekämpfen als bisher. Leitung und Mitgliedschaft des Sattlerverbandes werden jedenfalls das ihrige dazu beitragen. # Die Arbeitnehmer, die ein Interesse an der Wirtschaftlichkeit des Betriebes haben, gaben durch ihre Betriebsvertretung dem Handelsminifter Siering hiervon Renntnis, der in einer Gigung über diese Frage anordnete, daß die Tariffäße auf Der Rollege, der in der Bersammlung seinen grünen Hut gegen Friedensgrundlage festzusehen und mit einem wöchent einen ebensolchen vertauschte, kann diesen im Bureau wieder umlichen Inder zu multiplizieren sind. Troß dieser Anordnung, tauschen. Unternehmerhete. lichen Arbeitnehmerverbände schuld daran sei, wenn nicht höhere Löhne vereinbart und den Verhältnissen entsprechend ausreichende Borschüffe zur Auszahlung gelangen. Hierin liegt natürlich System, und dürften die Mitglieder des Baugewerksbundes wahrlich nicht verlegen sein, jenen Parafiten die richtige Antwort zu geben. Gin weiterer Kommentar erübrigt sich. Es ist zu empfehlen, daß die Arbeitnehmerschaft in ihrer Berzweiflungsstimmung nicht unnötig gereizt und aufgepeitscht wird, sondern daß die Firmen bei Bor schußzahlungen weitgehendes Entgegenkommen zeigen." " Das Reichsarbeitsministerium hat den gewerblichen Kreisen einen Gefeßentwurf über die Ausbildung Jugendlicher zur Be- Bom Deutschen Bougewertsbund wird uns geschrieben: gutachtung übermittelt, der demnächst in einem kleinen Arbeitsaus-" Einige Berliner Baufirmen oder dessen Beauftragte lassen es schuß, dem Vertreter des Deutschen Industrie- und Handels- fich in letzter Zeit angelegen sein, ihrer Belegschaft vorzuschwagen, tags, der Vereinigung Deutscher Arbeitgeberperbände baß einzig und allein die Verhandlungskommission der baugewerb and der Gemertschaften angehören, durchgearbeitet werden foll. Der Entwurf dürfte eine vollständige Umarbeitung erfahren, da fich gegen die Enbeziehung der jugendlichen Arbeiter in das Gefet, gegen die Kontrolle der Lehrlingsausbildung mit Hilfe eines ganz neuen bureaukratischen Apparates und gegen den Gedanken, die Durchführung des Gesetzes durch paritätische Ausschüsse der Arbeitgeber, Arbeitnehmer und an der Jugendpflege beteiligten Kreiſe vorzunehmen, sehr erheblicher Widerstand bemerkbar macht. Der Gedante, die Durchführung des Gefeßes und der gesamten Lehrlingserziehung einer Art Selbstvermtltung der Unternehmer und Arbeiter zu überantworten, wird sehr beifällig begrüßt. Aber die praktische Form, wie der Gesetzgeber dieses Ziel verwirt. lichen will, wird ebenso einstimmig abgelehnt. Der Ge fetzgeber beabsichtigt nämlich, vorläufig den paritätischen Ausschuß, der die Lehrlingserziehung beobachten soll, ganz unabhängig von den Berufstammern und Gewerkschaften mit selbständigen Befugnissen auszuftatten, während die Berufskammern auf dem Standpunti fte. hen, daß diese Angelegenheit zwar paritätisch zu regeln fei, es aber den Berufsfamunern und Gewerkschaften überlassen werden müffe, fich ein von ihnen abhängiges Organ für diese Swede zu schaffen." Seit Jahren wird die längst notwendige Reform des Lehrlings wesens betrieben. Insbesondere war es unser Genosse Sassenbach, der im Auftrag des ADGB. die Angelegenheit in Fluß brachte, die Sachkundigen und Intereffenten aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmerfreifen zu wertvollen Vorarbeiten veranlaßte. Als man annehmen fonnte, die Vorarbeiten feien nun endlich abgeschlossen, tauchte als neues Moment die Absicht auf, Lehrlinge und jugendliche Arbeiter zufammenzufaffen, was die Angelegenheit über Gebühr verzögerte. Seit dem Frühjahr dieses Jahres liegt ein neuer Entverzögerte. Seit dem Frühjahr dieses Jahres liegt ein neuer Entwurf vor, mit deffen Grundzügen die beteiligten Kreise vertraut geDie in der vorstehenden Darlegung der Arbeitgeberkreise enthaltenen Einwendungen bedeuten eine weitere Berschleppung, wenn nicht gar eine dirette Sabotage der ganzen bisherigen Internationale Arbeitskonferenz in Genf. Arbeit. Zu dem Industrie- und Handelstag und den Arbeitgeber- Die fünfte internationale Arbeitskonferenz wurde gestern durch verbänden fommt sicherlich noch der Handwertstammertag, eine Rede des Präsidenten des Verwaltungsrats, Fontaine, erder von den einzelnen Innungsverbänden und den Handmertstammern beeinflußt wird. Nur ja feinen Fortschritt! Oder doch höchstens etliche Reförmchen nach dem Rezept: Wasch mir den Belz, aber mach ihn nicht naß." Wir find nur gespannt darauf, was nach den Ausstellungen der Unternehmer von dem ganzen Entmurf noch übrig bleiben wird. Die Gewerkschaften müffen jedenfalls in Ausführung der Beschlüsse des Nürnberger Gewertschaftstongresses alles versuchen, die Lehrlingsreform endlich aus dem Stadium der Borberatungen, Erwägungen und der Sabotage herauszubringen. Geduld haben fie bisher wirklich genug auf gebracht. macht wurden. Die Reisekostenvergütung an Erwerbslose. In einer fleinen Anfrage im preußischen Landtag wurde das Staatsministerium gefragt, ob es bereit sei, den Erwerbslosen fürsorgestellen Mittel zur Verfügung zu stellen, aus denen die Reisekosten folder Erwerbslosen bestritten werden können, die nachweislich für längere Zeit auf das Land zum Kartoffel. gra ben oder au fonftigen ländlichen Arbeiten fahren. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, beantwortet der Minifter für Volkswohlfahrt die Anftage folgendermaßen: „ Sobald bei einem Arbeitslosen die Borauslegungen für den Bezug der Erwerbslofenfürsorge auf Grund der Reichsverordnung vorliegen, tönnen gemäß Erlaß vom 20. Juli 1921 aus Mitteln der unterstüßenden Erwerbslosenfürsorge die Reisekosten nach dem Beschäftigungsort gewahrt werden, wenn ein fester Ar beitsvertrag abgeschlossen worden ist. Kommt für einen Arbeitslosen die Gewährung einer Reisebeihilfe aus Mitteln der Ortskrankenkasse d. Klempner zu Berlin Bekanntmachung Gold-, die Anfang September dieses Jahres erfolgte, sind bie Gebühren bisher nur um das 15fache erhöht worden. Um das obengewählte Beispiel wieder heranzuziehen, ergibt sich die Tatsache, daß die Stadt Emben, die die gleiche Erhöhung vorgenommen hatte, für eine dreimal Durchbrüden und zweimal Durchschleusen nur 5400 m. Brückendrehung 15 Millionen Mart, der Staat also für erhoben. Der letztere Betrag dürfte faum dazu ausreichen, die Verwaltungskosten für die Einziehung, Berbuchung usw. zu beden. In einer Sigung vom 27. September, an der der Hauptbetriebsrat für die preußische Wasserbauverwaltung und die Gewerkschaften beteiligt waren, wurde festgestellt. daß troß der Anordnung des Ministers noch immer feine Erhöhung auf der vorgeschriebenen Grundlage erfolgt fei. Der zuständige Referent konnte nur erflären, daß die Anweisung zwar ausgearbeitet, wahrscheinlich aber noch beim Reichsverkehrs. oder preußischen Finanzministerium läge, die ebenfalls bei dieser Frane mit beteiligt werden müßten. Bur Zeit der Abfassung dieses Berichtes ist noch nicht bekannt, ob der Gang der Buteaufratie schon so weit beschleunigt werden tonnte, daß wenigstens feststeht, ob diese Ministerien auch bereit sind, der Dom handelsminister getroffenen Anordnung beizupflichten. Die Durchführung wird demzufolge wahrscheinlich noch einige Zeit auf fich warten laffen. Das Elend der Rechtsanwaltsangestellten. Die im Zentralverband der Angestellten organisierten Berliner Rechtsanwaltsangestellten hielten am Mittwoch eine öffentliche Ber. sammlung ab. Kollege Brente legte por den zahlreich er. fchienenen Kollegen an der Hand ausführlichen Tatsachenmaterials Bir halten es für äußerst bebentlich, wie man in diefer Zeit Die immer mehr zunehmende wirtschaftliche Berelendung der An. wichtige Einnahmequellen ungenut läßt; anstatt burd) eine furze waltsangestellten dar und wies die Ursachen dafür nach. Dabei Referentenbesprechung die Angelegenheit zu beschleunigen, muß der beleuchtete er scharf die rückständige und sozialfeindliche Haltung geheimrätliche engherzige Bureautralismus feinen gewohnten Bu der Anwaltschaft. Nach einer regen Diskussion wurde einmütig fol. ständigbeits- und Instanzentrab gehen zum Schaden der All. gende Entschließung gefaßt:„ Die am 17. Oftober im„ Rosenthaler gemeinheit. Es ist bringend zu wünschen, daß die Bestrebun Sof" versammelten Rechtsanwaltsangestellten wenden sich mit gen des Genoffen Giering als des verantwortlichen Minifters mit Empörung gegen den Versuch der Anwälte. Die Arbeits- und Ent hinweg durchgefeht werden. Bielleicht ist dazu erforderlich, daß in der notwendigen Beschleunigung und über bureaukratische Bedenken fohnungsbedingungen ihrer Angestellten zu verschlechtern. Ihre Befolchen Fragen die Abhängigkeit des Handelsministers von ande züge reichen zu einem menschenwürdigen Leben nicht aus. Darum ren Ressorts beseitigt wird, um ihm ein schnelles selbständiges Han verlangen fie eine angemessene Erhöhung ihres Realeinkommens, deln zu ermöglichen. In der Arbeitnehmerschaft muß sonst der Eindas ihnen die Befriedigung der notwendigsten Lebensbedürfnisse er brud entstehen, als ob nur sie das geeignete Objeft für Einnahmefämpften Rechte mit Entschiedenheit abzuwehren. Die anwesenden ten, die sich auf Kosten der Allgemeinheit in einer derartigen Beife möglicht. Sie sind entschlossen, jeden Anschlag auf ihre einmal er quellen oder Sparsamkeitsmaßnahmen ist, daß dagegen Interessen. Herren Regierungsvertreter merden ersucht, die Anwaltsangestellten bereichern fönnen, unter allen Umständen auch weiterhin geschont im Rampf um ihr gutes Recht zu unterstützen. öffnet. Er stellte feft, daß von 57 bei dem Internationalen Arbeitsbureau eingeschriebenen Staaten 42 Länder Delegierte und Sach verständige zur Konferenz entfandt haben, unter ihnen drei, die fich bisher von der Mitarbeit zurückgezogen hatten, nämlich Argentinien, Bersien und Panama, und als neuer Staat Irland. Die Konferenz hat einen einzigen Beratungsstoff, nämlich die Entscheidung über internationale Grundsäge der Arbeitsinspektion. Jm Gleiwiher Grubenrevier find infolge zu niedriger Borschuß zahlungen in verschiedenen Gruben die Belegschaften in den Streit getreten. Die Hamburger Werftarbeiter haben am Sonnabend den Betrieb der deutschen Werft infolge Lohnstreitigkeiten stillgelegt. Gestern legten auch die Arbeiter von Janssen und Schmilinsky die Arbeit nieder und verließen den Betrieb. Auch bei Blohm und Boß ruht die Arbeit, doch befinden sich die Arbeiter im Betrieb. Die Arbeitslosen der Stadt Danzig haben dem Senat folgende Forderungen vorgelegt: Sofortige Beschaffung von Arbeitsmöglich feit, Lieferung von 5 3entnern Kartoffeln, Lieferung von 2 Raum metern Holz und 4 3entnern Kohlen, sofortige Auszahlung einer einmaligen Wirtschaftsbeihilfe von 70 Goldmark und Auszahlung der zufünftigen Erwerbslosenunterstüßung in einem wertbeständigen Zahlungsmittel. Achtung, Eisenbahner! Morgen, Mittwoch, abend 6% Uhr in den SophienSälen, Sophienftr. 17-18 wichtige Mitgliederversammlung. Wir bitten um rege Propaganda unter den Rollegen für die Beranstaltung. Mitgliedsbuch legitimiert. Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Eisenbahnerverbandes. Platin- Brach werden müffen. Groß- Berliner Parteinachrichten. 17. Kreis Lichtenberg. Achtung, Abteilungsleiter und Raffierer! Die Adressen ber erwerbslofen Mitglieder sind bis spätestens Gonnabend dem Genoffen Emil Richter, Eitelstr. 72, einzureichen. 47. Abt. Mittwoch, den 24. d. M., 7% Uhr, bei Wollschläger, Adalbertstr. 21, Mitgliederversammlung. Bortrag des Genoffen Briniger über Die poli tische Lage". Die Funktionäre tommen um 6½ Uhr zu einer wichtigen Besprechung zufammen. Mitgliedsbuch vorzeigen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation Die Einäscherung erfolgt heute, Dienstag, nachmittags 6 Uhr, im Krematorium 105. Abt. Ablershof. Am 19. Oktober ftarb unser Genosse Leo Brysch. Baumschulenweg. Berantwortlich für Politik: Craft Reuter; Wirtschaft: Artur Caternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Fris Rarstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. 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