Abendausgabe Nr. 498 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 251 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise sind in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 300 Millionen M. Mittwoch 24. Oktober 1923 erlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Jerleger: Borwärts- Berlag GmbH Serlin SW. 68, Lindenstraße Fernsprecher: Dönhbff 2506-250 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Die Pfalz treu zum Reich- los von Bayern! Selbständige Republik Pfalz!- Bayerische Reichswehr gegen Lossow. Die Gründung der Pfalzrepublik ist ein 2ft der Ubwehr gegen den reaktionären Separatismus, ein Aft der Treue zum Reich! " die er in seiner Stuttgarter Rede am 2. September prä Wir werden mit der Reichsautorität nid) Schindlubertreiben lassen!" Diese Losung nehmen wir auf und wir stehen dafür ein, daß sie endlich wahr ge= macht werde! Kaiserslautern, 24, Offober.( Eigener Draht-| auch in den interfrattionellen Berhandlungen bei der Bildung bericht.) Hier find alle Vorbereitungen getroffen, um noch im der zweiten Stresemann- Regierung hatte sie nur einen geLaufe des heutigen Tages die Gründung der Pfalz- ringen Teil ihrer Forderungen in der bayerischen Frage durch republik im Berbande des Deutschen Reiches gefeßt. Nun, wo Geßler und Seedt endlich in Sachen zu vollziehen. Der Entschluß ist gefaßt worden, weil die Ge- Lossom Ernst machten und wo die bayerische Regierung zum duld der reichstreuen, republikanischen Bevölkerung der Pfalz offenen Verfassungsbruch und der bayerische dem Münchener Treiben gegenüber erschöpft ist. Auch hier Landeskommandant" zur offenen Meuterei aufDer Reichskanzler, der Reichsinnenminister, der Reich. hat infolge des Münchener Borstoßes die separatistische Gefahr forderte, stellte sie sich auf den Standpunkt, daß jezt auf minifter für die besetzten Gebiete und der preußische Minister überhand genommen, es fann ihr nur dadurch begegnet wer- feinen Fall und in keiner Weise nachgegeben werden dürfte, präsident werden sich heute abend nach Hagen begeben, um den, daß sich die Pfalz als ein von Bayern losgelöster Freistaat sondern unbedingt vorgegangen werden müßte; und zwar dort mit Bertretern der politischen Parteien und der Berufs= des Deutschen Reiches fonftituiert. nicht allein aus den für Geßler und Seedt maßgebenden stände über die Lage in den besezten Gebieten zu Gründen der militärischen Disziplin, sondern vor allem zur sprechen. In einer öffentlichen Versammlung, die morgen Rettung der Reichseinheit. aus diesem Anlaß in Hagen stattfindet, werden der ReichsAm Sonntag aber kehrte der Reichsarbeitsminister Dr. tangler, der preußische Ministerpräsident und die übri Brauns von seiner" privaten Vermittlungsreife" aus Reichsminister das Wort ergreifen. Wie der Sozialdemokratische parlaments- München zurück und wußte von einer„ Entspannung" zu erdienst" erfährt, hat ein Teil der bayerischen Truppen in zählen. In einer, übrigens nicht vollzählig beschickten KabiMünchen und anderen Standorten die Verpflichtung nettssitzung wurde beschlossen, einer württembergischen Anfür die bayerische Regierung abgelehnt. Dieses Verhalten regung auf Einberufung des Reichsrates Folge zu geben. erfolgte mit der Begründung, daß der Eid auf die Die sozialdemokratischen Minister und einige ihrer Kollegen Reichsverfassung geleistet sei und nach wie vor die fämpften mit aller Entschiedenheit gegen diese zwecklose und Berpflichtung besteht, an diesem Treuschwur festzuhalten. unwürdige Verschleppung einer Angelegenheit, in der Dem Reichswehrminister und dem Chef der Heeresleifung find es um Sein oder Nichtsein des Reiches geht. aus Bayern, insbesondere von Reichswehroffizieren, zahlreiche Sie fonnten indessen die Erfüllung dieser Formalität Treufundgebungen zugegangen. nicht verhindern, verwahrten sich aber mit aller Schärfe da gegen, daß aus dieser Reichsratssigung irgendeine Bermitt lung" oder„ Berhandlung" abgeleitet werde. Davon kann gegenüber einer verfassungsbrüchigen Landesregierung und gegenüber einem meuternden General gar keine Rede fein. So etwas fäme schon in normalen Zeiten nicht in Betracht und in den gegenwärtigen Tagen erst recht nicht, wo jedes Zeichen der Schwäche eine Ermunterung für die Separatisten am Rhein bedeutet und eine Entmuti gung für diejenigen, die unter fremder Befagung für die Ein heit des Reiches ihr Leben einsetzen. * * ** Diese geschichtlich bedeutsame Nachricht kommt zugleich mit der Meldung, daß die bayerische Reichswehr zu er heblichen Teilen der Berleitung zum Eidbruch Widerstand leistet und dem Reich die Treue hält. Die Herrschaft Kahrs frecht an allen Eden und Enden, und es bedarf nur noch eines fräftigen Nachstoßens, um sie zu erledigen. Es darf feine Rompromisse mehr geben!" sagt ergt. Er hat recht. Durch Kompromisse tönnte man feinem Gegner wieder auf Die Beine helfen, dessen Rücken nur noch um Handbreite vom Boden entfernt ist. Die Pfalz ist durch den Münchener Butsch gegen has Reich in eine unhaltbare Lage gefommen, aus der fie jegt die Konsequenzen zieht. Sie geht den Weg, der ihr durch ihr Lebensintereffe vorgeschrieben ist, von Bayern zum Reich. " Die Sozialdemokratie hat in vollem Einvernehmen mit ihren Ministern im Reiche flar zum Ausdrud ge geben, daß sie eine solche Politik des Lavierens nicht mit machen würde. Um 12 Uhr mittags begann eine Sigung des Reichsfabinets, die sich vorwiegend mit der Ernährungsfrage beschäftigt. Die rheinischen Putschisten bei Tirar. paris, 24. Oftober.( Ep.) Der Pelit Parifien" schreibt, daj, das wichtigste Ereignis, das sich am Dienstag abgespielt habe, der Schrift des neuen Direfforiums bei Tirard war. Drei Mitglieder dieses Direfforiums begaben sich zu Tirard und erklärten, daß sie aus patriofifchen Gründen sich veranlaßt gesehen hätten, die rheinische Republit zu proflamieren. Die rheinische Republik werde das nötige veranlassen, um die Bedingungen des Versailler Vertrages durchzrführen und die Besatzungsmächte anzuerkennen. Tirard antwortete, daß er diese Erklärung zur Kenntnis nehmen werde und daß er bis auf weiteres das Direktorium in den Ortschaften, wo die öffentlichen Dienststellen unter seiner Ceilung stehen, als die tatsächliche Regierungsgewalt ansehen werde. Er werde es darum den alliierten Behörden gegenüber für die Aufrechterhaltung der Ordnung in diesem Gebiete verantwortlich machen. Die Mitglieder des Diref toriums haben daraufhin einen ähnlichen Schrift beim englischen und belgischen Oberkommissar unternommen. Coblenz befreit! diesem Boden. Sie weiß sich in dieser Frage einig mit der Aber sie steht diesmal durchaus nicht allein auf demokratischen Partei, die, wie der Soz. ParlaDie Pfalz war zum erstenmal schon im 13. Jahrhundert mentsdienst" berichtet, am geftrigen Tage beim Reichs- Köln, 24. Oftober.( WIB.) Jn Koblenz ist es gelungen, zu Bayern gekommen, fie wechselte auf dem Weg der Erb- Panzler in dem gleichen Sinne vorstellig ger die Sonderbündler wieder aus dem Regierungsgebäude zu teilung und des Krieges vielfach ihre Herrscher. Ende des worden ist. Ihre Minister Geßler und Deser werden ebenso vertreiben. Nach hier eingetroffenen Nachrichten ist auch 18. Jahrhunderts wurde sie dann wieder mit Bayern unter wenig wie unsere Genossen in dieser Frage nachgeben wollen. Rheydt von den Sonderbündlern wieder frei. Bei den Kämpfen einem Herrschergeschlecht vereinigt, fie tam in den napoleoni Ebenso vertritt nach unserer Kenntnis der Dinge der Chef der wurden mehrere Personen getötet, darunter der separatistische fchen Kriegen unter französische Herrschaft und wurde nach Heeresleitung, General v. Seedt, nach wie vor den rich Bürgermeister von München- Gladbach. In Düren ist die Lage noch den Friedensschlüssen von 1814 und 1815 wieder deutsch, d. h. tigen Standpunkt, daß endlich vorgegangen werden muß; nach unverändert. Die öffentlichen Gebäude befinden sich noch in der zum großen Teil bayerisch. Nach dem Weltkrieg geriet die den Funksprüchen des Meuterers ist ein solches Vor- Gewalt der Sonderbündler, welche die Bevölkerung mit Revolvern Bfolz unter französische Besehung, blieb aber ein Teil des gehen unerläßlicher denn je; und je weniger gezögert und„ ver- von der Straße vertrieben haben. Freistaats Bayern. Sie zählt ungefähr eine Bevölkerung von handelt" wird, de sto unblutiger wird die Reichsautorität 1 Million, etwa den siebenten Teil der Bevölkerung ganz in Bayern wiederhergestellt werden können. Koblenz, 24. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Das Koblenzer Bayerns. Schloß mit den Amtsräumen der Regierung war am Dienstag vorNach der Verfassung hätte eigentlich die Ablösung der für ein lavierendes Borgehen ein; das sind die Herren Bündlern befeht worden. Auf dem Gebände erschien die SonderAuf der anderen Seite treten einzelne Kabinettsmitglieder übergehend unter französischem Schuß von den SonderBratz von Bayern nur in den Formen einer Boltsabstimmung Luther und Roeth, die gar feine politische Partei im bündler- Fahne. Nach etwa zwei Stunden gelang es der Koblenzer flattfinden dürfen, die anzuwenden unter den augenblicklichen Rabinett vertreten, sondern nur ihre persönliche Auffassung. Polizei, die Eindringlinge wieder aus dem Schloß hinauszuwerfen Berhältniffen unmöglich ist. Die Pfalz fann fich aber auch Diese mag in finanziellen oder wirtschaftlichen Dingen von und die Fahne einzuziehen. Weitere Affionen der schwerbewaffneten nicht verfassungsmäßig an einen Staat gebunden fühlen, der Belang sein, ist in hoch politischen Fragen aber durch Sonderbündler werden befürchtet. felber die Reichsperfaffung bricht. Vor die Wahl aus un maßgebend. Und das ist ferner Dr. Brauns, gestellt, entweder sich an einem Treubruch gegen das Reich dem man es persönlich in seiner Eigenschaft als katholischer mitschuldig zu machen oder formale Vorschriften für die Er Briefter nachfühlen kann, daß er sich nach einer Brücke zur langung ihrer Selbständgikeit außer acht laffen zu müssen, Bayerischen Volkspartei sehnt, der aber in seiner eigenen sich weiterhin mit den Ereignissen im Rheinland, ohne jedoch vorParis, 24. Oftober.( Eca.) Die französische Presse beschä mählt sie den zweiten Weg, und sie tut damit recht. Sie rettet Frattion politisch vereinsamt steht. fich vor bayerischen Separations- wie vor französischen Anläufig endgültig Stellung zu nehmen oder einen übertriebenen negionsgelüften und vollzieht damit vielleicht die entscheidende Stresemann bisher das Opfer gebracht, daß nicht gehan- Die Journe Industrielle" meint: Das Rätselhafte sei im Augenblic Diesen letzteren Herren zuliebe hat der Reichskanzler Enthusiasmus über die rheinischen Ereignisse an den Tag zu legen. Tat zur Rettung des Reiches. Bon bayerischer und deutschnationaler Seite wird seit belt, sondern verhandelt wurde. Nach der heutigen Reichsrats- die Haltung Englands. Dieses warte ab und man habe ben Tagen die Behauptung folportiert, die Absehung Lossows sei fihung wird sich aber nicht nur das Schicksal des Kabinetts, Einbrud, daß es auch Italien anrate, zu warten. Dieses Warten auf Verlangen der Sozialdemokratie beschlossen worden, ge- fondern das Schicksal des Reiches entscheiden. Und könne ebensogut große Berwirrung verbergen als auch die reifende missermaßen als„ Kompensation" für das Einrücken der da erinnern wir den Kangler an seine eigenen Worte, Abficht einer Intervention. Bertinar sucht im„ Echo de Paris" dar. Reichswehr in Sachfen; mit anderen Worten, Lossow se: dem " Marrismus“ zum Opfer gefallen. In Wahrheit liegen die Dinge ganz anders: Die Initia tine zur Absegung Lossows ging ausschließlich vom General Die Börse unterm Einheitskurs. Goldanleihe= 65 Milliarden. Französische Bedenken. zulegen, daß die französische Regierung feineswegs an den Ereig niffen im Ruhrgebiet mie auch im Rheinland beteiligt sei.(?) Im übrigen versucht er darzulegen, daß die Schaffung einer rheinischen v. Seedt im Einvernehmen mit dem Reichswehrminister unabhängigen Regierung in diefem Augenblid der franzö fischen Regierung feineswegs angenehm sei. Das Geßler aus. Der Chef der Heeresleitung stellte sich auf den Für den heutigen Devisenverkehr war die Tatsache von Bestehen einer unabhängigen Regierung der Rheinlande ist zur durchaus richtigen Standpunkt, daß er in den Augen seiner einiger Bedeutung, daß die Reichsregierung die Nachricht von einer Durchführung der Politik des 11. Januar durchaus nicht notwendig. Untergebenen ein erledigter Mann wäre, wenn ein ihm unter- Steigerung des Martfurses an der gestrigen New Yorker Nach Es wäre ganz im Gegenteil möglich, daß dadurch in diesem Augengeordneter General sich einfach über erteilte flare Befehle börje bis zur Dollarparität von 45 Milliarden amtlich blick die Durchführung des Programms nur verhindert würde. Das ftrailos hinwegfeßen dürfte, und daß die Folge der Duldung verbreiten ließ. Man entnimmt daraus, daß die Interventionstätig. Ziel Frankreichs sei die Ausbeutung des Ruhrgebietes einer solchen Insubordination das Aufhören jeder Disziplin in feit der Reichsbank sich auch auf einzelne Auslandsbörsen erstreckt. in Form verschiedener Abgaben in natura oder in waren im Beder Reichswehr sein würde. Geßler schloß sich dieser Auf- Außerdem ist es natürlich unter den obwaltenden Umständen ver- trage von etwa 1 oder 1½ Millionen Goldmark jährlich. Gleichfassung an, und beide erklärten dem Reichskanzler, ihre Aemter hältnismäßig leicht, durch stärkere Berkäufe von Goldanleihen den zeitig wolle Frankreich sich des Ruhrbeckens als Druckmittels be niederlegen zu müssen, falls Lossow nicht unverzüglich seines Kurs diefes Papieres und damit indirekt die Bewegung der Dollar- dienen, um von Deutschland auf diese Weise eine weitere Zahlung Postens enthoben werden würde. schahanweisungen und der Devisen zu beeinflussen. Heute schwankte von jährlich 1 bis 1½ Millionen Goldmark zu erhalten. Da dies Die Sozialdemokratie ist durch diesen Entschluß ebenso ter Kurs der Goldanleihe im Freiverfehr zwischen 64 und die Absicht sei, fönne eine unabhängige rheinisch- westfälische Reüberrascht worden wie die übrige Deffentlichkeit. Wohl hatte 66,5 milliarden. Die Nachfrage nach Devisen war nicht allzu groß. publit in der ersten Zeit nur hinderlich sein. Die Sicherheit Frankfic sich im ersten Kabinett Stresemann, gleich zu Beginn des Die Effettenbörse erhielt eine starke Anregung durch die über reichs bejjere sich durch eine unabhängige rheinische Republik nur bayerischen Verfassungsbruches in den letzter Septembertagen raschend große Geldflüssigkeit, die im Laufe des heutigen Tages dann, wenn diese Republit nicht etwa nur eine vorgetäuschte für ein sofortiges und energisches Vorgehen gegen Kahr eintrat. Die Kurse stiegen auf fast allen Märkten auf das Doppelte Tatsache fet, sondern wirklich in der Seele der Rheinländer Bayern eingesetzt. Sie war leider überstimmt worden, und bis Dreifache. wurzele; soweit sei man jedoch noch nicht gekommen. Der Kampf gegen den junger. Zu den Mastnahmen der Reichsregierung. Wenn es nicht gelingt, das Hüngergespenft zu bannen und die bereits ins Unermeßliche gestiegene Not der groß- städtischen und industriellen Bevölkerung zu mildern, werden alle Versuche zur Wiederherstellung geord- neter Verhältnisse in Deutschland größten Schwierigkeiten be- gegnen. Wenn der Reichsernährungsminister an die Land- Wirtschaft soeben einen Aufruf gerichtet hat, der sie dringend zur Bereitstellung der notwendigen Nahrungsmittel auffordert, so ist die Absicht gut, der Erfolg jedoch wird ausbleiben, wenn man nicht die wirtschafts- und währungspoli- tische Seite der Lebensmittelfrage mit aller Energie anfaßt. Der Bäcker kann kein Brot mehr backen, weil ihm das Mehl zu teuer wird, weil sich die von ihm vereinnahmte P a- piermark entwertet und die Kunden ihm kein anderes Geld geben können. Und weil der Brotpreis mit dem Dollar- stand klettert, die Verbraucher ober nur über Papiermarkein- nahmen verfügen— wenn man von dem schmarotzenden cheer der Sachwertbesitzer, die keine Not kennen, absieht— so reicht eben selbst der Lohn mehrerer Tage kaum noch aus, um Le- bensmittsl für eine einzige Mahlzeit einer größeren Familie zu bezahlen. Die Währungskrankheit ist das entscheidende Üebel. Wenn der Besitz und die Produzenten, ökonomisch mit gutem Recht, die Papiermark zurückweisen und sich gierig auf alle wertbeständigen Papiere stürzen, so muß auch der Ar- beiterschaft die Möglichkeit gegeben werden, wert- beständiges Geld zu verdienen und für die gold- wertige Arbeit eine goldwertige Gegenleistung erhalten. Das Problem ist klar und einfach. Unüberwindlich schwer ist in einem Augenblick, wo das Reich vom Zerfall bedroht ist, die Aufrichtung einer endgültigen Goldwährung. Aber in Er- kenntnis dessen hat man sich ja bereits zu Zwischen- l ö s u n g e n entschlossen, die wenigstens vorübergehende Er- leichterung schaffen sollen. Und diese Zwischenlösungen müssen nun mit größter Beschleunigung auch dem gesamten Waren- markt und den Verbrauchern zugute kommen, wenn nicht die Warenversorgung zusammenkrachen soll. Das scheint man auch in der Regierung einzusehen, da man die Absicht ausgesprochen hat, durch industrielle Werke für kurze Zeit und auf der Basis der Goldanleihe wert- beständiges Notgeld ausgeben zu lassen. Man wird nur dafür zu sorgen haben, daß mit derartigem Notgeld nicht ähnlicher Mißbrauch getrieben wird wie seinerzeit mit dem auf Papiermark lautenden Notgeld. Man muß verlangen, daß diese Notgeldscheine in wertbeständiger Anleihe des Deutschen Reiches gedeckt und jederzeit e i n l ö s b a r sind. Aber die Schaffting von Kleingeld, das seinen Wert nicht von Stunde uz Stunde verliert, ist die dringenste Aufgabe, und darum ist dieser Vorschlag auch grundsätzlich zu billigen. Die Eingriffe der Regierung in den Devisenmarkt durch die Wiedereinführung der Einheitskurse und die Verordnung zur Sicherstellung des Warenumlaufes sind durch technische Mittel billigenswcrt, um die Spannung des Augen- b l i ck s zu überwinden, aber wirkungslos auf lange Sicht. Man muß dem Verkehr durch Schaffung besseren Geldes mit größter Beschleunigung frisches Blut zuführen, sonst ist der Zrrkulationsprozeß der Ware unterbunden. Man muß aber, wenn man die Warenversorgung sicherstellen will, nicht nur vom Kleinhändler, sondern auch von dem Produzenten der Le- bensmittel die Hergabe der benötigten Ware verlan- gen. An diesem Punkte hat es bisher trotz aller über Wucher und Preistreiberei bestehenden Vorschriften sehr gefehlt. Wirk- lich und ernsthaft vorgehen kann man jedoch auch nur dann, wenn man dem Produzenten nicht die Papiermark aufzuzwin- gen sucht, sondern ihm einen besseren Gegenwert bietet. Jedenfalls sollte.jetzt ohne Verzug das Mögliche getan werden. Wie der Geschäftsinhaber der Darmstädter und Na- tionalbank Dr. Schacht vorgestern in einem Vortrag betont hat, ist es technisch möglich, wertbeständiges Kleingeld binnen weniger Tage zu schaffen. Wir verlangen, daß die Regierung hier den Hebel ansetzt, um der Nahrungsmittelnot zu steuern und nicht mehr lange berät, wo die Tat allein gilt. Nmna von Harnhelm tröstet. (V t a a t s t h« a i e r.) Lsenn die Dame in Trauer dem Major von Tellheim ihre Armut und ihr Unglück beichtet, dann denkt der Zuschauer: Frauen ebenso bleich, ebenso mutlos, nur noch viel abgerissener und hungriger, stehen setzt an allen Straßenecken deutscher Städte. Dies« alten Frauen strecken kaum die Hand aus, doch ihre von den Tränen ermüdeten Augen und die Wpngen, die abgezehrt und hohl sind, deuten genugsam an, welches Mitleid sie erbitten und verdienen. Früher war diese Dame in Trauer nur eine episodische Figur, um das Spiel von dem herrlichsten Optimismus ein wenig in Gang zu bringen. Heute ist die schwarze Frau, für die Frau Mathilde Süss in geradezu zur Spezialität geworden ist, schon längst verschwunden, doch ihr düsterer Schatten geistert noch immer über die Bühne. Das heißt: wir schleppen unsere Sorgen ins Theater. Die Sorgen, die kein Gramm an Gewicht und Behäbigkeit eingebüßt hoben, und jede Sekunde in die ruhebedürftigen Gedanken hinein- dämmern. Wie wäre es verzaubernd, wenn dies« Oual aufhörte, und die Erlösung würde gedankt dem Theoterspiel, das die Künstler spcndetenl Es kam aber nur eine teilweise Befreiung. Minna von Barnhelm tröstete trotzdem drei Stunden lang. Ihr Optimismus kämpfte gegen die schweren Herzen, und er siegte. Gerade das kleine Schicksal, das sich bei dem Fräulein von Barnhelm und dem Major Tellheim zum Guten wendet, ergriff, erheiterte und ermuntert«. Zur Erkenntnis und Belebung weltgeschichtlicher und weit ausschauender Ereignisse ist uns, den Entrückten, denen kein Nothelfer mehr bei- springen will, schon die'letzte Sinnenhelligkeit verloren gegangen. Di« meisten Zuschauer im Theater erwarteten ihr Glück nicht mehr von der großen Gerechtigkeit, sondern von irgendeinem Zufollsgott, von dem Hauptgewinn aus irgendeiner Lotterie, von der Geberlaune irgendeines Onkels, der aus einem fremden Land« mit der großen Kaffs herbeikutschieren sollte Nun, der reiche Onkel, der im Stücke ja Graf von Bruchsal heißt, zog wirklich ein mit Kisten und Koffern, märchenhast und wie ein Nabob. Die Zofen und die Hausknechte liefen ihm voraus, der Gastwirt führte atemlos und gestikulierend den ganzen Troß an. Es war wirklich gelungen, die Sorgen abzustoßen, wenn auch die Kunstmittel, ausgedacht von dem Regisseur Jürgen Fehling, sehr derb und nicht ganz einwandfrei waren. Den deutschen Ne- gisseur oerführte der Stil, den sie heut« im sowjetistischen Rußland pflegen. Man entehrt dort das festgebunden« Dichterwort durch laute Stegreifclownevie. Das ließe sich nielleicht bei Boeten verteidiaen, deren Herz und Zunge nur«in Zufallstalentchen ist, doch bei Lessing wirkt solch Verfahren, mag es auch noch so phantosievoll losstürmen, beinah« wie Leichtfertigkeit. O ja, Regisseur, die Glieder und die Münder der Komödianten bezwingen, daß die ganz« Truppe dem Alltäglichen entführt wird! Doch den Respekt vor dem Geist nicht vergessen, auch vor dem Zeitgeist nicht, auch vor dem Kastengeist nicht, wenn er durch den Dichtcrgeist. geadzlt wurde! So wäre zu sagen, daß„Minna von Barnhelm" zum Teil«in Adelsstück ist. Darum müßte sich das Fräulein, in vialsr'si Zurückhaltung von ihrem "mnnverkätzchen Franziska unterscheiden. Di« Virtuosität des Fräu- Neue Kämpfe in Hamburg. Hamburg, 24. Oktober.(Eigener vrahtbericht.) Die Rächt ist ruhig verlaufen, doch wurde sie von den Aufständischen benutzt. um neue Barrikaden zu errichten. Um S Uhr morgens kam es in der Hamburger Straße, der Friedrichsberger Straße, der Volks- dorfer Straße und der Stückcnsiraße zu neuen kämpfen. In den Vormittagsstunden ging die Polizei in der Richtung aus den Osterdick- Sanol vor. Die wache 32 ist von Kommunisten umzingelt, man ist um das Schicksal der dort befindlichen wannschasten besorgt. Ein eigenes»vertbcständiges Geld. Hamburg, 23. Oktober.(MTB.) Die Finanzdeputaiion wird noch im Laufe dieser Woche wertbeständiges Geld ausgeben. Die banltcchiiischen Vorbereitungen kommen aller Voraussicht nach noch im Laufe des heutigen TageS zum Abschluß. ES wird dann sehr bald möglich sein, auch die Betriebe mir wertbeständigen Zahlungsmitteln für Lohnzahlungen zu verschen. Die Schließung von Luxusbetrieben ist angeordnet. Die NotstandSkommission deS Senats beschloß, an sämtliche Iluterstützungempfänger eine einmalige Unterstützung von je zwei Milliarden im Rahmen der allgemeinen Wohlfahrtspflege auszahlen zu lasten. Das Kriegsversorgungsamt wird die Hamburgi- fchen Backbetriebe durch Mehlbeliefemiigen in die Lage setzen, un- abhängig vom Dollarstand vom Lt. bis 29. Oktober auf Biotkarten ein Einheitsbrot zum Höchstpreis von t,2 Milliarden abzugeben._ �eigner über die Polizeiaktion. Mahnung zur Besonnenheit. Dresden, 23. Oktober.(Eigener Drahtbericht.) In der Dienstag- sitzung des Landtages gab Ministerpräsident Z e i g n e r eine Erklärung ob, in der er sich zunächst noch einmal mit dem letzten Schreiben des Wehrkreiskommondeurs auseinandersetzt«. Aus Berlin sei ihm ein Schreiben mit der Versicherung zugegongep, daß es sich bei der Ber- legung von Reichswehrtruppen nach Sachsen um keine Exe- k u t i v m a ß n o h m e handle. Die sächsische Regierung wolle daher diese Maßnahme nicht als einen feindlichen Akt beirachten. Wenige Stunden später sei jedoch das bekannis Schreiben des Generals Müller eingetroffen, in dem andere Gründe für den Ein- morsch angeführt werden. Auch in seinem Aufruf an die Beoplke- rung habe der General die wirklich? Legitimation für den Reichs- wehreinmarsch in Sachsen zu schassen gesucht. Er, Zeigner, be- obachtcte trotz der formalen Rechtsgleichheit aller deutschen Staats- bürger vor dem Gesetz die größte Ungleichheit. Unter- schiede, die so groß seien, daß ihnen gegenüber die Gleichheit vor dem Gesetz völlig gegenstandslos erscheine. Di« sächsische Regierung sehe ferner die unb-streitbarc Vorherrschaft einer Klasic uind er bekämpfe diese Diktatur der Minderheit, nicht um«ine andere Diktatur zu errichten, sondern um die Verfassung;- mäßige Gleichheit vor dem Gesetz herzustellen. Der Unterschied zwischen der Berliner und der Mullcrschcn Erklärung sei unbestreitbar; er glaube der Berliner Erklärung. Mit Sorge sehe das sächsisch« Kabinett, daß das Reich rücksichtslos über tsi« sächsischen Lebensintercssen und die politische Eigenart sowie die in der Verfassung verbrieften Rechte hinweggehe. Dieser Feststellung müsse er hingufügen, daß kein anderes Land sich rühmen könne, mehr in Treue zur Verfassung getan zu haben als Sachsen. M i t grenzenloser Bitterkeit müsse er außerdem feststellen, daß in Berlin offenbar nur der Gehör und Achtung genießt, der sich über die Verfassung und Lebensinteressen des deutschen Volkes dreist hinwegsetzt. Der Ministerpräsident wandte sich weiter gegen die bürgerliche Hetze gegen Sachsen. Em« Unbesonnenheit von Irgendeiner unverantwortlichen Sötte könne zur Folge haben, daß plötzlich das ganze Land iii Flammen stehe. Zum Schluß richtete Zeigner die dringende Mahnung an die sächsische Bevölkerung, die Leiden des Landes nicht durch Unbesonnenheiten zu vermehren. Die politische Aussprache über diese Erklärung des Minister- pfäsidenterd wurde auf Donnerstag vertagt. Für die kommunistische Fraktion gab. Abg. Die- vers eine Erklärung ob, in der es u. a. heißt:„Die Reichs- regierung schickt anstatt Brot Soldaten. Durch die Iruppentrans- vorte wird nicht nur die Bevölkerung aufs stärkste beunruhigt, durch sie werden die Gktrcidetransvort« verhindert. Wir verlangen. daß endlich die Reichsregicrung Brot und Kartoffeln nach Sachsen schafft. Die Reichsregierung ist verantwortlich für die Zu- stände, die sich in Sachsen entwickeln. Durch die Reichsexekutiv« werden Hu-nger und Elend vermehrt, die Ordnung der General« lein Straub, ihr« Gezwungenheit, wenn sie au» einer angeborenen Dämonie im Klaren und Natürlichen aufblühen soll, war dem Re- gisseur im Wege. Minna von Bornhelm darf nicht raffiniert sein, auch keine Männerjägerin auf Abenteuerci, sondern das reinst« Herz hat allein all« Ränke zu erfinden. Natürlich hatte es Fräulein Mannheim als Zöschen Franziska leichter, dafür steht sie aber auch nur im Schatten ihrer Herrin. Gefällig, niemals auf den Mund gefallen und in den kleinen Schelmereien durchaus tapfer, dos ist Fräulein Mannheim, die man häufig am Staatstheater mit tragischen Rollen überlastet. Wer wäre fähig, die Gradheit des Majors Tell- heim aus der Lessingfchen Unerbittlichkeit ins Mildere umzuschmelzen? Dieser Held bleibt ein Theoterheld. Und Karl Eberl lieh ihm eine beinah« gewinnend« Haltung. Herr Schreck, der Wacht- meister, Herr Walter Werner(Just), sie warfen sich fanatisch auf die Pointen, ohne allzu störend zu übertreiben. Herr Gronau, der Wirt, übertüftelt« seine Rolle. Dieser gerissen« Herbergsvater ist beileibe kein Filuzius, wie Herr Gronau durchaus wollt«. Auch hier ein Fortiffimo, wo dos Schvzo genügt hätte. ___ Mox Hochdorf. veutßhe Kunst im MuslanS. Das Mitglied de, Senats der Akademie der Künste in Berlin, Prof. Amersdorffer, ist. wie„Giornole d'Italia" meldet, soeben in Rom eingetroffen, um persönlich die Ordnung und Aufftellung der deutschen Abteilung in der bevorstehenden Zweijohrs- ausstellung zu überwachen. Deutschland will hier einen Ueber- blick über die Entwicklung der künstlerischen Bewegung in den letzten siebzig Jahren bieten. Es werden Bilder von Feuerbach, von Menzel und Mar Elewogt. daneben Arbeiten von den Modernen bis zu Kokoschkä ausgestellt sein. Di« Berliner Rationalgalcrie entsendet zu diesem Zweck nach Rom die„Ranno" von Fcuerbach, die„Venus in der Muschel" von Max Kkinger, „Lehrerii� und Kind" von Mox Liebermann, da?„Atelier des Kunst- lers" von Menzel, während die Hamburger Kunsthalle durch dos Bild Dr. Rauerts von Leibi, die Eva von Liebermann und das „Bauerntheoter in Tirol" von Menzel vertreten fein wird. Auch die deutschen Privatsammlungen beteiligen sich durch Entsendung von Bildern an der Ausstellung. Daneben wird auch die plastische Kunst durch Arbeiten von Gaul, Klimsch, Lederer, Wockerle und anderen vertreten sein. Roch dieser Meldung zu schließen, scheint die offizielle deutsche Kunstpflege noch immer an dem Grundsatz festzuhalten, aus inter- nationalen Derovstaltungen vorwiegend die Kunst von gestern zu präsentieren. Menzel, Liebermann, Slevogt, Leibi, Klinger, Gaul und Lederer dürfen sich gewiß überall sehen lassen und werden der deutschen Kunst nirgends Unehre machen. Es geht aber nicht an, daß man einen„Ueberblick über die Entwicklung der letzten siebzig Jahre" mit Kokoschka abschpesit. Es gab und gibt in Deutschland auch Kunst- ler wie Franz Marc,'Feininger, Klee, Pech st ein, Schmidt-Rottluff, Lehmbruck— um nur ein paar der Größten zu nennen—, die die K u n st v o n heut« vertreten und die einem internationalen Publikum offenbaren würden, daß da» deutsche Volk, trotz aller furchtbaren Röte der G'g-nwart, in der kann nur die Ordnung der blutigen Unterdrückung sein. Das Bor- gehen der Reichsregierung gegen Sachsen ist um so ungeheuer- licher, wenn man im Gegensatz dazu ihr Verhalten gegenüber Bayern betrachtet. Die Republik ist in Gefahr. Wir verlangen von den proletarischen Regierungen Mitteldeutschlands. die Arbeiier zum Generalstreik aufzurufen. Die KPD. fordert die Arbeiterschaft aus, sich nicht in einzelne militärische Kämpfe mi: der Reichswehr einzulassen." Im Verlauf der weiteren Sitzung wurde der Gesetzentwurs über die Auseinandersetzung mit dem vormaiigen Königshause beraten. Danach verzichtet der vormalige König auf alle Rechte an dem Staatsgut einschließlich des Domänengutes. Der Freistaat Sachsen überläßt dafür dem„Familienverein Haus Wettin, Albertinische Linie, E.B." die Moritzburger Domänen- grundstück«, darunter Schloß Moritzburg mit Ausstattung und cimae Forstreviere als Eigentum. Weiler erhält der Familtenv-r-in ein« Barabsindung im Betrage von 14 Millionen Mark samt Zinsen Zu 5 Proz. vom 1. Juli 1H20 ab. Dem vormaligen König wird auf Lebenszeit die Ausübung des Iogdrechts in fünf Revieren eingeräumt. Ministerpräsident Zeigner begründete die Bor.age und bat um ihre schnelle Verabschiedung, damit endlich Klarheit ge- schaffen werde. Nach längerer Debatte wurde die Vorloge dem Rechtsausschuß überwiesen. Es begann die Diskussion über die Er- nährungslage._ Seamtenabbau und SMenverbände. Im Reichsfinanzministerium fanden am 22. und 23. Oktober Verhandlungen über die geplante Personal- Verminderung bei den Behörden und in- den Staatsbetrieben statt.. Nachdem die Vertreter der Regierung über die beabsichtigten Maßnohmen Aufklärung gegeben hatten, wurden von den Vertretern der Spitzenorganisationen Gegenvorschläge gemacht. D.e Gegenvorschläge der Organisationen, die weitgehendstes Verständnis für die Absichten der Regierung bekunden und zum Te.l— z. B. in der Höchstaltersgrenz« und in der Erleichterung des freiwilligen Aus- scheiden?— über die Vorschläge der Regierung hinausgingen, wurden in ihren wesentlichen Teilen von den Regierungsverirctern nicht angenommen, so daß die Besprechungen zu keiner Eini- g u n g führten. Bon den Spitzenorganisationen wurde schließlich folgend« gemeinsame Erklärung abgegeben: „Die Organisationen wiederholen die Erklärung, daß sie gegen die von der Regierung geplanten Maßnahmen die ernstesten Be- denken erheben. Räch der Ausfassung der Organisationen kann ein Personalabbau in den öffentlichen Verwaltungen und Betrieben erst dann vorgenommen werden, wenn durch organisatorische und gesetz- gel'erische Reform die Voraussetzungen dafür geschaffen sind. D?r umgekehrte Weg beschwört in dieser schwersten Zeil all« Gefahren planlosen Handelns herauf, ohne die auch von den Organsiotionen erstrebte Gesundung des Reichshaushalles herbeizuführcn. Troiz allem haben die Organisationen den ernsten Willen zur Mitarbeit bekundet. Sie haben ihrerseits Vorschläge unterbreitet, die geeignet waren, die schlimmsten Härten des Regier» ngs- vorschlage? zu mildern, ohne den von der Regierung an- gestrebten Zweck zu vereiteln. Zu ihrem. Bedauern müssen die Organisationen feststellen, daß die Vertreter der Reichsregierung den Borschlägen der Organisationen in allen wesentlichen Punkten ihre Zustimmung versagt hoben. Bei aller Würdigung staatspalitsichcr Notwendigkeiten lehnen die Organisationen unter diesen Um- ständen die ihnen bekannt gegebenen Vorschläge einmütig ab. Di« Verhandlungen wurden darauf als beendet erklärt. die Wahlen in Gesterreich. Wien, 24. Oktober.(Korrbureau.) Die endgültig: Feststellunz des Wahlergebnisses für den Nationalrot liegt noch nicht vor. Da sich in einzelnen Wohlkreisen ein« Nachprüfung der Zählung als notwendig erweist, wird d!« endgültig« Feststellung erst in den nächsten Tagen erfolgen. Das Gesamtergebnis, wonach die Regierungspar- teien zusammen mit dem Londbund über drei Fünftel der 163 Man- dote, die Sozialdemokraten über zwei Fünftel ver- fügen werden, wird sich jedoch nicht mehr wesentlich ändern. Noch dem Stimmenverhältnis gewinnen bei einem Gesamtzuwachs an abgegebenen Stimmen von rund 19 Proz. gegenüber 1929 die Christ- lichsozialen rund 13 Pro;., die Sozialdemokraten rund 12 Proz., während die Großdeutschen 34 Proz. ihrer Stimmen verlieren. Kunst sich nicht nur auf der alten Höhe gehalten hat, sondern ander Spitze der Kulturvölker marschiert. Indem die omt- lichen Arrangeure unserer römischen Ausstellung auf diese moralische Eroberung verzichteten, die übrigens auch von nicht zu unterschätzen- den wirtschaftlichen Folgen begleitet sein würde, haben si: der deuffchen Kunst, die sie pflegen sollten, einen schweren ideellen und materiellen Schaden zugefügt.__ J. S. Steglitzer Hauptmann Ragout a la„Biberpelz". Don den unter- ernährten Gehirnen werden immer noch Gedanken von überraschender Großartigkeit geboren. Das ist tröstlich in unserer armseligen Z4t. Ein Herr Karl Tietsch hatte die beispiellos originelle Idee, aus einer anerkamit guten Komödie ein fchlechres Amüsicrstück zu machen. Er schrieb„Die P e r ü ck e", die„Komödie einer diebischen Gerech- tigteit", und war so diskret zu verschweigen, daß bei der Geburt der „Perücke" der„Biberpelz" von Gerhart Hauptmann Pate gestcmdcn hotte. Bei Tietsch kommen ziemlich alle Perjonen vor, die wir aus dem„Biberpelz" kennen, die Mutter Wolffen heißt Frau Iungnickel, der Schiffer Emil Schiffer Paule und so. Ganz lehnt sich Herr Tietsch allerdings nicht an seinen Kollegen Hauptmann an. Seine„Perücke" verzichtet im Interesse des knolligen Effekts auf dichterische Qualitäten und auf Logik. Und damit es die Zuschauer leichter mit dem Denken haben, sogen die handelnden Personen gleich, was für Charaktercigeu- schaffen sie besitzen und was für Motive ihr Händeln bestimmen. Daher hat das Publikum keine Mühe, herauszubekommen, wer auf den Lo.ndrat den Raubübersall begangen hat. Nur der Landrat selbst ist zu blöde dazu, er schenkt dem Uebcltätcr sein besonderes Vertrauen. Also gor nicht viel anders als im„Biberpelz". Di« Aufführung war vortrefflich für Steglitzer Bedürfnisse ein- gestellt. Lotte Reinecken gab eine resolute Pseudo-Wolfscn und Karl Friedau einen naturechten jovialen Amtsoorsteher. Der Direktor Bsrthold, der es erst vor vierzehn Tagen mit Gcrhart Haupt- mann»ersucht hatte, scheint sich für Hauptmann-Ersotz mehr zu cr- wärmen. Dgr. Der weltverbrauch on Eleklrizität. Unter den Staaten der Welt verbrauchen nach einer Zusammenstellung des„Scientific American" am meisten elektrischen Strom die Bereinigten Staaten, nämlich 49 892 Millionen Kiloualt jährlich. Dann kommt Deutsch- land mit»609, Japan mit 6923. Großbritannien mit 6499. Frank- reich mit 3419 Millionen Kilowatt. Italien oerbraucht 3499, die Schweiz 2799, Schweden 2144, Norwegen 1331, Spanien 1999 Mil- llonen Kilowatt im Jahr. Ganz anders aber gestaltet sich die Reihenfolge, wenn man nicht den jährlichen Gelamtverbrauch der Länder, sondern die auf den Kopf der Bevölkerung entfallende Menge berechnet. Danach leistet sich die Schweiz den größten Luxus an Elektrizität mit 799 Kilowatt pro Kopf, dann kommt Konado mit 612, Norwegen mit 493, die Bereinigten Staaten mit 472,.Schweden mit 364 Kilowatt. Jeder Franzose oerbraucht 147 Kilowatt, jeder Deutsche 141 und jeder Bewohner von Groß- britannien 139 Kilowatt. Voltstmline. Im Vortrag von Pros. Leo Kestcnberg am Äs. Okiober, abendi 8 vbr im Bechlt ein-Saal, wird Kammersäilgcr:» Lula M h si- G m e i n e r Roberl Schumanns Li:dir-2v:lut«gt-auca- liebt und«leben* singen. Wertbeständiges Notgeld. Amtlich wird gemeldet: Der Reichsfinanzminister hat die Regierungen der Länder benachrichtigt, daß für die Ausgabe wertbeständigen Notgeldes folgende Bedingungen gelten: 1. Das Geld muß auf Teile der Reichsgoldanleihe laufen und das Anrecht geben, in Reichsgoldanleihe oder den entsprechenden Gegenwert umgetauscht zu werden. Märchenland. muß sehr wohl gemußt haben, was er faufte und verfaufte. Es fann ihm sicherlich nicht entgangen sein, daß es zum größten Teil nicht Altmetall, sondern Halbfabrikat war. Er wurde verhaftet und dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Wertbeständige Werkstarife. Kinder in Scharen. Hincin in die schöne Aula des Treptomer Realgymnasiums. Stimmengewirr, freudige Erwartung. glänzende Augen. Daheim ist Schmalhans Küchenmeister. Unterernährung verfümmert mun schon so lange junge Menschentörper. Laßt unsere Jugend, die Hoffnung einer ganzen Welt, nicht auch hungern nach Die erfdeputation beriet heute erneut über Festsetung geistiger Nahrung! Bücher sind seltene Schäze geworden. Viele der städtischen Tarise. Die Festsehung der Preise für Gas, Wünsche nach dem papiernen Märchenwunder müssen unerfüllt bleiben. Wasser und Strom am legten Sonnabend konnten nur den 2. Der Gesamtbetrag des ausgegebenen Geldes ist vor Ausgabe as nicht jedem Kinde das Buch gewähren kann, soll die Sprache lehten amtlichen Dollarture non 12 Milliarden der Berechnung zuzu decken durch Hinterlegung des entsprechenden Goldanleihe- erfegen. O ja, es war schön, wunderschön, wie wir Alten einst im grunde legen. Die Mark hat sich bekanntlich seitdem um ein Bielbetrages bei der zuständigen Reichsbankstelle oder einer vom Reichs- Binkel hodien, alles um uns her vergaßen und herrliche Runde von faches verschlechtert. Einstimmig wurde die Aufrechterhaltung der minister der Finanzen bestimmten anderen Stelle auf ein Konto, das Feen und Zwergen verschlangen. It's nicht auch schön. mäuschen- wöchentlichen Preisfestießung nicht mehr für zugunsten des Reichsministers der Finanzen gesperrt wird. Sind fill zu hören, was die Märchentante erzählt? Werden nicht wir Alten möglich erachtet. Wielmehr herrschte Uebereinstimmung, daß von Goldanleiheftüde nicht verfügbar, jo find Interimsscheine bei der wieder jung dabei mit den Jungen? Lebendig quellen feelenvoll Beginn der nächsten Woche an die Preise in türzerem Zeitraum, menn möglich täglich auf wertbeständiger Grundlage Reichsbank zu erwerben. Jede andere Deckung als durch Hinterlegung Worte aus beredtem Munde, formen sich lebendig zu mundersamen zu errechnen seien. Außerdem sei bei der neuen Regelung unbedingt von Goldanleihe ist ausgeschlossen. Gestalten. Was der Kindskopf oft mühsam buchstabiert und fich in darauf zu sehen, daß der Tag des Einganges des Rechnungsbetrages seiner Eigenart zurechilegt, ist in der Sprache gleichzeitig zu Hun- ausschlaggebend jei für die Höhe des Umrechnungsfaktors. terten von Kindern Leben gewordene Märchenpoefie. Das war das wegen haben alle Verbraucher im eigenen dringenden Interesse geistige Tischleindecdich, das fürzlich das rührige Bezirksjugendamt etwaige Rückstände und Rechnungsbeträge, die in dieser Woche Treptow bereitet hatte. In zwei großen Gruppen folgten die Trep- fällig werden, pünktlich noch im Laufe dieser Woche tower Kinder dem Weckrufe, erst die 6- Bis 10jährigen, zwei Stunden einzuzahlen, meil Rechnungsbeträge, die nicht rechtzeitig einspäter die 10- bis 14jährigen. Ergötzliches lieben die Kleineren, nach gehen, mit dem am Zahlungstage gültigen Berechnungsfaktor neu denkliches die Größeren. So fündete es schlicht und herzenswarm umgerechnet werden müssen. Nur so wird es möglich sein, die Genoffe Stadtrat Peters feinen betreuten Scharen. Wenigstens für städtischen Werke durch die infolge des Währungsverfalls eingetretene Stunden sollte die Jugend sich hinwegsegen über die Grauſainteit wirtschaftliche Ratastrophe hindurchzubringen. unferer Lage und in herrlichem Fluge vom Erdenelend ins Märchenland hinüberschweben. Jubel dämpfte die Sorgen des Heims, helle Freude zeichnete auf schmalen Antligen im Geifte wieder des Lebens 3. Jede Ausgabe bedarf der Genehmigung durch den Reichsminister der Finanzen. Die Notgeldscheine müssen den Bermerk tragen: Genehmigt durch den Reichsminister der Finanzen. 4. Der Antrag muß durch die Landesregierungen beim Reichsfinanzministerium gestellt werden. Für beschleunigte Erledigung ist Sorge gefragen. Wieder neue Verkehrstarife. Wohltat- Plage. Des= Die Putschisten von Küstrin. Buchrucker, v. Graefe und Hitler. Graefe kneift. In dem Küstriner Butschprozeß behauptete der Angeklagte Oberleutnant Boigt am Dienstag, er habe am Vormittag des In der heutigen Notzeit ift der Zusammenbruch solcher Ein1. Oktober von der Kommandantur den Befehl zur Waffen- Schönheit. richtungen, die als Rettungswerte für Zusammenbrechende gedacht abgabe erhalten, und dieser Befehl sei dann im Laufe des Nachsind, besonders schmerzlich. Daß nach Mitteln gesucht werden muß, mittags ausgeführt worden. Am Abend des 1. Oftober habe er sich mit einem Offizier der Kommandantur im Auto zu der Abteilung um diese Einrichtungen selbst zu retten, darin liegt eine große Tragik. Daß es aber Behörden gibt, die bei der Durchführung von Rettungsbegeben, die von Major Herzer nach Gorgast beordert war, um Die rasend sich vollziehende Martentwertung nötigt die Ber- maßnahmen die Tragit ins Groteske zu steigern, das sollte man nicht den dortigen Kompagnieführer, einen Oberleutnant, von der Lage fehrsunternehmungen ab morgen zu neuen Fahrpreiserhöhungen. für möglich halten. Nach§ 61 des Finanzausgleichsgefezes sollen in Kenntnis zu setzen. Als er dort antam, sei die Kompagnie Die hoch und Untergrundbahn wird folgende Fahr- lande swichtigen Zentralstellen für die freie Wohlfahrtspflege aus gerade im Begriff gewesen, auf zwei Laft autos nach Rüstrin preise nehmen: dritter klaffe 500 und 800 Millionen Mark, zweiter Reichsmitteln angemessene Beihilfen zu ihren Verwaltungskosten geabzurüden. Der Kompagnieführer habe aber dem Kommandatur- Klasse 700 und 1000 Millionen. Blods zu zehn Karten fosten währt werden. Die erste Beihilfenverteilung durch das Oberpräsidium offizier die Versicherung gegeben, daß er nichts gegen die dritter Klaffe 4,200 und 6,700 Milliarden, zweiter Klasse 5,900 und der Provinz Brandenburg und von Berlin erfolgte Mitte September. Reichswehr unternehmen wolle, sondern lediglich von 8,400 Milliarden. Wochenfarten zu 12 Fahrten kosten für die Das Oberpräsidium erkannte dem Bezirksausschuß für Buchrucker Aufklärung verlangen werde.( 3u dem Zwecke mußte also die ganze Kompagnie nach Küstrin fahren! Red.) Als dann ganze Strede dritter Klasse 6,700 Milliarden, zweiter Klaffe 8,400 rbeiterwohlfahrt Berlin die Summe von 100 Millionen Mart zu. Auf eine Beschwerde gegen die Höhe dieses Betrages eine Abteilung in Küstrin antam und in den Zeug hof Die Straßenbahn wird für einen Umsteigefahrschein wurden weitere 100 Millionen bewilligt. Diese zweite Rate einrüden wollte, eröffneten die vor der Kommandantur aufge- 800 millionen, für einen Kinderfahrschein 400 Millionen, für einen von 100 Millionen Mert wurde am 23. Oftober( Dollarkurs ftellten Maschinengewehre das Feuer auf die einrüdende Abteilung. Hochbahnumfteigefahrschein 1,300 milliarden nehmen. 44 Milliarden Mart) zugestellt. Angesichts der hohen Bortokosten ist Unter den zu der Verhandlung geladenen Zeugen befand sich Im Berliner Stadt, Ring= und Vorortver der Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt nicht in der Lage, dem auch der deutschvöltische Reichstagsabgeordnete v. Graefe, der fehr wird der Mindestpreis der Einzelfarte vom 25. Oftober ab Sherrn Oberpräsidenten die leberweisung, wie sonst üblich, brieflicy es aber in einem Schreiben an das Gericht abgelehnt hat, in auf 200 millionen Mart in der dritten klasse und 300 Millionen zu bestätigen. Er tut es daber auf diesem Wege in aller DeffentlichKottbus zu erscheinen. Er beruft sich dabei einmal auf die Ueberfülle Marf in der zweiten Klasse festgesetzt. Der Zonenabstand beträgt in feit. Bielleicht erregt dieser Vorfall auch die Aufmertfamteit parlamentarischer Arbeiten, die ihm obliegen, sodann aber auch auf der 3. und 2. Klasse 60 und 90 Millionen Mark. des Parlaments, vielleicht auch die des Herrn FinanzArtikel 38 der Reichsverfassung, auf Grund dessen man ihn nicht ministers, der hier mit einem Federstrich eine wahre Wohltat fun tönnte. zum Erscheinen zwingen fönne. Milliarden. Sühne für einen Museumseinbruch. Die Kunstschätze verloren. ,, Kleingeldmangel" beim Poftscheckamt. über 150 milliarden nicht ausgezahlt merden v. Graefe follte darüber vernommen werden, ob es richtig fei, daß Major Buchruder in einer Besprechung im Bureau der drei völkischen Abgeordneten in der Dessauer Straße 6 gegenüber Vor dem Berliner Bostschecamt spielen sich wieder Szenen ab, v. Graefe zum Losfchlagen gedrängt habe, worauf dann beide nach Der dreiste, Einbruch in das Museum der jüdischen Gemeinde mie man sie in den Tagen des legten Buchdruckerstreifs erlebte. In München gefahren feien, um dort mit Hitler und Ludendorff Rüd- in der Oranienburger Straße, durch den Kunstschäße von unerfe- fangen Schlangen stehen die Konteninhaber oder deren Boten in der sprache zu halten. Buchrucker hat bei seiner Bernehmung diese Dars barem und unschäzbarem Werte vernichtet worden sind, fam vor der Dorotheenstraße bis fast an die Friedrichstraße und ein startes stellung entschieden in Abrede gestellt. Die Staatsanwaltschaft hat 4. Straffammer des Landgerichts I zur gerichtlichen Sühne. Die polizeiliches Aufgebot ist nötig, um den Andrang derfich gegenüber dem ablehnenden Bescheid des Herrn v. Graefe angeklagten Einbrecher Schüz, Lood, Schneider und Freter, sämtlich jenigen zu regeln, die vom Postscheckami Geld haben möchten weitere Dispositionen vorbehalten. Nach einer furzen Pause wurden vielfach vorbestrafte schwere Jungens", waren im allgemeinen ge- und nicht bekommen. Sobald der Bostscheckkunde nach langem dann die letzten Angeklagten vernommen. Die heutige Vormittagssigung brachte als wichtigstes Moständig, schoben aber die Hauptschuld auf einen abwesenden Ein- Warten glücklich den Kaffenraum erreicht hat, wird ihm dort mitment die Aussage des Festungsfommandanten von Küstrin, brecher namens Groß. Die Straffammer erfannte auf recht schwere geteilt, daß Beträge unter 50 Milliarden und solche Oberst Gudovius. Der Oberst schildert, wie ani Morgen des Strafen Es erhielten Schütz 3 Jahre, Look und Schneider je fönnen. Infolgedessen spielen fich erklärlicherweise recht erregte 1. Oftober Major Herzet ihn in seiner Wohnung angerufen und 6 Jahre, Freter 2 Jahre Zuchthaus und Ehrverlust. Eine Frau Szenen zwischen Publikum und Beamten ab. um eine Unterredung mit ihm und Buchruder gebeten habe. Er Lemte tam wegen Begünstigung mit drei Monaten Gefängnis davon. Von der Direktion des Postscheckamtes wird mitgeteilt, daß diese habe dann die beiden Herren in der Kommandantur in Gegenmart Groß, Schütz und Freter hatten den Einbruch von langer Hand Zahlungsregelung notwendig sei, weil die Reichsbank nicht feines Stabes empfangen. Dort habe ihm Buchruder eröffnet, daß vorbereitet. Schon Ende April hatten sie versucht, in die Museums in der Lage sei, passendes Geld zu liefern. Die gegen ihn, Buchruder, ein aftbefehl vorliege, daß er sich in räume einzubringen. Die festen Türen und guten Schlöjjer jegten Reichsbant gäbe augenblic ich nur 50- Milliardenscheine aus, während folgedessen sichern müsse und die( bereits bekannten) militärischen ihrem weiteren Bordringen aber ein unüberwindbares Hindernis alle anderen Serten scheinbar vergriffen" find. Diese Geldknappheit, Maßnahmen dazu getroffen habe. Für mich, so erklärte Oberst entgegen, so daß sie unverrichteter Sache abziehen mußten. Sie die für jeden Inhaber eines Boftfchedfontos unnützen Verlust an Zeit Gudovius, gaben aber den Plan nicht etwa auf. In einer Herberge vereinigten und Fahrgeld bedeutet, hat aber auch noch eine weit unangenehmere fich dann Schüze, Lood, Schneider und Groß und gingen furz vor Folge. Wenn z. B. jemand auf seinem Konto nur 48 Milliarden 7 Uhr, ehe die Tür geschlossen wurde, zu zwei und zwei in furzen stehen hat, so fann er das Geld erst herausbekommen, wenn durch Zwischenabständen in das noch offene Haus Oranienburger Str. 29. eine neue Einzahlung die 50 Milliarden aufgefüllt sind. Das dauert Mit einem Dietrich wurde die Bodentür geöffnet und die Einbrecher einschließlich der Buchungen im günstigsten Fall drei Tage. In hielten sich bis 11 Uhr abends dort versteckt. Dann wurden Schüß diefer Zeit sind die 48 Milliarden natürlich entwertet. und Schneider von den beiden anderen vom Dach aus an einer In allen solchen Fällen trägt den Verluft lediglich der Kunde des wäscheleine auf das Dach des Nebenhauses heruntergelassen Bostscheckamtes. Wenn auch zugegeben werden muß, daß die fich und alsdann, nachdem die anderen nachgekommen waren, wiederum überſtürzende Entwicklung der letzten Tage die Hauptschuld an den it einer Leine zu dem betreffenden Fenster des Museums herab- Maßnahmen des Bostiched amtes trägt, so ist doch schwer zu verstehen, und füllten die mitgebrachten Rucksäcke mit den Kunstgegenständen. hat überraschen lassen und daß es troß der zahlreichen Notendrucke elaffen. Mit einem Stemmeisen erbrachen die Diebe die Schränke daß die Reichsbant sich durch die neue Teuerungswelle wiederum Auf demselben Wege nahmen sie den Rückzug. Auch die schweren reien nicht möglich ist, die genügende Anzahl von 1, 5 und 10 MilliarBepädstücke wurden mit der Leine hinaufgezogen. Als Beute denscheinen fertigzustellen. Leuchter, Teller, alte Münzen und viele für den Gottesfielen ihnen in die Hände s ch were silberne Becher, Relche, Unter dem Verdacht des Kindesmordes wurde die ledige Diese hatte lange Zeit ein Verdienst bestimmte Geräte aus Silber, Messing und Zinn. In der Marta Geppert verhaftet. Am 28. September gebar fie in Münzstraße, Gormannstraße und Schönhauser Straße wurde das hältnis mit einem Schlächter. Diebesgut verkauft. Die unerfeßlichen Kunstschäße sind auf diese einer Klinik ein Mädchen. Ihr Geliebter hatte ihr versprochen, für Weise verloren gegangen. handelte es fich damit um die unglaubliche Tatsache, daß meine Forts, daß die unter meinem Kommando stehende Festung Küftrin der Reichswehr, des Bollwerts des deutschen Staates, von fremder Hand besetzt worden war. Dieses Faktum beherrschte mich vollkommen. Ich habe mich nicht um die Gründe und Motive gekümmert, die Buchruder für sein Unternehmen angeführt hat. Das war mir alles ganz gleichgültig. Ich stellte die Frage unserer militärischen Sicherheit in diesem Augenblick über alles andere und deswegen kann ich mich an alle Einzelheiten meiner Unterredung mit Buchruder nicht mehr ganz erinnern. Für mich gab es nur eines, es mußte fofort gehandelt werden, um diese unglaubliche Tatsache unverzüglich aus der Welt zu jóhaffen. Um Berstärkungen heranziehen zu fönnen, mußte ich allerdings zu nächst Zeit gewinnen und habe die Unterredung in die Länge ge zogen, nachdem ich meine entsprechenden Anmeifungen erteilt und Buchruder für verhaftet erklärt hatte. Buchruder wollte immer wieder mich zu feiner Auffassung befehren, ich habe mich aber auf nichts eingelassen und jede Verhandlung mit ihm abgeschnitten. Hätte Buchruder Gewalt angewandt, dann hätte ich ihn turzerhand niedergeschoffen. Mein Zimmer häfie er lebend jedenfalls nicht mehr verlassen, denn der Weg ins Freie hätte über meine Leiche und Der Ranbmord in Schöneberg. Die fie und das Kind zu sorgen. Als fie jedoch aus der Klinit ent laffen wurde. ließ er fich nicht mehr sehen. Bald darauf ber imand das Kind. Die Verhaftete gibt zu, es aus Ver weiflung in die Spree geworfen zu haben. tieine Reiche ist noch nicht gefunden, die Kriminalpolizei fucht jest ach ihr. Wer über den Word etwas mitteilen fann, wird ersucht, sich beim Kriminalkommissar Dräger im Zimmer 19b des und ein weiges Jädchen, das an den Seiten mit einer Rosenborte Bolizeipräsidiums zu melden. Das Kind trug ein weißes Hembchen umbätelt ist. Ein Lifer Mild 2,4 milliarden. Das Nachrichtenamt der Stadt über die Körper meiner Offiziere geführt." Weiter befundete der Zu dem Raub mord in Schöneberg hat die Mord. Oberst, daß er den Eindruck gehabt habe, das ganze Unternehmen fommission festgestellt, daß Brosig in der legten Zeit auch abends Buchruders jei ziemlich improvisiert gewesen, Buchruder habe sich öfter vor dem Metropoltheater Cintrittsfarten an Unterinfolge des Haftbefehls auf jeden Fall in einer verzweifelten Stim- bändler abegeben hat. Unter diesen befanden sich auch wieder die mung befunden. Daß seine Maßnahmen vom militärischen Stand beiden, die feit etwa 1½ Wochen, dem Tage, an dem der Besucher punft aus unzureichend waren, fönne mit der Annahme erflärt bei Brosig von dem Wohnungsinhaber abgewiesen wurde, sich nicht werden, daß Buchruders Nerven vollkommen versagt hätten. Die mehr haben sehen lassen. Es ist weiter ermittelt, daß Brosig nach weiteren Befundungen des Zeugen über die Forderungen, die Erledigung seiner Geschäfte oft in gewissen Lokalen im Westen verMajor Buchruder ihm bei dieser Unterredung gestellt hat, fallen fehrte und auch in der Gegend des Hafenplakes Leute suchte, die Berlin teilt mit: Vom 25. Oftober ab beträgt der Breis für einen unter das Schweigegebot und fönnen infolgedeffen nicht feinen Neigungen entsprachen, darunter auch Bierkutscher. Die Liter Bollmilch 2 Milliarden 400 millionen Mart, erörtert werden. Im allgemeinen hat Oberst Gudovius dieselben Mordkommission hat auch gewisse Bälle besucht und dabei einige für einen Liter Magermilch 950 Millionen Mart. Die A- MilchBefundungen gemacht, wie in der Voruntersuchung, auf die dann Anhaltspunkte gefunden. Das Erscheinen der Kommiffare farten werden mit Liter, die B- Milchkarten und die Karten für die Anklage aufgebaut worden ist. erregte unter den Gästen einige Aufregung. Unter denen, die als werdende Mütter( C- Starten) mit je einem halben Liter Vollmilch beliefert. verdächtig angehalten wurden, befand sich auch ein Reliner Scha= bremsti, ter feit längerer Zeit arbeitslos ist und ErwerbsBerkäufer losenunterftügung bezog. Trotz dieser Lage bewirtete er in einem Lotal feine Gäste mit Kaffee und Kuchen, und bei ihm fand man nicht weniger als 30 Dollar in Schahanweilungen. in Tansend Es steht noch nicht fest, woher er diese nicht unerhebliche Summe 1 holländ. Gulden. 1 argent. Papier- Befo 1 belgischer Frant 1 norwegische Krone 1 dänische Krone 1 schwedische Krone. 1 Dollar 1 brasilian, Milreis 24. Ditober Käufer ( Geld-) Kurs 23. Oftober Berkäufer Käufer ( Brief-)( Geld-) Aurs Kurs in Tausend in Tausend in Tausend ( Brief-) Kurs 24588500 24661500 21546000 21654000 erhalten. hai. 19551000 19649000 17995000 18045000 31122000 31278000 2718200 2726800 Aushebung eines Metallhehlernestes.. 9675750 9724250 8478750 8521250 Ein großer ehlerbetrieb wurde in Moabit entbedt und 10872750 10927250 9645750 9724250 ausgehoben. Kriminalbeamte beobachteten feit längerer Zeit, daß 16558500 16641500 14563500 14686500 bei einem Althänder in Moabit allerlei verdächtige Gestalten ein1476300 1483700 und ausgingen. Sie schritten endlich zu einer Durchsuchung seines 27431750 27568750 Lagers, das nur Altmetalle enthalten sollte, und fanden neben diesem 2793000 2807000 2453850 2466150 auch eine ganze Menge Altfabritate aus den besten Metallen, 284287500 285712500 249875000 250625000 die aus den Beständen der Reichspoftverwaltung, der Straßenbahn, 62842500 63157500 55860000 56140000 der Gaswerfe und größerer Privatfirmen herrühren. Acht Zent8650850 3669150 3192000 3200000 ner wurden beschlagnahmt. Das fonnte aber nach dem: 5187250 5112750 regen Berkehr, der bei dem. Althändler herrschte, noch nicht alles fein, 9875250 9924750 was er vorrätig hatte. Die Beamten ermittelten dann auch, daß er, 7381500 7418500 während nur sein Moabiter Betrieb angemeldet mar, noch ein zweites 7785 7820 heimliches Bager in der Stadt unterhielt. Wenn er angebliche 1654125 Altware in größerer Menge erhielt, so ließ er die besten Sachen, be 3110 fonders auch die Altfabrikate mit Bagen und Handwagen sofort nach 586337 biefem Geheimlager bringen. Hier wurden noch weitere 20 Zentner 681700 beschlagnahmi, im ganzen für 5 bis 6 Billionen. Der Althändler! 1 finnische Mart. 1 japanischer Yen. 1 iltalienische Lira 1 Bfund Sterling 1 franzöfifcher Frank. 1 Schweizer Frank. 1 spanische Beseta 8379000 8421000 1 österr. Krone( abgest.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Krone 1 bulgarische Rewa 1 jugoflaw. Dinar. 11271750 11828250 1645875 3092 533662 678800 Das Bezirkswohnungsamt Friedrichshain wird von der Großen Frankfurter Str. 137 nach Martus ftr. 49 verlegt. Des Umzuges für den Berkehr mit dem Bublifum geschlossen. Die polizeilichen An meldungen, Mietverträge und Wohnungsanmeldungen werden vom 27. Oftober ab in der Markusstr. 49 entgegengenommen. Die Abendfprechstunden fallen für diese Zeit ebenfalls aus. Eine Brieftasche mit Barteiausweisen, Voltsbühnenfarte, Schulausweisen, Mitgliedstarte des Touristenvereins sowie anderen Ausweisen ist verloren gegangen. Der Finder wird bringend ersucht, sie an Walter Sabath, 112, Schreinerftr. 12, abzuliefern. Groß- Berliner Parteinachrichten. 21. Abt. 13. Kreis Tempelhof, Mariendorf, Marienfelbe und Lichtentabe! Donnerstag, den 25. Ottoer, 734 Uhr, Sigung der Bildungsfommission effer 4 Orte im Rathaus Marienborf, Simmer 26. Erscheinen aller Genofien unbedingt erforderlich. Die Abteiungsversammlung findet nicht heute, fondern Sonntag. den 28. Oktober, statt. 102. st. Baumschulenweg. Donnerstag, den 25. Ottober. The im ZeichenTeal der Gemeindefchule, Riefholzite, außerordentliche Mitgliederver fammlung. Thema: Die wachfenbe Rat und die Aufgaben der Partei." Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 17. 6 m 1. Oktober verstarb die Genoffe Marie Berner, Gearrſtr. 3. Die Bestattuwe het bereits ftattgefunden. als befonderes Entgegenkommen bezeichnet, daß der BBM3. feinen 13utritt haben und Ausweise vom Metallarbeiterverband erhalten Gewerkschaftsbewegung fleineren Mitgliedsfirmen erlaubt", die Zahlung eventuell schon am follen. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt. Die Eisendreher hatten Mittwoch vorzunehmen. Bemerken möchte ich hierbei, daß bei unserer Firma die technische Durchführung der Auszahlung nicht auf Schwierigteiten stößt, da bereits ein Teil des benötigten Geldes vorhanden war." mit Rücksicht auf einheitliche Zahlung, die jedoch unter Berufung Hat der BBMI. tatsächlich einen solchen Beschluß gefaßt, etwa auf technische Schwierigkeiten keineswegs erfolgt, dann liegt hier eine Rücksichtslosigkeit vor, die von sozialer Einsicht weit entfernt ist. Schiedsspruch für die Berliner Presse. Der Staat und das Betriebsrätegeseh. Am 16. Oktober wurde die gesamte Belegschaft( einschließlich Betriebsrat) bei der Tiergartenverwaltung zum 31. Oktober gefündigt. Es wurden feine Gründe angegeben, noch ist gemäß § 74 BRG. längere Zeit vorher ein„ Ins- Benehmen- Setzen" mit dem Betriebsrat erfolgt. Als die Organisation hiervon Kenntnis erhielt und ein Vertreter derfelben an einer Besprechung mit der Direktion zurch Beschluß des Betriebsrats gemäß§ 31 BRG. teilnehmen wollte, wurde demselben im aller Höflichkeit eröffnet, daß Der Bezirksverband Berlin des Reichsverbandes der deutschen er an der Besprechung nicht teilnehmen dürfe. Als der Bresse forderte die Einführung wertbeständiger Gehälter, die von den Gewerkschaftsvertreter den Bertreter der Direktion, der Staats- Verlegern zwar prinzipiell anerkannt, jedoch nicht erfüllt wurde. beamter ist, auf den§ 31 des BRG. aufmerksam machen wollte, Der Schlichtungsausschuß Groß- Berlin hatte sich daher mit dieser wurde ihm von remfelben erflärt:" Dann verklagen Sie mich", und Forderung gestern abend zu beschäftigen. Er kam einstimmig zu dem die Handbewegung zur Tür bedeutete für den Verbandsvertreter recht Schiedsspruch, daß die Septembergehälter der Redakteure und Mit deutlich, das Zimmer zu verlassen, widrigenfalls mit Hausfriedensbruch arbeiter um 25 Broz. zu erhöhen und für Oktober in genau derselben aufgewartet werden fönnte. Die Betriebsvertretung, schon erregt durch Weise aufzuwerten find wie für die faufmännischen Angestellten im die Art, wie man versuchte, sie auszuschalten, verließ daraufhin eben- Beitungsgewerbe. Diese erhielten in der 1. Oftoberwoche ein Sepfalls das Zimmer. Am nächsten Tage fand eine Betriebstembergehalt, in der 2. Woche vier, in der 3. Woche 12 und in der ratsiigung ftatt, zu der der Arbeitgeber und der Verbandsverlaufenden Woche 39 Septembergehälter. Die Zahlung soll bis Freitag treter eingeladen waren. Als in dieser Sizung der Verbandsvertreter ohne Aufforderung erfolgen. Die Redakteure haben den Schiedsdie Gründe der unzulässigen Kündigungen darlegte, wurde ihm von fpruch angenommen. dem Vertreter des preußischen Finanzministeriums, Regierungsrat Henninger, bestätigt, daß formelle Fehler gemacht worden sind, aber die Kündigungen wurden troẞ= dem nicht zurückgenommen. Als der Verbandsvertreter nach den Gründen der Kündigungen fragte, wurde ihm erklärt, daß 12 Arbeiter entlassen wenden sollen. Also wegen 12 Entlaffungen werden 185 Arbeiter gekündigt, ohne daß die Betriebsvertretung auch nur einmal vor diefen allgemeinen Kündigungen gehört wird! Besser kann der scharfmacherische Unternehmer Die Reichsarbeitsverwaltung hat im Einvernehmen mit den Rein der Privatindustrie nicht handeln. Auf einen weiteren Verfuch gierungen der Länder und nach Rücksprache mit Bertretern der landder Organisation, im preußischen Finanzministerium zu erwirtschaftlichen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände die Höchst reichen, daß dort die Kündigungen zurückgenommen werden und zahl der zu genehmigenden ausländischen landwirtschaftlichen rann erst gemäß§ 74 BRG. in ordnungsmäßige Berhandlungen mit Banderarbeiter für das Gebiet jedes Landarbeitsamtes festgesetzt. dem Betriebsrat eingetreten wird, erklärte sich der Ministerialrat Für das Gebiet des Landesarbeitsamtes Berlin- Brandenburg beträgt Zachari hierzu außerstande. Was gedenkt der Herr Reichs die Höchstzahl 16 090. Für das gesamte Reich beläuft sich die Zahl arbeitsminister zu tun, um die Bestimmungen des der zu genehmigenden Arbeiter auf 120 380. BRG. in den Staatsbetrieben zur Geltung zu bringen? Staatsbetriebe sollen doch Musterbetriebe sein. Dieser Grund Reichsarbeitsverwaltung den Bandarbeitsämtern folgende Richtlinien Für die Durchführung des Genehmigungsverfahrens hat die satz fann aber nur durchgeführt werden, wenn Scharfmacherallüren vorgeschrieben: im Staate als Arbeitgeber nicht einreißen." Zum Abbau in den Reichs- und Staatsbetrieben. Die bisherigen Beesprechungen zwischen den Organisationen der Beamten und Staatsarbeiter und der Reichsregierung über den geplanten Bersonalabbau in den öffentlichen Verwaltungen und Betrieben haben bis jetzt zu feinem Ergebnis geführt. Die Spitzenorganisationen haben der Regierung folgente Erklärung abgegeben: Die Organisationen wiederholen die Erklärung, daß fie gegen die von der Regierung geplanten Manahmen die ernstesten Bedenten erheben. Nach der Auffassung der Organisation tann ein Personalabbau in den öffentlichen Verwaltungen und Betrieben erst dann vorgenommen werden, wenn durch organisatorische und gesetzgeberische Reformen die Vorausseßungen geschaffen sind. Der umgekehrte Weg beschwört in dieser schweren Zeit alle Gefahren planlosen Handelns darauf, ohne die auch von den Organisationen angestreble Gefundung des Reichshaushaltes herbeizuführen. Trotz allem haben Die Organisationen den ernsten Willen zur Mitarbeit befundet. Sie haben ihrerseits Vorschläge unterbreitet, die geeignet wären, die schlimmsten Härten des Regierungsvorschlages zu mildern, ohne den von der Regierung angestrebten 3med zu vereiteln. Zu ihrem Bedauern müssen die Organisationen feststellen, daß die Vertreter der Reichsregierung den Vorschlägen der Organisationen in allen wesent lichen Bunkten ihre Zustimmung versagt haben. Bei aller Würdigung staatspolitischer Notwendigkeiten lehnen unter diesen Umständen die Organisationen die ihnen bekanntgegebenen Vorschläge einmütig ab." Bureaukratismus beim Lohnstenerabzug. Die Beschäftigung ausländischer Wanderarbeiter. Die Beschäftigung ausländischer Wanderarbeiter ist nur in denjenigen Arbeitsstellen gestattet, die im Besitz einer dafür notwendigen Genehmigung des zuständigen Landarbeitsamtes find. Die Vorprüfung zu diesen Genehmigungen obliegt dem für die Arbeitsstelle zuständigen öffentlichen Arbeitsnachweis. den Antrag auf Streichung der Arbeitslosenunterstügung gestellt und verlangt, daß hierfür eine vollwertige Beitragsmarte geflebt werben foll. Darüber fönne nur der kommende Verbandstag entscheiden. Auch die zu späten Lohnzahlungen wurden erörtert. Obzahlung des Lohnes unmöglich machen, sei doch festgestellt, daß es schon meist technische Schwierigkeiten eine schnellere Ausnicht immer an solchen Schwierigkeiten liegt. Die Maßregelungen der Betriebsräte müssen die arbeitenden Kollegen abwehren. Zum Punkt Tarifangelegen= heiten teilte Graf mit, daß sich die Militäreffekten- und FKB.Betriebe, sowie der Kunstring immer mehr dem Tarif des BBMJ. nähern. Infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse sei es notwendig, den Branchenfonds bis auf weiteres aufzulösen. Zum Schlusse bat der Redner, im Augenblick jede Einzelaftion zu unterlassen und sich zum gemeinsamen Kampfe vorzubereiten. In der Diskussion wurde die Frage der Arbeitslosenräte lebhaft erörtert und beschlossen, daß die Vertrauensleute der Arbeitslosen, soweit sie zur Branche ge= hören, auch weiterhin zur Branchenversammlung zugelassen werden follen. Der Auflösung des Branchenfonds wurde zugestimmt. Mit der Mahnung, fest und treu zur Organisation zu stehen und deren Einheit zu wahren, schloß die Versammlung. Die Bultanwerte in Steffin wurden gestern geschlossen, da es wegen Differenzen bei den Lohnzahlungen zu Unruhen fam. Filmschau. Der Kaufmann von Venedig". Es war nicht ber Kaufmann von Benedig Shakespeares, den man im Mozart- Saal zur Uraufführung brachte, es war vorsichtigerweise darauf verwiesen, daß daneben auch andere Quellen benutzt waren. der Renaissancezeit zur Schau gebracht werden, und so sieht man denn Durch den ganzen Film geht ein Zwiespalt. Einerseits soll das Venedig Benedig in all seinen Glanzstellen: den Markusplay, den Ponte Rialto, den Dogenpalait, den Kanale Grande und die Schönheiten der schmalen Kanäle. Die Tauben flattern, und der Mann auf dem Uhrturm schlägt die Stunde an. Aber das Ganze ist etwas aufdringlich, wie wenn ein Fremdenführer die schöne Stadt erläutern würde. Andererseits iſt der Shylockstoff filmmäßig verarbeitet. Der Regisseur Felner hat alles aufgeboten, um burch Massenszenen bewegtes. Leben zu erzielen. Da werden Bonte Rialto, Masteraben jagen über die Bläße, und in der Gerichtsüppige Renaissancefefte gefeiert, da drängen sich die Maffen auf dem verhandlung ist eine Riesenfomparserie entfaltet. Das Shylockproblem Die Zahl der im Bezirk eines Landesamis erteilten Genehmi- tommt darüber saft zu furz, obwohl man versucht hat, sein starres Bergungen darf die vorgesehene Höchstzahl an Ausländerstellen nicht balten psychologisch zu motivieren, obwohl an dem Beispiele seiner Mutter überschreiten. Für die Verteilung dieser Höchstzahl auf die öffent- gezeigt wird, wie er als Mitglied einer verachteten Raffe gequält und lichen Arbeitsnachweise ist für die preußischen Landesämter das Er- verfolgt wird. Auch das jüdische Milieu im Hause Shylocks ist viel ausführlicher behandelt, als es etwa bei Shakespeare der Fall ist gebnis der im Juni d. I. vom preußischen Herrn Minister des In- große Szene, da Shylod sein Recht vor dem Dogen fordert, zerflattert, nern veranstalteten Betriebskontrolle zugrunde zu legen. Als Ergänzung ba bie räumliche Anordnung in dem Riefensaal zu ihrer völligen Aufund dort, wo eine amtliche Betriebsfontrolle nicht stattgefunden hat, lösung führt. Der Darsteller Shylocks, Werner Krauß, gibt ihm eine ist von der Zahl ausländischer Bandarbeiter auszugehen, die die beroische Note. Er ist weniger der Getretene und Verachtete als der Arbeitgeber auf ihren Genehmigungsanträgen in den Borjahren als Rächer und Borkämpfer. Aber nur zu häufig wird man hier eher an eine fraftvolle Renaissancegestalt als an einen Juden des 17. Jahrhunderts beschäftigt angegeben hatten. erinnert, Wie überhaupt die ganze Regie darauf ausgeht, lebende Bilder nach berühmten Gemälden der italienischen Renaissance aufzubauen. Ganz in diesen Rahmen hinein fügt sich die ewig lächelnde und holdfelige Porzia der Henny Porten. Aus der Anzahl hervorragender Besetzungen machen sich doch nur wenige besonders bemerkbar. der Bassanio des Harry Liedtke, der gezierte Prinz von Arragon des Ferb. v. Alten und etwa noch Steinrüds Jude Tubal, der wirklich Nassenzüge auftveist. Die Etwa d. Seine Fran bie Unbekannte." Böse Zungen behaupten, daß selbst beim beftgelungenften Film das Entfeßen des Manuskriptschreibers immer ein vollkommenes sei. Und der Autor ist bei der Premiere oft der einzige, der pfeift. Daher ist es ganz angebracht, wenn der Re giffeur zugleich der Verfasser des Filmspiels ist. Diese Lösung hat auch die Unbekannte"( im Benjamin Christensen für Seine Frau Die Arbeitsnachweise sind anzuweisen, die für ihren Bezirk vor gesehene Höchstzahl auf keinen Fall zu überschreiten.( Falls bis zum Tage der Vorprüfung bei dem Arbeitsnachweis noch nicht alle zu erwartenden Genehmigungsanträge vorliegen oder bei der Vorprüfung über einzelne Anträge feine Einigung im Prüfungsausschuß erzielt werden kann, hat der Arbeitsnachweis eine entsprechende Zahl von Ausländerstellen zurückbehalten und sie gegebenenfalls dem Bandesamt wieder zur Verfügung zu stellen.) Für die Erteilung der Genehmigungen im Rahmen der gegebenen Höchstzahl ist den öffent. lichen Arbeitsnachweisen frele Hand zu lassen, wobei jedoch folgende Gesichtspunkte zu beachten sind: Betriebe mit intensivem und umfangreichem Rübenbau sind in erster Linie zu berücksichtigen. An zweiter Stelle folgen Betriebe mit umfangreichem und intensivem Kattoffelbau. Soweit der Beauenbien- Bala ft) angewandt. Er läßt den Film( wie es auch darf dieser Betriebe gedeckt und die höchftzahl der vorgesehenen Ge- bei der grünen Manula der Fall ist) in einem Vorspiel und hernach in einer zusammenhängenben, aktschlußlosen Geschichte abrollen. Das Manu nehmigungen noch nicht erreicht ist, fönnen im Bedarfsfalle fript hat seine Unebenheiten. Im Vorspiel heiratet ein Kriegsblinder diejenigen Betriebe berücksichtigt werden, bei denen besondere eine ihm unbekannte Frau. Im zweiten Teil kommt er als Schender Bodenverhätnisse, örtliche Lage des Betriebes, die Person des Ar- aus Amerita zurüd und erkennt seine Frau nicht. Der Umschlag zum beitgebers oder ausländischen Arbeiters oder sonstige Gründe die Luftspiel setzt ein, und es folgt ein allerliebstes Versteckspiel. Dieses hat seine Schwächen, denn bis das Paar fich findet, weilt die unbekannte Hierzu wird uns geschrieben: Bulaffung ausländischer Arbeiter rechtfertigen. In der Woche vom 14. bis 20. Oftober ermäßigte sich der Die in den Fachausschüssen der öffentlichen Arbeitsnachweise und Frau bei dem suchenden Manne im Hause als Modell und Kinderfrau in größter Gesellschaftstoilette. Der Betliebte findet endlich in der An10proz. Steuerabzug vom Lohn für Ledige um 51 609 600 M. Da den Bandarbeitsämtern jitzenden Mitglieder des Deutschen Land- nebeteten seine Frau. Es fehlt eine gewisse Straffheit, die Bollendung nach war, also ein Einkommen von 516 096 000 m. steuerfrei. arbeiterverbandes haben streng darauf zu achten, daß die Richtlinien ist noch nicht erreicht. Aber Christensen wird seinen Stil finden. Ein lediger Erwerbsloser über 21 Jahre hatte in der der Reichsarbeitsverwaltung beachtet werden. Zu dieser Beachtung Flugfand wartet mit einer vorzüglichen Photographie auf, und Hans Woche vom 14. bis 20. Oftober in Groß- Berlin einen Anspruch zwingt die fürchterliche Arbeitslosigkeit der deutschen Arbeiter. Wo Jacobi schuf sehr ansprechende Inneneinrichtungen. Die schöne und Ihr auf zusammen 7200 Millionen Mart Erwerbslosenunterstügung, ein deutsche Arbeiter an Stelle der ausländischen landwirtschaftlichen beliebte Bil Dagober spielt die Hauptrole einfach vollendet. Betrag, der bei der katastrophalen Entwertung durchaus unzu Banderarbeiter beschäftigt werden fönnen, muß die Genehmigung Partner, der junge, sehr talentierte Billy Fritsch ist bezaubernd in feiner Natürlichkeit, reichend ist. Von diesem Betrage werden selbstverständlich, und mit für die Beschäftigung dieser Arbeiter den Betrieben untersagt ihm in Zukunft wohl des öfteren im Film begegnen. Sein Gebärdenspiel ist äußerst gefällig, man wird e. b. Recht, feine Steuern abgezogen. Man erkennt in diesem Falle werden. Eine Vorführung original japanischer Filme veranstaltet bas Zentralein steuerfreies Existenzminimum von 7200 Millionen Mart an. Bei einem Lohn- oder Gehaltsempfänger, der voll beschäftigt ist, Kartellbildung im schwedischen Buch- und Zeitungsgewerbe inftitut für Erziehung und Unterricht, Potsdamer Str. 110, am Mittwoch von 8 bis 10 Uhr. Sie zeigen die letzten Aufnahmen der Landschaften aber, mie es bei sehr vielen der Fall war, beispielsweise nur 7200 Vor einiger Zeit wandte sich der schwedische Schriftstellerverein und Städte, die jüngst von Erdbeben betroffen sind, vor der Zerstörung. Millionen verdiente, werden allein an Steuern 720 Millionen Mart an alle Hand- und Kopfarbeiterorganisationen im Buch- und Zei- Bei rechtzeitiger Anmeldung fann einer beschränkten Zahl von Teilnehmern meniger 51 609 600 m., alfo 668 390 000 m. abgezogen. Dabei gehen tungsgewerbe mit dem Borschlag, einen gemeinsamen Inter noch Einlaß gewährt werden. von dem Bruttolohn dieses Arbeiters oder Angestellten noch wei- effen verband aller im Buch- und Zeitungsgewerbe beschäftigten Der Schatten", der bei seiner Presseausführung ausführlich gewürter ab: Für Krankenversicherung etwa 480 Millionen, für Inva- Hand- und geistigen Arbeiter zu bilden. liden- oder Angestelltenversicherung weitere 360 Millionen Mart. Eine Frage nebenbei: Welcher Gewerbetreibende oder selbständige Handwerksmeister hat bei den gleichen Einnahmen in der verflossenen Woche dieselben Steuern zu entrichten? Bei den zuständigen Stellen des Finanzministeriums scheint man dieses schreiende Mißverhältnis nicht zu sehen. Man möchte wirklich wünschen, daß die Herren, die derartige Anordnungen treffen, als Gehalt lediglich denjenigen Betrag ausgezahlt erhielten, den fie als Eriftenzminimum für die Lohn- und Gehaltsempfänger fommenden Verbände und im Intereffe aller fein, nach und nach Inge Larsen. Dieser neue Henny- Borten- Film der Usa fand in den diefe Voraussetzungen zu schaffen. Der Ausschuß schlägt deshalb die se am merlichtspielen am Potsdamer Pla feine Uraut Bildung eines Kartells zwischen obengenannten Ber- führung. Es handelt fich um einen guten Publikumsfilm, zu dessen Ge bänden vor und ersucht die Verbände um Annahme folgender Ent- lingen die Darsteller Henny Borten, Baul Otto, Refsel Drla, Wladimir schließung: Bronsli, Paul Hanien, der Regisseur Hans Steinhoff und der Photograph Helmar Lersti das Jbre beitrugen. Carl Vollmöller ist für das Manuskript verantwortlich. Er läßt Inge Larsen, eines Fischers Tochter, auf dem Ummeg über die Ehe mit einem Baron, die glücklich beginnt und traurig endet, ihren Jugendfreund heiraten. Ludwig Rainer, der für die Bauten und die künstlerische Ausstattung zeichnet, ist gleich den übrigen Mitwirkenden lobend zu nennen. Im ganzen Film waltet ein feiner Geschmad. Prächtig sind die Seeaufnahmen, aber auch das stille Fischerdorf, in das man sich als großstadtmüder, abgespannter Mensch verfriechen möchte, ist vorzüglich getroffen. Als ein Schiff in Not ist, verläuft freilich die Rettungsaktion bet au gemütlichem Waffer. Sonst jedoch bat man es berilanden, die Natur zur Slustration des Menschenschicksals zu benutzen. Es ist eine tüchtige Arbeit geleistet worden, die fich selbst rühmt. Im Beiprogramm zeigt man die Königin der Seerosen"; es wird ein Blumenwunder durch das Wunder des Films( Beitrafferauf nahme) erschlossen. e. b. Steuerfrei laffen." Unter den augenblicklichen Verhältniffen wird es nicht immer zu vermeiden sein, daß in Einzelfällen sich Unstimmigkeiten heraus: bilden. In der nächsten Woche wird bezüglich des Lohnabzugs eine Besserung eintreten. Wir verweisen auf den Bericht auf der ersten Seite im Morgenblatt über den Erfolg des Eingreifens der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. bigt wurde, gelangt jest in Theater am Rollendorfplat Zur Prüfung dieses Vorschlages wurde daraufhin ein von Ber- zur öffentlichen Schau. Er ist eins der besten Beispiele eines Films tretern der Berbände der Schriftsteller, Journalisten, Zeichner, Buch- ohne Tert und darüber hinaus eines Films, der sich nicht in der Nachbinder, Buchdrucker und Lithographen zusammengesetzter Ausschuß abmung der glatten Wirklichkeit erschöpft, sondern Phantasie und Gefühl mit seinen ureigensten wohlverstandenen und fünstlerisch ausgenügten eingesetzt, der soeben feinen Bericht an die Organisationen abgegeben mitteln erregt. Der Regisseur Robison und die Darsteller Karthat. Die Bildung eines gemeinsamen Verbandes wird abgener, Weyher, Cranach, Wangenheim wirken in engster lehnt, weil angenommen werden muß, daß die Voraussetzungen Sarmonie zusammen. Wer erfahren will, was der Film als besonderes für eine Zusammenarbeit innerhalb eines gemeinsamen Verbandes Kunstwert zu leisten vermag, der sehe fich diese spannende und mit noch nicht vorhanden sind. Es müsse jedoch Aufgabe der in Frage größten artistischen Reizen arbeitende Hallucination" an. " Unter Aufrechterhaltung des Selbstbestimmungsrechts find die Verbände zur Zusammenarbeit für die Wahrnehmung gemeinsamer Interessen bereit. Um diese Zusammenarbeit aufrechtzuerhalten, wird ein Ausschuß eingefeßt, in den jeder Verband einen Vertreter entsendet. Die Hauptaufgabe dieses Ausschusses soll informatorischer Art sein und sich auf die Behandlung solcher Fragen beziehen, die die Arbeits verhältnisse innerhalb der verschiedenen Berufe sowie das Verhältnis zwischen den einzelnen Organisationen und den Unternehmern be treffen." Bis spätestens 1. November follen die Beschlüsse der Verbände in bezug auf diese Entschließung eingereicht sein. PP Die Notlage und der BBMJ. Uns wird folgender Borfall mitgeteilt: Laut Diktat des BVBMI. wird am Donnerstag dieser Woche ein Betrag in Höhe des 30 fachen September- Gehaltes, abgerundet auf volle Milliarden, an die Angestellten zur Auszahlung gebracht, soweit dem feine technischen Schwierigkeiten entgegenstehen. Auf eine Borstellung bei einer zum Berband gehörenden Firma, den Angestellten bereits am Dienstag zur Berrechnung auf diese Zahlung einen Borschuß zu gewähren, ist die Antwort erteilt worden, daß der BBMJ. feine Berbandsfirmen unter In der Branchenversammlung der Gürtler, Kronenfchloffer und Androhung recht erheblicher Bertragsstrafen in Rronenflempner berichtete der Branchenleiter Graf über die Bejedem Einzelfall der Zuwiderhandlung angewiefen habe, das schlüsse der letzten Verwaltungsfizungen. Beantragt war, daß die Zahlen von Borschuß abzulehnen. Es wird jedoch noch Bertrauensleute der Arbeitslosen zu allen Bezirkskonferenzen usw. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SW. 68. Lindenstraße 3. 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