Mbenöausgabe Nr. 506» 40. Jahrgang Ausgabe E Nr. 255 DeMgsbcdwgungen nnb Änzelgenpreife sind in der Morgenausgabe angegeben »edaktioo: Sw. es, Lindenslrahc Z Serasprecher: Dönhoff 292— 235 lel.-äJörefsetSosiolöetjjofta! Berlin Sevlinev VolKsblatt t Milliaröe M. Montag 2H. Oktober Verlag und Auzetgenabteilung: Geschäftszeit g-S Uhr Verleger: Bor«vörl«-Verlag GmbH. VerNa sw. es, cindeaftrafze 3 Fernsprecher: Dönhoff 2S0V-SS02 XcntraXorqan der Vereinigten Sozialdemokrati fchen Partei Deutfchlande vr. Heinze Reichskommijsar für Sachsen General Müller verbietet die Landtagssihnng. WTB. meldet mnllich: Der Reichskanzler hat den Minister a. D. Dr. H e i« z e zum Reichstommissar für Sachsen ernannt. D r e s d e n. 23. Oktober. 2,15 Uhr nachmittags.(Eigener Drahkbericht.) Die sächsischen Minister haben, wie von zustän- diger Stelle mitgeteilt wird, heute mittag je eine Verordnung des neuernannten Reichskommissars Dr. heinze erhalten, wonach sie ihres Amtes enthoben sind. Die sächsische Regierung wird gegen diesen Akt der Reichsregierung Pro- t e st erheben und sofortige Berufung des Relchsrales fordern sowie eine Zusammenkunft derMinlsterprSsideu- t e n der Länder betreiben. Die Minister sollen bis mittags 2 Ahr die Ministerien verlosten haben. Dresden. 23. Oktober.(MTB.) Das Wehrkreiskommando erläsik folgende Bekanntmachung vom 29. Oktober: ita Ausübung der vollziehenden Gewalt verordne ich: Bis zur Einberufung des Landtags durch den vom Herrn Reichskanzler ernannten Reichstommissar findet ein Zusammen- tritt des Landtages nicht statt. Dresden, 2S. Oktober. In später Abendstunde wtrd dem Wolfs-Burcau aus der Slaatskanzlei gemeldet: Die sächsische Regierung lehnt das Ansinnen des Reichskanzlers, zurückzutreten. entschieden ab. Ein politischer Auloh liegt dazu nicht vor, und rechtlich ist das Verlangen der Reichsregieruug nach der RSichsverfaflung unzulässig. Rur der sächsische Landtag ist legitimiert, die Regierung Sachsens abzuberufen. Solange das nicht geschieht, wird die sächsische Regierung aus ihrem Posten ausharren. Sie wird aber alsbald im Landtage eine Entscheidung hierüber herbeiführen. « Zur Entschließung der sächsischen Regierung wird hall» amisich bemerkt: Der Relchspräsident hat durch eine heute erlasiene Verordnung' den Reichskanzler ermächtigt, die sächsische Re? gierung und notfalls andere sächsische Behörden abzusehen. Der Reichskanzler wird auf Grund dieser Ermächklgung, nachdem nunmehr die Entscheidung der sächsischen Regierung gefallen Ist. sofort einen ReichskommissarfürdenArelstaatSachsen bestellen. « Das Vorgehen der Reichsregierung gegen die sächsisch« Landesregierung stützt sich auf den ersten Absatz des Artikels 48 der Reichsverfassung, der lautet: Wenn ein Land die ihm nach der Reichsverfasiung oder den Reichsgesetzen obliegenden Pflichten nicht erfüllt, kann der Reichspräsident es dazu mit Hilfe der bewaffneten Macht anhalten. Für den ganzen Artikel 48 gilt die Bestimmung:„Das Nähere bestimmt ein Neichsgefetz." Dieses Reichsgesetz ist bis- her nicht erlassen. Man hat aus Anlaß der neuesten Reichsexekution, wie seinerzeit schon in den Fällen von Bremen und Gotha. die Frage aufgeworfen, ob die Reichsgewalt überhaupt berech- tig ist, eine Landesregierung abzusetzen. Diese Frage wird kaum verneint werden können, auch dann nicht, wenn es sich um eine verfassungsmäßige Regierung handett. Man kann sich den Fall denken— und man braucht ihn nicht nur zu denken, man braucht nur nach B a y e r n zu blicken—, daß eine verfassungsmäßige Landesregierung die Verfassung des ganzen Reiches in Gefahr bringt, indem sie konsequent gegen sie handelt. Wenn eine solche Regierung Losreißungsbestre- Hungen begünstigt oder in ihrem Lande zum Bürgerkrieg gegen andere Reichsteile rüstet, dann muß dein Reich ein Not. wehrrecht gegen sie zustehen. Dieser Grundsatz ist auch in anderen föderativen Republiken anerkannt, er ist z. B. in der Schweiz gegen den Kanton Tessin in Anwendung gebracht worden. Eine ganz andere Frage ist, ob die Einsetzung dieses letzten Rotwehrmittsls gegen die sächsische Landesregie- r u n g rechtlich zulässig und politisch zweckmäßig war. Die rechtliche Zulässigkeit des Vorgehens gegen Sachsen wird aus der Tatsache hergeleitet, daß eine der beiden Re- gieningsparteien, die kommunistisch«, zum Widerstand gegen rechtmäßige Anordnungen der Reichsgewalt aufgefordert hat. Die Tatsache'an sich ist unbestreitbar. Denn die proletarischen Hundertschaften sind von Reichsrecht wegen aufgelöst, die Kom- munisten haben zum Widerstand gegen diese Anordnung der Reichsgewalt aufgefordert und darüber hinaus den bewaffneten Kampf gegen die Organe der Reichsgewalt gepredigt. Es lag also zweifellos ein Anlaß vor, jene Minister und sonstigen höheren Regierungsbcamten, die der Kommunistischen Partei angehören, zu einer klaren Erklärung darüber aufzu- fordern, ob sie die Parteidisziplin über ihre beschworene Pflicht gegenüber dem Staat stellen, oder ob sie auch gegen diese Disziplin ihren Beamtenpflichten nachkommen wollten. Falls sie eine solche klare Erklärung verweigerten oder sich durch ihre Handlungen in Widerspruch zu ihr setzten, war ein Bor- gehen gegen sie zweifellos gerechtfertigt. Wenn wir ein entschiedenes Vorgeben gegenBayern fordern, können wir nicht die Verfehlungen kommunistischer Minister decken, die ihre in einem Einzelstaat errungene Macht- stellung dazu mißbrauchen, den bewaffneten Widerstand gegen die Reichsgewalt zu organisieren. Die sächsische Landesregierung hatte von sich aus die Verpflichtung, ihr Verhältnis zu den kommunistischen Mini- stern zu klären und zu verhindern, daß Regierungsmitglieder Handlungen begingen, die gegen die Rcichsoersasiung und die Reichsgesetze gerichtet waren. Kam sie dieser Verpflichtung nicht nach, dann war ein Einschreiten von Reichs wegen auch gegen sie gerechtfertigt. Manhataberderfächfischen Landesregie» rung gar nicht die Zeit gelassen, eine solche Klärung herbeizuführen, sondern ist sofort gegen sie in ihrer Gesamtheit eingeschritten. Der Reichswehrminister wünschte sogar ihre sofortige Absetzung und die Einsetzung eines Reichskommisiars. Nur durch den Einspruch der sozial- demokratischen Minister kam man zu dem unzulänglichen Kompromiß, der sächsischen Regierung wenigstens eine Fristvon24 Stund enzu gönnen. Auch jetzt beschränkte man sich nicht auf das Verlangen nach Untersuchung und Ab- setzung der etwa als schuldig erkannten Minister, sondern es wurde der Rücktritt der Gesamt regierung gefordert. Darin erblicken wir das Unzulässige des von Reichs wegen gegen Sachsen geübten Vorgehens. Ueber die Frage derpolitischenZweckmäßigkeit haben wir uns schon gestern in unmißverständlicher Weise aus- gesprochen. Angesichts des treulosen und verräterischen Ver- Haltens der sächsischen Kommunisten stand die sozialdemo- kratisch-kommunistische Regierungskoalition in Sachsen sowieso vor dem Zusammenbruch. Ueber der begreiflichen und berech- tigten Erregung, die das Vorgehen der Reichsregierung aus- gelöst hat, darf man nicht vergessen, daß sich die Kommunisten wie noch immer und überall auch jetzt wieder in Sachsen als ganz unzuverlässige Bundesgenossen erwiesen haben. Wieder hat sich gezeigt, daß zwischen einer Partei, die auf dem Boden des geltenden Rechts für die Jntereffen der Arbeiter kämpft, und einer anderen, die nur daran denkt, sich selber mit List und Gewalt die politische Alleinherrschaft zu er- obern, ein Zusammenwirken nicht möglich ist. Hätte man diesen Prozeß sich ausreifen lassen, dann wäre die sozialdemokratisch-kommunistifche Koalition in Sachsen wahrscheinlich schon binnen weniger Tage in die Brüche ge- gangen, und die sozialdemokratischen Arbeiter wären um eine nützliche Erfahrung reicher gewesen. Statt dessen hat die Reichsregierung in ultimativer Form den Rücktritt der sächsischen G e s a m t regierung gefordert und damit ein Maß von Solidarität, das zwischen den beiden sächsischen Regierungsparteien gar nicht mehr bestand, erst künstlich wieder geschaffen. Dadurch hat sie die Sozialdemo- kratle als Regierungspartei im Reich in die aller- schwierigste Lage gebracht. Diese Wirkung ist so offenkundig, daß man sich die Frage vorlegen muß, ob sie nicht von gewisser Seite vorausgesehen und absichtlich herbeigeführt worden ist. In einem vernünftigen Staatswesen sollten die vorhande- nen Regierungen eigentlich andere Aufgaben haben, als sich gegenseitig abzusetzen. Die Reichsregierung setzt die sächsische Regierung ab, der derzeitige Machthaber von Bayern aber, Herr v. Kohr, will die verfassungsmäßige Reichsregierung absetzen. In einer solchen Situa- tion müßte ein Reichskabinett eigentlich alles tun, um seine innere Geschlossenheit bis aufs äußerste zu wahren und Gegen- sätze, die zur Zerreißung zu führen drohen, gar nicht erst auf- kommen zu lassen. Nur so ist zu erreichen, daß nicht Herr v. Kohr über das Reich, sondern das Reich über Herrn v. Kahr den Sieg davonträgt. Dadurch, daß dieser entscheidende Gesichtspunkt außer acht gelassen wurde, ist eine Gefahr entstanden, deren Ausmaß sich gar nicht abschätzen läßt. Stellungnahme öer sozialdemokratischen Minister. Die in einigen Zeitungen aufgestellte Behauptung, daß die so- zloldemokralischen Reichsminister der Absetzung der sächsischen Regierung und der Ernennung eines Reichskommissars zugestimmt hätten, ist u u r l ch t i g. Reichsmehrmiuister G e ß- l e r als Inhaber der vollziehenden Gewalt nahm den Standpunkt ein. daß er die Maßnahmen gegen Sachsen ohne Zu st im- mung des Kabinetts vornehmen könne, aber er teile seinen Entschluß loyal der Relchsregicrung mit. Die sozialdemokratischen Minister erklärten, daß auch sie das Ausscheiden der kommunistischen Minister in Sachse« für eine Rot- wendigkeit hielten, nachdem diese und ihre Landtagssraktion zur Zurückhaltung an üer öö'rse. Die ausländischen Zahlungsmittel sowie die wertbeständige» Anleihen lagen bei Beginn der neuen Woche nicht sonderlich fest. Es herrschte eine stark« Zurückhaltung am Markte der ausländi» schen Zahlimgsmittel. Die Reichsbank konnte deshalb ohne große Mühe die Kurse regulieren. Goldanleihe wurde im freien Verkehr unverändert mit 64 bis 6S Milliarden gehandelt. gewaltsamen Anslehnuog gegen die Derfass-ung ausgesordert haben. Die sozialdemokratischen Kabinettsmitglieder warnten aber wiederholt und eindringlich vor dem vom Reichswehrminister eingeschlagenen Schritt, dem sie unheilvolle Aolgen in Sachsen und im Reich voraussagten. Sie erreichten durch diesen widerstand, daß die sofortige Entscheidung unterblieb, die Absendong des Schreibens des Reichswehrministers nicht erfolgte und der Reichskanzler der sächsischen Regierung eine Arist von 24 Stunden ließ. Während dieser Arist ver- suchten die sozialdemokratischen Aührer in Dresden eine Enifpanaung der Lage herbeizuführen. 3c nach dem Ergebnis dieser Dresdner Besprechungen behielten sich die sozialdemokratischen Minister ihre Entschließung vor. Erklärung ües parteivorftanües. Die Vorgänge in Sachsen haben naturgemäß in bei Parteigenossenschaft große Erregung hervorgerufen. Die Zentralinstanzen der Partei nehmen zu ihnen ungesäumt Stellung. Der Vorstand der Reichstagsfraktion ist zu diesem Zweck auf Dienstag mittag 1 Uhr einberufen. Mehr als jede andere fordert die gegenwärtige Situa- tion einheitliche Beschlüsse und ihre einheitliche Durchführung. Sonderaktionen stiften Verwirrung und bringen die gesamte Arbeiterbewegung in schwerste Gefahr. Sie sind deshalb unbedingt zu unterlassen. Der Parteivorsiand. Die Spitzenvertreter der Gewerkschaften werden.zu dem neuesten Vorgehen der Reichsregierung gegen die sächsische Regierung gleichfalls ungesäumt Stellung nehmen. Sie sehen in diesem schroffen Vorgehen einen solchen Widerspruch zu dem nachgiebigen Verhalten gegenüber der b a y e r i s ch e n Auflehnung gegen das Reich, daß es Zweifel an dem tatsäch- lichen Willen, die deutsche Republik. gegen die Reaktion zu schützen, aufkommen läßt. Die unterzeichneten Bundesvorstände ersuchen auch die Gewerkschaftsmitglieder dringend, die Möglichkeit e i n h e i t- l i ch e r Maßnahmen nicht durch übereilte Handlungen zu de- einträchtigen. Allgemeiner Deutscher Gewerkschastsbund. Allgemeiner freier Angesielltenbund. Allgemeiner Deutscher Beamtenbund. Antwort an den Kanzler. Der Sozialdemokratische Parlamentsdienst berichtet: Das itlii- mative Schreiben des Reichskanzlers hat innerhalb der sächsische» Arbeiterschaft starke Erregung hervorgerufen. Die Mitglieder der Landtagsfraktion, soweit sie zu erreichen waren, der Bezirksleitungen und der sächsischen Parteiredaktionen traten bereits am Sonntag vormittag um 11 Uhr zur Besprechung des Ultimatums zusammen Nachmittags wurde die Sitzung auf ein« Stunde unterbrochen und dann in vorgerückter Abendstunde fortgesetzt. Nach Beendigung der Sitzung traten die sozialdemokratischen Mini st er zu einer Sitzung zusammen, um auf Grund der Beschlüsse der kom- binierten Besprechung«ine Antwort an Dr. Stresemann festzulegen. Das Ergebnis war folgendes Antwortschreiben an den Reichskanzler: „Herr Reichskanzler! Ich bestätige den Empfang Ihres Schreibens vom 27. Oktober 1323. Das in ihm enthalten« Ansinnen, zurückzutreten, lehnt die sächsische Regierung entschieden ab. Ein politischer Anlaß zu Ihrer Forderung liegt nicht vor und rechtlich ist das Ver- langen der Reichsregierung nach der Reichsverfasiung unzu- lässig. Rur der sächsische Landtag ist legitimiert, die sächsische Regierung abzubrrusen. Solange das nicht geschieht, wird weiter die sächsische Regierung auf ihrem Posten ausharren. Sie wird aber umgehend im Landtag eine Entschließung über die Vertrauensfrage herbeiführen." Dr. Zeigner. Dieser Brief wurde dem sächsischen Gesandten Dr. Gradnaucr noch am Sonntag abend nach seiner Rückkehr aus Dresden telepho« nisch mitgeteilt. Dr. Grobnauer begab sich um 12 Uhr nachts noch zum Reichskanzler, dem er von dem Beschluß der sozialdemokratischen Minister zunächst mündlich Kenntnis gab. Später kons«- rierte der Reichskanzler mit den Genossen Dr. R a d b r u ch und Dr. Hilferding. Der sozialdemokratische Bezirkstag für Chemnitz, der gestern tagte, hat gegen das Vorgehen der. Reichsregierung flammenden Protest erhoben und sich rückhaltlog hinter die sächsische Regierung gestellt. Er fordert den Austritt der Sozialdemokraten aus der Reichsregierung._ ßreiberger Slutbilanz. Areiberg, 29. Oktober.(Eigener vrahtbericht. 2.15 Uhr nachm.) Roch den endgültigen Aesisicllungen hat sich die Zahl der Toten auf 27. die der Schwerverwundelen auf 50 bis 60 erhöhl. Der Zusammenstoß in Freiberg. Landeskonferenz in Bayern. Trot schwerer Erfranfung wohnte auch Geheimrat Dr. Heim den Beratungen furze Zeit bei und ermahnte in seiner kurzen AnZu den Vorfällen in Freiberg i. Sa., über die Stellungnahme gegen Pfälzer Lostrennungsbestrebungen. sprache die Parteifreunde, in dieser furchtbar ernſten Zeit nicht an wir in der Sonntagsausgabe einen furzen eigenen DrahtNürnberg, 29. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Eine andes Kleinigkeiten herumzunörgeln. Dr. Heim forderte die Partei auf, bericht veröffentlichten, verbreitet das Reichswehr- fonferenz der Vereinigten Sozialdemokratie Bayerns hat am sich hinter die Staatsregierung und den Generalstaatskommissar zu freistommando IV folgende Schilderung: Sonntag nach einem Referat von Hermann Müller( Franken) zu stellen. Zu den gegen seine Person erhobenen Vorwürfen hinsicht In Freiberg tam es am Sonnabend zu ernsten Zusammen den politischen Fragen folgende Entschließung angenommen: lich des Separatismus bemerkte Dr. Heim: Mein Gewissen stößen zwischen Reichswehr und radikalen Elementen. Im Laufe In den Zeiten größter außenpolitischer Bedrängnis droht ist rein. Ich habe nie einen Schritt unternommen, der nicht darauf des frühen Nachmittags wurden auf Anforderung der Einheit des Reiches schwerste Gefahr. Der ganze abgestimmt gewesen wäre, Deutschland zu helfen. Da heißt es der Polizei Reichswehr auf zwei Lastkraftwagen in die Stadt Ernst und die Unhaltbarkeit der heutigen Zustände sind dadurch hin- immer, Dr. Dorten habe jahrelang mit Dr. Heim verkehrt. Ich entsandt, um Ansammlungen zu zerstreuen und ausreichend charakterisiert, daß die bayerische Staatsregierung die Ge habe Dr. Dorten ein einziges Mal im Jahre 1919 getroffen. suchungen vorzunehmen. Um 4 Uhr nachmittags erbat horsamsverweigerung eines hohen Reichswehroffiziers ge Sobald ich seine politischen Ziele erkannt hatte, war er für mich der Polizeidirektor militärische Hilfe, da vier Reichswehr billigt und ausdrücklich gedeckt hat und der bayerische General erledigt. Seit 1920 habe ich weder direkt noch indirekt Beziehungen soldaten im Bostamt bedrängt wurden. Die Reichswehr fäu- staatskommissar unter Ausschaltung der verfassungsmäßig zuständigen berte den Bostplatz, befreite die vier bedrängten Reichswehrsoldaten, bayerischen Staatsregierung erflären fann, er verhandle mit der 8u ihm gehabt. Zum Fall Lossom äußerte fich Dr. Heim dahin, wurde dann aber von der Menge mit Steinen beworfen Reichsregierung nicht. Die bisher von dem Generalstaatskommissar daß, so wie man sich in Berlin die Lösung dente, die Dinge nicht und aus Pistolen beschossen. Vier Soldaten wurden ver- eingeschlagene Politit beweist, daß der angeblich für Ordnung und gingen. Staatsautorität geführte Kampf Bayerns sich ausschließlich gegen Ministerpräsident Dr. v. Rnilling verwahrte sich dagegen, wundet, darunter zwei schwer. Die Reichswehr machte in der diejenigen richtet, die mit allen ihren Handlungen bartun, daß sie daß die bayerische Regierung einen Vermittlungsversuch des Reichs Notwehr von der Schußwaffe Gebrauch. Nach den bisher vor- treu und ohne Vorbehalt zur Verfassung des arbeitsministers Dr. Brauns im Falle Lossow durchkreuzt hätte. liegenden Nachrichten wurden 12-13 Unruheftifter erschossen und Reiches und des Landes stehen. Von der in der Bereinigten Dr. Brauns sei erst zu ihm gekommen, als die Abberufung Lossows gegen 20 verwundet. Es wurde hierauf eine Kompagnie Sozialdemokratie organisierten Arbeiterschaft muß die Politik der der bayerischen Regierung bereits amtlich notifiziert war. in die Stadt entsandt, um die in den Straßen immer größer gegenwärtigen bayerischen Machthaber als besonders unge übrigen begründete der Ministerpräsident eingehend die bekannte werdenden Ansammlungen zu zerstreuen und die Ordnung wieder recht empfunden werden, weil gerade die sozialdemokratische Ar- Stellungnahme der bayerischen Staatsregierung zu dem Konflikt. beiterschaft für die Einheit des Reiches in der Abwehr Die am Abend zur Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung imperialistischer und separatistischer Politik die größten Opfer erfolg. Der Artikel, der den Reichskommissar zum Berbot des„ Böltischen aus Brand- Erbisdorf herbeigezogene und in der Stadt eingesetzte reich brachte. Unerschüttert und zu allen weiteren Opfern bereit, steht Beobachters" veranlaßt hatte, sei schon vor dem Erlaß des ReichsKompagnie des 11. Infanterieregiments stieß unweit der Bost auf auch heute die Vereinigte Sozialdemokratische Partei Deutschlands ausnahmezustandes erschienen. zum Reich; fie erwartet aber auch auf das bestimmteste, daß nunmehr Die Aussprache ergab einstimmige Billigung der Schritte der eine größere Menschenmenge, gegen die nach mehrmaliger die verantwortlichen Reichsstellen ihrer Verpflichtung nachkommen, bayerischen Regierung, des Generalstaatskommissars und der Parteivergeblicher Aufforderung zum Auseinandergehen den Hüterin von Recht, Verfassung und Reichseinheit durch die Tat leitung. Borschriften entsprechend von der Schußwaffe Gebrauch ge- zu sein." macht wurde. Von der Menge wurde das Feuer besonders aus einem Grundstück ,, Rote Grube" erwidert, dabei benutten herzustellen. die Aufrührer sogan ein Maschinengewehr. Die Kompagnie säuberte im weiteren Berlauf die Straßen. Patrouillen haben wäh rend der Nacht die Stadt durchstreift und Verhaftungen vorgenommen. Zu den Borgängen in der Pfalz, über die Landtagsabgeordneter Genoffe Endres berichtete, faßte die Landeskonferenz folgende Entschließung: Todesurteil in Hamburg. Im Der frühere Ministerpräsident Graf Lerchenfeld sprach sich dahin aus, daß die Fehler, welche in der Lossow- Frage in Berlin gemacht worden seien, riesengroß wären. Zum Schluß wurde eine längere Entschließung angenommen, in der der bayerischen Staatsregierung, insbesondere dem Ministerpräsidenten Dr. v. Knilling " Durch die Ereignisse im rechtsrheinischen Bayern veranlaßt, und dem Generalstaatskommissar der wärmste Dant und die volle haben die Pfälzer geglaubt, den Versuch zur Bildung eines felb- Anerkennung ausgesprochen wird. In der Nacht wurden von den Aufrührern über die Umständigen Staates im Rahmen des Deutschen Reiches machen zu zäunung der Kaserne Handgranaten geworfen; auch zahl follen. Sie glaubten, auf diese Weise die französischen Loslösungsreiche Schüsse fielen. Nach den endgültigen Feststellungen find bestrebungen der Pfalz von Deutschland erfolgreich vereiteln zu sollen. Festungshaft in Cottbus. bei der Reichswehr zwei Mann schwer, einer leicht verletzt. Von Daß fie feinen 30ll breit deutschen Bodens Frankden Aufrührern und Mitläufern sind 23 fot, darunter eine Frau. reich ausliefern wollten, steht für uns fest. Bertreter bürger- Hamburg, 29. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Das außer31 Verwundete wurden bisher in das Krankenhaus eingeliefert. Es licher Barteien verstärkten diese Auffassung. Der Gedanke der Er ordentliche Gericht in Hamburg hat am Sonnabend die ersten wurde festgestellt, daß bei den Vorgängen an der Post am Nachrichtung eines felbständigen Pfalzstaates im Rahmen des Deutschen Urteile gegen die tommunistischen Putschiffen ausgemittag des 27. die angreifende Menge durchaus planmäßig stimmungen von Gesetz und Verfassung die in Bayern stehende 22 Jahren. Unter ihnen befindet sich ein Tischlerlehrling, der kaum Reiches fand gerade, jezt Boden, da entgegen den tiaren Besprochen. Die Angeklagten fiehen durchweg im Alter von 18 bis vorgegangen ist. Eine ganze Reihe von Personen, die bei den Reichswehr auf die bayerische Landesregierung 16 Jahre zählt und die Menge zum Widerstand gegen die Polizei letzten Erwerbslosendemonstrationen eine führende Rolle gespilt verpflichtet wurde. haben, waren bei diesem Zusammenstoß beteiligt. Zweifelhafte Ungeachtet dieser Gründe verurteilt die Landeskonferenz angeführt haben soll. Er erhielt zwei Monate Gefängnis. Schlimmer auswärtige Elemente sollen in großer Zahl die Aufwiegler ge biefes Borgehen, da der Weg zur verfassungsrechtlichen Selbständig lautet das Urteil gegen den Angeklagten Schlosser Thorell, der spielt haben. Einwandfreie Gewährsleute haben mitgeteilt, daß mit feit deutschen Landes in der Reichsverfassung genau vorgeschrieben 22 Jahre alt ist. Er wird wegen Hochverrats und Aufruhr 3 u m Sabotage- und Terroratien in den nächsten Tagen gerechnet werden ist. Die Landeskonferenz lehnt die Berantwortung für Iode und wegen versuchten Totschlags zu sechs Jahren Zuchthaus muß. Auch verdient besondere Beachtung, daß am 26. Oftober in die von Pfälzer Sozialdemokraten ohne jede Verständigung mag- verurteilt. Eine Reihe von Angeklagten hatte sich wegen Landden Steinbrüchen der Umgebung von Freiberg mehrere Personen gebender Parteiinstanzen versuchte Politik na chdrücklich ab." friedensbruch und Plünderei zu verantworten. Das Urteil lautete Magazine gewaltsam erbrochen und Dynamit und andere Sprengauf Gefängnis bis zu zwei Monaten, und in einem Falle zu einem Jahr 3uchihaus. stoffe in beträchtlicher Menge gestohlen haben. Einige Täter find bereits ermittelt. Ein Teil der Sprengstoffe ist wieder herbeigeschafft morden. Ueber das Verhalten der Reichswehr während der Kämpfe in Freiberg bestätigen durchaus fachliche Beobachter, daß fie in ihrer Zurückhaltung trotz wüftester Beschimpfung durch die Menge bis zum Aeußersten gegangen ist. Parteitag der Bayerischen Volkspartei. Der zum Tode verurteilte Thorell hatte sich an der Entwaffnung der Ordnungspolizei beteiligt und hinter einem fliehenden Beamten hergeschossen. Darin wurde der Todschlagsversuch erblickt. Als er später verhaftet wurde, ist er von erregten Polizeibeamten so verprügelt worden, daß er ein Auge verfor. Trotzdem wurde er auch noch zum Tode verurteilt. Einigung mit Kahr und Knilling. München, 28. Oktober.( TU.) Die Bayerische Bolts. partei hielt gestern ihre ordentliche Landesversammlung ab, die in Anbetracht der Bedeutung der schwebenden politischen Fragen sehr stark besucht war. Im Mittelpunkt des Interesses stand das Der Bericht des Wehrkreiskommandos spricht von Feuer- Referat des Vorsitzenden der Landtagsfraktion, Geheimrats fämpfen zwischen der Menge und der Reichswehr. Es wird Dr. Selb, über„ Die politische Lage in Bayern". Nach den AusDas Hamburger Urteil steht in fchroffem Gegensatz zu darauf hingewiesen, daß dem Berhalten der Menge ein Plan führungen Helds ist der Ausnahmezustand in Bayern nicht ein zugrunde lag und daß sie über ein Maschinengewehr verfügte. Augenblicksprodukt, sondern ist von verantwortlichen Männern ver- dem Rottbufer Erfenntnis wegen des Rüftriner Putsches. In Wenn diese Behauptungen den Tatsachen entsprechen, dann hängt worden wegen der wachsenden Gefahren in Bayern. Schon Hamburg wie in Rüstrin handelte es sich um bewaffneten ift es auffällig, daß die Reichswehr nur drei Berlegte aufzu- feit Wochen sei der Gedante einer außerordentlichen Maßnahme Aufstand. In beiden Fällen sind Menschenleben vernichtet weisen hat( flarzulegen, ob die Verlegungen auf Schuß erwogen worden. Von der Bayerischen Boltspartei sei worden. Aber der Führer der Küstriner Aufständischen wurde waffen zurückzuführen sind, vermeidet der Bericht), während der Vorschlag ausgegangen, Herrn v. Rahr als Generalstaats zu zehn Jahren Ehrenhaft, einer der Beteiligten in Hamdagegen zum Tode vervon der Menge 23 Tote auf der Strecke blieben und 31 Ber- fommissar zu bestellen. Im Fall Lossom hält es der Redner für burg- nicht einmal ein Führer! wundete nach dem Krankenhaus transportiert werden mußten. unmöglich, daß die Staatsregierung, die den Weg des be- urteilt. In Küstrin putschten, um im Stil der Reichswehr zu Die Vorfälle in Freiberg bedürfen also dringend einer un brängten Rechts gegangen sei, den General fallen laffe. reden, Nationaltommunist en", in Hamburg wirkparteiischen Aufklärung. Bei dieser Gelegenheit wird Die eigentliche Quelle aller dieser Konflikte sei der falsche Aufbau liche Kommunisten. Daher der Unterschied in der Straffestzustellen sein, ob Elemente in die Reichswehr aufgenommen der Weimarer Verfassung. Redner fordert für Bayern bemessung! werden, die schon wiederholt eine unheilvolle Rolle gespielt Finanz- und Verkehrshoheit und die Verfügung über den bayerischen Der ehemalige Reichskanzler Cuno ist aus den Bereinigten haben. Teil der Reichswehr in ähnlichem Ausmaße wie vor dem Kriege. Staaten wieder in Hamburg eingetroffen Der Rundfunk. Von Karl Fischer. = Es gibt Leute, die fürchten sich vor dem Winter. Ja, einige dieser Angstmeier und Hafenfüße scheuen sich nicht zu behaupten, der kommende winter werde das Schwerste und Schlimmste von allem sein, was je über uns beschlossen und ergoffen worden ist. Diese eingeschworenen Bessimisten soll man öffentlich auspeitschen lassen, und als wirksamsten Schutz gegen sie soll man sich eines der vielen goldenen Worte Wilhelms vorsagen: Ich dulde feine Schwarzseher! Denn die Hauptsache ist und bleibt: das richtige Wort an der richtigen Stelle, was der hohe Herr immer mit einer geradezu rührenden Treffsicherheit herausgefunden hat. Es sei nur so ganz nebenbei an die wahrhaft fundamentale Weisheit erinnert: Ich führe euch herrlichen Zeiten entgegen. Wie unrecht im übrigen die Schwarzseher von heute haben, beweist die Erfindung des Rundfunks. Das ist eine ganz famose Erfindung, mit deren Hilfe jeder die angenehmste Unterhaltung sich verschaffen fann, und weiß Gott feine Furcht vor dem langen, leeren und lustlosen Winter zu haben braucht. Gewiß, es ist wahr, der Besuch von Kneipen, Konzerten, Ka baretts, Theater und Diele ist ein wenig teuer geworden, und auf Aber nun haben wir den Rundfunk, bleiben hübsch zu Hause und hören die angenehmsten und schönsten Dinge. Nachdem man sein Souper verzehrt und das letzte Glas Wein geleert hat, setzt man sich in dem mollig warmen Zimmer um einen runden Tisch, stellt den Telephonapparat darauf ein Telephon muß man allerdings haben, aber das besitzt doch heute jeder bessere Mensch und befestigt am Telephon das Rundfunkgerät. den Straßen ist es dunkel und etwas unsicher außerdem. Später wird man natürlich auch das Prägnanteste aus der politischen Welt durch Rundfunk hören, eine Rede Hitlers im Zirkus Krone oder den lauten Beifall nach den launigen Worten des lieben Ludendorff im Löwenbräufeller in München. Das wird sein wie ein Idyll, wie im Märchen wird das sein. Mit dem Rundfunk wird man sich richtig vorkommen wie Heimchen am Herd! Und da soll man noch Sorgen haben wegen des bevorstehenden strengen Winters! Was brauchen wir eine andere Währung, was fragen wir nach der Rentenmark? Denn wir haben den Rundfunk. Gott sei Dank! Nur eine kleine Einschränkung sei gestattet einzuschalten. Bei manchem wird vielleicht die Stimme des hungernden Magens stärker sein als der strammste Lenor oder Baß, der burd) den Rundfunk zu uns strömt. Indeffen, durch solche Nichtigkeiten und Norgeleien darf man fich natürlich die Freude an dem famosen Rundfunt nicht trüben oder gar zertrümmern lasser. " Ein Ausweg aus der Zentralheizungsnot. Biele Mieter von zentralbeheizten Wohnungen wären heute froh, feine Zentralheizung zu haben. Sie sind infolge der unverändert schlechten Lage auf dem Wohnungsmartt an ihr teures" Heim gebunden und wissen nicht, wie sie die hohen Brennstoffkosten für die bevorstehende Heizperiode aufbringen sollen. In ihrer wohlverständlichen Besorgnis greifen sie zu den verschiedenartigsten Mitteln, um sich eine warme Woh nung zu sichern. Der eine läßt sich Kachelöfen setzen, der andere verläßt sich auf einen neuangeschafften Dauerbrandofen, dessen Heizfraft ihm im günstigsten Falle ein einziges warmes Zimmer verschafft; ein dritter versucht es mit der Gas: oder elektrischen Heizung, um allmonatlich festzustellen, daß die Kosten dieser Heizungsarten noch teurer find als die Umlagekosten für die früher betriebene Zentrallyeizung. Do es gibt für alle frierenden und selbst für die meniger begüterten Mieter von zentralbeheizten Wohnungen einen Ausweg aus allen Heizkalamitäten, der nicht nur den Vorzug einfachster Umstellungsmöglichkeit und dauernder größter Betriebsbilligkeit, sondern auch den besonderen Borteil hat, daß man die zentral beheizte Wohnung in vollem Umfange reiterbenügen kann. Die in den einzelnen Wohnungen vorhandenen Heizkörper werden einfach an einen fleinen 3immerheizteffet angeschlossen, wie ihn die vorgeschrittene Gießtechnik neuerdings auf den Martt ge bracht hat. Die Aufstellung ist überall möglich, wo sich ein Schorn. stein befindet, nötigenfalls in der Küche. Mit dieser Wohnungsheizung ist jeder Mieter völlig unabhängig vom Hauswirt und von allen anderen Mietparteien; er regelt ihren sauberen und einfachen Betrieb je nach seinen Bedürfnissen und dem Inhalt seines Geldbeutels. „ Die Schöpfung" von Josef Haydn fand auf Beranlassung des Boltsbildungsamtes Prenzlauer Berg im Saalbau Friedrichshain durch das Berliner Tontünstlervereinsorchester ( Rapelimeister Arnold Ebel), den Scheinpfiugschen Chor und die Schöneberger Liedertafel vor gut befegtem Saal eine im ganzen erfreuliche Wiebergabe. Rapellmeister Ebel hielt das Ganze straff und energisch( manchmal etwas zu straff) zusammen. Solisten waren Minna Ebel- Wilde, Alfred Wilde und Kammerfänger Arnold Fischer. Die Zuhörer ließen sich willig und dankbar von dem füßen zärtlichen Tongewoge über die Nöte des Tages hinwegleiten. tr. Der Männerchor Heidenröslein, Siemensstadt, war zu feinem diesjährigen Herbstfonzert in Spandau in stattlicher Zahl angetreten. Das Basmaterial hat eine ansprechende Aufrundung erfahren, nur in den Tenören macht sich hin und wieder Mangel an Weichheit im Biano bemerkbar, besonders auffällig in dem vom Chermeister P. A. Joseph selbst vertonten Text An die Hoffnung", wo der sanfte Fluß der Melodie in der höheren Lage zu scharf afzentuiert wurde. Auch Mozarts Weihe des Gefanges" ließ falt, obwohl es rhythmisch gut durchgeführt wurde. Nachtgefang" von Schubert erst zog die Register alten Könnens, hier allerdings überzeugend und belebend, und schlug fchwingende Brücke zum Tempo des nach folgenden Jägerchors" aus Euryanthe. Reinhold Jofeph begleitete am Flügel, doch nicht immer nachgiebig, wo Dynamit es erheischte. Diese geniale und für uns geradezu lebenswichtige Erfindung mit der bekannten Komposition„ Das heilige Feuer" von Uthmann wird sich ohne Zweifel bald so schnell Eingang verschaffen, daß und zwei schlichten Volksliedern zeigte der Chor, daß hier sein man das Rundfunkgerät bei jedem Krämer für ein paar Goldmart wahres Reich ist; lebendig, wahr flang das oft gehörte In einem Im Deutschen Opernhaus wird Carmen" Donnerstag neubekommt. Und es spielt auch gewiß keine Rolle, daß man der Post- fühlen Grunde" und„ Nun leb wohl, du fleine Gaffe" nicht in den einstudiert wieder in den Spielplan eingestellt unter Leitung von Leo perwaltung ein paar Goldmart für die Erlaubnis bezahlt, das Raum, sondern ins Herz hinein. Lebhaften Anteil am wohlver Blech mit Vera Schwarz als" Carmen" und Kurt Taucher als Das Russische Nomantische Theater gibt Gerät am Telephonapparat anbringen zu dürfen. dienten Beifall hatte Frau Margarete Waltotte mit ihren Liedern Don José". Dann stülpt man sich so eine Art Helm über den Kopf und hat zur Laute. Sehr Anspruchsvolle tamen auf ihre Rosten; Herr Sonnabend, den 3., und Sonntag, den 4. November, Gastspiele mit neuem Programm. den herrlichsten Zeitvertreib, denn man fann mun hören, was in P. 2. Joseph interpretierte vier Inrische Stücke von Brien, grundRudolf v. Laban, der bekannte Hamburger Tanzpädagoge, wird sich aller Welt an diesem Abend Belebendes und Belustigendes zu verschieden, im Charakter, mit cewohnter Technik und feiner Abtaben ist. stufung. Die Wiedergabe der Paraphrase Liszts über den Faust- demnächst mit seiner gesamten Tanzbühne in der Philharmonie prä Zum Anjang vermittelt der famose Rundfunk Musilaufführun- schaftlichen Verhältnisse so manchem verbieten, on jo wohlfeilen eblendeten". Sämtliche Tanzdramen sind von Laban verfaßt und Walzer Gounods war ungetrübter Gewinn. Schade, daß die wirt- fentieren. Es sind zunächst folgende Erstausführungen geplant: 2. Nobember, a felei, 5. November, omödie", 9. November„ Die gen. Man fizt ganz bequem zu Hause an seinem Tisch, ja man Konzerten teilzunehmen und der sonst stets überfüllte Saal diesmal inszeniert. fann auch das elektrische Licht dazu löschen, und man bedente, was manche Lücke zeigte. man dadurch abermals spart!, und läßt sich etwas vorsingen pon der Brimadonna der Londoner Convent Garden Oper oder vom ersten Tenor des Metropolitan Opera- Hauses in New York. Emil Rath. Das Leipziger Arbeiterbildungsinstitut hat, wie hiermit be richtigt und festgestellt sei, im Durchschnitt 6 Schauspiel und 3 Dpern ( auch Operetten-) aufführungen belegt. Die Buchhändlerschlüsselzahl, die zuletzt faft täglich geändert werden mußte, wird jegt nicht mehr von den Berlagsorganisationen festgeftelt. Die Buchhändler werden sie selbst seitjesen unter Berücksichtigung des Berliner Dollarbrieffurjes vom Tage vorher. Poincaré gegen die Konferenz. Die Volksspeisungsaktion. geschriebenen Aufforderung an die Menge, das Feld zu räumen, geschossen hat. Und zwar erfolgten zunächst etwa zehn Schreckhüsse, und erst als der Beamte, der allein und von den anderen camten eine Strede entfernt war, mit den Kartoffelgeräten tätlich d an feinem Leben bedroht wurde, gab er einen Schuß an die enge ab. Der Waffengebrauch erfolgte also in der Notwehr, nicht er in Uebereifung und Ueberängstlichkeit. Auch die Annahme ist zutreffend, daß der Beamte erst vor nicht langer Zeit nach Berlin lommen sei, vielmehr befindet er sich bereits seit dem Jahre 1920 ei der Polizeiinspektion Neukölln, und es handelt sich um einen Berst gewissenhaften und tüchtigen Beamten mit bisher einwant eier Dienstführung. Im übrigen ist die weitere Untersuchung de nelegenheit angeordnet." Wir wollen das Ergebnis diefer Untersuchung abwarter Es bleibt alles beim alten. In dem Aufruf, den das preußische Staatsministerium Ende Boincaré, der, wohl oder übel, den vorlegten Sonntag zu- September zugunsten der Schaffung von Voltsspeisungen er afsen gunften Millerands hatte verstreichen lassen müssen, ohne zu reden, hat, murde als oberster Grundsay" verkündet, daß alles ges beher hat gestern wieder das Wort in seinem langjährigen Sommerfiz müsse, um zu verhindern, daß jemand Hunger leide. Es ist nid, Gampigny ergriffen. Diese Kundgebung, obwohl sie im allge zu bestreiten, daß der Appell um freiwillige Spenden einen giffe: meinen nur eine Wiederholung seiner üblichen Ansprachen vor Erfolg zu verzeichnen hat. Niemand aber wird behaupten llen Kriegerdenkmälern bildet, war ausnahmsweise wieder von einiger daß mit diesen freiwilligen Beiträgen das Ziel zu erreichen feit Bedeutung, weil sie eine Erflärung zu der bedingten Annahme wird, das die preußische Regierung sich gestedt hat. Dabei hat de Landwirtschaftsminister, der als Staatsfommissar für Boltsernäl des englisch- amerikanischen Konferenzvorschlages bildete. Boincaré wandte sich zunächst gegen seine Krititer im Lager rung für diese Aktion zuständig ist, auf eine Eingabe dem„ Propa der Radikalen und der Anhänger Clemencecaus; sodann warf er gandaausschuß für Gemeinschaftsfüchen" den Bescheid zugehen laffen, Deutschland vor, daß es einen heuchlerischen Frontwechsel daß die Sache in den Händen der Gemeinden liege, mit porgenommen hätte, indem es früher erklärt hätte, es könne die denen man sich direkt in Verbindung setzen müsse. Gegen diese Aus dem Räuberparadies des Ostens. Rohle nicht liefern, weil es sie selbst unbedingt brauche, und Tattit, den Gemeinden die alleinige Verantwortung für DurchFeuergefecht zwischen Räubern und Ueberfallfommando. jetzt behauptet, es fönnte zwar die Kohle entbehren, fei aber außer führung der von der Regierung versprochenen Maßnahmen zuzustande, sie zu bezahlen. Zu den unsichersten Stellen in Groß- Berlin gehören schon feit schieben, muß um so mehr Einspruch erhoben werden, als schon jetzt längerer Zeit der Blänterwald an der Oberspree, der an festzustehen scheint, daß noch fast alle Voraussetzungen fehlen, um grenzende Treptower Bart und der Schlesische Busch ben Gemeinden ihre Aufgabe für derartige Massenverpflegung 3 an der Grenze des alten Berlins. Wie wir schon wiederholt bezu grenzende Treptower Barf und der Schlesische Busch erleichtern. Sodann streifte der Ministerpräsident die Separatisten bewegung im Rheinland. Die betreffenden Sätze lohnen eine wörtliche Wiedergabe: Wir haben es stets vermieden, uns in die inneren Angelegenheiten Deutschlands einzumischen. Welches auch faum wieder ersetzt werden können. Vielfach werden die längst losgeschlagenen Kriegseinrichtungen richteten, trieben dort namentlich Räuber ihr Unwesen, die sich für Man hat sich da die Tatsache Kriminalbeamte ausgaben. Als„ Spanner" machen sie sich mit fünftig die Verfassung Deutschlands sein möge, welcher Art auch vor Augen zu halten, daß z. B. für eine bereits eingegangene Vorliebe an Pärchen, die auf den Bänken fizen, heran, aber auch Späterhin die gegenseitigen Beziehungen der Staaten fein mögen, aus denen unmittelbar nach Abschluß des Friedensvertrages das Deutsche Reich zusammengefekt war, niemals wird uns der Gedante tommen. das Gewissen der Bevölkerung zu verge= maltigen. Wir nähren feinerlei Annegionsabsichten. Aber wir werden nicht darauf verzichten, dauernde Sicherheitsgarantien zu verlangen. Diejenigen, die uns in Versailles versprochen worden waren, haben wir nicht erhalten. Damit wird zugegeben. daß sich Frankreich für die Separatiftenbemegung unter dem Gesichtspuntt seiner Sicherheit intereffiere. Wohl vermeidet er es noch, sich mit der Bewegung zu iden Funktionär- Konferenz aller BSPD.- Funktionäre. Morgen, Dienstag, den 30. Oftober, abends 7 Uhr, im großen Saal der Bockbrauerei, Tempelhofer Berg, Fidicinstraße 3. tifizieren, er vermeidet aber, die Antlagen über die mehr als wohl Tagesordnung:„ Die Vorgänge in Sachsen". wollende Förderung der Separatistenpläne durch die französischen und belgischen Behörden kategorisch zurückzuweisen. Im Zusammenhang mit dem Problem der Sicherheit wieder. holte er seine Anflagen über die geheimen Rüftungen Deutschlands. Sodann ging er zum Ruhr problem über: Berichterstatter Genoffe Künstler und Genoffin Wurm. Mitgliedsbuch und Funktionärfarte legitimieren. Zur Dedung der Unkosten Tellersammlung. Der Bezirksvorstand. an andere Leute. In der Nacht vom Sonntag zum Montag gegen 12 Uhr wurde der Kaufmann Werner Seidenberg aus Lichtenberg angefallen und mit der Pistole gestellt. Er zog aber gleichfalls eine Schußwaffe und gab einen Schreckschuß ab. Die Räuber schlugen ihn die Pistole aus der Hand, nahmen sie ihm weg und enttamen. Während herbeigerufene Beamte das Gelände absuchten, begegnete ihnen ein Mädchen und teilte ihnen mit, daß es ebenfalls von zwei Männern überfallen fei, während es im Plänterwald mit feinem Bräutigam auf einer Bant gesessen habe. Nur dem Umstande, daß noch mehr Leute als sonst unterwegs waren, vertankte es das Paar, daß es nicht ausgeplündert wurde. Das Mädchen er= tannte in einem von ihnen den Räuber wieder. Die Beamten nahmen fofort tie Verfolgung der Verdächtigen auf und es fam zwischen ihnen und den Räubern. denn die waren es in der Tat zu einem gefährlichen Feuergefecht. Trotzdem enttamen die Räuber. Es ist aber möglich, daß einer von ihnen eine Schußmunde erhalten hat, die er sich irgendwo hat verbinden lassen. Mit teilungen nach dieser Richtung und auch sonst zur Ergreifung der Räuber nehmen Kriminalkommissar Kud oder das Raubdeze im Polizeipräsidium entgegen. Ueberfall der Maikolonne" auf ein Tanzloka.. In dem Bergnügungspalast und Ausschankofal der Schloßbrauerei Schöneberg, Hauptstraße 122, fand am Sonntagabend ein öffentliches Tanzvergnügen statt. Gegen 10% Uhr erschien ein Trupp junger Leute und begehrte Einlaß. Da die Burschen sich äußerst unwürdig benahmen und auch an ihrer Kleidung Anstoß genommen wurde, wurden sie zurückgewiesen. Sie entfernten fich, Pehrten aber nach turzer Zeit wieder zurück, nachdem sie sich mit Eisen stangen und Knüppeln bewaffnet hatten. Geschäftsführer des Lofals hatte aber inzwischen eine Warnung erhalten und bereitete mit anderen Angestellten den Burschen, die Der sogenannten Schöneberger Maikolonne angehören, einen warmen Empfang. Es kam in dem gefüllten Tanzsaale zu einer wüsten Schlägerei, wobei auch Tische und Stühle demoliert wurden. Schließlich fonnten die Eindringlinge hinausgeworfen werden. Der Wenn wir die Pfänder nicht genommen hätten und im Januar dieses Jahres Deutschland einfach das zweis oder dreijährige Moratorium gewährt hätten, das Deutschland von uns verlangte, stände es Deutschland nicht nur frei, nicht zu be- Summe von 13 Billionen auch nicht entfernt die Kesseleinrichtung zahlen, sondern auch fich weiter auf unsere Rosten zu bereichern für eine fleine Gemeinde zu beschaffen möglich ist. Ünd man be und sämtliche Fabriken mit Ruhrtohle zu überschütten. tommt dafür einen Anhalt, was in den großen Gemeinden an Jezt hingegen ist Deutschland selbst daran interessiert, Mitteln für einen Ausbau vorhandener und Schaffung weiterer fobald wie möglich die notwendigen Maßnahmen zu treffen, um Rüchen, vor allem aber Abgabe von verbilligtem bzw. feine Gläubiger zu bezahlen. Es weiß, daß wir unsere Pfänder teilweise fostenlosem Essen in diesem Hungerwinter nötig wird. nicht aus der Hand geben werden, bevor mir nicht Daher hat der Berliner sozialdemokratische Bezirkstag fürzlich mit den Betrag unserer Reparationen erhalten gutem Grund auf die Gefährdung der Speisungen aufmerksam gebaben. Seine Sache ist es, durch eine aufrichtige Anffrengung macht und die Forderung erhoben, daß die Finanzierung nicht über den Zelfpunft näher zu rüden, in dem wir das Ruhrgebiet wiegend der freiwilligen Wohltätigkeit überlassen werden darf. räumen. Zweds ausreichender Finanzierung und Sicherstellung werden 3mangsabgaben der Landwirtschaft in Form von aturalleistungen, und schließlich eine Ermächtigung an die Gemeinden zur Erhebung von Sondersteuern verlangt. Wenn der Gedanke der preußischen Regierung wirksam der Verwirklichung nahegebracht werden und den Speisungen nicht das unerträgliche Odium der„ Bettelfuppen" anhaften foll, dann darf man erwarten, daß die Regierung hierzu schleunigst Stellung nimmt. Sie wird nicht darum herumtommen, daß mit der FreiEin Anti- Diätenantrag in der Stadtverordnentenversammlung. willigteit allein ernsthaft nichts erreicht wer Die Demokratische Fraktion in der Berliner Stadtverord den wird. Ueberhaupt wäre es angebracht, daß auch die Reichs- netenversammlung hat sich in ihrer letzten Sizung gegen die regierung recht ernsthaft sich damit befaßt, wozu eventuell schon die Diätenzahlung an Stadtverordnete und andere Personen heranziehung der Landwirtschaft zu Naturalleistungen und auch ausgesprochen, deren Tätigkeit für die Gemeinde nach dem Gesetz die Notwendikeit, die Aktion über Breußen hinauszudehnen, anregt. chrenamtlich sein soll. Daraufhin hat die Frattion heute dem Herr v. Kaniß, der neue Reichsminister für Ernährung und Land- Stadtverordnetenvorsteher folgenden Antrag unterbreitet:„ Die wirtschaft, mag sich hierbei die Sporen holen. Martin Färber. Stadtverordnetenversammlung ersucht den Magistrat um eine schleunige Vorlage über die Beseitigung der Aufwandsentschädigungen für ehrenamtlich tätige Bürger der Stadt Berlin." Also noch immer die gleiche bewußte Zweideutigteit und Untlarheit. In dem einen Sag wird gesagt: Bir bleiben im Ruhrgebiet, bis unfere( alle?) Reparationen bezahlt sind, und im nächsten heißt es: an Deutschland liegt es, dem Termin der RäuDer zweite Tel der Rede war eine Antwort auf Bald. win und eine Erläuterung des franzöfifchen Standpunktes zu dem Konferenzvorschlag. Hier ist der Gedanke folgender: mung näherzurüden. Der Friedensvertrag muß eingehalten werden. Die deutsche Schuld ist von der Reparationsfommission endgültig fest gefekt, fie fann nur mit Frankreichs 3ustimmung herabgefeht werden. Frankreich werde sich aber einer herab setzung widersetzen. Etwas anderes ist es, zu prüfen, was Deutschland morgen und in nächster Zukunft" zahlen kann. Das ist aber Sache der Reparationsfommission Deutschland kann darüber von ihr gehört werden und hat dies bereits beantragt. Unter falscher Flagge. Internationale und Ehrhardt- Cied. Safentreuz am Stahlhelm, Schwarzweißrotes Band: Die Brigade Ehrhardt Werben mir genannt." Hauptmann v. Beerfeide spricht heute abend 8 Uhr in den Sammerfälen in einer Beranstaltung der Deutschen Notgemein ins Freie bis in die letzte Konsequenz mitgehen will, wer schaft. Wer aus dem Zusammenbruch und Untergang den Weg Brudermord und Judenverfolgung nicht mehr untätig mitmachen fann, wer an die Wiedergeburt Deutschlands und der Menschheit glaubt, ist in der Versammlung willtommen. Eine Verwechfelung. Am Sonnabendvormittag hat ein Rassenbote, der um 29 Uhr vom Bahnhof Tiergarten mit dem Spindlers. felder Zug fuhr, das Frühstücspatet eines Mitfahrenden mitgenommen und sein Bafetchen, in dem eine braune Brief. tasche mit eingewidelt war, im Abteil liegen gelassen. Er bittet herzlichst um Aushändigung der Schriftstücke und der darinliegenden Schriftftüde. Das aus Irrtum mitgenommene Batet war im Vormärts" eingewidelt. Es wird gebeten, die Brieftasche abzuliefern an Arthur Schmod, Klopstockstr. 9, Gartenhaus. Zu dem Vorschlag Baldwins wirft er folgende Fraugen auf: Man schreibt uns: Die Sozialistische Arbeiter. worüber würde jedoch eine internationale Konferenz jugend des Werbebezirks Ostbahn veranstaltete am Sonntag in beraten? Wie würde sie zusammengesetzt sein? Welches 3uRaulsdorf ein Volksfest. War es nun Zufall oder wie tam es, [ ammenwirten würde zwischen ihr und den Regierungen jedenfalls hielt der Bismardbund am gleichen Tage in Kausoder der Reparationsfommission bestehen? Welches wären ihre borf audy ein Fest ab. Die Sache spielte fich folgendermaßen ab: Kompetenzen? In England hat man sich viel über meine Gegen 7 Uhr taucht in der Nähe der Schule unter den Sonntagsreden luftig gemacht. Wieviel Reden würde uns nicht längen ber Internationale ein geschlossener Zug auf. Tag für Tag eine internationale Konferenz bringen und wie unsere Genossen dachten, es sei eine Berliner Ortsgruppe, die unsere widerspruchsvoll und unnüz würde sie nicht ohne Veranstaltung besuchen wolle, und zwei Genossen gingen den AnZweifel fein? tommenten entgegen, um den geschlossenen Zug aufzulösen, da die Nachdem er in dieser geiftvollen Form den Konferenzvorschlag Raulsdorfer Polizei Schwierigkeiten machen fönnte. Auf einmal lächerlich gemacht hat, erklärt er sich mit ihm einverstanden. Borcrschallt es: ausgesezt allerdings, daß England nicht daran denke, Deutschland einen Siz in der Konferenz zu gewähren: Die Reparationstommission ist da, sie nimmt alle Tage Untersuchungen vor. Ohne etwas unerhört Neues zu tun, steht es ihr frei, den öffiziösen Delegierten der Vereinigten Unsere Genossen sind Don 50 bis 100 Bismard: Wievel Geld darf man bei Auslandreisen mitnehmen? Bom Staaten um die Ernennung der amerikanischen Sachverständi bündlern umringt. Es bleibt weiter nichts übrig, als die 25. Oftober 1923 ab ist der Höchstbetrag für die persönliche Mitgen zu bitten, die zufammen mit dem franzöfifchen, englischen, Beine in die Hand nehmen und zu flüchten. Der gesamte Bismarc- nahme von Zahlungsmitteln nach dem Auslande auf 500 Gold= italienischen und belgischen Sachverständigen die gegenwär bund hinterher. Unsere Mitglieder und Gäste zogen sich in die Schule marf( umgerechnet nach dem jeweiligen Umrechnungssatz oder dem tige Zahlungsfähigkeit Deutschlands prüfen und von zurüd, und dann sperrten unsere fräftigsten Burschen den Zugang Gegenwert des Betrages in ausländischer Währung) festgesetzt. Deutschland ein Programm für die Sanierung seiner ab. Dant der mustergültigen Disziplin unserer Genossen wurden Finanzen und feiner Währung sowie einen bestimmten Repara meitere Zusammenstöße vermieten und der Bismarckbund zog un= tionsplan verlangen sollen. Und das alles im Rahmen des verrichteter Dinge wieder ab. Die herbeigerufene Polizei fonnte Berlin und Umgegend. Zunächst troden und beiter, fühlere Nacht. Friedensvertrages. Aber wir können uns nicht damit weiter nichts mehr tun, als unsere Veranstaltung vor weiteren Ueber- und unveränderte Tagestemperaturen bei mäßigen südwestlichen Winden, elnurffanden erflären, daß der Reparationstommiffion ihre Zu- griffen zu schüßen. Wie uns weiter mitgeteilt wird, veranstaltete später zunehmende Bewölkung ständigkeit entzogen werde, oder dan man sie durch ein Organ der Bismardbund am Bahndamm in Biesdorf eine Felddienst. erfeße, in dem unser Einfluß, der schon sowieso hinter unseren übung, die von der Schußpolizei gesprengt wurde und wobei Intereffen zurüdbleibt, noch weiter eingeschränkt würde. Die vier Bismardeündler verhaftet wurden. Db nicht bald Grenze unferer 3ugeständnisse ist erreicht. Mit anderen Worten: Frankreich hat die Zugeständnisse, die es noch vor drei Tagen gemacht zu haben schien, wieder voll. ständig rückgängig gemacht. Bon einer internationalen Konferenz ist teine Rede mehr, höchstens von einer Erweiterung der Reparationsfommission durch offiziöse amerikanische Sachver ständige. Im übrigen bleibt alles beim alten.. Mussolini hat dem Konferenzvorschlag, wie es scheint, ohne Borbehalt zugestimmt. Belgien hat sich lediglich für eine erweiterte Ronferenz der Reparationsfommission ausgesprochen. Präsident Massarnt hat anläßlich des 5. Jahrestages der tschechoslowakischen Republit eine Botschaft an die Mitglieder der Regierung und des Parlaments gerichtet, in der es heißt: Wetter für morgen. Groß- Berliner Parteinachrichten. die rechtlichen Grundlagen gegeben sind, um dem repuklifgefähr 13. Kreis: Tempelhof, Mariendorf, Marienfelbe, Lichtenrade. Die Bildung denten Treiben des Bismardbundes ein Ende zu bereiten? Rostbarkeiten nebst dem Wachhund gestohlen.. Bei einem Kaufmann in der Wrangelstraße 52 erbeuteten Einbrecher für 100 000 Goldmart Werte, während er im Theater war. Obwohl die Tür durch Kunstschlösser besonders gesichert war und ein sehr scharfer Schäferhund auf dem Flur lag, gelang dieser rätselhafte Einbruch, bei dem die Täter u. a. einen Herrenpelz, eine Damenpelzgarnitur, ein Sealpelzjadeit, eine goldene Herrenuhr, zwei goldene Damenuhren, ein Armband mit Brillanten, ein goldenes Zehn- Dollarstüd, Brillantohrringe, Broschen und Ringe erbeuteten. Sogar der Schäfer. und wurde mitgestohlen, wahrscheinlich nachdem er vorher vergiftet worden war. Weil niemand imstande war, die Tür mit einem Dietrich zu öffnen, mehrere Innentüren mit Nachschlüsseln geöffnet worden sind, so besteht der dringende Berdacht, gaß das Dienstmädchen des Bestohlenen und sein Geliebter ihre Hand im Spiel gehabt haben. 14 funktionäre aller vier Orte, sowie die fich file den Vertrieb intereffierenden Genoffen treffen fich zur Ausgabe der Karten für die am 9. November im Tempelhofer Gymnasium stattfindenbe Revolutionsfeier am Dienstag, den 80, Oktober, in Mariendorf. Schule Königstraße, eine Viertelstunde vor Beginn der Mitgliederversammlung. Mitwirkende: Feftrede Genosse Crispien, Frau Gertrud Wolff( Gefang), die Mitglieder ber Staatsoper Profeffor Pfeiler( Bioline), Hermann Sopf( Cello). Dr. Ernst Jotl( Klavier). Kreis Neukolln. Freie Schulgemeinde! Dienstag. den 30. Dit., 7%, Uhr, Berfammlung im Realgymnasium, Kaiser- Friedrich- Straße 210. Bortrag der Genoffin Bohm- Schuch:" Kameradschaft in der Erziehung". Freunde der freien Schulgemeinde willkommen Kreis. Montag, den 29. Oftober 1923, abends 7 Uhr, in der Schule Bartaue, öffentliche Versammlung aller Mietervertreter und Mieter. Tagesordnung: 1 Goldmieten und Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft? Referent Borf. F. Daient vom Gau Berlin. 2. Die Verschmelzung der Arbeitsgemeinschaft mit dem Mieterverbande. Freie Aussprache. Sport. Während meiner Anwesenheit in den Hauptstädten des Westens Die Olympia- Radrennbahn, die fünf Monate verlassen dalag, batte famen aus Amerika Nachrichten, die uns alle erfreuen fönnen, am geftrigen Sonntag infolge des interessanten Programms einen Massem befuch zu verzeichnen. Die Dauer- und Fliegerrennen zeigten guten Sport. daß nämlich Amerita an der Lösung des Reparations Resultate: Reford Preis, 10 Stilometer; 1. Lewanow 9:04; problems teilnehmen wird. Ich glaube, daß der englische 2. Salbow 110 Meter; 3. Gawall 120 Meter; 4. Stellbrint 360 Meter; Die gefährlichen" Kartoffelftoppler. Außenminister diese freundschaftliche Stimmung Ameritas in ge= 5. Kuschkom 900 Meter. Stunden Rennen: 1. Salbow 68,250 cigneter Weise ausnußen wird. Das organisierte und gefräftigte Auf die im Borwärts" Nr. 505 veröffentlichte Notiz mit dieser Stilometer; 2. Catall 68,220 Kilometer; 3. Stellbrint 67,030 Kilometer; Deutschland wird wie für England so auch für uns ein Ron| Ueberschrift erwidert die Pressestelle tes Polizeipräsidiums: 4. Lewanow 66,050 Kilometer; 5. Stufchlow 65,480 Stilometer. Haupt. turrent sein. Die Alliierten befinden sich daher in einer eigen. Wie schon in der früher gegebenen Darstellung zum Ausdrud fahren, 1200 Meter: 1. Endlauf( offen für die zweiten der Bor tümlichen Situation, daß sie Deutschland bis zu einem gewissen Grade fam, erfolgte der Zusammenstoß der Polizei nicht mit den Kartoffel- läufe): 1. Stolz; 2. Häusler( 1%, Lg.); 3. Kendelsbacher( 2g); 4. Rädlig stopplern, sondern mit einer Menge, die mit Gewalt in ein noch 2 Endlauf( offen für die Sieger der Vorläufe): 1. Hahn; 2. Peter( 1 Lg.); 3. Münzner( 2g.); 4. Hoffmann( ½ 2g.). Prämienfahren, gegen sich selbst helfen. Trohdem sind sie zu dieser Hilfe nicht abgeerntetes Feld einbrach. Es handelte sich also nicht mehr 15 Runden: 1. Hahn 9: 194; 2. Techmer,( 1 2g.); 3. Münzner( 1 2g.); bereit. Ein zerrüttetes Deutschland ist für uns alle geum harmlose Kartoffelstoppler, sondern um Kartoffeldiebe. Nach 4. Otto Ties( dichtauf). 24 Starter. Prämien: 3. Runde: Kuber, Linsener, fährlicher. Wir teilen nicht den Pessimismus bezüglich Deutsch den amtlichen Bernehmungen ist ferner zweifellos festgestellt, daß Ties; 6. Runde: Jagowski, Stuber, Bögel; 9. Stunde: Linsener, Jenste lands und seiner Zukunft. 1der Beamte erst nach zehn bis zwölffacher Wiederholung der vor- Zie; 12. Runde: Zlez, Rädlik, Zetlaff. Gewerkschaftsbewegung Heraus aus den Betrieben! Banoffe Dr. Martin Wagner schreibt uns: Erst heute ist mir die Entgegnung des Reichsarbeitsministeriums af meinen Artikel„ Heraus aus den Betrieben" zur Kenntnis ge tommen. Ich erwidere darauf folgendes: Es ist mir allerdings neu, daß die Anregung für eine glei tende Wohnungsbauabgabe vom Reichsarbeitsministerium ausge. gangen ist. Bekannt war mir nur, daß diese Anregung dem Arbeitsministerium geradezu aufgedrängt werden mußte und daß es insbesondere Herrn Geheimrat Glas, dem mutmaßlichen Berfasser der Zuschrift aus dem Arbeitsministerium, bisher sehr schwer fiel, aufgenommene Anregungen auch als eine unerschütterliche Ansicht der Regierung zu vertreten. So fam es, daß das Wohnungsreferat des Reichsarbeitsministeriums im Reichstage eine Niederlage nach der anderen erlitt. Aus der Kenntnis dieser Borgänge heraus habe ich trotz aller Einwände auch dem Herrn Minifter gegenüber den Vorwurf aufrechterhalten, daß sein Wohnungsreferat nicht mit hinreichendem Nachdruck für eine bauernd gesicherte Finanzierung des Wohnungs baues eingetreten ist. die Arbeiterorganisationen und die Regierungen ihr ernſtefte Auf- der Preise gegenüber den Löhnen zur Kenntnis nehmen kann. Die mertfamfeit schenken. Erbitterung der Angestellten ist außerordentlich groß, fie muß zur Die Vormittagsfizung und ein Teil der Nachmittagsfizung am Explosion führen, wenn nicht die Arbeitgeber in letzter Stunde Freitag waren der Frage der Prüfung des Mandats des japani- zur Einsicht gelangen und den Forderungen der Angestellten gefchen Arbeitnehmervertreters gewidmet, gegen dessen Ernennung recht werden. durch die japanische Regierung auch inzwischen, wie in allen vorherDas gehenden Arbeitsfonferenzen, ein Teil der japanischen Arbeiterschaft Der Streit der sächsischen Bergarbeiter greift weiter um fich. und die gesamte Arbeitergruppe der Konferenz Jm Bornaer Revier stehen sämtliche Gruben still. Auch protestierten, da sie sich nur auf die Zustimmung der japani- in der Niederlaufig sind die Bergarbeiter nicht zur Schicht fchen Gewerkschaften von mehr als 1000 Mitgliedern(?) und die nicht erschienen. Die Stillegung des Elektrizitätsmertes in Hirschfelde bei organisierten japanischen Arbeiter stüge. Der japanische Arbeit Zittau wird tagsüber ftreng durchgeführt. Auch in Dresden macht nehmervertreter Uno erklärte. daß er die Ernennung nur ange. fich die Stillegung schon bemerkbar. In einer Mitteilung der Diret nommen habe, um an der endgültigen Klärung der Frage mitwirken tion der staatlichen Elektrizitätswerte wird ausgeführt: Bereits zu können. Nach langer Debatte wurde seine Ernennung Freitag sei in den Verhandlungen in Berlin eine Einigung erzielt gegen die Stimmen der Arbeitnehmergruppe als und der Streit damit als beendigt erklärt worden. Verschiedene gültig bestätigt, aber auf Antrag des englischen Regierungsver- Privatunternehmen jedoch machten geltend, ihre sämtlichen Arbeiter freters der japanischen Regierung nahegelegt, fünftig die Ernennung inzwischen fristlos entlassen zu haben und nur 75 Broz. der Arbeitervertreter nach Methoden vorzunehmen, die den Wünschen wieder einstellen zu können, weil sich inzwischen die Wirtschaftslage der Arbeitergruppe Rechnung tragen. Das gleichfalls von der Ar- ganz wesentlich zuungunsten der Industrie geändert habe. beitergruppe umstrittene Mandat des indischen Arbeitnehmer betrachten die Arbeiter als Maßregelung, und deshalb geht der vertreters wurde ohne Debatte genehmigt. Streit auf der ganzen Linie weiter. Der Staat bente nicht daran, Entlaffungen aus Anlaß bes Streits vorzunehmen. Im Gegenteil habe die staatliche Braunkohlenverwaltung die ftreifenden Arbeiter mit billigen Lebensmitteln versorgt. Sie glauben jedoch, aus gewerkschaftlicher Solidarität mitstreiten zu müssen. Die Stromliefe. rung für die fächsische Landesversorgung fonnte bisher teilweise auf* rechterhalten werben. Ueber die Forderung der fämtlichen mitteldeutschen Belegschaften auf Lohnzahlung in Goldwährung soll am 31. Oftober im Reichsarbeitsministerium erneuf verhandelt werden. Wiederaufnahme der Arbeit in Bremen.( Tul.) Sowohl bei der A. G. Befer wie bei den Hanfa- Lloyd- Werken wurde gestern Nur die Hafenarbeiter befrüh die Arbeit wieder aufgenommen. Es handelt sich hier aber nur um finden sich noch im Streit. einen reinen Lohnstreit. Zur Frage der Zentralarbeitsgemeinschaft. Bom Ausschuß des Dristartells des AfA- Bundes wird uns geschrieben: Der Ausschuß des Dristartells Berlin des Af- Bundes hat in feiner Sigung vom 15. Oftober einstimmig beschlossen, vom VorIm übrigen bringt die Darstellung des Reichsarbeitsministeri- stand des Af- Bundes zu verlangen, daß der AfA- Bund und die ums nur die Bestätigung der Tatsache, daß der Wohnungs- ihm angeschlossenen Af2- Gewerkschaften aus der Zentralarbeitsneubau zusammengebrochen ist und daß das Reichsarbeits gemeinschaft austreten. Der Beschuß läßt ferner erkennen, daß dom minifterium teine Maßnahmen getroffen hat, den Baumarkt Af- Borstand erwartet wird, daß er das Weitere in bezug auf fofort zu beleben. Die Deffentlichkeit, insbesondee die Wohnungs. einen Austritt der anderen freien Gewerkschaften aus der Bentral und Arbeitslosen können aus der Zuschrift nur den schwachen Troft arbeitsgemeinschaft auch beim Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsentnehmen, daß das Ministerium meine Borschläge mit dem Finanz schuß des Ortskartells Berlin des AfA- Bundes vertretenen Berbände bund mit größtmöglichster Beschleunigung veranlaßt. Die im Ausministerium durchgesprochen hat. Die Feststellung, daß das ließen erkennen, daß in zahlreichen Versammlungen der Mitglieder geschehen ist, dürfte eine Selbstverständlichkeit sein. Bich und Funktionäre einmütig der Bille zum Austrud fam, daß jetzt tiger wäre es, zu erfahren, was denn nun eigentlich für den Bau- die Frage der Zentralarbeitsgemeinschaft endgültig im Sinne der markt geschehen soll. Darüber aber schweigt die Zuschrift. Wir Gegner der Zentralarbeitsgemeinschaft gelöst werden müsse. werden aber nicht schweigen und uns gezwungen sehen, noch eine ganz andere Sprache zu führen, sobald wir Gelegenheit haben werden, die Pläne für die Finanzierung der Neubautätigkeit in aller Deffentlichkeit zu besprechen. Internationale Arbeitskonferenz. Konflikt im Bekleidungshandel. Wiederaufnahme der Arbeit im Hamburger Hafen. Die Ver trauensmännerversammlung der Hafenarbeiter hat den Schieds Spruch des Schlichtungsausschusses angenommen, so daß heute die Arbeit im Hafen zur gewohnten Stunde wieder aufgenommen worden ist. Auch die Lagerhausarbeiter arbeiten mieter. Die Löhne für die Privat- Elektrizitätswerte Groß- Berlins be tragen für die Zeit vom 22. bis 28. Oktober in Gruppen I bis VI: 6736, 6524, 6353, 5890, 4986, 4079 Millionen Mart. Die Frauenzulage beträgt 4800 Millionen Mart pro Woche, die Kinderzulage 9600 Millionen Mark. Hungerlöhne in der Detaturbranche. Alles schimpft über die unverschänt hohen Stoffpreise, die angeblich beshalb so hoch sind, Die Angestellten der Bekleidungsindustrie versammelten sich weil die Arbeiterlöhne so hoch gesteigert sind. Zum Beweis, daß am 24. Oftober in der Brauerei Königstadt, um den Bericht des dieses purer Schwindel ist, fönnen am besten die Löhne im Detatur Bertreters des Zentralverbandes der Angestellten, Genossen Bub gewerbe dienen. Ein geübter Defateur hat in der Woche vom liz, über die Verhandlungen bezüglich Regelung der Gehälter 13. bis 19. Oftober 15 Milliarden verdient. Für die darauf folgende entgegenzunehmen. Mit Entrüftung haben sie zur Kenntnis ge- Boche boten die Defaturanstaltsbefizer einen Wochenlohn von Der Bericht des Direktors des Internationalen Arbeitsamts gab nommen, daß die Arbeitgeber eine Aufwertung ihrer Bezüge 90 Milliarden. Dieses Angebot mußte as zu niedrig abgelehnt einen Ueberblid über die im letzten Jahre vollzogenen Ratifizie abgelehnt haben, trozdem festgestellt worden ist, daß die Anwerben. Da die Unternehmer eine zweite Verhandlung ablehnten, rungen( 35) der von der Arbeitsorganisation geschaffenen internatio- gestellten der Ronfeftion im Gegensatz zu früheren Monaten weit wird der Schlichhmgsausschuß entscheiden. nalen Abkommen sowie die Ratifizierungsermächtigungen der Bar unter das Niveau der Bezahlung der Angestellten anderer Bran lamente( 7). In der Aussprache fritisierten verschiedene Archen gesunken find. Eine Umrechnung der Papiermartlöhne in beitnehmervertreter lebhaft die langsamen Fort. Dollar hat ergeben, daß ein qualifizierter Angestellter der Gruppe C [ chritte der Ratifizierungen, vor allem des Washingtoner in der Woche vom 8. bis 13. Oftober 0,80 Dollar oder 3,36 Gold Abkommens über den Acht st und entag, zu dem bisher nur mart verdient hat. Das ist ungefähr der zehnte Teil dessen, was fünf Ratifizierungen vorliegen, das überall umgangen und dieser Angestellte in Borkriegszeiten verdient hat, wobei noch zu auf das schwerste gefährdet werde. Der belgische berücksichtigen ist, daß die Preise für Verbrauchsartikel des täglichen Die Lebenstoffen in den Bereinigten Staaten waren nach den Arbeitnehmervertreter Mertens protestierte dabei gegen das Bedarfs etwa 100 Broz. über ben Friedenspreisen liegen. Die Inderberechnungen des National Industrial Conference Board am Berhalten einer franzöfifchen Schiffahrtsgesellschaft( der Société Bemühungen der Organisation um herbeiführung einer gerechten 15. Auguſt d. 3. um 61,6 Proz. höher als im Juli 1914; d'études de navigation sur la Rhin), die ihren Sit in Straß Entlohnung scheiterten bisher an dem Mangel sozialer Einsicht zwischen dem 15. Juli und dem 15. August waren sie um 0,2 Proz burg hat und von den rheinländischen Arbeitnehmern den 12 bis eines Teils der in Frage kommenden Arbeitgeber. Die versammel- gesunken. Bom Breisrüdgang unberührt blieben die Brenn14stündigen Arbeitstag und Austritt aus der deut ten Angestellten haben daher den Zentralverband der Angestellten stoffpreise. Die Kosten für Kleidung und für die Erschen Gewerkschaft fordert. Mertens stellte fest, daß diese Ge- erneut beauftragt, mit den Arbeitgebern zu verhandeln, zu gleichernährung stiegen in der gleichen Zeit um 7 Pro3. Broz fellschaft ihre Arbeiter entgegen den Bestimmungen des Washingtoner Zeit aber zum Ausdrud gebracht, daß sie nicht gewillt find, fich Abfmens über den Achtstundentag einstellt und die im Teil 13 erneut abweisen zu lassen. Eie sind vielmehr entschlossen, der Berantwortlich für Politik: Ernst Neuter; Wirtschaft: Artur Saternus; des Versailler Vertrages vorgesehenen Rechte der Gewerkschaften Deffentlichkeit einige Proben der Preisgestaltung der Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schitowski: Lokales verlegt. Der englische Arbeitnehmervertreter Poulton wies auf Unternehmer dieser Branchen zur Kenntnis zu geben, damit die Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderet und Sonstiges: Frig Raritäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. bie allgemeine wirtschaftliche Notlage hin und forderte, daß Deffentlichkeit einmal den traffen Widerspruch in der Berechnung und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin S. 68. Lindenstraße 3. Bei uns noch billig! Preise in Milliarden Papiermark. Goldanleihe sowie Berliner Stadtgeld wird in Zahlung genommen. 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SINO WJEW: Die Kommunistische Internationale auf dem Vormarsch L TROTZKI: Die neue Skonomische Politik Sowjetrußlands und die Weltrevolution E. VARGA: Die Niedergangsperiode des Kapitalismus VERLAG CARL HOVM NACHF./ HAMBURG 8 Volkskleidung Hosen Gummimäntel Sport- Anzüge Manchester u.Loden Hemden, Socken Unterhosen Berufskleidung Gute Ware! Billigste Preise! Gerh. Kohnen Neukölln Hermannstr. 76/77. Verkäufe SOEBEN ERSCHEINT: RUSSLAND 1917-1923 KEIN MARCHEN, KEINE LEGENDE, SONDERN WIRKLICHKEIT von L. 80 SNOWSKI 82 Seiten mit 27 ein- und 5 zweifarbigen Bildern Grundpreis: 1, Mark Zu baxichen durch alle Buchhandlungen oder direkt vom VERLAG CARL HOYM NACH F. LOUIS CAHNBLEY, HAMBURG 8 Leibhaus Friedrichstraße 2( Sallesches) Ear) vertauft elegante Serrenanzüge Ufter, Baletots, Sportpelze, Gehrelse, Rähmaschinen. Gelegenheitstäufe wenig Kagenjaden, Gealmäntel, Rreusfildife, gebrauchter Maschinen mit Garantie Braufüchse, Blaufüchse, Wölfe zu enormi nur bei Fischer. 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