Ste. 511 40.Jahrgang Ausgabe Nr. 255 Bezugspreis: Bom 28. Oftober bis 3. November 14 milliarden M. voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 28. Oktober bis 3. November für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Qesterreich, Litauen, Lugemburg 14450 Millionen, für das übrige Ausland 14500 Million. Postbezugspreis freibleibend. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage Volf und Reit". der Unter. haltungsbeilage..Heimwelt" und der Beilage..Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 2 Milliarden M. Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. zeile 0,70 Goldmart, Reklamezeile 3,50 Goldmart. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 0,20 Gold mart( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Wort 0,05 Cosmari Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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In nur allzu begreiflicher Entrüftung über die ungeheuer-[ der Freiheit, einschließlich der Koalitionsfreiheit, die selbst den worden find. Es war notwendig zu sagen, daß die Partei fich lichen Borgänge in Sachsen haben, wie schon bekannt, die deutschnationalen Handlungsgehilfenverband zu einem Not- nicht alles gefallen läßt. Das ist durch den Beschluß der sozialdemokratischen Reichsminister dem Frat- schrei an das Reich veranlaßt hat, die aller Kultur hohn- Reichstagsfraktion ausgesprochen. Wenn Billigkeit und staatstionsvorstand ihre Absicht bekanntgegeben, aus der Reichs- sprechenden, mittelalterlichen, Deutschland in der ganzen Welt männische Einsicht die leßte Entscheidung geben, so kann diese regierung auszuscheiden. Der Fraktionsvorstand hat die end- schändenden Judenaustreibungen, schließlich die offene, plan- gar nicht zweifelhaft sein. Andernfalls hat die Sozialdemo gültige Entscheidung der Fraktion selbst überlassen. Diese tam mäßige mit reichsten Mitteln ausgestattete Rüstung zum fratie ihr Legtes versucht und kann, was weiter wird, gestern abend nach mehrstündiger Beratung zu folgendem Bürgerkrieg unter den Augen und dem Schutz des abwarten, sicher nicht ohne Sorge, aber mit dem besten GeBeschluß: Generalstaatskommissars v. Kahr das alles find Dinge, die wissen der Welt. Die Fraffion fann in der Koalition nur verbleiben, wenn fol- das Reich nicht ohne Gegenwehr und Gegenschlag hinnehmen gende Voraussetzungen erfüllt werden: darf, wenn es sich nicht selber sein Todesurteil schreiben will. Auch der Vorstand der demokratischen Frattion hat gestern in einer Sigung den Beschluß gefaßt, daß Das Reich in seinen Forderungen Bayern gegenüber nicht Unter der kennzeichnenden Ueberschrift Der säch fische Knoten" nimmt das führende Zentrumsblatt über klar sein müssen, daß die gegenwärtige Krise, die so er- Die Germania" glaubt, daß das neue Ministerium Fellisch Schließlich wird sich die Reichsregierung aber auch dar- Germania" zu den letzten Ereignissen in Sachsen Stellung. botenen Schritte gegen Bayern. 3. Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung in Sachsen ist drückend auf der Arbeiterschaft lastet, nicht nur politischer mit demokratischer Unterstüßung der Borläufer einer KoaAufgabe der Schuhpolizei. Reichswehrhilfe ist nur auf An- Natur ist. Was der Deutschnationale Westarp in feiner 3yni- litionsregierung nach preußischem Muster werden könnte. forderung des Inhabers der Zivilgewalt heranzuziehen. fchen Weise ankündigte, ist wahr geworden: das Volk Dann fährt das Zentrumsorgan fort: Wenn ums mit wohlberechneter Absicht vorgeworfen wurde, daß Neuerdings in die Reichswehr eingestellten Anhänger rechtsradi- hungert bei vollen Scheuern. Das in der Verfassung gewährleistete Recht auf Arbeit ist durch zahllose Be- wir angeblich in der fächsischen Frage uns weiter vorgewagt" hätten faler Bestrebungen sind zu entlassen. Außerdem beschloß die Fration, daß der Fraktionsvorstand bei triebseinschränkungen und Betriebsstillegungen hinfällig ge- als der Borwärts", so wäre zu erwidern, daß in den Kreisen des den Besprechungen mit der Reichsregierung die wertbeständige worden. Von einem besonderen Schutz der Arbeitskraft ist 3 entrums ebenso wie in denen der Demokraten ein gewährung und Maßnahmen gegen den von dem Landbunde pro- nichts zu spüren, obwohl er im Artikel 157 der Verfassung wiffes Erstaunen sowohl über das Ultimatum wie über das Währung und Maßnahmen gegen den von dem Landbunde pro- ausdrücklich zugefagt ist. Wohl hat man Versuche gemacht, die Vorgehen des Reichsministers Dr. Heinze vorhanden war, und daß pagierten und von den Landwirten geübten Liefer- wichtigste Ursache des Glends, die Währungsnot, zu wohl auch in der Deutschen Volkspartei nicht überall völlige beseitigen. Aber die Bersuche, seit langem von der Sozial Billigung einzelner Handlungen des Bolksparteilers Dr. Heinze demokratie gefordert, haben zu spät greifbare Gestalt ange festzustellen ist. nommen und werden jetzt zu schwerfällig durchgeführt. Ins besondere bedroht die tatastrophale Lage der Reichsfinanzen und die rasende Tätigkeit der Notenpresse die Papiermart immer wieder mit neuem Berfall. Das muß endlich aufhören. Man muß dem Bolte gutes Geld geben, man, muß durch scharfen Steuerdrud und durch einen raschen Ausbau der Geld Steuer die renitenten Elemente treffen, die jetzt das Recht des Bolles auf Arbeit und Nahrung zu zerstören im Begriffe sind, und man muß mit dieser Finanzreform den Haushalt des Staates wieder auf feste Füße stellen; sonst ist die Arbeit an der Währungsgesundung ein vergebliches Wert! fireit zum Gegenstand von Verhandlungen zu machen hat. Die Frattion tritt heute mittag 1 Uhr wieder zusammen, um die Antwort des Reichstanzlers in Empfang zu nehmen und dann ihre endgültige Entscheidung darüber zu fällen, ob die sozialdemokratischen Minister noch in der Regierung bleiben fönnen oder nicht. Die sozialdemokratische Partei, die nun in furger Frist schon zum zweiten Male vor die Frage gestellt ist, ob sie in der Regierung bleiben soll oder nicht, durfte einer Demütigung doch nur dann ausgesetzt werden, wenn man ihren Austritt Die Aufhebung des militärischen Aus aus der Regierung unter allen Umständen wünschte. nahmezustandes ist eine Forderung, die schon von den Wer diesen Austritt heute will, der muß wissen, was dann Ministerpräsidenten der Länder einmütig erhoben wurde. Mit folgt, muß den Mut haben, für alle diese Folgen die Berantwor ihr hat also die Sozialdemokratische Partei eine sehr starte tung zu übernehmen, muß die feste Ueberzeugung haben, daß diese Position. Die Bosition ist start nicht nur der guten Gesellschaft Folgen Deutschland nüßen. Wer sich aber diese Folgen nun wegen, in der sich die Partei befindet, sondern auch aus fach undeutlich vorzustellen vermag und mehr eine Politik des Res lichen Gründen. Denn niemand kann die Augen vor der Tatfentiments als der fühlen Vernunft betreibt, dem muß man do fache verschließen, daß der militärische Ausnahmezustand total Darüber hinaus gebietet die Notlage der großstädtischen entgegenhalten, daß nur ein vollständig flarer Plan und abgewirtschaftet hat. An der Stelle, wo er in erster Reihe Bevölkerung, insbesondere der arbeitenden Massen, um eine politische Pupillarsicherheit in diesem Falle imftande wären, die zu wirken bestimmt war, Bayern gegenüber, hat er voll- faffende Maßnahmen gegen den Lieferstreit der Folgen einer endgültigen Zerschlagung der großen Roalition so zu tommen versagt. Im übrigen Deutschland hat er aber nur 2 andwirte, der tatsächlich funktioniert, mögen ihn auch gestalten, daß das Reich dabei nicht Schaden leidet. Da wir einen grenzenloses Unheil angerichtet. offiziöse Beschwichtigungsversuche abzuleugnen suchen. Die solchen lan nicht fennen und sogar vermuten, daß er in beMan tomme nicht mit der kommunistischen Gefahr! Das deutliche Abfage, die sich der Ernährungsminister v. Kanib friedigender Weise auch tatsächlich nicht vorhanden ist, so ist eine Gefahr, die nur für die Arbeiterbewegung bei seinen deutschnationalen Freunden und bei den Landbünd empfahlen und empfehlen wir aus materiellen Gründen besteht, nicht für den Bestand des Reichs und schon gar nicht lern geholt hat, besagt für den, der die Dinge sehen will, wie ein Festhalten an dem bisherigen System, und das ist wieder nur für den Kapitalismus. Herr Stinnes macht Geschäfte mit fie in Wirklichkeit sind, daß der Lieferstreit ein Mittel der Re- möglich, wenn man diefes System nicht mutwillig erschüt Sowjetrußland und läßt sich über den deutschen Bol- aktion im Kampfe um die politische Macht ist. Man zerschlage tert. In diesem Sinne wäre es auch gefährlich, wenn die vielleicht schemismus wahrlich keine grauen Haare wachsen. Man fann mit den Mitteln, die dem Reich zur Verfügung stehen, dieje lehte parlamentarische Regierung durch eine Reihe von Präzedenzwohl sagen, im Gegenteil; denn dem Unternehmertum fann wirtschaftliche Kampffront! Vor allem aber wird die Re- fällen einer fommenden Rechtsdiftatur jo vorgearbeitet hätte, daß ja nichts lieber sein, als wenn die Arbeiterbemegung zer gierung dafür zu forgen haben, daß angesichts der neuen, der diese Rechtsbittatur gar feine juristischen Hinderfchlagen wird und ein Teil von ihr sich von einer so unfähigen Währung brohenden Gefahren der Brotpreis nicht wieder ntise mehr vorfände; wenn man also die praktische HandFührung leiten läßt wie eben der kommunistischen. Die Höhen erflimmt, welche die Aermsten der Armen um ihre habung der Berfassung so zu einer Dur dy löcherung der Ver. RBD.- Zentrale hatrin in die Kartoffeln, raus aus die letzte Nahrung berauben. Hier ist umfassende Borsorge drin- fassung gestaltet hätte, daß die Aufhebung der Verfassung nicht Kartoffeln die Weltrevolution wieder abgeblasen. Der gendstes Gebot. mehr Aufgabe der Diktatur gewesen wäre, deren Anhänger ja doch mitteldeutsche Aufstand und der Hamburger Butsch sind Er- Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ist einig in der nicht durch Handlungen der letzten verfassungsmäßigen Regierung zu eigniffe, die sich nicht so leicht wiederholen dürfen und ist Ueberzeugung, daß ihre Beteiligung an einer Regierungsüberzeugen sind, sondern die nur gerne wollten, daß ihnen die letzte man ihrer nicht mit der Schukpolizei allein Herr geworden? foalition ihren Sinn verliert, wenn sie nicht als Schutz ver verfassungsmäßige Regierung die wichtigste und gefährlichste BorNachdem sich der militärische Ausnahmezustand Bayern faffungsmäßiger Rechte und als Vertretung der Interessen arbeit, das Ausstoßen der Tür, abnehme. gegenüber als ein Schlag ins Wasser erwiesen hat, gibt es des arbeitenden Boltes wirken kann. Der heutige Lag feinen vernünftigen Grund mehr, ihn aufrechtzuerhalten. Im Anschluß an diese Darlegungen macht die ,, Germania" wird die Entscheidung darüber bringen, ob sie ihre Mission ist nur eine nähere Ausführung des ersten in bezug auf die Niemand kann im unklaren sein, was von dieser Entscheidung in den Anträgen auf Ausschluß des Reichspräsidenten kenntDer dritte Punkt der sozialdemokratischen Forderungen als Regierungspartei als gescheitert betrachten muß. auf die großen Schwierigkeiten aufmerksam, die gerade der Sozialdemokratie aus den Vorgängen erwachsen, und die sich sächsischen Berhältnisse. Wird der militärische abhängt. Ausnahmezustand aufgehoben, so fällt die Aufgabe, Ruhe und Schweres hat das deutsche Bolt zu ertragen, wie faum je lich machen. Bleibt aber die Sozialdemokratie nach diesen Ordnung aufrechtzuerhalten, von selber wieder der Schuß noch ein Bolt zuvor. Es sehnt sich nach Besserung: in dem beiden Krisen in der Regierung, dann hat sie eine patriotische polizei zu und ein Einsehen von Reichswehr ist nur auf An- Bemühen, sie zu schaffen, hat sich die Sozialdemokratie gebefundet, die ihr nach Meinung der„ Germania" durchaus Opferbereitschaft und eine Absage an die reine Parteitaktik forderung der Zivilgewalt, d. h. der neugebildeten Regierung, radezu aufgeopfert. Erweist sich das Opfer als vermöglich. Daß rechtsradikale Elemente als unzuverlässig und geblich, dann haben wir zunächst niemand täuscht sich dar- nüßen würde, während ein Ausscheiden aus der Regierung gefährlich in der Reichswehr nicht geduldet werden dürfen, über noch schwerere Zeiten zu erwarten, aber dann sind ihr das füße Brot der Opposition" brächte. Aus allen diesen hat schon der Fall von Küstrin deutlich genug bewiesen. auch alle die Mittel erschöpft, die angewendet werden konnten, Gründen bezweifelt die" Germania", daß die sächsischen VorUeber diese Forderung, die einfach eine glaite Selbstverständ- sie zu vermeiden. gänge gerade im Sinne der Gegner des Marrismus" flug waren! Die Kampfvorbereitungen in Bayern. lichkeit ist, lohnt es sich überhaupt nicht, auch nur ein Wort Die deutsche Sozialdemokratie muß Garantien dafür noch zu verlieren. Höchstens ist zu sagen: Wenn nur von haben, daß die anderen Barteien bereit sind, mit ihr zusam„ neuerdings" eingestellten Rechtsradikalen die Rede ift, fo men für Befferung zu arbeiten und daß das Reich bereit ist, heißt das natürlich nicht, daß früher eingestellte in der für seine Erhaltung zu fämpfen. Sie fordert Achtung und Reichswehr bleiben dürfen; sie restlos auszumerzen, liegt im den Einfluß auf die Regierungsgeschäfte, der ihr nach ihrer Ueber den Aufmarsch der bayerischen Kampfverbände an der Interesse der Reichswehr selbst. Stärke und ihrer Bedeutung gebührt. Sie weiß, daß sie damit thüringischen Grenze wird uns aus Sonnebergi. Th. ergänzend Bleibt Bunft 2. Bayern betreffend. Auch hier fällt nicht nur ihre eigene bisherige Anhängerschaft hinter sich hat, mitgeteilt: es schwer, zur Begründung noch vieles auszuführen; die Tat sondern auch weite Kreise, die bisher links und rechts von ihr Die Uebungen illegaler Organisationen auf bayerischem Boden fachen sprechen nicht nur, sie schreien zum Himmel. Die offene standen. In all diesen Kreisen ist das Gefühl vorhanden, daß jenseits der thüringischen Grenze werden immer herausfordernder. Auflehnung gegen die Reichsverfassung, die Meuterei des der Sozialdemokratie gegenüber die Grenzen deffen, was man Am 27. Oftober wurde am Horberberg dicht an der thüringiReichswehrgenerals v. Lossow, die schamlose Unterdrückung einer großen starten Partei zumuten durfte, überschritten schen Grenze mit Maschinengewehren geschoffen. In Fürth Nach der Krise. Abbruch des Generalstreits in Sachsen. Dresden, 31. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Die am Dienstag und Die unterzeichneten Parteien Gewertschaftsinstanzen haben die werftätigen Kreise zu einem dreitägigen Proteststreit gegen den Staatsstreich in Sachsen aufgerufen. Die Arbeiterschaft ist diefem Rufe nachgekommen. Durch die Neubildung der verfas= fungsmäßigen Regierung mit dem Ministerpräsidenten Fellisch sind die Ursachen des Proteststreits behoben. Parteien und Gewerkschaftsinstanzen, einschließlich der Kommunisten, haben es daher für notwendig gehalten, den Streit aufzuheben. Wir fordern die Streifenden auf, die Arbeit sofort wieder aufzunehmen. BSPD., ADGB., AfA., ADB. am Berg wurden alle Personen, die sich für die Kampfverbände gemeldet hatten, eingezogen. Am 28. Oktober wurde Scharffchießen abgehalten in eundorf, Mittwig und am plestener Berg. In Garnstadt fand am 30. Oktober ein großer Appell des Jungbo statt, an den sich ebenfalls nachmittag noch vollständig ungeklärte Lage in Sachsen hat eine weSchießübungen anschlossen. In Hainersdorf war am Dienstag star- fentliche Entspannung erfahren. Eine Stunde nach Abzug der fes 3nfanteriefeuer aus der Richtung Kronach zu hören. Reichswehr aus dem Landtage trat das Plenum bereits zu seiner Ben Eintritt der Dunkelheit bis nach Mitternacht sind verschiedentlich ersten Sigung zusammen, der sich mit einigen Unterbrechungen auf bayerischem Boden grüne Leuchttugeln abgeschossen wor- drei weitere Sigungen anschlossen. Nach eingehenden Verhandlun den; dieje Beobachtung wurde an verschiedenen Stellen gemacht. An gen erklärten sich die Demofraten bereit, eine soziali verfáziedenen Punkten der bayerisch- thüringischen Grenze find neuer- stische Minderheitsregierung im Hinblick auf den Ernst Es ist bezeichnend für die kommunistische Tattit, einem solchen dings weitere Geschüß festgestellt worden. So sind in der der Lage im Reich und in den Ländern bedingungslos zu unter Aufruf zwar vollkommen zuzustimmen, aber nicht mit zu unterAronacher Gegend neue Gefüße eingetroffen und Verstärkungen der stützen. Nach den Verhandlungen gaben die sächsischen Demokraten zeichnen. Sie erkennen also die Gefahr, die in der Fortführung des illegalen Verbände wahrgenommmen worden. In der Gegend von ihrem Bedauern Ausdruck, daß die Maßnahmen der Reichsregierung Streifs liegt. Trotzdem wollen sie den Anschein erwecken, als hanNeustadt b. Coburg fanden Scharffchießübungen von ohne jede Fühlungnahme mit ihnen erfolgt feien. Dies um so mehr, dele es sich um ein Fälschungsmanöver", als wäre diefer Aufruf Infanterie- maschinengewehren und selbst Artillerie flatt. Eine Vermehrung der rechtsradikalen Berbände und Ar- weil die Ernennung des Reichskommissars und die Beseitigung des ohne ihre Zustimmung beschlossen worden. Die neue und doch so afte tillerie ist auch in der Gegend des Fichtelgebirges bemerkt worden. Zusammenarbeitens mit den Kommunisten flar zutage trat und der genüber der sozialdemokratischen Parteileitung zu machen. Das tillerie ist auch in der Gegend des Fichtelgebirges bemerkt worden. Sabinetts in einem Augenblick erfolgte, wo die Unmöglichkeit des kommunistische Taktif geht dahin, die Arbeiterschaft mißtrauisch ge= Die Einziehung von 3ivilpersonen nimmt besonders Rücktritt des Kabinetts binnen kurzem erfolgen mußte. Die von bewies auch die Rede des kommunistischen Abgeordneten Bött. in der Gegend von Kronach einen immer größeren Umfang an dem Reichskommissar angeordneten Maßnahmen, cher, der von der verantwortlichen Stellung des Finanzministers Auf bayerischer Seite werden zahlreiche Pferdeankäufe, vergenommen. Bei Harra nördlich des Fichtelgebirges ist von einer des Landtagsgebäudes, weiter die Ernennung ausschließlich den seiner Erklärung, die sehr schlecht aus dem Russischen vergenommen. Bei Harra nördlich des Fichtelgebirges ist von einer insbesondere das Verbot der Landtagsfizungen und die Schließung wieder zur unverantwortlichen Oppofitionsstellung zurückkehrte. In Batrouille illegaler Formationen auf Thüringer Landespolizei gefossen worden. Das Zentrum der Bewegung scheint Coburg Rechtsparteien angehörender Beamter, wurde von den fächst übersetzt war, behauptete er u. a., daß die Sozialdemokratie selbst zu sein und das Hauptquartier im Coburger Hofbräu, deffen schen Demokraten durchaus mißbilligt. Die demofra den Staatsstreich sanktionierte, indem sie die Regierung Zeigner faiWirt weit und breit die besten Geschäfte macht, weil dort die Fäden tische Landtagsfraktion jah im Einvernehmen und unter Beihilfe der len ließ. Zeigner habe das Pfund, das ihm die Arbeiterschaft in die der Organisationen zusammenlaufen und dort der Umfrank der hohen Fraktion des Reichstages ihre Aufgabe vor allem darin, die Be- Hand legte, vertan. Die Arbeiterschaft sei von ihm verraten. Mit den schränkung des Landtages zur Aufhebung zu bringen und alles daran üblichen Ausfällen sagte er der VSPD. den schärfsten Kampf an. Man und niederen Führer stattfindet. zu setzen, um eine den Vorschriften der Landesverfassung entspre- sieht, daß die KPD. für eine positive parlamentarische Arbeit nicht chende Neubildung der Regierung herbeizuführen. reif ist und daß sie nach dem gescheiterten Versuch reumütig zum phrasenreichen Maulheldentum zurückkehrt. Kahr enteignet! Bolschewiftenmethoden in Bayern. München, 31. Oktober.( Eigener Drahtbericht.) Die Aus weifungsaktion der Juden aus München nimmt ihren Fort nong. Sie ist sogar verschärft, wie aus folgender Anordnung der Polizeidirektion hervorgeht, die cinem Teil der Ausgewiesenen zu gestellt worden ist: Nr. 2a. Polizeidirektion München. Herrn betreffs Wegweisung. Es ist Ihnen hiermit eröffnet, daß es untersagt ist, aus Ihrem Geschäft Waren, Rohstoffe, Halbfabrikate und Fabrikate, Maschinenteile oder andere Gegenstände fortzubringen oder fortschaffen zu lassen. Ihr Betrieb muß in vollem Umfange weitergeführt werden und Sie werden aufgefordert, einen Betriebsleiter für Ihr Geschäft zu bestellen und den Namen des Betriebsleiters ber BolizeiDirektion sofort anzuzeigen. Im Falle der Weigerung wird der Betriebsleiter durch die Polizeidirektion bestellt. In diesem Falle erfolgt die Weiterführung des Geschäftes oder Betriebes und deffen Beräußerung, unbeschadet der Rechte Dritter, die vor der Zustellung dieser Anordnung entstanden sind zugunsten der banerischen Staatstaffe. Falls der gegen die Aus meisung eingelegten Beschwerde stattgegeben wird, ist vorstehende Ancrdnung hinfällig. Der Polizeipräsident, gez. Mantel." " Die Methoden, mit denen der Bolizeipräsident von München in seinem Wegweisungsbefehl" droht, erinnern lebhaft an das Entcignungsfieber, daß die Bolschemisten in Rußland nach der Errichtung ihrer Diktatur zum Entfehen aller guten Bayern crgriffen hatte. Es gehört augenscheinlich mit zum zum anti= margistischen Kurs in Bayern. nach unverfälschten margistischen" Rezepten zu verfahren. Nürnberg. 31, Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Generalstaats: femmissar v. Kahr verhinderte turz nach seinem 2misantritt den 21.btransport eines in der Reichsbankfiliale in Nürnberg lagernden Goldbestandes der Reichsbant. Inzwischen ist es gelungen, 80 Millionen Goldmark von dem Nürnberger Bestand, der insgesamt 100 Millionen Goldmark betrug, nach Berlin zu transportieren. Die Liga für Menschenrechte hält am 1., 2. und 3. November einen französischen Landeskongreß in Paris ab, auf dessen Tagesordnung an erster Stelle die Belegung des Nubrgebietes und die Reparationsfrage stehen. Am 4. und 5. November veranstaltet die auch die Vertreter der ausländischen Ligen teilnehmen werden. Ihre einsichtige Haltung hat mit Unterstügung der Genossen Wels und Dittmann zum Erfolg geführt. In der Nachtsitzung des Landtages wurde Genosse Fellisch mit den sozialistischen und Demofratischen Stimmen zum Ministerpräsidenten gewählt. Bon 72 anwesenden Abgeordneten wurden 64 Stimmzettet abgegeben, davon 46 für Fellisch, 18 für den Volksparteiler Dr. Kaiser. Die Deutschnationalen und Kommunisten enthielten sich der Stimme. Ministerpräsident Fellisch, der erst Wirtschaftsminister des Kabinetts Beigner war, fonnte bisher sein Amt noch nicht überneh men, weil Reichskommissar Dr. Heinze noch in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch nach Berlin gefahren ist, um Instruktionen einzuholen und dem Reichskanzler Dr. Stresemann die neue Kabinettsliste vorzulegen. Die Ablösung des Reichskommissars Konferenz der Thüringer Sozialdemokratie. Weimar, 31. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Eine am Mitt woch in Weimar flattgefundene Bezirtstonferenz der VSPD. Thüringen hat nach mehrstündiger Beratung folgende Entschließung angenommen: ,, Die Thüringer Bezirkskonferenz der BSPD. hält nach wie vor an der Auffassung fest, daß die Einberufung einer Länder. fonferenz für Sachsen und Thüringen eine Notwendig teit ist. Die Konferenz erwartet, daß engere Beziehungen zur Landesleitung der VSPD. Sachsens hergestellt werden. Die Kon ferenz steht weiter nach wie vor auf dem Siandpunkt, daß die Regierung durch den neuen Ministerpräsidenten dürfte am Vormittag des heu- sozialdemokratisch kommunistische tigen Donnerstag erfolgen. Das neue Not- oder Uebergangstabi- dem Lande Thüringen erhalten bleiben muß. Von den Thürin nett ist ein rein sozialistisches und meist nur bekannte Namen auf. ger Kommunisten wird erwartet, daß sie alles unterlassen, was der Aus dem ersten bzw. zweiten Kabinett Zeigner werden in gleicher Reaktion einen Vorwand zur Reichserefutive liefern fönnte. Ueber Eigenschaft übernommen: Liebmann( Inneres), Heldt( Finanz), Neu alle Massenaktionen muß vorher eine zentrale Berständigung erzielt ( Justiz), Graupe( Arbeit), Fleißner( Rultus). Als neuer Mann tritt werden. Teilattionen führen erfahrungsgemäß zur Niederlage und der Reichstagsabgeordnete Genoffe Kräßig auf, der das wirtschafts. müssen infolgedeffen unterbleiben. Der Generalstreif als legte ministerium übernehmen soll, dessen Zustimmung bisher jedoch noch und entscheidende Waffe im Abwehrkampf gegen die Reaktion fann nicht eingetroffen ist. Auch von einigen anderen Ministern steht die und Schichten des Proletariats getragen wird. Die Konferenz ernur dann zum Ziele führen, wenn er von allen Organisationen Zusage noch aus. flärt ferner: Die Politik der Regierung Stresemann Der Lösung stehen manche Hindernisse entgegen, doch werden sie überwunden, in zuversichtlicher Hoffnung aller be. Deutlich erkennen läßt, daß sie alle Rechte sowie alle politischen hat besonders während der letzten Zeit einen Kurs genommen, der mußt republifachen Elemente, daß durch die schnelle Beilegung und gewerkschaftlichen Positionen der Arbeiterklasse gefährdet und der sächsischen Krise die schwerere, in ihren Folgen unübersehbare durch diese Politik das Proletariat aller Kampfkraft beraubt wird. Reichstrise eripart bleibe und daß die rückkehrende Ruhe in Die Konferenz verurteilt die Haltung des Parteivorstandes Sachsen das Erstarken der Position des Reichs zur Folge haben wird. zum Belagerungszustand und zur fächsischen Frage. Die große Es sei aber nachdrücklich darauf hingewiesen, daß die verfassungs Roalition hat sich jetzt mehr denn je als ein für das Proletariat treue. Bevölkerung Sachfens nunmehr einer unerträgliches Experiment erwiesen. Der Austritt aus der Regierung Stresemann ist deshalb für die Partei und für die Arbeitertlaffe eine absolute Notwendigkeit. Die Parteiorganisationen werden crfucht, in diesem Sinne intensivste Tätigkeit zu entfalten:" Löfung der bayerischen Krise im Sinne des Reiches mit gespanntester Erwartung entgegensteht. Das neue Opfer der fächsischen Sozialdemokratie wird von der Arbeiterschaft im Lande nicht verstanden werden, wenn das Reich seine schwächere, demütigende Haltung gegenüber Bayern beibehält. Die 3smet Pascha ist von der Nationalversammlung in Angora einsächsische Sozialdemokratie hat sich nicht gescheut, einen weiteren stimmig als Ministerpräsident bestätigt worden. mutigen Schritt zur Wiederherstellung normaler Verhältnisse zu tun Liga einen internationalen Kongres ebenfalls in Paris, an dem und hat folgenden Aufruf an„ Die streikenden Arbeiter, Ange Dollar in New Bort: 133,3 milliarden Mart( Schlußturs) Talmi und Gold. Ronzertumjchau von Kurt Singer. Ueber eine Aufführung des Händelschen„ Samson unter Bruno Walter ist ein offenes Wort um so mehr am Play, als sich diese Demonstrationsspiele in Berlin öfter breitmachen wollen. Die Schuld an dem fünstlerischen Mißerfolg tragen befondere Vorbereitungsumstände und die spielerische Absicht Walters, fich in ihm fremden Kunstgegenden einen Dirigiererfolg zu holen. Er täuscht sich, wenn er glaubt, in einer Berständigungsprobe mit einigen hundert Sängern ferligzuwerden, die alle ihre eigenen Marotten haben. Das Technische einer solchen Partitur hat Walter noch aus dem Traum heraus in den Fingern. Aber er hat kein Verhältnis zum Stoff des Werts, hat feinen Händel- Stil und hat bei höchster Autorität nicht die Kraft, Chor, Orchester und Solisten, meterweis voneinander getrennt, zu einen, ftimmungsgemäß zu binden. Flöten, Oboen, Trompeten hätten versechsfacht sein müssen, in die jubelnden Gesänge mußten Harfen, Lauten einfallen, beim Einsturz des Tempels mußte das Schlagzeug eines Straußschen Orchesters uns von den Seffeln werfen. Händel verträgt das alles und mehr an Effekten, er verträgt nur teine gemütliche Nivellie rung. Walter hat die großen Kontraste nicht erfühlt oder nicht im Raum zur Wirkung gebracht. Damit ist die Aufführung gerichtet und hoffentlich nun endlich die großfpurige Sehnsucht des Bürgertums nach einem musikalischen Festspielhaus in Berlin begraben. Bon schönen Einzelheiten, die ins Herz brangen, sei die Tauben- Arie( Lotte Leonard) und die Es- Dur- Arie Michas( Bauline Dobert) rühmend genannt. Selgers war als Riese Farapha natürlicher denn als liebender Bater, Oehmann ein inbrünftiger Samson. Das Ganze: blinkendes Talmi. stellten und Beamten" erlassen: Auch ist eine Geldunter, die Ware rollt auf die Erde, und die Schicksalsgenossen helfen freundlich, die Sachen wieder aufzulesen. Im übrigen finden sehr wenige Berhaftungen statt, und die llebeltäter fangen in der nächsten Straße schon wieder zu handeln an. ftra fe etwas sehr Einfaches in Rußland, denn man zahlt sie dirett an den Schuhmann, der darüber eine Quittung ausstellt. Wer elegantere Sachen einhandeln will, der wendet sich zu den Verkaufsbuden, die filometerlang an den Straßenrändern aufgerichtet sind. Willy Arbenz ist als Dirigent jung; dennoch schon routi-| Kästen zusammengerafft und geben Fersengeld, alt und jung, niert und von angenehmen Manieren. Andreaes sinfonische Männer, Frauen und Kinder, die Jungen lachen, die Alten schimpPhantasie ist ein Konglomerat, ein internationales, gefchicktes fen. Manchmal fällt bei der hastigen Flucht eine Schachtel her: Orchesterstück, in der Farbe von Strauß beeinflußt, in der Rhythmik jogar von Wagner, das Ganze mehr von außen wirkungsvoll glän send als innerlich leuchtend. Es ist nicht alles Gold. Mehr tonfchön geigte Alma Moodie, die Interpretin des Suter- Konzerts. Erna Graes bed fingt auf eine anmutige Art italienische Arien, ein bißchen bühnenmäßig im Vortrag und nicht immer mit fanftem, weidem Ton. Aber ein begabtes Vortragstalent. Leonid Kreuzer zeigt im Op. 5 von Brahms( neben ein paar Flüchtigkeiten) großen Formfinn, ausgeglichenes Fingerspiel, Kraft, Ausdruck und Glanz. mitunter geht der Birtuos mit ihm durch; wie es scheint, des impofanten Eindrucks wegen. Dennoch: ein Spieler von Format. Es ist nicht alles Talmi, was glänzt. märften. Wie man in Moskau einkauft. Die gewöhnlichen Läden werden seitener besucht und sind durch aus rückständig. Der Handel hat sich den neuen Verhältnissen angepaßt, und wer früher mit Postkarten und Taschentüchern handelte, auf denen sich die Bilder des 3aren und seiner Familie befanden, der hält jeht die gleiche Ware feil, mit den Bildnissen Lenins und Trostis geschmüdt." D Das Straßenleben in Mostau, das jetzt allmählich sein altes Bild aus der Zarenzeit wiedergewinnt, wird in hohem Maße durch Köstliche Perlen unserer geographischen Literatur nannte der die fliegenden Händler" bestimmt. Der Russe befißt die Geograph Regel die Reisestizzen Ernst Haedels. Der Ver. orientalische Liebe zum Kaufen und Verkaufen unter freiem Himmel, lag 21fred Körner in Leipzig hat jest wieder zwei seiner Reise. und deshalb ist der Straßenhandel noch sehr viel ausgeprägter als bücher herausgebracht: Aus Insulinde", malaiische Reisebei uns, wo er ja auch von Jahr zu Jahr zunimmt. Auf den be- briefe, und„ Bon Teneriffa bis zum Ginai", Reiselebten Straßen Moskaus stehen Händler mit allen möglichen Waren fizzen. Haeckel ist ein gewissenhafter Beobachter. Er führt feine dicht nebeneinander, und wer einkaufen will, fann beim Dahin- Lefer mitten hinein in die tropische Welt des weitgestreckten botafchlendern alles bekommen, was sein Herz begehrt. Im Manchester nischen Gartens von Buitenzorg auf Java( Insulinde) unweit Guardian" plaudert Monica Ewer von diesen Moskauer Straßen- Batavia. Dort arbeitete Haeckel mehrere Monate sowohl im Freien wie im Laboratorium und trug seinen Zeil an der ungeheuren In der Nähe des Kremi geht es am lebhaftesten zu," Arbeit zur Erforschung der tropischen Natur bei. Anschaulich, wenn Ganz im Banne Walters stand man dagegen, als er mit schreibt sie. Da finden wir nicht nur die Obsthändler in auch zuweilen etwas umständlich, ganz nach Gelehrtenart, schildert ( Sommernachtstraum- Ouvertüre), Brahms( Sinfonie I) dirigierte. großen Mengen, sondern auch Verkäufer von Kuchen und Ziga er die Besteigung des Bik von Teneriffa, des Vesuv, des Aetna und retten. Hier bietet einer 3 ahnbürsten feil, dort sucht einer nicht zuletzt des asiatischen Olymp bei Brussa in Kleinasien. Auf Hier entdeckte er sein Herz und traf das des Publikums, hier war Drahtnadeln an den Mann zu bringen, mit denen man Petro- diefen Reifen erforschte Haeckel die pelagische Tierwelt, die StaatsMusizierfeligkeit am rechten Blah, und wie Menuett und Trio Mozarts, wie die schwärmende Romantik Mendelssohns hier auf- leumöfen reinigen kann. Ein Schuhpuger hat an einer Ede quallen, Radiolaren und Medusen. Wir lernen Haedel als treffeinen fliegenden Laden errichtet, der sehr vielseitig ist. Er verkauft lichen Bandschaftsmaler fernen. Die im Offsetdruck den Werken Ilana. bas war einzigartig schön, war Goldwährung. Furtwängler hafte zwischen Bach, Schubert und Berlioz ebenso gut Spiken wie Schuhcreme und pugt daneben unermüdlich beigegebenen Reproduktionen seiner Aquarelle machen den NaturDie vornehm das neue Klavierkonzert Op. 31 von Pfißner gestellt. Das paßt die Schuhe. Manche haben nur einen einzigen Gegenstand, den forscher Haeckel von neuem als Künstler bekannt. in feine Brogrammordnung hinein, einfach, weil es seine stilistischen fie vorteilhaft losschlagen wollen; hier bietet einer ein Feldalas ausgestatteten Bände werden den Freunden Haedels sehr willGrundläge aus sich selber zu bilden scheint. Es nimmt einen virtu- an, dort ein anderer einen Mantel oder eine Matrahe. Jeder fommen sein, sie werden seinem Schaffen weitere Freunde werben. pien Kraftanlauf. verarbeitet das Hauptthema mehr sinfonisch als auf ist mit langem Feilschen und Reden verbunden; denn es wäre fonzertmäßig. Das Scherzo flingt gut und ist von einheitlichem sehr unvorsichtig. den ersten Preis zu zahlen, den der Verkäufer Wurf, sehnsüchtig und flang- eigenartig das lyrische Element des fordert. Er denkt sich gewöhnlich eine bestimmte Summe, fagt aber in der Hula Gipsstraße 23 und in der Aula Neukölln, Donauftr. 122-27, nerfonnenen Adagio, während der Schluß eine echte Pfignersche das Doppelte, weil er doch weiß, daß er auf die Hälfte herunter- statt. Vorlesende find Nora 3epler und Dr. Restrieple bärbeißige Frische zeigt, die luftig sein soll. Das Werk, von gehandelt wird. Ist man endlich einig geworden, dann wiegt der Giesefing triumphal gesteigert, doch auch überhezt, fann nicht Berkäufer völlig befriedigt die Ware auf seiner Wage ob und händigt dankbar genannt werden. Der Einfall ist oft gequält und gesucht, sie dem Käufer aus, in Papier eingewickelt, auf dem fromme Dinge gelegentlich trocken. Harmonisch find moderne Züge unverkennbar, in der Kirchenschrift stehen, die niemand lefen fann. im Durchführen wäre Sparfamkeit Bereicherung gewesen, das Mert wächst an Ausdehnung, ohne bei fargem Motivmaterial burd) Tiefe zu fejjeln. Uneinheitlich an wirklich fonzertmäßigem Gefüge blieb cs dem Publitum auch teilweis unverständlich, ja uninteressant. Furtwängler fing die Tücken des Orcheſterfazes geschickt auf und errang sich mit den Extremen Bach und Berlioz feinen persönlichen Erfolg. Aber in diesem friedlichen Handelsverkehr auf der Straße ent steht Unruhe, wenn man die, roten Streifen an den Mützen der Soldaten fieht. Das ist das Zeichen zur Flucht für diejenigen. die Sind feine Erlaubnis zum Straßenhandel haben. die Soldaten herangekommen, dann steht nur noch die Hälfte der Berfäufer da, die. die ein autes Gewissen haben. Die anderen haben Hals über Kopf ihre Körbe und Risten, ihre Schachteln und Volksbühne. Heute Donnerstag finden zwei Rezitationsabende Die Singafademie veranstaltet als 1. Abonnementskonzert unter Leiluna ibres Direktors Prof. Dr. Schumann am Freitag und Sonnabend dieser Woche Aufführungen von Bachs H- Mo II Messe in der alten Garnifonfir dh e." Eintrittsfarten bei Bote& Bod und für Abonnenten in der Singakademie( 4-7). Museumsführungen. Sonntag, den 4. Nov., 91, Ubr vormittags. finden wissenschaftliche Führungen im se aiser Friedrich Museum ( Deutsche Bildwerke" Dr. Bolbach) und im Museum für Völter. t'u nde( Südamerika" Professor Mar Schmidt) statt. Eintrittsfarten find vor Beginn der Führungen am Eingang der genannten Museen in beschränkter Anzahl erhältlich. Das Ziel der Kommunisten. Zerschlagung der Sozialdemokratie. Entfesselung des Bürgerkrieges. Die Zusammenschweißung der Arbeiterschaft für den Kampf und ihre Befreiung von den Verrätereien der linken Führer: SPD., ADB. und AfA verhandeln mit dem Ziel: gemeinsamer 1. indem wir zentral, bezirksweise und örtlich mit ADGB., kampf um Brot und gegen bayerische Reaktion, gemeinsame Borbereitung des Generalftreits. 2. Indem wir an der Hand ihres Verhaltens, an der Hand der vorliegenden Tatsachen ihre Kampfscheu, ihr Schwanken, ihre Ber rätereien schonungslos bei den Massen aufdecken und anflagen. Generalstreik? Arbeit für die Reaktion. Bom Borstand des ADGB. wird uns geschrieben: Die Noch ist die Reichsregierung gewillt, der bayerischen Reaktion Widerstand zu leisten. Im Gefühl schwächlicher Borsicht beschränkte fie fich bisher auf papierene Noten, während sie in Sachsen mit Kanonen gegen Spazen schießt. Mit der Waffe des Generalstreiks würde nur der letzte Widerstand des demokratischen Bürgertums gebrochen und das Reich wehrlos zur Beute der bayerischen Real t'onäre und ihrer Helfershelfer in Norddeutschland gemacht. Ein Generalstreik im Reiche des Herrn von Kahr, ein Gea neralstreif bei den Freunden Ludendorffs in Preußen würde vielscheidende Fragen. Reglerung Beigner ift abgefeßt. Darf die KPD. allein zum Generalstreit aufrufen, wenn auch die linke SPD. den Kampf ablehnt? Die sächsischen Arbeiter, die nicht kämpfen wollen, sind nicht schuld, sondern sie sind durch die falsche Leitung und Baroben zu dieser Passivität erzogen. Die Reichszentrale hat die Einberufung einer Konferenz abgelehnt. Welchen Weg hat die Bartei jezt zu wählen? Es sind in der letzten Zeit Austritte erfolgt. Die Hamburger Vorgänge, die Konflikte in Sachsen, Arbeiter von ihren jetzigen Führern führt, oder unter neuen Führern Wir haben das Gefecht verloren, weil wir falschen Parolen gefolgt haben die Unmöglichkeit, zurzeit mit den kom einen affionsbereiten und fähigen linken Flügel schafft. find, weil wir uns mit einem politischen Leichnam verbündet hatten. munisten gemeinsam Arbeiterpolitik zu be- Wir wollen und müssen erzielen, daß entweder ein Teil Die Situation ist noch nicht entschieden, die KPD. muß die Führerin treiben, so eindringlich erwiesen, wie sie überhaupt erwiesen dieser linken Führer durch Druck von unten genötigt ist, der deutschen Arbeiterschaft sein. Die SPD. und Gewerkschaften werden kann. Die Arbeiterschaft kann die Republik gemeinsam mit uns den Generalstreit zu proklamieren oder daß, werten erledigt sein. Es ist aber notwendig, eine flare Politik zu und damit die Basis, ihrer Zukunft nur dann erhalten, wenn triebsräte, Aktionsausschüsse diese linken Führer bereits für die falsche Politik der letzten zwei Jahre tragen, aus der Leitung wenn wir allein den Generalstreif proflamieren, gestützt auf die Be- schaffen. Es wird verlangt, daß diejenigen, die die Berantwortung sie den Boden der Demokratie, der der Mutter- diskreditiert sind und wir soviel Kredit gewonnen haben, entfernt werden. boden ihrer eigenen Bewegung ist, nicht verläßt, um die Arbeiterklasse geschlossen in den Kampf zu führen. wenn sie alle ihre Kräfte anspannt, um jeden Bersuch zur Ent- Ohne diese Geschlossenheit ist bei der ausgezeichneten militärischen feffelung des Bürgerkrieges, er möge fommen, von wem er Organisation des Gegners unfer Sieg unmöglich. will, von vornherein unmöglich zu machen. Die Taktik der Kommunisten ist auf das Gegenteil eingestellt. Ihr ganzes Sinnen und Trachten, die Strategie ihrer lokalen An die Vorstände der gewerkschaftlichen Spizenverbände sind und zentralen Maßnahmen dient der Vorbereitung und aus Anlaß der, Vorgänge in Sachsen zahlreiche Aufforderungen geder Entfesselung des Bürgerfrieges in Deutsch langt, die zum schärfsten Protest und zur Abwehr der Reaktion: land. Jedes, aber auch jedes Mittel ist ihnen zu diesem Ziel durch Aufruf der Massen zum Generalstreit drängten. recht. Lokale Putsche, Teuerungsunruhen und Krawalle, 3er Genossen im Reiche dürfen überzeugt sein, daß die Gewerkschaftsfegung der Arbeiterorganisationen, alles soll diesem einen leitungen in der Berurteilung der gegen Sachsen durchgeführten Ziele untergeordnet werden, den Bürgerkrieg vorzubereiten Maßnahmen nicht hinter ihnen zurüdsteher.. Wir halten dieses und ihn in einer für sie günstigen Stunde zum Ausbruch zu Zweite Hauptaufgabe. Unsere eigenen technisch- organisatorischen Borgehen für ein verhängnisvolles Spiel mit der Republik und haben bringen. Das hier veröffentlichte Rundschreiben der kommu Borbereitungen müssen mit der größten Eneraie verstärkt und ver mit unserer Kritik desselben nicht zurückgehalten. Für Protesterklä nistischen Zentrale, das sie dieser Tage an alle ihre Organi- beffert werden. In der Hinsicht haben wir uns so einzustellen, daß rungen wäre kein Wort zu scharf. Für die Abwehr durch die Tat sationen bis zu den Ortsgruppen hin versandt hat, beleuchtet mir imftande find, an all den aufsteigenden Tages- und Teiltämpfen tönnen aber richt unsere Gefühle entscheidend sein, sondern führend teilzunehmen und sie auszuwerten und zufammenzufassen diese Tattit so sehr, daß es nicht nötig ist, Einzelheiten dieses zum Entscheidungskampf. Höchste Aftivität in allen spontanen es muß die ruhige Abwägung des Wohes der Arbeiter für sich selbst sprechenden Dokumentes noch besonders zu unter- Rämpfen, Sicherung der Partei durch Einstellung auf strengste bewegung den Ausschlag geben. Das Wohl der Arbeiterbewegung streichen. Von eigenartigem Interesse ist höchstens die beson- Illegalität, durch Untertauchen in der breiten Maffenbewegung. aber fordert die Berteidigung der Republif. dere Vorliebe, die die Kommunisten denjenigen Genossen Dritte Hauptaufgabe. Die attive Gewinnung und Neutralimidmen, die sie in ihrer Sprache als linte Führer der fierung der fleinbürgerlichen, fich zersehenden Elemente, vor allem SPD." bezeichnen. Wenn sie in ihrem eigenen auch in Reichswehr- und Faschistenformationen, Schupo. MobilifieKreise Ziele und Methoden ihrer Politik enthüllen, sagen rung der Frauen zur Arbeit unter diesen Schichten. fie offen, wozu fie Bündnis- und Koalitionspolitik betreiben: Bierte Hauptaufgabe. Der Beginn des Entscheidungskampfes Nicht zur Erreichung und Durchsetzung einer bestimmten ge- fann nur aus der gesteigerten Welle inontaner und elementarer gebenen Aufgabe der Arbeiterpolitik, sondern zur 3er staffenkämpfe erwachsen, deren wir uns aktiv, richtunggebend, führung und Zersehung der sozialdemokrati rend und zusammenfassend anzunehmen haben. Dabei wird es un schen und gewerkschaftlichen Orgnisationen. vermeidlich zu vereinzelten lokalen Zusammenstößen, Plünderungen Genau so bewerten sie selbst ihr dauerndes Geschrei von der Einheitsfront. Auch das dient nur dem gleichen 3 we d. Kein Bort tönnte scharf genug sein, um die Frivolität zu fennzeichnen, die aus dem Dokumente spricht. Die fommunistischen Führer wissen danach selbst ganz genau, welche ungeheure Gefahren die Entfesselung eines Generalstreits heute für die Arbeiterklasse in sich birgt. Das hindert sie nicht, an allen Ecken die Sozialdemokratie, die aus dieser Einsicht die praktischen Konsequenzen zieht, in der gemeinsten Weise des Verrats zu bezichtigen. Die Geschlossenheit der Arbeiterbewegung, die die Voraussetzung ihres dauernden Erfolges ist, wird nur möglich sein, wenn sie gegen die fommunistischen 3erstörer und gegen die Propheten des Bürgerkrieges durchgefeßt wird. Das letzte, politische Rundschreiben der kommunistischen Zentrale vom 25. Oftober hat folgenden Wortlaut: Die wichtigsten Merkmale der Lage sind folgende: 1. innerhalb der Arbeiterbewegung: Durch den Berat der linken SPD. und ihre Vereinigung mit der rechten USB. und dem ADGB. bei der Reichserefutive in Sachsen trist die Kampftraft der eben erst hergestellten proletarischen Einheits: front so geschmächt worden, daß dem Entscheidungstampf noch ausgewichen werden mußte. Es ist der Reaktion mit Hilfe der linken SPD. und der Gewerkschaftsbureaukratie gelungen, die Arbeit der Reaktion zu besorgen und die Arbeiterschaft vor die Alternative zu ftellen, entweder getrennt und uneinig den Kampf aufzunehmen und die Niederlage zu riskieren oder dem Entscheidungskampf auszu weichen, um die von der SPD. gestörte einheitliche Kampffront aufs schnellste wieder herzustellen gegen diese Führer oder mit neuen aus der SPD.- Arbeiterschaft herangezogenen Führern. Es zeigt sich allgemein, daß die linken SPD.- Führer dem Kampfe ausweichen wollen. In Sachsen die Gruppe 3eianer, in Thüringen die fogenannten Linfen in der Bewegung. Dasselbe in Berin die zentralen Führer der Linken. Es zeigt sich weiter, daß die linken Führer noch über ein großes Rapital von Bertrauen auch bei revolutionär gesinnten SBD.- Arbeitern verfügen, das sie befähigt, hemmend auf die Arbeiterschaft zu wirken. Der flare Be wis dafür ist die Chemnizer Konferenz, wo es den linfen SPD. Führern gelang, einen Beschuß auf sofortige Proflam'erung des Generalstreifs zu verhindern. Ebenso haben die linten SPD. Führer in Berlin noch vermocht, das Zustandekommen eines dea Kampf vorbereitenden Aktionsausschusses zu verhindern. 2. im bürgerlichen Lager: D'e militärische Macht des Gegners ist jetzt auf dem Höhe= punkt. Der Faftor der ersehung beginnt erst bei ihnen zu wirken. Diefe find: der Gegensatz Bayern und Reich( der zugleich ein Gegensag innerhalb des Offizierforps ift). Die Gruppe Seedt einerie is, die Gruppe Ludendorff andererseits. Der rheinische Separatismus, die elementaren spontanen Massenausbrüche, die die Reichswehr und Schupo zerstreuen, ermatten, nicht zur Ruhe fommen lassen, anstecken. Wie bekannt geworden, hat Bayern mit Bolen vereinbart, daß das Rheinland preisgegeben wird, ebenfalls Ostpreußen. Die Tatsache, daß das Reich in Trümmer gelegt wird durch bürgerliche Kräfte, wirft in außerordentlichem Grade zersehend auf die militärischen und Parteifräfte des Bürgertums. Folgerungen. Die Aufnahme des enficheidenden Kampfes mit einer geipaltenen, untereinander sich bekämpfenden und hemmenden Arbeitertiaffe gegen einen noch unzerfehlen Gegner auf dem Höhepunkt feiner militärischen Macht wäre eine historische Katastrophe erffer Ordnung, würde die sichere und entschiedene Niederlage bringen, nicht nur für die deutsche, sondern ebenso für die russische Revolution ,, während uns der Sieg sicher ist, menn mir zuvor d'e Arbeiterklasse durch Propaganda und durch Teilattionen um uns Ders einigen, den Gegner zerfehen, und um so die Positionen sturmreif zu machen. Jedem Barteimitglied muß flar gemacht werden, daß der politische Generalstreit in der gegenwärtigen Situation den Kampf um die Maht und daher den bewaffneten Aufsland bedeutet, wobei entweder wir unaushaltsam bis zur völligen Niederschlagung des Gegners fortschreiten, oder der Gegner uns völlig niederschlägt. Halbe Entscheidung ist in diesem Falle unmöglich. Wir wissen, daß Der Begner seine Rechnung einstellt auf ein Lesschlagen unfererseits ohne die genügende politische und militärische Vorbereitung. Der Gegner weiß, daß die Zeit gegen ihn arbeitet. Sie arbeitet für uns, wenn wir sie benuken, um mit der größten Energie, Beschleunigung und Gründlichkeit die politischen, organisatorischen und tech rischen Boraussetzungen für den Anfaz zum Entscheidungskampf zu machen. Die Frist für die Vollendung diefer Vorbereitungsarbeit fann nur ganz furz fein. Die Parteigenossen müssen alle Kräfte an strengen, die geschoffene Kampffront fofort wiederherzustellen. Die nächsten Hauptaufgaben find dabei: I. die völlige Loslösung der SPD. Arbeiter pon ben jehigen linten Führern, die entweder zu einer Trennung dieser usw. tommen. Wir wollen diese nicht hemmen, aber anderseits fühl und genau abschähen, wie weit wir gehen können, ohne uns vorzeitig Schlappen holen zu können. Die wichtigsten Losungen und Forderungen dieser revolutionären Teiltämpfe und Borgefechte müssen sein: Teiltämpfe und Vorgefechte müssen fein: sind, Wirtschaftsbeihilfen. 1. Lohnzahlung in Dollar, in den. Heute alle Breise festgesetzt 2. Lebensmittelbeschaffung, Beschlagnahme der Borräte des Großhandels, der Mühlen und Rittergutsbefizer. Verteilung durch Konjumvereine, Kleinhändlergenossenschaften und Kontrollausschüsse. 3. Verteidigung des Achtstundentages. 4. Berteilung von Brot und anderen Lebensmitteln, Heizstoffe, an Erwerbslose, Kinder und Alte. 5. Wiedereröffnung der stillgelegten Betriebe, Fortführung durch Betriebsräte mit Hilfe von Staatstrebiten. leicht den erwarteten Eindruck hervorrufen, aber eine Stillegung der gesamten Wirtschaft im Reiche nüßt lediglich der Reaktion. Sie mürde überdies angesichts der gegenwärtigen Ernährungs- und Währungsschwierigkeiten zu unerträglichen Zuständen für die Arim Besitz ausreichender Mittel, um den Hunger auch nur wenige beiterschaft selbst führen. Die Arbeiterfamilien sind nicht Tage lang von ihrer Schwelle zu bannen. Dazu kommt, daß weite Arbeitnehmerkreise durch Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und Berdienst. rüdgang in ihrer Widerstandstraft geschwächt sind. Insbesondere aber find die Kräfte der Arbeiterbewegung geschwächt durch die un verantwortliche Taft'k der fommunistischen Partei. Vergeblich sucht sie unter dem heuchlerischen Ruf nach 5. Gemeinsamer Kampf gegen die bayerische Reaktion, Zurüd- Arbeiterschaft und gefällt sich noch obendrein darin, unsere so von ziehung der Reichswehr aus Sachsen, Aufhebung des Belagerungszustandes. 5b. Beschlagnahme der Vermögen der die Produktion fabotie renden Unternehmer. Hagen und Konsorten. Aburteilung durch Boltsgerichte. 5c. Verhaftung der großfapitalistischen Landesverräter Stinnes, 6. Beseitigung der großen Koalition. Bildung einer Regierung der Arbeiter und werftätigen Bauern. Hamburg muß für die Partei eine eindringliche Lehre sein, wie man es nicht macht. Durch den Verrat der SPD. haben sich unsere Genossen in Hamburg isolieren lassen. Die Hamburger Attion ist eine breite, aber ungenügend vorbereitete Massenaktion, bei der neben dem start gerüsteten Feind noch bedeutende Teile der sozialdemokratischen Arbeiter gegen uns stonden. Das Hamburger Beispiel zeigt uns, daß wir nicht vernach.affigen dürfen, die Sabotage der verräterifchen SPD- Führer gründlich auszufchlachten und die Massen organisatorisch fest zusammenzubinden, daß ferner ohne ausreichende Berlegung des Gegners der heroische Opfermut der proletarischen Vorhut nicht ausreicht, um den Erfolg zu sichern. Hamburg war und ist eine Episode, die uns nicht zu entmutigen braucht, obgleich sie zu einer lokalen Schlappe führte, menn unsere Genoffen im ganzen Reich die Nuzanwendungen politisch zu ziehen verstehen. Berlin, den 25. Oftober 1923. Mit tommunistischem Gruß! Zentrale der KPD., Seffion der Kommunistischen Internationale. Nach einem uns vorliegenden Bericht wurde in der erwähnten Mitgliederversammlung folgendes ausgeführt: der Einigung des Proletariats ihre wahren Absichten, nämlich die Zertrümmerung der deutschen Arbeiterbewegung, zu verbergen. Durch ihr Tun und Treiben lähmt und hemmt sie die organisierte ihr geschädigten Organisationen zu verunglimpfen und zu verhöhnen. Daß die Generalstreifparole in den Kreisen der übrigen Gewerkschaftsrichtungen wenig Gegenliebe findet und dadurch der Eindruck einer solchen Aktion geschwächt wird, steht ebenfalls außer Frage. So würde ein Generalstreit in diesem Augenblid feine Machtprobe des Proletariats sein. Er würde die Gewertschaften in eine perhängnisvolle Ratastrophe und die Arbeiterschaft' n einen Abgrund der Not treiben, ohne der Sache der Republik zu nützen. Er müßt nur den offenen und verborgenen Feinden der Republik von rechts und Cints, die seit Jahren einander in die Hände gearbeitet haben, aber zwischen die ehrlichen Verte diger der Republik würde er einen Keil der Zwietracht hineintreiben und ihre Widerstandskraft aufheben. Aus diesen mohlerwogenen Gründen haben die Vorstände der Spitzengewerkschaften die Einsetzung der Waffe des General. streits abgelehnt und sind entschlossen, wie bisher ihren Einfluß einzusetzen, um die Reichsregierung zu ernstlicher Berteibi gung der Republik anzuhalten. Zu dieser Entscheidung führt sie auch die weitere Erwägung, daß der Aufruf der letzten Kräfte zur Abwehr in erster Linie eine Aufgabe der politischen Vertretung der Arbeiterklasse in der Sozialdemokratie st. Die leitenden In. stanzen der sozialdemokratischen Partei beraten in diesen Tagen über ihre weitere Tattit in der gegenwärtigen Krise. Schon heute steht aber zweifellos fest, daß sie die Mittel zur Abwehr ter augenblicklichen Gefahr noch keineswegs für erschöpft halten Ein Generalftreit tommt auch für sie zurzeit nicht in Frage. Bir wiesen bereits in unserer gestrigen Abendausgabe Der Bundesvorstand des ADGB. hält sich verpflichtet, den Ge. darauf hin, daß den Verrätern der kommunistischen Zentrale wertschaftsgenossen im Reiche von dieser Stellungnahme unverzüg in der Berliner Bezirksleitung erneut ein heftiger Widersacher lich Kenntnis zu geben und fie dringend zu warnen, die entstanden ist. Der unten abgedruckte Bericht der Mitglieder- Kräfte der Arbeiterbewegung in unzeitgemäßen und nuglosen versammlung des zweiten Berliner Kreises vom Montag Einzelaktionen zu erschöpfen. Solche Altonen fönnen ver fennzeichnet den Geist der Zersegung, der durch die kommu- hängnisvoll werden, wenn die Situation einen wirklichen Entschei nistische Agitation fonfequenterweise in den eigenen Reihen dungskampf des Proletariats erfordert. Wir erwarten von unseren erzeugt wird. Interessant ist nur die erneute Bestätigung der Gewerkschaftsmitgliedern, daß sie es auch heute noch wie früher berTatsache, daß genau wie beim Märzputsch 1921 die angeblich stehen, in schwierigen Zeiten, die fühles Abwägen und klaren Berso spontanen Massenbewegungen des Proletariats in verstand voraussetzen, die strengste Disziplin zu halten. Das hängnisvollster Weise von der Pünktlichkeit der Kuriere der Wohl der ganzen Arbeiterbewegung hängt davon ab! Rentrale beeinflußt werden. Die Wirkung bei den Massen ist flar. Der Feind der Arbeiterschaft steht befanntlich niemals für diese radikalen Herrschaften im fremden Lager, er steht immer im eigenen Lager, und deshalb, ertönt der wohlbefannte Ruf: Die Führer haben uns verraten! Weg mit diesen Führern! Dieser Ruf wird so lange ertönen, bis mur noch Trümmer übriggeblieben find. Herr v. Kahr einst und jetzt. In der volksparteilichen Zeit" und im„ ,, Berliner Tageblatt" wird sehr zeitgemäß an eine Rede erinnert, die Herr v. Kahr, der nach dem Kapp- Butsch bayerischer Minifterpräsident wurde, am 29. März 1920 im banerischen Landtag gehalten hat. Diese Rede enthielt folgende Sätze: „ Bei der Neubildung des Kabinetts hat die Sozialdemokratische Partei des Landtags die Beteiligung an der Regierung abgelehnt. Ich bedaure diese Stellungnahme." ,, Die in der Deffentlichkeit gegen die Reichswehr erhobenen schweren Angriffe entziehen sich meiner Stellungnahme. Die Reichs. mehr untersteht ausschließlich dem Reichswehrminister." Die Beteiligung der Reichswehr( an den Kämpfen zwischen rechts und links. D. Schriftl.) und ihre weitere Gestaltung unter. liegt ausschließlich dem Reich." Der Abschluß der Bewegung, vor der wir stehen, ist ein un= aünftiger für die revolutionäre Bewegung. Warum hat die KPD. die Zülpigung der fächsischen Frage nicht benutzt, um allein den politischen Kampf aufzunehmen. Die Partei hat nicht gefämpft, weil sie auf eine falsche Karte gesezt hat, weil sie sich mit cinem politischen Leichnam, mit der tinten SPD verbündet hat. Falsche Einheitsfronttaftif! Die Lage der Partei ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Die Partei hat verfäumt, ben Massen flar zu sagen, daß die Diftatur der Arbeiterklasse nur durch den direkten Kampf erreicht werden tann. Antrag der Reichs zentrale an Egetutive auf Absehung der Berliner Bezirksleitung, weil sie davor gewarnt hatte, Bündnisse mit der Cinten SPD. zu schließen. Wir Nach dem mißglückten Kapp- Butsch bedauerte also die Bezirksleitung taten alles, um das Berlirer Proletariat auf die bevorstehenden Kämpfe ein Herr v. Kahr den Nichteintritt der Sozialdemokratie in die zustellen. Was fam? Borgehen der Reaktionäre in Sachsen, Kon- bayerische Regierung. Heute macht derselbe Kahr die Forflift Müller- Zeianer! Einmarsch der Reichswehr in Sachfen. Diesen derung des Hinauswurfs der Sozialdemokraten aus der entscheidenden Zeitpunkt hätte die Parteileituna benuken müssen. Reichsregierung zur Parole des von Bayern aus organisierten Chemnißer Betriebsrätekongreß, Antrag auf Generalftreit, linte neuen Kapp- Putsches. Vor drei Jahren erklärte er die EBD abgelehrt. Hamburg hat losgeschlagen auf Befehl der Zen- Reichswehr als Drgan der Reichsregierung. Heute zertrafe, diefelbe hat starr und blind auf die linke SBD. pertraut. reißt er zusammen mit dem Meuterergeneral Lossow das Hamburg hat losgeschlagen, weil ein furier anderthalb Stunden zu Gefüge der Reichswehr und etabliert in Bayern Zustände, die pät eingeftoffen ist. Antrag der Berliner Bezirksleitung auf Bro- Gefüge flamierung des Generalstreits durch die Zen nach der treffenden Bemerkung der Frankfurter Zeitung" trale abgelehnt. Durch das Nichtkämpfen Vorstoß der Re- an die Praxis des chinesischen Räubergenerals Tschang. aftion. 3weite Frage: Rönnen wir jetzt noch allein fämpfen? Ent. Tso lin erinnern. www dagegen, daß durch das Beamtenabbaugesetz die vorhandenen ge= Gewerkschaftsbewegung feglichen Kündigungsfristen außer Kraft gesetzt Steigerung der Produktion"! werden und wendet sich ganz besonders scharf dagegen, daß die während der letzten Jahre gegebenen Schuß gefeße und Verordnungen außer Kraft gesezt werden. Die Benn über irgend etwas in Deutschland noch Einmütigkeit be- Angestelltenschaft des Auswärtigen Amtes erwartet, daß durch die freht, fo barüber, daß unsere industrielle Produktion gestei. Maßnahmen der Regierung eine wirkliche Ersparnis der Reichs gert und vermehrt werden muß, daß endlich das Baugewerbe mittel gewährleistet wird und wendet sich dagegen, daß minder. qualifizierte Poften mit zu hoch bezahlten Bewieber in vollen Gang gebracht werden und alle übrigen Berufs- amten befegt werden, wie dies im Beamtenabbaugesetz vorgesehen zweige neu belebt werden müssen. Im fraffen Widerspruch zu dieser ist. Die Angestelltenschaft des Auswärtigen Amts wendet sich an die 2luffaffung steht jedoch die Tatsache, daß gerade jeßt, im Zeichen der Reichs- und Staatsregierungen, an den Reichstag und die gesamte Produktionssteigerungsparole, die Produktion zu einem Leil lahm- deutsche Bevölkerung mit dem Erwarten, daß eine Nach prüfung gelegt, zu einem anderen Teil auf verkürzten Gang gefekt ist und des Beamtenabbaugejeges in vorstehendem Sinne vormit vollständiger Stillegung bedroht wird. Die privattapita- genommen wird, so daß nicht eine einzelne Bolfsschicht allein von liftische Produktionsweise dient nicht der Bedarfsdeckung, sondern der dieser Maßnahme betroffen, sondern eine gerechte Durchführung des Bir smacherei. Die Textilindustrie liegt größtenteils still, Abbaus gewährleistet wird." Eine Versammlung der Angestelltenräte am gestrigen trejdem es in Deutschland Millionen von Menschen gibt, die ihrer Tage, in der fast sämtliche Reichs- und Staatsbehörden vertreten Erzeugnisse im Hinblid auf den bevorstehenden Winter dringend be- waren, wählte aus ihrer Mitte einen fünfgliedrigen vorläufigen dürfte. Bon der Schuhindustrie gilt das gleiche, vom Bau- Artionsausschuß, der die Aufgabe hat, im Sinne der vor gewerbe nicht minder. Allein an der Befriedigung der Bedürf- ftehenden Entschließung zu wirken. Die Versammlung machte sich niffe des Inlandmarktes scheint dem Unternehmertum über im übrigen die Entschließung vollinhaltlich zu eigen. haupt nichts gelegen zu sein. Die Konsumenten fönnen nur mit Bapiermart zahlen und damit die zu hohen Preise nicht decken. Anstatt dem Bedürfnis der deutschen Bevölkerung sich anzupassen, ihm durch möglichst günstige Preisstellung entgegenzukommen, wird die Produktion für den Inlandmarkt als unlohnend einfach eingestellt, trotzdem es an Auslandsaufträgen fehlt. Ein tarifuntreuer Theaterdirektor. Bom Deutschen Musikerverband wird uns geschrieben: 3wischen dem Deutschen Bühnenverein( Theaterdirettoren- Verband) und dem Deutschen Musiterverband besteht ein in freier Vereinbarung zustandegekommener Reichstarifvertrag. Dieser Vertrag legt allen Mitgliedern des Bühnenvereins u. a. folgende Verpflich tung auf: 1. Nur Mitglieder des Deutschen Musikerverbandes dürfen beschäftigt werden; 2. Engagementsaufträge sind unter Verbot vermittlung des Deutschen Musikerverbandes zu überweisen; 3. Der der Inanspruchnahme anderer Stellenvermittler- der Stellenzum Mantelvertrag gehörige Normal- Engagementsvertrag ist anzuwenden und als Folge dessen ist jedem Musiker in jeder Woche ein dienstfreier Tan zu gewähren. Zu dieser reichstariflichen Regelung treten dann für Berlin noch Abmachungen lokaler Natur, die in der Hauptsache die Lohnfrage regeln. Wirtschaft Der Reichsindex für die Lebenshaltung. ( 1913/14= 1) Durchschnitt Mai. 13. 20. 3816 7650 37 651 Juni. Juli Auguft September 586 045 15 000 000 6. Auguft 149 531 436 935 99 753 733 99 27. 1 183 434 3. September 1 845 261 10. 5 051 046 14 244 900 28 000 000 40 400 000 109 100 000 691 900 000 3 045 000 000 17. 24. 1. Offober 8. 99 15. 22. 29. 59 " 13 671 000 000 Steigerung gegen die Borwoche 349 Proz. * Die Teuerung war in der letzten Woche nach dem Reichsinder stärker als in der Borwoche. Das erklärt sich daraus, daß der Inder vom 22. Oftober noch mit Breisen rechnete, die auf einem Dollarstand von etwa 12 Milliarden beruhten. Inzwischen erfolgte die neue Erhöhung des Dollarkursniveaus und damit die allgemeine scharfe Ber. bei einem Stand von 65 Milliarden mehrere Tage lang stehen blieb. teuerung der Lebenshaltung, die auch nicht aufhörte, als der Dollar Die Lebensmittelpreise haben sich von dann ab sogar in Gold Die Lebensmittelpreise haben sich von dann ab sogar in Gold weiter erhöht. Auch der neue Index fann also nur richtig angewandt werden, wenn die inzwischen eingetretene Erhöhung der Devisenturse um etwa 10 Broz. und die darüber hinausgehende Verteuerung des wichtigsten Lebensbedarfs durch Berücksichtigung der Großhandelszahlen oder des Dollarkurses bei der Lohnfestsegung einkalkuliert wird. Eine Steigerung der Produktion erfordert in erster Linie eine gewisse Umstellung der Betriebe, Verbesserung der Betriebsinrichtun gen und der Betriebsorganisation, scharfe Raltulation zur Berbilli. gung der Produktion und Förderung der Arbeitsluit. Wo die Spefutation an erster Stelle steht, muß die Produktion zu fura tommen. Der Betrieb wird vernachlässigt, ftagniert, die Rentabili töt wird in möglichst hoher Preisstellung herbeizuführen versucht und de Arbeitslust spielt teine Rolle. Der Arbeitnehmerschaft wird allerdings zum Vorwurf gemacht, daß ihre Arbeitsluft und damit ihre Arbeitsintensität merklich zurückgegangen sei. Anstatt aber den Bon einzelnen dieser Bestimmungen abzukommen, ist in letter cuf der Hand liegenden Ursachen dieser Erscheinung nachzugehen, Beit von verschiedenen Berliner Theaterdirektoren versucht worden, anstatt wenigstens den ernstlichen Versuch zu machen, sie zu beheben, noch niemals aber hat sich ein Berliner Theaterleiter als so tarif und abzustellen, foll jetzt durch gefeglichen 3wang zu erreichen Theaters, Herrn Direktor hajos, gefallen hat. Bon der 14 Mann untreu erwiesen, wie es jept dem zeitigen Leiter des Thaliaverfucht werden, was auf legalem Wege leicht erreicht werden kann. ftarten Rapelle des Thalia- Theaters gehört auch nicht einer Nachdem das System der Goldpreise sogar im Kleinhandel beEs erübrigt sich, hier noch einmal all die Ursachen aufzuzählen, die dem Musikerverband an. Herr Hajos gewährt weder den freien hördlich anerkannt ist, wird es immer dringender notwendig, daß auch jede Arbeitslust systematisch untergraten. Die ständigen Lohnver. Tag noch volle tarifliche Bezahlung. Wo Herr Direktor Hajos diese der Lebenshaltungsinder in Gold aufgestellt wird, um handlungen, die häufigen und teilweise schwankenden Lohnzahlungs. Musiker her hat, war noch nicht genau zu ergründen. Es wird ver- eine Veränderung des allgemeinen Breisniveaus wenigstens antermine, die Entwertung der zu niedrigen Papiermartlöhne und mutet, daß hierbei eine Agentur ihre Hand im Spiele hat, die in nähernd auch im Laufe der Woche ohne große Schwierigkeiten fest. damit die ständigen häuslichen Sorgen und Klagen, die äußerste der Hauptsache mit Unorganisierten und vornehmlich Beamten- stellen und der Lohnbemessung zugrunde legen zu können. Der UmEinschränkung der Lebenshaltung, find wahrlich nicht geeignet, die musikern arbeitet und deshalb an sich schon als ausgesprochener stand, daß der bisherige Inder in der Regel Lereits unbrauchbar Feind des Mufiterverbandes bezeichnet werden muß. Das geniert Arbeitsluft zu fördern. Wenn es noch weiterer Momente bedurft Herrn Direktor Hajos aber durchaus nicht, im Gegenteil, er freut geworden ist, wenn er erscheint, während sich die allgemeine Preishätte, die Arbeitsluft vollends zu lähmen, find sie überreichlich herbei- fich dieser unorganisierten Musiker, denen er weber den wöchentlich bewegung infolge der Goldpreise ziemlich genau übersehen läßt, sollte herbeigeführt durch die Entlassungen aus der Arbeit, durch Ein- freien Tag zu gewähren braucht und denen er noch viel weniger endlich eine vernünftige Lösung der Inderfrage veranlassen. Haben führung der Kurzarbeit und die Aussicht für die Bollarbeiter, über den Tariflohn zu zahlen verpflichtet ist. Herr Direktor Hajos ist wir einen Goldinder, so läßt sich an jedem einzelnen Wochentage furz oder lang zum gleichen Wege, von der Kurzarbeit zur Ar- Mitglied des Deutschen Bühnenvereins, er fennt die Bestimmungen die zur Bestreitung des Lebensunterhalts notwendige Lohnhöhe erbeitslosigkeit gezwungen zu sein. Diese Erscheinung ist gegenwärtig des Tarifvertrages sehr genau und er weiß auch, daß er sie berechnen, abgesehen von den Schwankungen, welche die Preise auch schon so allgemein, die Unsicherheit der Existenz so groß und ver- mußt verlegt. Eine solche Handlungsweise mutet uns an, wie in Gold durchmachen. Daß diese nicht gering find, zeigt eine Ueberbreitet, daß sie ihre Schreden verloren hat und mit scheinbar fata- eine abfichtliche Provokation all derer, die nicht nur an tarifliche ficht der wichtigsten Warenpreise an der Berliner Produktenbörse. liftischem Gleichmut aufgenommen wird. Bon den Arbeitern zumal, bmachungen glauben, sondern die auch die Einhaltung tariflicher Syier fofteten: Abmachungen verlangen. Diese Gutgläubiger sind natürlich in beren Lohneinkommen an der Höchstgrenze der Erwerbslosenunter- erfter Linie in den Kreifen der organisierten Arbeiter, Angestellten stügung hin- und herpendelt. und Beamten zu finden, und wir fönnen uns wirklich nicht denken, daß diese Kreise ein großes Verlangen haben werden, Herrn Direftor hajos durch recht regen Besuch feines Theaters für seine der Musiker. organisation gegenüber gezeigte Tarif untreue noch besonders zu danken. • • Preise in Goldmark • 9 29. Oktober 155,00-157,00 141,00-142,75 81. Oftober 22,50- 25,00 22,50-25,00 17-176,25 167-168,00 26-28,75 26-28.76 ' 1 Tonne märkischer Weizen. 1 Tonne märtsichre Roggen 100 kilogramm Weizenmehl. 100 Kilogramm Roggenmeht Was geschieht, um die Produktion in all den Fällen wieder in Gang zu bringen, in denen sie ohne weiteres weitergeführt werden fann, wonen der furzfichtig egoistische Profitstandpunkt als ausschließ. lich bestimmender Faftor etwas zurüdgedrängt wird? Wo bleibt hier der 3rang? Was geschieht, um die Lebenshaltung der Wie sehr die deutschen Preise dazu neigen, die Wellmarktpreise Arbeitnehmerschaft erträglicher zu gestalten, damit das Bolk Deutscher Baugewerksbund, Achtung Ofenfeger! Die Berhand- zu überschreiten, ergibt sich aus der Tatsache, daß an der gestrigen nicht bei vollen Scheunen hungern muß? In dieser Beziehung soll lungen mit den Arbeitgebern fübrten zu einer Einigung. Für die Börse ameritanisches Weizenmehl troß des langen Transja wohl etwas geschehen durch teilweise Lohnzahlung in wertbe. Beit vom 29. Oftober bis 10. November erhalten die Ofenfeger ports billiger war als deutsches Roggen- und Weizenmehl. Die einen Stundenlohn in Höhe des tarifmäßigen Maurerftundenlohnes ständigem Gelde. Die Löhne und Gehälter find damit noch plus 15 Bros. Durg Dieſe Bereinbarung ist der ungünstige Ab- Ueberschreitung der Weltmarktpreise am Nahrungsmittelmarkt wird nicht höher. Doch von den tatsächlich auf diese Weise zu erwarten. iluß für bie Bodje bom 22. bis 27. Oftober abgegolten. Bei den badurch begünstigt, daß die Konkurrenz der billigeren ausländischen ben Borteilen abgesehen, wird das tolle Mißverhältnis offenfundiger Firmen, wo die Arbeit niedergelegt wurde, ist sie sofort wieder Lebensmittel infolge der Buteilungen am Devifenmarkt nur in gezwischen den notwendigen Goldlöhnen und den ausgezahlten Papier aufzunehmen. ringem Umfange möglich ist. martlöhnen. Das aber bedeutet den ersten Schritt zur gründlichen Korrektur dieses Mißverhältnisses, sobald die Produttion wieder in Gang fommt. Durch gefeßlichen 3wang zur Berlängerung der Arbeitszeit wird die Arbeitsfreudigkeit nicht gefördert, die Ergiebigkeit der Arbeit nicht gesteigert. Es müßten schon alle übrigen hier als notwendig bezeichneten Maßnahmen gleichzeitig getroffen werden. Dann aber ist dieser Zwang überflüssig und der Achtstunden. tag ausreichend! Betriebsstillegung und Arbeitsstreckung. Zur Verordnung vom 23. Oktober 1923. Der preußische Minister für Handel und Gewerbe hat in e'nem Grlaß an die Demobilmachungskommiffare die ihm von befonderem Bert erscheinenden Gesichtspuntte, welche bei der Handhabung der Borschriften über Betriebsstillegungen und Arbeitsstreckung zu beachten find, w'e folgt zusammengefaßt: 1. Alle auf Grund der Stillegungsverordnung erfolgenden Anzeigen und Anträge sind mit besonderer Beschleunigung zu behandeln. Zur Aufklärung der Umstände, welche die beabsichtigte Maßnahme veranlassen, fönnen die Gewerbeaufsichtsbeamten( Bergrevierbeamten im Einvernehmen mit dem Oberbergamb) in we tem Umfange herangezogen werden. Im Interesse der Beschleunigung stelle ich Ihnen anheim, die Gewerbeaufsichtsbeamten ( Bergrevierbeamten), soweit Sie es für erforderlich erachten, zur Entgegennahme der vorgeschriebenen Anzeigen zu ermächtigen. 2. Dagegen ist die allgemeine Uebertragung der Entscheibungen ous der Stillegungsverordnung 3. B. Genehmigung zur Entlassung von Arbeitnehmern vor Ablauf der Sperrfrist, Anord nung einer Arbeitsstreckung usw. durch den Demobil. machungstommissar auf bie Gewerbeaufsichtsbeamten ( Bergrevierbeamten) nicht zulässig. Ich würde indessen teine Bebenten tragen, daß der Demobilmachungskommissar in einzelnen Ausnahmefällen, die dringend sind und feinen Aufschub gestatten, der zuständige Gewerbeaufsichtsbeamte( Bergrepierbeamte) mit der Fällung der Entscheidung, und zwar ausdrücklich im Namen und im Auftrage des Demobilmachungstommiffars beauftragt wird. Die Teuerung im Großhandel. Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe der Töpfer. Cohnregelung in der Musikinstrumentenbranche. Ein vom Deutschen Die auf den Stichtag des 30. Ottober berechnete Großhandels Holzarbeiterverband an die Arbeitgeberorganisation gestellter An inderziffer des Statistischen Reichsamts ergibt bei einem Dollartrag, die Lohnregelung der Vorwoche zu ändern, brachte das furs von 65 Milliarden Mart das 18,7milliardenfache der VortriegsErgebnis, daß die zweite Afontozahlung für die laufende Woche in preise und ist gegenüber dem Stande vom 23. Oktober um 27,7 Broz. doppelter öbe geleistet wird. Die Lohnfäße der I a ufenden gestiegen. In der gleichen Zeit hat sich das Goldniveau der Woche regeln sich in der Weise, daß sich sämtliche Löhne und Afford- Warenpreise( 1913100) von 109,5 auf 120,5 oder um 10 Broz. tarife sowie die Lehrlings- und Werkzeugentschädigungsfäße der gehoben. Von den Hauptgruppen stiegen gleichzeitig die Lebens4. Oftoberwoche um die Steigerungsziffer des vom R. St. A. mittel( im Großhandel) um 37,2 Broz auf das 15,7milliarden. am 1. November veröffentlichten Inder erhöhen. Da die Mit- fache( 101,2 Gold), davon die Gruppe Getreide und Kar glieder im übrigen informiert sind, findet eine Versammlung in toffeln um 27 Broz auf das 12,4milliardenfache( 80 Gold), die diefer Woche nicht statt. Lohntarife find ab Donnerstag im Industrie stoffe um 17,9 Proz. auf das 24,3milliardenfache Bureau, Rungestr. 80, zum Selbstkostenpreis erhältlich. ( 156,6 Gold), davon die Gruppe Rohlen und Eisen um 16 Proz. auf das 24,9milliardenfache( 161 Gold), ferner die Einfuhrwaren um 21,6 Proz. auf das 23,6milliardenfache( 152,3 Gold) und die Inlandswaren um 29,5 Proz. auf das 17,7milliardenfache( 114,1 Gold). Die taufmännischen Angestellten im Zeifungsgewerbe erhalten auf Anweisung des Arbeitgeberverbandes weitere 100 Septembergehälter a conto Oftober. Die Angestellten der Bekleidungsindustrie( Herren- und Damenkonfektion, Blusen- und Kleider. tariflichen Bezügen ein Gehalt der letzten Woche ertra. Die Berfonfettion, Herrenwäschebranche) erhalten in dieser Woche außer den handlungen über die Aufwertung der Bezüge werden anfangs der nächsten Woche fortgesetzt. Achtung, Herrenmaßschneider! Seit acht Tagen befinden sich sämtliche Arbeiter der Firma Fischer u. Meißner, Wilhelm. traße, wegen Maßregelung eines Kollegen im Abwehrstreit. Die Firma lehnt jebes Entgegenkommen ab. Um Solidarität der Kollegen wird ersucht. Auskunft täglich von 3-6 Uhr nachmittags bei Opalsti, Wilhelmstr. 131. Der Betriebsrat. Eisenbahner! Freitag, den 2. November, abends 6% Uhr, im Gemertschaftshaus, Engelufer 24-25, Gigung aller im DEV. organi fierten BSD.- Funktionäre, Delegierten, Betriebs- und Beamtenräte. Tagesordnung wird dort bekanntgegeben. Laut Beschluß der letzten Sigung ist es Pflicht, in i betracht der gegenwärtigen Lage, pünktlich und vollzählig zu erscheinen. Dies gilt besonders für die Mitglieder des Geschäftsführenden Ausschusses. Lettere erscheinen zu einer Befprechung eine Stunde früher. Mitgliedsbuch des DEV. und Parteibuch legitimieren. Der Werbeausschuß. Werbeausschuß der Rommunalbeamten, Angestellten und Silfskräfte. Freitag, den 2. November, nachmittags 4 bis 26 Uhr, michtige Befprechung aller Vertrauensmänner, Klosterftr. 68 I( Gigungsfaal). Aus. wirkung des Beamtenabbaugeseges in der städtischen Berwaltung. Referent Genoffe Stadtrat Dr. Friedländer. Alle Bezirke, Bureaus und Betriebe müffen vertreten sein. Werbeausschuß bez Post- und Telegraphenbeamten. Bersammlung Freitag abend 8 Uhr im 8immer der Juristischen Sprechstunde, Linden. ftraße 3. 3. Die Betriebsvertretungen sind unter allen Umständen zu den Berhandlungen auf Grund des§ 3 der Stillegungsverordnung, und zwar, worauf ich noch besonders hinweise, vor Fällung einer etwaigen Entscheidung heranzuziehen. 4. Den Gewerkschaften ist in allen Fällen von BetriebsStillegungen durch rechtzeitige Benachrichtigung Gelegenheit zu KEFÉFEBRILLEN OTT geben, sich an den Verhandlungen gemäß§ 3 der Stillegungsverordnung zu beteiligen." Die Reichs- und Staatsangestellten" wehren fich. Bor furzem faßten die Angestellten des Auswärtigen Amts nach. stehende Entschließung: Die Angestelltenschaft des Auswärtigen Amts ist sich darüber Im flaren, daß ein Abbau des Behördenförpers in Anbetracht der wirtschaftlichen Lage erfolgen muß. Sie ist sich weiter darüber flar, baß ein solcher Abbau in gleicher Weise mit dem Beamtenabbau erfolgen tann. Der Angestellte muß die gleichen Rechte und denfelben Anspruch auf Arbeit bei Reichs- und Staatsbehörden haben mie der feit bemfelben Zeitpunkt beschäftigte Beamte. Die Angestelltenfchaft des Auswärtigen Amts protestiert mit aller Schärfe werffchaftshaus. Stellungnahme zum Schiedsspruch des Reichsarbeitsminifte Steinbruder und Lithographen. Seute abend 6 Uhr Versammlung im Geriums. Pünktliches Erscheinen unbedingt erforderlich. Die Bertrauensleute treffen fich um 4% Uhr. Die Gruppenleitung. Untertommiffion des 17. Berwaltungsbezirks. Heute( Donnerstag) 7 Uhr im Rimmer 36 des Rathauses Sigung der Unterkommission. Ausschußmitglieder treffen fich eine Stunde früher. Chemische Industrie, Af- Funktionäre! Bersammlung am Donnerstag, den 1 November, abends 7½ Uhr, im Verbandsbureau, Kommandantenstr. 63-65, 2 Treppen. Die Angestellten der chemischen Industrie erhalten als Atonto zahlung, weitere 100 Geptembergehälter. Verbandsbureau Belle- Alliance- Straße 7/10, 2. Hof, linter Aufgang, 3 Treppen. Rohlengroßhandel. Mitgliederversammlung Donnerstag abend 7, Uhr im Bericht von den Berhandlungen. Lebenshaltungskosten und Dollarftand. Oktobers wieder stärker gewefen als die monatsdurchschnitt Die Steigerung der Lebenshaltungskosten ist im Verlauf des liche Erhöhung des Dollarmittelturses( in Berlin). Der Lebenshaltungskosteninder der Industrie- und Handelszeitung" ( ber mit dem amtlichen Inder nicht zu verwechseln ist) stieg von 14,59 Millionen auf den 4,9milliardenfachen Borkriegsstand, was bedeutet. Damit ist also nicht nur eine volle Angleichung der Haus somit eine monatsdurchschnittliche Steigerung von 33 888 Proz. haltungskosten an den äußeren Kauffraftverlust der Mark vor sich gegangen, sondern es hat sich darüber hinaus wieder eine weitere Annäherung der Lebenshaltungstoften an ihr Goldniveau vollzogen. Herabsehung der Warenpreise in Rußland. Im Zusammenhang mit der großen Spanne zwischen den hohen Preisen für industrielle Erzeugnisse und den niedrigen für landwirtschaftliche Produkte macht fich immer mehr eine Abfaztrise der russischen Industrie bemerkbar, die dazu geführt hat, daß eine Reihe von Syndikaten und Trusts die Preise für ihre Fabrifate herabgesezt haben. GD hat beispielsweise das Textilsyndikat in der letzten Zeit die Breise um ungefähr 10 Broz. herabgefeßt. Da die Abfahtrise anhält, so ist mit weiteren Preissenfungen zu rechnen. Die Absahtrise wird durch die Schwierigkeiten in der Geldbeschaffung und Krediteinschränkungen seitens der Banten noch mehr verschärft. Devijenturje. Unserer gestrigen, infolge Berspätung nur in einem Teil der Auflage enthaltenen Kurstabelle find noch nachzutragen: 1 finnische Mart 1945 Millionen Geld, 1955 Mill. Brief; 1 jaMilreis 6534 Mill. Geld, 6616 Mill. Brief; 1 österreichische Krone panischer Den 35 910 Mill. Geld, 36 090 Mill. Brief; 1 brasilianischer 1,017 Mill. Gelb, 1,023 mil. Brief; 1 tschechische Krone 2115 Mill Geld, 2125 Mill. Brief; 1 ungarische Krone 3,930 mill. Geld, 3,950 mill. Brief; 1 bulgarische Lewa 673 Mill. Geld, 677 Mill. Brief; 1 jugoslawischer Dinar 860 mill. Geld, 864 Mill. Brief. Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Berlag: Vorwärts- Berlag. G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerel Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Chilowski: Lokales und Gouftiges: Frig Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin S. 68. Lindenstraße 3. Hierzu eine Beilage und Unterhaltungsbeilage ,, Heimwelt". und Baugewerksbunb, Fachgruppe Puger! Sonnabend, den 8. November, nach mittags 3 Uhr, Versammlung der Baudelegierten im Bureau. Jede Baustelle nerfammlung bei Paetfch, Landsberger Str. 81. Das Erscheinen aller mit Ab heute tägl. Lotte Werkmeister b. Zielka Friedrich- Ecke Leipz. Str. muß vertreten fein. Montag, den 5. November, abends 7 Uhr, Mitglieder. giteber ist bringend notwendig. Die Fachgruppenleitung. nachm. 4% Uhr Variété:: Kabarett flc. 511 ❖ 40. Jahrgang des Vorwärts Donnerstag, I.November 1923 Seelms ZinanZpslitje. Eine Sg-ZNillionen-Goldmarkanleihe. Es ist noch nicht gar zu lang« her, da tobton douischnaüonale Skandalblättchen über eine„ungesunde" Finanzwirtschaft in Berlin. Das Toben ist verstummt. Die Tobsüchtigen haben dankbarere Objekte für ihr« Anfälle gefunden. Und die Gründe waren auch gar zu fadenscheinig. In Wirklichkeit konnte man bisher nämlich nur einen Vorwurf gegen die Berliner Finanzpolitik erheben, und das ist der, daß sie gar zu gesund war, zu hausbacken, zu ängstlich, zu eng. Mehr bureaukratisch peinlich als politisch weit- sichtig. Typ der geruhsamen Prooinzialstadt. So etwas legt sich eben nicht so leicht ab.... So kam's, daß wir in der chauptstadt des immer noch republi- konischen Deutschen Reiches auf den heut« politisch, wirtschaftlich wichtigsten Gebieten uns mit Maßnahmen vom Schlag« Klein- Kleckersdorfs durchstümpern mußten. Ernährungspolitik, Arbeits- befchaffung, Werkspolitik— überall ein unsicheres Tasten, kein Mut, kein Geld zum großen Wurf, der die Zukunft besastet, um die Gegen- wart zu retten. Wir haben gedrängt, gemahnt— und sind ärgerlich beiseite geschoben worden. Leichtsinn nannte man, was doch Vor-. ficht im tiefsten Grunde war. Riesengroß die Aufgaben, die die Not' uns stellt— aber kein Geld, sie zu lösen— kein Mut, Lasten auf sich zu nehmen. Wursteln statt handeln. Das glückliche Berlin hatte vor dem Kriege einen Anleibebedarf von etwa 7S Millionen im Jahre. Es nahm Lasten auf sich, um neue kommunal« Aufgaben zu lösen, bahnbrechend voranzugehen, im Prunke der Reichshauptstadt zu glänzen. Dies« Lasten sind in den Tagen des Unglücks und der Not federleicht, nein, papierleicbt geworden. Die Kleinrentner, die Besitzer städtischer.Goldmark- Anleihen aus d�r kaiserlichen Zeit wissen, warum. Die Lasten der kaiserlichen N:si: erz liegen auf ihnen. Und Berlm, das arm«! Berlin, hat hcu.e eine Schuld von insgesamt vielleicht! zwei bis drei Millionen Goldmarl. Es ist so reich wie nie. Und es hat jahrelang nicht gewagt,«ine neu« Anleihe großen Umfange? herauszubringen, wie auch die Aufgaben der. Not sich türmten. Wohl einmal«in ängstlicher Anlauf— und dann gleich wieder resignierter Verzicht..Es wirtschaftete sich ja so bequem mit der immer leichter werdenden Papierschuld, die«inst eine Eoldschuld war. Der kommunale Finanzpolitiker war v«r>, wöhnt worden. Und Verwöhnung macht bequem, macht ängstlich.■ Nun endlich soll mit dieser Polittk der Kurzsichtigkeit, die sie! schon immer war, Schluß gemacht werden. Nun endlich hat der � Magistrat, Hot anscheinend auch die Finanzverwaltung sich zu den' Schritten entschlossen, die wir hier seit mehr als Jabresfrist fordern.. Di« Finanzdeputation hat gestern die Aufnahme einer Anleihe von insgesamt SO Millionen G o ld ma ri für die dringendsten Arbeiten der Stadtgemeinde beschlossen. Gegenüber den kümmerlichen 5 Millionen, die der Kämmerer noch vor wenigen Wochen anforderte, ein erfreulicher Fortschritt, hoffentlich kommen Ire Maßnabmen nun nicht schon zu spät, hoffentlich sinkt vor allem der Mut nicht wieder, wenn die Schwierigkeiten einer großzügigen Finanzpolitik in das Blickfeld treten. Diese Schwierigkeiten müssen eben überwunden werden. Uns peitscht die Not einer zerstörten Wirtschaft, der Hunger Hunderttausender, das Elend von Millionen vorwärts. SO Millionen Goldmark sind heute natürlich nicht auf dem in- ländifchen Geldmarkte, sind insbesondere nicht ohne dingliche Sicherheit zu haben. Davor aber dürfen wir setzt nicht zurück- sch-ecken Wollen wir die Nord-Süd-Bahn fertigbauen, die! Wert« technisch vervollkommnen, sie in städtischer Regie b'halten, so brauchen wir solche großen Summen, für die unser« i Werk« und Betriebe selbst mit Goldhypotheten basten können und haften müssen. Durch Roggenbriefe nach dem Vorbild der ersten Anleihe im Frühsommer d. I. sind höchstens 500000 Goldmark hereinzubekommen: damit kommen wir nicht weiter. So muß also der Weg beschritten werden, für die einzelnen Aufgaben, die rverbenden Betrieben zuoute kommen sollen, auch diese Betriebe mit Sicherheit zu belasten. Nur so werden wir die laufenden Ein- 1 nahmen der Stadt den wichtigen sozialen und kulturellen Aufgaben zufließen lassen können, während für außergewöhnliche> Zwecke auch außergewöhnliche Mittel bereitgestellt werden. Strenge Sonderung der einzelnen Aufgabengebiete ist das Ge- bot der Stunde, wenn nickt alle gemeinsam leiten sollen. Darum sind wir auch auf das entschiedenste dagegen, daß im Rahmen der neuen Goldanleihe Kämmereizwecke erfüllt werden, und daß dafür i etwa die Güter oder ein anderer städtischer Besitz hypothekarisch be- lastet würde. Wenn die Schadung der einzelnen Aufgabengebiets streng aufrechterhalten wird, so wird sich«ine weitblickende Finanzpolitik treiben lassen, die der Not unserer Zeit gerecht wird und die Losten dieser Zeit der Not auf die hungernden Väter und Mütter und die hoffentlich satteren Enkel gleichmäßig verteilt. Not und Hilfe in Serlin. Die Wohlfahrtspflege-Kundgebung im Rathaus. Die große Kundgebung, die gestern im Rachaus veranstaltet wurde, um zu einer umfassenden Hilfsaktion für die Notleidenden aufzurufen, fand«ine sehr stark« Beteiligung. Oberbürgermeister B ö ß, der den Vorsitz hatte, begrüßte die in großer Zahl erschienenen Frauen und Männer aus der ösfentlichen und der privaten WoHlsaHrtspflege. Bewunderungswürdig sei die Haltung de? Großftadtbeoölkerung in dieser schweren Zeit allge- meiner und bitterer Not. In Berlin sind über 300 000 Personen ohne Arbeit, ober sehr viel größer ist die Schar derjenigen, die hungern. Die Ueberzeugung, daß hier direkte Hilf« von Mensch zu Mensch geboten ist, müsse Gemeingut unserer Berliner Bürgerschaft werden. Stadtverordnetenoorsteher C a s p a r i führt« aus, die jetzige Not � zeige die Unentbehrlichkeit der freien Liebestätigkeit. Für j die preußische Staatsregierung erklärte Minister H i r t f i e f e r, daß sie dem Hilfswerk ihr« tatkräftige Unterstützung gewähren werde. Die Vorsitzende der Berliner Wohlsahrtsvereinigung, Frau W r o n s t y. ! mahnt« die Glücklicheren, die noch die Mittel zu helfen haben, ihre Herzen und Hände zu öffnen. Der Allgemein« Deutsche Gewerkschaftsbund war durch Graß mann vertreten. Er wies darauf hin, daß die Gewerkschaften nicht auf Woh�lätigkett, sondern auf Kamps um die Rechte des Arbeiters eingestellt sind. Trotzdem rechen sie sich gern ein in die Schar der Hilfsbereiten, aber sie wissen freilich, daß ihre materielle Kraft nur gering ist, weil die„märchenhaft hohen Löhne" der Arbeiter wirtlich nur ein Märchen sind. Redner erinnerte an Savonarola, der gegen den Luxus eiferte, und rief den noch in W o h l st a n d lebenden Bevölkerungsschichten zu, von ihrem Ueberfluß an die Notleidenden abzugeben. Einen Einblick in di« Not der Anstalten freier Liebestätigkeit gab Lizentiat Ulrich. In allen diesen Anstalten mit ihren Kranken und Siechen und Hilflosen herrscht furchtbarste Not. Unter lebhafter Zustimmung richtete er an die Landbevölkerung die Mahnung, ihre Vorräte an Getreide und Kartoffeln herauszugeben. Stadträtin W e y l schilderte die Bedrängnis, di« für Jugend- pflege und Jugendfürsorge aus der allgemeinen Not entstanden ist. Berlin hat für 12 000 Waisenkinder zu sorgen, und jedes Kind kostet täglich 12 Milliarden Mark. Im Waisenhaus der Stadt fehlt es an Betten, so daß oft zwei und drer Kinder in einem Bett liegen. Die Rednerin gedachte der Hilfe, die vom Ausland gekommen ist. Aber jeder Groschen, den die eigenen Volks- genossen opfern, sei doppelt wertvoll. Prof. Dr. v. Har- nack rief alle Hilfsbereiten auf, sich zu einer großen Notgemein- s ch a f t zusammenzuschließen. Die eindrucksvolle Kundgebung endete mit Annahme folgender Entschließung: „Die Versammelten richten angesichts der täglich wachsenden Not, die weite Kreis« der Berliner Bevölkerung ergriffen hat, an all« Hklfsfähigen und Hilfsbereiten die dringende Bitte, sich an der gemeinsamen Arbeit zur Linderung der Leiden unserer Brüder und Schwestern mit den Mitteln und den Kräften zu be- teiligen, di««in jeder in den Dienst der Sache stellen kann. Keine neue Sammlung, keine neue Organisation ist erforderlich. Jeder stelle seine Kräfte den vorhandenen Wohlfahrtseinrichtungen zur Verfügung, steuere zu den laufenden Sammlungen bei. Jede Gabe, jeder, auch der kleinste Hilfsdienst trägt zur Erleichterung der Not- läge eines Schwerbedrängten bei. Darum meldet euch zur Mitarbeit bei einer der euch zunächst liegenden Stellen, die gleichzeittg auch Annahmestellen für Geld, Kohlen. Lebensmittel, Kleidung ufw. find: Zentralwohlfahrtsamt und Jugendamt der Stadt Berlin, Poststr. IS, Bezirks-Wohlfahrts- und Jugendämter der 20 Verwaltungsbezirke, Berlin«? Wohlfahrtsveveinigung, Flottwsllstr. 4, die«tuch die Weiter- leitung an die anderen freien Organisationen übernimmt. Notdienst der Berliner Frauen, Eharlottenburg, Goethestt. 22: außerdem für Geldsvenden: Berliner Kohlenhilf«, Postscheckkonto 34, Berliner Volkssveisung, alle städtischen Kassen Konto:„Volksspeisung": Sam- melstelle der Presse, Bankhaus Mendelssohn u. Co., Jägerstr. 49, Konto Berliner Wohlfahrtsoereinigung." Einschränkungen im Personenverkehr. Die Verschärfung der allgemeinen Wirtschaftslage und die Pflicht zu äußerster Sparsamkeit zwingt die Reichsbahn, alsbald ein- schneidende Einschränkungen im Personenzugverkehr vorzunehmen. Die vom Reichsverkehrsminister bereits angekündigten Maßnahmen werden nach einem bereits festgelegien Plan, der auf die gegen- wärtlgen wirtschaftlichen Verhältnisse abgestimmt worden ist, vom Montag, den 12. November, ab durchgeführt werden. Etwa ein Fünftel der Züge des Fahrplans vom 1. Oktober d. I. fallen dann fort. An diese vorläufigen Einschränkungsmaßnahmen werden sich sofort die Vorarbeiten für den organischen Ausbau eines neuen, auf schmalerer Grundlage aufzubauenden Fahrplans anschließen, der weitere Einschränkungen bringen wird. Dann werden die Fahrpläne der einzelnen Stteckcn unter möglichste? Schonung der allgemeinen Derkehrsinteressen nacheinander so schnell wie mög- lich durchgearbeitet werden, um weitere Ersparnisse zu erzielen. Die Reichsbahndirektionen werden dabei,, soweit dies angezeigt erscheint, mit den Verkehrskreisen in Verbindung treten. Der neue Fahrplan wird alsdann schrittweise durchgeführt. Die Aenderungen sollen allmonatlich in Kraft gesetzt werden, damit der Neuaufbau dcs Fahrplans binnen weniger'Monate beendet ist. Sestohlene öotschaften. Einbrecher bei Türken und Afghanen. Ein verhältnismäßig harmloser Diebstahl in der türkischen Äoi- schaft fand jetzt seine gerichtliche Sühne. Zu gleicher Zeit wird aber ein umfangreicher Diebstahl bei der Afghanischen Gesandtschaft gc- meldet, bei dem vor allem kostbares Silberzeug entwendet wurde. Unter der Anklage des Diebstahls in zwei Fällen hatte sich der türkische Staatsangehörige Bulend Bay Faik, ein junger Mann von 21 Jahren, vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte zu ver- antworten. Der aus der Haft vorgeführt« Angeklagte ist der Sah n eines ehemaligen Kultusmini st ers unter Sultan Abdul Hamid. Der Angeklagte hatte in Berlin bis zum Ithre 1919 die Oberrealschule besucht und war nach kurzem Ausenthalt in der Türkei nach Berlin zurückgekehrt. Hier suchte er sich durch Handelsgeschäfte aller Art durchzuschlagen, hatte aber fortgefetzt mit Not zu kämpfen, so daß er zeitweise ohne Obdach war und dank seiner Beziehungen mehrfach in der Botschaft übernachtete. Nach türkischer Manier rollte er sich in einen Teppich«in und tagte sich so auf den Fußboden. Im Mai dieses Jahres hatte er eines Morgens sein„Bett" mitge- n o m m« n und den Teppich für 20 000 M. verkauft. Im September hatte er wieder bei der Botschaft zu tun, da er sich seinen Paß er- neuern lassen wollte. Nach dem Weggang des jungen Mannes be- merkt« der Botschaftssekretär H a k k i, daß sein neuer Baletot ver- schwunden war. Aus Grund des Vorganges mit dem Teppich lenkte sich sofort der Verdacht auf den Angeklagten, und es wm'de gegen ihn Strafanzeige erstattet. Der Angeklagte bestritt den Paletotdiebstahl und erklärte, daß er die Absicht gehabt habe, den Schaden für den entwendeten Teppich wieder gut zu machen, sobald die erwarteten Gelder aus der Türkei eingettoffen feien. Das Gericht sprach den Angklagten wegen des Paletotdiebstohls frei und erkannte wegen Entwendung des Teppichs auf S0 Milliarden Mark Geld- strafe, wobei 40 Milliarden auf die Untersuchungshaft als ob- gegolten angerechnet wurden. Der Haftbefehl wurde aufgehoben. Für viele Billionen Silberzeug erbeuteten Einbrecher in der Nacht zum Donnerstag in der Afghanischen Gesandt- schaft, der großen Villa an der Ecke der Lessing- und Klopstock- ftraße. Zunächst besuchten di« Einbrecher die hochgelegenen Keller- räume, aus denen sie aus den Schränken fast neue Wäsche sowie kostbares seidenes Unterzeug stahlen. Im Empfangszimmer, im Sa- lon und im Speisezimmer stahlen sie das gesamte Tafelsilber für 24 Personen, das aus russischen Werkstätten stammt und den russischen Stempel trägt. Hierzu gehört namentlich ein kost- barer Samowar. Dieses viele Pfund schwer« Silberstück hat außer dem künstlerischen schon ollein einen hohen Metallwert Der Gesamt- wert der Beute ließ sich noch nicht abschätzen. Die Einbrecher sind wahrscheinlich beim Zusammenpacken irgendwie gestört worden. Denn sie haben einige Sachen auf dem Fußboden zerstreut liegen lassen. Zurückgelassen haben sie auch einen Spazier stock ans rotem Malagarohe und«in Messer. Für die Ergreist)g der Täter und die Wiederbeschaffung des gestohlenen Gutes setzt die Gesandtschaft eine hohe wertbeständige Belohnung aus. Kriminalkommissar Trettin nimmt Mitteilungen zur Auf- klärung, di« vertraulich behandelt werden, im Zimmer 103 des Poli- zeipräsidiums entgegen. Copyright Qeorg Müller, München. 13] Die Lofolfischer. Roman von Johan Loser. „Meerleuchten" fuhr mit grünlichem Schaum vorm Bug dahin, und die Brandung an Holmen und Klippen wurde zu grünen Flammen im Dunkeln. Im Osten waren die Berg« jetzt eine schwarze Wand, gegen die lärmend die See heran- prallte, und im Westen tönte das schwere Rauschen der Wellen immer weiter in die Nacht hinaus. Sie segelten immer noch, sie mußten nach Norden, nach Norden. Dann bogen sie um eine Landspitze, und da liegen Häuser in einer Bucht, ein Licht neben dem anderen am Fuße der Bergwand, und im Hafen gelbe Laternen von Schiffen und Booten, die für die Nacht hier vor Anker gegangen waren. Die Segel herunter, den Anker über Bord, den Kaffee- kessel in der Kambüse aufs Feuer. Es war nur knapp Platz für sechs Männer auf den Felldecken, obwohl sie die Oelmäntet ausgezogen hatten, aber Brot und Butter und heißer Kaffee taten gut; gekochtes Essen konnte es nur geben, wenn sich gerade einmal eine Gelegenheit bot. „Du bist ja ein ganz verteufelter Seemann, Arnt, sagte Kaneles, und obwohl die kleine Lampe, die schaukelnd von der Decke herabhing, nur matt leuchtete,, konnten doch alle sehen, daß Arnt Aasan einen ganz roten Kopf kriegte. Lars lachte, Elezeus grinste, Kristaver lächelte, während er fein Brot mit Butter bestrich' und mit dem Dolchmesier Scheiben abschnitt. Es war nicht leicht, in Arnts Haut.zu stecken, er wünschte schon längst nur das eine: wieder zu Haufe zu fein. Da sagte Henrik Rabben, während er dos Gesicht mit dem langen, schonen Bart ihm zuwendete:„Nimm es mit Ruhe. Arnt. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen." Das war ein Trost, und Arnt konnte ihn brauchen. Es waren Kramläden mit Ausschank an Land, und man hörte schon die Leute, die des Guten zuviel getan hatten, lärmen und schreien. Kaneles wollte auch dorthin, aber Kri- ftaver schlug es ihm ab. Er holte aus dem Stroh der Pritsche eine Flasche hervor und schenkte i-dem zum Essen einen Schnaps ein, dann aber sagte er, es fei Zeit zum Schlafen- gehen. �,. Draußen aber ruderte eine Jolle dicht an chnen vorbei und sie hörten an der Sprache, daß es Jakob war. Er mußte natürlich an Land, wenn Aussicht auf eine Schlägerei war. Sie zogen die nassen Wasserstiefel aus, löschten die Lampe und krochen in den Kleidern unter die Felldecken. Sechs Mann in einer Reihe: Lars, der Kleinste, mußte den Platz dicht am Hintersteven nehmen. Nun lag er hier zum erstenmal auf der Lofotsahrt und sollte eine Winternacht in einer undichten Kambüse schlafen, in der Wind und Kälte von allen Seiten eindrangen. Er dachte nach, ob er sich heute wohl als tüchtiger Seemann be» nommen habe. Seine neuen Fausthandschuhe waren im Lauf des Tages sehr naß geworden, und jetzt legte er sie unter sich, um sie für den nächsten Tag soweit wie möglich aufzuwärmen. Und bald schnarchten die müden Fischer um die Wette mit dem Pfeifen im Takelwerk und dem tiefen Orgelton vom Meere her. Vielleicht fühlten sie im Schlaf, daß Gesicht und Hände aufschwollen nach der langen Arbeit in Kälte und See- wind, aber sie schliefen, eingewiegt von den Wellen, die un- ausgesetzt gegen das Boot schlugen. Und vielleicht fühsten sie eine Sehnsucht in Sinn und Körper,— sie waren unterwegs, sie wollten weiter, sie wollten hoch hinauf in den Norden, eine unendliche Menge von Meilen nordwärts. An Land aber lärmten betrunkene Fischsr, die sich mit den Matrosen der großen Fahrzeuge im Hafen prügelten, und dann und wann taumelte eine Jolle über das Wasser, mit johlenden Leuten an Bord. � Man kann schlafen und doch nachdenken. Ein Schlaf- wandle? findet seinen Weg, wo der Wache nicht weiterkommen würde. Kristaver Myran schlief, aber er arbeitete mit der „Robbe". Es war, als fei das Boot den ganzen Tag verdrossen gewesen, es wollte keinen guten Willen zeigen. Gekentert war es drei Winter hintereinander, und heute begann es gut, indem es nicht mitwollte. Kristaver schlief, aber er suchte und suchte, um herauszufinden, was eigentlich mit dem Boot los fei. Mitten in der Nacht fuhr er auf. Er lag neben der Tür, und jetzt schwang er die Beine von der Pritsche und kroch hinaus. Sturm und Schnee schlugen ihm in das Geficht, aber er tastete sich nach dem Mast hinüber, schob das Segel beifeite, bob die Plan« vom Schiffsraum und stand einen Augenblick grübelnd da. Cr war nicht wach genug, um zu wissen, was cr tat, aber er packte mit der Faust eine Tonne Salz und schob sie etliche Armlängen weiter nach hinten. Eine schwere Kiste und ein Sack Mehl nahmen den gleichen Weg. Dann breitete er die Plane wieder darüber und begab sich nach hinten in die Kambüse. Er war naß vom Schnee und vom Sturm durchgeweht, so daß er unter der Felldecke zitterte, aber er schlief ein. Diesmal dachte er nicht im Schlaf. Der Schwer- punkt im Schiffsraum war weiter nach hinten gerückt, fo war es für das Boot besser, das fühlte Kristaver, und deshalb schlief er fest und iraumlos. Henrik Rabben war stets der erste auf den Beinen, denn er mußte Zeit haben, sich zu waschen, Nase, und Mund mit Seewasser zu spülen und sich Haar und Bart zu kämmen. Er sagte nicht, daß andere es auch tun sollten, er tat es nur selber gern. Lange vor Tagesanbruch steuerten die vielen Segel aus dem Hafen hinaus und wieder nordwärts. Es war ein dichtes Schneegestöber, so daß sie nur einige Bootslängen weit sehen konnten, aber sie segelten mit gutem Winde, und Kaneles hielt Auslug. Segel und Takelwerk wurden schwer von Schnee, das Boot mußte dann und wann reingefegt werden, die Männer bekamen selber einen weißen Bart und weißes Haar, und standen sie nur einen Augenblick still, so sahen sie ganz und gar wie Schneemänner aus. Aber sie fuhren dahin, und Schären, Holme und Klippen flogen im Schneegestöber vorüber. Eine wirkliche Fahrt wurde es ja erst, als sie wieder in die offene See kamen und auf Folla zufuhren, und jetzt sahen alle auf der„Robbe" sich verwundert an. Das Boot schien heute besser gestimmt zu sein. Es ritt leichter auf den Wellen, es schoß dahin, als sei ihm eine Last abgenommen. Aber als sie nun„Meerleuchten" und„Meer- blume" einholten und schließlich gleichmäßig und sicher an ihnen vorbeifuhren, da sprang Kaneles vor Freude auf dem Vorder- schiff umher, klatschte in die Hände und sang. Und am Steuer stand der Bootsführcr, mit helleren Augen als gestern, aber noch immer war irgend etwas an dem Boote nicht wie es fein sollte, er fühlte an Rumpf und Takelage, es war ein Fehler, den er finden und beseitigen mußte. So segeln sie einen Tag nach dem andern, bei gutem Wind. bei halbem Wind, bei Gegenwind, so daß sie kreuzen oder gar hinter einer Landspitze liegen bleiben und warten müssen. Es geht durch Sunde und über freies Meer, einen Tag im Schnee- gestöber, den nächsten bei klarem Wetter. Kalt war es immer, und das erste, was Lars und Arnt lernen mußten, war, Stunde für Stunde in dem kleinen Raum im Boot stillzustehen und zu frieren. Man bekommt Schnee in das Gesicht und Wasser- spritze? über den Rücken, die Füße erstarren, auch wenn man sie bewegt, aber bei gleichmäßigem Winde ist weiter nichts zu tun, als die Seemannsbeine einzusi zuwarten. einzustemmen, zu frieren und ab- (Fortsetzung folgt.) Die Reichshilfe". Eine Organisation zur Linderung der Nahrungsnof. Zur Linderung der Nahrungsnot des deutschen Volkes ist die Organisation Reichshilfe" gebildet worden, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch fahrbare und ortsfeste Küchen die Ernährung der Notteidenden sicherzustellen. Die Organisation erläßt folgenden Aufruf, der an erster Stelle von der Genoffin, Ebert unterzeichnet ist: serfahren tätig ist, gebeten, festzustellen, daß er mit dem gesuchten) Franz Langrod nicht übereinstimmt. Die Dollartohle. Nach dem amtlichen Dollarstand vom 31. Dttober stellen sich die Brikett- und Kofspreise ab 1. November in Millionen Mart wie folgt: Küchen- und Ofenbrand ab Lager ( Briketts) 28 170, frei Steller 30 250; Gastots ab Lager 49 850, frei Seller 51 320; bei fuhrenweiser Lieferung Briketts at Lager 28 970, frei Keller 30 060 und Gastofs ab Lager 49 850, frei Steller 51 130. Erhöhung der Werftarife. Die Direktionen der städtischen Das deutsche Volk hungert! Tausende unserer Brüder und Gas-, Wasser und Elektrizitätswerte teilen mit, daß der neue Schwestern sind nicht mehr in der Lage, sich selbst zu ernähren. Gaspreis für den 1. November 3,2 Milliarden, der WasserDarum, Frauen und Männer Deutschlands, rufen wir euch in letzter preis 3,2 Milliarden, der Strompreis 6,4 milliarden beStunde zur Mitarbeit auf: Helft in dieser Not! Es gilt jetzt, Hunger trägt. Beim gleichbleibenden Kurse bleiben die Preise weiter in und Elend zu beseitigen, um das deutsche Volk vor Verzweiflungs- Kraft. schritten zu bewahren, durch die die Reichseinheit zerstört und Deutschland in den Zustand der Kleinstaaterei zurückgedrängt würde. Neue Milchpreise. Ab 1. November sind die Preise für Voll0 Der Kampf gegen Hunger und Not ist Menschenpflicht, ist aber mil 3800 Millionen M. je Liter, für Magermilch 1600 cuch Pflicht gegen das Vaterland zur Erhaltung des Staates. Dieser Millionen M. je Liter. Die A- Milchfarten werden mit 3/4 Liter, Aufgabe will sich in vollem Umfange die Organisation Reichs- die B- Milchkarten sowie die Karten für werdende Mütter( C- Karten) hilfe" widmen. Ihr Hauptsitz und die Geschäftsstelle befinden mit je 1 Liter Bollmilch beliefert. fich in Magdeburg, Schollstr. 1b, und in Berlin, Kurfürsten- Die Einäscherungsgebühr beträgt vom 3. November ab damm 181. Die Reichshilfe", gebildet von Männern und Frauen 350 Milliarden Marf. aller Stände, ohne Rücksicht auf politische Parteieinstellung, will durch fahrbare und fest stationierte Küchen helfen, die Ernährung der notleidenden Kreise des deutschen Vaterlandes sicherzustellen. Berbände wie Einzelpersonen, stellt eure Arbeitskraft der Reichshilfe" zur Verfügung. Frauen und Männer, gebt eure Spenden an Geld und Lebensmitteln an die Sammelstellen. Geldspenden nimmt jede Bank unter„ Konto Reichshilfe" entgegen. Sammelstellen für Lebensmittel werden an den einzelnen Orten bekanntgegeben." Alle deutschen Banten werden gebeten, Geldbeiträge für die Reichshilfe" anzunehmen und sofort wertbeständig anzulegen. Verfügungsberechtigt ist die Reichstagsabgeordnete Frau Katharina v. Oheimb, Berlin W, Kurfürstendamm 181, an die die Banten Mitteilungen über die eingegangenen Beträge richten wollen. Bezirksbildungsausschuß Groß Berlin. Heute, bünktlich 6 Uhr abends, Situng des fleinen Bildungsausschusses. Sonntag, den 4. Nov., pünktlich 3 Uhr nachmittags, im Neuen Theater am Zoo Fuhrmann en hel", Schauspiel von Gerbart Hauptmann, in erftflaffiger Belebung. Der Zuschlag beträgt pro arte 33 Gold. pfennige= 5 Milliarden Papiermart Starten sind noch zu im Bureau des Bildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. of II, 3immer 8. baben bei den Obleuten der Bildungsausschüsse, den Abteilungsleitern und Nächste Feierstunde am Sonntag, den 11. Nov., vorm. 11 Uhr, im Großen Schauspielhaus, Karlstraße, Moloch, ein Chorwerf von Bruno Sön Ian 1. Karten zum Grundpreife von 200 Millionen bro Stud find noch zu haben im Burean des Bildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof II, Bimmer 8, sowie bei den Dbleuten der Bildungsausschüsse und den Abteilungsleitern. Sonnabend, den 3. Nov., pünktlich abends 6 1hr. im Jugendheim, Lindenstr. 3, Konferenz aller Groß- Berliner Jugendausschüsse. Vortrag des Genossen Prof. Se e ftenberg über Neue Wege proletarischer Vorzeitige Steuerzahlungen. Einzelne Steuerpflichtige haben Stunft. Um pünktliches und vollzähliges Erscheinen wird gebeten. gum 25. August 1923 gleichzeitig mit der ersten Rate der Rhein- 4. reis( Prenzlauer Berg). Am 9. November, abends 7 Uhr, im Saalbau Friedrichshain, Revolutionsfeier. Mitwirkende: Ruhr- Abgabe eine Zahlung auf die am 5. Oftober 1928 fällig ge- Männerchor Namenlos", Chordirigent Herr Thilo, Sprechchor für Prole wejene zweite Rate der Rhein- Ruhr- Abgabe geleistet. Estarische Feierstunden unter Zeitung von Albert Floratb, Orgelspiel und Feits find 3 weifel darüber entstanden, ob eine solche vorzeitig rede. Eintrittsfarten zum Grundpreise von 12 Millionen Mark sind zu geleistete Zahlung nur zu ihrem Papiermarkbetrag oder in haben bei den Funktionären. öhe ihres Goldwertes auf die zweite Rate der RheinRuhr- Abgabe abzurechnen ist. Diese Frage ist im legten Sinne zu beantworten. Nach den zweiten Durchführungsbestimmungen zur Aufwertungsverordnung, die der Reichsminister der Finanzen am 27. Oftober 1923 erlaffen hat( veröffentlicht in Nr. 109 des Reichsgefeßblatts, Teil I) werden Steuerzahlungen, die früher als eine Woche vor Entstehung der Steuerschuld geleistet werden, in Höhe ihres Goldwertes auf die Steuerschuld angerechnet. Angebliche Finanzbeamte haben in letzter Zeit in Berlin wieder holt versucht, Durchsuchungen von Wohnungen vorzunehmen. Es ist glücklicherweise gelungen, die angeblichen Beamten zu entlarven und ihre Festnahme zu bemirfen. Das Publikum wird darauf aufmerksam gemacht, daß die mit Durchsuchungen oder Ermittelungen Beauftragten der Finanzämter fich im Besize ordnungsmäßiger, mit Lichtbild versehener Ausweise befinden. Es ist daher dringend geboten, sich den Ausweis vorlegen zu lassen. Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Heute abend, 7, 1hr, im Gesangssaal der Sophienschule, Weinmeisterfir. 16/17, Uebungss stunde. Probe zu, Großstadt" für die Revolutionsfeier. Groß- Berliner Parteinachrichten. Die Preffekommission des„ Borwärts" hat sich in ihrer letzten Sigung neu fonftituiert. Es wurden gewählt: zum 1. Vorsitzenden Gen. Otto Meier, Berlin NW. 21, Stromstr. 42, zum 2. Vorfizenden Gen. Emil Dittmer, zum Schriftführer Gen. Johannes Siege. Buschriften sind an die Adresse des 1. Vorfizenden zu richten. ** 9. Kreis Wilmersdorf. Die Vortragsreihe Moderne Probleme des Sozialis. mus" beginnt am Donnerstag, den 1. November, pünktlich 7½ Uhr, in ber Oberrealschule, am Seepark, Erdgeschoß, Simmer 1. Sörerkarten find a haben am Eingang des Vortragsreumes. Donnerstag, den 1. Novem ber, 7 Uhr, wichtige Besprechung der Obleute des Ordnerdienstes in det Wohnung des Genossen Nostig, Pfalzburger Str. 22, Sof links 1 Tr. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. Freitag, den 2. November, 7½ Uhr, Streismitgliederversammlung im Biftoriagarten, Wilhelmsaue 114-115. Tagesordnung: 1. Die politische Lage." 2. Rechenschaftsbericht des Kreis, porstandes. Erscheinen Pflicht, da wichtige Tagesordnung. 19. Kreis Pankow. Heute pünktlich 7% Uhr in der Schulaula GörschStr. 42-44 ,,, Meister des Gesanges". Mitwirkende: Herr Dr. Jofl und Frau Gertrud Wolf. Karten find noch zu haben am Eingang des Gagles. Berbeausschuß der Post- und Telegraphenbeamten. Die für Freitag angeschte Bersammlung findet wegen des Bezirksbeamtentages nicht statt. 3. Rreis Wedding. Freitag, den 2. November, 7 Uhr, Sigung des Wohl. fahrtsausschusses. Arbeitsgemeinschaft ber Kinderfreunde: Freitag, den 2. November, 7% Uhr, Selfersigung im Ledigenheim, Schönstedtstr. 1. 6. Kreis Kreuzberg. Freitag, den 2. November, 7 Uhr, erweiterte Kreis. vorstandssigung bei Reim, Urbanstr. 29. 11. Kreis Scöneberg. Freitag, den 2. November, pünktlich 7% Uhr, Rreisfunktionärkonferenz bei Will, Martin- Luther- Str. 69. Referent Genosse Bernstein, M. d. R. Erscheinen sämtlicher Kreisfunktionäre Pflicht. Heute, Donnerstag, den 1. November: Jungsozialisten. Gruppe Parlow: 7 Uhr im Jugendheim Diskussionsaben!: ,, Robert Owen und Henry Ford". Morgen, Freitag, den 2. November: 40. bt. 18 Uhr bei Reufner, Sagelberger Str. 20a, Beamtenpersammlung. Thema: ,, Aktuelle Beamtenfragen". Referent Genosse Brinizer. 78. Abt. Schöneberg. Die anberaumte Borstandssigung fällt aus. Alle Barteifunktionäre und Betriebsvertrauensleute nehmen an der Kreisfunktionär. versammlung teil. 85. Abt. Tempelhof. 7% Uhr Mitgliederversammlung im Genoffenschaftswirts. haus, Dorfstr. 51. Thema: Die Ratastrophe der Mark". Referent Genosse Dr. Mierendorf. 93. bt. Renkölln. 7 Uhr im Lokal Ruppelt, Raiser- Friedrich- Str. 171. Funktionärfonferenz. Tagesordnung wird dort bekanntgegeben. Erscheinen Bflicht. Sunglozialisten. Gruppe Echöneberg: 28 Uhr im Rinderhort, Feurigstr. 35, Fortsegung der Bortragsreihe über das Altertum Aegyptens. Referent G. Bothur. Jugendveranstaltungen. Bereinigung der Freunde von Religion und Völkerfricben Mitgliederversammlungen am Donnerstag, den 1. November, Dentiche Friedensgesellschaft, Ortsgruppe Berlin, rufen zur Beabends 71% Uhr: teiligung an der republikanischen Stundgebung am Donnerstag, 1. November, Gesundbrunnen: Schule Gothenburger Str. 2. Marienfelbe: Lokal Safeabends 8 Uhr, im großen Saale der Handwerkskammer, Teltower Straße, auf. Toff. Berliner Str. 114. Neukölln I: Jugendheim Münchener Str. 52. Senefelber- Biertel: Bade. Jubiläen. Am heutigen Tage begeht unser rühriger Parteigenosse Knob Often( Stralaner Viertel): Schule Naglerftr. 3.Epandau: Jugendheim Neuendorfer Str. 37. Ia udh fein 25jähriges Chejubiläum. Der Jubilar stand in früheren Jahren anstalt Oberberger Str. 57. Wedding: Ledigenheim Schönstedtder Schöneberger Parteiorganisation vor und ist feit langem Mitglied des Südwesten: Jugendheim Lindenstr. 3. pie hI in treuer Pflichterfüllung sein 25jähriges Jubiläum als Schriftfcher Bezirksbildungsausschusses. Am 3. November begeht Herr Ernst Sengstraße 1, Diskussion: Warum bin ich in der SA3?" bei der Buchdruckerei Alfred Unger. Spandauer Str. 22. Goldumrechnungssätze 59 1 amerikanischer Dollar( Mittelkurs). 72,5 Milllard. 72,5 1 Dollar Goldanleihe. Notgeldscheine Dollar 18,125, Dollar 7,25 Milliarden Der Heiratsschwindler Cangrod. Durch die Zeitungen geht eine 17,25" Notiz über den Heiratsschwindler Franz Langrod. Wir werden 1 Goldmark nach Dollarkurs.. von einem Herrn desselben Zu- und Vornamens, der sich in Bres. 1 Goldmarki.Lebensmitteleinzelhandel 17,3" lau in halbamtlicher Stellung befindet und im Berdrängungsschäden- 1 Steuergoldmark Theater, Lichtspiele usw. Theater i. d. Volksbühne KöniggrätzerStr. Donn., Freitag 7% 8 Uhr: Schweiger Die lustigen Weiber von Windsor 8 Uhr: Komödienhaus Lessing- Th. Uhr: Rausch Mein Vetter Eduard Berliner Theater Freitag 7U.: Faust. Walhalla- Theater Einlaß 7 Uhr Weinbergsweg 19-20 Anfang 72 Uhr Das große Welt- Varieté Weltberühmte Sensationen, übertrifft jede Varieté- Bühne Ab Donnerstag, 1. November: Erstes Auftreten in Deutschland 8 Indische Fakire Volkstümliche Preise Jed. Freitag Programmwechsel 7.30: Dolly Deut. Künstler- Th. und große internat. Attraktionen. Allabendlich 71: Th. im Admiralspalast TYBBKE Tägi 74 Uhr Drunter and drüber DeutschOpernhaus 7 U.: Carmen ( Aktionärk. ungült.) Große Volksoper ( Max Adalbert) Ctablissement Café Rennen zu Karlshorst ( Strausberger Rennverein) Donnerstag, 1. Novbr. vormittags 10% Uhr 17 ララ Verein Berliner Buch- Deutscher Metallarbeiter- Verband " * Werbebezirk Prenzlauer Berg. Erwerbslose lommen am Donnerstag, den 1. November, morgens 9 Uhr, beim Genossen Hummel, Sophienstr. 5, zusammen. Arbeitersport. Touristenverein. Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin, Abt. Mitte. Donnerstag, den 1. November, 7 Uhr, im Seim, Zimmer 5, Große Frankfurter Str. 17, Monatsversammlung. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. Wetter bis Freitag mittag. Troden und vielfach beiter, nur borübergehend bewölft, Tagestemperaturen etwas niedriger. In der Nacht zum Freitag sehr fühl. Verkäufe Musikinstrumente Pianos preiswert. Klaviermacher drucker u. Schriftgießer Rohrleger, Helfer und Bauklempner.abmaſchinen. Gelegenheitskäufe wenig eint. Brunnenstraße 85. in der mertftatt. gebrauchter Maschinen mit Garantie Der Beitrag beträgt für die Woche Freitag, den 2. nov., abends 7 Uhr, nur bei Fischer, Potsdamerstraße 103. vom 4. bis 11. November 1923 Versammlung Rollendorf 8682. Eigene Reparaturfür Bollmitglieder 16 Milliarden Mart, für Mitglieder, die nicht Brauerei Rönigstadt, Schönhauser Allee. der Invalidenkaffe angehören, 15 Bertrauensmänner eine Stunde früher. Milliarden Mark, für Gewertichaftsmitglieder 12 Milliarden Bau-, Geldschrank- und Möbelschlosser Mark, für Invalidenkassenmit. alieder(§ 6a des Sagungen) 4 Milli. Freitag, den 2. Nov., nachm. 5 Uhr, im Verbandshaus( Arbeitslosenjaal), arden Mart, für Kurzarbeiter Linienstraße 83/85. 12 Milliarben Mark, für die Sehr Funktionärkonferenz. lingsabteilung 160 Millionen Mart.- Vollarbeiter zahlen außer 4 Milliarden Mark. Der Kurzdem cinen Extrabeitrag von Achtung! Bauanschläger Achtung! arbeiter- Beitrag für die Woche vom Freitag, d. 2. Nov., abends 81 28. Dttober bis 3. November beträgt im Berbandshaus( Jugendzimmer), Linienstraße 83/85. 1800 Millionen Mart. Die VerAielka öffentlichung in den Mitteilungen" Branchenversammlung im Theat d. Westens Friedrichstr. 60 Casino- Theater 62 Uhr: Walküre Intimes Theater 8 Uhr: Abendbesuch Die k. u. k. Hose etc. Metropol- Theater Ecke Leipzig. Str. Varieté! Kabarett! im Konzertsaal u.Margaretensaal 8 U.; Der Ehemann ohne Frau! Vorher bunter Teil ReichshallenTh. Tägl. 7½ U. 7% Casinogirls Taglich 14 Uhr: u.Sonnt. 3U. Neues Theat. a. Zoo Uhr: Die Luxustrau Thalia- Theater 7: Scheidungsrelse Theater i.d.Kommandantenstr. Täglich 7 ,, Uhr: Charlie Wallner- Theater 8 OTTOREUTTER Uhr: Causa Haiser Lotte Werkmeister Lisa Weise Komische Oper Curt Vespermaan Janos u. Olivia Allabendlich 71/2 Die größte Revue des Kontinents: Die Welt ohne Schleier Apollo- Theater 7 Aliabendl. 7% Die große Revue Europa spricht davon! Rose- Theater 7% Uhr: Im weißen Röß'l WINT BARTEN Anna Müiler- Lindke Leni Bowitz u. Ines Mesina Lotte Sieber a. Walter Kujawski Sonja Blancardi Eretta u. Cresto 2. Kapellen: J Birnbaum a.H. Hoffmann Täglich 4 Uhr NachmittagsVorstellungen Lotte Werkmeister Lisa Weise Janos a. Olivia Anus Müller- Lincke Lotte Sieber and Walter Kujawski SCALA Uhr: Juternat. Stettiner Sänger Th.a. Kottb. Tor Täglich 71/2 Uhr a. Sonntag nachmittag 3 Uhr: ELITESänger U. a. Esmeralda d. Tänzerin Frauenhaar kauft jeden Posten W. Nelke Belle- Alliance- Str.95 Grammophonplatt Hartgummi kauft W. Nelke Belle- Alliance- Straße 95 KrausePianos Zur Miete Ansbacher Str. 1, Ecke Karfürstenstraße list unrichtig. Der Vorstand. UNITED STATES Amerikanische Regierungsdampfer NACH NEW YORK von Southampton- Cherbourg LEVIATHAN 20, November, 15. Dezember Yon BREMEN über Southampton und Cherbourg nach NEW YORK GEORGE WASHINGTON 27. November, 29. Dezember President Roosevelt 7. Novemb. 12. Dezemb, President Harding 14. Novemb. 16. Januar President Fillmore 21. November America 5. Dezemb. 9. Januar President Arthur.. 22. Dezember Abfahrt von Southampton und Cherbourg 1 Tag später Alles Nähere durch untenstehende Adressen Vorteilhafte Gelegenhelt für Güterbeförderung UNITED STATES LINES BERLIN: W 8, Unter den Linden 1| NW 40, Invalidenstr. 93 W9, Budapester Straße 5| W8, Unter den Linden 22 General- Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen Wohnungstausch Großin u. nach Berlin sowie von Berlin nach auswärts am schnellsten durch eine Anzeige im Berliner Wohnungsanzeiger als einzige Spezialzeitung für möblierte Zimmer, Wohnungen u. Tauschwohnungen Unter der Rubrik ,, Möblierte Zimmer zu vermieten" werden Meldungen von Vermietern kostenlos veröffentlicht. Alte Gebisse Verbund. mit d.„ Gr.- Berliner Wohnungsanzeiger" ist der Anzeiger für Grundstücks- und Geschäftsverkäufe pro Jahn 5 bis 100 Milliarden.Gold., Dublee, Silberbruch tauft Zahn- Ankauf Varieté- Programm Varieté B. Zymelski, Rauchen gestattet!" WeißenburgerStr.32 Bei allen Zeitungshändlern und Kiosken zu haben. 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