Abendausgabe Nr. 512 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 258 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise sind in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 1 Milliarde M. Donnerstag 1. November 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag Gmb. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Noch keine Verhandlungen. Der Kanzler erkrankt. N und glaubt, daß es jetzt wahrscheinlich nicht zu einer Spren gung der Großen Koalition kommen werde. Beratungen über die gestrigen Beschlüsse der sozialdemokratischen„ Da die Sozialdemokraten dies alles wissen, so müßte man Reichstagsfraktion fonnten heute vormittag mit der Reichsregierung eigentlich annehmen, daß sie ihr Ultimatum nur gestellt haben, noch nicht stattfinden, da Reichskanzler Dr. Stresemann ertrantt nur die formelle Verantwortung für den Bruch der Großen Koali- Die Deutsche Zeitung" ist natürlich mit ihrem Urteil und feit Dienstag bettlägerig ist. Die außerordentliche Anspannung, tion dem Reichskanzler zuzuschieben. Die Antwort, die dieser schnell bei der Hand: die feine Amtstätigkeit an jedem Tag dieses Kabinetts erfordert, hat als verantwortlicher Staatsmann nur geben kann, ist mit dem ,, Außer dem Rüdtritt des Gesamtkabinetts gibt es, sein Herz derartig angegriffen, daß er nach dringendem ärztlichen Wortlaut der Fraktionsentschließung unvereinbar." feine Lösung. Die Forderungen der Sozialdemokratie sind für den Rat einige Tage der Schonung bedarf. Auch die demokratische ,, Bossische Zeitung" ist der Mei- Reichskanzler un annehmbar, deshalb unannehmbar, weil er Die Genossen Hermann Müller, weis und Breitscheid nung, daß der Beschluß der Fraktion ,, wie ein Ultimatum mit ihrer Annahme das Bertrauen der Reichswehrin die erfchienen heute mittag 1 Uhr als Vertreter der sozialdemokratischen wirte". Jedoch glaubt sie, daß er Verhandlungsmög Staatsautorität erschüttern und untergraben Reichstagsfraktion in der Reichskanzlei, um liber den gestrigen Frat- lichkeiten zulasse und so formuliert sei, daß er in wesent- würde. Welche Schritte eigentlich der Reichskanzler gegen Bayern fionsbeschluß mit dem Reichskanzler zu verhandeln. Sie konnten den lichen Punkten auch bei bürgerlichen Parteien der Regierungs- noch unternehmen soll, bleibt Geheimnis der Sozialdemokratie. Sie ertranfien Reichslanzler jedoch nicht sprechen, sondern nur mit dem foalition, bei Zentrum und Demokraten, zum mindest nicht glaubt doch wohl selbst nicht, daß Reichswehr auf Reichs, Chef der Reichstanzlei, Staatsjefretär Dr. Kemples, verhandeln. auf Ablehnung stoßen werde: wehr schießt? Herr Stresemann besitzt weder das Vertrauen Dieser teilte ihnen mit, daß nach der Absicht des Kanzlers heute Auch die Demokraten und das Zentrum wünschen die der SPD. noch das der völlisch- nationalen Kreise, und die bürger. abend 6 Uhr eine Sihung des Reichstabinetts staff. Aufhebung des militärischen und seine Ersetzung durch einen zivilen lichen Parteien der Mtite haben sich, wie Sachsen lehrt, als unfinden solle, der sich um 8 Uhr eine Besprechung mit den Vertretern Ausnahmezustand( von dem im sozialdemokratischen Beschlusse fähig erwiesen, den Staat in Not zu retten. Die Sozialdemokraten der Sozialdemokratie anschließen werde. bereiten sich einen guten Abgang vor und halten sich gleichzeitig die Möglichkeit offen, auf den Ministersesseln sizen zu bleiben. In beiden Fällen ist Herr Stresemann zur Ohnmacht verurteilt; also sollte er schon lieber gehen." Heinze rückt ab. nichts erwähnt wird), und die beiden Parteien befinden sich damit in Uebereinstimmung mit den Ministerpräsidenten der Freistaaten, die bei ihrer Zusammenkunft in Berlin den gleichen Wunsch ausge Bor der Regierungserklärung in Sachsen. sprochen haben. Dresden, 1. November.( Eigener Drahtbericht.) Die anEine wesentliche Unterstützung findet er in der Neuordnung gekündigte Besprechung zwischen dem Ministerpräsidenten Fellisch der Verhältnisse in Sachsen, wo die Kommunisten nicht mehr in und dem Reichskommissar Dr. Heinze hat heute vormittag um 9 Uhr der Landesregierung fizen, der als solcher gar nicht zur Auswirkung stattgefunden. Nach dieser Besprechung wurde folgende amfliche gekommene Generalstreit vorzeitig abgeblafen" worden ist und zweifellos eine starke Beruhigung eingetreten ist. Ob aber der Nofiz ausgegeben: Heute abend nach der Bereidigung des Ministerpräsidenten Reichstanzler, der dem Wunsch der Ministerpräsidenten Maschinengewehrfeuer eröffnete. Aber seit wann dürfte es Fellisch vor dem Landtag und der fofort danach erfolgenden Be- mit Berufung auf die allgemeinen innerpolitischer Berhältnisse im rufung der Minister wird die neue Regierung ihr Ami antreten. Der Reiche, die Erfüllung versagt hat, schon jetzt in die Reichskommissar Dr. Heinze wird nach der konstituierung seine Aufhebung des militärischen Ausnahmezustandes einwilligen wird, Funffionen einstellen." ist zumindest zweifelhaft. Der Landtag tritt heute abend um 8 Uhr mit folgender Tages- Im Gegensatz zu diesen Auffassungen ist der deutsch ordnung zusammen:„ Bereidigung des Ministerpräsidenten, Bor- nationale„ Lag" der Ansicht, daß ein Ultimatum nicht stellung des neuen Kabinetts, Regierungserklärung". Reichskom- vorliege: missar Dr. Heinze hat heute vormittag sofort nach der Unterredung Wenn es am Eingang der Resolution heißt, daß die fozialmit dem Ministerpräsidenten das Ministerium verlassen, nachdem eine demokratische Fraktion nur dann in der Koalition verbleiben könne, Stunde vorher bereits die Reichswehr das Haus geräumt hatte. wenn eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt werden, so ist mit Dr. Heinze hat versichert, daß er feine amtliche Handlung mehr aus- dieser Formulierung abfichtlich der Charakter eines Ultimatums führen werde. Er werde heute abend mit der Amtseinführung des vermieden. Es werden sich wahrscheinlich nicht nur zwischen der Ministerpräsidenten Fellisch seine Tätigkeit als Reichsfommiffar be- fozialdemokratischen Fraktion und dem Reichskanzler, sondern auch enden. Das neue Kabinett frat heute mittag zu einer ersten Sigung zwischen der sozialdemokratischen Fraktion und den bürgerlichen zusammen, in der insbesondere der Wortlauf der Regierungserklärung Fraktionen der Koalition Verhandlungen über den Inhalt dieser Resolution entwickeln, und diese Verhandlungen werden wie der von einem Fortschreiten der Ereignisse in Bayern und Sachsen begleitet sein, so daß schon in wenigen Tagen die sozialdemokratische Resolution nicht mehr mit der tatsächlichen Lage übereinstimmen kann. Dieses deutschnationale Blatt wünscht die Aufrecht erhaltung des militärischen Ausnahmezustandes, weil bei seiner Aufhebung das Verhalten der banerischen Regierung gerade in den Punkten, die keine persönliche Angelegenheit darstellen, sondern die aufs engste mit der Einheit des Reiches verknüpft sind, verfassungsrechtlich weit eher zu billigen sei als im Zeichen des militärischen Ausnahmezustandes". festgelegt wurde. Umtlich wird mitgeteilt: Der Reichspräsident hat, nach dem inzwischen in Sachsen eine neue Regierung gebildet worden ift, durch Verordnung vom heutigen Tage die am 29. Oktober auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfassung erlassene Berordnung zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet des Freistaates Sachsen wieder aufgehoben. werden. Der sozialdemokratische Beschluß. Die Aufnahme in der Presse. Der gleichfalls deutschnationale Lokal- Anzeiger" findet in dem Beschluß teinen ultimativen Charafter, Goldanleihe 180! Mit der Bemerkung, daß Reichswehr nicht auf Reichswehr schieße", beleidigt die Deutsche Zeitung" ganz offensichtlich die Reichswehr und ihre Führung. Bis jetzt ist der Bersuch noch nicht gemacht worden, wenn man von Küstrin abjieht, wo die Reichsmehr tatsächlich auf ihre Konkurrenten üblich sein, daß die Reichswehr den Gehorsam ver weigert, wenn sie gegen einen meuternden General und dessen Hitlerische Trabanten zu Feld ziehen joll? Daß es außer den militärischen Möglichkeiten auch noch andere Drucke mittel gibt, die gegen die bayerischen Rebellen angewandt wer den können und müssen, ist selbstverständlich auch den Leuten von der„ Deutschen Zeitung" befannt. Aber da sie offen die Kahrsche Revolte gegen das Reich unterstützen, so wollen fie nach außen lediglich den Anschein erwecken, als ob das Reich gegen Bayern ohnmächtig sei. Kahr- Bayern eine Kulturschande. Am 29. Oktober, also nach etwa vierwöchiger Tätigkeit als Generalstaatskommissar, hatte Herr v. Kahr bereits über 1500 Verordnungen und Anweisungen herausgegeben, denn das an jenem Tage verfügte Verbot der Münchener Post" auf unbestimmte Zeit trägt das Attenzeichen:„ Generalstaatskommissar R/ Mr. 1538". Da anzunehmen ist, daß der verordnungswütige Diktator in diesem Tempo fortgefahren ist, fo dürfte die Zahl der verfassungswidrigen und ungefeßlichen Amtshandlungen, die unmittelbar von seiner Behörde er gangen find, bald 2000 überschreiten! Mit Recht wies das Berliner Tageblatt" darauf hin, daß mit dem Berbot der Münchener Bost" das letzte republikanische verfassungstreue Organ Südbayerns unterdrückt und damit das russisch- boische wistische System der Knebe lung aller nicht regierungsfrommen Blätter auch in Bayern durchgeführt worden sei. Weshalb ist übrigens die Münchener Post" bis auf weiteres verboten worden? Das Artenstück„ Generalstaats tommissar R./Nr. 1538" lehrt es uns: wegen der Artikel „ Bayerns Reichstreue" in Nr. 249 und Ausweis sung von Juden aus München" in Nr. 250. Der Beschluß unserer Reichstagsfraktion findet in der Bresse begreiflicherweise ein sehr lebhaftes Echo. Besonders werden die Voraussetzungen besprochen, von denen nach Meinung der Fraktion das Berbleiben in der Koalition abhängig ist. Die Rechtspresse stellt sich aus begreiflichen Gründen so, als ob sie Herrn Stresemann und sein Kabinett Verbrecherisches Treiben der Spekulation. vor sozialdemokratischen Erpressungsversuchen" beschützen In dem ersten Artikel glossierte unser Münchener Organ müßte. Die Deutsche Tageszeitung" erklärt, die Annahme Dieser Eröffnungsturs gab dem heutigen Devisen- und die Erklärung Kahrs, wonach sich Bayern an Reichstreue von der sozialdemokratischen Bedingungen sei selbst ver- Wertanleihepapier das Gepräge. Es unterliegt feinem Zweifel niemand übertreffen lasse, an der Hand der von ihm allerständlich eine glatte Unmöglichkeit". Man fönne nur an mehr, daß diese stürmische Aufwärtsbewegung der Goldhöchst unterstützten und propagierten Steuersabotage, nehmen, daß die bürgerliche Mehrheit des Reichskabinetts anleihe, die natürlich in engem Zusammenhang mit der Ent- die er bei dem Empfang einer Deputation von Landwirten diesem sozialdemokratischen Erpressungsversuch mit einem wertung der Mark an den Auslandsbörsen und mit der ver- dokumentiert habe: Nicht allein, daß er jene vom Reichstag unumwundenen und kurzen Mein" beantworten worrenen innerpolitischen Lage steht, von den Berufs übrigens mit den Stimmen der Deutschnatio. fpetulanten strupellos ausgenugt mird, um auf nalen und der Bayerischen Boltspartei- beDie Kreuz- Zeitung" meint, der Kanzler stehe vor der Kosten der Reichsbank und des Reiches enorme Gewinne zu erzielen. schlossenen Steuern als" unsinnig“ und„ margistisch" be Frage, ob er die Koalition erneut zusammenflicken wolle oder Es ist eine bekannte Tatsache, daß die Reichsbank ebenso wie die zeichnete, sondern er versicherte sogar auf Befragen ausdrüd nicht: Reichsanleihe A.-B. vermutlich infolge technischer Schwierigkeiten lich, daß er die Bauern vor Pfändungen durch die „ Gibt Dr. Stresemann jetzt nach, so gerät er in volle Abhängig mit der Belieferung von Stücken der Goldanleihe außerordentlich Organe der Finanzämter schützen werde.. Die„ Münchener feit der Gewerkschaften und der Straße. Die Bedingungen der im Rückstande find. Hierauf baut sich eine wilde Spetula. Post" schrieb dazu: Sozialdemokratie sind unausführbar und bedeuten nichts tion auf. Man kauft große Beträge von Goldanleihe, ohne„ Der Generalstaatstommissar ist eingesetzt der Ruhe und anderes als eine Auslieferung der Reichsregierung hierfür irgendwelche Anzahlung zu leisten, und Ordnung willen. Er weiß, was er ihr schuldig ist. Kann es eine an die Sozialdemokratie, gleichzeitig aber auch den verkauft sie nach zwei bis drei Tagen mit abfolut sicherem Gewinn. größere Ruhe und Ordnung geben, als wenn man dem Reich die Reichszerfall; denn ein Vorgehen gegen Bayern, wie es von Bis die Stüde endlich zur Lieferung kommen, haben sie bereits Mittel zur Fortführung seiner staatlichen Aufgaben entzieht, so daß den Roten verlangt wird, fann nur den Abfall vom Reich mehrfach den Besitzer gewechselt. es feinen Beamten feine Gehälter zahlen kann? zur Folge haben. Es gibt nur eine Rettung für Deutschland: die Die Reichsbank hätte diesem Unfug vorbeugen fönnen, wenn sie Und fann man in seiner Treue zum Reich übertroffen werden, feste Zusammenfassung aller nationalen und völkischen auch von den Banten für derartige Aufträge sofortige polle wenn man als Verwaltungsbeamter erklärt, den Bollzug von lebens. Kreise gegen die Herrschaftsgelüfte der Sozialdemokratie." Barzahlung verlangen und Kassenquittungen ausgestellt hätte. wichtigen Reichsgesetzen nicht zulaffen zu wollen? Das Stinnes- Organ D. A. 3." versichert, die sozial- So erleben wir das betrübende Schauspiel, daß nicht nur auf demokratische Reichstagsfraktion fönne natürlich nicht so Kosten der Steuerzahler Riesengewinne von der Speulation ein nain" sein, an die Annahme ihrer Forderungen zu glauben, geheimst, sondern auch das mühsam gezimmerte Gebäude etwas die durch die Terminfestsetzung auf heute 1 Uhr einen ulti- ftabilerer Preise am Warenmarkte wieder über den Haufen geworfen mativen Charakter erhalten haben. Der Reichskanzler habe wird. Die Banten ziehen aus dieser Situation noch insofern Nuhen, die Aufhebung des militärischen Ausnahmezustandes bereits als das Bublifum bei ihnen große Beträge bar einzahlt für Kaufden Ministerpräsidenten als unmöglich dargestellt, eine ordres an Goldanleihe. Diese Beträge werden zu Spekulationen Auseinandersetzung mit Bayern würde aber von vornherein aller Art verwendet. Geld steht an der Börse für den, der diefe jede Verständigungsmöglichkeit ausschließen. Bage auszunutzen versteht, reichlich zur Verfügung. Wer daran zweifelt, der ist eben„ margistisch". Und wer einmal marristisch" ist, dem ist eben nicht zu helfen...." Wegen dieser ironischen Bemerkungen ist die Münchener Post" unterdrückt worden! Dabei hat unser Parteiblatt bei diefer Gelegenheit nicht einmal darauf hingewiesen, daß Kahr sich durch diese Erklärungen gegen eine Ausnahmever ordnung des Reichspräsidenten vergangen hat, die die Aufforderung zur Steuersabotage unter hohe Gefängnis- und Geldstrafen stellt. Der andere Grund des„Post�-Derboks, der Artikel über die Iudenausweisungen, bestand vorwiegend in der An- führung von Tatsachen und von Zitaten aus dem„Ber- liner Tageblatt" und der„Frankfurter Zeitung". Die Kom- mentare zu den angegebenen Einzelfällen von Ausweisungen sind überaus vorsichtig und sachlich gehalten, obwot>l beim Lesen dieser Angaben einem jeden Kulturmenschen die£> ch a m- rö t e ins Gesicht steigen muß. Die„Post" fügte aus eigener Kenntnis noch folgende Mitteilungen hinzu: „In einer Begründung heißt es:„Er ist ein Schädling des beut- schen Volkslebens". Warum? Es ist ihm nichts anderes nachge- wiesen, als daß es ihm in jahrzehntelanger Arbeit gelang, sich«inen gewissen Wohlstand zu erarbeiten. Ist das nicht auch von vielen Tausenden waschecht ch r i st l i ch e r Zeitgenossen zu berichten? Ein anderer wird als„politisch nicht zuverlässig" erklärt. Er weiß selbst nicht, wie er zu der Ehre kommt, als politisch« Persönlich- keit gewertet zu werden. Ein dritter„war seinerzeit bei der Rauferei mit den Nationalsozialisten im Deutsch en-TH«ater-Caf4 beteiligt". Bekanntlich sind die National- sozialisten damals dort eingebrochen, haben die Gäste b e- lästigt und alles kurz und klein geschlagen. Einem ihrer Opfer wird jetzt daraus ein Vorwurf gemacht! Einem an- deren wurde nachgesagt, daß er wegen„Körperverletzung" vorbestraft sei. Der Totbestand? Er hatte vor einer Reihe von Jahren einem anderen eine Ohrfeige verabreicht, die mit der Strafe von— S Mark gesühnt worden war!" Das Blatt bemerkte noch dazu, daß diese Ausweisungs- Praxis, soweit sie sich gegen ausländische Staatsbürger richte, auch außenpolitische Folgen unangenehmster Art nach sich ziehen könnte. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Und deshalb wäre es Pflicht der Reichsregierung, die allein für die auswärtige Politik Deutschlands zuständig ist. diesem schamlosen Unfug, mit dem sich Kahr die Gunst der Hakenkreuzler zu erkaufen hofft, ein Ende zu machen. vom bayerischen Aufmarsch. Bayern» Rebellion gegen das Reich'st ein« so offen- kundige Tatsache, daß selbst die eifrigsten Gönner der Rebellen an- fangen, mit ihrem Leugnen etwas vorsichtiger zu werden. Der „Lokal-Anzeiger" bringt es allerdings noch fertig, alle Meldungen über die militärischen Rüstungen Bayerns folgendermaßen zu glossieren: o „Um aber keiner„einseitigen" Kampfesweife verdächtig zu er- scheinen, hat man zu gleicher Zeit einen Spezialkorresvondenten nach Güdthüringen entsandt, der von dort d-e üblichen Schauergeschichten über den bayerischen Aufmarsch gegen Thüringen, über Schießereien der f)itlerband«n', über Mobilmachung und Grenzüberschreitungen zu berichten weiß. Unter Berufung auf sie hat d'e thüringische Negierung an die Reichsleitung das tele- graphische Ersuchen nach sofortiger Wiederherstellung versassungs- mäßiger Zustände in Nordbayern gerichtet. Es steht zu hoffen, daß in amliichen Berliner Kreisen diese zielbewußten Schauergeschichten nicht mit der gleichen Kritiklosigkeit aufgenommen werden, die ihnen von gewissen Parieiblättern entgegengebracht wird. Der Unfug, der mit ihnen insbesondere im Austand angerichtet wird, laßt ohnedies nichts zu wünschen übrig." Das Kit dasselbe Blatt, das mit anderen Rechtsblättern um die Wette die Schauermeldungen industrieller Nachrichtenbureaus über Sachsen in die Welt setzte, ohne sich im geringsten darum zu küm- mern, ob dadurch„Unfug im Auslande" angerichtet irerde. Natür. !ich weiß der„Lokal-Anzeiger" sehr genau, daß die Nachrichten über den bayerischen Aufmarsch authentisch sind. Er ist deshalb auch' klug genug, seinen Beschwörungen die Dersicherung anzuhängen! „An hiesiger zuständiger Stelle werden die Gerücht« über einen Aufmarsch nnlitärischer Verbände an der bayerisch-thüringischen Grenze, wie wir erfahren, für stark übetrieben und ausgebauscht erklärt. Um jedoch den allzu ängstlichen Gemütern Genüge zu tun, ist von der zuständigen Behörde eine Untersuchung der angeblich zugrunde liegenden Vorfälle«ingeleitet worden." Wenn die amtliche Stelle, die den„Lokal-Anzeiger" unter- richtet, die Meldungen für„übertrieben und aufgebauscht" hält, kann man getrost annehmen, daß sie der Wahrheit entsprechen. Wenigstens sind wir in der Lage, unseren Meldungen nachfolgende silnyaben hinzufügen zu sönnen: In cheil�gersdors hat vergangenen Sonntag Artillerie exerziert. In Schloswiesen(Seßliach) stehen Geschütze. Kartoffeln, die ins Zeuilleton gehören. Von Theodor Thomas. Mr hatten eine junge Dortragskünstlerin gewonnen, die ein sehr bescheidenes Honorar beanspruchte. Bei der sprichtwörttichen Angst der kleinen Gütler und Landarbeiter, bar Geld zu opfern, rechneten wir aber doch Eintrittspreise heraus, die uns da« Unter- nehmen zu gefährden schienen. Da kam uns die Künstlerin selbst mit folgendem Vorschlag ent- gegen: Sie verzichte auf Geld; jeder Besucher solle zwei Kartoffeln mitbringen. Im übrigen kein« Grenz«— nach oben natürlich. Also gut, ein Versuch ist nicht strafbar. Wir klebten es ans Spritzenhaus: Lieder zur Laut« für zwei Kartoffeln. Nicht ohne Neugier sahen wir dem Sonntagabend ent- gegen, wo die Kunst nach Kartoffeln gehen sollte. Zaghaft kamen die Ersten: In kleinen Düten, in Zeitungs- papler und Nasentüchern brachten ste die wertvollen Knollengewächse an. So sorgsam, wie ste einst Drak« mtt nach Deutschland„ver- schoben" haben mag. Und alle Sorten erblickten das elektrische Licht, so daß wir bald dazu kamen, drei Säcke aufzuspannen: für weiße, blaue und rote, je nach Volkgunst. Jeder und jede wurde gleich gefragt:„Blau, weiß oder rot?" Je nachdem kollerten ste ln den oder jenen Sack. Es braucht« uichts gewechselt, nichts herausgegeben zuk werden. Manche hatten die allerkleinsten ausgesucht, ander« freilich dafür nach oben abgerundet: einige behielten noch welche zurück:„Wenn's sauber wird, kriegt se die och nochl" hieß es. Junge Burschen und Mädchen machten„Kippe", und mancher Knecht und Magd hatten wohl ihre Eintrittskartoffeln ehrlich ge- klaut vom„großen Haufen".' Am Schluß der Kasse waren es 2% Zentner der kostbaren Frucht, so daß wir der Kunst drei Säcke opfern sonnten. Ihr hättet mal sehen sollen, was di« Empfängerin für Augen mochte, und wie sie ihr Programm durchführte. Jedes Wort war ein Kartoffelpuffer, jeder Ton ein Kloß aus gleichem Produkt. Als der Abend zu Ende war, bedauerten viele, daß sie nur zwei Kar- löffeln geopfert hatten,„das war eine Schüssel, eine voll« Schüssel wert", hörten wir es flüstern. Ob man das nicht für bestimmte Zwecke erweitern könnt«? Etwa für das Borwärts"-Abonnement? Ueberlegts euch mal, es wäre dann allen geholfen. Auf eine Provision verzichte ich, aber bitte: Säcke mitbringen.... 'f Nie wieder! Da in letzter Zeit die Klagen über das schlechte Essen der fran- zösischen Soldaten immer häusiger wurden, faßte vor«inigen Tagen der Kriegsminister Maginot den Entschluß, mehrere Pariser Kasernen Als Stützpunkt gilt das. Schloß, das stark mtt Waffen gespickt ist. In den südlich von Coburg gelegenen Dörfern sind Gewehre au Zivilisten verteilt worden. Nur die stark mit Industrie durchsetzten Dörfer wurden bei der Verteilung nicht berücksichtigt. Nachts steht vorwiegend Jungdo Posten, auch wird exerziert. Vergangenen Sonntag war m Harth(sütl'ch Coburg) und auf Schießstand Wald- sachsen wieder Scharfschießen. Die drahtlose Telegraphi« in Kaserne Coburg arbeitet äußerst rege. Sehr starker Zuzug fremder Offiziere nach Coburg. Sehr starker Auto- und Motorrodverkchr der Rechtsaktivisten. Roger Meldefahrerverkehr vom Hotel Reichsgraf, dem Stabs- quartier der Rechtsakttwsten. Ehrhardt soll sich seit einigen Tagen hier aufhalten. Hitler wurde bestimmt im Reichsgras beobachtet. Iungdo versichern, daß Ehrhardt bestimmt hier weilt. Vor drei Wochen wurden zw«' F e ld.ge schütze mit 80 Zent- ner Munition, zwei Minenwerfer und Maschinen- ge wehre aus das Gut des Gutsbesitzers Ludloff transportiert. Scheint dort in- der Kirche, auf dem Feld und im Walde dieses Guts- besitzers verstaut zu sein. In Creidl'tz, Zeithorn und Grub am Forst wurden Karabiner und Munition an Mitglieder von„Bayern und Reich" und Iungjdo verteilt. Hierauf wurden diese auf das Schwert vereidigt. In Grub am Forst sind 32 Mann vereidigt worden. Jeden Sonntag ist Scharfschießen von„Bayern und Reich" und Iungdo auf den Schießständen Waldsachsen, Hardt, bei Großwalbur und Meede r. In der Nacht vom 23. auf 24. Oktober ist in Gauerstadt bei Ro- dach«°n Lastauto mit Schießgeräden abgeladen worden. Anscheinend hat man dort auch auf thüringischem Boden hiervon verteilt. Pfarrer Ionson, ein deutschvölk'scher Hetzer, hat Telephoneinrichtung er- hatten. Zwei ftemde Personen, jedenfalls Offiziere, befinden sich ständig bei ihm. Auch ist bei ihm Tag und Nacht großer Verkehr mit Auto und Motorrädern. Weiter heißt es:„Inegale Formationen von Ober- und Unterwasungen und Gestungshausen haben Order erhalten und sind zusammen mit einquartierten Personen von Fechheim nach Kleingarnstadt zu einer Schießübung am 2S. d. M. zusammengezogen worden. Fechheim wurde am 23. d. M. von 30 Soldaten besetzt. In Fechheim befinden sich Geschütze. Am 30. d. M. sind in Ober- und Untevwasungen, Gestungshaufen und Fechheim die rechtsakti- v istischen Stoß- bzw. Sturmtrupps militärisch ein- o« k l e i d« t worden, nachdem dieselben vorher Order erHollen hatten. An dieselben sind Gewehr« oerteilt worden. Am gleichen Tage haben höhere Offizier« w Autos di« Straß« Horb— Hasienberg befahren und am Fechheimer Berg Skizzen angefertigt. In Mittwitz wurden am gleich«: Tag« Patrouillen beobachtet. Die Sonneberger Nattonaifozialisten sind nach Bamberg abmarschiert. Dort befinden sich bereit» sehr stark« Abteilungen, darunter ungefähr 4000 Personen aus Oesterreich. Alles wimmelt dort von Menschen in Windjacken, die ungemein kampfbegeistert sind. In der Richtung auf Burggrub sind von den Bayern Zivil- Personen mit Gewehren versehen worden. Dies« Per- fönen haben bereits Grenzwachen durchgeführt und Per- fönen, die nach Thüringen wollten, visitiert. Bei Steinach a. Wald liegen 250 Soldaten, angeblich bayerische Reichswehr aus Bayreuth. In einem Wald« jenseits der thüringischen Grenze haben Hakenkreuzler ein Lager eingerichtet. Don diesen Personen und von Gendarmerie werden Personen, die die Grenz« überschreiten wollen, noch Waffen durch- sucht." Alle diese Angaben sind viel zu eindeuttg und substanziiert, als daß das Dementtergeschrei der Rechtspresse den Eindruck abschwächen könnte. Boyern rüstet sich tatsächlich zur bewaffneten Aus- eimmdersetzung, indem es die Mobilisierung aller illegalen und völ- ksschen Formattonen duldet. Und die Mittel dazu werden wahr- scheinlich, so wie unsere Verhältnisse sich entwickelt haben, auf Um- wegen von demselben Reich stammen, gegen das sie gebraucht werden. Noch kann die Regieung diese Gefahr bannen, wenn sie sich end- lich aufrafft. thüringische ftufforöerung an Serlin wegen Sapern. Weimar, 31. Oktober.(TU.) Di« Thüringische Staatsregie- rung hat, wie die Telegraphen-Union von ministerieller Seite er- fährt, an die Reichsregierung heute das telegraphische Ersuchen ge- richtet, die verfassungsmäßigen Zustände in Bayern wiederherzu- stellen. Wie die Regierung ausdrücklich versichert, ist eine Aufforde- rung, gegen Bayern vorzugehen, seitens der Thüringischen Regie- rung an die Reichsregierung nicht ergangen. Dagegen fei zur Be- zu inspizieren und das Soldatenessen selbst zu kosten. Da sein B«- such angemeldet war, klappt« natürlich alles und der Minister ist des Lobes voll über die gute Verpflegung der ihm anvertrauten Armee. Bei dieser Gelegenheit erzählt die Pariser Zeitschrift„La Re- publique" eine hübsche Geschichte über den jetzigen Ackerbauminister C h e r o n, der vor dem Kriege m verschiedenen Regierungen Unter- staatssekretör im Kriegsministerium war und als solcher einmal den löblichen Entschluß gefaßt hatte, sich nach dem leiblichen Wohl seiner Soldaten durch einen unangemeldeten Besuch in einer Pariser Kaserne umzusehen. Kaum hatte er den Kasernenhof betteten, als er einem Re- truten begegnete, der gerade einen Eßnapf ttug. Er hielt ihn an: „Halt, mein Freund, ich bin der Unterstaatssekretär im Kriegs- Ministerium. Was tragen Sie denn da?" „Suppe," antwortete der Soldat in strammer Haltung. „Na, geben Sie mir mal Ihren Löffel Herl" Der Soldat wagt« nicht zu widersprechen. Chervn nahm den Deckel des Napfes ab und ah einen vollen Löffel des Inhalts. Doch kaum hatte er geschluckt, da wurde ihm übel und er fragte entsetzt: „Was? Und so was gibt man Euch zum Essen!" „Aber nein," antwortete der Mann verlegen,„das Hab« ich doch nicht behauptet. Das ist nur ein Fraß, den ich für den Hund des Herrn Leutnants aus Ueberresten zurechtgemacht habe, die ich in der Küche zusammengekehrt habe...." Der Herr Unterstaatssekretär hat seither nie wieder unange- meldet das Soldatenessen probiert. « ie Weiter erzählt die„Republique" vom alten Tlemenceau, er sei ein fanattscher Liebhaber von Suppen und er führt gern seine staunenswerte Gesundheit darauf zurück, daß er dreimal am Tag« sehr heiße Suppe esse.' Während des Krieges war er einmal vor Berdun zu Gast beim Stabe des kommandierenden Generals Petain. Bei Tische erzählte er, daß er sich während des ganzen Tages nicht wohl fühle, wenn er nicht am frühen Morgen beim Aufstehen seine Suppe einge- nommen habe. Da fragt« ihn einer an der Tafelrunde: „Wann stehen Sie denn auf, Herr Ministerpräsident?" „Na, so gegen 4 Uhr morgens." „Ja, dann muß aber Ihr Koch noch mitten in der Nacht auf- stehen?" „Ist nicht nötig," erwiderte Elemenceau aanz trocken,„dos besorge ich selber. Ich lasse am Abend eine kochend« Suppe in mein« Wärmeflasche gießen, lege meine Füße auf die Wärmeflasche, und am Morgen brauch« ich nur einen Teller mit dem Inhalt zu füllen." Der Chronist behauptet, es sei nie wieder Suppe an der Tafel des Generals Petain gegessen worden.... Filmfreuden. Der naturwissenschaftliche Film, der auf unter- haltende Weise belehren will, ist als Anschauungsmittel unersetzlich. Immer wieder muß man bedauern, daß er in der Gesanitproduk- tion eine so gering« Rolle spielt. Erfreulicher weis« pflegt die Ufa mit gewohnter Sorgfalt dies Gebiet. Im Union-Theater am Kur- fOTstendamm wurden in einem gemischten Programm, das der gründung des Ersuchens, die verfassungsmäßigen Zustände in Bayern wiederherzustellen, eine erhebliche Menge Male- rials seitens der Thüringischen Regierung gesammelt worden, das noch heute Nacht der Reichsregierung übermittelt werden wird. Das Abkommen öer RuhrinüustrieUen. Das geplante Abkommen zwischen den Vertretern des rheinisch-westfälischen Bergbaues und den Vertretern der Be- fatzungsmächte ist gestern abgeschlossen worden. Nach diesem Abkommen sollen etwa 20 Proz. der ursprünglich von den Franzosen für die Zeit vom 20. Januar bis jetzt verlangten Kohlensteuer, das ist ein Pauschalbetrag von 15 Millionen Dollar, gezahlt werden. Von diesem Betrage sind 10 Proz. sofort zu zahlen. Diejenigen Gesellschaften, welche äugen- blicklich nicht über solche großen Mittel verfügen, können den Betrag in Kohlen entrichten. Die 15 Millionen Dollar sind etwa 20 Proz. des von den Franzosen ursprünglich verlangten Be- träges. Von den neuerdings zu fördernden Kohlen sind 10 Fr. auf die Tonne in wertbeständigem deutschen Gelde zu bezahlen. Die Reparationslieferung wird auf 16 bis 18 Proz. der ab- gesetzten Kohle begrenzt. Es brauchen jedoch nicht mehr als 16 Proz. geleistet werden, wenn die Förderung des Jahres 1921 erreicht ist. Die Reparationskohle für Italien ist dabei nicht mit berücksichtigt. Soweit die für die zurückliegende Zeit entfallenden 10 Proz. der Kohlensteuer entrichtet sind, wird den Zechen die Förderung und der Absatz der Kohle vollständig freigegeben. Das Abkommen soll am 1. November nachmittags in Unna der Zechenbesitzerversammlung vorgelegt werben. Es wird damit gerechnet, daß es von ihr angenommen wird. Die Sachverftänüigen-Konferenz. Poincarös Antwort. Paris, 1. November.(WTB.) Noch dem„pektt Parisien' hat poincare schon gestern abend die Antwort der französischen Regierung aus den englischen Vorschlag bezüglich der an die ver- einigten Staaten gerichteten Aufforderung, sich in einen, Sachver- ständigenausschuß zur Abschätzung der deutschen Zahlungsfähigkeit vertteten zu lassen, redigiert. Das offiziöse Blall schreibt, poincare nehme den englischen Vorschlag an. er verlange nur. daß im Text eine Aenderung vorgenommen würde. Der englische Worllant besage, daß die Sachverständigenkommission zur Zlusgabe haben sell. die Zahlungsfähigkeit Deutschlands zu prüfen. Die französische Antwort oertange, daß dem Dort Zahlungsfähigkeit das Wort augenblicklich beigefügt werde. Diese Abänderung sei formell, aber sie sei von großer Vedeulung. Es handele sich talsächlich darum. die augenblickliche Zahlungsfähigkeit Deutschlands sestzuslellen und es sei keine Rede davon, die Iahlungsfähigkeil Deutschlands für die Zukunft festzusehen. Das sei eine ganz vergebliche Arbeit, denn wer könne voraussagen, welches die timsligen Hilfsquellen Denljch. lands seien. Es sei aber auch eine gefährliche Ausgabe, denn man könnte unter dem Druck der Prüfung der augenblicklichen Zahlung?. fähigkeit, die sicher nur eine sehr geringe sei. in eine Revision des Londoner Zahlungsplans hineingeraten. Aber nach dem IBorlirnik des Verfailler Vertrages, könne die einmal feslgefehte Enlschiisßung selbst nicht durch die Reparalionskoinmission abgeändert werden, wenn sie nicht die einstimmige Z u st i m m u n g der alliierten Regierungen finde, und man wisse ja, daß die scanzöjische Regierung für ihren Teil keiner Einschränkung zustimmen werde. Die französische Regierung verlange, daß die Aufgaben de« Sachversiändigenausschusses von der Reparationskommission bestimmt werden, deren RichkNr.len aber festgelegt seien. Mau glaube nach dem„Petit Parisien", daß die Vereinigten Staaten einen oder mehrere Vertreter bestimmen werden, wie dies in englhchen Kreisen vorgeschlagen worden sei. Französischerseils lege man aus den Ort� des Zusammentritts keinen besonderen Werl. Wenn B e r ll n<•!? Berhandlungsort gewählt werden sollte, werde Frankreich keinen Widerspruch erheben. Reichskagsabgeordneter Genosse B ubert(Osnabrück) he.t wegen Arbeitsüberlastung sein Mandat niedergelegt. Nachsolger ist Genosse Felden, Pastor in Bremen. Jugend angepaßt war, mannigfache Proben gebottm„Das Wattenmeer und sein« Bewohner" machte mit dieser einzigartigen Land- schaft und ihrem Leben und Treiben bekannt. Aus einem Nordsee- Zyklus wurden„Tiergärten des Meeres" vorgeführt, die die Wunder- weit der Seerosen und ihrer Verwandten erschlossen WünderooU waren die Bilder aus der malaischen Kultur(aus Java und Bali), die nicht nur völkerkundliche Belehrung, sondern auch reine Augenfreude vermittelten. Die Rätsel der Zeitlupe, die schnelle Beweyun- gen um das 300- bis SOOfache verlangsamt und dadurch verdeutlicht, und eine fidel« Schwimmstunde vervollkommneten das Programm. „M t den Zugvögeln nach Afrika" hieß der von. den, schwedischen Naturforscher Dengt Berg ausgenommene Film, der in den Kamerspielen ungeteilte Bewunderung erregte. Wie wenig missen wir im Grunde oon den Störchen, Reihern, Kranichen. SttandHögeln und Enten, die Nordeuropa den größeren Teil des Jahres verlassen und ein seltsames Doppeleben in Aegpte» führen Schier unbegreiflich ist es, wie dieser Kamerajägcr, der nicht ein einziges Tier schoß, diese Bogel in ihrem schaarenweiseii Zusammen- leben ckm Nil vor den, Hintergrunde der Pyramiden aus nächster Nähe auf die Platt« brachte. Was für«in lebendiges Gewimmel, welch reine und künstlerische Augenweide! Hat man je den Marabu so stelzen oder die Reiher und Kraniche so stolz daherschreiten sehet,? Und mitten dazwischen liegen in träger Ruhe die Krokodile, um die sich kein Bogel kümmert. Nebenbei wird auch die Art de? Vogel- Zuges in Massen, die den.Himmel verdunkeln, deutlich. Wer un- geahnte Eindrücke aus der Boqelwelt in einer erhabenen Natur haben will, der schaue diesen Film, den Herr Dr. Heinroth mit er- läuternden Worten begleitete.<>.. Der bestohlene Dieb. Botschakow und Baranesf sind zwei russische Flüchtlinge, die, wie so viele Schicksalsgenossen, aus den Wirrnissen ihrer Heimat nach dem Westen flüchteten und in dem Wirbel einer Kroßstadt untertauchten. Da sie nicht gelernt hatten, auf ehrlich- Weise ihr Brot z» verdienen, schlössen sie sich der Zunst der Taschen- dieb« an. Ihre Methoden und ihr Schicksal werde» in einem Pariser Blatt erzählt. Als klug« Kenner der Menschenseele gingen sie von der Beobachtung aus, daß Leute, die sich in Aufregung befinden, am wenigsten auf ihre Sachen achten und dalier am unbemerkiestcn er- leichtert werden können. Sie wählten daher zum Schauplatz ihrer Tätigkeit einen Rummelplatz, auf dem sich ein Löwenbändiger pro- dozierte und eine Lotterie befand. Die aufregenden Borführungen im Löwenkäfig beschäftigten die Zuschauer so, daß sie erst sehr viel später merkten, wenn ihnen die Uhr oder die Geldtosche fehlte, und auch bei der Lotterie waren die Spielenden so mit Leib und Seele dabei, daß sie ihr Geld auch auf diese Weise ohne Schwierigkeit ein- büßten. Schließlich aber erreichte die rächende Gerechtigkeit Bot- schakow und Varaneff auf dem Felde ihrer Ernte, und sie wurden zur Polizei gebracht wo man bei eincr Leibesuntersuchung zahlreiche Uhren und Geldtaschen bei ihnen fand. Das war nicht weiter oer- wunderlich. Aber eine große Ueberroschung wurde Botschakow zuteil, denn bei der Durchsuchung des Freundes und Kollegen stellte sich heraus, daß dieser im Eifer des Geschäfts auch Bötschakows eigene Geldtasche sich angeeignet hatte, in der sich sein ganzes Ver- mögen in Gestalt von Frank-, Rubel- und Markschsinen befand. Frankreich als Helfer der Separatisten. Enthüllungen der„, Humanité". Dreimilliardenfache November- Miete. Paris, 31. Oktober.( WTB.) Die kommunistische Sumanité" Deröffentlicht einen Bericht ihres Korrespondenten aus Düsseldorf, Die endgültige Mietzinsfestsetzung für November, die wir in cuf die Ausführungen in der Dienstagfrüh- Nummer. Haben die der am 26. Oktober eine Anzahl von Dokumenten in Händen hatte, der Dienstagmorgen- Ausgabe mitgeteilt haben, hat in weiten Be- Mieter die gesamte Hausreinigung übernommen, die sich auf den rheinischen Separatismus und seine Ent- völkerungsfreifen Entsetzen ausgelöst, weil viele Mieter nicht mehr so zahlen sie eine 150millionenfache Grundmiete eniger; haben widlung in den letzten sechs Monaten beziehen. Darunter befindet in der Lage sind, neben dem allernotwendigsten Lebensunterhalt sie nur die Treppenbeleuchtung übernommen, so zahlen fich auch eine Rorrespondenz mit der Bejagungsbe-( soweit es dazu überhaupt noch langt) noch viele Milliarden Miet- sie eine 120milltonenfache Grundmiete weniger. Für große hörde. Die Papiere beziehen fich hauptsächlich auf die Partei zins aufzubringen. Nicht nur in den hunderttausenden Berliner Instandsezungsarbeiten fann das Mieteinigungsamt Smeets. In einer Versammlung vom 1. Juli, die in Köln stattfand, Familien, deren Ernährer erwerbslos oder Kurzarbeiter, Sozial- Buschläge bis zur 40millionenfachen Grundmiete festlegen. hat nach diesen Dokumenten Smeets erklärt, der französische Deles rentner, Kleinrentner oder Heeresrentner, Witwen oder fleine Ge= Die öffentlich- rechtlichen Betriebskosten( Grund- und Gebäudegierte habe ihm im Spital erklärt, er tönne auf die aktive Hilfe werbetreibende sind, sondern auch in den Familien der Angehörigen steuern, Straßenreinigungsgebühren, Wassergeld, SchornsteinfegerFrankreichs zählen. England wäre sozusagen gegen Frank- der freien Berufe, der unteren und mittleren Beamten, der Ange geld, Brennstoff- bzw. Stromfosten für Treppen. und Flurbeleuchreich, aber Frankreich lege eben die letzte Hand daran, um sich Eng- stellten und der vollbeschäftigten Arbeiter herrscht bange Sorge über tung sowie die Kosten für Müll- und Schlackenabfuhr) werden be= land widersetzen zu können. Eventuelle Gegenfundgebungen würden die Beschaffung der Mittel zur Beſtreitung der Miete, und viele, fanntlich in voller Höhe umgelegt; die Höchstfäße für die Umalsbald durch die Truppen niedergeschlagen. Smeets erklärte weiter die es noch vermeiden zu können glaubten, müssen jetzt wegen der legung privatrechtlicher Betriebskosten hat der Magistrat für Nodie Führer der Parteien und der Gewerkschaften, die den unerschwinglichen Miete den Gang zum Wohlfahrtsamt antreten. pember wie folgt festgesetzt: Widerstand organisieren würden, würden verhaftet und wenn Es bleibt dem Magistrat nichts anderes mehr übrig, als ganz er= möglich ausgewiesen. Die Truppen würden Waffen von den hebliche Beträge für Mietbeihilfen für die unbe. 1. Private Müllabfuhr Franzosen erhalten. Dorten erhalte eine große finanzielle mittelte Bevölkerung bereitzustellen, wenn diese nicht im 2. Private Schlackenabfuhr Unterstügung seitens der französischen Regierung, Besiz ihrer Wohnungen gefährdet werden soll. Tritt das aber ein, 3. Reffelreinigung um den Staatsstreich möglich zu machen. Smeets habe darauf noch so ist eine Ratastrophe unvermeidlich. Vor der Sorge um die In- 4. Private Fäkalienabfuhr auseinandergesetzt, er wünsche eine Erklärung der Militärbehörde standhaltung der Häuser und Wohnungen steht die Sorge um das 5. Feuerversicherung und auch der französischen Regierung über den Grundsatz der allge- tägliche Brot, und der größte Teil der Mieter sieht immer noch 6. Glasschädenversicherung meinen Hilfe. Dann fönnten die Proklamationen ergehen. Eine nicht die Verwendung der Instandsetzungskosten für diesen 3wed; 7. Wasserleitungsschädenversicherung. Boltsabstimmung müsse wie in Oberschlesien erfolgen. Diejenigen, nicht einmal die Defen und Kochherde sind in der Mehrzahl der 8. Haftpflichtversicherung die dagegen stimmten, würden ausgewiesen. Die Dokumente ent- Häufer nachgesehen und verschmiert worden troß des heran- Bei der Feuerversicherung ist zu beachten, daß der Vermieter hüllen alsdann den inneren Streit in der Partei Smeets, der schließ- nahenden Winters und trotz des großen Mangels an Kohlen, die 5 Proz. der Prämie bei der Umlegung als seinen Anteil vorweg lich zum Aufkommen von Matthes führte. infolge der hohen Preise wenn überhaupt nur in geringer abzuziehen hat; an der Aufbringung des Restes bleibt er nach dem Menge beschafft werden konnten. Maßstabe seiner eigenen Grundmiete beteiligt, wenn er im Hause In einfachen Häusern sind für November an festen 3u wohnt. Steht das Haus in einer besonderen Gefahrenklasse, so schlägen im voraus zu zahlen: gehen die durch die Versicherung des Gebäudes in der höheren Ge. 1. Die Grundmiete fahrenklaffe entstehenden Mehrkosten zu Lasten desjenigen Mieters ( oder Vermieters), der sie infoige feines feuergefährlichen Betriebes verursacht hat. -k. Die Berantwortung für diese Enthüllungen muß der Humanité" überlassen bleiben. Condon, 1. November.( WTB.) Zu den Pariser Meldungen, monach die britische Regierung Frankreich und Belgien benachrich tigt habe, daß sie die Legalität der vorläufigen rheinischen Regierung unter Dr. Dorten und Matthes nicht anerkenne, und jedem Versuch einer separatistischen Bewegung in der britischen 3one entgegentreten werde, wird von britischer Seite hervorgehoben, daß der Schritt der britischen Regierung in der Weise erfolgt sei, daß von seiten der britischen Botschafter in Paris und Brüssel gegen über der französischen bzw. belgischen Regierung unter Bezugnahme auf die betreffenden Etellen der Rede Baldwins in Plymouth zum Ausdrud gebracht wurde, daß England die Schaffung separatistischer Staaten in Deutschland außerhalb der Souveränität des Reiches nicht gleichgültig tetrachten könne, und daß dies ihrer Ansicht nach eine Uebertretung des Versailler Vertrags darstellen würde. Heim warnt vor der Separation. München, 31. Oftober.( Eigener Drahtbericht.) Aus der Rede Dr. Heims auf dem Parteitag der Bayerischen Bollspartei wird in der ihm nahestehenden Bresse folgender bemerkenswerte Paffus nachgetragen:„ Wenn man mich fragt, ob die Separation Bayerns Vorteile brächte, wenigstens augenblicklich, so muß ich sagen: Ja, gewaltige. Ich zweifle nicht, daß beispielsweise die bane rische Mart besser stünde als die österreichische Krone. Wollen wir nun mit dem Reiche hungern oder nach dem Rettungsmittel der Separation greifen? Ich sage das erstere. Eine Separation brächte wohl einen augenblicklichen Erfolg, wir würden aber später um so tiefer in den Abgrund gestoßen. Dieser momentane Borteil würde Jahre der Buße bringen. Id) warne meine Freunde eindringlich vor einer solchen Politit, wenn es mir gesundheitlich nicht mehr vergönnt sein sollte, mich aktiv an der Politik zu beteiligen." T 1fache, 300millionenfache, 2 Für Verwaltungskosten die 3. Für laufende Instandsetzungen die 900millionenfache, zusammen die 1200millionen- und 1fache. Grundmiete oder bei 20 Mark Grundmiete 24 Milliarden und 20 Mark Monatsmiete. Dazu sommen die Umlagen, die nach der Magistratsbekanntmachung fortan spätestens am zwei ten Tage nach Borlegung der Belege zu zahlen sind. Auch bei diesen Einzelzahlungen fönnen sich die größten Schwierig feiten ergeben. Wegen der Verwaltungstoffen in Häusern mit besonderen Ein richtungen sowie in Geschäfts- und Industriehäusern verweisen wir Die Erwerbslosen müssen warten. 82 millionenfache Grundmiese 20 " 17 12 Pr Pr 175 27 80 " 20 B 20 " 1 20 " " Der Mieterbund Stegil e. B. veranstaltet morgen Freitag, abends 8 Uhr, eine öffentliche Mieterversamm Tung in der Oberrealschule Luisenstraße. Hier sollen die Novembergierung geplante Mietssteuer sowie gegen die Behandlung der Stegmietszuschläge besprochen und ferner Protest gegen die von der Remietszufchläge besprochen und ferner Brotest gegen die von der Relizer Müllabfuhr durch die Bezirksverwaltung erhoben werden. Schließlich soll eine Erörterung der Regierungsverordnung bezügi'd) der Gas- und Elektrizitätspreise stattfinden. leisteten Schutz der Persönlichkeit erwarten, falls es den Rechtsputschisten einfallen sollte, über ihre linksgerichteten Mitbürger herzufallen? " Paris, 1. November.( WTB.) Der Matin" schreibt, Boincaré habe Lord Crewe bei der Ueberreichung der englischen Note Die Klagen über die unpünktliche Auszahlung der Erwerbsüber die separatistische Bewegung geantwortet, die rheinische Be- lofenunterstützung und über die mangelhafte Organisation der Zahlwegung fei feineswegs eine französische Schöpfung, die von den stellen wollen nicht verstummen. An den Zahlstellen für ErwerbsBesatzungstruppen ermutigt worden sei. Frankreich wünsche, daß lose herrscht seit Tagen starte Erregung. Die Leute werden unter Zur Beachtung für Gas- und Elektrizitätsverbraucher. fünftig eine feste Barriere des Friedens und der Sicherheit zwischen fortwährender Abänderung der behördlichen Maßnahmen nach den Die Abänderung der Lieferungsbedingungen Frankreich und Deutschland errichtet werde und nicht nur materiell, langem Barten zu erfahren, daß entweder gar fein Gelb oder für 28. Oktober in Kraft getreten. Das Wichtigste aus den neuen Befür sie zuständigen Zahlstellen beordert, um dann nach stunden für Gas und Elektrizität aus den Werten der Stadt ist am sondern auch moralisch eine Entmilitarisierung eintrete. jeden Erwerbslosen nur ein ganz unzureichender Betrag da ist. ftimmungen wurde im„ Vorwärts" bereits am 28. Oktober( SonnDie Hauptschuld für diese unliebsamen Zustände liegt an der allge- tag) in der uns von amtlicher Stelle übermittelten Fassung wieder. meinen augenblicklichen Zahlungsmittelnot. Der unbefangene Be- gegeben. Seit Anfang dieser Woche werden also die Preise urteiler muß aber bestätigen, daß die Erwerbslosen recht haben, von Gas und Elektrizität täglich neu festgelegt, wenn sie auch die einzelnen Bezirksbehörden anklagen. Man soll und zwar richten sie sich nach dem Kohlenpreis des Tages vor Ausdoch vor allen Dingen nicht als Beruhigungspulver ftellung der Rechnung. Unter Berufung auf die Reichsverordnung feste Versprechungen geben, wenn man nicht die vom 24. Oftober hat der Magistrat, mie gleichfalls schon am So war für 28. Oftober im Vorwärts" mitgeteilt wurde, die Gas- und ElektriSicherheit zu ihrer Erfüllung hat. Treptow und Oberschöneweide amtlich mit aller Bestimmtheit polle zitätsverbraucher aufgefordert, alle Reste der ausgestellten RedZahlung zugesichert worden. Die Menschenmassen standen vor sechs nungen spätestens bis einschließlich 3. November Uhr morgens an unter freiem Himmel, und erst am Spätnachmittag an den Kassen der Verwaltungsstellen zu bezahlen. Zu diesen wurde in Treptow mit ganz unzulänglichen Zahlungen begonnen. Rosten wird wegen der Gelbeniwertung für jede angefangene Männer und Frauen stürzten mit ihren hungernden Kindern erregt Woche des Verzuges ein Aufschlag von 10 Proz. des Rechauf den Stadtrat Steuer zu, dessen Beteuerungen, alles zur Hilfe nungsbetrages gemacht. Vom 4. November ab werden alle noch Erforderliche getan zu haben, nicht geglaubt wurden. Noch in der unbeglichenen Rechnungsbeträge auf den am Tage des Zahlungszehnten Abendstunde, als längst alle Bebensmittelgeschäfte gefchloffen einganges gültigen Preis aufgewertet. waren, wurde gezahlt. Biele erhielten nur eine Schazanweisung über einen Dollar, deren Annahme die meisten Geschäfte am anderen Tage verweigerten, oder nur für zwei Milliarden Wechselgeld zugeftanden. Die ganze Organisation der Auszahlung Das bayerische Ministerium für Unterricht und Kultus gibt die ist falsch und beweist starten Mangel an BorausEntlassung des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Geficht. Es ist schon gründlich falsch, gleich Tausende nach einer be nossen Johannes Hoffmann aus dem Volksschuldienst stimmten 3ahlstelle zu dirigieren und dann zwei Beamte, die sich bekannt. Als Grund wird der Versuch Hoffmanns angegeben, die tein Bein ausreißen, mit der Zahlung zu beauftragen. Dann wird Pfalz von Bayern loszulösen. man allerdings erst um Mitternacht fertig. Es muß, da die ErZum ersten Male unter dem Kahr- Ausnahmezustand hatte merbslofenzahl schnell noch steigen wird, fofort eine große Reihe Hitler am Dienstagabend seine Leute wieder im Zirkus Krone ver- neuer Zahlstellen eingerichtet werden, wenn nicht schwere Gefahren sammelt, wobei die ganze Garnitur der nationalsozialistischen Agita- auch in gesundheitlicher Beziehung heraufziehen sollen. Entgegen toren zu Worte fam. Geplant und durch Blafate angekündigt waren anderen unverantwortlichen Nachrichten haben sich die Erwerbslosen, abgesehen von verständlichen Temperamentsentladungen einzelner ursprünglich vier Mitgliederversammlungen, die aber verboten, d. h. Personen, sehr ruhig verhalten. Man soll aber die Sache auf die eine Mitgliederversammlung im Zirkus Krone beschränkt nicht auf die Spize treiben und hungernde Menschen unnötig reizen. wurden. Im Zusammenhang damit hat der Generalstaatskommissar Deshalb müssen auch die voreiligen Drohungen nervöser leitender am Mittwoch eine Berfügung erlassen, durch die die Polizeibehörden Beamten mit der Schupo unterbleiben. ermächtigt werden, in geeigneten Fällen die 2 bhaltung öffentlicher politischer Bersammlungen in geschlossenen Räumen zu genehmigen. Es ist also damit zu rechnen, daß die politische Betätigung der rechtsraditalen Organisationen vom Ausnahmezustand nicht mehr behindert werden. Rücktritt Lord d'Abernons. Condon, 31. Oftober.( WIB.) Bon unterrichteter Sete ver. lautet zu den Meldungen über den bevorstehenden Rücktritt des britischen Botschafters in Berlin, Lord d'Abernon: Als Lord ' Abernon den Berliner Botschafterposten im Jahre 1920 über nahm, geschah dies unter der Vorausseßung, daß er ihn eine befristete Beit innehaben werte, d'e bald abläuft. Der Zeitpunkt des Rücktritts Lord d'Abernons und die Person seines Nachfolgers tehen jedoch noch nicht fest. 1 holländ. Gulden 1 argent. Papier. Beso 1 belgischer Frant 1 norwegische Krone 1 bänische Krone 1 schwedische Krone 1 finnische Mark 1 japanischer en 1 Pfund Sterling 1 Dollar 1 iltalienische Lira 1 französischer Frant 1 brasilian. Milreis 1 Schweizer Frank 1 spanische Beseta 1 österr. Krone( abgeſt.) 1 tschechische Krone 1 ungarische Krone 1 bulgarische Lewa 1 jugoslaw. Dinar 1. November Geld Brief M Millionen Mart, T 81. Oftober Gelb 1 Brief Tausend Mart. 3651 M 1945 M Auch noch ,, Rentenpfennige". Bon all dem wertbeständigen Geld, das bisher ausgegeben wurde, ist in der Deffentlichkeit nicht viel zu sehen gewesen. Wahrscheinlich befindet es sich wieder in festen Händen" der Spefulanten und Schieber, während dem Gehalts- und Lohnempfänger, der unter der Last seines wertlosen Papiergeldes täglich tiefer zu Boden sinkt, nichts davon offenbar wird. Jetzt soll, wie es heißt, auch mit der Ausprägung der Rentenpfennige bereits begonnen worden sein. Es handelt sich um Stüde von 1, 2, 5, 10 und 50 Pfennigen. Die 1 und 2- Pfennigstücke sind ähnlich wie die Friebenspfennige aus Kupfer hergestellt, die übrigen Werte bestehen aus einer Mischung von Aluminium und Kupfer, die einen gold gelben Glanz hat. Na also, doch wenigstens goldgelber Glanz, wenn es auch Tinnef ist. Baul Der König der Güterdiebe". Der König der Eisenbahngüterdiebe", Pernas, deffen Treiben schon oft die Kriminalpolizei befchäftigt hat, ist wieder einmal verhaftet worden. Bernaß ließ stets mit angenommenem Fuhrwert den angeblichen Auftraggeber auf den Güterbahnhöfen vorfahren und aufladen oder von anderen Wagen, die unterwegs angehalten wurden, überladen. Seine Haupthelfers. helfer waren zuletzt ein Franz Kehler mit dem Spiznamen Schlächter frang", ferner brei Männer namens Rusak, Rumbrecht und Stahl. Einer der größten Streiche, die die Bande in der letzten Zeit verübte, war der Diebstahl auf dem 3011 padhof am Lehrter Bahnhof, bei dem ihnen 28 Fässer Talg in die Hände fielen. 2m 12. September erbeutete sie auf dem Nordbahnhof neun isten Gier, von denen acht in der Zentralmarkthalle verkauft wurden, während sich die Bandenmitglieder in den Inhalt der lekten teilten. 2m 18. September stahlen sie auf dem Schlesischen Bahnhof eine große Menge Roggen, am nächsten Tage auf dem Lehrter Güterbahnhof zehn Sad Hafer, am folgenden Tage auf dem Charlottenburger Bahnhof vier Motoren und zwei Fahrräder. In der Halle des Stettiner Bahnhofs wurde er in dem Augenblick festgenommen, als er sich eine Fahrkarte lösen wollte. Der Ber. haftete fagt, daß er sich jetzt habe gesund machen wollen, um in der Provinz ein ehrliches Leben zu beginnen. Zu der Unterbewertung der Berliner Zahlungsmittel, über die wir berichteten, hat das Kaufhaus des Westens G. m. b. H. an den Magistrat nachstehendes Schreiben gerichtet:" Unsere Firma hat bei Ausgabe des wertbeständigen Reichsgeldes fofort, insbefendere auch am 29. Oktober den Aushang des täglichen amtlichen Kurses an allen ihren Kassen veranlaßt. Mit dem Augenblick der Ausgabe der Stadtgoldscheine sind die Kassen mit der weiteren Anmeifung verfehen worden, diese Stadtgoldscheine zum amtlichen Kurse der Goldanleihe in Zahlung zu nehmen. Zum Erweise dessen fügen wir Aushang und Kaffenbelege bei. Das Anerbieten, einen Stadtgoldschein nicht zum Tagesturse, sondern nur zum Kurse von 50 Milliarden anzunehmen, war ein lebergriff eines einzelnen Ange. Der Magistrat hat darauf von weiteren Schritten ftellten." Abstand genommen. Der Leiter der Lietschen Landerziehungsheime Bieberstein, Saubeoda und Klienburg, Dr. Andreefen Schloß Bieberstein a. Rh. spricht beute 7%, Uhr im Werner- Siemens- Gymnasium, ohenstaufenstr. 47/48 Untergrundbahnhof Vittoria- Luise- Plak) fiber Ließ. sein wirken, feine Jeder Echulen früher und jetzt.( Bund entschiedener Schulreformer). mann eingeladen. „ Wer es verdient, bekommt Prügel." Diese Auskunft erteilte, wie man uns schreibt, vor wenigen Tagen der Polizeileutnant Bräuer in Hermsdorf einem Genoffen auf die Frage, ob es zulässig sei, daß ein Polizeibeamter Schimpfworte gebrauche und 51870 M 52130 M 28329 M 28471 M mit Gdlägen brohe. Der Genosse war von einem vor seiner Woh42893 M 43107 M 23142 M 28258 M nung beschäftigten Fuhrmann ohne Veranlassung in antisemi6688 M 6717 M 3669 Mtischer Weise angepöbelt und bedroht worden. Auf der Herms19950 M 20050 M 11172 M 11228 M dorfer Polizeimache, die er um Schuß anging, beauftragte der 22943 M 23057 M 12569 M 12631 M Rriminalaffiftent Simon einen Beamten mit der Feststellung des 35812 M 85488 M 19152 M 19248 M Fuhrmannes. Als darauf der als deutschpöllisch ortsbekannte Ober1955 M wachtmeister Beyer dem Beamten Weisungen erteilte, die dem 36090 M Genossen unzureichend erschienen, und dieser dagegen Einwendungen 3268 M machte, bedrohte ihn Beyer mit Schlägen und Inhaftie825812 M rung und beschimpfte ihn feinerseits in grob antisemitischer Weise, 72681 M bis er von dem Kriminalassistenten zur Ruhe verwiesen wurde. 4291 M Bezeichnend ist es, daß nach den Auslassungen des dem Genossen 6616 M beigegebenen Schuhmannes die letzten politischen Vorgänge in 28741 M 28859 M 12868 M 12932 M Bayern jene Stimmung der Polizeibeamten erzeugt hatten, die der den 2. Non, nachm. 4 bis 16 Uhr: Wichtige Belprechung aller Bertrauensmänner, 17756 M 17844 M 9676 M 9724 M Obermachtmeister zum Ausdruck brachte. Auch in Gegenwart des 1017 T 1028 T polizeilichen Begleiters fezte dann der Fuhrmann seine Drohungen 2115 M 2125 M und Beschimpfungen fort, so daß der Genosse seine Wohnung nicht 8930 T 3950 T verfassen fonnte, ba der Beamte die verlangte Siftierung ablehnte. 678 M 677 M Darf man nach diesen und ähnlichen Erfahrungen von seiten 860 M 864 M Der Hermsdorfer Polizeiwache den durch die Berfassung gewähr 6005M 6035 M 8252 M 35910 M 598500 M 601500 M 824188 M 129675 M 130325 M 72319 M 7840 M 7880 M 4269 M 6584 M Groß- Berliner Parteinachrichten. Werbeausschuß der Kommunalbeamten, Angestellten und Silfskräfte. Freitag, stofferftr. 69 I( Gigungsfaali. Auswirkung des Beamtenabbauceleges in der städti ichen Verwaltung Referent Genpffe Stadtrat Dr. Friedländer. Ape Bezirke, Bureaus und Betriebe müffen vertreten fein. 17. Kreis Lichtenberg, Ausschuß für Arbeiterwohlfahrt. Freitag, den 2 Non., 7 Uhr, wichtige Sigung im Kinderheim, Bühlischitt. 21, Ede Gemmeftr. 26. Ale in ber Wohlfahrtspflege tätigen Genoffinnen und Genoffen einschließlich der Frauenfunktionäre find eingeladen und werden um pünktliches Erscheinen gebeten. Gewerkschaftsbewegung Unerläßliche Voraussetzung von Ueberstunden. Man wird einwenden, daß es sehr wohl vorkommen kann, daß ein Unternehmen mehr als voll beschäftigt ist, technisch aber keine Einstellungen mehr vornehmen kann, während gleichzeitig in derselben Branche große Arbeitslosigkeit herrscht. In diesem Falle und solche Fälle waren stets, besonders in Zeiten starker Beschäftigung, eine alltägliche Erscheinung muß eben die Annahme weiterer Aufträge verweigert werden und die Auftraggeber müssen sich an talten Maßregeln auch auf dem Gebiete der Arbeitszeitsgreifen, die ein Herabsinken des Arbeitslohnes unmöglich machen, fönnen tie sichere Katastrophe verhindern." Sie ermöglichen, den Lohn mit wertbeständigem Geide Db den fortdauernd steigenden Ziffern der Arbeitslosigkeit in zu bezahlen. Die Unternehmer sind gesetzlich zu zwingen, die den letzten Wochen nicht fortdauernd zu weiterer Steigerung auf- Arbeitskraft wie die Ware mit wertbeständigem Gelde zu bezahlen. In der Ueberzeugung, daß nur schnelles Handeln der Parteien geholfen wurde, läßt sich nur stark vermuten und leider durch- und der Gewerkschaften die Arbeiterschaft vor der völligen Entweg nicht genau nachweisen. rechtung durch Faschismus und Kapitalismus retten fann, be= Die frühere Produktivität und damit die für die Lebenshaltung schließt die Versammlung, die Ortsverwaltung zu beauftragen: der Bevölkerung notwendige Verbilligung der Lebensfosten glaubten 1. Sofortige Vorbereitungen für einen eventuellen Generaltie weiten Kreise der deutschen Wirtschaft" nur dann herbeiführen streit zu treffen; 2. In den Betrieben Aktionsausschüsse aus den zu können, wenn sie vom Dre schichtensystem wieder zum Betriebsräten zu bilden; 3. Dafür Sorge zu tragen, daß die Bes früheren 3 weischichtensystem zurückkehren können.„ Diese triebsräte für die Ginquartierung der im Betrieb wohnenden Arbeitnehmer bei verheirateten Mitgliedern oder solchen mit eigener Möglichkeit ist aber bei dem vorliegenden Arbeitszeitgefeßzentmurf Bohnung die nötigen Maßnahmen treffen. nicht gegeben". Will man etwa die Möglichkeit zu zwölf. stündiger täglicher Arbeitszeit? BP Der AfA- Bund an seine Mitglieder. Bom AfA- Bund wird folgender Bericht verbreitet: Wirtschaft Der Der Entwurf des Arbeitszeitgesetzes ist in erster Linie auf feine praktische Auswirkung zu prüfen. Daß wirtschaftlich notwendige Mehrarbeit zu leisten ist, darüber besteht feine Meinungsverschiedenheit. Was aber ist wirtschaftlich not wendige Mehrarbeit? Ist es etwa wirtschaftlich notwendig, wenn ein Unternehmen Entlassungen vornimmt und die verminderte Belegschaft zu leberstunden anhält? Jeber Unternehmer ist nach dem Entwurf ohne weiteres berechtigt, an dreißig Tagen im Jahre Ueberstunden vornehmen zu laffen. Außerdem kann durch behördliche Anordnung eine weitere Vermehrung der Ueberstunden vorgenommen werden, ohne daß diese Ueberstunden durch ihre wirtschaftliche NotGegen die Berfütterung von Brotgetreide. Wie der Amtliche wendigkeit begründet zu sein brauchen. Nach den jüngsten Das furchtbare Elend der Angestellten, Arbeiter und Beamten, Preußische Pressedienst mitteilt, ersucht der Minister des Innern Erfahrungen in Bayern haben wir alle Ursache, nach dieser die Erbitterung gegen die Politik der Reichsregierung haben in der in einer Verfügung die Regierungspräsidenten, den Berliner PolizeiRichtung doppelt und dreifach mißtrauisch zu sein. Deshalb legten Zeit eine immer schärfere Kritik an der Haltung der Spizen- präsidenten und das Landespolizeiamt, die Durchführung des vom ist zu verlangen, daß Neberstunden nur dann angeordnet werden gewerkschaften erzeugt. Insbesondere hat das schroffe militärische preußischen Staatskommissar für Boltsernährung an die Ober- und Tönnen, soweit es sich nicht um unvermeidliche Betriebsstörungen und Eingreifen in Sachsen im Gegensatz zu der gegenüber den bayerischen Regierungspräsidenten gerichteten Erlasses über das bestehende VerNotfälle höherer Gewalt handelt, wenn sie wirklich wirtschaft. Machthabern geübten Nachgiebigkeit die allgemeine Mißftimmung fütterungsverbot für Brotgetreide vom 24. Septemaufs äußerste gesteigert. Der Vorstand des AFA- Bundes hat deshalb ber d. J. durch die nachgeordneten polizeilichen Dienststellen sorglich notwendig sind. Dies läßt sich sehr einfach durch folgende in seiner heutigen Sigung das bisherige Vorgehen, die Taktik und fältig überwachen zu lassen. Ferner weist der Minister besonders Formel erreichen:" Soweit eine Vermehrung des Personals in Methoden der Spitzengewerkschaften einer eingehenden Nachprüfung auf eine Bestimmung der Verordnung vom 13. Oktober d. I. hin, folge Mangels an Arbeitsfräften nicht möglich ist." Nur in folchen unterzogen, über deren Ergebnis die Mitglieder des AFA- Verbände wonach das nachweislich mit Brotgetreide gefütterte Vich einFällen darf den Unternehmern und den Behörden die Möglichkeit einen Anspruch haben, uneingeschränkt informiert zu werden. gezogen werden kann. gegeben werden, eine zeitweise Berlängerung der Arbeitszeit mit Die Spigengewerkschaften haben in der zurückliegenden Zeit auf Auch die Reichsbahn nimmt Goldanleihe. Alle vom Reichss Pustimmung der Belegschaft vorzunehmen. Die einfache Zustim- wirtschafts, finanz- und sozialpolitischem Gebiet ununterbrochen ver- finanzminister zugelassenen wertbeständigen Zahlungsmittel werden mung der Belegschaft genügt nicht. Es ist sehr wohl denkbar, daß sucht, durch fachliche Reformvorschläge rechtzeitig eine Entspannung auch an den Kaffen der Deutschen Reichsbahn, und zwar zum Nenneine Belegschaft, durch, fortgesetzte Entlassungen und Unterbezahlung der Lage herbeizuführen. Wenn die aufgestellten Forderungen zum werte, in Bahlung genommen( Goldanleihe, Dollarschazanweisung, großen Teil unerfüllt geblieben sind, und neuerdings auf Grund des Stadtgeld usw.). mürbe gemacht, zu einer Ueberschreitung des Achtstundentages ihre Ermächtigungsgesetzes auch noch die soziale Schußgefeßgebung meit Annahme von Goldanleiheftüden bei Steuerzahlungen. Bustimmung gibt, während Zehntausende ihrer Berufskollegen ar- gehend abgebaut wird, so spiegelt sich in diefer verhängnisvollen Ent Reichsminister der Finanzen hat die Finanzbehörden angewiesen, britslos auf der Straße liegen. wicklung die Haltung der politischen Parteien. Es ist ungerecht, Stüde der wertbeständigen Anleihe des Deutschen Reichs( Gold. immer wieder die Gewerkschaften für die Handlungen oder Unter- anleihe) und die für sie ausgegebenen 3Zwischenscheine an Zahlungslassungen der Parteien verantwortlich zu machen, da den Gewerk- ftatt bei Steuerzahlungen allgemein anzunehmen. schafter keinerlei unmittelbarer Einfluß auf die Entscheidungen der Die Annahme erfolgt zu dem vom Reichsminister der Finanzen festBarlamente zusteht. Es darf auch nicht übersehen werden, daß durch gestellten Wert. Bis auf weiteres gilt als Anahmewert der Nennangehören, das Maß der Aktivität der Gewerkschaften nicht unmesent-( also Stücke im Einzelwert von 42 Goldmark die jeweilige Haltung der Parteien, denen die Gewerkschaftsmitglieder wert. Die mit Zinsscheinen ausgestatteten Stücke der Goldanleihe = 10 Dollar und mehr), lich beeinflußt wird. Die Spigengewerkschaften sind schließlich nur denen der laufende und die später fällig werdenden Zinsscheine nicht die vollziehenden Organe der Einzelverbände und deren Mitglied beigefügt find, sowie beschädigte. oder mit Bermerken versehene und schaften. Diese sollten das gilt insbesondere für die Angestellten infolgedessen nicht umlauffähige Stücke sind von der Annahme ausals Mitglieder ihrer Parteien dort mit derselben Energie für die geschlossen. Eine Zinsvergütung erfolgt in feinem Falle. Bei An Durchsetzung der gewerkschaftlichen Forderungen kämpfen, mit der nahme der Stüde wird ihr Goldwert in Papiermark umgerechnet. Der Umrechnung wird der Goldumrechnungsfag zugrunde gelegt, oft recht oberflächliche Kritik an den Spizenverbänden geübt wird. Der Vorstand des AfA- Bundes muß es ablehnen, die Spitzen- der am Tage der Zahlung für Reichssteuern gilt. Dieser gewerkschaften als die Brügelfnaben der politischen Parteien be- Goldumrechnungssatz kann aus der Tagespreffe entnommen oder aus trachtet zu sehen. Er wird auch fünftig seine volle Unabhängigkeit den Aushängen auf den Bostanstalten( bis zu den Poſtagenturen gegenüber den politischen Parteien und jeder Regierung aufrecht einschließlich) ersehen werden; die Finanzbehörden erteilen über die erhalten. Höhe des Goldumrechnungsfazes jederzeit Auskunft. Internationaler Schiffstruft. Die russische Regierung hat den Stonzessionsvertrag genehmigt, der zwischen der HamburgAmerika Linie, dem Norddeutschen Lloyd und der White Star Line sowie der russischen staatlichen Handelsflotte und der russischen freiwilligen Flotte abgeschlossen wurde. Bie bereits erwähnt, hat sich die Vereinigung deutscher Arbets Kapital der Gesellschaft beträgt 15 000 Pfund Sterling. Der enggubernerbände ihre Stellungnahme zu dem Entwurf sehr leicht lische und amerikanische Anteil muß voll eingezahlt werden, wäh gemacht, indem sie schlankweg die Wiedereinführung der rend die russische Handelsflotte die Hälfte ihrer Aftien zur freien Berfügung stellt. Die Gesellschaft bereitet die Gründung einer Borfriegsarbeitszeit fordert, d. h. den Fortfall jet weder Der Borstand des AFA- Bundes meiß sich in voller Ueberein- gemischten Schiffahrtsgesellschaft vor, die den weiteren gesetzlichen Beschränkungen als sie 1914 bereits bestander.. ſtimmung mit den Borständen des Allgemeinen Deutschen Gewerk- Namen„ Bureau des Boyages Océan" führen und das ruffiſche EinDie in dem Stinnesblatt, der„ DA3., zum Ausdrud kommenden schaftsbundes und des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes, wenn und Auswanderungsgeschäft betreiben wird. Sie plant, in ganz Unternehmerforderungen gehen auf die Einzelheiten des Entwurfs er unbeirrt von politischen Tagesströmungen an der innigen Gemein- Rußland Filialen zu errichten und weitere Schiffahrtsgesellschaften, Es sei zweifellos anzuerkennen, daß der Entwurf eine schaftsarbeit der drei gewerkschaftlichen Spitzenverbände festhält. vor allen Dingen die amerikanischen Gesellschaften Red Star Line, ganze Anzahl von Vorzügen enthalte, doch sei er nach Dieser gewerkschaftliche Dreibund der Angestellten, Arbeiter und Be- die United American Lines und die englische White Star Dominions einmütiger Auffassung weiter Kreise der Wirtschaft( d. h. der Unteramten muß der unüberwindliche Schutzwall gegen den Aufmarsch Lines zu beteiligen. Verminderte Zudererzeugung. Nach einer Umfrage des Vers nehmer) in der vorliegenden Fassung nicht geeignet, den volkswirt der Reaktion sein. Der AfA- Borstand hat in einer besonderen Kundgebung das eins der deutschen Zuckerindustriellen werden im Jahre 1923/24 schaftlichen Bedürfniffen, insbesondere dem Verlangen nach ge steigerter Produktion Rechnung zu tragen. Bornehmlich unter dem Arbeitszeitgesetz abgelehnt; er hat weiter beschlossen, seiner demnächst in 264 Fabriken( im Vorjahre 263 Fabriken) 75,74 millionen stattfindenden Ausschußsizung den sofortigen Austritt aus Der Doppelzentner 3uderrüben verarbeitet gegen 93,72 Einfluß des Achtstundentages, nicht etwa unter dem Einfluß der Zentralarbeitsgemeinschaft vorzuschlagen. Den sächsischen Kollegen Doppelzentner im vorigen Jahre. Erzeugt werden schäßungsweise großer. Hungerfur, der die Arbeitnehmerschaft unterworfen wurde, wurde nachträglich die Zustimmung zu ihrem Proteststreit mit der 11,89 Millionen Doppelzentner Zucker. Im Jahre 1922/23 betrug sei die Nachkriegsleistung gegen die Borfriegszeit um etwa 50 Proz. Zusicherung gegeben, daß sie auf die unbedingte Solidarität der Ge- die Produktion 14,56 Millionen Doppelzentner. Das bedeutet eine gefunten. Abgesehen davon, daß dieser Behauptung teine allgemeine famtorganisation rechnen fönnen. prozentuale Verminderung der Menge der verarbeiteten Rüben Getung zukommt, hält man es nicht für notwendig, nachzuprüfen, um 19,18 und der erzeugten Menge an Zuder um 18,32 Proz. Die Ausbeute stellt sich auf 15.5 gegen 15,40 Proz. im Vorjahre. Gün Inmiemeit die Kriegsnachwirtungen auf der einen und die Spetulationen auf der anderen Seite zu dem Leistungsrüdgang in einzel. ftige Ergebnisse hatten Pommern, Brandenburg und vor allen nen Industrien beigetragen haben, wieviel also auf Ronto des BerDingen Ostpreußen. Ungünstig war die Kampagne im Rheinland und in Mittel- und Süddeutschland. haltens der Unternehmer zu rechnen ist und auf mangelnde Betriebseinrichtungen. andere Unternehmer wenden. Es ist sehr wohl möglich, daß ein Unternehmer durch Unterbezahlung seiner Arbeiter, den anderen Unternehmern gegenüber Schmutzfonkurrenz treibt, dadurch mit Aufträgen überhäuft wird und somit leberstunden vornehmen lassen will, während gleichzeitig im selben Beruf Arbeitslosigkeit herricht. Eine solche Schmug fonfurrenz zu fördern, tann nicht Aufgabe des Gesetzes sein. Des halb ist im Entwurf überall bei Zulassung von Ueberschreitungen einzufügen: Soweit eine Vermehrung des Personals infolge Mangels on Arbeitskräften nicht möglich ist." eirL Die Wünsche der Unternehmer. Soweit es sich um die letzten Vorgänge handelt, sei nochmals auf den Aufruf der Spitzengewerkschaften verwiesen, wonach sie bereit find, zum gegebenen Zeitpunkt den Entscheidungskampf gegen die Reaktion aufzunehmen und mit den äußersten Mitteln durchzuführen. Die Verantwortung können die Spitzengewerkschaften aber nur tragen, wenn sie bei solch schweren Entscheidungen die volle Freiheit der eigenen Entschließung_behalten. Sie können und dürfen sich Zeitpunkt, Methoden und Tattit weder von der einen noch von der anderen politischen Partei diftieren lassen. Aktion der Hotelangestellten. Das Berantwortlich für Politik: Ernst Neuter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schitowski: Lotales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68. Lindenstraße 3. und Die Generalversammlung des Zentralverbandes der Hotel-, Restaurant- und Café- Angestellten am 26. Oftober nahm den von Saar erstatteten Geschäftsbericht für das 3. Quartal 1923 entgegen und erteilte den Kassierern und der Verwaltung Entlastung. Zur wirtschaftlichen Lage und zu den Vorgängen der letzten Zeit nahm der Referent eingehend Stellung. Eine längere Resolution wurde einstimmig angenommen, in der es u. a: heißt:„ Die Generalver- Beriag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei sammlung protestiert entschieden gegen die Verfuche, den Achtftundentag zu beseitigen und die Arbeiterschaft durch Aufhebung der Demobilmachungsverordnungen vollends den Unternehmern auszuliefern. Sie fordert auf alle Fälle die Ausdehnung der Verordnung über Betriebsabbrüche und Still legungen auf alle Gewerbe, auch auf das Gastwirtsgewerbe, Die fortdauernd steigenden Ziffern der Arbeitslosigkeit um mindestens die Arbeitnehmer dieses geringen Schutzes teilund Kurzarbeit liefern einen unträglichen Maßstab für die baftig werden zu lassen. Es wird ferner als die Pflicht und Schul- KOCH& SEELAND G. M. B. H. zunehmenden Niedergang der deutschen Wirtschaft. Nur die radi- digkeit der Regierung erachtet, schleunigst Maßnahmen zu er- Gegründet 1893. Auf wirtschaftlichem Gebiet fomme die Ueberschreitung der Westmarktpreise auf vielen Gebieten, insbesondere bei den Urprodukten Kohle und Eisen, hinzu, die zu einem erschreckenden Rüdgang der Absatzmöglichkeiten dieser Industriegebiete geführt hat". Bon dem Einfluß der Ruhrbesehung in dieser Beziehung scheint man mithin in den Kreisen der Wirtschaft", in denen die Breise festgesetzt werden, nichts mehr zu wissen. " Alle Seifenhändler decken ihren Bedarf in Toilettenseifen, la Kernseifen. Seifenpulver usw. im Seifenlager Emerich A. Salgo, N 54, Lothringer Str. 38, Hof Fernsprecher: Norden 1976 KrausePianos zur Miete Ansbacher Str. 1, Ecke Kurfürstenstraße PATENTE Dr. Bogdahn, Geschäfts! d. Treuh.- Verein berat. lng. SW 61. Gitschin. Str. 3. Keine Geldentwertung mehr! Bei uns fauft man auf Ratenzahlung STOFFE Marken- Zigaretten BÜCHER GESUCHT Damen- und Herren- Stoffe von 150 Millionen an Hei- Ko, Wiener Straße 8. Milliarden sparen Sie bei BRICH SCHULZ Neukölln, Kais. 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