Abendausgabe Nr. 514 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 259 = Vorwärts Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise sind in der Morgenausgabe angegeben Rebaftion: S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adreffe: Sozialdemofrat Berlin Berliner Dolksblatt 2 Milliarden M. Freitag 2. November 1923 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SB. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2807 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Verhandlungen- aber kein Ergebnis. Die bürgerlichen Koalitionsparteien beraten. Wer steckt dahinter? Steuerreform. Bon Kurt Heinig. Die Uebersicht der Einnahmen des Reichs an Steuern, 3öllen und Abgaben für den September 1923 liegt nunmehr Die Führer der oalitionsparteien besprachen vor. Es fehlen allerdings wieder die Angaben einer Anzahl heute vormittag im Reichstag erneut die Forderungen Kassen des besetzten Gebietes, aber das war in den vorherder Sozialdemokratie. Die Beratungen führten zu Als der militärische Ausnahmezustand, viel gegangenen Monaten auch schon der Fall, es ändert sich somit feinem pofitiven Ergebnis. Um 11 2hr begaben zu überſtürzt, verhängt worden war, hieß es, er. gelte der das Vergleichsrefultat nicht. Die Zahlen erhärten aufs neue, daß durch die sozialfich die Vertreter der bürgerlichen Koalitionsparteien zum Rechtsgefahr, zumal von Bayern her. Die Militärbefehlshaber Reichskanzler. Die Demokraten forderten in dieser würden außerhalb Bayerns zur größten 3urückhaltung bemokratischen Auguftsteuervorschläge, denen dann der Sigung Berhandlungen der Koalitionsparteien über die angewiesen werden. Genau das Gegenteil trat ein. In Bayern gesamte Reichstag einschließlich der Kommuni von der Sozialdemokratie an ihren Berbleib in der Koalition hielt sich v. Losso w zurück, aber desto eifriger betätigten sich ft en zustimmte, die Einkommensteuer aus Lohnabzug nicht gestellten Voraussetzungen. Das Zentrum nahm eine ähnliche die Generale in den anderen Ländern. Sie regierten derartig mehr allein das Rückgrat der Reichs einnahmen geSaltung ein, während sich die Boltspartei ablehnend in die zivilen Verhältnisse hinein, daß es Beschwerden blieben ist. Zum Teil hat es wohl seinen Grund darin, daß die verhielt. Um 12 Uhr mittags trat dann das Kabinett zufam- an die Reichsregierung aus allen Ländern hagelte Arbeitslosigkeit rasend zunimmt. Um Mißverständnissen unter men, um zu den Forderungen unserer Fraktion endgültig und jetzt alle Länder ohne Ausnahme gegen die allen Umständen vorzubeugen, sei schon hier betont, daß das Stellung zu nehmen und einen Beschluß zu fassen, von dem Militärdittatur sind. eigentliche Rückgrat" der Finanzen auch im Sepdie Fraktion um 21 Uhr Kenntnis nehmen wird. tember die Notenpreffe geblieben ist. Der Reichstag tritt erst am Mittwoch, den 7. November, nachmittags 3 Uhr zu einer Plenarsizung zusammen. Die Rüstungen in Nordbayern. Der Neichsinnenminister fordert Aufklärung. Der Reichsminister des Innern Sollmann hat folgendes Telegramm an den bayerischen Ministerpräsidenten v. Knilling gerichtet: Preußische und thüringische Staatsregierung erheben bei mir entschiedene Borstellungen wegen der irregulären Truppenkonzentrationen an der nordbayerischen Grenze. Berhältnismäßig bedeutende Truppenverbände mit schweren Waffen, auch Geschühen, amtlich festgestellt. Amtliche Meldungen sprechen Als Reichswehrverstärtungen in Sachsen einrüdten, hatten sie angeblich den strengen Befehl, sich nur in die von ruben bedrohten Gebiete zu begeben und sich auch dort voll- Billionen betragen. Davon entfallen rund 58 Broz. auf Die gesamten Reichseinnahmen haben im September 1300 fommen zurückzuhalten, solange Ruhe bleibt. Das Gegenteil die Rhein- Ruhrabgaben, und zwar 34 Proz. auf murde überall gemacht. Schwerlich ist dafür das Wehrkreis- die Landabgabe, 16 Proz. auf die Arbeitgeberabgabe, je tommando in Dresden verantwortlich. Es müssen poli- 4 Proz. auf die fich selbst einschätzenden Einkommensteuerpflich tische Kräfte neben dem Rabinett. und außertigen und die Kraftfahrzeug- Steuerpflichtigen. Die Rhein, halb des Kabinetts verheerend gewirkt haben, zum Schaden Ruhrabgabe der Körperschaften hat noch nicht einmal des Landes, zum Schaden der Reichswehr. ein halbes Prozent erbracht! Als das Ultimatum an Sachsen ablief, dasselbe Spiel: Feierliches Gelöbnis des Kanzlers, daß der Reichskommissar Zurüdhaltung üben werde. Statt dessen über türzte provokatorische Maßnahmen ohne jede Instruktion durch den Kanzler. Die Einkommensteuer aus Lohnabzug ergab 19 Proz. der Reichseinnahmen, die der sich selbst Einschätzenden ganze 2 Proz. Namhaftere Beträge erbrachten noch Zölle, Tabatsteuer( je 5 Broz.), Umfagsteuer( 3 Broz.), Börsenumsatzsteuer und Ausfuhrabgaben( je 2 Broz.), der Rest ist Item: Hier find Intrigen gegen das Reichs- Verlegenheit. Das heißt, so etwa vierzig verschiedene sonvon Grenzüberschreitungen auf thüringisches Ge- kabinett in seinem bisherigen Bestande für jeden fühlbar. ftige Steuern, Zölle und Abgaben haben ganze 5½ Proz. der biet und Schüsse auf thüringische Grenzpolizei. Die Sozialdemokratie läßt sich solche Treibereien nicht gefallen. Reichseinnahmen ergeben! Preußische und thüringische Staatsregierung besorgt wegen Be. drohung ihrer Länder durch diese irregulären Truppen und verlangen schleunigst Schuh von der Reichsregierung. Große BeEnde der Mark- Ende des Reiches? unruhigung in ganz Mitteldeutschland wegen der militärischen Bor- Die furchtbaren Zuckungen der sterbenden Mart, denen gänge in Nordbayern. Im Reichsintereffe ersuche um balbige wir seit zwei Tagen machtlos beiwohnen, mögen wohl zum Aufklärung über die irregulären Rüstungen in Nordbayern und über Teil mit dem Treiben der Spekulation zu erklären sein, die die Maßnahmen der bayerischen Regierung gegen diefe große inner- fich die technischen Mängel der bei der Herstellung und Verpolitische Gefahr." breitung der Coldanleihe wieder einmal verjagenden ReichsDas Telegramm, das der Reichsminister des Innern, Ge- bantleitung zunube macht. In der Hauptsache aber geht der noffe Sollmann, an die bayerische Regierung richtete, und neue Marfzerfall von den Auslandsbörsen aus und ist als ein das wahrscheinlich eine feiner legten Amtshandlungen dar. Zeichen hoffnungsloser Beurteilung der Lage stellt, wirft ein grelles Licht auf den unhaltbaren Zustand, der Deutschlands in der Welt anzusehen. sich zwischen Bayern und dem Reich herausgebildet hat. Es iſt, Es fann dabei nicht einmal davon die Rede sein, daß sich das Wort muß ausgesprochen werden, der Zustand einer die außenpolitische Lage des Reiches in den letzten Tagen brohenden Kriegsgefahr. Bayern rüstet rüftet gegen wesentlich verschlechtert hätte. Im Gegenteil, es scheint als Deutschland! Es wirbt aus rechtsradifalen, nationalsozialisti- sollte die erneute Reparationskonferenz zur Prüfung der Bahschen Kreisen Freiwillige, die an der Grenze gegen Thüringen lungsfähigeit Deutschlands trotz der von Poincaré gemachten und Sachsen massiert werden und die jeden Augenblid bereit Schwierigkeiten dennoch zustandekommen: Die Bereinigten find, Zusammenstöße von unabsehbarer Tragweite, herbeizu- Staaten haben wissen lassen, daß sie die von Frankreich aufführen. gestapelten Einschränkungen und Borbehalte nicht als ein unDiese bayerische Mobilmachung gegen das Reich ist nur überwindliches Hindernis ansehen und daß fie an der Bemöglich geworden durch die verhängnisvolle Unschlüssigkeit, mit ratung teilnehmen würden. Poincaré selbst hat zuletzt erklärt, der man in Berlin den bayerischen Borgängen gegenüberstand. daß er sogar nichts dagegen hätte, menn die Konferenz in In ihren Anfängen fonnte die Rahr- Dittatur gebrochen wer- Berlin stattfände und daß er lediglich darauf bestehen müsse, den, wenn das Reich nur den festen Millen zeigte, fich einen daß fie ihre Arbeiten auf die Schätzung der jetzigen Bruch der Verfassung und geleisteter Treueide nicht gefallen Leistungsfähigkeit Deutschlands beschränke. zu lassen. Heute ist ein viel größerer Aufwand von Energie notwendig, um des Uebels Herr zu werden und wieder einigermaßen geordnete Zustände in Deutschland herzustellen. Die vorstehenden Zahlen beweisen die Richtigkeit des 3 wischenlösungversuches, der mit den Auguststeuern gemacht wurde. Ohne ihn würden auch jetzt noch die Lohnsteuerpflichtigen troß des Druces der ständig weiter zu= nehmenden Arbeitslosigkeit fo gut wie völlig allein die Lasten nehmenden Arbeitslosigkeit fo gut wie völlig allein die Lasten des Ruhrkampfes tragen. Viel wichtiger als diese Feststellung ist aber die Nach. Prüfung der Beziehungen der Reichseinnahmen zu den Reichsausgaben. Den 1300 Billionen Einnahmen des September standen rund 40.000 Billionen Ausgaben gegenüber! standen rund 40 000 Billionen Ausgaben gegenüber! Seither ist es entsprechend weiter gegangen. Im Augenblid werden täglich etwa eine halbe Trillion( 18 Mullen) Papiermart neue Zahlungsmittel in Umlauf gesetzt. Gegen über diesen Ziffern erscheinen eigentlich alle Steuern völlig finnlos. Da die Steuer einziehung schäzungsweise zehn Prozent der Reichsausgaben ausmacht, so foster sie das Mehrfache des Aufkommens! Beinahe lustig ist, daß die reaktionär- fapitalistische Bresse, fo die" Berliner Börsenzeitung", angesichts dieses Mißverhält niffes zu dem Schluß fommt, es lohne nicht mehr, die Finanzämter bis zur Erschöpfung der Beamten anzuspannen, es lohne auch nach diesem Ergebnis nicht, industrielle und gewerbliche Betriebe durch untragbare Steuern in den 3usammen. bruch zu treiben. Wir sind demgegenüber der Auffassung, daß unser gesamtes Steuersystem zwar die Kleinen er. drückt, sich geradezu finnlos eifrig mit den Kleinen, mit Handwertern, Bauern, Intelllektuellen, Arbeitnehmern usw., abgibt, aber die Großen bleiben so ungeschoren, als fie es sich nur wünschen können. Das ist durch die Steuer- Anfwertungs verordnung durchaus nicht anders geworden. Ueberall stößt man auf den Irrtum, daß durch fie dem Steuerbetrug endlich ein wirksamer Damm entgegengestellt worden sei. Dem ist nicht so. Durch die Warum dann diese absolute Hoffnungslosigkeit des Auslandes gegenüber der Zukunft des Reiches? Sie ist offenbar darauf zurückzuführen, daß man im Auslande neuerdings den 3erfall des Reiches als eine unabwendbare Tatsache Wenn sich die Reichsregierung nicht entschloffen zeigt, die betrachtet. Man hat jedes Vertrauen in die Lebensrepublikanischen Kräfte zum Schuß gegen den bayerischen An- traft Deutschlands verloren, weil man das Gefühl hat, griff aufzurufen und bereitzustellen, dann wird ihr nichts daß sich das Reich selbst aufgibt. Und wer wollte behaupten, daß eine solche Beurteilung anderes übrig bleiben als die Kapitulation. Die Kapitulation aber vor dem Verfassungsbruch und der Meuterei bedeutet die unberechtigt sei? Wo sind die Kräfte, die sich einem Zerfall Aufwertungsverordmung ist etwa der gleiche Zustand hervollständige Bernichtung der Verfassung von Weimar, die er- des Reiches wirklich entgegenstemmen, außer in der republi- gestellt, der für die Lohnsteuerpflichtigen schon seit Jahren be zwungene Unterwerfung einer Boltsmehrheit und ihrer parla- fanischen Arbeiterschaft? Und gerade diese Arbeiterschaft ist steht. Die tatsächlich zu zahlende Steuer kann durch nicht. mentarischen Vertretung unter eine bewaffnete Gewalt. Man es, die mehr denn je von der bürgerlichen Mehrheit in der Rezahlung nicht wertlos gemacht werden. Aber die Ungerechtig fragt sich vergebens, wie ein so verändertes Deutschland in der gierung und im Reichstag politisch provoziert und miß- feiten der bestehenden Besitzsteuern, ihre falschen Grundlagen, äußeren Bolitik bestehen soll, da ihm auch der letzte Rest handelt wird. Das Ausland sieht mit Staunen und Entrüftung, die unzureichenden Erfassungen, die Hintertüren usw. usw., sie wieder aufkeimender Sympathien in der Welt verloren gehen wie die Regierung Stresemann, die den starten Mann gegen werden durch den Schutz vor Entwertung nicht verändert, sonwieder auffeimender Sympathien in der Welt verloren gehen das schwache Sachsen markiert hat, nach fast fünfwöchigem bern nur wertbeständig. wird. Man fragt sich ebenso vergebens, wie die inneren Gegenfäße dann zum Ausgleich gebracht werden sollen, da Ausweichen vor dem reaktionär- separatistischen Bayern fich Durch den Beamtenabbau wird das Reich, da es schließlich doch äußerste Gewaltanwendung kein dauernd Berliner Regierung sich jede Provokation, jeden Berfaffungs zum mindesten nicht furzfristig entlastet. Für die Steuerverschließlich doch äußerste Gewaltanwendung kein dauernd endgültig zu tapitulieren anfchickt. Es sieht, wie die Wartegeld und Pensionen zu zahlen hat, nicht erheblich und brauchbares Mittel ist, sie zur Erledigung zu bringen. " Aus all diesen Gründen drängen die Umstände zur großen Steuerreform Man sieht daraus, welche geschichtliche Bedeutung der bruch, jede Schandtat des bayerischen Diktators gefallen läßt waltung besteht dagegen die Gefahr, daß mit dem BeamtenEntscheidung des heutigen Tages innewohnt. Es und um Berständigung" mit den Rebellen winselt. Es ist abbau z. B. aus den Finanzämtern gerade die Angestellten, tommt nicht darauf an, ob der Sozialdemokratie formale Zu- Beuge der mittelalterlichen Judenaustreibun- ein aftives Element der Steuerverwaltung, verschwinden und geständnisse gemacht werden. Wenn sich das Kabinett Strese- 9en, die nur mit den zaristischen und rumänischen Vorbildern an ihrer Stelle mehr vorschriftsmäßige Zöpfe übrig bleiben mann und die bürgerlichen Parteien nicht zu der Einsicht zu vergleichen sind, gegen die sich die gesamte Kulturwelt stets als gut ift. aufschwingen, daß der banerische Konflikt nicht durch eine empört hat. Mie foll die Welt zu einem solchen Staat noch Vertrauen Rapitulation des Reiches gelöst werden darf, und wenn sie nicht des Reiches wiederherzustellen, dann kann die Krise durch Ver- mit seinem Rücktritt droht, wenn ein ungehorsamer General bereit sind, die gebotenen Mitte! anzuwenden, um die Autorität haben? Bu einem Staat, in dem der Chef des Heeres zunächst handlungen nicht gelöst, sondern höchstens verschleppt werden. nicht abgefekt wird, und der dann noch volle vierzehn Tage Die Sozialdemokratie brennt wahrhaftig nicht darauf, auf seinem Bosten verbleibt, nachdem der Ungehorsam sich zur einen deutschen Bruderkrieg zu entzünden. Sie weiß, daß offenen euterei gefteigert hat? zu einem Staat, der diefer Bruderfrieg ein furchtbarer Augenblick ist, und fie, ift in einem folchen Falle nicht flipp und flar Bartei für den bereit, alles mögliche zu feiner Bermeidung zu versuchen. Oberstkommandierenden der Armee ergreift und ihm mit allen Aber daß ein paar Münchener Machthaber alles tun dürfen, Mitteln zu seinem Recht und zu seiner Ehre verhilft, sondern fünf Dugend Steuern, fondern deren 5 oder 6; ihre Erträgnisse was ihnen beliebt, daß sie mit Verfaffung und Eid umspringen Die ganze Welt glaubt an den Untergang des Deutschen was ihnen beliebt, daß sie mit Verfassung und Eid umspringen umgekehrt mit den Beschüßern des Meuterers parlamentiert? fünf Dugend Steuern, sondern deren 5 oder 6; ihre Erträgnisse fönnen, wie es ihnen beliebt, daß man schließlich ganz Deutschlond ihnen zu Füßen legt, nur weil auf ihrer Seite der brutale Reiches und sieht, wie sich dieser Untergang in Schanden Bille zur Macht ist, auf der anderen Seite aber der Bille vollzieht. zur eigenen. Ohnmacht, das geht nicht und das machen wir nicht mit! Dollar 320- Dollar- Erjag 650 Milliarden. Die Steuerreform darf sich nicht in raffinierten Berech mungsmethoden der Wertbeständigkeitsschlüffel verzetteln heute haben wir von der Briefmarke bis zur Dollarmart so ungefähr alle denkbaren Variationen-, fie muß die effektive Goldmart als Voraussetzung betrachten und auf ihr aufWir brauchen feine hohen, teine„ erdrüdenden", und nicht bauen. müssen aber automatisch einlaufen, fie müssen einfach und fach. Spizenverbände, das fürzlich veröffentlicht wurde, gibi gelich sein. Das Steuerprogramm der freigewerkschaftlichen nügend Hinweise für diese Reform. Entscheidend bleibt, daß endlich eine wirkliche Belastung des Belizes erfolgt, Beinahe scheint es so, als ob die Sachwerte einmal übers andere hypothetarisch„ belaffet mürden, damit sie nicht erfaßt werden können. Die Goldlegt ist. Die Stadtverwaltung von Duisburg bezeichnet in Steuerermäßigung und Markverfall. nicht zu verstehen scheinen, das fommunale Leben stiilge. anleihe ist die Ursache dazu, daß der deutsche Besiz mit einigen Das Reichsfinanzministerium hat soeben die Vervielfältigungs- einem Aufruf an die Bevölkerung als die Folge dieses Zustandes allgemeinen Worten behelligt wurde. Die Sicherheit der Zin- 3ahl festgesetzt, die zur Berechnung der steuerfreien Ermäßigungs- Not, Plünderung und Berzweiflung. Das Elend der Erwerbslosen, sen und Rückzahlung der Anleihe ist reichsgesetzlich gewähr- beträge beim Lohnabzug in der Woche vom 4. bis 10. November Notstands- und Kurzarbeiter, sowie der Sozialrentner sei aufs leistet durch die Gesamtheit der deutschen Privatvermögen." notwendig ist. Auf Drängen der sozialdemokratischen äußerste gestiegen. Die Sonderbündler gehen neuerdings auch dazu Die Rentenmark ist in einem komplizierten Gehäuse auf Reichstagsfraktion ist auch diesmal wieder eine besonders über, öffentliche Gelder zu beschlagnahmen. Da das trotz eine winzige Ecke( 3 Proz.) des Sachwertbefizes gestellt. Ihre starte Erhöhung des Multiplitators erfolgt, mit der der Aufgabe des passiven Widerstandes auch noch immer von franVerwaltung und ihre Sicherheiten, damit sogar die Erträgnisse nach dem alten Verfahren nicht zu rechnen gewesen wäre. Die neue zösischer und belgischer Seite geschieht, werden Berwirrung und Not ihrer Bank, liegen in den Händen der„ Belasteden". Es kann Bervielfältigungszahl beträgt 15 000, und die damit zu errechnenden auch auf diese Weise gefördert. deswegen gesagt werden, daß im besonderen die Sachwerte Ermäßigungsbeträge sind so hoch, daß in der kommenden Woche flar und frei zur eigentlichen Besteuerung bereit liegen. Jeder mann wird aufatmen, auch die eigentlich Beteiligten, wenn der Steuerveranlagungsschwindel mit seiner sich nur in der Papierindustrie und der Tintenerzeugung auswirkenden Formulieindustrie und der Tintenerzeugung auswirkenden Formularflut verschwindet und durch gesunde Staatsbeteiligung an Besitz und Vermögen abgelöst wird. Dazu Reichserb= recht und progressive Grundrente, wie der Landmirtschaft angepaßte Besteuerung, dann ist der Weg frei zur Gesundung, soweit er überhaupt von Deutschland allein gewählt werden kann. Zur Absetzung Zeigners. Protest der thüringischen Staatsregierung. Das thüringische Staatsministerium hat sich in einer Sigung am 30. Oftober, also vor der Bildung der neuen sächsischen Regierung Fellisch, mit der durch das Borgehen der Reichsregierung in Sachsen geschaffenen Lage beschäftigt und am gleichen Tage ein in dieser Sigung beschlossenes Schreiben an den Reichskanzler gerichtet, welches folgenden Wortlaut hat: „ Die Reichsregierung hat die verfassungsmäßig zuftande gelommene Regierung eines deutschen Landes abgesetzt. Den Grund für dieses Vorgehen bildet die Beigerung der fächsischen Regierung auf das Ultimatum des Herrn Reichstanzlers hin zurückzutreten und eine Neubildung der Regierung auf anderer Grundlage ohne Mitwirkung fommunistischer Mitglieder sofort herbeizuführen. Eine solche Forderung steht im offenen Widerspruch zur Reichsverfassung. Nach Artikel 17 der Reichsverfassung ist jede Regierung eines Landes verfassungsgemäß, die von einem demokratisch gewählten Landtage bestellt ist und dessen Vertrauen besitzt. Löhne unter 600 Milliarden für Berheiratete ganz steuerfrei, Löhne über eine Billion aber noch nicht mit 5 Proz. belastet werden. 3m einzelnen bleiben in der tommenden Woche folgende Eintommensbeträge steuerfrei: Eristenzminimum für Mann und Frau je für jedes minderjährige Kind 6 25 920 Millionen 172 800 216 000 zur Abgeltung der Werbungslosten Für einen verheirateten Steuerpflichtigen mit zwei minder jährigen Rindern beträgt daher in der tommenden Woche das fteuerfreie Einkommen 613 440 Millionen Mart. Die Errechnung der Lohnsteuer bei einer viertöpfigen Familie ist in der tommenden Woche wie folgt vorzunehmen: 1. Angenommen, ein Holzarbeiter verdient in der Woche vom 4. bis 10. November 1000 000 Millionen Mart. Die Errechnung feines Steuerabzuges ergibt dann: Der 10 prozentige Abzug beträgt. Davon gehen folgende Ermäßigungen ab: Existenzminimum für Mann und Frau aus. aweimal 2 592 Min. M.. 5 184 Min. für zwei minderjähr. Kinder atveimal 17280 Min. M. 34 560 aur Abgeltung der Werbungsfoften. • S zusammen .21 600 Es bleibt an Steuer zu zahlen: 22 100 000 Millionen M. 61 344 88 656 Millionen M. Die steuerliche Belastung beträgt somit 3,9 Proz. 2. Angenommen, ein Metallarbeiter von gleichem Familien. ftande verdient in der gleichen Woche 1 200 000 millionen Mart. Er zahlt dann folgende Steuer: 10 prozentiger Abzug Ermäßigungen wie im Beispiel I An Lohnsteuer bleiben zu zahlen oder 4,9 Proz. des Wochenlohnes. * • 4 120 000 Millionen M. 61 844 58 656 Millionen M. " Das Vorgehen der Reichsregierung ist auch für das Land Thüringen unerträglich. Auch die thüringische Landesregierung ist unter Teilnahme fommunistischer Mitglieder gemäß Wie aus den Beispielen hervorgeht, wird auch in der tommenden Bestimungen der Reichs- und Landesverfassung gebildet. Sie den Woche bei der angenommenen Lohnentwicklung die durchschnitt beruht insofern auf der gleichen Grundlage wie die sächsische. fiche Lohnsteuerbelastung 5 Broz nicht übersteigen. Wir legen daher vor aller Deffentlichkeit gegen den verfafsungswidrigen Eingriff in die zur Aufrechterhaltung der Angesichts des gewaltigen Marffturzes sind die vorstehenden republikanischen Freiheit gewährleisteten Rechte der Länder die Säße bereits wieder völlig unzulänglich geworden. Der Gefahr zu fchärfste Bermahrung ein und schließen uns der Forderung begegnen, daß der Lohnabzug in der nächsten Woche wiederum bis der sächsischen Landesregierung an, die von uns nach wie vor allein zu faft 10 Broz. anfteigt, hat die sozialdemokratische als verfassungsmäßige Regierung des Landes Sachsen angesehen Reichstagsfraktion deshalb sofort Vorstellungen bei dem wird. Wir beantragen auch unsererseits die fofortige Einberufung Finanzministerium erhoben, damit die für die nächste Woche aneiner Konferenz sämtlicher Ministerpräsidenten geordneten Ermäßigungen verdoppelt werden. Eine Entscheider deutschen Länder zur Besprechung dieser für das verfassungs- dung darüber wird im Laufe des heutigen Tages getroffen werden. mäßige Eigenleben der Länder entscheidend wichtigen Frage. Wir werden in dieser Besprechung die sofortige Rüdgängigmachung der gegen die sächsische Regierung ergriffenen Maßnahmen fordern. gez.: Frölich" Zum Teil Die Sonderbündler im Rheinland. Die Lage im Rheinland ist noch immer ungeklärt. Zeitungsverbote überall.. Durch einen Erlaß des Militär- wird um die Macht mit wechselndem Glück gefämpft. Go in befehlshabers wurde die in Bremen erscheinende deutsch natio- achen, wo augenblicklich die Schutzpolizei noch die Oberhand hat, nale" Norddeutsche Rundschau" vom 31. Oftober bis zum 6. No- aber starte Angriffe der Sonderbündler im Gange find, so daß sich pember verboten. Das Berbot stüßt sich allgemein auf den In- die Lage bald ändern kann. Aus anderen Städten wie Düren halt der Nummer vom 24. Oktober, nicht auf einen bestimmten Ar- werden Terroratte der Sonderbündler gemeldet, die sich großenteils titel. Das Wehrkreiskommando II in Stettin hat die sozia- aus unfauberen Elementen und Verbrechern zusammensetzen. Die listischen Blätter in Röslin, Flensburg und Kurhaven fomie Erbitterung der eBvölkerung hat an einzelnen Orten neuerdings die deutschnationale Lauenburger Zeitung und die Stargarder mieder zu Verfolgungen der Sonderbündler geführt. Aus Mainz Zeitung" verboten. Nach einer Berfügung des Militärbefehlshabers wird gemeldet, daß bei diefer Gelegenheit mehrere Sonderbündler bes V. Wehrfreises vom 24. Oftober d. 3. sollen Verteiler von Flugblättern hetzerischen Inhalts", sowie solche Personen, welche umgekommen find; der bekannte Separatistenführer Roth wurde im Besize einer größeren Menge von solchen Flugblättern betroffen lebensgefährlich verletzt. merden, in Schughaft genommen werden, falls nicht schon gerichtlicher Haftbefehl gegen fie erlassen worden ist. Abschied vom Geldsack. Bon Paul Badan. In scharfem Trab und schnellem Tempo waren wir Millionäre und Milliardäre geworden, und in raschem Aufstieg standen wir vor dem Billionär und Trillionär. Und immer noch schwoll der Geldstrom und wurde so reißend, daß viele händeringend um Hilfe riefen und, da keine Rettung mögfich war, von der machtvollen Flut fortgeriffen wurden und ertranten. Amerika hat man uns vor vielen Jahren bereits als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten aufgezeigt ach, wir sind längst das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten und uns erzählt, daß in Amerika die Könige und Kaiser des Kapitals leben. Die Gould und Rockefeller, die Morgan und Aftoz, die Carnegie und Banderbilt, und fromme Seelen unter uns beteten jeden Abend im stillen Rämmerlein: Lieber Gott, befcher mir doch ein ganz feines Stück von diesem Glück. ( Wahrhaft religiöse Menschen sind immer bescheiden und- noin zugleich.) Als der Geldstrom bei uns so groß und gewaltig war, lachten wir über diese Kaiser und Könige des Rapitals, wie über alle Raifer und Könige lachen. Bei uns war jeder Bettler mehrfacher Millionär, und wir alle fonnten uns als finanzgeschichtliche Abnormitäten im Banoptikum eines jeden Staates mit Edelvaluta so sagt man ja wohl zu dem füßen Ding- fehen laffen. des Geldes vorbei sein. Und num soll es mit der Geldflut und der Freude an den Massen Jetzt heißt es Abschied nehmen vom Geldsad und von der did. bäuchigen, behäbigen Geldtasche. Jetzt soll man wieder zurückkehren zu dem Portemonnaie, flein und bescheiden. Das bedeutet die neue Währung, die Rentenmark und die FestSchuld an dem Schwinden der Millionäre und Milliardäre und Billionäre haben natürlich die verdammten Margiften. Früher fagbe und fang man: Gott strafe England! und heute heißt es: Gott strafe die Marristen! mart. Im Prinzip ist es dasselbe, weil es denselben Blödsinn bedeutet. Aber dieser Blödsinn ist wertbeständig, was man von der neuen Bährung Teiber noch nicht behaupten kann. Alles wird abgebaut. Das Wort des griechischen Philofophen Heraklid: Alles ist im Fluß" lautet in der neuen für Deutschland gültigen Fassung: Alles wird abgebaut." Der Abbau auf allen Gebieten vollzieht sich aber unter dem Schlagwort Wiederaufbau". Das ist das Merkwürdige bei diesem Vorgange und macht die Tragit des Abbaues zur Tragitomobie. 19 Sehr übel macht es sich bemerkbar, daß allenthalben durch die Eingriffe der Sonderbündler, die von Organisation und Verwaltung Internationale Solidarität. Hilfsaktionen für die Arbeiterschaft Deutschlands. Angesichts der furchtbaren Notlage der arbeitenden Maffen in Deutschland hat ebenso wie zur Zeit der Ruhrbefeßung in verschiedenen Ländern eine Bewegung zugunsten der Unterstützung der notleidenden Bevölkerung Deutschlands eingesetzt. Der Parteivorstand der Sozialdemokratie Deutschösterreichs hat gestern einen Aufruf veröffentlicht, in dem er zur weitgehenden Unterstügung der Klassengenossen in Deutschland auffordert und die bisherigen Maßnahmen der Gewerkschaften und der Partei Deutschösterreichs darlegt.„ Die Gewerkschaftstommission Dester. reichs heißt es in dem Aufruf- hat schon vor einigen Wochen eine Hilfsaktion für das proletarische Deutschland organisiert. Jeder Zentralverein unserer Gewerkschaften ist mit seiner Bruderorganifation in Deutschland in Berbindung getreten und hat nach Kräften Unterſtüßung nach Deutschland gesendet. Ebenso hat sich der Parteiporstand der österreichischen Sozialdemokratie mit dem der deutschen in Berbindung gefeht. Diese folibarische Hilfsaktion wird in denselben Formen wie bisher weitergeführt werden. Die Hilfe foll nicht geleistet werden durch große Worte, sondern, innerhalb der Grenzen unserer Möglichkeiten, burch wirtjame Lat. Daher haben unsere Organisationen bisher auch in der Deffentlichkeit über das, was fie leiften, nicht gesprochen." Gleichzeitig veröffentlichen auch Partei und Gewerkschaften in der Tschechoslowakei einen Aufruf, in dem sie das Treiben der deutschen Konterrevolution brandmarten und auf die furchtbare politische und wirtschaftliche Not in Deutschland hinweisen. Es sei in diesen Tagen der Not unbedingte Pflicht, dem Profetariat Deutsch. lands zu helfen. „ Unsere Organisationen und Gewerkschaften find bereits daran, den schwer heimgesuchten Klassengenossen und Genossinnen in Deutschland beizustehen. Die im Deutschen Gewertschaftsbunde der Tschechoslowakei vereinigten Verbände haben ihren Bruderverbänden bereits Hilfe zugesichert und geleistet. Das gleiche hat die deutsche sozialdemokratische Arbeiterpar tei unseres Landes getan. In den nächsten Tagen werden die gewerkschaftlichen und politischen Organisationen die notwendigen Borschläge erhalten, auf welche Art die fernere Unterstügung unserer deutschen Bruderorganisationen zu organisieren ist." Voll tiefer Genugtuung vernimmt die deutsche Arbeiterklasse die Stimmen der Freunde und Klassengenossen aus den anderen Ländern. Diese Kundgebungen und Aktionen werden ihr Mut und Ausdauer einflößen in den schweren Kämpfen, die sie jetzt zu führen hat. Amerikanisches Hilfswerk für Dentschland. New York, 2. November.( WTB.) Wie aus Washington be richtet mird, überreichte Hoover dem Generalmajor Allen ein Schreiben, worin die Notwendigkeit eines Hilfswertes für Deutschland erläutert und der Vorschlag der amerikanischen Ge fellschaft der Freunde, das Wert zu übernehmen, gutgeheißen wird. Das Schreiben betont, daß in erster Reihe die Kinder zwischen ben Mühlsteinen der internationalen Streitigkeiten zerrieben werden. Wer auch immer die Schuld an diesen Zuständen tragen möge, auf feinen Fall seien es die hungernden Menschen. Das Krupp- Abkommen unterzeichnet. Paris, 2. November.( WTB.) Wie die Morgenblätter berichten, ist das Abkommen zwischen den Kruppwerken und der framzösischen Ingenieurmission gestern abend unterzeichnet worden. Es wäre müßig, in den letzten Annalen der deutschen Geschichte das in seinen Sonetten unsterbliche Gestalt gewonnen hat. Es ist zurückzublättern, um festzustellen, wo der Abbau eigentlich begonnen Shaw gelungen, Menschen voll Geist und Blut auf die Bühne zu hat; denn weit wichtiger ist zu wissen, wo er einmal aufhören wird. ftellen, wenn es auch freilich nicht gerade die geschichtlichen Menschen Nehmen wir die Tageseinteilung, dann finden wir, daß wir früher por 300 Jahren sind. Durch diese Berlegung der Handlung, mie einmal des Morgens wirklichen Kaffee aus Kaffeebohnen getrunken sie sich in seinem Kopf spiegelt, in die Bergangenheit, erhält er haben, mit Milch und mit Zucker; daß wir dazu weiße Brötchen zudem den Vorteil, daß es ihm leicht wird, die Zukunft zu prophehatten mit Butterwenigstens nicht immer mit Margarine. Die zeien und auf den Weltruhm des Schauspielers hinzubeuten, von Frühstücksstullen waren belegt mit Wurst oder Käse, mit Lachs oder bem damals noch niemand eine Ahnung hatte. Schweinebraten, Karbonade und anderes, vielleicht sogar einmal Gänsebraten im Jahre, jedenfalls genug Kartoffeln. Um einer Anflage wegen Aufreizung zum Klaffenhaß zu begegnen, sei uns die weitere Schilderung des auf diesem Gebiete bisher vollzogenen Wiederaufbaues" erfpart. Koft zu bieten, glückte vollkommen. Man hatte das Stück zwischen Der Versuch, dem englischen Barietépublikum eine so mestvolle Rossini und Wagner gelegt, die vom Orchester als Borſpiel und Ab. schluß vorgetragen wurden. So war das fleine Drama der all. zunahen Nachbarschaft der Soubretten und Tänzerinnen etwas entrüdt. Das Publifum amüsierte sich vortrefflich und belachte be fonders die Anspielungen auf die Gegenwart, die diesem Ausschnitt aus der Geschichte ein aktuelles Interesse verliehen. Da die Löhne und Gehälter so emfig und erfolgreich abgebaut wurden, daß fie faum noch aus dem Nichts ihrer Zwölfnullenhöhe in Goldwährung umgerechnet werden können, muß nach der Wieder. Eine spirififtische Forschungsreise. Der Setretäre der Romaufbaulogit auch der bisherige Arbeiterschutz abgebaut und damit mission amerikanischer Gelehrter", die sich die Aufgabe gestellt hat, vor allem die Arbeitszeit verlängert werden. Denn die Arbeits- die spiritistischen Erscheinungen auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen, gelegenheit reicht zu täglich achtstündiger Arbeit fo wenig mehr aus, 3. Malcolm Bird, hat soeben ein Buch unter dem Titel„ Meine daß ein großer Teil der Arbeiter als Abgebaute umherirrt, ein spiritistischen Abenteuer" veröffentlicht. Bird ist zugleich Redakteur anderer Teil als im Abbau begriffene Kurzarbeiter vegetiert und der Zeitschrift„ Svientific American", die hohe Breise für diejenigen die noch in Arbeit stehenden Arbeiter, Angestellten und Beamte in Medien ausgefeht hat, deren Leistungen ber Prüfung von Soc ständiger Furcht leben, mit auf die Abbauliste gesetzt zu werden. verständigen standhalten. Bird hat eine Forschungsreise durch die Textil und Bekleidungsindustrie haben abgebaut, weil es an Unter- wichtigsten spiritistischen Zentren Europas unternommen, wurde von wäsche, Bettwäsche und auch an Oberkleidung fehlt, die Schuh- Conan Doyle in die englischen Spiritistenfreise eingeführt und hai industrie wird abgebaut, weil fast fein Arbeiter mehr ein Baar Sizungen mit den besten Medien in Frankreich, in Breußen und Stiefel taufen fann, und selbst die Flickschufter müssen abbauen, da Bayern beigewohnt. Er ist von dieser Forschungsreise umbefehrt und fie fein Sohlenleder mehr faufen fönnen. Die Kartoffellieferungen unbelehrt heimgekommen und faßt seine Erfahrungen dahin zu wurden abgebaut, damit sie durch Frost nicht etwa Schaden leiden, sammen, daß er nirgends etwas gefunden habe, was auch nur im und allesamt den Schnapsbrennereien zugeführt werden können. Geringsten dafür spricht, daß irgendeine Beziehung zwischen den Der Bücher, Zeitungs- und Zeitschriftendruck ist längst im Abbau Abgeschiedenen und den Lebenden besteht und daß von den Medien begriffen, wie all das, was wir früher unter" Kultur" verstanden. irgendwelche Wunder" verrichtet werden". Er behauptet, daß es Die Beleuchtung ist abgebaut, und auch die Heizung wird in diesem teine telepathischen Erscheinungen gibt und daß die Medien nur Winter abgebaut werden. Nicht nur unser Bartei- und Gewerk- geschichte Taschenspieler sind. Auch die neuesten Manifestationen schaftsapparat wird abgebaut, nicht nur werden die Gemeindebetriebe der Frau Josie Stewart, die den Preis von 2000 Dollar des„ Scien in G. m. b. H. umgebaut, auch das Reich selber wird im Rheinland, tific American" erringen wollte, feien nichts weiter als Schwindel. in Bayern und Sachsen abzubauen versucht. Selbst die Nobenpresse foll jetzt abgebaut werden, womit die letzte Phase des Abbaues eingeleitet wird SP Wir abgebauten Zeitgenoffen aber haben das erhebende Bewußtsein, daß der ganze Abbau als Wiederaufbau" notwendig er scheint, und wenn wir erst vollständig abgebaut find, ein Wieder aufbau beginnen muß wenn er dann noch möglich ist. Gin Shakespeare- Stüd Shaws im Barieté. Das größte englische Varieté, das Londoner Coliseum", bringt jetzt in feinem bunten Brogramm zwischen Sängern, Tänzern und Komikern eine sonst an biefer Stelle ungewohnte Darbietung, nämlich ein fleines, geist volles Stück von Bernhard Shaw Die schwarze Dame der Sonette". In diesem Zwischenspiel stellt der moderne Dichter fühn Shakespeare auf die Bühne, bringt ihn mit der Königin Elifabeth zusammen und beleuchtet auf seine Weise mit geistvollen Schlaglichtern jenes geheimnisvolle Erlebnis des großen Will", Bpern wieder aufgebaut! Das im Weltfrieg so viel genannte pern, das bei den heftigen Rämpfen an der er durch die beider baut worden. In den letzten vier Jahren sind mehr als 100 000 Arseitigen Beschichungen zerstört wurde, ist inzwischen wieder aufge. beiter damit beschäftigt gewesen, die Stadt wieder aufzubauen. Es wurden etwa 7000 Wohnhäuser neu errichtet und im Gegensatz zu früher mit allen technischen Neuerungen versehen, so daß jetzt die im späten Renaissanceftil errichteten berühmten Tuchhallen, die auch Wohnbedürfnisse viel besser befriedigt find als ehemals. Ron den dem Krieg anheimgefallen waren, find nur mehr die Ruinen er halten, die ausgebaut wurden und als Andenken stehen bleiben. Die daran anschließende, im selben Stil erbaute Jakobskirche, von der nur mehr das Portal übrig geblieben war, ist ebenfalls neu erstanden. Eine Festaufführung von Beethovens Fibelio" findet als Bohltätigkeitsveranstaltung des Bereins Berliner Breffe" am Sonnabend in der Großen Boltsoper" unter Mitwirkung erster fünstlerischer Kräfte ftatt. B öas Leamtenabbau? Die Reichsregierung hält bekanntlich den Beamten- a b b a u für eines der wichtigsten Erfordernisse im allgemeinen isparsamkeitsprogramm. Sie hat bereits eine umfangreiche Verordnung über den Beamtcnabbau erlassen, in der sich auch eine Vorschrift über die Befördsrungs- j p erre befindet. Wie wir nun aus zuverlässiger Quelle hören, besteht die Absicht, eine Reihe von höheren Be- a m t e n im Neichssincmzmimsterium, im Reichswirtschafts- Ministerium und im Reichsministerium des Auswärtigen schleunigst in nvchhöhere Stellen zu befördern. Unter ihnen besindet sich u. a. der bekannte Ministerialdirektor von Sch lieben im Finanzministerium, der zufällig noch zum Staatssekretär aufrücken soll. Schlieben ist be- kanntlich der Vertreter des Ministeriums bei Verhandlungen mit den Beanrtcnorganisationen. Im Auswärtigen Amt soll — auch das ist wohl nur ein Zufall— u. a. der P e r s o n a l- d e; e r n e n t die Treppe hinauffallen. Verbraucher unü Lanüwirtschaft. RÄchsel-nährmnzsmimsder Graf Könitz wendet sich mit einem Aufruf an die Oefsentitchkeit, in dem er die Behauptung, die Land» Wirtschaft oder die landwirtschaftlichen Organisationen propagierten den L i e f e r st r e i k zurückweist. In dem Aufruf heitzt es: .De? Landwirt will gern Liefern, wenn nur ein einigermaßen normaler Zahlungsverkehr in Gang kommt. Trotz des bisherigen Fehlens ausreichend vorhandener wertbeständiger Zahlungsmittel wird immer noch geliefert, vor allem Kartoffeln und Getreide. Da jedoch des weiteren ein halbwegs wert beständiger Giroverkehr seit einigen Wochen nicht mehr existien. ist es trotz besten Willens sowohl für den Produzenten als auch für den Produktenhandel rein technisch sehr schwer, überhaupt Abschlüsse zu tätigen. Sobald wertbeständige Zahlungsmittel(Wertzeichen) in ousvsichsnder Menge vorhanden sein werden, und soweit vor allem � ein normaler Giroverkehr wi�er in Gang kommt, dürften aller Boraussicht nach die Heumungen auf dem Lcbensmittelmarkt behoben werden." Dar Ernahrungstninffter warnt vor einer unsachlichen Be- urteikung der tatsächlichen BerhAtniss« und vor ungerechten An- griffen, die lediglich die Gegensätze zwischen Derbrauchern und Er- zeugern oerfchorfen._ Englische Note an Amerika. Conäxm, 2, November.(WTB.) Neuter erfährt: Die britische Regierung Hot in Paris, Brüssel und Rom drei gleichlautend« Roden überreichen lassen, die den Entwurf einer Note an Amerika entholten, worin dies eingeladen wird. Sachoerftän» big« für einen Ausschuß zur Untersuchung der Zahlungsfähigkeit Deutschland» zu entsenden. Reuter meldet aus Washington, die Ernennung ameri- konischer Mitglieder für den Untersuchungsausschuß für die Re- porati onvfrage ist noch nicht in Erwögung gezogen worden, aber es herrscht der Eindruck, daß die Regierung möglicherweise drei Mitglieder verlangen wird. Bei der Auswahl soll verschiedenen Interessen Rechnung getragen werden. Gleichzeitig soll die Wahl in der Weise erfolgen, daß keine Besorgnis wegen einer Verwick- lung Amerika, in Anoelegenheiten des Völkerbundes zu bestehen braucht. Der Wunsch Poineares, den Spielraum der vorgeschloge- nen Retxnalionskon'ererrz zu beschränkci, habe in amtlichen ameri- konischen Kreisen il irrvche hervorgerufen. Solche Beschränkungen seien nicht in Uedeveinslimmung mit den Anregungen des Staats- sekretärs stughes. Die Berhandlungen würden aufs Spiel gefetzt. wenn Frankreich sich bemüh«, eine vollständige Untersuchung üb-r Deutschlmrds Zahlungsfähipkeit zu verhindern. Wie Reuter erfährt, haben über den geplanten Sachverftän- digenausfchuß zur Untersuchung der Zahlungsfähigkeit Deutsch. lands weiter« Unterhandlungen zwischen der Woshing- toner Regierung und den Bertretern der alliierten Rationen statt- gefunden. eoudon. 2. November.(WTB.) Der diplomatische Bericht. erstatter des.Daily Telegraph" schreibt: Man sei in britischen Kreisen der Ansicht, daß Poinoares Ersuchen, da» Wort„äugen- blicklich«' vor die Worte„Zahlungsfähigkeit Deutschlands" zu setzen, nach der Auffassung britischer Kreist von Bedeutung fei. Diese, Ersuchen werde von dem britischen Ministerium erwogen, da es nicht nur ein« Beschränkung des Umfange» der geplanten Unter- suchung bedeuten würde, sondern auch gelesen werden müsse in Verbindungen mit Bemerkungen Poineare» in seiner Septembernote. daß Deutschlands Zahlungsfähigkeit augenblick- lich so gut wie null ist. Arbeiterpartei gegen Schutzzoll. Londaa. i. November.(WTB.) Eine Versammlung de« All- gemeinen Rats des Gewerkschaftskongresses und der Arbeiterpartei hat heute ein« Entschließung angenommen, in der zum Wider- stand bi» zum äußersten gegen die Schutzzollpolitik der Regierung aufgefordert wird. In einer Rede sagte Ramsay Macdonald, daß die SchutzzollpolUU Baldwtn» kein Heilmittel für die Arbeits» losigkeit fei, sondern eine Methode, die Aufmerksamkeit der Arbeiter abzulenken. Macdonald sagt« weiter, die Protettion«polittk werde die Schwierigkeiten, die durch dle ungeheure Arbeitslosigkeit entstehen, noch oermehren. Er beschuldigt« die britische Politik, daß sie angesichts des Chaos in Europa nur Schweigen und Unsicherheit gezeigt habe. Der Arbeiterfuhre? Hendersan sagt« m einer Rede, ange» sichts der Tatsach«, daß es zu Weilpiachten beinahe zwei Millionen Arbettslofe geben werde, fei es lächerlich, von einer Schutzzollpolitik zur Hebung der Arbeitslosigkeit zu sprechen. Die Jagö nach Holüanleihe. 4,sa M.-«4» MiNiarde«. Die wild« Spekulation am Goldanleihemarkt nahm heute ihren Fortgang. Der Reichsbank wird diese Anleihe zu den niedrigsten amtlichen Kursen aus den Hände gerissen. Für SM MI. lionen Goldmark hat man der Spekulation bereits in den Rachen geworfen, die restlichen 200 Millionen werden In wenigen Tagen oerpulvert sein. Der weltmis größte Teil der Stücke wandert in die Hamsterkästtn und Ressorts der Banken. Für den allgemeinen Zahlungsverkehr kommen sie nicht in Betracht, so lange die Mark im bisherigen Tempo weiter fällt. Heut« gab natürlich die weiter bestehend« Gefahr einer Kabinettskrise und die letzt« im unversöhnlichen Sinne gehaltene Rede Poineares den Grundton für ein« außrordentlich pessimistisch« Beurteilung der innen, und außenpolitischen Lag«. Die G o l d a n l« i h«, die zurzeit als Schrittmacher der Markentwertung und Inflation gelten kann, setzt« im freien Verkehr mit S00 Milliarden ein, hott« nach der ersten Viertelstunde den Kur, von 540 und nach einer weiteren Vierteistund« einen solchen von 515 Milliarden er- reicht. Diese sprunghast« Steigerung gab da» Signal zu einer ebenso stürmischen Aufwärtsbewsgrmg der Effekten tu rf«. Etwas vom Schämen. Es ist kurz vor acht Uhr morgens. Auf den Straßen der Groß. stadt ein ununterbrochen fließender Strom von Menschen, die zur Arbeit eilen. Dazwischen auch bereits die Lugend auf ihrem Wege zur Schul«. Das Leben des Werktags pulstm in stärkstem Maße. Auch ich im Begriff, meinen Arbeitsplatz wieder aufzusuchen. Bsim Durchschreiten des noch im Halbdunkel dämmernden Haus- flu«» erschreckt mich plötzlich das Weinen eines Kindes, dessen kleine Gestalt vor der Tür der Wohnung eines Reichgewordenen auf der untersten Stuf« der Treppe kauert. Mein Erscheinen mag wohl dem Kind«, einem Mädchen von etwa sechs Jahren, neuen Mut einflößen, denn es springt aus und hämmert mtt seinen Füh- che« gegen die Tür und drückt den Knopf der elektrischen Klingel so andauernd hinein, daß drinnen ein Höllenspektakel anhebt. Auf meine Frage nach dem Grunde ihres Weinens und Benehmens die Antwort:„Ich komme zu lpät in die Schule, wenn die faule Bande nicht bald aufmacht!"„Was hast du denn so wichtiges?"„Ich bring« ihnen doch die Brötchen hier!" Dabei hebt ste einen wohl- gefüllten Frühstücksbeutel hoch.„Und den muß ich ihnen selbst ob. geben, aber jeden Mvrgen muß ich sie erst lang« aus dem Bette bimmeln" Da öffnet sich endlich die Tür ein wenig, etwas Neglige leuchtet hindurch und eine Frauenstimme, der man die Schlaftrunkenheit noch recht anmerkt, entrüstet sich:„Schämst du dich denn gar nicht. solchen wüsten Lärm zu machen?"— Sie aber schämt sich nicht, von einem kleinen Kinde sich Weißgebäck bringen zu lassen, das dieses schon seit Jahren entbehren muß. Und si« schämt sich auch nicht, von einem kleinen Kind«, das schon seine Pflichten hat und erfüllt, zu einer Tageszeit, wo schaffende Arbeit bereits am Werkt ist. sich aus ihrem Drvhnennest hcrausiiolen zu lassen. Ueberfälle auf öer Straße. wild-lvest ln Berlin. In der Flensburg«? Straße wurde gestern, abends v>«gen 11 Uhr, der Kaufmann Map Weiß aus der Dortmunder Straße 6 überfallen und beraubt. Ein Mann von etwa 30 Iahren schlug ihn plötzlich zu Boden. Weiß wehrte sich und ver> setzt« dem Räuber, als«r sich über ihn beugte, mehrere Fußtritte ins Gesicht. Bald darauf aber erhielt er im Ringkampf einen Stich durch die Sehne des rechten Beines, Dann raubte ihm der Wegelagever d e Brieftasche mit 10 englischen Pfunden, 8 Dollarschatzanweisungen und 30 Milliarden Papiergeld. Der Räuber hat von den Fußtritten wahrscheinlich Verletzungen im Gesicht und wird vielleicht irgendwo ärztliche H'lfe in Anspruch nehmen. Auf sein« Ergreifung ist eine wert« beständig« Belohnung ausgesetzt. In der Gegend des Schöneberqer Stadtparks treibt e'n« jugendlich« Bande, die sich die„Maiko'onne" nennt, ihr Unwesen. Sie verübt nicht nur Uebersäll« aus der Straße, sondern raubt auch in Geschäften. Jetzt beraubte si-: eine Frau aus der Schwalbacher Straße in Friedenau. Gegenüber dem Stadipart stürzten sich ach! junge Burschen auf sie. Als auf ihre Hilferuf« e'n Radfahrer herbeieilte, griffen die Burschen auch diesen an. Auf den Lärm und die Hilfe» rufe kamen mebvere Beamte des 115. Reviers hinzu. Jetzt flohen die Burschen. Sie wurden rxorfolgt und es gelang, drei von ihnen festzunehmen. Di« Gegend zwischen dem Moritzplatz und dem Halleschen Tor, die Prinzenstrah« nach der Hochbahn zu usw. wurde fett einiger Zeit von einer Bande unsicher g e in o ch t, die«s auf heimkelzrend« Geschäftsleute abgesehen hotte. namentlich aber Leute ausplünderte, die etwas angetrunken waren. An ihrer Spitz« standen ein Kurt An des mit dem Spitznamen ..Motr ole n'k u r t".«in bekannter Fledderer Hans Ruprecht und ein Mar Potzkowski, der von seinen GesinnungSA-nofsen den Spitznamen„G e i st m a x" erhalten hotte, weil er einmal bei einem Kartofscldiebstahl vor Angst Nebelschwaden für Geister geholten hatte. In der vergangenen Nacht wurden die drei Führer festgenommen, als sie wieder einmal einem Fußgänger einig« Devisen abgenommen hatten. Ein größer«? Be- trag wurde bei ihnen noch gefunden. Wohnungstausch. Unter welchen voranssehungen er gestaltet ist. Amtlich wird niitgeteikt: Durch dos neue Wohnungsinangel- gefetz ist der Wohnungstausch unter solgenden Vovoussetzmiaen grundsätzlick, freigegeben: die Tauschparteien müssen im Besitze selbständiger benutzter Wohnungen sein und ent» weder vor dem 1. Januar 1914 in Deutschland ihren Wohnsitz ge- habt haben oder deutsche Flüchtlinge oder Vertriebene sein. Dem Tausch müssen die Vermieter schriftlich zugestimmt haben. Verweigert ein Vermieter die Zustimmung, so kann sie von dem Mieteinigungsamt ersetzt werden. Die Tauschparteisn haben zwar auch beim Vorliegen dieser Voraussetzungen noch die Ge» nehmioung des Wohnungsamtes nachzusuchen. Dasselbe hat jedoch lediglich zu prüfen, ob die Voraussetzungen gegeben sind. Ist die» der Fall, so m u ß es die Genehmigung erteilen. Erhalten die Tauschparteien innerhalb 14 Tagen von dem Wohnungsamt keinen Bescheid, so gilt die Genehmigung als erteilt. Das Woh. nungsamt ist nicht mehr berechtigt, den Tausch mit der Begründung zu versagen, daß bei Durchführung des Tausche, eine Tauschpartei ein« zu groß« Wohnung erhalten würde. Es bleibt jedoch berech- tigt, nach Durchführung des Tausches etwa entbehrliche Räume zu beschlagnahmen, soweit eine Beschlagr.ohnu: nach den für die Gemeinde geltenden Vorschriften zulässig ist. Die Not der Schuljugend. Der Berliner Lehrerverein faßte in Anbetracht der täglich wachsenden Not der Sckmljugend in seiner letzten Versamin- luiig folgende Entschließung: Der Berliner Lehrerverein macht die breite OeffentliSkeit auf die fnrchibore Not, unter welcher unsere Schuljugend in letzter Zeit in stark gesteigertem Maße leidet, auf- merksam. Tausende von Kindern sitzen bis Mittag in der Schule, ohne irgend etwas genossen zu Häven. Der Hunger Mußt eine erfolgreickie geistige Arbeit völlig aus. Der Berliner Lehrervereiii ruft daher die Behörden und alle sozial arbeitenden Kreise der Bevölkerung auf. hier sofor! helfend einzugreifen, damit die beginnende Hungersnot nicht mit der Jugend unseres Volkes Zukunft vernichtet. Der Berliner Lebrci verein ist bereit, mit aller Kraft an diesem Werke mitzuarbeiten. Geschenke für de« Zoo. Dem Berliner Zoo sind in dieser TeuerungSzeit, die ihm den Anlauf von Tieren so sehr erschwert, seltene Tiere al« Geschenke doppelt willkommen. Eine wertvolle Bereicherung verdankt er dem ilmstand, daß einer von seinen besten Wärtern einen Forscher auf einer großen Tiersangexpeditiou nach Abessinien und Somalilaiid begleitet hat. AlS der Gelehrte Dr. B a g e l e r im November v. I. die Reise antrat, ging mit ihm al« sein Hauptgehilfe im Fang, im Transport und in der Pflege der Tier« der Raubtierwärter Olesen vom Berliner Zoo. Im Zoo wurde Olesen sehr vermißt, denn seine Tiere halten sich an ihn wie an einen treuen Freund ge- wöhnt. Dafür konnte aber Olesen. als er im Herbst d. J. zurück- kehrte, dem Zoo mehrere Tiere zuführen, die Dr. Vageler zum Dank als Geschenk überwiesen hatte. Olesen brachte einen fast ausgewachsenen Leoparden von schöner Zeichnung, eine Dromedarstute, die bald Nachwuchs liefern wird, ferner einen Flug wilder Haltbandiauben. einige Nashornvögel, ein Paar Geierverlhühner und ein Paar einer sehr seltenen WndganSart, der Blauflügelgan? Der örotfkanüal beginnt wieöer. Sein Drok ln den vückerclea. Akehlpreise verfünffacht. Mit dem unaufhaltsamen Marksturz, der auf dem Berliner Lebensmittelmarki feit gestern einen Preisiaumel ohnegleichen her- vorgerufen hah setzt auch prompt wieder der Brotskcmval ein Nirgends ist in den Berliner Bäckereien mehr B r o t z u h a b« n. Die begüterten Hamsterer, die ein feines Gefühl für das weitere Sinken der Mark hatten, kauften schleunigst aus, was irgend zu haben war. Es scheint, daß in den Bäckereien die Ber> liner Magistratsverordnung, daß Brot nur auf die Rest- abschnitt« der Brotkarten abgegeben werden soll, nicht mehr ernst genommen wird. Der Magistrat muß unter Zuhilfenahme der behördlichen Organ« darauf dringen, daß dieser Zustand sich schleunigst ändert, bevor wir wieder auf den Stand vor vierzehn Tagen gelangen. Ferner bedeutet dt« ungeheuerliche Preissteige- rung für Mehl eine ernste Gefahr für die Brvtoersorgung nicht nur Berlins, sondern auch aller großen Städte und Landgemeinden. Während es gestern noch möglich war, gegen Dollarschatzanweisungen Mehl zum Preise von 550 bi» 580 Milliarden zu kaufen, kostet« diele Menge heute bereit» 2 bis 3 Mllionen. In Berlin liegen die Dinge so. daß die von der Reichsgetreidestelle zur Verfügung gestellten 6000 Tonnen Getveide nicht allzu lange inehr den laufenden Bedar! decken werden. Wir stehen also wieder wie neulich ve? einer Katasirop')» der Brotversorgung. Der Zweckverband der Bäckermcist'r Groß- Berlin hat gestern 2bisS00SackMehlinsgefamt auftreiben können, ein Quantum, das auch nicht entfernt den Bedarf zu decken vermag. Die Bäckerläden waren, wie oben erwähnt, heute morgen zum� großen Teil schon ausverkauft, und so begannen von neuem Plünderungen und Demolierungen von Geschäften, weil das Publikum, das durch die Hamsterer feines Anteiles verlustig gegangen ist. vielfach der irrigen Meinung war, die Bäcker hielten Ware zurück oder weigerten sich, zu bocken. Der Zweckverbond der Bäckermeister Groß-Berlins teilt dagegen mit. daß feine Mitglieder solange backen werden, al» sie Mehlvorräte be- fitzen oder erhalten. Di« verantwortlichen Führer de» Bäckergewerbes baben heut« Unterredungen mit dem Reichsernäh- rungsminifter. mit der Reichsgetreidestelle und mit dem Oberbürger- meister Boeß, um zusammen mit den Behörden und amtlichen Stel- len Maßnahmen gegen die Hausse aus dem Mehlmarft zu beraten und um zu verhüten, daß eine erneute Lroiknoppheit mit ihren bedenklichen Folgen eintritt. * Auch die Preis« für die übrigen Lebensmittel haben lich seit gestern nahezu verdoppelt. Besonders macht sich das auf dem Fettmorkt bemerkbar. Für Margarine wurden vormittags bis 32 Milliarden, für Butter bis 66. für Schmalz bis 40 Milliarden qezahlt.— Der Zustand ist jetzt nahezu erreicht, daß die Hausfrau für ihr« Milliarden Papiergeld fast nichts mehr er- hält. Es ist das Ende der Weisheit, denn alles, was an Goldonleih« in Teilscheinen bisher ausgegeben wurde, ist spurlos aus dem Ber- kehr verschwunden und in die Hände der Börfenlvekulanken und Großfchieder gelangt._ Der HauSwart als Erpresser. Ein eigenartiger Vorfall ereignete sich kürzlich im Haul« Neu- Tempelhof, Kaiserkorso 65. Ein Herr erkundigte sich bei dem HauS- wart nach der Wohnung einer bestimmten Familie, für welch« Auskunft 10 Milliarden verlangt wurden. Als die Summe in dieser Höhe verweigert wurde, versuchte der Hauswart sich de? Paletots de« Fragestellers zu bemächtigen und verbinderte ibn auch, da« Hau« zu derlasien. Unter dem Druck der Gewalt und der tätlichen Bedrobung wurde schließlich der Betrag gezahlt. Der Geschädigt« ging zur Polizei, worauf ein Beamter sich in Begleitung de« Geschädigten sofort zum Hauswart begab, jedoch die Zurück- zablung der Summe auch nicht erreichen konnte. Der Hauswart weigerte sich nun auch, den Beamten au» dem Hau!« herauszulassen. Gegen den HauSwart wird Strafantrag wegen Erpressung, Bedrohung und Freiheitsberaubung gestellt. „Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Böswillige Zllarmierungen der Feuerwehr. Die Gchöneberger Feuerwehr wurde in letzter Zett böswilliaerweis« alarmiert. Jetzt wurde der Zljährige bei den Eltern in der Belzige? Straß« 20 twchnenfce Kellner Harry Besch festgenonunen, als er die Feuerwehr unnötiger Weife alarmierte. Er wirb sich nun wegen Sachbeschädi- gung usw. und Vorübung groben Unfuges zu verantworten haben. In der letzten Nacht wurde die Feuerwehr abermals bös- williger W e i f e noch der Eck« der Babelsberger und Baden- scheu Straße in Wilmersdorf und dem Küftriner Platz alarmiert. Dies« Täter find unerkannt entkommen. vom vollartlwmei erfaßt worden ist scheinbar ein 60 Jahr« alter früherer Landwirt Karl v. Willig, der zuletzt in einem hiesigen erstklassigen Hotel als Portier tätig war. Als ihm von einem Aus- länder 100 Dollar und 250 holländlsche Gulden zur Aufbewahrung übergeben wurden, verließ er feine Stellung und verschwand mit den Devisen. Dl« Normaluhr kommt wieder. Noch im Laufe dieses Monats worden 18 Uhren in Betrieb genommen, bis Ende dieses Jahres soll diese Zahl auf 50 erhöht werden. Di« alten Urania-Uhren- Säulen wurden bekanntlich vom Magistrat auf Abbruch oerkaust. da die Stadt die hohen Unterhaltungskosten, die heut« in die Dillionen gingen, nicht mehr bezahlen konnte. Die neuen Uhren werden von der Normaluhren-Reklamegefellschoft G. m. b. H. betrieben, die vom Magisttat verpflichtet worden ist. Die dreimilliardeufache Novembermiete. Den Ausführungen im gefttigen Abendblatt ist ein Druckfehler unterlaufen. In dem Absatz über die Verwaltungskosten muß es richtig heißen:.. haben die Miete? nur die Treppenreinigung übernommen(statt Treppenbeleuchtung). Zm Sladwerordnetenfißungsbericht ist infolge ein«, Versehens der die Debatte über den Notarbeitsvertrag enthaltend.! Abschnitt verstümmelt worden. Ausgefallen ist der Anfang der Red« unseres Genossen R e i m a n n. der die Anfeindung des noch langen Mühen zustandegekommenen Vertrages zurückwies und dann fcrtfuhr(wie im„Aorirärts" wiedergsgeben ist):„Grund und Zweck de« Vertrage» sei usw." Schweres Eisenbatmunglüd? In Vanzig. ! Toter, s Verletzte. Wie erst heute verfpätet von Dirschou au» gemeldet wird, er- . eignete sich am Mittwoch abend zwischen 9 und 10 Uhr auf dem großen Dirschauer Rangierbohnhof«in Eisenbahnunglück, bei dem eine Person getöiet und acht Personen teils schwere, teils leichte Verletzungen ertttten.— lleber da« Unglück werden folgende Einzelheiten gemeldet: Der auf der Sttecke Bromberg— Dirschou fahrplanmäßig verkeimende Güterzug au» Richtung Brom- berg lief kurz nach 9 Uhr auf dem Dirschauer Rangierbahahof«in. Um dies« Zeit verkehrt regelmäßig oin Pendelzug zwischen dem Rangierbahnhof und der Bahnstatton Dirschou. Kurz vor der Ab- fahrt de» Pendelzuges war der Güterzug in den Rangierbohnhof eingelaufen. Widerrechtlich hatte ein Beamter des Stellwerks, der inzwischen abgelöst worden war, für den Pendelzug das Ans- fahrtssignal gegeben. Der Pendelziig mußte über das Gleis des inzwischen zum Stehen gekommenen Güterzuges. Hierb'i ereignete sich dann der Zusammenstoß. Eine Kältewelle. Das Observatorium in P u l t v w s(lknlandi meldet, daß eine groß« Kältswelk« sich Nordost- und Mittel- «uropa näher«. Im Blagoweschtschensk ist der erste Schnee gefallen. Gewerkschaftsbewegung Die Strafbestimmungen. Geldstrafe bestraft." einer Gefamiaftion aller Angestellten Groß- Berlins zu treffen mit dem Ziel, folgende Forderungen mit Wirkung ab 1. November durchzusehen: 1. Festsetzung der Gehälter in Goldmart. handlungen im angedeuteten Sinne aufzunehmen. Wirtschaft Zahlungsmittel oder Spekulationsobjekt? 2. Auszahlung der Beträge in mertbeständigen Zahlungsmitteln. Im§ 11 des Gefeßes über die Arbeitszeit heißt es: Sollten in der Uebergangszeit wertbeständige Zahlungsmittel in den erforderlichen Mengen nicht zu beschaffen bzw. vorhanden sein, so Die wertbeständige Anleihe des Deutschen Reiches ist eingeWer den Vorschriften dieses Gesetzes... zuwiderhandelt, wird mit müssen die Babiungen zum Leil wertbeständig, der Rest in Papier führt worden, in der Absicht, deanit zugleid; ein provisorisches werte martbeträgen zum Goldmarkfurs des Tages vor der Auszahlung beständiges Zahlungsmittel zu schaffen. Diese Absicht Diese Bestimmung richtet sich gegen Arbeitgeber, bie noch über erfolgen. ist infolge der an sich berechtigten Eingriffe der Reichsbank am die zulässigen Ausnahmen hinaus Mehrarbeit vornehmen laffen. Im die nach den bisher gesammelten Berhandlungserfahrungen Devisenmarkt in den legten Tagen volltominen illusorisch geworden. Aber die Formulierung ist so gehalten, daß sie mit einigem guten wahrscheinlich unvermeidliche Streitaktion auf breitester Grundlage Nachdem man wieder Höchstpreise für den Dollar eingeführt hat, Billen im umgekehrten Sinne interpretiert werden könnte. durchführen zu fönnen, werden die Hauptvorstände aufgefordert, auch wird die Goldanleihe als Spekulationsobjekt behandelt. Sogar an Auch in der Begründung ist kein Wort enthalten, das darüber volle mit den Angestelltenorganisationen der anderen Richtungen Ber: der Börse mußte sie zugefeilt werden, und in Bant- und WechselKlarheit bringen würde. Es heißt da: geschäften, die sonst wertbeständige Anleihe über den Tisch handeln, läßt sich beobachten, daß manche derartige Institute zwar Gold anleihe zu dem fünstlich niedrig gehaltenen amtlichen Kurs an. taufen, fie aber nicht wieder abgeben. Ein solches Vorgehen widerspricht der Absicht des Reiches bei der Schaffung der Golds anleihe derart, daß nicht genug dagegen Einspruch erhoben Geldentwertung herbeizuführen, wird sie fo in den Händen der ohne. werden kann. Anstatt den Schuh der wirtschaftlich Schwachen gegen hin zahlungskräftigen Bevölkerungsschichten zu einem Mittel der Erhaltung der Substanz gegen Bermögensverlufte oder gar der spekulativen Ausnutzung der gegenwärtigen Marktonjunktur! wy Die Strafvorschriften beziehen sich nunmehr in gleicher Weise auf die in Kraft gebliebenen Bestimmungen der Demobil. nechungsverordnungen, auf die Borschriften dieses Ge. setzes und auf die daraufhin erlassenen Anordnungen. Nach den Borschriften des Gesetzes fann der Reichsarbeits minister(§ 2) jederzeit soweit fein Tarifvertrag besteht, der darüber etwas enthält eine Ueberschreitung des Achtstundentages anordnen. Außerdem kann jeder Arbeitgeber(§ 3) an 30 Tagen im Jahre aus eigener Machtvollkommenheit täglich zwei Stunden Mehrarbeit anordnen. Weiter fann(§ 4) für weibliche und jugendliche Arbeitnehmer die tägliche Arbeitszeit während bes ganzen Jahres um eine bzw. zwei Stunden verlängert werden. Auch die oberste Landesbehörde fann(§ 5) Ueberschrei tungen des Achtstundentages anordnen und Tarifverträge, die solche Ueberschreitungen enthalten, für allgemeinverbindlich erklären. Wenn es also der bayerischen oder einer ähnlichen Regierung gefällt, tann fie ausnahmsweise" den Zehnstundentag defrefieren oder einen„ Tarifverirag" mit einem gelben Organisationchen für allgemeinverbindlich erklären. Ebenso tönnen die Gewerbeaufsichtsbeamten eine Ueberschreitung des Achtstundentages zulaffen. Das Afu- Ortstartell wird ersucht, eine gemeinsame Zusammen tunft der Tariftommiffionen aller Branchen und Gruppen in der ersten Novemberwoche zu arrangieren. Zur Begründung der aufgestellten Forderungen beschränken sich die Funktionäre auf die Feststellung, daß die gesamte deutsche Induftrie und der Handel seit Monaten die Preisfeftfehung nach Golddiverser Monopole für ihre fämtlichen Lieferungen und Leistungen mart vornimmt und neuerdings Staat und Kommune als Befizer ebenfalls Bezahlung in Goldmark verlangen." Löhnvereinbarung der Zimmerer. Die Verhandlung am Donnerstag konnte nicht mehr auf Grund des zentralen Abkommens abgeschlossen werden, da eine Verlängerung durch die Spigen über den 31. Oktober hinaus nicht zustandegekommen ist. Die Arbeitgeber wollen jedoch ihren Mitgliedern empfehlen, daß fie in aller Kürze zur Goldlohnzahlung übergehen, Weitere Berhandlungen finden hierüber am Montag statt. Es wurde dann für das Lohngebiet Groß- Berlin, Botsdam, Spandau, Belten, Dranienburg und Königswusterhausen folgendes vereinbart: Der Lohn für Zimmerer beträgt für die Woche vom 27. Oftober bis 2. November 14 Milliarden, die Werkzeugentschädigung 210 Milfionen; der Lohn für Poliere 757 008 Millionen, für Ueberstunden Wo vorher 20 736 Millionen, für Nachtarbeit 24 690 Millionen. ein höherer Lohn gezahlt wurde, werden auf den bestehenden Lohn 100 Bros. aufgerechnet. Die Lehrlingsentschädigung ist wie folgt festgesetzt: Gruppe A Man braucht nicht sonderlich mißtrauisch zu sein, um die Möglichkeit einer mißbräuchlichen Anwendung dieser Bestimmungen zuzugeben. Es versteht sich von selbst, daß sowohl die Arbeiter in den Betrieben wie die Gewerkschaften sich gegen solche Anordnungen mehren werden, wie überhaupt gegen jede Ber- 1. Behrhalbj. 1,4 million. längerung der Arbeitszeit, die nicht unbedingt erforderlich ist. Die 2. 2,1 Gewerkschaften werden darüber hinaus für eine vollswirtschaftlich 3. und technisch mögliche meitere Bertürzung der Arbeitszeit 4 eintreten. 5. 6. 2,8 4,2 5,6 7 Werkzeugentsch. Gruppe B 21 Million. 2,1 Million. 31,5 2,8 42 63 84 105 3,5 4,9 6,3 7,7 Werkzeugentsch 31,5 Million. 42 " 52,5 B 73,5 " 94,5 29 115,5 Was aber bestimmt der§ 11 des Gesetzes über die Arbeitszeit? Es wird bestraft, wer den Vorschriften dieses Gesetzes Es wird besonders auf die am Sonnabend stattfindenden BezirksDer Beitrag beträgt für die 44. Beitragswoche 14,5 milliarden. oder den daraufhin erlassenen Anordnungen zuwiderhandelt. versammlungen hingewiesen. Bir haben leider mit unserer Juftiz in der Vergangenheit wie in der Gegenwart Erfahrungen gemacht, die uns veranlassen, stärkstes Mißtrauen gegenüber den Interpretierungsmöglichkeiten durch weltfi embe oder offen reaktionäre Richter zu hegen. Und deshalb ist es unbedingt erforderlich, den§ 11 fo zu formu fieren, daß jeder Zweifel und jede Interpretierungsmöglichkeit, die sich gegen die Aktion der Gewerkschaften richten kann, von vorn herein unterbunden wird. Der Tert des§ 11 ist derart, daß man nach amerikanischem Muster wie erinnern weiter an das TaffBale- Urteil in England die gesamte Aktion der Gewerkschaften auf Berkürzung der Arbeitszeit unmöglich machen könnte. Das ist gewiß nicht die Absicht. Deshalb muß es flipp und flar aus gesprochen werden. Kampf um die Goldlöhne. Man sollte den Bank- und Wechselgeschäften zur Pflicht machen, daß fie unter allen Umständen bei Anrechnung der üblichen Provi fionsfäße Papiermark gegen Goldanleihe anzunehmen haben, solange fie Goldanleiheftüde besigen und die letzteren nicht zurückbehalten dürfen. Man wird hoffentlich gegenüber diesen Instituten das gleiche Maß von Energie aufbringen, mit der man jetzt vom Regierungs tisch her den Arbeitern flar zu machen sucht, daß sie vorläufig noch nicht ausreichend wertbeständige Zahlungsmittel erhalten fönnten! Im übrigen ist das wirtsamste Gegenmittel die baldige Ausgabe ausreichender Mengen von wertbeständigem Gelde, vorerst also der seit langem angefündigten Rentenmart, die mun schon seit Wochen im Druck ist. Welche Bedenten oder praktischen Schwierig feiten hier eine rasche Arbeit verzögern, ist nicht ersichtlich. Ohne hin drohen dem Warenmarkt und insbesondere der Lebensmittelversorgung aus der gegenwärtigen Berfassung des Devisenmarktes schmere Gefahren. Um so notwendiger ist es, jetzt endlich Abhilfe zu schaffen und auch dem Volte das mertbeständige Geld zu geben, dessen die Wirtschaft jest mehr als je bedarf. fceben, Holland in seinen Finanziruft einzubeziehen. Der Bar. Eine Stinnes- Bank in Holland. Hugo Stinnes bemült sich mer Bantperein wird in Kürze eine Zweignieder. lassung in Amsterdam unter Leitung des bekannten Elberfelder Finanziers Baron von der Hendt errichten. Der Barmer Bank. verein ist bekanntlich der Mittelpunkt des von Hugo Stinnes zufam mengetauften größten deutschen Provinzbanftrusts, zu dem nebers dem Banthaus v. d. Heydt- Kersten Söhne in Elberfeld u. a. die Bayerischen Hypotheken, und Wechselbanken in München und die Allgemeine Deutsche Kreditanstalt in Leipzig gehören. Stinnes faufte im Frühjahr d. I. zu einem Spottpreis die Attien des Barmer Bankvereins auf und gebrauchte dessen Finanzkraft, ungeachtet des Protests der alten Aktionäre aus der Bergischen Textil und Eiseninduftrie, die das Inftitut mit der Wahrung ihrer finanziellen In tereffen seit Jahrzehnten betraut hatten, zur Befriedigung seines folossalen Kreditbedürfnisses, zum Schaden der rheinischen Klein. industrie. Aus der Partei. Die Parfelorganisationen zur politischen Lage. Baden. Der Bezirksvorstand der Bereinigten Sozialdemoftra Soziale Fürsorge der Firma Rudolph Herzog. Wie uns mitgeteilt wird, gewährt die Firma Rudolph Herzog arbeitsunfähig gewordenen Arbeitern ihres Betriebes eine soziale Beihilfe". Ein bei der Firma 23 Jahre beschäftigt ge wesener Fahrstuhlführer erhielt Ausgangs Juli einen Betrag von 364 Bapiermart! Um feine Irrtümer aufkommen zu lassen, muß bemerkt werden, daß dieser Betrag nicht etwa für den Tag, sondern für den Zeitraum von einem Monat gewährt wurde! Auf dem Bostabschnitt ist ausdrücklich vermerkt, daß die zustehende Pension infolge der hohen Portokosten nicht mehr monatlich, sondern für sechs Monate zur Auszahlung gelangt. Was der betreffende Ar beiter mit diefer Benfion anfangen foll. bat die Firma zu bemerken unterlassen. In Parallele dazu fann höchstens gefegt werden das Berhältnis der Firma gegenüber den Angestellten und Arbeitern igres Betriebes. Die Firma beabsichtigt, wie uns mitgeteilt Die Af- Funktionäre der Metallinduftrie zum Schiedssprach. wird, zunächst 25 Proz. ihrer Angestellten und Arbeiter zu entlassen, Die AfA- Funktionäre der Metallindustrie nahmen, wie wir bearbeiter stellen nunmehr Betrachtungen darüber an, wie es mögweil der Betrieb nicht mehr tragfähig sei. Die Angestellten und reits im Morgenblatt berichteten, den am Donnerstag gefällten lich ist, daß Inhaber der Firma trotz dieser Notlage des UnterSchiedsspruch, der die Oktobergehälter endgültig festlegt, in übernehmens fich eine Anzahl Autos, Motorboote und ähnliche Annehm- tischen Partei Badens befaßte sich in seiner Sigung vom 15. Oktober füllter Versammlung an. Ueber den Bericht Günthers ist noch lichkeiten leisten lönnen. Sie vermissen das notwendige Verständnis mit der Haltung der Reichstagsfraktion zu den letzten Vortommfolgendes zu berichten: In langwierigen Vorverhandlungen lehnten der Firmenleitung für die außerordentlich schwierige Lage der Ar- nissen im Reich und nahm dabei einstimmig( bei Stimmenthaltung die Unternehmer die Forderung nach Goldlöhnen rundweg ab. beitnehmer des Betriebes. Auch in guten Zeiten hat die Firma es der beiden ihm angehörenden Reichstagsabgeordneten) die folgende Der Hinweis der Af- Vertreter, daß das September- Bruttogehalt nicht für notwendig gehalten, angesichts der mageren Entlohnung Entschließung an: mur 53,52 Goldmart betragen hätte und demzufolge die Absicht der ber angestellten im Einzelhandel über die tarifmäßigen 2öhre hin Angestellten, ihre Gehälter menigstens einigermaßen an die Friedens aus zu bezahlen, was andere einfichtsvollere Firmen getan haben. gehälter heranzubringen, nicht unbescheiden genannt werden kann, peranlaßte Herrn Justizrat Waldschmidt vom BBMI. zu der Aufforderung an die Angestelltenvertreter, dahin zu wirken, daß die Angestellten ihre Lebenshaltung entsprechend einschränken sollten. Rechtsanwalt Oppenheimer fonnte sich im weiteren Berlauf der Berhandlung die Festsetzung des Oktobergehalts gar nicht so schwierig vorstellen, da ja, nach seiner Meinung, ber meitaus größte Teil der Gehälter bereits in Gestalt von allen möglichen Borschüssen zur Auszahlung gelangt fei. Diefe Mittellungen wurden von der dem Schlichtungsaussauß. Bersammlung mit Zwischenrufen begleitet, die für die VBMJ.- Herren nicht gerade schmeichelhaft waren. Für Angestellte in der Margarine Industrie ist die Schlüsselzahl am 1. November 10 450 Milliarden. Im Butter handel erfolgt eine Atontozahlung von 150 Septembergehältern. Der Schlichtungsausschuß ist wegen Regelung des endgültigen Oftobergehalts angerufen. In den Brauereien werden weitere 100 Septembergehälter Afonto gezahlt. Schlußverhandlungen vor Cohnregelung im Bergbau. Für die Lohnwoche vom 29. Dt. Selbst die Forderung nach Gehaltszahlung in wertbest än bi- tober bis 5. November wurder die Löhne in den Kohlenbergbaugen 3ahlungsmitteln lehnten die Unternehmer ebenso wie bezirfen, ausgenommen Mitteldeutschland und Bayern, durch einen das Schiedsgericht ab. Die Angestelltenvertreter waren in der Lage, vom Reichsarbeitsministerium eingefeßten Schlichtungsausschuß feftden Unternehmern zu beweisen, daß neben der anerkannten 3ah gesetzt. Der, gefällte Schiedsspruch sieht eine Lohnerhöhung von lungsmittelknappheit auch bei ihnen feine Neigung dazu besteht. In 200 Prozent vor. Danach beträgt der Durchschnittstariflohn ein einem„ Eilnachricht 69" betitelten Rundschreiben des BBMI. emp- schließlich des Hausstands und Kindergeldes im Ruhrbezirk fehlen die Arbeitgeber ihren Leuten, nur für den Fall, daß Papier- 147 646 845 000 Mart, im oberschlesischen Steinfohlenbezirk 102 Milgelb nicht in benötigter Menge vorhanden ist, wert- liarden Mark und im sächsischen Steinkohlenbezirk 93 Milliarden beständiges Geld auszuzahlen. Wertvoll war noch die Mitteilung Mart je Schicht. Der Schiedsspruch enthält ferner eine BestimGünthers, daß selbst Herr Oppenheimer die Notlage der Angestellten mung, die eine Aufwertung der Löhne in gewissem Umanerfennen mußte. Veranlassung dazu bot ihm die Tatsache, daß fange porfieht. Ueber die Lohnregelung für den mitteldeutschen Angestellte deshalb der Arbeit ferngeblieben sind, weil sie tein Braunkohlenbezirk und den bayerischen Kohlenbezirk soll am 2. No. Geld für Brot und zur Fahrt zur Arbeitsstelle vember verhandelt werden. hatten. Herr Waldschmidt erklärte allerdings diese Einsicht Oppenheimers als deffen Privatmeinung". Nach eingehender Diskussion wurde dann dem Schiedsspruch zu gestimmt, gleichzeitig aber auch in folgender Entschließung der Bille bekundet, für die Erringung von Goldlöhnen eine Kampfbafis breitester Grundlage zu schaffen: Lehrergewerkschaft in DB, Prom.- Verband Berlin( GDB). Bichtige Sigung Sonnabend 7 Uhr. Tagesordnung: Gegen Beamtenabbau und Schulnot". Groß- Berliner Parteinachrichten. Die AFA- Funktionär- Bersammlung fordert die Hauptverstände 141. Abt. Rosenthal. Sonnabend, den 3. Rov., 7% Uhr beim Gen. Frig Koffert, der einzelnen Af- Organisationen auf, fofort alle Vorbereitungen zu. Aronprinzenftt. 4, Funktionärfigung. 5 Millden. u. Millden. Milliarden sparen Sie Alte Gebisse Zähne 10 Wohnungstausch ERICH Neukölln, Kais..Friedr.- Str.220 an der Weichselstr. Für den Winter: Strumpfwaren, Kindertrikots, Trikotagen, Kindersweaters, Wollwaren, Damen- Schlüpfer, Wolle, Nähgarn. Geschlechtskranke Behandlung ben Gyphilis, Hentmisschlägen, Munden. Harnröhrenleiben, Starle Ausfüffe, auch we alles wesfagte, wurder Phorofanos Sanfende buech Das neue deutsche Reichs. Batent, turzfriflig geheilt. Biele Danksagungen und Dantschreiben. Gewiffenhafte ärztl 2eitung. Phorojanos Heilanstalten, BotsdamerGir. 109, taheStegligerGtr. Brunnenstr. 191, nahe Rofenthaler Bl. Getrennt für Herren und Dame. Sprechzeit täglich 10-7, Sonnt. 9-12 pro 5 100 3 Jahre weitgehende Garantie. der Bezirksvorstand den von der Mehrheit der Reichstagsfraktion In voller Würdigung der Gründe der Minderheit anerkennt eingenommenen Standpunft als den richtigen. Der Bezirksoor. stand sieht zunächst in der Erhaltung der Republit und ihrer Berfassung gegen ihre Feinde von rechts und von links die Hauptaufgabe der Partei. Er erwartet von den Genossen im Lande, unbeschadet ihrer persönlichen Einstellung zur gegen wärtigen politischen Lage, daß sie ihre ganze Kraft daran lehen, die Einheit und Geschlossenheit der Partei zu wahren, um sie zur erfolgreichen Führung der schweren Stämpfe zu befähigen, die der Arbeiterschaft und der ihre Interessen vertreten. den Organisationen in der Zukunft harzen." Braunschweig. Der Bezirksausschuß der VSPD. Braunschweig beschäftigte fich in seiner Sitzung vom 14. Oftober mit der politischen und wirtschaftlichen Situation. Gegen eine Stimme wurde ber neuerliche Eintritt unserer Partei in die große Koalition mi B. Einmütig bedauert der Bezirksausschuß, daß bei den billigt. Behandlungen über die neue Regierung die Reichstagsfraktion so wenig Initiative gezeigt hat. Den Forderungen der bür. gerlichen Parteien hätten die Programme und Forderungen der Gewerkschaften und Partei entgegengestellt werden müssen. diese für die Partei so schicksalsschweren Fragen vor ein größeres Forum zu bringen und den Willen der Mitglieder der Partei ein. wandfrei festzustellen, verlangt der Bezirksausschuß einmitig die fofortige Einberufung eines Parteitags. Der Be. airtsausschuß lehnt es ab, den Gedanken der Spaltung der Partei auch nur theoretisch zu erörtern. Dringender denn je ist die Ge. fchloffenheit der Partei heute erforderlich. Um Berantwortlich füte Politif: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gemertschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schifowski; Lokales Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. 5., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet und Gonftiges: Fris Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SB. 68, Lindenstraße 3. und in u. nach Berlin sowie von Berlin nach auswärts am schnellsten durch eine Anzeige im Dubles, Silber. Teilzahlungen gestattet. Kronen.( Spez. Brückener Wohnungsanzeiger bruch fauft Zahn- Ankauf zähne ohne Gaumen.) Keine Luxuspreise. Persön!. Fachmann. Munduntersuchung gratis. Zahnziehen mit B. Zymelski, Betäubung bei Bestellungen gratis. Ueber 20000 WeißenburgerStr.32 Gebisse voller Zufriedenheit geliefert. Willst du preiswert Hosen kaufen, mußt zu ( Hochbahnstation). Vorzeiger Extra- Rabatt 10 Prozent. Hatvani, Danziger Str.1 Erich Fuhrmann Handelsgerichtlich eingetragene Firme Hosen- Anders kaufen Gold-, Silber-, Platin- Bruch laufen. A. 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