Nr. 515 40. Jahrgang Ausgabe A fr. 257 Bezugspreis: Bom 4.- 10. November 42 Milliarden Mark voraus zahlbar. Unter Kreuz band vom 4.- 10. Rovember für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luremburg 43 Milliarden, für das übrige Ausland 43 Milliarden. Post bezugspreis freibleibend. Der Borwärts" mit der Sonntags. Beilage Bolt und Zeit", der Unter. haltungsbeilage Heimwelt" und der Beilage ,, Giedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 3 Milliarden M. Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. zeile 0,70 Goldmart, Reklamezeile 3,50 Goldmart. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 0,20 Goldmart( zulässig zwei fettgedrudte Worte), jedes weitere Wort 0,10 Goldmark. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Diese die Minorität gedrängten sozialdemokratischen Minister waren dieser beispiellos verworrenen Zustände zu tragen haben. Diese Boltsmaffen werden begreifen, warum die Sozialhaben, ihrer eigenen Absicht entsprechend, ihren Rüdtritt nahe daran, die Brocken hinzuwerfen. Aber noch immer wollvollzogen. ten sie die Verantwortung für einen so schicksalsschweren Schritt demokratische Partei so handeln mußte, wie sie gehan Diesem Fraktionsbeschluß ging am Vormittag eine Be- nicht auf sich allein nehmen, sie befragten den Fraktionsvor- delt hat. Wer will sie tadeln, wenn sie in dieser furchtbaren sprechung der Führer der Koalitionsparteien stand. Auch der Vorstand wollte nicht allein entscheiden, er Situation alle Möglichkeiten zu erschöpfen versuchte, voraus. Diese Sigung endete ohne pofitives Ergebnis, obwohl berief die Frattion. Was tat die Fraktion? Rief fie: Heraus um Hilfe und Rettung zu bringen? die Vertreter des Zentrums und der Demokraten er- aus dieser Regierung!?" Sie tat es nicht, sondern formulierte erst recht tadeln, weil sie nach geduldigem Bemühen einen flären mußten, daß sie für die Forderungen der Sozialdemo- in stundenlangen Beratungen sorgfältig überlegte Voraus- Versuch einstellte, der an dem llebelwollen der anderen gescheifratie nach den Vorkommnissen der letzten Tage volles Ber- fegungen, unter denen fie trotz alledem bereit war, in der Ko- tert war? Sie bleibt, auch außerhalb der Regierung, ein ständnis hätten. Sodann konferierte der Reichskanzler mit alition zu verbleiben. Hätte man über diese Voraussetzungen Machtfaktor der inneren deutschen Politik und eine Hoffnung ben bürgerlichen Ministern, worauf eine Rabinettssitzung verhandelt, so hätte sich vielleicht doch noch eine Löfung ge- der Beladenen und Bedrängten. Sie wird, auch außerhalb funden. Aber, entgegen den Wünschen des Zentrums und der der Regierung, nicht unterlassen, eine scharfe Trennungslinie erfolgte. In dieser Sigung tam es zu scharfen Zusammen- Demokraten, tamen die bürgerlichen Minister zu einer Ab- zu ziehen, zwischen ihrer überlegten, mit den harten Tatsachen stößen zwischen einzelnen Ministern der Sozialdemokratie und rechnenden Kampfmethode und der sinnlosen, von Illusion zu den einzelnen bürgerlichen Ministern. Ein Beschluß wurde lehnung der sozialdemokratischen Forderungen. Illufion taumelnden Butschtaktik der Kommunisten. nicht gefaßt, weil sich bereits in dieser Kabinettssitzung die schwerwiegenden Meinungsverschiedenheiten als unüberbrückbar herausstellte. " Das deutsche Bolt und die deutsche Arbeiterklasse brauchen mehr denn je eine starte Sozialdemokratische Para tei. Vieles mag in der nächsten Zeit untergehen. Hier bleibt die Grundlage für ein neues Reich! Die amtliche Meldung. Wolffs Telegraphen- Bureau meldet: Damit war der Weg klar. Klarer fonnte er überhaupt nicht sein. Wir wissen, viele Parteigenossen haben die Langmut der Fraktion nicht begriffen. Sie werden sie später viel In der dann folgenden Besprechung des Reichstanzlers leicht beffer begreifen, wenn sich die Folgen der RegierungsAngesichts diefer drchenden mit den Vertretern der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion frise herausstellen werden. erflärte Dr. Stresemann, daß die bürgerlichen Mitglie- Folgen hat die Frattion gewissenhaft und flug geder seiner Regierung aus grundsätzlichen und tatsächlichen handelt, indem sie jede Uebereilung vermied und den Konflitt Erwägungen heraus sich nicht auf den Boden der sozial- sich soweit entwickeln ließ, daß die Verteilung der Verant demokratischen Forderungen stellen fönnten. Die Annahme wortung auch dem Blindesten tlar werden mußte. In der heutigen Besprechung mit den Führern der Sozialdemo Das Ausscheiden der Marristen" aus der Reichsregie- fratischen Partei und den Führern der Bürgerlichen Koalitionspar der von der Sozialdemokratie aufgestellten Voraussetzungen für den weiteren Verbleib im Kabinett hätte zur Folge, daß rung ist ein Sieg Kahrs über das Reich. Dieser Sieg ist teien führte der Reichskanzler auf Grund der vorangegangenen in Bayern die Koalitionsregierung erneut als unter dem Herrn v. Kahr durch die sozialdemokratische Reichstagsfraktion Aussprache mit den nichtsozialdemokratischen Ministern folgendes aus: Drud der Marristen handelnd," bezeichnet würde. Im übrigen nicht leichter gemacht, er ist aber trotzdem herbeigeführt worden Durch die Tatsache, daß es die Sozialdemokratische Partei für richtig aber könne der militärische Ausnahmezustand im durch die bewußten und unbewußten Bundesgenossen befunden habe, ihre Forderungen durch die Presse be Augenblick wegen der drohenden innerpolitischen Unruhen nicht der bayerischen Reaktion in Berlin. Durch das Zielbewußt rannt zugeben, sei die Situation außerordentlich erschwert wor aufgehoben werden, schließlich aber auch deshalb nicht, weil die sein der einen und die Ziellosigkeit der andern. den. Selbst wenn die Mehrheit des Reichskabinetts an sich die Reichswehr darin ein Mißtrauensvotum erbliden würde. Nun will Herr Stresemann sein drittes Rabinett Möglichkeit gesehen hätte, den sozialdemokratischen Forderungen zu U. u. verwies der Reichskanzler dann noch auf die außenpoli- bilden, ein Kabinett ohne Sozialdemokraten. Es heißt, daß er entsprechen, so sei durch jene Veröffentlichung ein derartiges Enttische Lage und die Schwierigkeiten für die fünftige Repara- die Verbreiterung der Koalition nach rechts hin ablehnt, auf gegenkommen der Reichsregierung fast ausgeschlossen worden, weil tionslösung, falls es nach dem Austritt der Sozialdemokratie der anderen Seite hat er aber auch auf die Unterstützung der damit der Eindruck erweckt worden wäre, daß die Reichsregierung sich aus der Regierung nicht gelingen sollte, eine verfassungs- Sozialdemokratie nicht mehr zu rechnen. Das Kabinett der dem Willen einer einzelnen Bartei beuge und sich ihre Handlun mäßige Regierung zu bilden. ,, breitesten parlamentarischen Grundlage" endet nach zwei Zu- gen von der Sozialdemokratie diftieren ließe. Der Vorwurf, den bisher mit Unrecht sammenbrüchen und zwei Umformungen binnen drei Monaten weite Boltskreise gegen das Kabinett als das Kabinett der schmalsten Basis, das nur deshalb bleibt Stresemann erhoben hätten, daß er unter bestimmendem oder zu bleiben versucht, weil man nicht weiß, was an dessen marxistischen Einfluß handle, wäre dann in der Deffentlichfeit als richtig und erwiesen angenommen worden. Aber auch Stelle gesetzt werden soll. Um 3 Uhr nachmittags trat die sozialdemokratische Frattion zur Kenntnisnahme der von ihren Fraktionsführern gepflogenen Verhandlungen zusammen. Nach einstündiger Debatte wurde gegen 19 Stimmen bei start besetzter Fraktion folgender Beschluß gefaßt: Die Sozialdemokratie zieht ihre Minister aus der Reichsregierung zurüd. Damit sind auch die Hoffnungen, die man an dieses Kas sa chlich seien der Reichskanzler und die Bürgerlichen Mitglieder binett in außenpolitischer Hinsicht knüpfte, wenn nicht des Rabinetts nicht in der Lage, den sozialdemokratischen Forderun vollständig zerschlagen, so doch aufs schwerste gefährdet. Diese gen zu entsprechen, weder die allgemeine innerpolitische Lage noch ant der Die Reichsminister Schmidt, Radbruch und Soll Hoffnungen waren es vor allem, die die Sozialdemokratie ver- vor allem die Verhältnisse in Sachsen und mann begaben sich nach Beendigung der Fraktionsfigung fo- anlaßten, das Experiment dieser Koalition zu wagen, Hoff- thüringisch bayerischen Grenze gestatteten zurzeit eine fort zum Reichskanzler und überreichten ihm folgendes Rück- nungen, die anfangs enttäuscht wurden, neuerdings aber doch Aufhebung des Ausnahmezustandes oder seine Abänderung in eine trittsschreiben: wieder aufzuleuchten begannen. Ungezählte ausländische Form, die die vollziehende Gewalt zivilen Personen überträgt, auch Politische Ereigniffe der letzten Zeit haben zu schweren Mei- Politiker, die es mit Deutschland wohlmeinten, hatten ver- einen Zeitpunkt anzugeben, an dem die an sich sicherlich er. nungsverschiedenheiten im Kabinett geführt. Die Unter- fichert, daß nur eine Regierung der großen Koalition imftande wünschte Aufhebung des Ausnahmezustandes erfolgen solle, sei zeichneten hatten deshalb bereits am 29. Oftober ihre Absicht aus- sei, die auswärtige Lage zu erleichtern. Es waren aber gerade unter den obwaltenden Umständen nicht möglich, dies sei abhängig gesprochen, aus der Reichsregierung auszutreten. Sie haben die die sich national" nennenden Treiber und Schreier, die von der ganzen Entwicklung der Berhältnisse. Daneben würde durch endgültige Entscheidung ihrer Fraffion anheimgestellt. Die fozial- das meiste dazu faten, um diese Regierung der außenpolitischen eine Atänderung des Ausnahmezustandes in diesem Augenblick auf Grund der sozialdemokratischen Forderungen in der Reichswehr, die demokratische Reichstagsfraktion hat in Uebereinstimmung mit uns Hoffnungen zu Bruch zu bringen. bestimmte Voraussehungen formuliert, ohne deren Er- Innerhalb des Reiches ist mit einem starten An verfassungs- und pflichttreu ihre Schuldigkeit getan habe und tue, das füllung unfere fernere Mitarbeit im Kabinett unmöglich wäre. Da wachsen der Reaktion zu rechnen. Indem Herr für sie und für die Reichsregierung nicht tragbare Gefühl erweckt diefe Voraussetzungen nicht erfüllt worden find, erklären wir im Stresemann die„ Marristen" gehen ließ. hat er den Weg der werden, als ob der Reichswehr auf Berlangen einer politischen Bar. Einverständnis mit der sozialdemokratischen Fraktion hiermit unseren Rapitulation vor Bayern beschritten, auf dem es tei hin unangebrachtes Mißtrauen bezeigt würde. Rüdtrift. Der Reichskanzler nahm von dem Rücktrittsgesuch Kenntnis und dankte den sozialdemokratischen Ministern für ihre Mitarbeit. Damit war der Austritt der Sozialdemokratie aus der Reichsregierung vollzogen. * = fein Falten mehr gibt. Es wird ihm schwerlich gelingen, jenen rechtsradikalen Elementen Halt zu gebieten, die in ihm troß alledem den neuen Erfüllungskanzler", den zweiten Walter Rathenau", sehen und die ihm nicht mehr trauen werden, seit dem er sich in ihren Augen durch ein Bündnis mit den Sozialdemokraten befleckt" hat. Die nächsten Ereignisse müssen Der Weg der Sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zeigen, ob jene Elemente sich bei einem Teilerfolg beruhigen, war durch die Ereignisse der letzten Zeit flar vorgezeichnet. Dem oder ob sie nicht vielmehr die Position der deutschen Reichsjahrelangen Drängen der bürgerlichen Mittelparteien folgend, regierung jeßt erst recht als sturmreif betrachten werden. hatte sie sich für die Bildung einer Koalitiosregierung zur Ber- Wie bei dieser Belastung der äußeren und inneren Lage fügung gestellt, deren Aufgabe es sein sollte, die Katastrophe eine Währung- und Wirtschaftspolitik getrieben werden der Cuno- Regierung zu überwinden. Kaum hatte aber das fönnte, die uns auch nur einigermaßen aus dem Elend herausneue Kabinett seine Arbeit begonnen, so tam schon der tückische hilft, ist nicht abzusehen. Die befizenden Kreise, die, solange erste Stoß, der es ins Wanten brachte und den sozial- Sozialdemokraten in der Regierung waren, immer doch das demokratischen Finanzminister über Bord fegte. Das Erperi- Damoklesschwert über ihren Häuptern fühlten, atmen erment ist mißlungen, wir danken für seine Wiederholung!" hieß leichtert auf. Eine Regierung, die nicht start genug ist, es damals hier. Damit war die Meinung vieler Parteigenossen die Besitzenden zu großen und ernsten Leistungen zu zwingen, ausgedrückt, die sich mit aller Wärme für das Experiment ein- bleibt gegenüber der Wirtschaftskrise ohnmächtig. gesetzt hatten. Befindet sie sich aber auch in einer geradezu bemitleidens. Die Reichstagsfraktion brachte trotzdem die ungeheure werten Lage, so verdient sie doch kein Mitleid, weil sie dieses Selbstüberwindung auf den fast schon hoffnungslos geworde- Schicksal über sich selbst heraufbeschworen hat. Zu bemitleiden nen Versuch fortzusehen. Nun aber tam Stoß auf Stoß: die Etablierung der Kahr- Wirtschaft in Bayern, das Bersagen Der Reichsgewalt, das provozierende Borgehen gegen Sachsen. New Borter Dollar- Barität( Schlußfurs): 1 Billion 430 miliarden Nach der Fraktionssitzung der Sozialdemokratischen Partei wurde der Reichskanzler vom Beschluß der Fraktion in Kenntnis gesetzt, daß die sozialdemokratischen Mitglieder des Kabinetts, Reichsinnenminister Sollmann, Reichsjustizminister Dr. R a dbruch und Reichs minifter für Wiederaufbau Robert Schmidt, aus dem Reichs. fabinett ausscheiden. Demgegenüber muß festgestellt werden, daß nach den un erhörten Ereignissen der legten Zeit auch in weiten bürger lichen Kreisen das sozialdemokratische Verlangen nach öffentlicher Klarstellung der Politik Sachsen und Bayern gegenüber als durchaus verständlich und berechtigt antannt wurde. Es ist einigermaßen merkwürdig, daß der Reichs fanzler, der selber einen so gewaltsamen Druck auf die Sozialdemokratie Sachfens ausgeübt hatte, der aber von Bayern jeden Drud so geduldig erträgt, gegenüber der Sozialdemokratischen Reichstagsfraktion auf einmal so druckempfindlich ist. Vollends ist nicht einzusehen, daß in der Forderung nach Aufhebung des militärischen Belagerungszustandes, die auch von den Ministerpräsidenten der Länder einmütig erhoben wurde, ein kränkendes Mißtrauen gegen die Reichswehr liegen soll. Benn schon auf Gefühle so zarte Rücksicht genommen werden soll, warum hat man dann so gar nicht auf die Gefühle der Sozialdemokratie und der Arbeiter. Rücksicht genommen? was wirb in Preußen? Ter �Sozialdemokratis-tze Parlamentsdienst" schreibt: Die preußische Landtagsfraktion der Deutschen Volks- �artei nal)m ain Freitag abend zu dem Austritt zu der Sozial- dcmokratie aus der Koalition des Reiches Stellung. Die mehr- ständige Sitzung galt vor allen Dingen der Frage, ob durch den Beschluß der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion eine Aenderung des Regierungsverhältmsses in Preußen angebracht sei. Es ist kaum anzunehmen, daß die preußische Landtags- fraktion der Volkspartei ohne weiteres aus dem Rücktritt der sozialdemokratischen Minister im Reich. Konsequenzen für Preußen ziehen wird.— Ein Beschluß wurde noch nicht ge- faßt. Eine Korrespondenz schreibt dazu: In den letzten Tagen ist vielfach die Ansicht ausgesprochen wor- den, daß das Ende der großen Koalition im Reich« auch in Preußen dem Kabinett der großen Koalition ein Ende machen werde. Aus Kreisen, die der preußischen Regierung sehr nahe stehen, hören wir, daß diese Meinung dort nicht geteilt wird. Die Führer der peußi- schen Landtagsfraktionen des Zentrums, der Demokraten und der So- zialdemokraten seien jedenfalls der Meinung, daß ein« solche Folge- rung nicht aus der Aenderung der Regierungsverhältnifs« im Reiche zu ziehen sei. Wenn wirklich der Flügel der Deutschen Volkspartei, der den Fortbestand der großen Koalition in Preußen für unmög- lich hält, sich durchsetzen sollte, so wäre immerhin als Lösung die kleine Koalition aus Sozialdemokraten, Zentrum und Demo- traten möglich, die schon früher die preußische Regierung gebildet hat. verspätete Mahnung. In den sich überstürzenden Ereignissen ist sehr vieles, was gestern noch wichtig war, unbedeutend geworden. Und trotz- dem behält gegenüber dem, was sich entwickeln wird. die Feststellung mancher Totsachen ihren bleibenden Wert. Unser Hinweis auf die Kräfte, die hinter den Kulissen tätig sind, wird auch in anderen Blättern bestätigt. Die„Germania" betont ausdrücklich:„Die Art der versuchten Erledigung der .Krise, das parlamentarische Drum und Dran zeigen, daß Kräfte am Werke sind, die den Ausgleich gar nicht wollen, sondern die ein Interesse daran haben, durch immer neue Krisen die Unmöglichkeit des Parlamenta- r i s m u s und die Arbeitsunfähigkest der großen Koalition nachzuweisen." Sie wiederholt deshalb— und der Hinweis ist so deutlich, daß jeder ihn verstehen kann— ihre früher gestellte Frage! „Wie kommt es, daß immer dann, wenn der Dollar ausnahms- weif« einmal stehen bleibt und keinen bequemen Vorwand zu dem solidarischen Wucher abgibt, irgendein parlamenta- risches Durcheinander mit großen Worten und unzeitgemäßen Aktionen zustande kommt, das den bei zurückbleibendem Dollar ent- stehenden Ueberweltmarktstand unserer Preis- wieder aus der Welt schafft?" Die„Germania" kritisiert dann das Vorgehen der Sozial- demokratischen Fraktion. Ihr Vorgehen sei taktisch nicht klug gewesen und habe die Situation nicht erleichtert. Sie fährt dann fort: Und doch müssen wir ihn suchen, wenn wir der Rechtsdiktatur nicht in die Hände arbeiten wollen. Stürzt jetzt das Kabinett Stre- semann, dann kann kein Mensch sagen, was folgen wird. Mancher, der an sich Anhänger der großen Koalition ist, neigt der Auffassung zu, eine rein bürgerliche Regierung wäre jetzt in der Lage, der dro-- henden Rechtsbewegung Herr zu werden und sie aufzufangen. Wir glauben, daß das«in Irrtum ist und daß diese Rechtsbewe- g un g auch über die rein bürgerliche Regierung zur Diktatur fortschreiten wird, wenn man sie ruhig gewähren läßt. Hier liegt der springende Punkt. Man hat fast den Eindruck, daß einzeln« Kreise, die von Haus aus kein« innere Verwandtschaft mit den treibenden Kräften der Rechtsaktion haben, den Kopf verlieren und die Flinte frühzeitig ins Korn werfen wollen, wo sie dann pünktlich von anderen aufge- hoben wird. Di« Dinge sind noch nicht so weit, als daß dem Die Schuhe. Von Hans Gathmann. In einer vornehmen Straße der©fcadt standen in einem sehr vornehmen großer» Laden viele viele Schuhe auf hohen kristallenen Füßen. Es gab da braune, gelbe, schwarze, graue, rote, hohe Sport- schuhe mit doppelten Sohlen, spiegelnd lackierte Damenschuhe mit hohen Absätzen und zierlichen Spitzen. Sie fallen all« gelangweilt durch die dicht«! Stäbe eines eisernen Gitters, das Tag und Nacht das riesige Schaufenster schützt«, auf das ruhelos« Straßengetriebe, vornehm gelangweilt wie manch« Menschen, denen dos Leben nichts mehr anhaben kann. Ihre glücklicheren Brüder und Schrrestem, die dem Glas, und Eisengesängnis längst entronnen waren, sahen sie täglich an den Füßen eleganter Herren und Damen, über hauchdünne kostbare Seidenstrümpse gezogen, auf der schönen Straße spazieren gehen, und so ruhig und gelassen sie scheinbar auf den blitzenden Glassockeln standen, quälte sie doch der Drang nach Freiheit, der Wunsch, endlich auch einmal ins Leben hinausschreiten zu können und sein« Wunder erleben zu lernen. „Wie lange sollen wir eigentlich hier noch stehen?" sagte eines Tages zur Mittagsstunde, als die Verkäuferinnen nach Haus« zum Essen gegangen waren, ein eleganter, unnatürlich schmaler Damen- schuh zu dem neben ihm stehenden gespornten Reitstiefel, der sehr eitel und kühl war.„Ist es nicht schrecklich, wochenlang eingesperrt zu sein, wochenlang an demselben Fleck zu stehen? In meinein ganzen Leben bin ich noch keinen einzigen Schritt gegangen und ich sehne mich danach." „Es wird noch sehr lange dauern, ehe sich deine Sehnsucht er- füllt," antwortete der Reitstiefel galant, der schon long« eine still« Zuneigung für das fein«, gebrechliche Schuhchen neben sich hatte und sich täglich vergeblich bemühte, ihm s«ine breite, funkelnde Lackspitze zuzuwenden.„Sehr lang« wird es noch dauern. Und weißt du auch, was daran schuld ist? Die geheimnisvoll« Zahl, die vor dir steht und vor der alle, die dich verlangend betrachten, erschrecken und bleiche Gesichter bekommen." Der klein« zarte Schuh blickte vor sich und sah cm seinen kristallenen Fuß angelehnt ein« Zahl, die er nicht lesen konnte und nicht verstand. „Ich habe so viele Freundinnen," sagte er leise,„und ein« liebe ich besonders und würde ihr gern gehören. Si« trägt keinen so kostbaren Pelz wie neulich die Dame, der ich nicht gut genug war, aber sie hat sehnsüchtige Augen, die mich verlangend und wehmütig anschauen." .Die Zahl, die Zahl!" kreischte der Reitstiefel ärgerlich. „Ich will keine Zahl," sagte da» Schuhlein zornig,„ich will meinen Zweck erfüllen und einem Menschen nützen und Freude machen. Warmn kommt dos Mädchen, das mich jeden Tag so lange ansieht, nicht herein und nimmt mich mit?" „Du verstehst den Sinn der Zahl nicht, der sich täglich, stündlich Ansturm von rechts kein erfolgreicher Widerstand entgegen- gesetzt werden könnt«. Hinter den großen Worten dieser Kreise steht nicht die Kraft, die diese gerne vortäuschen. Die Regierung der großen Koalition kann auch damit fer- tig werden, wenn sie entschlossen handelt. nicht nur in der Anwendung der staallichen Machtmittel, sondern auch durch eine kluge und energische Wirtschaftspolitik, die die ihauptquell« der Unzufriedenheit verstopfen würde. Dazu ist wieder notwendig, daß eine oerständig« Außenpolitik, zu der eins Rechtsregierung rmfähig wäre, die Hindernisse beseitigt, cm der der Gesundungsprozeß im Innern scheitert. Die Regierung kann diese Arbeiten aber nicht erledigen, wenn sie durch immer neije Krisen aktionsunfähig gemacht wird. Das sollte eine Mahnung sein an alle, die es wohl meinen, auch die neue Krisis möglichst bald zu über- winden." Als diese Mahnung der„Germania" erschien, war sie be- reits verspätet. Sie ist auch von den engeren Freunden der „Germania" nicht gehört worden. Diejenigen, die sie nicht hörten» werden zu zeigen haben, welche Innen- und Außenpolitik sie ohne die Sozialdemokratie glauben be- treiben zu können. Und noch viel mehr, ob sie imstande sind, der Kräfte Herr zu werden, die hinter den Kulissen arbeiten. Schon wirft die„Zeit" in einer Polemik die Frage auf. Sie stellt fest: „Seit einiger Zeit schon arbeitet man an der Vorbereitung einer Diktatur, die von Beauftragten der Großindustrie ge- tragen und von jeder parlamentarischen Verantwort- lichkeit losgelöst werden soll. Man hat wohl auch die Vorschläge im einzelnen schon fertig. Ein solcher Plan mag vielleicht im ersten Augenblick ganz bestechend aussehen. Wie lange die Dinge aber ruhig gehen werden und wie lange eine solche Diktatur der Großindustrie und ihrer vier Beaus- t r a g t e n sich halten würde— das möge man sich doch einmal im „Lokal-Anzeiger" überlegen. Sollte sein Angriff, wie wir annehmen, der Förderung sattsam bekannter Diktaturpläne dienen, dann ist es doch wohl bester, einmal offen zu sagen, wie der Kurs aussieht und wohin er steuert." Die bürgerliche Regierung wird also, darüber gibt es wohl keine Täuschung, mit dem gleichen Feind.zu kämpfen haben, und es wird sich bald zeigen, daß es ein Irrtum war, wenn man glaubt, durch den Verzicht auf die Mitarbeit der Sozial- dcmokratie diese Gefahr bannen und die Auseinander- s e tz u n g mit diesem Kreise umgehen zu können. Grenzgefechte in Thüringen. Sonneberg(Thüringen), 2. November.(Eigener Drahtbcricht.) In der Nacht vom 1. znm 2. November sind Beamte der T h ii r i n g e r L a n d e S p o l i z e i, die sich bei der benachbarten Ortschaft Hönbach auf thüringischem Boden befanden, von starken Patrouillen irregulärer bayerischer Ber- bände lebhaft beschossen worden: zeitweise wurden sogar Salven auf sie abgegeben. Die thüringischen Landespolizei- beamten haben das Feuer nicht erwidert.— In der gleichen Nacht ivar hier während mehrerer Stunden von der Grenze her scharfes Maschinengewehr- und Gewehrseuer zu hören. » Der Neichsniinister des Innern hat kurz vor seinem Rück- tritt nicht nur durch das von uns bereits mitgeteilte Tele- gramm, sondern auch in einem Schreiben an den bayeri- schen Ministervräsidenten auf die für den Bestand des Reiches verhängnisvollen Rüstungen an der bayerisch-thüringi- schen Grenze hingewiesen. Sowohl durch das Telegramm als das Schreiben haben unsere Hinweise auf die Rüstungen der illegalen Verbände in Bayern ihre Bestätigung erfahren. In- zwischen sind aber die Kampfvordcrcitungcn soweit fort- geschritten, daß. selbst wenn die bayrische Regierung wollte, die Zusammenziehung der illegalen Ver- bände in ihrem VcrwaltungSbereich und die damit be- zweckten Absichten kaum noch unmöglich machen kann. Tat- sächlich machen die Geheimorganisationen jetzt auch keinen Hehl mehr aus ihren Plänen. Sie propagieren öffentlich die Abrechnung mit den. N o v e m b e r v e r b r e ch e r n ändert. Du weißt nicht, daß du jeden Tag teurer wirst und daß dich niemand mehr bezahlen kann." „Ich will ja kar keiner vornehmen Dcnne gehören," jammerte der kleine Schuh verständnislos.„Einem armen Mädchen möchte ich ge- hören� das sich lange, lang« über mich freuen mößte." „Das ist ganz unmöglich. Siehst du dort das Schild? Darauf steht:„Preise in Milliarden." Vorige Woch« stand darauf: „Preise in Millionen." Auch da konnte dich niemand kaufen. Unser Herr aber hat heute schon ein neues Schild gemalt, auf dem steht: „Preise in Billionen." Und wenn auch viel«, viel« Menschen mit ganz zerristenen Schuhen oder gar mit bloßen Füßen herumlaufen, werden wir immer noch hinter den Eisenstäb«n stehen und unter uns die Zahl." Das begriff der kleine Schuh nicht und wurde so zornig, daß er mit dem Absatz auf den kristallenen Fuß stampfte, so daß er zerbrach. Als das der Besitzer am anderen Morgen sah, oerwunderte er sich. Dann aber lachte er, verdoppelt« die Zahl, die vor dem Schuh stand, entließ zwei Verkäuferinnen, weil nichts zu verkaufen war und wartete auf den neuen Dollarkurz. Tagurs �ckerbau-Universität. Rabindranath Tagur, der indische Dichter, beschäftigt sich seit langem auch tatkräftig mit Erziehungsstagen und hat es in der von ihm gegründeten Universität unternommen, den Beruf des Gelehrten mit dem des Ackerbauers zu verknüpfen, indem er die Studenten zugleich di« Frücht« des Geistes und des Feldes ernten läßt. Ueber diese„Ackerbau-Universität" von Sirinikitan macbte einer seiner Mitarbeiter, Elmhirst, in einem Dortrag in London nähere Mitteilungen. Die Ackerbau-Universität ist in nächster Nachbarschaft der Uni- versität von Kalkutta gelegen und besteht aus einem großen Gut, das unmittelbar an den Urwald anstößt. Die Studenten, di« hier Aufnahme finden, müssen bereits die Universität absolviert haben und können sich hier weiteren Studien widmen, indem sie zugleich das Land bebauen lernen. Jeder dieser jungen Gelehrten erhält ein Stück Land, auf dem er sich selbst ein kleines Häuschen zurechtzimmern muß und das er zwei Stunden am Tag« bestellt. Ein Teil seiner übrigen Zeit ist er oerpflichtet, an den übrigen Ar- beiten auf dem Gut und im Garten teilzunehmen, und er lernt hier alles, was sich auf den Ackerbau bezieht. Auch weibliche Stu- deuten werden aufgenommen, und zwar sind Männer und Frauen vollkommen gleichberechtigt. Die Studentinnen haben, wie Elmhirst bemerkt«,„die Heirat bis zu einem Alter von IS oder 19 Jahren aufgeschoben, um die Universität besuchen zu können". Diele Frauen freilich halten an dem indischen Brauch einer sehr frühen Heirat fest, so daß sie die Hochschule nicht besuchen können, und für Frauen, die die altindische Tracht bevorzugen, ist die körperliche Arbeit wegen der unpraktischen Gewandung schwierig. Von besonderer Bedeutung ist die Einwirkung, die von dieser Ackerbau-Hochschule aus di« umliegenden Dörfer ausgeht. Zuerst die am 9. d. Mts., also an dem Tage des fünfjährigen Be- stehens der Republik, erfolgen soll. Sie Rückwirkung auf Sachsen. Dresden. 2. November.(Eigener Drahtberichl.) Am späten Nachmittag wurde in Dresden die Meldung von dem Auseinandec- fallen der Koaliiion im Reiche bekannt. In unterrichteten Kreisen sieht man die dadurch auch für Sachsen geschaffene Lage als außerordentlich ernst an. Es herrscht die Ueberzeugung vor. baß die Krise im Reich automatisch eine ncne Krise in Sachsen herbeiführt. * Dresden, 2. November.(Eigener Drahtbericht.) Am Freitag- mittag fand in den Ministerien die Begrüßung der Beamten durch die neuen Minister statt. Ministerpräsident Fel lisch machte in seiner Ansprach« darauf aufmerksam, daß er von den Beamten ein unbedingt ehrliches Verhalten gegenüber der republikanischen Verfassung fordere. Ministerialdirektor Dr. Schulze, der Leiter der Staatskanzlei unter dem Reichskommistar Heinzc erwiderte u. Die Beamtenschaft werde getreu ihrem Eide ihre Amtspflicht auss peinlichste erfüllen. Nachdem die Beamten, die auf die Reichsverfastung vereidigt sind, in den letzten Tagen die Anordnungen des Reiches ausführen mußten, bestehe nun wieder«ine Regierung auf parlamentarischer Grundlage. Da sei es selbstverständlich, daß die Beamten alles tun werden, wozu der Eid auf die Bersasiunz ver- pflic�e. Ihm sei ursprünglich der Posten des Reichskommissars an- geboten worden, dm er abgelehnt habe, um der Regierung die Treue zu halten. Zur Annahme der Stellung eines Leiters der Staats- kanzlei habe er sich erst entschlossen, nachdem er geprüft Hobe, daß der Schritt des Reiches verfassungsrechtlich zulästig sei. Minister des Innern L i e b m a n n begrüßte die Beamten u. a. etwa wi« folgt: „Wir haben die Schmach erlebt, daß ein« verfassungsmäßige Regie- rung mit entsicherten Gewehren aus dem Ministerialgebäude«nt- kernt und zur Sicherung der Republik durch Gewalt ihres Amtes enthoben wurde. Gleichzeitig haben wir auch gesehen, daß unter der Herrschaft der entsicherten Gewehre die Reaktionäre wie Maulwürfe aus ihrm Löchern hervorgekrochen kamen und taten, als ob di« ganze Welt ihnen gehörte. Für viele, die im innersten Herzen treu zur Sache stehen, sind diese Vorkommnisse ein Prüfstein gewesen. Trotz entsicherter Gewehre habm sie mutig zu uns gestanden, nicht un- seretwegen, sondern aus der Erkenntnis heraus, daß es sich um Gewalt gegen die Republik handelt. Für dieses Verhalten meinen besonderen Dank. Als die verfassungsmäßige Regierung entfernt war, wollte man gleich ein«„reibungslose" Verwaltung schaffen und begann damit, republiktneue Beamte hinauszuwerfen. Ich hmfv nicht, in der gleichen Weise zu oerfahren, hoffe aber, daß die Her- ren, denen die Sonne vielleicht nicht warm genug scheint in diesem Hause, sich«inm Platz suchen, wo sie mehr Wärm« finden. Im übrigen erwarte ich, überall Treue zur Republik anzutreffen." Dresden. 2. November.(WTB.) Der Befehlshaber im Wehr- kreis 4 hat di« Bekanntmachung vom 29. vorigen Monats über das allgemeine Versammlungsverbot aufgehoben. Die Reichswehr ist heut« in Chemnitz ohne Zwischenfall eingerückt. öaperisches. München, 2. November.(Eigener Drahtberichl?.) Der General- staatskommisiar hat nunmehr das Verbot der„M ü n ch e n e r Post" bis einschließlich Mittwoch, den 7. November, befristet in der Voraussetzung, daß die Redaktion«in Entschuldigungsschreiben an Herrn v. Kohr richtet, der sich durch die Artikel, die zu dem Ver- böte führten, persönlich gekränkt fühlte. Die„Münchener Post" ist diesem Wunsche nachgekommen und betont in ihrem Schreiben, daß sie ihren Kampf auf politischem, wirtschaftlichem und sozialem Ge- biete stets nur sachlich zu führen bestrebt war im Interesse des Volkes, insbesondere der Arbeiterklasse. Wenn sie in diesem Kampfe einen Schritt zu weit gegangen sein sollte, so sei das unter den heutigen Umständen wohl entschuldbar. ■* Der„Republikanische Reichsbund Bayern" wollte am 3. November seine Gründungsfeier m Form eines künstlerischen Volksabends veranstalten. Die Polizeidirektion München hat diese Feier verboten, weil nach ihrer Auffassung der Bolksabend einer politischen Versammlung gleichkommt. Bemerkenswert ist, daß die Vorbereitungen zu dieser Feier bereits vor Erlaß des Ausnahme- zustandss, also vor dem 25. September, getroffen und von der Polizei genehmigt waren, auch die Plakate, die die Veranstaltung ankündigten. wollten die Bauern von den neuen Methoden der Feldbestellung, die hier gelehrt wurden, nichts wissen, aber allmählich erkannten sie den Wert und haben vieles davon angenommen, fo daß die bessere Kultivierung des Bodens, die Indien so nut tut, durch Tagurs Gründung fehr gefördert wird. Die Hauptziele, die der Dichter mit seiner Universität verfolgt, sind folgende: 1.«inen Mittelpunkt in echt indischem Geist für das Studium der altindischcn Kulturen zu schaffen, 2. die Gesetze internationaler Ein- t r a ch t der Jugend einzupflanzen, indem das aufgesucht wird, was alle Völker verbindet, nicht das, was sie trennt, 3. den einseitigen Nationalismus zu bekämpfen. Neben der Arbeit wird auf dieser„Freilukt-Universität" auch viel Sport und Spiel getrieben. Die Studenten nehmen an den Festen der Bauern teil und lehren sie europäische Spiele, wie z. B. den Fuß- ball: die bodenständige Handwerkskunst wird gefördert im engen Zusammenleben von Studenten und Bauern, ebenso Volks- cmg, Volkstanz usw. Von der Universität ist auch«ine energische kämpfung der Malaria ausgegangen, di« in der Vernichtung der Brutplätze der Moskitos und in der Einrichtung einer Klinik besteht. Der Pfarrer von Sl. Markini Im Reichslag. Wie bereits kurz gemeldet, hat soeben der Reichstagsabgeordnete Genosse Bubert- Osnabrück sein Mandat niedergelegt, während an seine Stelle der Pfarrer an St. Martini in Bremen, Genosse Emil Felden tritt. Mit Felden zieht ein Mann von besonderer Prägung und streitbarem Geist in den Reichstag ein. Er wurde 1997 als Nach- folger des berühmten freigeistigen Bremer Pfarrers Kalthoff gewählt und wurde in den Jahren vor dem Krieg durch seine Predigten über Goethe und Ibsen bekannt, in der Folge ebenso als Verfasser einer Reihe prächtiger Romane, wie„K ö n i g s k i n d e r", Briefe aus schwerer Trennungszeit einer Ehe, die„Sünde wider das D o l t", ein Gegenpol zu der Dinterschen Schrift„Sünde wider das Blut",„Albert Reinkinds Höhenflug" u. a., ferner die Jbsenpredigten„In Kampf um Frieden" und di« ausze- zeichnete wissenschaftliche Schrift„Kind und Gottesglaubc". Die Herbstaiisftelluiig der Berliner Sezesfio« wird heute, Sonn- abend, mittags 2 Uhr, eröffnet. Der Staats- und Donichor, der nunmehr der Hockischule für Musik angegliedert ist. wird am 10. November sein erstes ö s s e n t l i ch c s Konzert in der Hochschule für Musik geben. Prof. Rüdcl wird Werke von Palestrina, Laffo. Lottl, Buxtebude, DurantS, Caldara, Eeb. und Bach dirigieren. Eintrittskarten sind bei Bote& Bock und Werlheim zu haben. HanS Poelzig, der bekannte Architekt, ist zum ordentlichen Professor an der Berliner Technischen Hqchschule ernannt worden. Richard Dehme! würde am t8. November seinen SO. Geburtstag be- geben. Zu seinem GedöchtniS werden sämtliche Hamburger schulen und sämtliche Schulen im Freistaat Hessen Feiern veranstalten. Auch in Preußen soll ähnliches beabsichtigt sein. Für die notleidenden deutschen Schriftiteller und Künstler sind bei dem österreichischen Bundesminister Schürst bis jetzt 105 02g 040 Kronen eingelaufen. Prof. Dr. Ferdinand Karewski. der Direktor der chirurgischen Ab- teilung deS Jüdischen Krankenhauses, ist im Alter von Sk Jahren g e st o r b e n Er ist als Schriststeller namentlich durch seine„Chirurgie deS KtndesaiterS" bekannt geworden und galt als geschickter Operateur. Dienstag, den tt. November: Oeffentliche Bolks-Versammlungen. Die Tragö'üie ües Generals von Geeckt. Uns wird geschrieben: Als in den letzten Stunden des Kapp-Putsches der General v. Lüttwitz den Zusammenbruch seines hochverräterischen Unter- nehmen? klar vor Augen sah und nur noch für seine Person einen möglichst glimpflichen Ausgang erstrebte, erfuhr er, daß die verfassungsmäßige Reichsregierung den General v. S e e ck t zu seinem Nachfolger ernannt hatte. Hierüber geriet der Rebell in eine solche Wut, daß er zunächst mit dem Gedanken spielte, lieber den aussichtslosen Putsch fortzusetzen, als die Militär- gewalt einem solchen Nachfolger zu überlassen. Nur mit Mühe tonnte ihn seine Umgebung vor dieser letzten Wahnsinnstat ab- bringen. Die Gründe dieses fanatischen Hasses Lüttwig gegen Seeeft sind zwar nicht sehr klar, doch dürften sie noch aus der Kriegszeit stammen. Der rasche Aufstieg des begabten General- ftabsoffiziers, der es innerhalb weniger Jahre vom Major zum General gebracht hatte und der in den eingeweihten Kreisen der alten Armee als der eigentliche Schöpfer der genialsten strategischen Operationen im Osten— Durchbruch von Tornow- Äorlice im Frühjahr 1915 und Einkreisung der rumänischen Armee im Herbst 1916— allgemein galt, war den alten Generä- len stets ein Dorn im Auge gewesen und sie hatten es schließlich bei der Obersten Heeresleitung durchgesetzt, daß er im letzten Kriegsjahr auf einen unfruchtbaren Posten an der stillstehenden russischen Front verbannt wurde. Nicht allein Lüttwitz, sondern auch Ludendorsf und die meisten verabschiedeten Offiziere der alten Armee waren von tiefem Haß gegen Seeckt erfüllt und dieser Haß steigerte sich zur P e r a ch t u n g, als es Seeckt nach dem Kapp-Putsch übernahm, an die Spitze der Reichswehr zu treten. Seither gilt er in deren Augen als ein A b t r ü n- niger, ein Verräter, und der Umstand, daß er angeblich, ähn- iich wie General Hoffmann, mit einer Jüdin verheiratet sein soll, trägt natürlich dazu bei, die gehässige Fronde gegen seine Person in den völkisch-nationalistischen Offizierskreisen über alle Maßen zu steigern. Außerdem herrscht in der Clique der Ludendorff, Watter und Genossen eine tiefe Erbitterung gegen den Chef der Heeres- lsitung, weil er teils aus Gründen der militärischen Disziplin, teils aus realpolitischer Einschätzung der gegebenen Machtver- hältnisse einem Zusammenarbeiten mit den illegalen militäri- schen Organisationen grundsätzlich abgeneigt war und well er sogar in den Zeiten Cunos allen Annäherungsversuchen von dieser Seite sehr kühl gegenüberstand. Der Konflikt zwischen Bayern und dem Reiche war für die rechtsradikalen Kreise um Ludendorff ein willkommener P o r w a n d, auch den Chef der Heeresleitung zu beseitigen. Daher wurde er im„Völkischen Beobachter" maßlos ange- griffen, wobei die Beschimpfungen nicht einmal vor seinen An- gehörigen Halt machten. Als der Rsichswehrminister als Oberbefehlshaber das Münchener Schimpfblatt verbot, setzten es die maßgebenden Kreise um den bayerischen Diktator Kahr durch, daß dieses Verbot unbeachtet blieb und daß General v. Lossow keinen Finger für die Durchführung dieser Maßnahme rührte. Von diesem Augenblick an war für den Chef der Heeres- leitung— ebenso wie für seinen Vorgesetzten Geßler— die Lage ganz klar: Konnten sie ihre Befehle nicht durchsetzen, so waren sie in den Augen der gesamten Reichswehr moralisch erledigt. Gerade darauf aber hattenes die Luden'dorff und Lossow abgesehen. Die weitere Entwicklung der Angelegenheit ist bekannt: Die bayerische Reichswehr wurde auf Lossow und Kahr verpflichtet, also den: Befehl ihres eigentlichen und einzigen Vorgesetzten Seeckt entzogen, Lossow unterstrich seine Rebellion mit einem Funkspruch, den er auch an die nichtbayerischen Teile der Reichswehr übermittelte und Seeckt selbst wartete darauf, daß ihm die Reichsrcgierung die Befehle erteil«, auf die er nicht nur als Person, sondern auch im Interesse des Ansehens und der Disziplin der Reichswehr ein gebieterisches An- recht' hatte. Aber siehe da! Die Befehle blieben aus, es wurde mit den Rebellen„verhandelt" und merkwürdigerweise waren es fast ausschließlich die sozialdemokratischen Minister, die für jene Handlungen eintraten, die allein geeignet wären, die m i l i- täris che Autorität und Ehre des Chefs der Reichs- mehr wieder herzustellen. Wir wissen sehr wohl, daß General v. Seeckt alles eher als ein Freund der Sozialdemokratie ist und daß er bestenfalls als ein Vcrnunftrepublikaner bezeichnet werden kann. Wir haben also keinen Anlaß, uns für ihn besonders einzusetzen. Aber in diesem Augenblick, wo sich die bürgerlichen Parteien und ihre Vertreter in der Reichsregierung anschicken, vor den bayerischen Rebellen und Meuterern zu k a p i t u l i e r e n, ver- dient der Fall Seeckt menschlich und politisch gewürdigt zu werden: Dieser alte Soldat, der unter Ueberwindung berech- tigter Empfindungen seine Kräfte in den Dienst einer schwieri- gen und wenig dankbaren Aufgabe gestellt hatte, ist gerade von den Kreisen und Schichten, die ihm am nächsten standen, einfach verraten worden. Die einzigen, die w i r k l i ch Ver- ständnis für seine Stellung, für sein Recht und für seine Ehre bewiesen haben, waren die ihm gänzlich fernstehenden„Marxi- sten", mit denen er übrigens von den bajuvarischen Rebellen in einen Topf geworfen wird. Dabei haben die Rebellen noch heute eine nicht geringe Angst vor ihm. denn sie wissen, wie groß seine persönliche Autorstät auf die verfassungsmäßige Reichswehr bisher gewesen ist. Noch gestern veröffentlichte das völkische„Deutsche Tage» blatt" einen Aufruf der„Vaterländischen Kampfverbände" lHitler-Ludendorff) gegen die„Diktatur v. Seeckt". Jene Herr- schaften wissen nämlich, daß wenige Stunden, nachdem Seeckt den Befehl erhalten haben würde, mit der Reichswehr gegen Bayern vorzugehen, es mit der ganzen bajuvarischen Herrlich- keit vorbei wäre, vielleicht sogar ohne daß ein einziger Schuß zu fallen brauche. Aber der Befehl i st nicht gekommen und er wird nicht kommen. Die bürgerlichen Parteien sind entschlossen, vor Lossow zu ka'ütulieren und kümmern sich einen Teufel um die militärische Ehre desjenigen Mannes, den sie an die Spitze der verfassungsmäßigen Wehrmacht gestellt hatten. Er hat seine Schuldigkeit am Vaterlande im Kriege und nach dem Kriege getan: Er mag als erledigter Mann gehen, er kann als n och mehr erledigter Mann bleiben. Die Hauptsache ist, daß man endlich wieder seine schöne Ruhe mit München hat! Eine Ireunüesftimme. In der Dienstagnummer der.Wiener Arbeiterzeitung" wird sehr ausführlich zu den Borgängen in Sachsen und der neuen schwe- ren Krise im Reiche Stellung genommen. Die Kritik unseres Wiener Bruderorgans über die Haltung der Partei in der sächsischen Frag« ist durch die weitere Entwicklung in Sachsen gegenstandslos gewor- den. Ernst« Beachtung verdient irides das Urteil der„Arbeiter- zeitung" über die G e l a m t p o l i t ik der deutschen Sozialdemokratie: „Man kann— so schreibt das Blatt— die faschistische Diktatur in Deutschland nicht dadurch verhüten, daß man selbst zu ihrem Schrittmacher wird! Setzt sich die deutsche Sozialdemokratie in Gegensatz zur deutschen.Arbeiterklasse, dann wird sie sehr bald leiwe reale Macht mehr sein und dann erst recht hinweggefegt wer- den, sobald der Faschismus sein« Stunde gekommen gloubt! Hun- dertmal besser im Augenblick konterrevolutionärer Gewalt i n Ehren zu erliegen, als auf die Partei die Schande zu la- den, die ihre Zukunft vernichten müßte, die Schande, selbst zur Mitschuldigen konterrevolutionärer Gewalt geworden zu sein! Noch i st nichts verloren. Noch kann ein mutiger Entschluß Ehre und Zukunft der Sozialdemokratie retten. Aber di«ser Entschluß muh, so schwer er sein mag. gefaßt werden. Das wollten, das mußten wir in alter herzlicher Freundschaft unseren Freunden im Reiche sogen: ihnen sagen, weil uns um Deutsch- land, weil uns um die deutsche Sozialdemokratie bange ist." Diese Zeilen wurden, wie erwähnt, geschrieben, als die gesamte internationale Oeffentlichkeit unter dem niederschmetternden Eindruck der Reichsexekution in Sachsen stand und das Ausland aus Grund lückenhafter Informationen annahm, daß die sozialdemokratischen Reichsminister das Vorgehen gegen die sächsische Regierung gebilligt hätten. Die Maßnahmen unserer Partei in Sachsen wi« im Reiche dürften nicht nur diesen Irrtum aufgeklärt, sondern auch den Be- weis erbracht haben, daß die deutsche Sozialdemokratie mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln die reaktionär« Gefahr abzuwenden gesucht hat. Nachdem der Kampf gegen die Militärdiktatur nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt hat, zog sie durch den Austritt aus der Regirnlng die einzig mögliche Konsequenz aus dieser Lage, ein Beweis mehr dafür, daß sie von derselben Erkenirfnis geleitet wird, die unser Wiener Bruderblatt zu ihrem freundschaftlichen Appell an unsere Partei veranlaßt hat. Die Separatisten im Rheinland. Aachen, Z. November.(Eca.) Heute früh nach 10 Uhr wurde das Rathaus von den Separatisten gestürmt. Die Verteidigung des Rathauses, bestehend aus der Feuerwehr, dem Aachener Selbstschutz und einem kleinen Aufgebot von Ortspolizei, mußte der Uebermacht weichen. Die Sonderbündler hatten zu der Erstürmung des Rathauses annähernd 200 Mann zusammengezogen, alle schwer bewaffnet mit Karabiner, Handgranaten und Sturmbecken. Di« Separatisten sind durch dos Anlegen von Leitern in das Rathaus eingedrungen. Die belgisch« Besatzungs- behörde hatte zwei Tage vorher das ganze Rathaus nach Waffen durchsucht und die belgische Hauptwoch«, die durch«inen Seiten- eingang mit dem Rathaus verbunden ist, zurückgezogen. Ueber Aachen ist noch immer der Belagerungszustand verhängt. Waffen- tragen ist verboten. Nicht mehr wie fünf Personen dürfen auf der Straße zusammenstehen. Dagegen ziehen die Separatisten zu Hunderten mit Karabinern und Pistolen und sonstigen Kriegswaffen ausgerüstet durch die Straßen der Stadt, ohne daß die belgische Be- satzungsbehörde dagegen einschreitet. Um 11,30 Uhr haben die sepa- ratistischen Truppen vor den: Regierungsgebäude in Kolonnenform Aufstellung genommen. Ihre Absicht ist, das Polizeipräsidium und alle übrigen öffentlichen Gebäude in ihr« Hand zu bringen. Das Polizeipräsidium ist von einer nach Tausenden zählenden Meng« umlagert. Nach dem augenblicklichen Stand der Dinge ist mit einem erbitterten Kampf zu rechnen. Bingen. 3. November.(Mtb.) Als heute nacht%'4 Uhr Separatisten in das Kreisamt von Bingen eindrangen, mar- schieden zu gleicher Zeit zwei Abteilungen französischer Infanterie mit Maschinengewehren vor dem Kreisamt auf. Gleichzeitig mit dem Führer der Putschisten betraten auch zwei Sekretäre des französischen Kreisdelegierten das Kreisamt, die den Delegierten telephonisch über den Gang der Aktion laufend unterrichteten. Das Kreisamt wurde sofort von französischem Militär besetzt. In Worms hatte die organisiert« Arbeiterschaft den Schutz der von den Putschisten noch nicht besetzten öffentlichen Ge- bäude übernommen. Darauf verhängten die Franzosen gestern die Nachtverkehrsspem und ein Berbot von größeren Ansammlungen innerhalb von öffentlichen Gebäuden, das jedoch nicht befolgt wurde. Heute mittag wurde der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Lutz und der sozialdemokratische Stadtverordnete Ehrentraut, die beide hervorragend bei der Abwehrorganisation tätig waren, von französischen Kriminalbeamten oerhaftet und sofort aus- gewiesen. Kochen oieüer befreit. Aachen, 2. November.(IBIB.) Die Sonderbündler sind heule nachmittag aus Anordnung des Berkehrsdelegierten, der im Austrage der Rhcinlandkommission gehandelk hat. durch die belgische Gendarmerie e n l w a s s n e l worden. Sie dürfen keine Armbinden und keine Waffen mehr kragen. Ein Teil von ihnen hat sich nach dem Bahnhof begeben. Rathaus und Regierungsgebäude sind von beut- scher Polizei beseht. Die Fahnen der Sonderbündler sind herunter- geHoll. Die beschlagnahmten Waffen sind unter Aufsicht des Gen- darmeriekommandanten aufbewahrt worden. Der Leiter der beut- schen Polizei wurde persönlich für die Sicherheil der Sonderbündler bei ihrem Abzug verantworilich gemacht. Bon einzelnen Personen. die von den Sonderbündlern gefangengehalten worden waren, ist bereits bekannt, daß sie wieder frei sind. Di« Bevölkerung, die sehr erregt war, wurde durch die Polizei nach Abzug der Sonderbündler beschwichtigt. Der Kmsdelegiertc gibt bekannt, daß bis auf weiteres jeder Verkehr von bewaffneten und besonders bewaffnete Scharen, das Beflaggen oder Tragen von Fahnen und Armbinden, sowie jeder Verkehr von 8 Uhr abends bis 5 Uhr morgens im Stadt- und Landkreis Aachen verboten ist. » Es wird angenommen, daß auf Grund der Erklärung des bcl- gischen Außenministers Iafpar in der gestrigen Kabinettssitzung der belgische Delegierte in der Rheinlondkommission angewiesen worden ist, den sogenannten Sevoratisten gegenüber voll« Neutrali- tat zu wahren.— In der Bevölkerung atmet man allgemein er- leichtert auf._ Gemeindewahlerfolge der Labour Party. Bou den am Donners- tag in über 300 Städten und Landbezirken von England und Wales abgehaltenen Gemeinderatswahlcn liegen bisher die Ergebnisse aus 83 Wahlbezirlen bor. Die Konservativen habe» gewonnen 30, ver- loren 17. die Liberalen gewonnen 12, verloren 30. die Arbeiter- Partei gewonnen 06. verloren 88, die Unabhängigen ge- wonnen 28, verloren 24 Sitze. tzughes gegen poincare. Amerika lehnt die französischen Einschränkungen ab. London. 2. November. lDTB.) Während in unlerrichkelen Kreisen weiterhin angenommen wird, daß die Einschränkungen der französischen Regierung bezüglich der geplanten Sachverständigen- Untersuchung weder in den Augen der britischen noch der amerika- nlschen Regierung ein Hindernis für den Zusammentritt eines der- artigen Ausschusses bilden werden, besagen Agentur Meldungen aus Washingkon, es verlaute, daß Staatssekretär Hughes in einer Darlegung der amerikanischen hallung zu dem den Reparationsaus- schuh betreffenden Borschlag gegenüber dem französischen Geschäfts- träger in Washington klargemacht habe, daß die Bereinigten Staaten sich von der geplanten Untersuchung der Leisiungssähigkeit Deutschlands zurückziehen würden, wenn das Programm der Konfe- reuz von poincare im voraus eingeschränkt würde. Von maßgeben- der Seite verlautet, daß die Darlegungen des Staatssekretärs Hughes folgende Punkte enthalten haben: 1. Die Bereinigten Staaten hätten angenommen, daß Frankreich den Plan des Staatssekretärs Hughes ohne Einschränkungen mit Bezug aus das Programm angenommen hätten. 2. Die Bereinigken Staaken feien der Ansicht, daß die Zusammenkunft vollständig fehlschlagen würde, wenn die Sachverständigen ver- hindert würden, die gesamte Zahlungssähigkelt Deutschlands zu erörtern. 3. Die Bereinigten Staaten seien der Ansicht, es sei zwecklos, mit Konferenzen unter Beschränkungen fortzufahren. 4. Die Bereinigten Skaalen seien der Ansicht, daß dl« Bedingungen des Berfailler Vertrages, die bei Einflimmigkeil der Billigung der Regierungen eine Verminderung der Reparationen vorsehen, die Erwägung der gesamten Reparationssumme gestatten. „Ver erste mutige Schritt'". Eine englische Stimme. London, 2. November.(WTB.)„Westminster Gazette" schreibt, nicht einen Augenblick zu stüh habe die britische Regierung Frank- reich und Belgien mitgeteilt, daß sie die Rheinland-Republik nicht anerkennen werde. Es sei der erste mutige Schritt Englands. Die britische Note sei äußerst wichtig, denn sie bringe Frankreich gegenüber zum Ausdruck, daß England bei dieser Angelegenheit nicht beabsichtige, sich einer vollendeten Tatsache gegenüberstellen zu lassen, wie dies bei der Ruhrbesetzung geschah. Nach dem Urteil Englands würde die Schaffung einer rheinischen Republik einen Bruch des Berfailler Vertrages bedeuten und gemäß dieser Feststellung müsse England handeln. England sei auf Grund des Frisdensvedrpges mit seinen Alliierten für die Besetzung der Rheinlande verantwortlich. Ce gebe nur eine Autorität für die Durchführung der gegebenen Befehle, nämlich die Berliner Regie- rung. Belgien haue bereits erklärt, daß es in der separatistischen Bewegring neutral sei. Diese Autwort könne nicht von Frank- reich kommen, ohne daß dieses zynisch Tatsachen, die von zahlreichen unabhängigen Beobachtern beglaubigt werden, außer acht lasse. Aber auch aus Gründen reine? Menschlichkeit könne England nicht beiseite stehen und zusehen, wie«ine große Provinz der Herrschaft roher Gesellen unterworfen werde, von denen die meisten mehr in Ge- sängnissen zu Hause schienen als in Verwaltungsbursaus. Wenn Poincare sage, de? Vertrag sei ein heiliges Ding, so müsse er, wie er die Macht habe, auch den Willen lzaben, dafür zu sorgen, daß der Friedensvertrag im Rheinland nicht ein Gespött werde. ver neue Lohnabzug. Die erhebliche Verschlechterung der Mark und die dadurch be- dingle Verteuerung der Lebensverhältnisse zwingen die gestern mitgeteilte Festsetzung der Vcrhältniszahl beim Steuerabzug vom Arbeitslohn abzuändern. Die Verhältniszahl, mit der die in der zweiten Septemberhäliie in Geltung gewesenen Ermäßigungen beim Steuerabzug vom Arbeitslohn zu vervielfachen sind, ist daher für die Zeit vom 4. bis zum 10. November 1923 statt auf IS 000 auf ,20 000* festgesetzt worden. Bei der Berechnung des Steuer- abzug« von dem bis zum 10. November 1923 fällig gewordenen und gezahlten Arbeitslohn sind die Ermäßigungen der zweiten Septeinberhälfte mit„20 000" zu vervielfachen. Unter Zugrunde- legung der BerhältniSzahl ,20 000" ergeben sich z. B. folgende Wochenermäßigungen: für die Zeit für Steuerpfl. für jed.minder- fürWerbungS- vom und Ehefrau jährige Kind kosten je M. M. M. 16. bis 30. 9. 23 172 800 1 152 000 1 440 000 28. 10. bis 3. 11. 23 1 036 800 000 6 912 000 000 8 640 000 000 (sechetauscndfach) 4. bi« 10. 11. 23- 8 456 000 000 28 040 000 000 28 800 000 000 (imanztgtausendfach) Der im Wege des Steuerabzugs cinzubehaltende Betrag ist in allen Fällen ans volle zehn Millionen Mark nach unten abzurunden. Rückkehr öes Kronprinzen? Rechlsstehende Blätter kolportieren die Nachricht, daß der frühere deutsche Kronprinz seinen holländischen Wohnsitz Wie- ringen verlassen habe und bereits auf seinem Gut« Oels eingetrofsen sei, wo er Wohnsitz zu nehmen gedenke. Die Nachricht ist falsch. Der Hohenzollernsprosse sitzt nach wie vor in Holland. Allerdings hat e? vor einigen Wochen durch eine Mittelsperson bei der Reichs- regierpng erneut den Wunsch geäußert, nach Deutschland zurückzu- kehren und sich in Oels niederlassen zu dürfen. Die Reichsregicrung erhob zwar keinen prinzipiellen Einspruch gegen die Rück- kehr, vertrat aber die Auffasiung, daß wir innenpolitisch der Sorgen genug haben und uns nicht neben dem wittelsbachschen auch noch den hohenzollernschen Thronprätendenten auf den Hals laden brauchen. Das hieße, de» Völkischen und Monarchisten ihr dema- gogisches Treiben und ihre republitfeindliche Hetze doch zu sehr er- leichtern. Mag sein, daß eine sozialistenreine Reichsregierung auch diese Bedenken fallen läßt, weil ihr die Republik sowieso Hekuba ist. Das Verbot der„Berliner Volkszeitung", das der Wehrmiuister am Dienstag für die Dauer einer Woche verhängt hatte, ist schon heute aufgehoben worden. ver englische Botschosler in Berlin. Lord d'Abernon, ist, nach einer Meldung aus London, abberufen worden. Die Spielkartensteuer beträgt mit Wirkung vom 5. November 1923 acht Milliarden Mark für jedes Kartenspiel. Gewerkschaftsbewegung Wertbeständige Gehalts- und Lohnzahlungen. Achtung, Genossen der VSPD.! Die Kommunisten suchen Euch in den Betrieben gegen Gure Führer mobil zu machen. Zu diesem Zwed werden Listen, die Ihr unterschreiben follt, in Umlauf gefeßt des Inhalts: Eure Führer von Roste bis Dißmann haben Euch verraten!" der Partei ist das Gebot der Stunde! Weist diese Zumutung energisch zurüd! Zusammenstehen in An unsere Abonnenten. In der Kartonnagenbranche wurden die Spitzenlöhne für die legte Lohnwoche durch Reichstarif für Männer auf 14 Milliarden pro Stunde, für die Frauen auf 8,9 milliarden vereinbart.( Tarife beim Buchbinderverband, Engelufer 24, II.) 8 Uhr, im Berbandshaus, Rungeitt. 30. Einzelhandel. Funktionärversammlung Montag, den 5. November, abends Deutscher Metallarbeiterverband. Montag, den 5. November, abends 6% Uhr, in den Gophienfälen, Sophienstr. 17-18, Gigung der erweiterten Ortsverwaltung. Die gegenwärtige Situation und unsere Organisation." Das Erscheinen jedes Mitgliedes der erweiterten Berwaltung ist Pflicht. Ortsvertretung Berlin. Achtung, Baubelegierte bes Baugewerksbundes! Montag, den 5. Novem ber, nachmittags 5 Uhr, in den Residenz- Festsälen, Landsberger Str. 31, michtige Baudelegiertenversammlung. Tagesordnung in der Bersammlung. Berbandsbuch und Delegiertenkarte am Gaaleingang vorzeigen! Ohne dem kein Butritt, In letzter Zeit haben im Reichsfinanzministerium mit Bertretern aller Wirtschaftskreise Besprechungen über die Frage der wertbeständigen Gehalts- und Lohnzahlungen stattgefunden. Als Er gebnis dieser Besprechungen wurde festgestellt, daß der Uebergang von der Entlohnung in Papiermark zur wertbeständigen Entlohnung aus technischen, wirtschaftlichen und währungspolitischen Gründen nur allmählich erfolgen fann. Es wurde für zweckmäßig erachtet, wenn in der zweiten Novemberwoche mit einer wertbeständigen Bezahlung etwa in Höhe von 10 v. H. der Bezüge begonnen würde. Das Währungsunheil schreitet fort! Wir müssen den wahnwizig Daraufhin hat das Reichsfinanzministerium durch Verfügung vom gewaltigen Preisfprüngen, wenn auch widerwillig und zögernd, 1. November 1923 angeordnet, daß bei den Lohnzahlungen am folgen und den Bezugspreis für die Woche vom 4. bis 10. No. 8. November und bei den Gehaltszahlungen an die Beamten und An- vember auf 42 milliarden festlegen. Unsere Freunde und Gegestellten am 9. November 10 v. H. der Bezüge in wertbeständigen noffen werden die Notwendigkeit dieser Erhöhung verstehen, da die Zahlungsmitteln ausgezahlt werden sollen. Rosten für die Herstellung der Zeitung sich in demselben GeschwindDie wüste Spefulation in Goldanleihe, die an den letzten tempo erhöhen, wie die Preise auf dem Waren- und Lebensmittelmarkt. Nach dem geftrigen Dollarkurs foftete ein Kilo Börsen zu verzeichnen war, droht dazu zu führen, daß dieses ZahDruckpapier 21,6 milliarden und die Druckfosten betrugen am gestri- lungsmittel anstatt der Erleichterung der Entlohnung und des gen Tag rund das 38 milliardenfache des Friedenspreises. Die Warenverkehrs zu dienen, in gewinnsüchtiger Weise zurüc Drudkosten werden sich in der nächsten Woche um das Mehrfache gehalten wird. Wir haben bereits gestern darauf hingewiesen, erhöhen. daß hier eingeschritten werden muß. Die schwerindustrielle„ Telegraphen- Union" verbreitet nun dazu folgente Meldung: In dieser amtlichen Meldung wird darüber gefagt, daß eine Reihe von Gemeinden und privaten Arbeitgebern schon am 1. November einen Teil, manche sogar den vollen Betrag der Bezüge in wertbeständigen Zahlungsmitteln ausgezahlt haben. Die Unruhe, die auf diese Weise in die nur mit Papiermart entlohnten Arbeitnehmerkreise hineingetragen wurde, verschuldeten diejenigen Arbeitgebertreise, die infolge ihrr wertbständigen Auszahlungen der Allgemeinheit einen hohen Betrag an wertbeständigen Zahlungsmitteln entzogen. Sie treffe die Verantwortung für die aus ihren überstürzten wertbeständigen Zahlungen erwachsenden Folgen einer in Zukunft nur in geringerem Umfange möglichen mertbeständigen Auszahlung. Fehlt es an wertbeständigen Zahlungsmitteln, dann mußte die Einführung wertbeständiger Lebensmittelpreise mindestens solange verboten werden, bis allgemein wertbeständige Gehalts- und Lohnteilzahlungen erfolgen konnten. Goldlohnrechnung und Reichsarbeitsministerium. Aus Gewerkschaftskreisen geht uns folgende Darlegung zu: Bom Reichsarbeitsministerium sollte man eigentlich erwarten, daß es in dem sozialen Kampf zwischen Unternehmern und Arbeitern den Schuh des Schwächeren übernimmt. Wie diese Aufgabe vom Reichsarbeitsminister aufgefaßt wird, dafür bietet seine am Donnerstag veröffentlichte Erklärung zur Frage der GoldCohnrechnung ein fprechendes Beispiel. Berlag und Redaktion des„ Borwärts". Lohnregelung in der Holzindustrie. Nach erneuten, langwierigen Verhandlungen zwischen den Bars teien wurde am gestrigen Freitag ein Abkommen dahin erzielt, daß die Löhne der Vorwoche um 200 Broz. erhöht werden. Der Durch schnittslohn beträgt abgerundet 10 Milliarden pro Stunde für die jest laufende Woche bis zum 3. November. In der Klavierindustrie beträgt der vertragliche Durch snittslohn 11,268 Milliarden. Die bestehenden Löhne sind um 350 Prog. erhöht. Für die Rahmen und Goldleisten industrie fonnte eine Einigung nicht erzielt werden. Die Arbeitgeber verpflichteten fidh, 150 Broz. Erhöhung zur Auszahlung zu bringen. Ueber die endgültige Regelung entscheidet der Schlichtungsausschuß GroßBerlin. Lohnvereinbarungen mit dem BBMJ. Wirtschaft Die Kurstreiberei der Goldanleihe. In führenden Wirtschaftstreifen der Reichshauptstadt macht sich starter Unwille gegen die Kurstreibereien und Spekulationen am Markte der Goldanleihe geltend. In den Sizungen verschie dener Verbände, die zufällig in diesen Tagen in Berlin stattfanden, wurde diese Angelegenheit as aftuellstes Problem der Wirtschafts- und Währungspolitit eingehend besprochen. Wie der Deutsche Handelsdienst berichtet, find in den nächsten Tagen energische Vorstellungen bei der Regierung seitens einer ganzen Reihe Industrieller und Arbeitgeberorganisationen zu erwarten. Man verweist in diesen Kreisen besonders darauf, daß die ganze Goldanleihe, die bekanntlich auf 500 Millionen Goldmark begrenzt war, bereits der Spetutation in den Rachen geworfen worden ist, daß aber die gewerblichen Betriebe nicht in der Lage find, fich die für Gehalts- und Lohnzahlungen so dringend benötigten Stücke zu beschaffen. Das Verhalten der Großbanken und die unbegreifliche Sorglosigkeit der Reichsbank in dieser Angelegenheit dürfte der Gegenstand einer besonders scharfen Kritik werden. Man rechnet damit, daß die Proteste der Wirtschaft auch in den Kreisen der Arbeitnehmer einen starten Widerhall finden Obwohl die Warenpreise längst auf Gold stehen und die ganze Wirtschaft mit Einschluß des Staates sich in der Klaffe I 15 Milliarden; alle übrigen Gruppen und Klassen find. Sollten in den nächsten Tagen infolge dieser Kurstreibereien Für die Zeit vom 29. Oktober bis 4. November beträgt der Lohn werden, die ja tatsächlich durch die Goldan eihejpekulationen um die ihnen zugesagten wertbeständigen Zahlungsmittel geprellt worden auf die Goldrechnung eingestellt hat, werden die Arbeit erhöhen sich im gleichen Hundertsay. Am Montag resp. Dienstag nehmer nach wie vor in werilofer Papiermark entlohnt. In seiner wird ein Borschuß von 90 Proz. des Nettolohnes ausbezahlt. erneute Störungen im Kleinhandel und in der VersorErklärung stellt der Reichsarbeitsminister eine Warnungs- Der Brotvorschuß wird weiter gezahlt. gung der Bevölkerung mit Brot und anderen wichtigen Lebenstafel auf gegenüber der sich mit Macht durchsetzenden Forderur: trag; derslebe ist von 11 bis 4 Uhr im Zimmer 20, von 4 bis 7 Uhr hierfür die Reichsbant, die es nicht verstanden hat, das einzige vorAlles andere im Tarifper- mitteln einfegen, so trägt den größten Tei der Verantwortung gen nach Golelohnrechnung auch für den Lohn. Das ist die Wie im Simmer 3 des DMB. Bureaus fäuflich erhältlich. Die Arbeitläufig vorhandene wertbeständige Zahlungsmittel dorthin zu derholung einer Lohnpolitik, die beim Reichsarbeitsministerium nehmer forderten wertbeständige Bezahlung. Infolge technischer läufig vorhandene wertbeständige Zahlungsmittel dorthin zu nicht neu ist. Man erinnert sich, wie im Frühjahr die Schwierigkeiten lehnten die Arbeitgeber diese Art von Zahlung ab, dirigieren, wo es gebraucht wurde. Martstüßungsaktion eingeleitet wurde mit der Parole: Keine da die erforderlichen wertbeständigen Zahlungsmittel zurzeit noch meiteren Lohnerhöhungen!" Damals hat das Reichsarbeits- nicht genügend im Umlauf sind. Zu dem Notgeld der Arbeitgeber ministerium eine lebhafte Attivität in dieser Richtung haben die Regierungsstellen noch nicht ihre Zustimmung gegeben. durch Anweisungen an die Schlichtungs- und Demobilmachungsstellen entwickelt. Als einmal eine einzelne Berufsgruppe beinahe den RealLohn der Vorfriegszeit erreicht hatte, stimmte die Regierung fofort in das Gefchrei über die zu hohen Löhne ein. Als dann aber Der rapide 3ufammenbruch der Papiermart die Are beiterschaft auf ein fast unmögliches Niveau der Lebenshaltung herabstürzte, blieb es im Reichsarbeitsministerium ft u mim. Dieser Entwicklung gegenüber bewahrte man völlige Passivität. Erst nachdem die Forterungen nach Goldlohnrechnung in der Arbeiterschaft elementar auffammte und bereits Verhandlungen über diese Frage zwischen den Spikenorganisationen der Arbeit geber und Arbeitnehmer stattfinden, erst da besann sich das Reichsarbeitsministerium darauf, daß es hier etwas zu tun gebe. Statt nun aber eine Entwicklung zu fördern, die gar nicht mehr aufgehalten werden kann und gegen die sich die Arbeitgeber nur beswegen stemmen, um noch einige Wochen länger die Vorteile einer nöllig ungeregelten Lohnbildung zu genießen, stellt sich der Arbeitsminister vollständig hinter die von den Arbeitgebern vertretene Auffassung. Das ohnedem in der letzten Zeit starter= schütterte Vertrauen der Arbeitermassen zu dieser Regierungsstelle wird dadurch ganz gewiß nicht wiederhergestellt werden fönnen. Aber auch gegen den Widerstand der Arbeitgeber und des Arbeitsministeriums wird der notwendige schnelle Uebergang zu Goldlöhnen nicht aufgehalten werden können. Die Angestellten gegen den Arbeitszeitgesehentwurf. Urich. Der Schiedsspruch im Bankgewerbe abgelehnt! Der Schiedsspruch, der am Donnerstag im Arbeitsministerium gefällt wurde, ist von den Bantbeamten einstimmig abgelehnt worden. Die Ablehnung wird in erster Linie damit begründet, daß die Bankangestellten bei dem gegenwärtigen Berfall der Währung unter allen Umständen Goldlöhne verlangen müßten. Der Schiedsspruch selbst hat den Parteien empfohlen, über diese Forde rung in unmittelbare freie Verhandlungen einzutreten. Die Bank angestelltenorganisationen haben heute den Reichsverband der Banken um die Aufnahme solcher Berhandlungen ersucht. Sollten diese Verhandlungen nicht bis spätestens Mitte nächster Woche durch eine Verständigung oder durch einen neuen Schiedsspruch des Arbeitsministeriums einen die Angestellten befriedigenden Abschluß finden, so ist mit einem umfangreichen Streit im ganzen deutschen Bankgewerbe zu rechnen, für den die Angestelltenorganisationen schon alle Vorbereitungen getroffen haben. Schlagfertige Arbeitgeber. M. E. besteht der schwerste Borwurf, der den verantwortlichen Organen zu machen ist, darin, daß man es verfäumt hat, rechtzeitig die notwendigen Goldanleiheftücke bereitzustellen. Tatsächlich ist es so gekommen, daß die auf Papiermark Angewiesenen jetzt das Risiko ber Martentwertung in erhöhtem Ausmaß tragen, nachdem mit Hilfe der Godanleihe ein weiterer Teil der Die Bevölkerung durch die Goldanleihe davor geschützt wurde. Goldanleihe fonnte nur dann ohne Erschütterungen in den Waren-, markt eindringen, wenn sie in ausreichendem Maße zur Verfügung stand, um große Papiermengen aus dem Martte zu nehmen. Statt dessen werden luftig Trillionen auf Trillionen neuer Bapiermark gedruckt, die vorhandenen Goldanleiheftüde aber genügen dem Verkehr nicht, und so hat sich die Spekulation ihrer bemächtigen tönnen, während breite Arbeitermassen durch den neuen Kurssturz in erhöhtes Elend geraten. Es ist höchste Zeit, daß hier Abhilfe geschaffen wird. Einen wichtigen Schritt zur Betämpfung des Spefulationstaumels in Goldanleihe haben die Berliner Banten am Freitag unternommen. Die Spekulation trieb nämlich das anmutige Spie, von den Großbanten Goldanleihestüde zu borgen, die sie dann wieder verpfändete, um mit dem so erhaltenen Geld gegen einen Binssatz, der bei der augenblidlichen Inflation faum ins Gewicht fällt, neu einzu steigen". Die Banten haben nun gegen diesen Unfug beschlossen, die Entleiher für die eintretende Rursdiffe. renz verantwortlich zu machen. Es wird uns folgender Vorfall berichtet: Im Hause Lindenstr. 16/17 befindet sich die Buchbinderei von Schneider u. 3iegler. Wiederholt wurde darüber geflagt, daß Herr Schneider die Arbeiter und Arbeiterinnen übel behandelt. Der jüngste Fall verdient es, in die Deffentlichkeit gebracht zu werden. Ein seit drei Jahren bei der Firma beschäftigter Kriegsbe Der Abbau der Außenhandelskontrolle ist sang- und Manglos Der Af- Bund wendet sich mit Entschiedenheit gegen die Ab- schädigter ist von den Herren Schneider, B a fer und Sohn, vollzogen worden. Mit Wirkung vom 1. November 1923 find die ficht der Reichsregierung, dem fortgesetzten Drängen der Unternehmer berartig zugerichtet worden, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch den nachstehenden Außenhandelsstellen und Außenhandelsnebenstellen folgend den Achtstundentag praktisch zu beseitigen. Es handelt sich nehmen mußte. Der Anlaß dazu war folgender: Herr Schneider bisher zustehenden Befugnisse zur Erteilung von Ein- und Ausfuhrbei diesem Bestreben der Unternehmer in Wahrheit darum, unbezahlte dem Kriegsbeschädigten seinen 2ohn in Fünf- und bisher zustehenden Befugnisse zur Erteilung von Ein- und Ausfuhrzahlte Mehrarbeit zu erlangen. 3manzigtausendmarkscheinen aus. Da fein Geschäft bewilligungen zurüdgezogen. Von diesem Tage ab werden Bewilli Im Gesezentwurf über die Arbeitszeit wird zwar im§ 1 der dieses wertlose Papiergeld mehr in Zahlung nimmt, verlangte der gungen aus dem Geschäftsbereich dieser Bewilligungsstellen aus. schließlich vom Reichsfommissar für Aus- und Ein. Grundsatz des Achtstundentages ausgesprochen, dagegen enthalten friegsbeschädigte Buchbinder feinen Lohn in ordentlichem Papiergeld fuhr bewilligung, Berlin W. 15, Liegenburger Str. 18, er die folgenden Paragraphen eine solche Fülle von Ausnahme und gab die veralteten Scheine Herrn Schneider zurück. Schneider teilt werden. Die in Fortfall kommenden Außenhandels- und Außenvorschriften, daß damit der Achtstundentag praktisch verschwin- fenior schlug darauf dem Arbeiter ins Gesicht. Sein Sohn handelsnebenstellen sind: für den Bereich der deutschen Gieße. den würde. Insbesondere wird für ganze Gewerbezweige oder Ar- eilte hinzu und schlug von hinten auf den Kriegsbeschädigten reien, Eisen- und Stahlwaren( Elberfeld), Eisenbeitnehmergruppen der Begriff der Arbeitsbereitschaft" derart ein, daß dessen fünstliches Auge in Splitter ging. bahnwagen, Feinmechanit und Optit, holzver. eingeführt und hierfür eine überhaupt nicht begrenzte Verlängerung Ein Gummimantel wurde dem Buchbinder buchstäblich vom Leibe arbeitende Industrie, Bleistifte, Kortindustrie, der Arbeitszeit zugelassen. Ferner werden behördliche Stel geriffen. Das ärztliche 3eugnis lautet:" In der rechten Kautschuk, Leberwirtschaft, Metallerzeugniffe, len ermächtigt, auf Antrag des Unternehmers an Stelle Augenhöhle Bluterguß, fünftliches Auge zersplittert, rechte mufit instrumente, Papierfach, des Achtstundentages den Zehnstundentag zu feßen, der Ellenbogen quetschung und 2 3entimeter große Papierindustrie, Bapierwaren, Schiffe, Spiel. Hautabschürfung." obendrein noch in Form von Ueberstunden überschritten wermaren, Tabatgewerbe, 3igarettenindustrie. Die Kinder sollen auf Antrag des Unternehmers beseitigt werden. Charlottenburg, Knesebecstr. 74, und der Außenhandelsnebenstellen den darf. Sogar die Schutzbestimmungen für Frauen und Befugnis zur Erteilung von Ein- und Ausfuhrbewilligungen aus dem Geschäftsbereich der Außenhandelsstelle für Steine und Erden, Die Einführung des Zehnstundentages kann keine Gefundung und Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirt Böbenstr. 10, Natursteine, Hannover, Calenberger Str. 33, sind mit Feinkeramit, Berlin W. 30, Luitpoldstr. 25, Glas, Berlin W. 57, schaft bringen. Verlängert Deutschland seine Arbeitszeit, so wird die Wirkung vom 1. November 1923 auf die Außenhandelsnebenstelle Folge davon sein, daß das Ausland dasselbe tut. Die GeGrobferamik, Berlin NW. 7, Friedrichstr. 93, übertragen worden. schädigten sind die Angestellten und Arbeiter aller Bon diesem Tage an werden Ein- und Ausfuhrbewilligungen für Länder, Nugnießer ist das internationale Kapital. Waren aus dem Geschäftsbereich dieser Stellen von der Außenhandelsnebenstelle Grobferamit ausgestellt. durch das Kapital Der so malträtierte Buchbinder ist ein sehr tüchtiger und ruhiger Firma beschäftigt war, bei der sonst nur in allergrößter Not jemand Arbeiter. Das geht schon daraus hervor, daß er drei Jahre bei der in Arbeit tritt, weil die Firma genügend bekannt ist. Das Urteil über diese Heldentat bleibt dem Gericht überlassen. Das moralische Urteil aber steht schon jetzt fest. Die Unverschämtheit, einem Arbeiter den schmalen Lohn in entwerteten Scheinen auszuzahlen, für die er nirgends mehr etwas bekommt, durch Schläge zu übertrumpfen, richtet sich von selbst. Die deutsche Wirtschaft kann nicht geordnet werden durch eine stärkere Arbeitskraft zugunsten des Kapitals; fie fann vielmehr nur Die Angestellten erhalten in ber die misden Industrie gefunden, wenn endlich das deutsche Kapital zur Tragung für die Zeit vom 28. Dltober bis 4. November 260 September Die Zurüdweisung der Papiermart. Obwohl die Papiermark der Lasten herangezogen wird, die sich aus dem Kriege und gehälter; im Baugewerbe für den Monat Ottober 360 Sep- noch gefeßliches Zahlungsmittel ist, das feiner zurückweisen darf, der verfehlten Finanz- und Wirtschaftspolitik nach dem Kriege ertembergehälter. Im Möbelhandel wird heute die Rahlung ohne sich der Bestrafung wegen Warenzurüdhaltung auszusehen, geben. der Borwoche um 610,5 Broz. erhöht. Dabei gilt das letzte Wochen versucht man neuerdings wieder, die Bapiermart als Zahlungsmittel Der Afa- Bund lehnt den Arbeitszeitgefehentwurf gehalt plus 349 Proz.( Jnder) als endgültige Abrechnung. Der ganz auszuschalten. So haben die Verbände der Damenwäsche- und ab und fordert: Schuß der deutschen Arbeitskraft, Restbetrag ist als Atonto Zahlung für November zu betrachten. Weißwarentonvention mit Wirkung vom 1. November ab neue KonSchuß des deutschen Volkes vor der Ausbeutung fichtlich in 8 bis 10 Tagen. Erneute Verhandlungen über die Zahlung im November voraus- ditionen mit dem Reichsbund des Legtileinzelhandels vereinbart. Die Breisstellung erfolgt nur noch in Dollar oder Schweizer Im Buchhandel hat der Arbeitgeberverband 160 September Betonpoliere beträgt vom 27. Oftober bis 2. November 757 Mil- nungsdatum mit zwei Refpettstagen zu erfolgen. Als 3 ahlungs. Der Mindestwochenlohn für Maurerpoliere, Zimmerpoliere und Fr anten. Die Zahlung hat innerhalb von 10 Tagen nach Rech gehälter, bis heute zahlbar, angewiesen. Im Speditionsgemerbe bildet das Gehalt der Vorwoche plus 350 Broz. abgerundet arben. Der Mindestwochenlohn für Schachtmeister beträgt mittel find zugelassen Goldanleihe, Dollarschazan. 754,910 Milliarden. meisungen und Rentenmart. Die erfrischende Art, wie auf volle 10 Milliarden, das Gehalt für die Woche vom 1. bis 7. November. Die Berhandlungen im 3eitungsgewerbe find ge= Der Stundenlohn der Steinfeger beträgt vom 27. Dktober bis hier Unternehmer die Zahlung in allem anderen als der Papierscheitert; das Schiedsgericht ist angerufen. Für heute sind ca. 150 2. November in Groß- Berlin 14 Milliarden, für Steinhauer 14 Milli mart, selbst in der noch nicht bestehenden Rentenmart diktieren, Septembergehälter vom Arbeitgeberverband angewiesen. Im Möarden, Rammer 13,930 Milliarden, Silfsarbeiter 13,290 milliarden. reizt zu einem Vergleich mit der bureaukratischen Bedenklichkeit, die den Reichsarbeitsminister veranlaßt, die Bezahlung der Arbeit in belhandel wird heute das Gehalt der Vorwoche plus 610,5 Broz. Der Affordzuschlag für Steinhauer ist auf 222 898 555 524 erhöht. Goldanleihe noch hinauszuschieben! gezahlt. Davon gilt das letzte Wochengehalt plus 349 Proz.( Index) Borschußzahlungen werden wie bisher üblich geleistet. als endgültige Oftoberabrechnung. Der Restbetrag gilt als AtontoDie Bezirksleitung. zahlung für November. Demnächst weitere Verhandlungen. Im Der Schiedsspruch für Tapezierer fiebt für die Gruppe einen Rolonialwar en Kleinhandel find für Oktober endgültig 380 Lohn von 14 592 Millionen vor. Septembergehälter vereinbart, worauf die bisherigen Alontozahlun. Teger beträgt für die bergangene Woche 14 400 Millionen, für gen angeredet merden, bie Ereibriemenfattler 14 Milliarden. 民 Der Lohn der Linoleum Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schitowski: Lokales Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; jämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei Sieran 1 Beilage. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin G. 68, Lindenstraße 3. Nr. 515 40. Jahrgang Beilage des Vorwärts Stadt Berlin. Das Berufsamt der Stadt Die Berufswahl ist eine der wichtigsten und oft auch eine der schwersten Entscheidungen, die im Leben eines Menschen zu treffen ist. Durch Arbeitsteilung ist die Zahl der vorhandenen Berufe und Berufsmöglichkeiten in einer früher ungeahnten Weise gewachsen. Gewachsen ist aber auch die Unübersichtlichkeit. Wenige nur wissen, welche Anforderungen der einzelne Beruf stellt und bitter rächt sich hier jeder Mißgriff. Viele Menschen sind durch eine falsche Berufswahl unglücklich geworden. Die Republik hat es als eine ihrer vornehmsten Aufgaben erachtet, diese Schäden zu bekämpfen. Durch einen Erlaß vom 18. März 1919 wurde jeder Stadt- und Landkreis verpflichtet, ein Berufsamt zu errichten, dessen Aufgabe es sein sollte, die vor der Berufswahl oder dem Berufswechsel stehenden Personen zu beraten und sie auf Grund ihrer förperlichen, fittlichen und geistigen Eignung einem Beruf zuzuführen, in dem sie selbst die größtmöglichste Befriedigung und die Allgemeinheit den größten Nuzen hätten. Eine reichsgesetzliche Regelung hat die Arbeit dieser Berufsämter durch das Arbeitsnachweisgesetz vom Juli 1922 erfahren. Die Organisation des Berufsamtes. Sonnabend, 3. November 1923 Der neue Preisorkan. Nach dem amtlichen Dollarkurs vom 2. November stellen sich die Verkaufspreise für Briketts und Kofs ab 3. November mie folgt: Küchen- und Ofenbrand- Briketts ab Lager 279 800, frei Keller 285 600 Milliarden, Gas tots ab Lager 613 800, frei Keller 620 400 Milliarden, bei fuhrenweiser Lieferung Briketts ab Lager 279 800, frei Keller 284 800 Milliarden. Gastofs ab Lager 613 800, frei Keller 619 600 Milliarden. Brot, Kohlen, Gas, Wasser, Strom, Berkehrstarife. Der unaufhaltsam jeßt bis zur vollendeten Katastrophe gewichtig zu erfahren, ob der zu Prüfende sich als Organisator und dichene Marksturz bringt bereits heute eine ganze Reihe von außerFührer eignet, ob er nur Helfer fein fann oder gar den Dingen un- ordentlichen Preiserhöhungen, die ohne Zweifel den völligen wirtbeteiligt gegenübersteht. Die Stärke und Beharrlichkeit des Willens, schaftlichen Zusammenbruch aller noch immer auf Papiermark ge= Die Kraft der Selbstbeherrschung und schließlich die Dauerhaftigkeit stellten Lohn- und Gehaltsempfänger bedeuten. starfer hervorgetretener Neigungen, alles das sind Dinge, die den Psychologen angehen und die zum Teil durch objektive Beob- der städtischen Preisprüfungsstelle und Vertretern des BäckerhandIn einer Konferenz zwischen Vertretern der Reichsgetreidestelle, achtung des Lehrers, zum Teil auch durch das Verhalten des Prüf- wertes ist gestern beschlossen worden, den Brotpreis vom heutigen lings bei der Eignungsprüfung festgestellt werden können. Dann Sonnabend ab auf 25 milliarden zu erhöhen. Die Schrippe aber gilt es die besonderen Eigenschaften des Schülers zu erfahren. fostet vom gleichen Tage ab 1,8 Milliarden. Die Erhöhung ist nach AnIst er praktisch oder theoretisch veranlagt. Richtet sich seine Be- sicht der in Frage kommenden Faktoren notwendig geworden, da die tätigung mehr auf den Umgang mit Personen und Sachen oder mehr Aufwärtsbewegung für Getreide und Mehl sich in stürmischem Maße auf rein gedankliche Betätigung. Ift sein Interesse start, mittelmäßig fortgesetzt hat. Der Sad Mehl, der noch am Freitag vormittag oder gering? Ferner wird seine Beobachtungs und Auffassungsgabe, 2,5 Billionen Mark kostete, erforderte in den Nachmittagsstunden beHandgeschicklichkeit und schließlich im mündlichen, schriftlichen, zeich- flar, daß eine neue Stüßungsaktion des Brotpreises notGedächtnis und Denkfähigkeit, die Geschicklichkeit im Zeichnen, die reits 5 Billionen. In der Besprechung war man sich darüber nerischen usw. Ausdruck geprüft. Endlich wird auf Grund seiner wendig sei, und die Reichsgetreidestelle hat zugesagt, daß sie für die Art zu arbeiten festgestellt, ob er sich für Hand- oder Kopfarbeit und tommende Woche wiederum ein bestimmtes Quantum aus ihren Befür welche besondere Art dieser beiden Gruppen er sich eignet. Es ständen abgeben wird, um zu verhindern, daß die Brotpreise ins Unist ein umfangreiches und eingehendes Zeugnis, das hier über einen gemessene hinaufschnellen. Menschen ausgestellt wird und es bedarf sorglicher Abwägung, um zu einem endgültigen und einwandfreien Ergebnis zu fommen. Das Berufsamt der Stadt Berlin, das nach dem erwähnten Die Lehrlinge, die hier geprüft sind, verteilen sich über zahlErlaß zunächst in dem ehemaligen Passagekaufhaus in der Oranien- reiche Klein- und Großbetriebe. Es ist sehr schwer, die Richtigkeit burger Straße 54 untergebracht war, befindet sich heute in der des Prüfungsergebnisses dauernd nachzuprüfen. Eine Reihe von Landsberger Straße 43/47. Daneben sind Beratungsstellen in Char- Großbetrieben hat sich für solche Kontrollen jetzt zur Verfügung lottenburg, Schöneberg, Neukölln, Spandau, Wilmersdorf, Lichten- gestellt. Noch liegen feine ziffernmäßigen Ergebnisse vor, jedoch berg und Reinickendorf eingerichtet worden. In den übrigen Ber- der psychologischen Abteilung, daß sie erfolgreiche Arbeit geleistet hat. waltungsbezirken sind„ fliegende" Beratungsstellen geschaffen. In ihnen wird an bestimmten Tagen durch Berater des Berufsamtes Die Vermittelung der Arbeitsstellen. fachgemäßer Rat erteilt. Die Beratungsabteilung des Berufsamtes Die Feststellung der Berufseignung allein genügt jedoch nicht, ift in 14 Gruppen gegliedert, und zwar 1. Gärtnerei, Forst-, Landwirtschaft und Fischerei, 2. Metallgewerbe, 3. Holz-, Baugewerbe fehr wichtig ist es, dem Prüfling auch eine geeignete Arbeitsstelle und Steinindustrie, 4. Bekleidungs-, Reinigungsgewerbe, Textil- und nachzuweisen. Hier bemüht sich das Berufsamt, eine BereinheitLederindustrie, 5. Graphisches Gewerbe, Papierindustrie, 6. Nah- lichung der Lehrstellenvermittlung herbeizuführen. Diese Frage rungs-, Genußmittel-, Gastwirtschaftsgewerbe, 7. Handel, 8. Behängt mit einer umfaffenden Regelung des Lehrlingswesens über hörden, 9. Berufe mit höherer und Hochschulbildung, 10. geistig und haupt zufammen. Sie kann nur in engster Zusammenarbeit mit förperlich Anormale, Fürsorgebedürftige, ferner die folgenden vier den Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen gelöst werden. Gruppen für weibliche Personen: 11. Handel, 12. Handwerk und Es ist auch darauf hinzuweisen, daß in Berlin selbst bei weitem Gewerbe, 13. Haus- und Landwirtschaft, Kranken- und Kinder- nicht genug Lehr- und Arbeitsstellen für Jugendliche vorhanden pflege, 14. Frauenberufe mit höherer und Hochschulbildung. Die find. Das Berufsamt bemüht sich daher, Jugendliche in der Provinz Außendienstabteilung regelt die Stellenbeschaffung, den Verkehr mit unterzubringen, nicht nur in der Industrie, sondern auch in der den Gemeinde- und höheren Schulen sowie mit den Berufsschulen. Lehrzeit durch, nach deren Abschluß ein Lehrzeugnis erteilt wird. BeLandwirtschaft. Die Jungen machen hier eine geordnete zweijährige In der literarisch- statistischen Abteilung wird die Bücherei und das Archiv verwaltet sowie die Statistik des Berufsamtes auf dem Lau- fonders Geeigneten steht dann die theoretische Fortbildung in diesem fenden gehalten. Die psychologischen Prüfungen und ärztlichen fähigt. Es ist sehr bezeichnend, daß sich die Zahl der Bewerber um Berufe offen, die sie zum Inspektor oder selbständigen Bächter beUntersuchungen werden von der psychologisch- medizinischen Abteilung landwirtschaftliche Lehrstellen dauernd mehrt und daß die jungen erledigt, während das Berwaltungsbureau die Kassengeschäfte und Menschen im allgemeinen sich sehr gut in die ländlichen Verhältnisse die übrigen Verwaltungsarbeiten zu besorgen hat.. einleben, daß sie sich nicht mehr nach der Großstadt zurücksehnen, in der sie zur Arbeitslosigkeit verdammt und oft genug vom Unter- Wie Szenen aus einem Lustspiel wirkte eine Verhandlung vor gang bedroht find. Neben der Vermittlung rein landwirtschaftlicher dem Schöffengericht Neukölln auf die Lachmuskeln der Zuhörer. Behrstellen, bei denen sehr sorgsam verfahren wird, sind auch eine Eines Tages begegnete eine Witwe L. auf der Straße einem Manne, ganze Anzahl von Bewerbern für andere landwirtschaftliche Berufe, wie Gärtner, Schweizer, Meier, Schäfer und Fischer, vermittelt den sie schon längst für tot und begraben hielt. Es war das der worden. Besonders schwierig ist es, Angehörige der freien und Kaufmann Schumann, der bei der Witwe ein sehr schlechtes Angeistigen Berufe in andere Arbeitsstellen unterzubringen. Infolge denken zurückgelassen hatte. der Unterbewertung geistiger Arbeit ist hier die Zahl der in bitterste Not Geratenen, die nach anderer und lohnenderer Arbeit suchen, ständig im Wachsen begriffen. Die psychologische Eignungsprüfung. merke teilen mit, daß für ein kubikmeter Gas 16 Milliarden, für Die Direktionen der städtischen Gas-, Wasser- und Elektrizitätseine Kilowattstunde Strom 32 Milliarden und für ein kubikmeter Wasser 16 Milliarden am 3. November zu zahlen sind. Sonnabend, folgende Fahrpreise erheben: 3. Klasse 3 Milliarden und 4 Milliarden und 2. Klasse 4 Milliarden und 5 Milliarden. Blod's zu 10 Karten fosten: 3. Klasse 25 und 35 und 2. Klasse 35 und 45 Milliarden. Wochenkarten zu 12 Fahrten für die ganze Strede foſten 3. Klasse 35 und 2. Klasse 45 Milliarden. Die Omnibus Fahrpreise betragen ab heute für die Teilstrede 4, für die ganze Fahrt 5 Milliarden. Die hoch und Untergrundbahn wird von heute, = Die Straßenbahnpreise betragen: Einzelfahrt mit Umsteigeberechtigung 4 Milliarden, Kinderfahrschein 2 Milliarden, Hoch200 milliarden. 2 Linien 280 Milliarden, 3 Linien 360 Milbahnumsteigefahrschein 7 Milliarden, Monatsfarten für 1 Linie liarden, für alle Linien 480 Milliarden, Schülermonatsfarten 100 Milliarden. Der lebende Tote. „ Sein gebrochenes Auge fleht Vergebung." Schumann hatte sich der älteren Frau genähert und sich für einen Rittmeister ausgegeben. Nach einiger Zeit hatte er ihr dann die Ehe versprochen. Später hatte er es dann verstanden, von feiner zufünftigen Gattin zwei wertvolle Ringe herauszulocken, um fie angeblich abtarieren zu lassen. Auch seine eigentliche Braut, ein Fräulein Boweit, hatte er bei seiner Zukünftigen" eingeführt, sie aber für seine Schwester ausgegeben. Nachdem Schumann die nie wieder sehen lassen. Nach mehreren Tagen erhielt Frau L. von Ringe erhalten hatte, war er spurlos verschwunden und hatte sich der angeblichen Schmester ein Schreiben, das ungefähr folgenden. Wortlaut hatte:„ Gestern haben wir meinen lieben Bruder be= graben, der durch einen Schuß durch den Kopf seinem verfehlten Das Berufsamt arbeitet in engster Anlehnung an die Schule, die Elternschaft sowie die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganifationen. An die zur Entlassung kommenden Schüler und Schülerinnen werden rechtzeitig Fragebogen verteilt, die von den Kindern und Lehrern ausgefüllt werden, nachdem sie in der Schule besprochen wurden. Diese Fragebogen sind in Verbindung mit dem Gutachten des Schularztes und dem Berufswunsch des Kindes der Ausgangs punkt für die Beratungen des Berufsamtes. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sind jetzt bereits 75 Proz. der Lehrergutachten für die beratende Arbeit des Amtes verwendbar. Schließlich gibt die pinchologische Eignungsprüfung ein flares Bild über die berufliche Eignung des betreffenden Schülers. Diese Prüfung wird heute schon von zahlreichen Firmen, Berufsverbänden und ähnlichen Organisationen in Anspruch genommen. Jeder einzelne Prüfling muß sich der Prüfung an zwei Tagen unterziehen. In einer etwa fünfftündigen Gruppenprüfung wird zunächst das allgemeine In telligenzniveau" festgestellt. An einem zweiten Tage findet eine Einzelprüfung statt. Die Leistungen der Prüflinge werden nach Zur lehten Ruhe wurde gestern nachmittag der beim Startoffel- Leben ein Ende gemacht hat. Sein gebrochenes Auge flehte Verpsychologisch- statistischem Verfahren gewertet. Schließlich treten die stoppeln auf so tragische Weise ums Leben gekommene Sohn gebung". Als Frau L. die Schwester" dann aufsuchte, um ihr ihr Prüfer zu einer Gutachtersizung zusammen, in der die Ergebnisse unseres Parteigenossen inz aus Neukölln auf dem Mariendorfer| Beileib auszusprechen, fand sie das junge Mädchen tränenüberströmt der Prüfung mit dem Lehrergutachten verglichen und die Einzel- Gemeindefriedhof unter reger Anteilnahme der Neuköllner Eins auf dem Sofa fizzen und an der Wand hing das schwarzumflorte ergebnisse zusammengearbeitet werden, so daß sich als Gesamt-| wobnerschaft, besonders der Gemeindeichüler, beigeiept. Die Bild des„ Berstorbenen". Nun wollte aber das Schicksal. daß ergebnis schließlich des pinchologische Profil" des Prüflings ergibt. Neuköllner Parteigenoffen, die Mitschüler und Lehrer des Toten eines schönen Tages Schumann munter und vergnügt, seine Braut, Die Kennzeichnung des Prüflings erstreckt sich auf sein Willensleben, sowie die Mieter des Hauses Steinmegstr. 25-26 legten Blumen die angebliche Schwester, am Arm, der Betrogenen begegnete. Die feine sonstigen Eigenschaften und auf seine Art zu arbeiten. Es ist und Kränze als letzten Grußz nieder. Witwe merkte crst jetzt, daß sie das Opfer eines Schwindlers ge= 15] Copyright Georg Müller, München. Die Lofotfischer. Roman von Johan Bojer. Hier verlangte Arnt Aasan im Beisein aller Kameraden, umkehren und mit einem Dampfer wieder nach Hause fahren zu dürfen. Reiner antwortete ihm, nicht einmal Henrik Rabben. Sie lagen in der Kambüfe und wärmten sich mit Kaffee und etwas Essen auf, als sie Lärm und Rufen von einem anderen Boot hörten, das sich vom Meer herein durchschlug. Lars steckte den Kopf hinaus und zog ihn wieder zurück. " Wahrhaftig, das ist Andreas Etra," sagte er. Da lachte der Vater und holte die Flasche heraus, um einen Schnaps einzufchenken. Haha," gluckste es in ihm, ist der Kerl diesmal doch nicht zuerst hier gewesen." Aber eine gute Stunde später hörte man Rufe von einem neuen Boot, und diesmal steckte Elezeus den Kopf aus der Kambüsentür und zog ihn rasch wieder herein. Nein, jetzt habe ich weiß der Teufel ein Gespenst gesehen," sagte er. " Was ist denn los?" " Der Jafob! Der gestern tot war. So wahr ich hier " Der Jakob! Der gestern tot war. So wahr ich hier stehe, ist er soeben mit der Meerblume" hereingefegelt." " Das habe ich gewußt," sagte Kristaver.„ Der Jakob kann sich wohl totschlagen laffen, aber er nimmt es nicht so schwer." In Bodö wurde es schnell ruchbar, daß ein Boot im Unwetter abgefahren sei, und Andreas Efra grämte sich, denn es war seine Gewohnheit, sich immer in aller Stille von den anderen fortzustehlen. Er beeilte sich daher, auch wegzu tommen, und Jakob mußte dann auch hinterdrein. Und als die Dampfer merkten, daß die offenen Staväringerboote das Wetter zum Segeln gut genug fanden, da mußten fie fich chrenhalber doch auch auf den Weg machen. In den Berufsämtern hat die Republik eine segensreiche Einrichtung geschaffen, die sich erst später voll auswirken wird, wenn unser Wirtschaftsleben wieder gesundet. Schon die ersten Arbeitsjahre der Berufsämter lassen die künftigen Erfolge ahnen. Es ist wahrhaft Arbeit für die Vorbereitung einer guten Zukunft, die auch hier in schwerster Zeit geleistet wird. es kleine, dunkelhäutige Gesellen, denen die Wasserstiefel nur noch einen Erholungsschluck, bezahlten, was sie bekommen bis an die Knie reichten und deren blaue Segeltuchhojen hinten hatten, und schlenderten dann wieder zu den Booten hinunter. schwarze Flicken hatten. Sie waren wie aus billigem Kram| Nur Jakob blieb zurück, denn er blieb immer am Lensmann zusammengesetzt, eine Mischung von Fischern und dem, was hängen. Den ganzen Abend bis spät in die Nacht hinein lagen die .ein ehrlicher Lofotschiffer am meisten verachtet: Matrosen. Erst am nächsten Tage brach diesmal die übliche Schlägerei| Namdöler im Hafen und schrien und meckerten wie Ziegen zu aus. Sie begann oben beim Krämer, wo Laden und Schenk- den Staväringern hinüber, denn sie wußten, wenn irgend itube gedrängt voll von Staväringern waren. Vielleicht wurden etwas sie in But bringen konnte, so war es, wenn man ihre sie im Lauf des Tages etwas zu laut und fangen wohl auch großen, schönen Boote Ziegenboote nannte. ein bißchen zuviel, jedenfalls wollte die Mamsell ihnen nichts Aber im übrigen ist Grötöŋa ein Merkstein auf der Nordmehr zu trinfen geben, und der dicke Krämer in den mehl- fahrt. Bisher ist man immer an der Küste entlanggefahren bestäubten Kleidern fam selber und wollte sie vor die Tür und hat Landsicht gehabt, morgen aber fährt man quer über sehen. Hätte er nicht einen Namdöler bei sich gehabt, der sich das zwölf Meilen breite Meer, morgen geht es über den brüstete und sie zurechtzuweisen begann, so wären die Sta Westfjord. väringer ruhig ihres Weges gegangen, jezt aber faßten sie den Und in der Nacht, bevor man aufbricht, sputt es in dem 3werg und gedachten ihn wohl zur Tür hinauszuschmeißen, Gemüt des Fischers, so daß er auf seine eigene Weise schläft. aber sie irrten sich leider und warfen ihn zum Fenster hinaus. Der Westfjord ist reich an Sagen und Geschichten, einige Meilen Der Kerl lag mit Glasscherben in Haar und Bart jammernd von Land hüllt der Nebel die Boote ein, während der Sturm draußen in Schnee und rief Landsleute zu Hilfe. Unterdes anschwillt, fie fönnen nach Westen abtreiben, immer weiter hatten die Staväringer Lust auf mehr Alkohol bekommen; nach Westen, bis zu dem berüchtigten Moskenaesstrom, wo sie darum setzten sie den Krämer zur Tür hinaus, sperrten die wie in einen Wirbel hineingerissen werden und in der Liefe Mamsell in einen Schrank und hatten nun alle Hände voll zu verschwinden. Vieles ist Sage, aber heute nacht sputen alle tun, denn es mußten Flaschen aufgezogen und Fässer ange- diese Erzählungen in den Gemütern. Eines jedenfalls missen stochen werden, damit alle ihre Freude daran hätten. Und alle: auf der wilden Ebene des Westfjordes hat manches Boot gerade als die Staväringer nur an Frieden und Trinken den Kiel nach oben gefehrt und manch ein Fischer ist auf dem dachten und mit ganz sanften Gesichtern dasaßen, kamen die Kiel geritten, ohne jemals wieder zu Menschen zu kommen. Ramdöler durch Hintertüren und Vordertüren herein und es ging recht lebhaft zu, nicht mit Trinken, sondern mit Fäusten 8. und gelben Meffigtabakdosen, mit denen man drauf losschlug. In dieser Nacht hier in Grötöŋa fonnte Elezeus Hylla Tische, Stühle, Flaschen und Gläser flogen umher, der Lärm nicht schlafen. Gemiß war er ein Spaßmacher, und natürlich mischte sich mit dem Getrampel der schweren Stiefel, Schreien war er dabei gewesen, als die Namdöler verprügelt wurden, und Jammern ertönte und dumpf schlugen die Körper auf den aber er gehörte zu denen, die am liebsten andere spendieren Boden auf. Die Mamsell im Schrank schrie und rief, sie möchte ließen und sich stets beizeiten davonmachten. Heute abend lag heraus. Der Krämer stand draußen mit dem Lensmann und er auf dem Boot und dachte an den letzten Sonntag daheim. wollte herein, aber vorläufig war hier kein Platz. Die kleinen Sie hatten zusammen zum Abendmahl gehen wollen, er und Namdöler waren geschmeidig, sie rückten den großen, starken die Berit, und statt dessen hatte er sie geprügelt, und in der Tröndern dicht auf den Leib, stießen sie vor den Bauch, wo Kirche stand der Pfarrer und predigte und sagte, daß wir alle Nach alter Sitte lagen in Grötöna die Namdöler und es am wehsten tat, oder flogen ihnen an die Kehle und bissen. eines Tages vor Gottes Angesicht stehen werden. Ja, ja. warteten auf die Staväringer, um Prügel zu bekommen. Sie Das nannten sie raufen. Die Staväringer waren schwer- Und wenn du nun morgen vor Gottes Angesicht stehst, Elezeus? selber sagten, es sei umgekehrt, aber das war eine Lüge. Jetzt fälliger, aber wenn sie trafen, fiel der Kerl zu Boden. Selbst Morgen mußt du auf den Westfjord hinaus. lagen hier Namdalboofe in Menge, um zusammen über den Jakob humpelte umher und schwang die Tabakdose, aber Er war fein Feigling, er konnte es auf See mit jedem Westfjord zu fahren, und die Boote waren wie die Männer meistens stand er in der Tür und gab jedem Namdöier, der Beliebigen aufnehmen, und doch seufzte er jetzt, während er selbst ein buntes Gemisch. Es waren Liftringe und Jachten die Treppe hinunterpurzelte, einen Tritt in den Hintern. so dalag. Herrgott, ja. Herrgott, du mußt mir alles Böse und Nordlandsboote und Zehnruderer vom Aafjordtyp und Es fam, wie es fommen mußte, die Stube wurde von vergeben, das ich getan habe. Mein Gott, mein Gott. die Männer waren blond oder dunkel, aber meistens waren Namdölern gereinigt, und zum Schluß tranten die Staväringer ( Fortsetzung folgt.) worden war. Bei der gestrigen Berhandlung erschien das betrügerische Ehepaar als Eheleute. Der Staatsanwalt beantragte die Berurteilung beider. Das Gericht ließ bei der Angeklagten Milde walten und sprach sie frei. Ihr Mann erhielt 6 Monate Gefängnis und es wurde ihm eine Bewährungsfrist zugebilligt. Die Jungen für die Alten! Wien ein Vorbild für Berlin. = Fristlos entlassen. Die Geschäfte eines früheren städtischen Direktors. I tafel. Der Angeklagte hatte für Frischmilch einen höheren Preis genommen als die Berliner Milchnotierungskommission festgelegt hatte. In derselben Sigung wurde der Geschäftsführer der Bor der Kammer für Handelssachen des Landgerichts I wurde Firma Tams u. Garbs wegen Zurückhaltung von Zuder zu 500 gestern ein Prozeß verhandelt, den der im Auguft dieses Jahres Milliarden Geldstrafe verurteilt, angesichts der Markentwertung vom Amt suspendierte und im Oktober entlassene Direttor Kulisch eine geradezu lächerlich geringe Geldstrafe. = Amerika hilft den hungernden Deutschen. Chicago in vorderster Linie. der städtischen Brennstoffbeschaffungsgesellschaft gegen die Stadt Englischer Unterricht für Proletarier. Anfang November beBerlin angestrengt hat. Kulisch verlangt im Klagewege die Zahlung ginnt Genossin Heß mit neuen Anfängerkursen für Erwachsene( abends) Die Not, die uns alle bedrängt, lastet am schwersten auf den seines Gehalts für Auguft und September, während die Stadt Berlin und für Kinder von 12 bis 14 Jahren( nachmittags). Anmeldungen am gleichzeitig im Wege der Widerflage die Feststellung beantragt, daß den 6. November, von 5 bis 7 Uhr, bei Genossin Heß, Berlin W 50, Sonntag, den 4. November, von 11-1, am Montag, den 5., und Dienstag, Alten. Arbeitskraft zum Erwerb ihres Lebensunterhalts haben sie die gegen Kulisch ausgesprochene fristlose Entlassung zu Recht bestehe. Spichernstr. 16, Gartenhaus 3 Treppen. nicht mehr, ihre paar Notgroschen sind unter der Geldentwertung Die Anmeldung kann auch längst weggeschmolzen, oft stehen sie ohne jeden Angehörigen da. Wie Reihe von Gründen angeführt, einmal das Geschäft, das KuDie Stadt Berlin hat als Rechtfertigung der Entlassung eine schriftlich erfolgen. soll ihnen, den Erbitterten und Berzweifelten, geholfen werden? Bezirksbildungsausschuß Groß Berlin. Heute Abend, pünktlich lisch mit der Kriegshinterbliebenenfürsorgestelle 6 Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 3, 2. of 3 r., Konferenz der In einer Versammlung von Berliner Jugendlichen, die abgeschlossen hatte, ferner seine Geschäfte mit pripa Bildungsausschüsse. Vortrag des Genossen Prof. Kestenberg über gestern vom Zentralwohlfahrtsamt und vom Jugendamt der Stadt, ten Brennstoffirmen, darunter mit einer, an der er selbst Neue Wege proletarischer Stunst". Um pünktliches und vollzähliches Er. von der Vereinigung für Jugendwohlfahrt, vom Notdienst der Ber- beteiligt war, weiter die Tatsache, daß Kulisch unberechtigterweise scheinen wird gebeten. liner Frauen und vom Hauptausschuß der deutschen Jugendverbände Tantiemen entnommen und schließlich, daß er sich seine Wohnung nach dem Rathaus einberufen worden war, wurden die Jugend auf Kosten der Stadt habe luxuriös ausstatten lassen. Für den lichen aufgerufen, sich der Alten hilfreich anzunehmen. Oberbürger- Kläger Kulisch bestritt Rechtsanwalt Dr. Hamburger die Stichhaltigmeister Böß wies in einer einleitenden Ansprache darauf hin, daß feit dieser Entlassungsgründe. Für die Stadt Berlin beantragte heute so mancher Alte tatsächlich an Hunger zugrunde geht. Er Rechtsanwalt Dr. Weinberg die Abweisung der Klage. Die Ent- Die neue Sammlung von Hilfsgeldern für das notleidende Legrüßte Frau Dr. Schwarzwald, die im Schloß zu Berlin eine Ge- laffung des Klägers sei zu Recht erfolgt aus den angegebenen Grün- deutsche Volf, die in den Bereinigten Staaten begonnen hat und an meinschaftsfüche eingerichtet hat. Frau Dr. Schwarzwald be ben. So habe er als Geschäftsführer der Brennstoffgesellschaft zu einer beren Spize General Allen, der ehemalige Berichtete über die Hilfe, die in Wien die Jugend den Beit, als diese selbst den Raummeter Holz für 51 000-60 000 mt. ein- fehlshaber der amerikanischen BesaßungsAlten geleistet hat. In herzbewegenden Worten schilderte sie, faufte, 436 Ra ummeter für je 30 000 m. an feinen truppen in Koblenz, als Vorsitzender des Nationalausschusses wie dort die Jungen und Mädel von den kaum Schulpflichtigen bis Schwager Bust verkauft, noch dazu aus den Beständen, steht, hat mit ganz besonderer Energie in Chicago zu den Studenten und Handwerksgehilfen mit unermüdlichem Eifer die für Minderbemittelte bestimmt waren. Auch an eingesetzt, deffen Bürgermeister Dever Ehrenvorsitzender des und glühender Begeisterung sich dieser Aufgabe gewidmet haben. die Firma Kohlenhof G. m. b. 5. habe er unter Preis verkauft. Die örtlichen Ausschusses ist, dem General Dawes vorsteht. Einem Sie haben beträchtliche Geldmittel gesammelt, Lebensmittel einge- vorzeitige und noch nicht genehmigte Entnahme der Tantieme habe beim Berliner Bertreter der Chicago Abendpost", Hermann Jockisch, kauft und sie den Alten in die Wohnungen getragen, Stoffe gekauft Kulisch selbst zugestanden. Was das Kohlengeschäft mit der Kriegs- eingelaufenen Telegramm zufolge hat Herr Julius Rosenwald und Wäsche für die Alten genäht. Sie haben auch Angehörige der hintert liebenenfürsorgestelle beträfe, so fei bei der Kompliziertheit des mit einer 3eichnung pon 100000 Dollar die Chicagcer alten Leute aufgesucht und sie an ihre Pflicht erinnert, so daß man- Falles Beweiserhebung unter allen Umständen notwendig. Seine Sammlung eröffnet. Es soll begründete Aussicht bestehen, daß cher lieblose Sohn, die jugendlichen Mahner fürchtend, freiwillig ohnung habe sich kulisch von der Stadt mit allem die Sammlung in Chicago die Summe von einer Million Dollar wieder seine Pflicht tat. Etwa 50 000 alten Leuten haben sie zu einer Komfort ausstatten laffen, so seien u. a. Klingelkontakte überschreiten wird. Dankbar werden die hungernden Deutschen mit Besserung ihrer Lage verholfen, für 500 Alte wurde von Jugend- in Gestalt von bronzenen Elefanten und Hunden angebracht worden. ihren Kindern die amerikanische Freundeshilfe entgegennehmen. In lichen eine sogenannte Batenschaft übernommen. Frau Dr. Schwarz- Gleichzeitig beantragte Rechtsanwalt Dr. Weinberg, der Widerklage der Kulturgeschichte unseres Boltes aber wird es ein unaustilgbares wald erwartet auch von der Berliner Jugend für die Alten diese der Stadt Berlin stattzugeben. Das Gericht beschloß, über die ver- Schandmal für die großagrarische Bevölkerung bleiben, daß sie die Liebestätigkeit, in der die Jugendlichen nicht eine Pflicht, sondern schiedenen Buntte Beweis zu erheben. Die Entscheidung soll in acht eigene deutscher Erde und deutschem Blut entsproffene Großstadtihr Recht sehen sollen. Tagen verkündet werden. und Industriebevölkerung bei vollen Scheunen verhungern läßt und daß ein Kerl, der das Ehrenamt eines Bolkspertreters hat, es wagen darf, das auch noch öffentlich ungestraft auszusprechen. Der warme, langanhaltende Beifall, mit dem die Zuhörerschaft cntwortete, dürfte der Rednerin die Gewißheit gegeben haben, daß sie sich in der Berliner Jugend nicht täuschen wird. Auch Oberbürger. meister Böß sprach die Hoffnung aus, was die Wiener Jugend gefonnt hat, werde auch die Berliner Jugend können. Direttor Häusler vom Jugendamt berichtete, daß auch in Berlin schon im Stillen von manchen Jugendlichen eine derartige Liebesarbeit geleistet worden ist. Nach Ansprachen von Frau Anna Blothom und v. OII en hau er, dem Vertreter des Hauptausschusses der deutschen Jugendverbände, wurde eine von Frau Dr. Schwarzwald vorgelegte Emt fchließung angenommen. In ihr beanspruchen die Jugendlichen für sich das Recht, den Kampf zu führen, für den die Alten zu schwach sind. Sie wollen für fie arbeiten, fie stüßen, sie aufrichten und hoffen dabei auf die Mithilfe der Jugend in der ganzen Welt. In einem Schlußwort gedachte die Vorsitzende Stadträtin Meyi der Mitarbeit einiger Wiener Freunde an der Kinderspeifung Berlins, Gedenkt der Obdachlosen! Groß- Berliner Parteinachrichten. Die Achtung, Kaffierer! Die neuen Kampffondsmarken zum Preise von einer Milliarde find soeben im Bureau eingetroffen. Kassierer, welche dieselben abholen fönnen, werden sehr darum gebeten. 3. A.: Alex Pagels. * Ante für den 9. November benötigten Referenten seitens der Kreise und melbet werden. Um das Friedmannsche Tuberkuloseheilmittel. Erste Senat des Reichsgerichts nach langer Verhandlung zuEine für alle Lungentranten wichtige Entscheidung hat jetzt der mittels gefällt. gunsten des Friedmannschen Tuberkuloseheilwinnung des Ehrlichschen Salvarsans, des v. Behringschen Diphtherie Ebenso wie z. B. das Verfahren zur Geheilserums sowie verschiedene andere Erfindungen auf diesem Gebiet patentiert sind, so war auch für das Verfahren zur Herstellung des Friedmannschen Heil- und Schuhmittels froß der Einwände, die von verschiedenen Seiten gegen die Neuheit usw. erhoben worden waren, in elfjährigem Kampf in allen Instanzen des Reichspatentamts ( Prüfungs, Beschwerde, Nichtigkeitsinstanz) das Patent erteilt bteilungen müssen bis Montag, den 5. November, im Sekretariat angebzw. bestätigt worden. Bon zwei Interessenten, die in ihren Fabri ten das Mittel widerrechtlich hergestellt, in großem Umfange nach allen möglichen Ländern verfauft hatten und deswegen vom Landgericht und Kammergericht auf Unterlassung usw. verurteilt worden waren, war nun gegen die Entscheidungen des Patentamts und des Kammergerichts Revision beim Reichsgericht eingelegt worden. Nach achtstündiger Verhandlung verfündete der Borsigende die Entschei dung des Senats dahin, daß alles gegen die Neuheit der Friedmannfchen Erfindung Vorgebrachte sich nach eingehender Prüfung als hinfällig erwiesen habe, daß auch die Heilerfolge des Mittels von zahlreichen Autoritäten bestätigt würden, daß daher die Entscheidungen des Parlaments und des Kammergerichts zu Recht bestehen. Wegen vorsätzlicher Preisfreiberei verurteilte bas Wuchergericht in Potsdam den Verwalter der Beeliger Molterei, Alfred Keil, zu 3 Billionen 750 Millionen Mart Geldstrafe und Aushang des Urteils in der Molkerei und an der Beelizer GerichtsTag für Tag manten vom frühen Nachmittag an 4000 und mehr Obdachlose nach dem städtischen Obdach in der Fröbelstraße zerlumpte Gestalten, jeder schüßenden Hülle beraubt, viele barfüßig, und warten dicht gedrängt am Eingang darauf, daß das Tor zu ihrem Asyl sich auftut und müssen im Morgengrauen des anderen Tages wieder auf die Straße hinaus, nicht wissend, ob für sie sich eine milde Hand öffnen, ob von einem Mittagstisch ein fläglicher Reft für sie abfallen wird. Ein Tag wie der andere: Ruhelos, arbeitslos, obdachlos, frierend! Trotz der eigenen Not gibt es Men. schen, welche die schmere Zeit noch schwerer empfpinden, für Die ein eigenes Wort für Not geprägt werden mußte, die da leiden an dem lähmenden Nichtssein und Nichtshaben! Seht sie euch an, wie sie, in sich zusammengetauert, dahinschleichen in endlos langem Buge und ihr werdet denken, wie tönnte man helfen? Männer, Frauen, Kinder, suchet nach in euren Schränken, ob nicht irgendwo vergessene Sachen hängen, die ihr 1 amerikanischer Dollar selbst nicht mehr tragen fönnt, nach denen sich aber begehrlich Tau- 1 Dollar Goldanleihe. fende von Händen ausstrecken, spendet sie den Obdachlosen. Bald Notgeldscheine 1, Dollar 160, Dollar 80, 10 Dollar 32 Milliarden ertönen wieder die Weihnachtsglocken, helft den Wermsten der Armen, 1 Goldmark. deckt auch ihnen den Weihnachtstisch, die kleinste Gabe 1 Goldpfennig ist willkommen, jedes Stück ist ein Pflaster auf eine Wunde und der Wunden find so viele! Der Verwaltungsdirektor des städtischen 10 Obdachs Berlin, NO. 55, Fröbelstr. 15, nimmt jederzeit freundliche 25 Spenden entgegen. Deutscher Metallarbeiter- Verband Theater, Lichtspiele usw.html Karoſſerie- Funktionäre Theater i. d. Königgrätzer Str. Th. im Admiralspalast 8 Uhr: Schweiger Komödienhaus 8 Uhr: Tägl. 73% Uhr Drunter und drüber Achtung! Seute, Sonnabend, ben 3.Mov.. nachm. 3 Uhr, im Berbandshause der Metallarbeiter( Sigungsfaal), Linienſtr. 83/85:| Sikung Sikung DeutschOpernhaus Montag, 5. Novbr., abbs. 6% Uhr, Mein Vetter Eduard: Gastsp. Russ. in den Sophienfälen, Sophienfte. 17/18: Berliner Theater Romant. Theater ( Aktionärk. ungült.) Sitzung der erweiterten Ortsverwaltung Tagesordnung: Die gegenwärtige 7.30: Dolly im Theat d.Westens Das Erscheinen jedes Mitgliedes Große Volksoper Situation und unsere Organisation. 72 Uhr: Fide110 ber erweiterten Verwaltung ist Pflicht. Der Beitrag für die fällige Woche Rose- Theater intimes Theater 3: Hänsel u. Gretel 8 Uhr: Abendbesuch 6 Milltarben Im weißen Röß'1 in Klaffe ist noch in 7 Unr: Die k. u. k. Hose etc. dieser Woche zu entrichten. In der nächsten Lustspielhaus Boche find alle rückständigen Beiträge nach 712: Nebeneinander. ben erhöhten Sägen zu bezahlen. Komische Oper Volksstück 1923 Die größte Revue Die Ortsverwaltung. Sonnab. z. 1. Male Allabendlich 7 Metropol- Theater Volksbühne des Kontinents: 7: Casinogirls Figaros Hochzeit Die Welt Neues Theat. a. Zoo Lessing- Th. ohne Schleier 712 Die Luxusfrau Heute bis Mont, 7: UHF: Renaissance- Theat. Rausch 7 U.: Die Tage des Lebens Deut. Künstler- Th. Max Th. a. Kottb. Tor Täglich 7/2 Ubr a. Sonntag nachmittag 3 Uhr: ELITEGoldumrechnungssätze 320 Milliarden 320 95 ..76,19 Millarden Ronfumgenossenschafts- Generalversammlung am Montag, den 5. November, abends 6 Uhr, in den Mufitersälen, Berlin, Raiser. Wilhelm- Straße. Tagesordnung u. a.: Wahlen zum Aufsichtsrat. Alle BEPD.- Generalversammlungsvertreter müssen unbedingt teilnehmen. Jede fehlende Stimme gefährdet die Mandatsziffer der BSPD.- Borschlagsliste. 4. Rreis. Obleute der Ordner: Sonntag 10 Uhr Besprechung bei Maderholz, Rodenbergstr. 8 v. 3 r. Heute, Sonnabend, den 3. November: 83. Abt. Lichterfelbe. Die Bezirksführer von Lichterfelbe.Weft werden ersucht, die Beitragsmarken beim Genoffen Baltom, Sindenburgdamm 54, fofort abzuholen. Morgen, Sonntag, den 4. November: Jungfozialisten. Gruppen Treptow, Süden und Friedrichshain: 2. Abend her Bortragsreihe über Strindbergs Leben und Werte" findet abends 7 Uhr bei Hagemann, 8orndorfer Str. 8, ftatt. Vorträge. Vereine und Versammlungen. Gemeinschaft proletarischer Mufitfreunde. Montag, 5. November, abends tonzert. Sur Aufführung gelangen: Don Juan" von Richard Strauß, 3. Gin 8 Uhr, im Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain 16-23, I. Sinfonic fonie( Eroika) Beethoven und die 3. Eleonoren- Ouverture von Beethoven ( Blüthner- Orchester). Rarten bei Horsch, Engelufer 24, BorwärtsM. 761,9 Millionen| 40 Goldpfennig= M.30 476,2 Millionen Buchhandlung, Lindenstr. 2, und an der Abendtaffe. 5 79 93 99 99 29 " 30 99 3 809,5 7619,0 19047,6 ,, 22857,1 99 50 75 99 91 39 086,2 97 " 99 57142,8 " 80 37 99 31 60 952,4 97 90 68 571,4 11 99\ 33 23 nachm.4 Uhr Lotte Werkmeister b. Zielka Variété Kabarett in THE KID dem Weltfilm! Bekanntmachung Ab Sonnabend, ben 3. November 1928, Verkäufe Sänger mit Ausnahme von Grünau zur Bein unferem gesamten Bersorgungsgebiete rechnung tommender Gaspreis U. a. Esmeralda d. Tänzerin 6,5 Milliarden Mark für das Schauspieler- Th. Allabendlich 7/2 ( Friedrich- Wilhelmstädt Th.) Tybbke( Adalbert) Quittungs- Marken Apollo- Theater Chausseestr. 30 7 Allabendl. 77: Eduard II. Die große Revue Europa spricht Thalia- Theater 71/2: Scheidungsrelse Eleblissemers Caf Friedrichstr. 60 davon! Theater i.d.Kommandantenstr. Ecke Leipziger Str. Casino- Theater 8 U.: Der Ehemann ohne Frau! 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