MenSansgabe Nr. 516 ♦ 46. Jahrgang Ausgabe k Nr. 266 Bezugsildwgungtn und Bnjeigenpreis« sind in der Morgrnansgab« angezebm »edottion: Sw. SS, Lindetlsitrche 3 I-rusprechor: Dönhoff 292—395 SeL-StftccfTcSojtaldemoicai verUn Vevlinev Volksblatt 2 Milliarden M. Sonnabend ?. November 1923 Seclag und Anzetgenabteilunz: Gelchilst-z-il S-S Uhr Verleger: vorwörrs-verlag GmbH. vsrli» Sw. 95, Vlndenftroh« 3 Fernsprecher: Dönhoff 2509.2501 ZcntraXorgan der Vereinigten Sozialdemokrati fchen Partei Deutrchlands Kahr fordert Rechtsöiktatur im Reich. Will er marschieren?— Knilling gestürzt. Zn Layern haben sich über Ztachi Vorgänge vollzogen, die noch in einiges Dunkel gehüllt sind, die aber für die politische Entwicklung der nächsten Zeit von weitestreichender Bedeutung fein werden. Herr v. Kohr, der von der verfassungsmäßigen Regierung Knilling eingesetzte Generalsiaatskommissar, hat die Regierung. die ihn einsetzte, gestürzt. Er hat über ihren Kopf hinweg nach Berlin ein Ultimatum geschickt, das mit oem Vormarsch aus Berlin droht, falls nicht binnen 24 Standen hier eine Rechtsdiktatur eingerichtet werde. Diese Tat eines Wahnsinnigen stellt Layern und ganz Deutschland vor die schwersten Ereignisse. Nach öem Bruch. Uneingeschränkte Freude löst der Rücktritt der sozial« demokratischen Minister in den Spalten der Rechtspresse aus. Unverhohlen wird in jeder Zeile die Hoffnung zum Aus« druck gebracht, daß nun nicht nur im Reich, sondern in allen Ländern und Verwaltungen mit dem„marxistischen Einfluß" aufgeräumt wird.„Keine Halbheiten mehr." ruft die„Deutsche Tageszeitung" und warnt vor der Höflichkeit Halber Lösungen nach dem Ausspruch der Sozialdemokratie: „In der Möglichkeit halber Lösungen liegt auch jetzt, wo die unselige Koalitionspolitik unrühmlich zusammengebrochen ist. die grötzte Gefahr. Mit allem Nachdruck muh gesagt werden, daß solche Lösungen in jeder Hinsicht nicht nur unglücklich, sondern un- verantwortlich wären Wird jetzt nicht endlich das Reichssteuer mit aller grundsätzlichen und taisächlichen Entschiedenheit nach rechts herumgeworfen, dann sind die Gefahren, welche Reich und Volt bedrohen, nicht mehr zu bannen." Das Steuer nach rechts herumwerfen, kann aber nach An- ficht der reaktionären Parteien keine Regierung der Mitte. und offenbar auch keine Regierung der bürgerlichen Parteien mit Einschluß der Deutschnationalen. Denn die Verfassung von Weimar besteht nach Ansicht der Reaktionäre„nur noch aus jämmerlichen Feßen": „Schon deshalb müsjm neue Wege gesucht werden, um den Augiasstall deutscher Mißwirtschaft auszuräumen. Diese Wege kann nur eine Regierung finden und gehen, die das Bewußtsein hat, daß die stärksten und besten Kräste de» deutschen Volkes hinter ihr stehen. Dazu aber gehören in erster Linie die Kräste. die sich zu einer wahr- haftnotionalen Aufsassung in Politik und Wirtschaft bekennen und die man in unverantwortlicher Verblendung zurückstieß, seit man. ernst innerlich und dann auch äußerlich, die nationale Flagge in Deutschland herunterholte." Auch die„Kreuz�Zeihmg" warnt vor„neuen Experi« menten" und verlangt ausdrücklich, daß eine Regierung ge- bildet wird, die nicht nur ohne Sozialdemoratie arbeitet, sondern sie direkt bekämpft. Unbedingt muß nach ihrer Auffassung dem Konflikt mit Bayern ein Ende gemacht werden. „Die sozialdemokratisch- und demokratische Auffassung, baß Bayern auf den Verfall des Reiches hinarbeite, muß endlich der richtigen Auffassung Platz machen, daß eine Lösung der heraufbe- schworenen Konflikte der Reichsregierung mit den Ländern nur denk- bar ist mit Bayern und nicht gegen Bayern. Nur eine solche Regierung ist möglich, die eine dauerhaft« Brücke zu dem größten süddeutschen Staate schlagen kann. Aus diesem Grunde Ist auch nur ein solches Reichskalnnctt möglich, dem es gelingt, das Vertrauen in Boyern zu erwerben. Wenn etwa Dr Strese» mann ein« bürgerliche Negierung vorschweben sollte, die wieder zwischen zwei Stühlen sitzt und die zwischen Sachsen und Bayern hin und her schwankt, so Ist sie von vornherein zur Un- sruchtbarkeit verurteilt." Nickt viel ainbcrs denkt ganz offensichtlich die„D. A.A.". Ln der Formulierung bleibt sie etwas vorsichtiger, wie über- bauvt an manchen Stellen bä den Rechtsparteien eine gewisse Reserve und Vorsicht tattiscker Art zu bemerken ist. Man nill offenbar das Gelände erst richtig sondieren, man hat aus früheren Vorgängen gelernt und möchte sich nich-t gern einem neuen Mißerfolgs ausgesetzt sehen. Die„D. A. A." ist des- wegen der Meinimg, daß Neuwahlen unvermeidlich seien. eine Auffassung, die etwas merkwürdig anmMet, wenn gleichzeitig das Stinnes-Organ versichert, man müsse sich unbedingt vom Parteiwesen losmachen, schon deswegen, weil auch die Dcutscknationalen das fordern. „Unseres Wissens sind die Deutschnationalen nach wie vor nicht geneigt, in ein Kabinett einzutreten, das sich auf Grund des parla- mentarischen Systems aus Vertretern der Reichstagsporteien(auch wenn es nur die bürgerlichen sind), zusammensetzt; sie dürften viel- mehr an dem von Dr. Hergt aufgestellten Programm festhalten, daß die neue Regierung sich auf die stärksten Schichten Im Volk — die Landwirtschaft, die Industrie und die nationalen Gewerk« fchaften— stützen soll. Der Grundgedanke ist zweifellos richtig. Wenn Dr. Stresemonn sich nicht ganz von dem Parteiwesen loezu- lösen vermag, wird er die absolut notwendig« Sammlung aller nationalen und wirtschaftlich starten Volksschichten nicht vollziehen können." Wer mit den wirffchafllich starken Schichten gemeint ist, bedarf sa keiner Erläuterung. Herr M i n o u x, der General- bevollmächtigte des Herrn Stinnes, sitzt von der„D. A. Z." nicht so weit entfernt. Die Frage wird nur die sein, ob die bürgerlichen Parteien diesen Weg zu gehen versuchen werden. Die Demokraten versichern, daß sie nicht oaran denken. Das„Berliner Tageblatt" schreibt wenigstens heute morgen: „Es darf wohl als selbstverständlich gelten, daß die demokratische Fraktion einen Rechtsabmarsch des Kabinetts oder eine Derbreite. rung der Koalition nach rechts nicht mitmachen und daß die Fraktion nur dann in der Koalition verbleiben kann, wenn der Charakter des Kabinetts als einer Koalition der verfassungs» treuen Mitte auch in den Personen der neu zu ernennenden Minister völlig unzweideutig zmn Ausdruck kommt." Der„Demokratische Zeitungsdienst", mit dem sich das „Tageblatt" ausdrücklich identifiziert, geht in der Saa>e sogar noch weiter. Danach wird es überhaupt unverständlich, daß die demokratffchen Minister es zum Austritt der Sozialdemokratie haben kommen lassen. Denn über die Forderungen der So- zialdemokratie heißt es dort ausdrücklich: „Die sozialdemokratische Reichotagsfraktion gelangte zu De- fchlüsien, die an sich etwas Selbstverständliches sind. Gerade auch von demokratischer Seite ist verlangt worden, daß die Reichsautorität Bayern gegenüber unbeugsam zur Geltung gebracht wird. Die Umwandlung des militärischen Ausnahmezustandes in einen zivilen war die Forderung der Ministerpräsidenten der deutschen Länder. Der Reichskanzler hat seinerzeit dieser Forderung nicht widersprochen. Er entließ die Ministerpräsidenten in dem Glauben und in der Annahm«, daß jene Umwandlung bald er- folgen werde. Die Sozialdemokratische Partei hatte ihre Voraussetzungen keineswegs als Ultimatum formuliert. Natürlich wollte die Fraktion bald wissen, woran sie ist. Die Rechtspresie hat es außerordentlich geschickt verstanden, die Voraussetzungen der Sozial- drmokratie als Ultimatum aufzufrisieren, und von Pommern bis Bayern schallt«s wieder einmal: Stresaemann soll sich dem Terror der Marxisten beugen! Die Hoffnung aller Rück- schrittler und aller offenen und verkappten Feinde der deutschen Re- publik ist ein bürgerliches Rcchtskabinett. Man würde sich in einem solchen Kabinett auch die Demokratische Partei als Feigenblatt zunächst gefallen lassen. Jedermann aber, der die Naturgeschichte der deutschen Monarchisten kennt, der weiß, daß es sich hier nur um einen Uebergang zum alten Macht st aat mit allen innen- und außenpolitischen Konse- q u e n z e n handeln würde. Vielleicht wäre es möglich, Bayern da- durch einem Reiche zu erhalten, das wieder ein Bundesstaat wäre. Aber die Folgen wären furchtbar. Rhein und Ruhr gingen uns dann sicher verloren. Der Franzose schöbe seinen Außenposten nach Hannover vor und die Reichszerstückelung würde ihren Fortgang nehmen. Das gelockert« Reichsgefüge wäre sicher nicht Imstande, die verlorenen Außenposten wieder zu ge» Winnen." Wenn man die Folgen so klar voraussah, dann durfte man es nicht zu dem Bruch kommen lassen, um so mehr, wenn das„Tageblatt" selber schreibt, daß„die Auf- fassung des Kabinetts, wonach die Loslösung von der Sozial- demokratie eine Erleichterung gegenüber dem bayerischen Ge- fahrenherd bedeute, in weiten demokratffchen Kreisen nicht geteilt werde". Die bürgerlichen Parteien der Mitte wissen sehr gut, welche außen- und innenpolitischen Konsequenzen die Rechtsparteien im Aug« haben. Sie kennen die Folgen dieser Politik für Rhein und Ruhr, sie müssen wissen, ob bei solchen Perspektiven der„Wiederausstieg zu nationaler Mackt", von dem die Rechtspresse faselt, mög- sich ist. Aber es gibt in Deutschland nicht nur eine„Natur- geschichte der deutschen Monarchisten", es gibt auch eine Naturgeschichte des deutschen ltzürgertums. Schwäche, Halbheit und Unentschiossenheit haben die Politik der bürgerlichen Parteien gekennzeichnet. Ohne eine lange dollar amtlich 420. Di« Nachricht, daß die Mark gestern in New Dort bis zu einer Dollarparität von 1 Billion Säv Milliarden gesunken sei, wirkte in Berliner Finanzkreisen wie«ine Bombe. Da in der vergangenen Nacht durch die bereits veröjsentlichte Verordnung der Freioerkehr in Goldanleihe verboten wurde, so fand heute an der Berliner Börse ein Verkehr in diesem Papier ebenso wie in Dollarschatzanweisungen und Devisen nur zum amtlichen Kurse statt. Im Devisenverkehr ging es verhältnismäßig ruhig zu. Die Reichsbank hält an ihrer bisherigen Taktik fest. Es wurde auf all« ausländischen Zahlungs- mit«! nur 5 Proz. zugeteiu. Amtlich notierten Kabel New Dort 420, London 1900, Holland löö Milliarden. Im Zusammenhangs mit den starken Kurssteigerungen ist ein« Der- steifung der Geldmarktlage eingetreten. Der gestrige Satz von 2X bis 3 Prcz. täglich hat sich ungefähr verdoppelt. Die Situation wurde dadurch verschärst, daß die Reichsbank gerade heute größere Beträge der in letzter Zelt verkauften Goldanleihe an die Lanken liefert«, so daß nun endlich Zahlung g«leist»t worden mußt«. fretheltliche politische Tradition, glaubten und glauben sie im Innern die unvermeidliche steuerliche Belastung vermeiden zu können und wollten sie nach außen hin einer eindeutigen Politik ausweichen. Die Schwierigkeiten, die sich der Regierung in den Weg stellten, entsprangen nicht aus der Betelligung der Sozialdemokratie» sie entstanden aus der deutschen Situation und aus dem mangelnden Willen der bürgerlichen Parteien, aus dieser Situation die inneren und äußeren Konsequenzen zu ziehen. Gar zu bald wird sich zeigen, daß für das Deutsche Reich es auch ohne Sozialdemokratie keine andere Politik geben kann als d i e, die die Sozialdemokratie innen- und außen- politisch verlangt hat. Ohne die Vesiegung der Widerstände, die sich dieser Politik entgegenstellen, ist der Wiederaufstieg Deutschlands unmöglich. Die Illusionen, in die man sich in manchen Kreisen setzt wiegt, dürften nur gar zu bald- sich al» Trug erweisen. Kampf um öie Sachverstänölgentonferenz. London, Z. November.(WTD.) Reuker meldet aus Washington: Im weißen Hause wurde im Namen des Präsidenten erklärt, der ursprüngliche Plan zur Untersuchung der Zahlungsfählgkett Deutschlands habe die vollständig« um- ifassende Prüfung der Frag« vorgesehen. Falls Einschränkungen erfolgen solllen, die nach Ansicht der amerikanischen amt- licheu Stellen keine hosfunng auf gute Ergebnisse der Prüfung er- öffnen würden, so würde wahrscheinlich einer amerikanischen Teilnahme nur mit der ausdrücklichen Erklärung zugestimmt werden. daß die Washingtoner Regierung von Ansang an der Ansicht sei. daß die vemühungen, die Reparationsfrage in dieser Welse zu regeln, aussichtslos wären. Im weißen Hanse wurde ferner mitgeleilk. daß kein Mitglied des Kabinetts als amerikanischer verkreter in den Ausschuß für die Reparationsfrage entsandt werden wird, da es für ein Kabinetts� Mitglied schwierig sei. seinen Posten in Washington zu verlassen. Diese Mitteilung erledigt danach den Bericht, daß Mellon und Hoover gewählt werden sollen. Gnglisch-belgtscheS Einvernehmen. Brüssel, 3. November.(TU.) Wie der Brüsseler Korrespondent des„Oeuvre" mitteilt, haben die Belgier den von England vorge» schlagen«» Text einer Einladung an Amerisa zur Teilnahme an dem geplanten Sachverständigenausschuß, von geringen Einzelheiten ab. gesehen, angenommen. Der englische Gesandte Sir Georg Graham erklärte gestern früh Herrn Iaspar, daß das englische Kabinett sich mit den von Brüssel getroffenen Abänderungen des Wortlautes«inverstanden erklärt. Im Hinblick auf die Forde- rung Poincaräe, wonach nur die gegenwärtig« Zahlung»- fähigkeit des Reiches ermittelt werden müsse, betonen d>« belgischen Kreise, daß die jetzige Zahlungfähigteit Deutschlands nahezu null sei, doch pflichten sie der Auffassung Poincoris bei, daß die künftige Leistungsfähigkeit Deutschlands nicht zu ermitteln sei. Sie fügen hinzu, daß die Schwierigkeiten sich vielleicht in der Art umgehen lassen, daß das Kapital des Reiches eingeschätzt und dann ausfindig gemacht werde, welche Einkünfte dieses Kapital unter der Verwaltung der Verbündeten zum Zwecke der Wiedergutmachung abwerfen könne. Diese Methode habe ferner den Vorteil, daß sie dl« Anleihe, die von Deutschland benötigt werde, degünstige. Doch haben die alliierten Dotschaster in dieser Frage noch keine definitive Anweisung erhalten, da die interalliierten Besprechungen über das nach Washington zu sendende Telegramm noch nicht zum Abschluß gelangt sind Die französische Antwort. London, 3. November.(WTB.) Reuter berichtet, daß die französische Antwort auf die britische Note vom 31. Oktober, die einen Entwurs einer Einladung an die Vereinigten Staaten im Zu. sammenhang mit der vorgeschlagensn Reparatlonskonferenz vor- schlug, jetzt in London«ingetrosfen ist. Wie bereits mitgeteilt worden fei, bestehe PoincarS darauf, daß der Untersuchungsausschuß nur die augenblicklich» Zahlungsfähigkelt Deutschlands unter« suchen solle. Ein weiterer Meinungsaustausch über diesen Punkt findet augenblicklich statt. Die britische Ansicht sei, wie verlautet, daß dt« Bedingungen Poinrares in hohem Maße die Arbeiten des Ausschusses zunichte machen würden, da überall zugegeben werde, daß die augenblickliche Zahlungsfähigteit Deutschlands gleich null sei. Man sei der Auffassung, daß die belgische Regierung in hohem Maße die Ansichten der brttsschen Regierung in diesem Punkte teil«. Es werde gehofft, daß diese Frage im Lauf« des augenblicklichen Meinungsaustausche» geklärt werde, damit die alliierte Einladung«m die Bereinigten Staaten vor Beginn der nächsten Woche abgesandt werden könne. Kriegsschnlddebalten in Frankreich. Auf dem Jahregkongreß der französischen Liga für Menschenrechte kam eS zu lebhasien Auseinandersetzlingen über die KriegSichuldfrage. Der sriitier« kommunistische Nechtsanwalt Oskar Bloch warf dem Vorstand vor. er habe sei» Versprechen vom vorigen Kongreß, die Frage der Veraniivortlichkeit durch einen Ausschuß ernstlich prüfen zu lassen, au» Angst vor Poincarö nicht erfüllt. Die Entscheidung ! wurde auf Sonnabend vertagt, wo auch da« Ruhrproblem und die l Reparationsfrage behandelt«erden sollen. i das geplante �vorwärts�-verbot. Die Korrespondenz Sochaczewski veröffentlichte gestern einen Bericht über einen den„Vorwärts" berührenden Vor- fall, der am vorigen Mittwoch in parlamentarischen Kreisen lebhast erörtert wurde. Der Bericht lautet: Der.Vorwärts" hatte sich in feiner Nr. Lid vom 31. Ottober mit der Antwort des bayerischen Ministerrates an die Reichsregie- rirng und besonders mit dem letzten Teil der amtlichen Erklärung beschäftigt, in der Boyern«ine Aenderung im Oberbefehl des baye- rifchen Teiles der Reichswehr als untragbar ablehnte. Am Schlutz feiner Auslassungen hieß es: „Und schließlich wäre die Reichswehr des Genemls o. Geeckt auch dazu da, gegen meuternde Generäle und ver. fasiungsbrüchige Regierungen vorzugehen. Ist sie dazu nicht imstande, dann mag sie zum Teufel gehen mitsamt ihrer Musik." Dieser letzte Satz gab dem Reichswehrministerium Anlaß zu Reanstandungen, und es war beabsichtigt, den„Vorwärts" wegen des in Frage kommenden Artikels zu verbieten. Diese beab- sichtigt« Maßnahm« gelangte jedoch zur Kenntnis des Reichkanzlers Stresemann, der damals vermittelnd eingriff und er- neichte, daß Reichswehrmimster Dr. Gehler der Redaktion des „Vorwärts" nahelegte, bezüglich des beanstandeten Artikels eine genau formulierte Erklärung abzugeben. Di« Redaktion des „Vorwärts" hat sich nicht entschließen können, dies« Forde- rung des Reichswehrministeriums beziehungsweise des Wehrkreiskommandos zu erfüllen. Ein Verbot des„Vorwärts" ist bisher nicht erfolgt, doch sind, wie wir aus dem Reichswehrmimsterium hören, über diese Angelegenheit die Besprechungen noch nicht ab- oeschlevsien. Wir hatten bisher aus naheliegenden Gründen zu dieser " Angelegenheit nicht Stellung genommen, sondern hatten es norgezogen. den weiteren Verlauf der Dinge ruhig abzuwarten. Nachdem nun einmal durch diesen Korrespondenz-Bericht der Vorfall in die Oeffentlichkeit gelangt ist, sehen wir uns ge- nötigt, aus eigener Kenntnis der Dinge die obigen Mit- teilungen wie folgt zu berichtigen bzw. zu ergänzen: Tatsächlich trug sich das Reichswehrministerium. mit dem Gedanken, den„Vorwärts" zu verbieten, nicht aber wegen der oben angeführten Sätze, sondern wegen des am Tage zuvor erschienenen Artikels, in dem die militärischen Exzesse von Dresden mit denen von Z a b e r n verglichen wurden. Ob auch jener zweite Artikel das Reichswehrmimsterium in seiner Der, botsabsicht bestärkt hat, entzieht sich unserer Kenntnis. Daß die„Vorwärts". Redaktion sich zur Abgabe einer Erklärung „nicht entschließen" konnte, trifft insofern zu, als dieses An- sinnen von ihr selbstverständlich, sofort und eindeutig ab ge- lehnt wurde. Das vermittelnde Eingreifen des Reichs- k a n z l e r s erfolgte aus freien Stücken, ohne jedes Zutun der .,Vorwärts"-Nedaktion, nachdem die verlangte Erklärung abgelehnt worden war.____ Mark und Golöanleihe. Die Eca-Korrejpondcnz meldet: Das Reichskabinett hat soeben beschlossen, die Papiermark ineinefesteRelation zu den wertbeständigen Zahlungsmitteln zu bringen, zu der sie zu einem bestimmten Termin eingelöst wird. Von den wert- beständigen Zahlungsmitteln ist die Goldanleihe in Aussicht genommen. Ueber die Höhe der Relation und die näheren �Einzelheiten steht im Augenblick endgültiges noch nicht fest. Jedoch steht ein endgültiger Beschluß unmittelbar bevor. Gegen den Goldanleihe/kandal. Eine Verordmmg gegen die KurStreiber. Di« unsinnige Kurstreiberei der Goldanlcih« im freien Verkehr der Berliner Börse hat die Reichsrcgier irng zu einer Verordnung »eranlaßt, der von jetzt ab die Goldanleihe den Devisen gleichgestellt und ihren Handel nur zu einem Einheitskurs zuläßt. Die Verordnung tritt sofort in Kraft. Ueber die Bedingungen, zu denen Galdonleihe bei Warengeschäften zu verwenden ist, sagt die Verordmmg' Eröffnung des Schaufpielertheaters. Eduard II. von Christofer Marlowe. Gerade vor einem Jahre standen die Berliner Schauspieler im Streik. Alz sie mit den Direktoren Frieden schlössen, blieben einige Enttäuschte imversöhnlich. Ihnen genügt« nicht, was etwas reich. licher, aber noch immer spärlich genug in ihr« Tasche floß. Sie wollten Theater spielen, ohne daß der Direktor ständig auf den Kassenrapport schielte, Theater spielen, damit da» Ideal des Ko- inÄkionten erfüllt iverde und auch die Sehnsucht des Dichters nicht leer ausgehe. Das Theater der Schauspieler wurde van diesen Un- verzagten gegründet. Es lebte sich zunächst m der wilden„Räuber"- Borstellinig aus, die während des Hochsommers Kunstfreunde fesselte. Run sollten all diese Träume geordnet und zusammengefaßt werden. Ävanoch. George, Frl. Bergner, der junge, kluge Dr. Ießner. Karl Ettlinger, Ernst Deutsch— sie bildeten das Dündm«. Sie grün- deten das Schauspielhaus, das ihnen allein gehört, in dem es nur Gleichberechtigte geben soll. Sie mieteten sich im alten Friedrich- W i l hel m stü d t i s che n Theater ein. Man erzählt, daß ein leidenschaftlicher Wettbewerb um die kleinen Rollen stattge« sunden hat. als Karl Heinz Martin das erste Stück, die schauer- liche englische Königstragödi«, besetzt«. Es herrscht also ein guter Geist. Jeder will sich ganz freiwillig der Gesamtheit»nterwersen. Keiner will sein Temperament aufdonnern. Das Schauspielertheatcr darf kein Komödiantentheater werden. Gutes Omen! Jedoch— über das Ideal hinaus sind mehrere Wirklichkeiten zu erwäge». Schauspieler find nicht nur Kulisfenkünstler, nicht nur Rollenjägrr, sondern auch Geistesträger. Da ist die erste und wich- «igste Frage nach dem Repertoir zu lösen. Die Frag« kann sicher »an den Schauspielern allein gar nicht gelöst werden. Solch Schau- spielertheaier braucht dramaturgisch« Köpf«, die eigentlich tulissen. fremd sein sollten. Es klingt seltsam, und es ist doch so: Köpfe sind notwendig, die an das Theater unserer Tag« denken, an das Theater der Republik, an das Theater der Demokraten. Bei diesen Räten muß mehr vorhanden sein a!; Geschmack oder einig« Kenntnis der Litervtlirgeschlchte. Run, der Anfang zeigt« den Irrlinn. Selbst die festlichste Stim- rnung rechtfertigte nicht dieses kaum fesselnde Literatrnexperiment, da« auf Christofer Marlowe abzielte, den radaulierenden Vorar- beiter Shakespeares, den Wanderer durch Blut und Schaum, den Stürmer und Dränger und Soufbold und in Gärung furchtbar auf- yuillendon Spektatelschreiber, den die Lebenlodderei niederschmiß und zügleich aufpeitschte. In Marlowe war wohl Kraft, aber unsere Nerven fühlen sich nicht mehr zu diesem Boxertmn heran. Eduard ll. ist höchstens geschichtspsychologisch interessant. Was daran an Päde- rasterie und Politik geschieht, donnert mm hohl in die Empfindung. E« wurde von Alfred Walter Heymel perdeutscht und in ein« ganz Wertbeständige Anleihe des Deutschen Reichs darf als Kauf« preis für Waren oder Wertpapiere nur zum letzten amtlichen in Berlin notierten K u r f e des Tages des Geschäfts- abschlusies hingegeben und angenommen werden, und zwar zum Gold- oder Briefkurse oder einem dazwischenliegenden Kurse. Bei Preisstellung in einer ausländischen Währung oder in Goldmark kann die Hingabe oder Annahme auch mit der Maßgabe erfolgen, daß die Zahlung der Goldmark oder des auf Dollar rny- gerechneten Betrages der ausländischen Währung in wert- beständiger Anleihe des Deutschen Reichs zum Nenn- wert erfolgt. Die Einräumung eines Preisabschlags für den Fall der Zahlung in wertbeständiger Anleihe des Deutschen Reichs bleibt unberührt. Die Verordnung ist durchaus zu begrüßen, obfchon sie reichfich spät kommt. Inzwischen haben Banken und sonstige Hamsterer sich die verausgabten Goldanleihestücke zu eigen gemacht. Angestellte und Arbeiter aber sollen vom 8. bzw. S. November ab ein Zehntel ihres Einkommens in wertbeständigem Geld« erhallen. Wir zweifoln sehr, ob auch nur dieses Zehntel bis dahin noch auf- zutreiben fein wird. Unser Weg. Wider den PutschiSmuS. Es war im März 1921, als verbrecherischer Wahnsinn Tausende deutscher Arbeiter in bewaffnete Kämpfe hineintrieb und über un- zählig« Arbeiterfamilien Elend über Elend brachte. Geschichte und Methoden des �mitteldeutschen Aufstandez sind zur Genüg« bekanntgeworden. Alle Ableugnungsversuche der kammunisti- scheu Zentral« haben nicht verhindern können, daß bis in die Einzel- heften hinein die Wahrheit über diese Kämpfe bekanntgeworden ist. Sie entsprangen der typisch-putschistischen kommunistischen Vor- stellung von den Kämpfen der Vorhut, von der Eroberung der Staatsgewalt durch bewaffnet« Erhebungen auch gegen die demo- krafische Republlt. Paul Levi hat damals schärfer alz jeder andere das Derbrechen dieser MSrzattion gegeißelt, die er als den größten Bakunistenputsch bezeichnete. In seinen eigenen Reihen wütend angegriffen, weil sein« Kritik ein„Dolch- stoß" gegen die gefallenen Arbeite? und eine Unterstützung der Re- aktion fei. erwiderte er gelaflen und. wie uns scheinen will, mit Recht, daß wichtiger sei, die richtig« Lehre aus der Katastrophe dieser Tage zp ziehen. Im Ottober 1923 oersuchten die Kommunisten erneut, angesichts des Vorstoßes der bayerischen Reaktion, Sonderattionen auf eigene Faust zu entfefleln. Kuriere der kommunistischen Zen. trole ecken durch das Land. Parolen überstürzen sich. Auf Order folgt Gegencwder und das vollständige Durcheinander kostet un- zähligen Arbeitern das Leben! Wieder setzt die prol«. tarische Kritik an diesem Verbrechen ein. Der Nachweis, daß die Verspätung eines kommunistischen Kuriers Schuld an den grauenhaften Hamburger Kämpfen ist, muß zur Ge- nüg« den verbrecherischen Putschismus enthüllen, der heut« wie vor zwei Iahren die Stellung der Arbeiterschaft aufs schwerst« zu unter- graben droht, die Reaktion stärkt, und ihr die schwankenden Gestalten au, den Reihen des Bürgertums zutreibt. Doch die Zeiten scheinen sich geändert zu haben. 1921 ging Paul Levi nach dem Märziputsch von der Kommunistischen Partei weg und sein„Weg wider den Putschismus" führte ihn zur Sozial- demokratte. 1923 veröffentlicht die von ihm herausgegeben« Korr«. spondenz„Sozialistisch« Politik und Wirtschaft" einen Artikel, der, über die politische Seite vorsichtig hinweggleilend, tatsächlich eine Verherrlichung der Hamburger Kämpfe darstellt! Wohin soll der Weg jetzt gehen? Zurück zum Putschismus? Ludendorff und der Chinese Von einem sonderbaren„Empfang" berichtet mit ernster Miene d-ie schwerindustrielle„Telunion" aus der guten Stadt München: Am Freitag wurde der General Wu-hung-fchung mit zwei Herren seines Gefolges vom General Ludendorff feierlich empfangen. Der chinesisch« Heerführe r ist als Abgesandter des Generals Chi, der zurzeit die tatsächliche Macht in China in Händen hat. zu Studienzwecken nach Deutschland gesandt. Im be- sonderen wollte er dem deutschen Heerführer im Weükriege, General undramatische Rede verwandelt. Man hörte olles in allem nur ein Seminarstück, in dem einig« gutgehämmerte Sentenzen zum groß. mächtigen und großmäuligen Königtum stehen. Das Bekenntnis, das im Friedrich-Wilhelmstädtifchen Theater gesprochen werde, darf jedoch niemals das Heiligtum einer Leichenkammer behaupten. Da alle Schauspieler einem mystischen Handschlag, einem Treue- wort und einer prächtigen Absicht verschworen sind, werde gar nicht erst geprüft, wer im einzelnen diesen besonderen Spektakelstll traf oder oerfehlte. Ja, es war ein Spektakelstil für Marlowe notwen« dig, wenn auch die Trompete eine Dämpfung verlangt hätte. Es war aber eher gute Rednerschule nötig als die ungeheure Kehlkopf- begeisterung, die aus manchen Schauspielern donnerte. Die Gesellen des Schauspielertheaters müssen erst den Festtagslärm oertönen lassen, damit hörbar wird, mit welchem Herzen und mit welchem Talent sie zum Theater unserer Tage, zu dem feierlichen und auch zu dem alltäglichen, gehören. Max Hochdorf. vom Hunger«. Seitdem Balzac, der große Ahnherr des modernen Realismus, das Geld und feine dämonische Macht in die Literatur eingeführt Hot, ist auch dem Hunger, als Folge de» Geld- mangels, Bürgerrecht im literarischen Schrifttum zugesprochen wor- den. Freilich— die praktische Betätigung des Hungerns war den Schriftstellern zu keiner Zeit verwehrt; sofern er nicht klug genug war, um nach dem Willen des jeweiliMtn Mochthabers zu schreiben, konnte er die Symptom« des Hungers am eigenen Leibe studieren. Heute ist aber das Hungern nicht mehr der Jammer einzelner Per- fönen, man kann sagen, daß große Volkskreis« hungern. Hungern— wenn auch nicht gerade verhungern, wie es in früheren Zeiten der Fall gewesen ist, und wie wir es vor kurzem noch in Rußlands weiten Gefilden beobachten tonnten. Stolz melden das Konoersa- tionslexikon und ähnliche Kulturdotumente, daß in unserer aufge- klärten Zeit Hungernöte in zivilisierten Ländern nicht mehr denkbar sind: höchstens China mit seinen unwirtlichen Steppen sei noch der Nährboden für dies« Menschheilsgeißel. Die Gegenwart hat uns eines Besseren belehrt: wenn auch die Leute nicht zu Tau- senden verhungern, so hungern doch Hunderttausend« und geraten in jenen Zustand der Unterernährung, der für die Abkürzung des menschlichen Lebens nur zu günstig ist. Nun gibt es bekanntlich Fanatiker, die das Essen als etwas Ueberflüsstges bezoichnen, die«in Stück Brot und Wasser für ge- niigende Nahrung ansehen. Sie berufen sich gern auf jene junger« künstler", die vier Wochen bis vierzig Tage zugebracht haben ohne Nahrung, nur von Wasser lebend. Gewiß ist«in solches Legetieren möglich, und man hat auch moderne Kuren, die mit einer Hunger- diät beginnen, wobei es sich aber meist um überfütterte Körper bandelt. Aber was für einen Entree-Hungerkünstler und für einen Patienten sich schickt, ist noch nicht das Nichtige für einen Menschen, der arbeiten soll. Dazu bedarf«Z eines kräftigen Körpers, und diese Kraft kann er nur durch Zufuhr von Nahrungsmitteln ge- Winnen, ganz gleich, pb sie tierischen oder pegetabllen Ursprungs sind. Das Maß der Zufuhr ist verschieden: ein derbes pommerfches Lüdendorff, Bewunderung und Verehrung zum Ausdruck bringen. Der chinesische General erklärte, daß China und Deutschland dasselbe Schicksal machtloser, in sich uneiniger Völker haben. In den beiden großen Ländern könne es erst besser werden, wenn die Völker den Macht- und den nationalen Einigungsgedanken in seiner ganzen schicksalsschweren Bedeutung begriffen hätten. Das Deutschland vor dem Kriege, das starke große einig« Deutschland, wäre für China ein leuchtendes Borbild. Wir vermissen in dem Bericht, daß der chinesische General nicht nur Ludendorff, sondern auch dem Meuterergeneral v. Lossow seine„Bewunderung und Verehrung" aus- gesprochen hat. Denn die Rebellion Lossows entspricht durch- aus der Praxis der chinesischen Generäle, die sich bald hier, bald dort gegen die Zentralregierung auflehnen, um irgend- einem ehrgeizigen Diktator den Weg zur Macht zu ebnen. In China ist es auf diese Weise dem General Chi gelungen, die Macht in einem Teile des Landes an sich zu reißen. In Deutschland wartet General Ludendorff sehnsüchtig �auf die Stunde, wo er wieder— um sechs Uhr früh zufällig am Brandenburger Tor vorübergehen darf.... Todesopfer in Chemnitz. Eine gestörte Konferenz der Parteifunktionäre. Dresden, 3. November.(Eigener Drahtbericht.) Bei dem Ein- marsch der Reichswehr in Chemnitz und Zwickau haben sich ernste Zwischenfälle ereignet. Zohlreickje Lerhaf- l u n g« n auch von Parteigenossen wurden vorgenommen. B« den Schießereien in Chemnitz ist ein Arbeiter getötet, einer schwer verwundet worden. In Chemnitz finden zurzeit Ver- Handlungen der Spitzenorganisationen der Arbeitgeber und Arbeit- nehmer statt über etwaige Verhinderung von Maßregelungen. Gestern abend fand ein« Konferenz der Parteifunktionäre, Betriebsvertrauensleute und Betriebsräte der VSPD. Groß- Dresdens statt, in der Landtogsabgeordneter Genosse Arzt über die Ereignisse der letzten 14 Tage sprach. Die Versammlung nahm einen außerordentlich stürmischen Verlauf, als der Konflikt zwischen der Landtagsfraktion imd den Landesinstanzen besprochen wurde. Während des Vortrages wurde bekannt, daß die polizeiliche Genehmigung der Versammlung vom Wehrkreiskommando zurückgezogen worden war. Genosse Arzt schloß daraufhin seinen Vortrag unter lebhaftester Zustimmung der Versammlung mit einem warmen Appell an die Parteigenossen, treu zur Partei zu stehen. Zum Schluß wurden zwei Entschließungen angenommen. In der ersten wird der Vorstand des Bezirks Ost-Sachfen beauftragt. alsbald«inen Land« spartet. tag einzuberufen, in der zweiten Entschließung wird gefordert, daß Genosse Dittmann eingeladen wird, vor den Dresdener Funktionären der Partei über die Stellung des Berliner Parteivorstandes zu Sachsen zu sprechen. Haftbefehl gegen Srandler. Dresden. 1. November.(Elgener Drcchtberlcht.) vom Amtsgericht Dresden ist gegen den bisherigen kommu- nistischen Aliuislerlaldirekkor Brandler Haftbefehl erlasjen worden.__ Zum Lohnabzuz. Di« Differenz in den Angaben de-„Vor- warts" vom Freitag abend und heute früh beruht nicht, wie einig« Lefcr annahmen, auf einem Irrtum, sondern darauf, daß gestern die Verhäktniszahl von 15 090 auf 20000 erhöht wurde. Die heutige Meldung ist also als di« zurzeit letzte auch dir richtig«. i*' Sine Denkschrift über die deolschea Reparalioneu. Das Dölker- bundsekretariat in Genf veröfientlccht eine ausführliche Denkschritt über die gesamte Lage von 40 Staaten» mit einer Sonderabhandluuz über die deutschen Reparattonsoerpflichtungen und die bereits von Deutschland ausgeführten Zahlungen aus Grund der Ausstellung der Reparationskommission. Es Handell sich um den dritten Band einer auf Grund der Beschlüsse der Brüsseler Finanzkrmferenz ausge- arbeiteten Veröffentlichuu-gsfolge. Eine Mitteilung des Völkerbund. fekretariats begründet die Veröffentlichung damit, daß diese Frage gegenwärtig Gegenstand der allgemeinen Aufinertsamteit ist. Sprichwort sagt: Freßsöck« werden nicht geboren, sondern erzogen — aber das Gefühl der Sättigung muß erreicht werden, sonst stellt sich ein Unbehagen ein, das die Leistung des Körpers beeinflußt. Dieses Sättigungsgefühl fehlt bei sehr vielen unserer Volksgenossen: man verhungert nicht, ober man hungert. Für den kommenden großen Dichter wird diese Zeit des wirtschaftlichen Elends den Hintergrund abgeben für eine Schilderung der furchtbaren Folgen einer kapitaltstischen Wellordnung, die die Menschen in Satt« und Hungernde scheidet. P. D. Ein vorgeschichtlicher ZNcuschenfuud In Kalifornien. Die Expedition des Smtthsolan Institute in Südkolifornien hat, wie ous New Park berichtet wird, bei Santa Barbara ein« außerordentlich wichtige onthrovologisch« Entdeckung gemacht, die auf die Entwick- limg der Menschenrasse in der Urzeit neues Licht wirst. Es wurden zwei Schädel gefunden, die einer Menschenrasse angehören, die weit älter sein soll als der Re a n d e rt ha l er und bereits ein« sehr viel höhere Kullur besaß als dieser vorgeschichtlich« Typus. Die Schädel zeigen sehr primitive Formen, besonders in der niedrigen Stirnbildung und der starken Vorwölbung der oberen Knochen der Augenhohlen. Die Mundhöhlen sind größer als bei irgendeinem anderen bisher gefundenen Menschentypus. Die durchschnittlich; Dicke der SchädSlknochen ist mehr als zweimal soviel wie die der Indianer, die in diesem Gebiet vor 1000 Jahren begraben wurden und bisher als die Ureinwohner gallen. Mt den Schädeln zu- sammen wurden grobe Werkzeuge gefunden: Keulen, Angelhaken und andere Gegenstände, deren Zweck noch nicht aufgeklärt ist. Deutsche, Insulin. Das neue Mittel gegen die Zuckerkrankheit, Insulin, dessen Entdeckung so großes Aussehen erregt bat. wird nunmehr auch in Deutschland hergestellt. Wie in der„Deutschen Medizinischen Wochenschrift" mitgeteilt wird, hoben die Bayerischen Farbenfabriken ein Jnsulinpräparat in den Handel gebracht, da? von dem für Deutschland eingesetzten Insulinkomitee geprüft und für vollwertig befunden worden ist. Bis ausreichende Vorräte zur Verfügung der deutschen Aerzteschoft vorhanden sind, wird d'eses Präparat"nur an Kliniken und größere Krankenanstalten abgegeben. Erstouffayruugen der Woche. TomierSt.«öniggrätzer Straße: „Don Kill. Tonnav. Schloßpaik-Tb.:„Die tüns Frankfurter" Musik. Sonntag 8 Uhr slndet im Dlüthner�saal ein Richard- Wagner-Abend de» Berliner SinscmiesBlüthner). Orchester» unter Leitung van Camlsto Hildebrand statt. Dt« Iiirykreie fln»stschau im lZandeSauSstellungZgebSude am Sehrter Sahtibai ist bis einschl. Sonntag, den LS. Nov.. täglich iO— t geöffnet. Ferdiuuand Abeuariuö. seinem Begründer und Hei auZgeber. widmet der„K u n itwa r ll ein Etdächtnikbest, das den Menichen, Dichter nnd Kunsterzieher würdigt und gute Proben von Gedichten auS seinem Nachlaß spendet. Ehrung eiueS schwedischen Gelehrten. Die phtlosophllche stakuktät der Berliner Universität hat den ReichSbibliothelar Dr. EoHijn, den bekannten schwedischen Historiker, zum Ebrendoktor vromoviert. Deutichland verdantt ihm die groyen Sendungen Ichivevg'cher Bücher der letzte» Jahre. Russische AgttationS-Reliess. Die von der Sowjetregienmg ein. gerichtete(taaibche Gießerei zur Herstellung von Büsten und Medaillen bat an 500 Relies bildnssse kommunistischer Führer wie Lenin. Trotz», Liebknecht. Rosa Luxemburg a. a. nach Drulschland exportiert: dtefe werden im Rechen» schastSSericht ai»„AgttationZ-ReltejS' Bezeichnet Stresemann gegen Poincaré. 1 zeichnen waren. Auf Hungerposten. Fort aus Deutschland! Der Billionen- Dollar. fchnitt 70-80 milliarden und für Butter 170 Milliarden Mark geforbert. Das Spekulationsfett, das Schmalz war ebenfalls eine wahre Breis anarchie, und es ist bezeichnend, daß überhaupt nicht erhältlich. Am Fleischmarkt herrscht man auf der einen Stelle für Hammelfleisch 80 Milliarden bes zahlen mußte und wenige Schritte davon nur 60 Milliarden Mart zu bezahlen brauchte. Die Händler wissen im Augenblick nicht, welche Preise sie nehmen sollen. Wie wir erfahren, sollen die Fleischpretse erst im Laufe des Tages geregelt werden. um bie die Gesundheitsschädigung und auch um bie Feuersgefahr, die daraus entstehen konnte. Diese wiederholte Conden, 3. November.( WTB.) Die„ Times" veröffentlicht Rürzlich wurden teils durch Zeitungen, teils durch Bertrauens Wassersperre hat die Mieter genötigt, Wochen hindurch ihr Wasser eine Unterredung ihres Berliner Berichterstatters mit dem Reichs leute die Kriegsbeschädigten aufgefordert, sich einen Vorschuß bei den von einem aus der städtischen Wasserleitung gespeisten Straßen. fanzler Dr. Stresemann, in der dieser eingehend die schweren Versorgungsämtern in der Papestraße abzuholen. Unter strömendem einer Zuschrift an uns hervorheben, die Stadt um Milliarden an brunnen herbeizuschleppen. Dadurch wirt, wie die Mieter selber in Borwürfe, die Poincaré vorgestern in seiner Rede in Nevers Regen fanden sich auch Taufende und aber Tausende der Unglüd. Waffergeld geschädigt. Eine Mieterversammlung hat beschlossen, von gegen die deutsche Politik gerichtet hatte, zurüdwies. Der Kanzler lichen dort ein. Wie sahen diese einst gesunden blühenden Männer neuem das Gericht anzurufen. Hoffentlich wird dieser Hauswirt erHärte dem Rorrespondenten: aus! Alle naß, verfroren, zerrissen, hohläugig, verkrüppelt, hungrig. nachdrücklich darüber belehrt, welche Rechte und welche Die Behauptung des franzöfifchen Ministerpräsidenten ist nicht in den umfangreichen Höfen und nach Nummern benannten Ge- Pflichten er hat. richtig, daß Frankreich feine territorialen Vorteile in Europa aus bäuden konnte man die große, unfagbare Armut und Niederdem Kriege gezogen hat. Durch die Wiedereingliederung Elsaß geschlagenheit beobachten und mitfühlen. Tausende verfuhren ihre Lothringens mit seinem ungeheuren Reichtum an Erzen und Kali, legten Mittel mit der Elektrischen und der Eisenbahn. Aber Tausende feiner hochentwickelten Eisen und Stahlindustrie und seiner Textil wieder liefen mit schlechtem nassem Schuhwerk von allen weitver Die Preiskatastrophe auf dem Lebensmiffelmarkt. industrie hat sich die wirtschaftliche Kraft Frankreichs außerordent zweigten Bostämtern zu den entlegenen Versorgungsstellen. Und Mit Beginn des heutigen Martitages feßten auf dem gesamten lich gestärkt allein die Möglichkeit der Eisen und Stahlerzeugung das alles, um endlich die schon fursmäßig überholten Beträge ab. Lebensmittelmarkt Preissteigerungen ein, die wohl einzig daftehen Frankreichs ist gegenüber 1914 auf das Doppelte gestiegen. Auch zuheben. Kann das nicht anders eingerichtet werden?. Man muß dürften. Die Nachricht, daß der Dollar in New York mit 1% Billio fonft hat Franchreich ich brauche nur an Oberschlesien und das anerkennen, daß die Beamten sich redlich Mühe gaben, diese Unglüd. nen notiert wirb, brachte schon in den ganz frühen Morgenstunden Saargebiet zu erinnern seine wirtschaftliche Machtstellung aus lichen gut zu behandeln, von ein paar Ausnahmen abgesehen. Dant. die Hausfrau auf die Straße, um auch die letzten Papiergeldschäße gedehnt. bar anerkennen muß man auch das menschenfreundliche loszuwerden. In den einzelnen Martthallen wurden die Stände Deutschland hat nichts unversucht gelassen, um der Kapital Berhalten einer Schlächter frau oben an der Kagerst sehr spät eröffnet und warteten mit Preisen auf, die flucht ins Ausland zu steuern, und ich selbst habe erst fürzbachstraße, die sich der laufenden, erschöpften schwerverwundeten nur Raffles bezahlen konnten, es sei denn, daß verzweifelte Frauen lich erklärt und wiederhole es jetzt, daß ich nichts mehr wünsche, als Krieger sehr angenommen hat. Hatte sie doch frische dampfende ihren lehten Papierreft ausgaben, weil ihnen etwas ware lieber das im Auslande befindliche Bermögen bis auf Burst im Ladenfenster, und Kriegsbeschädigten, welche hungernd war als wertloses Bapter.. Für Margarine wurde im Durch den legten Pfennig für Staatszwede heran zuvorbeikamen und einen Borschuß noch nicht hatten, schenkte fie ein ziehen. Leider sind die verschiedenen Versuche, die zur Erfassung Stück warmer Wurst, die die Armen gierig und dankbar aufaßen. ter im Austard befindlichen, übrigens in ihrer Höhe wohl sehr über. So hat diese Frau für viele Milliarden Wurst verschenkt. Möchten schägten Kapitalten gemacht wurden, bislang vergeblich gewesen. sich doch in dieser großen Volksnot alle Berufsgenossen dieser Nicht nur wurden seinerzeit durch das Loch im Westen und später waderen Schlächtersfrau an ihrem Verhalten ein Beispiel nehmen. durch die Ruhrbesetzung die Möglichkeiten geschaffen, die es den Wie viel Not könnte da gelindert werden! Die oberste Leitung aber deutschen Kapitalien gestatteten ins Ausland hinauszuftrömen, son müßte doch wohl sofort Mittel und Wege finden, diese unglücklichen dern auch die in anderen Ländern ergriffenen Maßnahmen gegen Opfer des Krieges einigermaßen menschenwürdiger und prompter in die ins Ausland abgewanderten Kapitalien find ergebnislos gewefen. allem behandeln zu lassen. Am besten geschähe das wohl, wenn alle Ich darf in dieser Hinsicht nur an die eigenen Erfahrungen Frant Bahlungen sofort wertbeständig gemacht würden. Heute vormittag wurden die Verhandlungen über eine neue Stübungsaktion für den Brotpreis im Rathaus fort reichs erinnern, die es mit seinem Kapitalfluchtgefeh gemacht hat, gesetzt. Die Bertreter der Reichsgetreidestelle werden in dieser Kon. dessen Bestimmungen doch unter ungleich günstigeren Bedingungen ferenz mitteilen, welche Mengen die Reichsgetretbestelle ab. erlassen wurden; trozdem mußte der französische Finanzminister Unschwellen der deutschen Auswanderungsziffern. geben will. Borher findet eine Aussprache zwischen dem Präsidenten Herr de Bastenrie im Februar d. 3. in der französischen Kammer der Reichsgetreideftelle und den Vertretern der Groß- Berliner Bäcker erflären, daß nur auf der Grundlage internationaler Ber Cande wie in einer belagerten Feftung. Der Dollarstand übt eine Mengen Getreide zur Verfügung gestellt werden, da voraussichtlich Deutschlands Not wächst von Tag zu Tag. Es ist in unserem statt. Es wird leider taum damit zu rechnen sein, daß größere einbarungen wirtfam. Der französische Ministerpräsident hat tann wieder von dem unsichtbare aber entfegliche Blockade aus, die alles Leben erdroffelt. auch andere große Städte Hilfe von der Reichsgetreide. Der französische Ministerpräsident hat dann wieder von dem Das Gespenst des Hungers geht in den Großstädten und in den ftelle verlangen werden. angeblichen systematischen Banterott Deutschlands Industriebezirken um. Auf dem Lande aber find gefüllte Scheunen, Die Besprechungen über eine wertbeständige Zahlung erzählt, durch den wir uns unseren vertraglichen Berpflichtungen deren Inhalt nicht in die Städte tommt, weil es dort nicht genügend an die Landwirtschaft für die Milchlieferungen haben bisher entziehen wollten. Sie wissen, was Deutschland geleistet hat, und Dollars gibt. Ein Zustand, der Wahnsinn ist und der das Leben noch zu feinem abschließenden Ergebnis geführt. Die diesbezüglichen mie wirklich die Berhältnisse liegen. Ich will daher auf Argumente in diesem Lande als unerträglich empfinden läßt. Tausende haben Besprechungen mit Bertretern des Reichsfinanz- und des Reichspost verzichten, ich will nur die Meinung eines Landsmonnes des Herrn Poincare wiederholen, des Herrn Loucheur, der seinerzeit im Deutschland verlassen, um sich eine neue Heimat zu suchen. Die einer schnellen Uebermittlung der wertbeständigen Zahlungsmittel an Poincare wiederholen, des Herrn Boucheur, der seinerzeit im Auswandererziffern haben daher seit dem Juli dieses Jahres einen die Landwirtschaft entgegenstehen. Das Poftminifterium tam jedoch die Homme Libre" die Frage, ob er an einen absichtlichen, vorbedachten Stand erreicht, wie sie feit einem Menschenalter nicht mehr zu ver- den Wünschen der Stadt Berlin und des Handels insoweit entgegen, Banterott Deutschlands glaube, auf das bestimmteste verneint und hinzugefügt hat:" Wir müssen auf diese Legende eines betrüge. als versucht werden soll, für die Annahme der Milchgelder einen rischen Banterotts des Reiches verzichten, den es zugunsten beut( 23 910 männlichen und 16 686 weiblichen Geschlechts) allein über Beträge an die ländlichen Spar- und Darlehnstaffen beschleunigt er. Im ersten Halbjahre 1923 haben mehr als 40 000 Menschen befonderen Schalter einzurichten, von dem aus die Weiterleitung der fcher Privatpersonen gemacht haben soll. In Deutschland ist jeder deutsche und holländische Häfen die Heimat verlassen. Während im folgen follen. Gegen wertbeständige Bezahlung ist natürlich nichts mann in Sorgen über den furchtbaren Niedergang der Mart, der Januar ein Rüdgang der Auswanderung beobachtet wurde, fetzt einzuwenden. Wertbeständige Bezahlung der Lebensmittel fetzt aber das Land rerarmt, unaufhörlich die Lebenskosten steigert und den infolge der Ruhrbefegung und der dadurch verwertbeständige Löhne voraus. Hier aber dürften die fattsam be wirklichen Lohn der Arbeiter vermindert. Nein, Deutschland schlechterten Wirtschaftslage ein außerordentlicher fannten Schwierigkeiten" noch größer sein als bei der wertbe. so hat Herr Loucheur damals erflärt ist fein blühendes Land, Drang in die Fremde ein und im Juni wurde zum ersten Male die ständigen Bezahlung der notleidenden" Milchlieferanten. obwohl es feine Arbeitslosen hat, seine Prosperität ist nur eine Biffer 10 000 überschritten. Als Herkunftsländer treten vor allem Faffade, und wenn man nicht Abhilfe schafft, so geht es einem Unter. Württemberg, die Pfalz, Braunschweig, Oldenburg, Thüringen und Das Verschwinden eines neugeborenen Kindes beschäftigt die gang entgegen, zu dem wir uns nicht beglückwünschen können." Seit elſen und unter den preußischen Provinzen Hannover und Schles. Krimina polizei. Ein 18 Jahre altes Dienstmädchen Anna B, ging diesen Worten des Herrn Loucheur hat sich die Situation noch weit an der Spize, aber der Anteil Bremens ist in starkem Anwachsen( Kolonie Heinersdorf) und blieb dort über Nacht. Man fand es rig- Holstein hervor. Als Ausgangshafen steht Hamburg vorgestern abend nach einer Wohnlaube ihrer Herrschaft in Schönau mehr verschlechtert; wir haben eine furchtbare Arbeitsbegriffen; Hamburg 57 Broz, Bremen 42 Proz.( gegen 33 Broz. bort im Blute fowimmen b liegen. Ein Arzt stellte fest, daß Cofigkeit, und die letzten Tage werden es Ihnen gezeigt haben, im Vorjahre). Die Ziffern für Amsterdam und Rotterdam fallen es ein Kind geboren hatte. Tiefes aber ist verschwunden. Das melches Intereffe das ganze Bolt daran hat, aus dem ständigen nicht ins Gewicht Da auch noch 19 128 ausländische Auswanderer Mädchen behauptet, es fei tot zur Welt gefommen, und es habe Niedergang der Mart herauszutommen und wieder eine feste über Bremen und Hamburg ihren Weg genommen haben, so war tie fleine Beiche gleich auf dem Laubengelände verscharrt. Die monetarische Basis zu gewinnen. das Geschäft der großen Schiffahrtslinien durchaus günstig. Das Nachforschungen, die die Kriminalpolizei des 281. Reviers fofort Hauptzielland deutscher Auswanderung sind heute Wenn Herr Poincaré feine Pfänderpolitik zuerst mit dem wiederum die Bereinigten Staaten. In den Monaten Juli anstelle, blieben jedoch ohne Erfolg. Die junge Mutter wurde vors mang inden Erfüllungswillen und jetzt mit dem weiteren Wider und August haben fich 7500 bzw 9000 Deutsche nach New Yort ein- läufig nach dem Krankenhaus gebracht. Man vermutet, daß sie einer ftans auch auf militärischem Gebiete zu rechtfertigen fucht, fo feßt geschifft. Da die für das Jahr Juli 1923 bis Juni 1924 in den Ber- Helferin in die Hände gefallen ist. er sich damit mit sich selbst in Widerspruch. Beide Behauptungen einigten Staaten zugelaffene Quote 67 707 beträgt, so muß damit stehen mit den Tatsachen nicht im Einklang. Deutschland hat alles gerechnet werden, daß vom März des nächsten Jahres an bis zum aufgeboten, um die stipulierten Get und Sachleistungen aufzu 1. Juli Deutsche in Nordamerika nicht mehr zugelassen werden. Bisroenden, aber die von allen Seiten anerkannte Unmöglichkeit her fam ein Erschöpftwerden der Jahresquote nur für Polen, der Aufbringung der von Frankreich geforderten Gummen hat Tschechoslowakei und Baltanländern in Betracht. Wenn sich nicht Deutschland veranlaßt, um ein Moratorium nachzusuchen. Jegt for unerwarteterweise in Südamerika und etwaigen anderen Ländern die Festhaltung der Pfänder aber aus militärischen Gründen gerecht- Monaten des fommenden Jahres der Zustand eintreten, daß für den Betätigungsmöglichkeiten für Deutsche eröffnen, müßte in den ersten fertigt werden. Angeblich herrscht in Deutschland die schwarze ungeheueren deutschen Bevölkerungsüberschuß teine Abwanderung Reichsweht", die eine furchtbare Macht bedeuten soll. Unsere mehr möglich sein wird. Reichswehr ist genau nach den Bestimmungen des Versailler Ber- Sicherlich aber würden die hier angegebenen Ziffern noch weit trags ausgerüstet, und wenn Neueinstellungen vorgenommen worden höher fein, wenn der größte Teil der Deutschen nicht zu arm wäre, find, so konnte dies geschehen, weil die uns durch den Versailler Ber. um die nötigen Mittel zur Auswanderung aufzubringen. trag zugestandene Stärte von 100 000 Mann noch nicht erreicht war. Die schweren wirtschaftlichen und politischen Krisen, die Sie in Deutschland beobachten, find nicht eine Folge deutschen Eine viertöpfige Diebesbande, die feit Monaten die märkischen Berhaltens oder falscher Maßnahmen der Reichs. Güter befonders im Osthavelland heimsuchte, wurde von der Ari. Eisenbahnunglüd bei Ugram. Am 2. November, früh gegen regierung, sondern lediglich das Ergebnis der minalpolizei ermittelt und festgenommen. Die Festgenommenen, 7 Uhr, hat zwischen dem von Belgrad nach Subotiza unterwegs be von der französischen Regierung gegen uns ange- namens Petersdorf, Gennerich; Jarbahn und wendeten Methoden. Läßt man uns im Ruhrgebiet und im König, arbeiteten in der Weise, daß immer einer von ihnen findlichen Bersonenzuge und e nem andern in der Nähe von Agram Rheinland arbeiten, zwingt man unseren Landsleuten nicht gegen abwechselnd auf einem Gute Stellung nahm. Nachdem er sich in ein heftiger 3usammenstoß stattgefunden. thren ausdrücklich unzählige Male feierlich verfündeten Willen eine hältnisse des Gutes unterrichtet hatte, benachrichtigte er feine Spieß- fuhren ineinander und entgleisten. ein bis zwei Tagen über die Dertlichkeit und die ganzen Ver. otomotiven find zertrümmert. Die Waggons der Züge 3 Tote, 19 Schmerseparatistische Bewegung auf, deren Führer auch von Ihrem Blatte gesellen, öffnete ihnen die Biehställe und sie schlachteten bann perwundete und mehr als 100 Leichtverletzte wurden bisher als bas größte Gefindel der Gegenwart gefennzeichnet worden sind, Kälber oder auch Färfen an Ort und Stelle ab und zerkleinerten gezählt. regelt man die Reparationsbedingungen so, daß Deutschland sie sie so, daß sie sie unauffällig nach Berlin schleppen fonntragen kann, dann werden auch die Erschütterungen verschwinden, ten. Hier brachten sie die Beute zunächst zu einer Zimmerver Durch die jetzt die Gristenz Deutschlands bedroht ist. mieterin Frau Sturmhöfel in der Werftstraße 10, der Stiefmutter des einen, bei der sie unangemeldet wohnten. In der Bade Achtung, Kreisleiter! Zu den am Dienstag stattfinden. wanne wurden die geschlachteten Tiere in Stücken abgehäutet, weiter den Bolksversammlungen sind die nötigen Vorbereitungen zu treffen, bekam einen Teil des Fleisches und mußte dafür ihre„ Mieter" damit der gute Verlauf der Versammlungen garantiert iff. derlegt und für ben Verlauf zurechtgemacht. Frau Sturmhöfel ist. Der Bezirksvorstand. perpflegen. Das übrige Fleisch verkauften die Diebe an Gastwirte in Moabit und in ber Umgebung des Stettiner Bahnhofs. Festgenommene Bichräuber. Die Wassersperre des Hauswirts. Reichsminister a. D. Sollmann spricht Sonntag vormittag 11 Uhr in der und gebung der republikanischen Jugendber bande im Herrenhaus, Leipziger Str. 3. Die Kunstgemeinde des Bezirks Treptow veranstaltet am 6. No. bember 8 Uhr in der Aula des Realgymnasiums Oberschöneweide ihren ersten Kunstabend mit dem Mabrical- Chor unter Leitung von Prof. Thiel. Für Mitglieder 2 Milliarden, für Gäite Sondervorstellung im Schiller Theater, Charlottenburg, flatt. Starten liegen eltere und neue Volkslieder. 3 Milliarden. Am 21. November( Bußtag). nachmittags 3 Ubr. findet cine ab 15. November in ben Bablitellen der Stunstgemeinde aus. Des deuffchen Boltes not. Das holländische Rote Kreuz veröffentlicht heute einen Aufruf, in dem mit furzen, ergreifenden Worten die furchtbare Notlage des deutschen Boltes ge schildert und das niederländische Bolt aufgefordert wird, dem öft. lichen Nachbarn in derselben großzügigen Weise zu Hilfe zu eilen, wie es dies feinerzeit anläßlich der ruffischen Hungersnot getan habe. Groß- Berliner Parteinachrichten. Amtliche Devisenkurse. Die Ausführungen Poincarés in Nevers, gegen die fich der Reichskanzler mendet, lauteten in ihren entscheidenden Stellen wie folgt: Wenn Deutschland heute das paraboge Schauspiel eines ruinierten Staates biebet, in dem ein Teil der Bevölkerung zum Elend verurteilt ist, während der andere Teil in ohist and lebt, so ist das seine eigene Schuld. Das Land ist nicht verarmt, nur der Staat allgemein und seine bewohner fommt es nicht felten zu unliebſamen Auseinander. Bei der Umlegung der Hausbetriebskosten auf die Haus Mittelschichten der Bevölkerung sind es. Deutschland ist reich feizungen. Am heitelsten ist die Frage des Wasserverbrauches, der geblieben. Es verfügt über ungeheure Reichtums in ben einzelnen Haushaltungen sehr ungleich fein fann. Sum foll quellen, nur find diese schändlicherweise in den Händen der man nicht sofort in jedem Mehrverbrauch, soweit er sich nicht als 1 holländ. Gulden Großindustriellen und der Großbanten vereinigt, die Wasserverschwendung darstellt, eine Ungehörigkeit sehen. Aber Ge- 1 argent. Papier Beso davon nichts dem Staate geben wollen und dieser Staat hat sie werbetreibende, die manchmal für sich allein ebensoviel Wasser ver. 1 belgischer Frank niemals ernst zur Erfüllung ihrer Pflicht gezwungen. Deshalb die brauchen wie alle anderen Hausbewohner zusammen, tönnen nicht 1 norwegische Krone fcheinbare Notlage des Reiches undd as Elend der intellektuellen verlangen, daß die gesamte Hausbewohnerschaft diese Kosten mit 1 dänische Krone. Kreise, der fleinen Kaufleute, der Handwerker und der Arbeiter. übernimmt. Einem Berliner Hauswirt, dem Eigentümer des 1 schwedische Strone Hauses Tha er str. 42, haben die Mieter die Mitzahlung 1 finnische Mart Der deutsche Bauer ist nicht notleidend, er lebt sehr gut, bes von ihm in feinem Gewerbebetrieb per 1 japanischer en er hat ein landwirtschaftliches Material, eine Ausrüstung und brauchten Wassers Derweigert. Er betreibt auf seinem 1 iltalienische Zira einen Biehbestand, die denen der französischen weit überlegen find. Grundstück die Zubereitung von Hundefutter zum Verkauf und ver- 1 Pfund Sterling Die Großgrundbefizer haben sich bereichert, ebenso die Industriellen braucht dabei sehr viel Wasser, um die vom Schlachthof bezogenen Dollar und die Kaufleute. Sie haben aus der Inflation ungeheure Ge Rohstoffe zu reinigen. Der Streit um die Bezahlung dieses Waffers 1 französischer Frant winne gezogen und sie sind gleichzeitig die eifrigsten Bertreter des hat dozu geführt, daß der Wirtgegen feine Mieter fogar 1 brafitian. Milreis preußischen Militarismus. zur Wafferfperre flchritt Bon den Zuständen, die sich da 1 Schweizer Frank Daraus folgt, daß zum Unterschiede von den sozialistischen und nach in dem Hause entwidelten, weil die Klosetts nicht gespült werden 1 spanische Befeta demokratischen Kreisen der Bevölkerung die wirklich Reichen die fonnten, wurden die zuständigen Behörden in Kenntnis gefeßt. österr. Krone( abgeft.). Durch Beschluß des Amtsgerichts wurde die Aufhebung der eigen- 1 tschechische Strone Reparafionen bezahlen tönnten, aber sie nicht bezahlen wollen." mächtigen Baffersperre erzwungen, und ein Gerichtsvollzieher er 1 ungarische Arone Es wäre sehr gut gewefen, wenn sich Herr Stresemann schien dann zur Ausführung dieses Beschlusses in dem Hause. Hinter. 1 bulgariiche Zewa auch zu diesen Ausführungen Poincarés geäußert hätte. I her sperrte aber der Birt bas Wasser aufs neue ab, unbetümmert 1 jugoflaw. Dinar 1 . 8. November Gelb Brief Beide 2. November Geld Brief M Milltorten Mart, T= Tausend Mart. 161588 M 165312 M 121695 M 122300 M 133665 M 184335 M 98753 M 99247 M 20948 M 21052 M 15561 M 63441 M 93759 M 15639 M 46882 M 47117 M 53666 M 53934 M 82194 M 82606 M 78017 M 73888 M 112119 M 112681 M 11872 M 11428 M 8379 M 8121 M 204488 M 205512 M 151620 M 152330 M 18953 M 19047 M 18965 M 14035 M 1 895250 M 1 904750 M 1 893500 M 1403500 M 418950 M 421050 M 319200 M 320800 M 18354 M 18446 M 27930 M 54663 M 24339 M 24461 M 87995 M 38075 M 75411 M 75789 M 56459 M 56711 M 5975 T 6015 T 12469 M 12581 M 22922 T 28070 M 54937 M 40898 M 41102 M 4389 T 4411 T 9177 M 9223 N 28058 T 17556 T. 17644 T 3990 M 4010 M 2893 M 2907 N 4938 M 4962 Ml 3691 M 8709 N Gewerkschaftsbewegung Her mit den Goldlöhnen! Der Martsturz der letzten Wochen hat die Wirkung, baß bie brie fchon entwertet sind, in dem Augenblid, in dem sie zur Auszahlung fommen. Es hat sich der üble Brauch, gegen ben wir vergebens angefämpft haben, herausgebildet, die Löhne auf Grund der Reichsindegiffer der Lebenshaltungs. often festzusetzen. Diese Inderlöhne wurden fälschlich als„ wert. beständige Löhne ausgegeben. Wir haben von Anfang an, als wir den Kampf um die wertbeständigen Löhne aufnahmen, immer wieder parauf hingewiesen, daß Löhne, wenn sie wertbeständig sein follen, fich nicht auf den Integ der Bebenshaltungstoften allein, fondern auch auf die Großhandelspreise bzw. bie De bifenturfe ftügen und wertbeständige Anlagemög liteiten zur Ergänzung haben müffen. Und damals waren wir noch weit entfernt von dem furchtbaren Zusammenbruch der Mart der letzten Wochen. Wie unmöglich es ist, auf Grund der amtlichen Inbergiffern Löhne feftzufeßen, das haben felbft viele Unternehmer zugegeben und in einigen Berufen ist es ja tatsächlich bereits zu einer anderen Regelung gekommen. So wird in der Berliner Metallindustrie für bie Arbeiter ein tägliches Brotgeld unbeschabet ber enbgültigen Lohnfeftfehung vorschußweise ausgezahlt, das für Un berheiratete den Breis eines Brotes, für Berheiratete von zwei Broten und für Berheiratete mit Rindern ben von brei Broten beträgt. Diese Regelung ist freilich unzulänglich. So ist im Laufe der letzten Woche der Brotpreis burch das Eingreifen der Stabt verwaltung ftabil gehalten worden, während die anderen Preise weiter stiegen. wirfen mit dem Personal und seinen Bertretungen, den Gemert-) schaften, Betriebs- und Beamtenrälen, ein alfeitig befriedigen. des Höchstmaß der Betriebsleistung zu erzielen. Die unproduttiven Ausgaben müßten vermindert und bie Materialpreise burch energische gesetzliche Bekämpfung bes Breiswuchers der Kartelle her abgefeht werben. Wirtschaft Holzeinschlag in den preußischen Staatsforsten. Der preußische Minister für Landwirtschaft, Domänen und Bei schematischer Verlängerung ber Arbeitszeit würde nicht nur Forsten hat für das Birifchaftsjahr 1923/24 Bestimmungen über die die Arbeitsfreudigkeit des einzelnen geschwächt und damit Durchführung des Holzeinschlags herausgegeben. Diese Bestimmun die Gesamtleistung herabgefeßt, sondern auch der in den letzten dem Fiskus der Vorwurf gemacht werden mußte, daß er sein Holz gen sind deshalb von allgemeinem Interesse, weil bisher mit Recht Jahren eingetretene Gefundungsprozeß auf lange Zeit auf Kosten der Allgemeinheit zu billig oder gegen unwirtschaftliche unterbrochen werden. Kredite an den Holzhandel abgab. Aus ihnen ist u. a. hervorzuDer vorliegende Gesezentwurf, der sich auch in einer heben, daß Handelshölzer nicht in zu großen Mengen auf starten Beeinträchtigung der Koalitionsfreiheit auswirten einmal zum Verkauf gebracht werden sollen, weil sonst bei verschärf müsse, benachteilige die Arbeiter und Angestellten der Betriebe des ten Zahlungsbedingungen der Käuferprcis start beschränft werden Reiches und der Länder wie auch durch die Uebertragung der sich würde. Im übrigen follen die Oberförster angesichts der heutigen aus dem Gesetze ergebenden Anordnungsbefugnisse auf bestrebt sein, bei der Abhaltung der Verkäufe die Belange der Holzfür die Staats wie die Eigenwirtschaft gleichermaßen schwierige Lage die vorgefekte Dienstbehörde. Durch diese Uebertragung werde die fäuferschaft mehr denn je zu berücksichtigen rechtzeitige Bekannt tarifliche Regelung der Arbeitszeit praktisch unmöglich gabe, Handelsholzverkäufe nur an Orten mit Bahnverbindung, Mög gemacht und die Regelung der Arbeitszeit des gesamten Reichsbahn- lichkeit fofortiger Barzahlung, deutliche Bekanntgabe des allgemeinen perfonals einseitig in die Hand des Reichsverfehrsministers Bahlungstages usw. fleineren Handwerter und die örtlichen Borstand und Beirat bes DER. lehnen deshalb den vor. Selbstverbraucher jollen die für ihren Betrieb notwendigen liegenden Entwurf eines vorläufigen Arbeitszeitgefeges ein Holzmengen zu Marttpreisen faufen fönnen, ohne dabei dem Wett mütig ab. Sie fordern ben Borstand des DGB. auf, bewerb des Holzhandels ausgefeßt zu fein. seinen gesamten Einfluß aufzubieten und erforderlichenfalls alle Der Grubenholzpertauf wird an die Bedingung ge. gewerkschaftlichen Mittel zur Aufrechterhaltung des Acht- knüpft, daß das Holz restlos dem heimischen Bergbau zugeführt stunden tages einzusetzen.„ Die Eisenbahner find zum Kampfe Wohnungsfürsorgegesellschaften abgegeben werden. Die näheren Bewird. Siedlungsholz wird wieder wie im Vorjahre an die bereit." stimmungen darüber unterliegen noch der Beratung mit dem Bohl fahrts. und dem Finanzminister. gelegt. . Die Die Angestellten und die Abbauverordnung. Aber biefe Regelung bietet doch wenigstens die Sicherheit einer Die Beschaffung von Brennholz verursacht der Bevölkerung notdürftigen, wenn auch völlig unzureichenden Ernährungsberufsgenossenschaftlichen Angestellten hielten am Daher sollen Brennholzverkäufe in den Oberförstereien abgehalten Die im Zentralverband der Angestellten zusammengeschlossenen bei der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage große Schwierigkeiten. grundlage. In den Berufen aber, wo eine folche oder eine ähnliche Regelung, die den Arbeitnehmer wenigstens teilweise davor Donnerstag in Haverlands Festfälen eine Mitgliederversammlung ab. werden, sobald eine für den Berfauf genügende Menge eingeschlagen schützt, durch die Marfentwertung um einen wesentlichen Teil seines Brente, vom Hauptvorstand, hielt ein Referat über die wichtigsten Fra ist. Sie sollen sich in furzen Zwischenräumen und mit einer gewissen Bohnes betrogen zu werden, wird die Rauftraft des vereinbarten gen der Bewegung. In den Bordergrund stellte er die soeben erlassene tegelmäßigkeit im Laufe des 2ẞinters wiederholen, damit die weniger Sohnes zwischen feiner Errechnung und Auszahlung fo ausgehöhlt, Beamten abbauverordnung, die auch auf die Angestellten zahlungskräftigen Streife häufig Gelegenheit haben ,, kleinere Bohnes zwischen feiner Errechnung und Auszahlung fo ausgehöhlt, baß der Arbeitnehmer oft nur den vierten Teil dessen befommt, was und Beamten der Sozialversicherungsträger Anwendung finden soll. Mengen zu laufen. Brennholz an unbemittelte wird wie baß der Arbeitnehmer oft nur ben vierten Teil beffen bekommt, was Deren Motive und vorauszusehende Wirkungen legte er eingehend im Vorjahre zu einem von den Regierungen errechneten mäßigen vereinbart wurde. Einige 3iffern werden das aufzeigen. Am Senabend, ben 6. Ditober, wurde gegen 1 Uhr ber Dollar baß die Reichsregierung die ihr vom Parlament erteilten Bollmachten werden. Da der Staatswald indeffen nur verhältnismäßig geringe bar. Alle Diskussionsredner sprachen sich aufs schärfste dagegen aus, reise bis zu brei Raummeter für jeden Haushalt abgegeben mit 750 millionen gehandelt. Da die Reichsinderziffer am Montag dazu benuke, die Rechte der Arbeitnehmer Stüd für Stüd abzu- Brennholzmengen, die für den Gesamtbedarf nicht ausreichen, liefern ermittelt wird, ist der Dollarftand vom Sonnabend bestimmend für bauen. Diese Verordnung gebe ben Behörden und Arbeitgebern das fann, werden die Regierungspräsidenten barauf hinwirken, daß aud bas Preisniveau ber Inbegaisser der Bebenshaltungskosten. Diese Mittel in die Hand, alle fortschrittlich gesinnten und für ihre Berufs- aus den Waldungen der Gemeinden, der Genoljen wird am Mittwoch abend veröffentlicht. Auf Grund dieser Ziffer gruppe auf vorgeschobenem Boften tämpfenden Angestellten zu befchaften und des privaten Besites Brennholz in genügen werden ble Löhne fefigefeßt, die erstmalig am folgenden Freitag oder feitigen. Die Entrüstung der Versammlung fam in folgender Ent- ber Menge und nach den in den Staatsforften geltenden Grundsägen Sonnabend zur Auszahlung fommen. Bom 6. Oftober bis zum nächsten Freitag war der Dollar jedoch von 750 Millionen auf vier fließung zum Ausdrud: zum Verkauf geftellt wird, um so die Maßnahmen des Staates zu Milliarden gestiegen, d. h. die Papiermartlöhne besaßen nicht Die versammelten berufsgenossenschaftlichen Angestellten haben unterstützen. Die Eigentümer dieser Waldungen werden damit in mehr ganz ein Fünftel ter Rauftraft der Basis, qui von der Abbauverordnung mit Empörung Kenntnis genommen. Sie Anbetracht der schweren wirtschaftlichen Not der Bevölkerung letzten ber fie abgefchloffen waren. Am Sonnabend, ben 13. Oftober, wurde find besonders über den Anfchlag der Reichsregierung auf ihre schwer Endes im wohlverstandenen eigenen Intereffe handeln und manchen ber Dollar mit 5,5 milliarden gehandelt, um bis zum 19. Oftober erfämpften privatvertraglichen und tariflichen Rechte sowie auf das unbefugten Eingriff in thren Besißstand vermeiden. auf 11,97 miliarden zu steigen. Die Entwertung des Lohnes betrug nahme als eine Entrechtung einer ganzen Arbeitnehmergruppe. Sie Betriebsrätegesetz aufs tiefste entrüstet. Sie betrachten diese Maß also bereits bei der Auszahlung mehr als bie Hälfte. Am Sonnabend, den 20. Oktober, ftand der Dollar auf 17,5 milliarden; beauftragen ihre Organisation, sich mit allen Mitteln dafür einzuam Freitag darauf auf 65 milliarden. Zwischen der Heftfehung fehen, daß Schädigungen von den Angestellten der Sozialversiche der Lohnbafis und der Auszahlung bes Lohnes hatte fid biefer rungsträger abgewendet werden. faft auf ein Biertel feiner Rauftraft entwertet. Am Sonnabend, ben 27. Dftober, stand der Dollar auf 65 Milliarden; gestern war er auf 320 Milliarden gestiegen. Im Augenblick der Auszahlung der Löhne hatten diese nur mehr als ein Fünftet der Kauffraft des vereinbarten Cohnes. Arbeitsaufsicht in verschiedenen Ländern. von Brennholz gelingen wird, überall einzugreifen, wo eine wirkliche Es ist zu hoffen, daß es in diesem Jahre durch Bereitstellung Notlage vorliegt und so die größten Schwierigkeiten der Brennstoffbeschaffung während der Wintermonate zu beheben. Jugendveranstaltungen. Gteg Einen umfaffenden Bericht über die Arbeitsaufsicht in ver. fchiedenen Ländern hat das Internationale Arbeitsamt aus Anlaß Heufe, Sonnabend, den 3. November: ber 5. Tagung der internationalen Arbeitsfonferenz zu Genf im Niederschönhausen. 1. Gemeindeschule Blankenburger Str. 69-70, abends Diefe Entwertung geht während der Verbrauchswoche weiter, Oftober 1923 herausgegeben. In der Darstellung sind nicht nur die 7% Uhr, Borftandsflgung. und zwar in einem Tempe, baß die Unternehmer ganz allgemein großen Industriestaaten sondern auch die meisten fleineren Staaten zu Borauszahlungen übergehen mußten, weil sonst die Arbeitnehmer Derireten, ebenso wichtige überfeeische Gemeinwesen. Der Bericht Morgen, Sonntag, den 4, November: mit ihren Milliarden pon einem Bohntag zum anderen gibt hinsichtlich jebes Landes einen furzen gefchichtlichen Ueberblic Buchhola. Wanderung Bernau. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Blankenburg. Derhungert wären. Teilweise ist man fogar schon zu tägäber die Organisation der Arbeitsaufsicht deren Berhältnis zu anderen Karlshorst. Besuch des Verkehrs- und Baumuseums. Treffpunkt 9% Uhr Bahnhof Rarishorit. Micberschönhausen. Besuch des Berkehrs- und Ban 11chen Borauszahlungen übergegangen. Aber alle diese Aushilfs. Berwaltungsstellen, die Anstellung der Aufsichtsbeamten usw. museums. Steffpunkt 9% Uhr Friedensplak. Often, Stralauer Biertel. mittel verhindern die Taffache nicht, daß die Löhre fich auf einen Ueberbies wird die internationale Bergleichbarkeit ber Berichte bar Banderung Oranienburg. Treffpunkt 6 Uhr Stralau- Rummelsburg. Bruchteil ihrer vereinbarten the bis zur Auszahlung entwerten. Arbetsaufsichtsbeamten beganbelt, die noch in weitem Umfange. Banderung Ziegewißfee. Treffpunkt 17 Uhe Bahnhof Steglig.- Banü. In welchem Maße die Löhne sich infolge der Inberberechnung ent mangelt, wie benn tiefe Berichte überhaupt in bezug auf Form und fee. Bormittagswanderung. Treffpunkt 8 Uhr Wilhelmplas. wertet haben, dafür noch ein Beispiel: Am 15. Ottober betrug der Inhalt ftart voneinander abweichen. Brotpreis in Berlin 34 Millionen, der burchschnittliche Stundenlohn eines Facharbeiters 80 Millionen. Heute, am 3. November, beträgt der Durchschnittslohn eines Facharbeiters 12 Milliarden, der Brot preis 25 milliarben. Während der Arbeiter also am 15. Oftober 26 Minuten arbeiten mußte, um ein Brot kaufen zu können, muß er heute mehr als zwei Stunden dafür arbeiten. Auf der 5. internationalen Arbeitskonferenz, die eben tagt, wird über die Frage der Arbeitsaufsicht und namentlich der Ber einheitlichung ihrer Organisation, ausführlich verhandelt und es ist zu ermarten, Faß diese Berhandlungen bemerkenswerte prattische Ergebnisse zeitigen werben. Die industriellen Verhältnisse in China. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Verband fozialistischer Abftinenten. Sonntag, ben 4. November, nor mittags 9 Uhr, im Jugendheim, Bartaue 10( am Bahnhof Frankfurter Allee): Generalversammlung. Cefopeinen unserer Berliner Mitglieber Pflicht. Mitgliebstacte legitimiert. Theater der Woche. Bom 4. bis 11. November. Boltsbühne: Figatos Sochzeit. Opernhaus: 4. Aiba. 5. Richard StraußDa muß unverzüglich Pemebur geschaffen werben! Bis zur ausreichenden Versorgung mit wertbeständigen Zahlungsmitteln China steht noch in den ersten Stadien ber industriellen Entmuß die Auszahlung der Löhne nach dem Dollar widlung. Doch die mit der Einführung ber modernen Arbeits furs erfolgen. Die Auszahlung in wertbeständigen Zahlungs. methoden in der Industrie Hand in Hand gehenden Umgestal. mitteln muß befchleunigt werden. Das Nebeneinanderbestehen tungen vollziehen sich in immer schneller werbendem 8ntlus, 5. Abend: Bürger als Ebelmann. Jofephs- Legende. 6. Cin Mastenvon zwei Zahlungsmitteln, wovon das eine völlig entwertet ist, muß Tempo. Einige durch die Uebergangszeit bedingte foziale Bro- ball. 7. Bibelto. 8. Cabaleria Rusticana. Bajazzi. 9. Richard- Strauß- ¿ vēlus. zur Repubiation bes legteren führen. bleme treten bereits in ein atutes Stadium. Sollte die Industriali 6. Abend: Die Frau ohne Schatten. 10. Sosca. 11.( außer Abonnement) Walfierung weiterhin in dem Maße um sich greifen, wie dies zurzeit der und 12. Beer Gnnt. 6. uns 10. Stesto. 9. Fauft, 1. Teil. füre. 12. Rigoletto.- Schauspielhaus: 8. und 11. Minna von Barnhelm. 5., 7. Schiller Theater: Es muß au furchtbaren Berzweiflungsausbrüchen tommen, wenn biefe Maßnahme nicht getroffen wird. Ober find der Toten noch nicht genug, bie bei den Hungerrepolten täglich fallen? Bie fann man von Produktionssteigerung reden, wenn die Arbeitnehmer nicht mehr imftande find, ihre perbrauchte Arbeitskraft zu erneuern! so her mit den Goldlöhnen, und zwar sofort! Eisenbahner und Arbeitszeit. Metropol- Theater: Casino- Girls. Dic Fall ist, so wird China angesichts der ungeheuren 3ahl seiner Gin. 8., 10. unb 12. Boitsfeinb. 5., 7. und 9. Stabale und Liebe. 6 Nathan der wohner, des Charatters feines Boltes somie der Mannigfaltigkeit Beife Dentsches Theater: 5. und 8. Cafar und Rleopatra. 6., 7., 9. bis 12. und Ausdehnung seiner natürlichen Reichtümer unzweifelhaft einer pamation. Kammerspiele: Die Rinder. Beffing- Theater: Täglich: Raufd;. Am 9. Fauft, 1. Teil. Theater in der Königgräger Straße: Bis 7. Schweiger. der wichtigsten Fattoren der Beltindustrie werden. Ab 8. Don Gil von den grünen Sofen. Großes Schauspielhans: Der Bettel. Die Welt tann gegenüber der industriellen Entwicklung Chinas nicht student. Reus Volks- Theater: Der Leibtutscher bes Fridericus Reg. indifferent bleiben. Die Industrialisierung nahm allerdings in China Große Vollsoper im Theater des Westens: 5. Schneeflöddhen. 6. Bar und Bimmermann. 7. Entführung aus dem Gerail. 8. Tristan und Isolde, 4., 9. Gamnicht einen so schnellen Berlauf, wie in Japan und gestaltete sich nach fon und Delila. 10. Julius Cafar, 11. Fledermaus. 12. Der Barbier ven anderen Brinzipien. In Japan hat die Regierung diese Entwicklung Sevilla. Renaissance- Theater: Studentenliebe( Tage des Lebens). Deutsches Künstler- Theater: Enbble. Der Berbandsbeirat des Deutschen Eisenbahnerverbandes, die gefördert; fie führte fogar felbst neue Industrien ein. Es wurden ribüne: Fannys erstes Stud. Romödienhaus: Mein Better Eduard. Berliner Theater: Dolly. Trianon babei ohne Zögern frembe Experten zugezogen, bis ihre japanischen Sheater: Joujou. Bertretung der Gesamtheit der Eisenbahner aus allen Teilen des Assistenten sich so eingearbeitet hatten, baß sie die Betriebe selbst Der Senor beberapa Resibenz- Theater: Brofessor Storiann. gentral- heat: Theater in der Rommandantenstraße: Charlie. Meiches, hat in seiner festen Tagung im Berliner Gemertschaftshaus teiten fonnten. Man entledigte sich ber fremden Hilfe, sobald man Romische Oper: Die Welt ohne Schleier. Friebrich- Bilhelmstädtisches Sheater( Schauspieler Theater): Eduard it. einstimmig eine Entschließung gefaßt, wonach Verbandsbeirat sie nicht mehr nötig hatte. In China war die Regierung bei der einander. Bustspielhaus( Die Truppe): NebenNeues Operetten- heater: und Vorstand des Deutschen Eisenbahnerverbandes nach wie vor Werwendung fremder Experten sehr zurückhaltend. Auf diese Weise Die Siegerin. Thalia- Theater: Die Scheidungsreife. Neues Theater on Ballnet. an ber achtstündigen Arbeitszeit als gefeßlichen Normal- wurde die technische Ausbildung ihrer chinesischen Mitarbeiter be- 800: Die Lurusfrau. Kleines Theater: Cine galante Nacht. Theater: Causa Raiser. Walhalla Theater: Bariete. Rose- Theater: Jin arbeitstag entschieden festhalten. Seit Einführung der vor einträchtigt weißen RögI. Rafine- Sheeter: Der Chemann ohne Frau. Theater aut läufigen Dienstbauervorschriften sei die Arbeitskraft des Die größte Industrie Chinas, die Baumwollspinnerei, Surfürstendamm: Frau Barrens Gewerbe. Intimes Theater: Die t. u. 1. Sose. Abendbesuch. Meine Frau ausgefchloffen. Blut. Theater im im Betriebs. und Verkehrsdienst beschäftigten Bersonals hat sich in den letzten Jahren ganz besonders entwickelt. Das gleiche admiralspalast: Drunter und brüber. Apollo Theater: Europa spricht davon! vielfach bis zur Grenze ber phyfischen Leistungsfähigkeit angespannt. gilt für verschiedene Zweige der Maschinenindustrie, ferner Ramittagsvorstellungen: Wolfsbühne: 4. Bater und Sohn. Schauspielhaus: 4. Journalifren. Gine Ueberschreitung dieser Grenze fönne nur auf Kosten der Befür die Erstellung elektrischer Anlagen, den Mühlenbetrieb, die Her- 11. unb bas Licht scheinet in ber Finsternis. Schiller Theater: 4, Rabale und Liebe. 7. Wilhelm Zell. triebssicherheit und Gefährdung von Leben und Gesundheit werke, die Zünbholzfabritation und andere industrielle Unter- fpiele: 4. Die beutschen Aleinstübter. ftellung von Gierprodukten, die Druderei, die Delmühlen, Bement. 11. Bilhelm Cell. 11. Lumpasivagabundus. Deutsches Theater: 4. T- Seidelberg. Kammer Reffing- Theater: 4. Biltges Schippel. des Personals erreicht werden, ohne eine wirksame Steigerung des nehmungen. Theater in bet Könignräger Straße: Erbgeist. Großes Schauspielhaus: Gesamtleistungsgrades zu erzielen. Seit Einführung des Gedinge4. Der Wiberfpenftigen Rähmung. Deutsches Künstler- heater: 4. Der BiherDie Arbeitsbedingungen in den alten und neuen pela. Romöbienbaus: 11. Madame Pompadour. Berliner Theater: 4. Rian. fg items feien die Leistungen des Personals der Werkstätten, Industrien find viel schlechter als diejenigen in den westlichen fetto. Erianon- heater: 4. Jugend. Resibenz- Theater: 4. Cine aftafide der Bahnunterhaltung, der Güterboden und der übrigen Dienst. Ländern. Die Frauen und Kinderarbeit ist sehr ver- Che Theater am Rollenborfpiak: Madame Pompadour. Alcines Theater: 4. Die Pfarrhaustomödie. Wallner Theater: 4. Die Rarisschiller. Roft. gweige erheblich gesteigert und hätten nach amtlichen Berichten den breitet und die Arbeitszeit allgemein fehr lang. Theater: 10. Bänsel und Gretel. 11. Jm weißen Rögl Friebensstand vielfach erreicht, teilweise sogar überschritten. Der Schlebsspruch für das Buchdrudgewerbe, der für die Woche Berantwortlich für Bolttit: Craft Neuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Bet gelbewußter Fortführung und Vervollkommnung der in den vom 27. Oftober bis 2. November einen Spigenlohn von 700 Mil Gemertfchaftsbewegung: S. Steiner; Feuilleton: Dr. John Editowski: Lokales fetzten Jahren in Angriff genommenen technisch wirtschaft fiarben vorfieht, ist heute vom Reichsarbeitsminister für allge- Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. 6. Berlin. Drud: Borwärts- Budbruderet und Sonstiges: Frig Kazfläbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. lichen Maßnahmen fei bei verständnisvollem Zusammens meinverbindlich erklärt worden. Goldgelbe OrientZigaretten Spezial 145 Milliard., Goldriese 215 Milliard. ( Doppelformat) Nur an Wiederverk. morgen 8-2 Uhr Gutlicht, Zigaretten- Fabrik, Köpenicker Str. 7a( Schlesiches Tor) Niederlage für Westen: Wilmers. dorf, Holsteinische Str. 2, Port. 2, 1. Plachte. 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