Nr.517 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 258 Bezugspreis: Bom 4.- 10. November 42 Milliarden Mart voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 4.- 10. November für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 53 Milliarden, für das übrige Ausland 63 Milliarden. Poft bezugspreis freibleibend. Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und Beit", der Unter. haltungsbeilage ,, Heimwelt" und der Beilage ,, Giedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweima, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin* Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Milliarden M. Anzeigenpre.fe: Die einfpaltige Nonpareille. zeile 0,70 Geldmart, Reflamezcile 3,50 Goldmart. Aleine Anzeigen" das fettgedruďte Wort 0,20 Goldmart( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Wort 0,05 Coismart Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Sie in diesem Kampf der Führung der Reichsregierung zu folgen, drang u. a. auch zur„ Germania", die sie in folgender Form aber diese Führung hat versagt. wiedergab: ,, Die Baterländischen Verbände Bayerns haben, wie aus München mitgeteilt wird, an die Reichsregierung das Verlangen gestellt, binnen 24 Stunden auf„ legalem" Wege eine militärische Diktatur zu errichten. Während der Kabinettsfizung wurden der Reichswehrminister und der Reichskanzler zum Reichspräsidenten gerufen." Aehnlich meldet die Korrespondenz Eca: tungen dazu getroffen sind, entzieht sich der allgemeinen Kennt nis, man muß, wie gesagt, hoffen, daß fie ausreichend find." Ganz und gar hat man aber unterlassen, die moralischen Kräfte zu mobilisieren, ohne die der Kampf gegen den bayerischen Angriff auch in der Verteidigung nicht zu gewinnen ist. Jegt hofft man, muß man hoffen, daß es gelingen werde, die thüringische Grenze schützen, den Angriff mit Reichswehr zurückschlagen, im nichtbayerischen Deutschland rechtsradikale Weit entfernt davon, diese Kräfte aufzurufen, hat man Butsche mit Polizei niederhalten zu können. Welche Vorberei- sie sogar noch zurückgestoßen. Man hat durch den überſtürzten An die Partei! ,, Das Reichskabinett trat heute vormittag zu einer Besprechung zusammen und befaßte sich zunächst mit einer Reihe von wirtschaftlichen und finanziellen Maßnahmen. Die Absicht, eine Aussprache Parteigenossen! Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat, wurde, weil angeblich dort Leben und Eigentum nicht so geüber die politische Lage herbeizuführen, konnte nicht durchgeführt ihre Mitglieder aus der Reichsregierung zurückgezogen, weil die schützt waren, wie das die Verfassung vorschreibt. Dabei sind unter werden, weil der Reichskanzler durch das Eintreffen bürgerlichen Mitglieder dieser Regierung nicht den ernsten dem furchtbaren Druck der Not in Sachsen nicht mehr Vergehen wichtiger Nachrichten aus Bayern sich zu einer willen hatten, die Reichsgewalt gegen die bane gegen Person und Eigentum festzustellen, als in den anderen Teilen sofortigen Aussprache mit dem Reichspräsidenrischen Berfassungsbrecher und Meuterer durchzu- des Reiches. Wer Leben und Eigentum besser schützen will, der ten und dem Reichswehrminister genötigt jah." fetzen, und weil die Mehrheit der Reichsregierung sich weigerte, den muß der Not zu steuern suchen, der muß den Bedrück Nun wird versichert, daß die von Kahr gänzlich an die militärischen Ausnahmezustand aufzuheben, für ten helfen und das Geld dazu dort wegsteuern, wo wertBand gedrückte Regierung Knilling ihr Schattendasein noch dessen Aufrechterhaltung selbst nach der Auffassung der Minister beständige Sachgüter und Devisen die Grundlage einer gesicherten weiter friste und daß auch von einem Ultimatum Kahrs an präsidenten der Länder kein Grund mehr vorlag. Existenz find. Aber die Reichserefutive gegen Sachfen war auch die Reichsregierung nicht gesprochen werden könne. Wir haben deshalb politisch töricht, weil die Sozialdemokratische Partei Sachsens uns davon überzeugen lassen, daß ein solches Ultimatum tat im Begriff war, ohne jeden Drud von außen das Regierungsbündnis fächlich nicht vorliegt. mit den treulofen und verräterischen Kommunisten zu lösen. Wenn das Borgehen gegen die sächsische Regierung nicht sofort zum Rüd tritt der sozialdemokratischen Reichsminister führte, so nur deshalb, weil die endgültige Entscheidung von der Reichstagsfraktion ge troffen werden mußte. Das Gerücht von der Ueberreichung eines Ultimatums hängt zweifellos mit einem Besuch des bayerischen Gefandten v. Preger in der Reichskanzlei zusammen. Herr v. Breger sprach nicht mit dem Reichskanzler selbst, sondern mit einem höheren Beamten. Kurz darauf wurden, wie die ,, Germania" berichtet, der Reichskanzler und der Reichswehrminister zum Reichspräsidenten gerufen. Ob diese Berufung mit dem Besuch des Herrn v. Preger in der Reichskanzlei zu fammenhing, muß dahingestellt bleiben. Die„ Eca" behauptet es. Ist das der Fall, so muß es sich um sehr ernste Mitteilungen gehandelt haben. Als die Sozialdemokratie im Auguft sich zur Beteiligung an der großen Koalition entschloß, fand sie ein furchtbares Erbe vor. Die Reichsfinanzen waren völlig zerrüttet, weil die CunoRegierung der Fachminister außenpolitisch keinerlei Erleichterung er reicht und die Kosten des Ruhrkampfes unter Dölliger Schonung der besiger den Schichten aus der Notenpresse bestritten hatte. Die Ausgaben des Reichshaushalts waren zu weniger als einem Prozent durch Steuern gededt. Das Bolt war in einer Not, wie es sie nicht einmal in den schlimmsten Zeiten des Krieges zu erdulden hatte. Mangel an Lebensmitteln und Not an Zahlungsmitteln, Zunahme der Kurzarbeit und der Arbeitslosigkeit trieben immer mehr breite Massen der Arbeiter, Angestellten, Beamten und zahlreiche Angehörige des Mittelstandes in hoffnungslose Berelendung. Geht man den Dingen auf den Grund in der Absicht, alles auszuscheiden, was als widerlegt oder als zweifelhaft gelten fann, so bleiben doch die schwersten und bedrohlichsten Erscheinungen übrig. Es ist zweifellos richtig, Sozialdemokratische Partei bereit, an einer Regierung der großen In jenen Tagen der Not und, Berzweiflung erflärte sich die daß die von Herrn v. Kahr protegierten nationalsozialistischen Roalition mitzuwirken, die die Aufgabe haben sollte, durch ZuBanden im Begriff stehen, in Thüringen einzufallen. Sie fammenfassung aller zu einer friedlichen Weiterentwicklung bereiten wollen durch ihren Vormarsch die ihnen nahestehenden Kreise Bolfskräfte den Ruhrkampf zu liquidieren, um damit die Voraus Norddeutschlands zum Aufstand bringen und, wie Hitler offen fetzung zu schaffen für eine Linderung der schier unerträglichen Lage verkündet, die schwarzweißrote Hakenkreuzfahne auf dem der breiten Massen des Volkes. Berliner Schloß aufziehen". Weil die bürgerlichen Mitglieder der Reichsregierung auch jehr noch nicht den Entschluß faßten, gegen die bayerischen Reichsverderber aufzutreten, weil sie weiter behaupteten, ohne militäris fchen Ausnahmezustand nicht regieren zu tönnen, mußte die fozialdemokratische Fraktion den Rüdtritt der sozialdemokratischen Reichsminister beschließen. Die Reichstagsfraktion war sich dabei voll bewußt, welche schweren Erschütterungen des Verfassungslebens der deutschen Republit drohen, weil die Butschisten dem demokratischen Deutschland den Todesstoß von rechts und weil die Kommunisten von lints versehen wollen. Massen des werftätigen Boltes, die Demokratie gegen jegDie Sozialdemokratische Partei wird, gestützt auf die breiten liche Dittatur zu verteidigen wissen. Sie wird dem deutschen Bolt den Boden der Republit erhalten, auf dem allein Herr v. Kahr, der alfo tein Ultimatum gestellt hat, stüßt darüber, daß nach Abschluß der Ruhrkrise sofort alle Boraus- außerhalb der Regierung mit ihrer ganzen Macht für eine BefferDie Sozialdemokratische Partei ließ aber feinen 3weifel eine auswärtige Politit des Deutschen Reichs möglich ist. Sie wird und deckt diese Vorbereitungen. Man vergegenwärtige fich den fegungen für eine neue wertbeständige Währung gestellung der breiten Boltsschichten eintreten und das zu erreichen Tatbestand: In der Ordnungszelle" Bayern sammeln sich schaffen werden müßten. Für eine solche ist eine Sanierung fuchen, was sie in der Regierung vergeblich gefordert hat. bewaffnete Kräfte, die Deutschland mit Krieg überziehen und der Finanzen des Reichs, der Länder und der Gemeinden erste den Aufruhr entfesseln wollen. Und diese Verbrecherscharen Borbedingung. Und diese wieder ist nicht möglich ohne eine brutale den Hungertod von ganzen Schichten des Bolles, Mehr als je gilt es, das Schlimmste abzuwehren: den drohen werden von der bayerischen Staatsgewalt nicht etwa ausein- Steuerpolifit, die jene befizenden Schichten gebührend belastet, die deren Kinder und Greise heute schon kaum noch am Leben zu er andergesprengt, nicht ins Buchthaus gesperrt wie Fechen sich durch Förderung der Inflation bisher von wesentlichen Steuer- halten sind, während die gefüllten Scheuern der bach, der dort eingesperrt wurde, weil er über das Trei leistungen freizumachen wußten. ben jener Banden berichtete, sondern sie werden von ihr Agrarier ausreichend Lebensmittel zur Ernährung des deutschen Bolkes in sich bergen. beschützt und gefördert, offenbar auch von ihr bewaffnet und verpflegt. Und was tut die nationale" Preffe des Nordens? Findet sie Töne der Entrüftung über dieses ungeheure Ber brechen am deutschen Bolt, das da am hellen Tage vorbereitet wird? Fordert sie die nationalen Kräfte auf, das Von einer solchen Wiederaufbaupolitik wollten aber führende Schichten der deutschen Schwerindustrie nichts wiffen. Während sie im besetzten Gebiet mit einem franzöfifchen General über die Aufhebung des Achtstundentages verhandelten, legten ihre Vertrauens männer in der Fraktion der Deutschen Volkspartei Minen, um das Kabinett zu sprengen. In dem Kampf um die Existenz des deutschen Boltes wird die Sozialdemokratische Partei stets und gerne mit den gewerkschaftlichen Organisationen der Arbeiter, Angestellten und Beamten zusammen arbeiten. Sie lehnt aber ein Bündniss mit denen ab, die, wie die Kommunisten, nur auf die Zertrümmerung der ge wertschaftlichen und politischen Arbeiterbewe gung ausgehen und die eben noch in einem finnlosen Butsche mehr als hundert Proletarierleichen auf dem Pflaster Hamburgs liegen ließen. Schwere Zeiten stehen uns bevor. Wenn es den rechtsradikalen Elementen gelänge, die Herrschaft des Reiches an sich zu reißen, fo würde ihre Herrlichkeit sicher nur von turzer Dauer sein, aber unfagbares Elend wäre die Folge. Das Deutsche Reich hält solche Experimente nicht mehr aus. Herrschaft der Rechtsradifalen bringt die Vaterland gegen den geplanten Angriff zu verteidigen? Ihr erster Borstoß wurde nur deshalb abgeschlagen, weil die SozialDie sogenannte„ nationale" Presse der Rechten tut das gerade demokratische Barbei mit den zur Mitarbeit bereiten bürgerlichen Gegenteil davon, sie verkündet den nahen Sieg Bayerns mit Kreisen auch den letzten Versuch wagen wollte, um endlich wieder der Erklärung, daß„ Reichswehr auf Reichswehr nicht schießen stabile Berhältnisse herbeizuführen, an denen niemand ein größeres werde", und die Deutschnationale Volkspartei von den Interesse hat, als der lediglich auf Lohnbezug angewiesene Arbeiter, Bölkischen gar nicht zu reden verkündet in ihren Aufrufen, Angestellte und Beamte. sie stehe fest und treu zum Reichsrebellen Kahr und zum Da fam den Kreisen, die auch jetzt noch glauben, sich den unMeuterergeneral Lossow. vermeidlichen Opfern des Befiges entziehen zu fönnen, die Dieselbe Deutschnationale Partei verlangt jetzt in ihrer bayerische Regierung zu Hilfe, die diese Zeit der Not aus Presse den Rücktritt des Rumpfkabinetts Stresemann, die Ent- nützen will, um fernung der Sozialdemokraten auch aus der preußischen Regierung, die Abdantung des Reichspräsidenten und die Bildung einer neuen Regierungsgewalt, an der sie entscheidend betei- burchzusehen. In diesem Bestreben schreckte sie nicht davor zu ligt ist. Eine Mehrheit zur Unterstützung einer solchen Rechts- rück, die Verfassung des Reiches zu brechen und die regierung ist im Reichstag nicht vorhanden, das fümmert die Reichswehr zur Meuterei anzuftiften. Deshalb muß die Parole für alle notleidenden Schichten in Herren wenig, denn ihre Parole lautet:" Und bist du nicht Die sozialdemokratischen Reichsminister drängten zu einer „ Und willig, so brauch ich Gewalt.". Die Frage ist dann eben nur flaren Entscheidung in der Ueberzeugung, daß das Reich Stadt und Land sein: Haltet treu zur Vereinigten Sozialdemokranoch, ob der Rechts putsch mit einigen scheintonftitutionel gegen bayerische Staatsstreichler nicht ohnmächtig ist, fischen Partei Deutschlands, deren Einigkeit und Geschloffenheit die len Verkleidungskunststüden auftritt oder ob er solche Hüllen wenn es nur will. Aber die bürgerlichen Mitglieder der stärkste Garantie bietet für die Erhaltung der deutschen Republik, verschmäht, ob er trocken oder ob er blutig fommt. Reichsregierung fonnten sich zu feinem entschiedenen Entschluß auf- des einzig möglichen Kampfbodens für den Sozialismus! Berlin, ben 3. November 1923. raffen, während Die Sozialdemokratische Partei war bereit, und ist heute noch bereit, für Reichseinheit und Republik zu fämpfen. Sie hat für diesen Kampf Bundesgenossen bei den partikularistische Sonderbestrebungen gegen das republikanisch- sozialistische Sachsen ein ganzes Heer in Bewegung geseht Gefahr des Reichszerfalls in unmittelbare Nähe. Der Reichszerfall fann nur verhütet werden, wenn die Partei, die seit ihrer Gründung auf dem Boden republikanischer Grundfäße steht, in ihrer vollen Stärte erhalten bleibt. Der Parteivorstand der Vereinigten Sozialdemokraten Partei Deutschlands. Ein bayerisches Ultimatum. und überflüssigen Angriff auf Sachsen die Gefühle der I Borsitzenden der Fraktion, die Abgeordneten Erkelenz, fozialdemokratischen Arbeiter aufs tiefste verlegt. Man hat Petersen und Koch begaben sich nach dar Sizung zum Nicht von Kahr, nur von Juftizminister Gürtner.. Die Bevölkerung unter dem Druck eines militärischen Reichskanzler, um ihn von den in ihrer Fraktion herrschenden Belagerungszustandes gefeht, ohne ihr den Glauben Nach einer Münchener TU.- Meldung forderte am Sonnabend Meinungen zu unterrichten. Sie fehrten sodann in den Reichszu geben, daß dies ein ausreichendes Mittel sei, die Verfassung in einer Landesausschussigung der Bayerischen Mittelpartei( Deutsch- tag zurüd, wo eine neue Fraktionsfigung stattfand, in der 2bzu schützen und die Reichseinheit wiederherzustellen. Dadurch nationale Boltspartei) deren Führer, Abgeordneter Dr. Hilpert, geordneter Petersen Bericht über diese Rücksprachen t und durch Passivität gegenüber den Angriffsvorbereitungen den schleunigen Erfaz der Regierung Stresemann Strefemann erstattete. Die Gigung dauerte bis 10 Uhr abends. einwandfreie nationale Reichs der bayerischen Reaktion hat man die Sozialdemokratie aus der durch eine Nach unseren Informationen herrscht bei den Demokraten Reichsregierung herausmanövriert. Und jetzt sitzt das Kabinett regierung. Der Justizminister Dr. Gürtner erflärte, Berlin fast einmütig die Ansicht, daß von einer Erweiterung der Stresemann zwischen Baum und Borte: es hat feine Stüge stehe vor der einfachen Frage, ob es den Konfütt mit Bayern auf Koalition nach rechts teine Rede sein könne. nach links, es hat keine Anschlußmöglichkeit nach rechts, es hat die Spike treiben und damit in Bayern mit einem Male die Wen- Allerdings scheinen die Ansichten über die sonstigen Lösungsfein Ermächtigungsgefeh mehr und feine parlamentarische dung zum wilden Radikalismus herbeiführen wolle. Der möglichkeiten geteilt zu sein. Die einen glauben, daß ein Mehrheit. Von der Linken verlassen, ist es dem Hohn der Landesausschuß nahm eine Entschließung an, die den Rüdtritt Kabinett der fleinen rein bürgerlichen- Koalition Rechten preisgegeben, die fein Hehl daraus macht, daß sie sich Stresemanns und den Amtsperzicht Eberts fordert. mit Zentrum und Volkspartei zustandekommen fönnte, wähfnapp vor dem Ziel ihrer Wünsche sieht. Also der Reichspräsident und die Reichsregierung müssen ver- rend der linke Flügel für ein energisches Vorgehen gegen schwinden, wenn nicht der Konflikt mit Bayern auf die Spike Bayern eintritt und die Rückkehr zur alten Roalition- zur getrieben werden soll". fogenannten Birth- Koalition mit der Sozialdemokratie erGegen den bayerischen Justizminister Gürtner find die fommu- ftrebt. Jedenfalls neigen die meisten Demokraten zu der Aufniftischen Erminister Sachsens an unverschämtheit immer noch fassung, daß vor der Neubildung der Regierung positive Siche Gäbe es eine Regierung, die entschloffen wäre, für Reichseinheit und Republif zu fämpfen, so stände die Sozialdemofratische Partei bis zum letzten Mann hinter ihr. Doch mit Wenn und Aber ist nicht geholfen! Die Dementis. Reichsbilliarden für die Meuterer! Lossow und Luther. " * Fassen wir zusammen: Herr v. Kahr hat also noch fein Ultimatum geschickt, und wenn sich in den nächsten 24 Stunden etwas in Bewegung segen sollte, so wird es nicht die offizielle bayerische Streitmacht, sondern eine schwarze Reaktionswehr Hitlers und Ludendorffs sein. Also an der Grenze Baisenknaben! rungen über die fünftige Politik des Kabinetts sowohl in zweier deutscher Länder liegt man einander mit dem Finger außenpolitischer Hinsicht wie auch vor allem in der bayeam Hahn gegenüber, und die Schürer des deutschen Bruderrischen Frage zu erlangen wären. Bekanntlich hatten die friegs gedenken in wenigen Tagen die Herrschaft über ganz Demokraten die Boraussetzungen" der Sozialdemokratie sachDeutschland anzutreten. Wir bedauern eine den Tatsachen Noch immer finden die bayerischen Meuterer lich unterstützt und sie scheinen nunmehr selbst ähnliche Bevorauseilende Meldung gebracht zu haben, die alarmierend Unterstüßung durch die Reichsregierung! Was dingungen für eine weitere Zusammenarbeit mit der Deutwirkt, aber wir fönnen leider nicht finden, daß die schon ge- man nicht für möglich halten sollte, ist doch Tat- schen Volkspartei ſtellen zu wollen. gebenen Tatsachen, die dieser Nachricht zugrunde liegen, fache: der Meuterergeneral Lossow und die auf Bayern meniger alarmierend sind. ,, verpflichteten" Reichswehrtruppen beziehen ihren Sold immer eins Deutscher Zeitungsverleger: Ueber die Absichten Stresemanns meldet das Bureau des Vernoch aus der leeren Reichstaffe. Billiarden werden gewissermaßen zur Belohnung für einen bereits vor 14 Tagen löst werden: Eine Erweiterung des Kabinetts nach rechts ist ausge Die Frage der Kabinettsumbildung sell in folgender Weise gevollzogenen erfassungsbruch geschickt. Erst Mitte schloffen. Von den durch den Rücktritt der Sozialdemokraten freider abgeschlossenen Woche hat der Reichsfinanzminister eine Billiarde Mart Reichsgelder für die gewordenen Ministerien wird nur das Innenministerium Berlin, 3. November.( WTB.) Das auch durch einzelne 3ei- Als der Reichsminister des Innern Sollmann bereits vor Die Neuregelung der Arbeitszeit glaubt die Regierung auch meuternde Reichswehr nach München transportieren lassen. wieder besetzt, und zwar durch einen Richtparlamentarier. - Der Reichstag soll zunächst nicht zusammentreten. tungen verbreitete Gerücht, Bayern habe der Reichsregierung 10 Tagen die Reichszuschüsse für die banerische ohne die Berabschiedung eines besonderen Arbeitszeitgefehes vorein Ultimatum zugehen lasser, durch das befristet die Ein- Landespolizei sperrte, erhob der Reichsfinanz ohne die Verabschiedung eines besonderen Arbeitszeitgesetzes vornehmen zu können.(?)- In der bayerischen Frage will die Regiefetzung einer Diktatur verlangt würde, andernfalls ein Bermarsch minister Einspruch, und nachdem Sollmann dem nehmen zu können.(?)- In der bayerischen Frage will die Regiebayerischer Kräfte auf Berlin erfolgen werde, ist nach fernmünd- Wunsche des Dr. Luther, die Zuschüsse weiter nach Bayern rung sich mit allem Nachdruck für eine Verständilicher Mitteilung der bayerischen Staatsregierung zu schicken, nicht nachtam, stellte der augenblickliche Chef der gung( 1) mit der bayerischen Regierung einfegen. Sie hat aus Finanzverwaltung fogar einen entsprechenden Antrag im München die bestimmte Versicherung, daß die bayeriBerlin, 3. November.( WTB.) In Ergänzung der Meldung Rabinett. Im gleichen Zeitraum ließ Herr Dr. Luther die fchen offiziellen Stellen den Ansammlungen bewaffneter Banin der Abendausgabe verlautet amtlich: Die Berichte, daß die baye- Gesetzentwürfe über den Beamtenabbau ausarbeiten! den an der thüringischen Grenze durchaus fernstehen.(!!??) rische Staatsregierung vom bayerischen Staatskommissar gestürzt Wenn man auf der einen Seite der Beamtenschaft das Von der Reichswehr sind die notwendigen Maßregeln getroffen, fo und ein Ultimatum gegen die Reichsregierung in Gang gebracht Sparen als unbedingte Notwendigkeit hinstellt, auf der anderen daß kein überraschender Schlag von den illegalen bayerischen Veroder weitergegeben worden sei in dem Sinne, wie es die heutige Seite aber den Verfassungsbruch der bayerischen Re- bänden zu befürchten ist. Im Fall Lossow wird die ReichsregieAbendausgabe des„ Borwärts" behauptete, find nach offizieller gierung noch mit Billiarden bezahlt, so haben wir tung feineswegs nachgeben. Mit besonderen Nachdruck Mitteilung der bayerischen Staatsregierung völlig fach. dafür kein Verständnis und wir glauben, mit uns die Mehr werden die Gerüchte zurückgewiesen, als ob die Reichsregierung an eine Preisgabe des Rheinlandes oder an eine Förderung München, 3. November.( WTB.) Die amtliche Korrespondenz heit des Volkes auch nicht! der Autonomiebestrebungen dächte. Es sei vielmehr nach den Zu Hoffmann bezeichnet die Meldung des Borwärts" über den Sturz ficherungen von englischer Seite sicher darauf zu rechnen, daß alle der verfassungsmäßigen Regierung und daß ein Ultimatum an Berlin separatistischen Pläne scheitern würden. An ein Aufgeben der großen gestellt worden sei, sowie daß Truppen im Anmarsch seien, nach Koalition in Preußen. ist nicht zu denken. Erfundigung an zuständiger Stelle als erfunden. an den Reichskanzler völlig aus der Luft gegriffen. meldet: * Keine Reichstagsauflösung! München, 3. November.( TU.) Die Telegraphen- Union hat auf Grund der vom Berliner Borwärts" verbreiteten Sensationsmeldung über ein angebliches Ultimatum des Herrn von Kahr und dem Sturze des Ministeriums Knilling nach beiden Richtungen hin Erfundigungen eingezogen. Bon maßgeblicher, sowohl Herrn von Knilling wie auch dem Staatstommiffar von Rahr nahestehender Seite wird übereinstimmend und fategorisch erklärt, daß die vom Borwärts" verbreiteten Nachrichten ohne jebe tatsächliche Unterlage sind und in München nur als böswilliges tendenziöses Manöver aufgefaßt werden können, deffen durchsichtiger Zweck sei, der Ber. Finer Regierung in ihrer jegigen Zusammen fegung Schwierigkeiten zu bereiten(!). Sollten die Urheber dieser Ausstreuungen in München figen, so find die maß- Ueber die Schritte zur Beilegung der Rabinettstrife liegen gebenden Stellen entschloffen, alle Schritte gegen fie zu unternehmen. nur spärliche Meldungen vor. Im Mittelpunkt der Erörte( Zu dem letzten Satz sei bemerkt, daß die Nachricht in Berlin rungen standen gestern, außer den alarmierenden Nachrichten ihre Quelle hat und aus einer mißverständlichen Beurteilung des aus Bayern, die Beratungen der demokratischen Besuchs entstanden ist, den Herr v. Breger gestern in der Reichs- Reichstagsfraktion, die bis 7 Uhr abends andauerten, Tanzlei abgestattet hat. Red. des„ Vorwärts".) ohne daß ein endgültiger Beschluß gefaßt wurde. Die drei niedergelegt. Aus Karlsruhe wird dem„ So3. Parlaments- Dienst" geAuch in Baden ist man über die militärischen Rüstungen der bayerischen Rechtsradikalen beunruhigt. Es wird befürchtet, daß die in Nordbayern sich fammelnden Banden auch füddeutsche £ änder überfallen tönnten. Die Meldung, daß Reichspräsident Ebert entschlossen sei, zur Da die Rechtsradikalen mit Reichstagsauflösung zu schreiten, falls die Abstimmung des Artillerie ausgerüstet sind, würden Polizeifräfte eines Landes schwer- Reichstags feine ausreichende Mehrheit für das Kabinett Strajamann lich zur Abwehr gegen diese Borstöße ausreichen. Die badische ergebe, wird dem BD3. von gut informierter Seite als unzutreffend Regierung hat die Reidsregierung in Berlin auf diese bezeichnet. Gefahr hingewiefen und gefordert, daß die Reichsregierung in München entsprechend vorstellig werde. Keine Lösung der Regierungskrise. Beratungen der Demokraten. Rausch und Rabold. Bernhard Rausch, früherer Redakteur des Kieler Parteiblaties, dann Pressechef Nostes, Redakteur der Parteiblätter in Kottbus und Saarbrüden, jest Angestellter in ter Zentrale für Heimatdienst, hat dem Parteivorstand feinen Austrift aus der Partei angezeigt und eine sehr lange Begründung daftr beigefügt. Den ganzen Brief läßt er durch die schwerindustrielle Telegraphen- Union" an alle deutschen Zeitungen verbreiten. As Grund für seinen Schritt bezeichnet er das angebliche Bersagen der fratische Landtagsabgeordnete Emil Rabold hat den Austritt aus der Partei in staatspolitischer Hinsicht. Auch der bisherige fozialdemoBartei vollzogen. Ihm ist die Partei allerdings zu fehr staatspolitisch gerichtet. Sein Landtagsmandat hat Rabold, noch nicht Warum Hans Gotthelf kein Dieb wurde. Klaffiter, und fein Magen tat dauernd weh vor Hunger. Da fah tel soviel wie Keuchhuſten verursachten. Bom 4. bis 9. Lebensjahr Bon Erna Büsing. stürzte ein. Um die Gasrechnung zu bezahlen, verkaufte er die Herzkrankheiten ein Drittel soviel Todesfälle wie Scharlach, ein Vierer einmal in einem Bäckerladen Pflaumenkuchen liegen. Seine waren die Opfer dieser Krankheiten, mit Ausnahme der Diphtherie, Ginne umnebelten sich, das Wasser stand ihm im Munde, feine Hände felbft mehr als bei der Tuberkulose. Zwischen 10 und 14 Jahren waren greifbereit. Er setzte den Klemmer fest auf die Nase, aber war die Sterblichkeit höher als bei allen Kinderkrankheiten. Die Todesrate an Herzfrankheiten beträgt für die ersten fünf Jahre stahl den Pflaumenfuchen nicht, denn die Glasscheibe 0,8 Proz., für die ersten 10 Jahre 1,3 Broz, für die Jahre 10 bis 59 30 Broz. und von 60 Jahren an 57 Broz.; nach 70 Jahren ist der Prozentsaz 68 Proz. er Zwischen Nord und Süd. stellt sich alles gleich anders dar. Man muß die Dinge nur aufs Menschliche zurückführen dann Hans Gotthelf wurde nach forgenfreier Jugend in voller Selbstverständlichfeit in eine gesicherte Stellung hineinbugfiert. Er tat seine Pflitht, hatte einen gefunden Schlaf und füllte seine Muße war dazwischen. stunden aus mit Besuchen, Dämmerschoppen, Sfatabent, Theaterund Konzertabonnement. Dann und wann las er, halb zur eigenen Erbauung und halb des literarischen Anstandes wegen, einen Klassiter. Hans Gotthelf war ruhig und friedfertig, wie das bei stets ausgeschlafenen, immer fatten Menschen des öfteren vorkommen soll. Mit Politik und fozialen Fragen beschäftigte er sich gerade so viel, daß sein Wissen für eine Stammtischunterhaltung ausreichte. Etwas Liefaufwühlendes blieb seinem Leben fremd. Es war alles behag lich und gemütlich und so leicht begreiflich, denn der eine lebte von feinem Eigentum und der andere von seiner Arbeit. Wurden mal unzufriedene Stimmen laut, weiche die Gottgewolltheit der Weltordnung anzweifelten, dann sette Hans Gotthelf fich in Bofitur, drückte seinen Klemmer fest auf die Nase und sagte:„ ber, es hat doch jeder, was er braucht." " Ich hatte in einem Abteil dritter Klaffe dem Ausbruch eines Haders zwischen Nord und Süd beigewohnt und strebte gerade einem stillen Ort zu, um mich in Ruhe zu übergeben, als ich in der start befehten vierten Klasse sah, daß ein heftig freischendes fleines Kind von der am äußersten Wagenende placierten Mutter über eine Rette hilfsbereiter Hände weitergereicht wurde bis zu einem bärtigen Manne, der, in der Nähe des bewußten Kabinetts stationiert, mit nahme des ganzen Wagens wieder hervortrat und das nun nicht dem Kleinen darin verschwand, bald darauf unter lebhafter Anteilmehr freischende, sondern vergnügt frähende Kind auf dem näm lichen Wege bis zur Mutter zurückerpedierte. Peter Ser. Die soziale Bedeutung der Herzkrankheiten. Die Herzfrankheiten gehören eigentlich nicht zu jenen Krankheiten, durch die man die Boltsgesundheit am stärksten bedroht glaubt. Daß sie doch eine wichtige Rolle innerhalb der allgemeinen Sterblichfeit spielen, zeigen amerikanische Untersuchungen, über die m ver Umschau" berichtet wird. Der Dekonomische Schaden, den die Vereinigten Staaten alljährlich durch Herzfrankheiten erleiden, wird mit 100 Millio nen Dollar berechnet. Deshalb fordern die Aerzte eine eifrigere Befämpfung diefer Krankheiten, verlangen Aufklärung des Publikums und regelmäßige Untersuchungen. Daß für die Gesundheitspflege in Nordamerika noch viel zu tun übrig bleibt, geht daraus hervor, daß 1921 in den Bereinigten Staaten pro Kopf für Zuckerwaren 10 Do! far, für Erziehung 9 Dollar, für Kaugummi 50 Cents und für die Gesundheit-20 Cents ausgegeben wurden. damm 232 ihre Herbst ausstellung. Die Berliner Sezeffion eröffnete gesterf am Kurfürstenforgfältig gefiebte, aber auffallend schlecht gehängte Kollektion von Gine fleine, offenbar Gemälden und Plastiken. Dann kam der Krieg über die Welt. Hans Gotthelf war voll Drei neue Arbeiten des Präsidenten Das alles vollzog sich mit schlichter Sachlichkeit und ungeachtet Corinth im befannten kraftmeiernden Altersstil des Meisters. Patriotismus und sein Haushalt voll weisefter Einschränkung. Die sichere Techynit, mit der es bewerkstelligt wurde, auf mehrfaches Eine Waldlandschaft und ein Bufoni- Porträt von Jaedel( ehrlich, Steckrüben gaben Hindenburg- Suppe und Ludendorff- Salat, und Wiederholen der Uebung schließen ließ, ohne Murren und Gereizt trotz der schönen Namen betam Hans Gotthelf Bauchkneifen danach. heit von selben der bayerisch redenden Hilfsbeslissenen. Und dabei gefonnt und viel sympathischer als die überhitte Phantastik seiner anspruchsvolleren Werte). Bon Kraustopf zwei FrauenbildEin junger Mann, der turz vor der Einberufung stand, dem also sprach die Mutter unverfälscht berlinisch. niffe, die in ihrer suggestiven, aus verborgenen Seelentiefen schöpfender Heldentod schon fühlbar im Nacken saß, erhielt durch irgendeine den Charakteristik an Frühwerte Kokoschtas erinnern. Einfache, Nachlässigkeit seine Lebensmittelbarten nicht. Berärgert und verrhythmisch wuchtige Farbflächen( Wäscherinnen") von Erió bittert hielt er sich an Hans Gotthelfs Borräten gütlich und schickte aste, monumentale Tafeln von Eugen 3a ch( Gitarre spieler") und Wilhelm Schmid( zwei Stilleben). Daneben ein ihm das Geld für entnommene Baren" per Postanweisung zu. paar foloristisch fräftige, aber feelisch leere Landschaften HedenHans Gotthelf flatterte vor Aufgeregtheit und Empörung wie ein borfs und von Erich Büttner ein gut gezeichnetes Billeangeschossenes Huhn. Nach reiflicher Ueberlegung fam er zu der Borträt. Die Plastik ist schwach und schwächlich vertreten: ein Anschauung, daß der Berwaltungsapparat fehr fompliziert war. forreft gebauter, aber nur architektonisch- dekorativ wirkender Torso Dann feßte er seinen Klemmer fest auf die Nase und sagte:„ Aber In den Schulen der Stadt New York find etwa 1 Proz. von Josef Thorat, ein paar graziöse Statuetten von Jo zum Dieb braucht man doch nicht zu werden." Der Kinder Herzfrant; das bedeutet für den Staat New Yor! 200 000 hannes Schiffner und ein solide langweiliger Diana- Kopf Es tamen die Nachkriegswirren. Kriegsverstörte und halbver herzlrante Kinder zwischen 6 und 16 Jahren. Unter den Refrueberers fallen auf. hungerte Menschen zerfleischten sich in wilder Verzweiflung. Kugeln ben, befanden sich bei 3 704 000 mann 550 000, die wegen Krankheit die Mitglieder der Berliner Sezeffion zu bieten haben, und in diesem ten, die bis zum Dezember 1917 in 2 merila ausgehoben wur- Alles in allem: eine Ausstellung, die gewiß das Beste zeigt, was fauften durch die Straßen und Barritaben türmten sich auf. Als zurückgestellt wurden, davon 11,5 Broz. wegen Herzfrankheit 3,1 Sinn eine Elite- Ausstellung. Schade nur, daß das Gros der BerHans Gotthelf, ängstlich von Haustür zu Haustür laufend, um ein Prozent aller Ausgehobenen im 2. bis 4. Jahrzehnt wurden wegen liner Sezessionisten nicht zur Elite der modernen deutschen Anstlerpaar Lebensmittel unterwegs war, wurde ganz in seiner Nähe ein organischer Herzfranfheit zurüdgewiesen. In 10 rantenhäufchaft zählt. J. S. Omnibuspferd tödlich getroffen. Flugs war es von hungrigen Men fern der Stadt New York ergab sich nach einer fürzlichen Feststelfchen umringt, die, mit Taschenmessern bewaffnet, sich aus der lung, daß 10 Proz. der Patienten herzfrant waren. Die Durch Pferdebeiche größere und fleinere Stücke schnitten. Hans Gotthelf schnittstoften betrugen pro Tag 2,69 Dollar, pro Fall 17 Dol hatte auch Hunger und seine Gier auf Fleisch war groß. Aber lar. In 45 Herzfliniten von New Dort wurden nahezu 25 Broz. Pferdefleisch Brrr! Er setzte seinen Klemmer fest auf die Nase aller ambulanten Patienten behandelt. Während die in den Kran und sagte:„ ber, man hat doch moralische Hemm un 1 250 000 Dollar im lezten Jahr betrugen, verursachten die in den fenhäusern verpflegten Herzfranten einen öfonomischen Berluft von Kliniken Behandelten 600 000 Dollar Kosten. gen." Es fam die Geldentwertung. Jest verlor Gotthelf den festen Boden unter den Füßen, und die Gottgewolltheit der Weltordnung " Romain Rolland und das hungernde Deutschland. Die österreichische Künstlerhilfe, welche die internationale Attion zugunsten der hungernden Deutschen einleitete, erhielt vivt Romain Rolland ein Schreiben, worin es heißt:" Ich emp= Ich schließe mich ihm aus vollem Herzen an, tief fing den betreffenden Aufruf zugunsten der deutschen Intellektuellen. betrübt über die unmenschliche Politit, welche Die Untersuchungen über die Sterblichteit an Herz- diesen Zusammenbruch verursacht hat und vers trantheiten ergaben, daß im Alter von 1 bis 4 Jahren die längert." ReaktionZre Hoffnungen. Än der ITjlrlgen Wendpresse klingt der Jubel der Rechts- Parteien schon ein wenig gedämpfter. Der Austritt der Sozialdemokratie aus der Regierung hat zwar in vielem ihren Ansturm geaen die Reichsregierung erleichtert, aber der e i g e n t l i a) e Ä a m p f b e g i n n t e r st. Es zeigt sich jetzt auch in der Presse die Tatsache deutlicher, auf die wir von An- fang an hinwiesen, daß die Entfernung der Sozialdemokratie den bürgerlichen Parteien der Mitte die Auseinander- s e tz u n g mit den Wünschen der Reaktion keineswegs erspart. Weder ist das bayerische Problem gelöst, noch ist auf irgendeinem anderen Gebiet der reaktionäre Appetit be- friedigt. Etwas reichlich spät stellt das„Tageblatt" fest:„Den Marxismus schlug man, man meinte das Kabinett der verfassungstreuen Mitte." Während die offizielle Regicrungsmitteilung die Abweisung der sozialdemokratischen Forderungen damit begründet, daß ihre Anerkennung aus Prestigegründen nicht möglich gewesen sei. muß heute das„Tageblatt" zugeben, daß„die Hoffnung, durch die Ent- fernung der Sozialdemokratie die Stoßkraft des rebellierenden Vayerns zu schwächen, eine Illusion sei und daß eine Stärkung der Position gegenüber der Rechten nicht er» folgt und nicht zu erwarten sei". Trotz alledem ist die Reaktion keineswegs zufrieden. Mehr denn je kämpft sie unter der Parole„Alles oder nichts". Ihre Kerntruppen stehen durchaus nicht nur an der bayerifch-thüringijchen Grenze. Sie sind da, wo das Stinnesorgan die stärksten wirtschaftlichen Bataillone zu sehen meint. Ent- rüstet stellt die„Deutsche Zeitung" fest: «Inzwischen können die Techtelmechtelmacher ihre Arbeit be- ginnen. Für jeden, der aus Charakter und Neigung grundsätzliche Lösungen und entscheidende Taten fürchtet wie den Tod, heißt es ja immer: Zeit gewonnen, ist alles gewonnen. Schon bohrt man am linken Flügel der Deutschnationalen Volks partei, daß er sich bereit finden lasse, enkreder in das Kabinett einzutreten oder auch ohne dies das Kabinett zu unterstützen. Schon versucht man, die P r« u h e n f r a g e so zu drehen, als stehe hier überhaupt der Austritt dcr Sozialdemokratie gar nicht in Frage; es fei viel- "mehr Sache der Volkspartei, ihrerseits aus dem Preußentabinett zu ichciden und der Sozialdemokratie in Preußen das Feld zu über- lassen. Es ist nicht zu leugnen, daß das so entstehend« Rumpf- tabinett in Preußen eine Mehrheit im Landtag« hinter sich haben würde— wenn das Zentrum es wirtlich über sich gewinnt, im Reiche gegen di« Sozialdemokratie mit der Dolkspartei und in Preußen mit der Sozialdemokratie gegen die Volkspartei zu regieren. Parlamentarischen Techtelmechtelmachern ist ja schließlich alles mög- lich. Vielleicht wird man auch dieses eine Zeitlang versuchen." Sie hat einen Trost, die gute„Deutsche Zeitung". Sie kennt das Spiel hinter den Kulissen und deswegen glaubt sie zu der optimistischen Hoffnung berechtigt zu sein: „vielleicht aber fegt mich ein Windstoß in die dürre« Blätter tinein, der alle Verhandlungen dieser Art über den Haufen wirft. Es ist doch nicht vorzustellen, daß diejenigen Kräfte, die die Sozial- bonuiralie aus der Reichsregierung herausgedrückt haben, sich damit zufrieden geben jolllen, daß sie in Preußen unumschränkter als je zu- vor die Herrin der Lage bleibt." Die„Deutsche Zeitung" schreibt eben, wenn es daraus ankommt, sehr gerne gute und schöne Artikel gegen l a n d e s- verräterische Großindustrielle, aber wenn diese Herren sich anschicken, gegen die Sozialdemokratie vorzugehen, wird a'lcs verziehen. Maurenbrecher wird wissen, warum er verzeiht. Die größere Stärke dürfte nicht bei ihm, sondern tar den„Kräften sein, die die Sozialdempkratte aus der Reichsregierung herausgedrückt haben". Als alter Kenner iürchtet Maurenbrecher mir, daß die Sozialdemokratie noch lange nicht erledigt ist, und deswegen atackisrt er in der hef- tigsten Weise den Reichspräsidenten. Er betont, daß der Reichspräsident„durch seine Handlungen tatsächlich seiner Partei hervorragende Dienste geleistet" habe. Er sei„keines- wegs nur eine rein dekorative Figur" und„mit Ebert als Reichspräsidenten zusammen könne eine nationale Regierung nicht gebildet" werden: „Jigaros hochzcii" in der Volksbühne. Das vor ISO Jahren entstandene Lustspiet Beaumarchais feierte gestern in der Volks- bühne«ine lustige Auferstehung. Die Ausführung war mit Liebe vorbereitet. Paul Henckels hatte als Regisseur und Träger der Hauptroll« feinen großen Tag. Da die Borstellung bis spät in die Nacht hinein dauerte, kann über sie erst am Montag eingehend berichtet werden. Dgr. Georg Kaisers„Nebeneinander" im Lnstspielhaus. Die Ge- danken über dieses kesse Stück, seinen Sinn und seinen Unsinn und das, was die Schauspiclcr dabei leisteten, dürfen nicht nur einige mitternächtlich hingeschmissen«'Sätze ausgelaugt werden. Das Stück ist so stark, daß ihm auch die schonungslose Claque nichts schadete. Das Warum am Montag. M. H. Vühnen-Vetriebsgemeiuschaft. Die Verhandlungen zwischen der Direktion des Deutschen Theaters und dem Schauspie. lertheater sind nunmehr zum Abschluß gekommen. Das Deutsche Theater und das Schauspielertheater haben sich zu einer Betriebsgcmeinschafkvereinigt, deren Gesamtleitung in den Händen des Direktors des Deutschen Theaters Karl R o se n und des Generalbevollmächtigten des Schauspielertheoters Prof. Wal- icr Steinthal liegt. Reinfalle von Gelehrten. Kürzlich kam eine Anzahl von Ton- puppen, di« ein vierjähriges Ravajo-Mädchen zur eigenen Belustigung zurcchtgeknetet hatte" in die Hände des Dr. Walter Fewkes, eines der ersten Prähistvriker von Amerika. Die Ravnjo sind ein in den Südstaaten, Texas usw., verbreiteter Jndianerstamm. Dr. Fewkes war aufs höchste überrascht, denn genau solche Puppen waren schon oft in seine Hände geraten, und zwar als Ausgrabungen, Reste „uralter, verschollener Kultur". Man hatte sie bisher immer als primitive Götzenbilder, Fetische u. dgl. aufgefaßt, und in den Büchern über das vorkolumbischc Amerika findet man dies« Kistderpuppen massenhaft als uralte Fetische abgebildet. Gerade ihre naive Primitivität— an den Köpfen sind Ohren, Augen und sonstig« Einzelheiten einfach weggelassen— schienen Beweise für Uralter- tum zu sein! Großes Aufsehen erregte auch vor kurzem auf der Insel Man in England«in beim Fischen im Meere gemachter Knochenfund. Es war ein großes Knochenstxick, drei Meter lang und fast einen Meter breit. Allgemein wurde das Ding als der Schultertnochen eines Mn mmut beschrieben und abgebildet, und man freut« sich sehr, da Mammut-Reste aus der Gegend noch nicht bekannt waren. Endlich ergab die wissenschaUlichz Untersuchung in Hull, daß der Gegenstand durchaus nichts Vorsintflutliches an sich hatte: es war einfach der Schädel eines Walfisches. Der fünfte Abend der Rovembergruppe findet Montag, den abends 8 Uhr, im Vor-Haus, Potsdamer Str.«, statt. DaS ?l m ar-H i nd e mith-Qu ar tet t spielt«18 Erstaufführungen das zweite Streichquartett im Lierteltonsystem von Alois Haba und das Streichquartett o?. 16 C-dur von Paul HIndcmiih. Ferner liest LZalfher von Holländer Unveröffentlichtes aus seinem Werl. — Karten nur im Vorverkaui bei Twardv, Potsdamer Str. 12, und im Graphischen Kabinett, Kursürstendamm 2321. „Die Militärdiktatur, die seit dem 2S. September besteh!, und die einen Hauptpunkt in dem Kampfe zwischen Reichs- regierung und Sozialdemokratie gebildet hat, hat ihre rechttiche Grundlage allein in einer Verordnung, die der s o z i a l d e m o k r a- tisch« Reichspräsident erlassen hat und die er jeden Augenblick aus eigenem Recht wieder zurückneh- m e n kann, ohne den Reichskanzler überhaupt darum zu fragen. Der sozialdemokratische Reichspräsident hat es fernerhin in der Hand, den Reichstag aufzulösen, wann er will oder die vom Reichskanzler geforderte Auflösung zu verweigern. Es gibt kein« nationale Regierung, di« fähig wäre, auf sich selbst zu stehen, solange nicht dieser Reichspräsi- dent durch einen nationalen Präsidenten er- setzt ist."' Für die„Deutsche Zeitung" ist der„Kampf gegen die Sozialdemokratie auf der ganzen Linie entbrannt" und �zu dieser Linie gehöre auch die oberste Spitze. „Herr von Kohr hat bekanntlich erklärt, mit einer Reichs- regierung nicht verhandeln zu wollen, in der die Sozial- demokrati« vertreten sei. Aber sie ist noch immer in der Reichs- regierung vertreten, und zwar an der entscheidenden Stelle. Die Herren Robert Schmidt, Radbruch und Sollmann sind ja ein Nichts gegenüber der ausschlaggebenden Bedeu- tung und der in jahrzehntelanger Uebung gewon- nenen Gewandtheit des Reichspräsidenten Fried- r i ch Ebert. Soll der Kampf gegen den Marxismus wirklich zu Ende geführt werden, so muß auch der Marxist an der Spitze des Reichs gezwungen werden, seinen Abschied zu nehmen. Ebert ist die Verkörperung der Revolution. Brechen im Chaos der Gegenwart alle Ueberlieferungen und Grundsätze der Revolution zusammen, so muß auch ihr oberster Vertreter daraus die Folgerung ziehen." Die Haltung der„Deutschen Zeitung" wird von der „Kreuz-Zeitung" ausdrücklich unterstrichen. Und auch die„Deutsche Tageszeitung" bläst in dasselbe Horn. Auch das Agrarierblatt will die„wirtschaftlichen Kräfte mobili- sieren". Es sieht die Schwierigkeiten, die diesem Versuch in den Reihen des Bürgertums selbst gemacht werden, und vsst- sichert deswegen drohend: „Das Volk verlangt und es wird gegebenenfalls erzwingen, daß zur Verantwortlichkeit endlich die Kräfte heran- gezogen werden, di« im Kampfe gegen das bis- herige verrottete System sich gestählt und die da- bei ihren Rock und ihre Hände sauber gehalten haben." Das Volk weiß nur zu gut, w e r die wirtschaftlichen Kräfte sind, deren Mobilisierung erzwungen werden soll. Gegen den„marxistischen Klassenegoismus" dieser Wirt- schaftskräfte, wenn sie � sich ungehemmt entfalten könnten, würde allerdings der„Marxismus" der Llrbeiterschaft ver- blassen. Die„starken Bataillone der Wirtschaft" würden in ihrer Hemmungslosigkeit im Bunde mit einsichtslosen Generälen und stumpfsinnig berufscgoistischen Groß- agrariern nichts anderes fertig bringen, als einen grotesken Versuch der Wiederaufrichtung des allen Macht- und Obrigkeitsstaats und des schrankenlosen Herrentums großindustrieller Zäsaren. Deutschland als Staat, als Reich, als Republik, als große Nation, deren Zu- kunft es zu erhalten gilt, wird ihnen wenig Sorge machen. Sie haben einmal bereits Volk und Land in den Abgrund gestoßen, ein zweites Mal würden sie es für Jahrzehnte zurückwerfen. Auf diesen Schultern kann das Reich nicht ruhen, von diesen Kräften die Zukunft nicht gestaltet werden. Sie tragen durch ihre dauernde Krisonmacherei die Schuld an den ständigen Wirren. Kein Kanzler, er mag heißen, wie er will, wird möglich sein, der d i e s e Kräfte nicht in offener Feldschlacht überwindet und bändigt. Zum Golöanleihefkanüal. Spekulationsgeschäfte auf Kosten des Reiches. Di« Ausgabe der Goldanleihe und die später« Kursentwicklung dieses wertbeständigen Geldes haben erneut die Unfähigkeit und Kurzsichtigkeit der Reichsbankpolittk gezeigt. Durch die späte Aus- gäbe der Stücke haben viele Zeichner enorme Summen verloren. Neuerdings hat eine böse Kurstreiberei eingesetzt, der man erst später durch die Festsetzung eines Einheitskurses entgegen� trat. Man versäumt« ferner, was man jetzt nachholen will, die Papiermark entsprechend den Forderungen, die Genosse Hilferding als Finanzminister vertreten hat, in ein festes Wertverhällms zur Rentenmark zu bringen. So wollte schließlich niemand mehr Papiermark nehmen und der Zahlungsmittelverkehr flockte ganz und gar. Das Vorgehen der Reichsbank, das das Fmcmzministerium nicht zu verhindern verstand, bedeutet eine außerordentlich schwere Schädigung der Reichsfinanzen. Die Reichsbank hat in der letzten Zeit zwar Goldanleihe an die Banken verkauft, die Stück« aber nicht liefern können. Die Banken müssen aber erst di« Papiermark bezahlen, wenn sie di« Stücke erhalten, und zwar zum Kurse des Tages der B e st e l l u n g, nicht, wie das bei jeder Aepfelfrau Sitte ist, des Tages der Lieferung. Welche Wirkung das gehabt hat, zeigt folgender uns bekannt gewordener Fall: Ein Bankier taufte zum Dollarkurse von etwa 65 Milliarden 2000 Dollar-Eoldanleihe. Er hatte dafür zu zahlen gehabt 130 Billionen Papiermark. Bis heute hat die Reichsbank die Stücke nicht geliefert. Der Bankier hat das Geld einmal zu seiner freien Verwendung, er kann es gegen 4 bis 6 Proz. täglichen Zins ausleihen oder es sonst verwenden. Die Reichsbank aber wird die 130 Billionen erst erhalten, wenn sie nicht mehr 2000 Dollar wert sind, sondern vielleicht weniger als 200. 1800 Dollars hat sie resp. das Reich, dem der Erlös der Anleihe ge- hört, verloren. Das ist ein einziger un» bekannter Fall, aber die Reichs- dank hat unglaublicherweise ganz allgemein in der letzten Zeit so gewirtschastet. Sie hat durch diese wahnsinnige Unfähigkeit das Reich um MJllionen Goldmart geschädigt. Nur so erklärt sich ja auch die Tatsache, daß die Finanzen des Reiches durch die Ausgabe einer Airleihe von 500 Millionen Goldmark keine Erleichterung erfahren hat. Denn sehen wir selbst von den ersten 160 Millionen, die durch Zeichnung aufgebracht worden sind, ab, so müßten die 340 Millionen, die mehr als das Dreifache des Gold- wertes der in Zirkulation befindlichen Notenmenge ausmachen, doch ausgereicht haben, um während einer gewissen Zeit keine neuen Papisrmark in den Verkehr zu setzen. In Wirklichkeit ist durch das Vorgehen der Reichsbank der finanzielle Effekt für das Reich ganz minimal geblieben, ist die Arbeit der Notenpresse kaum vermindert worden. Der Skandal, der da passiert ist, ist noch ärger als der Skandal mit den Papiermark» krediten. Deshalb ärger, well er nicht nur eine unberechtigte Bereicherung privater Börsen- und Spekulotionskreise in sich schließt, sondern auch eine unmittelbare schwere Schädigung der Reichsfinanzen. Die Verantwortung dafür tragen keine„Marxisten". Die trägt in erster Linie die Reichsbank, an der Spitze der von Wilhelm II. so gepriesene„Generalgeldi-rarschall Havenstein, der vom Marxismus, freilich auch von jeder anderen ökonomischen Theorie, völlig frei ist und politisch den Deutschnotionalen sehr nahe steht. In die Verantwortung mag sich die Deutsche V o l k s p a r t e i teilen, die dafür gesorgt hat, daß das Finanzministerium von jedem marxistischen Einfluß gereinigt wurde. Wir Marxisten dagegen meinen, daß diese Verantwortung vor aller Welt klargestellt und vor allem schleunigst eine Untersuchung eröffnet werden muß, wie groß der Schaden ist, den die Reichsbank der Allgemeinheit zu- gefügt hat. Daß diese Praxis der Reichsbank sofort einzustellen ist, versteht sich von selbst. Das Finanzministerium hat unterdessen eingesehen, welchen schweren Fehler es begangen hat. Die Regierung hat jetzt ango- kündigt, daß die Papicrmark in ein festes Verhältnis zur Gold- anleihe gesetzt wird, so daß man für einen Dollar Goldanleiho T Milliarden Papisrmark und umgekehrt stets wird erhalten können. Es ist zu fordern, daß dieses Verhältnis jetzt ohne weiteres Zögern bekanntgegeben wird, um auf diese Weise dem Der- kehr genügende wertbeständige Zahlungsmittel zuzuführen. Denn di« Papiermark wird dadurch eine Art Scheidemünze der Gold- anleihe, das Hamstern der Goldauleihe selbst wird damit sinnlas, die Goldauleihe kann dann erst wirklich für den Verkehr als Zah- lungsmittel nutzbar gemacht werden. Damit wäre dann eine gewisse Abhilfe für die augenblicklichen Schwierigkeiten gegeben. Wie wir hören, ist die Regierung auch aus Bankkveifen auf diese Mißstände aufmerksam gemacht worden. Die einfachst« Abhilfe gegen die spekulative Ausnutzung der Goldanlsih« auf dem Rücken der Reichsbank und des Volkes würde darin bestehen, daß die Reichs- bank für di« bei ihr bestellte Goldanleihe ebenso wie es bei Devisen schon geschieht, sich bis zum nach st«n Tage Zahlung aus- bedingt und so den Kursgewinn der Spekulanten unmöglich macht. lvirtschafts- unü ßinanzmaßnahmen. Di« Reichsregierung Hot zur Linderung der größten Rot für die Milchverbilligung den Ländern erhebliche Beträge zur Aer- fügung gestellt. Eine besondere Unterstützung hat man den mit Hilfe des Auslandes durchgeführten Kinderspeisungen zu- gedacht. Um di« gesamt« Lebensmittellag« zu bessern, will man durch eine K r e d i t h i l f e unter Inanspruchnahme der Konsumgc- nossenschaften billigere Lebensmittel auf den Markt bringen. Auf das Kartellgssetz, das gleichfalls soeben erlassen worden ist, gehen wir an anderer Stell« ein. Um den Mangel an wertbeständigen Zahlungsmitteln zu bs- heben, werden Goldschatzanweisungen geschaffen in Höhe von insgesamt 800 Millionen Goldmark, die als Deckung für das wertbeständige Notgeld dienen sollen und deshalb nicht in kleinen Beträgen ausgegeben werden sollen. Zur Entlastung der Reichsfinanzen ist«in weiterer wichtiger Schritt erfolgt. Die Reichsregierung stellt vom 3. November ab die Zahlungen zur Durchführung der Sachlieferungen ein und überläßt es den interessierten Firmen, die bisher mit behörd- licher Bezahlung bestrittenen Sachlieferungen auf dem Wege freier Vereinbarung und auf Rechnung des ausländischen Empfängers fort» zusetzen. Gegen wuchernde Händler. Der Präsident des Landespolizeiamies G r z e s i n s k i tei.t mtt: „Gewisse Kreise des Handels haben den niedrigeren Markkurs an der gestrigen New Ä orker Börse, der ain Sonn- abend früh in Berlin bekannt geworden'st, zum Anlaß genommen, ihre Preise entsprechend heraufzusetzen. Ein solches Treiben ist eine verwerfliche Ausnutzung der Notlage des Volkes und nichts anderes als schamLosefter Wucher. Als gültige Meßziffsr für die Geldentwertung kommt nur der amtliche D o l l a r k u r s vom Tage vorher in Frage. Di« Organisationen des Lebensmittel-Groß- und Kleinhandels haben das auch als für sich und ihre Mitglieder bindend anerkannt. Di« Polizeiorgone sind angewiesen, solchen Preis ausschreitungen energisch zu begegnen und mit allen ihnen zu Gebot« stehenden Mlleln gegen diesen Wucher einzuschreiten. An mich sind weiterhin Meldungen gelangt, daß einzelne Händ- ler bereits die Papier mark als Zahlungsmittel zu- r ü ck w e i l e n mit dem Hinweis, daß sie selbst ihren Lieferanten wertbeständig zahlen müßten. Ich mache das Publikum darauf aufmerksam, daß ein solches Verhalten ungesetzlich ist und daß die Pcpiermark nach wie vor gesetzliches Zahlungsmittel ist. Wenn der Verkäufer die Papiermark nicht annimmt, kommt er in Verzug und die Käufer sind ihrer Zah- lungspflicht ledig. Im übrigen ersuche ich die Bevölkerung, alle solche selbstsüchrige Handlungen einzelner Händler gegen die Interessen der Gesamtheit unnachsichtig bei der Polizei zur Anzeige zu bringen, damit solche wucherischen Elemente im Handel nicht nur der gerechten Bestrafung zugeführt, sondern auch wegen der UnzuverlSistzkeit so schnell wie möglich aus dem Hände lentfernt werden können." Wiedereinführung der Srotkarte. Amtlich meldet MTB.: Der preußische Landwirtschoftsmmister hat mtt Zustimmung des Reichsernährungsministers den Magistrat Berlin auf Grund des § 6 der Verordnung über Notstandsversorgung vom 13. Juli 1923 ermächtigt, Bestimmungen über den Umfang der Bezugs- berechtigung für Brot sowie darüber zu treffen, wie sich die Bezugsberechtigten auszuweisen haben. Auf Grund dieser Er- mächsigung hat der Magistrat angeordnet, daß Brot nur noch auf Brotkarte abgegeben werden darf. Näheres wird nach bekanntgegeben werden. Diese außerordentlich erfreuliche Maßnahme der preußi- schen Regierung und des Berliner M a g i st r a t s, über die Einzelheiten wohl erst Montag bekannt werden, wird hoffent- lich der ebenso törichten wie unsozialen Brothamsterei, die heute von allen Schichten der Bevölkerung betrieben wird, ein Ende machen. Die Brotkarte wird nach dem Fortfall der Umlage natürlich nur die Mengenabgabc und nicht den B r o t p r e i s rationieren können. Aber schon diese Maß- nähme wird beruhigend wirken, da tatsächlich Brot genug zur Verfügung steht, wenn die Hamsterei, die die Robusteren auf Kosten der Schwächeren betreiben, unter- Kunden wird. die Sachverftänöigenkonferenz gefähröet. London. 3. November. sWTV.) Reuter erfährt, daß die britische Regierung jetzt die Antwort Pvinraräs darüber erwartet, ob er bereit ist, seine Bedingungen abzuändern. Hier herrscht der Eindruck, daß, wenn dl« Einladung der Alliierten an Amerika derartig beschränkt wird, daß die Sachverständigen lediglich eine Untersuchung über die jetzige Zahlungsfähigkeit Deutschlands und nicht über die Zahlungsfähigkeit In der nächsten Zukunft anstellen können, die Besprechungen keinen Zweck haben würden._ Reichswchrminisier Cr. Geßler hat den„R e i ch s a u s s ch u ß der deutschen Betriebsräte" mit Wirkung für das ganz« Reich aufgelöst und verboten. Itrifft. Natürliche Borausfehung einer starteren Arbeits- 1 Die Cohnverhandlungen in der Chirurgiemechanik für die Woche Gewerkschaftsbewegung intensität ist der allmähliche Ausgleich des gewaltigen Man vom 29. Oktober bis einschließlich 4. November hatten folgendes ErVom Wert der Arbeitskraft. Ein marriflisches Kapitel. Den folgenden Abschnitt aus dem ersten Band des Hauptwertes von Karl Marg,*) Buch 1: Der Produktionsprozeß des Rapitals, setzen wir nicht etwa hierher, um der Kahr- Gesellschaft zu zeigen, wie ahnungslos sie den Erscheinungen gegenüber steht, die sie als , Marrismus" durch die Rechtsdiktatur bannen möchte. Es erscheint uns vielmehr recht zeitgemäß, die Unternehmer auf den Zu Immenhang der Dinge hinzuweisen und auch der Arbeit nehmerschaft sie in Erinnerung und deutlicher zum Bewußtjein zu bringen. $ 8 tos in Lebensmitteln. Das Unternehmertum glaubt gebnis: Sämtliche Lohn- und Akkordbasen und feste Stundenzuschläge diese Voraussetzung umgehen, die Kosten diefer Lebensmittel ersparen werden um 171 Broz. erhöht. Jugendliche Arbeiter und Arbeite zu können durch den 3wang zu längerer Arbeitszeit. Es rimmen von 14 bis 18 Jahren werden nach den Säßen des VBMI. entlohnt. In Betrieben, in denen eine Endabrechnung am Dienstag glaubt den gegenwärtigen Zustand verewigen zu fönnen durch nicht möglich ist, soll am Montag nach Möglichkeit ein Vorschuß in Festhalten an den Schwindellöhnen. Es glaubt sich hoch der doppelten Höhe wie am Freitag gezahlt werden. Wegen der wertige Arbeitskräfte erhalten zu können, trotzdem es die nicht uns Branchenversammlung fiehe Injerat. Die gedruckten Tarife find ab mittelbar in seinem Profitinteresse wirkenden Geistesarbeiter auf Montag 3 Uhr beim Kollegen Tirpitz erhältlich. Unterernährung gesetzt und der Arbeitnehmerschaft alle Kulturerrungenschften, alle Bildungsmittel entzogen. hat. Es läßt den Arbeiter bei vollen Scheunen hungern, entzieht ihm nicht nur die Zeit, sondern auch die Mittel zur ErGenossen, Republikaner! Achtung, Bauanschläger! Die Branchenversammlung am 2. November nahm zu der vom Schlichtungsausschuß festgesetzten Lohnerhöhung von 160 Proz. Stellung. Einmütig waren die Versammelten der Auffassung, daß ein derartiger, minimaler Lohnfah bei weitem nicht den gesteigerten Lebensmittel- und Bedarfsartikelpreisen entspricht. Zu dem weiteren Antrag an den Schlichtungsausschuß, den berselbe abgelehnt hat, daß bei Akkordarbeit der Zuschlag nicht 18, sondern mindestens 30 Proz. betragen soll, hat die Branchenverfammlung faft einstimmig beschlossen ,, daß ab Montag, den 5. Nonur in Lohn ausgeführt werden sollen. Wir ersuchen die BauAnschlägern vorzunehmen, ob dieser Beschluß auch restlos durchgearbeiter, eine Kontrolle bei den auf den Bauten beschäftigten führt wird. Falls dieses nicht geschieht, bitten wir, dem DMB., Linienſtr. 83/85, dementsprechende Mitteilung zugehen zu lassen. Der Kampf um die Republik und um die in der Reichsverfassung gewährleisteten Grundrechte ist in das entscheidende Stadium ein- vember, bie Akkordarbeit abzulehnen ist und alle Arbeiten getreten. Mit brutaler Rücksichtslosigkeit werfen die Gegner des neuen Deutschlands die Interessen des Reichs über Bord, um ungehindert ihren Machtgelüften fröhnen zu können. Der Wert der Arbeitskraft, gleich dem jeder anderen Ware, ist bestimmt durch die zur Produktion, also auch Reproduktion, dieses besonderen Artikels notwendige Arbeitszeit. Someit fie Wert, repräsentiert die Arbeitskraft selbst nur ein bestimmtes Quantum in ihr vergegenständlicher gesellschaftlicher Durchschnittsarbeit. Die Arbeitskraft cristiert nur als Anlage des lebendigen Individuums. Ihre Produktion sett also feine Existenz voraus. Die Existenz des Individuums gegeben, besteht die Produktion der Arbeitstraft in seiner eigenen Reproduktion oder Erhaltung. Zu seiner Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewiffen Summe von Lebensmitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst fich also auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeitszeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert zur Erhaltung ihres Besizers notwendigen Lebensmittel. Die Arbeitskraft verwirklicht sich jedoch nur durch ihre Aeußerung, betätigt sich nur in der Arbeit. Durch ihre Betätigung, die Arbeit, wird aber ein bestimmtes Quantum von menschlichem Muskel, Nerv, Hirn usw. Derausgabt, das wieder ersetzt werden muß. Diese vermehrte Ausfäumt freiwillige Beiträge an die Adresse Richard Schmidt( Branden gabe bedingt eine vermehrte Einnahme. Wenn der Eigentümer der Arbeitskraft heute gearbeitet hat, muß er denselben Prozeß morgen unter denselben Bedingungen von Kraft und Gesundheit wiederholen fönnen. Die Summe der Lebensmittel muß also hinreichen, das arbeitende Individuum als arbeitendes Individuum in feinen normalen Lebenszustand zu erhalten. Die natürlichen Bedürfnisse selbst, wie Nahrung, Kleidung, Heizung, Wohnung usw., sind verschieden, je nach den klimatischen und anderen natürlichen Eigentümlichkeiten cines Landes. Andererseits ist der Umfang fogenannter not wendiger Bedürfnisse, wie die Art ihrer Befriedigung, felbst ein historisches Produkt und hängt daher großenteils von der Kulturstufe eines Landes, unter anderem auch wesentlich davon ab, unter welchen Bedingungen, und daher mit welchen Gewohn heiten und Lebensansprüchen die Klasse der freien Arbeiter sich gebildet hat. Im Gegensatz zu den anderen Waren enthält also die Wertbestimmung der Arbeitskraft ein historisches und moralisches Element. Für ein bestimmtes Land, zu einer bestimmten Periode jedoch, ist der Durchschnittsumkreis der notwendigen Mittel gegeben. Die Eigentümer der Arbeitskraft find sterblich. Soll man trotzdem solche Eigentümer immer wieder auf dem Markt vorfinden, mie es durch die immer wieder erneute Verwandlung von Geld in Kapital erheischt wird, so müssen die Verkäufer der Arbeitskraft sich verewigen, wie jedes lebendige Individuum sich verewigt, durch Fortpflanzung". Die durch Abnuzung und Tod dem Markt entzogenen Arbeitskräfte müssen zum allermindesten durch eine gleiche Zahl neuer Arbeitskräfte beständig ersetzt werden. Die Summe der zur Produktion der Arbeitskraft notwendigen Lebens. mittel schließt also ebensmittel der Ersaßmänner ein, das heißt der Kinder der Arbeiter, so daß sich diese Rasse eigentüm licher Warenbefizer auf dem Warenmarkte verewigt. Demokratie und Republik, alle Errungenschaften der freiheitlich gesinnten aufstrebenden Be völkerung müssen beseitigt werden, soll baeyrisch- deutschvölkisch- nationalsozialistischer Irrfinn triumphieren. eingesetzt werden, um die Grundlagen der demokratischen Republit, In diesem Ringen müssen alle materiellen und ideellen Kräfte aus der alle weiteren Rechte erwachsen sollen, zu schüßen, Wir fordern euch auf, soweit es in euren Kräften steht, ungeBerlin, Konto Nr. 86 773) einzusenden, um den Kampf der Partei burger Sekretariat), Berlin S., 68, Lindenstr. 3( Poſtschecamt erfolgreich zu unterstützen. Bezirksverband Brandenburg, BSPD. * Achtung, Ortsvereinskasierer! Die in den letzten Tagen eingetretene tatastrophate Geldent. wertung zwingt uns, die in unserem letzten Zirkular den Ortsvereinen mitgeteilten Beiträge für die am 11. november fällige 45. Beitragswodne zu verdoppeln. Die befferfituierten Genoffen ersuchen wir dringend, entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit freiwillig höhere Beiträge an die Bezirks. faffe abzuführen. unbedingt wöchentlich erfolgen. Die Einsendung der in den Ortsvereinen tassierten Beiträge muß Bezirkssekretariat Brandenburg, BSPD. Woche vom 28. Oftober bis 2. November in freier Vereinbarung Für das Steindrud- und Lithographiegewerbe wurden für die folgende Löhne festgelegt: Jm 1. Gehilfenjahr 500,780 Milliarden; 45,070, im 2. 57,232, im 3. 70,825 und im 4. Lehrjahr 85,848 Milbis 21 Jahre 572,320; von 21 bis 24 Jahren 643,860; über 24 Jahre 715,400 Milliarden. Die Lehrlinge erhalten im 1. Lehrjahr liarden. Arbeiterinnen aus der photographischen Kunstdruckbranche erhalten 80 Proz. der Gehilfenlöhne. Röhne vereinbart: Jm 1. Gehilfenjahr 490, bis 21 Jabre 560, von Für das Ehemigraphie, Kupfer, Lief- und gicht drudgewerbe wurden für die gleiche Woche folgende 21 bis 24 Jahren 630, über 24 Jabren 700 Milliarden. Lehrlinge im 1. Lehrjahr 44, im 2. 56, im 3. 70 und im 4. Lehrjahr 84 Milliarden. Als Entschädigung für entfallende Waschpause ein StundenLohn egtra. Die Löhne der Photographen in der Filmindustrie betragen in der Spize 720 Milliarden. In kommender Woche wird als Vorschuß täglich der Gegenwert von vier Broten ausgezahlt. Für die Api-, Etuis- und Wellpappenindustrie tommt laut Schiedsspruch des Reichsarbeitsministeriums vom 3. November ein einheitlicher Spigenlohn für männliche Arbeiter von 14 Milliarden in der Stunde ab 29. Oktober in Frage. Für die Buchbinder in Steindruckereien, Photos und Lurusbetrieben ist der Wochenlohn 715 400 Millionen Mart. Für die übrigen Gruppen ist der Lohnzuschlag 191% Proz. Die Tarife find ab Montag im Buchbinder- Bureau, Engelufer, zu haben. holung, entzieht ihm Beleuchtung und Heizung der Die Löhne für die Privat- Elektrizitätswerte Groß- Berlin beWohnung, entzieht ihm Bücher und Zeitungen, selbst Rar- tragen für die Zeit vom 29. Ottober bis 4. November 1923: in toffel für den Winterbedarf, geschweige denn wäsche und Be- den Gruppen I bis VI 18,418, 17,840, 17,871, 16,106, 13,632 und kleidung. Alles zur„ Steigerung der Produktion". Die Hauptforge 11,188 Milliarden pro Stunde. Die Frauenzulage beträgt 12, die ist ihnen die Sicherung seiner Substanz im Inland und seiner But- Kinderzulage 24 Milliarden pro Woche. Die Ortsverwaltung des Zentralverbandes der Maschinisten Der Besitztaumel, hervorgegangen aus den haben im Ausland. und Heizer. Kriegs-, Reparations, Ruhr- und Währungsgewinnen führt zur Vernachlässigung der Produktion in technischer, individueller und damit fultureller Beziehung. Die Folgen bleiben nicht aus. Für uns als Arbeitnehmerschaft aber gilt es, die Um die allgemein menschliche Natur so zu gestalten, daß sie Ursache dieser Zustände zu erkennen, um trotz der verlogenen, ver Geschick und Fertigteit in einem bestimmten Arbeitszweig wirrenden und verumreinigenden Moskauer Einheits" Parole, der críangt, entwickelte und eigenartige Arbeitstraft wird, bedarf es einer bestimmten Bildung oder Erziehung, Mahnung des Kommunistischen Manifests eingebent, einig zu welche ihrerseits eine größere oder geringere Summe von Waren fein in der Gegenmehr gegen die Entwertung unfe- fiches und vollaähliges Erscheinen ersucht äquivalenten foftet. Je nach dem mehr oder minder vermittelten rer Arbeitstraft, gegen die Verkümmerung und Bernichtung Charakter der Arbeitstraft sind ihre Bildungskosten verschieden. Diese Erlernungskosten, verschwindend flein für die gemöhnliche Arbeitskraft, gehen also ein in den Untoften ber zu ihrer Produktion verausgabten Werte. Der Wert der Arbeitstraft löst sich auf in dem Wert einer bestimmten Summe von Lebens mitteln. Der wechselt daher auch mit dem Wert diefer Lebensmittel, das heißt, der Größe, der zu ihrer Produktion er heischien Lebensmittel Wir haben uns einige Unterstreichungen erlaubt, um zu betonen, worauf es gegenwärtig anfommt. Das Unternehmertum spielt augenblicklich die Rolle jenes Bauers, der seiner Kuh das Fressen abgewöhnen wollte. Als er mit seinem Versuch soweit gefommen war, daß die Kuh nicht mehr fraß, verendete das Tier zur größten Betrübnis des pfiffigen Bäuerleins. Die deutsche Arbeiterschaft ist samt ihren Familienangehörigen feit nahezu einem Jahrzehnt unterernährt. Im Kriege wurde fie der produktiven Arbeitstätigkeit entzogen und systematisch entwöhnt. Der Nachwuchs ist von der Unterernährung weit folgenschwerer betroffen, weil er sie im törperlichen Aufbau ttaf und BSPD. Frattion, Frik Werner, Marienfelbe. Donnerstag, 44 Uhr, bei Wilbgrube, wichtige Fraktionsligung. Alle auf dem Boden der BSPD. ftehenden Kollegen sind eingeladen. Der Fraktionsvorstand. Buchdrucker! Montag nachmittag 4 Uhr im Restaurant Henning, Aleran. brinenstr. 44, Sigung der Obleute der Banknotendruckereien. Um pünft. Das graphische Kartell. 8entralverband der Bäcke und Konditoren. Konfitürenbranche: Funktionär versammlung Montag abend 7 Uhr bei Wolfschläger, Adalbertstr. 21. Die Lohnzahlungsmöglichkeiten durch wertbeständige Zahlungsmittel als Lohnver Bum Angestelltentarif in der Berliner Metallindustrie. Banblungsobjett der gutunft. Sutritt nur für Junttionäre der Branche. Der BBMJ. teilt mit, daß er den im RAM. gefällten Schieds- Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Mittmed), den 5. Novemspruch bezüglich der Oktobergehälter angenommen und An- ber, in der Schulania des Kölnischen Gymnasiums, Inselstr. 2-5, allgemeine 1. Die neuen Lohnabmachungen und der Zahlungsweisung gegeben habe, die Oftoberabrednung fofort vorzunehmen Funktionärkonferens. modus. 2. Verbandsangelegenheiten.- Donnerstag, den 22. November, nach und nur in den Betrieben, wo dies technisch nicht möglich sei, nachmittags 5 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, Generalversammlung. den Richtlinien des Schiedsspruches zu verfahren. Ferner habe er Anträge zu derfelben müssen bis spätestens greitag, den 16. No. beschlossen, am Montag, den 5. November, spätestens bis Mittwoch, pember, bei der Ortsverwaltung, Engelufer 24-25, Bimmer. 37, einge den 7. November, 600 September- Bruttogehälter a tonto November au zahlen. Wir haben gegen den einseitigen Beschluß des VBMJ. pro eftiert, weil wir auch für die November- tontozahlungen Festfegung der jeweiligen Beträge in Goldmart fordern müssen. Montag nachmittag 4 Uhr, Zimmer 4 des 2dA., Belle- Allianceftraße 7/10, Sigung des Afa- Metallfartells zieds Aufstellung der Goldmarktabelle. Mfa- Metallfartell. Günther. Kasper. Rothe. Abstimmungsergebnis über Aufhebung oder Beibehaltung der unterstützungen im Gauverein Berliner Buchdruder und Schriftgießer. Abgegeben wurden 7280 Stimmen. Davon entfielen: für Aufhebung 2484, gegen Aufhebung 4581; ungültig waren *) Das Kapital. Kritik der politischen Dekonomie von Karl Mary. Boltsausgabe, herausgegeben von Karl Kautsky. Verlag heit der Kollegen für die Beibehaltung der 3. H. W. Diez Nachfolger, G. m. b. H., Berlin, Lindenstr. 3. ftügungen ausgesprochen. Mehrreicht sein. Die Ortsverwaltung. Berantwortlich für Politik: Ernst Renter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski: Lotales und Sonstiges: Friz Raritäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag 6. m. b. S.. Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckeret Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. und Verlagsanstalt Paul Ginger u. Co. Hierzu 1 Beilage. Keine Geldentwertung mehr! Bei uns fauft man auf Ratenzahlung für Herren- und DamenBekleidung wertbeständig. STOFFE 215 Stimmen. Absolute Mehrheit 3640. Damit hat sich die M: KOCH& SEELAND G. M. B. H. Goldanleihe und Dollarschatzanweisungen werden mit 5% Aufgeld in Zahlung genommen. 2 Ausnahme- Tage für Modelle Wunderv.Ulster( Mod.) 58, 45, 36, 28, einf.Ulster 19, 12, 6% Goldmark Einfache Strickwesten, nur in grauen Farben, soweit Vorrat Hellblaue Strickjacken, nur soweit Vorrat...7% Herrengummimäntel Feine Tuch- und Eskimomäntel. 4 99 99 22 . . 99 491 Bis zu 45%, ermäßigt!!! Echte Pelzmäntel, Seal Elektric, Slinksjacken, Biberettemäntel, Sealplüsch-, Astrachan-, Velour du Nord- Mäntel, Velour de laineMäntel mit echten Pelzbesätzen, Kostüme, Mantelkleider, Röcke nur soweit Vorrat! Westmann 1. Geschäft: Berlin W8, Mohrenstr. 37a 2. Geschäft: Berlin NO, Gr. Frankfurter Str.115 Zahngebisse PATENTE Gold, Silber-, Platin- Bruch kaufen Schneider& Sohn Französ.Str.15 II. an der Friedrichstraße Spezial. Behandl. 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Die psychische Apathie ist die größte Feindin aller Proletarierparteien. Die grauenhaften Folgen, die uns mit mathematischer Sicherheit in diesem Winter bevorstehen, sie sind das Produkt des freien Spiels der Kräfte in der bürgerlichen Wirtschaft. Die jetzige atute Hungersnot 3. B. in Rußland oder in Indien, sondern eine Hungersnot, verurfacht durch die Konzentration des Volksvermögens in wenigen Händen. Und das Volk wird bei vollen Scheunen| Wirtschaftsordnung leidet. Wie wird sich das an dem Körper der ist teine gottgewollte, durch blinde Naturkräfte hervorgerufene, wie verhungern.( Graf Westarp im Reichstag.) breiten Masse auswirken? Diese Worte des Vertreters der Krautjunker zeigen mit erschreckender Deutlichkeit, wohin uns die Nebenregierung der Patentpatrioten, der Helfferich, Hergt im Verein mit dem Konsortium der Spekulanten und Schieber gebracht hat. Während des Krieges war es die Entente, die uns durch Abschneiden der Lebensmittelzufuhr am Hungertuch nagen ließ; dann kam die Nachkriegsblockade, woran wieder unsere unerbittlichen Feinde schuld waren. Jeht, nach dem letzten großen Versuch, sich der eingegangenen Verpflichtungen zu entziehen, nach dem Zusammenbruch des Ruhrabenteuers fühlt sich die Reaktion erstarkt genug, mit offenem Visier zu kämpfen und erklärt, wir lassen die Proletarier in den Städten verhungern". Wohl niemals in der Weltgeschichte dürfte sich eine solche Tragödie auf der Weltbühne abgespielt haben, daß ein Bolt im Herbst nach einer anerkannt guten Ernte dem Berhungern nahe ist. Während des Krieges und in der Nachkriegszeit hatten wir eine organisierte Hungersnot, d. h., es war zu wenig zum Leben, aber zu viel zum Sterben da( das letztere galt nur für die noch gesunden Individuen, denn die Kranken, besonders die Tuberkulösen, starben im Rchlrüben winter in Massen ab, daher bis jetzt unfere auffallend guten Sterblichkeitsverhältnisse trotz der chronischen Hungersnot). Aus dieser Zeit des chronischen hungers find wir in das Stadium des atuten Hungers eingetreten, und dieses Stadium des Massenhungers soll im folgenden einmal nach ärztlichen Gesichtspunkten untersucht werden. „ Nur eine Geldfrage. Das Mal des Hungers. * Schon durch die organisierte Hungersnot wurde die Widerstandsfraft der minderbemittelten Schichten der Bevölkerung systematisch Der Ausspruch des Agrariers, das Volk wird verhungern bei untergraben, das sahen wir an dem bösartigen rapiden Verlauf der vollen Scheunen, muß immer und immer wieder den Massen in Grippe, dem unaufhaltsamen 2.bsterben der Tuberkulösen. Ebenso Erinnerung gebracht werden; denn noch kein Volk der Erde sah nach bösartig verliefen auch alle anderen Erkrankungen in den ge- einer guten Ernte dem Hungertod entgegen. Dieses Schicksal steht schwächten, ausgemergelten Körpern. Wir haben während des aber dem deutschen Volke bevor, wenn die Arbeiterführer nicht dem Krieges und werden jetzt in noch verstärktem Maße an Verhängnis Einhalt gebieten. Wenn wir diese Zukunft vor uns allen Organen des Körpers physische Hungerveränderungen beob- sehen, die aus Deutschland einen willkommenen Spielball aller achten. Da ist zuerst zu nennen das Hunger ödem. Es ist das Gauner und Abenteurer machen wird, denn„ Not fennt kein Gebot", eine teigige, weiche Anschwellung an den Armen, Beinen, im Gesicht. Bei Fingerdruck bleibt eine Stelle bestehen, die langsam verschwindet. fallen uns die prophetischen Worte von Marg ein, die er 1850 in In den schlimmsten Fällen tritt Bauchwassersucht( Ascitis) auf, einem Rückblick auf 1848 aussprach:„ Die Revolution ist tot; es lebe die Revolution! Die Republik der koalierten Bourgeoisfraktionen hat nur einen Sinn und ein Verdienst, das Treibhaus der Revolution zu sein." Und Deutschland geht diesem Schicksal entgegen. Munition im Kampfe für die Erhaltung der Republik ist heute notwendiger als zu jeder anderen Zeit. Darum gebe jeder Parteigenosse und aufrechte Republikaner zu einem Parteinotopfer. inter Sammlungen Unsere Hungersnot ist eine rein petuniäre Angelegenheit, denn die große Masse des Boltes hat nicht mehr das Realeinkommen, fich für den Kampffonds der BSPD. fofort veranstaltet werden, damit die notwendigsten Lebensmittel zu kaufen. Die erste medizinische die Partei gerüstet dasteht. Frage, die uns heute beschäftigen soll, muß sich damit befassen, wie sich unser Körper bei verringerter Nahrungszufuhr feilungsfaffierern vorrätig. verhält. Der Mensch wird mager; d. h. er zehrt sein eigenes Fett, das in den Fettzellen aufgespeichert ist, auf, dabei bleibt aber die Bahl der Zellen erhalten, das fann man durch gewisse Färbemethoden des Laboratoriums an Zeichenteilen im Mikroskop leicht demonstrieren. Ist also die Nahrungszufuhr für den Körper nicht ausreichend, aber tonftant, das war wohlgemerkt nur während der Zeit der Zwangswirtschaft möglich, und nicht allzu knapp, so verliert der Körper sein Fett und geht in seinem Eiweißbestand soweit her: unter, bis. die gereichte Eiweißnahrung für den Minimalbedarf des reduzierten Körpers ausreicht. Wir sehen hieraus, daß die grundlegende, nicht durch andere Nahrungsmittel erfeßbare Nahrung aus Eiweiß besteht. Eiweiß wird dem Körper hauptsächlich durch Fleisch und Hülsenfrüchte, das sind z. B. Erbsen, Bohnen, Linsen usw. zugeführt. Dieses sogenannte artfremde Eiweiß wird im Körper durch die verschiedenen Säfte aufgespalten und zu arteigenem Eiweiß wieder aufgebaut. Der Körper stellt sich also auf ein tiefer als das ursprünglich liegende Niveau ein und bleibt solange auf ihm, als die Fett- und Kohlehydratzufuhr den Energiebedarf des reduzierten Kör pers zu decken vermag. Der Körper wird also gewissermaßen einige Klassen tiefer einrangiert. Er bleibt lebens- und arbeitsfähig, aber er ist minderwertig und fann nur durch eine ausgiebige Koft mit Eiweiß, Fett und Kohlehydraten wieder auf den vorigen Stand gebracht werden. Daß die ratiorierte Nahrung während des Krieges vollkommen ungenügend war, erprobte der Hygienifer Neumann von der Universität Bonn an sich selbst durch ein mehrmonatliches Experiment, wobei er viele Kilo Körpergewicht verlor. Die Erfahrungen stammen von Menschen, die noch das Nahrungsexistenz minimum während der organisierten Hungersnot hatten. Jetzt be finden wir uns aber in der Zeit der af uten Hungersnot, die durch die freie( lies anarchische) Wirtschaft der bürgerlichen Parteien herbeigeführt wurde. Täglich müßte die Arbeiterpresse den Massen einhämmern, daß sie jetzt unter den„ Segnungen" der bürgerlichen 16] Copyright Georg Müller, München. Die Cofolfischer. Roman von Johan Bojer. Kaneles Gomon aber war an diesem Abend ganz allein landeinwärts gegangen, und er näherte sich einem größeren Gehöft, wo unter dem Dach hinter einem Fenster Licht brannte. Da saß sie vielleicht,- und hatte noch jemanden bei sich, ein fleines Kind. Bor zwei Jahren, als das Unwetter sie hier festhielt, hatte er fie getroffen. Häßlich war es von ihm, daß er sich für den Sohn eines reichen Mannes ausgab, der sie mitnehmen konnte auf einen großen Hof, wenn sie ihn nur haben wollte. Aber dann später, später schrieb sie, sie würde ein Kind bekommen... und dann, ja dann antwortete er auf feinen Brief mehr. Jetzt schlenderte er in der Finsternis um das Gehöft, ein Hund begann zu kläffen, aber Kaneles hielt sich in gutem Abstand. Ja, ja, da saß sie vielleicht hinter dem hellen Fenster, und war wohl ebenso schön wie damals, und hier ging er in der Finsternis und wußte fich feinen Rat. Dann machte er fehrt und ging wieder nach der See hinunter, drehte sich um und blickte noch einmal zu dem erleuchteten Fenster hinauf und begann dann davonzutraben, um das alles meit zurückzulassen. Später ging er langjamer, miegte den Oberförper und sang. Die zu diesem Zwed ausgegebenen Marken sind bei allen AbGenossen! Genossinnen! Gebt schnell und reichlich! Freiwillige Beiträge für den Kampffonds sind auf Postschecktonto 48 743 an Alex Pagels, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, einzuDie neue Woche. Brotpreis noch unbestimmt, Milch: 20, Gas u. Waffer: 21 Strom: 42, Straßenbahn und Hochbahn: 10 Milliarden. Der letzte ungeheure Marksturz ins Bodenlose wirkt sich auch In allen Berjammlungen, in Bureaus und den Betrieben, bei noch in der neuen Woche in neuen gewaltigen Preiserhöhungen aus. Ueber die Gestaltung des Brotpreises bestand jeder Gelegenheit müssen gestern noch größte Ungewißheit. Wie wir erfahren, sind die Verhandlungen über eine neue Stüßungsaftion des Brotpreises am Sonnaberdnachmittag gescheitert. Die Preisprüfungsstelle des Magistrats wird am Sonntag zusammen mit Vertretern des Bäckergewerbes den Brotpreis für den fommenden Montag festsetzen. Vom Montag ab find die Preise für Vollmilch 20 Milliarden Mark je Liter, für Magermilch 8 600 000 000 Mart. Die A- Milchkarten werden mit% Liter, die B- Milchkarten sowie die Karten für werdende Mütter( C- Karten) mit je% Liter Bollmilch beliefert. Die Direktionen der städtischen Wasser-, Gasund Elektrizitätswerke beilen mit, daß der Gaspreis für den 4. und 5. November 21 Milliarden, der Wasserpreis 21 Milliarden und der Strompreis 42 milliarden beträgt. Die Berkehrsunternehmen, bei Frauen wurde und wird wieder ein Aufhören der Periode vor die bereits gestern ihre Fahrpreise erhöht hatten, kommen auch am Eintritt der Wechseljahre, Sterilität, d. h. Unfruchtbarkeit, Montag wieder mit neuen Steigerungen. Die Hoch- und beobachtet werden. Dann kommen ebenfalls besonders bei Untergrundbahn wird folgende Preise nehmen: In der Frauen- Hunger osteopathien, d. h. Knochenerkrankungen driffen Klaffe 7 und 10 milliarden und in der zweiten Klasse 9 und durch Hunger vor, die sich bei Frauen häufig als Knochenerweichung 12 Milliarden Mart. Blods zu zehn Fahrten kosten in der äußern und meistens das Beckengeriift erfaffen; dadurch werden die dritten Masse 60 und 85 Milliarden und in der zweiten Klaffe Frauen unfähig, Kinder zu gebären. Daß das alles Erkrankungen 75 und 100 Milliarden. Der Preis für die Wochenkarte beträgt des Hungers find, beweift uns ihre schnelle Beſſerung durch gute 85 und 100 Milliarden.- Die Berliner Straßenbahn erErnährung. Bei allen Hungernden werden die Darmerkrankungen zunehmen. Während wir im Kriege und während der Nachkriegs- höht ebenfalls ab Montag ihre Tarife. Eine Fahrt mit Umsteigezeit über das schlechte Brot flagten, fönnen wir uns jetzt fein Brot berechtigung foftet 10 Milliarden Mark. Der Hochbahnmehr kaufen. Zum Ersatz, d. h. um das Hungergefühl zu stillen, um ft ei gefahrschein 17 Milliarden und der Kinderfahrschein mird in großen Mengen piel grobes Gemüse, wie Roblarten und 5 Milliarden Mart.- Die Omnibusgesellschaft nimmt ab Rüben, schlecht zubereitet, genossen. Durch diese voluminöfe Roft Montag für die Teifftrecke 10, für die ganze Strecke 12 Milliarden wird der Darm überlastet, der durch die Unterernährung ganz be- Mark. fonders geschwächt ist und die Folge ist sein frühes Versagen. fenden. Herabsehung der Leistungsfähigkeit. Bom 5. November an werden die seit dem 1. November gültigen Telegraphen- und Fernsprechgebühren verfünffacht. Für ein Telegramm werden 12 Milliarden Grundgebühr und 6 Milliarden Wortgebühr, für ein Ortsgespräch 7½ Milliarden Mark erhoben. Die schlimmste Wirkung des Hungers aber ist die Herabsetzung der phyfifchen Leistungsfähigkeit. Der Mensch wird apathisch, mißmutig und leicht erregbar, das sehen wir allerorten und fönnen es besonders im Proletariat beobachten, das durch die Eine Revolutionsgedenffeier veranstaltet der Berein Sozia. ewige Gorge um fein bißchen Nahrung feine Kraft mehr für geistige list ische Arbeiterjugend, Abt. Often, gemeinsam mit der Tätigkeit aufbringt. Es ist sehr interessant, zu wissen, daß wie in der dortigen Freien Gewerkschafts- und Angestelltenjugend am Mittwoch, Jektzeit auch schon im Mittelalter in Deutschland die Hungersnöte 7. November, 7% Uhr, in der Schulaula Lange Str. 31. Bei der feinen Aufruhr zur Folge hatten, sondern nur dumpfe, hoff- Feier wirken mit der Männerchor Fichte Georginia", nungslose Apathie war die Grundstimmung der das Steiner Rothstein Quartett und Martin Wolf. Maffen", wie ein Schriftsteller berichtet. Anders verhält sich die gang vom Staatstheater. Die Ansprache hält Genoffe Alex. Stein. vergehen!" heulte er. Bis eine Stimme vom Hinterschiff! Zeitlang in Krappsee fahren, weil Wogen und Wind gegendonnerte: Nehmt ihn und werft ihn über Bord!" einander prallten. Lars war sehr bange ums Herz, aber es half, wenn er den Kopf hob und den Vater ansah. Bisher hatte er noch gar nicht gewußt, wer der Vater eigentlich war. Es war, als flage und stöhne das Boot unter einem 3wang, den der Führer ausübte, es war, als stände er da und bisse die Zähne zusammen und hätte sich vorgenommen, heute das Boot gefügig zu machen, und sollte es das Leben fosten. Er hatte Weib und Kinder, und es gab Banken und Krämer, aber heute war er nur Segler, heute ritt er auf Nebel und Sturm. Es kommt eine Riesen woge vom Himmel her, die sie leicht in den Tod hineinreißen kann, aber Kristaver weiß gleich, wie er sie durchschneiden will, und er zieht die Schote ein, um dem Boot Kraft zu einem guten Anlauf zu geben. Dann reiten sie auf der Riesenwoge hinan, immer höher hinauf, werden mitgetragen, stürzen dann aber wieder hinunter. Mein Gott, wird das gut gehen? Und der schwarze Druck eines Windstoßes tommt über die Schaumtöpfe hingeflogen, aber Kristaver spürt, wieviel das Boot heute verträgt, er preßt es steiler in den Wind und ruft: Schote fieren!" Schote fieren!" wiederholt Elezeus und läßt das Tau nach, so daß das Segel schlaffer wird und nur der halbe Wind es faffen kann. Aber während sie dahinschäumen, hat Kristaver auch die Boote der Gefährten im Auge. Heute kann ein Unglück ge= schehen, bei dem Hilfe nötig ist. " Und er erkennt in den Wellen das Meerleuchten" an dem Segel, das jetzt so groß ist wie ein Müdenflügel auf dem Meer, und weiter östlich schäumte die Meerblume" mit dem lohfarbenen Segel, das einen Augenblick ganz hoch hinauf zum Himmel getragen wird, am nächsten aber in einem Bogental verschwindet, um dann auf einmal wieder zum Vorschein zu kommen. Auf dem Westfjord sind heute Hunderte von Segeln, aber das Meer ist groß, so daß einer kaum den anderen sieht. Als der Wind sich verstärkte, mußte Lars an den Mast und den Priar bedienen da war nur noch Kaneles auf dem Vorderschiff zum Schöpfen, denn Arnt war mehr tot als lebendig, hielt sich an der Ruderbank fest und zitterte am ganzen Leibe. Am nächsten Morgen brachen sie auf, und der Nordwind gab gute Fahrt und sie ritten auf den Wellen. Lars stand im Vorderschiff mit den anderen beiden und schöpfte und schöpfte, während die Seen über das Boot schlugen, daß der Schaum ihnen hoch über den Kopf sprühte. Er blickte einen Augenblick auf, und sah kein Land mehr, der Himmel war nebelig, und das Meer lauter rollende, grüne Berge mit Schaumtöpfen. Und jetzt auf einmal war das Meer so groß und das Boot fo flein. Kopfüber stürzten sie in ein Wellental hinein, Finsternis umgab fie, fie erflommen einen neuen Berg, und es wurde langsam heller, dann ritten sie eine Weile auf dem Wellenrücken, der sie ein Stück mitnahm, wurden dann aber von neuem in ein Tal hineingeworfen, und jedesmal durchlief ein eisiger Schauder den ganzen Körper. Rommen Da- ganz unvermittelt- ließ der Wind nach, und mitten mir jemals wieder hinauf?.. auf dem Westfjord kam eine Flaute. Aber bald darauf wurde es im Westen finster, ein neuer Wind kam, der Westwind. Die Segel wurden umgestellt, dann mußten sie eine ganze Jezt verlor Arnt Aasan die Fassung, fiel auf die Knie und streckte die Faufthandschuhe empor. Herr, hilf uns, wir Der Nebel lichtete sich, der Himmel flärte sich auf, es wurde sehr falt. Die Männer waren durchnäßt vom Meerwasser und schwigten vom Schöpfen, jetzt mußten sie stillstehen im Frost und konnten nichts dagegen tun, daß das Wasser auf den Kleidern gefror und der Schweiß auf dem nackten Körper eiskalt wurde, sie fuhren und sie flapperten mit den Zähnen, fie sprangen von einem Fuß auf den anderen, tanzten umher, zitterten und schlugen die Arme um den Leib, halb närrisch non der eisigen Kälte, die alle Glieder durchrieselte. Aber die Robbe" fährt weiter, der Kapitän holt den Rompaß hervor. Es beginnt dämmerig zu werden. Da plötzlich tlärt sich sein Gesicht auf und er beißt ein Stück Kautabat ab. Ein gelblicher Abendschein legte sich über das Meer, tief unten im Südwesten flammte der Himmel in langen Feuer. streifen. Aber was war das da gerade vor ihnen. Lars schaute dorthin und vergaß, daß ihn fror. Er sah zwischen Himmel und Meer eine lange Reihe dunkelblauer Wolfenschichten und höher aufwärts andere Wolken, die weiß waren, und jetzt in dem gelben Licht des Abendhimmels schimmerte das Ganze wie ein Märchenland in blauen, meißen und goldenen Tönen. " Sieh dorthin!" sagte er zu Kaneles. „ Ja, das ist der Lofot," sagte der andere. Bist du verrückt! Das sind doch Wolfenbänte?" " Das sind Berge. Das ist die Lofotwand," wiederholt Kaneles und springt herum und schlägt mit den Armen. Heute abend gibt es einen Schnaps." Lars starrte noch immer geradeaus. Sie famen näher und immer näher heran. Das war der Lofot, von dem er so viel gehört hatte, seit er ein fleiner Wicht war. Ein Land im Eismeer, von dem alle Knaben an der Küste träumten und nach dem sie sich sehnten.. Dort wurden Heldentaten verübt. Dort erlangte man Reichtum, dort fuhr man mit dem Tode um die Wette.. Eine Bölferwanderung war viele Jahrhunderte hindurch dort hinaufgezogen und manch einer war auf der See umgekommen, einige tamen mit blanter Münze heim, aber die meisten blieben ihr Leben lang in Armut. Und dennoch hierher gingen sie immer wieder, Jahr für Jahr, eine Generation nach der anderen. Das war das Abenteuer. Hier her mußten sie. Und jetzt war auch an ihn die Reihe ge tommen. Jezt sah er den Lofot.( Fortsetzung folgt.) - Das Loch im Gummibauch. Berständige haben es von Anfang an gesagt, daß das lebhaft pulsierende Geschäft in deutschen Landen nach dem verlorenen Kriege eine Scheinblüte gewesen ist. Aber ein Teil der großen Maffe fah in dem Millionen- und Milliardenbesig in Papierscheinen etwas Reales, das ewiges Wohlleben sichern mußte. Die Bantguthaben stiegen, die Aktienkurse schnellten empor, das Geld häufte fich in ben Truhen der Umsichtigen an. Ab und zu fnisterte es in dem Gebäude, das da von gierigen Händen errichtet war ,, aber das Unglüd ging vorüber, und die Menschen rasten in ihrer Jagd nach dem Gelbe weiter. Der Bewohner dieses luftigen Hauses glich dem Schauspieler, der den Falstaff zu spielen hat: wie dieser sich einen Gummibauch vorschnallt, so auch der Spekulant. Aber der aufge blasene Gummiball ist kein Fleisch und fein Panzer; ein kleines Loch genügt, um die Luft zum Entweichen zu bringen. Jetzt ist dieser interessante Moment eingetreten. In einer Zeit, wo der Dollar in den Billionen pendelt, tommt die Umrechnung in ein Mart- und Pfennigsystem nach altem Muster und die aufgeblafenen Vermögen fchrumpfen jämmerlich zufammen. Wie reich ift eigentlich ein Billionär? Ein Vermögen nennt er sein eigen, das zwar die Spargroschen des Schusterjungen übertrifft, aber doch von vielen fleinbürgerlichen Familien besessen wurde. Nur daß es wirkliches bares Geld, sogar funkelndes Gold war. Bald wird der Blindeste es merken, wie hohl die Nuß ist, an der Michel seine Zähne abwehen muß. Die. Kurse werden ein weniger phantastisches Gepräge annehmen, der Besitzer wird sich nicht um den Kursgewinn, sondern um die Dividende und die Rente fümmern und die Berwaltungen werden Mühe haben, diese Ansprüche an Verzinsung zu befriedigen. Unaufhaltsam strömt die Luft aus dem Gummibauch. daß sie dabei keinen angenehmen Gerud) verbreitet, ist das Verbrechen einer Spekulation, die den Gewinn der Vaterlandsliebe voranftellte. Schlimme Folgen der nationalistischen Hetze. In vielen feinen Höhepunkt erreicht, und die Beamten des Polizeireviers mußten den Hof mit der blanten Waffe säubern. Da sich der Tumult auf der Straße fortsegte, griffen hier Verstärkungen ein, die gegen 10 Uhr abends endlich die Menge zerstreuen konnten, nachdem die Zahlungen eingestellt worden waren. Fällen hielten die Geschäftsleute ihre Läden aus Furcht vor Plün berungen geschlossen und öffneten sie erst, nachdem Bolizeibeamte erschienen waren, die den Bertauf überwachten. Die Gerüchte von Plünderungen im Bereich des Bezirksamts Friedrichshain bezogen sich auf Anfammlungen, die ohne Zwischenfälle zerstreut wurden. Deffentliche Bolts- Bersammlungen Dienstag, den 6. November, abends 7 Uhr in folgenden Lokalen: Berlin- Mitte: Haverlands Festfäle, Neue Friedrichstr. 35. Tiergarten: Arminiushallen, Bremer Str. 72. Artushof, Perleberger Str. 29. Wedding: Pharusfäle, Müllerstr. 142. Prenzlauer Berg und Friedrichshain: Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain( Saalbau). Kreuzberg: Schultheiß- Ausschant, Hasenheide 22-31( Wintergarten). Wilmersdorf: Vittoria- Garten, Wilhelmsaue. Schöneberg- Friedenau: Uhlandschule, Kolonnenstr. Neukölln: Schultheiß- Ausschant, Hasenheide 22-31( Wintergarten). Treptow- Baumschulenweg, Ober-, Niederschöneweide: Kinosaal, Baumschulenweg, Baumschulenstraße. Lichtenberg: Cäcilien- Lyzeum, Rathausstraße. Tagesordnung: 22/23. Vor dem Zusammenbruch des Fremdenverkehrs. Der Austritt der Sozialdemokratie aus der Die deutschnationalen Blätter und ihre nationalistischen Ab- Reichsregierung- die bayerische Gefahr! flatsche fonnten sich in der Zeit der Ausländerhöchstsaison in Berlin in den Jahren 1920 und 1921 nicht genug tun in maßloser Hezze gegen alle Ausländer, die den Deutschen und den Berlinern angeblich die ebensmittel wegaßen. Jetzt fiken die Hoteliers, die Pensions. inhaber, die Bermieter möblierter Zimmer, die Warenhaus- und Geschäftsinhaber, die Theaterdirektoren, die Caféhausbefizer usw., zu einem großen Teil selbst Leute nationalistischer oder völkischer Färbung, höchst betrübt da, weil die Ausländer und die Fremden ausbleiben, als Folge der Hege der nationalistischen Presse und der nationalistischen Organisationen. eDr drohende Zusammenbruch des Fremdenverkehrs aber wird eines Tages vollkommen sein, wenn die Zustände, die jeßt herrschen, nicht geändert werden. Der Rückgang des Berliner Fremdenverkehrs tritt auch in der amtlichen Statistik für den abgelaufenen Oktober in beunruhigender Weise zutage. Wieder ist die Gesamtziffer tief unter Hunderttausend, während Jahre vorher eine weniger als sechsstellige Monatsziffer überhaupt nicht aufwiefen. Mit 89 416 gemeldeten Fremden hielt sich der Verkehr auf der Höhe oder beffer gefant auf der Tiefe des voraufgegangenen September, der 88 851 Fremde aufwies. Wie die Zusammenstellung der Bentralstelle für den Fremdenverkehr Groß- Berlins" hervorhebt, ist insbesondere der Ausländerzuzug, auch gegen den September d. 3., sehr beträchtlich zurüdgegangen, und zwar Don 9354 auf 6604. Der Rückgang verteilt sich auf fämtliche in Betracht kommende änder. Nicht ein einziges meist einen 3ugang oder auch nur eine annähernd gleiche Biffer auf. An erster Stelle erscheint diesmal Schweden mit 692 Gästen gegen 944 im Bormonat, an zweiter Stelle Desterreich mit 686 gegen 870 im Geptember, an dritter Stelle Amerika mit 669 gegen die fast doppelte Biffer, nämlich 1215 im Vormonat. Aehnlich verhält es sich mit allen übrigen Ländern. Daß Frankreich mit 48 und Belgien mit 36 Anfömmlingen, anscheinend Kommissionsmitgliedern, vertreten find, im eigentlichen Fremdenverkehr also gänzlich fehlen, hängt mit den politischen Berhältnissen zusammen. Gertrud Zucker. Referenten sind die Reichstagsabgeordneten: Aufhäuser, BohmSchuch, Braß, Breitscheid, Crifpien, Herz, Künstler, Nemitz, Robert Schmidt, Burm. Genoffen! Werbt für diese Bersammlungen, forgt für Maffenbesuch! Sur Dedung der Untoften wird ein Eintrittsgeld von 1 Milliarde erhoben. Der Bezirksvorstand der BSPD. Berlin. Wirtschaft Ein Kartellgefeh. eine Verordnung gegen den Mißbrauch wirtschaft. Die Reichsregierung hat auf Grund des Ermächtigungsgefches der Machtstellungen" erlassen, die den Uebergriffen der nicht die Kartelle, die auch manches Gute leisten, zertrümmern, fon= Kartelle, Ronventionen und Trusts entgegentreten soll. Man will bern lediglich ihren. Auswüchsen entgegentreten, wenn sie bie Gesamtwirtschaft oder das Gemeinwohl gefähr= den. Eine solche Gefährdung liegt insbesondere dann vor, wenn in volkswirtschaftlich nicht gerechtfertigter Weise die Erzeugung oder der Abfah eingeschränkt, die Preise gesteigert oder hochgehalten oder trog wertbeständiger Preisstellung noch besondere Risikoprämien für Geldentwertung eingefegt werden. Auch dann ist eine Gefährdung der Gesamtwirtschaft gegeben, wenn durch Sperren im Einfauf oder Verkauf oder durch Festlegung unterschiedlicher Preise und Bedingungen die wirtschaftliche Freiheit unbillig be. einträchtigt wird. In solchen Fällen ist das Kartellgericht anzurufen, das zu diesem Zwecke gebildet wird aus zwei zum Richteramt befähigten, vom Reichspräsidenten berufenen Borsigenden, zwei Beisigern der an dem Streit beteiligten Gruppen und einem neu tralen Beifizer. Das Kartell gericht kann die betreffenden Berträge oder Beschlüsse für nichtig erklären, den an fie Gebundenen den Rücktritt vom Vertrag gestatten und verlangen, daß ihm alle Ver einbarungen in Abschrift einzureichen sind, um sie vorher zu prüfen. Um ein derartiges Einschreiten dieses Kartellgerichtes in allen Fällen zu ermöglichen, wird den Kartellen die schriftliche Fest= legung ihrer Berträge, Beschlüsse und Lieferungsbedingungen zur Pflicht gemacht. Es ist auch Vorsorge dagegen getroffen, daß klage. führende Firmen durch ihr Borgehen Schaden erleiden. Die Verordnung, welche am 20. November in Kraft tritt, ermög licht also auch den Verbrauchern, wenn sie mit einem Industrieverband oder mit einem Trust in unmittelbarer Geschäftsbeziehung stehen, das Kartellgericht anzurufen. Man wird damit auch eine Handhabe befizen, gegen die willkürlichen Bestimmungen der Banten vorzugehen, welche unerhört hohe Zinsen für Darwähren. Insofern fann das Kartellgesetz ein wichtiges Abwehrmittel lehen nehmen, ohne ihren Einlegern ähnlich hohe Binden au ac aller Abnehmer gegen Berbands militür werben. Ob es fich als solches bewähren wird, hängt von der Art feiner Durch führung ab. Es wird alles daran zu sehen sein, daß nicht auch dieses Gericht zu einer Schiedsstelle wird, wie sie heute der Reichsverband der Deutschen Industrie bereits hat und in der Produzent und Abnehmer sich oft auf Kosten der Verbraucher gütlich und profi tabel einigen. Darum ist es auch zu bedauern, daß man nicht auch Bertretern der Verbraucherschaft innerhalb des Gerichtes einen bestimmenden Einfluß zugewiesen hat. Arbeitsmarkt und Wirtschaftslage. Die Unfähigkeit der Industrie, der Arbeiterschaft einen angetroß der allgemeinen Berarmung noch erschwinglich find, ist in den Dienstag, den 6. November, abends 7%, Uhr, Schulaula, Gipsftr. 23 a legten Monaten erschredend zutage getreten. Die InflationswirtGemeinsame Mitglieder- Versammlung fchaft hat zu einer derartigen Ueberspannung der Preise und zu einer solchen Sentung der Löhne geführt, daß der Produktionsapparat sich festgefahren hat. Jungsozialisten, Arbeiterjugend! meſenen Lohn zu geben und ihre Ware zu Breifen zu liefern, bie Thema:„ Der Kampf um die Republik." Ref.: Ernst Heilmann, M.d.. Ohne Mitgliedsbuch kein Zufriff! ,, Die Jugend für Reichseinheit und Republik!" Dieses Bekenntnis werben die Reichsorganisationen der republilanishen Jugendverbände in der heute bormittags 11 Uhr im großen Sigungssaal des ehemaligen preußischen Herrenhaufes stattfindenden Sundgebung ablegen. Gs fprechen: Hans Berner Gygling, Heinrich Krone, May Westphal. Eintritt nur auf arten. ( Lebenskunde) durch die Freie Schulgemeinde Charlottenburg wird Der Vorbereitungsunterricht für die profetarische Jugendweihe jeden Montag und Freitag von 4-6 Uhr im Klassenzimmer 2Mb der 32. Gemeindeschule, Oranienstr. 15 a, vom Genossen Lehrer Wil heim Schmüder erteilt. Um rege Beteiligung wird gebeten. Eine Altohelgegnertagung findet heute nachmittag 2 Uhr im Jugendheim Bartaue 10( am Bahnhof Frankfurter Allee) statt. Genoffin Alara Bohm- Schuch, M. b. St., spricht über:„ Wir Frauen und die Altohol und Altohol". San- Nat Dr. Otto Juliusburger spricht über: frage" Dr. med. Ignaz Babel behandelt bie Frage Bolts gesundheit Seelenleben und feine Gifte und Simon Raßenstein über:„ Das AftoDas eine Kulturforderung". Wieder reißt der Tod eine Lüde in die sozialdemokratische Stadtverordnetenfrattion, die in den letzten Monaten ungewöhnlich viele Berlufte zu beklagen gehabt hat. Am Sonnholverbot abenbabend ist unsere Genoffin Gertrud 3uder an den Folgen einer Operation, die wegen eines Gallensteinleidens nötig geworden Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute, Sonntag, pünktlich war, im Alter von 54 Jahren gestorben. Genossin Buder ist nachmittags 3 Uhr, im Neuen Theater am 300:" Fuhrmann Henschel" in der Partei, der sie feit langem angehörte, menig als Rednerin 15 Golbpfennige- 15 milliarden Mart. in erstklassiger Befehung. Der Buschlag bro tarte beträgt Karten find hervorgetreten. Sie hat aber auf dem Gebiet des Arbeitsnach noch an der Staffe zu haben. weiswesens mit großem und anerkanntem Fleiß gearbeitet. In Charlottenburg hat sie den Arbeitsnachweis für weibliche Angestellte vorbildlich organisiert und geleitet, und auch im dortigen Berufsamt ist sie tätig gewefen. Später wurde sie im Landes. arbeitsamt Berlin selbständige Leiterin des Arbeitsnachmeiswesens und fonnte hier ihre reiche Erfahrung verwerten. Mitglied der Berliner Stadtverordnetenversammlung wurde sie im Jahre 1922. Die Partei verliert in Gertrud Buder Abt. Karlshorft. Treffpunkt zur Revolutionsfeier des 17. Rreifes 6% cine unerschrocene Rämpferin, die sich mit feltenen Fähigkeiten hin- Bbf. Karlshorit. Werbebezit! Rentölln. Der Treffpunkt für den Besuch des gebungsvoll der sozialen Ausgestaltung des Arbeitsnachweiswesens Ausspracheabends der Freien Jugend ift 7 Uhr abends Hermannplay. annahm. Das unruhige Berlin. Ansammlungen und Zusammenrottungen find auch im Laufe bes Freitags abends und des Sonnabends faft in allen Stadtteilen Berlins vorgekommen, doch sind sie nur in wenigen Fällen zu Plünderungen ausgeartet. Zu den Leibtragenden gehörten auch Der Bäder Gollnert in der Bellermannstraße, dem der Laden_ausgeräumt wurde und die Korsettfiliale von Neumann im Hause Berliner Straße 138 in Charlottenburg, wo etwa 100 Eindringlinge einen Teil der Waren entwendeten. In der Antwerpener Straße hielt eine größere Menge einen Broimagen an, versicherte fich des Kutschers und verkaufte die Brote Stüd für Siüd gegen eine Milliarde. Ein hinzukommender Polizei beamter befreite den Rutscher und rettete den Rest der Brote. Zu einem größeren Tumult fam es am späten Freitagabend vor der Zahlstelle der Erwerbslosenfürsorge im Schulgebäude Levegomftr. 26. Die Weiterzahlung der Gelder wurde dadurch verhindert, daß Berfonen, die am 29. und 30. Oftober wegen Geldmangels nur die Hälfte der Unterstügung erhalten hatten, die sofortige Auszahlung des Restgeldes verlangten. Infolge des starten Andranges wurde der Eingang zur Turnhalle, wo die Zahlstelle eingerichtet ist, versperrt. Als dann noch duntle Elemente die Menge aufforderten, die Zurnhalle zu stürmen, hatte der Tumult Preise und Löhne. Lebensmittelpreise in der Weißkohl Zentralmarkthalle am 3.11. Wirsingkohl ( in Milliarden Mark) Rindfleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Schweinefleisch Aale in Eis Zander in Eis Margarine Butter 1 Ei. Weizenmehl. 50-90 60-95 70-85 70-110 60-70 Mohrrüben Rotkohl 110 2 2 Tung. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag, den 4. November: Das Jugenbheim Zinbenftr. 3 wird heute erst um 28 Uhr geöffnet. ** Die proletarischen Organisationen Sozialistische Arbeiterjugend, Jungfozialistische Vereinigung, Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde und der Berbaub sozialistischer Abstinenten veranstalten im Feftfaal des Reformgymnasiums in Lichtenberg, Partaue, abends 18 Uhr, eine Revolutionsfeier der proletarischen Jugend. Ansprache, Jugendchor, Mufit, Regitationen, Aufführung der Kreuzabnahme" von R. Bröger. Eintritt 6 Uhr. Eintrittspreis 300 Millionen Mart. arbeitsblattes über den Arbeitsmartt im Geptember b. J. bestätigen den fatastrophalen Rüdgang der industriellen Beschäftigung, der auf diese Weise eingetreten ist, 49,7 Broz. der Arbeiterfchaft, also fa st jeder zweite Arbeiter, ist arbeitslos oder auf Kurzarbeit angewiesen, und zwar betrug am 29. September die Arbeitslosigkeit bei den Gewerkschaften genau ein Zehntel der Mitglieder, während die Zahl der Kurzarbeiter 39,7 Proz, betrug. des Arbeitsmarktes erkennbar an der Tatsache, daß die Zahl der Afr. An den Arbeitsnachweisen wid die Verschlechterung der Lage beitsgesuche von 1,14 auf 1,33 millionen stieg, die Zahl der Stellen. fene Stellen famen 555 männliche und 235 weibliche Arbeit angebote fiel hingegen Don 426 506 auf 343 084. 2uf ie 100 of. suchende. Auch das bedeutet gegenüber dem Bormonat mit 340 bzw. 173 eine wesentliche Verschlechterung. Der Arbeitsmarkt hat sich im Laufe des Oktober noch ungünstiger gestaltet. Der Rückgang der industriellen Konjunktur tommt auch in den Berichten der preußischen Handelskammern für den Oktober 1923 zum Ausdrud. Foft alle Gewerbezweige leiden unter der warenhungrigen Verbraucher steht, die faum in der Lage ist, die einer schweren Absahtrise, wähend auf der anderen Seite die Masse notwendigsten Lebensmittel zu erstehen. -" Der Kampf von Stinnes und Bojel um die Detherrschaft_in Europa. Der Kampf der mitteleuropäischen Petroleumintereffen wird durch die Namen Stinnes und Bofel repräsentiert. Stinnes hat befanntlich vor kurzem seinen großen Deltrust in Deutschland begründet. Nach dem Südosten bearbeitet für ihn sein österreichischer Verbündeter Castiglioni das Feld. Ihm gegenüber stehen die Bemühungen Bosels, der den Informationen der Neuen Züricher Zeitung" zufolge- von dem amerikanischen Petroleumfapital unterstützt wird. Dant dieser Unter. uhrstützung formte fich Bosel die Herrschaft über die Wiener Unionbant sichern. Die Verbindung Bofels mit dem Rodefeller- Konzern tam aber erst ans Licht, seitdem diefer junge Banfier mit der Banque de Paris, welche beinahe sämtliche größeren Betroleumunterneh mungen in Polen befigt, gemeinsame Geschäfte eingeleitet hat. Auf dem polnischen Kampfplatz scheint der Sieg Bofels und der amerikanischen Gruppe unzweifelhaft. Wertbeständige Hypotheten. Die Stadtschaft der Brovinz Brandenburg, öffentlich- rechtliche Kreditanstalt, Berlin 2. 10, Bittoriaftr. 20, beabsichtigt, wie uns mitgeteilt wird, die Ewertbeständige Beleihung von Haus und Siedlungsgrundstüden einzuführen. Geplant ist hierfür die Ausgabe eines Goldpfanb briefes. Berücksichtigt fönnen nur solche Hausgrundstüde werden, die nicht der 3mangsbewirtschaftung unterliegen. Darlehnsanträge auf wertbeständige Beleihung fönnen schon jetzt bei der Stadtschaft eingereicht werden. Morgen, Montag, den 5. November, abends 71% Uhr: Rarlshorst: Gemeinbeschule Auguste- Viktoria Str. 43, Mitgliederversamm Borfißendentonferenz. Werbebegirt Teltowlanal: Jugendheim Lankwiz, Schule, Schulstraße, Ortsausschuß für Jugendpflege Neukölln. Rinoabend 7% Uhr in der im Spelfart"( Märchen von W. Sauff); Eintrittspreis für Jugendliche der Rathenau- Schule. Bobbinstr. 34. Aur Borführung gelangt Das Wirtshaus Breis einer halben und für Erwachsene einer vollen Straßenbahnfahrt. Ratten am Gaaleingang. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Arbeitsgemeinschaft der Kriegsopferorganisationen im Bereich des Bezirks. amts Kreuzberg. Deffentliche Bersammlung Sonntag, 1. November, 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer. Thema: Kriegsbeschädigten- und Sinter. bliebenenfileforge oder Armenpflege?" Referent Bundessekretär Frenz. Bund der Kriegsverlegten, Mitwer unb Baisen der tschechoslowakischen Dienstag, 6. Rovember, 8 Uhr, in den Sohenstaufen- Sälen, Neuton, Rottbufer Republit, Ortsgruppe Groß- Berlin. Nächste Mitgliederversammlung findet Damm 76, ftatt. Mitgliedsbuch legitimiert. Arbeiter Abftinentenbunb, Abteilungsverfammlung 5. November, 7% uhr, im Seim, Schule Gipsfit. 23a. 6. November, 7% Uhr, Referententurfus bei Schmidt, Rualerstr. 14 II Tints. Bund entschiedener Schulreformer. Montag, 5. Stovember, 8 Uhr, fpricht Schönbrunn über Rouffean": Dienstag, 6. November, 7% Uhr, Geheeb über Die Obenwald- Schule"; Mittwoch, 7. Stovember, 8 Uhr, Schneerim über ,, Die 4 follettive Rinberpfnchologie als Grundlage der Schulerziehung"( mit an schließender Arbeitsgemeinschaft). Die Forträge finden im Werner- SiemensRealgymnaftum, Hohenstaufenste, 47-48 ftatt. Wochenlöhne in Berlin ( in Milliarden Mark) 40-50 Maurerpoliere vom 27. 10. 70-86 bis 2.11. 170 Steinsetzer v. 27. 10. bis 2. 11. 13-14 Maurer vom 27. 10. bis 2. 11.. 25-28 Glaser vom 26. 10. bis 1. 11. 757 Arbeitersport. 624 8 Uhr, findet in her Ideal- Alause, Marefchitraße, die fällige Monatsverfamm Arbeitersport. unb Rulturfartell Nexfin- Brik. Montag, 5. Movember, 624 tung ftatt. Es ist unbebingte Pflicht eines jeden Bereins, sich durch Dele. 670 gierte bort vertreten zu lassen. Ein Farbentrust in Frankreich. 3mei große franzöfifche Nonzerne für die Herstellung von Farben und anderen chemischen Probutten vereinigten sich vor kurzem zu einem mächtigen Trust. Der eine Konzern, Compagnie nationale des matières colorantes" wurte erst im Jahre 1917 gegründet und erzeugt 65 Broz. der gesamten französischen Farbenproduktion, welche bereits den inländischen Bedarf zu 85 Broz bedt. Der andere Konzern, die sogenannten Stuhlmann- Werte, beschäftigt sich mit der Herstellung von Rohstoffen und Halbfabrikaten für die chemische Industrie. Der er wird die Herstellung vom Rohstoff bis zum Fertigfabrikat um neue Truft wird also eine vertikale Kombination darstellen, das heiß. faffen. Der französische Berichterstatter des Manchester Guardian" behauptet mit Entschiedenheit, daß die Gründung des neuen Trufts mit der franzöfifchen Belegung der Badischen Anilinfabrit in Ludwigshafen in enger Berbindung stehe. Goldumrechnungssätze 1 amerikanischer Dollar 1 Dollar Goldanieihe... 420 Milliarden 420 S 95 Goldmark. Notgeldscheine 2 Dollar 210, 1, Dollar 105, 10 Dollar 42 Milliarden 100 Milliarden 1 Goldpfennig = 1 Milliarde, 5 Goldpfennig= 5 Milliarden usw. Groß- Berliner Parteinachrichten. 5. Areis Friedrichshain. Montag, den 5. November, 7 Uhr, bei Rosin, Gubener Str. 19, erweiterte Kreisvorstandssigung. 7. Rreis Charlottenburg. Dienstag, den 6. November, 7½ Uhr, im Schiller. Realgymnasium, Schillerstr. 26( Erbgeschoß), 1. Bortrags- und Diskussions. abend auf schulpolitischem und pädagogischem Gebiet. Referent Genosse Dr. Danziger. 10. Rreis Zehlendorf- Wannsee. Montag, den 5. November, 7% Uhr, Kreisdelegiertenversammlung bei Schnorrer, Potsdamer Str. 3. Bortrag des Genossen Dr. Kurt Rosenfeld, M. d. R., über Die politische Lage". 11. Reis Schöneberg. Die für Dienstag, den 6. d. M., angefeßte Sigung der Beitungsfommission fällt aus. Die Genoffen beteiligen sich an der öffent lichen Versammlung in Friedenau. Arbeitsgemeinschaft: Montag, den 5. November, pünktlich 7% Uhr, Sigung bei Grund, Meininger Str. 8. Parteibuch legitimiert. 14. Szeis Rentöln. Genpffen, die aus wirtschaftlichen Gründen das Abonnement des Borwärts" nicht mehr aufrechterhalten, tönnen Einsicht nehmen im Parteibureau, Nedarstr. 3, täglich( außer Sonntags) von 5-7 Uhr. Montag, den 5. November. 7% Uhr, erweiterte Kreisvorstandssigung an bekannter Stelle. 17. Kreis Bichtenberg. Montag abend 7 Uhr in der Bibliothek, Weichfelstraße 28, wichtige Sigung des Bildungsausschusses. Dienstag, den 6. November, pünktlich 6 Uhr, Sigung der Obleute und Ordner im Cäcilien- Byzeum. Mittwoch, den 7. November, 7 Uhr, Kreisvorstands. figung in der Bibliothet, Weichselfir. 28. 18. Kreis Weißenfee. Mortag, den 5. November, 7 Uhr, Fraktionssigung, 8immer 2, Rathaus. 20. Kreis Reinickendorf. Arbeitermohlfahrt, Rinderschutz, Kinderfreunde: Montag, den 5. November, 7 Uhr, wichtige Sigung im Sigungszimmer Des Bezirksamts Reinickendorf, Hauptstr. 46. Erscheinen aller Genossen und Genossinnen, die in der öffentlichen Wohlfahrt mitwirken ober sich daran beteiligen wollen, ist notwendig. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Dienstag, den 6. November, nachmittags 5 Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 3, Vorstandssigung. Mittwoch, den 7. November, 7 Uhr, in den Räumen der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Sof links, part., Gigung des Rentvalausschusses. Bezirksmieterausschuß. Dienstag, den 6. November, 7½ Uhr, Sigung mit den Kreismieterobleuten im Ronferenzfaal der Redaktion, Lindenstr. 3. Die Ausschußmitglieder erscheinen Stunde vorher. Morgen, Montag, den 5. November: 1. t. 7% Uhr bei Spiegel, Ackerstr. 1, Funktionärsizung. Die Bezirks und Stadtverordneten sowie die Betriebsvertrauensleute sind eingeladen. Stellungnahme zur Wahl des Abteilungs- und Bezirksvorstandes. Deutscher Metallarbeiter- Verband Allgem. Ortskrankenkasse gemeine Ortskrankenkasse für den Berwaltungsbezirt X1 Berlin, Die Beiträge betragen für die für Berlin- Lichterfelder Zehlendorf n. Umgegend Soweit nicht Beiträge nach dem tatsäch Ab 5. November 1923 beträgt der SöchftSchöneberg- Friedenau. 22. 61. 7 Uhr Sigung der Parteifunktionäre bei Sönisch, Utrechter Straße. 47. bt. 7 Uhr Konferenz aller Funktionäre, Betriebsvertrauensleute, Elternbeiräte und Ordner beim Genossen Gesche, Wrangel-, Ede Büdlerstraße.. Die Bezirtsführer laden zum Zahlabend ein. 55. Abt. Charlottenburg. 7 Uhr Borstandssigung bei Bange. Frauenveranstaltung am Montag, den 5. November: 2. Kreis Tiergarten. 7 Uhr Funktionärinnensibung bei Eisfelder, Beffingtraße 33. Uebermorgen, Dienstag, den 6. November: 8. 261. 7 Uhr Beamtenversammlung in der Baugewerfschule, KurfürstenStraße 141. Referat: Beamtenabbau". Gäste willkommen. 81. Abt. Friebenan. Die Eintrittskarten aur Revolutionsfeier am 9. Novem. ber im Somuth- Gymnasium find zu haben bei Rudbeck, Odenwaldstr. 26, und bei Riegel, Raiferallee 123. Der Bortragsabend am fozialistischen Geminar am Dienstag fällt der öffentlichen Bersammlung wegen aus. 74. bt. Behlendorf. 8 Uhr bei Micklen, Potsdamer Straße, Borstands- und Funktionärversammlung. Fravenveranstaltung am Dienstag, den 6. November: 19. Kreis. 7 Uhr im Jugendheim, Breite Str. 32, Rveisfrauenabend. Bortrag der Genoffin Kresse. Wichtige Tagesordnung. Allgemeine Ortskrankenkasse Berlin- Wilmersdorf Bom 5. bis 11. November 1923 ist der Höchft45. Boche, fällig mit Sonntag, den Auf Grund der Verordnung des Reichs- lichen Verdienst zu zahlen sind, betragen grundlohn, soweit er für Berficherte Gel- grundlohn für freiwillige Mitglieder, Saus4. November 1923; 18, 16, 12, 10, 7 und arbeitsministers vom 27 September 1923 die Grundlohnstufen vom 5. November fung hat, 1000 Milliarden Mart An- angestellte( Brivathaushalt), Aufwarte illiarden, 50 Millionen( Lehrlinge), werden die Grundlöhne usw. ab 5. No- 1923 ab: In Milliarden spruch auf erhöhte Barleistungen besteht frauen und Bortierleute auf 100 Milliarden 5 Millionen( Invaliden). vember 1923 wie folgt in Millionen fest- Lehrlinge o. Entg. 5 I. 7,5 II. 15 ab 19. November 1923. Bom 5. November festgefegt. Für diese Zeit betragen die tägV. 45 VI. 55 1923 ab gilt als Zahltag für die Beiträge ichen Beiträge in Milliarden Mark: Stufe IX. 85 X. 100 der Lohnzahlungstag nur dann, wenn die 1. 0.750, 11. 1.500, III. 2500, IV. 3.500, V. Alle Arbeitgeber, sowie die freiwilligen Beiträge am gleichen Tage an die Staffe 4 500, VI. 5.500. VII. 6.500, VIII. 7.500, IX. Mitglieder haben die Beiträge in Butunft abgeführt werden. Geschieht dies nicht, 8.500, X. 10.000 3 Alle rückständigen Beiträge find eben- gefegt: falls mit den obigen Beitragssägen zu den Kalendertag Lohn Grund A Lehrlinge ohne Entgelt 7500 bis 10 000 7500 begleichen. Die Kollegen, die von der Arbeitsentgelt auf Haustaffierung nicht erfaßt wurden, haben das der Verwaltung umgehend mitzuteilen Die Funitionäre in den Betrieben werden erfucht, ebenfalls in diesem Ginne tätig au fein Es liegt im eigenen Intereffe bec Rollegen, unbedingt dafür Gorge zu tragen, daß der Beitrag für die laufende Woche bereitgelegt wird. Die Bezirksleitungsfigung bes 6. Bezirks fällt am Montag, den 5. November, aus. Dienstag, 13. november, abends 6 Uhr, im Berbandshaus( 8immer 14), Linienftr. 83/85: Tägl. Beitrag III. 25 VII. 65 IV. 35 VIII. 75 fpätestens innerhalb drei Tagen nach dann sind die für eine abgelaufene Kalender- Für in Gewerbebetrieben beschäftigte Per500 Fälligkeit zu entrichten, andernfalls Auf- woche fälligen Beiträge am fommenden fonen kommen diese Grundlöhne nicht mehr 750 wertung nach dem Berhältnis der Reichs- Montag fällig und längstens bis zum in Frage. Auf die erhöhten Barleistungen 1500 richtzahl zu erfolgen hat. 24/6 nächsten Mittwoch zu entrichten. Erfolgt haben die Versicherten ab 19. Stovember 1923 2500 3500 2 ib. 10 000 20 000 15 000 # 3 20 000 30 000 25 000 " " 4 30 000 40 000 35 000 " " 5 40 000 50 000 45 000 4 500 " " 6 50 000 60 000 55 000 " " 7 60 000 70 000 65 000 19 " 7 8 70 000 80 000 75 000 W " 9 80 000 90 000 " 17 10 5500 6500 7500 Zehlendorf, den 2. November 1923. Der Vorstand G. Seymeier, Bors. A. Fischer, Schriftf. Eisen 24/4 Berlin- Wilmersdorf, d. 2. November 1923. R.Engelhardt, Borf. Fr.Wiemann, Schriftf. die Zahlung später, dann wird Entwertungs- Anspruch. zuschlag berechnet. Näheres Gäulenanfchläge in Schöneberg- Friedenau. Der Borstand. A. Schuldt, Bors. 24/7 BREMEN F. Senß, Gdriftf. Marken- Zigaretten AMERIKA 8500 gebraucht und neu. taufen sofort jeben Marken- Zigaretten Tabake, Zigarren 85 000 90.000 100 000 10 000 often Rund- und Biertanteisen von Sausangestellte werden mindestens der-1", sowie Flacheisen in allen DimenGruppe 3 zugeteilt. 24/3 fionen, auch Lagerpoften in Schloß-, Holz- Garbaty, Josetty, Problem, Salem, Dota, Auf die erhöhten Leistungen besteht und Maschinenschrauben. 107/19 Reemtsma, Constantin, Tescawi und viele Fahrzeug- Industrie G. m. b. 5. andere Marken weit unter Zagespreis. Berlin- Richterfelde, 2. November 1928. Berlin- Charlottenburg, Rognigstraße 25. Zabal- Großhandlung H. Riesenburger, Der Vorstand. Telephon: Wilhelm 8225. Branchentommiffionstigung Anspruch ab 19, November 1923. der Werkzeugmacher. Dienstag, den 6. November, abends 7 Uhr, bei Rosin, Gubener Straße 19: D. Gebert, F. Haneberg, 2. Borsigender. Schriftführer. Bezirksleitungs fitung Allgemeine Ortsfrankenkasse BU des 2. Bezirks. Die Bezirkskonferenz bes für Berlin- Steglig. Bekanntmachung. 21. Bezirts fällt am Mittwoch, den 1923 ist der Höchstgrundlohn auf 100 7. November, aus. Für die Woche vom 5 bis 11. November Milliarden pro Tag festgelegt Demzufolge Der Branchenleiter der Reffel betragen die Beiträge in Milliarden Mart schmiede ist jeden Freitag von 5%, bis' n Stufe A 0.5, 10.75, II 1.5, III 2.5, IV 3.5, 6% Uhr bei Sachse, Lindower Straße, V 4.5, VI 55, VII 6.5, VIII 7.5, IX 8.5, X 10 anwesend. Die arbeitslosen Kollegen haben Gemäß unserer Bekanntmachung vom fich dort zu melden. Die Adresse ift: 31. Oftober 1923 fommt die Lohnstufen3. Liebe, Wilbau, Schwarzkopffite. 18. einteilung nur für Hausangestellte, Auf44/11 Die Ortsverwaltung. Bekanntmachung Der Gasbreis wird von jest ab in Goldpfennigen festgefegt auf Grund des jeweiligen Gold- Sohlenpreises frei Bergafungsstelle. Der jegige Gold- Rohlenpreis, der etwa bas 2 fache des Friedenspreises beträgt, mürde einen Gaspreis von etwa 23 Goldpfennigen bedingen. Wir werden jedoch bis auf weiteres nur einen Breis von 21 Goldpfennigen je Rubikmeter einschl. Umfagsteuer und Miete für Gasmesser und Münzgasmeffer einrichtungen sowie Abgaben an die Ge meinben berechnen. Dieser Preis gelangt demnach in unferem gesamten Bersorgungsgebiet mit Ausnahme von Grünau ffir das seit der Standablefung ver vorangegangenen brauchte Gas bet denjenigen Gasabnehmern zur Erhebung, bei benen vom 4 November b. 3. ab feitens unferer Beauftragten die Gasmefferstände aufge nommen werden. Die Umrechnung bes Goldgaspreises in Papiermart erfolgt auf Grund des amtlichen Dollarturses an dem ber Zahlung vorangehenden Tage. Wegen der unerhörten Marfentwertung wird ausnahms weise als Uebergang in den nächsten Tagen der Rurs des der Sahlung zweitvoran Weitere gegangenen Tages berechnet. Breisänderungen bleiben vorbehalten. Unsere Gelbeinzieher find ermächtigt, zu dem obigen Preise gleichzeitig den Be trag für einen achttägigen Gasverbrauch im voraus entgegenzunehmen. Bedingung für diesen Vorverkauf ist aber, daß bie Zahlung sowohl für diesen, als auch für den stattgefundenen Gasverbrauch fofort an den Ge deinzieher erfolgt. Wir sind außerstande, 8ahlungen für Borverkauf auf anderem Wege als dem vorgenannten entgegenzunehmen, weil Boftund Bankzahlungen erit mit acht bis zehntägiger Verspätung und infolgedessen start entwertet bet uns eingehen. Auch die Abfertigung in unseren Geschäftsstellen ist bei der großen Anzahl unserer Gasabnehmer gänzlich unmöglich. Sollten uns dennoch folche Zahlungen über Bant, Boftscheck, Spartaffentonto oder durch Sched zugehen, fo milßten biefe Beträge entweder auf Roften ber Einzahler zurückgesandt werden, oder fie tönnten nur als Anzahlung auf den demnächst fällig werdenden Rechnungs betrag verrechnet werden. Eine wert. beständige Anrechnung findet nicht statt. Jrgendwelche Berantwortung für eine rechtzeitige Rüldfenbung oder Berbuchung lehnen wir ausdrücklich ab. Das Borgefagte gilt auch für 8ahlungen, die auf Grund von eigenen Ablefungen oder eigenen Berech nungen erfolgen. Berlin, den 4. November 1923. Gasbetriebsgesellschaf Aktiengesellschaft. Korsette Verkauf Reparatur, MaB. anfertigung Fr. C. Bungartz, Heukölln, Boddinstr. 31. Ausbau der Kinderfürsorge durch die Gemeinde von Dr. Selma SchöferAuweck Eine notwendige Schrift für Behörden und Ausschüsse, Lehrer und Erzieher, wie überhaupt für alle, die sich in der Wohlfahrtspflege betätigen. Preis- Grundzahl Mk. 0,15 Buchhandlung Vorwärts Berlin SW, Lindenstr.3 wartungen, Portiers und freiwillige Mitglieber in Frage. Für gewerblich Be fchäftigte find 10 Proz. des Gesamtverdienftes als Beitrag abzuführen. Berlin- Stegliz, 2 November 1923. Der Vorstand. Moedel, Vorfiz. Alb. Wagener, Schriftf. Wichtige Neuerscheinungen: Der Faschismus in Italien von GIULIO AQUILA. 2. erweiterte Auflage. 112 S. Grundz. 1.20 Der Kampf der M. I. gegen Ver sailles und gegen die Offensive des Kapitals von KARL RADEK, 3. Auflage. 77 S. Grundz. 0.60 Die Besetzung des Ruhrgebiets und der Zerfall Europas von A. LAPINSKI. 71 S. Grundz. 0.60 Geschichte der Komm. Partei Ruflands( Bolschowiki) von. G. SINOWIEW. 260 S. u. 6 Illust. Grundz. geb. 4, brosch. 2.50 Die Grundfragen der Revoln tion von L. TROTZKI. 448 S. Grundz. geb. 7.50, brosch. 5.Proletarische Kaiter und Revolution von N. BUCHARIN. 82 S. Grundz. 0.35 Der Aufbau der Roten Armee in der Revolution von W. Antonow- Owsejenko. 136 Seiten. Grundz. 0.50 Der Verband der sozialistischen Sowjetrepubliken. Eine geographisch- politische Skizze von IP, TRAININ. 204 S. Grdz. 1.20 Rußland 1917-1923 von L. SOSNOWSKI. 32 S. mit 27 ein- und 5 zweifarbigen Illustrationen, Grundz. 1.Schlüsselzahl z.Z. 150 Millionen Zu beziehen durch alle Buchhandlungen oder direkt vom Verlag Carl Hoym Nachf. Louis Cahnbley Hamburg& Prospekte auf Verlangen. Saba, Tandu, Kleon Kaiserjäger, Trachsess Export start unter Fabritpreis, fonkurrenzlos, billig. 9-2 Uhr. Singer, Brunnenstr. 29 v. III. UNITED TES INITED STATEC LINES Amerikanische Regierungsdampfer NACH NEW YORK von Southampton- Cherbourg LEVIATHAN 20. November, 15. Dezember Von BREMEN über Southampton und Cherbourg nach NEW YORK GEORGE WASHINGTON 27. November, 29. Dezember President Roosevelt 7. Novemb. 12. Dezemb. President Harding 14. Novemb. 16. Januar President Fillmore 21. November America 5. Dezemb. 9. Januar President Arthur.. 22. 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Aus diesem Zwiespalt ihrer Seele, der es gegeben ist, das tiefste Leid zu schauen und doch nur das Lachen auszulösen, wächst in ihnen der Wunsch, ernste Werke zu schaffen. Raum einem wurde das Glück zutell; zu diesen ganz feltenen Ausnahmen gehört Chaplin, wenn auch ihm der Gipfel feines SchauTh. im Admiralspalast Die Welt ſpielerehrgeizes, eine tragische Figur Tägl. 74 Uhr Drunter und drüber DeutschOpernhaus 7/2: Gastsp. Russ. Romant. Theater ( Aktionärk. ungült.) Mtg.7: Holofernes ohne Schleier Große Volksoper Apollo- Theater Im Theat. d.Westens 7 Allabendl. 7%, 7: Samson u.Dalila Mtg. 7U.: Schneefläckchen Intimes Theater 8 Uhr: Abendbesuch Die k. u. k. Hose etc. Lustspielhaus Die große Revue Europa spricht davon! T: Nebeneinander. ReichshallenTh. Volksstück 1923 Tägi. 7, U. u.Sonnt. 3U. Metropol- Theater Stettiner 7: Casinogirls Sanger Neues Theat. a. Zoo 7/2 Uhr: Die Luxustran Renaissance- Theat. NOBRIEN Varieté- Programm 72 U.: Die Tage des Lebens Rauchen gestattet! Thalia- Theater 7: Scheidungsrelse Theater i.d.Kommandantenstr. Täglich 7, Uhr: Charlie Wallner- Theater 8 Uhr: Causa Kaiser Schauspieler- Th. ( Friedrich- Wilhelmstädt Th.) Chausseestr. 30 7: Eduard II. Th.a. Kottb. Tor Täglich 7'/ Uhr a. Sonatag nachmittag 3 Uhr: ELITESänger U. a. Esmeralda d. Tänzerin Primus Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr. U hraufführung d Lionarde- Films Rose- Theater Der Puppenmacher 8 Uhr: Die Braut von Messinal Von Kiang- Ning Regie: Robert Wiebe Casino- Theater In der Hauptrolle 8U.: Der Ehemann Werner Strauß Beginn 7 und 9, Sonnt. 5, 7 u. 9 U. ohne Frau! Vorher bunter Teill Konz.- Dir.Herm. Wolff a.Jul.Sachs, GmbH., BerlinWS, Linkstr.42 Hochschule, Mittwoch, 14. Nov., 8 Uhr Klavier- Abend Richard Rößler Schubert, Schumann, Chopin. Karten: Goldmark 2.-, 1.50, 1.-, 0.50 Karten f. ob.Veranstalt. b. Bete& Bock, Wertheim u. a. d.Abendk. der Weltliteratur zu gestalten, unerreichbar bleiben wird. Denn er weiß es Chaplin ist für die Welt der Mann des Lachens. Nicht diese Erkenntnis, sondern daß er sich in dem ihm gezogenen Kreis bescheidet, Neues Operetten- Th. II. Rang nur 48 Pf. Parkett 1.05 U. Siegerin Bei Zahlung in Goldanleihe Programm u. Garderobe frei Stg. 3 U. ganz kleine Preise Die kleine Sünderin Di Die grösste Sensation derGegenwart ist das Internationale zeugt für den Künstler, zeugt mehr noch für den Menschen Charles Chaplin. Sein Herz war immer bei den Armen. Er betont es nicht nur in seinem Habitus, alle Chapliniaden find, auf eine Generalformel gebracht, nichts anderes als der Kampf des Unterdrückten gegen den Mächtigeren. Der Schwächling fiegt, weil seine Gewandtheit mehr bedeutet als robuste Kraft, seine Pfiffigkeit mehr als Stellung und Einfluß. Diese stets wieder unerwartete Wendung beluftigt die Welt. Ihr wollte Chaplin zeigen, daß hinter all dem Scherz herbes Leid schlummert, daß auch in dem letzten Baria eine Seele flattert. Und darum schrieb Chaplin sein Kid. Es ist die Geschichte eines Großstadttramps, der nichts ist und nichts hat. Ihm wirft das Schicksal ein Findelfind in die Arme; nachdem er vergebens versucht hat, sich von dem Ballast zu befreien, nimmt er den Säugling auf. Und ist beMetropol- Varieté Behrenstr. 54 8 Uhr Behrenstr. 54 Nicht so stürmisch Ferry Sikla Claire Waldoff Jenny Schäck James Basch, Irma Jäger, Siegmund Flatow, Rudolf Sulzer, Siegir. Glaser, Alexander Flessburg, Hensel. Solotänze: Darly Dupré u. Frid Orlinsky, Margie Conram Gewerkschaftshaus Engelufer 25 Sonntag, den 4. November, abends 6 Uhr Zum ersten Male: Berliner Sängerquartett MUSIK*** GESANG EINTRITT FREI Engros- Lager Gegr. 1894 Etablissement Engros- Lager Cafe Varieté- Programm Walhalla Theaters Lielka Weinbergsweg 19-20 Einlaß 7 Uhr Anfang 72 Uhr U. a.: Erstes Auftreten in Deutschland 8 indische Fakire als Feuerfresser, Zauberer, Glastänzer, Schwerttänzer, Degenschlucker, Akrobaten. 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Man will ihm das Kind nehmen, was Rechtens ist. Denn Chaplin ist nicht der Vater des Kleinen. Oder ist er es doch? Entscheidet wirklich der Zufall, der einen zum Vater des Kindes macht, oder gibt es höhere sittliche Geseze? The Kid" hält sich mit dieser Frage nicht auf; er berührt sie lächelnd wie zahllose andere. Und das ist genug. Die Tragit wächst. Es ist der Kampf zweier Menschen, die zueinander gehören, und die man voneinander reißen will. So hat der Regisseur Charles Chaplin seinen Film gestaltet und unerbittlich den Schauspieler Chaplin im Zügel gehalten. Ebenso wichtig wie der Vagabund waren ihm die anderen Gestalten. Der Regisseur Seine Edna Purviance, seinen Carl Miller und seinen Tom Wilson. Aber das Kind, der Findling! Der Regiffeur Chaplin suchte und suchte, bis er einen Jungen fand, der das Zeug zu einem Mimen zu haben schien. Und der Regisseur Chaplin wagte dieses Experiment im Vertrauen auf seine Kraft und gab der Filmwelt mit Jackie Coogan das Wunderkind. " Rid" hat in New York das Licht des Rinos erblickt, hat monatelang seinen ununterbrochenen Siegeszug durch alle Lichtspielhäuser Londons, Paris, Roms, Wiens fortgesetzt und tommt nun auch nach Berlin. Immer wieder in aller Herren Länder wird dieser Film von den Menschen verlangt. Es muß ein wundersamer Sauber sein, der an diesen Bildern haftet. Vielleicht, weil auch hier die Träne blinkt auf dem Grunde des Lachens. Grünfeld Empfehlenswertes Weihnachtsgeschenk! Zur Erleichterung von Einkäufen Goldmar Gutscheine in beliebiger Höhe gegen Papiermark 5% Wertbeständigkeits- Rabatt bei Bezahlung in Dollarschatzanweisungen, Goldanleihe und Rentenmark Damen- Taghemden Herren- Oberhemden Trägerform, aus gutem Wäsche 310 Farbig Zephir und Oxford mit stoff, mit Hohlsaum- Einsatz M. aus mittelfeinem Bettbezuge dichtem Wäschestoff mit Knopfschluß, 1 Deckbett 130 X 200, 2 Kissen 980 83 x 83. M. Bettlaken Mittelstarkt. 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