Re. 527 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 263 Bezugspreis: Bom 11-17.Rovember 240 milliarden Mart voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 11.- 17. November für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 250 Milliarden, für bas übrige Ausland 260 Milliarden. Bofte bezugspreis freibleibend. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. heilage Bolt und geit", bez Unter altungsbeilage..Seimwelt" und der ilage ,, Siedlung und Kleingarten scheint wochentäglich zweimal, Conntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 25 Milliarden M. Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronpareille geile 0,70 Goldmart, Netlamezeile 3,50 Goldmart. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 0,20 Goldmart( zuläffig amei fettgebrudte Worte), jebes weitere Bort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmark, jebes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Die Verkehrssperre ist gewiß eine scharfe versagen, fann es nichts geben als unversöhnlichen eben ist der Münchener Putsch vollständig niedergeschlagen. Nach Waffe, die auch Unbeteiligte trifft. Indes brachte auch der Kampf. einem heftigen Straßenfampf, bei dem es viele Tote und Ber- Kapp- Streit vielen Unschuldigen arge Unbequemlichkeiten, sie Fort mit Kahr, dem Statthalter der Monarchie! Es lebe wundete gab, wurde das Münchener Kriegsministerium, in dem trugen sie und waren dankbar, daß man sie und Deutschland die Deutsche Republik! Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns! fich die Putschisten verschanzt hatten, geflürmt. Ludendorff, Hitler, dadurch vor noch schlimmerem bewahrte. Die Aufhebung der Boehner und Hauptmann Römer find gefangen genommen. Berkehrssperre erweckt den Eindruck, als ob man in Berlin Infolge der Sperrung des Telephons waren nähere Einzelheiten zwischen Hitler- Ludendorff und Kahr- Lossom zugunsten der nichi ju erfahren. letzteren einen Unterschied machen wollte- wäre das der Fall, so wäre der schärfste Protest dagegen angebracht. München, 9. November.( WEB.) In München herrschte Wahrscheinlich erst durch diese ganz unangebrachte Diffeheute nachmittag volle Ruhe. In der Nacht vorher war noch die renzierung hat Kahr den Mut der Unverschämtheit gefunden, Festnahme Poehners erfolgt. Der von den Nationalsozialisten jene Kundgebung zu erlaffen, die wir an anderer Stelle In einer Versammlung in Schöneberg erflärte gestern Graf als Polizeipräsident eingefehte Polizeirat Frid ist festgesetzt. Um im Wortlaut wiedergeben. Daß dieser Bursche, der allen Bestarp: 11 Uhr vormittags waren die tommunistischen und die fo- Grund hätte, sich vor Scham zu verfriechen, sich heute noch als " Herr Severing hat den Selbstschutz verboten. Wir lassen zialdemokratischen Münchener Stadträte, ebenso der 10- Befreier Deutschlands aufspielt, das übersteigt das Maß allesfieren, nicht nehmen. Die Losung ist jeßt: Fort mit der aber das Recht, uns zur Notwehr zu mobilizialdemokratische erfte Bürgermeister Schmidt von bisher Erlebten. Und geradezu unvorstellbar ist der den nationalsozialistischen Truppen mit Gewalt aus dem Rathaus dante, daß irgendeine deutsche Reichsregierung mit diesem Regierung Stresemann, Bildung einer neuen nationalen Regierung geholt worden. Durch den Einfah der Münchener Truppen, der Mann Kompromisse schließen könnte des allgemeinen Vertrauens!" nachdem man Landespolizei und von auswärts herangezogener Kräfte war bis 3eigner mit Reichswehr aus seinem Amtszimmer heraus3 Uhr nachmittags der Putsch restlos in sich zu Jammengebrochen. WIB. meldet in fpäler Stunde: Nach weiteren aus München cingetroffenen Nachrichten befinden sich General Ludendorff. Hauptmann Roemer, der Führer des Bundes„ Oberland", und die anderen Führer der Nationalsozialisten in Shubhaft. Dagegen jell nach neueren Melsungen Hitler enttommen fein; er ist aber verwundet. An Berlusten find bei der Reichswehr zu verzeichnen: 2 Leichtverwundete; bei der Schuhpolizei: etwa 6 bis 7 Verwundete und einige Tote. Jm ganzen dürften auf beiden Selten 8 bis 10 Personen getötet worden sein. In München herrscht heute abend vollständig Ruhe. Reichswehr und Schußpolizei find durchaus Herren der Lage. * geholt hat. Man stelle sich vor, Genosse Zeigner hätte sich von Kommuniften erpreffen lassen und hätte die Präsidentschaft einer Die Vertrauensleute Sowjetrepublik Sachsen angenommen, er hätte mit schwerem Herzen" einer Bersammlung die Annahme des Amtes erklärt und dem kommunistischen Butschführer die Hand gereicht- was würde wohl die Rechtspresse dazu geschrieben haben, wie hätte sich die Reichsregierung dazu geftellt? bes Landesverbandes Berlin ber Stresemanns Kopf gefordert. ,, Ertvartungen" der Berliner Deutschnationalen. Deutsch nationalen sprachen in ihrer Zusammenkunft am Freitag die bestimmte Erwartung" aus, daß es ihren bewährten Führern gelingen möge, die feit Wochen schwebende rise im nationalen und völkischen Sinne zu lösen. Sie perlangt eine Regierung aus wahrhaft deutschen, Aber den Hitler- Ludendorff- Butsch hat die Rechtspresse tatkräftigen Männern, die ihre Stärke nicht im Verhandeln, sonmit Festgefängen begrüßt, und die Deutsch nationale dern im Handeln suchen und frei von parlamentariartei erklärt auch heute noch, treu und fest zu Kahr zu fchen halbheiten sowohl die bayerische als die gesamte stehen. Sie hätte sich natürlich mit noch weit größerer Bonne deutsche Frage einer gedeihlichen Lösung entgegenführen. Sie zu Ludendorff bekannt, aber da dieser Nationalheld augen fordern 1. den sofortigen Rüdtritt der Regierung blidlich im Rittchen figt, in das er mindestens seit dem Kapp Stresemann und ihren Erfah durch eine in dem Rampfe gegen Butsch hineingehörte, entscheidet sie sich für die augenblicklich den Margismus unbedingt verläßliche Reichsregierung, womit die oben liegende Kampfgruppe und fordert mit Kahr im Bunde u mbildung der Regierung in Preußen Hand in auch heute noch ultimativ den Rüdtritt Stresemanns. Hand zu gehen hat; 2. die schleunige Beilegung des unheilvollen In diesem Augenblick entschließt sich die Deutsche Bruderzwistes mit Bayern; 3. die Einleitung einer entschlossenen Bolts partei- wozu? Den deutschnationalen Butschisten Abwehrpolitit gegen die französischen Erpressungsversuche im den Fehdehandschuh hinzuwerfen, ihre Frechheit mit ein paar Ginne der mehrfachen Kundgebungen der Deutschnationalen Bolts. männlichen Worten zurückzuweisen...? partei. Gie begrüßen die Brüder in Bayern, die Volkspartei und Deutschnationale. Der Borsigende der Fraktion der Boltspartei Dr. Scholz erflärt folgendes: Benn es wahr ist, daß Hitler und Ludendorff verwundet und gefangen genommen sind, so kann man sagen, daß sie immer noch eine bessere Rolle gespielt haben als R ahr und Lossow. Ueber ihre Dummheit und ihre Gewissen losigkeit ist kein Wort weiter zu verlieren, ebensowenig darüber, daß sie für ihre Schandtat in jedem geordneten Staat In diesem Augenblic entschließt sich die Deutsche Bolts- unter der Leitung Kahrs seit Wochen den Kampf für Deutschlands die schwerste Strafe zu erwarten hätten. An Erbärmlichkeit sind ihnen aber ihre beiden Gegenspieler bedeutend über, und parte: dazu, die Deutsch nationalen zum Eintritt Ehre und Freiheit führen und versichern sie ihrer Anteilnahme unb an dem blutigen Poffenspiel, das in München zur Schande in die Reichsregierung einzuladen! Allerdings tatkräftigen Unterstützung." Deutschlands und zum Gelächter der Welt aufgeführt worden will sie deswegen noch nicht gleich Stresemann wegschicken, ist, tragen sie die schwerere Schuld. Sie haben den nationalisti- das haben die Qua az und Maretty noch nicht durchgefchen Sput gewähren laffen und sind dann- Kahr, der Bolts- fett. Aber sie entschließt sich dazu, die Deutschnationalen zum befreier, und Lossow, der deutsche General vor dem Knacken Eintritt in die Reichsregierung einzuladen und holt sich dafür eines Revolvers zufammengefnicht. Sie machten Miene, sich die Abfuhr: die Auffassung der Deutschnationalen sei unverder„ nationalen Bewegung" anzuschließen, und erst als sie ändert geblieben, daß der Rücktritt des Reichswieder Luft betamen oder merften, daß sie sich auf die kanalers Stresemann als unbedingt erforderlich anfalsche Seite gelegt hatten, stellten sie sich als bemit gesehen wird und daß die Berhältnisse nun(!) irgendeinen leidenswerte Opfer einer Erpressung hin und übernahmen die Aufschub nicht gestatten". Führung der Gegen bewegung. So fam es dann zur NoDemberschlacht zwischen den Weißblauen und den Schwarzweiß roten. Diese Herrschaften, die einig waren in dem heroifchen Plan, erst alle Novemberverbrecher" zu erledigen und dann gegen Frankreich zu Feld zu ziehen, brachten es nur so weit, einander die Hälse abzuschneiden. Sie sind einander wert. Hätten fie es nur so weit gebracht, sich gegenseitig wie die Löwen der Anekdote bis auf die Schwänze aufzufreffen, so fönnte Deutschland aufatmen. Der Wunsch der großen Mehrheit der Fraftion ging dahin, den Vorfizenden zu beauftragen, mit dem Herrn Reichsfanzler in dem Sinne zu verhandeln, daß der Herr Reichskanzler die Fraktionen der Deutjánationalen und ter banerischen Roltspartei auffordern möchte, angesichts der Not der Zeit sich der Mitwirkung in einem von allen bürgerlihen Parteien gebildeten Kabinett nicht zu versagen. Selbstverständliche Boraussetzung für die große Mehrheit der Frattion war dabei das Verbleiben des Reichskanzlers Dr. Strefemann in seinem Amte. Nachdem die deutschnationale Fraktion demgegenüber heute Man fucht vergebens eine Atazie, die hoch genug ist, um auf sie zu klettern. Nachdem der blutige Ludendorff- Butsch zu ihrem Leid mißglüdt ist, arbeiten die Deutschnationalen meiter daran, den trockenen Rahr- Butsch zu vollenden. Und die Volkspartei bietet ihnen in Anerkennung ihrer guten Absichten und zum Lohn für ihr bisheriges Verhalten ein paar Size in der Reichs- abend burch die Korrespondenz des Bereins beutscher Zeitungsver regierung an! Herr Stresemann aber es ist peinlich, muß aber aus- leger eine Erklärung verbreiten läßt, wonach ihre Stellung in der An dem raschen Sieg über die Ludendorff- Banden haben gesprochen werden- ist Mitglied dieser Volkspartei. Wie am heutigen Abend abgehaltenen Sigung unverändert dahin ginge, ficherlich auch anständige und reichstreue Elemente ein mefent will er mit dieser Fraktion am Bein die ungeheuren Aufgaben daß der Rücktritt des Reichskanzlers Dr. Stresemann als unbedingt erforderlich angesehen würde und die Verhältnisse einen Aufliches Berdienst. Sie mit den Kahr und Lossow in einen Topf lösen, die ihm jezt gestellt sind? zu werfen, wäre ungerecht. Aber wenn sie für sich allein nicht Alles in allem: Die völlisch- nationalsozialistische Bewe. fchub nicht gestatteten, entfällt für die Fraktion der Deutschen Volks die Kraft haben, mit der Münchener Schandwirt gung ist zusammengebrochen, aber Kahr und seine norddeuts partei die Voraussetzung, unter der der Beschluß gefaßt war, so daß schaft aufzuräumen, die fich jest gar noch als Retter fchen Bundesgenossen sind, obgleich sie sich mit unauslöschlicher er sich dadurch erledigt. Wenn somit die erneuten Bemühungen der des Waterlandes aufspielt, fo muß ihnen von Reichs megen Schande bedeckt haben, frecher denn je- und die deutsche Deutschen Bollspartei, alle bürgerlichen Kräfte zu gemeinsamer Argeholfen werden. Ganz unerträglich aber ist der Reichsregierung ist ein Fragezeichen. Die beit in der Regierung zusammenzufaffen, erneut erfolglos geblieben Gedanke, daß eine deutsche Reichsregierung Boltspartei fühlt sich halb und halb zu Kahr hinübergezogen find, so trägt hierfür die deutschnationale Fraktion die mit den Kahr und Lossow ein irgendwie ge- und beschäftigt sich mit wahltaktischen Kniffen. Im Zentrum alleinige Verantwortung. artetes Rompromiß schließen fönnte. Eine scheint die demokratische Richtung wieder etwas aufzuleren, solche deutsche Regierung würde sich vor den Augen der ganzen aber nur die Demokraten allein von den bürgerlichen Parteien Das hiesige Wehrkreiskommando gibt einen Situationsbericht Belt entehren und hätte mit der allerschärfsten Opposition der zeigen zurzeit eine flare und entschiedene Haltung. Sozialdemokratie zu rechnen. Eine Regierung dagegen, die Blidt man auf die Gesamtheit der bürgerlichen Mittelpar. üter die Münchener Vorgänge und sagt darüber u. a.: Der Bebereit und entschlossen ist, in der banerischen Ordnungszelle" teien, in deren Händen das deutsche Schicksal liegt, fo Pönnte fehlshaber des Wehrkreises V, General Reinhardt, hat an General endlich einmal Ordnung zu schaffen, wäre der Zustimmung man fast verzweifeln. Diesem Splittergemisch steht ein Gegner v. Loffor gefunkt, daß er ihm zur Seite stehen würde, um die Der Mehrheit nicht nur des deutschen, sondern auch des bayeri- gegenüber, der sich durch Niederlagen nicht abschreden fäßt bayerische Reichswehr in ihrem Vorgehen gegen Hitler zit stützen. Für die unter dem Befehl des Generalleutnants Mülles schen Bolles gewiß. und, ermutigt durch strafwürdige Schwäche, seinen Weg weiter im Gebiet des Wehrtreifes IV eingefeßten Reichswehrverbände verfolgt. Die Sozialdemokratie aber will und kann nicht wird hierdurch die Erklärung gegeben, daß Führer und Truppen bulben, daß die Republit den Weg zur deutschnationalen..ta- rückhaltlos hinter dem mit dem Oberbefehl über die Wehrmach tur geht. Zwischen ihr und jenen, die in dieser Schicksalsstunde betrauten General v. Geedt stehen. In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag ist die Ber fehrssperre über Bayern verhängt worden. Sie wurde fofort wieder aufgehoben, als sich herausstellte, daß die Kahr und Lossow über die Hitler und Ludendorff die Oberhand geReinhardt und Lossow. Hoffmanns Erzählungen. Bergewaltigung in einem anderen Kanm." München, 9. November.( WTB.) Die( bayerische offigiöse) Korrespondenz Hoffmann veröffentlicht nachfolgende amtliche Er. flärung über den Hitler- Putsch: In den letzten Wochen hat Hitler in Besprechungen mit General von Lossow und Oberst von Seißer wiederholt freiwillig und ohne jeden Zwang zugesichert, daß er loyal jei und nichts unternehmen werve, ohne vorher die genannten Herren in Kenntnis gefeht zu haben. In gleicher Weife hat General Ludendorff dem General/ von Lossow und dem Obersten von Seißer in feierlicher Weise Loyalität zugesichert und hinzugefügt, wenn die Wege der Herren nicht mehr zusammen gehen tönnten, jo würde das Loyali tätsverhältnis vorher freundschaftlich aufgefündigt werden. Erst dann sollte jeder die Wege gehen können, die zu gehen er nach feinem Gewiffen für notwendig halte. E rung und Bräsident Ebert seien abgefett, eine Die Aburteilung erfolgt durch Standgerigte, die durch deutsche Nationalarmee werde gebildet und General die Regierungspräsidenten im Benehmen mit den Oberlandes Ludendorff unterstellt, Reichswehrminister und militärischer gerichtspräsidenten gebiltet werden. Sie bestehen aus drei unDiftator werde General v. Lossow, während Oberst v. Seißer bescholtenen Männern, die über 30 Jahre alt sein müssen. Den Bersih führt ein Bezirksamtmann oder eine zum Richteramt beReichspolizeiminister sein solle. fähigte Person oder eine andere unbedingt geeignete Persönlichkeit. Dem Beschuldigten ist ein geeigneter Beistand, wenn möglich eine zum Richteramt befähigte Bcrfon zu bestellen. sichtlich „ Die Leitung der Polizei übernehme ich!" fominen(!), fagte Hitler. Es werde nun der Kampf gegen Berlin aufgenommen werden. Das Standgericht hat innerhalb 24 Stunden nach der Ergrei Exzellenz v. Kahr gab darauf die folgende Erklärung ab: In des Baterlandes höchster of fibernehme ich die Leitung Urteil nur fällen, wenn es die schwerste Strafe, nämlich die fung des Beschuldigten zu entscheiden. Das Standgericht darf ein der Staatsgeschäfte als Statthalter der Monarchie( stürmisches Todesstrafe, als vermirft hält. Andernfalls muß auch erBravo!), der Monarchie, die heute vor fünf Jahren so schmählich fannt werden, wenn die Entscheidung nicht innerhalb 24 Stunden zerschingen wurde. Ich tue dies schweren Herzens und, wie ich erfolgen tann, oder das Urteil nicht bestätigt wird. hoffe, zum Segen unserer bayerischen Heimat und unseres lieben deutschen Vaterlandes.( Braufende Zustimmung der Versammlung.) Rechts behelf, bedarf aber der Bestätigung durch den Ge Das auf Todesstrafe lautende Urteil unterliegt einem Auch die übrigen auf dem Bodium Stehenden gaben Erdurch Erschießen vollfstredt. Der Generalstaatstommiffar ärungen ab, die bei den Herren v. Loffom und v. Seißer neralstaatsfommiffar. Es wird nach der Bestätigung unverzüglich tann im Notfalle unter seiner persönlichen Verantwortung die ihm dem Bestreben enfprangen, aus der Situation herauszuzustehenden Befugnisse übertragen. Die Wirksamkeit der Standgerichte endet mit der Außerkraftsetzung dieser Berordnung ,, wenn denn es war bei Kahr, Lofsom und Geißer gemeinsame Ueber die Gerichte nicht schon früher aufgehoben werden. Nach diesem zeugung, daß nur in der Ueberwinbung der aufgezwungenen Zeitpunkt sind die bei dem Standgericht erwachsenen Verhandlungen Situation die Möglichkeit zu gemeinsamem Handeln und damit an tie Staatsanwaltschaft abzugeben. In den noch anhängigen Straj auch zur Rettung Bayerns und Deutschlands vor unausdentbaren fachen ist das ordentliche Verfahren einzuhalten. Das gleiche Unheil gegeben fei. Auf diese Weise gelang es dem Generalstaats gilt für Straffachen, in denen ein Todesurteil bekannt aber noch nicht fommiffar, dem Wehrkommandanten und Polizeioberften die Bevollstreckt ist. wegungsfreiheit wieder zu gerinnen, ersten günftigen Augenblic dazu bemußt wurbe, um in der Raferne Der Fehlschlag des Putsches. des 19. Infanterieregiments in Oberwiesenfeld die Regierungs. Einheitlichkeit in bezug auf die erstrebenswerten Ziele gewalt wieder in die Hand zu nehmen, sofort bie Koburg, 9. Nov.( Tul.) Da General Reinhardt auf Grund der festgestellt, wenn auch General Ludendorff in bezug auf das Truppen und die Polizeiwehr zu mobilifieren und Verstärkungen Münchener Vorgänge den Befehl erhalten haben soll, unter UmTempo drängte. angesichts der großen Notlage, in der sich weite aus den Standorten der Umgebung heranzuziehen. Es wurde auch ständen über die bayerischen Grenzen vorzurüden, ist auf AnordWenige Stunden später, gegen 9 Uhr abends, erfolgte in der fofort für Aufklärung nach außen gesorgt und ein Funktelegramm nung der bayerischen Regierung den bayerischen Grenzschuhformafolgenden Inhalts aufgegeben: Am Dienstag, den 6. November nachmittags, legte der Generalstaatsfomanissar vor versammelten Führern der naterlän dischen Verbände und dem des Kampfbundes feine Auffassung der Lage dar und gab zugleich den bestimmten Willen fund, denselben Zielen wie die vaterländischen Verbände zuzustreben. Dabei wurden die Führer ausdrücklich vor Butschen gewarnt, mit dem Hinweis, dah gegen solche mit militärischen Mitteln eingeschritten werden müßte. Am 8 November, nachmittags von 4 bis 5,30 Uhr, fand eine Besprechung zwischen Erzellenz von Rahr, General Ludendorff, General von Lossow und Oberst von Geißer im Generalstaatsfommis. fariat statt. Bei dieser Besprechung wurde Kreise des deutschen Boltes befänden. überfüllten Versammlung im Bürgerbräufeller, während Egzellenz von Kahr seine angekündigte Rede hielt, ein verbrecherischer Weberfall durch Hiffer 23enn mit einem stark bewaffneten Anhang, wobei Kahr, Lofsom und Seißer mit vorgehaltener Pistole gezwungen wurden, an der Verwirklichung der von Hitler schon lange gehegten Pläne, namentlich der Aufstellung einer Reichsdiktatur Hitler- Ludendorff mitzutun. Jedermann, der Zeuge dieses an sich schon überaus häßlichen, in Anbetracht der gegebenen Bersprechungen und Zusagen doppelt niederträchtigen Ueberfalls war, mußte das Verächtliche und Berabscheuungswürdige diefer Tat empfinden, sofern er über die hier dargestellte Vorgeschichte unterrichtet war. Kahr- Lossow unter dem Zwang der Berhältnisse die von ihnen erpreßte Erklärung abgaben, so geschah dies, weil die Herren von der Ueberzeugung erfüllt waren, daß nur in einem einheitlichen Zusammengehen und Vorgehen dieser drei Personen noch die Mög lichkeit gelegen war, die Staatsautorität innerhalb Bayerns aufrechtzuerhalten und das Auseinanderfallen aller Machtmittel zu vers hindern. Aus diesen Erwägungen allein haben Rahr, Lossow und Seißer es filer sich gebracht, die unter brutaler Bergewaltigung angefonnene Zumutung mit scheinbarer Zustimmung zu beantworten, um die Freiheit des Entschluffes und Handelns mieder zu gewinnen. Die im Saal dicht gedrängte Menge benahm sich bis zum letzten Augenblic mustergültig. Der allgemeine Unwille, ber beim Auftreten Hitlers im Saal deutlich wurde, legte sich erst, als die Parole ausgegeben wurde, die Aktion richte sich nicht gegen Kahr. Da das Publikum über die Umstände, unter denen die Bergewaltigung in einem anderen Raume vor sich ging, nicht unterrichtet war, nahm es die späteren gemein. samen Erklärungen zwar zum großen Teile mit Erstaunen, doch auch mit einer gewiffen Befriedigung auf, weil es an eine freiwillige Uebereinstimmung und Einigung glaubte. Nach diesem Borgehen wurden im Saale, von den meiften unbemerkt, mehrere Bersonen von den bewaffneten Nationalsozialisten festgenommen, darunter auch die Minister Dr. D. Knilling, Schwener, Gürtner und Wuhlhofer. Nachmittags war beim Stab des Generalstaatskommiffars noch nicht bekannt. wohin die Minister gebracht worden sind.( Es heißt, sie seien wohlbehalten in einer Privatwohnung in Bogenhausen in einer Art Schuß haft.) Bon Hitler wurde im Saal verkündet, das Kabinett Knilling sei abgefeht, Die im tionen die Weisung gegeben worden, fich unter teinen Umständen auf Reibereien mit der Reichswehr einzulassen und sich eventuell zur Bermeidung jeden Zwischenfalls bei ihrem Finrüden zurückzuziehen. Den Reichswehrkommandeuren sind durch die bayerische Landespolizei Mitteilungen über die Grenzauch die Festnahme der Münchener Butschisten gehört. postierungen und ihre Aufgaben gemacht worden, zu denen jetzt An alle deutschen Funkstationen! Generalstaatstommiffar v. Kahr, General v. Lossow und Oberst v. Seißer lehnen Hitler Butsch ab. Mit Waffengewalt erpreßte Stellungnahme im Bür gerbräuhaus ungültig. Borsicht gegen Mißbrauch obiger Namen geboten. gez. v. Rah r. gez. v. Lossom. gez. v. Seißer. 9. November. Am frühen Morgen wurde die Erflärung mit Dies geschah noch in den ersten Nachtstunden des geteilt und die Verbreitung folgenden Aufrufs durch die Münchener Presse veranlaßt: Trug und Wortbruch ehrgeiziger Gesellen haben aus einer Mie wir zuverlässig erfahren, beruht der Münchener Butsch Rundgebung 7 t Deutschlands nationalem Wiedererwachen eine gene widerwärtiger auf einem Beschluß der Hitlerschen Rampfverbände in München. Bergewaltigung gemacht. Man hat mir, General von Dieser Beschluß tam am Donnerstagnachmittag zustande. Er ist in Lossow und Oberst Seißer mit vorgehaltener Pistole eine Er erster Linie auf den Geldmangel innerhalb der nationalflärung abgepreßt. Diefe ift null und nichtig. Ein Gelingen sozialistischen Bewegung zurüdzuführen. Im Berlauf der Sigung des finn und giellosen Umsturaversues hätte Deutschland wurde wiederholt auf die Einstellung der Geldlieferungen durch die und Bayern in den Abgrund gestoßen. An der Treue und dem bayerische Industrie Bezug genommen. U. a. lag der Führersihung Pflichtbewußtsein der Reichswehr und der Landespolizei ist der der Kampfverbände eine Beschwerde der Ehrhardt. Berrat gescheitert. Auf diese Getreuen geftigt rubt die boll Brigade, die gegenwärtig befanntlich als Grenzschutz an der ziebende Gewalt fest in meiner Hand. Die Schuldigen thüringisch- bayerischen Grenze liegt, vor. Nach dieser Beschwerde werben rüdsichtslos der verdienten Strafe zugeführt. Die nationalistische beutiche Ar. 3u urteilen, ist die Ehrhardt. Brigade zurzeit pofftom. Dberland" und Reichsflagge und auf Requisitionen angewiesen. Diese beiterpartei," find aufgelöst. Unbeirrbar aber durch Unverstand und Tatsachen führten hauptsächlich zu dem Beschluß, den Butsch durchTüde werde ich mein deutsches Biel verfolgen, unferem Vater zuführen. Einzelne Berliner Stellen sind von der Butschabsicht lande die innere Freiheit au erringen. gez. Rabr. durch die Münchener Nationalsozialisten in Kenntnis gesetzt und gebeten worden, durch eine selbständige Aftion den Münchener Butsch zu unterstützen. Die Stadt, in der sonst bis zu den Mittagsstunden völlige Ruhe herrschte, nahm den Aufruf mit Begierde und Befriedigung auf. Standrecht in Bayern. " men mittellos Bon bayerischer Seite erfahren wir, daß ber frühere deutschMünchen, 9. November.( TU.) Die Berordnung, durch welche poffsparteiliche Reichstagsabgeordnete Geisler, der sich vor Generalftaatskommiffar Dr. von Kahr heute bas Standrecht über einiger Zeit der völfischen Bewegung angeschloffen hat, erst vor Bayern verhängte, bestimmt: Mit dem Tobe oder lebenslänglicher wenigen Tagen nach München gefahren war, um die Einheit. oder zeitlicher Buchthausstrafe wird bestraft: 1. mer anfäßlich der lichkeit der Aftion" zu sichern. Er teilte im Laufe der Bera Zusammenrottung einer Menschenmenge einen Brand anlegt, raubt, tungen Einzelheiten über die Entwicklung der Dinge in Berlin, die fiehlt, Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen begeht oder er zuversichtlich schilderte, mit, warnte aber die nationalsozia bazu aufwiegelt, 2. wer es unternimmt, Verkehrseinrichtungen oder liftischen Kreise dringend vor einem vorzeitigen Bosschlagen sonstige leben's wichtige Betriebe zu zerstören, zu beschädi- und vertrat die Ansicht, daß man erst die Dinge in Berlin vollständig gen oder durch Aussperrungen, Arbeitsnieberlegungen oder in an reifen lassen müsse, ehe man in München vorgehe. Das wäre ohnederer Weise zu hemmen, 3. wer mit der Waffe in der Hand dies nur eine Frage von wenigen Tagen. Offenbar hatten sich im Kampf gegen die zur Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung aufgebotenen Polizeorgane oder Mann aber die Butschisten aus naheliegenden Gründen auf den Termin als Landesverweser werde Exzellenz D. Rahr fungieren, bayerischer fchaften der bewaffneten Macht oder die zu ihrer Unterstüßung 3upom 9. November versteift und ließen sich davon nicht mehr ab. Ministerpräsident solle Boehmer werden, die Reichsregie.lgezogenen Personen betroffen wird. Die kleine Novelle. Bon Bruno Balz. „ So bitte sehr," sagte der fleine Redakteur Heßler, den ich an einem Spätnachmittag aufgesucht hatte, hier zahle ich Ihnen jetzt das Honorar im voraus und Sie schreiben mir dafür die Novelle für die Sonntagsausgabe. Etwas Gefühlvolles, möglichst etwas aus dem Leben. Na," schloß er,„ Sie tennen ja unser Bublikum." Der kalte Herbstwind ließ mich schneller burch die Straßen eilen. Wie nett von Heßler, mir Borschuß zu geben, dachte ich. Ahnte er vielleicht, wie nötig ich's brauchte? Ich war aufrichtig erfreut und durfte ihn nicht enttäuschen. Ich begann an den Stoff für meine Novelle zu benten.„ Etwas aus dem Leben," so hatte der kleine Rebatteur gefagt. Sollte ich das Thema von der unverstandenen Frau wählen? Nein, dann würde ich keine Novelle, sondern einen Roman schreiben. Was dann? Einen Liebesfrühling schilbern? Aber jetzt, im Herbst? Halt, ich hab's. Ein Junge aus der Provinz, den die Großstadt gelockt hat, fommt nach Berlin. Er hat geglaubt, hier gleich Beschäftigung zu finden; man hatte ihm von dem Glanz und den Freuben, die hier auf ihn warten, erzählt. Nun sieht er, daß alles so ganz anders ist enttäuscht und mutlos verschlingt ihn der Großstadtsumpf. Run, Herr Rebatteur, wie gefällt Ihnen die Sache; da haben Sie alles, was Sie wünschen! Bielleicht legen Sie mir sogar noch etwas zum Honorar zu, weil ich Ihren Geschmack so ganz getroffen habe? Ich lächle und bin sehr zufrieden mit mir. Meine Hände graben sich tiefer in die Manteltaschen, es ist mirtlich sehr unfreundliches Better. Wie gut, daß ich balb in meinem warmen, freundlichen Heim sein werde. Dort leuchten schon die Lichter des Bahnhofes. ihm gut gefallen, denn er tannte es nicht anders. Dann hatten ihm die Sommergäste von Berlin erzählt, von der Reichshauptstadt, Der schönen, lachenden.... Ich horche auf. Das ist ja..... das ist ja die Geschichte meines Provinzjungen! Dann erzählt er weiter: wie er gehofft hatte, hier gleich eine Stellung zu finden, und wie alle Bemühungen vergeblich gewesen waren.... Ich höre nicht mehr zu; ich weiß ja alles, alles, was er mir fagen will, daß er bereut und zurück möchte und nicht kann.... Ich greife in die Tasche. Da.... das Honorar für die Novelle. " Du brauchst das Geld doch nötiger als ich." Er dantt, und ich sehe ihn im Gewühl der Friedrichstraße meinen Bliden entschwinden. " Halt, halt!" möchte ich ihm nachschreien, der Sumpf wird auch dich verschlingen, wie er schon Tausende verschlungen hat!" Aber fann ich ihm denn helfen? Langsam gehe ich weiter, ich freue mich jetzt gar nicht mehr auf mein Heim. Da draußen ist ja einer, nein, find Hunderte, Taufende, die nicht wissen, wo sie heute die Nacht verbringen werden..... Ich muß eine Novelle schreiben.... aber die Geschichte meines Provinzjungen wird es bestimmt nicht sein! Kahrs Marx- Studien. Er bringen. ,, Alle bayerischen Margistenforscher der Staatsregierung haben nicht beachtet, daß Karl Marg in engster Berbindung mit einem Berfleischungsprozeß gebracht wird. Wenn man diesen Prozeß ins Auge faßt, dann fommt als Bater des Margismus nur der Ober. Frage, ber das Fleisch ganz ausgezeichnet zu zertleinern und zu meister der Fleischerinnung in Frankfurt a. M. in Burst zu verarbeiten versteht." P. K. Ein russisches Museum für Völkerkunde. Die Hauptverwaltung für Museen will, einer Anregung Trogfis folgend, ein Museum für Bölterfunde begründen, in welchem die Eigenart aller Bölterschaften der Länder des Sowjetbundes zur Geltung tommen foll. Die gesamte ethnographische Abteilung des Rujangew- Museums wird, wie der Ost- Expreß mitteilt, ebenfalls in dem neuen großen Museum untergebracht werden. Zurzeit werden die Gegenstände, die während der Mostauer Ausstellung in der Libicilung für Boltsleben gezeigt wurden, auf ihre Eignung für das Museum geprüft. Dem geplanten Museum follen übrigens auch in einem Part charakteristische Hütten, 3elte usw. der einzelnen Boltsstämme angegliedert werden. Ein Indischer Großwildfilm. Aufnahmen von dem Leben der wilden Bestien im indischen Dschungel, wie sie bisher noch nie vorher geglüdt sind, werden in dem Film der Bernay- Faunthorpe. Expedition geboten, die im Auftrage des Amerikanischen Museums für Naturgeschichte lebendige und ausgestopfte Eremplare der indischen Tierwelt heimbrachte. Liger, Leoparden, Rhinozeroffe, Elefanten, Büffel und anderes erotisches Großmilb tummeln sich in diefen Bildern. Besonders aufregend find die Tigerfilme. So erblickt man einen verwundeten Tiger, der einige Minuten lang perzweifelte Anstrengungen macht, sich aufzurichten und auf den Operateur zu stürzen, der nur 21 Fuß von ihm entfernt drehte. Ein anderes Bild zeigt den Angriff eines Tigers gegen Elefanten des obersten Faunthorpe. Die wilde Großfaze springt an dem Der Generalstaatsfommissar Rahr erscheint auf seinem Bureau und findet auf feinem Tisch den Artikel vor„ Der Marrismus und die Selbstgerfleischung Deutschlands ruft einen seiner Büchsenspanner herbei und sagt zu ihm„ Huber, Elefanten empor und zerfleischt ihm den Kopf, bis eine Kugel des da liegt ein neuer Artikel über den zerseßenden Marrismus vor. Er ist der 23 735ste Artikel über diesen Gegenstand. Na, nun auf dem Tier fizenden Jägers mitten zwischen die Augen sie tötet. möchte ich mich doch einmal über den Marristen, über diese ver. Das indische einhörnige Rhinozeros, das überaus felten ist, wird Plötzlich bleibe ich stehen. Jemand hat meinen Mantel berührt fluchten Margbrüder unterrichten. Forschen Sie gründlich, mein hier in freiem Zustand und in mütterlicher Sorge für die Jungen und jetzt sehe ich, wie eine magere Hand sich mir entgegenstreckt. Lieber, benutzen Sie das Konverfationslegiton." vorgeführt. Riesige Herben von Elefanten wechseln mit Ezenen Ich will weitergehen, aber irgend etwas zwingt mich aufzusehen. wieber. Mun, Huber," fragt ihn Stahr, was fib denn diefe Nach gründlichem pierwöchigen Studium erscheint Huber des indischen Dorflebens. Rottsbühne, Theater am Bülowplak. Infolge des großen Gr folges bleibt Beaumarchais Figaros Hozeit auch in Marristen, diese Klopffechter aller Revolutionen?" Egzellenz haben nur zu recht. Nach dem Konservations| tommender Boche täglich auf dem Spielplan. legifon bildeten die Marfsbrüder schon in Benedig Fechterbrüber. Bolkstümliche Orgelfonzerte finden in der Berufalems! irme fchaften, die sich im Gebrauch ber Waffen ständig übten. Kahr bedankt sich herzlich und beauftragt dann den Oberbüchsenspanner Meinel mit neuen Studien über den„ Bolfsper. gifter Marg". Der Oberbüchsenspanner Meinel wälzt abermals das Konversationslexikon und stellt dann fest, daß Karl Heinrich Marg in der Tat das Wert: Geschichtliche Darstellung der Giftlebre" geschrieben hat. Ich blicke in das blasse, hübsche Gesicht eines Jungen. Das ist dech...." fährt es mir durch den Sinn und ich weiß nicht, warum ich erschrocken und verwirrt bin. Was machen Sie denn hier?" frage ich, nur um etwas zu fagen. Der Junge ist sichtlich erfreut darüber, daß er angesprochen wird. Bassanten werden auf uns aufmertfam. Ich gehe langsam weiter, ber Junge folgt mir. Irgendwie beginnt er mich plöglich zu intereffieren. Ich sehe ihn von der Geite an. Er ist sehr dürftig an gezogen, und feine Zähne schlagen aufeinander. „ Mein Gott," denke ich, wie fann man das ertragen, bei dem Wetter...." Langsam beginnt der Junge zu erzählen. nd. Achtzehn Jahre ist er alt. Seit einem Monat ist er in Berlin. Bis zu dieser Zeit hat er in Pommern gelebt, gearbeitet. Es hat 29 Der sehr gewissenhafte Wahrheitsforscher gibt sich mit diesen Informationen nicht zufrieden. Er fragt den bewanderten Jour nalisten Stockhausen über Karl Marg aus. Diefer läßt sich den Artikel: Der Margismus und die Selbstzerfleischung Deutschlands" zeigen und erklärt dann scharfsinnig: jeben Gonntanabend, 6 1hr, statt unter Mitwirkung des Drganisten der Stirche, Prof. Soligang Reimann. Der Eintritt ist frei. Am Sonntag, ben 11. Nov. 1923, 6 Uhr, findet die erfte dieser Abendmusilen unter Mitwirkung des Konzertsångers Sturt Langner statt. worben:„ Nibelungenring" vom 25. bis 29. Juli und vom 18. bis 17. Auguft. Die Meistersinger" am 22. und 31. Juli und am 5., 11. und 19. Auguft. „ Parsifal" am 23. Juli und am 1., 4., 7., 8., 10. und 20. August. Starten. bestellungen von Richtpatronen fönnen vorläufig noch nicht entgegens genommen werden. Der Spielplan ber Bayreuther Festspiele 1924 ist feftgefest Berichtigung. In dem Werbeprogramm des Pazififtischen Stubenten bundes muß es heißen: Fri seortner wird am 18. November, nachmittags 5 Uhr, im Schwechtensaal pazifistische Dichtungen vortragen. Die wahren Schuldigen. Und die ,, irrenden Brüder". # beitstraft zur Schaffung von We später auch im Steuerhaushaii bes Atba werden muß. Der Umstand, daß gerade in den Großstädten und in den Industrierevieren die Arbeitslosigkeit einen geradezu unerhörten Umfang angenommen hat, macht es erforderlich, daß man eine Entlastung dieser von Arbeitslosen übervöllerten Landesteile dringend wünschen muß. Forderung wird um so dreifter erhoben, als ja die politischen Personen, die jetzt noch die Reichsregierung bilden, durch ihre 3 audererpolitit den Putschisten nach wie vor in die Hände arbeiten. Anstatt jegt fest zuzupaden und durch Der Ludendorff Putsch und sein jämmerlicher zugreifen, wird geredet und verhandelt und den deutschnatioZusammenbruch geben selbstverständlich der Berliner Bresse nalen Bundesbrüdern der Hitler der Eintritt in die ReichsUrilaß zu ernsthaften Kommentaren. In äußerster fachlicher regierung nahegelegt. Mag Maurenbrecher, der er Schärfe verurteilt die Germania" nicht nur die offenen fahrene Renegat, beschwört händeringend das Schicksal: Die preußische Staatsregierung hat unter Führung des Butschisten Hitler und Ludendorff, sondern auch beren stille Es darf nicht sein, daß Reichswehr gegen Genossen Braun schon vor längerer Zeit Vorschläge zur KulHelfer und freundmiligen Dulber. Das Blatt fagt: Reichswehr fümpft! Es darf aber auch nicht sein, daß tivierung von Dedländereien gemacht, deren Durchführung geJede Regierung hat die Revolutionäre, die sie verdient. Und Reichswehr auf vaterländische Berbände schießt, rade jetzt dringendes Gebot wäre. Bei den Arbeiten, die hier wenn Herr Knilling, von Hitler- Banden festgelegt die im Grunde doch nur der Behrhaftigkeit des Boltes dienen geplant sind, können 30 000 bis 50 000 Erwerbsloje ohne wird, darf er sich eigentlich nicht zu sehr beklagen.... Häufig wollen. Es muß... dem, was in München geschehen ist, insoweit Verzug untergebracht werden. Die Ausführung dieses Progenug sind die verantwortlichen bayerischen Stellen auf die nachgegeben werden, daß jezt eine völtisch ent- grammes scheiterte bisher an dem Widerstand der Reichsregie. von dieser Seite drohenden Gefahren aufmerijam gemacht schlossene Regierung an die Spize des Reiches tritt! In rung, welche die dazu erforderlichen Mittel nicht bereitstellen worden. Man hat aber das Treiben der Hitler- Organisationen dem Augenblic, wo das geschehen ist, gibt es weber meu zu fönnen glaubte. Dieser Grund wird immer mehr hinfällig, in einem Maße geduldet, das die erlaubte Grenze ternde Generäle" noch putschistische Freischaren". Dann da die unproduttive Unterstügung Erwerbslofer ohnehin große weit überschritt." Die leitenden Männer der sogenann gibt es nur die eine große Masse des um sein Dasein ringenden Summen verschlingt, während die Beschäftigung menigstens ten vaterländischen Bewegung" bezeichnet das Zentrumsblait Boltes. Und wer dieser Masse sich widersetzen wollte, wer durch eines Teiles der Erwerbslosen nicht nur eine fühlbare soziale als Phantasten, irrföpfe, politische 2 ben giftige Einrede oder mit bewaffneter Hand diese Erhebung des Erleichterung, sondern auch eine Schaffung von Produktionsteurer und Hochstapler. Endlich aber mendet fich das Boltes zu seiner Befreiung zu stören versuchte, der stellt sich selbst möglichkeiten für die Zukunft bringen würde, welche die einBlatt zu dem, der die Hauptschuld an dem Putsch außerhalb der nationalen Gemeinschaft. Gegen den gehe man mit malige Ausgabe sehr bald wieder wettmachen würden. trägt, nämlich an den sogenannten Generalstaatskommissar aller Härte vor. Aber nicht gegen den Bruder, der, wenn er Es ist dabei auch daran zu denken, daß für derartige Produktivv. Kahr: auch irren mag, so doch immer nur aus Liebe irrt und nicht anlagen ebenso wie vor dem Kriege auch der Anleiheweg aus Haß. muhbar gemacht werden kann, nachdem man erst einmal zu Schlotternde Angst vor dem Gedanken, daß wirklich ein- den Goldanleihen übergegangen ist. Derartige Anleihen, die mal das Reich seine Machtmittel gegen den ganzen Freischaren- die Gütererzeugung des Boltes steigern, werden das beweist sput der Nationalen geltend machen könne, spricht aus diefem der große Erfolg der Rentenbriefein breiten Bevölkerungsfreifen noch größeres Bertrauen finden, als die zur Deckung unproduktiver Staatsausgaben erhobenen Kredite. Ein weiteres Betätigungsfeld für die produttive Erwerbslosenfürsorge wäre fragíos die Wiederaufnahme des Baues des Mittel. Willen noch manche anderen Arbeitsmöglichkeiten finden laffen, die durch Vermittlung des Staates in furzer Zeit nugNotwendig ist aber, daß man ein derartiges Wert auf das äußerste beschleunigt, um die politischen und sozialen Gefahren der wachsenden Erwerbslosigkeit nach Möglichkeit zu An unsere Abonnenten! Kahr hat mehrere Wochen stramm regiert und es an schwung vollen Kundgebungen nicht fehlen lassen. Das Ergebnis ſeiner Staatsfunft liegt heute vor uns. Sjerr v. Kahr hat als Hüter der öffentlichen Ordnung und Sicherheit schmählich versagt. Er frägt in vollem Maße die Schuld daran, wenn Bayern heute eine neue Leidenszeit durchmacht. Sein gestriges Verhalten war fläglich und läßt jedes staatsmännische Geschid und auch persönlichen Mut vermissen. In der Bersammung hat sich Kahr einschüchtern laffen und den Eindrud hervorgerufen, als mache er den Unfug mit. Katastrophat und unabwendbar geht die Entwerfung der hinterher erflärt er, daß seine Zustimmung in der Bersamm Katastrophat und unabwendbar geht die Entwerfung der landfanals. Darüber hinaus werden sich bei energischem lung erpret worden sei. Das ist kein imponierendes Berhallen Mart weiter. Die hiermit verbundene Zunahme der Zahlengrößen und entspricht in feiner Weise den großen Worten, die Herr v. Kahr für alle Ausgaben zwingen uns, wie die gesamie Preffe, den jo gerne im Munde führt. Das System ift endgültig bankerott. Abonnementspreis diefer Steigerung anzupassen. Wir müssen den bar gemacht werden können. Solche Erwägungen wird man ja wohl auch in den besonnenen Bezugspreis für die Woche vom 10. bis 17. November auf bayerischen Kreifen anstellen. Auf der Bayerischen Bolts. 240 milliarden fefifehen. Wir bitten unsere Freunde und partei ruht in diesen Tagen eine schwere Berantwor- Cefer, um den Vorwäris" lebensfähig erhalten zu können, so wie bisher um ihre Unterffügung. tung..... 9 Mit Recht weist die„ Germania" auch noch auf die Zufammenhänge zwischen München und anderen Putschzentralen hin und betont, die Gefahr sei groß und fönne nur gebannt werden, wenn die Führung des deutschen Boltes zum Handeln entschlossen sei. Ganz ähnlich fieht die demokratische" Boffische Zeitung" die Sache an: Daß es fich bei der Bombe, die in München gestern abend los. ging, nur um die verfrühte Teilerplosion eines über das ganze Land geplanten Aufruhrs handelte, wird für jeden flar, der die rechtsstehende Presse in den letzten Tagen verfolgt und heute morgen gelesen hat. Kreuzzeitung" und" Deutsche Tageszeitung" überboten sich in Beschimpfungen der ießigen Regierung und in den Rufen nach der nationalen Dittatur. Daß ihnen Hitler nicht paßt und Ludendorff vielleicht unbequem ist, soll ihnen gern geglaubt werden. Aber nicht auf die Personen, fondern auf die Sache fommt es hier an. Und die Sache haben fie gewellt. Und sie wären auch bereit gewesen, sich mit den Berfonen abzufinden, wenn die Sache so glatt gegangen wäre, wie man es erhofft hat. Das Blatt weist aber auch darauf hin, daß Luben dorff endlich selber seine Maste gelüftet habe: Verlag und Redaktion des„ Vorwärts". Aufschrei einer fuldbeladenen Seele. Freilich, wenn diefe Kreise ans Ruber fämen, würden sie gegen Stresemann, Seedt und jeden anderen, der sich der Republif zur Verfügung stellte, anders verfahren als die bisherigen Inhaber der republikanischen Regierungsgewalt gegen die irrenden Brüder" der Ludendorff- Ehrhardt- Hitlerschen Bünde. Aber schließlich gilt auch in der Politik der Saß, daß jeder fühlen muß, der nicht hören wollte! Die Verkehrssperre aufgehoben. bannen. Die wöchentlichen Unterfügungsfähe für Erwerbslose betragen im unbefegten Deutschland für die Zeit vom 5. bis 11. November in Ortsflasse A: Für Männer über 21 Jahre 135, unter 21 Jabre 81, für Frauen über 21 Jahre 108, unter 21 Jahre 63, als Familienanschläge für den Ehegatten 48. für jedes Kind oder jeden sonstigen unterstigungsberechtigten Angehörigen 40 Milliarden Mark. In Ortstlasie B find für die gleichen Gruppen zu zahlen: 126, 76, 101, 59, 45, 88; in Ortsflafie C 117, 71, 94, 55, 42, 36; in den Orts affen D und E 108, 66, 87, 51, 39, 34. Die Familienzuschläge dürfen insgesamt den einfachen Hauptunterstügungsfag nicht fibersteigen. Im belegten Gebiet darf au fämtlichen Sägen ein Zu falag von 12 Broz. gewährt werden. Der Lohnabzug. Neue Ermäßigungsfähe. Berlin, 9. November.( WTB.) Anläßlich der UmsturzDie Bervielfältigungszahl für die Ermäßigungen beim Lohn. bewegung in München sab sich die Reichsverkehrsverwaltung veranlagt, eine Sperre im Eisenbahnverkehr mit dem baherischen abzug ist für die tommende Woche vom 11. bis 17. NoGebiete in der legten Nacht auszusprechen. Nach Klärung der Dem ber auf 300 000 festgefekt worden. Diese starte Erhöhung von Verhältnisse in München konnte die Bertehrsiperre bente 15000 auf 300 000, alfo um bas 20 fa che, ist vor allem beshalb nammittag wieder aufgehoben werden, sodaß der Abwicklung der Ermäßigungsfähe an die Geldentwertung der Lohnabzug stets erfolgt, weil in den letzten Wochen troz der automatischen Anpassung des Personen- und Güterverkehrs teine Hindernisse mehr im Wege über die vereinbarte Höhe von durchschnittlich 5 Broz. hinaus. gegangen ist. In eingehenden Berhandlungen mit dem Reichs stehen. finanzministerium hat diesmal die sozialdemokratische Reichstagsfraftion durchgefeßt, daß eine wesentlich stärfere Erhöhung der Bernielfältigungszahl erfolgt, so daß der Lohnabzug in der fommenden Woche sehr niedrig sein wird. Die Nachrichtenzensur aufgehoben. General Seedt hat als Oberkommandierender der Wehrmacht die in der Butihnacht erlassene Benfur verordnung, wonach über die Vorgänge in München nur amtliche Nachrichten verbreitet werden durften, am Freitagabend wieder aufgehoben. Die Herrs lichkeit Ludendorffs und Hitlers hatte inzwischen ein rasches Ende gefunden. Die Geldgeber der Hochverräter. Er, der es bisher immer verstanden hat, sich im Hintergrund zu halten, der immer rechtzeitig auswich, wenn Gefahr drohte, hat sich jetzt offen zum Hochverrat bekannt und damit die Gemeingefährlichkeit feines Treibens, das fchon vom Kapp Butsch her datiert, vor aller Welt enthüllt. Daß es sich bei seinen Absichten um echten und rechten Hochverrat handelt, war ja feit der Verhaftung des rechtsraditalen ungarischen Abgeordneten Ullain schon nicht mehr zweifelhaft. Diese Berhaftung schien ihm vielleicht so gefahrdrohend, daß er nun nicht mehr anders fonnte als sich offen zu dem Streich zu bekennen. Gemeinsam mit dem Charlatan Hitler. Die„ Bossische Zeitung" deutet meiter auf Rahr als den Hauptschuldigen und bemerkt, daß er weder in der BerWie der Sozialdem. Parlamentsdienst" erfährt, tommen als fammlung gegen die Ausrufung einer Reichsregierung, noch gegen die Berhaftung Knillings und Schweŋers protestiert Geldgeber der nationalistischen Organisation in Bayern u. a. die habe. Er habe tatsächlich bem hochperrat Bor. Sürttembergische Metallwarenfabrit in Geislingen fchub geleistet, um so mehr, als sein Widerspruch ihn und die Daimler- Werte in Untertürkheim in Frage. Außerdem wahrscheinlich verhindert hätte. Rahr follte nach diesem Ber- hat eine weitere württembergische Firma, deren Name noch nicht halten politisch endgültig erledigt sein, aber im Gegenteil endgültig fefiftebt, große materielle Mittel zur Verfügung gestellt. würde er von der deutschnationalen Preffe noch als verfassungs- unaufgeklärt ist ferner noch, in welchem Maße bekannte treuer Held glorifiziert werden. deutsche Industrielle ben Hitler- Organisationen zur Borbereitung der Umsturzbewegung in Deutschland Geld zur Ber fügung gestellt haben. Eicher ist aber schon jetzt, daß bekannte Industrielle Geld bereit gestellt haben. Der französische Schritt ist erfolgt. Im einzelnen bleiben in der tommenden Woche folgende Einfommensteuerbeträge steuerfrei: Existenzminimum für Mann und Frau je 518,4 Milliarden Mark 3 456,0 für jedes minderjährige Kind. zur Abgeltung der Werbungskosten..4820,0 • Für einen ledigen Steuerpflichtigen beginnt baher die Steuerpflicht erst, wenn sein Wocheneinkommen mehr beträgt ais 4838,4 milliarden Mart, für einen verheirateten Steuerpflichtigen ohne Rinder erst bei einem Einkommen von 5356,8 Milliarden. Für jedes minderjährige Kind erhöht sich dieser Betrag um 3456 Milliarden Mark. Kurzarbeiter sind ebenfalls erst steuer. Pflichtig. wenn ihr Wocheneinkommen tie vorgenannten Beträge übersteigt. Die Errechnung der Lohnsteuer bei einer vierföpfigen Familie ist in der tommenden Woche wie folgt vorzunehmen: 1. Angenommen, ein Arbeiter verdient in der Woche vom 11. bis 17. November 20 Billionen Mart. Die Errechnung feines Steuerabzuges ergibt dann: 2 000 000 minionen 9 Der 10 prozentige Abzug beträgt Davon gehen folgende Ermäßigungen ab: Existenzminimum für Mann u, Frau zui. zweimal 51 840 Min. 108 680 Min. für zwei minderjährige Kinder atveimal 345 600 Millionen.691200 zur Abgeltung d. Werbungskosten 482000 1 228 880 Es bleibt an Steuer zu zahlen 773 120 Millionen Die steuerliche Belastung beträgt somit 3,86 Prez. Die volksparteiliche Beit" zeigt sich auch angesichts des bayerischen Hochverrats ganz der nationalliberalen Tradition ihrer Partei würdig. Wenn ihre Gegner nicht gerade Kommunisten oder Sachsen sind, gilt für diese Grupne immer der Sazz:„ Nur nicht wehe tun; wer weiß, mas noch einmal fommen mag!" So macht die Beit" ihre Leser wirklich alau Der von Paris angefündigte Schrift des französischen Botben, daß derselbe Ludendorff, der schon einmal zufällig" morgens um 6 Uhr in den Kapp- Butsch hineinspazierte, auch schafters in Berlin beim deulichen Reichstanzler ist am Freitag jetzt erst während der Bürgerbräu- Versammlung herbei- nachmittag um 5 Uhr erfolgt. Der Besuch des französischen Botgeholt werden mußte". Auch der Kahr und der meufchafters hatte lediglich den Zwed, die deutsche Regierung darauf terer Lossom finden in diesem Stresemann- offiziösen Blatt aufmerksam zu machen, daß die Errichtung einer Dittatur in warme Verteidigung, wobei es wahrscheinlich nur ein Bufall Deutschland für Frankreichs Haltung Folgerungen nach fich ist, dak immer von der verfassungsmäßigen baneri lehen würde und die französische Regierung den Standpunkt verHamburg, 9. November.( TU.) Wie die„ Hamburger Nachschen Regierung die Rede ist, während doch das ganze Ver- frete, daß das demokratisch- parlamentarische System halten Kahrs auch vor dem Bürgerbräu- Spuf eine ein in Deutschland die Voraussetzung für geregelte Beziehungen zwischen richten" erfahren, sind dem kommunistischen Bürgerschaftsmitgliede sei. 5000 Billionen abgenommen worden. Nach der Ansicht der„ Hamzige offene Verfassungsverlegung darstellt. den beiden Ländern fel. Es handelte sich jedoch feineswegs um öppen nach feiner Verhaftung Barmittel im Betrage von einen Schrift ultimativen Charakters. Das sollte doch gerade im Organ des Reichstanzlers burger Nachrichten" wird es für die Staatsanwaltschaft notwendig Der Reihstanzier stellte daher auch dem Botschafter fein, die Beweismittel dafür zu beschaffen, daß das Geld, das zur betont werden, nachdem General v. Seedt zum Inhaber der vollziehenden Gewalt bestellt wurde. Stammt doch die Ausein- gegenüber mit Genugtuung fest, daß die französische Regierung fich Finanzierung der Revolution bestimmt ist, jegt dafür eingezogen andersetzung mit Banern gerade aus der Verfassungs, in innerbeutsche Angeleenheiten nicht einzumifchen beah- werben fann. widrigkeit der Kahr- Dittatur und ihrer Unterstüßung fichtige, sondern lediglich ihren Standpunkt über die Boraussetzungen für ein gedeihliches Zusammenarbeiten der beiden durch den Meuterergeneral. Mächte auf Grund des Friedensvertrages vertreten habe. Schafft Arbeit! Produktive Arbeitsgelegenheiten. Beschlagnahmte Revolutionsgelder. Die rheinische Goldnotenbank. Aber die Beit" als Sprachrohr Stresemanns versichert Der Rheinische Provinziallandtag hat den Plan einer rheini ängstlich, die Reichsregierung habe feineswegs bie Absicht, schen Goldnotenbank genehmigt. Ueber die Statuten des neuen irgendwie gegen Banern und das bayerische Volk Goldinstituts erfahren wir, daß eine Höchstdividende von Dorzugehen und sei bereit, alle ihre Sperrma 6 Broz. vorgesehen ist. Die Zahlungsmittel sollen in fleinen und nahmen gegen Bayern sofort wieber aufzuheben, sobalb ste fleinsten Stücken ausgegeben werden. Der Geschäftsfreis ist durch die lleberzeugung habe, daß die verfassungsmäßige Gewalt Die ständig wachsende Arbeitslosigteit mit ihren großen die Bestimmung beschränkt, Gelbgeschäfte mit Etaaten und Ländern wieder in den Händen des Herrn v. Knilling liege". Das heißt Gefahren für den Bestand des Reiches macht es den zuständi dürfen nicht abgeschlossen werden. Dagegen ist es der Industrie alin, daß Dr. Luther fchleumiaft wieder die Reichsgen Regierungsstellen zur Pflicht, für eine ausreichende Arfreigestellt, gegen wertbeständige Unterlage Kredite aufzunehmen. bittiarben für den eidbrüchigen Loffom beitsbefchaffung zu forgen. Leider ist bisher davon Bon Bedeutung ist die Wertbeständigkeit der Industries. nach Bayern schiden wird. Wahrscheinlich auch noch nicht viel zu spüren gewesen, daß man sich dieser Pflicht be- trebite. Belauntlich fann sich ja die Berliner Regierung immer Die republikanische pension für den Ehren- uden mußt ist. Wir verfennen feineswegs, daß die außerordentlich noch nicht von ihrem Plan trennen, die Rentenmarktrebite an die schwierige Lage der Reichsfinanzen auch auf diesem Gebiete Die Rechtspreffe weiß aus dem Butsch der Luden zu Einschränkungen zwingt, die sonst nicht gerechtfertigt wären. deutsche Industrie usw. nicht wertbeständig zu gewähren. dörffer feine andere Lehre zu ziehen als die, daß schleunigft Auf der anderen Seite aber bedeutet die Unterlassung volfs- Die nächsten französischen Wahlen. Der Landesausschuß der die Reichsregierung, soweit sie noch besteht, von der Bildfläche wirtschaftlich notwendiger Arbeiten, die schon aus Zwemäßig- fozialistischen Partei hat ben geschäftsführenden Ausschuß zu verschwinden habe, und daß an ihre Stelle eine aukerparla- feitsgründen am besten als Notstandsarbeiten verrichtet wer beauftragt, in möglicit furzer Zeit einen Parteitag einzumentarische Regierung des Vertrauens" treten müsse. Die den, einen Verzicht auf die Ausnutzung brachliegender Ar- berufen, der über die Wahltaltik beschließen soll. dorff! Ein Partei- Notopfer für Berlin Gewerkschaftsbewegung Reichsrat und Internationale Arbeitskonferenz. # Mit den Beschlüssen der britten Internationalen Arbeitskonferenz in Genf beschäftigte fich am Donnerstag der Reichsrat. Ministerialdirektor Frid berichtete, daß die Konferenz in Genf 7 Gefeßentwürfe und 8 Entschließungen vorgelegt habe. Den Ausschüffen des Reichsrats sei es zweifelhaft erschienen, ob wirklich ein Be dürfnis anzuerkennen sei, in diesem Maße internationale Rege. lung von Arbeiterschutzbestimmungen einzuleiten, ob insbesondere die Entwürfe über Berhütung der Arbeitslosigkeit in der Landwirtschaft ufm. gleichmäßig für Deutschland und Japan zweckmäßig seien. Die Entwürfe feien in Genf auch nicht sorgsam durchgearbeitet morden, wie es bei Beschlüssen für die ganze Welt notwendig sei. Die deutschen Vertreter hätten den Beschlüssen in Genf zugestimmt, aber zum Teil sei diese Zustimmung erstaunlich. Die in Genf gefaßten Entschließungen seien allerdings nicht bindend. Die Ausschüsse des Reichsrats empfehlen, die Gesetzentwürfe über die Zulassung von Wöchnerinnen für Arbeit in der Landwirtschaft, Vereins- und Koalitionsrecht der landwirtschaftlichen Arbeiter, Entschädigung der Landarbeiter bei Unfällen, über das Mindeſtalter für Jugendliche als Trimmer und Heizer, über die obligatorische ärztliche Untersuchung der Jugendlichen, über die Berwendung von Bleiweiß zu Anstrichen zuzustimmen, die Beschlußfassung über den Gesezentwurf zur Einführung eines wö dhentlichen Ruhetages in gewerb lichen Betrieben aber zu vertagen, weil diese Frage bei erhebt die Sozialdemokratie für die bevorftehenden fchweren Kämpfe. Marken bierfür find bei den Abteilungskaffierern und im Bureau des Bezirksverbandes zu haben. Bare Geldfendungen bitten wir auf Doftfcheckkonto Berlin, Nr.48743 an H.Dagels, Berlin SW68, Lindenftr.3 zu überweisen Wirtschaft Erleichterungen im Devisenverkehr. Eine neue Verordnung über Aenderung der Devisengesetzgebung enthält eine Reihe von wesentlichen Erleichterungen im Bergleich zu dem früheren Gefeßesstand. Das Berbot der Preisstellung in ausländischer Währung ist auch für den Kleinhandel beseitigt; die Bezahlung von Waren in ausländischen Zahlungsmitteln ist zugelaffen, die Forderung der Bezahlung in ausländischen Zahlungsmitteln ist jedoch verboten. Die Bestimmung, wonach Waren in auslänbis zum bischer Währung bezahlt werden dürfen, gilt nur 30. November d. J. Gewerbegericht anzubringen Bei allen Klagen ist Entwertung des Geldes mit einzuflagen. Für die Zeit vom 3. bis 9. November 1923 haben die Unter nehmer abgelehnt, zu verhandeln. Der Schlichtungsausschuß ist angerufen und tagt Montag, den 12. November 1923. nachmittags 4% Uhr. Die Unternehmer haben eine Sigung abgehalten und beBisher mußten ausländische Zahlungsmittel, die von Ausländern schloffen, 50 Milliarden zu zahlen. Diese Entlohnung entspricht nicht ben Teuerungsverhältnissen. Die Inderziffer betrug 620,5 Proz. mit vorübergehendem Aufenthalt für Gegenstände, Dienst oder als Für das Tapezierergewerbe ist der Schedsspruch des Schlich. Wietzins gezahlt wurden, binnen einer Woche bei einer Devisenbank tungsausschusses vom 2. November 1923 vom Demo für verbind- oder Wechselstube umgewechselt werden. Jetzt fönnen diese auslän. lich erklärt worden. Die Mindestlöhne betragen demnach für die dischen Gelder binnen einer Woche nach Empfang zu Zahlungen Zeit vom 27. Oftober bis 2. November 1923 für Gruppe I 8.950 Mil- benutzt werden, für die die Zahlung in ausländischer liarben, Gruppe II 14,6 Milliarden, Gruppe III 10 280 Milliarden Währung zulässig ist. Wenn 3. B. ein Hotel von ausländis zur Bezahlung von Waren verwendet werden, nicht aber zur und Gruppe IV 7.2 Milliarden. Wo diese Löhne nicht gezahlt wer- schen Gästen Gulden erhält, können diese Gulden binnen einer Woche den, haben die Kollegen flagbar vorzugehen. Für diese Bezahlung von Gehältern usw. Die bisher vorgeschrie Boche lehmen die Unternehmer es ab, zu verhandeln, und findet am bene Meldung an den Kommissar für Devisenerfassung fällt fort. Montag, den 12. November, Berhandlung vor dem SchlichtungsDie Pflichten der Banten, Belege( Affidavits) einzureichen und ausschuß statt. Meldungen zu erstatten, sind erheblich vereinfacht: Benn das Finanzamt den Erwerb ausländischer Zahlungs. mittel genehmigt hat, fällt die Einreichung des Beleges an den der allgemeiner Regelung der Arbeitszeit zu erledigen sei. Den in Arbeiter, Angeftellte, Beamte Groß- Berlins! Devisenfommiffar ganz fort. Genf gefaßten Entschließungen hätten die Ausschüsse zugestimmt mit Ausnahme derjenigen über die Beschäftigung der Frauen während einer gewiffen Zeit vor und nach der Niederkunft. Die Ausschüsse hätten den Wunsch ausgedrückt, daß bei meiteren internationalen Konferenzen über Arbeiterschutz die deutsche Regierung mit rechter Borsicht auftreten möge und nur solche Bestimmungen afzeptiere, beren internationale Regelung im Interesse der Industrie und des Arbeiterschutzes wünschenswert sei. Der Reichsrat stimmte den Vorschlägen der Ausschüsse zu. Erstaunlich ist vor allem der Kommentar des Ministerial direktors Frid. Bon den fieben Gefeßentwürfen und acht Ent schließungen hat auf Empfehlung des Ministerialdirektors der Reichsrat selbst dreizehn angenommen, einen zurückgestellt und nur eine Entschließung, die den Wöchnerinnenschutz betrifft, abgelehnt. Db gerade diese einzige Ablehnung eine Ruhmestat ist, darf man bezweifeln. Wenn gewisse hochgestellte Bureaufraten noch nicht begriffen haben, wie wichtig es gerade für entwickelte Industrieländer ist, daß die Arbeiterschutzbestimmungen auch in rüdständigen Ländern zur Durchführung fommen, dann wäre es angebracht, daß fie ihr Urteil darüber mit rechter Borsicht" ausdrückten. Abänderung des Arbeitsnachweisgesehes. Nach einer von uns eingeholten Auskunft des Kommandos der Schuspolizei werden in den einzelnen zuständigen Polizeiinspeffionen auch jezt noch Meldungen für den Eintritt in die Schupo entgegengenommen. Erfolgt der Erwerb ausländischer Zahlungsmittel auf Grund einer Handelstammerbescheinigung, fo fällt die Einreichung eines Beleges an den Devisentommiffar dann fort, wenn es sich um Beträge bis zur Höhe von eintausend Gold. mart handelt, während bei Beträgen über eintaufend Goldmart Kollegen, die die in den Zeitungen veröffentlichten Bedingungen Belege einzusenden sind. Nach wie vor müssen die Devisenbanden wöchentliche erfüllen und Schupo- Beamter werden wollen, fich bisher aber noch nicht gemeldet haben, wollen fich unverzüglich bei den örtlichen Ber- Meldungen ihrer Geschäfte in fremden Devisen mit genauer waltungsstellen ihrer gewerkschaftlichen Organisationen und fo- Angabe des einzelnen Vertragsgegners bis zum Sonnabend jeder dann außerdem noch bei der Polizeiinspektion Woche für die lektvergangene Woche an den Kommissar für Devisen. melden, die für die Wohnung des Meldenten in Betracht tommt. erfassung absenden. Nicht mehr zu melden sind Geschäfte bis zur Diefe Polizeiinspektionen waren in der früheren Bekanntmachung Höhe von eintausend Goldmark und der Austausch fremder Devisen gleichfalls veröffentlicht. Auf Befragen gibt hierüber auch jeder gegen andere fremde Devisen. Schulpolizist Austunft. Gewerkschaftskommiffion Berlins und Umgegend. Sabath. Algemeiner freier Angestelltenbund, Ortskartell Berlin. Flatau. Wewzow. Allgemeiner Deutscher Beamtenbund, Orfsausschuß Berlin. Röpfe. Für die Treibriemenindustrie beträgt der Spitzenlohn 80 Mil liarden pro Stunde. Für Linoleumieger beträgt die Spihenlohn für die Woche vom Die Reichsregierung hat auf Grund des Ermächtigungsgefeße 4. bis 8. November 90 Milliarden, Teppichstopferinnen 78,8 und am 31. Oftober eine Verordnung erlassen, welche bezwedt, Errich Teppichnäherinnen 67,5 milliarden. Ab 9. November erhalten die turg und Ausbau der noch fehlenden oder nicht völlig eingerichteten Linoleumleger, 60 Goldpfennice, Stopferinnen 52% ½ und Mäherinnen öffentlichen Arbeitsnachweise zu beschleunigen, welche ferner 45 Goldpfennige, zahlbar nach dem amtlichen Steuerturs aum 2wed von Ersparnissen die Bestimmungen über Einam 3ahltage. Bahltag ist Freitag. Für 3elte und berufung und Geschäftsführung von Verwaltungsrat Pläne beträgt der Spitzenlohn vom 2. bis 8. November 933 Mil und Verwaltungsausfchiffen a bändert und die Uebertragung liarden. weiterer Aufgaben an die Arbeitsnachweisämter von der Zu Für das Baugewerbe erhielten wir über die Verhandlungen stimmung des RAM. abhängig macht. Im Zusammenbang mit im Hoch, Beton- und Tiefbaugewerbe am Donnerstag den gleichen der Berordnung über die Aufbringung der Mittel für die Erwerbs- Bericht, der in der gestrigen Abendausgabe bereits unter der Stichlofenfürsorge fallen die Beihilfen des Reichs zu den Kosten der marte: Achtung, Zimmerer!" veröffentlicht wurde. Der Ueberöffentlichen Arbeitsnachweise fort.( Reichsanzeiger vom 31. Oftober gang von der Papiermark zur Goldmarkrechnung soll voraussicht lich in nächster Woche erfolgen. Der Stundenlohn für die laufende Woche wird am Dienstag festgesetzt. An diesem Tage er halten alle Bollarbeiter drei Billionen als Abschlagzablung. 1928, Nr. 250, R.-G.-BI. I, G. 1065.) Buchdrucker und Buchdruckereihilfsarbeiter! 20 Die gemeinſame Veriammlung der Funktionäre beiber Drgani- Die Handelshilfsarbeiter im Einzelhandel erhalten für die Lohnfationen beschloß bei Nichterfüllung ihrer Forderung von 35 Gold- woche vom 3. bis 9. November 4 Billionen Mark Ledige über mart für die Woche vom 3. bis 9. November und einer Nachforde- 22 Jahre; 4,1 Billionen Verheiratete ohne Rinder; 4,2 Billionen Verrung von 10 Goldmark für die Woche bis zum 2. November die heiratete mit Kindern. Die vom Arbeitgeberverband für die Woche vom 27. Oftober bis 2. Rovember 1923 angewiesenen Lohnfäße sind Arbeit einzustellen. Die Kollegen haben dana von den Arbeitnehmern anerkannt. Tarifverträge fönnen im Bureau zu handeln. Bis zum Schluß der Rebaltion lag ein abschließendes Resultat über die zentralen Verhandlungen nicht vor. Heute, Sonnabend, nachmittags 2 Uhr, im Gewerkschaftshaus gemeinsame Versammlung der Funktionäre beider Organisationen. des Deutschen Berkehrsbundes, Zimmer 26, gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches abgeholt werden. Firmen, die regelmäßig Devisen erwerben und abgeben, brauchen fein besonderes Devisenbuch mehr zu führen. Auch fällt die Einsendung der Abschrift dieses Buches fort. Es genügt, daß die Buchführung so eingerichtet ist, daß sie einen leichten leberblid gewährt und Abschriften dem Kommissar für Devisenerfassung auf Anfordern jederzeit übersandt werden können. Der Mangel an wertbeständigem Notgeld soll nun durch die neuen Goldanleiheftücke und Goldschoßanweisungen behoben wer den. Ob das mit ausreichender Schnelligkeit gehen wird, um auch den Lohnempfängern erhöhte Beträge in wertbeständigen Zahlungsmitteln aushändigen zu fönnen, ist eine große Frage. Infolgedessen muß es auffallen, warum man bisher zwar Industriebetrieben und Sparkassen die Möglichkeit der Schaffung wertbeständigen Notgelbes gegeben hat, daß man aber auf der anderen Seite noch nicht die großen Kreditquellen in Anspruch genommen hat, die auf dem Sachbesig der Länder beruhen. Wo eine der. artige Ausrabe onn wertbestänbinem Geld bisher erfolgt ist, wie in Hamburg und Württemberg, geschah das auf eigene Initiative der betreffenden Landesregierungen. Es wäre doch zum mindesten zu erwägen, ob nicht Deutschlands größter Freistaat, Breußen, auch seinerseits die Ausgabe von wertbeständigem Notgeld in die Hand nehmen könnte. Es fönnte dazu die Kreditunterlage in feinen Bergwerken und Forsten stellen, ohne den Reichskredit in Anspruch mit Goldgeldscheinen wünschen möchten, weil man der Gefahr einer zu nehmen. So wenig wir eine lleberschwemmung des Marktes Kursminderung unter allen Umständen entgegentreten muß, so sehr ist auf der anderen Seite zu fordern. daß während des Ueberganges alle vorhandenen Möglichkeiten zur Bereit. stellung der notwendigen Geltzeichen ausgenugt werden, damit nicht tie Lohnempfänger noch weiter dazu verurteilt bleiben, das Risito der Bapiermart zu tragen, während die Großverdiener sich ohne Mühe gegen die Folgen der Gelbentwertung zu schüßen vermögen. Die Kohlenlage der Welt. Im Oktoberheft der Zeitschrift Wirtschaft und Statistie" find Mitteilungen über die Kohlenproduk. tion der Welt im Jahre 1922 enthalten, die für das Verständnis der gegenwärtigen Kohlenlage aufschlußreich sind. Die Steinfohlenproduktion der Welt beruht zu rund 80 Proz. auf der ProFür die kaufmännischen Angestellten. Im Zeitungsgewerbe buftion dreier Staaten: die Bereinigten Staaten( 40 Broz.), Großist vereinbart worden, daß für die Zeit vom 4. bis 11. November britannien( 25 Broz.), Deutschland( 12 Proz.). Die Nachwirkungen fieben Oktober- Gehälter insgesamt gezahlt werden. In der Kar des Krieges waren 1922 noch nicht ganz überwunden, die Gesamt. tonnagenbranche hat der Schußverband Berliner Karton- produktion blieb noch um 18 Proz. hinten den Friedens. Cohnregelung in der Berliner Metallindustrie. Trok energischer fabrikanten angewiesen, daß insgesamt drei Oftober- Gehälter à conto ergebnissen zurüd. In Deutschland, dessen Kohlenbasis Bemühungen beiber Verbände zur Herausgabe des bereits gedrud November gezahlt werden. Der Verein im Papier, und gegenüber 1913 um 26 Proz. geschmälert wurde, betrug der Proten wertbeständigen Notgeldes der Berliner Metallindu- Bap pengroßhandel hat angewiesen, daß für November ins- buftionsrüdgang im Jahre 1922 gegenüber 1916 13 Proz. Dabei In der entfielen 68 Proz. des deutschen Steinkohlenversands nach dem strie hat der Finanzminifter die Zustimmung dazu bisher noch nicht gefamt sechs Oftober- Behälter à conto gezahlt werden. erteilt. Aus diesem Grunde mußte für die Zeit vom 5. bis 11. Nos Margarineinduftrie ist die Schlüffelzahl 122,100 milliarden. Ausland auf Reparationslieferungen. Die Belieferung der Nach vember der Tariflohn auf folgender Grundlage geregelt werden: In der Brauindustrie sind bis spätestens Sonnabend, den 10., barländer, Schweiz, Belgien, Holland, ging zum Teil auf England Der Lohn in Klasse I beträgt 75 milliarden; alle Einzelheiten über 5% Oftober- Gehälter à conto November zur Auszahlung zu bringen. über. Die Kohlenproduktion Englands war 1922 um 12 Broz. die tariflichen Abmachungen betreffend Frauen und Kinderzulage, Die Angestellten in der chemischen Industrie erhalten, am geringer als 1913. Dieser Rüdgang findet aber nicht in technischen Ausgleichszulage, Borschußzahlung und Brotgeld find im Tarifver. Sonnabend auszahlbar, weitere 500 September- Gehälter als Vor- Gründen, sondern ausschließlich in der noch andauernden Birt trag ersichtlich, täuflich erhältlich ab Sonnabend 11 Uhr im 3im. fchuß für November. 15 Proz. der Summe find in wertbest än fchaftsfrife feine Erklärung. Für die Kohlenerzeugung der Ber. mer 20, ab 4-7 Uhr im 3immer 3 des Deutschen Metallarbeiterver. digen Zahlungsmitteln zum Kurse vom Donnerstag zu einigten Staaten war das Jahr 1922 nicht normal, da ein zahlen. Möglichst am Dienstag sind weitere 1000 September- faft halbjähriger Streit die Produktion unterbunden hat. Seit dem Gehälter zu zahlen, davon wieder 15 Proz. in wertbeständigen Streifende waren die geforderten Mengen wesentlich höher als vor Sahlungsmitteln. Im Hut einzelhandel ist am Freitag, den dem Kriege. Die Kohlen wurden aber im Inland verbraucht, als 9. November, bzw. Sonnabend, ben 10, November, für die Zeit Kohlenausfuhrland haben sich die Bereinigten Staaten faum bevom 5. bis 11. November als vorläufige Regelung das Siebenfache tätigt. Frankreich zeigte 1922 noch eine Unterbilanz von eines Wochengehaltes, welches für die Zeit vom 29. Oftober bis 29 Proz. Der Einfuhrbedarf wurde zu einem Drittel von Deutsch. 4. November( beginnend im ersten Behrjahre mit 40 milliarden, land( Reparationsfohle![ im Frieden nur 7 Broz.), im übrigen endend in der Gruppe III mit 610 Milliarden) in Frage fam, unter aus England gedeckt, woher Frankreich höhere Steinkohlenmengen Aufschlag an Filialleiter von 5 resp. 10 Proz. unter Absetzung der als im Frieden bezogen hat. Rußlands Kohlenproduktion blieb geleisteten Atontezahlungen zur Auszahlung zu bringen. Die end- trop der Besserung im Jahre 1922 noch um 65 Broz. hinter der gültige Regelung für Oftober und Gehaltszahlungen für den Mo- Friedenserzeugung zurüd; das wichtigste Kohlengebiet Rußlands, nat November auf Goldbasis wird erst getroffen, sobald eine Res das Denbecken, ist auch heute noch nicht wieder leistungsfähig, da melung für den Groß- Berliner Einzelhandel zustande gekommen ist. gegen zeigen das Moskauer und das Üralrevier wesentliche FortIn den Beleuchtungs- und Installationsgeschäften schritte. Die übrigen Länder haben eine Produktionssteigerung find als vorläufige Regelung für die Zeit vom 1. bis 7. November gegenüber dem Frieden zu verzeichnen, was bei den meisten Kohlen. 1923 die Gehälter der Borwodye, die am Freitan, den 2. November, ländern( China, Japan, Kanada, Britisch- Indien usw.) mit der zunehmenden Industrialisierung dieser Länder im Zu zur Auszahlung gelanot find, unter Aufschlag der Indersteigerung sammenhang steht. Für die Brauntohlenförderung von 620,5 Broz. am Freitag, den 9. November. unter Abzug der fommen im wesentlichen nur Deutschland und die Tschechoslowakei geleisteten Afontozahlungen zur Auszahlung zu bringen. Die Ver- in Frage; im Jahre 1922 entfielen drei Viertel der Weltproduktion Achtung! Kurzarbeiter der Firma C. P. Goerz erhalten am handlungen über Goldmartzahlung werden Anfang nächster Woche auf Deutschland, das seine Braunkohlenerzeugung infolge der Ein. in Sonnabend zur üblichen Zeit Vorschuß. fortgesetzt. buße von Steinfohlengebieten wesentlich steigern mußte, von 87 im Der Schiedsspruch in der Lederwarenindustrie ist vom Demobil. Cohnfarif für die Berliner Landfchaffsofrfner. Die Stunden Jahre 1913 auf 137 Millionen Tonnen. In den übrigen Ländern machungskommissar für verbindlich erklärt worden. Die Ent föhne Betragen in Milliorben Mark ab 5. November: Für Gärtner blieb die Produktion der Braunkohle im allgemeinen hinter dem scheidung der Verbindlichkeit ist endgültig und kann von den Unter- im 1. Jahre der Branchentätigkeit unter 20 Sabre 74, her 20 Sahre Borkriegszustand zurüð. nehmern mit Rechtsmitteln nicht angefochten werden. Dort, wo 79 nach einiähriger Brandbentätieteit 79 bit. 84. fit Dheroärtner diese Löhne nicht gezahlt werden, muß sofort flagbar beim In- und Anlageleiter 86. für rbeiter 73 Bain. 70, für Frauen 51. Die nungsschiedsgericht, Belle- Alliance- Str. 5 II, oder wo der Arbeit Zandmlage beträat pro Tag 252. Driebermaltang Berlin. geber nicht Mitglied der Innung ist, beim Gewerbegericht, Bimmer Achtera, Bubbinber! Seute. Eannekend vormittags 9 Uhr. FunHonar. Straße 90/92, vorgegangen werden. Die Charlottenburger Innung ist nicht dem Innungsausschuß angeschlossen. Die Klage ist beim kung unserer Betriebsohleute und Betriebsräte der Banknoten- und Reitungs- und Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co. betriebe im Gewerkschaftshaus. bandes. Chirurgische Branche! In der Morgenausgabe vom Freitag ist in der veröffentlichten Notis ein Druckfehler enthalten. Es war am Donnerstag ein Vorschuß von 50 Broz. vereinbart worden. Am Freitag ist ein weiterer Vorschuß in Höhe von 75 Broz. des Bruttoverdienstes der Woche vom 29. Ditober bis 4. November bereinbart worden, zahlbar am Montag, den 12. November. Wo die Möglichkeit besteht, soll er am Sonnabend mit den 50 Broz also insgesamt 125 Proz. außer den 200 Proz., die am Mittwoch zur Auszahlung gekommen sind, gezahlt werden. Bau-, Geldschrant-, Möbelschlosser und Bauanschläger! Durch Schiedsspruch wird der Lohn vom 5. bis 11. November um 450 Broz. erhöht. Bis Sonnabend, den 10. November, sollen, wenn irgend möglich, 80 Proz. des Mittellohnes abzüglich der gezahlten VorSchüsse zur Auszahlung gelangen. Die Regelung der Vorschüsse für nächste Woche wird in der Vertrauensmännertonferenz belannt gegeben. Die Ortsverwaltung. Berantwortlich für Politit: Craft Menter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Chitowsti: Lotales und Sonstiges: Stig Rarfäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Berwaris Berlag G. m. b. S. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerel Derlin S. 68. Lindenstraße 8. Sierzu Beilage. Nr. 527 ♦ 40. Jahrgang Heilage öes vorwärts Goknabenö, 10. November 1025 Die nicht arbeiten dürfen. Im Laufe der letzten Wochen hat die Erwerbslosigkeit in Berlin einen geradezu katastrophalen Umfang angenommen. In einer Zeit, in der die Unternehmer nach Mehrarbeit, nach Beseitigung des Achtstundentages schreien, mutet es wie ein Hohn an, wenn man täglich auf den Arbeitsnachweisen Tausende von Menschen aus. und eingehen sieht, zum größten Teil junge, rüstige Leute, die zum Nichtstun verdammt sind. hungern— Gesetz. Je länger die Arbeitslosigkeit dauert, um so weniger fühlt sich der Erwerbslose als vollwertiger Mensch, er kommt sich vor als ein Ausgestoßener' der menschlichen.Gesellschaft, zu nichts mehr nütze, als feine Zeit im Nichtstun zu verbringen. Entmutigt hat er es auf- gegeben, sich nach Arbeit umzusehen. Niemand hat Arbeit für ihn, niemand kann seine Arbeitskraft gebrauchen, durch deren freudigm Einsetzung er wieder einmal imstande wäre, sich ein einigermaßen menschenwürdiges Dasein zu verschaffen.'Dumps und wunschlos er- gibt er sich feinem Schicksal. Hungern und Darben ist ihm schon Gesetz. Die kärglich bemessene Unterstützung reicht knapp zum trockenen Brot. Seelisch nur noch ein Wrack, ist ihm alles gleich- gültig. Um die Geschehnisse des Tages kümmert er sich kaum noch. Seine einzige Sorge ist die. sich das Notwendigste zum Lebens- unterhalt herbeizuschaffen. Manch einer, den der Hunger zu sehr plagt, schreckt auch nicht zurück, sich einmal auf unreellem Wege etwas zu beschaffen, wenn er einmal auf die Felder geht und sich einen Sack Kartoffeln oder Kohl holt. Wird er von einem Wächter ertappt, ist er alles wieder los und sieht einer Anzeige und Bestrafung entgegen.'Mancher erklärt, daß ihm eine Bestrafung gar nickt so unangenehm wäre, da er im Gefängnis wenigstens eine ?icitlanq der dringendsten Ttahrnngssorgen enthoben ist. Das sind Zustände, die zum Himmel schreien, wenn ein Mensch das'Leben im Gefängnis dem in der Freiheit vorzieht, nur um seinen Nah- rungssorgen enthoben zu sein. Bei den in der letzten Zeit vorge- kommenen Plünderungen von Bäckerläden ist festgestellt worden, daß es zum größten Teil von Jugendlichen geschah. Es ist nur zu begreiflich, daß gerade d!« Jugendlichen, die doch im Wachstum sind, den Hunger am stärksten spüren. So verwerflich solche Verzweiflungstaten an sich auch sind, so verständlich sind sie doch auch wieder. Besseres Mittel als die Polizei wäre hier, allen Arbeit zu geben, so«daß sie tatsächlich sich wieder als zur mensch- lichen Gesellschaft gehörig betrachten können,»nd man wäre vor derartigen Uebergriffen geschützt. Die Arbestslosen haben dieses Leben sott, sie wollen nicht sittlich verkommen, sie wollen wenigstens nicht schlechter als Bich leben, sie wollen endlich einmal wieder Mensch sein und arbeiten dürfen.* ftof den Arbeitsnachweisen. Geradezu furchtbar sind jetzt auch die Zustände auf manchen Arbeitsnochweisen bei der Auszahlung der Unter st ützun- gen. Von morgens bis spät in den Nachmittag hinein müssen Er- werbslose auf die Auszahlung der Unterstützung warten.. Um nicht durch die stündliche Geldenliveclunq ihre Unterstützung immer weiter zusammenschrumpfen zu sehen, stellt sich ein großer Teil schon lange vyr Beginn der Auszahlungen vor dem Arbeitsnachweise an. Am 5 Ahr morgens schon kommen die ersten, die dann um 9 Uhr glück- lich im Besitze ihrer Unterstützung sind: wer um 8 Uhr kommt, kann glücklich sein, erst gegen 1 Uhr sein Geld zu erhalten. Gerade die Erwerbslosen empfinden die Entwertung der Mark besonders hart und ersehnen deshalb die Auszahlung der Unterstützung in wert- beständigem Geld. sWas zum Teil auch bereits ge- schieht. D. Red.) Im übrigen ober wollen sie vor ollem Arbeit. Sie wollen keine Geschenke, keine Almosen, sie wollen ihren Lebens- unterhalt durch eigen« Arbeit verdienen. Sie ungeheuren Summen für die Unterstützungen brauchten dann nicht nutzlos ausgegeben werden. Ein« schreiende Ungerechtigkeit wird auch mit der Unter- stützungsdaucr von 26 Wochen begangen. Nach ihrem Ablauf wird dte Unterstützung eingestellt, ohne daß dem Erwerbslofen Arbeit nachgewiesen wäre; sich selbst welche zu verschaffen, ist ihm un- möglich. Er steht also vor dem Nichts. Soll er nun verhungern? Ein Antrag auf Verlängerung der Unterstützung bleibt wochenlang unbMntwortet. Die Steider fallen vielen Erwerbslofen buchstäblich in Sehen vom Leibe. Wasche fehlt, das Sckuhzeug kann nicht mehr gestickt werden. Sie gehen nach dem Aushören der Unterstützung dw gänzlichen Derclendung entgegen. z- Es ist ein unerträglicher Zustand, daß in einer Zeit, die wirk- lich nicht an einem Ueberfluß von Gütern leidet, die Arbeitskraft taufender von jungen Leuten brach liegt. Deuffchland leidet nicht so sehr, weil es den Krieg verloren hat, sondern weil seine Menschen zerstört sind. Alles das ist wieder gut zu machen, allein es geschieht dazu wenig, fast gar nichts. Schon in Berlin könnte durch«in großzügiges Bau Programm Arbeit für alle Erwerbslose geschaffen werden. Es gibt Pläne, die darauf hinaus- laufen, die Industrie außerhalb der Großstadt am Groh-Schisfahrts- weg und in der Gegend von Königswusterhausen anzusiedeln, Fo» br-ken und Arbeiterstedlungen zu errichten. Di« Frage der Finan- zterung muß gelöst werden. Diese Bauten würden sich in einigen Iahren rentieren. Der Entsittlichung zahlreicher Aolksgenossen würde mit Erfolg entgegengewirkt werden. Zielbewußt« Arbeit ist das einzig- Mittel, den Erwerbslosen zu helfen. Revolutionsfeier unserer Rrbeitslofen. Unsere erwerbslosen Parteigenossen:md-genossinnen waren gestern nachmittag zahlreich im Gewerkschaftshause ver- sammelt, um in schlichter, würdiger Weise den 9. November zu feiern. Reichstagsabgeordneter Genosse Künstler führte etwa folgen- des aus: Wieder haben wir den 9. November, aber die Situation ist heute ganz anders als vor fünf Jabren. Damals leuchtete über Millionen Deutsche die Sonne des Friedens und der Freiheit, wäh- rcnd heute eine trübe Novembersttmmung über uns lastet. Die Re- volution von 1918 zerbrach die Macht der Militärherrschaft, gegen die jahrzehntelang angekämpft worden war. Am S. Geburtstage der Republik ertönt hingegen in allen Gassen der Notruf:„W i r l e i d e n Hunger, wir sind erwerbslosl' Auf der anderen Seite suchen die Reaktionäre den Kampf„gegen den Marxismus und das Judentum" auch mit Hilfe' der Erwerbslosen zu fuhren. Die Bankerotteure von 1918 dürfen sich heute erlauben, die Ankläger zu spielen. Und gerade sie, die ja nach Helfferichs Worten alle Kriegsschulden durch die Gegner bezahlen lassen wollten, sind es gewesen, die uns unzählige Trümmerhaufen hinterlassen haben. Unser Elend liegt in dem verlöre» neu Krieg und in der ungehemmten Profitsucht unserer K a p i t a l i st« n in der Kriegs- und Nachkriegszeit begründet. Unser Dasein, unser Wohl und unsere Zukunft werden entscheidend dadurch beeinflußt, in welchem Verhältnis wir zu den Ententestaaten stehen. Daß Deuffchland auf die Nachbarländer angewiesen ist, dafür ist ein« Aeußerung des ökonomischen Instituts in Washington von größter Bedeutung. Bei der auch durch Gebietsabtretungen ver- minderten Leistungsfähigkeit Deutschland» muß vor allen Dingen im Interesse der Arbeiterschaft danach gestrebt werden, f r e u'n d n a ch« barschastliche Beziehungen zu den übrigen Län- d e r n zu schaffen. An Ruhr, Rhein und Saar hat Deutschland den zweiten Krieg verloren. Der moderne Kapitalismus bat es verstanden, alle Macht cm sich zu reißen. Weil ein Teil der Bevölkerung über die Produktion vermat, während der andere, weit größere, nur seine Arbeitskraft besitzt, so entspringt dadurch notwendigerweise der Klassenkampf. Eine Revolutton„mache n" ist aber nach L a s s a l l« die Torheit unreifer Menschen. Die Arbeiterschaft muß geschlossen dafür eintreten, daß die Republik nicht ihres letzten sozialen Inhalts beraubt wird. Ganz enffchieden müssen wir uns gegen jede demagogische Aufhetzung der Arbeitslosen wenden, weil man sie dadurch zu einer besonderen Klasse zu stempeln sucht Wir werden alles tun, um das Schicksal der Erwerbslosen zu er- leichtern, erwarten aber auch von diesen Aermsten der Armen, daß die der Partei allezeit die Treue bewahren. Gerade dieser 9. November muß ein heiliger Schwurtag fein, für die Er- reichung unseres Zieles künftig alles daranzusetzen. Nach kurzer Aussprack)« wurde die Feier mit einem begeisterten Hoch aus die internationale Sozialdemokratie geschlossen. Brotpreis: 12O Milliarde«. Die Hoffnung, daß der Brotvrei» entsprechend dem seit Mittwoch unveränderten Dollar stand« stabil bleiben würde, hat sich nicht erfüllt. Wie der Zweckverband der Bäcker- meister Groß-BerlinS mitteilt, kostet daÄ Brot vom heutigen Sonn- abend ab 129, die Schrippe V Milliarden Mark. Diese Preiserhöhung sei durch weitere erhebliche Mehl» preis st eigerungen und durch die Erhöhung der Löhne not- wendig geworden.