Nr.529 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 264 Bezugspreis: Bom 11.- 17.November 240 Milliarden Mart voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 11.- 17. November für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 340 Milliarden, für das übrige Ausland 440 Milliarden. Bost bezugspreis freibleibend. er ,, Borwärts" mit der Gonntags. ilage Bolt und Reit". der Unter. altungsbeilage..Seimwelt" und der ilage Giedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 40 Milliarden M. Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Reflamegeile 3,50 Goldmart. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 0,20 Goldmart( zulässig zwei fettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen file Abonnenten Beile 0,30 Goldmark. Eine Goldmark ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Sonntag, den 11. November 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositentasse Lindenstraße 3 Wiederaufleben der Hitler- Bewegung. Kundgebungen in München. Proteststurm gegen Kahr. fozialisten find zurzeit völlig aus ihrer Machtpofition geworfen. Es wäre aber falsch, zu glauben, daß Hitler damit ausgespielt hat. Im Gegenteil; der größte Teil der München, 10. November.( Eca.) Die Erregung in der Stadt! München, 10. November, abends 7% Uhr.( Eigener Draht. dauerte bis in die Abendstunden an. Der Verkehr in den Straßen bericht.) Hitler und seine zum großen Teil entwaffneten National der inneren Stadt ist jetzt, vor Beginn der Sperrzeit äußerst bewegt. Die Anhänger Hitlers werden vielfach vom Publitum mit Hochrufen begrüßt. Die Geschäftsräume der Münchener Neuesten Nachrichten", die in einem Artikel gegen den Hillerschen Putschverfuch Stellung genommen haben wird durch eine Abteilung der Schuhpolizei bewacht. Bon den Anhängern Hitlers werden Flugblätter verteilt mit der Ueberschrift: Wir wollen Hitler! Wir wollen nicht den Berräter& ahr! Der Odeonplatz vor der Residenz wurde von der Schuhpolizei geräumt und abgesperrt. München, 10. November.( Eca.) Im Laufe des heutigen Nach mittags und Abends fanden wieder große Umzüge, anscheinend von Anhängern Hitlers, durch die Straßen der Stadt statt. Vor der Residenz am Odeoneplaag versammelte sich eine große Menschenmenge, die von Inüppeln auseinandergetrieben weidemannschaften mit Gummimußte. Die Kundgebungen dauern im Augenblic noc an. Der Generalstaatstommiffar bat auch heute von abends 8 Uhr bis morgens 5 Uhr jeden Berlehr auf den öffentlichen Straßen und Plägen der Stadt verboten.. München, 10. November.( WTB.) Heute abend wurden von Münchener Bevölkerung hat entschieden Hitlers Partei ergriffen und verurteilt das„ Derräterische Verhalten Kahrs. Die Stimmung für Hitler, dessen Aufenhalt zurzeit nicht bekannt ist, ift feit Freitag nachmittag gewaltig gewachsen. Ueberall auf den Straßen, im Zentrum der Stadt, wo es am heutigen Sonnabend wieder außerordentlich lebhaft zugeht, ergreifen die Leute unter dem Einfluß von Agitatoren die Partei des Flüchtlings. Polizei und Coffow- Truppen haben Mühe, die Ordnung auf den Straßen aufrechtzuerhalten Gerüchte über Ludendorff. München, 10. November.( Eigener Drahtbericht.) Uleber Ludendorff zirkulieren hier die wildesten Gerüchte. Nach dem einen foll die Kahr- Regierung abfichtlich die Falschmeldung von feiner Verwundung verbreitet haben, weil sie ihn ermorden laffen wollte. Nach dem anderen soll er Selbstmord begangen haben. Das erste Gerücht entspringt zweifellos der überhihten Phantasie der Ludendorff- Anhänger. Ueber das zweite war in später Nachtffunde feine Gewißheit zu erlangen. Zwischen den Fronten. Dentschland nach dem Münchener Putsch. Deutschlands Geschichte in diesen Tagen gleicht einent Boltsstück der alten Zeit, in dem Rührung und Gelächter nah und Ausschreitungen zu verhüten. Rahr selbst ist vollkommen im beieinander liegen. Mit Grauen und wachsender Anteilnahme Bilde über diesen Stimmungsummschwung. In einer Breffefonferenz verfolgte die Welt die soziale Tragödie des deutam Sonnabend vormittag fagte er ohne Umschweife:„ Ich weiß, daß schen Boltes, Hilfsbereitschaft meldete sich, immer lauter ich, mas meine Person anlangt, das Vertrauen in weiten wurden die Stimmen, die der Politik Frankreichs die Schuld Kreisen vollständig perscherzt habe." In derselben Be an diesem unabsehbaren Elend beimaßen und ihre moralische Studenten Flugblätter in den Straßen verteilt, die sich für sprechung, nannte der Generalstaatskommissar die Aktion Hitlers Isolierung ankündigten. einen Bistolenüberfall nach Banditenart" und eine„ Der. Blöglich aber schlug ein Weltgelächter über uns Hitler gegen Kahr aussprachen. Berschiedentlich bildeten sich brecherische Komödie". Wörtlich führte er aus: Uns breien, zusammen. Der Münchener Butsch wurde für den ausin en Abendstunden trotz der Anordnung, die Straßen bis um Loffow, Geißer und mir, war bereits im Augenblick des Ueberfalles ländischen Beschauer ein Quell ungetrübter Heiterfeit. Ueberall 8 hr zu räumen, größere 3üge in der Innenstadt, völlig tar baß die von Hitler und Ludendorff unter Mitwirkung amüsiert man sich föstlich über die nationale Revolution im Die unter Abfingung vaterländischer Lieder umherzegen. An einigen von Boehner eingeleitete Unternehmung in wenigen Tagen voll. Bürgerbräu- Reller mit ihrem grotesten Spiel und Gegenspiel. Stellen der Stadt hielten Redner Ansprachen an die Menschenmenge. ständig zusammenbrechen mußte, politisch und wirtschaftlich. Ich Auch die besten Freunde Deutschlands haben nur ein AchselIn der Sendlinger Straße wurden im Verlagsgebäude der Münchener Neuesten Nachrichten" von einem Trupp erregter Leute die wußte auf Grund meiner vorangegangenen weitgehenden und ein- zuden des Bedauerns über den politischen Unverstand eines gehenden Erkundigungen, von denen ich auch den Führern der Teils des deutschen Boltes, der von solchen blutigen HansFensterscheiben eingeschlagen. Die Studenten vaterländischen Berbände Kenntnis gegeben hatte, ich wußte, daß wurstiaden Hilfe und Rettung erhoffte. Die feindliche Propahaben für morgen mittag die Barole ausgegeben, fich vor der bei allen maßgebenden Verbänden in Deutschland die Dinge nicht ganda aber findet im Münchener Putsch wie in den Juden= Universität zu versammeln. Erst gegen 10 Uhr abends jo liegen, wie Hifler und die Seinen sich das vorgestellt haben. Und trawallen, mit denen vor ein paar Tagen Berlin befleckt trat auf den Straßen allmählich Ruhe ein, zumal Landes trat auf den Straßen allmählich Ruhe ein, zumal Landess bann wußte ich auch, daß Ludendorff in Norddeutschland von wurde, einen unerschöpflichen Stoff für ihre geschäftige Arbeit. polizei und Reichswehr aufgeboten wurden, um die einem großen Teil der vaterländischen Kreise ab Auch in Deutschland hat man über die bayerische FastBassanten von den Plägen zu weisen Im Laufe des Abends wurde gelehnt wird, schon wegen der außenpolitischen Wirkung. Ich nachtspoffe gelacht; mehr aber als Gelächter sind hier Trauer wiederum eine größere Anzahl von Personen wegen Widerstandes wußte weiter, daß Hitler in Norddeutschland einen faum nennens- und Scham am Blaze. Trauer darüber, daß verblendete gegen polizeiliche Anordnungen verhaftet. Schwere Zwischenfälle werben Anhang besitzt und fast einhellig nicht bloß abgelehnt, Volksgenossen in den Münchener Akteuren beider Fakultäten find bis jetzt nicht bekanntgeworden. sondern direft befämpft wird. Es war mir auch bekannt, daß Kahrs jüdischer Judaskuß". Kahr und Hitler sind da ganz gleich ihre berufenen Führer erblicken fonnten. Scham darüber, daß es so weit tommen durfte, daß das Versagen der Reichsgewalt die Entwicklung dieses grotesten Schauspiels zuließ. Man erinnert sich, daß der Austritt der Sozialdemokraten aus der großen Koalition hauptsächlich deswegen erfolgte, weil sich die Reichsregierung ihren Beschwörungen, dem Münchener Sput ein Ende zu bereiten, unzugänglich zeigte. Wieder einmal hat sich erwiesen, daß die Sozialdemokraten mit ihren unaufhörlichen Warnungen recht hatten, und daß die Unfähigkeit der bürgerlichen Mittelparteien, eine flare Linie ihrer Bolitik zu finden, Land und Bolt zu schwerstem Unheil gereicht. Der Schritt, den die französische Regierung in der WilHelmstraße unternahm, um vor einer nationalen Diftatur" zu warnen, wurde durch die voreiligen Meldungen der Pariser Annahme, daß der französische Botschafter erst aus Bresse bedeutungslos gemacht. Man geht faum fehl mit der den Beitungen erfahren hat, welchen Schritt er unternehment würde, ebenso war die deutsche Deffentlichkeit auf diefes diploin den norddeutschen vaterländischen Kreisen über die Führung München, 10. November.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonnund die Wege noch große Uneinigkeit herrscht." abend nachmittag hatte der Hochschulring deutscher Art Die Gefahr, die in der Parteinahme der Boltsmeinung die Studenten ohne Erlaubnis des Rektorats in den Lichthhof der Universität gerufen. Uniformierte Nationalfozia. für Sitler und feine Sache liegt, ist im jetzigen Augenblick des lift en forderten am Eingang die Studentenausweise. Mit halb noch nicht afut, weil sich noch eine Führer und feine Organi minutenlangen Niederrufen gegen Kahr und hochrufen fation oder Partei offiziell zur Berteidigung Hitlers und feines auf Hitler begann die Versammlung, wobei den Studenten die putsches aufgeschwungen hat. Es ist allerdings fein Geheimnis, Hüte von den Köpfen geschlagen wurden. Zwei Redner, von denen daß die paterländischen Berbände unter Führung der eine der fämpfenden Brüder bei Ramersdorf" gedachte, fennzeichneten unter dem Betfall der Versammelten den Zwed der Ver- des Profeffors Bauer nahe daran sind, Kahr als ihren Ehrenvorsitzenden einen Alsage brief zu schreiben und mehr anstaltung: oder weniger offen ins Lager der Butfchisten abzuschwenken. Brandmarfang des schmachvollen Verrats von Kahr Seit Freitag abend werden fieberhaft Berhandlungen gepflogen und Aufruf zum Einrüden in die Kampffront. Nun fam der Reftor v. Kraus in die Bersammlung, wobei ihm entgegengerufen in der Erkenntnis, daß von einer solchen Entwicklung vieles, wenn wurde: Schmeißt ihn von der Galerie! Er mahnte, die akademische Würde zu bewahren und erinnerte daran, daß sich die anwesenden nicht alles abhängt. Diese Gefahr ist um so größer, weil mit der Studenten auf die Gefeße der Universität verpflichtet hätten. Seine Möglichkeit zu rechnen ist, daß der von gewissen Beratern sehr Rede ging aber unter in Niederrufen, und er mußte abtreten beeinflußbare Generalstaat stommiffar feine an- matische Unternehmen vorbereitet. Der Besuch des Herrn Ein Burschenschaftler forderte unter stürmischen Pfuirufen auf geblich legalen Diktaturvollmachten wesentlich erweitert und jetzt de Margerie bei Herrn Stresemann dürfte unter diesen UmKahr zur Teilnahme der Studentenschaft an dem Begräbnis der " gefallenen Brüder vom Freitag" auf und verlangte, ständen taum mehr als die Erfüllung einer Formalität ge daß am Begräbnistage auf der Universität die schwarzweißrote wesen sein. Mit Erstaunen hat man bei dieser Gelegenheit erfahren, Fahne gehißt werde. Nach weiteren Angriffen auf Kahr wurde eine Resolution vorgelegt, die dem Generalstaatskommiffar in den aufrichtet. Daß starte Kräfte in diefe Richtung drängen, ist be- daß die französische Regierung nun auf einmal den Wunsch schärfften Worten die Mißbilligung der vöttchen Studenten aus. fannt. Es wäre aber verkehrt, diele Kräfte etwa im Lager der hegt, das demokratische Regime in Deutschland pricht. Jetzt wurde der Rettor wieder zugelaffen. Er ficherte die Bayerischen Boltspartei au fuchen. Im Gegenteil; befestigt zu sehen. Bisher hat sie alles getan, um dieses demoHiffung der schwarzweißroten Fahne zu, die auch seine Jahne gerade hier hat man diese Gefahr wohl ertannt und fratische Regime zu untergraben; bisher war sie die beste fei(!) und versprach. die Erlangung der Erlaubnis von Kahr zu er versucht bereits alles, um sie zu bannen. Am Sonnabend, vormittag Förderin der nationalistischen Verzweiflungsstimmungen und mirfen. Er fönne die Erregung der Studenten um so mehr be 11 Uhr, trat die Fraktion der Bayerischen Volkspartei zusammen. Der reaktionären Bestrebungen, und mir haben bisher angegreifen, als fein Sohn an den gestrigen Kämpfen An der Sigung nehmen sämtliche fünf Minister sowie alle nur nommen, daß sie diese Strömungen bewußt fördert, weil teilgenommen habe. Auch erteilte er nachträglich die Ges nehmigung zur Versammlung und versprach. der Polizei nicht die einigermaßen bedeutsame Bersönlichteien der Partei teil, auch der fie in ihnen für ihre Zerstörungsabsichten die besten Helfer erNamen der Einberufer zu nennen. Zum Schluß nahm ein alter ehemalige Ministerpräsident Graf Lerchenfeld ist anwesend. Der blidt. Ihre Sorge um einen Batienten, den sie frant gemacht Führer der Partei, Geheimrat Held, wurde am Sonnabend früh mit und dann immer noch als einen Simulanten behandelt hat, einem Staatsauto aus Regensburg herbeigeholt. Herr das Wort und sprach von der Schamlofigkeit des Berräters Kahr und erklärte, daß der jüdische Judasfuß Kahrs an Hitler ein Bestandteil der jüdischen und nicht der deutschen Geschichte sei". Dann forderte ein Student, der sich als Angehöriger des verbotenen Bundes Oberland" bezeichnete, zum Eintritt in den Rampfbund auf. unter Ausschaltung der Regierung und des Landtages eine wirkliche„ nationale" Diffatur Auch andere Leute erkennen die sich auftürmenden Schwierig. feiten. Die demokratische Landtagsfraktion verlangt jetzt z. B. die fofortige Einberufung des Landtages. Da die So. 8ialdemokraten schon seit drei Wochen dasselbe fordern, ist bamit zu rechnen, daß bei normalem Berlauf der nächsten Tage der banerische Landtag versuchen wird, direkt in die politische Entwid. Lung einzugreifen. wirkt daher einigermaßen befremdlich. Will die französische Regierung dem demokratischen Regime in Deutschland helfen, so möge sie von der Politik der grausamen Knechtung ablassen, die sie bisher Deutschland gegenüber betrieben hat, dann fann fie die Sorge um die deutsche Republik den deutschen Republikanern überlassen. Einstweilen aber hat sie in dieser ihrer Politik, leider I wieder einen neuen Sieg au verzeichnen. Es ist ihr durch Stellung unerfüllbarer Bedingungen gelungen, das schon halb bereite Amerika wieder aus der Sachverständigen- konferenz herauszuboxen, die endlich einmal die Repara- tionsfrage zu einer Lösung bringen soll, und deren Einberufung England so eifrig betreibt. Kaum daß der englische Minister- Präsident B a l d w i n noch einmal auf dem Lordmayor- Bankett in London seine Hoffnung auf das Zustandekommen dieser Konferenz ausgesprochen hatte, kam auch schon die Nach- richt aus Washington, daß der Präsident C o o l i d g e von dem Konfcrenzplan endgültig zurückgetreten sei. England war es gelungen, unter der Voraussetzung, daß Amerika mittun würde,. Italien und sogar auch Belgien in eine Reihe gegen Frankreich zu bringen. Nun, da Amerika ausgebrochen ist, bleibt bis auf weiteres die Frage offen, ob diese diplomatische Front noch weiter halten wird. Was fordert diese unendlich schwierige Lage von Deutsch- land? Möglichst festes Zusammenstehen breitester Volks- kreise, Fortsetzung der moralischen Offensive für die Lebens- rechte des deutschen Volkes, Sicherung der bestehenden Staatsform, Aufrichtung einer aus den verstehenden Massen hervorgewachsenen Staatsautorität, die wilde Bewegungen sinnloser Verzweiflung abwehrt, aber auch zur Linderung der grauenhasten Not von den Besitzenden reichliche Opfer fordert. All das hat die Sozialdemokratie zu erreichen ver- sucht, indem sie mit den bürgerlichen Parteien bis zu der Volksvartei hinüber eine starke Reichstagsmehrheit bilden half. Die Eigensucht derer, die aus der Not des Volkes Gewinn ziehen, und die stumpfe Borniertheit jener Kreise, die in den „Marxisten" auf alle Fälle Vaterlandsfeinde erblicken w o l- l e n, Hot das groß angelegte Erperiment-mm Scheitern gebracht. Man hat die„Marxisten" aus der Regierung hinaus- gedrängt und. damit nichts erreicht als wachsende Auflösung an allen Ecken und Enden. Niemand hat dem Grundsatz, daß jetzt Uneinigkeit und Parteigezänk für Deutschland verderblich sei, mehr geopfert als die deutsch« Sozialdemokratie. Und darum ist es nur selbstverständlich, daß Zwietracht und Selbstzsrstörung, seit sie aus der Regierung hinausgedrängt wurde, nur noch tiefer um sich fressen. Unbelehrt durch die Münchener Ereignisse holt die deutsch nationale Reaktion zu neuen Schlägen aus. Nach außen predigt sie einen Krieg, den Deutschland nickt führen kann, weil ihm alles dazu fehlt. Im Innern hetzt sie die Landwirtschaft auf, das Volk bei vollen Scheunen ver- hungern zu lassen, bedroht sie den Rest staatlicher Ordnung mit Umsturz und trägt durch ihre Angriffe auf den Acht- stundentag— während Millionen feiern—, tiefe Unruhe in dj« ohnehin schwer leidenden arbeitenden Massen. Sie, die die Theorie vom Klassenkampf als„marxistisch" verdammt. treibt in Wirklichkeit den schärfsten Klassenkampf gegen die Mehrheit des eigenen Volts: sie, die sich national nennt, för- dert damit und durch das Ausspielen der deutschen Einzel- staaten gegeneinander die nationale Zersetzung. Für die sepa» ratistischen Pläne Poincar�z gibt es keine wirksamere Hilfe, als die von ihr angestrebte Rechtsreqierung. Wer steht gegen sie? Einheitlich, stark und geschlossen nur die Sozialdemokratische Partei. Zwischen diesen beiden Mächten steht der unvermeidliche innere Kampf um das Schicksal des deutschen Volks. Hier ist kein müßiges Partei- gezäuk, hier handelt es sich um Gegensätze der Klassen und der Weltanschauungen, die ausgetragen werden müssen. Im Kampf gegen die innere Reaktion und gegen die Welt- reaktion, die sich gegen unsere Volksgenossen an Rhein und Ruhr innerpolitisch austobt, erfüllt die Sozialdemokratische Partei ihre Funktion an der Gesamtheit des Volks, und sie wird noch mächtig dastehen, wenn die reaktionären Hexen- tänze von München und anderswo längst der Sage angehören werden. Oer deutsche Botschafter In Washington, Dr. wiedseldt, hat an den Reichskanzler ein Telegramm gerichtet, in dem er sich dagegen verwahrt, daß lein Name in Verbindung mit einer Rechts« iHkbatnr genannt wird. Natur und Kunst in Worpswede. Herbstbilder von Erna Loewenwarter. Herbst— braun die Heide, Silbcrbirken mit wehenden Gold- Hauben— ernst ragt die Kiefer, ernst und trotzig der Eichkamp. Ich kam ins Land der Maler, das ich mit der Seele der großen Toten suchte.— Paula Modersohn, du lebst! Dir ist das Land: du drücktest dein Siegel ein, unveränderlich. Wie es uns aus deinen Bildern spricht, schwer und ernst ist das Land.— Wandre im Regensturm an der Hamm« entlang, du spürst noch das Meer, dem es vor Sommerjahrlausenden entstieg.— Elementar, chaotisch dllstert die Landschaft an solchen Tagen. Doch du suchst das zarte Dorfidyll,„versunkene Glockenstim- mung". die das wundersrohe Auge der jungen Bremer Künstlerin hier zuerst entzück!«. Du findest st« im schroffen Gegensatz in lieben obstumhegten Flecken und Dörfern, deren strohdachblonde Katen mit farbenfrohen nledersächsischen Gehöften w Traulichkeit und längst verschollener Heimeligteit wetteifern. Es lohnt sich schon, das alte Malernest kennenzulernen. „Wandrer!— Arbeit ist uns zeugende Saat. Erfüllung und Gabe an der Erde Schoß. Achte, Bruder, das Werk, das allen dient und uns eint." Die Arbeitsschule Barkenhof. Es ist der Wegweiser zur kommunistischen Siedlung Worpswede, deren Haupt Heinrich Bogeler als Maler zarter Stimmungs- bildsr und letzthin als Edelkommunist sattsam im Reich bekannt sein dürste. Die Arbeitsgemeinschaft setzt sich aus acht ständigen Hausgenossen und deren gemeinschaftlichen Kindern zusammen, die sich aus Pro- lctariern rekruteiren. Auch kommunistisch bestrebten geistigen Ar- beitern, insonderheit Künstlern, gewährt der Barkenhof ein ideelles Zentrum. Ferner wird Waisenkindern, Wandervögeln gegen Ar- beitsleistung Asyl gegeben, soweit Raum und Mittel ex gestatten. Erstrebt wird enger Zusammenschluß von Wirtschaft, Leben, geistigem Schöpfertum, wie überhaupt Freimachung aller schöpfen- schen Kräfte. Hier träumt Heinrich Vogeler seine Malerträume. Di« Fresken in der großen Diele des allgemeinen Wohnhauses, die feinen Ideen vom kosmischen Werde» Gestalt geben, zähle ich zu den stärksten Kunstäußerungen dieses Worpswede? Malers. Zwischen Sonnen- aufgang und-Untergang, auf der Schmalseite der Halle, als Mittel- punkt dominierend„das Kind"— messianische Jugend aus der Hand des Göttlichen groß in den Raum«mporgehalten. „Das Kind auf der Hand Gottes", zugleich Symbol. Sinnbild der Schule.— Di« Fries« der Längswände stellen den Aufbau der neuen Menschheit in gottgewolltem Zusammenleben mit der Natur dar. Di« Taufe des Neugeborenen im Bergquell— Jünglinge und Mädchen bei heiterem Frühlingsspiel— beim Bau des neuen Hauses — als schönster Akkord die junge Mutter, da» Kind an vollen Brüsten säugend, von reifer Garbengloriole umstrahlt, während der Zu- Münchens toller Tag. , Infolge der Berlin— Mültchener Telephonsperre, die erst am Sonnabend wieder ausgehoben wurde, ist es für uns erst jetzt möglich, über den Verlauf des Hitler- Ludendorff-Putsches nähere eigen« Meldungen von Ort und Stelle wiederzugeben. Red. d.„Vorwärts". München, 10. November.(Eigener Drahtbericht.) Nach dem Putsch, der, wie bekannt, bei der Kundgebung des Herrn v. Kohr am Donnerstagabend ausbrach, richteten die hakenkveuzlsrifchen Sturmtrupps in Stärke von etwa 2500 bis 3000 Mann im Bürgerbräu ihr 5)auptquartier«in. Zugleich wurden der ganze Osten Münchens rechts der Isar und die in die Stadt hineinführen- den Brücken abgesperrt. Den engsten Kriegsrat bildeten Hitler, Ludendorff und Roßbach. Die beiden großen Säle wurden als Truppenlager hergerichtet. Der andere Teil der sogenannten revolutionären nationalen Regierung, Kahr-Lossow, begab sich in die RegierungsgcbSude links de? Isar und organisierte den Widerstand gegen Hitler. Zur Sicherheit verlangte Herr v. Kohr sein Generalstaatskommissariat in ein Kasino im Kascrnenviertel Münchens, wo er auch jetzt noch residiert� Kurz vor Mitternacht fuhr ein Hausen von etwa L00 mit Handgranaten. Gewehren und Pistolen schwerbewaffneter Hakenkreuzler im Stahlhelm auf zwei Lastauto vor das Gebäude der.Münchener Post". Sie zertrümmerten sofort die vier große» Schaufenster, wodurch der im Hause wohnende Geschäftsführer geweckt wurde. Er mußt« sofort das Gittertor aufsperren. Die Rotte stürmte daraus in die im erste» Stock gelegenen Verlagsräume und begann hier ihr Zer- siörungswerk: Türfüllungen wurden«ingeschlagen. Schränke umge- morsen, eingetreten und mit Gewehrkolben zertrümmert, der Inhalt durchwühlt und herausgeworfen. Ebenso wurden die Schreibtische erbrochen. Di« Geschäftsbücher und die ganzen Beleg« der Briefe und Korrespondenzen, die Invaliden. und Steuerkarten der Arbeiter und Angestellten des Betriebe wur. den zerfetzt und vernichtet. Die Tintenfäster flogen an die Wand und sämtliche Fenster wurden zertrümmert. Dann ging es in den zweiten Stock, in die Redaktionsräums, wo die Herr- schaften in der gleichen Weife hausten. Hier wurden sogar di« elekirischen Lampen zertrümmert und 1» di« Papierkörbe geworfen. Die Zwischenwände in den Redaktionsräumen, die aus �Holzrahmen mit kleinen Fensterchen bestehen, wurden vom Fußboden bis zur Decke vollständig eingeschlagen, im ganzen etwa 400 Scheiben: kein einziges Fensterchcn blieb ganz. Besonder» roh hausten die Leute in dem Redaktionsraum des Genossen Auer, aus dem sie nach Erbrechung sämtlicher Schränke eine Menge von Akten und Biblio. theksbänden auf die Straße hinabwarsen, darunter auch ein« überlebensgroße Büste Dollmars und di« schwarzrotgolden« Hausfahne. Aus dem Verlag des im Gebäude untergebrachten„Bayerischen Volksblattes" raubten sie die Kasse msi mehreren BlMonen Mark und das Postscheckbuch. Außerdem liehen sie noch mitgehen: sechs Schreibmaschinen, fünf Autoreifen, das gesamte Schreib- Material und die zur Auszahlung bereitgelegten Lohngelder. Vor ihrem Abzug vollbrachten st« ihr Meister- stück im Setzersaal, wo sie die Kästen und Schubladen mit Gewehr- kolben zerschlugen und den Inhalt auf den Boden streuten. Fuß- hoch lagen di« Bleiiettern auf dem Boden. Inzwischen griff die Polizeidirektlon ein, ebenso erschien Landespolizei, so daß die Band« endlich abzog. Auf der Straße verbrannten sie dann unter Gejohle die aus dem Fenster hinausgeworfenen Gegenstände. Der am Freitagmorgen erschienene„Völkische Beobachter" berichtete lakonisch:.Die Giftküche am Altheim«? Eck wurde zerstört. Die grüne Polizei bewacht die rauchenden Trümmer." Die Zer- störung der Maschinen unser«? Parteiblattes unterblieb, weil Hitler mit seinem„Völkischen Beobachter" in das Gebäud« der.Mün- chener Post" überfiedlen wollte. Aus diesem Grunde konnte die „Münchener Post" am Sonnabend wieder, wenn auch in verkleiner. tem Umfange, erscheinen. Um dieselbe Zeit fuhren zwei andere Lastautos mit bewaffneten Hateukreuzlern sammenbruch, die Verzweiflung der alten morschen Welt sich in der Darstellung einstürzender Kirchen, brennender Fabriken Genüge tut und Arbeitergestalten revoltierend mit roter Fahne in die Wälder zur„guten Mutter" heimkehren. « Schräg gegenüber der im Baumgrün versteckten Siedlung er- hebt sich fast BrolKnd die Ruin« des abgebrannten Brunnen hos s, des einstigen Wohnpalastes von Professor H o e t g e r. Wir wandern zur letzten Ruhestätte von Paula Modersohn, dem tannenumrauschten Friedhofe beim Hügel. Ihr Freund, der einzige Zeitgenosse, der ihren Wert als erster erkannte, setzte ihr, zugleich seiner Liebe und Verehrung, ein Denkmal. Hoetgers„sterbend« Mutter", viel- leicht sein ergreifendstes Werk. Es feiert jene tiefste Religion Paula Modersohns, vor der sie sich in Demut beugte, wo immer sie ihr begegnet«, das Mysterium der Mutterschaft und des Todes, das seine reifste Frucht in ihr selber finden sollte. „Diese größten Ding« der Erde: Mutterschaft und Tod." Das Grabmonument fängt jenen höchsten Augenblick ein. Die junge Mutter in der Sterbestunde, ein Held nach siegreicher Schlacht! Nichts Klägliches in dieser verklärt Sterbenden, deren brechender Blick auf dem ahnungslos mit dem Apfel des Lebens spielenden Säugling auf Ihrem Schöße ruht. „Es ist vollbracht!"—„Es lebe das Leben!" » Es wäre unbillig, am Neubau Hoetgers, der an Eigenart in der modernen Architektur so leicht keines gleichen findet, vorüber- zugehen. Wie aus wogendem Meer«in rostrotes Segel, ragt aus Kieferdunkel dos weitschweifige Ziegeldach und weckt Vorstellung an ein streitbares Wikingerschiff Urgermanisch, urnordisch wirkt dieser Vau von innen und außen. Als Grundform hat wohl das alt- friesische Bauernhaus gedient, das noch durch Erker und mancherlei Verkröpfung interessant wird.— Alles ist Handwert. Roter Ziegel- stein ist durchgängig als Material verwandt: auf dem Dache ein polychromer Sonnengötze und ab und zu ein buntes Glassenster bieten dem Auge die einzig andersfarbig« Ablenkung. Die Einheit und Formenschönheit machen allein den Reiz des Baulichen aus. Gewaltige Eichentüren aus groben Stämmen fast zyklopisch gefügt, werden von Schnitzwerk, das an primitive Höhlen- kunst erinnert, belebt. Der Phantasie«inen weiten Spielarum ge- während, zieht sich diese nur andeutungsweis aus dem Holz gelöst« Skulptur im Innern des Hauses, das auf knorrig«» Baumstamm- ballen ruht, fort. Am Eingang das erste Menschenpaar«Ast und Embla" der germanischen Mythologie, welche die Menschenwerdung nicht wie orientalische Mythe au» dem ungestalten Crdenkloße, sondern dem Organischen, der weiblichen Ulm« und der männlichen Esche, her- leitet. In der Mitte die offene Feuerstelle mit dem walfischähnlichen Rauchfang, an dem elektrische Glühkörper, die großen mystischen Augen frühromanischer Ornamentik nachzuahmen suchen. Ein zweiter Ose« aus Kalkstein in Burgform ein« Wandnische monumental aus- füllend. Welte hohe Fensterflächen lasten dl« Landschaft, dl« bell« Welt, in den Raum«in, doch vermag dieser, w«nn die duntelschweren vor die Wohnung Auers und durchstöberten Speicher und Keller des Hauses nach ihm. Auch hierbei kam es zu sinnlosen Zerstörungen von Hausgerät und zu Mißhandlungen von Auers Frau. Da sie Auer nicht fanden, zogen sie unter Schimpfen und Fluchen wieder ab. Zwei Stunden später erschien abermals ein Trupp, der die Untersuchung wiederholte. Als der Führer dieses Trupps die umgeworfenen und zerschlagenen Gegenstände am Boden liegen sah, drückt« er hierüber unverhohlen seine Empörung aus. Eberl vogclfrei. Am Fneitagmorgen prangten an allen Straßenecken Münchens verschieden« Proklamationen in hitlerischer Schreibart, aber ohne Unterschrift. In einem dieser Aufrufe hieß es u. a.: Di« führenden Schufte des Verrates vom 9. November 1918 sind von heut« als v o g s l f r e i erklärt. Jeder Deutsche, welcher Ellert. Scheidemann, Oskar Cobn, Paul Levi, Theodor Wolfs, Georg Bernhard und ihre Helfer und Helfershelfer ausfindig machen kann, hat di« Pflicht, sie tot oder lebendig in die Händer der völkischen nationalen Regierung zu liefern. Nachdem die Hitlerbanden in den Morgenstunden des Freitag den wachsenden Gegensatz zwischen sich und Kahr als nicht beilegbar erkannt hatten, begannen sie ihre Agitation aus Autos auf allen Plätzen im Innern der Stadt. Dabei wurden die blutrünstigsten Reden gehalten und die Leute die tollsten Versprechungen gemacht. Zwischen 10 und 11 Uhr wurde der Aufruf Kohrs bekannt, und nun muhte nk!» sich auf einen Kamps gesaßt machen. Nach 12 Uhr marschierten Nationalsozialisten in Stärke von etwa 2000 Mann, mit nagelneuen Gewehren und Uniformen ausgerüstet, von ihrem Hauptquartier aus in die Stadt, voran Hitler und Ludendorff im Auto. Hierbei kam es an der Residenz zu einem Zusammenstoß mit der Reichswehr, wobei Hitler mit seinen Leuten schon nach der ersten Maschinengewehrsalv« die Flucht ergriff. Ludendorss wurde gefangengenommen. Als Opfer dieses Zusammenstoßes zählt« man bis Sonnabend nachmittag 18 Tote und etwa 20 Verwundet«, darunter einig« führende Leute der Nationalsozialisten.— HitlersFlucht ging nach Osten. Cr sammelte sein« Leute, soweit sie nicht schon entwaffnet waren, abends in dem zwei Stunden entfernten Ramersdorf. Noch in der Nacht zog dies« Schar größtenteils nach dem SO Kilometer entfernten R o se n h e i m l teilweise unter Benutzung der Bahn. Dieses Stadt- chen ist seit langem ein fester Stützpunkt Hitlers. Am Sonnabend früh hat aber bereits Pittinger die ehemalige Einwohnerwehr des Chi-emgaucs aufgerufen, und schon im Lauf« des Vormittags sind einige Tausend Bauern aus dem Chiemgau eingetroffen. Bis zur Stund«(abends IM. Uhr) stehen sich die beiden Parteien gegen- über. Man darf annehmen, daß der Widerstand auch hier binnen kurzem gebrochen sein wird. Auch in Traunstein, ebenfalls ein starker Hort der Hakenkreuzler, begann die Säuberung noch am Frei» tag. Am Sonnabendvormittag wurden dort in den Wohnungen der Nationalsozialisten Haussuchungen vorgenommen, und die Leute all- gemein entwassnet. In dem von den Nationalsozialisten verlastenen Hauptquartier in München wurde«in Lastwagen mit Waffen be- schlagnahmt, ebenso eine Kaste mit zwei Billionen Mark Inhalt. Einer der wichtigsten Punkte des Hitlerschen Programms war die Eroberung des Rathauses. Am Freitagvormittag um M-10 Uhr drangen nationalsozialistische Trupps in das Raihaus ein. aber erst um 11 Uhr erfolgte di« wirtliche Aushebung des. Stadtrats. Es tagte eben der Aeltestenausfchuß unter dem Vorsitz des ersten Bürger. melsters. Eenosten Schmid. Di« Putschisten verhafteten mit vorge- halten«» Gewehren di« sozialdemokratischen und kommuniststchen Stahtratsmitglieder, brachten sie unter Mißhandlungen auf ein Last- auto und führten sie in ihr Hauptquartier. Dabei wurde ihnen der Tod durch Erschießen angedroht. Nach weiteren Drangsalen(sie wurden angespien und mit Gewehr- kolben traktiert) wurden sie unter schwerer Bedeckung auf ein an» deres Lastauto gebracht, und am Nochmittag ging die Fahrt aus der Stadt hinaus fort in östlicher Richtung. Nach langer Fahrt durch oerschiedene Ortschaften wurde inmitten eines Waldes halt gemacht. Den Stadträten wurde nach einem kurzen Kriegsrat ange- delltet. daß sie sich auf dos äußerst« gefaßt zu machen hätten. Sie Samtvorhänge herabgelassen sind, sich ganz auf sich selbst zu be- sinnen. Dann gewinnen die Dinge ein unheimliches Leben. Auf den Simsen, die Statuen strömen geheimnisvolle Kraft des Schöpfers aus. Di« erdhaftsn Bauernmüdchen der Modersohn wer- den lebendig, Chagalls große Sinsonie in Silber und Rot, ekstatisch« Visionen des Meisters geistern.— Draußen flammt Purpur überm Hügel,— wabernde Lohe umzüngelt die Kicfernstämm«.— Im Moorbruch ballt sich der Nebel, ballt sich im Glanz des Abends mir zum Gesicht, zum Traum der Heide. Die Stimme. Don Max Geisenheyner. Es war die Stunde, da die vornehme internationale Gesell- schaft sich um den Telefuntenapparat versammelt«, um das abend- liche Konzert anzuhören. In einem dieser Salons war große Ge- sellschast. Die Damen in Balltoilctte, tz�2�de und Samt, tn Perlen und Edelstein, die Herren in Frack unikWWttng: Diplomaten, Kauf- leute, Offiziere, gute Bürger und juW Menschen. Die Diener gingen umher und servierten Weine und feines Gebäck. Es war kurz vor 9 Uhr, und da die Musik gewöhnlich mit einem Tanz cm- fing, hatten sich die Paare bercits aufgestellt. Schlag 9 Uhr be- gann die Musik, frech, lockend, wie eine Preisgabe. Di« Paare drehten sich, schleiften und schwebten nach den fremdländischen Weism über das Parkett: heiter, sorglos, gedankenlos, glückliche Lebewesen, Schmetterlingen gleich über den Spiegel eines Teiches. Festlich brannten die Kronleuchter, Gläser klirrten, Lachen schwirrte. Plötzlich hörte die Musik ausl Die Tänzer stockten, sahen nach dem Radioapparat, ebenso alle Menschen in Sessel und Divan. Zwei Sekunden herrschte lautlos« Stille. Während dieser zwei Sekunden aber blitzte eine Stimme in tausend und abertausend Funkenwellen über Ehausiecn, Wälder und Felder heran, warf sich in hundert Städte, stürmt« durch tausend Mauern über tausend Treppen empor und dröhnte durch die Drähte in hunderttausend Ohren: .Ihr tanzt! Und nicht ferne Eurer Grenzen geht ein Volk zu- gründe! Ihr tanzt, und ihm frißt die Sorge um Brot die Seele an. Ihr tanzt, und sie verlieren ihr Innerstes an ein bißchen Fraß. Ihr tanzt, und dort in der Fern« und doch nahe genug wanken Mil- lionen verdunkelter Gesichter hoffnungslos, stumpf durch die Straßen: Kinder spielen in kalten Stuben mit schmutzigen Milliarden und hungern. Ihr aber tanzt. Wer sind sie, die da leiden? Eure Feinde? Mütter, Väter, Menschen sind es wie Ihr! Das Herz gepreßt voller Sehnsucht nach Leben und Heiterkeit, hungernd nach Schönheit und Vergessen wie das Eure, Ihr aber laßt st« zugrunde gehen. Ihr tanzt, und ihnen ist«» zumute, al» wären sie vor die wilden Tiere geworfen, den Tigern des Hungers, den Schakal der Geldgier, den murden DOM einem Erefutionsfommando mit vorgehaltenen| Er hat durch diese Duldung die furchtbaren Ereignisse in München| brecher freisen zusammenfche, ungestraft ihr landesverräterisches Un Maschinenpistolen seitlich ins Gehölz geführt und dort aufgestellt. erst möglich gemacht und endet schließlich gerade wegen dieser wesen am Rhein treiben tänne. Die heftigsten Angriffe, die gegen Bevor jedoch das Entseßliche geschah, hielt man es für not. Duldung mit einem vollen Zusammenbruch seiner die Reichsregierung von radikaler Seite geführt würden, beruhten wendig, sich zunächst noch einmal über den Stand der Kampf- Bolitit. Denn das geht aus diesen Erflärungen gegenüber den darauf, daß heute, sechs Wochen nach Abbruch des passiven Wider. handlung in München zu informieren und Späher in 3ivil. Breffevertretern auch hervor, daß Bayern sich in einer unge. standes, das ganze Wirtschaftsleben an Rhein und kleidung auszusenden. In Ermangelung einer solchen wurden die heuren Rrije besindet, deren Ausgang noch gar nicht abzu- Ruhr schwerer banteberitege als vor dieser Zeit. Gefangenen ihrer Kleidung beraubt. In ießter Minute gelang es fehen ist. Norddeutschland, und vor allen Dingen Breußen, braucht und daß gleichzeitig die finanzielle Lage Deutschlands noch tatastrozwei beherzten Männern, die dem Transport von München aus in diese Krise nicht durchzumachen, weil in Preußen der Margist phaler geworten fei. Der franzöfifche Ministerpräsident möge fich einem anderen Auto gefolgt waren, durch eine wohlgelungene Kriegs- evering die verbrecherische Untergrabung der Staatsautorität darüber flar werden, daß die Reichsregierung nach der Einführung list Bürgermeister Schmid und die Stadträte der Bande zu ent von vornherein unmöglich gemacht hat. Wenn in Bayern noch einer festen Währung nicht mehr in der Lage sein werde, die bisreißen und sie zu retten. ein Funken politischer Einsicht vorhanden wäre, dann müßten herigen gewaltigen Summen für Rhein und Ruhr aufzubringen, folche traurigen Gestalten wie Herr v. Kahr von der Bild. wodurch ihre Bestrebungen, das Reichsbudget ins Gleichgewicht zu fläche verschwinden, auch ohne daß es eines Drudes der bringen, gänzlich zunichte werden würden. Reichsregierung bedürfte, Ganz abgesehen davon, daß Kahrs Die Münchener Borgänge hätten gezeigt, daß die ReDie famosen Schilderungen, die Herr v. Stahr gestern abend Stellung verfassungswidrig ist: ein Mann, der mit Hitler und gierungen( welche? Reb. d. 2.") genügende Kraft und Autori. über das Zustandekommen des Hitler- Putsches durch die bayerische Lubendorff gemeinsam über den Umsturz der Reichstät befigen, um gewaltsamer Bewegungen Herr zu werden. Der Korrespondenz Hoffmann verbreiten ließ, werden heute in beinahe verfassung berät, ist genau so wie Hitler und Ludendorff franzöfliche Ministerpräsident müsse aber auch bedenken, daß derbengalischer Beleuchtung erneut bestätigt durch die Mitteilungen des ein Ho dyverräter. Er gehört wie sie vor den Staats- artige Bewegungen gar nicht zum Ausbruch tommen würden, wenn Wolfffchen Telegraphenbureaus über einen Bresseempfang des gerichtshof. Herrn v. Kahr. Darin heißt es u. a.: Kahrs Eingeständnis. Kahr habe zwei Tage vor der Bersammlung im Bürgerbrau teller eine eingehende vertrauensvolle Aussprache mit allen Bertretern und Führern der bayerischen Vaterländischen Verbände g Adolf Hitler. Und May Maurenbrecher. Hitler ist gestürzt" und entflohen das große Ab. habt, bei ber auch Hitler und ber militärische Führer des Rampf rücken seiner Freunde beginnt. Als einer der ersten meldet sich bundes anwesend waren. In dieser Unterredung sei den Herren, ein Mann von der bewährten Charakterfestigkeit Mag die alle ungestüme Pläne verfolgten, in aller Deutlichkeit die Rüch- Maurenbrechers. Er entwirft in der Deutschen Zei ternheiten der Lage dargelegt und mit ihnen auch über die gemeinsamen großen Enbziale nationaler Art gesprochen worden. Er habe dabei über die Lage außerhalb Bayerns feinen Zweifel gelassen, auch nicht darüber, daß es nur Einordnung und Unterordnung gebe, nur Gehorsam, gerade menn ein gemeinsames großes nationales Ziel erreicht werden solle. Er habe den Herren in aller Deutlichkeit erklärt, daß es ein Berbrechen wäre, wenn Reichswehr und Polizeiwehr in die Notwendigkeit perfekt würben, bei Auflehnung gegen die Staatsautorität gegen Baterländische Verbände mit der Waffe vorzugehen. Die Folgen eines Hitlerschen Erfolges wären gewesen, daß dann das Unglüd des unausführbaren Marsches auf Berlin blind vor sich gegangen wäre. Diefer Marsch nach Berlin wäre so ziemlich an der bayerischen Grenze erledigt gewesen, denn alles das, was geplant war, auf militärischem, wirtschaftlichem und politischem Geblet, von der Außenpolitit gar nicht zu reben, fei jo ungeheuerlich gewesen, daß es in fürzester frist in sich zusammenbrechen mußte. Darüber hätten natürlich die weiten Kreise im Saal teine Ahnung haben fönnen, Nach Kahr sprach Bossom. Er bezeichnete es als unerhört, daß die Truppe fich nun anfpuden laffen müßte vom Pöbel und von der irregeleiteten Maffe. Er, Lossow, sei die letzten Wochen am tlefften vertraut gewesen mit der drohenden Entwicklung und habe sich Mühe gegeben, Hitler in der Hand zu behalten, feine Bewe. gung zu fanieren, das Gute daran herauszuschälen, und die Schlacken abzusondern und vor allem Hitler selbst von Dumm. heiten abzuhalten. Das Codmiffel der nationalen Armee sei für die Drahtzieher nur ein Mittel gewejen, ihren Anhang zu bezahlen, zu verpflegen und damit ganz in thre Abhängigkeit zu bringen. Nicht um Krieg gegen Frankreich zu führen, sondern zu ganz anderen Zweden seien diese braven Kinder, die Söhne ton alten Generalen und Beamten, verführt worden. Der General bat die Vertreter der Presse, mitzuhelfen, um die jegige niederträchtige Haltung gegen die braven und freuen Soldaten rash zu beseitigen. Kahr bestätigt also, daß er in den wichtigsten Dingen, in der Sache mit den Hitler- Leuten politommen einig ist. Er hat diese Gefahr in seiner ganzen Größe gefannt und geduldet. Wolf der Berachtung, und ringsum sehen sie Euch an den Gittern als Zuschauer, gleichgültig, falt, tanzend! Bahrlich, ich sage Euch, die Zeit ist reif in aller Welt. Baut Eure Türme der Macht, baut Eure Schlösser des Reichtums und die Burgen der Gewalt. 3 will Euch meine Demanten von der Seele reißen, hohler und immer feerer sollt Ihr werden, und der Tod wante auf Euch zu wie eine Schwarze Mauer!" Der Apparat schwieg. Als die Musik wieder einsetzte und alles ruhig weitertanzte, taumelte ein junger Mann hinaus, ein armer Student, der nur so mit eingeladen war, taumelle über die Diele und die Treppen hinaus ins Freie und trug seinen Traum durch die Straßen wie eine Stimme Gottes. Und er schrie zu ihm in seiner Ohnmacht nach cinem großen Menschen, der an die Seele der Böller rühre. Spanische Poffe. nicht seit dem Friedensschluß jede deutsche Regierung, gleichgültig auf welchem politischen Standpunkt sie gestanden habe, vergeblich um erträgliche Bedingungen gefämpft habe und von einem außenpolitischen Mi Berfolg zum anderen getrieben worden wäre. Sozialdemokratie und Regierungskrise. tung" ein eigentümliches Bild des einst pergötterten Helden. Der Borstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion Ursprünglich sei sich Hitler über die Grenzen seiner Begabung tritt am Dienstag zur Beratung der allgemeinen politischen flar gewesen. Aber diese innere Demut", so schreibt Mauren- Lage in Berlin zusammen. Mit Rücksicht auf die allgemeine Entwicklung der politischen und wirtschaftlichen Berhältnisse, brecher, habe ihn auf der Höhe seiner Erfolge verlassen: Wie Unzählige vor ihm und nach ihm ist auch er dem Teufel insbesondere aber infolge der Stellungnahme des Minder. jener Primadonna Eitelkeit zum Opfer gefallen, die, in heitskabinetts Stresemann zu den Ereignissen in glänzender Stellung vom Jubel überfüllter Zuschauerräume um. Bayern und der von deutschnationaler Seite im Reich berauscht, sich selbst nicht mehr als Schauspielerinnen fühlt, sondern triebenen Hebe ist anzunehmen, daß der Fraktionsvorstand die als Spielleiter und Dichter zugleich. Undere, die sich um ihn bräng. fofortige Einberufung des Reichstags verlangen wird. ten, trugen gleiche Schuld. Sie stachetten seinen Ehrgeiz. Sie logen Das ist notwendig, um endlich Klarheit zu schaffen, denn der gegenwärtige Bustand des Regierens ohne Ziel ist ihn für sich und andere zum Schöpfer und Führer um... fchon mit Rücksicht auf den Bestand des Reiches nicht mehr länger erträglich. Er hatte Stunden voller Verzweiflung. Es ist vorgekommen, daß er wildfremden Besuchern gegenüber herausplagte, er fei ein volver auf dem Tisch sei seine letzte Rettung. Andere sahen ihn verbrauchter Mann, feine Bewegung habe sich totgelaufen, der Ker anders: im überhigten Rausch des Triumphators, im Schwall der großen Worte, im Rausch der affen und Paraden. So hatte auch seine politische Führung im letzten halben Jahre Haltung und Richtung verloren. Natürlich hat selbst Maurenbrecher ein Gefühl dafür, daß solche Anflagen post festum aus deutschvölkischem Munde einen eigentümlichen Beigeschmad haben. Aber der einstige Hohenzollernbekämpfer ist um Gründe nicht verlegen: Aus " Schonung" habe er bisher geschwiegen. Für einen christlich- nationalen Mann hört nämlich die Schonung dort auf, wo das Unglück seiner Freunde anfängt. Der Exkronprinz in Deutschland. Haag, 10. November.( Niederländisches Storrespondenzbureau.) Nach einer der Regierung übermittelten Information hat der ebemalige deutsche Kronprinz die Insel Wieringen verloffen und sich nach Deutschland begeben. Er hat sich dazu entschlossen, nachdem bie deutiche Regierung vor einigen Wochen zu verstehen gegeben bat, daß sie gegen seine Rüdlehr eine Bebenten erhebe und nachdem er einen vorschriftsmäßigen deutschen Baß erhalten batte. Die Meise erfolgt im Automobil. Heute vormittag bat ber Kronpring bie Grenze passiert. Er befand sich in Begleitung seines Adjutanten von Mueldner und eines Dieners. Er begibt sich auf seine Befigung Dels in Schlesien, Bürgerblock um jeden Preis. Auch um Stresemanns Kopf. Die Telegraphen- Union verbreitet folgende Erklärung: Die Fraktion der Deutschen Volkspartei beschäftigte sich in ihrer heutigen Sizung mit der gestern vom Fraktionsvorligen den abgegebenen Ertlärung über die gestern von der Fraktion gefaßten Entschlüsse. Es kam hierbei zu lebhaften Ausein andersetzungen, und es wurde gewünscht, in Zukunft Mit teffungen über Frattionsbeschlüsse nur nach Feststellung des Tertes durch die Fraktion selbst zu veröffentlichen. Der Wortlaut des gestrigen Beschlusses der Deutschen Boltspartei lautet folgendermaßen: Die Fraktion ersucht ihren Borsigenden, dem Herrn Dr. Strefemann als Meinung der Fraktion mitzuteilen, daß eine Neubildung der Regierung unter Fühlungnahme mit jämtlichen bürgerlichen Parfeien versucht und zu diesem Zwecke auch die an der legten Regie. rung nicht beteiligten Fraktionen der Deutschnationalen und der Bayerischen Volkspartei zu einer Stellungnahme veranlaßt werden müssen, ob sie an einer solchen Regierung teilnehmen oder sie unterftüßen würden. Was die Bolkspartei nun wirklich will, wird aus dieser Berlautbarung nicht gerade flarer. Offensichtlich ist nur eins: Der Vorsitzende Herr Dr. Scholz wird ebenso deutlich desavouiert wie Dr. Stresemann, der beste Mann der Volkspartei, ihr anerkannter und bewährter Führer". Der rechte Flügel ist hartnäckig. Er will sein Ziel: eine Rechtsregierung um jeden Preis erreichen. Denn eine folche Regierung ,, aller bürgerlichen Parteien" wäre natürlich nur als RechtsKein Grund zum Einreiseverbot. bittatur möglich. Stinnes mill feine Herrschaft. Herr WIB. meldet: Der deutsche Geschäftsträger in Paris ist ange prestige- und Ansehen. Er will seine Herrschaft. Herr wiesen worden, die Note der Botschafterkonferenz vom 9. November, Stresemann, der von seiner eigenen Bartei verraten wird, in der angefragt worden war, ob die deutsche Regierung dem ehe- wird selbst am besten wissen, daß die Art von Regiererei, die maligen Kronprinzen die Ermächtigung zur Rüdfehr nach Deutsch- wenn nicht das Reich ganz zerfallen soll. Es kann in der land tatsächlich erteilt habe, wie folgt zu beantworten: Der frühere er beliebt oder belieben muk, feine Dauer haben fann, Kronprinz hat bereits vor mehreren Wochen bei der deutschen Re- Auseinandersetzung mit den Kräften, die ihre brutale Herr gierung den Antrag gestellt, ihm die Rückkehr nach Deutschland zu schaft um jeden Preis aufrichten wollen, nur flare Entgestatten. Die deutsche Regierung hat bei der Prüfung des Antrags fcheidungen geben. einen Grund rechtlicher oder tatsächlicher Art erkennen können, ber es gerechtfertigt hätte, diesem deutschen Staatsange. Ueber den weiteren Berlauf der heutigen Frattionssizungen der hörigen die Heimkehr zu seiner Familie zu verwehren. Sie hat Deutschnationalen und der Deutschen Boltspartei daher die zuständige deutsche Auslandsvertretung ermächtigt, dem im Reichstage fönnen wir noch mitteilen, daß in der legieren, obfrüheren Kronprinzen auf seinen Antrag einen Baß für die Einreise wohl die Mehrheit sich zu der veröffentlichten Erklärung des nach Deutschland auszustellen. Aus weiteren Melbungen ergibt sich, daß die Grenzüberschreitung um 4 Uhr nachmittags erfolgt ist. Der Kollektivschritt der Entente vertreter, die laut dem Pariser Temps" gestern Sonnabend vor. mittag von der holländischen Regierung Berhinderung der Ausreise verlangt haben, scheint also wirkungslos gewefen zu sein. Der französische Schritt. Stresemanns Antwort. Fraktionsvorsitzenden Dr. Scholz bekannte, doch auch Widerspruch gegen diese Erklärung erhoben wurde. Zu fachlichen Berhandlungen über die Regierungsumbildung ist die Frattion nach wie vor bereit. Die deutschnationale Fraktion hat ihren Standpunkt in dieser Frage unverändert festgehalten und weist sich von jeder Verant wortung frei, wenn infolge der Erklärung des Herrn Dr. Scholz die Verhandlungen über die Bildung einer rein bürgerlichen Regierung scheitern sollten. Coolidges Peffimismus. Nach dem Scheitern der amerikanischen Initiative. Paris, 10. November.( WTB.) New York Herald" be. richtet aus Washington, es verlaute, daß Präsident Coolidge sein tiefstes Bedauern über das Fehlschlagen der Verhandlungen Er habe das Empfinden, daß Amerika nicht gemeinsam mi über den Sachverständigenausschuß zum Ausdruck gebracht habe. den Berbündeten zur Prüfung der deutschen Wirtschaftslage schreiten fönne, wenn nicht alle einig seien. Der Präsident habe erklärt, daß die Zeit noch nicht reif 3m Theater in ber Röniggräger Straße Rarneval, Mandolinenserenade, Quetschtenöre und Ritter von der traurigen Gestalt, Urahnen Hitlers und feines Homers Mar Maurenbrecher. Nur haben die spanischen Don Quichoten mehr Charafter als das weltblamierte Bürgerfellergroßmaul. Sie blieben auch, wenn sie Am letzten Freitag erschien, wie erst jett amtlich gemeldet wird, blant zogen. Sie fniffen nicht aus, wenn es auch bedrohlich in die der französische Botschafter beim Reichsfangler und teilte mit, daß Holen ging. Die, hofen mußten an diesem fuftigen Abend zeisig der französische Ministerpräsident, obwohl es ihm völlig fern grün fein, fie gehörten der tapferen Donna Juana, die sich zum Liege, sich in irgendwelche innerdeutsche Verhältnisse einzu Don Gil machte, um als Mann verkleidet ihren Don Ramon ein mischen, sich veranlaßt fehe, auf die Beunruhigung hinzuweisen, die zuheimfen, Donna Juana, fich mastierend als Don Gil, ein in Frankreich durch Gerüchte über politische Borgänge in Deutsch fonferes Jungferchen, Hitler, fich mastierend als teutonischer Rachenott und Marriftentöter, eine elende Feinbeltsvettel. Darum land entstanden sei. Die Gerüchte befagten, daß bei einem Erfolg taufenbmat fympathischer für affe eftocfchichte diefes foltbare gewisser Bestrebungen eine Rechtsdiktatur zu erwarten sei; Siimotericin, einftmals fehr unsterblich durch Tirso de Molina, in diesem Falle müsse, nach bisherigen Aeußerungen führender Ber- sei, amerikanische Ratschläge zu geben, die ble Berbündeten ohne einen von den fleineren Speriern, aber eiren pewandten Impresi föglichkeiten der deutschen Rechten mit einer zerreißung des Ver Vorbehalt aufnehmen müssen. Coolidge sei der Ansicht, dah die Cinfotor und offenfchreiber. Er hat nicht 2000 Dramen gefchrieben, failler Bertrages und der Vorbereitung eines deutschen Revanche schränkungen Poincarés die Sachverständigen zu einfachen Be. mie Rone de Bean, aber doch unter anderem bicles qute Stilt. Das frieges gerechnet werden. obachtern der jetzigen deutschen Lage herabwürdigten. noch ein beträchtliches Leben nach drei Jahrhunderten in sich be= Nachdem der Reichstanzler davon Kenntnis genommen Innerhalb der nächsten 6 Jahre Jel feine Beränderung dieser Lage in Deutschland zu erwarten, Sehen, das nun Grie Edersberg entzüdte, die ihr Gnt. hatte, daß dem franzöfifchen Ministerpräsidenten jeter Versuch einer aten an has markett meitersab, eruit unb narobierend, mit fehr Einwirtung auf innerbeutsche Berhältnisse fernliege, betonte er be die me'entliche Zahlungen gewährleisten mürte. Die allgemeine duftigen maffertein der Berichtegenheit gemeiden, virtuos und doch fonders, daß einzig und allein das deutsche Welt darüber zu Meinung im Kabinett fei ceftern dahin gegangen, dah angesichts herin frühend, formahaft fiegend zum Schlub, fingend auch aus entscheiben habe, unter welcher Berfassungsform es seine Politit der Erflärungen des Quai d'Orjan das Staatsdepartement feine einer fingenten, rodh feinsemens gebrochenen acht Me Solche fortentwidein wolle. Den Bestrebungen einzelner deutscher Länder, eigene Bofillon nicht aufgeben fönne und sich völlig von der An. Marchetide brauchen nämlich eine grefe Reichtinfeit des Finafanns. tie auf eine größere Selbständigkeit im Rahmen des Deutschen gelegenheit zurückziehe. Das Bedauern in amtlichen Kreisen ( Es fehlten her Puffbrunn die onthariben nicht р fah nur Reiches hinzielten, stehe die Reichsregierung selbst nicht unsym- sei allgemein, denn der mondmat an diefer Rantifene. Serrorem. Fräulein main pathisch gegenüber. Wenn im übrigen ble extremen Par. Präsident und viele seiner Mitarbeiter häffen die Hoffnung ant. Serr Sermann. Durch Rutenhorifs Ehrenmort und Saft teien links und rechts an Boden gewännen, so sei das eine gehegt, daß eine unpartelische Untersuchung, zur Aufstellung entieffung noch immer ride um ihr eftertrauen betrogen, freuten Folge der verzweifelten Lage. in die Deutschland geraten eine Zahlungsplanes führen würde fich mit Aufopferung ihrer fröhlichen Romaintenausacfaffenheit. Mar Hochdorf. sei und der gerade der französische Ministerpräsident die Macht und die Verbündeten instand setzte, sich nach einem mit den Zah. habe zu steuern. Neben den ungeheuren materiellen Schwierig fungen zusammenfallenden Zeitpunkt aus Deutschland zurüdzu. Archäologischen Anftitut. beainnt am Montan eine Bortragsreihe: Die Frau schwersten Leiden; wenn es sehen müsse, was die deutschen Brüber schaft in Ordnung zu bringen, und Frankreich in großem Umfange Bon Sappho bis Rofa Purembura. Dr. Lifa Sambura. Affistentin am feiten bereite auch seelische Bedrückung dem deutschen Bolte die iehen. Ein derartiger Schritt hätte nach Ansicht der amerika. nischen Regierung Deutschland die Möglichkeit gegeben, seine Wirtals Thrus und Berfönlichfelt", in der sie ble fultureelle reinan Rhein und Ruhr zu erbulben hätten und wie die kleine der Notwendigkeit enthoben, selbst seine Reparationen von ber Frau von Sobobo bis Rofa Luremburg behandelt.( Sambhausstr. 4. Minderheit der Separatisten, die sich vielfach aus den übelsten Ber- Deutschland einzuziehen. halten hat. 8 Uhr, Wilmersdorf.) merffam. Die Unternehmer brohen mit Sperrung der Besmeister in der Gruppe I 15,20, II 18,60, III 23,10 Gofbmart. Die Gewerkschaftsbewegung triebe. Dem Kampf fönne man aber bei dem geringen Entgegen- Gehaltsfäße für Lehrlinge und jugendliche Angestellte werden in An die Arbeiterschaft Groß- Berlins! tommen der Unternehmer nach Erschöpfung aller anderen Mittel nicht dem gleichen prozentualen Verhältnis zu den Gruppen berechnet und mehr ausweichen. Die Organisationen werden in diesem Kampfe ausgezahlt. Maßgebend für die Auszahlung am 10. November ist die Führung übernehmen. Dann gelte es, die Bewegung der Kurs vom Donnerstag. Am Dienstag, den 13. November werden geschlossen zu einem fiegreichen Ende zu führen. meitere 50 Proz. der Goldlöhne zum Kurse vom Montag ausgezahlt. Die Abstimmung ergab die einstimmige Ablehnung Von den Angestelltenverbänden ist der Schlichtungsausschuß zur Ent des Schiedsspruches. Erscheinen soll lediglich die Arscheidung angerufen. Für die Färbereibetriebe sind die beiterpreffe. Montag nachmittag 4 Uhr findet dann eine er- Berhandlungen ebenfalls gescheitert, weil die Arbeitgeber an Stelle neute Versammlung in der Bodbrauerei statt. des Inder von 620 Proz. nur 150 Proz. als Aufschlag auf das Ge neute Versammlung in der Bodbrauerei statt. halt der Vorwoche zahlen wollen. Auch hier ist der Schlichtungs. ausschuß angerufen.-3m Eisen- und Stahlgroßhandel und Elektrogroßhandel werden für die Zeit vom 4. bis 11. November 1950 Septembergehälter als Vorschuß gezahlt. Die bereits innerhalb rechnen. Ob und welcher Betrag für die Zeit vom 1. bis 3. Nodieses Zeitraumes gegebenen Borabzahlungen sind hierauf anzuvember außerdem zu zahlen ist, bleibt späteren Berhandlungen überlaffen. Chirurgie.Mechanit. Außer den bereits erhaltenen vember zu zahlenden 400 Septembergehältern find am Montag, den 600 Septembergehältern und den bis zum Sonnabend, den 10. No12. November, weitere 400 Septembergehälter als Vorschuß zu ge währen. In den nächsten Tagen beginnen die Berhandlungen zur Erreichung von Goldgehältern. Im Eisenwarenfteinhandel find auf Anweifung des Arbeitgeberverbandes für die Woche vom 4. bis 10. November außer den laut Schiedsspruch festgelegten Afontozahlungen sofort die vierfachen Beträge eines Oftobergehaltes zur Auszahlung zu bringen. Die endgültige Regelung ift noch nicht getroffen Im Buchhandel werden sofort 2 weitere Oftobergehälter und Mitte nächster Woche 4 weitere Oftober. Huteinzelhandel. Die Gehaltssätze Seit Monaten führen die Buchdrucker einen schweren Rampf um die Erhaltung ihrer Existenz, um ein menschenwürdiges Dasein. Alle Bemühungen, den Unternehmern das allernotwendigste zum nadten Leben abzuringen, waren vergeblich. Bersprechungen, Hin halten und wiederum Versprechungen waren das Ergebnis unseres geduldigen Abwartens. Troz Anerkennung des Reichsarbeits- In Ausführung des Streifbeschluffes teilen die Organisationen ministers, daß die Forderung der graphischen Arbeiter durchaus mit: 1. Alle unter dem Buchdruckertarif und alle im Wertnotendruck berechtigt ist, wurde vor dem Reichsarbeitsministerium ein Arbeitenden haben sich am Streit zu beteiligen. 2. Desgleichen alle Schiedsspruch gefällt, der für die Woche vom 3. bis 9. November produttiv tätigen Faftore, Saalmeister usw. 3. Schwerfriegs- und einen Lohn von 3½ Billionen Papiermart abzüglich der bereits Schwer- Unfallverlegte sowie Lehrlinge bleiben im Betrieb. erhaltenen 1½ Billionen Vorschuß vorsicht. Für die auch vom Reichsarbeitsministerium für die vorhergehende Woche als zu gering anerkannte Entlohnung wurde teine Nachzahlung zugebilligt. 3½ Billionen Papiermart sind nach dem heutigen Kurs zirka 22% Goldmart. das sind ungefähr zwei Drittel des Vorkriegslohnes, während auf der anderen Seite alle Bedarfsartikel um 100 Broz. und mehr gegen die Vorkriegszeit in Goldmart gestiegen find. Trotzdem der Mindestlohn der Buchdrucker in Friedenszeiten 35 Goldmart betrug, bewilligte das Reichsarbeitsministerium für die nächste Woche nur 25 Goldmart in der Spize, obwohl die Steige. Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs. Wie das Wolff- Bureau mitteilt, hat angesichts der Folgen, die eine weitere Stillegung des Noiendrucks für die gesamte Bevölkerung haben muß, sich nunmehr das Reichsarbeitsministerium veranlaßt gesehen, den Schiedsspruch für verbindlich zu erklären, und Wir alle sind in Gefahr rung des Reichsinder für bie nächste Woche noch gar nicht feststeht. Es gibt nur eine Rettung und das ist eine starke sozialdemokratische Dieser Schiedsspruch wurde von der Funktionärversammlung ein. stimmig als völlig ungenügend abgelehnt. Seit Monaten hat man auf den Ausbruch der Berzweif lung hingewiesen. Die Geduld der graphischen Arbeiter ist er schöpft, das Maß des Abwartens zum Ueberlaufen gekommen: die Arbeiterschaft im graphischen Gemerbe ist einmütig in den Streit getreten. Partei. Die Partei der Arbeiter und des Sozialismus schlagfräftig au erhalten, ist die erste und vornehmste Aufgabe eines jeden Sozialdemokraten und Republikaners. Seid opferbereit, scheut keine Mühe! brucker feien angeblich fchuld an allen mißlichen Bagen des Wirt. Gebt für das Parteinotopfer! Jezt regen fich die Widerstände auf allen Seiten. Die Buchschaftslebens, sie seien schuld an den Zahlungsschwierigkeiten, sie feien schuld, wenn die Erwerbslosen feine Unterstüßung erhalten foffen. Man will Zwietracht und Berwürfnis in unfere Reihen tragen, einen Reil in die Geschlossenheit der Ar beiterschaft treiben. Lug und Trug müssen herhalten, um uns auf die Knie zu zwingen. Man hat angeblich keine Zahlungs. mitte!! In einer Reihe von Betrieben wirft man unsere Arbeitsfameraden aufs Pflaster mit der Motivierung: der Banknotendrud geht zu Ende, die Flut muß eingedämmt werden, wir haben genügend 3ah lungsmittel." Trotzdem bürdet man den Buchdruckern die Schuld auf, daß angeblich feine Zahlungsmittel vorhanden sind. Arbeiter! Proletarier! Unfer Rampf ist Euer Rampf, die Erringung wertbeständiger Löhne ist auch Euer Ziel. Wir wollen dem Ziel den Weg ebnen. Uebt Solidarität, weist alle Berleumdungen gegen uns zurüd. Der siegreiche Kampf der graphischen Arbeiter gibt Euch die Möglichkeit, auf dem Bege der wertbeständigen Entlohnung weiter zu bauen. Uebt weitere Solidarität, indem Ihr Aufklärung über unseren Rampferbreitet. Sorgt dafür, daß unser Aufruf nicht ungehört verhallt, sondern sich auswirkt zum machtoollen Rampf, zur Berbesserung der Lebenshaltung der gesamten Arbeiterschaft. Verein Berliner Buchdruder und Schriftgießer. erband graphischer Hilfsarbeiter, Ortsverwaltung Berlin. Verband der Buchbinder und Papierverabeiter, Ortsverwaltung Berlin, Jerband der Steindruder und Lithographen, Ortsverwaltung Berlin. ** er Streit der Buchdrucker und graphischen Hilfsarbeiter, der gestern noch nicht allenthalben zum Durchbruch tam, ist nunmehr allgemein. Auch die in den Druckereien beschäftigten Buchbinder sowie die Lithographen und Steinbruder haben sich der Bewegung angeschlossen. Auch in der Reichsdruckerei handelt es sich um einen Streit und nicht um eine Aussperrung. zwar zunächst nur für Berlin, da eine Verhandlung hinsichtlich der Durchführung des Schiedsspruchs für das Reichsgebiet noch nicht stattfinden könne, Der Reichsarbeitsminister hat an die beteiligten Verbände das bringende Ersuchen gerichtet, doch beider feits auf den Boden des Schiedsspruchs zu treten und damit die Wirtschaft vor schweren Erschütterungen zu bewahren, um so mehr, als die vorgesehene Lohnfeftfegung in Goldmart zunächst nur für eine Woche sein soll und dann eine Nachprüfung des festgesetzten Betrages immer noch möglich erscheint. Angestelltentarif in der Metallindustrie. Der VBMI. lehnt die Goldlöhne ab. Die Verhandlungen über die Festsetzung der Gehaltsbezüge in Goldmart für den Monat November haben zu feinem Ergebnis geführt. Der VBMI. lehnte die Goldmarkberechnung auf Basis der nominalen Friedensgehälter mit der Begründung ab, daß der zur zeit vorherrschende fiktive Begriff der Goldmart teine geeignete Unter lage biete. Er sei erst bereit, über andere Grundfäße der Entlohnung zu verhandeln, wenn ein wertbeständiges Zahlungsmittel, beispielsweise die Rentenmart, vorhanden sei. Die Angestelltenorganisationen haben an der aufgestellten Forderung festgehalten. Auch der Versuch, eine vorläufige Regelung für die nächsten Tage auf der Goldmartbasis zu treffen, scheiterte infolge der grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten, die über dieses Problem bestanden. Am Schlusse der Berhandlungen teilte der BBMI. mit, daß er seine Mitgliedfirmen anweisen werde, am Dienstag, den 13. November, meitere 1000 Septembergehälter zur Auszahlung zu bringen. Darüber hinaus follen ab Donnerstag alle zwei Tage Borouszahlungen auf Basis Brotpreis erfolgen und zwar erhält jeder Angestellte für zwei Tage den Betrag, der sich aus folgender Formel ergibt: viermal den Brotpreis( Brotpreis am Auszahlungstage) dividiert durch das Durchschnittsseptembergehalt. Dieses wird für die einzelnen Gruppen K I, K II usw. ermittelt. Die sich ergebende Bahl gibt die Anzahl der auszuzahlenden Septembergehälter für die in Betracht kommenden zwei Tage an. AFA- Metallfartelle: Günther, Raspar, Rothe. gehälter gezahlt. für die Zeit vom 22. bis 28. Oftober werden für die Zeit vom 29. Oftober bis 4. November um 349 Proz. und die so errechnete werden für die Zeit vom 5. bis 11. November um 620,5 Proz. erSumme um weitere 35 Bro3. erhöht. Die sich so ergebenden Säge höht. die endgülige Abrechnung unter Abzug der geleisteten Afontozahlungen hat bis spätestens Dienstag, den 13. November. zu erfolgen. Ferner sind am Montag, den 12. November und Mittwoch, ben 14. November je 50 Proz. der Gehaltssäße, die für die Zeit Dom 5. bis 11. November festgesetzt sind, unter Einbehaltung eines 10prozentigen Abzuges für gefeßliche Abzüge zur Auszahlung zu bringen. Wo die Abrechnung bis Dienstag nicht erfolgt, ist dem Zentralverband der Angestellten Mitteilung zu machen. In den Beleuchtungs- und Installationsgeschäften sind auf Anweisung des Arbeitgeberverbandes am Montag, den 12. und Mitt. woch, den 14. November je 50 Broz. der Gehälter, die am Freitag, den 9. November gezahlt wurden, zur Auszahlung zu bringen. Die Cohnverhandlungen in der Chirurgiemechanik und Orthopädie haben folgendes Ergebnis gezeitigt: Sämtliche Löhne, Alfordlösne und festen Stundenzulagen werden um 403 Proz. erböbt. Am Mittwoch, den 14. November, wird ein Vorschuß von 33% Proz. vom Bruttoverdienst der Vorwoche gezahlt. Neue Kartonnagenlöhne. Für die Woche vom 5. bis 10. Nov. bereinbart. Die Tarife find von Montag ab im Bureau erhältlich. ist reichstariflich für Facharbeiter im Spizenlohn 68 Milliarden Der Stundenlohn für Maler beträgt für die Zeit vom 7. Bis 9. November einschließlich pro Stunde 100 Milliarden. Am nächsten Freitag ist eine Vorschußzahlung für jede geleistete Arbeitsstunde von 80 Milliarden zu zahlen. BEPD.- Betriebsvertrauensmännerversammlung für ben 13. Berwal. tungsbezizl, Tempelhof, am Dienstag 4 Uhr im Bürgergarten", Tempelhof, Berliner Straße 165. Tagesordnung: Die politische Lage", Es ist unbedingte Pflicht eines jeden Funktionärs, zu erscheinen. Parteibuch legitimiert. Achtung, Buchbinber- Funktionäre in Buchbrudereien! Heute vormittag versammlung der Funktionäre derjenigen Betriebe, die unter den Buchdrucker 10 Uhr, Goal 1 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25, wichtige Funktionär tarif fallen. Buchbinder, achtet auf Streibarbeit. Die Branchenleitung. Zentralverband der Angestellten. Fachgruppe Sozialversicherung. Morgen, Montag, nachmittags 4% Uhr, Gewerffchaftshaus, Engelufer 24, Bollversammlung. Das Personalabbaugesez. Ref. Kollege Brente. Mitgliebsbuch Tegiti. miert. Dentscher Solzarbeiterverband. Für die Bezirke Often 1, 2, 3, östliche Bor. orte und Stordoften, findet am 12. November, nad mittags 4% Uhr, bei Mechler, Borhagener Straße 114, bie Lehrlings- und Jugendversammlung ftatt. Raufmännische Angeftellte im Speditionsgewerbe. Montag abend 7½ Uhr Mitgliederversammlung im Reichstasino, Berlin NO., Neue Königstraße 26. Auguft Scherl, 6. m. b. S. Das streikende Personal versammelt sich am Montag abend 7 Uhr in den Armin- Sallen, Rommandantenstraße( Mag- und Morissaal) zur Berichterstattung von der Generalversammlung. Gewerkschafts- Unterkommiffion Tempelhof. Dienstag abend 7 Uhr bei sange, Tempelhof, Ringbahnstraße 4, Gigung der Unterfommission. Ausschußmitglieder eine halbe Stunde früher. Für die kaufmännischen Angestellten. Gestern nachmittag fand im Gewerffchaftshause eine von den Funktionären der drei erstgenannten obigen graphischen Organisa- Im Großhandel werden für die Zeit bis 11 November 1950 tionen außerordentlich zahlreich besuchte Bersammlung statt. Der Septembergehälter ausgezahlt. Davon sind die bereits zur Zahlung Gauvorsitzende der Buchdrucker, Braun, berichtete. Er ging noch angewiesenen 500 und 750 Septembergehälter in Abzug zu bringen. Deutscher Berkehrsbund( Transportarbeiterverband). Dienstag abend 7 Uhr, einmal auf die vorhergehenden Verhandlungen im Reichsarbeits- Die Gruppen Leder- und Schuhwarenindustrie sind das 3. Quartal 1923. Die Delegierten haben vollzählig und pünktlich zu er Saal 4 des Gemertschaftshauses, Engelufer 24-25, Generalversammlung für ministerium wegen des geforderten Goldlohnes ein. Das Reichs aus der Tarifgemeinschaft des Großhandels ausgetreten und ver- scheinen. Delegiertenkarte und Mitgliedsbuch dient als legitimation und find arbeitsministerium fällte den oben wiedergegebenen Schiedsspruch, handeln am Montag, den 12. November über Goldgehälter. In am Gaaleingang vorzuzeigen. Ohne Legitimation fein Rutritt. der von den Organisationen als unbefriedigend abgelehnt werden der Textilindustrie sind die Berhandlungen gescheitert. Ein Bermitt Chemische Industrie. AFA- Funktionärversammlung am Dienstag abend mußte. Auch in erneuten langwierigen Verhandlungen im Reichs- lungsversuch, bis zur endgültigen Klärung der Streitfrage in dieser 7 Uhr im 8entralverband, Belle- Alliance- Straße 7-10. arbeitsministerium fam man zu feinem anderen Ergebnis. Der Woche noch den Inderzuschlag zu zahlen, wurde von den Arbeit Berantwortlich für Politif: Eent Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; Reichsarbeitsminister Dr. Brauns erklärte nur noch, daß der gebern abgelehnt und es wurde beschlossen, die angebotenen Gold Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowsti: Lotales Schiedsspruch für verbindlich erklärt werden müsse. Braun martbeträge zur Auszahlung zu bringen. Es erhalten danach die und Sonstiges: Frig Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. machte auch auf die bei einem eventuellen Mangel an Zahlungs- Angestellten der Gruppe I ein Wochengehalt von 9,10 Goldmart, Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S. Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co. Berlin GW. 68. Lindenstraße 3. mitteln eintretende Mißstimmung der übrigen Arbeiterschaft auf. II 14, III 19,80, IV 23,80, V 29,20, VI 38,50 Goldmart, WertHierzu 1 Beilage. KORGE, Ztr. 935 Kauf ohne Sorge bei Korge Bei wertbeständiger Zahlung, Goldanleihe etc. 15% Rabatt! Wintersport! I Bekleidung, Skier, Rodel! Nur solange Vorrat reicht, verkaufen wir nachstehende Artikel weit unter Tagespreis! Mustern traßen- u. Sportanzüge, Wintersportmäntel, Ersatz für Maßarbeit. Größte Auswahl! Bayr. Lodenanzug, chiedensten Me Loden, in den ver M. 32. Sport- und Straßenanzug, hell und dunkel Bayer. Lodenmantel, gute Qualität... in verschiedenen Farben, M. 49. M. 32.Windjacken, prima, imprägnierter Stoff O • M. 12.Wollene Strickwesten u. Sweater, dunkelmel gute M. 14.Sportstutzen, ein Posten mit buntem Rand. warme Qualität . M. 1.10 6 M. 1.30 ( amelhaarsocken, ein Posten wundervolle Ware Damenlodenmantel, falige bayrische Lodenqualität, ge- M. 24. Form. Diese Woche billiger Schuhwarenverkauf Große Gelegenheitsangebote in erstklassigem Sport- und Straßenschuhwerk! Sportpelze:: Damen Pelzjacken! O Teilzahlung gestattet! E ARTHUR KORGE, Wilhelmstrasse 107 Kauf ohne Sorge bei Korge KORGE, Ztr. 935 Allgemeine Ortskrankenkasse für Berlin- Lichterfelde Die in der Bekanntmachung vom 2. NoDember 1923 festgesezten Grundlöhne pp. werden( soweit nicht die Bestimmung zur Abführung des zehnprozentigen Arbeitsverdienfes in Frage fommt) ab 12. Rovember 1923 auf das 8ehnfache erhöht. Die Arbeitgeber werden verpflichtet, die Beit äge voll, aber mindestens zu 50 Broz goldwertig zu zahlen. Berlin- Lichterfelde, b. 10 November 1923. Der Vorstand 24/11 O. Gebert, 2. Borf. F. Haneperg, Schriftf. Ortskrankenkasse für das Buchdruckgewerbe zu Berlin Bezugnehmend auf die Betantmachung oom 7. Auguft 1923 geben wir bekannt, daß der Vorftand beschlossen hat, den Höchstgrundlohn für die versicherungsberechtigten Mitglieder mit Wirtung vom 3 November 1923 auf 100 Milliarden Mart und mit Wirkung vom 10. November 1923 ab auf 1 Billion testzulegen. Die Barleiftungen nach den Grundlöhnen treten am 12. November 1923 bzw. 19. November 1923 in Krait. Beriin, den 9. November 1923. Artur Scholem, Borsigender. 24/10 Alfred Ekström, Schriftführer. Allgemeine Ortskrankenkasse Berlin- Wilmersdorf Bom 12. bis 18. November 1928 ist ber Höchstgrundlohn für freiwillige Mitglieder, Sausangeftellte Privathaushalt), Auf wartefrauen und Portierleute auf 1 Billion Mart festgefeßt. Für diese Bert betragen bie täglichen Beiträge in Milliarden Mark: Stufe 17,5, II 15, III 25. IV 35, V 45, VI 55, VII 65, VIII 75, IX 85, X 100. Für in Gewerbebetrieben beschäftigte Personen fommen diese Grundlöhne nicht mehr in Frage. Auf die erhöhten Barleistungen haben die Versicherten ab 26. November 1928 Anspruch. Berlin- Wilmersdorf, 9. November 1923 R. Engelhardt, Borsigender. Fr. Wiemann, Schriftführer. 24/18 Ununterbrochen geöffnet von 9 Uhr morgens bis 7 Uhr abendst Ununterbrochen geöffnet von 9 Uhr morgens bis 7 Uhr abends! Hermann Engel Landsberger Straße 85-86-87 Teppiche, Gardinen, Läuferstoffe Prima Teppich- Auslegstoffe in allen Farben Leibwäsche, Bettwäsche, Tischwäsche, Trikotagen Goldmart 22, Entzückende Flausch- Wintermäntel in schönen Farben 16,80 12, Gepreßte aftrachanartige Mäntel 22, Blaue reinwollene Cheviotkostüme, ganz gefüttert. Gabardinekleider in vielen Farben und modernen Formen 32, 28, 24, Schwarze und dunkelblaue Cheviotröcke in reiner Wolle 6, Wollene gestrickte Kleider, funstgewerblich Gestrickte Ueberziehjäckchen Reinwollene Ulsterstoffe für Damen $ 5,40 . 26,45 1,47 5,65 4,60 3,75 7,95 130 cm breite Gabardine und Twill, reine Wolle. Baumwollene maschinengestrickte Untertaillen mit langem Aermel 1, Baumwollene maschinengeſtricte Untertaillen ohne Aermel Prima Perfal- Oberhemden in modernen Streifen mit 2 Kragen( 1 weichen und 1 steifen) Reinwollene Shawls in allen Farben Prima reinwollene Herrensocken aus Kameelhaargarn. -, 80 6, ON Sehr billiger Verkauf von Hinderkleidern u.-mänteln, Knabenanzügen, Pyjaks u. Ulstern Bei Zahlung mit Schatzanweisungen und Goldanleihe gewähre ich einen wertbeständig a Rabatt von 5 Prozent Ununterbrochen geöffnet von 9 Uhr morgens bis 7 Uhr abends! ✓ Ununterbrochen geöffnet von 9 Uhr morgens bis 7 Uhr abends อ ริน ไป Nr. 529> 49. Fahrgaüg Seilage öes Vorwärts Sonntag, November 192Z Zeigt öie Kaufte! Was man von jedem Repnblikaner hente erwarten mutz. Erziehung an hakenkreuzlern. D!e Republik hat wieder einen schweren Kampf hinter sich. Sie ist wieder einmal der Meute von Kriegsverbrechern und ihren Landsknechten, den Großindustriellen und Großagrariern, ent. rönnen, und das ganze reaktionäre Gesindel ist zähneknirschend da- bei, sich aufs neue zu sammeln und feige lauernd den nächsten l) interHalt auszukundschaften. Die Feigheit ist nun mal ihre stärkste Eigenschaft, und sie wird durch ein Maulheldentum ohnegleichen so VWhieft drapiert, daß der Laie Blechtrompeten oft für die Posaunen jdw jüngsten Gerichts hält. Im„Vorwärts" ist an dieser Stelle vor Wochen darauf hingewiesen worden, in welch hilfloser achselzucken- der Weise die meisten Republikaner den Unverfrorenheiten der Nationalisten gegenüberstehen, die diese Schwäche gut auszunutzen wissen. Es wurde damals hier gesogt, daß es nicht mehr an- gehe, dem Kampf in der Oeffentlichkeit aus dem Weg« zu gehen, und die letzten Vorgänge haben gelehrt, daß jeder einzeln« ihn aus- fechten muß, so gut oder so schlecht es ihnen möglich ist. Gelegen- heit ist überall dort vorhanden, wo das Gelichtsr der Nationalisten sich an öffenllichen Stätten breit und anmaßend aufspielt. Jnwie- weit das möglich ist und bis zu welchem Grade die Frechheit der anderen gediehen ist, das möge an einigen Beispielen geschildert werden, die wir aus der Sammelmappe von Zuschriften unserer Leser entnehmen. Ngenten öer Reaktion. „... Ich will Ihnen den Beweis liefern, daß ich doch aus einem anderen Holz geschnitten bin und baß es sehr wohl möglich ist, im rechten Augenblick mit dem rechten Wort dazwischenzufahren. Der eine der Fälle ereignete sich in Dortmund in einem Darieti, wo ein Vortragskünstler Walter Schneider auftrat, der sich in wüsten und dumnien Schimpfereien gegen die Republik, gegen ihren Präsidenten und gegen den preu- ßischen Innenminister wandte. Das Publikum faß dick und jchmun- zelnd davor, denn es bestand aus all den Satten, die sich nach Natur und Art des Monarchismus anzugliedern suchen. Da stand ich auf und ief zur Bühne hinauf, ob ich mich hier in einer deutsch- nationalen Bersammlung befinde oder in einem Variete, das der Unterhaltung dienen soll. Dar Vortragskünstler stutzt««inen Augenblick und wollte weiter loslegen. Ich protestierte so energisch dagegen, daß ich durchdrang, obwohl niemand von den etwa SOo Zuschauern auch nur ein Work dazu sagte. Denselben Herrn traf ich sväter in einem Hamburger Vortragslokal. Gleichzeitig erfuhr ich, daß man viel« dieser Künstler im Verdacht habe, daß sie sich von einer der Rechtsparteien für die Anpöbelung der Republik bezahlen ließen. Etwas Aehnliches passierte mir mit einem Walter Steiner, der auch in Berlin eine gewisse Rolle spielt und der die dümmsten Instinkte des Publikum» so geschickt zu verwerten weiß, daß stets eine nationalistische Demonstration gegen die Republik dabei herauskommt. Keiner der Zuschauer merkt — das ist das Interessanteste dabei—, für wie dumm ihn dieser Walter Steiner hält. Sein Programm ist lediglich zugeschnitten auf den Geschmack einer Handvoll nationalistischer Vollidioten. Als ich ihn einmal vom Zuschauerraum aus in die Schranken verwies, hatte das sofort Erfolg. Aber wie selten ist es. daß man Zeug« eines Lufdretens eines wirklichen Republikaners wird. ... Nachdem wir ja unter uns Republikanern sind, können wir ja etwas deutlichere Reden führen." So begann ein sogenannter Komiker in einem anderen Vortragslokal. Ich stand auf und er- klärte ihm, ein wirklicher Republikaner zu fein, und ftug ganz bescheiden an. ob er in einer Zeit, in der das deutsche Volt unter den Folgen der nationalistischen Ein. stellung seiner früheren Führer so schwer leidet, nichts Besseres finden könne, als die Republik zu verhöhnen. Das ganze vornehm« Gesindel faß still, und nicht einer wagte auch nur zu mucksen. De? Direktor, den ich kannte, beschwor mich, nicht weiter zu gehen, und lieber still zu sein, da sein Geschäft darunter leidet. Ich frug darauf laut und vernehmlich, ob es wahr fei, daß ein Theatergeschäft darunier leide, wenn jemand sich erlaubt, für die Republik einzutreten. Es erfolgte keine Antwort. Der Herr Vor- tragende ging aber doch zu einem anderen Thema über." .... Auf dem Bahnsteig in Hannover. Ein grüner Junge mit Hakenkreuz spaziert hin und her. Zwei Berliner Herren gehen auf ihn zu und fragen, ob er sich nicht schäme, so hsraussordcrnd ein Hakenkreuz zu tragen. Die Antwort hieß: „Dreckiger Iudenkerl", die Erwiderung darauf war eine tüchtige Ohrfeige, die der Jüngling erhielt. Nebenbei gesagt, waren die beiden Herren keine Juden. Als ich dieses beobachtet hatte, gesellte ich mich auch zu dem Auftritt, worauf ich ebenfalls als Iudenkerl beschimpft wurde, dafür aber mit einer ordentlichen Tracht Prügel quittierte. Als ich bereits im Zug saß, erschien der Jüngling mit einem Schutzmann, um mich feststellen zu lassen. Ich fragte den Beamte,!, ob er der Republik oder der Rlon- crrchie diene, worauf er erwiderte, daß es seines Wissens die Revu- blik sei, der er diene. Darauf gab ich dem Beamten den Rat, oen Hakenkreuzler überzulegen, denn er hätte die Republik beschimpft. Nun war der Beamte plötzlich verschwunden."„Ich bin der erste"— so heißt es mitten in dem Brief—„der Frau und Familie im Stich lassen würde, wenn es hieße, die Republik zu schützen, und bin fest davon überzeugt, daß viele nrit mir sind. Nur der Arbeiter darf nicht wanken." Seamte öer Republik. ..... Do« Zeit zu Zeit muß ich den nachmittags Uhr vom Potsdamer Bahnhof nach Wannsee durchfahrenden Zug benutzen. Da ich jedesmal dasselbe Abteil besteige, ist es mir aufgefallen, daß fast immer dieselben Personen darin sitzen. Aus ihren Gesprächen entnahm ich, daß es mittlere oder höhere Reichs, oder Staatsbeamte fein müssen, die aus Gott weiß welchem Grund um diese Zeit ihre Arbeit bereits beendet haben. Am Freitag, als die Herren sich allmählich versammelten, entstand sofort«in politisches Gespräch, d. h. ein allgemeines G«. slöhne und Geklöhne und Gejammer über München. Di« Uneinig. keit der Deutschen wurde wieder einmal halb verzweifelt festgestellt. Aber gar nicht lange dauerte es, so warf einer dieser ehrenwerten Männer das Wort„Juden" in die Debatte und nun ging's los. Ich wollte mich in der Lektüre meiner Zeitung nicht stören lassen, aber schließlich wurde es mir zu bunt, weil ein mir gegenüber- sitzender kleiner Herr mit schwarzem eckig geschnittenen Bart sich in lauten Schimpfereien überbot. Ich sag!« deshalb zu ihm:„Ent- schuldigen Sie, mein Herr, ich stamme selbst aus einer durchaus evangelischen Familie, aber ich wünsche nicht, daß meine jüdischen Mitbürger in dieser Weise und offenbar noch von Beamten her- unkergepöbett werden." Die Antwort des Herrn war außerordentlich bezeichnend:„Nanu, das wäre ja noch schöner, ich habe nach der Verfassung das Recht, meiner Meinung öffentlich Ausdruck zu geben. Das ganz« Abteil wandte sich gegen mich, neu hinzükom. wende Herren gleichfalls, einer von diesen bedrohte mich sogar mit unflätigen Worten Darauf sogt« ich ganz ruhig zu ihm:„Sie benehmen sich hier wie ein Strolch, was er aber ruhig«insteckte. Im übrigen blieb ich den Herrschaften kein« Ant- wort schuldig, im Gegenteil, ich trat ihnen unausgesetzt in schärf- ster Weise entgegen und erreichte dadurch, daß, als der Zug endlich abfuhr, vollst« Ruh« im Abteil herrschte, keiner der tüchtigen deut- schen Mannen wagte mehr ein lautes Schimpfwort gegen die Juden zu sagen." «. Wir haben hier nur einen kleinen Teil von Zuschriften veröffent- licht, die uns von überzeugten Republikanern zugegangen sind und die zeigen, daß es gerade jetzt darauf ankommt, anttrepubllkanischen Meinungsäußerungen scharf entgegenzutreten. Genosse Sollmann hat vor kurzem erklärt, daß die Republik zugrunde gehen könne an der Feigheit ihrer Führer. Man kann diesen Ausspruch erweitern und sagen, die Republik kann nur zugrunde gehen an der Feigheit der Republikaner. Die Republik wird so lange beschimpft und heruntergerissen werden, als nicht jeder überzeugte Republikaner es so macht, wie diejenigen es taten, die uns die obigen Erlebnisse mit- teilten. Insbesondere sollte Vm Beamten, die das Geld der Re- publik nehmen und ihr noch dazu die Treue geschworen haben, und es doch nicht unterlassen können» die Republik zu beschimpfen, sehr energisch entgegengetreten werden. Sicherlich gehört dazu oft per- sönlichcr Mut. Aber dieser Mut, dieses persönliche Eintreten für die Sache des Volkes ist notwendig, wenn der Gedanke der Republik sich allen Gegnern zum Trotz in Deutschland befestigen soll. »* vier republikanische Kundgebungen. Der Deutsche Republikanische Reichsbund, Ortsgruppe BerU:., veranstaltet in der kommenden Woche vier große Kund- gedungen zur politischen Lage, die der stürmischen For- derung der deutschen Republikaner auf Schutz und Sicherung der Republik gegenüber den Putschisten von rechts starken Ausdruck ver» leihen werden. Die Kundgebungen finden statt: Am Dienstag, den 13. November, abends 8 Uhr im Kasinosaal von Lindners Konzerthaus, Pankow, Breitestraße 34. Zu dem Thema„Republik in Gefahr" werden sprechen Senaispräsident Grottmann und Genosse H o f f m a n n> Schmargendorf, M. d. R., am Mittwoch, den 14. November, in der„Königsbank", Groß« Frankfurter Straße 117 über den Ludendorff-Putsch das frühere Mitglied des bayerischen Landtages, Genosse Ernst N i ck i s ch und Karl v. Of» s i« tz k y über Stresemanns Außenpolitik. Im großen Saal der Patzenhofer Brauerei, Turmstraß«, Ecke Stromstraße referiert am Freitag, den IS. November Senatspräsident Freymuth über „Deutschland und Frankreich" und Genosse Jakob Altmaier über die Nheinrepublik. Die letzte Kundgebung findet am gleichen Tage in der Schloßbrauerei in Schöneberg, Hauptstraße 122/23 statt. Zur aktuellen politischen Lag« nehmen Oberregierungsrat Genosse Dr. Hans Simon und Smatspräsident Grottmann das Wae« Die neue Woche. Wucher auf dem Aleiichmarkt, Brot:(noch) 120, Milch: 40, Werktarife unverändert, Strahenbah« und Hochbahn: 20 Milliarden. Da die Mark seit zwei Tagen eine gewisse Stabilität ausweist, halten sich auch die Preise für Brot, Milch, sowie die auf dem Kohlenpreis aufgebauten Verkehrs, und Werttarife in Grenzen. Um so unerhörter muß das Spiel genannt werden, das gegen- wärtig wieder auf dem Flesschmartl betrieben wird. Die Fleisch. und Wurstpreise sind in den letzten 24 Stunden um das doppelle gestiegen, ohne daß sich eine Ursache dafür zunächst feststellen läßt. Die Wucherpolizei, von der die amtlichen Stellen behaupten, daß sie fortgesetzt auf dem Posten sei, hat hier wieder gründlich versagt, obgleich die unerhörtesten Preissteigerungen unter ihren Augen vorgenommen wurden. Was auf dem Fleisch, und Wurstinartt gestern betrieben wurde, spottet jeder Beschreibung: man erhöhte die Preise, da starke Nachfrage vorhanden war, will- kürlich, mehreremal am Tage.— lieber eine Erhöhung des Brot- preis«, in der kommenden Woche lagen am Sonnabend keine Nach- richten vor. Das Ernährungsamt teilt nur mit, daß in der Woche vom 12. bis 18. November das Großbrot nur auf Abschnitt V der 41. Brotkarte oder auf eine vom Wasserbauamt mit Dtenststempel versehen« Schifferbrotmarte abgegeben und entnom- men werden darf.— Der Vollmilchpreis für Montag, den 12. November. beträgt je Liter 40 Milliarde« Mark, der Magermilchpreis 13� Milliarden Mark.— Die Direktionen der städtischen Werke teilen mit, daß die Gas-, Wasser-, Entwässerungs- und Elettrizitätspreis« unverändert bleiben, d. h. bei Gas und Wasser auf 31,3 Milliarden Mark und bei Strom auf 63 Milliarden Mark.— Neue Verkehrstarife treten, wie bereits in der gestrigen Abendausgabe mitgeteilt, am Montag in Kraft. Straßen, und Hochbahn sind damit auf den 26-Milliarden. preis angelangt. Nur der Preis für die Fünfstationenzone auf der Hochbahn hält sich noch auf 15 Milliarden Mark. * De? Ausschuß für dos Park, und Bestaitungswefen teilt nrit: Die Einäscherungsgebühr beträgt nrit Wirkung vom 8. November ab bis aus weiter, es: e) für die Einäscherung der Leichen Erwachsener und Kinder über 12 Jahr«--2 7 Gold- mark: b) für die Einäscherung von Kindern bis zu 12 Iahren -- 22 Goldmark: c) für die Einäscherung von Leichen derjenigen Personen, die am 1. Januar 1921 ihren Wohnsitz nicht im Deut. schen Reich hatten-- 39 Goldmark. Copyright Georg Müller, München. 22] Die Lofolfischer. Roman von Johan Rojer. Sie hatten Peilung an den Lofotbergen und auch im Norden, so daß sie bestimmen konnten, wo die Netze über Bord sollten, und als sie endlich die Segel back holten und an ihrem Ziel waren, hatte sich der dünne. Frostnebel gelichtet, so daß der Westfjord seine ganze gewaltige Fläche ausbreitete. Fern, fern im Osten sah man die Berge des Festlandes wie einen weißen, wogenden Strich zwischen Himmel und Meer. Und Kaneles Gomon blickt« einen Augenblick dorchin. Er sichtete die Berge bei Grötöya,— dort ging im Dorf wohl ein Mädchen mit einem kleinen Kinde umher und wartete vielleicht noch immer auf einen Brief. Aber im Westen lag die Lofotwand selber, hoch und mit weißen Gipfeln, gleich mächtigen Schneewächten, die sich immer weiter in das große Meer hineinzogen. Und an Holmen und Schären ein Lärm von der Brandung und von kreischenden Bogelschwärmcn. „Los!" befabl der Bootsführer, und das Segel wurde ge- strichen. Die Ruder wurden ausgelegt, die schweren Lofot- bootsruder, mit denen nur erwachsene Männer so umgehen können, daß es ausgibt. „Los!" Die Tonne mit der Merkftange oben ging über Bord und zog das lange Tau mit. Sie wogte aus und nieder auf der See, blieb weiter und immer weiter zurück, und immerfort rasselte das Tau über die Rolle am Bnotsrande und wickelte sich ab, während sie weiterruderten. Jetzt war die Tonne schon so weit hinter ihnen, daß sie kauin noch zu sehen war, und end- lich nahm auch das Tau ein Ende und der graue Strom von Netzen mit Senksteinen und Glaskugeln begann sich auszu- Winnen. Henrik Rabben und Elezeus Hylla standen an der Rolle und halfen, damit die Maschen und Knoten sich nicht am Bootsrande verhängen sollten. Vorn lagen Lars und Arnt auf den Rudern, Kaneles Gomon arbeitete in der Mitte und hielt den Netzhaufen klar. Das Netz strömte über Bord, schwamm auf der See ein Stück hinter dem Schiff, sank dann aber unter und verschwand in der Tiefe, und die Wellen darüber waren grau wie vorher. Nun beginnt der Fang. Der Bootsführer blickt auf diese Netze, die in die Tiefe hinunter sollen und den Verdienst heraus- holen müssen. Er sieht vielleicht in Gedanken die lange, graue Küste, endlose Mengen von Meilen südwärts. Viele Hütten sind es, wo Frauen und Kinder den Winter über sitzen und darauf warten, daß der Vater blanke Schillinge verdienen soll.! Ist das Edoind Hansen vom Varangersiord droben, der dal hinten in seinem schlanken Boot sich wiegt? Ja, ja, der Mann\ hat drei Familien, die das Lofotboot ernähren soll, und diel drei, vier anderen an Bord haben wohl auch ihre Angehörigen.! Ein solches Nordlandboot fährt, so klein es ist, für ! manches Haus. „Ein paar von den Kindern liegen unter der Küchenbank, aber sonst geht es wie geschmiert"— haha, ja, dieser Edvindl Aha, da kommt wieder so ein verdammter Diebsfischer, der sich quer über die Netzreihe der„Robbe" legt. Das war natürlich ein Nordländer. Und als Kristaver die Netze aus- gelegt und die Segel wieder gehißt hatte, steuerte er gerade auf den Kerl los. „Hallo! Ihr da! Wollt Ihr meine Netze versenken!" rief er.„Ist auf dem Meer sonst nicht genug Platz für Euch?" Der Führer des Nordlandbootes blickte nicht einmal auf, sondern antwortete in seinem singenden Tonfall:„Wir dürfen > doch wohl unsere Netze auf Gottes eigenem Meer auslegen. � Wir wußten nicht, daß den Staväringern die See hier im Norden gehört." „Nimm dich in acht!" murmelte Kristaver. Er fiel mit dem Winde ab und wiegte sich wieder dem Lande zu. Am nächsten Tage war Schneegestöber und es bot sich das- selbe Schauspiel vor der Ausfahrt der Boote. Ein Merktag für die Staväringer, die heute zum ersten- mal in diesem Jahre die Netze einholest wollten. Aber draußen auf den Bänken war es unmöglich, die Landpeilung im Schneetreiben zu sehen, deshalb fuhren die Hunderte von Booten Stunde für Stunde hin und her und ! suchten ihre Tonnen mit den Merkstangen. Sie sahen einige Bootslängen rechts und links Segel auf- � tauchen, das ein« glitt hierhin, das andere dorthin, die Männer an Bord waren über und über weiß beschneit, dann verschlang das Schneetreiben sie wieder, und neue Segel strichen dicht vor- über. Ste hörten Rufe zwischen den Booten, die sie nicht sahen: Findest du etwas? Nein, und du? Nein! Daß sie auf I den Bänken waren, das hatten sie im Gefühl, aber fuhren sie jetzt westlich nach Stamsund oder ostwärts nach Kabelvaag? AMe Boote ritten auf den bleigrauen Seen, während der Schnee vom niedrigen Himmel auf sie niederpeitschte. Einige lagen back oder zogen die Segel ein. um eine Weile zu überlegen. andere fuhren auf gut Glück dahin und waren drauf und dran. einem Kameroden den Bug in die Seite zu rennen. Sie tasteten blindlings umher, der Nebel lichtete sich nicht, sie trieben den halben Tag auf der grauen See, bald hierhin, bald dorthin. Endlich fand ein Nordländer seine Tonne, und andere er- innerten sich daran, in welcher Richtung von ihm sie gestern gelegen hatten und kamen so schließlich zu der ihren. Jakob mit dem Kurzfuß hatte auch heute Glück, er stieß auf seine Tonne vor den anderen Staväringern, und da die„Robbe" gestern west-süd westlich von ihm ihre Tonne ausgelegt hatte. so war es jetzt leicht, sich zurechtzufinden Die Segel herunter, die Ruder ausgelegt: die Tonne wird an Bord gehoben. Das war für Lars ein großer Augenblick. Jetzt sollte er die Lofotnetze heben helfen. Es kann ein guter Fang und ein schlechter Fang werden, Wohlstand oder Not. alles hängt davon ab, was in den Netzen ist. Und jetzt wollen wir sie hochziehen. Ja, jetzt fangen wir an zu ziehen. Lars saß am Ruder, um das Boot auf derselben Stelle zu halten, aber er blickte mts das Tan, das jetzt über die Rolle sauste, daß das Wasser sprühte. Und nun wird es schwerer. mehrere Männer müssen zugreisen, jetzt beginnen die Netze sich zu heben,— jetzt beginnt der Fang. Der Vater hatte das Steuer losgelassen und hielt die Gaik in der Hand, bereit, die losen Fische an Bord zu reißen. Und die anderen Männer zogen und zogen, und ihre Gesichter sprachen nicht davon, daß sie jetzt den Verdienst aus der Tiefe hervorholten, nein, sie waren nur von dem Gedanken erfüllt, etwas Schweres an Bord zu bekommen, holt auf... zieht! ahoi! Jetzt kommt eine graue Masse über die Rolle— das erste Netz. Es trieft... und die mächtigen weißen Fausthand- schuh« der Männer sind bald ebenso naß wie die Netze, aber die Rücken krümmen sich, die Beine stemmen sich ein, die Ge- sichter verzerren sich, dies ist schwer... hott auf... ahoi! Die Netzreihe ist hunderte von Klaftern lang, jetzt hängt ste schräg in die Tiefe hinein, schwer, sie will durchaus wieder hinunter und Elezeus und Henrik Rabben mit über Bord nehmen, aber die beiden stemmen sich dagegen und zieben und gewinnen die Oberhand, und die Rolle saust herum und spritzt Wasser umher. Aber das erste Netz ist leer. Es hat eine Lust- reise etliche Dutzend Klafter in die Tiefe hineingemacht und srd umgeschaut,— jetzt erzählt es. daß es nicbts aesehen bat. (Fortsetzung folgt.l " Ein tüchtiger Magazinauffeher. Befemfelder( 2aute), Profeffor BriII( Iste) und der Madrigal. chor des staatlichen Instituts für Kirchenmufit unter Zeitung von Bros. Thiel. Zu den bereits befannten Preisen von 20 Millionen Mark für Erwachsene und 10 Millionen für Kinder zahlen Erwachsene ben am Tage der Borstellung gültigen Straßenbahnfahrpreis, Kinder 3 Milliarden, nach. Karten find noch im Bezirksamt, Marfusstr. 49, Zimmer 39, zu haben. Die Abschaffung der Strafe und das Berbrecherishe im Menschen." Ueber dieses Thema spricht Cenoffe Dr. Rudolf Bußmann am Montag, den 12. No. vember, abends 7½ Uhr, in der Sophienschule, Weinmeisterstraße. Filmschau. Die Filme der Woche. Arbeitsgemeinschaft foglalbemokratischer Lehrer und Lehrerinnen, Deutschlands. Dienstag, den 13. November, abends 6% Uhr pünktlich, in der Schule Hinter der Garnisoniirche"( Hof rechts), nabe Bahnhof Börse. 1.„ Die weltliche Schule in Theorie und Praxis". Referenten: Gen. Drange und Schröter. 2. Vezahlung der November- Umlage von 10 Milliarden Mart. ( Genoffen, die nicht aur Sigung lommen, sablen fie fofort auf Bostiched. Tonto W. Marsle, Berlin Nr. 146 589.) 3. Mitteilungen. Gewerbelehrer berfammeln sich schon um 5 Uhr. Barteigenössische Eltern= beiräte sind zu Punkt 1 der Tagesordnung dringend eingeladen! 11. Arcis Schöneberg- Friedenau, Der nächste Vortragsabend im foz. Seminar findet Montag, ben 12. November, 8 Uhr bei labe, Friedenau, Handjerbftr. 60/61, ftatt. Steferent: Genoffe Paul Hirsch, M. d. L.:" Fordes rungen der Sozialdemokratie in der Gemeinde." Kein Trinizwang. 14. Kreis Neukölln. Montag, den 12. November, 7% Uhr, Schulaula Donaus straße 120, Kreisfunktionärfonferenz. Vortrag des Genossen Altmaier. 15. Kreis. Kreisvorstandsfibung am Montag, den 12. November, mit den Abteilungsleitern in der Schule Berliner Str. 31, abends 7½ Uhr. 17. Arcis Lichtenberg, Montag, den 12. November, 7 Uhr: Kreisfunttionär Yonferenz im Arbeitsamt, Schreiberbauftraße, Fraktionss und Bezirkss amtmitglieder müssen ebenfalls bestimmt erscheinen, ebenso die Obleute. 18. Kreis Weißenfce. Am Dienstag, 8 Uhr, Gunktionärkonferens bei Gallas. Mittwoch den 14. November, abends 7 Uhr, in der Aula des Realgymnaftums öffentliche Verfammlung. Gen. Prof. Oestreich spricht über: Bollsberfall und Schulgefährdung". 19. Arcis. Montag, ben 12. November, abends 8 Ubr, im Jugendheim, Bankowo, Breite Str. 32, Streisdelegiertenversammlung. Der bom Ge noffen Dr. Friedländer geleitete Rurfus fällt wegen Verhinderung des Referenten am Montag aus. 20. Kreis Meinickendorf. Montag, ben 12. November, 7 Uhr, im Lhzeums. faal des Ratbaufes Reinidendorf- Oft Sipung bes ertoeiterten Kreisvors flandes. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Reinickendorf- Oft und -West: Montag, den 12, November, 7 Uhr, öffentliche Bersammlung im Beichenfaal der Gemeindefcule Reinidendorf- Oft, Lindauer Straße, Bors trag des Genoffen Dr. Hobann: Rinderfreunde und Elternhaus. 6 Ubr, Bollversammlung aller Funktionäre im Fraktionszimmer der B3BD. Rathaus 8immer 109. Eing. Jüdenstraße. 3 Tr. Tagesordnung: 1. Maßnahmen des Magiftrats gegen die Not. Berichterstatter: Genoffin Helene Smit. 2. Notdienst der Berliner Frauen. Berichterstatter: Ge noffin Todenhagen. 3. Aussprache. 4. Rerschiedenes. Stadt und Bezirksverordnete, Bürgerdeputierte und Mitglieder der Wohlfahrtskommissio. nen müssen erscheinen. Heute, Sonntag, den 11. November: Neukölln 91. Abt. Früh 10 Uhr Sunktionärsisung bei Müller, Reuterstr. 11. 92. bt. Grüb 10 Uhr Funktionärsizung bei Wolff, Kaifer- Friedrich 141. Met. Nosenthat. 10 Uhr Botal Samidt, Bindenallee 43, Bufammenkunft @ traße 173. der Funktionäre und Genoffen stoeds wichtiger Besprechung. Morgen, Montag, den 12. november: Er verstand es, Geld zu verdienen! Jahrelange Material unterschlagungen und Be trügereien unterliegen feit mehreren Tagen der Aburteilung der Straflammer des Landgerichts II in einem umfangreichen Strafverfahren gegen den Magazinaufseher Hermann Regel und 16 Genoffen. Wenig erbauliche Zustände kamen dabei zur Sprache. Zeugen gesucht, die gesehen haben, daß am Sonntag, ben 4. November, Regel war Abteilungsleiter einer Stoffabteilung des Hauptwerf. abends gegen 10 Uhr, in der Hasenheide ein junger Mann mittlerer stättenamtes und hat es verstanden, mit Hilfe einer Anzahl Auf- Figur von einem größeren Menschen, welcher noch in Begleitung von zwei anderen war, erst angerempelt und dann angefallen wurbe, werden geseher, Verwalter und Arbeiter Riesenmengen von Mabeten, sich bei Bruno Kesler, Berlin SQ. 26, Waldemarterialien zu unterschlagen. Es wurde dabei mit gestraße 17, zu melden. fälschten Empfangsbescheinigungen und Lieferscheinen gearbeitet. Um die Unterschleife zu verbeden, wurden auch die Bücher gefälscht. Die Schminbeleien gehen bis auf das Jahr 1918 zurüd. Die Hauptbetrügereien sind aber in der Zeit vom Früh jahr 1921 bis zum Frühjahr 1922 begangen worden. Es ist ein richtiges Warenlager von Materialien, das heimlich herausgeschafft Der amerikanische Film beherrschte diese Woche das Feld; er wurde. So wurden unterschlagen: Asbestschnur, Lebertuch, Leim, bewährte feine technische Bollenbethelt aufs neue und zeigte uns Chaplin Polsterleinmand, Segeltuch, Automäntel. Nähgarn, Drahtstifte, Gar- von einer( bier) neuen Seite und das amerikanische Filmwunderkind Jackie binenstoff, Kali, Dachpappe, Drillich. Plüsch. Wollgarn, Schmirgel. Coogan in zwei neuen Rollen( Herz, was willst du noch mehr). Wir haben papier, Pferdehaare, Kupfer, Drahtstifte, Klingerit u. a. m. Regel uns gewöhnt, in Chaplin den großen Routinier und Teufelstert in lich auch von anderen Werkstätten und von großen Firmen in Berlin allem Spaßhaften, Gelenfigen und Grotesten zu sehen.( Seine ernsten, auf gefälschten Bestellzetteln Waren anfordern, die aber nicht erst sozialen Filme hat man uns merkwürdigerweise vorenthalten.) In„ The zur Werkstätte tamen, sondern gleich an Händler verschoben ib"( im Usa- Tauenstienpalast) erneuert er feinen Ruf in seinem be- Bezirksansschuß für Arsciterwohlfahrt. Montag, den 12. November, abends wurden. Unzuverlässige" Arbeiter und Berwalter mußte er im Ueberlegenheit, daß man ihn, der bler wieder den Auswürfling der Gefannten Genre, er gibt soviel Proben seiner Pfiffigkeit, Gewandtheit und geeigneten Moment von den Lagern wegzuschaffen. Regel lebte auf fellschaft, einen Tramp, spielt, am liebsten mit Reinide Fuchs, dem in großem Fuße, veranstaltete große Gelage und war ständiger allen Listen Erfahrenen, vergleichen möchte. Die Boreret mit einem förGast auf den Rennbahnen. Zu einer Geburtstagsfeier hafte perlich weit Ueberlegenen, die Hezjagb über die Dächer, die Prügelszenen er 30-40 Berfonen eingeladen, und es fonnte jeder, der fam, effen sind echteste Chaplinaden. Aber es locie ihn, diesen Einlagen einen soder arme Strolch findet ein von und trinken, soviel er wollte. In der Berhandlung verzialen Hintergrund zu geben. Er teidigte sich Negel damit, daß, als er 1918 aus dem Felde wieder feiner Mutter ausgefeßtes Wickeltind und wird ihm, nach dem alle an cuf die Werkstätte zurückam, einer der Verwalter zu ihm gefagt omischen zwischenfällen reichen Versuche, es wieder unterzubringen, mißlungen sind, ein Vater, der alle Mutterinstintie an ihm entwickelt. Wie habe: 3mmer, wenn Geld zu verdienen ist, bist Du er das Baby betreut, in ihm, nachdem es größer geworden, einen Gehilfen nicht da." Der Beamte zeigte dabei auf einen Waggon, der mit und Kameraden erzicht, das ist voll rührender Menschlichkeit. Und ber Automänteln beladen war. Nach dem Zusammenbruch soll nach fleine Junge ist Jackie Coogan, den wir schon in einer ähnlichen Nolle Behauptung Regels in Tempelhof vollständige Disziplin fennen lernien( the Kid heißt wörtlich bas Junge und ist ein Rosewort für Tofigteit geherrscht haben. Staatsanwaltschaftrat Dr. Miller Mind). Die Fama behauptet, Chaplin habe das fluge Kind mit den hielt es für notwendig, durch strenge Strafen den zutage getretenen wundervollen großen Kirschenaugen und bem bezwingenden Bächeln entbedt fittlichen Berfall, durch den öffentliche Güter verschleu- und wäre fein Filmwater geworden. Jedenfalls tann man so die belben interessantesten Filmamerikaner zusammen sehen und sich beiber nach Hers dert würden, entgegenzutreten. Er beantragte gegen Regel sensluft erfreuen, Natürlich wird dem Adoptivvaier das Kind von ber 15. 6. 7% Uhr Sigung der Funktionäre und Betriebsvertrauensleute bet drei Jahre zwei Monate Buchthaus und zehn Jahre Waisenpflege abgenommen; aber er entführt es aufs neue durch seine Obiglo, Stralfunder Str. 11. Ehrverlust. Gegen die wegen Hehlerei Angeklagten Karl Firigfelt. Schließlich meldet sich die rechte Mutter, die inzwischen eine be- 16. 5. 7 Uhr bei Regenberg, Gartenftr. 75, Gigung fämtlicher Funktionäre. Gorgas und Wilhelm Klimpel je ein Jahr Zuchthaus. Gegen rühmte Schauspielerin geworden ist, und nimmt den großen und den kleinen 7 Uhr Funktionärfonferena Evrengelfir. 39. die übrigen Angeklagten, unter Freisprechung in einem Falle, GeStrolch bei sich auf. In diesem wunderbaren Gemisch von Hintertreppen- 17. t. 18. t. 7½ Sunttionärtonferens bei Müller, Uferfir. 12. fängnisstrafen von drei Monaten bis zu einem Jahre. roman und grotestem Uft erblüht eine tief empfindende Symbiose zweier 20, 200t. 7% ühe Sunttionärsigung bei Ziegler, Rolonieftr. 113, Berlassener, entfaltet sich in Armut und Schmus eine holde stinbesseele und 21. Tibt, 7 1hr Buntiionörfisung bei Sönisch. Utrechter Straße. Das Urteil wird an einem der nächsten Tage gefällt werden. ein siegreich behauptetes Glüd eines Ausgestoßenen, Jadie Coogan 23. bt. 7 1hr Funktionärsttung bei Grunewald, Kameruner Str. 19. allein biesmal ein paar Jahre älter bestreitet alle Kosten einer großen 25. stot. 7 Uhr Oberrealschule Basteurftr. 45, Sigung der Bezirtsführer und Filmrolle in dem Birtustind"( Mozart- Lichtfpicie), das gleichzeitig Betriebsbertrauensleute. Gewerkschafts- und Parteiausweis mitbringen. 20. Dt. 7% Uhr im in Newyork, London und Berlin heraustam( während wir sonst immer Musikalischen Fuchs", Jofthstr. 7. Funktionärsizung. Ferner müssen erscheinen alle Gewertschaftsfunktionäre und fämtliche nur abgespielte amerikanische Filme bekommen). Die ernsten und luftigen Ordner. Abenteuer des Jungen werden gezetat, ber auszieht, um feine Mutter zu 27. t. 7 Uhr Schule Sonnenburger Str. 20, Gunktionärfonferenz. Wichernähren und im Zirfus, dessen Milieu üppig vorgeführt wird, vom tige Tagesordnung. 7 Uhr bei Stofln, Gubener Str. 10, Funktionärkonferens. Er. Eiferbamjungen zum Artisten aufsteigt. Er gewinnt wie immer durch seine 34. Abt. fcheinen Bflict. Scheinerei, Gutartigkeit und Gewandheit aller Herzen.( Berwundert aber 39. t. 7 1hr bet Möhn. Neuenburger Str. 9. Funktionärskung. 40. Mt. fieht der Deutsche, daß Kinderschut in Amerila faum zu bestehen scheint Die Funktionärsibung fällt aus Die Bezirksführer laben zum und das Geldverdienen schon die Kindesseele erfüllt). Emil Jannings hat voriges Jahr im Wessingtheater Triumphe in dem zur rechten Beit Bablabend bei Reufner ein, 42.901, 7 Uhr Munitionärfibung bei Wiersdorff. Urbanftr. 6. wiederausgegrabenen Nafftesatire Mirabeaus Geschäft ist Geschäft gejelert. Diese Rolle des Emportömmlings hat er sich zu einem Film umarbeiten laffen:„ Alles fürs Geld"( Uniontheater Kurfürstendamm). Die Freiheiten des Franzosen find a. T. vergröbert, die Bombenrolle ist geblieben. Jannings Raffe ist ein Morbskert, volfaftig- wuchtig und gerissen, gutmütig teilt, oder fich aus den Fährnissen eines Duells herausarbeitet, das ist mit und über Zeichen wandelnd. Wie er in Bett liegend Morgenaudienzen erverchfellerschütternder Komit entwidelt. Seine Liebe zu der schönen armen Baronesse, der Dagny Servaes Figur verleiht, geht aber schon ins Barodistische. Der Ausgang ist tragisch, wie bei Mirabeau: nur daß der Sohn des Großfpetulanten burch seines Baters Schuld ums Leben kommt: ez ließ alle Mittel springen, damit sein Rennauto gewänne. Aber er hat nicht gewußt, daß sein eigener Sohn den tonfurrierenden Wagen fuhr, und. große Gerichtsszene( wie auch das hächst lebendla gestaltete Hennen) seben fo muß er den Sieg mit dem Tod des eigenen Kindes bezahlen. Eine bem Regiffeur Schünzel, ber zugleich einen abgefeimten Schieber martant umris, voll ausgenusie große Gelegenheiten. Der Ausgang ist sentimental. Der französische Deserteur. Den Unterstügungsschwindel im Großen betrieb ein angeblich französischer Deserteur in Berlin. Ein etwa 23 Jahre alter Mann, der sich em ducas nennt, erzählt den Leuten, ei babe als Angehöriger der französischen Armee im Ruhrgebiet gestanden. Als geborener Elsässer habe er es nicht mehr mit ansehen können, wie dort die Deutschen brangfaliert mirden. Das habe er nicht mehr mitmachen wollen und deshalb sei er desertiert und nach Berlin gekommen. Mitleidige Leute gewährten ihm, weil er ohne Geld und Lebensmittel dasteht, gern ein Unterfommen und Koft. Seinen Bohltätern machte er flar, daß er weder nach dem besetzten Gebiet noch nach seiner Heimat zurüdfehren würde, weil er sonst fofort an die Band gestellt werden würde. Er bittet aber die Leute, sich mit seinen Eltern im Elsaß in Berbindung zu feizeit. Sie lebten in guten Verhältnissen und würden ihm ständig die er forderlichen Mittel senden. Einige Leute bewog ber angebliche Deserteur sogar, nach dem Elsaß zu reisen und sich persönlich mit feinen Eltern in Berbindung zu sehen. Er besorgte ihnen auch Ein reifepapiere, mit denen jedoch die Leute nicht über die Grenze famen. Enttäuscht nach Berlin zurüdgefehrt, fanden sie dann, daß ihr Gaft während ihrer Abwesenheit ihre Wertsachen gestohlen und perfauft hatte. Der Schwindler murde jetzt er mittelt und festgenommen. Er steht im Berdacht, auch Spionage für Frankreich getrieben zu haben. Alle, die er beschwindelt und bestohlen hat, werden ersucht, sich bei der Dienststelle B. II. 1 der Kriminalpolizei im Bolizeipräsidium zu melden. 4 Gefängnis für einen Sartoffelwucherer. Das Wuchergericht Beim Landgericht II in Berlin verurteilte auf Grund eines Gut achtens der Bezirke- Breisprüfungsstelle in Botsdam einen Band. wirt in Großbeeren zu drei Monaten Gefängnis und hoher Gelbftrafe, weil er den Kartoffelpreis der amt lichen Berliner Notierungskommission um das Doppelte überfordert hatte. PP d. Tragible der Liebe.( Ufa Balast am 30 o.) Der Schlußaft des erfien Teiles war schlimm, aber baß der zweite Teil derartig schlimm sein würde, hätte wohl selbst ein unverbesserlicher Schwarzseher sich nicht iräumen lassen. Das Manuftript tann man wie Kaugummi beliebig in bie Länge und die Brelie sieben. Man ionoliert nur fo mit unwahrscheinlichkeiten und die Regie biegt gegebene Tatsachen gewaltsam zurecht. So mutet es einem dod eiras eigenartig an, wenn franzöfifche Devor fierte, die in ein mörderisches Tropentlima kommen, den heiligen Abend bei einer Tanne, selbst wenn sie nur zur Weihnachtskrone gebunden ist, feiern. Emil Janning 3 und Erifa Glasner waren hinreißenb als Darsteller. Aber sie verschwendeten ihr großes Können an das Sittendrama, das im Film längst überlebt sein sollte, Was wir gebrauchen, Rechtskräftige Handelsverbote sind neuerdings erlassen worden das find ideen- und phantasiebegabte Menschen, die Filamanustripte gegen den Großschlächtermeister Wilhelm Sturt in Berlin, schreiben tönnen und Regisseure, bie Manuskripte nicht verschandeln. Wir Brenzlauer Straße 45, wegen Breistreiberei mit baben sie nötig, bitternöfig fogar, gerade weil der Film alles verdrängt. Fleisch und gegen die Kohlenhändlerin Emma Knorn in Berlin, gerade weil er der Albezivinger ift, der die ernsten Theater und in letter Mendelssohnstraße 2, wegen spekulativer Burud- Beit jogar schon die Operette zum Erliegen bringt. haltung von Kohlen. Eine neue Straßenbahnlinie 16 tirb von Montag, den 12. Nobember ab neu eingeführt. Die Linie 16 wird zwischen Görliger Bahnhof und Treptow, Nathans, verkehren; einviertelstündlich zwischen Görliger Bahnhof und Rathaus in Treptow. Die Buchhandlung Vorwärts, 3. H. W. Dieh Nachf., teilte vor furzem ihren Entschluß mit, Baviermarf gegen wertbeständige Buchmart( zum jeweiligen Kurs der Goldmark) umzutauschen Bon dieser Einrichtung wurde reger Gebrauch gemacht. Jedem, der fich bor der Geldentwertung füßen und ein Buch als Weihnachtsgeidbent erwerben will, fann nochmals der Erwerb von Buchmart wärmstens empfohlen werden. Groß- Berliner Parteinachrichten. Referenten der Partei. e, b. Die hohen Portofosten veranlassen das Sekretariat, die bisherige allmonatliche Rüdfrage zweds Uebernahme von Referaten in Mitgliederversammlungen einzustellen. Wir bitten hiermit die Redner, fich erstmalig für die am Mittwoch, den 14. november, Nähere stattfindenden Mitgliederversammlungen bereit zu halten. Benachrichtigung an den einzelnen folgt. Achtung, Parteigenoffen und Staffierer! In Anbetracht der rie. Dezirksbildungsausschuß Groß- Bersin. Seute, pünktlich 11 Uhr vor- figen Gelbentwertung hat der Bezirksvorstand in feiner legten mittags im Großen Schauspielhaus, Karlstr., Broletarische Felerfiunbe. Sigung befchloffen, daß außer den monatlichen Beiträgen von 100 Zur Aufführung gelangt" Der Molo", ein Chorwerk von Bruno refp. 50 Millionen Mart eine Zufahmarte für 50 milliarden Mart Schönlant. Ansprache Genoffe Crifpien. Mitwirkende: ber Sprechchor für Broletarische Felerstunden( fünstlerische Leitung Atbert für November von männlichen und weiblichen Mitgliedern geflebt Florath), bedeutende Solofprecher, der Organist Rohrbach. Die Nach werden muß. zahlung pro Rarte beträgt 20 Goldpfennig- 30 Milliarden. Die Ordner müssen pünitlich um 8% Ühr morgens anwesend sein( Eingang Schiffbauerbamm). Sim Sonnabenb, ben 17. November, findet in Charlottenburg, Aula ber Reibniz- Oberrealschule, Schillerstr. 125/27, ein BoIfalteberabenb statt. Mitwirkende Herr Besemfelder München( Lieber zur Laute) und die Madrigalvereinigung des Instituts für Stirchen- und Schulmufil unter Zeilung des Herrn Professor Thiel. Cintrittstarten find zut haben im Bureau des Bezirksbitbungsausschusses, Berlin S. 68, Linden ftraße 3. 2. of II. 3immer 8, und bei den Funktionären des Kreises 7, Charlottenburg. Am Sonntag, den 18. November, nachmittags 3 Uhr, findet im Neuen Theater die Aufführung des Schauspiels Fuhrmann Senfel" ftatt. Rarten sind noch zu haben im Bureau des Bezirksbilbungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. of II, sowie bei den Funktionären und Bildungsobleuten ber einzelnen Kreife. Philosophische Vorlesungen des Gen. Dr. Mar pe I beginnen Dienstag, 8 Uhr abends, Dorotheenftr. 12: Weltanschauungen der großen Denter der Neuzeit; Donnerstag,& Uhr, Zühowstr. 84b: Einführung in die Philosophie. 3. A.: Alex Pagels. Charlottenburg. Montag, ben 12. November, 7 ube, öffentliche Berfamm lung im Raiser- Friedrich- Belt, Berliner, Ede Brauhofftraße. Referent: Genoffe Aufhäuser, m. b. St. 3. Kreis( tergarten). Montag, den 12. november, abends 7% Uhr: Engere Kreisvorstandsfibung bei Jofeph. Bilbelmshavener Str. 48. 6. Strels( Kreuzberg), Bildungsausschuh: Montag, den 12. November, 7 Uhr, Sigung bei Meim, Urbanftrabe. 8. Abt. 7 Uhr Bezirtsführerbung bei Ridert, Steinmetstr. 36. 13. Sot, Montag, den 12. November, abends 7% Uhr, bei Lipsch, BirkenStraße 44a, Funttionärtonferenz. Mittwoch, den 14. November, Abtei lungsbersammlung. Vortrag über die politische Lage in den Arminius. hallen, Bremer Str. 73. 46. 2001. 7 Uhr Situng der Abteilungsleitung und sämtlicher Funktionäre Schule Wrangelftr. 85. 48. Not. 7 Uhre bei Medling, Wailertorfte. 71, Funktionärkonferens. 88. 10. Steglit. 8 Uhr Bel Hamburg Funktionärsigung. Engerer Borstand eine halbe Stunde früher. 124. Abt. Mahlsdorf. Abends 8 Uhr Vorstandsftung bei Anders, Bahnhofstr. Frauenveranstaltungen am Montag, den 12. november: 31. Apt. 7% Uhr bei Goldschmidt. Stolbische Str. 36. Thema: „ Der Ur. Tommyismus." Referent: Genoffe Albert Sorlig. Gäste wilfommen. ( Breßible mitbringen.) 72. 26t, Wilmersdorf. 7% the Bel Bieber, Solfteinische Str. 60, Bortrag: * Die vorgeburtliche Erziehung". Referentin: Genoffin Soffmann- Gwinner, Liebermorgen, Dienstag, den 13. November: 31. 261. 7% Uhr Funktionärtonferens bei Goldschmidt, Stolbische Str. 36. Bartet und Gewerkschaftsmitgliedsbuch mitbringen. 74. Not, Schlendorf. 7% Uhr bei Midles, Potsdamer Str. 27, Mitglieder bersammlung 93. 20bt. Reutönn. Die Bezirksführer Taben alle Genoffen ein für Mittwood). ben 14. November. 7% Uhr. zur Abteilungsversammlung bei Wolf. Bipper. Ede Kirchhofstraße. Bortrag. wwww Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 93. Abt. Neukölln. Am Freitag, den 19. Oftober, ist unser Genoffe Gumbrecht, Niemesstr. 8, verstorben. Ein ehrendes undenen werden ihm alle, die ihn kannten, bewahren. Jugendveranstaltungen. Achtung, Theaterabonnenten! Die Nadzahlung zur Theatervorstellung am Sonntag, ben 11. b. M., nach mittags 3 Uhr, im Neuen Theater am Ros, Jebenstraße 2, beträgt 20 f. ( 30 Miliarben). Inhaber von Einzelfarten zahlen 40 Milliarden Mart. Die Rur Breise verstehen sich einschließlich Programm und Garderobenablage. Aufführung gelangt: Fuhrmann Senschel" von Gerhart Hauptmann. Die Nachzahlung für die Proletarischen Feierstunden" beläuft sich auf 15 Bf. Heute, Sonntag, den 11. November: Berbcbezirk Arengberg. Abends 7 Uhr im Jugendheim Lindenstr. 3 Revolutionsgebenkfiunbe. Werbebezist Teltowlanal. Abends 8 Uhr im Jugendheim Lichter. felbe, Albrechtstraße 14g( großer Seal), Jugeub- Rundgebung: für die Republit, für den Sozialismus!". Werbebezirk Ofbahn. Der Arno- Holz- Abend fällt aus. Dafür findet ein Proletarischer Dichter Abend im Jugendheim Lichtenberg, Pardaue Nr. 10, abends 8 Uhr, statt. Werbebezirk Bantem. Abends 6 Uhr im Jugendheim Breite Str. 32 ( Eingang Finanzamt) Stevolutionsfeier. Detsausfuß für Jugendpflege, Reukölln. Zur Besichtigung des Verkehrs. und Baumuseums ist heute ber Treffpunkt vor dem Muſeum, 10% Uhr, Inva fibenftraße 50-51. Montag, den 12. November, abends 7 Uhr, Kino- Abend in der Aula der Nathenau- Schule, Boddinfirake 34. Borgeführt wird der große ruftiche Boltsfilm: Polituichta". Eintrittstarten zum Preise von einer halben Straßenbahnfahrt für Jugendliche und einer vollen Straßenbahnfahrt für Er. wachsene find an der Rasse zu haben. Morgen, Montag, den 12. November, abends 71 Uhr: Friedenau. Jugendheim Offenbacher Straße Ba, Distuffton: ,, Die politische Karlshorft. 80. Gemeindeschule, Augufte- Biftoria- Straße 43, Borinag: Often, Stralanez Biertel: Revolutionen im Laufe der Weltgefchichte". Jugendklubzimmer der Gemeindeschule Naglerstraße 3, Vortrag: ,, Das indische Lage." Bolt". bember, abends 168 lbr, im Kaiser- friedrich Belt Beriner Vorträge, Vereine und Versammlungen. Bur 7. Kreis Charlottenburg. Oeffentliche Berfammlung am Montag, ben 12. o Str. Ede Brauhofftraße. Steferent: Reichstagsabgeodneter ufbäufet. Dedung der Untoften wirb am Eingang um einen Beitrag gebeten. Dienstag, den 13. Movember, 7½ Uhr im Schillerrealgymnasium, Echterftraße 26( Erbgefoß), 2. Vortrags- und Distutterabend der freien Schulgemeinbe. Thema: Die Schule in der Reichsberfaffung". Steferent: Gen. Dr. Kawerau. 9. Kreis Wilmersdorf. Dienstag, ben 18. Robember. Sigung des ertoeiter ten Kreisvorstandes, 7 the, bei Bicher, Golsteinife Str. 60. Preise und Löhne. Lebensmittelpreise Direttor Sseft bon der Reicherschen Sodyschule für bramatische Kunst liest am 15. November abends 8 Uhr in der Aula des Friedrich- Real in Berlin am 10. Nov. 1923 cymnasiums, Mittenwalder Str. 37., aus Werfen von Stehr, lez, ( in Milliarden Mark) Thomas Mann, Friebrich Such unb S. 5. Somis. Karten fint an Rindfleisch ocr Abendkasse und im Borverkauf im Bezirstamt Streuzberg, Wordstr. 11, Kalbfleisch erhältlich 1½facher Straßnbahnfahrpreis." Hammelfleisch. Butter Ei. Weizenmehl Weißkohl 800-450 Das beutsche Boltsficb. Das Bezirksamt Friebrichshain beranstaltet Schweinefleisch am Montag, den 12 November, abends 75 Uhr, im Konzert- Lebende Hechte faal Friedrichshain, Am Friedrichshain 16/23, einen Wufitabend unter Schellfisch bem Titel„ Das beutsche Boltslieb", Mitwirkende: Profeffor Margarine 850-500 Wirsingkohl, 800-500 Talg 450-600 250-800 Berbandskrantentesse des Deutschen Werkmeisterverbandes. Seute, Sonntag, vormittags 10, Mitgliederversammlung im Restaurant Belvedere. Um voll. zähliges Erscheinen wird gebeten. Bereinigung ber Freunde von Religion und Bäfferfricben. Sonntag, ben 11. November, nochmittags 6 Uhr, Trinitatisfirde in Charlottenburg, feier. stunde. Genoffe Pfarrer Bleier. Thema: Religion und Revolution". Mon tag, ben 12. November, abends 7 Uhr. Fürst- Bismard- Schule, Snbellftr. 2-4. Thema: Sunace, Tod. Freiheit". Ref. Genoffe Pfarrer Bleier. beiterabftinentenbund. Gruppe Lichtenberg. Montag, den 12. November, Sugendheim Portaue, 7½ Uhr Referat Schmidt: bilinenz und Sozialismus". Gemeinschaft proletariser Freidenker, Bezirk Groß- Berlin. Funktionär. Thung Dienstag, ben 18, November, abenks 7% Uhr, in der Oberrealschule, Niederwallstraße 12( Spittelmarkt). 1. Bericht über die Teste Tagung des Sauptvorstandes in Leipzig. 2. Ronftitt mit den vereinigten Freidenfern für 55-60 Feuerbestattung. 3. Beschluß über Berlegung der Freibenberschule. 850-400 50-55 11-12 12-18 200-220 Wochen18hne in Berlin 100-175 ( in Milliarden Mark) 150-200 Treibriemenindustrie. Briefkasten der Redaktion. Beere, Holland. 1. Jm Jahre 1820/21 batte bas Rabinett nur einen Mi. nifter ohne Bortefeuille. 2. Diese haben dasselbe Stimmrecht wie die anderen 3680 minister. Wirtschaft Kampf der Wirtschaftskrise! Die industrielle Beschäftigung ist auf ein Mindestmaß zu fammengeschrumpft, das taum mehr unterschritten werden tann. Den meisten ist die lettere Ursache dieses Niederganges faum bewußt geworden. Man redet von der Minderleistung" gegenüber der Borfriegszeit, übersieht aber meistens, daß auch dort, wo heute bereits ebensoviel geleistet wird wie vor dem Kriege, infolge der Geldentwertung der 2ohn viel niedriger ist als er nach dem allgemeinen Preisstand der Waren sein müßte, wenn man überhaupt noch die Absahfähigkeit der Industrie im Inland aufrechterhalten mill. 3wingt man den Arbeiter zu einer Entlohnung, mit der er sich faum sattessen tann, so tann man von ihm nicht gut verlangen, daß er mehr arbeitet als vor dem Kriege, und man fann erst recht nicht erwarten, daß er Industriefabritate fauft und Damit der Industrie Beschäftigung gibt. Nachdem Landwirtschaft und Neureiche sich in der Zeit der Inflationsfonjunktur mit Waren schon durch die Statistit bestätigt. Die amtliche Statistik freilich| damit der Arbeitslosigkeit gesteuert werde. Die Industrie geht um die Aufstellung eines Lebenshaltungsindeg in Gold herum wird aufgefordert, durch billige Angebote dem Einzelhandel Gewie die Kaze um den heißen Brei, obwohl sie den Goldstand der legenheit zu geben, das Vorhaben längere Zeit durchzuführen. Im Großhandelspreise mit großer Regelmäßigteit veröffentlicht. Das einzelnen wird vorgeschlagen, daß Industrie und Grossisten mit gegen hat die Industrie- und Handelszeitung" die Lagerbeständen zu 25 Proz. unter Tagespreis jenen Ergebnisse ihrer Breismessungen im Einzelhandel in Gold ver- Detaillisten liefern, die sich verpflichten, das gleiche Opfer zu glichen. Sie schreibt: bringen. So stieg das Lebenshaltungstostenniveau von 76,2 Proz. in der Vorwoche auf 104,6 Broz. des Dollargold- Bon Interesse ist, daß die führende Zeitschrift für Modewaren, niveaus in der Berichtswoche, die Ernährungstosten er- und Konfektionsgeschäfte, Webereien, Spinnereien und Färbereien, fuhren die noch stärtere Aufwertung von 93,5 Proz. auf Der Konfektionär", sich warm für die Notgemeinschaft 152.6( 1) Broz, fo daß die die Ernährungsfoften bestimmenden einsetzt, deren praktische Wirkung darauf hinausläuft, durch EntBreissummen auf Dollar reduziert ihren entsprechenden Dollar gegenkommen dem geschwächten Konsum gegenüber die Produktion betrag der Vorfriegszeit bereits weit überschritten haben und auch neu beleben und der Arbeitslosigkeit damit zu steuern. Oeffentliche Versammlung Dienstag, den 13. November, abends 7 Uhr, im großen Saal des Lehrervereinshauses, Alexanderplat Tagesordnung: " wenn Hier ist in der Tat ein Weg, um die Abfahstockung zu beheben oder wenigstens zu mildern. Wenn alle Kreise der Industrie und des Handels sich zu einem derartigen Borgehen aufraffen würden, das volkswirtschaftliche Bedürfnis nach einem der Teuerung angemessenen, in wertbeständigen Zah lungsmitteln zu leistenden Lohn sich durchseht, so wäre sicherlich ein Wiederaufleben der Beschäftigung zu erwarten, das durch Argefördert werden könnte. übereingedeckt und nicht nur alle möglichen Bedarfsartikel, sondern Die Judenverfolgungen- ein Vorbote der Reaktion! beitsbeschaffung öffentlicher Organe, des Reiches und der Länder Referent: Reichstagsabgeordneter Gen. Hildenbrand, Württembergischer Gesandter. auch Luruswaren aller Art als„ Kapitalanlage" gekauft haben, nachdem der sogenannte Mittelstand verarmt ist, bleibt teine andere Möglichkeit mehr, als durch Stärtung der Kauftraft der Lohnempfänger den Warenmarkt zu beleben. Darum Diese Versammlung gilt als Kampfruf gegen den umfidhgreifenden Antisemitismus. binden versehen, um 5% 2hr zur Stelle sein. brauchen wir eine Erhöhung der Löhne und einen Abbau der Preise. Es ist unwahr, wenn man behauptet, der Abbau der Eintrittsgeld: Preis einer Straßenbahnfahrt am Dienstag. Breise sei nur durch eine Aufhebung des Achtstundentages zu er= Bereinigte Sozialdemokratische Partei Berlin. zielen. Tatsächlich ist in der Inflationswirtschaft eine Uebersteigerung Die feitens der Kreife zu stellenden Saalordner müffen, mit Arm- empfindliche Lücke wenigstens für ein einzelnes Land auszufüllen, der Warenpreise eingetreten, die in allen anderen als in der Arbeitszeitverkürzung ihre Ursache hat. Und es sind oft genug gerade bürgerliche Sachverständige gemefen, welche auf diese Preisüberspannung insbesondere in den Rohstoffindustrien hingewiesen und dargelegt haben, wie man in dem Bestreben, sich gegen die Folgen der Geldentwertung zu sichern, durch Einbeziehung aller möglichen Risitoprämien Preise errechnet hat, die zu einer Bernichtung des Absages, zum Selbstmord der Unternehmun gen führen mußten. schon über das Niveau der Ernährungstoften ber Bereinigten Staaten, die im September 146 Proz. des Friedensniveaus ausmachten, hinausgeschossen find. Dieser Borgang ist für die Groß- Berliner Verhältnisse des. Dieser Vorgang ist für die Groß- Berliner Verhältnisse des megen besonders hervorzuheben, weil der Lebensmitteleinzelhandel eine nach dem Dollar festgefeßie Umrechnungszahl täglich ver. öffentlicht, die dem Dollar folgend in den letzten Tagen unverändert blieb, während die in Papiermark zu zahlenden Preise täglich hinaufgingen. Gewiß ist diese Entwicklung mitbedingt durch die fünstliche Niedrighaltung des Dollarkurses. Die Wirkung auf die Kauffraft des Lohnes ist, daß bei einem Goldlohn von 80 Broz. des Friedenslohnes der Reallohn, an Lebensmitteln gemeffen, nur noch rund 50 Broz, des Vorfriegslohnes beträgt. Die auf Papier marflöhne Angewiesenen erhalten meist noch weniger. Das graue Elend, das in den meisten Arbeiterhaushaltungen herrscht, muß sich poltswirtschaftlich auswirken in einer Abfahstockung für Industriefabrifate. Eine amtliche Statiffit über Konzerne und Trusts. Je rascher und zielbewuster sich seit Kriegsende in allen Industrien der Zu fammenschluß in Handel und Industrie, teils in vertikaler, teils in horizontaler Richtung vollzieht, desto mehr wird von jedem, Wirtschaftspolitiker der Mangel einer amtlichen Statistik über diesen modernen Konzentrationsprozeß beklagt. Den ersten Bersuch, diese hat neuerdings das Badische Statistische Landesamt gemacht. Wie wir der soeben erschienenen Nr. 10 der Statistischen Mitteilungen über das Land Baden" entnehmen, beträgt die Ge samtzahl der vom Statistischen Landesamt ermittelten für Baden in Betracht kommenden größeren Konzerne 59. Davon haben 20 ihren Sitz in Baden, 32 außerhalb Badens, 7 im Ausland. Am Gichel- Konzern sind 7, am Kahn Konzern sowie an der Inag Stinnes fit im Aufsichtsrat von 6 badischen Aktiengesellschaften; je 4, am Bingfonzern 2 badische Firmen beteiligt. Hugo der Blumenstein- Konzern in Berlin( früher Mannheim) hat an 14 Textilfabriken in Baden, darunter den größten des Landes, Interesse genommen; der Gerling- Konzern hat 2 Tochter. gesellschaften in Baden ins Leben gerufen. Es wäre wünschenswert, wenn sowohl das Statistische Reichsamt als auch die Statistischen Zentralstellen der einzelnen Länder ähnliche Untersuchungen über Konzerne und Trufts anstellten, wie das von Baden geschehen ist. # Be Kopfschmerz itrovanille Erhältlich in Pulver und Comeit sich die Lage in der lebten Zeit geändert hat, hat sie fich noch verschlechtert. In den meisten Berufen werden die Löhne heute noch in Papiermart berechnet und sind zu einem Bergleich mit den Goldpreisen schwer heranzuziehen, weil der Gold wert der Löhne je nach dem Tage der Zahlung schwantt. Neuer dings ist aber eine Reihe von Tarifen auf Goldmartbafis zustande gekommen. Dabei ergibt sich nun, daß diefe Tarife fast durchweg nur 80 Proz. des Borkriegslohnes in Gold ausmachen. Die Lebens haltungsfoften aber find bereits weit über den Borkriegs. ftand; wenn ein Brot, das fleiner ist als das Vorfriegsbrot zu 45 Pf., heute in Gold 83,3 Pf. foftet, wenn ein Pfund einfache Leberwurst 3 Goldmart fostet negen etwa 1 M. vor dem Kriege, Ein Preisabbau aber muß erfolgen. Ja, es gibt Gewerbe wenn das Fleisch den breiten Massen unerschwinglich geworden ist, gruppen, die ihn bereits felbft propagieren, weil fie so kann feine wesentliche Kauffraft für Bekleidung, Wohnungsaus- fchen, daß es so wie bisher nicht weitergeht. Der Einzelstattung und andere Ware mehr verfügbar sein. Wo sie sich dennoch handelsverband der Textilindustrie erläßt einen eigt, wie z. B. am Anfang voriger Woche, so ist das eine Folge Aufruf zur Bildung einer Notgemeinschaft. Die Verbandsmit ber zeitweilig wieder auflebenden Balutatonjunktur und der Tatsache, daß das Bolt in feiner Mehrzahl noch immer nicht den Lohn glieder sollen sich verpflichten, für einen bestimmten Zeitraum ihre in wertbeständigen Zahlungsmitteln erhöht, seine Papiermart also bringen, um Gelder flüssig zu machen, die der Industrie auf dem KOCH& SEELAND G. M. B. H. Waren außergewöhnlich billig zum Verkauf zu Daß wir mitten in einer Teuerung in Gold stehen, wird sogar Wege neuer Auftragserteilung zugeführt werden sollen, Gegründet 1893. bei jebem drohenden Marksturz abstoßen muß. bleibt Frankfurt/ MS. ärztlich bevorzugt Migräna. Zahnschmerz Rheuma Oblaten. Keine Geldentwertung mehr! Bei uns fauft man auf Ratenzahlung STOFFE für Herren- und DamenBekleidung wertbeständig. Gertraudfenste. 20-21. Persil Persil das vollendete Walchmittel höchster Theater Lichtspiele usw. Thalia- Theater Theater i. d. Volksbühne KöniggrätzerStr. 2: Und das Licht scheine 8 Uhr: Don G11 7: FigarosHochzeit Komödienhaus > Uhr: Lessing- Th. Mein Vetter Eduard Heute bis Donnerst 72 Uhr: Rausch Berliner Theater Freit. 7 Uhr: Faust 7.30: Dolly Bent. Künstler- Th. Th. im Admiralspalast Allabendlich 8: Drunter und drüber Tybbke( dabar) Tägi 7 Uhr DeutschOpernhaus Max 7 Uhr: Carmen Walhalla- Theater ( Aktionärk. ungült.) Mig. 72: Fliegend. Holländer Große Volksoper Im Theat d. Westens 7: Die Fledermaus Mitg, 72: Barbier v. Sevilla Intimes Theater Weinbergsweg 19-20 Internationale Spezialitäten Anfang 72 Uhr Volkstüm.Preise 8 Uhr: Abendbesuch Komische Oper Die k. u. k. Hose etc. Lustspielhaus 8U. Nebeneinander. Volksstück 1923 Metropol- Theater Allabendlich 7/2 Die größte Revue des Kontinents: Die Welt ohne 7: Casinogirls Schleier Neues Theat. a. Zoo ReichshallenTh. 743 Die Luxusiran ra. 7½ U. Uhr u.Sonnt. 3 U. Renaissance- Theat. Stettiner Uk Studentenliebe Sänger U. Schauspieler- Th. ( Friedrid- Wilhelmstädt. Th.) Chausseestr. 30 72 U.: Titus u. der Talisman. Sonkin u. d. Haupttreifer ( Karl Ettlinger) Thalia- Theater 7½ Th. a. Kottb. Tor Täglich 7/2 Ubi a. Sonntag nach mittag 3 Uhr: ELITE Sänger U. a. Esmeralda d. Tänzerin Scheidungsreise Prinacks, Theater 1.d.Sommandantenstr. Täglich 72 Unr: CHARLIE Wallner- Theater 80 Uhr: Causa Kaiser Palas Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretanstr. Uraufführung des UniversalGroßillms: Rose- Theater Närrische 3 u. 7 Uhr: Im weißen Röß'! Frauen's ( Foolish Wives) Filmioman aus Monte- Cario Casino- Theater 2Teile, 12 Akte in 8 U.: Der Ehemann ohne Frau! Vorher bunter Teil einem Spielplan Beginn 7 und 9. Sonnt 5,7 u 9U Dresdener Str. 72/73 Täglich 7 Uhr: Die Scheidungsreise Musik von Hugo Hirsch Sondervergünst.: Auf allen Plätzen 50% Ermäßigung auch Sonntags bis Ende November Neues Operetten- Theater II. Rang nur 80 Milliarden Parkett Faut. 180 Milliarden Orchester- Faut, 250 Milliarden 712 Uhr: ના Siegerin Bei Zahlung in Goldanleihe Programm u. Garderobe frei Sig. 3% U. ganz kleine Preise Die kleine Sünderin HINTATORIEN Etablissement Cafe ielka Friedrichstraße 60, Ecke Leipziger Straße Variété Kabarett Täglich 784 Uhr: OTTOREUTTER Lotte Werkmeister Lisa Weise Curt Vespermann Janos u. Olivia Apollo- Theater Nachmittags 72 Allabendl. 7 Die große Revue Europa spricht Varieté- Programm Rauchen gestattet! Kabarett Vorstellungen davon! Quittungs- Marken Metallbetten Seit 40 Jahren Spazialität Conrad Müller, Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv.) Schkeuditz- Leipzig Kat. 30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. Gewerkschaftshaus Win Engelufer 25 Sonntag, den 11. Novbr., abends 6 Uhr Auftreten des Berliner Sängerquartett MUSIK*** GESANG EINTRITT FREI Bei Jager Str. 63a freiem Eintritt Das größte Raduniting Kabarelt 8 Das neue fensationelle Variété Programm Große Bier चचवाल शिवबालबा Güte und Ergiebigkeit Nordamerika CUNARD Schnelldienst Hamburg Southampton New York Cherbourg ,, Andania" 14000 tons 28. Nov. ,, Tyrrhenia 17 000 tons 20. Dez. Neue Postdampfer, Oelfeuerung I., II. Klasse, Kajüte und III. Klasse Regelmäßige Schnellinien von Liverpool, London, Glasgow und kontinentalen Häfen nach den Vereinigten Staaten und Canada Wochentlicher Expreßdienst Southampton Cherbourg- New York Vertretung in Berlin: Cunard Linie Reisebureau G. m. b. H., Hotel Bristol, Unter den Linden 6 sowie Atlantic Express Gesellschaft m. b. H., Friedrichstraße 131( Ecke Karlstraße) Abteilung Sade abgarn Spezial.Behandl. nur für Ischias tauft Lothringer Str.48 Norden 4661 ומופוקוע in Häften, Gesäß u. Modetanzkurse. Anfängerkurse 2. NoBain i. 15 T. baselt. pember. Brivatunterricht jederzeit. Invalidenstr. 106. Stellmacher, Tempelhofer Ufer la, Salle9-11, 4-5. Jacoby. fches Tor. Lugow 3267. Gegründet 1893 Zirkus Henny, gen. ber europ. Barnum u. Bailey Berlin N, Exerzierplatz Schönh. Allee Heute Sonntag 3 u. 7, 2hr Su der Nachm.- Borstell, Erwachsene and Kinder auf allen Blägen halbe Breife. Die Raubtierschau ift den ganzen Tag geöffnet. Bon 10-12 Uhr porm. Paradekonzert vor dem Zirkus. HAMBURG- AMERIKA LINIE UNITED AMERICAN LINES Nach NORD-, ZENTRAL- UND SÜDAMERIKA AFRIKA, OSTASIEN USW. Billige Beförderung über deutsche und ausländische Häfen.- Here vorragende III. Klasse mit Speise und Rauchsaal. Erstklassige Salon und Kajütendampfer. Etwa wöchentliche Abfahrten von HAMBURG EACH NEW YORK Eisenbahnfahrkarten zu Schalterpreisen. Zue sammenstellb. Fahrschein hefte für das In- und Ausland Schlafwagenplätze Bettkarten für deutsche und für internationale Schlafwagen Reisegepäckversiche ohne Zeitverlust zu güns stigen Bedingungen, auch für Übersce Luftverkehr Rundfüge, Reklameflüge, Brief- u. Paketbeförderung Auskünfte und Drucksachen durch HAMBURG- AMERIKA LINIE Hamburg und deren Vertreter in: BERLIN W 8, Unt. d. Linden 8 Potsdamer Platz 3 und Leipziger Str.( Kaufhaus Tietz). Frachtauskünfte erteilt das Schiffsfrachtenkontor G.m.b.H. BERLIN W 8, Unt. d. Linden 8. .391 Mach KidAmerika Liber Spanien ... UILD mit den Dampfern des NORDDEUTSCHEN LLOYD BREMEN Beste Reisegelegenheit in allen Klassen Anerkannt gute Verpflegung und Bedienung Kostenlose Auskunft und Fahrpläne durch eämtliche Vertretungen In Berlin W. 8: Norddeutscher Lloyd, Kafütenbureau Berlin, Unter den Linden 1( Hotel Adlon) in Berlin KW. 40: Generalvertretung: F. Montanus, Invalidenstr. 93 in Berlin W. 9: Transatlantisches Reise- und Verkehrsbureau, Budapester Straße 4 in Berlin W. 8: Weltreisebur. ,, Union", U. d. Linden 22. UNITED STATES LINES Amerikanische Regierungsdampfer NACH NEW YORK von Southampton- Cherbourg LEVIATHAN 20. November, 15. Dezember Von BREMEN Aber Southampton und Cherbourg nach NEW YORK GEORGE WASHINGTON 27. November, 29. Dezember President Harding 14. Novbr., 18, Januar President Fillmore 21. November America 5. Dezbr., 9. Januar President Roosevelt 12. Dezember President Arthur 22. Dezember Abfahrt von Southampton und Cherbourg 1 Tag später Alles Nähere durch untenstehende Adressen Vorteilhafte Gelegenheit für Güterbeförderung UNITED STATES LINES BERLIN: W 8, Unter den Linden 1| NW 40, Invalidenstr. 93 W9, Budapester Straße 4| W8, Unter den Linden 22 General- Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen Schreib ROYAL MAILLINE und Rechen Maschinen Gebr. Weinitschke Die Königl. Englische Postdampfer- Linie Gegründet 1889 Regelmäß. beschleunigter Post-, Passagier- und Frachtdampferdienst Seybelstr HAMBURG- NEW YORK Verteidigungs- Waffen Sicharkeits Wie Pistolen, Revolver, Gammiknäppal etc. aller Art in re'dib. Auswakl. Waffen- Loescha, A.d.Spandauer Br.11, Bh. Börse Dirksenstr. 22-23, Bh.Alex.- Pl. Das Schulprogramm der Sozialdemokratle v. RICH. LOHMANN Ein Prakt. Handbuch für Eltern, Lehrer u. Erzieher, in dem nicht nur die Forderungen der Sozialdemokratie zufammengestellt find, fondern auch die nächsten Möglichkeit. zur( chrittweilen Erreichung des Zieles dargelegt werden. Preis- Grundzahl M. 0,50 Buchhandlung Vorwärts BERLIN SW 6G LINDENSTR. 2 P.- D. ,, Orbitas * P.- D. ,, Ohio" 99 P.- D. ,, Orca" * P.- D. Orbita" 59 P.- D. ,, Orduna". • 19. November 8. Dezember 18. Dezember 31. Dezember 8. Januar 24 P.- D. ,, Orduna". 27. Februar24 * Nur Hamburg- Southampton I. Klasse, Kajüte und II. Klasse. BRASILIEN- LA PLATA von Southampton und Cherbourg P.- D. ,, Arlanza" P.- D. ,, Avon's. OF 16. November .30. November Minimal- Fahrpreise III. Klasse Hamburg- Südamerika Wohndeck 12, Geschlossene Kabine£ 14. Nähere Auskunft erteilen: ROYAL MAIL LINE S. H. HAMBURG BERLIN Alsterdamm 39 Unter den Linden 17-18 sowie für Passage: Brasch& Rothenstein, Berlin Unter den Linden 71 Aenderungen vorbehalten Marken- Zigaretten arken- Zigaretten Deutscher Verkehrsbund. Am 5. November wurde unser Kollege Willi Nordmann von einem schnellen Tod ereilt. Der Berfterbene war seit 1912 Mitglied des Bundesvorstandes und hat als folcher ftets eifrig und erfolgreich am Aufbau der Organisation mitgewirkt. Auch in der Arbeit für seine Berliner Kollegen gab er sein bestes. In Nordmann veriteren die Bundesmitglieder einen unbeftechlichen Borkämpfer ihrer Intereffen und der Bundesvorstand einen nimmermilden Mitkämpfer. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Der Bundesvorstand. Die Einäscherung findet am 14. Nov., 41% nachm. in Baumschulenweg statt. Bekanntmachung Im Anschluß an unfere Bekanntmachung vom 4. November b. Js. teilen Deutscher Metallarbeiter- Verband Die Beiträge betragen für die 46. Woche, fällig mit Gonntag, den 11. November 1923: 90, 80, 60, 50, 85, 12 Milliarden, 200 Millionen( Lehrlinge), 5 Millionen( Jnvaliden). Alle rückständigen Beiträge find ebenfalls mit den obigen Beitragssägen zu begleichen. Die Kollegen, die von der Haustaffierung nicht erfaßt worden sind, haben das der Berwaltung umgehend mitzuteilen. Die Funktionäre in den Betrieben werden erfucht, ebenfalls in diesem Ginne tätig. zu fein. Es liegt im eigenen Intereffe der Kollegen, dafür zu sorgen, daß der Beitrag für die laufende Woche bereitgelegt wird. Achtung! Bauauschläger Achtung! Dienstag, den 13. November, abends 7 Uhr, imberbandshaus( Gigungsfaal), Linienstraße 83/85: Branchenversammlung wir hierdurch mit, daß wir von jest ab Achtung! Graveure, 3ijeleure! bis auf weiteres die Umrechnung des Goldgaspreises von 21 Pf.( bzw. 21,8 Bf Mittwoch, den 14. November, nachfür Grünan) in Papiermart auf Grund mittags 5 Uhr, im Alegandriner", Alexandrinenstraße 37a: des am Vortage der Zahlung festgesezten amtlichen Berliner Dollarturses vornehmen Außerordentliche werden. Weitere Preisänderungen bleiben Brauchenversammlung vorbehalten. Berlin, den 11. November 1923. 45/2 Die Ortsverwaltung. Gasbetriebsgesellschaft, Att.- Gef. Allgemeine Ortskrankenkasse für Zehlendorf und Umgegend + Geschlechtskranke+ Behandlung von Syphilis, Hautausschlägen, Wunden. Harnröhrenleiden, starte Ausflüsse, auch wo alles versagte, wurden Tausende durch Phorofanos das neue deutsche Reichs. Patent, furzfristig geheilt. Biele Danksagungen und Dankschreiben. Gewissenhafte ärztl. Beitung. Phorofanos Heilanstalten, = BoisdamerStr.109, naheStegligerStr. Brunnenstr. 191, nahe Rosenthaler Pl. Getrennt für Herren und Dame. Sprechzeit täglich 10-7, Gonnt. 9-12 Diamant p. Mille 2,2 Tabake, Zigarren Marken- Zigaretten R. 6, Pteo 3,3 Für diejenigen Bersicherten, für die nicht Beiträge nach dem tatsächlichen Verdienst zu zahlen find, betragen die Grundlohn itufen vom 12. November 1923 ab in Milliarden. Lehrlinge ohne Entgelt 50, 1. 75, 11..150, III. 250, IV. 350, V. 450, IV. 550, VII. 650, VIII. 750, IX. 850, X. 1000. Behlendorf, den 9. November 1923. Der Vorstand. 24/14 G. Heymeler, Borf. A. Fischer, Schriftf. Allgemeine Ortskrankenkasse für Berlin- Steglitz. Bekanntmachung. Der in der Bekanntmachung vom 4. b. M. peröffentlichte Grundlohn erhöht sich unt das Behnfache, er beträgt 1 Billion pro Tag. Dementsprechend erhöhen sich auch die Beitragssäge für die Woche vom 12. bis 18. November 1928. Berlin- Stegliz, den 9. November 1923. Der Borstand. und alle bek. billigst. Garbaty, Jofetty, Problem, Galem, Dota, Tabak u. Zigarren Constantin, Karmitry, Moedel, Borsig. Alb. Wagener, Schriftf. Garbaty, Halpaus, Zigarren von 5 Pf. ar. Reemtsma, Constantin, Tescawi und viele Avramikos, Muratti, gibt ab unt. Tagespr. Tabak von 20 Pf. an andere Marten weit unter Zagespreis. Großhandig.. Werfistr. 21. Teleph.: Moabit 2114. Bekanntmachung. einschließt. Steuer Tabat- Großhandlung H. Riesenburger, Arno Geßner, Tabakwaren Ortskrankenkasse d. Kiempner zu Berlin nferate im Hei- Ko, Wiener Str.8 ente. 31, am Nordhaf. Tel. Moab. 1708 Vorwärts fichern Erfolg! LETTLANDS einzige große deutsche Morgenzeitung Rigasche Nachrichten Organ der demokratischen Deutschbalten Bestes Informationsorgan über Volkswirtschaftliche Fragen Lettlands und aller übrigen Randstaaten Allwöchentl. Sonder- Ausgabe über Rußlands Wirtschaft, Handel and Industrie Verbreitetstes Insertionsorgan Redaktion und Expedition: Kleine Königstraße 9, Riga, Latviá Zahngebisse Gold, Silbers, Platin- Bruch kaufen Französ.Str.15 II. Schneider& Sohn an der Friedrichstraße BESTECKE mit u.ohne Silberauflage. Riesenauswahl, nur billigste Preisberechnung M. Dinse, Juwelier Lichtenberg, Frankf. Allee 202 Nähe Bahnh. Lichtenb.- Friedrichsf. Teleph. Lichtenberg 3322 Jedes Wort 0,10 Goldmark. Das fettgedruckte Wort 0,20 Goldmark ( zuläss.2 fette Worte). Stellengesuche das 1. Wort( iett) 0,10Goldmark, jedes weitere Wort 0,05 Goldmark. Worte mit mehrals 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Eine Goldmark= ein Dollar geteilt durch 4,20 Verkäufe Wertbeständiges Geld wird mit 10 Proz. Aufgeld in Zahlung genommen! Nur für Montag sind die Preise gültig Flauschmäntel flotte Formen, beste Qual. 39, 25, 19, 12, 9, 6% Goldmk. la Affenhaut- u. Eskimomäntel m.Pelzb. 89, o.Pelzb. 72, 59, 48,89% Mohär- Astrachanmäntel Wollplfischmäntel auf Herrenfutter Strickjacken 99 46 99 .58 " 63 Billige Pelz- Angebote! Seal- Electric-, Biberette- Mäntel, Katzen- Jacken, Slinks- Jacken, Ia Futter, erstklassige Verarbeitung. Prachtmodelle noch sehr billig. Plüsch- und Krimmermäntel in großer Auswahl. Neue Eingänge kosten weit über das Doppelte Westmann 1. Geschäft: Berlin W8, Mobrenstr. 37a 2. Geschäft: Berlin NO, Gr. Frankfurter Str.115 Kleine Anzeigen fauft Auf Grund der Verordnung des Reichs arbeitsministers vom 27 September 1923 hat der Vorstand in seiner Sizung vom 6. November 1923 beschlossen, mit Wirkung vom Montag, den 12. November 1923, den Grundlohn für die Bersicherungspflichtigen nach dem wirklichen Arbeitsverdienst zu bemeffen und von diesem Berdienst ohne Ritaficht auf deffen Höhe 10 Proz. als Bei trag zu erheben. Die Herren Arbeitgeber haben zu diesem 8wed bei jeder Lohnzahlung eine Lohnliste auszufüllen und fofort der Raffe einzureichen. Erfolgt die Einzahlung der Beiträge nicht binnen drei Tagen, so ist der Entwertungszuschlag nach bem jeweiligen Stand der Neichsrichtzahl zu entrichten. Wir verweisen auf das den Herren Ar beitgebern zugegangene Rundschreiben Nr. 28. Für die Bersicherungsberechtigten wird der Höchstgrundlohn vom 12. November 1923 ab bis anf weiteres auf eine Billion Mart feftgefeht. Berlin, den 10. November 1923. Der Borstand. Hermann Siegler, Mag Przybelsff, Vorsitzender. 24/12 Schriftführer. Marken- Zigaretten Zigarren- Rauchtabake Batschari, Manoli, Reemtsma, Jasmatzi, Constantin, Eckstein laufend am Lager. Tabakwaren Großhandlung Dunckerstr. 3, Stfl. part. r. Humboldt 3989 Fritz Stein Dom Kernfelfen, Kerzen, Schmierfeife, Scheuertücher und Toilette elfen. Berkauf erfolgt nur an Wieberveäufer. Unser Geschäft ift 1 Minu Alexanderplat entfernt. Gehene also durch die Alexanderpassage unt laffen Sie sich unsere Preise sagen, es loi nt sich. Sannik& Co., Geifengroßhandinng, BIR. NO 18, Elisabethstr. 32, AmtRgft 50 Anzeigen, die für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis 4%, Uhr nachmittags in der Haupt- Expedition des Vorwärts, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Dieselbe ist wochentags von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags geöffnet. Geldverkehr * beginnen. Privatunterricht jederzeit. kauft Stenographie- Aurfus 60 Milliarden, Richerheit. Schreibmaschine, landwirtschaftliche Buch-( Stollendorfplak). Re- führung. Solles Privatschule, Botsbamerstraße 116a. Nette, Gesundbrunnen. Raufmännische Privatschule Boleslaus Roffat, Babftr. 67, Sumboldt 223. Anmeldungen jeberzeit. Belle- Alt- Drucksachen kostenfrei. November neue Lehrgänge. Elegante Belzmäntel, Belzjaden, Emaillebrähte, Dynamodrähte, Chri- Pistolen, große, mit Raften, Munition, Tanzunterricht Stellmacher, Tempel-] Wölfe, Füchse, Opossumschals, Sport- ftionat, Röpenickerstraße 39( Adalbert- Prismengläfer. Ueberbiete jedes Gebot. hofer Ufer la, Sallesches Tor. Rurse pelze, Bifamgebpelze verkauft auffallend ftoaße). * Kirstein, Linienstraße 50. Geifen verkaufen günstig engros und billig Goldmann, Rottbuser Tor, EinPapiergewebe, Bahngebiffe, Gilberfachen, Sinn, Qued Badkleinwand detail. Dr. Merson n. Langen, Karl gang Dresdenerstraße 136. Filber, Goldschmelze Friedrich Chriftio- Pappel- ee 12. Straße 18a. Mobellanzüge, Modellmäntel, eigene nat, Röpeniderstraße 39( Adalbertstraße). Schallplatten zahlt viel mehr. Qualitätsteppie! aus erster Band Atelierarbeit, allerbeste Maßftoffe, von Spottbillig, billige Felbstecher 08, Brismengläser, Photo. paratuvanstalt Streligerstr. 47. Fabritabschlüsse. 30 Goldmark, Sporipelze, Gehpelze don 120 Go Smart an. Grammophonplatten Busemen, Rant- apparate, Jagdgewehre zahlt 20 Broz. Schulz, Röenerstr. 6. an der Lügowmehr wie Konkurrenz. Müller, Jahn- Belle- Alliance- Straße 95. * ftraße 5. Straße. straße 1. Anzutreffen 3-7. Mrpl. 4722. Frauenhaare fauft Nelte, Nähmaschinen, neue, gebrauchte, Adler, Möbel Sädecintauf, Nähgarn. Swinemünder ance- Straße 95. Phönig, Gingerbobbin. Rastorn, Rott Straße 7. Sumboldt 489. buferbamm 6, vorn hochparterre. Metallbetten, Chaiselongues 5 Gold70 Milliarden für 1 Kilo Schallplatten. mart an. Patentmatragen, Bolster- Kartoffelsäde, Strohsäde, Rudfäde Blattenumtausch. Röpenickerstraße 183a, Feberhandwagen, Leiterwagen, Rollauflagen, Kinderdrahtbett. Meicke, verkauft Fuldaftr. 25. Neukölln 2196. Romintenerstraße 4. Tarren, Einzelteile. Fabrit. Dresdener Auguststraße 32a, Quergebäude. Sädeantauf Gollnowfte. 9. Straße 55. Babeneinrichtung, gebraucht, kaufe. AeuKomplette Simmer, Einzelmöbel, Raufe Rabel, Ligen, Kupferdrähte, Berfte Preisangabe. Offerten Kinderwagen, Klappsportwagen, neue, billig. Wenger, Marfiliusstraße Wachsbrähte, Spulendrähte, Motoren, B. 116 Gerstmanns Annoncenbureau, Untersuchung, ärztlich empfohlen. Seb. hebrauchte, verkauft Schwarzmann( Alexanderplat). Glühlampen fomie sämtliches Installa. Aleganderplay 1. Rottbuserdamm 93. tionsmaterial. Elektrizitäts- Werkstätte Neukölln, G.m.b.S., Rcitbufer Damm 98. Morigplay 163 68. * # Saclad! Möbelleder tauft Taufenb Autozubehör Patentmatragen, Auflegematragen, Chaiselongues. Balter, Stargarder Bekleidungsstücke, Wäsche usw. ftraße achtzehn. Leihhaus Friedrichstraße 2( Sallesches Küchen edelfter Formen, vornehmste Tor) verkauft elegante Serrenanzage, bis einfachte, preiswert. Märkische Holz- leben Bosten Norddeutscher Möbelver- Friedrichsgracht 5-6. Ulster, Baletots, Sportpelae, Gehpelae, industrie, Wilhelmstraße 83. Rapenjaden, Sealmäntel, Kreuzfilchfe, 3118. Kein Laden. Graufüchse, Blaufüchse, Wölfe zu enorm trieb, Oranienstraße 155/156. Kurfürft Verschiedenes Vertrauensvolle unter 135/5 Brivataufnahme, amme Ussat, Warschauerstraße 1. Gewissenhafte Untersuchung. Seb. * Milliarden, Ratenrüdzahlung, Möbel. Milton, Raldreuthstraße 1 Arbeitsmarkt rinnen, Stellenangebote Gadstopferinnen( Fußbetrieb), Nähe. Sortiererinnen, gelibte, stellen ein Glaß, Oppenheim u. Co., 86/14 G. m. b. S., Waßmannstraße 12. „ Vorwärts'- Austrägerinnen werden sofort eingestellt amme Sildesheim- Edel, Bülow ftr. 62. Berlin, Baufiger Blag 14/15; Wilhelms Vertrauensvolle Ausfunft, langjährige havener Str. 48. Sündkerzen, Glühbirnen kauft Rösler, Erfahrung. Frau Erdmann, ärztlich ge- Charlottenburg, Gefenheimer Str. 1. prüft, Stralauer Blag 8-9, linter Cel. Lichtenberg, Wartenbergstr. 1; Borhage ner Str. 62. tenflügel, II( dirett Schlesischer Bahn Litenberg- Friedrichsfelde, Frankfurter hof). Aud) Sonntags. Allee 185, Laden. Auskunft Frauen, Rentölln, Neckarstr. 2. Mädchen, langjährige Erfahrung, ärzt. Schöneberg, Belziger Str. 27. lich geprüft. Wolff, Wiener Straße 20, Tempelhof, Kaiser- Wilhelm- Str. 18. Drittes Portal, II. Wilmersdorf, Raiferplag 10, ptr. Auslandspreise für Möbelwirtschaften. Werkzeuge u. Maschinen Sochelegante Schlafzimmer in retcher Einzel- Möbel, Teppiche. Rönig, Elfafferbilligen Preisen. Reine Lombardware. Auswahl au foliben Breisen verkauft ftraße 19. Norden 749. Kugellager tauft höchftzahlend Elbin gerstraße 9. Auf Teilzahlung moderne Herrenanzüge, nur direkt Schlafzimmer- Spezialfabrit, Billardbälle, Elfenbein, kauft Dinger, Zaillenmäntel, Cutaways. Maßberarbei- Burgstraße 27, Bureauhaus Börse. Motor, Schellad, Leim, Tischlerwert. Prinzenstr. 75. tung, beste 8utaten. Bequeme, bisfrete zeug, Tischlereimaschinen tauft Ernst, Zeilzahlung. Leifer Gottlieb, NollendorfAlte Autoreifen, Filmzelluloid fauft Dranienftt. 166. III. straße 22a. Hochbahnhof Nollendorf Sorn, Grilner Weg 24. blah. 9-12. 3-7. Kugellager, Nägel, Schraubenankauf. Musikinstrumente Belzwaren- Teilzahlung liefert Pelzmarenfabrit Kallis, Tile- WardenbergStraße 11 I, Nahe Bahnhof Tiergarten. Bint. Brunnenstraße 35. 9-7 geöffnet. Sola Flügel, Pianos, Harmoniums ständig Gelegenheiten. Rabenstein. Münzstr. 10* Höchste Reforbpreise fülr Maufer. Röpeniderstraße 98 III. pistolen 7,63 mit Anschlagtasten, sowie Bianos Nägel, Maschinenschrauben, Klaviermacher andere automatische Biftolen, Jagdfchrauben kauft odite, Amsterdamer preiswert. waffen, Leuchtpistolen, 8ielfernrohre, Prismengläser, Feldgraue 08 Rlewis, traße 21. Lehninerstraße 2, Ede Hasenheide.* Kugellager, Boschzündkerzen, Magnete, Säde, Plane, Emballage, 8wirne Bergafer tauft Mechanische Werkstatt, Gartenplag 5. lauft höchstzahlend Abisch, Linienftr. 44 Brismengläser, Feldstecher 0,8. Bhoto-( Schönhaufertor). Norden 2824. Belshaus Warschauerstraße 7. Ge. apparate zahlt konkurrenzlofe Preife! Metallschmelze, Neanderstraße 35( nur Unterricht Frant, Blücherstr. 56. Morigpl. 141 63. Tegenheitstäufe. Spottpreise. Belzwarenwegner, Potsdamerstraße 43, Spottbillige Damenpelzwaren, Herrenpelzwaren, Neuwaren, Ebelschmuckwaren. Kreuzfüchse, Gilber Kaufgesuche im Laden), tauft 8ahngebisse, Platin. Gelegenheit. Schallplatten, alte, zerbrochene, tauft abfälle, Goldfachen, Silberfachen. Qued. Ringewald, filber. fämtliche Metalle. Füchse, Wölfe, Sealmäntel, Jaden, fpott. 8u höchftem Tagespreis. billig beim Fachmann, Marianner. Schreinerftr. 57, Hof parterre. plak 7. Fahrräber tauft Linienstraße 19. Pistolen, Felbstecher, Fotos höchstgah. Tend. Rofe, Gollnowfte. 16. Berlis School. Frembe Sprachen. Leipzigerftraße 128a, Ecke Wilhelmstraße, Sauentienstraße 19a. Einzel- und Klaffenunterricht. Eintritt jederzeit. * Vertrauensvolle finden im Vorwärts tellenangebote beste Beachtung Branchekundiger Meister bezw. Betriebsassistent wird für Wiener Gasglühlichtfabrik aufgenommen. 139 3 Ausführliche Angebote mit Angabe der Gehaltsansprüche an Auergesellschaft, Wien, IV., Schleifmühlgasse 4.