Nr. 531 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 265 Bezugspreis: Bom 11.- 17.November 240 Milliarden Mart voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 11.- 17. November für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Lugemburg 340 Milliarden, für das übrige Ausland 440 Milliarden. Postbezugspreis freibleibend. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage..Bolt und Reit", der Unter. haltungsbeilage..Heimweit" und der Beilage ,, Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 50 Milliarden M. Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Reklamezeile 3,50 Goldmark. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 0,20 Goldmark( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Bort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Dieser Aussprache wird auch des- sympathisierende Volksgunst, 3. der Generalstaatstomhalb große Bedeutung beigemeffen, weil der Große Ausschuß missar v. Kahr und die mit ihm durch Lossow und Seißer der Bayerischen Boltspartei heute in Münden zu- verbundene bewaffnete Madt, die tatsächlich die Staatsgewalt in fammentritt und man erwartet, daß er zu der Frage Kahr Stellung Händen haben. Gegen alle drei steht die Sozialdemokratie und die Arbeiterschaft die der Diktator Kahr durch das aus nehmen wird. rein politischen Gründen erlassene Münden, 12. November.( Eigener Drahtbericht.) Die allge= meine Bolfsstimmung gegen Rahr ist unverändert die gleiche. Allerdings zeigte sie sich am Montag nach außen hin nicht mehr mit derselben Heftigkeit wie am Sonntag, wo sie in den Abendstunden zwischen 5 und 7 Uhr einen sichtbaren Höhepunkt in bibelen etwa 500 far bentragende Studenten, die ihren zwei Demonstrationszügen erreichte. Den Kern des einen Zuges Weg von der Univerſität durch die Ludwigstraße ins Stadtinnere nahmen und denen sich Tausende von Passanten anschlossen. Beide Demonstrationszüge, die fich in Niederrufen gegen Kahr und Hochrufen auf Hitler nicht genug tun fonnten, murden in der Nähe der. Residenz von Polizei und Reichswehr auseinandergetrieben, wobei einige Schredschüffe fielen. Um 8 Uhr abends Jette bie Gäuberung der Straßen ein, die in furzer Zeit vollkommen burchgeführt war. Für Dienstag, den Begräbnistag der Toten Dom Freitag, befürchtet man neue Ausschreitungen. Die in den letzten Tagen auf abends 8 Uhr festgesetzte Polizeistunde wurde ab Montag auf 10 Uhr verlängert. Die Berbot der sozialdemokratischen Presse nahezu völlig gefnebelt hat. Wie sich die Arbeiterklasse in dieser ganz außergewöhnlich schwierigen Situation zu entscheiden hat, ist für die Partei und für die freien Gewerkschaften eine Frage von weitgehender Bedeutung. Man muß wünschen, daß sie ihre Tatti und ihre grundfähliche Haltung nur von den realen Taisachen bestimmen lassen und in ihren Handlungen in keiner Weise vom Willen ihrer gemeinsamen Gegner abhängig werden. München, 12. November.( Eigener Drahtbericht.) Das bayerische Staatsministerium hat den Generalstaatskommissar ermächtigt, Bergehen gegen seine Verfügungen durch bestehende oder einzuführende Sondergerichte aburteilen zu lassen. 27 Zudendorff erklärt. Münchener Neuesten Nachrichten" eine Zuschrift gefandt, worin er mitteilt, daß er auf eine weitere Teilnahme an der völlischen Bewegung nicht verzichte. Er halte die völkische Bewegung für allein fähig, eine wirkliche Gesundung Deutschlands herbeizuführen. Die von ihm eingegangene ehrenwörtliche Berpflichtung beziehe sich auf seinen Aufenthalt in München und auf die Enthaltung einer staatsfeindlichen Handlung gegen die verfassungsmäßige Regierung. Er habe diese Berpflichtung während der Untersuchung abgegeben und werde sie halten. Bon amtlich bayerischer Seite wird neuerdings Wert auf die Feststellung gelegt, daß Hitler nicht bayerischer Staatsange Wie die Gefangennahme Hitlers, die jetzt amtlich behöriger sei.( Also Abschub über die Grenze? D. Red.) stätigt wird, auf die erregte Boltsstimmung wirken wird, ist im Augenblick noch nicht zu beurteilen. Zweifellos werden seine fanatifierten Parteianhänger, vor allem die völkischen Studenten, ihre München, 12. November.( TU.) General Ludendorff hat den Agitation auf seine Freilassung einstellen. Daß die Radikali fierung der Studentenschaft erschreckend fortschreitet, davon zeugte eine neue Studentenversammlung, die am Montag mittag, um 12 Uhr in der Universität abgehalten wurde. Stimmung war noch erregter wie am Samstag. Man hörte fogar Rufe mit dem Wunsche, es möchte sich einer finden, der Kahr umbringe wie Sand den Kotzebue. Die beiden Rettoren der Universität und Technischen Hochschule sowie die als sehr nationalistisch bekannten Professoren Sauerbruch und Graf du Moulins versuchten vergeblich, auf die Studenten, beruhigend zu mirken. Als erster Redner sprach Kapitän Ehrhardt, der erflärte, er fielle sich an die Spitze der nationalen Revolution und bitte die Vaterländischen Verbände, fich ihm anzuschließen. Sinter ihm stünden bereits außer seinen eigenen Organisationen der Bund Oberland" und die Magyaren. Die große Mehrheit der Verfammelten schloß sich ihm an, worauf noch der berüchtigte Schmalir, der sich in der Revolution vor fünf Jahren sehr wild gebärdete, eine Hegrede hielt. Hierauf zogen die Versammelten auf die Straße und versuchten, einen Demonstrationszug zu bilden, der aber sofort durch Reichswehr auseinandergetrieben wurde. Durch eine Berfügung des Generalstaatstommiffars wurde daraufhin 200 " Die Deutsche Zeitung" bringt eine Erklärung Ludendorffs in auffälligem Drud an der Spitze ihrer gestrigen Abendausgabe. Da nach hat der Herr General dem Generalstaatskommiffar Dr. v. Kahr mitgeteilt, daß er getäuscht und ohne jede Kenntnis der Zusammenhänge in das Hitler- Unternehmen hineingezogen sei und daß er Herrn Hitler geffern habe mitteilen laffen, er folle fich freiwillig dem Herrn Generalstaatskommissar stellen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkasse Lindenstraße 3 Was ist Marxismus? Eine Vorlesung für Herrn Stresemann. Ein Gespenst geht in Deutschland um, das Gespenst des Marrismus. Marrismus. Zuvörderst wurde es in München gesehen, es trug Klauen und Hörner und hinterließ einen penetranten Schwefelgeruch. Tapfere Männer machten sich auf, es zu verfolgen, ihr wollen war groß und rein" fagt Rahr, aber infolge von unverstand und Tücke" wurden sie untereinander uneins und schnitten sich gegenseitig die Hälse ab. 2t Nun hat es Herr Stresemann in Halle mit einer anderen Methode der Beschwörung versucht. Er erkannte, daß der Margismus gar nicht der Unhold und Kinderschreck ift, als der er den Hakenkreuzgläubigen im Bürgerbräu erschien. Der Marrismus ist vielmehr ein freundlicher Geist, maßvoll, staatsmännisch besonnen und beinahe nationalliberal. Man muß ihn nur richtig behandeln, meint Herr Stresemann. Also redet er ihm gut zu, er solle sich von hinnen scheren, da er doch nur für eine Periode der Hochkonjunktur" geeignet sei. Das hätte sein geistiger Bater, Karl Marx, schon einsehen müssen, denn er würde seine Ideen auf diese Zeit gar nicht angewendet haben. Aus all bem folgt, daß die Kapazitäten über den Begriff des Marrismus nicht ganz einig sind. Sie waren es noch nie. In München ist man z. B. überzeugt, daß der Marrismus etwas undeutsches, Jüdisches, Vaterlandsloses und Novemberverbrecherisches ist. In Paris jedoch gibt es zwei Professoren, Andler und Lastine, die im Jahre 1914 Bücher, Broschüren und Artikel veröffentlichten, in denen haarklein nachgewiesen war, daß der Marrismus nichts anderes sei, als eine fürchterliche Erfin. dung der Aildeutschen, eine inirigante Methode, unschuldige Gehirne mit einer deutschen Gelehrsamkeit zu ver giften, die feinen anderen Zweck verfolge als den, die Welt zur Eroberung durch den Kaiserismus vorzubereiten. Als Deutscher muß man- blutenden Herzens bekennen, daß Diese Schriften von Andler und Laskine turmhoch über dem Münchener antimarxistischen Bodmist standen. Sie waren sehr geistreich geschrieben und fußten auf einer eifrigen Leftüre der Werte von Marg und Engels, wie die große Zahl der verwandten 3itate beweist. Aus diesen flüchtigen Vorbemerkungen geht schon hervor, daß man aus den Schriften von Marg und Engels sehr viel beweisen fann*). Aber so wie mit ihnen, ist es mit den Werken anderer großen Geister auch gegangen. Bom Stamm Hegels gingen zwei Aleste aus: ein ultrareaktionärer und ein revolutionärer. Der alte Rant schien nur noch dazu da zu sein, von preußischen Dreiflaffenministern als Erfinder des„ kategorischen Imperativs" zitiert zu werden, als die Neufantianer famen und entdeckten, daß Kant mindestens ein ebenso revolutionärer Geist gewesen sei mie Karl Marr. Nach solchen Erklärungen wird man schon nicht mehr sagen können, daß Ludendorffs Charakterbild in der Geschichte ich w ante. die Universität auf drei Tage geschlossen Tapfer wie ein Held zieht erfrei nach der Deutschen Zeitung" und Haftbefehl gegen Schmalir erlassen. Von Regierungsfeite wird an der Spike seiner Truppen gegen den marxistischen Feind" mit übrigens behauptet, daß Ehrhardts Ausführungen die Tendenz ge- dem heroischen Entschluß, den Heldentod zu sterben. Das„ Stand- Die Frage, was Marrismus sei, ist damit aber noch nicht habt hätten, er stelle sich hinter Kahr. Das ist freilich nicht ganz bild im Gehrock" hat kein Glück. Im entscheidenden Moment fiegt gelöst. Man kann sich auch nicht mit dem Sprüchlein trösten: unrichtig; jedenfalls ist bis zur Stunde das Verhältnis zwischen der menschliche Drang nach Leben, auch in den größten Als Marrismus sieht man an, Kahr und Ehrhardt noch ungeklärt, und es ist auf Grund anderer Helden. Er wirft sich zu Boden und bleibt man weiß nicht, ob Tatsachen wohl damit zu rechnen, daß Ehrhardt eine feste vorsichtshalber oder aus schreckvoller Betäubung Was man nicht fapieren kann. so lange liegen, Stüße der Diftatur Kahr mird. Was also ist Marrismus? Marrismus ist eine Summe Ein Abfall der Vaterländischen Bezirksvereine München"( che- bis alle Gefahr vorüber und ein Offizier ihn verhaftet. Er ist noch malige Einwohnerwehren) von Kahr hat noch nicht stattgefunden. nicht 24 Stunden in Haft, da dämmert in ihm schon die bisher nationalökonomischer, soziologischer, geschichtsphilosophischer Am Samstagabend wurde unter den Mitgliedern eine rab zurückgedrängte Einsicht, daß er, der große Ludendorff, das„ Opfer Lehren, denen eines gemeinsam ist, nämlich daß sie eine stimmung vorgenommen mit der Frage: für oder gegen einer schandbaren Täuschung" wurde. Wie fonnte man ganz bestimmte Art darstelle n, die Dinge der Kahr. Wie sie ausgefallen ist, fonnte man bis jetzt noch nicht ihn auch zu einer Sache mißbrauchen, die keinen Erfolg hat! Da ist Menschenwelt zu sehen. Der Marrismus ist eine bezuverlässig erfahren; doch heißt es, daß sich eine Mehrheit für Kahr doch Kapitän Ehrhardt, der Häuptling der Mordorganisation C., stimmte Methode sozialwissenschaftlicher Forschung. ergeben hätte und daß bereits einzelne Führer, die sich gegen Kahr ein anderer Mann! Der erklärt auf die peinliche Frage, warum Herr Stresemann scheint dagegen zu meinen, der Marrisausgesprochen haben, durch Kahr treue Elemente ersetzt worden feien. Vor dieser Abstimmung( in der Nacht zum Samstag) richteten er denn am 9. November nicht dabei gewesen sei, schlagfertig( und mus sei eine Art von sozialistischem Aktionsprogramm. Denn die Baterländischen Berbände ein Schreiben an den bei dem Organisator des Kapp- Butsches besonders überzeugend): Er sonst könnte er nicht zu der absonderlichen Behauptung fomGeneralstaatsfommissar, in dem zwei Forderungen, aber ohne mache keine Sachen, die aussichtslos feien. Ludendorff men, Karl Marx würde selber seine Lehre auf die gegenultimativen Charakter, enthalten sind: ist das aber diesmal doch passiert. Beim Kapp- Butsch war Herr wärtige Zeit nicht angewandt haben. Oder meint Herr Strefe 1. Enthaftung und Amneffierung der verhafteten Führer, Ludendorff glücklicherweise ja gar nicht beteiligt. Damals machte mann etwa, die Lehre von der Mehrwerterzeugung 2. Aufhebung des Berbotes der völkischen Parteibewegung. er nur des Morgens früh um 6 Uhr ganz zufällig am Bran- und der Ausbeutung der Arbeiterschaft durch das Kapital Eine Entscheidung über diese Forderungen ist noch nicht ge- denburger Tor seinen Spaziergang und wurde so ganz zu fei auf die Aera der Jaflationsgeu inrler, G'imes u. Co., troffen und wird voraussichtlich so schnell auch noch nicht fallen. fällig Zeuge des Einmarsches der Ehrhardt- Truppen. Ebenso nicht anwendbar? Oder meint er, die materialistische Die Tatsache, daß sich wider Erwarten auch auf dem zufällig war er auch in den schönen Märztagen 1920 einige Geschichtsauffassung, nach der alle politischen ErLande eine farfe Stimmung gegen Kahr herausbildet, macht die Male in der Reichskanzlei. Schade, wirklich schade, daß diese Erscheinungen maßgebend wirtschaftlich beeinflußt find, Haltung der Bayerischen Volkspartei noch schwieriger. Die Fraktion der Bartei tagt beinahe in Bermanenz, ohne bisher irgendwelche flärung auf die Münchener Borgänge nicht mehr gut angewandt werde durch die Stellung der Schwerindustrie in der Deutschen Entscheidungen getroffen zu haben. Einmütigkeit besteht über die werden kann. Troßdem, man weiß noch nicht, ob nicht in weiteren Volkspartei widerlegt? Oder findet er, die Lehre von der Notwendigkeit der Wiederherstellung der Staatsautorität und vor 24 Stunden sich herausstellen wird, daß Ludendorff ganz zu Verschärfung der Klassengegensätze habe ihre allem der Autorität der Regierung. Das bedingt u. a. fällig mit Hitler zusammen bei dem tragischen Zusammenstoß Geltung verloren in einer Zeit, in der die Zahl der Autoeine Stellungnahme gegen Rahr, der feine isolierte Dittatur im Auto gesessen hat. befizer und die der Berhungernden in der gleichen Progression position jekt vollkommen auf seinen Bartner Lossom und die be- Herr Ludendorff, empfindet offenbar die Lächerlichkeit wächst? waffnete Macht füßt. Da es nun der Bayerischen Volkspartei seiner Rolle immer noch nicht. Man weiß nicht, was man Herr Stresemann, der da meint, der Marrismus passe nur darauf ankommt, die Geschloffenheit der bewaffneten Macht im Stoate, den doch eigentlich fie regiert, zu erhalten so mehr bewundern soll: die Idiotie seiner Erklärungen oder die für eine Zeit der Hochkonjunktur, hat offenbar völlig vergibt es für sie nur das eine, den Generalstaatskommissar einstweilen Frechheit, mit der er die ganze übrige Welt für Idioten zu in seinem Amte zu lassen. Ihre Parole für die nächste Beit heißt halten scheint. Jetzt läßt er bereits mitteilen, daß er durchaus*) Was alles auf diesem Gebiet möglich ist, zeigt der Fall des also: Im Rennen wechselt man nicht die Pferde! Die Versuche nicht die Absicht habe, sich von der völkischen Be Dr. Paul Lensch der seinen Margismus" gegen Papiermark an cirer Umbildung der banerischen Regierung dürften wohl am wegung zurückzuziehen", die allein Deutschland gesunden Stinnes verkaufte. Er hat die Ware ehrlich geliefert und die Spalten Widerstand der Mittelrartei( Deutschnationale) scheitern, die uner- fönne. Die völkische Bewegung, das ist natürlich er, der als un- der" DA3." monatelang mit den bekanntesten Marg- Bitaten gefüllt. schütterlich fest zu Loffom hält. sichtbarer Stratege im Hintergrund mit der Anwartschaft auf den Nur eines behielt er aus guten Gründen für sich. Es lautet:„ Die Nach der äußerlichen Erledigung des Hitler- Ludendorf schönsten Ti el„ Chef der obersten Heeresleitung" sie leitete. Wer ist Bourgeoisie hat alle bisher ehrwürdigen und mit frommer Scheu betrachteten Tätigkeiten ihres Heiligenscheins entkleidet. nun lächerlicher: Ludendorff, dem seine eigenen Freunde bescheinigen den Arzt, den Juristen, den Pfaffen, den Boeten, den Mann der die politische Situation also außerordentlich ungeklärt. müssen, daß seine Rolle ausgespielt sei, eder die deutschvöitische Wissenschaft zu ihrem bezahlten Lohnarbeiter Alle staatspolitischen Kräfte der Reaktion siehen in bestimmter Bewegung, in der solche Leute eine Rolle spielen können? iverwandelt." Putsches ist 0 Sie hat gessen oder niemals gewußt, welche entscheidende Rolle gerade die K r i s e n t h e o r i e im marxistischen System spielt und welche geistige Kämpfe um sie entfesselt worden sind. Diese Krisentheorie hat im Lager des Marxismus selbst lebhafte Anfechtung gefunden, weil man sie in der Vorkriegs- zeit, der Zeit der Produktionsregelung durch die Kartelle, nicht bestätigt fand. Gerade die gegenwärtige Zeit aber mit ihrem wirtschaftlichen Niederbruch und ihrer massenhaften Arbeits- losigkeit ist geeignet, dieser Lehre neue Anhänger zu gewinnen. Dies alles ist ein weites Feld, das in gelehrten Zeit-. schristen besser beackert werden kann als iy der Presie, die dein politischen Tageskampf gewidmet ist. Dennoch bleibt die Berbindungslosigkeit erschreckend, die zwischen dem besteht, was heutzutage über Marxismus geredet und geschrieben wird, und dem, was der Marxismus als geistfg er Be- f i tz für die Gebildeten bedeuten sollte. Hier zeigt sich mit niederschmetternder Klarheit, in welcher Oberflächlichkeit die „praktische Politik" von heute versandet ist. Der„Marxismus" Kahr-Hitlerscher Prägung ist weiter Nichts als e i n b l ö d e s S ch l a g w o r t, in dem sich die rohe Unbildung seiner Gebraucher manifestiert. Nun ist von den Münchener Intelligenzen nichts anderes zu erwarten. Aber wenn dann ein deutscher Reichskanzler und Doktor der poli- tischen Wissenschäften kommt, um den Marxismus in der Art in Schutz zu nehmen, wie es Herr St r es e m a n n in Halle ebenso wohlwollend wie ahnungslos getan hat, dann ist das allerdings' ein sehr betrübendes. Zeichen der Zeit. Wenn.es wahr ist, daß sich der Geist den Körper baut, dann kann die Auferstehung des deutschen Volkes nur aus der g e i st i g e n Erneuerung und Vertiefung kommen. Die ober gerade ist es, die man so schmerzlich vermißt. Man mag zu Marx stehen, wie man will, auf alle Fälle war er doch ein großer Gelehrter, der zum mindestens d i e Achtung ver- dient, die man der Wissenschaft im allgemeinen schuldet. Auch wenn man nicht auf die Worte des Meisters schwört— lernen kann dach noch jeder von ihm. Aber wer von denen, die heutzutage in Volksversammlungen gegen den Marxismus reden— Hand aufs Herz— hat auch nur ein einziges Werk von Karl Marx., gelesen? 1 Ein Gespenst geht in Deutschland um, das Gespenst des Marxismus. Aber allen denen, die mit Beschwörungsformeln hinter ihm her sind, kann eS' zurufen: Du gleichst dem Geist, d e m d u b e g r e i f st! Nicht mir!'.'. Geßler amtsmüöe? Reichsmehrminister Dr. Geßler, der seit, vier Iahren im Amte ist, trägt sich schon seit längerer Zeit mit. Rücktritts- gedanken. Er dürfte bei der jetzigen Regierungskrise endgültig ausscheiden. Zu diesem Entschluß ist er gekommen wegen der wiederholten politischen Demütigungen, die er in den vergangenen Wochen erleiden mußte. Als er am 26. Sep- tember zum Inhaber der vollziehenden Gewalt ernannt wurde, ergab sich sofort, daß er sich in seinem festen Glauben an die Zuverlässigkeit des Generals Lossow und der bayerischen Reichswehr getäuscht hatte. Cr geriet in den unleidlichen Zu- stand, als Inhaber der vollziehenden Gewalt- über das ganze Reich in dem zweitgrößten deutschen Lande vollkommen aus- geschaltet zu sein. Später ließ er sich in seiner Sorge um die Reichseinheit zu dem militärisch unmöglichen Schritt verleiten, v-s Reichswehrminister und Inhaber der vollziehenden Gewalt nach Bayern zu fahren, um dort einen General zu bitten, mit dem meuternden General von Lossow zu verhandeln, da- mit diese.r freiwillig zurücktrete. Der Rücktritt erfolgte nicht. Statt deffen brach, die bayerische Regierung den Verkehr mit dem Inhaber der vollziehenden. Gewalt ab. Er mußte mich das hinnehmen, weil die bürgerliche Mehrheit des Reichs- kabinetts diese unerhörte Herausforderung bis zur Stunde ge- duldig hingenommen hat. Alle Bemühungen des Reichswehr- Ministers, das Reichskabinett davon zu überzeugen, daß diese Politik des stillen Duldens gegenüber den bayerischen Difziplin- '.....'" herrliche Tage. Aus dem schon besprochenen Buch„Zwölf Jahre am deutschen Kaiserho f", Aufzeichnungen des Grafen Robert Ze.d l i tz-$ r u tz schl e r", ehemaligen Hofmarschalls Wilhelms II.(Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart), lassen wir hier noch eine Nachlese von Zitaten folgen'— im schlichten Worlaut und ohne Kommentar, denn sie sprechen für sich- selber/ Sänger und König. An dem Abend vor der Ankunft des Zaren wurden in dem Theater drei, kleine Stück« gegeben, darunter zwei von dem Dich- ter Laufs.— Die Prahlerei, Ruhmredigkeit und Schmeichelei, die in diesen Stücken zum Ausdruck kam, ist kaum zu beschreiben. Ganz allgemein fühlte man dies und war etwas bedrückt. Die verschiedenartizsten und' hochstehendsten Per- sönlichkeiten tonnten sich nicht mehr bemeistern und sprachen es ruhig aus; bei einigen aber erlebte ich es, daß. als ihnen unmittel- bar darauf Seine Maiestät Allcrhöchstsein Befriedigtstin mit dem Stück aussprach, sie sofort auch nur Worte der Bewunderung und Anerkennung hatten. Dieser krasse Umschwung und vor allen Diu- gen der scheue Blick,, wenn jemand dabei stände der unmittelbar vorher das entg?genxesetzte Urteil mit angrhprt hatte, konnten geradezu humoristisch wirken.(S. �8.) Der Finger des Ketlser«. Der alte Generalleutnant' v. Eglofstem, mein einstiger Vorgänger als Hofmarschall, bildet« die Zielschiebe des besonderen Amüsements. Da er immer davon sprach, daß ihm sein Getränk zu kalt sei, wurde es ihm etwas erwärmt, dann rührte der Kaiser es mit. dem Finger einige Zeit um, trank selbst einen Schluck davon und gab es ihm zurück: nun sei es richtig temperiert. So völlig harmfos dies« kleine Episode war, so zeigte sie, wie einfach, natür- lich und freundlich der Kaiser für ihm naher Stehend: denken kann- wie er aber auch evontuöll bis ins kleinste Detail etwas zu be- stimmen liebt und wie er überzeugt ist, daß, nach ihm zu trinken, und nachdem er selbst mit dem Finger umgerührt hat, nur eine ganz besondere Gnad: bedeutet. Tatsächlich wurde es auch als solche mit größter Devotion aufgefaßt, so daß ich unwillkürlich darüber nachdenken mußte, was mit dem Getränk noch sonst alles hätte passieren können. Für Eglofstem wäre es jedenfalls immer«in Gnadenb:m«is geblieben.(S. 63 s.) Gölte? Wort. Rur wer die intimen Vorgänge am Hofs ganz kennt, der kann die unglaubliche Liebedienerei der schmeichlerischen Predigten, ds« ich von den Hofpredigern ge- hörl habe, ganz ermessen. Ich bin über ditse Predigten häusig auf. das Äußerste erschüttert gewesen, denn sie.wirken unheilvoller, als man es sich nur im entferntesten vorstellen kann.(S.. 79.) Die grüne Krawatte..'... Wie weit. diese Anzugs- und Aeußerkichkeitenfrage ihre Blüten treibt, geht daraus hsrvor, daß er(Wilhelm II.) sich zur Öp.£r losigkeiten die Moral der Truppe zermürben müsse, sind mir» kungslos geblieben. Run mußte Geßler noch erleben, daß ihm die vollziehende Gewalt genommen wurde, als es in Bayern ernst zu werden schien. Dr. Geßler ist jetzt ein faktisch ganz und gar einflußloser Mann. Es müßte sein politisches Ansehen vollkommen vernichten, wenn er aus diesen Erleb- nissen nicht die allein möglichen Folgerungen ziehen wollte. Stresemanns neuer Minister. Der aus Duisburg ausgewiesene Oberbürgermeister I a r r e s, der Präsident des Rheinischen Provinziallandtages, ist am Montag zum Reichsminister des Innern ernannt wor- den.. Er kann den Entschluß zur Annahme des Amtes nur gefaßt haben, wenn er gewillt ist, die voraussichtlich nur noch kurze F r i st, die dem Kabinett Stresemann gesteckt ist, zu überleben und sich für ein R echt s k a b i n e t t bereitzuhalten. Mit dem Eintritt des durchaus alldeutsch gerichteten Herrn Jarres ist das Rumpfkabinett noch weiter nach rechts geraten. Jarres war schon als Remscheider Oberbürgermeister ein scharfer Gegner d e r S o z i a l d e m o k r a t i e. Er ge- hört jetzt dem rechten Flügel der Deutschen Volkspartei an mit entschiedener Neigung zu den Deutschnationalen. Im Preußi- schen Staatsrat ist er zweiter Vorsitzender der Arbeitsaemein- fchäft, die dort die Volkspartei mit den Deutschnationalen bil- det.. Außenpolitisch ist Jarres im Gegensatz zu der bisher von Stresemann vertretenen Politik aus den Bruch mit Frankreich eingestellt. Bekannt ist, daß er chei dem Ab- bruch des passiven Widerstandes in einer groß/ä Sitzung in der Reichskanzlei lebhaft gegen Stresemanns Außen- Politik austrat. Er wollte schon damals keine weiteren Ver- Handlungen mit Frankreich, Abbruch der diplomatischen Be- Ziehungen, Ungültigkeitserklärung des Versäiller Vertrages, also durchaus deutsch nationale Politik. Durch seinen Eintritt in das Kabinetf erhält die Gruppe das Ueber- gewicht, die die Rheinlande vorübergehend ihrem Schicksal überlassen will, um Rumpf- d e ü tschland zu retten und zu festigen. Wenn über die Haltung der Sozialdemokratie gegenüber dem Kabinett Strese- mann noch ein Zweifel bestanden haben sollte, so müßte er nun verschwunden sein.__ Ratlose Volkspartei. Unter den Stößen des rechten Flügels, der in der Reichs- tagsfraktion vorzuherrfchen beginnt, wankt die Deutsche Volks- Partei hin und her. Stresemanns inhaltlose Reden, die um die Auseinandersetzung knit der bayerischen„Ordnungszelle" sich herumzudrücken versuchen, sind der beste Ausdruck diese' Ratlosigkeit, die zur völligen Lahmlegung der Reichsregieru zu führen droht. Jetzt ist zum Sonntag, den 18. Rovem' der deutschvolksparteiliche Zentralvorstand einberufen. wird formell sich hinter Stresemann stellen, dafür werden die Stinnesleute einen Tag darauf nur um so frecher werden. Sie repräsentieren eben die.stärkeren Bataillone". Der Parteivorstand der Deutschen Demokratischen. Partei tagte unter dem Vorsitz des Abgeordneten Erkelenz und in Gegenwart der demokratischen Minister des Reiches und der Länder im Reichstage und nahm nack> einem Referat des Ab- geordneten Fischer-Köln und ausführlicher Aussprache folgende Entschließung an: Der Vorstand der Deutschen Demokratischen Partei ver- langt von der Regierung, daß sie mit rückhaltloser Energie die nationale Einheit des Reiches gegen p a r t i k u l a- r l st i s che und reaktionäre Gegner aufrechterhält, den Zusammenhang von Ruhr und Rhein mit dem Deutschen Reichs unbedingt verteidigt, die lebsnsnotige Währungsreform schleunigst unter Ueberwindung der offenen und geheimen Widerstände verwirklicht, die Autorität der nationalen Reichsgewalt und der republikanischen Berfas- s u n g zu Ehren bringt, und daß sie mit einem Programm auf dieser Grundlage vor den Reichstag tritt. der„Fliegende Holländer" die Uniform eines Seeoffiziers anzieht.— Der Zcrem onienmeister v. Kotze aber nimmt dieses Gebiet noch ernster. Er geht eines Tages mit besonders schöner grüner Krawatte Unter den Linden, und als man ihn darüber befragte, antwortete er�„Seine Majestät sind heut« a u f I a g d."(S. 89 f.) Kleine Liebenswürdigkeilen. Besonders schlecht soll es dem Obersten v. B., Kommandeur eines Kavallerieregiments, ergangen fein. Seine Majestät brückte ihn längere Zeit in den Schnee und rieb ihn dann zur Freude aller Umstehenden mit Schnee ein. so etwa, wie ein stärlerer Schuljunge«inen schwächeren behandelt. Die ganze Jagdgesellschaft und Hunderte von oberschlesischen Treibern waren dabei Zuschauer. Noch ichiimmer erg'.pg es dem Grafen Roger Seherr-Dobrau. Man bedenk«, er ist preußischer Kammerhcrr, Mitglied des Preußischen Herrenhauses auf Lebenszeit, hat zwei Söhne als Ossiziere bei den Leibgärdehusaren, ist 63 Jahre alt und hat durch sein: großen Besitzungen eine sehr angesehene. Stellung in Schlesien Bei der ersten Begrüßung sagte ihm der Kaiser ganz laut:>..Was, Sie altes Schwein sind hier auch«in- geladen?" Die Herumstehenden, ja sogar die Damen konnten diese Anrede ganz deutlich hören.(S. 91 f.) Der klein: Herzog von Sacksen-Koburg hatte neulich abends in der Bibliothek einen schweren Stand- Der Kaiser liebt«z, seinen Spaß mit ihm. zu treiben. Meist kommt es dabei aber so. daß er ihn so kneift und pufft, daß der arme kleine Herzog eigentlich i(i regelrechter Weise verprügelt wird. Neulich waren, nun außerdem sein« Braut, die Prinzeß Viktoria und ihre Eltern zugegen: dies macht« es dem armen kleinen Herzog wohl besonders peinlich, er kämpfte beinahe mit den Tränen und hatte den ganzen Zkhend über«in� so unglückliches Gesicht, als sollte cr anl nächsten Morgen gehenkt/werden.— Ob er, falls der Kaiser diest Behandlung fortsetzt/gerade ein besonders anhänglicher deutscher Vundesfürst weiden wird, ist mir zweifelhaft. In diesem Jahre wird er 21 Jahre alt und übernimmt damit offiziell und tatsächlich die Regierung seines Landes.(S. 118.) Durch Fahneneid ins Ehebett. Sehr komisch erzählte d'r Kaiser üher die in Bückeburg statt- gefundene Hochzeit des Großherzogs von Sachsen:(Weimar).— Am Abend vor der Hochzeit sei der Großherzoo plötzlich im Dienst- anzug zu ihm gekommen und l)abe gemeldet:„Eurer Majestät melde ich alleruntertänigst, daß ich morgen nicht heiraten kann."— Er, 'der Kaiser, sei nun sehr erregt geworden und habe ihm gesagt: „Wenn ich, der Deutsche Kaiser, zu Deiner Hochzeit herkomme Und ebenso die Königin von Holland, dann kannst du«nicht am Abend vor der Hochzeit erklären, du wolltest nicht heiraten." Der Groß- herzog habe aber, immer» ausweichen wollen, seine Praut habe ihn zu schlecht bebandeft. habe ihn zu sehr belechsgft-utid ez wäre daher gäftz Unmöglich für- ihn,■n-jka tun. Da tzahe der Kaiser.ihm'' schließlich getagt:„D u hast�mir in i n r mFa HA c n eäde Treue gel-o bt und ich b e fech b'e d! r, d a ß J) u m o r gx rt heiratest." Hlerimtch sei der Großhcrzog endlich zu dem Eni- schluß bewogen wopden, am nächsten Tage doch zu heiraten. (S. 113.) � i-:•<;,(>; �...... Eine Erweiterung der Regierung, die die geforderten Sicherheiten nicht bietet, muß die Deutsche Demo- kratische Partei aus innen- und außenpolitischen Gründen un- bedingt ablehnen. Nach den Mitteilungen eines Verlmer Korrespondenz- bureaus will man die Einberufung des Reichstages um eins weitere Woche zu verschieben suchen. » Der Reichskanzler empfängt heute den Fünfzehner- ausschuß der besetzten Gebiete. Er beabsichtigt, mit ihm über die Lage im Rheinland und Ruhrgebiet zu beraten. Nachmittags um 4,30 Uhr sind die Parteiführer zu Dr. Stresemann gebeten. Er will sie von dem Ergebnis der Besprechung mit dem Fünfzehnerausschuß unterxichten und ihre Zustimmung zu den vielleicht zu fassenden Beschlüssen einholen. Bereits am Montagabend befaßte sich eine Kabinetts- sitzung mehrere Stunden mit den heute zu erörternden Fragen. Tas ist die Bolkspartei! Heute ist das Signal der Fraktion Drehscheibe offiziell schon wieder einmal nach der linken Seite eingestellt Die„Rationell- liberale Korrespondenz"(so nennt sich das offizielle Organ der Deutschen Dolkepartei immer noch! Hoch die Tradition!) schreibt heute zu unserer Feststellung, daß der Fraktionsvorsitzende des- avouiert worden ist:„diese Schlußfolgerung sei ganz und gar unrichtig".- Di« Unrichtigkeit unserer Behauptung wird folgendermaßen bewiesen: „Die Mitteilung der„Telunion" hat zwar darin recht, daß einzelne Mitglieder(wohl Stinnes u. Co.) der Fraktion gegen die Erklärung des Herrn Dr. Scholz Widerspruch erhoben haben, die Fraktion selbst aber habe die Richtigkeit der Erklärung des Fraktionsvorsitzenden bestätigt. Wenn in der Mit- tsilung einer anderen parlamentarischen Korrefpvrdenz im Anschluß an die Erklärung des Herrn Dr. Scholz von der deutsch- nationalen Fraktion gesagt wird, diese wisse sich von jeder Verantwortung frei, wenn infolge der Erklärung der volkspartei- lichen Leitung die Verhandlungen über die Bildung einer rein bürgerlichen Regierung scheitern sollten, so handelt es sich hier nm ein vergebliches Bemühen, die Beranftvorlung für das Scheitern des Versuches, eine gemeinsame bürgerliche Regierung zu bilden. von der Deutjchnationalen Parle! abzuwälzen. Demgegenüber sei noch einmal festgestellt, daß die Neichstogsfraktion der Deutschen Volkspartei durch ihren Beschluß eine Grundlage für Verhandlungen über die Einbeziehung auch der Deuffchnationalen Volkspartei in der Reichsreoicrung geschaffen und daß die deutschnational«: Frak- tion dieses Entgegenkommen mit Bedingungen beantwortet hät, die für jede Fraktion, die auf Würde und Selbstachtung hält, unannehmbar sein mußten. Di« Schuld der Deutsch- nationalen ist um so klarer erwiesen, als die deutschnationalen Führer nach wenig« Stunden vorher genau darüber orientiert worden sind, welche Wirkung die von ihnen gestellten Bedingungen haben muhten" Danach' müßte man also annehmen daß eine Regierungsbildung mit Deutschnationalen von der Deutschen Volkspartei nicht mehr beabsichtigt ist. Man darf wohl fragen, für wieviel Stunden diese Absicht der Volkspartei gilt. Wäre diese Absicht ernsthaft vorhanden, und hätte sich die Volkspartei von der Un- möglichkest einer Regierungsbeteiligung der Deutschnationalen über- zeugt, müßt« dann nicht für diese Regierung in den brennenden irmenxolltischm Fragen«in klarer Kurs gegeben sein? Die Tatsache, daß Herr Dr, Stresemann vieldeutig und viel- redend allen Entscheidungen ausweicht, die ihn zu den Deutsch- nationalen in Gegensatz bringen könnten, sagt doch mehr als a"« täglich wechselnden Fraktionsbeschlüss« der Volkspart.-i samt den zahlreichen Interpretationen, die ihnen parteioffiziös� gegeben werden. Auch Herr Stresemann hält es offenbar für richtig, seinen Eiertanz weiter fortzusetzen. Rur dürfte er damit am allerwenigsten sich halten. Das wird«r ball» genug merken. Die Daimlerwerke erinSen unZ mitzuteilen, daß unsere An» gäbe, nack» der sie als Geldgeber der national- sozialistischen Organisation in Bayern in Frage kommen,„in jeder Form und in jeder Beziebung unwabr" sei. Er kaua nicht aufhören. Major v. Renmann-Cosel ist zum Erstaunen seiner Vorgesetzien, des Militärkabinetts und all seiner Bekannten, aus fttttercm Himmel, bei einer Frühjahrsparode ganz unerwartet zum Flügeladjutanten ernannt worden. Er ist ein ängstlicher Mensch mit engherzigen Anschauungen und kleinen Begriffen, der merk- würdigerweise aus eigenem Impuls dem Kaiser bei jeder Gelegenheit die Hand küßt. Er hat dies auch schon früher als Offizier des 2. Garde-Regiments getan, und so ist der Monarch auf ihn ousmerk'am gewordey. Man hat ihm verschiedent- lich bedeutet, daß dies tägliche mehrmalige Handküssen doch nicht ganz passend sei, ja etwas Asiatisches an sich habe. Er aber meinte hierauf ganz treuherzig, er habe es nun einmal ange- fangen und könne nun nicht mehr damit auf- hören.(S. 130 f.) Die Schellen des Kaiserviehs. Komischerweise hat der Fürst Dohna seinen Byzantinismus einst so weit getrieben, daß er den Kaiser fragte, ob seine Kühe in Schlobitten ebensolche Schellen trogen dürften wie die Kühe in Rominten, worauf er aller- dings die allerhöchste Antwort einstecken mußte:„Es ist mir ganz egal, was Ihr Rindvieh für Schellen trägt."(S. 131.) Lei ihm ist all?» groß. Der Kaiser litt unter einem starken Schnupfen und war hier- über, wie fast immer, sehr deprimiert. Generalarzt' Ilberg wollte ihm noch gut zureden und svräch von einem„kleinen Schnupfen", da richtete sich der Kaiser plötzlich auf, sah ihn ganz ernst an und sagte:„Ein großer Schnupfen— bei mir ist alles groß."(S. 173 f.) Lehrermangel. Wer nicht erziehen kann, wird nie ein guter L-hrer sein, und ein Volk, das keine Erz-'hkr hat, ist verloren. Wir sind das Land der großen Erzlehrngssysteme, das Land, in dem die Wissenschaft- liche Bdtrachkuna der Pädagogik, wie sie H e r b a r t begründet hat, stets besondere Pflege gefunden hat, wir haben im Deutschland der letzten Jahrzehnte vereinzelt bedeutsam« Erziehungsstätten gesehen. die ohne jede behördliche und staatlich« Unterstützung von idealen Männern und Frauen geschaffen und erholten wurden und jetzt der Zeit zum Opfer.fallen. Trostlos, aber ist die völlige Hilflosigkeit unserer Schulerziebur.g, die so ungeheure Mitschuld hat an dem Zu- sanunenbruch im Krieg und Nachkrieg. Haben wir wirklich einen Ueberfluh an Lehrern und Erziehern? Mr haben, in allerdings unabsehbarer Menge, den Unterrichts- .beamten mit der noch immer-vorschriftsmäßigen königlichen Ge- sinnung. haben darüber hinöus den.HalbgÄehrten mit der unglück- lichen Liebe nach dem Hochfchülkatheder und wir haben leider auch ..den bösartigen Zuchtmeister, den natürlichen Feind der Jugend und alles freien, jugendlichen Lebens. Aber � wir besitzen zu wenig geborene Führer der Jugend-al, Lehret,'die zugleich auch Führer des Volkes zu Fortschritt und Freiheit sein würden. Eben jetzt, in den letzten Jahren, hatte es sich hier geregt, waren Ansätze zur Besserung zti spüren, da aus den Reihen der erwachten Nur nicht eingreifen! H vorgehen. Und wenn morgen Herr Dr. Stresemann eine| Gepflogenheit einzureißen, daß man den Preisen denjenigen Entschuldigungsnote nach München senden sollte Dollarstand zugrunde legt, den man morgen erwartet, und Drei Tage nach dem Münchener Butsch hört man von wegen der vorübergehenden Verhängung der Verkehrssperre, daß man entsprechend die Preise herauffezt. Das ist ein ganz irgendwelchen Absichten der Reichsregierung gegenüber gegen Bayern, so würde uns das auch nicht wundern. Denn unhaltbarer 3ustand. Er ist wesentlich mitbedingt Bayern überhaupt nichts mehr. In der Nacht zum Freitag auf eine Erniedrigung mehr oder weniger kommt es wahr durch die Tatsache, daß an den sogenannten schwarzen Börsen fchien in der Reichskanzlei die Erkenntnis zu herrschen, daß haftig nicht mehr an. für fremde Devisen wesentlich höhere als die amtlichen Kurse nunmehr das Narrenhaus an der Jfar von Reichswegen ungezahlt werden und daß auf diese Weise die Erwartung eines verzüglich gesäubert werden müßte. Die vorläufige Berkehrs: Nationalsozialistische Agitation in Sachsen. neuen Marksturzes fünstlich genährt wird. Die Tätigkeit sperre hat feine zwölf Stunden gedauert, von einem Bordieser schwarzen Börsen ist unbedingt und mit allem Nachmarsch der Reichswehr ist selbstverständlich nicht mehr die Dresden, 12. November.( Eigener Drahtbericht.) In eisch. drud zu bekämpfen. Wenn sich schon alle Welt darüber im Rede, und während noch am Sonnabendmittag von amt- li univeit Blauen find in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag Klaren ist, daß die Zufallskurse der Mark an den Auslandslicher Seite eine Mitteilung in Aussicht gestellt wurde, wonach 34 Nationalsozialisten gesehen worden. Sie erfundigten sich nach der börsen feinen Maßstab für die Bewertung ihrer Kaufkraft Straße nach Bayern und gaben an, Bestellungsbefehle er der Oberreichsanwalt den Auftrag erhalten würde, halten zu haben; danach mußten sie am Sonnabend in Marktredwig derstellen, so muß alles geschehen, um ein lebergreifen Hochverratsanklage und Haftbefehl gegen die Münchener cintreffen. In of fand am Sonnabend eine Demonstration dieser Notierungen auf den inneren Markt zu verhindern. Butschisten zu erheben und eine Untersuchung gegen alle von etwa 2000 Nationalsozialisten und Oberlän. Die Mart aber ist und bleibt zu weiterem Sinten ver Hauptbeteiligten einzuleiten, hat man sich anscheinend in- dern statt. Uebereinstimmende Meldungen bejagen, daß die" De urteilt, wenn es nicht gelingt, dem starten Auftrieb der Preise zwischen eines befferen besonnen: Die angefündigte Mitteilung monstranten" bewaffnet und uniformiert waren. Platate mit dem für deutsche Waren entgegenzuwirken. Es ist zu fordern, daß ift bis gestern Mitternacht ausgeblieben und sie wird wahr Rahrschen Berbot der nationalsozialistischen Arbeiterpartei und nun endlich mit der Einführung von Höchstpreisen in fcheinlich auch weiter ausbleiben. des Bundes„ Oberland" wurden von den Plakatfäulen abge: Gold für die wichtigsten Lebensmittel ernst gemacht wird. Offenbar ist man sich dessen bewußt, daß, wenn erst her riffen. In Zwickau waren von den Nationalsozialisten Zettel an- Nach den Erfahrungen der Kriegszeit wird eine derartige Oberreichsanwalt die Angelegenheit in die Hand nähme, Spiele! Tritt ein in die nationalsozialistischen Hundertschaften!" Die Höchstpreispolitik ohne Erfolg bleiben, wenn es nicht gelingt, geklebt des Inhalts:„ Kamerad, auch deine Freiheit steht auf dem mancherlei ans Tageslicht fäme, was erst recht das Reich Behörden fahnden nach den Urhebern und Berbreitern dieser Bettel. auch die an den Höchstpreis gebundenen Waren in ausreichenzum Durchgreifen zwingen würde. Insbesondere tönnte sich Die Polizei brang in 3 widau in eine Sitzung von Mitgliedern der Menge auf den Markt zu bringen. Deshalb wird man Dabei herausstellen, wie sich die Bergewaltigung in einem der nationalsozialistischen Arbeiterpartei und brachte die Anwesenden auf die Regulierung der Preise z. B. durch die Getreideanderen Raume" in Wirklichkeit abgespielt hat und die feu- zur Feststellung ihres Namens nach der Polizeiwache. Das bei ihnen reserven der Reichsgetreidestelle zurückgreifen und dafür ferschen Gemüter, die uns heute regieren, wollen anscheinend vorgefundene Material wurde beschlagnahmt und den zuständigen gen müssen, daß auf den übrigen Gebieten langfristige Liefedas zartbesaitete deutsche Bolt mit der Schilderung dieser Behörden übergeben. In Würzen fand am Sonnabend ein fo rungsverträge zwischen landwirtschaftlichen Erzeugern einerheiflen Begebenheiten verschonen. Man zieht es daher vor, genannter„ Deutscher Abend" statt, zu dem die Amtshauptmannschaft seits und Kommunen und Verbraucherorganisationen anderGrimma die Genehmigung erteilt hatte. Als die Stahlhelmler dabei auch in dieser Frage die bayerischen Hoheitsrechte zu respek bas Chrhardtlieb ſangen, fam es zu schweren tättichen Angriffen auf feits zustandekommen. Es erwies fich bereits als schwerer tieren und die schamlose Schiebung, die jetzt drüben im vollen die überwachenden Bolizeibeamten, die einzugreifen fuchten. In der Fehler, daß man die Brotgetreidewirtschaft in einem AugenGange ist, nicht weiter zu stören. Kahr soll wieder der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag wurden in verschiedenen Bor- blick dem freien Spiel der Kräfte überlassen hat, in dem das reichstreue nationale Mann sein, Ludendorff der größte orten von Leipzig Blafate angeklebt, in denen zur Bildung von Schicksal der Mark sich vollendete. Wir haben heute eine Held des Weltkrieges, der nur einer Irreführung zum Opfer Abwehrhundertschaften aufgefordert wird, um den Faschistenüberfällen fch Limmere Rationierung des Brotes als im gefallen ist, Lossom der gehorsamste Reichswehrgeneral zu begegnen. Kriege, wo es jeder erhielt, während es heute dem Armen mit der zuverlässigsten Truppe der Welt, Hitler der tapfere, Zwidau, 12. November.( Eigener Drahtbericht.) Im Warenhaus nicht mehr fäuflich ist. Es sollte jezt alles daran gesetzt wer nur etwas zu ungestüme nationale Idealist- und überhaupt der Gebr. Urie wurde am Sonnabend von der Reichswehr eine den, die verheerenden sozialen Folgen der Uebergangswirt Haussuchung nach Waffen und Mitgliedern von Hundertschaften vorBayern die schönste Ordnungszelle Europas. Der Reichskanzler meint wohl:„ Wenn die streitenden die Suche refultatios. Die Firma hat gegen das Borgehen der Devisenmarkt undenkbar ohne ergänzende wirtschaftspot " Benn die streitenden genommen. Obwohl das Haus vorher umstellt worden war, verlief schaft zu mildern. Jedenfalls ist eine Höchstpreispolitik am Brüder als die Hauptinteressierten sich wieder vertragen Reichswehr Protest eingelegt. tische Maßnahmen, welche die unerwünschten Folgen derarti wollen, warum foll ich päpstlicher als der Papst sein und diese ger fünstlicher Eingriffe auf die Gesamtwirtschaft beseitigen unerhoffte Versöhnung als Unbeteiligter stören? Ob Judastuß fönnen. oder Bruderfuß Hauptsache, man füßt sich wieder im Namen des geheiligten Kampfes gegen den Marrismus!" Des scheint überhaupt das Ende des Liedes zu sein. Was Hitler in den wenigen Stunden seiner Straßenherrschaft eingeleitet hatte, wird von Kahr auf verwaltungstechnischem Wege vollendet: Die nationalsozialistischen Banditen hatten unsere Münchener Post" mit Gewehrkolben gründlich zer stört; trotzdem tonnte sie alsbald notdürftig wieder erscheinen. Der Generalstaatskommissar ist ob dieser Bähigkeit dermaßen empört, daß er inzwischen furzerhand die gesamte sozialdemokratische Preffe Bayerns mit einem Federstrich unterdrückt. Wer da noch behaupten mill, daß der Münchener Butsch seiner wohlverdienten Strafe entgeht, der ist schlimmer als ein Berlember, nämlich ein Marrist". trachten. " Chemnih, 12. November.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonnabend rückte in Schwarzenberg ein Bataillon Reichswehr ein; es handelt sich um die bisher in Schneeberg einquartierten Truppen. Sofort nach dem Einmarsch sind von der Reichswehr 20 Personen festgenommen worden, die jedoch bis auf zwei wieder freigelassen wurden. In Aue nahm die Reichswehr 15, in Schneeberg 6 und in Neuſtäbtel 1 Person fest. Auch in der unmittelbaren Umgebung von Chemnik und in der Stadt selbst wurden Haussuchungen und Verhaftungen vorgenommen. Das Eldorado der Hochverräter. Die Goldpreise der Eisenbahn. Sozialdemokratische Vorstellungen. Reich und Eisenbahnregie. Vor einer Verständigung. Die Einführung der Goldpreise auf der Eisenbahn hat unhaltbare Zustände geschaffen. Die Berufstätigen, die Papierlohn erhalten, sind häufig nicht imstande, die Wochenkarten zu kaufen, weil sie soviel fosten, wie sie in der vorhergehenden Woche an Lohn erhalten haben. Diese Tatiache, über die der Schlösser und Rittergüter sind heute die Aufenthaltsstätten sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zahlreiche Eingaben zuges aller nationalen" Abenteurer. Echon daraus ergibt sich, welchen gangen sind, hat sie veranlaßt, im Reichsverkehrsministerium dringend Interessen der immer wieder angefündigte Buise dienen soll und Vorstellungen zu erheben, damit dieser unhaltbare Zustand asets gegen wen er sich richtet. Bevor Ehrbar bt in Bayern berhaftet fchafft wird. wurde, weilte er monatelang auf einem Echloß bei Echlierfee in Bayern. Auch heute hält er sich wieder in Bayern auf und wohnt Wenn wir hier diese Dinge in bitter- scherzhafter Weise dort abwechselnd in den verschiedensten Schlössern. Diese Tatsache behandeln, so wird sich hoffentlich niemand über unsere bleibt bestehen,' selbst wenn die amtlichen Reichsstellen wahren Gefühle täuschen. Und wir sind überzeugt, daß die noch weiterhin betonen sollten, daß Ehrhardt nach seiner Flucht Düsseldorf, 12. November.( WTB.) Im hiesigen Rathaus überwiegende Mehrheit des deutschen Boltes nicht nur das, aus dem Leinziger Untersuchungsgefängnis in Bayern Unterkunft fanten am 9. November Verhandlungen zwischen dem Reichs= was in München geschieht, sondern noch mehr das, was in nicht gefunden hat. Tatface ist, daß er in der vergangenen Woche vertebrsministerium und Vertretern der französisch- bei Berlin unterbleibt, als die größte Schande Deutscheine Nacht auf Schloß Oberlausingen bei einem Herrn b. Cronelius gischen Eisenbahnregie wegen Wiederaufnahme des Eisenbahnlands seit Jahren empfindet. Und wir wiffen ferner, daß gewohnt hat und in ben beiden folgenden Nächten in Nesthausen nerfchrs statt. Anwesend waren außerdem ein Bertreter der RheinDie besten und aufrichtigsten Freunde unseres Vaterlandes in bei Baron Truchies Unterkunft fand. landfommission und Bertreter der Wirtschaftsräte von Düffeldorf der Welt mit Empörung und Berachtung diese Dinge be- Bei den bayerischen Herren von und zu finden beutiche und Effen. Es handelte sich zunächst um eine Besprenung der Soberräter alfo jederzeit Unterkunft. Barum, werden fie Gesamtfrage in großen Zügen, also um eine Rahmenbesprechung, 2ber die tieferen Gründe diefer erhärmlichen Baffivität am beften wiffen. Aber auch der deutschen Arbeiterschaft follte das bei der nur grundsägliche Fragen festgestellt und grundsägliche Ber Der Reichsregierung gegenüber der zum Himmel stinkenden eine Lehre sein, in Zukunft einig und gefchloffen zufammenzustehen. einbarungen für die späteren Einzelverhandlungen getroffen werden bayerischen Schande sind leicht zu durchschauen: in einem Die Barone und Fürsten gewähren den Ehrhardt und Genoffen sollten, fo u. a. über eine Ergänzung des Wagenparts. Augenblid, wo die Regierung nach rechts erweitert werden felbstverständlich nur deshalb Unterkunft, um sie bereinst als Wert Die Franzosen forderten die Wiederherstellung des Wagenparts foll, wo gewisse bürgerliche Politiker um die Mitarbeit der zeug zur gewaltsamen Wiederer stehung„ vergangener Herrlichkeiten" auf den Stand vom 11. Januar. Sie behaupteten, es feien noch. Deutschnationalen winseln, tönnen sie nicht gegen Bayern zu benutzen. 30000 Wagen im unbefeßten Gebiet. Bon deutscher Seite wurde dagegen erflärt, die Wagen feien zum größten Teil im befetzten Gebiet und könnten nur durch die Verstopfung der Bahnhöf Jugend heraus beherzte junge Menschen ten mut hatten, ihre pädagogische Begeisterung in den Staub der Schule zu tragen und nicht an die Bestimmungspläße gelangen. Der allgemeine Eindruc ben Kampf mit der Finsternis aufzunehmen. Da schlägt ihnen Weimar, 12. November.( Eigener Drahtbericht.) Am Donners der Besprechung ist, daß man sich verständigen werde, da beide Berufsüberfüllung, Beamtenabbau und ein ganz unnatürliches tag, den 8. November, hat die sozialdemokratische Landtagsfraktion Parteien einsehen, daß die Frage von grundsäglicher Bedeutung Ausle prinzip die Tür zu. Unt abermals geraten Generationen nach eingehender Beratung über das Verhalten der Kommunistischen für die Wiederherstellung normaler wirtschaftlicher Verhältnisse im von neuer Jugend in Gefahr, Lehrern anvertraut zu werden, die Partei und der kommunistischen Regierungsmitglieder in Thüringen nicht die Fähigkeit und darum auch nicht das Recht haben, die die Entscheidung getroffen, daß dach dem Vorgefallenen ein dauerndes Rhein- und Ruhrgebiet ist. Auch gestern nahmen die Verhandlungen Jugend zu führen und zu erziehen. Die Sünden verkehrter Schul- Arbeiten mit den Kommunisten nicht möglich erscheine. Aber an einen guten Fortgang. Ein Abschluß ist für morgen zu politit in Lehrerauslese und Lehrerausbildung haben sich schon gesichts der Erklärungen des Reichskanzlers, daß die Kommunisten gerächt und alle noch so begrüßenswerten Neuerungen von oben einer Landesregierung nicht angehörer fönnien, hielt die Fraktion her werden nichts nügen, wenn es nicht gelingt, die geeigneten eine Klärung der Differenzen mit der Kommunistischen Partei zur Gezieher zu gewinnen. Hoffentlich wird man nicht einst von Deutsch zeit nicht für angebracht und glaubte deshalb, die Entscheidung bis land fogen müssen: Es ist zugrunde gegangen, weil es feine Lehrer zur Aufhebung der Besetzung von Weimar zurüdsteffen zu müssen. hatte. Dr. Willy Blumenthal. Durch das am Freitag, den 9. November, vormittags ergangene Berbot des Militärbefehlshabers, Kundgebungen jeder Art nicht Kein Abban der Universitäten! In der Breffe werden nach wie ver Nachrichten über den Abbau der preußischen Univer fitäten verbreitet. Das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Bolfsbildung erklärt, daß diese Behauptung je der Begründung entbehre. Die Thüringer Krise. erwarten. Poincarés neuer Schachzug. Er beruft felber die Konferenz. WIB. meldet aus Paris: ohne feine Genehmigung zu veröffentlichen, sah sich die Landtags: Ministerpräsident Poincaré hat sich entschloffen, den Plan der Einfehung eines Sachverständigen ausfchuffes zu frattion außerstande, der Arbeiterschaft Thüringens das Ergebnis ihrer Beschlüsse zur Kenntnis zu bringen, da sie im Interesse ihrer übernehmen. Er hat infolgedeffen den französischen Delegierten Bartei es nicht für angebracht hielt, ben Militärbefehlshaber um in der Reparationskommiffion Barthou beauftragt, morgen der ReGenehmigung der Bekanntgabe ihres Aufrufes zu ersuchen. Nach parationsfommiffion vorzuschlagen, ein Sachverständigenfomitee zu Aufhebung des Berfotes teilte sie der Arbeiterschaft Thüringens am ernennen. Dieses Sachverständigenfomitee foll sich aus Bertretern Eine Zeppelin- Werft in den Vereinigten Staaten. Die Bermontag die am 8. November gefaßten Beschlüsse mit. Sie wird zu der Länder zusammensetzen, die im Reparationsausschuß vertreten handlungen zwischen den deutschen Zeppelin Werten und dem inzwischen erfolgten Rücktritt her fommunistischen sind. ber amerikanischen Goodiear Gefellschaft hot, wie Regierungsmitglieder und besien Begründung umgehend der„ Times" aus New York berichtet wird, zur Begründung einer besonderen Gesellschaft für die Herstellung von Zeppelin- Luftschiffen geführt. Die deutschen Zeppelin- Werte erhalten einen Anteil an dem Aktienkapital der neuen Gesellschaft für die Patentrechte und die Dienste ihrer Techniker, die sie zur Verfügung stellen. In einer Buschrift an die" Times" wird mitgeteilt, daß die Möglichkeit be. stand, diese so überaus wichtige Industrie für England zu gewinnen, und es wird beklagt, daß die Bereinigten Staaten gegenüber England den Borrang erlangt und sich damit den Bau der besten Luftschiffe gesichert haben. der Deffentlichkeit ausführlich Stellung nehmen. Devisenhöchstpreis und Warenpreise. Paris, 12. November( WTB.). In einer Mitteilung des diplomatischen Mitarbeiters der Agence Havas, der eine Umfrage in den beteiligten Kreisen veranstaltet hatte, heißt es, der französische Ministerpräsident weigete sich feineswegs, mit Deutschland in Berhandlungen zu treten, heute, wo der passive Widerstand aufgehört habe und vorfähliche Verfehlungen, die wegen der sachlieferungen festgestellt wurden, verschwunden seien dank der unniffelbaren Abmachungen mit den deutschen Induſtrieffen. Verhaftung eines Journalisten. Am Freitagmorgen wurde der hiesige Korrespondent des jüdischsozialistischen Tageblattes Forward" in New York, Genosse J. Leftschinsky, verhaftet, weil er angeblich über den Judenpogrom in Berlin übertriebene Nachrichten nach Arnerita telegraphiert hatte. auf die Intervention des Parteivorstandes wurde er am Nachmittag aus dem Polizeipräsidium entlaffen und in Hausarrest gebracht. Am befehlshabers, General Horn, zum zweitenmale verhaftet und nach Sonnabendnachmittag jedoch wurde er auf Anordnung des Militärdem Gefängnis gebracht. Der Dollarturs ist in den letzten Tagen infolge der Höchst preispolitit der Reichsregierung am Devisenmarkt stabil ge blieben. Die Warenpreise aber gehen unaufhaltsam meiter in die Höhe. Wir erleben eine Teuerung in Die Geheimlagebücher Sumorins. In Moskau sind, dem Dit. Gold, noch ehe die überwiegende Mehrzahl der Bevölkerung Erpres zufolge, die Tagebücher Gumorins, des Begründers auch nur annähernd ihr Einkommen dem Goldstand anpassen und langjährigen Herausgebers der Momoje Wremja", erschienen, fonnte. Diese Entwicklung muß zu einer weiteren Entdie er bis zu seinem Tode insgeheim geführt hat. Sumorin, der eignung der auf Papiermark angewiesenen Lohn- und Gein seinem einflußreichen Blatt stets als Bundesgenosse der haltsempfänger und zur gänzlichen Berelendung der Unter 3arenregierung Politit trieb und als Feind aller zeitge. ftügungsbedürftigen führen. mäßen Reformen in liberalen Kreisen verhaßt rar, zeigt in feinen Die Bewilligung der höheren Preise für Lebensmittel Aufzeichnungen ein anderes Geficht: der treuherzige Barendiener wird vom Produzenten und Handel erzwungen, indem man von altrussischer Art ergeht sich hier in den bittersten Bedie Belieferung der Märfte mit Ware ein trachtungen über den zarischen Abfolutismus und notiert zahllose Beispiele der Bestechlichkeit im Barenhause und in angeholt und mit Devisen bezahlt werden müssen, ist das notiert zahllose Beispiele der Bestechlichkeit im Barenhause und in chränkt. Soweit die Lebensmittel aus dem Ausland her den Kreisen des Hofes und der höchsten Beamten. ökonomisch begründet. Bei den knappen Zutkilungen der Reichsbank muß natürlich die Lebensmitteleinfuhr aus dem Die Nachricht über die Verhaftung des Genossen Bestschinsky hat Ausland immer mehr zusammenschrumpfen, dem nur ent- in den Kreisen der ausländischen Korrespondenten begreifliche Er gegengewirkt werden kann, wenn die Reichsregierung ihre Ab regung ausgelöst. Auch wir müssen uns ganz entschieden gegen diese ficht, einen Devisenfonds zu schaffen, mit größter Be Maßnahme wenden, die nur geeignet ist, die Interessen Deutschlands chleunigung durchführt und zur Lebensmitteleinfuhr erhöhte in der ganzen Welt zu schädigen. Reine nod) so übertriebene Beträge in fremden Zahlungsmitteln bereitstellt. Meldung über judenfeindliche Ausschreitungen in Berlin fann das Bollkommen ungerechtfertigt aber ist die gewaltige Ber- Ansehen Deutschlands[ o schaden, wie die Einschränkung der Bericht teuerung inländischer Waren. Hier scheint neuerdings die erstatterfreiheit durch so gewaltsame Maßnahmen.( Marion Hermann vom Stadttheater in Duisburg tanzt heute im Schwechtenfaal Gustav Mahler.Zyklus. Das britte Konzert findet am 19. in der Philharmonie mit dem Philharmonischen Orchester statt. Zur Aufführung gelangt die Dritte Sinfonie, Dirigent Klaus Bringsheim, Alt. Solo Lula Mysz Gmeiner. Ella Dinerman ipielt in ihrem Klavierabend am 19. im Bechsteinjaal Berke von Reger, Bach, Alois Hába( Erstaufführung) u. a. # Der Berliner Buchdruckerstreik. Geffentlicher Protest. Dollar- Mittelfurs. Solange und sowelt noch nicht in Golb gezahlt wird, erfolgt eine Abschlagzahlung in der Mitte der Lohnwoche; diese Zahlung wird in Goldmark zum Kurse des Zahltages umgerechnet und soll 80 Proz. des verdienten Lohnes der ersten drei Tage der laufenden Lohnwoche betragen. Bei der Schlußabrechnung ist der Kurs des zweiten Tages vor dieser maßgebend. Diese Lohnregelung gilt vom 5. bis einschl. 18. November 1923 und läuft weiter, wenn nicht drei Tage vor Ablauf eine Kündigung Also 28 Pf. Goldlohn soll der ungelernte erwachsene Arbeiier Umgerechnet bedeutet das bei einem Dollarstand von einträchtigung erfahren. Ein gleichmäßiges Borgehen der privaten und öffentlich- rechtlichen Arbeitgeber bei der Einführung dieser Die unterzeichneten Organisationen sehen sich durch das rigorose Bahlungsmittel in die Lohnzahlungen ist infolgedessen in Frage Borgehen des jezigen Oberbefehlshabers und des Wehrfreiskom- gestellt. Bei der morgigen Lohnzahlung des Reiches mit wert- erfolgt." mandeurs gegenüber einer um berechtigte Lebensinteressen kämpfen Höhe gezahlt werden können. Auch bei den folgenden Zahlungen erhalten. beständigen Zahlungsmitteln wird vielfach nicht in der vorgesehenen ben Arbeiterschaft veranlaßt, den schärfften Protest zu erheben. Der des Reiches, der Länder und Gemeinden an Beamte, Angestellte 630 Milliarden tige Maßnahmen sind nicht geeignet, ausgebrochene Lohnkämpfe und Arbeiter werden wohl noch Unregelmäßigkeiten in der Zahcuf dem Weg friedlicher Verständigung zum Abschluß zu bringen, lungsmittelversorgung in Kauf genommen werden müssen. Auch sondern wirken in umgekehrter Richtung. Wir verlangen völlige Erwerbslofenunterstützungen und Sozialventen müssen infolge des Freiheit in allen unseren Maßnahmen, die im Interesse unserer durch den Streik herbeigeführten Mangels an erforderlichen KleinBewegung notwendig sind. Wir erwarten von der gesamten Ar- ftüdelungen vorläufig noch in Papiermar? bezahlt werden." beiterschaft, daß sie diesem Protest beitritt und uns alle moralische Unterstützung angedeihen läßt. Verein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer. Berband graphischer. Hilfsarbeiter, Ortsverwaltung Berlin. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter, Ortsverwaltung Berlin. worden. Verband der Steindruder und Lithograph: n, Ortsverwaltung Berlin. Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Ortsverwaltung Berlin. Erst Verlängerung der Arbeitszeit! Dann vielleicht Goldgehäller. " 42 Milliarden Höchstlohn pro Stunde. Nun vergegenwärtige man sich, was der Arbeiter für diesen Lohn faufen kann. Ein Brot kostete am Tage des Schiedsspruchs 120 Milliarden Mark, also hatte der Arbeiter ziemlich drei Stunden dafür zu arbeiten. Schlimmer noch sieht es bei den anderen Lebensmitteln, wo nicht wie beim Brot dem Wucher gewisse Schranken gesezt sind. Für ein Pfund Rindfleisch) wurden am 10. November in der Zentralmarkthalle 300 bis 450 Milliarden verlangt und gezahlt. Hierfür müßte der Berliner Textilarbeiter also 7 bis 10 Stunden arbeiten. Für ein Pfund Schweinefleisch aber, für das bis zu 600 Milliarden gefordert wurden, 14 Stunden. Der AfA- Bund hatte dem Arbeitgeberverband der chemischen Industrie die Forderung überreicht, den Angestellten für den Mcnat November Gehälter auf Goldmarkbasis zu zahlen. In einer Verhandlung, die am 9. November stattfand, überreichten die Arbeitgeber den Angestelltenvertretern Grundsätze für die Einführung von Goldrechnungsgehältern". Darin erklärte sich der Arbeitgeberverband grundsätzlich bereit, über eine versuchsweise Einführung von Goldrechnungsgehältern mit den Angestelltenorgani- Stundenlöhne von 70 bis 100 Milliarden gezahlt. Der Berliner fationen zu verhandeln, erklärte aber, beim Uebergang müsse man mit größter Vorsicht vorgehen und unter den FriedensNominalgehältern bleiben, um erst einmal zu sehen, in welcher Höhe die Goldgehälter für die Industrie tragbar seien. Ferner müßten den Goldrechnungsgehältern auch Friedensgesamt leistungen gegenüberstehen. Deshalb verlangt der Arbeitgeber verband grundsäglich eine gerechtere" Abstufung der Gehälter für die jugendlichen und weiblichen Angestellten gegenüber den männlichen Angestellten. Außerdem erwartet er unbedingte Unterstügung der Angestelltenorganisationen bei der Hebung der Leistung der Angestellten. Die Angestelltenorganisationen sollen sich ferner verpflichten, dort, wo das fommende Arbeitszeitgefeß eine längere Arbeitszeit zuläßt, als sie in dem Tarif vorgesehen ist, er forderlichenfalls Vereinbarungen zu treffen, die eine längere Arbeitszeit zulassen als die jetzige. Die Funktionärversammlung von der Schupo aufgelöst. Die überfüllte Funktionärversammlung der graphischen Arbeiter nahm gestern nachmittag einen Situationsbericht über die Streiftage entgegen. Der Vorsitzende fonnte zunächst mitteilen, daß sich die Situation in feiner Weise verändert hat. Die von den Organisationen für den Streit getroffenen Maßnahmen sind unbeschadet aller Verordnungen des Oberbefehlshabers durchgeführt Lebhaften Beifall löfte die Mitteilung aus, daß größere Betriebe anderer Berufe durch Delegationen ihre Sympathie den streifenden graphischen Arbeitern ausgesprochen haben und daß auch Vertreter der Arbeitslosen erklärten, sie werden auf die gegen die Buchdrucker im Falle eines Mangels an Zahlungsmitteln inszenierte Hege nicht reagieren. Hieraus ist zu entnehmen, daß die Arbeitgeber ihre Zusage beIm Laufe des Vormittags wurden die Vorstände aller bezüglich Einführung von Goldgehältern abhängig machen von der teiligten Organisationen zum Polizeipräsidium gebeten. Bustimmung der Angestelltenorganisationen zur Verlängerung Dort konnten die Vertreter des Polizeipräsidiums davon überzeugt der Arbeitszeit und anderen Dingen. werden, daß die Verordnungen der Militärbefehlshaber auf falschen Boraussetzungen beruhen. Es wurde dann noch eine weiter vorbereitete Verordnung bekanntgegeben, wonach die technischen Angestellten( Faftore usw.) in Notendruckereien gezwungen werden sollen, auch andere als tarifliche und vertragsmäßige Arbeiten zu verrichten, was einem Streitbruch gleichkommen würde. Der Vorsitzende gab weiter bekannt, daß gegenwärtig wieder Berhandlungen im Reichsarbeitsministerium stattfinden, weshalb die Versammlung auf einige Zeit vertagt werden sollte, um den Bericht der Unterhändler entgegenzunehmen. In diefem Augenblick rief das Erscheinen der Sch upo in größerer Bahl stürmische Entrüstung hervor. Nachdem der Leiter der Schupo die Personalien der Einberufer und Leiter der Bersammlung festgestellt hatte, erklärte er der Versammlungsleitung, daß er Befehl habe, die Verjammlung aufzulösen. Nach einem fernigen Schlußwort des Versammlungsleiters, in dem er die Funktionäre zur Ruhe und Besonnenheit aufforderte und weitere Maßnahmen der Organisationen abzuwarten ersuchte, ging die Versammlung in mustergültiger Ordnung und unter den Klängen der Internationale" auseinander. * Die nächste Funktionärversammlung findet heute mittag 12 Uhr in der neuen Welt" statt. Die Kollegen aus den Betrieben an ihren finden sich zwoed's Berichterstattung um 3 Uhr nachmittag Treffpunkten ein. Bis zur Stunde ist der Kampf noch nicht beendet. Solidarität der Angestellten. Die Angestellten der Reichstruckerei nahmen gestern Stellung zu der Zumutung, Streifarbeit zu verrichten Auf Grund der Stellungnahme der Organisationen der Angestellten wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: " Die Angestellten beschließen hiermit, feine Streifarbeit zu verrichten." Reaktionäre Stimmungsmache. In einem Teil der gestrigen Abendblätter wird berichtet: Arbeitswillige, die gestern in der Reichsdruckerei die Arbeiten aufnehmen wollten, seien durch Streifposten und linksradikale Elemente zum Teil durch Handgreiflichkeiten aus dem Arbeitssaal herausgeholt worden. Im Zusammenhang hiermit wird dem Berliner Bolizeipräsidium der Vorwurf gemacht, daß es nicht durch Einsatz ausreichender Polizeikräfte genügend für den„ Schutz der Arbeitswilligen" gesorgt habe. Der gegen das Bolizeipräsidium erhobene Borwurf ist ebenso unberechtigt wie die Behauptung von einem gewaltsamen Entfernen Arbeitswilliger aus der Reichsdruckerei unrichtig ist. Die betreffenden Drucker haben freiwillig den Betrieb verlassen. Die Polizei war mit genügenden Kräften zur Stelle, um etwaigen Ausfchreitungen entgegenzutreten. Sie hatte dazu feine Beranlassung. Neuauflage des Reichsbankplatats. Wolffs Telegraphenbureau verbreitet folgende Entschuldigung: Durch den Buchtruckerstreit hat die Herstellung wert beständiger 3ahlungsmittel eine nicht unerhebliche Be= In einer start besuchten Mitgliederversammlung des AfABundes wurden die Arbeitgeber Grundsäge für die Einführung von Goldrechnungsgehältern abgelehnt und nachstehende Entschließung einstimmig gefaßt: " Daß die in diesem Schiedsspruch festgesezten Löhne viel zu niedrig sind, geht auch daraus hervor, wenn man sie mit den nicht wertbeständigen" Löhnen der anderen Berliner Arbeiter und mit den Unterstützungsfäßen der Arbeitslosen vergleicht. Bei einem Dollarstand von 630 Milliarden wurden in Berlin im allgemeinen Textilarbeiter erhält wertbeständig 42 Milliarden. Ein arbeitsloser Familienvater mit zwei Kindern befam in der Woche vom 5. bis 11. November 1578 Milliarden Arbeitslosenunterstützung. Der 45 Stunden arbeitende Textilarbeiter erhielt 1890 milliarden Lohn. Nach Abzug der Steuern, Krantentassenbeiträge usw. hätte er also nicht mehr wie der Arbeitslose. Die nur fünf, vier oder drei Tage in der Textilindustrie beschäftigten Kurzarbeiter, deren es in Berlin zurzeit viele gibt, hatten aber viel weniger als die Arbeitslosen. Wer da glaubt, daß sich bei einem Steigen des Dollars das Verhältnis zugunsten des Arbeiters bessern würde, der irrt sich. Der deutsche Dollarkurs wird fünftlich niedriggehalten. Die Preise der Waren fümmern sich aber nicht darum. Sie gehen, unbefümmert um den Dollarkurs, und viel schneller als diefer in die Höhe. Mindestens so lange der deutsche Dollarkurs künstlich niedriggehalten wird, können also nur die Warenpreise bei der Festsetzung des Lohnes maßgebend fein. Die Umrechnung der Friedenslöhne in die jeßige Goldmart bedeutet einen neuen Lohnbetrug an der Arbeiterschaft. Das Beispiel in der Berliner Textilindustrie zeigt, welch große Gefahr bei der Schaffung wertbeständiger Löhne für die gesamte Arbeiterschaft besteht. Schwach organisierte oder durch die Wirtschaftskrise geschwächte Arbeiterschichten kommen dabei leicht unter den Schlitten. Größte Solidarität der gesamten ,, Die am 9. November in den Musilerfälen" tagende Mitglieder Arbeitnehmerschaft ist daher gerade jetzt bei der Umstellung versammlung des AfA- Bundes, chemische Industrie, lehnt die Grund- des Lohnes auf wertbeständige Basis ganz besonders notwendig. Die fäße für die Einführung von Goldrechnungsgehältern", die der Arbeit- übrigen Mängel des Schiedsspruchs tönnen hier übergangen werden, geberverband der chemischen Industrie bei Gelegenheit der Festsetzung da die Verhandlungsfommission des Tertilarbeiterverbandes den von Grundgehältern durchführen will, ab. Sie stellt sich auf den Schiedsspruch abgelehnt hat. Die jetzt in den Betrieben vor sich Standpunkt der in der Versammlung der Tariftommission aller gehende Urabstimmung der Verbandsmitglieder wird kaum Branchen des AfA- Bundes am 7. November zum Ausdruc tam, und ein anderes Resultat ergeben. verlangt von den Gewerkschaften und Hauptverständen, in der nächsten Woche den entscheidenden Schritt, nämlich den Aufruf zum gemeinfamen Rampf aller Angestellten Groß- Berlins, zur Erringung der Goldmarkgehälter." Goldmarklöhne". Ein neuer Lohnbetrug an der Arbeiterschaft. Durch die zurzeit in Deutschland gezahlten erbärmlichen Löhne, d. h. durch den Lohnbetrug, der bei der dauernden Geldentwertung an den deutschen Arbeitern vecübt wird, werden die deutschen Arbeiter gezwungen, Entlohnung auf wertbeständiger Basis zu fordern. Entlohnung nad Goldmart ist deshalb die Forderung des Tages. Diese Forderung muß mit aller Energie vertreten und für sie alle Kräfte des Proletariats mobil gemacht werden. Aber bei dem Streben nach der Entlohnnug in Goldmark ist Vorsicht am Plaze, da das Streben nach diesem Biel fehr leicht gegen die Arbeiter ausschlagen fann, wie ein Schiedsspruch beweist, der am 10. November vor dem Reichsarbeitsministerium für die Berliner Textilindustrie gefällt wurde. Dieser Schiedsspruch, welcher die Berliner Textil arbeiter auf„ wertbeständiger Basis" zum Hungern verurteilt, sei in seiner ganzen Schönheit hierhergesetzt: " Der Lohn für die männlid) en ungelernten Arbeiter über 20 Jahre wird für alle Betriebe in gleicher Höhe auf 28 Goldpfennige für die Stunde festgesetzt. Die Löhne in den Altersklassen sind wie folgt abzustufen: 20 Jahre erhalten 100 Proz. 28 f. Ungelernte Arbeiter über " P " P " " " 75 55 21 OF " = 15 " " " " 35 = 9,8 " P M " Deutscher Holzarbeiter- Verband. Die Lohnverhandlungen für die Berliner Holzindustrie für die Woche vom 5. bis 10. November sind noch immer nicht erledigt. Das Angebot der Arbeitgeber wurde von den Funktionären des Holzarbeiter- Verbandes als völlig ungenügend abgelehnt. Nunmehr wird am Mittwoch, den 14. November, ein Schiedsgericht des Reichsarbeitsministeriums die Streits frage prüfen und eventuell einen Spruch fällen. Der Lohn in den Metallgießereien beträgt in Klasse I 85 Milliarden pro Stunde, in Stasse II 82 und in Klasse III 77,5 Milliarden. Affordpreise werden um 400 Proz. erhöht. Die Hamburger Gewerkschaften haben nach WTV. den Beschluß aufgehoben, Ueberstunden zu verweigern, nachden die Mehrzahl der Gewerkschaften die wertbeständige Lohnabrechung tariflich durchgesetzt hat. Mit Rücksicht auf die Erwerbstoien sollen jedoch Ueberstunden nur geleistet werden, wenn folche aus wirtschaftlichen und betriebstechnischen Gründen erforderlich sind. Die französischen Bergarbeiter beschlossen, den Grubenbesitzern die Forderung zu unterbreiten, bis zum 19. November allgemein Verträge abzuschließen nach dem Muster des im Departement Nord und Pas- de- Calais vereinbarten Tarifs. Deutscher Holzarbeiterverband. Taubstumme! Morgen. Mittwoch, Mitgliederversammlung im Berbands. haus, Rungestr. 30( Arbeitslosensaal). Tagesordnung in der Versammlung. Der Obmann. Die Rahlstelle 90, Dandelmannficaße, geht ein. Cluseger! Donnerstag, den 15. d. M., nachmittags 5 Uhr, Rungestr. 30, Branchenversammlung. Achtung, Osram D.! Seute, Dienstag, 4 Uhr bei Lojat, Benme Straße, Fraktionsfigung aller BSBD.- Genoffen. Erscheinen unbedingt erforderlich. Der Fraktionsvorstand. von 18-20 16-18 14-16 Facharbeiter, wie z. B. Weber, Spinner, Strider, gelernte Seiler usw., erhalten 10 Broz. über den Lohn der männlichen Arbeiter der betreffenden Altersklasse, für gelernte berufsfremde Handwerfer, Machinisten und Heizer erhöht sich dieser Zuschlag sammlung im Gewerkschaftshaus( Grchez Saal). Situationsbericht. auf 15 Pro3. Die Arbeiterinnen erhalten in allen Gruppen und Altersflassen 75 Proz. des Lohnes der männlichen Arbeiter. Buchdruckerei S. S. Hermann n. Co. Heute nachmittag 3 Uhr Betriebsver Der Betriebsrat. Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Die Zahlung der Löhne hat grundsäßlich in goldwertigen 3ah- Gemertfchaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Fris Karstädt; Anzeigen: Sh. Glode; sämtlich in Berlin. lungsmitteln zu erfolgen. Soweit solche nicht zur Verfügung stehen, Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckeret fann in Papiermart gezahlt werden. Die Berrechnung der Gold- und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. mark in Papiermart geschieht nach dem amtlichen Berliner USA.. Sierzu 1 Beilage. OSRAM NITRA OSRAM Gute Beleuchtung unterstützt Auge und Hand. NITRA OSRAM muß auf der Glasglocke stehen A Nr. 531 40. Jahrgang Beilage des Vorwärts Die im fremden Hause leben. " 1 Die Schlichtungskommissionen, die im April 1919 vom Demobilmachungsfommissar eingerichtet wurden, um die Streitigkeiten zwischen Hausangestellten und Hausfrauen zu schlichten, haben fich anscheinend gut bewährt, denn sie wurden im Laufe der Jahre vermehrt, und heute befigt jeder der zwanzig Berliner Bezirke, die einen städtischen Arbeitsnachweis haben, ihre Schlichtungskommisfion und ihre Beratungsstelle. Die unzähligen Fälle", die sich hier abspielen, beweisen, daß die Verhältnisse selbst, teils durch die wirksame Arbeit der Hausangestelltenverbände viele Mißstände behoben find. Erzieherisch wirkt das lebhafte Temperament ber Hausangestelltenvertreterin, die von dem glühenden Willen beseelt ist, die Lage der Mitschwestern zu bessern. Ihr rascher Wille, zu helfen, vereint sich mit dem Bestreben gerecht" zu sein. So sagte mir die Hausfrauenvertreterin von der Laienrichterin, die die Angestellten vertritt:„ Sie ist unglaublich gerecht." So sehr sie nichts versäumt, was einer Hausangestellten nüglich sein fann, selbst in Fällen, in denen das Mädchen sich ins Unrecht setzte, den Haushaltungsvorstand zur Milde und zum Entgegenkommen zu bewegen weiß, so fachlich weiß sie im gegebenen Falle das Publikum über gegen feitige Rechte und Pflichten aufzuklären. Tragikomödie der Küche. Aeußerst bunt ist das Bild, das vor dem Tisch der Laien richterinnen vorüberzieht. Manche Träne wird geweint, manch heftiges Wort gerufen, doch auch manches Lächeln gelächelt. Es kommt zu Szenen, die beweisen, daß kein Arbeitgeber noch irgendein Arbeitnehmer mehr auf einander angewiesen sind, als oft die weibliche Hilfskraft und die Frau als Arbeitgeberin im heim. Es machen sich hier die Verschiebungen und Einwirkungen unserer Zeit besonders starf geltend: oft sind die Hausangestellten Frauen, die selbst einmal Hausangestellte sich halten fonnten, in anderen Fällen ist die Hausfrau selbst einmal hausangestellte gewesen; und so groß natürlich die Folge der Fälle ist, die immer wieder beweisen, daß der Abhängige auch immer der Ausgenügte ist, so kann nicht verschwiegen werden, daß die Hausangestellte, sobald die Hausfrau durch Leiden, Nebenberuf oder Krankheit im Hause von der Güte ihrer Mitschwester abhängig ist, oft auch die Situation zu ihren Gunsten ausnügt. In einem Falle werden den Laienrichterinnen Rechnungen und Beweise vorgelegt. Ein Koch sagt:" Das sind Ausländer, die muß man hochnehmen." Ein Zimmermädchen verschenkt den Likör an Handwerker, ohne Erlaubnis der Hausfrau. Die Schlichtungskommission sucht zu versöhnen. Die Undant bare sieht unter Tränen ein, daß sie es ja schwerlich wieder so gut wird haben können, und die Tränen erweichen die Beklagten, um Lohn und Kostgeldzahlung bei frisilosem Entlassen zu gewähren. Die Laienrichterinnen werden nicht müde, zu versöhnen, aufzu flären über gegenseitige Rechte und Pflichten. Nicht alle Fälle gehen jedoch so günstig aus. Die meisten beleuchten die Notlage der Hausangestellten. Der Durchschnitt der flagenden Mädchen lädt die Hausfrauen vor die Schlichtungskommission wegen friffiofen Entlassens", das zu Reisezeiten sehr beliebt scheint. Man wird dann auf Zahlung von Gehalt für einen Monat und Kostgeld verklagt. Dabei kommt aft Der Vorwurf über schlechtes" und fnappes Effen zutage. Das Mädchen fordert die Herausgabe ihrer Geschenke. Während in allen anderen Berufen sich Lohn und Entlohnung möglichst rasch dem Wandel der rapiden Martentwertung agepnaßt haben, kämpft die Hausangestellte heute meist noch um ihre richtige Entlohnung. Daher sind die Hausangestelltenverbände bemüht, gewisse Richtlinien zur Entlohnung der Hausangestellten zu finden, die man immer von ben städtischen Arbeitsnachweisen erfragen fann. Es ist nach dem Stand der Dinge nicht immer böser Wille, sondern oft ein nicht Mitfönnen". Der Mann der Arbeitgeberin ist selbst Angestellter und verfügt nur über beschränkte Mittel. Man hat einen Lohn ausgemacht. Der damals sehr hoch schien. Bei der plöglichen raschen erneuten Markentwertung habe man freiwillig mehr gegeben, trotzdem man vertraglich ja eine andere Summe ausgemacht habe, und das Essen und die Unkosten für ein Mädchen ja auch entfprechend gewachsen sind. Das Mädchen selbst ist topflos geworden. Hört von einer Freundin unmögliche Summen genannt, die gezahlt werden, und fordert von der ängstlichen Frau plötzlich 23] Copyright Georg Müller, München. Die Lofotfischer. Roman von Johan Bojer. Sechs Mann im Boot verstehen das ganz genau, und wenn die anderen Neße dasselbe erzählen, wozu liegen sie dann hier auf dem wilden Meer und frieren und plagen sich? Sie ziehen noch immer, und endlich kommt etwas Leben diges an Bord, der erste Kabeljau in diesem Jahr. Dem grauen Fisch mit dem hellen Bauch, dem breiten Maul und den toten Augen scheint es ganz einerlei zu sein, ob er etwas zu fressen bekommt oder selber gegessen wird. Henrik Rabben nimmt ihn aus dem Neg und hält ihn einen Augenblick am Maul, den Schwanz nach unten, in die Höhe. Ein mittelgroßer Kabeljau. Aber es ist der erste in diesem Jahre. Sie zogen Stunde für Stunde. Der Schweiß rann. Es famen noch einige Fische in langen Zwischräumen. Bielleicht waren es im ganzen etwa hundert, als das letzte Netz an Bord war. Die eine für die damalige Zeit hohe Summe. Klar, scharf und eindringlich spricht die Laienrichterin, weist darauf hin, daß ja die Hausangestellte sich nichts für die höchste Entlohnung taufen kann, betont die wieder erneute Entwertung, und es gelingt ihr, den vollen muß immer wieder betont werden, daß es in unzähligen Fällen Betrag, der der Hausangestellten zusteht, zu erreichen. Natürlich nicht um nicht wollen, einfach um nicht fönnen handelt. menschliche. Binche enthüllt sich oft schrankenlos, und es ist zum Schluß die Unfähigkeit, sich in die Seele eines anderen Menschen hineinversenken zu wollen oder zu können, oft mehr Unwissenheit als Schlechtigkeit. Deshalb find Hausfrauen, die selbst Mangel geliften, gütiger und großzügiger im Durchschnitt, und der Reiche, der nie lernte, was entbehren ist, fommt nicht auf die Idee, daß er Unrecht tue, läßt sie Kisten und Schachteln von Konfekt vor den Augen der Hausangestellten für Gäste und Familie auffahren und fommt nicht auf die Idee, etwas davon dem Personal anzubieten: Vielleicht, weil es immer gleich für mehrere ist? Kurz und gut, eine Wirtschafterin erzäht, daß Kuchen gebaden wurden, von denen nichts heraustam, bis sie sich entschlossen, einen kleinen für sich auch zu baden. Man möchte hier das Gesetz aufstellen: Jeder, der einen Zustand veranlaßt, muß unter demselben er und vielleicht seine eigenen Kinder eine Woche lang leben. Hört man nicht immer von denen, die die Keller voll hatten: Wir können durchhalten!", sagt nicht die Freundin: Für dich ist Wolle gut genug!"? Aber all die im Hause tätigen Frauen sehen hundert Dinge herumliegen, von denen ihnen nichts gehört; fie gehen mit Sachen um, die sie nie fich werden taufen fönnen; fie fehen, wie die Töchter und Kinder des Hauses Maschwerk in den Mund stecken und hören von Satteren die unverschämte Frage:„ Ich begreife nicht, wie das Mädchen so hungrig fein tann." Selbst die Tante, die ihre Nichte zur Haltung des Hauses ins Haus nimmt, vergißt, daß das junge Ding sich ebenso sehr nach Bonbons sehnt, wie ihre eigenen Kinder. Hauptklagegründe. Bei fristlosem. Entlassen wird ohne weiteres dem Mädchen Lohn und Kost zugebilligt, wenn nicht ein Verschulden des Mädchens vorliegt. Die Säße sind von der Schlichtungskommission festgesetzt. Es kommen jedoch Fälle vor, in denen die Angestellten den Dienstantritt verweigert, weil sie nicht wußte, es fei noch ein zweites Mädchen da. Stand ihr der Zutritt offen, so hat sie natürlich feine Ansprüche. Geschenke fönnen nur dann zurückgefordert werden, wenn groter Undank vorliegt oder wenn an ein besonders fostbares Geschent ein Kleid, ein Mantel, die Bedingung geknüpft war:„ Sie erhalten den Gegenstand, wenn sie bis April bei uns bleiben." Die Vertreterin der Hausangestellten betont immer wieder, daß Geschenke belassen werden müssen, da sie gleichsam oft auf den Lohn angerechnet werden. Man zahlt wenig, aber man schenkt mehr: aus diesem Grunde find eben Geschenke doppelt Eigentum des Mädchens. Dienstag, 13. November 1923 Die eine der wenigen Einrichtungen mit Behördencharakter, die das Vertrauen und Zutrauen des Publikums verdienen, scheint diese Kommission zu sein, eben weil sie in jedem Einzelfall immer wieder belehrend wirkt, indem sie nicht etwa straft", sondern aufzuklären versucht, und der schuldige Teil meist mit der Ueberzeugung fertgeht, man habe zwar seine Rechte gewahrt, ihn jedoch scharf auf die Pflichten gegen den anderen Teil verwiesen. Wagen Nr. 4848. $ Irgend jemand muß diese Frage einmal anschneiden, also soil es hiermit geschehen. Ich stehe an der Ede Turm- und Stromstraße und will nach dem Halleschen Tor. Da gibt es drei Möglichkeiten: Autobus Nr. 11 bis Brandenburger Tor, dann weiter mit Autobus A oder Straßenbahn Linie 13 bis Potsdamer Platz und dann umsteigen, oder mit der 4. Die Straßenbahn ist billiger und erhält also den Vorzug. Zufällig kommen die 13 und die 4 zugleich. Ich nehme die 4, die zwar einen Umweg fährt, aber die unsichere Chance ausschließt, wie lange man am Potsdamer Plaz auf Anschluß warten muß. Aber wie gesagt, alles ist noch herrlich und friedlich. die Stange herausgeruischt, Schaffner und Bublikum beginnen zu Am Hansaplag hat sich das Bild bereits geändert. Fünfmal ist fluchen. In der einen Hand dicke Ballen Papiergeld, die er gerade abzählen will, um auf einen 50- Milliarden- Schein herauszugeben, verrenkt er sich rücklings aus dem Wagen heraus und scheint den Versuch zu machen, einen Drachen, der sich in der Oberleitung verhaft hat, wieder flott zu friegen. Der Schweiß tritt ihm auf die Stirn, er plagt sich redlich, aber vergebens. Schließlich bittet er einen Fahrgast, das Wechselgeld zu halten, einem anderen gibt er die Drachenleine, dann steigt er aus dem Wagen und versucht der Sache von hinten beizukommen. Er zieht und stößt, biegt und drückt, springt hierhin und dorthin und steigt schließlich wieder auf. Hurrrah, es geht weiter. Bauh, schon wieder ist die Stange heraus, diesmal hängt die ganze Trommel, an der Leine und fuhrwerkt lebensgefährlich unter den Passagieren des Hinterperrons herum. Diese bücken sich und weichen aus nach Maßgabe ihrer jeweiligen förperlichen Gewandtheit und des verfügbaren Raumes. Nunmehr steigt auch der Fahrer ab, die Kurbel in der Hand, und behauptet, da müsse doch etwas los sein. Man beschließt, dem nächsten Kontrolleur, der kommt, die Sache vorzutragen. Endlich an der Potsdamer Brüde kommt, der Kontrolleur. Er sah die widerspenstige Stange nur mißbilligend an und machte sich einige Notizen, mit dem Erfolg, daß die Stange von der Potsdamer Brücke bis zum Potsdamer Platz, wo er abstieg, nicht ein einziges Mal einen Seitensprung madyte. Diese günstige Wirkung hielt sogar vor, zunt Schaden eines gewandten Schnelläufers, der zwischen Anhalter Bahnhof und Großbeerenstraße den für die Fahrgäste interessanten Versuch machte, in voller Fahrt aufzuspringen. Dieser Mann hatte es sicher eilig, aber die Vorsehung warf ihm, als er gerade hätte aufspringen können, burch einen Windstoß den Hut vom Kopf. Mit einem Fluche ließ der Mann von dem Wagen ab und holte sich feinen Hut. Mit seinem vermeintlichen Mißgeschick hadernd ging er langsam auf dem Bürgersteig nach dem Halleschen Tor zu. Er überholte aber bereits am Königgräger Theater mühelos unferen Wagen, dessen steil aufgerichtete Stange sich jedem Versuch, sie wieder in Kontakt mit der Oberleitung zu bringen, erfolgreich widerfezte. Er fam zu Fuß weit früher zum Ziel als wir, womit die unendliche Gerechtigkeit der Vorsehung wieder einmal bewiesen war. Selbst wenn die Laienrichterin den Haushaltungsvorstand bewegen hat, das Geld, statt der Armentesse dem Mädchen zu zahlen, muß sie oft betonen: Ja, Fräulein, wenn Sie sich selbst so ins Unrecht sehen, fann ich Ihnen auch nicht helfen." Unachtsam werden bunte Stücke zur weißen Wäsche getan, diese wird verdorben. Kindermädchen figen am sonnigen Barfweg, haben nichts zu tun als auf ein kleines Kind zu achten, und sehen nicht, wie die fleine Hand Blatt auf Blatt vom nahen Strauche reißt, bis das Kind die Blätter erbricht und die erschreckte Mutter entdeckt, es habe den Mund voller Blätter. In einem Falle hat eine hübsch gekleidete Hausdame, die im Seebad jede Freiheit hatte, fast jeden zweiten Tag nachmittags frei war, am zweiten Tage der Berliner RückZweifellos ist es nur meine Schuld, daß ich diese unglückliche funft teine Rücksicht genommen, will einfach einen bestimmten Tag, 4 genommen habe, und nicht die Linie 13. Hier wäre die Stange um auszugehen, obschon die Hausfrau und eine Krankenschwester vielleicht nur am Kriminalgericht, am Lehrter Bahnhof und vielbei zwei schwer ertranften Kindern die Hände voll zu tun hatten. leicht noch ein- oder zweimal am Königsplay herausgesprungen. Ebenso wurde ein Mädchen zur Zahlung von fünf Millionen Mart Das merkt man gar nicht auf einer längeren Fahrt. Man berückan die Armentasse verurteilt, weil sie ohne vorherige Rün fichtige, in was für unmögliche Lagen die Stange besonders bei digung den Posten im Stich ließ. Die Richterin be- Kurven kommt. Was soll die Stange machen? Der Wagen läuft tont: Sie würden in gleichen Falle Lohn und Kost verlangen; unter ihr nach links, die Leitung nach rechts, am Wagen unten ist wie fann ich Sie da schühen? Wenn Ihnen die Stelle nicht gefiel, fie fest, also muß sie doch herausspringen. Sie ist doch kein Bügel! fonnten Sie fündigen." Dem Haushaltungsvorstand steht in solchem und die Bügel sind wahrscheinlich so teuer, daß es der StraßenFalle der Mehraufwand für eine Reinmachefrau zu. wird gewöhnlich durch Entgegenkommen herabgesetzt, die Summe bahn- Direktion auf das bißchen täglichen Zeitverlust der Passagiere der Altershilfe übergeben. Um ein Erempel zu statuieren." nicht antommt. Der Betrag Und Kristaver ficherte und sagte, wenn zwölf Mann eine| Henrit und strich sich den blonden Bart und blickte von einem wahre Amerikareise bis hierher gemacht hätten, dann könne zum anderen. man es doch einen großartigen Fang nennen, wenn zwei 211s fie am nächsten Morgen erwachten, zwang das Boote an einem einzigen Tage genug Fische zum Abendbrot Beiter fie, an Land zu bleiben, es stürmte den ganzen Tag, gefangen hätten. Schiffe riffen sich in der Bucht los und wurden an die Klippen geschleudert, der Mastenwald in Sunden und Häfen wogte und freischte, Ziegelsteine wurden von den Dächern gerissen und flogen hoch über den Fischplaß hin. Aber Glezeus Hylla trabte in Pantoffeln in der Stube umher und sagte, dies alles gehe genau so, wie er es sich gedacht habe: Er werde ein reicher Mann. Er wolle sich einen großen Hof laufen und einen feinen Ueberzieher, wenn er im Frühling wieder nach Hause fomme. Ob ihm vielleicht jemand feine Nege abtaufen wolle, für die er sich in Schulden gestürzt habe? Funfelnagelneue Reße mit Korfen und Tauen und Flößen.„ Bietet nur, Leute!" Er zeigte die weiße Zahnreihe in dem braunen Bart, und die großen Augen schweiften umher und lachten boshaft. Ich kaufe fie!" fagte Raneles. „ Großartig! Aber das Geld auf den Tisch! Dann befommst du ganzen Anteil am Abendbrot, und ich will nur wie ein Halbpartmann effen. Aber das Geld auf den Tisch." Das hatte Kaneles natürlich nicht, und so wurde aus dem Handel nichts. Das Schneegestöber hatte nachgelassen, und während sie die Neze wieder auslegten, wurde es kälter. Es war Land- Lors an.„ Hol's der Teufel, du mußt Branntwein schaffen und „ Und da ist ein Jahrling," fagte Per Suzansa und fah wind, so daß sie den meilenlangen Rückweg nach den Fisch- traktieren, Junge, denn wir müssen was zur Auffrischung plägen unentwegt freuzen mußten. Kälter und immer fälter wurde es, und die Männer, die beim Nezzeinholen geschwitzt hatten, mußten jetzt im Boot stillstehen und die naffen Hemden am Körper gefrieren lassen. Einige Boote schaufelten ohne Tatelage auf dem Meer und an Bord saßen vier Mann, einer hinter dem anderen, und zogen alle ihre Schnüre aus der Tiefe herauf. " Das sind die Joksarer," sagte Kaneles,„ die fischen mit Angeln oder Ködern, aber auf so etwas hat sich kein Staväringer jemals eingelassen." 〃 Ber Suzansa war es nicht besser ergangen, und als alle zwölf in der Stube im gelben Lampenlicht saßen, war eine lebhafte Unterhaltung im Gange. Die beiden Boots'ührer ließen den Kopf nicht hängen, weil der Anfang fchlecht war. ,, Heute müssen wir frische Fische haben," sagte Per Suzanja, indem er die langen Wasserstiefel auszeg." Wenn du nicht genug haft, Kristaver, so tannst du an hundert Rabeljaus bei mir leihen. Das wird ja reichen für heute abend, wenn wir die Leber dazu nebmen." haben!" Lars machte sich klein und versuchte mit Lachen darüber megzukommen. Aber seinen Bater um Geld zu bitten für Schnaps, so lange es mit dem Fang nicht besser ging, das brachte er um alles in der Welt nicht fertig. Sie versuchten noch immer, luftig zu sein, aber im Laufe des Abends ließen die Männer doch den Bart immer tiefer und tiefer hängen. Sie würden schmerlich heute nacht besonders gut schlafen. Sie würden sicherlich von Pfändung träumen. Der Anfang heuer war schlimm, und wenn es nun nicht besser wurde? Aber Henrik Rabben erzählte, als das letztemal hier der große Fang gewesen sei, da sei die ganze See am Lofot den Januar und den halben Februar hindurch schwarz gewesen. Dann aber seien die Kabeljaue an Land gekommen, und da hätten sie in nierzehn Tagen so viel Fische an Land Schöpfen fönnen, daß seit Menschengedenken ein solcher Verdienst nicht dagewesen sei.„ Also wir müssen es mit Ruhe nehmen," sagte Aber oben in der grauen Luft fämpfte die weiße Möwe mit schweren, steifen Flügeln sich vorwärts, und ihr Gefreisch flang wie ein böses Omen, das der Himmel selber fandte. Der Fischplatz wurde zu einem Gefängnis, in dem mehrere hundert Männer eingesperrt waren. Im Kramladen drängten fich Männer in Wams und Südwestern. Hier und da fiomm ein fleiner Trupp mühsam eine Klippe hinan und stand dort mit flatternden Delröcken, die Hand am Südwester, damit er nicht fortfliegen sollte. Und falziges Meermasser und Tang wurde ihnen in das Gesicht getrieben, peitschte ihnen die Wangen und brannte in den Augen. durften jetzt noch keiner Ausbesserung, aber die Reze, die sie Im Hause war nichts anzufangen. Nezze und Taue begestern ausgelegt hatten, würden sie wohl nie wieder zu sehen guten Anfang, nein, wirklich nicht. bekommen, so ein Wetter war es. Dies hier nahm feinen Unter diesen Tausenden von Männern, die auf den vier fünf Klippeninseln draußen im Meer versammelt waren, waren nur ein oder zwei Dugend Frauen. Einige Fischer wohnten hier das ganze Jahr über, und sie hatten Frauen und Töchter. Auch Dienstmädchen waren bei dem Plazkönig, beim Arzt und beim Pfarrer, und einige Mädchen aus Nordland waren als Haushälterinnen mit den Nordlandbooten hergekommen. Aber es waren auch ein paar Frauen mit Hüten und vornehmem Gang da und ein paar Damen, die eine war Erzieherin bei dem Arzt, die andere eine Telegraphistin mit einer Lorgnette. Wenn Dienstmädchen oder Töchter von Fischern im Winde dahinliefen, hagelte es lüfterne Zurufe seitens der Männer, denen sie begegneten. Wenn aber die Frauen der Vornehmen norbeikamen, wurden alle ganz still und nur die Augen drehten sich ihnen gaffend nach. Ja, wenn man wenigstens Ladengehilfe oder Speicherverwalter gewesen wäre, aber, hm... einem einfachen Fischer nüßt es nichts, bei den Vornehmen beizudrehen. ( Fortseßung folgt.) Das Partei- Notopfer für Berlin Die Goldmark im Kleinhandel. Anweisungen gegen Uebervorteilung der Käufer. Nachdem nun auch der Kleinhandel die Berechtigung erhalten hat, seine Preise in Goldmart zu berechnen, erteilt der Präsident des Landespolizeiamtes Anweisungen an die Polizeiverwaltungen, worauf fie bei dieser Berechnung zu achten haben und wie einer Uebervorteilung der Käufer zu begegnen ist. Die Polizeiverwaltungen haben Danach auf folgendes ihr Augenmerk zu richten: ift zum Kampf gegen die antifemitif e Schmach und zur Verteidigung der Republik dringend erforderlich. freiwillige, Beitragsmarken hierfür find bei den Abteilungskaffierern und im Bureau des Bezirksverbandes erhältlich. Cleberweisungen von Geldbeträgen bitten wir auf Doftfcheckkonto Berlin, Nr. 48743 an Alex Dagels, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, zu übermitteln. daß auch mehrere Betriebe auf dem Industriegrundstück gefährdet waren. Es brannten Baumaterialien sowie Papier und Möbel. Der Schaben ist erheblich. Die Ermordung des Amerikaners Nowack. Bor der Urteilsverkündung. # Der Einzelhandel legt seiner Kalfulation den Großhandels. goldpreis des Bortages zugrunde und wertet seinen mit bem zugelaffenen Einzelhandelsoufschlag errechneten Grundpreis entSprechend dem Tagesmultiplitator auf. Die Preisbeftim mung gilt jeweils innerhalb der üblichen Geschäftsstunden von nach mittags 3 Uhr des laufenden Tages bis 3 Uhr nach mittags des folgenden Tages. Innerhalb dieser Zeit dürfen Gold- und Bapiermartpreise nicht geändert, auch darf die Abgabe von Waren in den üblichen Mengen nicht verweigert werden. Die Polizeibehörden haben ferner darauf zu achten, daß Im weiteren Berlauf des Prozesses wegen der Ermordung des der Einzelhändler beim Sinfen der Goldpreise oder des Dollars oder Amerifaners Nowat erflärte Kriminalfommissar Dr. Gräger auf beides seine Preise sofort herabseßt. Bei Berstößen ist rüd Befragen von Rechtsanwalt Dr. Fren, daß die Angeklagte Ma fichtslos einzuschreiben und von den Mittein der Handelsunterrianiti einen guten und glaubwürdigen Eindruck gemacht habe. fagung bzw. Schließung der Geschäftsräume Ge- R.-A. Dr. Fren: Sie gehört entschieden nicht zu dem Typ einer brauch zu machen. Den Bolizeibehörden wird des weiteren zur Berliner Berbrecherbraut. Beuge Gräger: Ganz entschieden nicht. Bfficht gemacht, die Preisauszeichnung der Waren genau Die Angeklagte Marianski erklärt, daß Müller ein fehr zu übermachen. Der Lebensmitteleinzelhandel ist gehalten, in einer unsympathischer Mensch war. Er war brutal und roh. Liste im Schaufenster und im Laden den angewandten Er sprach sechs Sprochen und wollte in der Türkei geboren sein. Er Multiplitator( Anzahl der Papiermart für eine Goldmart), gab auch an, er sei Bole. R.-A. Dr. Alsberg: War fein Auftreten Tag und Tageszeit, für weldje er gilt, und die Grundpreise in Gold- dem Dellin gegenüber sehr energisch? Ancetlagte: Ja. Die mart für die einzelnen Waren anzugeben. Der aus Grundpreis und Zeugin Lucie Kleinert, die in einem Café angestellt war, hat Multiplikator fich ergebende Papiermartpreis braucht nicht mehr an vor dem Tage der Tat morgens Vellin mit Nowat in der Friedrich gegeben zu werden. Im übrigen sollen die Polizeibehörden mit ganz straße gesehen. Am nächsten Tage fragte sie Pellin, ob denn Nowak befonderer Sorgfalt darüber wachen, daß die Grundpreise wieder zurückgekehrt sei, und darauf bestritt Tellin, daß es Nowak nicht willkürlich festgelegt werden, sondern den Ge gewesen sei. Sie müsse fich geirrt haben. In dem Hotel, in dem stehungskosten entsprechen. Bor allem aber wird den Polizeibehörden Müller gewohnt hatte, wurde am 17. Januar ein Schreiben übererneut zur Pflicht gemacht, gegen jeden Bersuch, die An= nahme von Papiermart abzulehnen, mit aller Entschiedenheit einzuschreiten. Im Handel mit Mehl und Badwaren werden die Polizeibehörden annewiesen, örtliche Polizeiverordnungen zu erlaffen, durch welche den Käufern die Mög lichkeit gegeben ist, von Breisen und Gewicht der verschiedenen heute, Dienstag, den 13. November, abends 7 Uhr, im Backwaren für bestimmte Zeiträume durch einen Anschlag am großen Saal des Lehrervereinshauses, Alexanderplatz Berfaufslokal Kenntnis zu nehmen und bei Zweifeln an dem angegebenen Gewicht der Backwaren ein sofortiges Nach= wiegen derfelben im Bäderladen herbeizuführen. Wie früher bereits, ersucht das Landespolizeiamt auch jetzt wieder das Publikum, bei der Wucherbekämpfung mitzumirfen und in allen Fällen, wo nach seiner Ansicht unlautere Machenschaften des Handels vorliegen, Anzeigen bei den Polizeibehörden zu erstatten. Hände weg von der Volksschule! Oeffentliche Versammlung Tagesordnung: Die Judenverfolgungen- ein Vorbote der Reaktion! Referent: Reichstagsabgeordneter Gen. Hildenbrand, Württembergischer Gesandter. Diese Versammlung gilt als Kampfruf gegen den umfichgreifenden Antisemitismus. Eintrittsgeld: 20 milliarden Mart. Bereinigte Sozialdemokratische Partei Berlin. binden versehen, um 5%, Uhr zur Stelle fein. in Mailand. Mit diesen Schecks betrieb er große Betrügereien in München, Frankfurt a. M. Berlin, Leipzig usw. Sein hel ershelfer war ein 40 Jahre alter aus Hevpenheim gebürtiger Kaufmann Heinrich Höhn, der gulegt in München wohnte und jetzt mit vielen wertvollen Geldsachen flitig ist. Weder Wucher noch Betrug. Einstellung des Verfahrens gegen die städtischen Werke. Der Generalstaatsanwalt bei dem Landgericht I hat das Er mittelungsverfahren gegen die städtischen Gas, Wasserund Elektrizitätswerte wegen Muchers usw. eingestellt und dem Magistrat ein Schreiben zugehen lassen, in dem darauf hingewiesen wird, daß Preiswucher nicht in Frage tommt, weil infolge der hohen Kosten, die durch das notwendige Rohmaterial, wie Rohle, entstanden waren und infolge der Schnelligkeit der Geldentivertung der geforderte Preis feinen übermäßigen Gewinn enthält. Die Erhebung des Preises der Zahlungswoche ist durch den Umfang des Betriebes bedingt, meil sich bei einem anderen Berfahren der Gaspreis noch mehr verfeuern würde. Betrug liegt nicht vor, weil die Städtischen Werfe für Annahme unb Verrechnung der von den Verbrauchern eingesandten Beträge einwandfreie Anweisungen erhalten haben Insoweit Anzeigen behaupten, daß bei der Ausführung der an sich nicht zu beanstandenden Anweisungen strafbare Mißgriffe begangen find, werden die einzelnen Fälle noch geprüft werden. Erpressung ist nicht gegeben, weil die Städtischen Werke feinen übermäßigen Preis gefordert und somit feinen rechtswidrigen Vermögensvorteil erstrebt haben. Mötigung liegt nicht vor, weil die Unterbrechung der Lieferung im Fall unpünktlicher Zahlung nach den Lieferungsbedingungen zulässig ist und weil mindestens die Städtischen Werte diese Maßnahme auf Grund der Lieferungsbedingungen für zulässig gehalten haben. Was für die Städtischen Gaswerfe gilt, trifft auch für die Städtischen Elektrizitäte und Wafferwerfe zu." Erziehung zum Barfußgehen. " Die notgedrungenen Sparmaßregeln tes Berliner Magistrats erstrecken sich leider auch auf die Schule. Große Ent. Die feitens der Kreise zu fellenden Saalordner müssen, mit Arm- Löhne und Unkosten hinzu, so erschreckt man, wenn man an den rüftung erregt in Lehrerfreisen die Heizungseinschränkung, von der für Lehrende und Lernende eine schwere Schädigung der Gefundheit zu befürchten ist. Mit noch ernsterer Sorge fieht die Lehrerschaft den Gefahren entgegen, die der Volksschule aus dem Beamtenabbaugese drehen. Eine Zuſchrift, die wir aus Bolfsschullehrerfreifen erhalten, fagt: „ Sollen hier auch noch Lehrer entlassen merben? Die Die Lehrerjugend( Junglehrerschaft) ist ja bereits aus dem Schuldienst entfernt! Sollen noch mehr Stinter in ftidigen Klaffen zusammengepreßt werden? Will man den jezt nur noch unter großen Opfern Der Lehrer überhaupt möglichen Unterricht zur leeren Farce begrabieren? Sollen in Boltsschulen 50 bis 100, in höheren Schulen faum ein Dugend Rinder in einer Klaffe fiben? Soll die übrig bleibende Lehrerschaft nach ein bis zwei Monaten vor der Möglich feit stehen: Unsere Kraft ist zu Ente, meil die Gesundheit unter diesen Umständen schnell untergraben wird? Dann muß für Ver tretung gesorgt werden, und die ausgerechneten Ersparnisse sind perloren. Soll alle freie geistige Arbeitsmöglichkeit, jebe Selbst betätigung, jede vernünftige Erziehungsart endgültig vernichtet sein? Dann wird nur mit Stock und Rafernenbrill noch Ordnung an Schulen denkbar sein, dann wird nicht nur jeder fleine Fortschritt feit 1018 begraben, dann ist die Boltsschule tausendmal schlechter als vor 1914, dann ist die Boltsschule tot!" Die Zuschrift schließt mit der Mahnung an die Elternschaft und an die Gewerkschaften, dieser Entwicklung nicht untätig zu zuschauen. leber Weltliche Schulen als Träger von Schulreform und Bertrümmerung der Bolfsschulen durch das Abbaugeseh" sprechen die Genossen Gustav häbide und Adolf Koch heute( Dienstag) abend 7 Uhr in einer öffentlichen Elternversammlung in der Schulaula am Stephanplab, einberufen von den JungLehrer- Jugendgruppen des Bundes entschiedener Schulreformer. Alle Eltern und Parteigenossen sind eingeladen. Eintritt frei. Selbsthilfe der Tuberkulosekranken. Das Leder war von jeher ein fpetufativer, gewinnbringender Artikel im Besiz fapitalfräftiger Ledergroffiften. Schon seit längerer Zeit verkaufen die Lebergrossisten nur nach Dollarpreisen. Nunmehr aber haben sie ihre Forderungen auf wertbeständige Währung bei fofortiger Bezahlung eingestellt. Andernfalls aber wirb Kilo Leder festet jetzt dem Kleinmeister schon 1,8 Dollar und würde der dreifache Betrag in Papiermart verlangt. Das demnach in Papiermart auf 5,40 Dollar zu stehen fommen. Da der Schuhmacher feine Devisen und feine Goldmart hat, muß er den hohen Preis bezahlen, denn es besteht für ihn feine Möglichfeit, die Forderung zurückzuweisen, wenn der Kleinlederhändler selbst den verlangten Preis bezahlt hat. Der fleine Schuhmacher ist aber nicht mehr in der Lage, eine halbe Haut Leher eintaufen zu fönnen. Da aus einem Kilo Leder etwa 4 Baar Sohlen nebst Abfägen gewonnen werden, so foftet eine vollkommene Be fohlung im Einkauf, wenn der Meister notgedrungen in Bapiermart zahlt, bereits 1,60 Dollar. Kommen dann noch die Preis denkt, den der Konsum zahlen muß, aber in den meitaus meisten Fällen gar nicht mehr zahlen kann. Wenn der Großhandel ungestraft mit der Papiermark mie oben geschildert die Preise weiter bracht, in dem Müller angeblich aus Warschau schrieb:„ Ich hoffe, forrigieren kann, ohne von den Bucherbehörden daran gehindert zu daß es mir meine Geschäfte erlauben, bald nach Berlin zu fommen, werden, dann wird Deutschland in turzer Zeit eine werden. Ich begreife nicht, wie ein jo'cher Berdacht gegen mich aufdann bestehe ich darauf, daß die schändlichen Zeitungsartitel beseitigt nation von Barfüßlern fein und die Kleinmeister selbst werden. Ich begreife nicht, wie ein Jo'cher Berdacht gegen mich auf- werden elent zugrunde gehen. tauchen fonnte. Den intereffantesten Teil der Be meisaufnahme bilden bie Gutachten. Gerichtschemiker Die Apotheker gegen die Krankenkaffen. Dr. Brünina hat fefigestellt, daß das Kopftissen, mit dem Nomat In dem Streit zwifchen Apothefern und Kranfenfaffen, über erstidt worden war, starf mit Acetylen- Tetrachlorid durch den wir berichteten, ist bisher keine Benderung eingetreten. Die in tränkt war. Dieses ist in der Wirkung fechs. bis fieben mat der vorigen Woche ergebnislos abgebrochenen Verhandlungen find starter als Chloroform. Auf Grund der Angaben der Un noch nicht wieder aufgenommen worden, so daß die Weigerung geklagten Marianiti hat er die Zeichenteile nach Scopolamin ber apothefer, die den Rafienmitgliedern au untersucht. Scopolamin ist ein dem Utropin verwandtes Gift, das liefernden Arzneien den Kaffen zu trebitieren, aus den Nachtschattengewächsen gewonnen wird. In Magen. Darm fortdauert. Bis auf weiteres find also die Kaffenmitglieder genötigt, und Leber fand der Sachverständige nicht weniger als zehn Milli- die Arzneien aus eigener Taide und sofort zu bes gramm reines Scopolamin, eine Menge, die gereicht hätte, zahlen und dann Rückerstattung des Geldes von ihren Staffen eine ganze Gefchmorenenbant zu vergiften. Auch zu fordern. Diesem Vorgeben gegen die Staffen haben sich übrigens Professor Joachimogle stellt feft, daß Nowat allein schon an nicht alle Apotheker angeschloffen; ein Teil von ihnen, allerdings der Menge des Scopolamin zugrunde gegangen wäre. Immerhin ein nur aeringer, liefert weiter zu den bisherigen Bedingunger. hätte es acht bis zehn Stunden gedauert, bis er gestorben wäre. Me. Wie wir hören, berricht gegen diese Apotheker bei ihren Kollegen biginalrat Dr. Stoermer bezeichnet die Ausführung der Tat als große Erbitterung, die sich auch schon in Bedrohungen geäußert eines der raffiniertesten Verbrechen. Der Plan ist teuflisch angelegt haben soll. und durchceführt worden. Der Staatsanwalt beantragte, Yellin des gemeinschaftlichen Mordes und Raubes mit Todeserfolg für schuldig zu sprechen. Die Teilung der Beute fei der ftärffte Beweis für die Schulb Dellins. Die Angeflagte marianiti fei der Heberet schuldig. R.- 2. Dr. Alsberg vertrat die 2nficht, daß nie ein Anceflagter felten unter schwierigeren Berhältnissen in einem Kapitalprozeß um fein Recht habe fämpfen müssen. Ein Unglück sei es, daß Müller und die Briefer fehlten, die ihn in die Tat verftridt hätter. Das Urteil war bei Rebattionsschluß noch nicht bekannt. Der Raubmord der Hoffänger. Der Verband der Lungen und Tuberkulose. Das vierte Mitalied der offängerbande, die franten Deutschlands, Ortsgruppe Berlin, hielt vor den Schneibermeister Albach in der Helmholtzstraße ermordete und furzem feine Generalversammlung ab. Der Tätigkeits beraubte, ift verhaftet und von Bremen nach Berlin gebracht worden. bericht ergab, daß die Ortsgruppe bei Wohlfahrtsämtern, Gesund Er wurde entlarvt als ein 20 Jahre alter aus Hafperbach gebürtiger heitsamt, Heimstätten, Heilstätten, Krankenhäusern, Siechenhäusern Arbeiter Wilhelm Böger, der in Dortmund einem Tischlermeister in 90 Proz. gute Erfolge gehabt hat. Am schwersten ist die Arbeit aus der Lehre entlaufen war und als Gelegenheitsarbeiter auf der in der Wohnungsfürforge; in höchstens 5 Broz. fonnten Reche Kaiserstuhl 2 feinem Arbeitsnenoffen Deppner die Papiere Wohnungen für schwer Luberkulöse beschafft werden. Die Ber. Stahl. Die Mordkommission, die mit größter und zähester Ausdauer fchichung von Kindern wurde teils durch Fürsprache bei den Bes den vierten Mörder ständig verfolgte, hatte erfahren. dak er ina hörden, teils mit den vom Berband zusammengebrachten Geldmitteln Ausland entfliehen wollte und deshalb besonders die Hafenbehörden in 30 Fällen ermöglicht. Auch fonnten Kranke, die feine Behörde aufmerksam gemacht. Bei einer Razzia in Bremen wurde dann der mehr verschickte, durch private Berbindungen noch einer Heilstätie zugeführt und wieder arbeitsfähig gemacht werden. In etwa vermeintliche Deppner ergriffen. Der Name zieht. " Frofwarnungsdienst. Frostschäden. Es ist daher der Hinweis auf eine öffentliche GinDer Winter steht vor der Tür und mit ihm die Gefahr der richtung am Blake, durch deren Benutzung Frostschäden nach Möglichkeit verr ieden werden fönnen. Die amtlichen Wetter: dienst stilen, denen die Aufgabe zufällt, Wettervorhersagen und Witterungsberichte auszugeben, find auf den sogenannten Frostwarnungsdienst cingestellt. Sie erteilen nicht nur im Einzelfalle auf Anfragen Auskunft, sondern übernehmen es auch, für Interessentengruppen dauernd tätig zu sein und fie im Bedarfsfaüle vor schädlichen Frösten zu warnen. Da eine ganze Anzahl von Wetterdienststellen über das Reich nerteilt ist, läßt sich eine rechtzeitige Benachrichtigung, die natürlich am besten telegraphisch oder telephonisch erfolgt, leicht ermöglichen, besonders da die Wetterdienst stellen ihren Gih faft sämtlich an großen Verkehrs- und Nachrichtenzentren haben, die norddeutschen in Berlin( Berliner Batterbureau), Breslau, Königsberg i. Br., Hamburg( Deutsche Seewarte), Bremen, Aachen, Essen, Frankfurt a. M. und Magdeburg. Von dort sind die Bedingungen zu erfahren, unter denen Frostwarnungen bezogen werden können. Die Gebühren, die in der Hauptsache nur fachliche Untesten beden sollen, find gering und stehen in feinem Verhältnis zu den Ersparnissen, die bei Vermeidung von Frostschäden zu erzielen find. Landwirtschaft, Handel und Industrie, Gewerbe, Berkehr und andere Kreise, tönnen von Frostwarnungen großen Nuzen ziehen und sich durch vorherige Kenntnis des Frefteintritts vor schweren Verlusten schüßen. In vielen Fällen fönnen auch für die Allgemeinheit durch Benutzung des Warnungsdienstes Werte ge rettet werden, die bei der heutinen Wirtschaftslage unerfehlich find: man dente an Kartoffel-, Gemüse. und Obsttransporte. In gleicher Weise wird auch ein Glatteis und Regenankündigungsdienst ausgeführt. 300 Fällen wurden Tuberkulose- Ertranfte an Tuberkulose- Fürsorge. stellen überwiesen. Zu der neuesten Krisis der Kranten. tassen nahm die Generalversammlung eine Resolution an, die Als ein Hochfiapler ersten Ranges, der die aanze Welt mit hauptsächlich folgendes fagt:" Die Generalversammlung erhebt wertlofen Schede betron, wurde der angebliche Graf v. Mar eneraischen Brotest gegen den Zusammenbruch der Sozialversicherung tetti entlarbt, der in Berlin den italienischen Dinto der Krantenlassen und des gesamten Gesundheitsmesens. Durch maten" ipielte. Der Graf" faufte hier angeblich im Auftrage Geldanleihen von seiten der Regierung ist den Krantenfaffen nicht eines Freundes foftbare Berlentetten und Goldiachen und geholfen. Der Kreis der Versicherten muß erweitert, die Unter bezahlte auch hier mit Seeds, für die feine Dedung vorhanden nehmer müssen zur Tragung der Lasten mehr herangezogen werden. war. Nach aroßen Bentengen ging er nach Leipzig. Ein Juwelier, Wenigfiens Brof! In Banto to fonnte wegen Geldmangels Dem mehr als gefchäftsmäßigen Vorgehen des den er dort betron, reifte ihn nach Dresden nach, ertappie ihn im am geftrigen Montag den Erwerbslofen die Unter Chemischen Trusts für Arzneien und Heilmittel Laden eines ibm bekannten Kollegen und ließ ihn fe fine bmen. ftigung nicht ausgezablt werden. Da die von allen muß im Interesse der Gesundung der Kranten. Der Berkaftete wurde festgestellt als ein 45 Jabre after aus Mitteln entblößten Leute in große Erregung gerieten und vor das tassen Einhalt geboten werden. Der Wahl der Kranten Metfchen in Bommern gebürtiger Privatbeamter mich Adolf Bankower Rathaus zogen, so entschloß sich das Bezirksamt, foces feffendel gierten ist besondere Beachtung zu fhenten. Die Durch Anton Padendorf, der eine abenteuerlice Bergangenheit nannte Brotbons auszugeben. Der Obermeister von der führung der Sozialversicherung erfordert bedeutende Geldmittel. Für hinter sich hat. Sie ermittelt wurde, war Ladendorf unter dem Bankower Bäckerinnung gab feine Zustimmung, und so konnten die ihre Beschaffung durch Erfassung der Sachwerte usw. zu sorgen, ist Namen eines aus Genf gebürtigen Rittmeisters a. D. Emich Erwerbslofen wenigstens Brot faufen. Aufgabe der berufenen Organisationen." Der Verband fordert die Gustav Friedrich Grafen zu 2ainingen Meudenau Der nächste Porkampf in der Neuen Welt, Hafenheide, findet Tuberkulose- Erfranften zum Eintritt auf und bittet Gefunde um jahrelang bei einer Versicherungsgesellschaft in Wien beschäftigt. beute, Dienstag, den 13. November, abends 7.45 Uhr, bestimmt statt. Die Ueberweisung von Gelb und Naturalien. Poftfchedionto: Mag Unterbeffen beiratete er in London. Im Jahre 1921 verzog Baare weisen folgende Namen auf: Walther Funke Berlin gegen Hönscherles Conrad, Berlin, Panfftraße 3, Mr. 84 108. er mit feiner Frau nach Italien Von dort febrte er im Auquit d. J. Theodor Behesling gegen Müller- Botsdant. Den Einleitungslampf bestreiten Berlin, Eich Merten Mandebura gegen Antonowitsch Bremer, außerdem nach Deutschland zurück und wohnte zunächst in der Dachauer Straße Baldemar Henschel gegen Fred Ditermoor. zu München. Auf den Namen eines a brifdirettore Dr. ermann Arndt aus Mailand fertigte er fich felbft einen Brof. De it reich in einer öffentlichen Elternversammlung des 18. Ber Rolfsverfall und Schulgefährbung. Dieles Thema behandelt Ausweis an, und auf diesen verschaffte er sich Scheckbücher von der waltungsbezirts am Mittwoch, abends 7 Uhr, in der Aula des Realgym Schweizerischen Kreditanstalt in Baden und der Banta di Noma nasiums in Weißensee, Boeldpromenade 37. Glu jebe gefährlicher Braud tam am Montag nachmittag in der Prinzessinnen fir. 19 auf dem Hofe in einer Fabrit angeblich durch Fahrlässigteit zum Ausbruch. Als die Feuerwehr dort ein traf, hatten die Flemmen schon eine solche Ausdehnung erlangt, Aus der Partei. GU 哭过 Arbeiter- Sport „ Wanderdienst". Unter diesem Titel gibt die Haupt- Banderauskunftsstelle des Schwimmfest des BSB.„ Welle". " Erstlingsbrustschwimmen, 40 Meier: a) Mäbchen: 1.$. Stritertin Unterstügungs- Vereinigung und Verein Arbeiterpreffe. Die Unterstügungs- Bereinigung ist in der Erfüllung ihrer Aufgaben vor so große Schwierigkeiten gestellt, taß ohne große Steformen eine Besserung nicht möglich ist. Der Vorstand hat sich rociter bemüht, den Zusammenschluß der Sonderfassen der einzelnen Der BSB. Welle" hielt vor furzem fein 30. Schwimmfest Gewerkschaften praktisch zu fördern, indem für diesen Zusammen- Jugendamtes der Stadt Berlin ein Nachrichtenblatt heraus, vor zahlreichen Zuschauern im Stadtbad Friedrichshain ab. schluß eine Sagung ausgearbeitet ist, die nach einer eingehenten das auch für alle das Wandern pflegenden Arbeitersportvereine Das Fest nahm durch gute Vorführungen einen glänzenden Verlauf. Beratung mit Bertretern der gewerkschaftlichen Organisationen nun- wichtig ist. Die Notwendigkeit, alle Nachrichten, die in der Haupt- Namentlich der Damenkunstreigen erweckte den lebhaftesten Beifall. mehr den einzelnen Verbänden überfandt worden ist mit der Bitte, Wanderauskunftsstelle zusammenlaufen, schnell und zuverlässig allen Im Erstlingsschwimmen konnten 75 Schwimmschüler ihr im Berein baldigst eine Entscheidung zu treffen. Der Zusammenfchluß ist auf beteiligten Kreifen befanntzugeben, führt zur Herausgabe dieses im letzten Halbjahr erlerntes Schwimmen zeigen. Die Stafettenter Grundlage geplant, daß die Leistungen der Kaffe auf die ein Nachrichtenblattes. Es wird in aller Kürze von allen Einrichtungen, fämpfe waren spannend. Ein Lampionreigen bildete den Schluß zelnen Verbände nach der Zahl der Argestellten umgelegt wird. Neuerungen und Aenderungen, tie für den Wanderer wichtig sind, des Festes. Nachstehend die Resultate: Nur so wird es möglich sein, zu Unterstützungen zu kommen, die Kenntnis geben, über Berkehrsvergünstigungen, neue Jugendhereinigermaßen dem entsprechen, was vom Standpunkt der sozialen bergen, Wanderfarten, Lehrgänge usw. unterrichten. Aufgabe des Fürsorge geboten erscheint. Es erscheint aussichtslos, die Unter- Nachrichtenblattes soll es sein, der breiten Masse des Volkes und ftügungs- Vereinigung auf eine gesunde Grundlage zu stellen, wenn der Jugend auch in der heutigen Zeit immer drückender werdender nicht nach der neuen Satzung der Zusammenschluß aller Verbände Wirtschaftsnot den ewig fließenden Jungborn des Wanderns zu er zu gemeinsamer Leistung möglich ist. Für die Uebergangszeit hat der Vorstand beschlossen, für den halten und Wege zur billigen Durchführung von Wanderungen zu Monot November außer dem Beitrag von 500 Millionen Mart ebnen und zu weisen. Die soeben erschienene erste Nummer enthält 100 Milliarden nachzufordern und für Dezember einen piele wichtige Mitteilungen, das Jugendwandern und die Jugendherbergen betreffend. Bezugsgebühr nierteljährlich 10 Pf. X BuchBeitrag von 150 milliarden zu beanspruchen. Dieser Beitrag händlerschlüsselzahl. Bestellungen sind zu richten an die Hauptwird uns in die Lage versehen, wenn auch mit einigen finanziellen Banderauskunftsstelle des Jugendamts, Berlin C. 2, Poststr. 16 I, Schmierigkeiten, für den Monat Dezember eine Witwenrente von Zimmer 28. 300 Milliorben und eine Invalidenvente von 400 Milliarden zu gewähren. Voraussetzung dafür ist, daß sich unsere Vertrauens. Ieute bemühen, den Beitrag zeitig hereinzuholen, damit uns die nötigen Mittel zur Verfügung stehen, denn irgendwelche Rüdiogen sind für die Kasse nicht vorhanden. Für den Monat Januar hat der Vorstand beschlossen, den Bei trag in einem mertbeständigen Zahlungsmittel einzufordern, und zwar in Hähe von einer Goldmart. Dementsprechend wird sodann auch die Rente berechnet werden. Wir bitten sehr dringend, daß unsere Mitglieder sich bemühen, den Beitrag zeitig zu bezahlen, damit nicht die Schwierigkeiten, in denen sich die Kaffe befindet, durch nachträgliche Zahlungen vergrößert werden. Der Vorstand ist leider nicht in der Lage gewefen, die Beiträge so zu erhöhen, wie es im Interesse unserer Unterstügungsempfänger notwendig gewesen wäre, weil leider unsere Angestellten gegenwärtig so schlecht bezahlt merten, daß die von uns in Aussicht genommenen hohen Beiträge lebhaften Widerspruch finden würden. Die Zwangslage, in der wir uns befinden, nötint uns aber, zu diesen Beiträgen überzugehen, wenn wir nicht vollständig die Auflösung der Kaffe herbeiführen wollen. * Für den Berein Arbeiterpresse hat der Vorstand beschlossen, für das 4. Quartal einen Beitrag von 20 Milliarden nachzuerheben. Auch hier bitten wir unsere Mitglieder um schnellste Zahlung der Beiträge. Groß- Berliner Parteinachrichten. 122. Abt. Biesdorf. Mittwoch, den 14. November, 7 Uhr, öffentliche Versammlung bei Porath, Marzahner Str. 31. Bortrag des Ge nossen Wuschid über Die legten politischen Ereignisse". 13. Kreis Tempelhof- Mariendorf. Die Teilnehmer an dem Rurfus Wermuth merden gebeten, heute( Dienstag) schon um 7 Uhr in dem bekannten Klassenzimmer anwesend zu sein. Auch die Abrechnungen von der Revo. Iutionsfeier werden hier entgegengenommen. Heute, Dienstag, den 13. November: 8. 95t. 7 Uhr Baugewerksschule, Rurfürstenstr. 141, Rahlabend. 80. b. Schöneberg. 8 Uhr Funktionärsigung im bekannten Lokal. 98. Dt. Neukölln. 6% Uhr Sigung der Bezirksführer und Raffierer in der Wohnung des Gen. Senn. Bendaftr. 21. Jungsozialisten. Gruppen Cüben, Friedrichshain und Treptow: 8 Uhr, 1. Sof lints, Sindenftr. 8, Vortrag des Gen. Ruben: Die margiftifche Auffaffung von Staat und Verwaltung". Mitgliederversammlungen und Zahlabende in Groß- Berlin am Mittwoch, den 14. November: 1. bt. 7 1hr Schulaula, Auguftstr. 68. Borttag: ,, Die Ereigniffe der legten Beit". Referent Genoffe Franten, M. b. 2. 3. Abt. 7% Uhr Sahlabende bei Schulz, Stallschreiberstr. 29, Referent Genoffe Hermann Gewetom; im Lolal Gensch, Dresdener Str. 107-108, Referent Genosse Schaumberg; im Lokal Krüger, Engelufer 23, Referent Genoffe Schmahl. 4. Abt. 7 Uhr Deutsches Gärtnerheim, Stralauer Str. 53. Tagesordnung: Stellungnahme zur Neumahl der Abteilungsleitung. Mitgliedsbuch ist Dorzuzeigen. 5. Abt. Pünktlich 7 Uhr Saberlands Festfäle, Neue Friedrichstr. 35, Wahl des Abteilungsvorstandes. Stellungnahme zur Neuwahl des Kreisvor standes. Wahl der Delegierten zum Kreisvertretertag. Die Bezirksführer laden ein. 6. 2bt. 7% Uhr außerordentliche wichtige Mitglieberberfammlung bel Büttner, Schwedter Str. 8. Reumahl ber gefamten Abteilungsleitung. 7. Sibt. 7 Uhr bei Dahms, Schlegelstr. 9. Neuwahl ber Abteilungsleitung. Die Bezirksführer laben ein. 8. 20t. 7% Uhr Bablabend bei Ridert, Steinmeßftr. 36a unb Seiler, Stein. megstr. 29 für die Abteilung 8a. 9. 2bt. 7½ Uhr gemeinsamer Bahl- und Diskussionsabend bei Faber, Stefanftr. 11. 10. St 7% Ubr gemeinsamer Bablabenb in ber Gemeindefchule It. Moabit 23. Vortrag des Genoffen Altmaier über" Die letten Ereignisfe". 11. st. 7% Uhr bei Berger, Leveporfte. 21. Thema: Die politische Lage". Referent Genosse Künstler, M. d. N. Die Bezirksführer laden ein. 12. Abt. 7 Uhr Bablabend Schule Rostoder Str. 32. Vortrag des Genossen Steintopf, M. d. N., über„ Die politische Lage". Die Bezirksführer laben ein. 14. Abt. Bablabende in folgenden Lokalen: Janisch. Butbufer Str. 8; Gielwald, Putbuser Str. 24: Start, Butbufer 44; Bogen, Graunftr. 18; Engel, Swinemünder Sir, 64. Erscheinen sämtlicher Genoffen ist Bilicht. 15. Abt. 7% Uhr Bablabende bei Obligo, Stralfunder Str. 11 und Nietsch mann, Aderstr. 122. Vortrag über„ Bahern and 16. t. 7% Uhr bei Krüger, Suffitenstr. 34. bas Reich". Vortrag über Die politische 17. 906t. 7 1hr Schulaula Zegeler Str. 18. Lage". Referent Genoffe Dr. Levi, M. d. N. 18. Abt. 7% Uhr Bahlabende bei Hochheim, Pantstr. 32 und Sachfe, Lin bower Str. 26. 20. Abt. 7 Uhr Bahlabend und Mitgliederversammlung bei Wende, Kolonie ftraße 147. 21. 206. 7 Uhr im Schrader- Haus, Malplaqueificaße. Vortrag des Genoffen 791. bis 797. Bezirk bei Müller, Sehifert über" Die politische Lage. Abolfstr. 12. 22. Ant. 7 Uhr Schulaula Sütticher Str. 47/48. Vortrag über Die gegen. Steferent Genoffe Bienan. cärtige Lage und die Haltung der Partei". 28. 6. 7 Uhr Bahladende bei Lewandowski, Geestr. 104; Echulz, Seeftraße 108; Grunewald, Kameruner Str. 18: Zaube, Müerfir. 62a. 25. t. 7% Uhr Zahlabende in den bekannten vier Lokalen. Erscheinen flicht. 26. Abt. 7% Uhr im„ Musikalischen Fuchs", Joftuftr. 7. Vortrag über„ Die politische Situation". Referent Genoffe Dr. Korad. 27. Mot. 7 Uhr Soulaula Gonnenburger Str. 20. Vortrag über„ lafen. tampf und Politik". Referent Genoffe Strille. Disfuffion. Bericht 28. 2bt. 7½ Uhr Kleiner Saal in Büttners Gestsälen, Schiebter Str. 23. Bortrag über„ Die politische Bage". Referent Genosse Landa. Kein Bierzwane. Obne bom Bezirtstag und Parteiangelegenheiten. Mitgliedsbuch kein Zutritt. 30. 96t. 7 Uhr Schulaula Rappelallee 40/41. Referentin Genoffin Wurm, 07. b. St. 31. bt. 7 Uhr Fortiebung der Distuffton des Bortrags bes Gentoften Die Bezirksführer laden Brinizer. Bon 7 bis 7% Uhr wird taffiert. ein. 32. Abt. 7 1hr Bahlabende. Gruppe Seuert Gall: Schule Lange Str. 31: Grubbe Wartmann: Schule, Fruchtstr. 38; Gruppe Kluge: Sonntag, den 18. November, früh 10 Uhr, in der Wohnung des Genoffen luge, Seant. ftraße 47; Gruppe Meister: Gonntag, ben 18. november, früh 10 Uhr, Die Bezirks in der Wohnung des Genoffen Meister, Blumenstr. 64. führer und Funktionäre werben ersucht, einzulaben. 33. gibt. Die regelmäßig stattfindenden Bablabende in den bekannten 20 falen fallen aus. 35. t. 7% Uhr Sablabende bei Többer. Rigaer Gir. 85; Bellriegel. Rigaer Str. 54: Drelie, Schreinerfic. 18: Borfomsti, Schreinerite. 32: Gemeindefchule, Samariterftr. 20 und bei Bombe, Voigtftr. 25. Bortrag fiber Die rofitifche Lage". Referent Genofie Sohie, M. b. M. 36. st. 7 Uhr Zahlabende bet Pufch. Tilsiter Str. 27; Biebermann, Sorn. dorfer Str. 9; Böfenberg, Petersburger Str. 73; Wittschuß. Beter. burger Str. 5; Bilan. Frankfurter Mee. 38. t. 7 1hr Bahlabende: Peste 180h Strabmanaftcake. Gde Wilhelm firaße: Bezirk 161 bei Stofe. Gr. Franfitter Etc. 17: Pericle 184, 1, 186, 187, 188 und 195 bei Magwig, Barnimftr. 15; Pezir? 189a bel Mofenberg. Langenbedstr. 1; Bezirke 155, 156, 157 und 158 bei Salt, Fürstenwalder Straße. 3000- Meter- Lauf. 60- Meter- Hürdenlauf( Einladung): 1. Arnold 49% Get.; 2. Stega 59% Gct.; 3. Gelgner 64 Get.; d) Knaben: 45 Get. www 54 Get.; 2. Kindiger 56 Gef.: 3. Rulitschte 56% Get.; b) weibl. Sugend: 1. Grater 50% Get.; 2. Simmer 50% Get.: 3. 3. Repp 53 Gef.; c) Damen: 1. Chrift 42% Set.; 2. Landsky 44 Get.; 3. Rod 47% Set.; e) männi Jugend: 1. Siemens 42 Gef.; 2. Springfeld 41% Set; 8. Sommerfeld 42% Get.; f) Männer: 1. fröning 40% Get.; 2. Rießlich 41 Get.; 3. Rosenfenberg 2,01. 2. Klitschke 1,48; 3. Gicha 1,49; b) Jugend: 1. M. Schmidt 1,30; 2. Mummert 1,31; 3. S. GSchmidt; c) Mädchen: 1. Eberhardt 1.49; 2. Löwenstein 1,53; 3. Rin biger. Knabenschwimmen, 40 Meter: a) Bruft: 1. Teubert 39 Set.; 2. Abratis; 3. Krette; b) beliebig: 1. Madivan 32 Get.; 2. Körber; 3. Gühring. Männer brustschwimmen, 100 Meter: Klaffe A.: 1. Corena 1.31; 2. Bietſch 1,41; 3. R. Männerstafette( beliebig): 4X2. 1. Abt. Berlin 1,57; 2. LichDamenrüdenschwimmen, 100 Meter: a) Damen: 1. Road 1,42; Muller. Klaffe B( 80 Meter): 1. Schmidt 1,20; 2. Meierfe; 3. Wendlandt. Jugendlagenftafette, 4X2 Bahnlängen: 1. Lichtenberg 2,20; 2. Berlin 2,21.Streckentauchen für Männer: 1. 5. Bud, 50 Meter, 48 Get.; 2, Reinhold, 50 Meter. Sauptschwimmen, 200 Meter: 1. Mummert 8,24; 2. Jungmann: 3. Czepluch. Männl. Jugendbrustschwimmen, 100 Meter: 1. Chriftian 1,35; Männerseiteschwimmen, 100 Peter: 1. Lorenz 2. Sellermann; 8. Sagedorn. Männerlagenstaffel über 30 Jahre: 1. Berlin 1,30; 2. Seife 1,31%; 3. Sedert. 2,29; 2. Lichtenberg 2,30. Männerrüdenschwimmen, 100 meter: 1. Lomnig 1,30; 2. Mummert; 3. Schmidt. Jugend, 80 meter: 1. Both 1,23; 2. Sagedorn; 3. Fuchs. Damenbrufschwimmen, 80 Meter: 1. Road 1,30; 2. Werth; Jugend: 1. Robinson 1,31%; 2. Gärtner 1,35; 3 Mummert. 3. Klitschte Männerlagenftaffel, 4X2 Bahnlängen: 1. Berlin 2,08%; 2. Lichtenberg 2,13. Lichtenberg 3: 3. Wasserballspiele: a) Jugend: Berlin- Lichtenberg 3: 2; b) Männer: BerlinTurn- und Sportfest am Bußtag. Die Zentralturnhalle, Prinzenstraße 70, wird am Bußtag, Mittwoch, den 21. November, der Schauplah größerer Wettkämpfe sein. Zum Musterriegen. wettkampf find ziemlich 40 Riegen gemeldet, die sich auf alle Geräte und Freiübungen verteilen. die Zwischendurch wird Leichtathletik durch Einzel- und Stafettenläufe ihr Können zeigen. Die Freie Turnerschaft Groß- Berlin will als Beranstalterin des Festes mit Unterstützung der Brudervereine ten turnsportlichen Wettkampf in den Arbeiterturnvereinen beleben und gleichzeitig der Berliner Arbeiterschaft ein Bild des Arbeitersports in Groß- Berlin zur Darstellung bringen. Die Wettkämpfe beginnen nachmittags 2 Uhr. Ein Hallensportfest der Arbeitersportler veranstaltet vom 1. Kreis des Arbeiter Turn- und Sport bundes, findet am Sonntag, den 25. November, im Sport pala ft, Potsdamer Straße, statt. Das Programm ergibt sich aus der Ausschreibung: Männer. 60- Meter- Lauf( Einladung): Breußner, Schäplih, Loose( Mathenom); Blum( Burg); Unger( Nowawes); Bergmann, Pfarr( Schöneberg); Marts Gubofit): Leder, Müller( Fichte- Weſt): Behrends, Seldt, Cide( AGC); Hola ( Fichte Süd); Räbel, Rönig( Köpenid); Sensterberg, Laube, Erdmann( Fichte ( Gerbendorf); Dörband II( Moabit); Wilte( Lichtenberg); Krüger( Weißenfee): Mohr( Röpenid). Chrich, Eide, Kunstorff( ASC.); Frick( Lichtenberg); Walzleben( Burg); Racin ( AGC., Erfaz). Stabhochsprung( Einladung): Annast( Oberfpree); Trebuth ( Fichte- Süldoft); Aritger( Weißensee): Heinomis( Burg); Schreiber( Leipzig); Hochsprung( Einladung): Lippert Loose( Rathenow); Toppel( Fichte 9). ( Lichtenberg); Sola( Gerbendorf); Baein( AGC.); Ehrich( ASC.); Sänger ( Fichte- Gudoft); Teller( Fichte- Weft); Heinowit( Burg). Kugelstoßen( Ein ladung): Staria( Fichte- Ost); Rallweit( Moabit); Dörband II( Moabit); Sed Zanzichen haus( Moabit); Bener( Fichte- Südoft); Schmidt( Schöneberg). ( 8 Mann bilden eine Mannschaft). 4- Stunden- Baarlaufen. 10X2- Runden. ftafette( mit bestimmtem Wechsel). Es starten Stlassen A, B, C und Turner. 10X60- Meter- GaffenOlympische Stafette. Es starten Riassen A und B. Alte Herren, 2000- Meter- Gehen. ftafette. Es starten Rlaffe C und Turner. 30-35 Jahre: 4X1- Rundenstafette. 60- Meter- Lauf. Ueber 35 Jahre: 4X1- Rundenstafette. 60- Meter- Lauf. Jugendliche: 1500- Meter- Sauf. 60- Meter- Hürdenlauf( Einladung): Zen( Moabit): Schacbethal( Moabit): Meh. Schweden mats( Rathenow); Seue( Rathenow); Göring( SAC.); Lehmann( Fichte- Oft). 10X1- Runde- Werfolgungsstafette. Sochsprung( Jahrgang 05-06). Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch Punkt 7 Uhr Turnratssigung, ftafette. 60- Meter- Lauf( Jahrgang 05-06), 60- Meter- Lauf( Jahrgang 07-08). Sonnabend Punkt 7 Uhr Rampfrichtersizung zum MusterSportlerinnen: 60- Meter- Lauf. Sochsprung( Einladung): Weiß( Fichte. Niederwallstr. 12. Südoft); Rau( Groß- Berlin- Wedding); Förster( Fichte 6); Sohnika( Fichte- Süd); riegenturnen, Weinmeisterstraße. Alle Bezirke Kampfrichter bestellen. 10X60- Meter- Gaffenstafette. Grund( AGC.); Kunze( Groß- Berlin- Wedding). Riaßeneinteilung: Sportlicher Bereinigung Roland. Terminkalender: Dienstag 8-10 FrauenZauzichen( 6 Mann bilden eine Mannschaft). Rtaffe A.: Athletik- Sport- Club, Röpenid, Lichtenberg, Moabit, Rathenow, turnen, Mittwoch 8 Uhr Kartellversammlung, Senefelderstr. 32, Donnerstag Gchöneberg, Fichte- Südost, Fichte- West; Klaffe B.: Oberspree, Fichte- Gilb, 8-10 Generalprobe zum Stiftungsfeft, Sonnabend Abrechnung der EinlaßFichte- Ost, Reukölln, Weißenfee, Brandenburg, Wildau, Tegel, Fichte 22, tarten. Fichte 25; RIaffe C.: Adlershof, Niederschöneweide, Behlendorf, Fürstenwalde, Spandau, Charlottenburg, Schenkendorf, Nowawes, Fichte 3, Bankow, Klausdorf, Lichtenvade, Johannisthal, Wilmersdorf, Wedding, Groß- Berlin Often, Päß, Fichte 16. Die Freie Turnerschaft Päz, Klausdorf, Adlershof und Johannisthal wird aufgefordert, die Adresse des Sportwarts einzusenden an Otto Ochulz, Berlin RB. 40, Art- Moabit 4-10. Am Mittwoch, ben 14. Novem ber, Gigung des engeren Sportausschusses auf dem Fichte- Plas. Baumschulen. meg. Beginn 7 Uhr. 39. 96t. 7 Uhr Jugendheim, Bindenstr. 3. Bortrag der Genoffint Zobenhagen über„ Die Ereigniffe der letten Beit". 40. Abt. 7% Uhr bei Neufner, Hagelberger Str. 20a. Vortrag über„ Die politische Situation". Referent Genoffe Edardt. 43. Apt. 7 Uhr bei Stabe, Bichteffr. 29. Bortrag des Genoffen A. Soffmann, M. b. R., über Die Ereignisse der letten Seit". 44. st. 7 Uhr Steichenberger. Sof", Seichenberger Str. 147. Bortrag bes Genoffen Sendel Das Mitgliedsbuch ist am Eingang borauzeigen. 46. Abt. 7 Uhr Schulaula, Brangelite. 85. Pünitliges Erscheinen Pflicht, ba 10 Uhr Schluß. 47. Abt. 7½ Uhr Distutier und Bablabende bei Bier, Naunynfte. 8; StedenBortrag des Ge topf. Mustauer Str. 35; Pflug, Mustauer Str. 1. noffen Ruben: Die Reform des Schlichtungswefens". 48. Abt. 7 Uhr bei Gliefing, Waffertorfic. 68. Vortrag über Die politische Lage". Referent Genoffe Seilmann, M. d. 2. Charlottenburg. 51. Abt. 7% Uhr bei Schellbach, Königin- Elifabeth- Str. 6. Die Bezirksführer laben ein. Bortrag des Genossen Rabenstein. 52. 16t. 7% 1hr bei Büttner, Kaiserin Augusta- Allee 81. Bericht vom 53. Abt. 7% Uhr Sahlabende: 1. Be Bezirkstag. Kein Trinkawang. 54. Abt. 8 Uhr airt bei Schweitert; 2. und 3. Bezirk bei Lug. 5. Gruppe Zahlabend bei Bühnemann, Selmholẞftr. 39; 6. und 7. Gruppe 55. Abt. im Jugendheim, Rofinenstr. 4. Die Gruppenführer laden ein. 7 Uhr Bahlabende: 10. Gruppe bei Bohne, Schloßftr. 45; 8 und 56. 26t. 7% Uhr 9. Gruppe bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. Schulauia, Pestalozziftr. 40. Bortrag über„ Der bayerische Rechtsbutsch". Referent Genosse Nietisch. Kein Bierztvang. Bericht vom Bezirtstag. 57. bt. 7% Uhr zahlabend. 1. Gruppe bei Arndt, Kantstr. 51. Vortrag und Diskussion über die wirtschaftliche Not und ihre Aus- und 58. 206t. 7% Uhr im Einwirkung auf Politik und Sozialismus". Vortrag Sigungssaal des Deutschen Eisenbahnerverbandes, Ranteste. 4. Referentin Genoffin Hedwig Wachenheim. über„ Die politische Sage". 71 Uhr bei Rahr, Stadtpart, Kaiser Wilmersdorf. 71. und 72. Abt. affee 51/52. Vortrag über Die politische Lage". Schöneberg. 77. Abt. 7 Uhr Bablabende: 1. und 2. Bezirk Schule, bffhäuferftr. 23; 3. Bezirk het Wittlowsti, Martin- Luther- Str. 78. Referent Genoffe Mendel; 4. Bezirk bei Grund, Meininger Str. 8, Referent Ges 78. Abt. 8 Uhr Aula der Gemeindeschule, Feurigftr. 57. noffe Stetter. Bortrag des Genossen Bernhard Krüger über„ Die politische Lage". Die 79. bt. 7 Uhr Uhland- Schule, Kolonnen Bezirksführer laben ein. ftraße 22/23. Bortrag bes Genossen Wilhelm Soffmann, M. d. N., über 80. Abt. 7% Uhr Selmholz- Gymnasium, Die politische Situation". Rubensstraße. Vortrag des Genossen Ruben über„ Staat und Politic". 81. Abt. 8 Uhr Sablabende: 1. bis 3. Bezirk bei labe, Griedenau. Sandiernstr. 60/61. Referent Genoffe Stadtrat Herzberg; 4. bis 6. Bezirk bei Schulz, Wiesbadener Straße, Ede Laubacher Straße, Referent Genoffe Paulus. Tempelhof. 85. t. 7 Uhr Bahlabende: 1. Bezirk bei Sanfen, BorussiaItraße. Ede Neue Straße; 3. und 4. Bezirk in der Linde, Werderstraße. Ede Friebrich- Karl- Straße; 6. Bezirk bei Range, Rinebahnftr. 4: 7. Bezirk bei Wanglid, Oberlandstr. 1. Der Bahlabend des 2. und 5. Bezirks ist Freitag. Vortrag über 91. Abt. Neukölln. 89. Abt. 7 Uhr Shule, Raiser- Friedrich- Str. 4. " Die bolitische Lage". Referent Genoffe Diwell, M. d. R. 7 Uhr Bablabende: Bezirke 20, 21, 39, 40 und 50 bei Köfter, Karlgartenstr. 4, Referent Genoffe Maderhola; Bezirke 37, 38, 41, 42, 48 Vortrag über Die politische und 49 bei Mischte, Münchener Str. 23. 92. Abt. 7 Uhr Behlabende: Lage". Referent Genoffe Grip Noch. Bezirle 14 bis 29 bei klein, Wildenbruchstr. 15; Bezirke 27, 28, 32, 33 in ber Schule Elbestraße: Bezirle 31, 44, 45, 55 bei Qibbert, Rofegger ilcabe 17; Begirle 46, 59, 72 und 73 bei Schneider, Rofenfir. 7. 93. Abt. 7 Uhr in Wolfs Vereinshaus. Mibberstrake. Ede itchbof Straße. Cortrag über Die politische Lage". Meferent Genoffe Fris 3 94. t. 7% Uhr im Kleinen Saal Karlsgarten", beil,. b. R. Referent Bortrag über„ Die politische Lage". Starlegartenftr. 8/11. 95. Abt. 7 Uhr bei Grieger, Beffingitr, 9. Bor Genoffe Kurt Geinig. 96. Abt. 7% 11br 8eichenfaal trag des Genoffen Dr. Mierendorf. ber Schule, Thomasstr. 20. Vortrag über Die augenblidliche Situation". 97. t. 7% Ubr Bablabende: Referentin Genoffin urm, M. d. N. Bezirke 79, 89, 90 und 91 bei Aukti. Leineftr. 1. teferent Genoffe G. Sändel, Bericht vom Bezirtstag: Bezirke 92. 104, 105. 106 bei Nerlich. Steafriebstraße, Ede Reiseftraße, Tericht vom Besirtstag. Referent Genoffe Großmann. 98. Abt. 7 1hr Schule, Mariendorfer Weg 69/70. Aussprache über„ Die volitische Lage". Bris. Bor Ste 99. t. 7 Uhr Aula der 2. Gemeindeschule, Bürgerstraße. trag über as tut die Sosialbemofratie gegen die Reaffion," ferent Genoffe Dr. Löwenfiein, M. b. 9. Baumschulenweg. 102. Abt. 7½ 1hr Aula bes Luseums. Baumschulenstraße. Gefangberein. Resitationen und Wussprache. Ale Mitglieder müssen er Scheinen, Gäfte wifffonnten, 103. Wbt. Oberschöneweibe. 7 Uhr Rahtabend im Realgymnasium, Reppelin. ftraße. Schlußbericht vom Bezirkslag. 104. Abt. Niederschöneweibe. T½ Uhr im Reichenseel ber Schule Rudomer Straße. Vortrag: Die wirtschaftliche Lage Deutschlands". Referent Ge noffe Dr. Günther. 105. Abt. Adlershof. 7% Uhr bei Siege, Bismardstr. 29. Politische Aussprache. 108. Abt. Johannisthal. 7% Uhr bei Schreiner, Friedrichstr. 6. Vortrag:„ Die außenvolitische Lage". Referent Genoffe Dr. Bechlin. 111. bt. Bohnsdorf. 74 Uhr bei Blerbach, Bahnhofstraße. Bortrag: Die politische Lage". Referent Genosse Reventlow. 11 Touristenverein Die Naturfreunde"( Abt. Rofenthaler Vorstadt). Diens tag, den 13. November, 7% Uhr, Abteilungsversammlung im Landsgemeinde haus, Sophienftr. 8. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller Mitglieder ist Achtung, Generalversammlung. Bom engeren Vorstand ist zum Pflicht. 28. November eine außerordentliche Generalversammlung mit der Tagesord nung: Touristenverein Naturfreunde und Jugendkartelle in der Aula der Schule Weinmeifterstr. 16-17 einberufen. Erscheinen Pflicht. 7 Uhr Anabenmittelschule, Gefangfaal, Markiftr. 12-18, Mitgliederner. fammlung. 117. Abt. 7 Uhr gemeinsamer Zahlabend Schule Südstr. 60. Tagesordnung: Bericht vom Bezirkstag und Bartelangelegenhetten. 118. gibt. 7-8 Uhr Bahlabend. Ab 8 Uhr Abteilungsversammlung bet Tempel, Gudrunstraße. Referent Genoffe Blum. 119. Abt. 7 Uhr ge meinsamer Bahlabend im Sandarbeitsraum des Cäcilien- Enaeums, Rate hausstt. 8. 124. bt. Sahlsbart. 8 Uhr Bablabenb bei anders. Bahnhofftraße.. 128-130. ib. Bankow. 7 Uhr im Jugendheim. Breite Str. 32, gemeinsamer Sahlabend. Bortrag des Genoffen Rlobt, M. b. L., über„ Die palififcen Ereignisse der letten Seit". 138. Abt. Buchholz. 7% Uhr gemeinsamer Rahtabend bei Rähne, Berliner Straße 89. 136. Abt. Reinickendorf- Oft. 7 Uhr im Jugendheim Seebab, Residensfté. 49, gemeinsamer Bezirksabend aller Bezirle. 188. Abt. Sermsdorf. 7½ Uhr im enzeum, Sumboldtstraße, Bortrag des Genoffen Bildung. 139. Abt. Segel. 7 Uhr im Jugendheim, Bahnhofftr. 15, Sof part., Vortrag des Genoffen Ulmer, M. d. 2., über Die politischen Ereignisse ber lekten Beit". Parteiangelegenheiten. 140. Abt. Borfigwalbe. 7% Uhr Rahlabend im Lokal Boitschadh, Ernststr. 1. Wichtige Tagesordnung. Dienstag, den 13. November, 7% Uhr, Bor standssigung beim Borfizenden, Räuschstr. 5. 141. Abt. Rofenthal. 8 Uhr im Lokal Frieß, Lindenallee 30, Bahlabend und Mitgliederversammlung. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 30. Abt. Genoffe Willi Nordmann, Carmen- Sylva- Str. 28, ift plöglich verstorben. Die Einäscherung findet Mittwoch, den 14. Rovember, 4% Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Sur Theatervorstellung am 9. Dezember b. 3. beträgt ber Grundpreis 50 milliarden Mart. Wir bitten alle Abteilungen, die Marken am Mittwo ober Freitag abzuholen und dafür au forgen, baß der Betrag bis spätestens in ber Generalversammlung abgeresnet wirb. Gleichzeitig weifen wir fchen icht darauf hin, daß bie Borstellung nicht im Schiller- Theater, sondern im Neuen Theater am 800 stattfindet. Heute, Dienstag, den 13. November, abends 71 Uhr: Kreuzberg: Restaurant von Reufner, Hagelberger Str. 20a, Borttag: ,, Dcs Massendorf: Dorfstraße, Alte Schule, Bortrag; Auguft Sozialistengesch". Bebel". Renkölln III: Jugendheim Nogatstr. 53, Bortrag: Grundlage der Elektrizität". Niederschöneweibe: Schule Berliner Str. 81, Diskussion: Wir und der Bismard- Bund". Norbost II: Schule Christburger Str. 14, Diskussion: Bankow: Jugendheim Breite Str. 32( Eingang Unsere Stellung zur KJ." Prenzlauer Vorftabt: Badeanstalt ReinidendorfFinanzamt), Vortrag: Berliner Sumor". Oberberger Str. 57, Bortrag: Gewerkschaftliche Jugendarbeit". Ost: Geebad Residensstr. 46, Bortrag: Die Geschichte der Internationale". Schöneberg I: Jugendheim Rubens, Ede Hauptstraße, Mitgliederversammlung. Echöneberg II: Jugendheim Comenius- Schule, Frankenstr. 10, Bortrag: Arbeiterjugend und Familie". Stegits I: Jugendheim Albrechtstr. 46, VorSüboft( Reichenberger Biertel): Schule Was ist Sozialismus?" Wannsee: Gemeindetrag: Glogauer Str. 12, Vortrag: Gegnelle Frage", 3. Teil. fchule Charlottenstraße( Reichensaal). Bortvog: Jungen und Mädchen in Gemeinschaft". Weften: Baugewerkschule Kurfürstenstr. 146, Bortrag: ReWilmersdorf: Jugendheim Hildegardstr. 4, Vortrag: Erziehung volution". zum Sozialismus". Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Freibenkerschule: Gemeinschaft proletarischer Freibenker Groß- Berlin. Dienstag, den 13. November, abends 7% Uhr, Niebermalstr. 12, am Spittel markt( Oberrealschule). Leitung: Genosse Dr. Arische. Gittliche Fragen im Sozialismus." Werbeveranstal D. Bazifistischer Studentenbunb, Universität Berlin. Sochschule und Pazifismus". schulrätin Dr. H. Wegscheider, M. b. 2.: Jena Dr. Anna tungen für Frieden und Völkerversöhnung. 14. November, 7 Uhr, Ober. 16. November, 7½ Uhr, Professor a. d. Universität - 18. Nopember, 5 Uhr, spricht Der Mut zum Pazifismus". Frig Kortner Pazifistische Dichtung"( u. a. Sölderlin. Wedekind, Brecht, Siemſen: Ort am 14. und 16.: Aula Luifen- Lyzeum, Beter Altenberg, Baudelaire). Ziegelstr. 12; cm 18.: Schwechten- Saal, Lühow ftr. 112. Rarten zum 18. Novem ber zu 150, 60 und 20 Goldpfennigen bei Wertheim und Saaltasse. Su halben Breifen für Studenten beim Universitätspförtner und Jugendliche im Landsgemeinde- und Eichendorff- Haus. Sozialistischer Elternbund, Weißenfee. Oeffentliche Bersammlung am MittPaul Oestreich: Boltsverfall und Schulgefährdung". woch, den 14. November, 7 Uhr, im Realgymnasium, Woeldpromenade. Referent 113, bt. Chmödwin. 8 Uhr Achlabend bei Baroneli, Berliner Str. 19. itenberg. 114. bt. 18 Uhr im Simmer 79 der Schule Soarnweberstraße. Referent Genoffe Alfred John. 115.. 7 1hr Rablabend in folgenGli Italiani simpatizzanti o aderenti al movimento socialista ben Lokalen: 1. Gruppe bei Rriede, Sunaftr. 10; 2. Grunne bei Piftorins, Jungfir. 29; 8. Gruppe bei Radite, Milogel, Cdfe Scharnweberstraße; sono pregati di dare il loro recapito a R. Krille Bezirksverband 116. Abt. der VSPD., Lindenstr. 3, Berlin SW 68. 4. Gruppe bei Seible, Kronprinzen, Ecke Scharnweberstraße. Wirtschaft Zum neuen Kartell- Beset. organ zu schaffen. Das Kartell gericht erscheint mir nicht als fann.) " 7 die Kartelle eine Verbilligung der Produktion und damit eine Beeine genügende Sicherung für angemessene Breise. Selbst wenn der hebung der Krise erreicht werden soll, so darf nicht Halt gemacht Reichswirtschaftsminister beim Kartellgericht die Nichtigkeitserklä- werden im Kampf gegen die ungeheure Ausbreitung des rung des Vertrages beantragen kann, sobald die Gesamtwirtschaft| 3wischenhandels. gefährdet ist, ist das Vorgehen gegen die Kartelle von den nicht Es fehlt vor allem der Verbraucherbeirat in den Kar immer tonjumentenfreundlichen Bertretern des Reichswirtschafts- tellen. Die bisherige Mitarbeit der Gewerkschaften in den Selbst Bert und Unwert der Kartelle sind seit langer Zeit start um minifteriums abhängig.( Die Mitglieder des Eisenwirtschaftsbun- verwaltungstörpern rechtfertigt durchaus die Forderung nach Aufstritten. Es ist heute wieder wertvoll, die im Jahre 1904 begon des wissen ein Lied davon zu singen, wie schwach ein Reichswirt- nahme von Bertretern der organisierten Arbeiterschaft in derartigen nene, umfangreiche Kartellenquete mit fontradiktorischen schaftsminister gegen die mächtigen Kreise der Montanindustrie fein Institutionen. Die schweren Vorwürfe, die nunmehr von der ganzen Berhandlungen zu lesen, die bekanntlich zu dem Ergebnis führte, Wirtschaft gegen die hohen Kartellpreise der Montanindustrie erSelbst wenn das Kartellgericht den Abnehmern, die zu unbilli- hoben werden, wären unnötig, wenn nur ein Verbraucher den Andaß die Kartelle mehr zum Vorteil als zum Nachteil der Volkswirt- gen Geschäftsbedingungen Abschlüsse getroffen haben, ein Rücktritts- regungen und Wünschen der Gewerkschaftsvertreter im Eisenwirtschaft und des Staatswesens beitragen. Trotzdem wird heute von der recht von ihren Verträgen gewährt, ist gegen die Kartellauswüchse schaftsbund Rechnung getragen hätte. „ Kartelldämmerung"( wie ein Aufsatz Dr. Reicherts das benennt) noch nicht das getan, was gegenwärtig notwendig ist. Man weiß, Das Gesetz gegen die Kartelle ist unvollkommen. Es enthält gesprochen, während noch immer weitblickende Unternehmer die wie sehr die weiterverarbeitende Industrie, sobald sie abhängig ist feinerlei Bestimmungen gegen die Konzerne und Trusts, obmaßvolle Kartellpolitik für die Voraussetzung einer verhältnismäßig von den Erzeugerwerfen, fleinlaut wird. Die fürzlich erfolgte wohl die Gefahren, die von diefr Seite kommen, bedeutend zugetrifenlosen und ohne überflüssigen Konkurrenztampf sich entwickeln mutige Kriegserklärung des Deutschen Eisenhändlerverbandes gegen nommen haben. Die Kartelle selbst treffen jetzt auf einen scharfen den Wirtschaft halten. Die Verhältnisse haben sich außerordentlich den Stahlbund, die seit Jahr und Tag berechtigt gewesen wäre, ist Kampf der großen Konzernführer. Den großen Konzernen steht in geändert. Es muß auffallen, daß ein Mann wie Hugo Stin erst in dem Augenblick ausgesprochen worden, in dem der deutsche den unzähligen Kartellen( die ja bekanntlich nicht nur in der nes sich wiederholt, allerdings erst in der letzten Zeit, gegen den Gifenhändler billigeres Eisen aus der Tschechoslowa- Schwerindustrie, sondern nunmehr in allen verbrauchenden InUnternehmerzusammenschluß in Form der Kartelle erklärt hat. Soll ei und England beziehen fonnte, nicht damals, als er allein duftriezweigen und im Handel bestehen) eine Verbraucher das die Vorbereitung für die Forderungen nach Beseitigung der vom deutschen Eisenmarkt abhängig war. Also: Das Beschwerde- organisation gegenüber, die bei genügenden Ausbau und und Einspruchsrecht gegen die Kartellpreise reicht nicht aus. wirtschaftlichem Zusammenschluß durchaus den Konzernen gefährlich Arbeiterkoalitionen sein? Die Kartellfeindschaft von Hugo Stinnes Der Reichsverband der deutschen Industrie und werden kann. Zwar hatten Stinnes und die großen Erz- Herzöge zeigt auch die veränderte, organisatorische Lage, in der sich die In- vor allem feine Startellfielle hat sich auf den Standpunkt gestellt, mancherlei Borteile von der gegenwärtigen Preispolitif der Kartelle; dustrie heute befindet. daß es volkswirtschaftlich unrichtig sei, die Kartelle überhaupt zer- sie sehen nämlich ihre Preise meistens fest nach den Selbstkosten der Bei richtiger Führung der Kartelle fönnte zweifellos zu einer schlagen zu wollen. Man muß ihr darin recht geben. Aber wenn unter den schlechtesten Bedingungen arbeitenden größeren Stetigkeit in der Wirtschaftsprüfung beigetragen werden. fie in ihrer Resolution darauf aufmerksam macht, daß weitaus die Unternehmungen. Dadurch werden den großen TrustfühWiderstand erwuchs hauptsächlich aus den Kreisen der Konfu- meisten Angriffe gegen die Kartelle in den letzten Jahren die Folge- rern Ueberpreise gewährleistet von ungeheurem Umfang. Denn ihre menten, die es nicht zulassen konnten, daß jedes Unternehmer- wirkung von Abwehrmaßnahmen der Kartelle gegen die allgemei- Sondervorteile( eigene Rohstoffe, eigene weiterverarbeitende Werke, rififo im Preise auf den Berbraucher abgewälzt wurde. Die Geg- nen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, insbesondere die Wäh- eigene Handelsorganisation, eigene Schiffahrt, eigener ausländischer nerschaft gegen die Kartelle war sehr oft rein gefühlsmäßig be- rungszerrüttung darstellen", so liegt hier eine Verten Rohstoffbejiz usw.) fommen in der Preisfestsetzung nicht in An gründet und mancher Widerstand bei der Preisstellung wird auf- nung des ursächlichen Zusammenhangs vor. Die Kartelle haben rechnung, weil die anderen Mitglieder der Kartelle über derartig gegeben, wenn sämtliche Faktoren der Selbstfoftenberechnung be- durch ihre Beschlüsse nicht nur der zerrütteten Währung Rechnung günstige Produktionsbedingungen nicht verfügen. Trotzdem häll fannt werden. Deshalb ist der große Widerstand gegen die Kartelle getragen, fie haben teilweise durch ihre übermäßigen Goldmart- Stinnes jetzt die Unternehmertoalition für unnötig, weil er sich hauptsächlich daraus zu erklären, daß in dieser Zeit der Papier- forderungen erst einen derartigen 3erfall der Währung stark genug fühlt, den Markt ohne alle Fesseln zu beherrschen. Wenn marklohnung die Kartelle seit Jahren in Goldmark rech- herbeigeführt und im Gegensatz dazu muß auch der Vor- die Inflationswirtschaft jetzt ihr Ende erreicht haben sollte, wird der nen. Und man mag ruhig einräumen, daß in vielen Fällen die von figende der Kartellstelle des Reichsverbandes, Rechtsanwalt Lam Kampf der Sachwertbefizer untereinander erfolgen. Die Großen Konventionen, Kartellen und Synditaten festgesezten Preise nach mèrs, in einem Auffah in der„ Börsen- Zeitung" bekennen: werden die Kleinen vollends auffressen. faufmännischen Grundsätzen nicht zu hoch" sind, sondern nur in schreiendem Gegensah siehen zu der verminderten Kauftraft der Konsumenten stehen. Die Goldmartbasis ist ein Unrecht, folange die Goldmark nicht auch die Grundlage für die Einfünfte der Ronsumenten bildet. Das Kartellgesetz wendet sich deshalb mit Recht gegen übermäßigen Jisitozuschlag und gegen Preisstellungen, die durch die tatsächlichen Produktionskosten nicht begründet find. Aber ebenso wichtig ist die Begründung, die dem Gesetz bei gegeben wird, daß eine völlige Bertrümmerung der Kartelle vollswirtschaftlich nicht richtig wäre. Man versucht ein leberwachungs,, Es fann feinem Zweifel unterliegen, daß die Kartellbildung infolge des Krieges und der Gestaltung der Nachkriegszeit quantitativ und qualitativ zu Wucherungen geführt hat, welche den Wirtschaftsförper, und zwar zum mindesten ebenso in seinen probuzierenden mie in feinen verbrauchenden Zeilen, zum allseitigen Schaden beengen." Die Kartelle sind also an der Preisentwicklung in Deutschland durchaus nicht unschuldig. Freilich ist mit einer scharfen Kontrolle der Kartellpreise und mit dem Kartellgericht noch nichts getan, sofange in Deutschland der Weg vom Produzenten bis zum letzten Berbraucher so weit ist wie heute. Wenn durch das Vorgehen gegen = = Um so wichtiger wäre der Ausbau des Kartellgesetzes in der Richtung der Trusts. Hier wäre eine Gelegenheit, dem Staat die Machtmittel wieder zu sichern, die er in dem aufreibenden Kampf der Inflationszeit verloren hat. Das Kartellgesetz ist zu begrüßen als der Versuch, in die rücksichtslose Preisbildung unserer Zeit ein. zugreifen; es ist aber reformbedürftig und muß vor allem die vielen gefährlichen, monopolistischen Organisationen der Industrie umfassen, die mit jedem Tag mehr mit ihren großen Polypenarmen den Gesamtbesitz der deutschen Wirtschaft an sich reißen. Dr. Norbert Einstein. Henkel's Dixin Seifenpulver das Seitenpulver für jedes Warchverfahren Größte Ergiebigkeit! Theater, Lichtspiele usw. Theater 1. d. KöniggrätzerStr. 7.30 U.: Don Gil Komödienhaus 8 Uhr: Mein Vetter Eduard Berliner Theater 7.30: Dolly Rose- Theater 7 Uhr: Im weißen Röẞ'l Casino- Theater 8 U.: Der Ehemann ohne Frau! Vorher bunter Teil Komische Oper Allabendlich 71/2 Die größte Revue des Kontinents: Die Welt ohne Schleier WINDO& T BRIEN Varieté- Programm Rauchen gestattet!! Konz. Dir. Hermann Wolff Deulig- Palast ALHAMBRA 68 KURFÜRSTENDAMM 3 Der unerhörte Erfolg 2. 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