Abendausgabe Nr. 532 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 268 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion:$ w. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 30 Milliarden M. Dienstag 13. November 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands „ Heimtücke, Verrat und Betrug" Mitputschift Graefe spricht von„ Hagen und Siegfried". Es war ein wundersames Zusammentreffen, daß aus gerechnet der deutschnationale Berliner„ Tag" einen Sonderberichterstatter in der Kahrkundgebung am Abend des 8. November hatte, ebenso wunderbar, daß Berliner deutsch nationale Redaktionen für diese Nacht verlängerten Dienst angefegt hatten. Sie waren augenscheinlich bis ins einzelne davon informiert, daß sich an diesem Abend in München die nationale Revolution" abspielen solle. eine neue Reichsregierung" schaffen zu helfen. Wenn schon auf, die in dieser Arbeiterpartei" mittaten. Einer der Gedie Ludendorff, Hitler, Kahr und Lossow dant mangeln den Machtwillens der Reichsregierung nicht vor den Strafrichter zu ziehen sind, so wird der Oberreichsanwalt doch hoffentlich vom Justizministerium die Anweisung erhalten, gegen die norddeutschen Teilnehmer an diesem Hochverrat gegen das Reich die nach dem Gesetz vor gefchriebenen Maßnahmen zu ergreifen. Auch eine Klarstellung. fallenen wird in der amtlichen Meldung bezeichnet als„ Rat am Obersten Landesgericht". Danach werden die Sprüche der bayerischen Justiz einigermaßen begreiflich, wenn sogar die höchsten bayerischen Richter sich aktiv an völkischen Putschen beteiligen. Schließlich befindet sich auch unter den Gefallenen ein Kaufmann Körner. Er dürfte identisch fein mit dem Manne, der seinerzeit das Attentat auf Jeßt meldet sich in einer Sonderausgabe des völkischer. Nach Graefes Schilderungen ist der Demonstrationszug Genossen Alwin Saenger verübte und ihn durch ,, Deutschen Tageblattes" ein weiterer Berschwore- zunächst an mehreren Stellen von grüner Landespolizei ange- Stochiebe schwer verlegte, wofür ihn die Münchener Justiz ner, nämlich der Abgeordnete. v. Graefe Goldebee. halten worden, die Polizisten hätten sich aber beiseite eine Woche Gefängnis zubiftierte. Nemesis! Er teilt ganz offen mit, daß er besonders nach München gerufen drängen lassen und freie Bahn gegeben. Erst vor der worden sei, um an der Aktion teilzunehmen. Allerdings ist sogenannten„ Königlichen Residenz" sei der Zug durch Ge. er nach seiner Angabe erst am Morgen des 9. November mehrfeuer aus dem Fenster und Maschinenge= eingetroffen und war dann sofort im Bürgerbräu mitten wehrfeuer eines Reichswehrpanzerautos überfallen wor- Die Hochverräter beschuldigen sich gegenseitig. unter den Butschisten. Von dort aus schildert er nun den. Darauf erfolgte aus den Reihen der Demonstranten der München, 12. November.( BTB.) Die Korrespondenz Hoffals Augenzeuge die Borgänge, die sich im Laufe des Ver- Ruf" Hinlegen!", und prompt warfen sich Graefe mann veröffentlicht folgende Klarstellung: Unter dem Titel„ Bahrmittags abspielten. Ueber das, was am Abend vorher im und die anderen helben" platt zu Boden. heit" war am Montag an der Universität eine inzwischen auch in Bürgerbräu sich ereignete, berichtet Graefe auf Grund von Allerdings hat Ludendorff nachträglich den Graefe ver der Zeitung abgedruckte Erklärung von Dr. Friedrich Weber, dem Mitteilungen, die ihm aus den Hitlerkreisen, vor allem von sichert, er habe sich nicht hingeworfen, sondern fei aufrecht politischen Leiter des bisherigen Bundes Oberland ange Ludendorff selbst, geworden sind: weitermarschiert, mitten in die Landespolizei und Reichswehr schlagen, die ihrer Ueberschrift leider in feiner Weise gerecht wurde. Schon vor einigen Legen hatten Lossow und Kahr sich in hinein und sei dort festgehalten worden. Am nächsten Tag Dr. Weber behauptet, daß General von Cossom und Oberst von näheren Besprechungen zwischen Ludendorff und Hitler nach seiner Freilassung habe Ludendorff erklärt, er bedauere, Seiffer ganz eindeutig für eine Rechtsdiktatur Hitler- Ludendorffdahin erklärt, daß sie mit den Zielen der Freiheitsbewegung restlos diesen Tag deutscher Schmach zu überleben". Das Ueberleben Coffom gewonnen worden seien. Die Wahrheit ist, daß Lossow und Seiffer stets auf die völlige Unmöglichkeit einer solchen Dittatur hinübereinstimmten; insonderheit hatte Herr v. Rahr betont, daß auch ist zwar nicht notwendig, indessen...! Grafe schüttet dann den ganzen Zorn seiner völkischen gewiesen hatten. Zweitens: Dr. Weber behauptet, Exzellenz von et es angesichts der hilflosen Zustände in Berlin für unvermeid. Seele aus über die Heimtücke des schnöden Wort Kahr habe bei der Besprechung am 6. November 4% Uhr nachmittags lich halte, von München aus eine neue nationale Reichsregierung zu bruches", versichert, Hitler habe nur gehandelt, weil er in erklärt, daß die Reichsdiftatur von Bayern aus geschaffen werden proklamieren und noilgenfalls gegen Berlin zu marschieren, um je Kahr ein" Instrument ultramontaner hinter müsse. Die Wahrheit ist, daß auch bei dieser Gelegenheit Herr von durchzusetzen. Nur wollte er sich den Termin für diese Aktion inter- müsse. felbft vorbehalten, und außerdem wünschte er, daß sich an dem neuen ist zu erkennen glaubte, darum: Rabinett möglichst auch Staatsmänner oder Politifer aus dem Norden beteiligten. Gegenüber diesen Zusicherungen haben Ludendorff und Hitler erflärt, daß sie loyal mit den Herren v. Kahr und Lossow zu diesem Zwede zusammenzuarbeiten wünschten. Eine ähnliche Besprechung hat dann am 8. November nachmittags noch einmal zwischen Ludendorff und Kahr stattgefunden. Kahr und Lossow, desgleichen Seißer haben nach Graefes Urteil gehandelt, wie Hagen gegen den deutschen Siegfried: Kahr betonte, daß eine Reichsdiftatur, die nur von Bayern ausgeht, „ Schande über die, die ihn mit feigem Wortbruch betrogen und völlig aussichtslos fei. Im übrigen hat Herr von Kahr erklärt, er jeht noch den traurigen Muf haben, aus ihrer verächtlichen Lage sei fest entschlossen, gegen jeden Verband, der aus sich selbst einen gewaltsamen Umschwung herbeizuführen suche, mit Waffengewalt heraus den Mann zu schmähen, der ehrlich blieb. vorzugehen. Drittens: Dr. Weber sagt: Bon irgendeiner Be drohung mit der Waffe bei den Verhandlungen fann feine Rede Bedrohung mit der Waffe ist nachdrücklich erfolgt, und durch brohende Nash Graefes weiteren Angaben hat jedoch Hitler den„ Selbst wenn es wahr sein sollte, daß sie von vornherein nur Bedrohung mit der Wafe ist nachdrücklich erfolgt, und durch drohende Eindrud gewonnen, daß Kahr mit seinen Zusicherungen die aus Lift so handelten- kläglich genug für einen General Borte und Geften verschärft worden. Biertens: Dr. Weber be Bundesbrüder mur hinhalten wollte, um ihre Pläne dann und einen Minister, wenn sie so zusammenfniden, sind sie ge- hauptet, Kahr habe sich mit der Schubhaft der Minister einverstanden erklärt. Die Wahrheit ist, daß Kahr sich nach dem Aufenthaltsort plöglich durch eine Königsproflamation zu fabo- richtet für alle Zeiten als feige Männer des Workbruches! So mag ter Minister erfundigte, hierauf jedoch nur die Antwort erhielt, fic tiere. Hitler faßte beshalb den Entschiug. durch eigenes Han man vielleicht einem fremden Vaterlandsfeind gegenüber einmal vor- der Minister erfundigte, hierauf jedoch nur die Antwort erhielt, fie deln den Kahr zum Farbebekennen zu nötigen. Zu diesem gehen müffen, aber einem deutschen Manne vom Schlage Luden- feien in Schußhaft. Kahr erlangte fodann, daß die Minister an 3wed überfiel er die Bürgerbräuverfamm- borffs gegenüber ist es ein verächtliches Verbrechen! Und daß sie ständig behandelt(!) und ihre Familien verständigt würden. lung und rief dort die nationale Republik" aus. den Betrug und Berrat so lange verstedten, um den tödlichen Schlag Boller Wut schildert Graefe dann, wie Rahr seine Erflärung gegen die völlische Bewegung durchführen zu können, das bleibt Herr v. Kahr leistet sich wirklich Scherze, die nur in der in der Versammlung abgab, wie Lossow sie unterstrich mit für mich Beweis genug, was schwarzen" Geistes bewußte oder Münchener Biertelleratmosphäre ihre Erklärung finden. Also: dem Bersprechen, eine race u organisieren, die die unbewußte Handlanger sie waren." Schließlich wird auch das Verhalten des Kapitäns Ehr er hat eine Reichsdiktatur, die von Bayern ausgeht, für Flange schwarzweißrot übecall mit G'ol tragen" werde, wie dann draußen die Front der Kampfforma- hardt als gleichfalls schnöde und traurig" bezeichnet und der unmöglich erklärt. Angenommen, er lügt in diesem Falle tionen abgeschritten" wurde und Rahr dabei der natio- Kronpring" Rupprecht gegen seinen„ Statthalter" nicht, dann will er damit doch wohl sagen, daß er andere Wege zur Errichtung einer Reichsdiktatur vorgeschlagen hat. nalen Jugend besonders fräftige Heilrufe aufgerufen! Der Born der peratenen Putschiften ist begreiflich. Aber Jedenfalls hat er mit Banditen, die die Ermordung und zurief. Interessant noch sind die weiteren Mitteilungen Graefes, ist das etwa der erste Wortbruch, den der General Lossow Miedermegelung von tausenden deutschen Bolksgenossen offen wonach die Kahr- Lossow- Seißer ursprünglich die Absicht beging? Hat er nicht auch schon seinen der Republit ge- nicht nur proflamieren, sondern direkt vorbereiten, hochver hatten, der neuen Sache ausnahmsweise treu zu bleiben, daß leisteten Eid gebrochen, als er sich mit den Butschisten räterisch fonspiriert, er hat ihnen dauernd versichert, daß er die ersten Anzeichen des Umfalls sich erst zeigten nach einem Ludendorff und Hitler einließ, und vorher schon, als er den die gleichen Biele verfolgt. Jezt bombardieren sich die HerrGespräch, das Kahr und Lossow noch in der Nacht mit freiwillig gelobten Gehorsam seinen Borgesetzten verweigerte? fchaften gegenseitig mit Ertlärungen", aus denen für den Bevollmächtigten Ehrhardts, dem Kapitän- Die Deutsche Treue" findet durch Graefe eine besondere Be- jeden anderen nur das eine unwiderleglich hervorgeht: Kahr und Hitler sind ein und dasselbe. Wie lange will eigentlich leutnant R a utter halten. Die Bermutung liege nahe, baß leuchtung: Wortbruch, Heimtüde, schnöder Ber- die Reichsregierung dieser Berbrecherherrschaft noch zusehen. Kautter, der ein scharfer Gegner von Ludendorff, rat find gegen einen Fremden erlaubt, nur nicht gegen Die Bayerische Volkspartei ist doch offenbar nicht in der Lage, Hitler und der völlischen Freiheitsbewegung sei, eineft, ver- Ludendorff und feinesgleichen! Die Hagen und die Siegfriede, in der„ Drdnungszelle" Ordnung zu schaffen. Sollen wir hängnisvollen Einfluß auf die wortbrüchigen Ent- die ih in München zeigten und Unterstützung aus Mecklenburg fchlüffe" der Kahr- Leute ausgeübt habe. Man spreche sogar fanden, find ein ander wert und das wirkliche deutsche Deutschen wirklich zum Kindergefpött in der ganzen Welt gemacht werden. davon, daß auch Kronprinz Rupprecht diesen Einfluß verstärkt Bolf in seiner werftätigen Arbeitsamkeit dankt dafür, von auch habe. Der Mitputschist Graefe wird dann moralisch, nur einer Gruppe dieser Ehrenbolde beherrscht zu werden. spricht von schnödem Worthruch" und ,, verlogenem Spiel" und verlangt, daß deutsche Edelleute" und hohe Offiziere" doch mindestens eine Auffündigung ihres Treubundes mit den anderen Hochverrätern hätten vornehmen müssen. Die Nationalsozialisten. Die Liste der bei den Rämpfen in München gefallenen Nationalsozialisten ist in mancher Beziehung, charakteristisch. Zunächst fällt der große Prozentsatz der a dligen Namen Die Kurse steigen. Also doch? München, 13. November.( T.) Die München- Augsburger Abendzeitung" meldet aus Berlin: Obwohl die bayerische Regierung die Aburteilung der Münchener Puffchiften vom 8. november vor dem Sondergericht in München in die Wege geleitet hat, ist gestern vom Reichskabinett der Auftrag an den Oberreichsanwalt auf Eröffnung des Hochverratsverfahrens vor dem Reichsgericht in Leipzig ergangen. Der Antrag des Reiches gründet fich auf die Erklärung der Hitler- Leute von der Absehung des Reichspräsidenten und der Reichsregierung. Ludendorffs, Ehrenwort". Ludendorff hat die Telegraphen- Union" in München Someit Graefe über die Ereignisse des 8. November berichtet, handelt es sich nur um Stimmungsschilderungen. Aber über die Schießerei am Morgen des 9. November berichtet er als Augenzeuge und erklärt, daß er für die richtige Dollar amtlich 840.- Goldmark 200 Milliarden. Wiedergabe mit seiner Person einstehen würde. Zunächst einDie Säge für fägliches Geld find heute auf 5 bis 6 Prozent mal verrät er ganz offen, daß er sich mit Hitler, Ludendorff und anderen Mitverschworenen an die Spize eines De zurüdgegangen. Der Streit in der Reichsdruckerei übt anscheinend monstrationszuges gestellt habe, der unter Füh auf den Zahlungsmittelumlauf vorläufig feinen nennenswerten Einrung der schwarz- weiß- roten und der Hakenkreuzfahne die fluß aus. Es fann jetzt als sicher gelten, daß das wertbeständige um die Verbreitung folgender Erklärung ersucht: Meine ehrenwörtliche Erklärung, die ich dem Herru Dolfisch- nationale Tendenz der Aktion vor Augen führen" Geld am 15. November nicht in ausreichenden Mengen zur Bersollte. Allerdings ist Graefe vorsichtig genug, sich rechtzeitig fügung stehen wird. Unter diesen Umständen gewinnt natürlich der Ersten Staatsanwalt am Landgericht in München bei meiner ein juristisches Alibi zu befchaffen: er meint, daß für ihn und amtliche Berliner Devisenmarkt wieder eine größere Bedeutung. Die Entlaffung aus der Schutzhaft am 9. November abgegeben habe, die Lubendörffer zu jener Beit noch die am Abend vorher pro Reichsbant fah sich außerordentlich großen Anforderungen gegen lautet wörtlich: Ich versichere gegen Ehrenwort, daß ich ohne Zu flamierte Regierung" entstand und daß deshalb der Umzug über. Die bisherigen amtlichen Kurse ließen sich bet diesem Ansturm ſtimmung des Ersten Staatsanwalts beim Bandgericht in München 1 der Putschisten ,, auf einem durchaus legalen Boden" nicht mehr halten. Man notierte heute Auszahlung London mit meinen Aufenthalt nicht wechfeln merbe. 3ch versichere weiterhin stattfand. Das ist allerdings eine Frage, die den Ober 3700 Milliarden bei einprozentiger Zuteilung, Holland mit 320 gegen Ehrenwort, daß ich mich bis zur Erledigung des Strafver reichsanwalt interessieren dürfte, um so mehr, als ein aus Milliarden bei gleicher Zuteilung und Kabel Rem Dort mit fahrens an feiner polififchen Bewegung beteiligen werde, die den Medlenburg stammender Reichstagsabgeord= 840 milliar den bei derfelben Buteilung. Diese Kurse ent- gewaltfanien Umfturz der Regierung des Landes oder des Reiches Ludendorff. neter von Berlin nach München fährt, um dort gewaltsam sprechen einer Goldmartparität von 200 milliarden. zum Ziele haf. Die französische Initiative". jeten Aufschub über diesen Zeitpunkt hinaus einmütige Zustimmung, daß diese Meldung zwar in einem gewissen Umfange zutrifft, daß erforderlich sei. aber über weitere sehr wichtige Punkte die Entscheidung noch ausDas Elend der Arbeitslosigkeit. Amtlich wird mitgeteilt: In Ergänzung der Meldung in unserer heutigen FrühDie Erflärungen der offiziösen französischen Agentur find steht. Die Verhandlungen werden heute fortgefegt. Soweit bekannt ausgabe, wonach Poincaré fich entschlossen habe, selber alles meniger als geeignet, die ungeheuer fritische internatio- ist, stellen verschiedene Forderungen der Micum für die deutsche einen Sachverständigenausschuß einzuberufen, der nale Lage, die durch die Sprengung der von England und Wirtschaft eine geradezu unerträgliche Belastung bar, tie die deutsche Zahlungsfähigkeit prüfen soll, erklärt der diplo Anierika angestrebten Sachverständigenfonferenz noch drücken- in ihren Nachwirkungen unübersehbare Nachteile für matische Mitarbeiter der Havas- Agentur folgendes: der geworden ist, zu entlasten. Vielmehr hat man den ganz die deutsche Wirtschaft bringen tönnte. Es sei zu hoffen, Um einen neuen Beweis feines Willens zu geben, fein Mittel bestimmten Eindruck, daß Poincaré nun, nachdem er Amerika daß die Ruhrindustriellen bei aller Würdigung der Kollage der unversucht zu lassen, zu einer Lösung zu gelangen, hat der französische aus der Sachverständigenkonferenz herausgebort hat, die rheinisch- westfälischen Industrie fich nicht bereitfinden, Zugeständnisse Ministerpräsident für sich den Vorschlag auf Einberufung öffentliche Kritit, die auch in Frankreich nicht verstummt ist, zu machen, die für die gesamte deutsche Bolkswirtschaft geradezu eines Sachverständigenausschusses in Anspruch ge- dadurch zu entfräftigen fucht, daß er selbst die Initiative zur ruinöfe Wirkungen haben müßten. nommen. Er weigert fich feineswegs, mit Deutschland in Berhand- Einberufung eines Sachverständigenausschusses ergreift. Doch lungen einzutreten, nachdem der paffive Widerstand beendet ist und diese Initiative ist mit so vielen Einschränkungen versehen, die Berfehlungen aus den Sachlieferungen dank der Abkommen, die daß von ihr taum etwas Ersprießliches zu erwarten ist. mit den deutschen Industriellen getroffen wurden, behoben sind. Wesentlich ist hierbei vor allen Dingen, daß die BerDie Arbeitslosigkeit ni Deutschland hat infolge der Absper Poincaré hat deshalb den franzöfifchen Delegierten in der Repa einigten Staaten in diesem Ausschuß nicht vertreten rationskommission beauftragt, von ihr zu verlangen, daß sie einen sein würden, was praktisch seine Bedeutung ungeheuer ver- rung des rheinischen und Ruhrgebiets durch die FranSachverständigenausschuß einberufe. In der Gigung, die die Re- mindern muß. Das Zugeständnis Poincarés, daß deutsche 30sen einen nie gefannten Grad erreicht. Allein in den befehten parationsfommission morgen abhalten wird, wird Barthou im Sachverständige von dem geplanten Ausschuß gehört theinischen Gebieten sind zwei Millionen Arbeitslose. goller Einverständnis mit Poincaré die Initiative ergreifen. werden fönnen, ist gewiß ein Fortschritt, entspricht aber legten Rechnet man die Kurzarbeiter und Familienangehörigen der ErDie Reparationsfommiffion wird zu gleicher Zeit auch die Endes nur einer ausbrüdlichen Bestimmung des werbslosen und Kurzarbeiter hinzu, so ist hier mindestens die deutsche Note vom 24. Oktober, in der die Kriegslastenkommission die Versailler Friedensvertrages. Die deutsche Regierung, die Hälfte der Bevölkerung von Arbeitslosigkeit betroffen. Auch Anhörung deutscher Sachverständiger über die Finanz- felber diesen Vorschlag in ihrer Note vom 24. Oftober im unbefetten Gebiet machen sich die Rüdwirkungen der Belage des Deutschen Reiches verlangte, wiederum prüfen. Man er gemacht hat, wird nicht versäumen dürfen, von diesem jebung mehr und mehr geltend. Die Zahl der unterstützten Erwerbsinnert sich, daß in Anbetracht der Verhandlungen, die mit den Ber- unter dem Druck der öffentlichen Meinung erfolgten Zuge- lofen beträgt hier bereits über 700000, die der unterstützten Kurzeinigten Staaten geführt wurden, Sir John Bradbury beantragt ständnis den weitestgehenden Gebrauch zu machen, um die arbeiber mehr als 1½ Millionen. Hierzu kommen noch zahlhatte, daß die Anhörung deutscher Sachverständiger hinausgeschoben internationale Deffentlichkeit von der wahren Lage reiche Erwerbslofe und Kurzarbeiter, die nach den geltenden Bewerde. Heute steht der Bernehmung der Bertreter Deutschlands zu unterrichten. Aber größere Bedeutung Stimmungen Unterstützung nicht erhalten fönnen. Diese Zahlen werdes Deutschen Reiches nichts mehr im Wege. Wenn, würde dieses Zugeständnis nur erlangen, wenn die franzö- den ergänzt durch die Statistik der Arbeiterfachver was natürlich ist, die Reparationsfommission gleichzeitig beschließt, fische Regierung endlich davon ablaffen würde, durch ihre bände. Bereits Ende September waren 10 Proz. ihrer Mitglieder einen Sachverständigenausschuß zu ernennen, um die Zahlungsfähig. Shylockpolitik das wirtschaftliche und politische Chaos in arbeitslos, 40 Broz. Kurzarbeiter. In einzelnen Verbänden erfaßte die Arbeitslosigkeit bis zu 30 Proz., in anderen. die Kurzarbeit feit Deutschlands zu prüfen, so fönnte dieses Komitee die Bor Deutschland zu steigern und jeden Bersuch einer aussichtsreichen 75 Proz. der Mitglieder. Die Not ist um so größer, als die finanschläge prüfen, die die deutschen Delegierten im internationalen Aktion durch ihre Quertreibereien zunichte zu zielle Lage Deutschlands den Unterstützungsmöglichkeiten engste Laufe ihrer Ausführungen machen werden. machen. Grenzen zieht. Man weiß nicht recht, an meffen Adresse die amtliche Deflamation gerichtet ist. An das Inland? Wem soll mit Jammern geholfen werden? An das Ausland? Welche Achtung wird ein Deutschland genießen, dessen Regierung sich voller zu erfahren, ob die Regierung ernsthaft alles zu tun gedenkt, um die Wiederaufnahme der Arbeit im Ruhrgebiet zu ermöglichen. Wenn man auf dem Standpunkt steht, den die deutschnational gesinnten Mitglieder der Regierung teilen, daß das Ruhrgebiet doch an die Franzosen verloren ist, dann hat man feine Veranlassung, über die unausbleiblichen Folgen dieser Politik zu jammern. Auch das Arbeitslosenproblem hängt indirekt und direkt mit der katastrophalen Schwäche der Reichsgewalt gegen die Diktatoren des Revolvers und der Schwerindustrie zusammen. Es hilft kein Schwähen mehr, es muß endlich zugepackt werden. Nach französischer Ansicht werde sich der SachverständigenausVor den Neuwahlen in England. schuß nicht mit diesem Studium gegnügen. In erster Linie müsse der Ausschuß die Bilanz der Hilfsquellen Deutsch. Condon, 13. November.( EP.) Baldwin hatte am Montag lands feststellen, und zwar sowohl seiner Hilfsquellen in Deutsch nachmittag mit dem König eine Unterredung im Buckinghampalaft. land als auch der Hilfsquellen im Auslande. Zu diesem Zwecke Es wurde mitgeteilt, daß die Neuwahlen am 5. oder 6. Dein Reden erschöpft, wo es zu handeln gilt. Es wäre wertmüsse er die Ermächtigung erhalten, überall da, wo deutsche Razem ber statfinden werden. Das Unterhaus, das heute wieder zu pitalien ungerechtfertigterweise aus dem Lande geschafft worden sammentritt, wird voraussichtlich am Donnerstag oder Freitag auf feien, Erhebungen anzustellen und die Maßnahmen festzulegen, die gelöst werden Die Kandidaturerklärungen werden am 24. oder erforderlich feien, um sie wieder nach Deutschland zurückzuführen. 26. November abgegeben werden. In der heutigen Sigung des Der Ausschuß müsse auch beschließen, in welchem Umfange Hilfs- Unterhauses werden Baldwin, Asquith, Lloyd George und Ramsay quellen des Deutschen Reiches von jetzt ab für die Finanzierung der Macdonaid das Wort ergreifen. Von der Ausdehnung der Debatte, Reparationen verwendet werden könnten. Endlich müsse er sagen, die sich an diese Erklärungen anschließen wird, wird es abhängen, in welcher Weise Deutschland für die Sanierung feiner ob das Unterhaus am Donnerstag oder Freitag aufgelöst wird. finanziellen Lage sorgen müsse. Die Arbeit der Sachver ständigen müsse einen wesentlich praktischen Charafter tragen und sich auf die unmittelbare Zukunft viel eher beziehen, als daß sie sich mit hypothetischen Erwägungen über die Prosperität oder über die zufünftigen Rückerstattungen Deutschlands beschäftigte. Bei dem cugenblicklichen finanziellen und wirtschaftlichen Chaos, das in Deutschland herrsche, seien berartige Erwägungen völlig zwedlos. Nach Ansicht der franzöfifchen Regierung dürfe die Legalität der Ruhrbese gung nicht in Frage gestellt werden, auch dürften die wirtschaftlichen Ergebnisse, die eine Folge davon feien, nicht erörtert werden. Der Ausschuß fönne sich zusammensetzen aus zwei Delegierten der in der Reparationsfommiffion vertretenen Mächte, die bereits ben Garantieausschuß bildeten, und die beispielsweise einen Finanztechniker für jedes Land zu Hilfe ziehen könnten. Der Ausschußz könne auch deutsche oder neutrale Zeugen vernehmen, sich nach Berlin begeben usw. Nach französischer Ansicht würde diese Rommission wahrscheinlich mindestens zwei Monate tagen. Schließlich hätte die Reparationskommission fich über diese Fragen auszusprechen und Entscheidungen zu treffen, die nach ihrer Ansicht geboten seien. Auf alle Fälle werde die Reparationstommission Deutschland feinen Betrag erlaffen fönnen, da der Artikel 234 des Versailler Vertrages dieses Recht nur den Regie. rungen zuerkenne. Dagegen werde die Reparationsfommission Deutschland jeden Aufschub gewähren fönnen. Immerhin werde sie nicht imftande sein, fällig gewordene Zahlungen über das Jahr 1923 hinaus aufzuschieben. Der französische Delegierte würde hierzu nicht ermächtigt sein, da in der Reparationsfommission für Der Regen. Bon Hans Bauer. Auf dem Plaze steht, mit Töpfen und Krügen in der Hand, die Schlange der Armen und wartet auf die Heilsarmee. Es ist zehn vor zwölf. Noch einige Minuten nur, dann fährt der Wagen vor. Die Schlange ist heute bebentlich lang. Werden alle bekommen fönnen? Die in den vorderen Gliedern stehen, tragen in ihren Mienen die bescheidene Zufriedenheit des Armseligen, der in seiner Freude über die Suppe, die ihm im Augenblick sicher ist, das Elend des fommenden Tages vergißt. Aber die weiter hinten stehen, die bangen. Wenn es nun nicht reicht! Wenn vielleicht furz vor ihnen der letzte Schöpflöffel vergeben ist? Sie unterhalten sich über ihre Befürchtungen. Einige beugen sich aus der Schlange heraus und schätzen ab: vergleichen den vermeintlichen Inhalt der Gulaschkanone mit der Zahl der Wartenden. Blöhlich seht ein Sturm ein und treibt eine tiefschwarze Regenwolfe, die über fernen Häusern bisher gelegen hatte, dem Blaze zu. Die Hungernden guden hoch. Besorgt. Aengstlich. Die Männer Jchlagen die Kragen hoch. Die Frauen werfen Tücher über den Kopf. Nun setzt ein leises Tröpfeln ein. Und dieses Tröpfeln nimmt zu. Wird schneller und schneller. Wird zum Regen. Und der Regen gewinnt auch immer mehr an Stärke und wird zum Wetterguß. Einige aus der Schlange flüchten. Sie verzichten lieber auf die unentgeltliche Suppe, als daß sie sich diesem Unwetter preisgeben. Aber die meisten bleiben. Harren mit hoffnungsloser, gequälter Miene ruhig weiter. Belgien droht mit Sanktionen. Brüffel, 12. November.( MTB.) Die Agence Belge meldet: Da die belgische Regierung hinsichtlich der nach der Ermordung des Leutnants Graff vom Deutschen Reiche, geschuldeten Reparationen feine Genugtuung erhiel. hat sie ihre Forderung wiederhost und der deutschen Regierung damit gedroht, daß, wenn ihre Forderung nicht bis zu dem von ihr festgesetzten nahen Zeitpunkt angenommen würde, Sanftionen im befeßten Gebiet ergriffen werden würden. Und schließlich: Wie sind diese Arbeitslofenziffern mit dem Ruf nach Abschaffung des Achtstunden tages und Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit in Einklang zu bringen? Man wird vorgehen. Versichert der neue Wirtschaftsminister. Der Reichswirtschaftsminister Koeth äußerte sich in einer Be Anmerkung des BTB.: In der Angelegenheit der Er- sprechung mit Gewerkschaftsvertretern, die Ende der vergangenen mordung des belgischen Leutnants Graff hat seinerzeit vor einem Woche stattfand, über die Frage der Goldhöchstpreise für belgischen Kriegsgericht ein Verfahren stattgefunden, das mit der lebensnotwendige Bedarfsartikel. Er meinte, daß die Einführung erurteilung der angeklagten deutschen Beamten endete. In der berartiger Goldhöchspreise in der turzen Ueber 3wischenzeit haben sich andere deutsche Beamte der Tat bezichtigt, gangszeit faum möglich sei. Die Preisprüfungsstelle fei worauf gegen sie durch deutsche Gerichte ein Verfahren eingeleitet aber erneut darauf hingewiesen worden, ihre besondere Aufmerkſamwurde, das noch nicht zum Abschluß gelangt ist. Bei dieser unge feit auf die neueste Golopreisentwicklung zu richten. Sobald größere flärten Sachlage war es für die deutsche Regierung selbstverständlich Mengen von wertbeständigen Zahlungsmitteln in den Verkehr geunmöglich, der Reparationsforderung der belgischen Regierung zu bracht seien, was nach dem 15. November mit Einführung der entsprechen. Rentenmark der Fall sei, würden die Reichs- und Landesund händler vorgehen, die zu ten ordnungsmäßig falfu lierten Goldpreisen noch besondere Risiko- und Gewinnzuschläge machten, Solche Geschäftsinhaber würden in Zukunftmit Gea fängnis evtl. mit Zuchthaus, Beschlagnahme und Kon zessionsentziehung bestraft werden. Die Verhandlungen der Ruhrindustriellen. Berlin, 13. November.( Tul.) zu der Pariser Meldung, wonach die Verhandlungen zwischen der Micum und Stinnes in Düsseldorf gestern nachmittag in wesentlichen Bunften zu einer Einigung geführt haben, erfährt der Deutsche Handelsdienst", Scheintot! Der Ludendorff brach schrecklich los: Margisten, meh, und Juden! Doch plötzlicho du Trauerfloß! Da steht man unfern Luden. dorff lang aufs Pflaster hingelegt ,. Solang man schießt, fein Glied er regt. Doch, Kinder, es ist Trug. Er lebt noch, drum seid klug: Wenn der Ludendorff auf dem Pflaster liegt, Durch Berstellung grad das Lafter fiegt! Das Feuer eingestellt, Erhebt er sich als Held! Das war feither der alte Trid, Sich zeitig tot zu stellen, Um dann, die arme Republit, Wieber erwacht zu prellen! In Ministerien und im Amt Da fizen fie noch allesamt, Die einst starr wie die Wanzen Jezt auf der Nas' uns tanzen. Wenn die ganze Bande aufs Bflafter fliegt, Und feiner vom Staate mehr 3after triegt, Ist erst der Spuf vorbei, Ist Deutschland wirklich frei. Mich. von Lindenheden. Wie schnell kann man lesen? Nur in dem hinteren Teil der Reihe sehe ich einige, die ber Beim Lesen, das uns so einfach erscheint, vollziehen mir eine Regen nicht zu verdrießen scheint. Aufmerksam beobachten sie die Fülle verwidefter förperlicher und geistiger Vorgänge, die erst in Flüchtenden, und je mehr ihrer werden, um so befriedigter bliden den letzten Jahren durch zahlreiche Forschungen aufgehellt worden fie. Sie schieben sich dann rasch vorwärts und find glücklich, ihren sind. Besonders muß die ungeheure Geschwindigkeit auffallen, mit Blak verlegen zu fönnen, immer weniger Vordermänner zu be- der ein geübter Leser Zeile auf Beile überfliegt. In einer Minute tommen. werden bequem 500, ja fogar 800 Wörter oder 60 Zellen mittlerer Länge gelesen. Dabei kommt auf den einzelnen Buchstaben bei dem sehr schnellen Leser nur die winzige Zeit von 0,02 Gefunden. Natürtich reicht ein jo tleines Zeitteilchen nicht aus, um die Form des Buchstabens genau zu erkennen. Es handelt sich mehr um ein Erraten nach gewissen einfachen Merkmalen. Um jo Zeile um Zeile zu überfliegen, muß aber ein leberfiuß von Sehschärfe vorhanden fein. Wenn wir, wie gewöhnlich, in der Entfernung von Meter lesen, müssen wir eine Sehschärfe haben, die die nämliche Schrift auch noch auf 1 Meter Entfernung lefen könnte. Wir dürfen von unserer Sehschärfe nicht mehr als den britten Teil verbrauchen, um bewegt sich bei schnellem Besen nicht in gleichmäßiger Geschwindig beim schnellen Lesen nicht zu sehr zue rmüden. Unsere Gesichtslinie feit über die Zeile hin, sondern die Augen bewegen fich in rudwelfen Stößen, mit denen Ruhepausen abwechseln. Dabei ist die Zeit der Ruhepausen größer als die der Stoßbewegungen, und zwar um so größer, je langsamer man lieft. Der Regenguß hat jetzt seinen Höhepunkt erreicht, und aus vollen Schleusen platscht das Wasser nieder. Die Reihe der Hungernden brödelt von neuem ab. Die hinten sind der neuen Gelegen heit nur dankbar. Ihre Kleider triefen von Nässe, aber sie fommen vorwärts. Der Regen ist ihr Verbündeter ihr Berbündeter gegen tie Konkurrenz der anderen Hungernden. Es peinigt und quält fic, aber indem sie die Qual ertragen, erhöht sich ihre Aussicht auf die Suppe. Und da sie den Hunger als die größere Qual empfinden, find fie der fleineren dankbar, die ihnen jene erspart. Allmählich läßt der Régen nach. Um die Ede biegt der Wagen ber Heilsarmee. In zerweichten Kleidern und nassen Gesichtern stehen ſte, die den Regen überdauerten, wie Heilande, die nach dem Martyrium der Erlösung gewiß sind. regierung in fchärffter Weise gegen die Erzeuger Die sprunghaften Bewegungen des Auges, die dem Fortrüden des Sefundenzeigers bei der Uhr vergleichbar sind, werden sehr rasch ausgeführt; die einzelne Augenbewegung nimmt eine Zeitdauer von noch nicht so Stunde in Anspruch. Bei aufgeregtem Lesen werden diese Augenbewegungen durch Wendungen des Kopfes ersetzt, wobei nicht nur das Auge, sondern der ganze Kopf dem Blick folgt. Gemöhnlich aber bietet der in sein Buch vertiefte Leser das Bild vollfommener Ruhe. Das ist aber nur scheinbar, denn der Muskelapparat der Augen ist in heftiger Tätigkeit begriffen. Der Blick stürzt sich auf die Anfangsbuchstaben der Zeile, so schildert Professor Laqueur den Lefevorgang, padt mit festem Griff einen Kompler ber benachbarten, undeutlich gesehenen Buchstaben, führt blitzschnell in einem Bogen von etwa 5 Grad die Gesichtslinie nach rechts, um diese Buchstabengruppe zentral zu sehen, ruht% bis 4 Sefunde aus, springt auf den nächsten rechtsstehenden Rompler und wiederholt dieses Spiel je nach der Zeilenlänge 4- bis 6mal, bis er in die Nähe des Zeilenendes gekommen ist. Dann macht er plößlich fehrt, um an den Anfang der nächsten Zeile zu fliegen, und wiederholt dieses Manöver stundenlang Seite für Seite. Dabei werden nicht nur einzelne Buchstaben und Worte, sondern sogar mehrere Worte und furze Säße zu einer Einheit zusammengefaßt und auf einmal gelesen. Man hat berechnet, daß in einer Zeit von 100 Sefunde mehrere Wörter zugleich erfaßt, ja fogar in oo Gefunde ein fiebenbuchstabiges Wort richtig gelesen wird. Vortragsreihe Seruelle Grkenntnis und Erziehung im Ernit Sadellaal, Beethovenftr. 3( am Lehrter Bbf.). Der 2. Teil beginnt am 14.. 7 lbr abds., mit einem Referat des Gen. Dr. Magnus Hirschfeld über Die feguelle Mot ber Festzeit( anschließend Debatte). Es folgen am 22. Dr. Kronfeld( Geflechtlifeit und Erziehung), am 28. Gen. Carl Besser, am 6. Dezember Dr. Graag( Mutterschule). am 12. Dezember Gen. Hirschfeld( Sritit der Ehe), am 20. Dezember Gen. Adolf Koch und Walter Hämer( Geschlechtlich feit mit b Jugendbewegung). Unfoltenbeitrag pro Abend: eine Straßenbahn fahrt, erwerbslose Eltern und Kurzarbeiter die Hälfte. Bormeldung bis 12. November( adressierten Rücumschlag und 2 Drtsbriefmarten beifügen) an den Leiter der Jung! Jugendgruppen b. Bd. entsch. Schulreformer Adolf Koch, Hagelberger Str. 26. Amanbfens Rückkehr. Roald Amundsen ist in feinem Heim in Svartstog bei Chriftiania eingetroffen. Einem Bertreter des Aftonbladet erklärte er, daß er hinsichtlich des Polarfluges noch keine Bestimmung getroffen babe. Die ganze Expedition hänge von der Beschaffung der not wendigen Gelder ab; Amundsen erhofft viel von der Ausgabe der Nordpolfreimarken. Die Silfsaktion der ruffischen Wissenschaftler zugunsten ihrer beutiden Kollegen verläuft erfolgreich. In verschiedenen Erholungsheimen finb 70 Bäte für deutsche Gelebrie zur Verfügung gestellt worden. Es sind ferner an deutsche Profefforen Einladungen zur Abhaltung von Borlefungen an den Moskauer Gochschulen ergangen, und zwar u. a. an die Profefferen Ehrlich, Neuberg, Frank, Berner und Luther. Musik. Das für Mittwoch, 8 Uhr, in ber Singalabemie feftgefegie abgefagt werden. Konzert Karl Thoman( Violine) muß eingetretener Hindernisse wegen 20 Lothar Schreyer hält in der Kunstausstellung Der Sturm, Bots. damer Str. 134a, vier Vorträge über das Thema: Sunst und E: siebungs am 14., 21. und 28. Nov. und am 4. Dezember. Anfang der Vorträge 8 Uhr. Das Ende der Thüringer Koalition. Unsere Thüringer Parteigenoffen veröffentlichen einen Aufruf, der sich mit dem Austritt der Kommunisten aus der Regierung beschäftigt. Darin heißt es: Die Tenner, Neubauer und Korsch sind aus der Regierung ausgetreten. Einen Aft der Feigheit stellt dieser fluchtartige Aus tritt bar. Um ihn zu begründen, nehmen sie zu einer langen Rundgebung ihre Zuflucht, die von Verlogenheit strogt, und bas tollfte darstellt, was sich je KPD.- Leute geleistet haben. In der Stunde höchster Gefahr für das gesamte Proletariat brüden sie sich feige vor der Verantwortung, Wehe über die Wohnungsämter! Der arbeiten auf deutschen Boden und den Bau vent Heimstätten. Aufbau und die Einigkeit Deutschlands fann nur erreicht werden, Seit Jahren schon wird gegen die Wohnungsämter Sturm ge- wenn jeder Deutsche mit der Heimaterde verbunden ist und wenn laufen, und die Klagen und Stoßseufzer über diese Behörden stinken jeder seine Arbeitskraft produttiv betätigen kann." nachgerade zum Himmel. Bie saflimm es aber in Wahrheit mit allen diesen Dingen bestellt ist, das beweisen so recht Schriftstücke, die uns ein günstiger Wind auf den Tisch geweht hat. Gegen den Fleischwucher. Da schreibt z. B. jemand an das Wohnungsamt:„ Ich bin feit Eingreifen der Bucherpolizei. Festsetzung von Richtpreisen. fünf Monaten verheiratet und meine Frau ist in andern Umständen. Die ffandalöfen Borgänge auf den letzten Bieh- und Fleißh Ich frage hiermit das Wohnungsamt: Muß das so sein?" Ein märften, die zu untragbaren Preissteigerungen für Frischfleisch führanderer wieder schreibt:„ Befenders der Umstand, daß meine ten, haben nunmehr ein scharfes Eingreifen de Wucherpolizei zur Schwiegermutter gestorben ist, heischt dringend Abhilfe." Abermals Folge. die sie vor der thüringischen Arbeiterschaft übernommen haben. rührte das Wohnungsamt feine Hand, und das ist roh. Eine Obwohl auf dem lehten Biehmarkt von der Ueberwachungskom Der Berrat, die feige unentschlossene Haltung unserer Genossen, das folche Wohnung ist entschieben nicht geeignet für Familien mit miffion Richtpreise für die Großschlächter festgesetzt worden waren. Nichtarbeiten des außerparlamentarischen Ausschusses, der Einzug Schwiegermüttern, denn man fann ja nicht wissen, wie viel find auf dem Fleischmarkt am Montag, der bezeichnenderweise stat Der Reichswehr, angeblich durch uns veranlaßt, ein Befehl Müller- Schwiegermütter in dieser Wohnung noch sterben werden! Ferner um 47 Uhr früh schon um 6 Uhr, also vor Eintreffen der Brandenburgs usw. sollen die Gründe des Austritts sein. heißt es in einem Brief:„ Der Abort in diesem Hause ist so bau. Kontrollbeamten, eröffnet wurde, diese Richtpreise Jeder Sah, jede Behauptung dieser Rundgebung ist eine Cüge! fällig, wenn ich mich auf ihn sete, bin ich fiets mit Lebensgefahr dem Leiter der Bucherpolizei, Regierungsrat Hindel, am heutigen ganz erheblich überschritten worden. Daraufhin ist von In monatelangen Verhandlungen haben wir uns abgemüht, der verbunden." Das Wohnungsamt aber trannt die Berbindung nicht Dienstag morgen an alle Bolizeirepiere bie Anwei APD. begreiflich zu machen, daß es ihre Pflicht ist, im Interesse der o, es sollte sich, eine der Telephonistinnen verschreiben, die im Jung ergangen, den Fleischverkauf in den Baden Arbeiterschaft mit uns eine Regierung zu bilden. Das lehnte Trennen der Verbindungen oft so geschickt sind und weint dem gefchäften aufs fchärfte zu übermachen. Gleichzeitig fie a b. Da fam der militärische Ausnahmezustand im Reiche. lieber baufälligen Abort keine Träne nach. Unter obengenannten Ber- find den Revieren die auf Grund der festgesetzten Richtpreise er: hältnissen ist ein Familienleben tief bebauerlich. In einigen rechneten Kleinhandetspreise für die gangbarsten Fleischsorten mit Nacht war die KPD. bereit, in die Regierung mit uns einzutreten. Wochen sieht meine Frau ihrer Niederkunft entgegen, sowie meine geteilt worden, die fich wie folgt ftellen: Bedingungslos, nicht schnell genug fonnte sie hineintommen. Auf den Boden der Verfassung stellte sie sich. Doch wir alte, mittellose Schwiegermutter." Da hätte unbedingt das Woh farben das Pfund, Rindfleisch, Suppenfleisch 234 bis 416 Schweinefleisch( Kamm und Bauch) 445 bis 515 Mitliegen uns nicht täuschen. Wir lehnten ab, ohne Brogramm mit der nungsamt erflarer. müssen: Hier herrscht Ordnung, und das gibt Schmorbraten 295 bis 520, Raibfleisch( Brust und Kamm) KBD. zu arbeiten. Wie recht wir hatten, zeigten die Berhandlungen es nicht, daß Schwiegermutter und Schwiegertochter zu gleicher 234 bis 429, Sammel( Dünnung oder dide Rippe) 293 bis 455 und die Wochen der gemeinsamen Regierung. Mit fortgefeßten Zeit ein Rind friegen. Dazu sind die Wohnungen nicht da! Milliarden Mart. Im Interesse der Verbraucher liegt es, darauf zu neuen Parolen wurde überall im Lande gearbeitet. Geradezu schauerlich und schrecklich jedoch ist der Abgrund von Un- achten, daß diese Preise in den Fleischerläden auch mirtlich eingehalten Die Kommunisten find mit dem festen Borsatz in die Regierung sittlichkeit, auf den man durch verschiedene Echreiben aufmerksam werden. Die Polizei ist angewiesen, bei jeber. Preisüber. eingetreten, die Republik zu zertrümmern. gemacht wird, eine Unfittlichkeit, an der das Wohnungsamt die schreitung jofort zur Beschlagnahme und zum Wir lehnten ab die Arbeiterschaft in einem nach Lage der Schuld trägt. Hier sind sie: Jetzt aber kam die Schwiegermutter felbständigen Berlauf der Ware zu schreiten. Situation nuklofen Generalstreit zu treiben, deshalb Berrat, der Frau Müller, deren Mann fünf Jahre wegen Diebstahl festsigt Ein Broteft der Ladenschlächter gegen diefe Maßnahme der Buchernir lehnten at, auf KPD.- Meidungen hin, die niemals einer und von einem andern in Schwangerschaft ist. So etwas follte poilzei ift erfolglos geblieben. Man bedeutete ihnen, daß fie fich Brüfung standhielten, die Arbeiterschaft aufzurufen, des. halb Feigheit! das Wohnungsamt verhindern."( Sehr richtig!) Ich schlafe mit gegen das wucherische Treiben der Großschlächter dadurch felbft meiner Frau und fünf erwachsenen Kindern in einem Zimmer, mo nicht zahlten. Darüber hinaus wird die Bucherpolizei jest gegen schüßen könnten, daß sie die unerhört hohen und unberechtigten Breise fie allerhand sehen, was sie nicht sehen sollen."" Ich und meine alle diejenigen Großschlächter einschreiten, die auf dem gestrigen Frau find zusammen zwölf Personen. Ich habe drei unmündliche Fleischmarkt die Richtpreise der Ueberwachungsfommission über und noch ein unehrliches Kind zu versorgen."" Ich habe eine schritten haben. In allen Fällen, in denen diese Feststellung gemacht Die RBD. ist die Todfeindin der sozialdemokraTochter und zwei Söhne, und wir sind alle so beschränkt, daß wir nur wird, soll den betreffenden Händlern die Handelserlaubnis entzogen tischen Partei. Jedes Mittel wendet sie im Kampfe gegen zwei Betten aufstellen können."" Diese Wohnung ist wegen der werden. Wer die Verzweiflung aller jener Hausfrauen gesehen hat, wie sie hin und wieder doch einmal, sei es für Schwerstarbeiter, sei Unfere Genoffen sollen die Reichswehr nach Thüringen ge- großen Haushaltung auch fittlich nicht maßgebend." es für Krante, ein wenig Fleisch zu kaufen gezwungen sind und es rufen haben, damit die Tenner, Neubauer, Korsch von ihr aus der Regierung geholt werden. doch nicht zahlen fonnten, der wird dem unnachfichtlichen Einschreiten der Wucherpolizei vollen Erfolg wünschen. Wenn die PD. fagt: Einheitsfront, will fie pulschen. Benn sie sagt: Gemeinsamer Rampf, will fie Partei agitation. uns an. Was ist wahr? Es sind in Wahrheit schlimme Dinge, von denen oben die Rede ift. Und wenn auch die Form diefer Notschreie" sehr komisch wirkt und zum Lachen reizt, so darf man doch nicht vergessen, daß ihnen oft ein ernster Kern zugrunde liegt all jene Nöte sind es, die aus. dem ungeheuren Wohnungselend des Großstädters entstehen, die fein Leben verbittern und sonst vielleicht ganz ruhige Menschen zu Unsere Landtagsfraktion hat beschlossen, wenn die Reichswehr die Tenner, Neubauer und Korsch aus der Regierung holen sollte, müssen unsere Genossen sofort ihre Aemter nieberlegen. Das wurde am 8. November beschlossen und am 9. November Tenner verzweifelten Nörglern machen. mitgeteilt. In Thüringen hat die Reichswehr der KPD. den Gefallen nicht getan. Die Kommunisten haben selbst die Flucht ergriffen und dadurch auf die Einheitsfront des Proletariats verzichtet, Bir merden uns durch diesen neuesten Etreich der RBD. nicht abhalten laffen, weiterhin im Intereffe der arbeitenden Bevölkerung tätig zu sein. Genoffen! An die Arbeit! Trotz aller Schwierigkeiten, trotz gemeiner Kampfesreise der KPD. darf es fein ErTahmen geben. Weimar, den 12. November 1923. Der Bezirtsvorstand der Bereinigten Sozialdemokratischen Bartei. Bezirksverband Groß- Thüringen. Aus den Kreisen der sozialdemokratischen Regierungsmit glieder wird uns ergänzend noch folgendes geschrieben: Die Rommuniften haben ihre Tätigkeit in der Regierung nie. mals benut, um die Intereffen der Thüringer Ar. Das Urteil im Mordprozeß Nowak. Jm Mordprozeß Nowal wurde gestern in später Nachtstunde tas Urteil gegen die Angeklagten Yellin und Marianstigesprochen. Die Geschworenen verneinten die Schuldfragen nach Mord und Raub, bejahten dagegen die Schuldfrage nach Hehlerei. Das Gericht verurteilte entsprechend dem Antrag Rechtsanwalts Dr. Ais. bergs Bellin und die Marianski zu einem Jahr bzw. drei Monaten Gefängnis unter voller Anrechnung der Untersuchungshaft. Neue Verkehrstarife ab morgen. Die Berliner Straßenbahn wird ab Mittwoch folgende Fahrpreise erheben: Umsteigefahrfchein 30 milliarden. Kinder fahrschein 15 milliarden und der Uebergangsfahrschein zur Hochbahn 50 Milliarden. Die Hoch- und Untergrundbahn wird folgende FahrDer Kurfürstendamm als neues Scheunenviertel. Devisenrazzien in Berlin. Die Razzien im Scheunenviertel und seiner Umgebung waren, wie schon mitgeteilt, besonders darauf zurückzuführen, daß die wilden Händler jener Gegend den Leuten wertbeständiges Geld abgeloďt und mit Papiermart zu billig bezahlt hatten. Nach den Ueberfällen und Plünderungen fühlten sich die Händler in ihren Geschäften im Nordosten nicht mehr sicher. Dazu tam die Entdeckung und Ausbebung der Ringelschen„ Devisenzentrale" in der Alten Schönhauser Straße Nr. 56. heiterschaft zu wahren und zu fördern. Ihr Be- preise erheben: In der 3. Klaffe 20 und 30 und in der 2. Klaffe 30 auch jetzt gab es wieder einzelne Zusammenstöße. Das Bublifum streben ging nu: dahin, Romplitationen zu schaffen. Ihre und 40 Milliarden. Blods zu 10 Karten 180 und 270 bzw. 270 Tattit war barauf angelegt, einen Zusammenstoß mit den bewaff und 360 Milliarden. Die Wochenkarte zu 6 Fahrten foftet neten Kräften der Reaktion absichtlich herbeizuführen in der Hoff- 150 und 200 Milliarden. nung, daß, wenn dabei auch die Intereffen der Arbeiterschaft leiden Die Omnibusgesellschaft wird für die Teilstrede 30 würden, doch nicht ausgeschlossen erscheine, daß die Kommunistische und für die ganze Strede 40 Milliarden Mark nehmen. Partei den einen oder den anderen fleinen Borteil erringen könnte. Die Bortommnisse veranlaßten die Herrschaften, die Gegend zu verlassen und ihren verbotenen Devisenhandel nach dem neuen Westen Berlins zu verlegen. Alsbald tauchten hier, am Kurfürstendamm, in der Tauengien und Nürnberger Straße usw. diefelben mohbekannten Geftalten, die man früher an den Wechselstuben im Zentrum usw. gesehen hatte, in großer Zahl auf. Der Polizei entging diefe Abwanderung und Geschäftsverlegung nicht. Soon vor einigen Tagen veranstaltete fie in dem neuen Handelsviertel eine fleinere Streife und stieß hierbei bei einigen„ Devijenhändlern cuf Widerstand, so daß die Leute mit Gewalt nach der Bezirkswade gebracht werden mußten. Am Montag nachmittag wurde Sie Razzia in größerem Umfange miederholt. nahm teils gegen teils aber auch, was befremdend genug ist, für die unsauberen Händler Bartei. Sieben von ihnen, bei denen in an eine größere Menge Devisen und auch Paniergeld zum 11mwechseln fand, wurden zwangsmeise zur Babe gebracht. 3wei, weil sie sich der Bisitation mit Gewalt zu entziehen fuchten. Die Schlepper und Anreißer treiben es an ihrer neuen In flarer Erkenntnis der ungeheuren Gefahren für das Prole= Stätte wieder ebenso wie bisher an der alten. Auch hat die tariat gingen die, fozialdemokratischen- Regierungsmitglieder davon. Bucherpolizei bei einem gewissen Friedmann wieder eine neue aus, irgendwelche Teilaktionen unter. allen Umständen zu verhindern, Ein Ueberfall, der sich am Sonnabend abend in dem west. Bentrale" entdeckt. F., der noch gar nicht lange in Berlin ist, hat die Thüringer Arbeiterschaft nicht in einen aussichtslosen lichen Borort Zehlendorf West abspielte, zeigt deutlich, wie trotzdem in der Schönhauser Allee 56/57 eine lugurios aus6.3immerwohnung mit Bederklubfesseln, Kampf verwideln zu lassen, in dem sie nur eine blufige fehr die Sicherheitsverhältnisse neuerdings auch in diesen Vororten gestattete Niederlage erleiden tönnte! heruntergekommen find. In dem ffeinen, in unmittelbarer Nähe Berserteppichen usw. Die Aushebung bei Ringel scheint ihn vorDie Tattit der Kommunisten war, Tag für Tag neue unton des Bahnhofs gelegenen Geschäftsviertel beobachtete ein Herr, der fichtiger gemacht zu haben, fo baß man in seinen Berstecken nicht trollierbare Gerüchte zu verbreiten, um unter dem Eindruck dert mit seiner Frau und seinem Söhnchen Einkäufe machen wollte, soviel fand. Friedmann war bei der Durchsuchung nicht zu Saule folcher Gerüchte Beschlüsse herbeizuführen, deren Durchführung für wie ein fleiner, laut um Hilfe schreiender Knabe von zwei und hat sich dort nicht wieder sehen lassen. die Arbeiterschaft verhängnisvoll werden mußte. Die Vor Männern, die ihn offenbar berauben wollten, verfolgt ausfehung jedes erfolgversprechenden Abwehrkampfes faben die wurde. Der Herr wari fich hilfsbereit zwischen das Kind und die beiden Männer und fragte sie ganz ruhig, was sie dem Kinde tun Sozialdemokraten in der Einheit der Bewegung. Die Kommunisten versuchten aber bereits in Sachsen ihre Teilnahme an wollten. Sofort nahmen die Männer eine äußerst bedrohliche Hal. der Regierung dazu auszunüßen, um unter Zuhilfenahme des Re- tung ein, gingen gegen den Herrn vor und hätten ihn brutal zu gierungsapparates in Chemniß einen Generalstreit beschließen zu lassen, der unter den gegebenen Berhältnissen nichts anderes bedeutet hätte als den bewaffneten Kampf. Hier ist Sowjet! 3 Die Republik in Gefehr! In der unter diesem Motto stattfindenden Kundgebung bes DRRB. am heutigen Dienstag, abends 8 Uhr im Stafiupfaal von Lindners Rongerthaus in Bartow, Breite straße 84, werden sprechen: Genoffe Soffmann Schmargendorf. M. d. N., und Senatspräsident Großmann. Die Zeitung der Beriammlung liegt in den Händen des Sekretärs des DRRB. Alfred Müller- Hepp. Boden geschlagen, wenn er fich nicht durch einen Sprung rüd wärts gerettet hätten. Inzwischen famen drei andere Kerle hinzu, bie den Herrn umringten und ihn gleichfalls zu Boden zu zerren fuchten. Dabei fiel u. a. auch der Ausdruck:„ Hier ist Sowje t". Im letzten Augentlid glüdte es dem Herrn, in einen BlumenNoch in einer Beit, in der die Thüringer sozialdemokratischen Regie. laden zu flüchten, der eine Zeitlang von den fünf Männern unter Nachtquartier für Jungjozialisten! Am Sonntag, den 18. Norungsmitglieder Kenntnis davon hatten, daß der von den Kommu- fürchterlichsten Bedrohungen belagert wurde. Erft als die innisten geplante Generalstreit abgelehnt worden war, behauptete ein zwischen sich angesammelte Menge eine abwehrende Haltung ein pember, findet in Berlin eine ermetterte Reichsausschussigung ber fommunistisches Regierungsmitglied troßdem, daß ein folcher be- nahm, verschwanden die Verbrecher, um die es sich offenbar han. Jungfozialisten statt. Dazu werden für unsere auswärtigen Deleschloffen sei. Derartige falsche Berichte haben seinerzeit auch telte. Nach dem Idiom, das die Leute sprachen, waren es Aus. glerten dringend Nachtquartier benötigt. Jeder, der einen Gezum Putsch in Hamburg geführt. Auch beim Einmarsch der länder, vermutlich Ruffen. Die Ermordung des Mufifers Gervais noffen aufnehmen fann, melde das umgehend telephonisch an Hans Reichswehr in Thüringen wollten die Kommunisten einen Aufruf in Lichterfelde, die vorhergegangenen vier Ueberfälle, die Schießerei Turk, Sentrum 9041, 3immer 28, oder schriftlich: Hans Turk, Landder Regierung herbeigeführt missen, in dem die Bevölkerung zum cuf zwei Automobile auf der Chauffee Wannsee- Zehlendorf und tag, Brinz Albrecht- Straße, Zimmer 28. Eile tut not! Generalftreit aufgefordert werden sollte, obgleich der Ausgang des neuerdings der berichtete lleberfall, dem übrigens vor einigen Borleieabend der Stadtbücherei Charlottenburg. Am 15., abends für Sachsen beschloffenen Streits jede Erfolgmöglichkeit verneinte. Lagen unweit derfelben Stelle ein ähnlicher vorangegangen war, 8 Uhr, licit Ifons Paquet im Lesefaal, Wilmersdorfer Str. 166, cus Wer den Ausgang der in den letzten drei Wochen geführten Wirt. liefern den Beweis, daß die Sicherheitsverhälniffe im eigenen Dichtungen vor. Da der Abend voraussichtlich sehr start besucht fein Berliner Außenwesten alles zu wünschen übrig mird, empfiehlt es fidh, Cintrittsfarten im voraus zu be schaftskämpfe verfolgt, mußte einsehen, daß lassen. stellen, und zwar entweder in der Stadtbücherei, Wilmersdorfer Str. 166, ober in ben 8weigstellen: Nord, Kaiserin Augusta- Allee 80, Dft, Bormler Str. 6a, Weft, Dandelmannstr. 47. Die Ausgabe der Karten erfolgt erft an 15., ab 8 Uhr borm, in der Stadtbücheret. Preis: Betrag swei Straßen. 3m Kreis ber Bezirfsgruppe Bittenau der der Märkischen bahnfahrten. Die sozialdemokratischen Regierungsmitglieder haben die Anträge der Jubiläum. Das filberne Chejubiläum begeht heute Genoffe Richard Rommunisten abgelehnt, weil fie nicht verantworten fonnten, Edholle" fand am Sonnabend, den 10. November, im Beisein. zahldaß die thüringische Arbeiterschaft in ein ungeheures Blut reicher Kleingärtner eine Bersammlung ftatt, in der Dr. Karl Hart- Sanomsli mit feiner Gattin, Lichtenberg, Glazer Str. 4, Gentoffe Siedlung und Arbeitslosigkeit" sprach. Caßnowski ist seit 20 Jahren Abonnement des Vorwärts. bab gestürzt wurde. Deshalb schreien die Kommunisten über mich über Er führte aus, daß die Regierung, vor allem das brutale Niederstimmung im Kabinett. Landwirtschaftsministerium, alles tun müsse, um ge= Die Differenzen zwischen den Gozialdemokraten und Kommunügenb städtisches und ländliches Siedlungs. nisten im Rabineti entspringen nicht der Unentschloffenheit und gelände zur Verfügung zu stellen, um den Arbeitslosen Halbheit der Sozialdemokraten. Diese vertreten vielmehr die Auf- fo Brot zu verfchaffen. Die beste Arbeitslosenversicherung fassung: In der Zeit, in der die Mächte der Reaktion den Boden wäre ein Stück Heimatboden, auf dem der Befizer in Zeiten der 137. Abt. Reinidendorf- Beft. 7, Uhr: Sigung fämtlicher Funktionäre im Boledes Rechtes verlassen, um ihre einherrschaft erneut zu begründen, Arbeitslosigteit selbst vom Ertrag seines Fleißes leben kann. 3uführt die Arbeiterschaft ihren besten Abwehrkampf auf das Unternehmerfum nur auf den Augenblid wartet, um die Betriebe zu schließen und große Teile ihrer Arbeiterschaft auf die Straße zu werfen. dem Boden des Rechts. Den Rommunisten dagegen war nichts daran gelegen, einen gemeinschaftlichen Abwehrkampf auf den Karen Boden des Rechts zu führen. Sie forderten auf, den von der Reaktion gezeigten ab. schüssigen Weg zu betreten, nicht anerkennend, daß dadurch die ge samte deutsche Arbeiterschaft auf diesem Wege abgleiten und um jo ficherer in den Abgrund stürzen würde. Siedlungsland für Arbeitslosc. Groß- Berliner Parteinachrichten. Dienstag, den 13. november: haus, Scharnweberstr. 114. Die Mitglieder der Bollshaustommiffion treffent fich dort eine Stunde früher. Mittwoch, den 14. november: t. 7% Uhr: Mitgliederversammlung im Restaurant Dhngemach, Komman bantenftr. 88. Steuwahl bes gesamten Borstandes. Bezirksführer laben ein. nächst muß das Land durch Arbeitslose gegen Bezahlung fultiviert und dann für die Arbeitslosen in Barzellen aufgeteilt werden. Auf diese Weise würden die Arbeitslofen fett leben fönnen, 3utunfts 2. merte fchaffen und für später arbeitslose Zeiten sichergestellt sein. lleber juristische Siedlungsforderungen und Bestimmungen sprach 29. bt. 7 Uhr: Mitgliederversammlung in der Schule Genefelberstraße 6. Die Dr. Arnim Diterrieth. Folgende Entschlichung wurde einstimmig 41. st. 7% Uhr: Bablabende in ben bekannten Sotalen. gefaßt:„ Die in Wittenau versammelten Giebler und Kleingärtner 00. Sist. Neutolin. 7 Uhr: Bersammlung in der Qula ber Knaben- Mittelsäule, verlangen von allen Regierungsstellen fofort eine stärkere praf. 131. Abt. Niederfchönhaufen. 7%, thr: 8ahlabend bei Schönherr, Sindenstraße tische Förderung her städtischen und ländlichen Siedlung und die 137. ht. Steinidendorf Best. 7 Uhr: Bablabend für alle Bezirke im Bollshaus produttive Beschäftigung von Arbeitslosen durch Kultivierungs- Scharnweberstr. 114 Donaufte. 20. Gewerkschaftsbewegung Die Streiflage im Buchdruckgewerbe. Die Argumente der Buchdrudereibefizer. Der Berein Berliner Budbrudereibesizer und ber Arbeitgeberverband des Berliner Zeitungs. gewerbes wenden sich mit einem Blafat an die Berliner Bevölke rung, um ihre Haltung zu rechtfertigen und alle Schuld an dem Streit auf die Arbeiterschaft abzuwälzen. Das Plakat, das sie in Berlin anschlagen ließen, wimmelt nur so don falschen Behauptungen und Widersprüchen. So behaupten fie, daß der Streit politischen Motiven" entspringe, erklären aber gleichzeitig, daß die felbstfüchtige und furzsichtige Intereffenpolitit" der Buchdrucker die Existenz des Reiches gefährde*. Eines von beiden fann nur richtig sein: entweder der Streif ist ein politischer oder er ist ein wirtschaftlicher, als Ausfluß einer angeblichen selbstsüchtigen und furzfichtigen Interessen. politik". In Wirklichkeit sind beide Behauptungen falsch. Das wissen die Buchdruckereibefizer selbst ganz genau. Sie haben den Arbeitern nicht einmal die Löhne zugestanden, die sie auf Grund der durch die Reichsinderziffer ermittelten Teuerung bekommen müßten. Diese Reichsinderziffer, das ist eine wiederholt hier festgestellte Tatfache, die auch den Buchdruckereibefizern und Zeitungsverlegern nicht unbekannt sein tann, ist durch die Teuerung bereits bei ihrer Ber. öffentlichung überholt. Nach dieser Reichsinderziffer hätte der Spigen lohn der Buchdrucker in der Woche bis zum 2. November nicht 700, sondern 884 Milliarden und in der Bodye vom 3. bis 9. November nicht 3% Billionen, sondern 5,2 Billionen betragen müssen. Borschüffe auf die Erwerbslosenunterstützung. Der Reichsarbeitsminister hat die Länder ermächtigt, auf die Erwerbslosenunterstützung der laufenden Woche einen Vorschuß in der einfachen Höhe des Borwochenbetrages auszahlen zu laffen. Die Arbeitslosigkeit in der Textilindustrie. Die Arbeitslofen und Rurzarbeiterzählung im Bereich des Deutschen Textilarbeiterverbandes ergab für den Monat Oktober folgendes Bild: Bon 685 481 Mitgliedern wurden 634 441 92,6 Proz. von der Zählung erfaßt. Von den durch die Zählung erfaßten Mitgliedern waren am. Stichtage 72 999 oder 11,5 Broz gänzlich erwerbs 1os. Im September waren 46 195 oder 7,2 Broz. gänzlich erwerbs los. Die Steigerung gegenüber September beträgt somit 4,3 Proz. Die Zahl der Kurzarbeiter betrug 399 307 oder 62,9 Proz. Im Bormonat betrug diefelbe 384 759 oder 59,7 Proz. Die Steigerung im Monat Ottober beträgt fomit 3,2 Broz. Die Zahl der Kurzarbeiter und Arbeitslofen zusammen beträgt 472 306 oder 74,4 Proz. Es ist dies eine Zunahme gegenüber September um 7,6 Proz Die wöchentliche Arbeitszeit war verfürzt auf: 1-8 Stunden in 524 Betrieben für 46 240 Mitglieder; 9 bis 16 Stunden in 1247 Betrieben für 88 695 Mitglieder; 17 bis 24 Stunden in 2638 Be frieben für 163 694 Mitglieder und 25 und mehr Stunden in 1831 Betrieben für 100 678 Mitglieder. Die Gesamtlage der Textilindustrie eröffnet nicht die geringste Aussicht auf eine balbige Befferung dieser drückenden Verhältnisse. Es ist hierbei zu beachten, daß die Baumwollernte im Fistal. jahr 1922-23 hinter dem tatsächlichen Bedarf zurüdbleibt. Die Geden Ballen zu 500 famtbaumwollernte betrug in 1000 Ballen englischen Pfund und Indien zu 400 englischen Pfund gerechnet 19 851 gegen 28 473 Ballen 1913-14. Die Umfäge am Baumwoll Aber selbst der Schiedsspruch, der im Reichsarbeitsmi. markt find außerordentlich gering. Der Baumwollverrat hat sich Aber selbst der Schiedsspruch, der im Reichsarbeitsmis in Bremen deshalb auch wesentlich verringert. Am 5. Oftober 1923 nisterium gefällt morben ist, hat in Verkennung dieser Tatsache und war in Bremen ein Gesamtvorrat von 16 832 Ballen vorhanden der Bersprechungen und Richtlinien des Reichsarbeitsministers Löhne gegenüber 81 131 Ballen im Vorjahre. festgesetzt, die, wie oben angegeben, noch hinter der Steigerung der Lebenshaltungskosten zurüd bleiben. Wenn die Unternehmer also von selbstsüchtiger und furzsichtiger Interessenpolitik, die die Existenz des Reiches gefährde, reden, dann mögen sie sich gefälligst an die eigene Nase faffen. Angesichts diefer Tatsachen fann man über den einfältigen Ber fuch, dem Streit ein politisches Mäntelchen zu geben, hinweggehen. Benn die Unternehmer dann weiter behaupten, daß der im Reichs arbeitsministerium gefällte Schiedsspruch in anderen Großstädten des Reiches angenommen worden sei, so machen sie sich einer be. wußten unwahrheit schuldig. Der Schiedsspruch ist von den Zentralvorständen der graphischen Organisationen abgelehnt worden, und es fann somit von seiner Annahme in der Proving feine Rede sein. Es find den Berliner Organisationen dagegen eine Reihe von Solidaritätstundgebungen ihrer Kollegen im Reiche zugegangen, die bisher nur deshalb fich dem Streif nicht an. geschlossen haben, weil die Zentralverstände sie ausdrücklich darum ersucht haben. Wenn die Unternehmer weiter erflären, daß 25 Goldmart, in Papiermart gezahlt, ein ausreichender Lohn seien, bann mögen sie so freundlich sein und an der Hand der offiziellen Preisnotierungen den Nachweis führen, wie eine Familie in Berlin mit 25 Goldmart menschenwürdig leben kann. * Unfallschuh an Maschinen. 9 Bom Verein Deutscher Maschinenbau- Anstalten wird uns gefchrieben: In Ihrer Nr. 522 vom 7. November 1928 baben Sie den Sinweis auf das Sonderheft„ Unfallverbütung" der im Verlage des Vereins deutscher Ingenieure erscheinenden Zeitschrift Maschinenbau mit der Ueberschrift verfeben: Gegen MaschinenUnfallichuz". Diese Ueberschrift wird Jbre Sefer irreführen. Wir legen Wert auf die tatsächliche Feststellung, daß der Berein Deutscher Maschinenbau- Anstalten feit jeter für eine immer größere Berücksichtigung des Unfallschnges an Maid inen eingetreten ist und mit biefem Ziele in der Arbeitsgemeinschaft für Unfall berhütung mit den Berufsgenossenschaften, den Gewerbeaufsichtsbeamten und den Spizenorganisationen zufammenarbeitet; er er blidt nur in einer gefeßlichen" Regelung Nachteile. Verein Deutscher Maschinenbau- Anstalten." Die Berhandlungen der faufmännischen Angestellten in der Schuhindustrie, in der Lederwaren industrie und in den Bederauriatereien haben bisher fein befriedigendes Er gebnis gebracht. Das äußerste Angebot der Arbeitgeber war: Bei Aufrechterhaltung der bisherigen Differenz zwischen den mann lichen und weiblichen Angestellten sowie der Differenz zwifchen Anfangs- und Endgehalt erhalten die männlichen Angestellten im 27. Lebensjahre in der Gruppe I 90, in der Gruppe II 112,50, in der Gruppe III 140,50 Goldmart monatlich. Sofern die Beträge in Papiermart ausgezahlt werden, erhöht sich der Betrag um 20 Pro, Wir vermochten diesem Angebot unsere Zustimmung nicht zu geben und haben den Schlichtungsausiu zur Enticheidung angerufen. Die Arbeitgeber bringen inzwischen 25 Broz. der angebotenen Beträge zur Auszahlung. Zur Streiflage selbst ist zu berichten, daß die Arbeitsruhe allgemein ist. Gestern fanden im Reichsarbeitsministerium Ver handlungen statt. Der Reichsarbeitsminister machte ben Dr ganisationsvertretern der Arbeitnehmer den Borschlag, daß die Unternehmer heute einen Borschuß von 1% Billionen pro Ropf unter der Boraussetzung zur Auszahlung bringen, daß die Arbeit heute nach mittag wieder aufgenommen wird. Die Berhandlungen über die endgültige Regelung der Löhne sollten dann weitergeführt werden. Diefer Borschlag war schon um beswillen hinfällig, weil die Ver- Der Lohn der Kürschnergehilfen und-gehilfinnen betrug in der handlungsvertreter durch die von den Militärbehörden angeordnete Woche vom 5. bis 10. November im ersten Gehilfenjahr 59, im britten 67, im fünften 90 bis zur Höchstgrenze von 110 Milliarden; Auflösung der Funktionärversammlung außerstande waren, für Hand- und Maschinennäherinnen 45, 55, 67 bis zu 84 MilliBericht zu erstatten. Die Funktionäre merden heute nach arden In den Belzbutfabriken erhalten Zweder 59, 65, 73 bis zu mittag zu dem Borschlage Stellung nehmen Dorausgeseht natür 84 Milliarden, Quarbeiterinnen 43, 53, 59 bis zu 69 Milliarden. lich, daß sie nicht durch eine neue Auflösung der Bersammlung daran Lehrmädchen erhalten wöchentlich 280 im 1. Halbjahr, 369 im 2., verhindert werden. Daß diese Auflösung der Versammlung zur Be ruhigung der Gemüter und zur Lösung des Konflitis beigetragen hat, wird wohl niemand annehmen tönnen. Im übrigen fann gesagt werden, daß die Budbruder bereit sind, sofort die Arbeit mieber aufzunehmen, vorausgeseht natürlich, man sichert ihnen einen Lohn zu, der ihnen bei der ungeheuerlichen Leuerung, die amtlich fest geftellt ist, auch die Möglichkeit gibt, zu arbeiten. Deutsches Theater. Heure u. Mittwoch 71, Uhr: Cäsar u. Cleopatra Krauß, Thelima n. Gülstorff, Kupfer, Die Imann, Meyrink. Garrison, L Völker, Peter, Eysoldt. Donnnerstag Nora zum 1. Male: Dorsch, Pabst, Alten, Sterler, Grätz. Vom 17. 21 Nov. 7 Uhr: Nora. Kammerspiele- 8 Uhr: Die Kinder Brausewetter, Mosheim, Schwan Berliner Landpachtgenossenschaft e. G. m. b. H. Berlin- Neukölln, Böhmische Str. 48 Außerordentliche 590 im 3. und 740 Milliarden im 4. Halbjahr. Am Mittwoch ist ein Vorschuß in Höhe von 20 Arbeitsstunden, am Freitag der gleiche Betrag zu zahlen. Restzahlung Sonnabend, endgültig am Montag. UfTariffommiffionen. Mittwoch abend 6 1hr, roter Saal, Sentralverband der ingeftellten, Belle- Alliance- Straße 7/10, 8 Tr.: Bersammlung der Bertreter ber Beschlußörtlichen Tarif'ommiffionen aller Branchen der AfA- Gewerkschaften. faffung. Besuch der Zahlabende ist nach der Bersammlung nach möglich. Wirtschaft Die Aufgaben des Währungskommiffars. Die Ernennung Dr. Hjalmar Schachts zum Währungs. tommiffar dient der Absicht, bie Ueberleitung zum wertbeständigen Gelde möglichst reibungslos zu vollziehen. Dr. Sajacht, der bisijer Direktionsmitglied der Darmstädter und Nationalbant war, ist fürzlich mit einem eigenen Projelt zur Schaffung einer Goldwährung hervorgetreten. Eine feiner ersten Aufgaben als Währungskommissar wird es nach dem„ Deutschen Heimatsdienst" sein, die Emission der Rentenmark zu überwachen und dafür au forgen, daß die Ausgabe dieses Zahlungsmittels fich möglichst rasch und reibungslos vollzieht. Dann aber bildet die Durchführung der zweiten vollzieht. Dann aber bildet die Durchführung der zweiten Brotabgabe und des Zuckerexports zur Devisenbeschaffung eine weitere bedeutsame Aufgabe. Weite Kreise der Wirtschaft erwarten von dem neuen Währungskommissar, daß er in der Zwischenzeit eine vernünftige Devisenpolitik durchführt. Die jetzt bei Repartierungen von 1 bis 2 Broz. festgesetzten amtlichen Berliner Devisenkurse sind eine schwere Gefahr für das gesamte Wirtschaftsleben. Sie zwingen die Geschäftswelt dazu, die Goldmarkpreise zu erhöhen, weil anderen falls ein Berkauf auf Grund der fünftlich niedergehaltenen Dollarfurse mit größten Verlusten verbunden ist. Infolgedessen haben wir heute schon drei bis vierfach höhere Goldmartpreise als in der Vor. friegszeit, und es wird schwer sein, diese wieder abzubauen, wenn wir wirklich zu einer mertbeständigen Währung fommen. Die Unhaltbarkeit der jezigen Zustände am Devifenmarkt geht schon daraus hervor, daß die Angestellten und Arbeiter derjenigen Betriebe, die Goldmartlöhne zahlen, durch die niedrigen Notierungen der Devisen in eine sehr schwierige Lage gekommen sind und fast durchmeg beträchtliche Erhöhungen dieser Goldmarklöhne fordern. Die Herstellung einigermaßen normaler Verhältnisse auf dem Gebiete der Kurse und Preise ist die wichtigste und vielleicht auch schwie. rigste Aufgabe des neuen Währungstommiffars.. " Oftjüdische Geschäfte. Man schreibt uns: In deutschnationalen Kreisen sind jetzt die Ostjuden als übelftes Greuel und Scheuel verpönt. Hinter den Kulissen sieht die Sache allerdings mitunter etwas anders aus. Vor einem Jahre wurde die Bermawos Att.- Gef. für deutsch- slawischen Handel" gegründet; dabei halfen, was wir ihnen gar nicht übel nehmen, vorschiedene„ Ostjuden". Jezt ist das ganze Unternehmen in andere Hände übergegangen, in den Aufsichtsrat ist ein Raufmann Grigory Klüger aus Warschau cingetreten. Wir sind der Auffassung, daß schon sein Name ihn für die Deutsche Tageszeitung" verdächtig macht. Aber neben ihm fizen jetzt in der Aftiengesellschaft für deutsch- slawischen Handel Seine Durchlaucht Prinz von Ratibor und Corvey und ber Man sieht, im Generalleutnant Exzellenz Heinrich Großmann. Interesse des Handels darf mancherlei geschehen, was angeblich politisch unanständig ist. Rußlands Kampf gegen Staatsdefizit und Währungselend. Auf der Tagung der Zentralegelutive des Sowjetbundes teilte der Volkskommiffar für Finanzen, Sotolnilow, mit, daß im Dezember zum erstenmal ein fefter Jabresetat anstatt der bisher monatlichen bzw. vierteljährlichen Etats vorgelegt werden wird. Der Etat für das Finanzjahr 1923 24 betrage mindestens 1750 millionen Goldrubel gegen 1250 Milkonen im Borjahr. Sokolnikow verbreitete sich weiter im besonderen über den Novemberetat und sagte u. a., zwei Drittel ieien durch Steuern und andere Einfünfte gedeckt, das Defizit werde in der Hauptsache durch kreditoperationen und nur in geringem Maße durch Emissionen gedeckt. Das fagenannte Sowjetgeld sei nur noch Silfs. valuta; feine Einziehung gegen wertbeständige Kaffenicheine und teilweise auch gegen Silbermünzen sei in Vorbereitung. Der Tichernoweß, der bei Jabresbeginn einen Wert von 3.70 Dollar Innenmarite fei nicht gefunfen. Bis jetzt sind von der sowjethatte, fei jest auf 4.80 Dollar gestiegen, feine Kauftraft auf dem ruffifchen Goldanleibe 69 Millionen Rubel gezeichnet worden. Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steinez; Feuilleton: Dr. John Chikowski; Lokales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Berlaasanftalt Baul Ginger u. Co.. Berlin B. 68. Lindenstraße 3. Bei Kopfschmerz itrovanille Frankfurt/ MS. ärztlich bevorzug Migräne. 7 ahnschmerz Rheuma Alte Erhältlich in Pulver und Oblaten. Gold-, Silber Platin- Brad Damen- und Herren- Stoffe Gebisse+ Geschlechtskranke+ Brillanten Generalversammlung Zahngebisse zahlt unüberbietbare Preise am Sonntag, ben 18. 11. 23, vormittags 9 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer. fchaft e. g. m. b. S., Berlin- Neukölln, Böhmifche Straße 48 [ 196/6 Saal 4, der Berliner Sandpachtgenoffen- 67 Tagesordnung: 1. Gituations. bericht unferer Geschäftslage. 2. Re organisation unferer Genossenschaft. 3. Statutenänderung. 4 Ergänzungswahl aum Borfand und Aufsichtsrat. 5. Anträge. mittel und BederfisR. Felske; Grosse Frankfurter Strasse 67. 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