Abendausgabe Nr. 536 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 270 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in der Morgenausgabe angegeben Rebattion: Sm. 68, Cindenstraße 3 Ferusprecher: Döuhoff 202-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlia Vorwärts Berliner Dolksblatt 40 Milliarden M. Donnerstag 15. November 1923 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 0-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2502 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Die Absichten der Ruhr- Industriellen. Ein Schlag gegen die Arbeiter.- Förderung der rheinischen Abfallbewegung. Gelsenkirchen, 15. November.( TU) Auf den Zechen ist rechtliche Verhältnis mit den Belegschaftsmitgliedern der Kölnischen Zeitung" und der Kölnischen Volkszeitung", geffern folgende Betanntmachung an die Belegschaften angeschlagen worden: Bei der völligen Erschöpfung der Betriebsmittel, bei der Ungeflärtheit der zukünftigen Absatzmöglichkeiten und der trofflofen Lage des Verkehrs, bei den schweren, uns von den Besagungsmächten gestellten Bedingungen ist es heute nicht zu übersehen, ob und inwizweit in Zukunft ein Betrieb möglich ist. Wir sind daher zu unserem Bedauern gezwungen, unserer gesamten Belegidaft zum 30. november zu fündigen. Soweit die heute vorhandene Beschäftigungsmöglichkeit sich wirtschaftlich aufrechterhalten läßt, wird der Betrieb weitergeführt. Abbruch der Düsseldorfer Berhandlungen. Paris, 15. November.( TU.) Aus Düsseldorf wird zu den gestrigen Verhandlungen zwischen der Micum und den Industriellen nachstehendes Rommunique mitgeteilt: Die Vertreter des Grubenverbandes wurden gestern nachmittag von der Micum empfangen in der Absicht, die Besprechung der drei strittigen Buntte des Abkommens fortzufetzen. lleber 18 andere Bunfte rein technischen Charakters war befanntlich eine Verständi gung bereits am Montag erzielt worden. Die deutschen Delegierten haben, nachdem sie bei Ausgang der Situng um eine befinitive Ante wort für 6,30 Uhr gebeten wurden, schriftlich erwidert, daß sie den Wortlaut der einen der strittigen Buntte annehmen, sich aber im Hinblick auf den zweiten Bunft gezwungen sehen, ihrer Regierung und ihren Beauftragten Bericht zu erstatten. In der Antwort ist auf den britten Bunft feinerlei Anspielung gemacht worden. Unter diesen Umständen halten die verbündeten Behörden es für& wed los, die Aussprache über die geplanten Bereinbarungen, deren Mostlaut fie für abgemacht halten, fortzusetzen angesichts der Tat. sache, daß die Verhandlungen bereits seit vier Wochen andauern und die ftrittigen Punkte den deutschen Delegierten bereits seit dem 5. Rovember befannt sind. Sie haben daher befchloffen, die Ber handlungen als abgefchloffen anzusehen. Dazu führen die französischen Blätter scheinbar offizios aus, baß das Kommunique der Micum feineswegs ben Abbruch der Berhandlungen bebeute. An den Deutschen sei es nun, entweder ja ober nein zu sagen. lösen. Sie wollen dann in der Hoffnung, daß die Not der Arbeiterbevölkerung ihnen behilflich sein wird, zu passender Beit die Betriebe wieder öffnen für diejenigen, die sich bereit erklären, den Forderungen der Unternehmer nach verlängerter Arbeitszeit usw. zu entsprechen. Es ist ein offenes Geheimnis, daß gewisse Unternehmer freise solche Pläne verfolgen, felbft auf die Gefahr hin, deß fie Loslösung des Rhein und Ruhrgebiets aus feinem bisherigen staatsrechtlichen Berband bedeuten. Es ist weiter befannt, daß derartige Unternehmertreise ent schlossen auf dieses Ziel eines selbständigen Rhein und Ruhrstaates hinsteuern. Bu sozialer Rückständigkeit gesellt sich bei diesen Unternehmern eine vollständige Ber neinung jeder vaterländischen Gesinnung und Verpflichtung, allein das engste nackte Profitinteresse ist für sie maßgebend. Durch das Vorgehen der Unternehmer, das in seiner Entwicklung und in seinem Ziel flar vor Augen liegt, werden die rechtlichen Grundlagen, wie sie der Tarifvertrag und das sonstige geltende Recht geben, nicht beseitigt. Die Wahrung dieser Rechte werden sich die Gewerkschaften por allen Dingen angelegen fein laffen. Darüber hinaus werden fofort die Reichs- und Staatsregierungen vor die Entscheidung gestellt werden, ob sie den volksverderbenden Plänen dieser Unternehmerschichten in irgendeiner Weise Vorschub leisten oder sie mit allen Mitteln bekämpfen wollen. Die Gewertschaften werben alle geeigneten Mittel er greifen, um die Abfichten der Unternehmer zunichte zu machen. Für die ungeheuerlichen Folgen des Vorgehens der Unternehmer, das in feinen Wirkungen gar nicht abzuschätzen ist. tragen biese die volle Berantwortung. die auf die folgenschweren Entscheidungen, die über Ruhr und Rhein getroffen werden müssen, hinweisen und die Einstellung der Zahlungen ins befeßte Gebiet fordern. Der Grundgedanfe dieser Ausführungen ist, daß man die Bevölkerung des Rheinlandes jetzt ihrem Schicksal überlassen müsse, um das„ Stamm land" am Leben zu erhalten. Damit wird offen ausgesprochen, was schon seit Wochen von den Führern der Schwerindustrie ebenso wie von ihren deutschnationalen Gesinnungsgenossen angestrebt wird und was als Hauptbestandteil der von den Rechtsparteien proflamierten neuen Außenpolitik angesehen werden muß. Es ist unverkennbar, daß das Stresemannsche Rumpffabinett dieser Babanquepolitit, die den innersten Wünschen der Schwerindustrie entgegenkommt, Borschub leistet. Der neue Reichsinnenminister Dr. Jarres hat es in seiner bereits erwähnten Ansprache an seine Beamten offen ausgesprochen, daß man sich mit einem vorübergehenden Berlust des Rheinlandes merde abfinden müssen. Diese Anschauung entspricht anscheinend auch den Auffassungen der großen Mehrheit der Reichsregierung. Es ist nicht ganz gehauung entspricht anscheinend auch den Auffassungen der heim geblieben, daß wochenlang vor den Besprechungen mit dem Fünfzehnerausschuffe der besetzten Gebiete zwischen Regierung und Industrie Verhandlungen geführt wurden, deren Tagesordnung sehr viel Aehnlichkeit mit den vom Reichsarbeitsminister Brauns seit Mai propagierten Auffassungen hatte. Am Dienstag verhielten sich die Mitglieder des Fünfzehnerausschusses gegenüber diesen Auffassungen noch durch aus ablehnend. Es hat aber den Anfchein, daß sowohl vom Rabinett wie von der rheinischen Schwerindustrie ein solcher Druck auf die Deffentlichkeit ausgeübt werben soll, daß jeder Widerstand gegen die Bläne der Brumpofitifer eingestellt wird. Bekanntlich begründet bas Kabinett feine Haltung mit Die obenstehende Buschrift beleuchtet blighell die Gefahren, finanziellen Schwierigkeiten, die es ihm unmög durch die das rheinische Proletariat jest bedroht ist. Die Lage lich machten, meiterhin Beiträge ins Ruhrgebiet abzuführen. ist furz die, daß die Auseinandersehung zwischen den Ruhr mir verkennen diese Schwierigkeiten gewiß nicht, glauben aber industriellen und den Franzosen jetzt reftios auf dem Rüden nicht, daß von der Sperrung der Beiträge an die Erwerbslosen der Arbeiterklasse ausgefochten werden soll. Es ist gewiß und Sozialrentner, also an die Wermsten der Armen im Ruhrnicht zu bestreiten, daß die rheinische Industrie sich in einer gebiet das Wohl und Wehe des deutschen Reichshaushalts abDenn folange Trillionen nach SahrSchweren Lage befindet und daß heute noch ein beträchtlicher hängt. Teil der Bechen nicht voll beschäftigt ist. Aber immerhin find Bayern geschickt werden können, das noch eine Million gewisse Unternehmungen auf Grund ihrer Bertragsabschlüffe Goldmart zur Unterstütung irregulärer mit der Micum" in der Lage, die Belegschaften weiter ar- Banden erübrigt, fann der Hinweis der Reichsregierung auf beiten zu laffen. Außerdem ist nicht von der Hand zu weifen, die finanzielle Rot bes Reiches bei der jegigen Maßnahme daß ein wesentlicher Teil der gemischten Betriebe Geldreserven gegenüber dem Ruhrgebiet nicht ernst genommen werden. hat, die bei gutem Willen die Aufrechterhaltung des Betriebes Für den Bergbau machten die Unternehmer am 2. No- ermöglichen. Wenn die Unternehmer jegt trotzdem sämtliche vember in Berlin erstmalig die Mitteilung, daß sie die Bieber Arbeiter, Angestellte und Beamte auf das Pflaster werfen einführung der Vortriegsarbeitszeit für notwendig hielten, um wollen, so läßt sich das nur aus politischen Gründen rationsfommiffion hat dem Leiter der Kriegslastencommission mit die Produktion zu steigern und zu verbilligen. Bei der Belastung erklären. Man will damit dreberlei Ziele verfolgen: Erstens geteilt, daß die Reparationsfommission sobald als möglich die Beaufdes Ruhrbergbaues durch die Forderungen der Besagungs- foll durch die Schaffung einer ungeheuren Arbeitslosenarmee tragten der Reichsregierung in der Frage der deutschen Zahlungsmächte sei an eine Fortführung der Betriebe nicht ein Drud aufbie Franzosen ausgeübt werden. Zwei- fähigkeit sowie über die Note vom 2. November, in der das Berliner zu denken, wenn die Produktion nicht erheblich vertens foll durch die Steigerung der allgemeinen Notlage die Stabinett sich zur Finanzierung der Naturalleistungen außerstande erbilligt werden könnte. Das fei nur zu erreichen durch Arbeiterschaft fo zermürbt und gefügig gemacht werden, daß Kärt, vernehmen möchte. Der Zeitpunkt dieser Bernehmung wird längere Arbeitszeit und Entlassung von vielfie der Einführung der alten Arbeitsftlaperei permutlich erst nach Rückkehr des Staatssekretärs Fischer aus Berlin leicht 30 Broz der Arbeiterschaft! Die Arbeiter- teinen Widerstand entgegensetzt. Drittens soll durch die Ber: festgelegt werden, man spricht indessen davon, daß schon Ende vertreter nahmen diese Erilärung zur Kenntnis, lehnten aber schärfung der Schwierigkeiten im Ruhrgebiet ein Drud auf biefer Woche die Bernehmung stattfindet. eine Berhandlung darüber ab, bevor sie nicht mit der Reichs- die Reihsregierung ausgeübt werden, damit diese den regierung über die ganze Lage im Industriegebiet Rücksprache jeparatistischen Plänen der rheinischen Industrieherzöge feinen genommen hätten. Diese Aussprache mit der Reichsregierung Widerstand entgegenseit. fand am 2. November abends statt, trug aber zur Klärung der Aus Bergarbeiterfreifen wird uns geschrieben: „ Die Schwerindustrie fchickt sich auf der ganzen Linie an, mit allen Mitteln die Borkriegs3t stå noe auf wirischaftlichem Gebiete wiederherzustellen. Metallindustrie und Bergbauunternehmer haben ihre Forderungen auf 23 ieder einführung der Bortriegsarbeitszeit usw. ben Gewerkschaften unterbreitet. " Der letzte Bunft, der politisch am bedeutsamsten ist, wird Sachlage nicht bei. Am 5. November famen die Unternehmer durch die Haltung der Unternehmerpreffe besonders in den bei Berhandlungen im Ruhrgebiet auf die Frage zurüd. Die Bordergrund gerückt. Wolffs Bureau verbreitet Auszüge aus Arbeitervertreter wünschten eine schriftliche Uebermitt lung dessen, was die Unternehmer forderten. Mit einem Schreiben vom 6. November, das bei einer Organisation am 9. November, beim Bergarbeiterverband am 10. November einging, wurde dieser Forderung entsprochen. Verdoppelte Devisenkurse. Gine Goldmark= 600 Milliarden. Anhörung der deutschen Vertreter. Paris, 14. November.( TU.) Der Generalsekretär der RepaEngland und die Separatistenbewegung. Proteft gegen die Förderung der Abfallbewegung. Paris, 15. November.( WTB.) Der englische Botschafter Lord Crewe hatte gestern nachmittag eine Unterredung mit Poincaré, in deren Verlauf er eine Note seiner Regierung betreffend die separatistische Bewegung in den befeßten Gebieten überreichte. Das Foreign, Office" haite bekanntlich jüngst die Aufmertfamfeit der französischen Regierung auf die Folgen juristischer Art gelenkt, die die Separatistenbewegung für die Gültigkeit des Friedensvertrages haben fönnte, wenn Staaten sich vom Deutschen Reiche loslösen würden. Die französische Regierung hatte geantwortet, baß in den Artikeln 27 und 29 die Alliierten Poincaré feinerseits überreichte Lord Creme eine Note, in der er über die Haltung der franzöfifchen Befehungsbehörde im Rheinland und besonders in der Pfalz Auskunft erteilt, deren Verhalten er als unparteiisch gegenüber der separatistischen Bewegung bezeichnet. Am heutigen Geburtstage der tentenmart wandte sich das Am 11. November ersuchten die Unternehmer um neue Verhandlungen über diese Frage in einer für den Intereffe der Berliner Börsenkreise fast ausschließlich denjenigen 12. November angefegten Besprechung. Weil die Gewerf Fragen zu, die mit der Einführung des neuen Zahlungsmittels in schaften an diesem Tage durch andere Konferenzen verhindert den Verkehr im Zusammenhang stehen. Es veríautet, daß es in der feine Garantien für die Grenzen des Reichs übernommen hätten. waren, fand die Besprechung am 13. November abends im geftrigen Gigung beim Finanzministerium, die sich in der Hauptsache In der heutigen Antwortnote beharrt die englische Regierung auf mit der Feststellung eines Einführungsturses für die ihrer These, die sie in sehr langen Ausführungen juristisch beBureauhaus in Essen statt. In der Verhandlung mit den Unternehmern tam es aber Rentenmart beschäftigte, außerordentlich lebhafte Debatten zwischen gründet. zur Besprechung dieser Fragen gar nicht. Zunächst wurden den Vertretern der verschiedenen Wirtschaftstreife, der Deutschen Beschwerden der Arbeitnehmer über die Nicht- Rentenbant und ber amtlichen Stelle gegeben habe. Es fidere bereits durch, daß ein Kompromiß zuftante gelommen ausführung von Schiedssprüchen usw. besprochen. Dann machten die Unternehmer die Mitteilung, daß fie am fei, menach der Einführungsturs auf 600 milliarben 15. November die gesamten Angestellten und Bapiermart festgelegt werden sollte. Da das Berhältnis ber Arbeiter des Ruhrgebietes fündigen würden, Rentenmart zum Dollar das gleiche fein foll wie bas her Golbmart vielleicht mit Ausnahme des Gebiets Hamm und einiger in der Borkriegszeit, so redmete man heute von vornherein damit, Bechen, die noch gesicherten Absatz hätten. Sie feien zu dieser daß der Dollarturs foweit gefteigert merden würde, wie es einer Maßnahme gezwungen, weil fie finanziell völlig am Ende Goldmartparität von 600 milliarden entspricht. In mären und meil Berlehrs- und Abfahrerhältniffe feinen Aus- Crwartung biefer Maßnahme beeilte man fich, um nur möglichst blick in die Zukunft ermöglichten. Für die Besprechung, der große Räufe in Goldanleihen und Dollaffchaganweisungen unter Forderungen der Unternehmer wurde ein neuer Termin anzubringen. Auch im amtlichen Devisenverkehr wurden außerordent gefeßt. Die eigentliche Absicht der Unternehmer, lich große Anforderungen geftellt. Die Reidysbant nahm die er über die fie in dieser Besprechung feine Andeutung machten, wartete Berdoppelung der amtlichen Kurse vor, wobei ist für alle Arbeitnehmer flar: fie wollen das bestehende auf die wichtigsten Devisen nur 1 Broz. augeteilt wurde. N Wie in Bayern. Eniferslautern, 15. November.( WTB.) Wie aus der Pfalz ge meldet wird, wurben seitens des französischen Kreisdelegierten die Freie Preffe", der Pfälzische Bolksbote", die Pfälzische Bresso", die Pfälzische Boltszeitung" in Kaiserslautern, der ,, Kurier" in Neustadt und die Pirmasenser Zeitung" auf je drei Tage verboten wegen der Berbreitung einer Nachricht des Neustädtischen Ruriers", daß die Franzosen die Separatisten in Neustadt entwaffnet hätten. Das Berbot wird damit begründet, baß diese Nachricht unrichtig fei. Grundvermögenssteuer und Volksernährung Wie die Reichsregierung die Länder unterstützt. aufnahme der militärischen lebungen und von zusammen Blafate unterschrieben haben. Der Druck solcher Plakate Waffen, sowie von der Berbindung zur Reichswehr und Schußpolizei gesprochen. unter revolutionären Umständen sei fein Beweis einer Zufammengehörigkeit. Herr von Graefe", so endet die Enigegnung, Einer Nachricht der„ Königsberger Allgemeinen Zeitung" Nach den vorstehend angeführten Tatsachen besteht kein Zwei- hat das Bech gehabt, noch rechtzeitig zu einem mißglüten zufolge hat der Reichsernährungsminister Graf fel, daß der„ Deutsche Herold" als eine geheime Berbin Putsch in München einzutreffen. Das erklärt seine Empörung." Stanikz in einem Schreiben an den Reichsfinanzminister Ein- dung im Sinne des§ 128 StGB. anzusehen ist. Der militärische Wir erleben also das widernatürliche Schauspiel, daß der mit dikta. spruch gegen die von Preußen erhobene Grundver- Aufbau, der Anschluß an einen umfassenden Kampfver torischen Vollmachten ausgestattete nerantwortliche Zeiter eines mögenssteuer erhoben. Auch dem Grafen Kanik dürfte band und die Leitung Ludendorffs und Hitlers zeigen ferner, daß Staates öffentlich eine Gruppe von führenden Männern seines bekannt sein, daß die Grundvermögenssteuer ein wichtiger Teil diefe geheime Verbindung Machtbestrebungen verfolgt, die bei der Landes des Mißbrauches seines Namens, der Urkundenfälschung und des preußischen Etats ist und daß der Haushalt in militärischen Ohnmacht des Deutschen Reiches gegenüber dem Aus der Revolutions- und Butschmacherei antlagt, chne gegen sie einzufich zusammenfällt, wenn ihm die Grundvermögens- lande nur innerpolitischer Natur und daher auf die Un- schreiten. Er begnügt sich mit einer potemischen Auseinandersetzung, steuer genommen wird. Wenn der Ernährungsminister seinen tergrabung der verfassungsmäßig festgestellien republikani die mit einer eines verantwortlichen Staatsmannes gänzlich unwürEinspruch auf die Gefahr für die Bollsernährung stützt, die ichen Staatsform des Reiches und der Länder gerichtet sein digen hämischen Unterstellung endet. Besser haben es auch die sich aus einer zu starken Belastung des Bodens ergebe, so ist fönnen. Der" Deutsche Herold" verstößt mithin gegen den§ 7 starten Männer aus der Mündener Rälezeit nicht gefonnt. dieses Argument wenig ftichhaltig. Gerade die Landwirtschaft 3iffer 4 und, da ferner Wassenbesik behauptet worden ist, auch Versagen die starken Männer in Bayern, so müßte man hat es bisher glänzend verstanden, den Preis ihrer Produkte gegen§ 7 Biffer 5 des Republiffchußgefehes. Die Aeußerung, daß auf Dollarparität zu halten, sie gehört heute zu den vermögen der Deutsche Herold" die Sache der Deutschnöllischen Freiheits sorgt, daß Männer die Geschicke Bayerns tenten, die ihrer Aufgabe sten Teilen des Boltes, so daß sie einer besonderen Schonung Abs. a. a. D. hin. Es liegen fonach die Borausfehungen des Ber. gewachsen sind und die vergilen, daß Reich und Länder zum Tummel nicht bedarf. Besonders übel aber muß es wirken, daß nun bots des Deutschen Herold" auf Grund des§ 14 2bf. 2 und damit plaß von bewaffneten Schwarmgeistern ohne Hemmung und Selbsts auch von ministerieller Seite die Drohung mit dem ohne weiteres auch des Berbots seiner Bersammlungen auf einschätzung wird. Daß die feindlichen Brüder mit sich selbst fertig Bersagen der Boltsernährung aufgegriffen wird, mit der die Grund des§ 14 Abs. 1 a. a. D. vor. werden und daß die Sache mit dem zweiten mißglückten LudendorffOrganisationen der Landwirtschaft bei jeder möglichen und unButsch beendet ist, das glaubt man im völtischen Lager möglichen Gelegenheit operieren. Daß die preußische Grundselbst nicht. So flingt es wie ein Hilfe schrei, wenn es in vermögenssteuer diese Gefahr in sich birgt, war bisher allerder„ Deutschen Zeitung" im Anschluß an die Darstellung der verebbenden Butschwelle in München heißt: dings noch nicht bekannt. 17 partei weiterbetreibe, deutet ferner auf einen Berstoß gegen§ 19 " 17 12 Man erfährt also: der Deutsche Herold" ist die Fortfehung der Deutschen Freiheitspartei". Er ist eine an einen um fajsenderen Kampfverband angeschlossene geheime Verbindung, deren Biel Bürgerkrieg und Sturz der Republi? ist. Die Borausfehung des Verbots des Deutschen Herold" fei gegeben, deshalb das Wenn anders man nicht dem Inhaber der vollziehenden Gewalt Versammlungs verbot. unterstellen will, daß er eine gegen Republik und Verfassung noch zu lösendes Rätsel, weshalb der Deutsche Herold" felbft gerichtete militärische Geheimorganisation duldet, bleibt es ein nicht schleunigst verboten und aufgelöst und geCen seine Führer das Verfahren eingeleitet wird. Epp! Epp! Der Einspruch des Ernährungsministers ist aber auch nach einer anderen Seite hin auffällig. Als Dr. Strese. mann feine Stanzlerschaft antrat, erklärte er es als feine vornehmste Aufgabe, den Staatshaushalt im Reich und in den Ländern wieder in Ordnung zu bringen, da dies die Bor ausfegung für einen wirksamen Kampf gegen den Wäh rungsverfall fei. Er werde nicht davor zurückschrecken, gegen Industrie und Landwirtschaft, wenn es notwendig sein follte, mit aller Schärfe vorzugehen. Er halte es für seine Pflicht, den Ländern in ihrem Bemühen um die Wiederherstellung gesunder Finanzverhältnisse jede dentbare Hilfe zuteil werden zu lassen. Für das Programm des Reichskanzlers General von Epp, ein weißblauer Wittelsbacher Reattio bedeutet der Einspruch feines nachträglich ernannten Ernäh- när vom reinsten Wasser, auf dessen Gewissen so viele rungsministers einen Schlag ins Gesicht. Er wirft um finnlose Bluttaten des weißen Terrors in den Münchener fo niederfchmetternder, als er in demselben Augenblid erfolgt, maitagen 1919 fallen, maßt sich heute in den„ Münchener Neuesten in dem man im Reichstabinett erwägt, die Erwerbs- Nachrichten" ein gewisses staatsmännisches Augenmaß" an, das er lofenunterstügung im Ruhrgebiet aus Geld den Kreisen um Hitler völlig abspricht. Dieser General ist nun lange mangel einzustellen. Die Millionen von Beamten, Ange- Zeit der Nährvater der hochverräterischen Propa stellten und Arbeitern im Ruhrgebiet. die ein halbes Jahr lang ganda Hikers gewesen. Als seinerzeit Dietrich Edardt der für das Wohl des Reiches ihre Haut zu Martie getragen| Schwerindustrie eine Dentschrift vorlegte, um ein deutsch haben, will man einem ungewiffen Schicksal preisgeben, der völkisches Tageblatt herausgeben zu können, erwähnte er die Beamtenabbau wird brutal durchgeführt und den Opfer, die der damalige Oberst von Epp für den„ Bölkischen Agrariern schenkt man die Steuern! Der„ antimargistische" Beobachter" gebracht hatte. In der Denkschrift hieß es: Kurs läßt sich gut an. Deutscher Herold" und Staatsgewalt. Ueber den Deutschen Herold" ist bekanntlich ein Bersammlungsverbot verhängt worden. Die Be gründung des Verbots lautet wörtlich: In der Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Kreuzberg des Deutschen Herold", welche am 5. November 1923 in den Kammerfälen in Berlin, Teltower Str. 1-4, stattfand, wurde von der Versammlungsleitung u. a. folgendes mitgeteilt: So schulde ich z. B. dem Oberst von Epp allein 60 000 Marf, die er mir vor etlichen Monaten zur Bermeidung des sonst unausbleiblichen Zusammenbruchs unseres„ Böllischen Beobachters" unbesehen geliehen hat." 0 Ein Mann mit einem derartigen staatsmännischen Augenmaß" wagt es heute, über die politischen Rinder, die er felbst aufgepäppe hat, zu Gericht zu fijzen! Er spricht über die Ehre des Heeres", und er selbst hat die Ehre und das Ansehen dieses Heeres durch seine staatszerfetzende deutschvölkische Hehpropaganda auf das schwerste geschädigt. Es ist wirklich eine saubere Kumpanei, die dort unten in Bayern jetzt ftcatsmännische" Politik mit Schießeisen praktiziert! wenigstens von der Reichsregierung erwarten, daß sie dafür " Dagegen machen sich sonst im Reihe Strömungen und Bestrebungen bemerkbar, die dazu angetan sind, die faum verglimmende Gluf der Münchener Straßenfämpje zu einem Riefcufeuer auflodern zu lassen, in dem die gesamte voltijde Bewegung ihren Untergang finden fann." 3eitung" erfolgt, die die sogenannte„ völkische" Bewegung aus Wenn ein derartiger Warnungsschuß von der Deutschen nächster Nähe kennt und ihr von ganzem Herzen ergeben ist, dann muß die Gefahr tatsächlich riesengroß sein, und nicht die „ völkische" Bewegung, bei der jeder etwas anderes will als der andere und in deren Reihen sich die einzelnen Messiasse mit allen Mitteln bekämpfen, sondern das Deutsche Reich gerät in Gefahr, unter den Schlitten zu kommen. Aber woher soll die Rettung fommen? Bon den Deutschvölkischen sicherlich nicht. Oder weiß die„ Deutsche Zeitung", die sich wenigstens bemüht, von staatsmännischen Gesichtspunkten auszugehen, etwa ein Heilmittel? Sie widmet dem„ Frieden" Leitartikel, weiß aber auch nichts besseres zu tun, als eine lange Schimpftanonade auf ihre völkischen Verbündeten loszulassen. Querföpfige Eigenbrötelei, Beichtfertigteit, unerhörtes Borgehen, wer fennt das Wörterbuch der deutschvölkischen Bewegung nicht. Es ist bei ihr immer se gewesen, Marristen", Juden, Ultramontane und Liberale droht sie mit dem Knüppel davonzujagen, in dem Augenblid aber, in dem sich die Knüppel in Bewegung setzen, faufen sie zufällig" immer auf die Köpfe der eigenen Bundesmitglieder hernieder. Die kleinen hängt man. München, 15. November.( WLB.) Oberlandesgerichtsrat Boehner und Oberamtmann Frid. die in Schuhhaft genommen worden waren, sind nunmehr vor das ordentliche Gericht gestellt worden. Zeigners Mandat. Der„ Eca" Korrespondenz wird aus Dresden telegraphiert:„ Mie wir von zuverlässiger Seite erfahren, wird der frühere fächsische Ministerpräsident Dr. 3eigner, jezt Landgerichtsdirektor in Dresden, in der nächsten Zeit sein Landtagsmandat niederlegen. Int den nächsten Tagen wird man über die Gründe dieser Mandaisniederlegung näheres erfahren." Der Deutsche Herold betreibe die Sache der Deutsch völkischen Freiheitspartei weiter. Er gehöre, dem Norddeutschen deutschväitischen Kampfverbande" an, welcher auf Der 9. November der Dölkischen. dem letzten deutschen Tage in Nürnberg gegründet worden sei, und stehe hinter Ludendorff und Hitler. Ludendorff werde Wir brauchen Frieden im eigenen Lager", ruft die Deutsche feine Stunde zu früh und feine zu spät marschieren. Ferner Zeitung". Sie selbst aber füllt ihre Spalten mit heftigen Angriffen wurden die neuen Mitglieder feierlich rereidigt, indem und Beleidigungen, die ihren feindlichen Brüdern gewidmet sind. fie ihre linte Hand auf ein schwarzweißrotes. mit einem Hafen- Bunächst gibt sie einer Erwiderung des bayerischen Generalstaats- Sturmfzenen im polnischen Sejm. Bei der Besprechung der freuz versehenes Flaggentuch legten, die rechte Hond dem ver- tommiffariats auf die Angriffe Graefe- Goldebecs Raum, in der den Krakauer Straßentämpfe tam es im Sejm zu ungeheuren Lärmeidigenden Mitgliede reichten und eine Formel nachsprachen, in hitler und Ludendorff nichts weniger als Urfunden fäf. fzenen. Der Minister des Innern Kiernik wurde, ais er feine Erwelcher dem i frer Rosbach in jeder Lebenslage, zu ie schung und Mißbrauch fremder Namen vorgeworfen wird. flärungen abgeben wollte, niedergefchrien. Der Sozialiſt Czapinsti der Zeit und zu Wasser und zu Lande unbedingter Ge Graefe hatte behauptet, an dem glorreichen 9. Novembermorgen habe, der Regierung fordert. Nach ihm sollte der Sozialiſt Marck, trachte dann den Antrag seiner Partei ein, der den Rücktritt horsam" angeloot wurde. Weiter erfolgte die Einführung einès neuen Zugführers, dem ein Feldwebel zur Seite steht und er in München Plakate mit den Unterschriften von Ludendorff, Kahr, Abgeordneter von Kratau, sprechen, aber schon bei seinem Erdem 4 bis 5 Gruppenführer unterstellt sind. Die Mitglieder Hitler und Lossow gesehen. Das Generalstaatskommissariat dagegen scheinen auf der Tribüne erhoben die Rechtsparteien einen solchen traten in zwei Gruppen an. Es wurde ferner von Wiederleugnet, daß Kahr und Lossow je mit Ludendorff, Hitler und Böhner Tumult, daß die Sihung abgebrochen werden mußte. Jm eigenen Auto nad) Italien. Bon Karl Fischer. fagen es wenigstens und glauben es auch. Manche Leute follen| sanft auseinander, ohne Knall und ohne daß jemand gefährdet ist. fogar zwei Tanten drüben heben. Ich habe aber einen wirklichen Ein einzelner Mann fann mit spielender Leichtigkeit einen Drud von Onkel über dem großen Teich, der heißt Theodor. Der ging vor 240 Tonnen entwickeln. Man hat auch bereits andere Versuche geMöglichkeiten. Unsere Mutter hat, als wir noch fleine Kinder waren, Ladung eines während des Krieges im Kanal von Zeebrügge ge über einem halben Jahrhundert schon ins Land der unbegrenzten macht, darunter einen, der dem Zweck galt, die aus Zement bestehende uns ganz unglaubliche Geschichten von seinen ungeheuren Reich- funfenen Schiffes zu sprengen. Nach den Ausführungen eines tümern erzählt: mir Kleinen fahen da riesige Rinderherden und Technikers, der einem Londoner Berichterstatter das neue Berfahren Farmen ohne Zahl, die ihm alle gehörten. erklärte, ist die hydraulische Kartusche in erster Reihe als Sprengmittel bei der Förderung von Rohle gedacht, weil man dadurch alle die Gefahren, die mit der Verwendung von Dynamit verbunden find, ohne weiteres auszuschalten hofft. So, lieber Leser, wenn du die Uebersayrift:" Im eigenen Auto nach Italien" lieft, ganz langsam lieft, tropfenweise gewissermaßen, wie der Renner foftbaren Wein schlürft, Schluck für Schud, dann wirst du dich in deinem Klubfessel lümmeln, den du natürlich befizest, wirft ihn ganz nah an den Marmorfamin rücken, der eine reizvolle Da saßen wir oft an langen Winterabenden bei der glumsenden Zier deines Zimmers ist und in dem schwere Buchenscheite sprjihen Petroleumlampe, hörten diese Wundergeschichten und dachten: Jeht und des rauhen Herbstes spotten, und wirst beim strahlenden Schein geht die Türe auf und der Gedbriefträger bringt uns Batete von der elektrischen Kerzen an teinem bronzenen Kronleuchter, die m Dollars. Mutter fagte fogar, da sie von der Familie die einzige tofibar geschliffenen Glashüllen steden, gemächlich den Bericht über Ueberlebende sei, so würden wir auch die Universalerben. die Reise genießen wollen. Die wirst dich behaglich in deinem Obwohl der liebe Onfel Theodor ausgerechnet in Schid- ago Sessel, der neben dem Feuer steht, dehnen und, während der Herbst Ob er verschollen oder sich feiner früheren ffeinen Herkunft schämte, wohnte, hat er uns aber die langen Jahre doch nichts geschickt. regen hart an die Fenster haut, darüber nachdenken, wann du mit wir hörten nie etwas von ihn. Doch der Mensch hofft und will es Deinem Tourenautomobil mit ter fliederfarbenen Seide auf den nie recht glauben, daß er überhaupt nichts zu hoffen und zu er prallen Bolstern nach Italien gondelft, und wirft aus der Lektüre warten hat. Drum hofften auch wir immerzu bis gestern und lernen wollen, wie solch eine Sache läuft, und wie licblich es ist, heute.-, denn der Dollar steht ja so Mount- Everest- hoch. unter einem ewig blauen Himmel zu weilen, an dem eine große goldene Sonne strahlt. Ach, lieber Leser, leider fann ich dir von der Fahrt, wie sie begann und wie sie verlief, gar nichts verraten. Ich kann dir nur mitteilen, daß vor einiger Zeit ein Berliner Mittagsblatt, das sich mehr durch die Figigkeit feiner Nachrichten als durch die Richtigkeit auszeichnet, folgende Annonce brachte: Wir reisen im eigenen Auto nach Italien. Würden gern noch einen oder zwei sympathische Menschen, welche sich an dem Stoften beteiligen, mitnehmen. So, lieber Leser, und nun lieft du noch einmal von der Reife im eigenen Auto nach Italien und stützt den Kopf in die Hand und stierst in die matt blinkende und blatende Betroleumlampe, und während der rauhe Herbfiwind an deinem Fenster rüttelt und durch die Rizen in das Zimmer mit dem armseligen Hausrat bringt, daß du frösteind zusammenschauerst, weil du dich bei den wenigen Rohlen, die du befizest, schon jetzt zu heizen scheuft, denkst du darüber nach, wie schön es fein muß, jetzt unter der wärmeren Sonne Italiens zu Aber auch dir fann ich ben Genuß nicht verschaffen, weber mit zufahren und magst du auch noch so sympathisch sein, noch dich im Geiste an den Freuden einer solchen Reise zu beteiligen. Denn die, so das Talent dazu hätten, dich alle Schönheiten Italiens mit erleben zu lassen, haben ebenfalls weder ein eigenes Auto noch den Stempel zur Beteiligung an den Rosten. weilen. Der Onkel in Amerika. Die Hoffnung auf den reichen Ontel in Amerita, die schon so manchen genarrt hat, parodiert Fried Stern in der Frantf. 3tg." sehr nett: Fast alle Menschen haben einen Ontel in Ameritasie Unser Hoffen und Harren wurde aber doch noch belohnt, denn heute früh tam ein versiegeltor Brief aus Amerita, und darin teilte uns ein dortiger Rechtsanwalt Dr. Blackburn mit, daß Ontei Theodor hochbetagt und stillvergnügt verschieden sei; und er( der bei der unser lieber Onte so lange wohnte, die Rechnung über Anwalt) gestatte sich, im Auftrage feiner Klientin, der Haushäfterin, feine Beerdigungskosten im Betrage von 27 Dollar beizufügen! Wir waren alle fo platt wie neugeborene Flundern und guten einander an wie eine Schimpansenfomilie. Meine Mutter aber fand lächeind als erste ihre Sprache wieder und meinte:„ Na, jetzt ham mer doch endlich e mal aa Lebenszeiche von em friecht." Ueber die Mosel sprach Prof. Goerte in der Urania. Der Vortrag brachte nicht nur sehr viel Lehrreiches, sondern er wurde auch durch die ihn illustrierenden Bilder zur wahren Augenfreude. bejang als erster den Strom und feine Nebengefilde. Die Funde aus Die Mosel erzählt von römischer Vergangenheit: ein römischer Dichter der Römerzeit sind zahlreich und viel gestaltig. Die Römer bauten Kastell. Trier trägt noch heute die Spuren altrömischen Lebens in an der Mosel Kaftelle; die Stadt Trier entstand aus einem römischen fich, es hat eine zweitausendjährige Kultur. Selbst wo Menschen schweigen, reden noch die Steine, und noch mehr als die Chronik der Menschen sprechen die alten Funde von Sitten und Gebräuchen löngit entschwundener Geschlechter. Sogar die Moselbrücke ist auf Pfeilern römischen Ursprungs gebaut. Der Dom in Trier ist das auch die Kirchenherrschaft zeichnete Trier mit markanten Zügen. erste chriftliche Gotteshaus Deutschlands. Und nicht nur die Nömer-, Das Mofeltal ist wegen feiner Schönheit und Fruchtbarkeit meltbekannt. Mutmaßlich ist der Beinbau an der Mosel der älteste in ganz Deutschland. In Traben- Trarbach hatte von jeher der Großhandel feinen Sik. Selbst Coblenz hat in der Stadtseite, die der Mofel zugefehrt ist, ein geschichtlich denkwürdiges Gepräge, das von der Zugehörigteit Coblenz zur Mosel Kenntnis gibt. Die Liebe und den Schwarm für die Mosel übertrug der Vortragende auch auf bas protende Denkmal Wilhelms I. und redete von dem milden Blick des untergeßlichen Herrschers. e. b. Die Nobelpreise für Phyfie und Literatur. Das NobelbreisWilliam Butler Yeats verliehen. Eine Sprengimaschine. Nach Mitteilungen, die aus Rußland ein gehen, hat man allen Grund zu der Annahme, daß die Tage des Dynamits als Sprengmittel gezählt sind. Danach wird seine furcht bare Kraft von einer fleinen, sinnreich konstruierten Maschine erfekt, fomitee cat den Breis für Phyfit für das Jahr 1923 dem Profeffor it. die von Menschenhond bedient wird. Die Maschine soll, wie berichtet far ber Universität 2a Bas in Salifornien zugesprochen. Milikar ist der wird, die gewaltigsten Steinmassen, Granitblöcke und die stärksten erfte busifer, dem die Siolation der Elektrone gelungen ist.- Die Schwe Mauern ohne jeden Knall sprengen, wobei jede Gefahr für Menschen, die stademie hat den Nobelpreis für Literatur dem irischen Dichter jede Staubbildung und das Wenschleudern der Sprengstüde ausges Ein Märchentheater wurde unter der fünfilerischen Leitung von schloffen sind. Man hat auf diesem Wege bereits die alten Mauern Dr. Carl Seine gegründet, das zunächst an Nachmittagen phantastische des Gebäudes des Londoner County Council zum Zweck des Baues Bühnenwerke auffähren will. Putisipat" von Annemarie Baseler eines neuen Flügels niedergelegt. Das neue Sorenginstrument, das wird als erstes Stüd im Sauspielertheater am 17. November und feiner Handhabung überaus einfach. Es besteht aus einem, etwa den Namen„ Hydraulische Kartusche" führt. ist in seiner Konstruktion nachmittags 3 Uhr aufgeführt. 30 Zentimeter langen und von fünf oder mehr Vorsprüngen umgebenen Stahlanlinder. Dieser fann durch den hydraulischen Drud in alle Richtungen vorgetrieben werden. Das Wasser wird durch eine einfache Handpumpe unter Druck gehalten. Nachdem in den zu foren genden Block ein Roch von etma 10 Rentimeter gebohrt ist, wird die Kartusche eingeführt und die Pumpe in Läti feit gefeßt. In furzer Beit bricht unter dem langsam gesteigerten Riefendruck die Masse Ginen Lehrkuhl für Verfassungsgeschichte und allgemeine Politik bat der fächsische Industrielle Generalfonful Wilhelm Kaufmant in Dresden für die Beliner Deutsche Hochschule für Politit gestiftet. Der fünftliche Wald. Jm Riefenfilmatelier Staaten arbeiten zurzeit Sunderte von Arbeitern an der Errichtung eines Waldes. Quer burch den Wald führt eine Straße, in ber ein 20 Meter hohes Haus errichtet wird. Also meldet eine Filmreffamenotiz. Man follte meinen, daß wir vorläufig noch genug natürliche Wälder auch für Filmzwede hätten. Jm Lande der Faschisten. Wann wird das Reich endlich Ordnung schaffen? Aus Hof( Franten) wird uns geschrieben: Trotz der ausführlichen Berichterstattung der außerbanerischer fozialdemoßratischen und demofcatischen Presse über die Vorgänge in Bayern werden sich diejenigen Sozialdemokraten, die nicht ein Rismet zwingt, Bayern ihre Heimat zu nennen, feine rechte Borstellung davon machen fönnen, welche sectischen Qualen alle republifanisch gesinnten Bayern seit den letzten Wochen auszustehen haben. Darüber, daß in München ein paar unfähige Querföpfe zum Gaudium der ganzen Welt Hanswurstiaden aufführen, fönnte man noch ladjen. Aber es ist nicht an dem allein. Geitdem vor sechs Wochen die SA.- Abteilungen der Sozialdemokratischen Partei aufgelöst und entwaffnet wurden, seit dieser Zeit ging die Bewaffnung der Mitglieder Der„ baterländischen" Verbände in aller Deffentlichkeit vor sich. Baren die Mißhandlungen und Vergewaltigungen von Republifanern schon vordem an der Tagesordnung, so haben sie feit ter Zeit noch zugenommen. Nur die wenigsten Fälle werben in der Deffentlichkeit bekannt und dem Gericht übergeben, weil man sich jagt, den Hafenfreuglern geschieht ja doch nichts. Man darf aber durchaus nicht glauben, nur die Sozialdemokraten in den Städten feien der Willkür preisgegeben. D nein! Die Verfolgungen und Drangfalierungen werden in den kleinsten Bauerndörfern ausgeübt, und faſt die ganzen Ordnungsorgane bis zum letzten Polizeidiener stehen im Dienste der faschistischen Gewalten. Die folgenden Schilterungen sind willkürlich aus der Fülle der letzten Ereignisse heraus gegriffen. Es sind keine Einzelheiten, sondern Vorfälle, über die man sich wegen ihrer Häufigkeit in Bayern schon gar nicht mehr auf regt. digungen, Demütigungen und Mißhandlungen werden aufgefordert, ihren ganzen Einfluß aufzubieten, um einen gefallen lassen. Jetzt hat man uns auch noch unsere Schulabbau zu verhindern. Ferner wird gefordert: Gintreten für Parteipresse genommen. Wir sind rechtlos, das sofortige Einrichtung von Schulspeisungen, geheizten Schulräumen Bürgertum freut sich darüber und grinst uns hämisch und mit zum Aufenthalt frierender Kinder und Volksgenossen, Verbot von Schadenfreude an. Wenn in Berlin noch ein wenig Gerechtigkeits- Lehrer entlassungen und sofortige Rücknahme der bereits ausge. gefühl vorhanden ist, und wenn man dort nicht haben will, daß iprochenen Junglehrerbündigungen. ein großer Teil des bayerischen Bolies jeden Glauben an eine demokratische Republit verlieren soll, bann muß von Berlin aus endlich einmal im weiß- blauen Ordnungsstaat Ordnung geschaffen werden, dann muß man sich in Berlin dazu entschließen, den Saustall in Bayern auszuräumen. Der 6- Uhr- Schluß. Arbeiterwohlfahrt und Notdienst. Der Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt nahm am Diens. icg, den 13. d. M., in einer gut besuchten Konferenz Stellung zu der außerordentlichen Notlage. Genoffin Schmig berichtete über die Vorkehrungen der Stadtverwaltung. Ueber die Maßnahmen des Borjahres fonnte auf dem Gebiete des Ernährungsmesens nicht hinausgegangen werden. Zum Teil ist das zurückzuführen Der Sechsuhrladenfchluß erweist sich doch als eine Stümperci. cuf das Widerstreben der bürgerlichen Parteien gegen die AufZuerst überíange Verhandlungen, dann teilweise Einigung und end- rahme von Kredilen zwed's Antauf von Lebensmitteln. Die Stadt lich das Resultat: einige Geschäfte schließen um sechs, andere um hat das aligemeine Unterstügungswesen sehr wesentlich ausgebaut. fieben. Die im Zentum um sieben. Was soll damit erreicht werden? Die Erweiterung der Boltsspeisung muß leider aus Mangel an Erstens eine Ungerechtigkeit gegenüber den Angestellten. Die Ange- finanziellen Mitteln unterbleiben. Eine Ergänzung durch die freie ftellten in den Vorortgeschäften wohnen gleich neben der Geschäfts- Wohlfahrtspflege ist sehr zu begrüßen. stelle. Wenn um sechs Uhr Schluß ist, find fie in wenigen Minuten Ueber den Notdienst der Berliner Frauen berich zu Hause. Die Angestellten im Zentrum haben nach sieben Uhr noch tete sodann die Genossin Todenhagen. Sie teilte u. a. mit, eine gute halbe Stunde nach Hause zu fahren. Zweitens eine Un- daß der Bezirksausschuß seine Mitarbeit beim Notdienst unter 26. bequemlichkeit für den Käufer. Man wird nie sicher sein, ob man die gabe folgender Erklärung zugesagt habe:„ Die Einrichtung eines Besorgung bis sechs oder bis sieben machen kann. Man wird sich besonderen Metdienstes ist angesichts der zwischen der städtischen immer verfalfulieren und um viertelfieben vor der verfchloffenen gemeinschaft an sich überflüssig. Der Bezirksausfuß für Arbeiter. und der freien Wohlfahrtspflege bereits geschaffenen Arbeitss Geschäftstür fluchen oder am nächsten Morgen fich ärgern, weil man mohlfahrt ist bereit, für besondere pofitive Hilfsmaßnahmen( Spei. dann erfährt, daß gerade dieses Geschäft bis um sieben Uhr auf hat. fungsaktionen oder Uebermittlung von Bedarfsgegenständen) alle wenn der Verbraucher sich dann mit der Zeit gewöhnt, alle Einfäufe feine Hilfskräfte mobil zu machen. Der Bezirksausschuß lehnt es bis um sechs Uhr zu erledigen, so werden die noch offenen Geschäfte jedoch ab, für die Auskunftserteilung des Notdienstes in den Bes eine Erbauungsstunde für die Angestellten abhalten können. Eigent- zirken feine Bertrauenspersonen zur Verfügung zu stellen, da diese Als der„ deutsche Tag" in Hof gefeiert wurde, wollten fünf lich wäre eine solche Unterhaltungsstunde sehr warm zu begrüßen. in ftetem Zusammenhang mit den städtischen Wohlfahrtskommis Arbeitersportler zum Hauptbahnhof gehen, um auswärtige Sport Der Käufer würde bann zu einer anderen Zeit kommen können. Jetzt, fionen arbeiten. Der Bezirksausschus hält die Ergänzung des Are genossen zu einem Fußballspiel abzuholen. In der Bayreuther Straße tam ihnen eine Gruppe Hakenkreuzler entgegen, die mit wenn die Unterhaltung noch nicht an eine feste Zeit gebunden ist, hat Stadverordnetenversammlung für notwendig und beantragt, diese Gummifnüppeln und Revolvern bewaffnet waren. Einer der man das Bech, immer in die Sprechstunde" hineinzugeraten. Das zum Beschluß zu erheben." Diese Erklärung sei von den zum Note Sportier trug ein republikanisches Abzeichen, und als das die Hafen- heißt, der Angestellten weniger als der Beamten. Die Angestellten dienst vereinigten Frauenvereinen als Grundlage der Zusammen freuzrotte bemerkte, stürzte sie sich auf diesen Mann und schlug ihn unterbrechen fie noch öfter, um sich dem Publikum zu widmen, die arbeit anerkannt worden. Genoffin T. fetzte die Organisation der furzerhand zu Boden. Seine Freunde mußten flüchten. Durch den Beamten selten. Natürlich vollkommen berechtigt. Um sechs Uhr Speifung furz auseinander. Neben in Betrieb stehenden werden Radau wurden die Anwohner aufmerksam, und aus einigen Fenstern wird geschlossen! Geschlossen! Schluß! Das heißt nicht etwa, die verschiedene Bereinstüchen, die inzwischen geschlossen waren, wieder schrien hysterische Weiber:" So lagt ihn doch tot!" Und tatsächlich Tür wird geschlossen und niemand mehr hereingelassen! O nein! cröffnet. Außerdem haben sich einzelne Restaurationen unter Ver fchluren die Hakenkreuzler weiter auf den Arbeiter ein, der blut- um sechs Uhr werden sämtliche Schalter geschlossen, und wenn der zicht auf Gewinn und Alkoholausschank zur Verfügung gestellt. überströmt am Boden lag. Dann bildeten sie wieder eine Gruppe, Borraum fnüppelvoll ist! Und wenn man schon eine Stunde in der Alle Küchen tragen den Namen Gast tüchen. Das Essen wird und das Hitlerlied fingend marschierten sie weiter, als sei nichts geschehen. Die Täter sind heute noch nicht abgeurteilt und werden es auch nie werden... " Ein sechzehnjähriges Mädchen, das an seiner Bluse ein schwarzrotgoldenes Bändchen trägt, geht ahnungslos die Pfarr" entlang. Plöglich stellt sich ein Hafenkreuzler vor sie hin und fordert sie auf, das Bändchen zu entfernen. Als das Mädchen dieses Anfinnen ablehnt, bekommt ein paar schallende Ohrfeigen, und der Hakenkreuzjüngling geht fort. Keiner der Paffanten findet den Mut, ihm entgegenzutreten, weil er bewaffnet ist. Er würde von seiner Schußwaffe Gebrauch machen, weil er weiß, daß er vom Gericht wegen Notwehr freigesprochen würde. * In eine Wirtschaft, in der ausschließlich Arbeiter perkehren und in der gerade die Arbeiterjugend eine Zufammenkunft hat, bringen bewaffnete Hakenkreuzler und ein Landespolizist ein. Sie nehmen an einem Tische Plaz, fingen das Deutschland- und dann das Hitler- Lied. Wer sich in die Lage der anwesenden Arbeiter versetzen fann, wird empfinden fönnen, welche Demütigung dieses provokatorische Auftreten für sie bedeutet haben muß. Aber sie tönnen nichts dagegen unternehmen, denn die Bande ist bewaffnet 97 Bassed Reihe geftanden ist! Dann gehe man eben nach Hause und stelle fich morgen wieder an. Jeder will seine Rube haben! Und deine Zeit? Ja, Mensch, das Bergnügen, deine Wünsche vor einem wirklich geöffneten Schalter vorbringen zu dürfen, ist mit zwei Stunden Wartezeit nicht überzahlt. Wenn man sich schon wegen eines Pfundes Butter einen halben Tag anstellt, warum nicht auch für die Ehre, einen Einschreibbrief abschicken zu dürfen?! gegen ein wertbeständiges Ernährungsgeld vera abfolgt, das in Heftform mit Marfen von 2%, 5 und 15 Pf. zu haben ist. Die Hefte tönnen von unterstützungsfähigen Mitbürgern zum Preise von 1,05 Goldmart getauft und an Unterstützungs bedürftige weitergegeben werden. Dabei sollen möglichst die Wohl. fahriskommissionen als Vermittler in Anspruch genommen werden, Selbstverständlich können sich auch die Gäste der Gasttüchen die Hefte selber taufen. Die Konferenz nahm nach eingehender Auss sprache, die fich wiederholt scharf gegen die drohende Gefahr des fozialen Abbaues mandle, folgende Entschließung an: Der Kampf gegen den Fleischwucher. Die Bollfonferenz des Bezirksausschusses für Arbeiterwohlfahrt vom 12. Movember 1923 erflärt sich bereit, alle ihre Kröfte Aktion der Wucherpolizei auf dem heutigen Markt. restlos für Hifsmaßnahmen gegen die furchtbare Bereits in den letzten Tagen hat sich die Wucherpolizei mit den Not mobilzu machen. Sie hält es aber für ihre Pflicht, die ver. unliebsamen Borgängen auf den Berliner Fleischmarkt wieder antwortlichen Steffen in Reich, Staat und Kommunen eindringlichst näher beschäftigt. Im Verfolg des Einschreitens gegen die Laden- darauf hinzuweisen, daß Not, die aus Erwerbslosigkeit entsteht, be fchlächter durch Festsehung von Kleinhandelsrichtpreisen für die fenders bei der Jugend, feelisch schwer schädigende Wirkungen aus gangbarsten und für die breiten Massen der Bevölkerung in Frage löft. Die Erwerbstofenfürsorge dorf sich daher nicht in kommenden Fleischsorten ist man nun am heutigen Donnerstag Gewährung materieller Unterstützungen erschöpfen. Es muß viel mehr eine großzügige produttive Erwerbslofenfürfrüh zu einer großzügigen Aktion auf dem Schlachthof. ge- forge in die Wege geleitet werden. Für die Jugendlichen schritten. müssen, soweit ihnen Erwerbsarbeit nicht verfchafft werden fann, Unter Führung des Kriminalkommissars Greiner von der Ab- Fortbildungsmöglichkeiten sowohl auf dem Gebiete der Werftätigkeit teilung W des Berliner Polizeipräsidiums wurden heute früh um a's auch im Sinne einer geiftigen und moralischen Förderung geIn Konradsreuth, einem Bauerndorf in der Nähe von Hof, figen 6 Uhr 15 Minuten die weiten Anlagen des Schlachthofes an der schaffen werden. Der Bezirksausschuß erwartet, daß fich für die in einer Wirtschaft einige Arbeiter. Da kommt ein Hakenkreuzler Landsberger Allee von einem starten Aufgebot von Kri- Jugendpflege geeignete Persönlichkeiten für diesen Notdienst freiwillig mit einem geladenen Infanteriegewehr herein und führt minalbeamten, unterflügt von 80 Mann Schußpolizei, be- zur Verfügung stellen. Er ist bereit, auch seinerseits, soweit wie sich sehr frech und herausfordernd auf. Als es einem Arbeiter zu setzt. Während jedermann ungehindert den Schlachthof betreten möglich, mit geeigneten Kräften auszuhelfen. Er fordert, daß die bunt wird, nimmt er dem Lümmel das Gewehr ab, entlädt es und konnte, wurden die Ausgänge gesperrt. Auf alle Verkaufshallen Stadtverwaltung die Lehrwertstätten ausbaut und Räume für Zu liefert es noch am gleichen Abend beim Ortsgendarmen ab. Der wurden Kriminal- und Schutzpolizeibeamte verteilt, und dann fammenfünfte der jugendlichen Arbeitstofen bereitstellt. Der Bezirks Hakenkreuzler aber hat indes seine Freunde von dem Vorfall unter- gingen die Beamten der Bucherpolizei von Stand zu Stand, um ausschuß weist ferner darauf hin, daß die arbeitende Jugend im richtet und mitten in der Nacht unternehmen sie alle mit dos Borhandensein ber Großhandelserlaubnis zu Alter von 14 bis 16 Jahren zwar zu den Lasten der Erwerbslosen Infanteriegewehren bewaffnet eine Haussuchung. Wäh- prüfen und gleichzeitig festzustellen, ob sich die geforderten Breise fürsorge herangezogen wird, von ihren Leistungen aber ausgefchloffen rend sie in dem einen Hause einen alten weißhaarigen mit den am Morgen festgelegten Nichtpreisen für den Großhandel ist. Er fordert eine Beseitigung dieser Schädigung. Der Bezirks Mann aus dem Bette halen, stochern sie in einem anderen auch tatsächlich decken. Die Beamten, die alle mit Beschlagnahme ausschuß erachtet es ferner für unerträglich, daß die von der preu Hause mit dem Lauf eines geladenen Gewehrs in formularen und Klebezetteln ausgerüstet und über die Preise vor Eischen Regierung seinerzeit angefündigte Boltsspeisungs. einem Bette herum, in dem eine Frau mit einem Kinde liegt. her genau infermiert waren, hatten strikten Befehl, sich auf feine aktion überwiegend der freiwilligen hitfe überfaffen Anderen Arbeitern wurde aufgelauert, und sie wurden verprügelt. Ausflüchte einzulaffen, sondern bei allen Beanstandungen zur vor- wird. Er hält reichsrechtliche Maßnahmen für er. Die Täter find bekannt, aber es ist schwer, anzunehmen, daß fie besläufigen Beschlagnahme des vorgefundenen Fleisches zu schreiten. forderlich, die eine Ausdehnung zweddienlicher Attionen auf straft werden. Es zeigte sich jedoch, daß das bloße Erscheinen der grünen Bolizei alle Länder des Reiches gemährleistet und fordert die Heranziehung auf dem Schlachthof fehr heilsam und abschreckend auf elle un- der Landwirtschaft zu gefeßlichen Abgaben in Naturalfieferung an die sicheren Elemente unter den Händlern gewirkt hat. Im großen Gemeinden. Die Bellversammlung des Bezirksausschusses für Arund ganzen wurden überall die Richtpreise einge beiterwohlfahrt und Kinderschutz in Berlin vom 12. November 1923 halten, um so mehr, als die Ladenschlächter, die von der über- bittet den Hauptansichuß und die Reichstagsfraktion aufs beingDon Alcinhandelspreisen zunächst raschenden Festsetzung am lichst mit allen Mitteln hararf hinzuwirken, daß das Infrafttreten empfindlichsten getroffen waren, heute von sich selbst aus den ges des Reichsgefeges für Jugendwohlfahrt unter feinen ringsten Versuch einer Ueberschreitung der Großhandelsrichtpreise Umständen über den 1. April 1924 hinaus verschoben wird. unmöglich machten. Die Fälle, in denen wegen Preistreiberei Be. Berzögerung des Infrafttretens würde bei der jekigen ungeheuren schlagnahme erfolgte obcr mo festgestellt wurde, daß der Verdacht sozialen Net des Boltes eine fchmere Gefährdung des gefundheitlich, der Warenzurückhaltung vorliege, wurden dem Marktgericht zur end- geistig und sittlich bedrohten Teiles der Jugend bedeuten. Die Maßnahmen des Jugendwohlfahrtsgefehes find deshalb iekt bringlicher gültigen Entscheidung übergeben. denn je zuvor notwendig; se bit wenn die Reichszuschüsse infolge der schwierinen Finanzlage den Ländern zunächst nicht in voller Höhe newährt werden fönnen. Das Infrafttreten des Gesekes muß desa halb aus sozialen Gründen unbedingt verlangt werden." herbei. In Schwarzenbach am Wald, einem fleinen Ort im Franten wald, hält ein Arbeiterverein einen Tanz ab. Am Abend fommt es auf dem Tanzboden mit einigen Hafenfreuzlern zu einer Auseinanderseßung, die aber ohne jeden Zwischenfall verlief Die Hitler. Leute haben sich aber doch beleidigt gefühlt und holen„ Verstärkung" Bald erschien ein mit Gewehren bewaffneter Trupp von Hakenkreuzlern und verlangte die Räumung des Tanzfaales. Als sich der Vereinsvorstand gegen diese Bergewaltigung verwahrte, wurde Gewalt angewendet und der Saal geräumt. Dabei wurde auch die Kasse mit fortgenommen. Mies mand wird dem Verein den durch diesen Eingriff entstandenen Schaden ersehen. * Der Hitler- Putsch war am Freitag niedergeschlagen. Das war auch in Hof bekannt. Trotzdem erschienen in der Nacht vom Freitag auf den Samstag mehrere Angehörige des Bundes Oberland auf dem Telegraphenamt in Hof und besezten es. Unter ihnen war auch ein Telegraphenbeamter. Der Vorgesetzte des Amtes setzte sich nicht zur Wehr und die Angestellten hatten fein Recht dazu. Und so übte denn die bewaffnete Bande tatsächlich eine Zensur über die Telegramme aus. * Cine Auf Grund der Großhandelsrichtpreise wurden dann heute morgen von der Ueberwachungskommission in Gemeinschaft mit den amtlichen Sachverständigen ber Wucherpolizei die Kleinhandelsrichtpreise festgesetzt. Die unbeschadet einer im Laufe des heutigen Tages eintretenden weiteren Geldentwertung bis heute abend Gültigkeit haben. Danach stellen sich im Ladenverkauf die Preise Eine Schießerei verursachte im Südwesten der Stadt einige Aufwie folgt: Schweinefleisch: Bauch, Rückenfelt und Liefen 1,1 Billionen das Pfund, Magerfleisch 1 Billion, Dickbein 700 mil. regung. Ein angetrunkener junger Mann fuhr mit einem Motor. liarden, Epizbein 300 milliarden, Rindfleis. Schmorfleisch rad ohne Sicht die Belle- Alliance- Straße hinauf und gefährdete 700-900 Milliarden, Suppenfleisch 600-800 Milliarden, Gehacktes mehrere Leute, darunter auch einen Bolizeiwachtmeister, der bürger800 Milliarden bis 1 Billion, Fleisch ohne Knochen 25 Broz. mehr; liche Kleidung trug. Als dieser den Fahrer feststellen wollte. Ließ Kalbfleisch. Reule 680 Milliarden bis 1,15 Billionen, Riiden er das Rad stehen und lief davon, bis er auf einen Wächter 600 milliarden bis 1,05 Billionen, Brust 500 Milliarden bis 1 Bilsticß. Ihn forderte er auf, ihm seine Pistole herauszugeben, und fion, Sammelfleisch 600 Milliarden bis 1,1 Billionen das als der Wächter sich weigerte, zog er selbst eine Pistole und entriß Pfund. 80 Millierben. Neue Verkehrstarife ab morgen. Die Hoch- und Untergrundbahn wird folgende Fahr. preise nehmen: In der driften Klaffe 30 und 50 miliarden und in der zweiten Klasse 50 bzw. 70 milliarden. Blods zu zehn Karten 270 refp. 450, 63m. 450 und 630 Milliarden. Wochenfarten Die Omnibusgesellschaft wird für die Teilstrede ihm die Baffe. Cine Pistole in jeder Hand, drang er jekt auf eine Menge von etwa 100 Personen, die sich auf sein Treiben angesammelt hatten, ein und gab 4 Schüsse ab, wie es scheint, in die Luft, da niemand getroffen wurde. Der Mann wurde jett festgenommen, nach der Bache gebracht und als ein 27 Jahre alter Hugo Scala aus der Razbachstraße festgestellt. Seine Pistole wurde beschlagnahmt. Eine Devisenftreife unternahm die Polizei gestern nachmittag wieder im neuen Westen. Es beteiligten sich daran Beamte der Schußpolizei, der Kriminalpolizei und des Grenzfommissariats. Die ganze Gegend in der Umgebung der Kaiser- Wilhelm- Gedächtniskirche, die Tauenzien- und Nürnberger Straße, die Kurfürstenstraße und der Kurfürstendamm, wurde zwei Stunden lang, von 5 bis 7 1hr, beobachtet, und 6 Personen beim Devisenhandel getroffen und festgeftelit. Am vergangenen Samstag wurde hier bekannt, daß die national fozialistische Arbeiterpartei und Bimd Oberland in Bayern durch Rahr verboten wurden. Diese Gesellschaft in Hof sich sich dadurch aber nicht einschüchtern. In geschlossenen Zügen marschierten fic während des ganzen Sonntags mit Mufit durch die Stadt und hielten öffentliche Ansprachen. Die Blafate, auf denen Die Berliner Straßenbahn wird ab Freitag folgende die Verordnung über die Verhängung des Standrechtes für Bayern Fahrpreise erheben: Umfielgefahrschein 50 milliarden, Kinderdurch Kahr bekanntgegeben wurde, riffen Angehörige des Bundes fahrfcheine 25 und der Uebergangsfahrschein zur Hochbahn Oberland und der nationalsozialistischen Barbi vor den Augen der Polizei herunter. Am Montag wurden neue Blafate an= geklebt. Aber auch diese wurden in den Mittagstunden heraberissen. Sim Montagabend marschierten Habenkreuzler und Oberlandler aber mais johlend durch die Stadt und fangen Spottlieder auf die Ne publif. Die Polizei trieb die Ansammlungen auseinander, übte dabei zu 6 Fahrten festen 250 und 350 Milliarden. aber sehr viel Nachsicht. Kviner von den Teilnehmern an den Rügen wird etwa wegen eines verbotenen Aufzuges" oder wegen 50, für die ganze Strede 70 Milliarden erheben. Rufeftörung vor Gericht zitiert werden. Das macht man nur mit Arbeitern. Auch Flugblätter aufreizenden Inhalts fonnten durch die Nationalsozialisten unachiriert verbreitet werden. In Kulmbach Die Junglefrer Jugendgruppen des Bundes entschiedener Schulaber hat man ein Mitglied der dortigen Arbeiterschwimm reformer hatten nach der Schulaula am Stephanplatz zu einer Rundvereins vor des Boltsgeicht gestellt und zu einer Geldstrafe gebung gegen den Schulabbau eingeladen. Die Versammlung war verurteilt, weil der Betreffente higblätter mit der Ueberschrift überfüllt, Hunderte mußten zurückkehren. Nach Referaten der Ge Bernt Schwimmen!" verteilt hat. Diese Flugblätter ent- noffen Hadice, Adolf Koch und La Grange( Vertreter im hielten weiter nichts, als die Aufforderung, das Schwimmen zu Staatsrat) wurde einstimmig ein Protest angenommen, der gegen erlernen und sich dem Arbeiterschwimmberein anzuschließen. die begonnene Bertrümmerung der Volksschule durch Maßnahmen Raubmord in der Untergrundbahn von Brooklyn. In der Unauf Grund des preußischen Finanzausgleichs- und Beamtenabbau- tergrundbahn in Brooklyn erschossen Banditen zwei nefebes entfchiedenen Einspruch erhebt. Alle Vertreter in Banttassierer und raubten ihnen 43.600 Dollars, mit Parlamenten und Behörden, alle Parteien und Gewerkschaften denen sie unerkannt entfamen. Es sei nochmals betont, daß die angeführten Fälle teine Einzelheiten find. Tagtäglich müssen wir uns Belei. Gegen den Schulabbau. Der Botanische Garten in Dahlem ist während der Wintermonate an Wochentagen von 8 Uhr bis Eintritt der Dunkelheit, an Sonntagen von 10 Uhr bis 4 Uhr geöffnet. Der Leiter der Bergschule Hochwaldhaufen, Prof. Dr. Steche, spricht Dienstag, abends 7 libr. im Berner- Siemens Realgymnafium, Sohenstaufenstr. 47/48, über sein Landerziehungsheim Bergschale. Karten am Enaleingang. Der Streit der Buchdrucker. Wirtschaft Unnühe Lebensmittelverteuerung. 2 " 1913 1918 Billkürliche Auslegung von Verordnungen. beiter und Angestellten verschiebener Betriebe, die am 1. Oftober und Die Verhaftungen im Buchdruckerstreit stehen im Wider.1. November zur Zahlung von Goldmartlöhnen übergegangen sind, Ueber die geradezu unverständlichen Unterschiebe zwischen Groß tamen sehr bald in eine recht bedrängte Bage. Sie erhielten bei der spruch zu der Berordnung des Generals von Seedt vom 11. No- Auszahlung Papiergeld auf Grund des jeweiligen amilichen Dollars und einhandelspreifen für Agrarprodukte gehen uns aus land. vember. In dieser Verordnung werden zunächst die Arbeitnehmer furses, mußten aber die unangenehme Wahrnehmung machen, das wirtschaftlichen Kreisen folgente Ausführungen zu: der Notendruckereien und deren Nebenbetriebe aufgefordert, am die Barenpreise in Goldmart berechnet von einem Lohntage Es ist erforderlich, den weitesten Kreisen des Boltes Aufklärung 12. November, vormittags 7 Uhr, die Arbeit wieder auf- aum anderen ganz bedeutend gestiegen waren. Die tatsächliche über die völlig anormalen Berhältnisse zu geben, die sich trog Breiszunehmen, und zwar unter Androhung von Strafen gemäß§ 4 Rauftraft des Arbeitsichnes hatte sich also tr oder Goldmart. prüfungsstellen und Wucherpo.izci in der Gestaltung der Kleinber Berordnung des Reichspräsidenten vom 26. September. basis erheblich verringert. handelspreise für die wichtigsten Nahrungsmittel entwickelt haben. Diefe Berordnung wurde erlassen, um den baŋerischen Wir werden in der zweiten Novemberhälfte hoffentlich die In der nachstehenden Tabelle find nebeneinandergestellt die Gold. Ausnahmezustand unwirksam zu machen. Sie ist bis. Rentenmarf im Berkehr sehen. Es wäre jedoch verfeht, anzu- martpreise der landwirtschaftlichen Erzeugnisse einerseits und her allerdings gegen Kahr, Lossow und Genossen nicht angewandt nehmen, daß damit die hier geschilderte Entwertung der Goldmark- die Reinhandelsgerfaufspreise andererseits. Ber dem Kriege ftellte sich der Brotpreis zum worden. Es ist auch nicht anzunehmen, daß General von Seedt löhne aufhören wird. Die Geschäftswelt wird sich nur schwer enteinen Haftbefehl gegen die bayerischen Hochverräter erlassen wird. Schließen können und wollen, die Goldmarkpreise wirklich denjenigen Mehl- bzw. Getreidepreis folgendermaßen: ber Borkriegszeit anzupassen. Die Tatsache, daß seit Januar die Roggenpreie, Durchschnitt je Zentner 1913 Dagegen hat es offenbar den Juristen der Heeresleitung weniger Wareneinfuhr Deutschlands fid) fortgelegt verringert hat und Roggenmehlpreis, Mühe gekostet, die gegen den bayerischen Staatsstreich erlassene Ber- daß auch die inländische Produktion weit hinter dem Bedarf zurüd Brotpreis ordnung des Reichspräsidenten in einem Lohntampfe gegen die Are bleibt, hat ohnehin schon einen fühlbaren Mangel in jeder Beziehung beiter anzuwenden. Nach tiefem§ 4 der Berordnung vom 26. Sep- zur Folge. Wenn jegt im Berlaufe meniger Wochen eine ungeheure bember wird mit Gefängnis oder Geldstrafe bis zu 15 000 Goldmark zusäßliche Kauffraft in Gestalt von vielen Millionen Dollarschatzbestraft,„ wer Berordnungen des Reichswehrminifters oder des Mi- anweisungen, Geldanleihen und einigen Milliarden Rentenmart gelitärbefehlshabers zuwiderhandelt oder zu solcher Zuwiderhandlung schaffen wird, so wirkt diefe erneut preissteigernd auf die Goldmarkauffordert oder anreizt. Die Berordnung des Generals preise. Unter diesen Umständen bedeuten feste Goldmart. Cöhne feine Sicherung für die Arbeitnehmer. In gleicher von Seedt bedroht mit der gleichen Strafe,„ wer Arbeitswillige und Weise, wie in der Uebergangszeit neben dem wertbeständigen Gelde Bersonen, die Arbeiter zur Aufrechterhaltung der vorgenannten Be- auch die Bapiermark in Umlauf bleibt und der wirkliche Kurs der triebe verrichten, sowie deren Familienmitglieder und Haushalts- Rentenmart im Bergleich zu den ausländischen Edelvaluten erst angehörige mit Gewalt oder Bontott bedroht oder zu erkennbar werden muß, sollten auch die Goldmarttöhne nicht folcher Bedrohung auffordert, wer in Wort oder Schrift oder ohne Berüdsichtigung bes Barenpreisniveaus burch andere Maßnahmen die Sticlegung derartiger Betriebe, vereinbart werden. Der reine Goldmartlohn, so wie wir ihn insbesondere tie Schädigung ihrer Anlagen oder Leistungen zu im Frieden hatten, fann erst festgesetzt werden, wenn die Barenpreise menigstens annähernd stabil bleiben. fördern oder herbeizuführen sucht... Zu diesen Ausführungen, die wir der„ Boltswirtschaftlichen BeIn Berfolg dieser Berordnung hätte also zunächst das gesamte richterstattung" entnehmen, sei bemerkt, daß irontem die Festlegung Bersonal der Notendrudereien in Strafe genommen werden müssen. von Goldlöhnen der bisherigen Bereinbarung nach Bapierinart entGesetzt den Fall, das Wehrkreistommando hätte sich an den Wort- jieben vorzuziehen ist. Selbstverständlich muß versucht werden, laut der Berordnung des Generals von Seedt gehalten und die ben sich ergebenden Schwierigkeiten möglichst zu begegnen. Das Notendrucker samt und sonders hinter Schloß und Riegel gebracht, tann geschehen durch Heranziehung des Lebensmittelinder zur Regudann würde damit erst recht die Wiederaufnahme der Arbeit verlierung der Goldmarflöhne, ferner durch eine Vorbehaltungstlaufe, hindert worden sein. Man hat aljo und wohl nicht allein des- daß im Falle einer Schwankung des Rurfes von 5 Proz. oder mehr halb davon Abstand genommen. Dagegen hat man die Ber- die Goldmartlöhne neu festzusehen sind, wie dies auch in anderen hoftung von einigen Angestellten der graphischen Dr. Ländern mit ftabiler Währung üblich ist. ganisationen sowie des Gemeinde- und Staats. arbeiterverbandes angeordnet. hatten. Die Spanne betrug alio: Bon Roggen zu Roggenmehl im Durchschnitt d. Jahres 1918 und von Roggenmehl zu Brot Am 8. Nov. d. J. betrug der Preis für Roggen je Ztr. Der Preis für Roggenmehl je Zentner. Brot je Zentner 4 " 8,22 M. 11,50 PP 14,44 " 3,28 2,94 8,62 " " . 22,87 # 20, Die Spanne zwischen Roggen imb Roggenmehl ist also gestiegen von 3,28 2. auf 13,75 m. Auch bei dem dann ermäßigten Brotpreis von 105 Milliarden beziffert sich die Spanne zwischen Roggen- und Brotpreis immer noch auf 11,38 M. Die wesentliche Ursache für die Höhe tes Brotpreises liegt also in der ungewöhnlichen Erhöhung der Mehlpreise, deren Berechtigung doch nur zum Teil aus den Frachten, dem Lagergeld, der Umfaßfteuer, der Geldentwertung, dem Unternehmergewinn und den Mahitosten gerechtfertigt werden preis, sowohl für die Zeit des Friedens, als auch für den jebigen tann. Um völlig Klarheit zu schaffen, sei bemerkt, daß als MehlTermin, der Abgabepreis des Mehles an den RicinTermin, der Abgabepreis bes Mehles an den Ricinhändler bzw. Bäcker eingefeßt wurde. Vie normalere Preisverhältnisse liegen vor bei den Kartoffeln und der. Milch. Gemessen am Friedenspreis, find hier zunächst die Erzeugerpreise jest niedriger als im Frieden. Die Spanne zwischen Erzeugerpreis und Kleinhandelspreis hat sich bei Kartoffeln nur um weniges und bei der Milch gar nicht verschoben. 22 " 17 Zu diesen beachtlichen Feststellungen ist zu bemerken, daß die Noterung der Preise in Gold allein feine Gewähr für Preisüberspannungen bei verarbeiteten Brobuften bietet. An der Bers liner Produktenbärse haben wir ja schon seit einiger Zeit Notierungen in Goldmart, ohne daß das Mißverhältnis zwischen Roggen und Roggenmehl dadurch beseitigt worden wäre. So foftete noch am 13. November der Zentner Roggen etwa 8,70 Goldmart, der Zentner Roggenmeh dagegen 15 Goldmart; die Spanne betrug demnach 6,30 Goldmart, also tas Doppelte der Bor triegszeit! Böllig unhaltbar fiegt die Eadje aber bei den Feischpreisen. Während im Frieden einem Kälberpreis ab Stall von rund Die Kommunisten als Gewerkschaft& retter. 60 Bf. je Pfund ein Fleischpreis von 1 M. gegenübersland, Eine Begründung dieser Berhaftungen ist unfeces Wissens nicht Die Arbeiter Zeitung" als Rote Erfahfahne brachte gestern bezifferte sich der Preis der Kälber ab Stall beispielsweise am gegeben worden. Sie wäre auch nicht möglich. Die Berhafteten ein Elaborat mit der Ueberschrift Rettung der Gemert- 9. Movember 1923 etwas niedriger als im Frieden mit 52 Pf., find nicht Arbeitnehmer in Notendruckereien. Sie haben auch nicht schaften!" Darin wird zunächst gesagt, die Arbeiter müßten den während das Kalbfleisch je Pfund auf 2,40 m. ge mit Gewalt oder durch Boykott" oder durch Androhung die Arbeits- Rampf um höhere Löhne aufnehmen. Wir wüßten nicht, wann stiegen ist, alfo den Friedenspreis um 140 Broz. überschreitet. aufnahme zu verhindern gesucht. Sie haben auch seit dem 11. No- diefer Rampf jemals eingestellt worden wäre. Allein das unaus Die entsprechenden Spannen find: Dember nicht in Wort und Schrift oder durch andere Maßnahmen" gefeßte Ringen um höhere Löhne, das augenblicklich weit mehr durch bei Mindfleisc im Frieden 0.50. gegen 1,88 M. Schweinefleisc \ 0,21 1,97 die Stillegung oder Schädigung der Betriebe, die bereits stillgelegt bie ungünstige Konjunktur als burd) Streifverbot erschwert ist, gift waren, herbeizuführen oder zu fördern gesucht. Sie haben selbst bei den Leuten nicht als Kampf, die unter Kampf nur den GeneralEin Mittel, um den ungefunden Breistalkulationen entgegenauch vorher feinerlei derartige Maßnahmen getroffen. Der Be Streit in Permanenz verstehen und mindestens alle 24 Stunden einen neuen Generalstreit gebrauchen. Der Kampf um zuwirken, dürfte vor allem in der Festlegung der Preise auf Goldschluß auf Niederlegung der Arbeit wurde von den Funktio höhere Löhne ist den KPD.- Helden doch nur Mittel zum Zwed, die bafis liegen, da nur durch sie eine richtige Beurteilung der Preisnären, b. h. von ben beauftragten Vertretern des Bersonals felbft fommunistischen Parteiparolen zu propagieren. Jahrzehntelang, lage und des Verhältnisses zwischen Erzeugerpreis und Kleinhands. gefaßt. Die betreffenden Angestellten haben in Wirklichkeit durch felbft unter dem Sozialistengefeß haben die Gewerkschaften ihre preis möglich ist. Soweit wir unterrichtet fint, wird dieser von der fortgefekte und mühselige Verhandlungen vor und seit dem 11. No- Lohntämpfe geführt, ohne fommunistische Ermunterungen". Sie Landwirtschaft verlangten Rotierungsform von anderen beteiligten vember versucht, den Konflikt beizulegen. Das ist so wahr, daß fonnten sie vor der Entdeckung der fommunistischen Grundsäge und Kreifen starter Widersprud) entgegengestellt. Es ist aber zu hoffen, felbst die Militärbehörden den Genossen Braun aus der Haft be- Barolen geschlossen und einheitlicher führen, weil feine daß die Verhandlungen baldigst zu einem, das Publikum vor überurlaubt" hat, um ihm die Teilnahme an den Verhandlungen zu erfommunistische Berhehung, feine fommunistischen triebenen Preisforderungen fügenden, Ergebnis gelangen. möglichen. Wie uns inzwischen mitgeteilt wird, sind die Genossen 3ellen den Zusammenhalt innerhalb der Gewerkschaften gelockert Braun und Gloth nicht beurlaubt worden und fonnten somit an Die Störer und Saboteure der gewerffchaftlichen Einheit, die den Berhandlungen, die im Reichsarbeitsministerium angeordnet mit ihren Betriebsräte- Sonderfongreffen nichts ausrichten tonnien, maren, nicht teilnehmen. als Unheil zu stiften, versuchen es jest mit einer Sondertagung von Ortsausschüssen des DGB. Sie schreiben u. a.: Da Die Schattenfeiten der Goldlöhne. burch, baß bie Reformisen, die in den Zentren des Drganisations Es ist an fich nicht zu verwundern, daß der größfe Teil des Es ist an fich nicht zu verwundern, daß der größte Teil des apparates figen, diese(?) gewissermaßen im entscheibenden Moment Leutschen Volkes, der nun jahrelang und bis zur nölligen Erschöpfung unbrauchbar gemacht haben, ist heute die Masse der Gewertschafts. die fürchterlichste indirekte Steuer, nämlich diejenige der Gelb Die Arbeiterschaft muß wieder in die Lage kommen, Arbeitstämpfe mitglieder ein Seer ohne Leitung, ein Organismus ohne Kopf. entwertung getragen hat, feine lebten Hoffnungen auf die über ganze Industriegebiete, über das ganze Reich einheitlich Einführnug der wertbeständigen Währung und damit auch der führen zu fönnen." Unter Leitung der in den Zentren des Organi mertbeständigen Löhne jeht. Die Forderung nach Goldfationsapparates der KPD. figenden Führer"? martlöhnen ist zu einem Schlagmort geworden, das nun fajon feit geraumer Zeit in cllen Diskussionen über Lohnfragen des DGB. auf dem forellsten Wege beseitigt wird, Boraussetzung dafür ist, daß die jeßige faschistische Beitung wiederfehrt. Schon als dieses Schlagwort auftauchte, wurde von einfichtsvollen Bollswirtschaftlern davor gewarnt, von der Ein es fann da auch nicht mehr menige Wochen gewartet werden." Des führung der Goldlöhne alles heil zu erwarten. Die Entwicklung balb also die Sonbertagung in Weimar, um diese morader letzten Zeit hat die Mahnrufe dieser Art gerechtfertigt. Es hat lich und geistig völlig performene Führerclique" durch die von Mostau ausgehaltenen KPD.- Butschclique zu ersetzen. fich herausgestellt, daß wir nach der Bapiermartfeuerung in eine regelrechte Goldmartteuerung hineingeraten sind. Ganz ähnlich wie in Rußland hat auch in Deutschland der Uebergang zu einer stabileren Währung zunächst die Normierung aller Breise im Kleinhandel auf Goldbafis zur Folge gehabt. Da nun aber eine tatsächliche Goldwährung vorläufig nicht besteht, so tonftruierte man sich eine solche in der Weise, daß man den Kurs der Die Herrschaften in der KPD- Zentrale, die heute, mo ber Goldmart auf Grund des jeweiligen amtlichen Dollarkurses berechnete. Hunger längst auch in den Gewerkschaftsbureaus ständiger Gast ist, Man ging davon aus, daß im Frieden ein Dollar 4,20 Goldmarf war nicht mehr nach den Gewerkschaftsbonzen" Steine werfen, weil sie und errechnete so den Gegenwartskurs für die Goldmart. Hierbei selber im Moskauer Glashause figen, müssen sich schon selber als ließ man zunächst außer acht, daß heute der Dollar in Amerita Retter der Gewerkschaften" anpreisen. Die Rolle, die sie da spielen bei weitem nicht mehr die Rauftraft der Borfriegswollen, ist so unwahrhaftig, wie ihr ganzes Treiben, so unfagbar zeit hat. Der Dollar von heute ist ungefähr 40 Broz. weniger widerlich, daß die Gewerkschaften alle Ursache haben, sich solche Retter mert als derjenige von 1914. Schon dieser grundlegende Fehler vom Halfe zu halten. mußte zu einem völlig unzutreffenden Goldmartkurse führen. Es fommt aber hinzu, daß die Berliner Devisennotierungen Goldlöhne in der Binnenschiffahrt sind durch Schiedsspruch bes wiederholt fünftlich von der Reichsbant niebergehalten werden, im Reichsarbeitsministerium gebildeten besonderen Schlichtungs- i französischer Frant um der Mark gewissermaßen durch eine Morphiumsprige ein Weiter ausschusses in der Binnenschiffahrt, Gruppe Elbe, festgelegt worden: brasilian. Mireis vegetieren bis zur Ausgabe des wertbeständigen Geldes zu sichern. Der Wochenlohn für Bootsleute und Heizer beträgt für die Zeit 1 Schweizer Frant Der amtliche Berliner Dollarturs erreichte in der letzten Zeit nur vom 5. bis 11. November 22,4 Goldmart( 80 v. H. des Friedens- 1 spanische Beseta den vierten oder fünften Teil dessen, was man nach den Iohnes). Der Lohn soll, soweit wie möglich, in wertbeständigen i österr. Strone( abgeſt.) ausländischen Martnotierungen für den Dollar zahlen mußte. Bablungsmitteln gezahlt werden. Falls in Papiergeld bezahlt 1 tschechische Krone Sogar an den schwarzen Börsen des Inlandes und besonders des wird, erfolgt die Lohnberechnung zum amtlichen Berliner Dollar 1 ungarische Krone besetzten Gebietes wurden die fremden Zahlungsmittel zum zmei bis mittelfurs an dem der Auszahlung voraufgehenden Tage. vierfachen amtlichen Kurse gehandelt. 1 bulgarische Lewa Das Rettungsprogram m" der KPD.- Zentrale für die Gewerkschaften ist schon fertig. Es sollen nur noch genug Dumme eingefangen werden, um unter dem Deckmantel von Lohnkämpfen die parteipolitischen Parolen der KPD. zum Generalftreit und zur Weltrevolution" zu propagieren. Groß- Berliner Parteinachrichten. Sungfozialisten. Gruppe Norden. Freitag, abends 18 Uhr, im Lebigenheim, Schönstedtstr. 1, Bortrag des Genoffen Franz Lepinsti über Arbeiter und Kunst" 21 Amtliche Devisenkurse. 1 holländ. Gulden 1 argent. Papier- Peso 1 belgischer Frant 1 norwegische Krone 1 dänische Serone fchwedische Skrone 1 finnische Mark 1 japanischer gen... 1 iltalienische Lira 1 Pfund Sterling 1 Dollar Hieraus ergab sich für den Warenhandel die unangenehme Folge, Goldlöhne für die Arbeiter der feramischen Industrie wurden 1 jugoslaw. Dinar baß er seine Waren zu Preisen in Goldmark unter Zugrundelegung durch einen Sonderichlichtungsausscuß im Reichsarbeitsministerium Les Berliner Dollarturfes verlaufen mußte, während bei der für die geit vom 5. bis 18. November in Höhe von 35 Gold Einfuhr von Felten, Kolonialmaren, Rohstoffen usw. der viel unpfennigen arbeitsstündlich als tford baiis für einen Fach günftigere Marffurs des Auslandes in Anrechnung gebracht arbeiter in den größeren Städten festgelegt. Diese Löhne liegen wurde. Um Berluften zu entgehen, feßte der Handel einfach die auf etwa 80 Proz. der Friedensnominallöhne. Soweit wie mög Goldmartpreise wiederholt in die Höhe. Die Ar- lich soll in wertbeständigen Zahlungsmitteln gezahlt werden. Allgemeine Ortskrankenkaffe Berlin- Pankow Ordentl. Ausschuß- Sitzung am Freitag, den 23. Stovember 1923, abenbs 7 1hr, im Rathaus, Simmer 17 ( Eingang Schönholzer Straße, eine Treppe). Sagesordnung: 1. Berlefen der Niederschrift der letzten Sigung. 2. Wahl des Rechnungs- Ausfchuffes zur Prüfung der Jahresrechnung 1928. 3. Gagungsänderungen. 4. Anträge BESTECKE mitu.ohne Silberauflage. Riesenauswahl, nur billigste Preisberechnung M. Dinse, Juwelier Lichtenberg, Frankf. Allee 202 Nähe Bahnh. Lichtenb.- Friedrichsf Teleph. Lichtenberg 3322 und Anfragen. S. Berſchiebene Staff Frauenhaar angelegenheiten Die eine Einsicht in die Raffenbilcher er forderlich machen, bitten wir vorher einzureichen.) Die Bertreter der Arbeitgeber und der Berficherten werden um piinit[ 24/17 liches Erscheinen gebeter.. Zahle den höchsten Tagespreis bitto überzeugen Sie sich! F. R. Müller Berlin- Pantow, ben 9. Stovember 1923. Alexanderstr. 37a, I. Etage Der Borstand 6. Gütig, Borfigender. an der Kaiserstraße. Anzüge Paletots Hosen ertig und nach Maß Gummimantel Manchester- Loden Knaben- Garderob. Wäsche, Hüte Gute Waren Billige Preise Auf Wunsch Zahlungserleichterung An Genessee Vorzugspreise G.Prager + Geschlechtskranke Behandlung von Syphilis, Hautausfchlägen, Wunden. Harnröhrenleiden, starte Ausfliffe, auch wo alles verfagte, wurden Taufende durch Phorofanos bas neue deutsche Reichs. Batent, furzfristig geheilt. Biele Dantjagungen und Dankschreiben. Gewissenhafte äratl. Seitung. Phorosanos Srilanstalten, BotsdamerStr. 109, nahe@ tegligerstr. Brunnense, 1SJ, nahe stolenihaler BL Getrennt für Sercen und Dame. Sprechzeit täglich 10-7, Gannt. 9-12 Brunnenstraße 81 Spezial.2 Min. v.Bahnh.Gesundbrunnen Behandl. nar für Ischias Volkskleidung Hosen Gummimäntel Sport- Anzüge 15. November Geld Brief M= 13. November Geld Brief Millionen Mart, T Tausend Matt. 047625 M 052375 M 319500 M 320800 M 897750 M 902250 M 263840 M 264660 M 115710 M 116290 M 863090 M 364910 M 123690 M 124310 M 426925 M 481075 M 143640 M 144860 M 644835 M 687655 M 221445 M 222555 M 67830 M 68975 M 1 203970 M 1215030 M 402990 M 405010 M 107730 M 108270 M 85910 M 36090 M 10972500 M 11027500 M13 900750 M3 709250 NI 2513700 M 2256300 M 837900 M 842100 M 187655 M 138345 M 47880 M 48120 M 215460 M 216540 M 78815 M 74185 M 412890 M 445110 M 147815 M 148870 M 327180 M 328830 M 107527 M 110275 M 35910 T 36990 T 78815 M 74185 M 185660 T 136340 T 21945 M 22055 M 29925 M 30075 MI Goldanleihe+ 2520. 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