Abendausgabe Nr. 540 40. Jahrgang Ausgate B Nr. 272 Segugsbedingungen und Anzeigenpreise fnb in der Morgenausgabe angegeben Rebattion: Sw. 68, Cinbenstraße 3 Ferufprecher: Donhoff 292-293 Tel. Ubreffe: Sozialbemotrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 40 Milliarden M. Sonnabend 17. November 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2307 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Militärkontrolle und Kronprinzenrückkehr. Amtliche englische Erklärung. prinzen nach Deutschland set shne sein Borwissen erfolgt. Der Abschiedsbrief des Kronprinzen fei eingetroffen, als dieser be London, 17. November.( TU) Amlich wird gemeldet: Die reits die Grenze passiert hatte. Wenn der Kronprinz ihn vorher Boff aftertonferenz felt morgen in Paris zu einer gefragt hätte, fo hätte er Einwendungen gegen die Abreise erhoben neuen Sigung zufammen, um ihre Distuffion über die Rüdtehr des in einem Augenblid, wo Deutschland derart durch innere Zwietracht Aronpringen nach Deutschland und über die Beigerung zerriffen fel. Weiter wird in der Erflärung dementiert, daß Deutschlands, die Sicherheit der Interalliierten Militär- ber vormalige Raiser mit einer Bewegung in Verbindung stehe, fontrolltommission während ihrer Inspektionsarbeit zu die die Wiederherstellung der Monarchie bezwecke, daß eine draht gewährleisten, wieder aufzunehmen. Seit dem Beginn der Ruhrbefehung durch Frankreich und fole Station bestehe und daß eine Anzahl Bäffe in Doorn einge* troffen feien. Belgien find die Arbeiten der Kommiffionen soweit wie möglich für alle Verbündeten nur von englischen und italienischen Offizieren ausDaß Wilhelm von Doorn durch eine solche Erklärung den Angeführt worden. Frankreich hat seine Verbündeten erfucht, wegen schein erweden tann, daß er vernünftiger als fein Sprößling geder Weigerung der deutschen Regierung, die Sicherheit der allierten worden set, ist für den Jüngeren nicht gerade angenehm, ist aber Offiziere nach der vollen Wiederaufnahme der Kontrolltätigkeit zu eine Angelegenheit, die die„ hohen" Herrschaften unter sich abmachen garantieren, neue Strafmaßnahmen zu verfügen. Während die englische Regierung durchaus anerkennt, daß die deutsche follen. Daß er aber Gelegenheit erhält, sich sogar als vernünftiger rend die englische Regierung durchaus anerkennt, daß die deutsche als die gegenwärtige Reichsregierung hinzustellen, ist für Herrn Zentralregierung Dr. Stresemann sehr schlimm. nicht überall Herr im ganzen Reiche ist und die Notwendigkeit zugibt, diefe Tatsache mit in Rechnung zu stellen, so ist doch tein Grund vorhanden, zu denken, die englische Ansicht über die lo lebenswichtige Bedeutung der Militärfontcolle In Deutschland habe sich irgendwie geändert oder gar abgeschwächt. verschiedene Ursachen in einen beklagenswerten inneren Zustand sie Schade nur, daß alle diese Bernunft zehn Jahre zu spät in Er scheinung tritt. Eine deutsche Erklärung. BIB. teilt mit: getrieben worden ist, hält fle froßdem selbst im gegenwärtigen logar Spezialisten in der Fabrikation von Munition und Spreng Augenblid irgendeine Form von Marschall och hat in der geftrigen Gigung der Bot Ichaftertonferenz behauptet, die Bestände der Reichs. Obwohl die englische Regierung anerkennt, daß Deutschland durch mehr feien größer als der Bertrag von Versailles erlaube; die Herfiellung von Rriegsmaterial und Munition sei seit Mo nalen in verstärktem Maße betrieben worden: Stinnes habe ftoff unter seinen Arbeitern aus dem Ruhrgebiet nach dem unbefehlen Deutschland geschict; auch Rußland habe in Ueberein. ftimmung mit dem Reich Kriegsmaterial und Munition für Deutsch land hergestellt. General Foch erklärt zwar, daß diese angeblichen Borfehrungen zunächst nur getroffen feien, um im Innern des Reiches Ordnung zu schaffen, da ein Krieg Deutsch lands gegen Frankreich im Augenblid unmöglich fei; er meini aber, bie Sorge für die 3utunft mache es not menbig, bie leberwachung ber deutschen Rüstungen" fofort wieber zu beginnen und mit aller Energie durchzuführen. Kontrolle für durchaus angebracht, und die volle kontrolltätigkeit muß nach englischer Ansicht fobald wole möglich wieder aufgenommen werden. Der Berbaght, baß die deutigen Militatiffen ihre Attivität verdigten werden, wäft immer mehr, während die allitecte Aufsicht nur unvollständig ist, fo daß es offensichtlich im deutschen sowohl wie im Jntereffe der 2ierten liegt, daß wieder ruhigere Berhälfuiffe eintreten, und eine gleichmäßige kontrolle aus geübt wird. Auch die Nachrichten, nach denen die englische Regierung mit Bezug auf die Rüffehr des deutschen kronprinzen night diefelbe draftifche Politit einschlagen will wie die franzöfifche, berechtigen nicht zu der Auffassung, als habe sich an der Ansicht der englischen Regierung etwas geändert, wonach die Rüdfehr des Kronprinzen nach Deutschland als äußerst unzeitgemäß Hierzu wird dem WTB. von maßgebender Seite mit geteilt: Die Reichsregierung fei eifrig bestrebt", allen illegalen Drganisationen entgegenzutreten, den Tatsachen widerpricht. Für die Zeit der Regierung Cuno gilt diese Behauptung überhaupt nicht. Der Kampf gegen illegale Organisationen ist ausschließlich von einzelnen republikanisch gesinnten Länderregierungen geführt worden und von der damaligen Reichsregierung vielleicht mit Worten, nicht aber mit Taten gefördert worden. Als die Sozialdemo fratie bei der Bildung der Großen Koalition jenen Kampf gegen die illegalen Organisationen als besonderen Programmpunkt aufstellte, wurde dem von den bürgerlichen Parteien zwar zugestimmt, aber gewisse Reichsbehörden haben die Erfüllung ihres Versprechens erschwert oder gar verhindert. Die absolute Bassivität des Reichskabinetts gegenüber Bayern bedeutet die schärfste Widerlegung jener Behaup tung der obigen Erflärung. Daran ist auch die Große Koalition legten Endes gescheitert, und die seitherige Haltung des Rumpffabinetts Stresemann gegenüber Bayern läßt es gerade. zu unverständlich erscheinen, wenn von amtlicher Seite heute noch von einem eifrigen Bestreben" gegenüber illegalen be. waffneten Organisationen gesprochen wird. Siehe München und fiehe Coburg. Das weiß die ganze Welt, und deshalb dient man durch solche Behauptungen nicht der Sache. Richtlinien der italienischen Politik. Mussolini gegen Poincaré. Rom, 16. November. Ministerpräsident Mussolini erklärte heute in einer längeren Rede im Senat, die italienische Regierung würde eine weitere Befehung deutschen Gebiets nicht billigen fönnen.( Sehr lebhafter Beifall.) Man müsse den Mut haben, zu sagen, daß das deutsche Volk noch am Leben sei; 61 Millionen Einwohner befänden sich auf dem Gebiet Deutschlands und weitere Millionen in Defterreich und anderen Ländern, und man fönne und dürfe nicht daran denken, dieses Bolt zu vernichten.( Beifall und Händeklatschen.) Muffolini fuhr fort: Es ist ein Bolt, welches jeine 3ivilisation hatte und das morgen vielleicht noch einen wichtigen Teil der europäischen Zivilisation bilden wird. Welches sind heute die Richtlinien der italienischen Regierung? Es find die folgenden und sie scheinen mir flar genug zu sein: 1. Herabsetzung der deutschen Schuld auf eine vernünftige Ziffer und infolgebeffen entsprechende Herabfehung der interalliierten Es liegt auf der Sand, baß es sich hier um eine Stim. mungsmache hanbelt, b. h. um den Bersuch, die Bertreter der Alliierten bei der Botschafterfonferenz zu bewegen, sich bei den Re| Schulden; gierungen für eine ben Intentionen Frankreichs entsprechende Abänderung ihrer Instruktionen einzusehen. Die Aeußerungen des Marschalls Foch sind bezüglich der Heranbetrachtet und Deutschland die Berantwortung für alle ziehung von Stinnes- Arbeitern und Rußlands für die Herstellung Don Munition und Sprengstoff Phantasien, im übrigen ledig. daraus entstehenden Folgen übertragen werden muß. lidh eme Wiederholung von Behauptungen, die gerade in jüngster 3eit mehrfach von amtlicher deutscher Seite widerlegt worden sind. Immerhin fei noch einmal festgestellt, daß die Reichswehr nicht einmal die im Bertrag von Bersailles vorgesehene Stärke von 100 000 Mann erreicht, daß außer ihr zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung im Innern alles in allem noch etwa 150 000 Mann Schuz polizei( einschließlich der zivilen Polizeibeamten) in Deutschland vorhanden sind, und daß bie gegenwärtig in Deutschland vorhandene Munition, wie auch der JMK. bekannt sein dürfte, nur für die Deckung des bringendften Bedarfs ausreicht. London, 17. November.( WIB.) Wie bas Reutersche Bureau erfährt, glaubt man nicht, daß die Meinungsver fchiedenheiten zwischen Großbritannien und Frankreich in der Frage der Rüdfchr des vormaligen Kronprinzen nach Deutschland und der Wiederaufnahme der alliierten Militärfontrolle in Deutschland vollkommen unüberwindlich find. Man hofft, daß, nach dem die Botschafter mit ihren Regierungen beraten haben werden, es möglich sein wird, ein Uebereinkommen zu erzielen. Die Lage fei jedoch zweifellos fchwierig. Aus der Tatsache, daß Großbritannien die Belegung des Ruhrgebiets night billigt, Daß die Reichsregierung eifrig bestrebt ist, illegale tonne geschloffen werden, daß es noch immer die Anficht vertritt, daß Berbände militärischen Charakters, die sich ta und dort bilden, zu meitere territoriale Belegungen deutschen Gebiets als beseitigen, hat sie wiederholt durch ihr Vorgehen be. Santtionen nicht wünschenswert sind. Bezüglich der allgewiesen. Im übrigen liegt es gerade an der franzöfifchen Polttit, meinen Haltung Großbritanniens fönne folgendes angenommen wenn fich folche illegalen Verbände zu bilden suchen. Ist es doch werden: Die britische Regierung wünscht, während sie der Ansicht Frantreich, das jeder deutschen Regierung durch seinen unauf. ist, daß die deutsche Aktion mit Bezug auf den vormaligen deutschen hörlichen Drud es unmöglich macht, die Lebensintereffen des Kronprinzen und die Kontrollfommission einen Protest erfordert, Boltes wirksam zu wahren, wodurch in weiten Kreisen der Bevölkenight einen mártyrerheiligenschein um den vor rung der Eindruck hervorgerufen wird, as nehme sich die deutsche maligen Kronprinzen zu legen und dadurch seine Fähigkeit. Schwie Regierung der nationalen Interessen nicht hinreichend an, als bedürfe rigkeiten hervorzurufen, zu vermehren oder übereilt eine Aftion zu es vielmehr besonderer, von der Regierung unabhängiger und zum unternehmen, die die in Deutschland bestehende Verwirrung fteigern Teil mit ihr in Widerspruch stehender Organisationen. mürde. Die Notwendigkeit für forgfältig erwogene und womöglich gemeinsame Maßnahmen wird in London jedoch vollkommen anertannt. Unbeschabet unserer Ansicht über die Zweckmäßigkeit, den Bert und die Berechtigung einer interalliierten Militärton Präsident Coolidge gegen die Hohenzollern. trolle und ohne auf die einzelnen Punkte dieser WTB.- Erflä. Washingtor, 17. November.( Reuter.) Präsident Coo- rung einzugehen, müssen wir feststellen, daß die Behauptung, Tidge glaubt, das amerikanische Bolt werde mit jedem Schrift ber Alliierten zur Verhinderung einer Wiederherstellung der Hohenzollern- Monarchie Sympathie haben, wenn auch die amerikanische Regierung selbst in Uebereinstimmung mit einer feit langem bestehenden Tradition in dieser Ungelegenheit nicht eingreifen tönne, 8 Devisen unverändert. na Da an den geftriçen Auslandsbörsen die Mart nur ganz geringfügigen Schwankungen unterlag, bereitete es der Reichsbant heute feine besonderen Schwierigkeiten, bie Devisenfurfe unverändert zu den gestrigen Sägen zu notieren. Es wurden auf Devisen 1 Broz. und auf Noten Proz. zugeteilt. Der Bebarf war ungefähr der gleiche wie gestern. Außerordentlich starte Nachfrage herrschte nach Dollarschäzen und Goldanleihe. Die Orders fonnten infolge des allgemeinen Anfturmes von Mattern gar nicht angenommen werden. Beide Anleihen blieben gestrichen Geld. Die Anfpannung des Gefbmarties bauert an. An einzelnen Stellen war Wilhelm contra Friedrich- Wilhelm. zu verhältnismäßig niedrigen Sägen Geld zu erhalten, boch glaubt Amsterdam, 17. November.( WIB.) Die Blätter veröffent man, daß im allgemeinen der Martt in ber fommenden Woche sehr fichen eine vom vormaligen Raiser abgegebene Erfnapp bleiben wird. Unter diesen Umständen bleibt auch die tlärung, in ber es heißt, die Rüdtehr des vormaligen Kron- Tendenz für Effetten ziemlich unsicher. Umfähe finden taum statt. Jedenfalls hat Poincaré mit Hilfe der deutschen Reaktion und des Erkronprinzen seinen 3wed vollkommen erreicht: eine Ablenkung von der Reparationsfrage, die für ihn brenzlich geworden ist, durch eine Offensive in ber Frage der Militärkontrolle und der Kronprinzenrückkehr. 2. ein genügend langes Moratorium für Deutschland außer für die Reparationen in natura; 3. Ergreifung von Pfändern und Garantien( die deutsche Regierung ist, fügt der Redner hinzu, geneigt, fie zu geben); 4. Räumung des Ruhrgebiets nach Erlangung der Pfänder und Garanfien; 5. feine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Deutschlands, aber moralische und politische Unterstüßung einer Reglerung, welche die Ordnung im Reich wiederherstellt und Deutschland zur finanziellen Gefundung führt; 6. feine Veränderung territorialer Art. Wie vor einem Jahr, so ift Italien noch heute bereit, in dieser Richtung vorzugehen und sich allen in diesem Sinne gemachten Verfuchen anzuschließen. Außerhalb dieses Weges wird die Cage mit ihren Folgen von Unordnung und Elend chronisch werden. Die Cofung des Reparationsproblems, die ich die italienische nennen möchte, liegt auf der Linie des Ausgleichs der entgegengesetzten Jntereffen und entspricht auch dem höheren Interesse der Gerechtigfeit.( Sehr lebhafter Beifall.) Poincarés Eigenfinn. Er gibt nichts auf seinen Berliner Botschafter. Die Straßburger Freie Presse" veröffentlicht folgende Infor mationen ihres Pariser Mitarbeiters: Als vor einigen Wochen eine sozialistische parlamen tarische Delegation den Herrn Ministerpräsidenten Raymond Boincaré aufsuchte, um ihn auf die gefährliche Entwicklung der innerdeutschen Angelegenheiten, bie brohende reaktionäre Gefahr mb auf die Notwendigkeit hinzuweisen, Deutschland gegenüber eine Politit zu betreiben, die bas Bolt nicht in die Verzweiflung und bamit in die Arme der revanchelüfternen Nationalisten hineindränge, glaubte der franzöfifche Regierungschef ungefähr folgendes antwor ten zu dürfen: Ich habe bem, was Sie mir vortrugen, meine Herren, sehr aufmerksam zugehört. Ich weiß die Gründe, die Sie dabei bewegten, zu schätzen. Aber wenn nun dieser Chaos Rummel, wie wir ihn in Deutschland sehen, nichts weiter als Bluff wäre, als ein schwindelhaftes Getue, um auf uns einen Drud aus. zuüben und uns dadurch zur Nachgiebigkeit zu bewegen?" 3war hatte selbst der französische Botschafter in Berlin, Herr be Margerie, zwar hatte auch der Borsigende der Berliner Kommission des interalliierten Garantiekomitees, der Franzose Professor haguenin, den Quai d'Orsay wissen lassen, daß es sich feines. wegs um fünftliche Machenschaften handle, sondern um ein sehr ernst zu nehmendes Aufbrausen der nationalistischen Welle und um eine wirkliche Bedrohung der republikanischen Konstitution. Aber Herr Poincaré, von tiefstem Mißtrauen erfüllt, hörte selbst auf seine engsten Ratgeber nicht. Wie follte er da den fozialistischen Mahnungen Gehör schenten? Der soziale Fuchs. Französische Antwort an die deutschen Industriellen. Nach einer Meldung der Expreß- Korrespondenz aus Düffeldorf lassen die dortigen Besagungsbehörden offiziell verkünden: Die Besatzungsbehörden teilen durch einen Anschlag mit, daß sie feinen der Erlaffe anerkennen, die das Reichstabinett Cuno für die besetzten Gebiete erlassen habe, und daß fie nicht dulden wer den, daß die Arbeitgeber irgendwie die deutschen so zialen Gefeße von vor dem 1. Januar 1923 verlegen. Diese Mitteilung der Besaßungsbehörden bedeutet für die Schwerindustriellen an Rhein und Ruhr eine moralische Büchtigung. Sie, die eben erst dem Arbeitsamt in Dortmund mit teilen ließen, daß sie weder Achtstundentag noch sonstige sozial politische Einrichtungen des Reiches noch respektieren wollen, müssen sich von der Behörde der widerrechtlichen Bejagung fagen lassen, was beutsche Arbeitgeber dem deutschen Staate und der deutschen Arbeiterschaft schuldig sind. Wenn die Besagungsbehörde gefordert hätte, was die deutschen Industriellen aus eigenem„ verfügen", so würde ein Schrei der Entrüstung durch das ganze Land gegangen sein. So aber handeln die Kapitalsgewaltigen eigenmächtig und geben der fremden Befaßungsbehörde Anlaß, sich als die Hüterin der deutschen sozialen Gefeße aufspielen! einem Ausmaße vorgenommen, das in den wirtschaftlichen Verhält- 1 niffen Teine Begründung findet. Der Entschluß der Reichsregierung, der dadurch gefteigerten Zahl der Arbeitslosen die Erwerbslosenunterfügung von einem bestimmten Zeitpunkt ab zu entziehen, muß die davon Betroffenen in grenzenlofes Elend stürzen. Die Gewerkschaffen können die Verantwortung für eine folche Maßnahme nicht übernehmen, da es nach ihrer Ueberzeugung möglich ist, die erforderlichen Mittel durch eine angemessene Befihbelaffung aufzubringen. Che daher die lezie Entscheldung getroffen wird, fordern wir von der Reichsregierung, daß fie innen- und außenpolitisch alle mittel anwendet, um die befehlen Gebiete und ihre deutsche Bevölkerung dem Deutschen Reiche zu erhalten. Die Gewerkschaften fordern Selbstverständliches. Leider fann man zu der Reichsregierung trog gegenteiliger Erklärun gen nicht mehr das Dolle Bertrauen haben, daß sie die Einheit und unversehrtheit des Reiches allen anderen Bebenten voranstellt. Stellungnahme der Gewerkschaften. Eine Ronferenz des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und des Af- Bundes für Rheinland und Westfalen am 15. November beschäftigte sich mit der Arbeitslosigkeit im Bezirf, den Massenfündigungen ber Bergbauarbeiter unb Angestellten und den Bestrebungen der Unternehmer, den Acht Sollte den deutschen Kapitalisten nicht die Schamröte stunbentag zu beseitigen.. In der eingehenden und fach. Kommandos lesen? Sollten sie sich nicht erinnern, daß noch nehmern ein Vorwurf daraus gemacht werden müsse, daß sie in ins Gesicht steigen, wenn sie die Mitteilung des Degoutte- lichen Aussprache wurde zum Ausdruck gebracht, daß den Unter. vor wenig Jahren die Stinnes und Gefährten geradezu ge den langen Wochen nach Aufgabe des paffiven Wiberstandes die bettelt haben um deutsche Arbeiter, die ins Ruhrgebiet gezogen Produktion noch nicht haben wieder in Gang wurden, um die Produktion zu erhöhen. Haben die Industriellen bringen fönnen. Das liege teilweise an dem Widerstand nicht Staatsgelder in riesigem Ausmaß genommen, um Woh der Unternehmer, die glauben, daß die gegenwärtige außer nungen für die neu hinzugekommenen Arbeitskräfte zu ordentlich große Not dazu benützt werden kann, um das alte bauen? Leider immer noch nicht genug Wohnungen, aber doch herrschaftsverhältnis aus der Borkriegszeit in den Bein ansehnlicher Zahl? Jegt plötzlich erklären fie, daß 30 Broz. trieben wieder einzuführen. Arbeitskräfte zuviel vorhanden seien und deshalb abgeschoben" werden müßten! Und deshalb geben sie dem General Degoutte die Möglichkeit, sich als den Beschützer deutscher Arbeitskräfte auszugeben. " Welche Wirkung diese Tatsache auf die Bevölkerung des Rheinlandes und des Ruhrgebiets auslösen muß, fann man sich denten. Die Separatisten werden sich ins Fäustchen lachen, weil die deutschen Industriellen ihnen das Material für ihre Propaganda liefern. Dabei wird natürlich zu leicht vergessen, daß die Besatzungsbehörde am wenigsten Anlaß hat, sich als fozialpolitischer Schuhengel hinzustellen. Weder im besetzten noch im unbefegten Deutschland wird man vergessen, wie diese Besazungsbehörde die deutschen Beamten von Eisenbahn und Bost, wie sie die deutschen Arbeiter brangsaliert und mißhandelt hat. Man wird auch daran denken, daß die Rechte der Arbeiter in Frankreich noch viel rückständiger find, als bisher im neuen Deutschland. Die Reichsregierung wurde aufgefordert, diesen Widerstand der Unternehmer bei der Wiederingangsegung der Betriebe dadurch zu brechen, daß die Betriebe vom Reiche in eigene Regie übernommen werden. Als Betriebsmittel für die eigene Regie führung sollen die Zuwendungen aus Reichsmitteln an die meutern den Generale und Truppen in Bayern genommen werden. Außer dem sollten die Gehaltszahlungen an die gegenrevo Iutionären Beamten in Bayern eingestellt und diese Mittel den Betrieben zugeführt werden. Aus diesen Mitteln sollen weiter die Erwerbslosen unterstützt werden. Bon den Gewerkschaften wurde verlangt, daß fie gegebenenfalls nicht davor zurückschrecken, selbst die notwendigen Bor. bereitungen für die Uebernahme der Betriebe in eigene Regie zu treffen. Die Konferenz fegte einen Ausschuß ein, der diese Fragen weiter flären und auch eventuelle Berhandlungen führen foll mit den Besagungsbehörden, ähnlich wie sie von Industriellen des Ruhrgebiets geführt worden sind. Deutsche Note an Frankreich. Die Erklärung des Generals Degoutte oder seiner Behörde ist nichts anderes als ein demagogischer Kniff, um sich bei den Rheinländern und den Ruhrarbeitern als Helfer gegen die deutschen Kapitalisten anzubiedern. Aber daß Wolffs Bureau veröffentlicht den Inhalt der Note, die vor dieser Kniff überhaupt angewandt werden konnte, ist den furzem der franzöfifchen Regierung wegen der Unterstübung Staatsstreich gelüften der deutschen Schwer- der Separatisten durch die französischen Besatzungsbehörden industriellen zu danken. Und das ist ein Denkmal übergeben worden ist. Es heißt in dieser Note: der Schande für das ganze deutsche Bolt! Ein Aufruf der Gewerkschaften. Gegen Preisgabe der besetzten Gebiete. Die freige wertschaftlichen Spizenorganis fationen haben sich am Freitag eingehend mit der Entwid lung im besetzten Gebiet befaßt und befunden ihre Stellungnahme wie folgt: male Nach Aufgabe des passiven Widerstandes ist es nicht gelungen, die Widerstände gegen die Ingangjehung der Wirtschaft im befehlen Gebiet zu überwinden. Die dadurch hervorgerufene Jot erfordert größte Hilfsbereitschaft des Reiches. Unbeschadet diefer Not haben die Wirtschaftstreife Kündigungen und Entlassungen in Morphologische Kunststücke. Die Deutsche Regierung hat wiederholt sowohl durch den unterzeichneten Geschäftsträger gegenüber dem Minifterium der auswärtigen Angelegenheiten wie durch den Leiter des Deutschen Auswärtigen Amis gegenüber dem Französischen Herrn Bot. schafter in Berlin die Aufmerksamkeit der Franzöfifchen Regierung auf die Art und Weise gelentt. in der die franzöfifchen Be fagungstruppen und behörden im Rheinland bas Bargehen der sogenannten Sonderbündler ermutigen und begünstigen, während die deutschen Behörden bei der Abwehr von ihnen behindert werden. Nachdem nunmehr die Deutsche Regierung in den Befiß um fassenderen Materials gelangt ist, sieht sie sich genötigt, auf die Angelegenheit zurüdzufammen und die ganzen Borgänge in ihrem zeitlichen und ursächlichen Zusammenhange zu erörtern." Nach einer einsehenden Darstellung des Treibens der Sonderbündler und ihrer Begünstigung durch die französischen Besaßungsbehörden heißt es da zum Schluß: " Die deutsche Regierung will in diesem Zusammenhang nicht auf die Frage grundsäglicher Natur bezüglich des Selbstbestim mungsrechts der Völker eingehen. Es genügt, darauf hinzuweisen, baß es fich hier nicht um Aeußerungen des Bolfswillens, sondern um das Auftrefen einzelner bewaffneter Haufen von minder. wertigen Elementen handelt, deren teilweiser Erfolg nur barauf zurückzuführen ist, daß die Bejagungsbehörden ihre vertraglichen und völkerrechtlichen Berpflichtungen gröblich verlegt haben. Der mahre Wille der rheinischen Bevölkerung geht vielmehr trok fchärffter Unterdrüdung, wie für jeden unparteiischen Beobachter offen zutage tritt, dahin, unerschütterlich an der staatlichen Ge meinschaft mit ihren Stammesbrüdern festzuhalten. Die deutsche Regierung erwartet daher von der französischen Regierung, daß den französischen Truppen alsbalb Befehl gegeben mird, die rechtmäßigen und vertragsmäßigen Berpflichtungen zu erfüllen, insbesondere den aufrührerischen Elementen die Waffen mieder abzunehmen und die deutsche Polizei fünftig nicht mehr in der Ausübung ihrer rechtmäßigen Befugnisse, namentlich im Gebrauch der ihnen zustehenden Waffen zu behindern." Weizen gegen Kali. Ein deutsch- amerikanischer Austauschplan. Paris, 17. November.( III.) Der„ Chicago Tribune" wird heute mitgeteilt, daß Herr Stresemann gestern Herrn Grey Silver, dem Bräsidenten des amerikanischen Landwirtverbandes, ein Austaufdablommen in dem Einne vorgeschlagen habe, daß gegen Dutschland Kali würde. Diese Anregung wurde in allen Einzelheiten den amerika. Austausch von kali und Futterstoffen oder anderen deutschen Pronischen Delegierten vom Finanzminister Luther und Ernährungsminister Ranig auseinandergesetzt. Beide Minister hielten einen bulten gegen amerikanischen Beizen für geboten, doch gaben sie zu, daß die hohen deutschen Breite eine Ausführung dieses Planes zu daß die hohen deutschen Breite eine Ausführung dieses Blanes z amerikanische Regierung oder an das amerikanische Bolt mit der nächst verhinderten.- Herr Kaniz erilärie:„ Ich wende mich an die Bitte, Deutschland 50 Millionen Scheffel Beizen auf der Stelle gegen langfristige Kredite zu liefern, denn das ist der einzige Weg, ciner ungeheuren Hungersnot in Deutschland wahrend des Winters vorzubeugen. Wir haben feine Beit, um ein verwideltes Austausch. fystem auszuarbeiten, benn uns fehlen 2 Millionen Tonnen Weizen, und Rußland fönnte uns nur ein Biertel von diesem Betrage zur Berfügung stellen. Es ist feine Rede davon, daß wir bar bezahlen, doch wird Deutschland später diese Schuld abzahlen können. Die Minister Raniz und Luther werden sich heute mit Herrn Silver, dem Bertreter aus Washington, treffen und alle Einzelheiten des Aus auschplanes sereinbaren. Silver erflärte dem deutschen Minister, daß er diesen Blar für schr zweckmäßig halde, da Deutschland über große Mengen an Kali verfüge, an ber die amerikanischen Landwirte außerordentlichen Bedarf hätten. Falls ein Schutzzollab tommen getroffen werden könne, so besiche eine Möglichkeit, Amerika bas Rali zu billigem Breise zu liefern. amcritanischen Beizen austauschen Plünderungen in Neusalz a. G. Die Meujaiz a. D., 17. November.( Eigener Drahtbericht.) bauernde Erhöhung der Preise für Brot und Fleischwaren und die Beigerung, Bapiermart anzunehmen, hatte eine außerordentlich gereizte Stimmung in der Arbeiterschaft ausgelöst, die sich einige orts fremde Burschen und antisemitische heber zunube machten, um gestern abend einen Sturm auf fämt. liche Fleischerläden und einige jüdische Geschäfte ber Stadt zu inIzenieren. Die Schaufenster ber Konfettionshäuser und Schuh warengeschäfte wurden zertrümmert. Das Raufhaus Stein. warengeschäfte wurden zertrümmert. berg öffnete felbft seine Türen, um die Spiegelfcheiben zu retten, Es wurde völlig ausgeräumt. Gegen 10 Uhr traf eine Ab. teilung Squ po aus Grünberg ein und wollte den von Menschen dicht bedeckten Marttplag räumen. Nach einigen blinden M.- G.. Schüssen gaben die Beamten scharfe Schüsse auf die zurück. fliehende Menge ab und warfen Handgranaten Die Folge davon mar: zwei Tote, zwei Schwerverwundete und eine Anzahl Leichtverwundeter. Leider sind unter den Opfern dieser Schießerei völlig unschuldige Personen. Ob die Beamten, ohne im geringften be droht zu sein, ohne weiteres von der Schußwaffe Gebrauch machen burften, mag an anderer Stelle entschieden werden. Mitglieder des Arbeiter Samariter bundes leifteten die erste Hilfe und I setzten sich mehr als einmal der Gefahr aus, erschossen zu werden. Nachkommen ebenfalls immergrün bleiben. Durch starte elettrische| ihn Sternheim mit Intrunst zu veralbern liebt. Und was war er? Lichtreize ist es ferner gelungen, einen ganz neuen Schimmel Cin läppischer, tapriger, beinahe schwachsinniger Großpapa, von pil" zu erzeugen": eine sehr lichtempfindliche Schimmelpilzart dem fein Mensch das Wunderbare erwarten fann. Wie soll Herr wurde in der Weise bestrahlt, daß man die Lichtquelle zuerst nahe, Babst auch einen Eindrud seiner Darstellung gewinnen, wenn er dann immer entfernter von dem Bilzrafen anbrachte. Die Bizfäden die Regie führt. Wenn er das Kunststüc fertig gebracht hätte sich wuchsen nun derart in die Länge, daß der ursprünglich etwa 1 Milli- zweizuteilen, so würde er fich felbft und Hermine Sterler, bie meter lange Bizfaten schließlich zentimeterlang murde, und die eine herzlose Krankenschwester statt einer zielbewußten, lebensneue Länge der Bilzfäten erwies fich sogar als erblich. bejahenden Freundin spielte, die Rollen wieder abgenommen haben. c. d. In den unterirdischen Gewässern des Karftgebirges, die in nachtdunken Höhlen rauschen, lebt ein seltsames Tier: der blinde Grottenol m. Ueber seinem rückgebildeten Auge liegt eine durchsichtige Muskelschicht, die sich allmählich ausbildete, als Generation auf Generation der einst wohl sehenden Tiere immer wieder im Stockdunklen lebte. Für die Wissenschaft war die Blindheit des Grottenolms ein ganz bejenders fodenbes Problem, und einen 300- Faft schwieriger noch als Form- und Farbenveränderungen sind logen hat es denn auch nicht ruhen lassen, bis er bie toten Augen Instinktvariationen durch äußere Einflüsse zu erzielen. des Olms zu neuem Leben erweden fonnte. Er ließ neugeborene Dennoch sind auch auf diesem Gebiete sehr intereffante Erscheinungen ficht tolerante Richtung der Sowjetregierung ist den ehemaligen Das deutsche Schulwefen in Petersburg. Die in nationaler Hist Olme vom Tageslicht bestrahlen und ihre ganze Entwicklung in autage gefördert worden. Der gelbliche Feuersalamander, hellem Licht durchymachen; und wirklich dauerte es gar nicht lange, der normalerweise fiementragende Barven zur Welt bringt, beren deutschen Kirchenschulen Petersburgs zugute gekommen. Sie haben so wurde die das Auge bebedende Muskelschicht durchsichtig, die weitere Entwicklung im Wasser verläuft, gebärt, wenn man ihm das leit dem Jahre 1918 ihre deutsche Unterrichtssprache, die sie feit Augen begannen sich zu vergrößern, und eines Tages war die Sch- Basser entzieht, an Stelle der Larven ganz wohlausgebildete fleine Beginn des Krieges mit Deutschland aufgeben mußten, wieder. tüchtigkeit der Dime so fortgeschritten, daß sie einen Regenwurm wahr. Salamander. Und die entgegengesetzte Instintivariation fann man unterrichtsverwaltung formell anerkannt worden. Ja noch mehr, erlangt. Dieser tatsächliche Zustand ist in diesem Jahr von der Aunehmen vermochten. Man hat auch das Gegenteil verfucht, nämlich beim Alpensalamander erzeugen, der under normalen helligkeitsliebende Tiere zu Dunkelheitsbewohnern umzugeftalten, und Lebensbedingungen fertig entwidelte Junge abfeßt: stellt man den die deutschen Schulen fallen bie Rolle von Pflanzftätten der auch das ist bei einer Taufliege( Drosophila), allerdings erit Tieren reichlich Wasser zur Verfügung, fo bringen fie fiementragente deutschen Sprache übernehmen; fie sind verpflichtet, Klaffen mit so beuticher Unterrichtssprache zu unterhalten und baneben Klassen mit in der 10. Generation, gelungen. Die vorher ausgesprochen hellig. also ganz unentwidelte Junge zur Welt, tie sich erst nach teitsbedürftige Fliege wurde, im Dunkeln gezüchtet, schließlich ganz längerem Aufenthalt im Wasser zu Salamandern entwideln. Go ruffischer Unterrichtssprache, in welchen dem Deutschen als Fach eine unempfindlich gegen einfallente Lichtstrahlen, so daß man durch vermag der Mensch tatsächlich einschneidend ins Naturleben ein überaus große Stundenzahl zugewiesen ist. Sonst sind diese Schulen weitere Zuchtversuche der Bersuch ging bis zur 49. Generation zugreifen. in jeber Hinsicht den übrigen, sogenannten Einheitsschulen, gleichgestellt imò merden vom Staat gicidh diefen unterhalten. Der Stand der Renninisse und Leistungen im Deutschen ist übrigens seit dem Jahre 1914 start zurücgegangen, was haupiföd fich durch die Abwanderung der Deutschen aus Die Zahl der Deutschen beträgt Petersburg zu erflären ist jet faum mehr als den fünften Teil des früheren Bestandes. Dazu fommt, daß ein nicht geringer Teil ber hier Verbliebenen die deutsche Muttersprache verlernt oder überhaupt nicht gelernt hat. Go fommt es, daß der fleinste Teil der Schüler deutsche Kinder sind; der Zubrang russischer Kinder zu diesen Schulen ist sehr groß. Neueinstudierung der„ Nora". das Sehbedürfnis der Tiere jedenfalls hätte ganz zurüdbilden tönnen. Beim Basserfloh( Daphnia) zeigten sich noch selfsamere Borgänge, als man die Tiere in völliger Dunkelheit hielt. Die großen runden Augen der Tiere löften sich nach und nach in Als estern im Deutschen Theater Nora" endgültig die Klümpchen auf, die sich zuerst über die Oberfläche der Tiere ver- Tür hinter ihrem Puppenheim zugeworfen hatte und der Borhang teilten und zuleht einfach von der Körperbaut aufgesaugt wurden. niedergegangen war, da fam im Augenblic eine sonderbare Stim Es versteht sich von selbst, daß derartige Umwandlungsverfuche mung vor der Bühne auf. Man war gewillt zu flatschen und nur in feltenen Fällen befriedigend ausfallen, denn so ohne weiteres wagte fich nicht damit heraus. Gefundenlange peinliche Stille, läßt sich die Natur vom Menschen eben doch nicht ins Handwert endlich war die Hemmung überwunden, und der Beifall, zuerst zag. pfuschen. Gleichwohl sind noch verschiedene andere fühne Bersuche haft, dann stärker, feßte ein. Woher rührt dies Gefühl des Un geglüdt, so z. B. Umwandlungen von männlichen Tieren in befriedigtseins, mehr noch der Betretenheit, am Ende der Ibsenweibliche und umgekehrt, die durch Ueberpflanzung der Ge- fchen Ehetragödie, die noch vor vielen Jahren unsere Seelen auf schlechtsbrüsen an Fröschen, Ratten und Meerschweinchen erzielt gewühlt hat? Wir wiffen nicht, find unsere Sorgen so groß, daß wir für die unverstandene Frau, die auf das Wunderbare wartet, nichts mehr übrig haben, oder fehlt dem Stüd das Allgemein gültige, das es über Zeit und Alltag erhaben macht? Oder anders gefragt: Liegt es an uns oder an Ibsen, daß unser Inneres nicht wurten. Nicht alle Versuche sind so fübn wie diese oder wie der, der auf tünstlichem Wege aus Ratte und Maus ein neues Lebe. wesen hervorgehen ließ, bas genau halb Ratte und halb Maus war, und es streben natürlich auch nicht alle Versuche so besondere mehr mittlingt? törperliche Beränderungen an. Farbenveränderungen an Die Frage wollen wir offen lassen. Nur soviel sei gesagt, die pewiffen Lieren sind beispielsweise sowohl durch Temperature, wie gestrige Neueinstudierung beantwortete sie zu Jbfens Ungunften. burch Belichtungs- oder auch Futterwechsel oft ganz leicht zu be- Das war feine findliche, blind auf ihren Mann vertrauende Nora, wirken. Farblose Mottenraupen fonnte man durch Fütterung die da auf der Bühne hantierte, es war eine findische, sträflich mit Anilinrot schön firschrot färben. Und die Schmetterlinge, die weltfremde Schauspielfigur, der es ganz recht geschieht, renn fie sich aus den roten Raupen entwidelten, legten daraufhin sogar rot- aus ihrer literarischen Romanti? schnöde in die raube Wirklichkeit gefärbte Eier. Schmetterlinge, in niederen Temperaturen zur Ent geriffen wird. Käthe Dorsch, die die Nora verförperte, war nicht wicklung gebracht, werden oft so dunkel gefärbt, daß fie äußerlich gar baran schuld. Sie ist eine talentvolle Schauspielerin, bei der jebe nicht mehr dem Normaltier gleichen, während der Einfluß starfer Bewegung, jeder Blid, jede Miene und jede Nuancierung der Wärmegrade ihre Farben besonders leuchtend macht. Ein im Stimme wohl durchdacht erscheint. Dagegen versteinerte der Che tropischen Klima aufgepflanzter europäischer Pfirsich wird, nach gatte des Erich Pabst das Stückchen Leben, das die Dorsch schuf, dem er zehn Jahre lang in alter Gewohnheit im Herbst sein Laub zu öder Literatur. Der Adpokat Hellmer fönnte so schön das Ur. geworfen hat, nach zwanzig Jahren zum immergrünen Baum, dessen| bild des spießerhaften Bedanten sein, des findlichen Bourgeois, wie Bon den vier ehemaligen großen deutschen Kirchenschulen, die im Jahre 1914 insgesamt gegen 5000 Schüler und Schülerinnen hatten, bestehen noch drei. Ihre Schülerzahl ist heute nicht viel ge ringer, allerdings entfällt ein bedeutender Teil auf die russischen Klassen. Die deutsche Sprache steht in den Schulen Rußlands unter den Fremdsprachen überhaupt an erster Stelle. Ueberall ist fie verbindlich für alle Schüler der Einheitsschule". Die anderen Sprachen sind wahlfrei. In den Militärschulen steht es im wesentlichen nicht anders. Erkanfführungen der Woche. Dienstag: Nefibenz- Theater: Galeotto". Gr. Shauspielbaus: Der 8igeunerbaron. Stammerspiele: Tageszeiten ber Riebe. Connabenb: Deutsches Theater: Das Cafébaus. Staatstheater: Candia". Boltsbühne: Abrechnung. Deiratsantrag": Urania- Vorträge. Count.: Die gute alte Beit. Mont.: Dr. Scharff, Das neuentbedte aghbtile Rönigsgrab. zienst. bis Zennt.: Colin Rok, et ea nad Dhen.( 6 und 8%, Uhr.) Außerbein täglich 6 und 8%, 11hr Vorträge im Hörsaal „ Madame Pompadour, die Operette von Les fall, wird son jetzt ab jeben Sonntagnachmittag 3 Uhr im Komödienhaus gespielt. Die Ausstellung der Berliner Bezeffion, Rurfürstendamm 232, ift auch Sonntags von 11-2 Uhr geöffnet. n Epilog. München hat ausgespielt. Die Kreuzzeitung.", bie fehr richtig bezweifelt, ob die Münchener Borgänge der Auftakt der Wiedererhebung Deu schlands feien, und es dahingestellt sein läßt, ob derartige Methoden nicht zum Untergang führen, fommt rüdtlidend zu dem Schluß, daß ter Sumerpunft der nationalen Bewegung wieder nach Norden verlegt sei. Die Einheit des Reiches werde von Berlin und der Entwicklung der Dinge in Norddeutschland ab. hängen. Damit befindet sich das deutschnctionale Blait in front gemeinschaft mit dem Organ der deu shpöllischen Bewegung, ber " Deutschen Zeitung". Auch außerhalb der deutschnationalen Porter freise wird man sich der Anficht anfchießen können. Es wird aber alles davon abhängen, wie fich Norddeutschland verhält Im Süden hat die beispiellos furzsichtige und dumme Margiften. hate Rahrs erst den Boden für die Novemberrevolution der Deutschsölkischen freigemacht. Ihr Erfolg ist es, daß sich jetzt in Bayern ein Abgrund zwischen den Anhängern der katholischen und der protestantischen Ronfeffion auftut, den zu überbrüden schwer fein dürfte. Kahrs Berdienst ist es, wenn sich heute in Bayern Berfonen ohne jeben Blick für das politisch mögliche als Diktatoren gebärden fönnen. Die Deutfcnationalen und Deutschvölkischen Norddeutschlands stellen sich auch heute noch hinter Rahr, Politik nach ihrem eigenen Urteil Bankeroit gemacht hat, fie waren auch die norddeutschen Claqueure der Hitler und Luden borff. Ohne ihre Beifallsrufe und Schmeicheleien hätte ein Hitler nie zu jener Gelbstüberheblichfcit fommen fönnen, deren Opfer er jegt geworden ist. Die Schuldigen sizzen also in den völki. fayen und beutfcnationalen Rrcisen Norddeutschlands in demselben Maße wie in Süddeutschland. Es ist sehr richtig, München hat ausgespielt, aber München ist in diesem Fall das Symbol für die gesamte võttische Soldatenspielerei Oder ist es etwas anderes als die Angst vor den Geistern, die man rief, wenn es in der Deutschen Zeitung" vor einigen Tagen hieß: einem Die Goldkartoffel. wurde die Teruntreuung entdeckt. Ein Kriminalbeanr begab fid nun furz vor 7 Uhr abends nach der Wohnung, um ihn festzuDie Kartoffelknappheit, die sich in den letzten Tagen in Berlin nehmen, fand aber feinen Einlaß. Er mußte mit Gewalt immer fühlbarer gemacht hat, droht, wenn nicht rechtzeitig mit vor rech en Gahläfe tot auf dem Bette, seine Frau mit einer öffnen. Tremann lag mit einer Echußwunde in der beugender Maßnahmen eingegriffen wird, zu einem Zusammen: Schußverlegung an der linten Kopfseite bewußtlos auf dem Fußbruch der Kartoffelversorgung zu führen, der gerate teden. Sie gab nur noch schwache Lebenszeichen von sich unt gegenwärtig von nicht absehbaren Folgen begleitet märe. Diefer wurde nach dem Krankenhaus in der Achenbachstraße gebracht. Zustand wird durch die Weigerung der Produzenten, Papiergeld als Die Liche des Mannes wurde nach dem Echauhause gebracht. Ein Bezahlung anzunehmen, hervorgerufen. Infolgebeffen fönnen auch Teil des unterschlagenen Geldes wurde noch perfume die Rerfoffelgroßhändler, die vom Altinhandel nur Bapiermark für Fifenbahnverwaltung übergeben. ihre Lieferungen erhalten, nicht mehr die zur Bersorgung Berlins notmenbigen Kartoffelengen befaffen. Es soll Berliner Groß handelsfirmen geben, die ridt einen Ead Kartoffeln mehr auf Lager haben und für die nächsten Wochen auch gar nid mehr mit dem Engang von Lieferungen rechnen, wenn nicht wertbeständig: Bahlungsmittel in genügender Menge zur Verfügung gestellt werden. Auf unsere Anfrage teilt uns die Konsumgenossen schaft mit, daß fie ebenfalls aus den gleichen Gründen in den letzten 14 Tagen feine Kartoffeln mehr einlaufen lonnie. Soweit der Vorrat reicht, wird sie ihre Mitglieder noch aus den letzten Lagerbeständen versorg. n. Begen der Neuregelung der Kartoffelrichtpreise finden heute Verhandlungen zwischen den Interessenien und der Bucherpolizei statt. Die Händler verlangen die Festlegung der Richtpreise nicht mehr am Morgen, sondern am Mittag eines jeden Tages, damit der neueste Devisenfurs bzw. jede weitere Geldentwertung gleich berück fichtigt, d. h. dem Käufer aufgebürdet werden kann. halten fennzeichnet. Mittagessen für Notle denve. Speisen für Unbemittelte und für Notleidende werden durch die Die Einrichtungen der Stadt Berlin zur Beschaffung warmer freie Wohlfahrtspflege der auf diesem Gebiete arbeitenden Bereine ergänzt. Auch die Internationale Arbeiter Hilfe be. teiligt sich an dieser Arbeit, wobei sie aber die Berührung mit bürgerlichen Bereinen meidet. Sie unterhält in Berlin bereits eine Reihe Speiseausgabestellen, durch die fie Notleidende mit Mittag essen verforgt. Die Zahl der von ihr ausgegebenen Bortionen be läuft sich jeẞt auf 10 000 pro Tag, bie fich auf 15 von den 20 Verwaltungsbezirken Berlins verteilen. Die meisten Ausgabestellen liegen naturgemäß in den Arbeitervierteln des Nordens, wo auch besondere Ausgabestellen für Frauen und für Kinder eingerichtet sind. Das Essen wird ganz unentgeltlich gegeben, doch werden Ermittlungen über die Bedürftigkeit angestellt, um Mißbrauch zu verhüten. Familien, deren Oberhaupt erwerbslos ist oder die mit viel Kindern gesegnet" sind, fommen in erster Linie in Betracht. Das Essen wird von der städtischen Zentra'füche in der Wörther Straße zubereitet und in den der Stadt gehörenden Kübeln mit ben von der Stadt gestellten Gespannen den einzelnen Ausgabe ftellen zugeführt, aber die Internationale Arbeiter- Hilfe muß alle Unkosten erjegen. Die Geldmittel sind bisher hauptsächlich aus Rußland und aus Amerita aufgebracht worden. Nach Denisenschleppern wurde gestern nachmittag die Umgebung der Passage Unter den Linden und Behrenstraße abgefudyt 8 Personen wurden festgestellt. Ein Mann, der sich den polizeilichen. Anordnungen nicht füger moite, wurde nach dem Polizeipräsidium gebracht. In der Lauenbien und Nürnberger Straße wurden 13 Personen festgestellt und ganze 7 Dollar( 1), 115 Denare und ein Scheck über 200 Denare beschlagnahmt. A Sie pfeifen auf amtliche Notierungen. „ Das Bol? hungert bei vollen Scheunen!" Dieser Satz des Grafen Bestarp ift richtig. Es gibt Landwirte, die ihr redliches Teil dazu beitragen, das Bolt bei vollen beffer unredliches Scheunen nicht, nur hungern, sondern auch verhungern zu lassen, wenn ihnen nicht Breise gezahlt werden, die weit über den amtlich zugelaffenen hinausgehen. Wir erhalten zu diesem ernsten Thema Dagegen machen fiah sonst im Reiche Strömungen und eine Zuschrift, die dieses ven traffester Profitgier diftierte BerBestrebungen bemerkbar, die dazu angetan sind, die faum ver. glimmende Glut der Münchener Straßenfämpfe zu Am Dienstag, den 23. Oftober 1923, befand ich mich zum BeRiefenfeuer auflodern zu lassen, in dem die gesamte suche meines Schwagers in Roßlau an der Elbe. Mein Schwager völtische Bewegung ihren Untergang finden fann." bat mich, mit ihm zu den nächsten Rittergütern zu gehen, um Rar toffeln zu laufen. Ber Rad fuhren wir zirka 25 Kilometer nach Wer ist es denn gewesen, ber dieses Riefenfeuer entfacht hat. bem Rittergut Doberis( Inhaber Kammerherr v. Kalisch). In einer öffentlichen Bersammlung, die die 82. Abteilung cenn nicht die Deutschnationalen und die Deutschvölkischen, die mir sprachen beim Befiger sowie Inspektor vor und fragten, ob Steglih zu gestern abend einberufen hatte, sprach Genoffe Heinebenso verblendet waren wie Hitler, der jetzt als Brügel wir für uns 4 Familien zirka 40 Bentner Kartoffeln haben fönnten. rich Ströbel über die politische Lage. Die Bersammlung war sehr fnabe herhalten muß! Ete follten lieber schweigen, um nicht die Die Antwort war: Wieviel Gelb haben Sie?" Bir gaben an, gut besucht, auch unsere Gegner von der linften Seite waren start Kluft zwischen dem Boltsgeist im Norden und Süden, die daß fofort 60 Milliarden als Anzahlung zur Stelle sind und morgen vertreten. Die Abteilung hatte aber die nötigen Sicherheits. durch die konfessionelle hetze der Graefe- Goldetee und bei Abholung der Ware( d. h. 24. Oftober 1923) der Rest bezahlt maßnahmen getroffen, um unliebsame Borgänge, wie sie sich bei feines süddeutschen Anhangs aufgerissen wurde und die durch die wird. Die amtliche Notierung der Kartoffeln war am 23. und der letzten Versammlung zeigten, von vornherein zu verhindern. 24. Oftober 1923 pro 3entner 3,5 Milliarden Mart. Als Ant. Die Versammlung verlief infolgetessen in verhältnismäßiger Ruhe neueste parole:" Nicht München, sondern Berlin" noch verwort erhielten wir:„ Wenn Sie für den Zentner 12 Mil- und Ordnung. Nach dem Referenten sprach bei 25 Minuten Redezeit liarden bezahlen wollen, dann tönnen Sie die Kartoffeln haben, ein Bertreter der KPD., der zunächst einigermaßen fachlich vorging, wenn nicht, dann tut es uns leid. Bir werden die Kartoffeln in bann aber sich in starken Angriffen gegen die Leitung der VSPD. Mieten legen und im November/ Dezember verfaufen, dann befommen wir Goldgeld dafür." Alle meine Vorhaltungen, daß dadurch die Not vergrößert wird, half nichts, ebenso wurde unser Bitten, doch wenigstens einige Zentner zu dem amtlich notier ten Breise abzulaffen, abgelehnt. Ist es nicht schredrich, wenn man sich durch Arbeit etwas Geid zufammengefragt hat, Möbel verkauft usw., und fann nicht mal Kartoffeln bekommen, wo welche da find, im Gegenteil, man muß sich noch gefallen lassen, wie dieser Kartoffelhänder fich äußert:„ Erst miete ich die Kartoffeln ein und warte eine höhere Rotierung ab." Borstehende Angaben bin ich bereit zu beeiden. größert wird, weiter zu verbreitern. Sie laffen sich nicht auflösen. München, 16. November.( TU.) Mit der Unterschrift der Parteileitung der nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei wird in München ein Flugblatt verbreitet, worin es heißt, daß die nach einem Treubrud angeordnete Auflösung der Partei nicht anerkannt werde, und daß die Partei mit zäher Treue an ibrem Deutschtum, an ihrer Mission und an ihrem Willen zum Siege festhalten werde. Es war vorauszusehen. Der Reichstanzler Dr. Stresemann hat bisher eine flare Stellungnahme zu den Münchener Ereignissen vermieden. Es ist Deshalb vielleicht richtig, wenn man annimmt, daß eine Aeußerung der offiziellen Bresseforrespondenz der Deutschen Boltspartei zu dieser Frage auch die Zustimmung des Reichsfanglers findet. Es heißt da im Anschluß an einen Artikel der Münchener Neuesten Nachrichten": „ Das Münchener Blait hat zweifellos recht, wenn es schreibt, daß der einzige traurige Erfolg, den Hitler und die mit ihm Jym. pathifierenden Kampfverbände hätten erringen fönnen, ber intergang des deutschen Boltes gewesen sei. Leider erfolgt diese Feststellung etwas spät, wenigstens soweit sie Bffentlich gemacht wird. Die Entwidlung, die die Dinge in München genommen haben, war doch vorauszusehen." Am 16. November foftete 1 Zentner Kartoffein etwa 2½ Billionen. Wenn jener Landwirt an diesem Tage ben Kartoffelpreis in gleicher Weise steigerte, würde er nicht weniger als rund 9 Bil fionen für den Zentner Rartoffeln verlangen. Dieser Bergleich rückt die Unverschämtheit der in der Zufchrift wiedergegebenen Preis forderung erst in das rechte Licht. gefiel. Er wurde von groei Disfuffionsrednern unserer Partei abge. fertigt, und auch der Referent zerpflüdte in seinem Schlußwort bie Gründe des Gegners. Nach einem furzen Schlußwort des Bersamm lungsleiters ging die Bersammlung in Ruhe und Ordnung auseinander. Billionen ftaft Millionen. Bon den 3 weimillionen. scheinen der Stadt Berlin ist eine gefälschte Note an gehalten worden, auf welcher der Werbaufdruck Millionen" in Billionen" geändert worden ist. Die Stadt Berlin hat feine Billionenscheine in den Verkehr gegeben. Fünffache Invalidenbeiträge. Durch Berordnung des Reichsarbeitsministers find die Beiträge in der Invalidenver. ficherung vom 19. November ab wiederum verfünffacht worden. Um dem Bublifum Gelegenheit zu geben, die Marken noch zu den bisherigen Breifen zu erstehen, find die Martenverkaufs. stellen im Berwa'tungsgebäude, Am Köllnischen Bort 4( früher Marinehaus), auch am Sonntag, den 18. November, in der Zeit von 9 bis 2 1hr geöffnet. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß von Montag ab auch für die zurüdliegende 3eit bie 4036 Wucher- Straffachen in einem Monat. Marfen nur zu den erhöhten Preisen abgegeben werden dürfen. Die Arbeit des Wucheramtes zum Schuße der Bevölkerung. Not und Hilfe. Für den Verwaltungsbezirk Charlotten. Im Oftober 1923 find bei der Abteilung W des Polizeiburg wird am Montag, 19. November, 7 Uhr, im Charlotten präsidiums( Bucherabteilung) insgesamt 4036 Straffachen burger Rathaus eine Rundgebung veranstaltet. Ueber Allge wegen Bergehens gegen bie notwirtschaftlichen meine Not und ihre Linderung durch die Hilfe aller sprechen Ver Bestimmungen bearbeitet worden. Hiervon wegen Höchstpreis treter des Bezirksamts. der Wohlfahrtspflege, der Arbeiterschaft, der Es ist seltsam, wiepiel Beise sich jetzt meiden, die alles voraus. überschreitung, Preiswuchers, Kettenhandels und Abgabeverweige Frauen, der Jugend. Jeder, der helfen will, ist willkommen. rung 2451, wegen Nichtauspreisung 127, wegen unerlaubten Han gesehen haben wollen. Wenn das bei den Prominenten der Bolts dels bzw. Großhandels 152, wegen Leistungswuchers 1192 und partei aber wirklich der Fill war, muß man doch erstaunt fragen, wegen sonstiger Bergehen( gegen Ein- und Ausfuhrbestimmungen, weshalb nicht der Brunnen zugedeckt wurde, ehe das Kind hincin gegen Borschriften gegen äußere Kennzeichnung von Waren, gegen fiel. Bisher betam die Sozialdemokratie auf alle Bor Rationierungsbestimmungen usw.) 114 Fälle. An die Staatsanwalt stellungen immer dei Antwort:„ Die Dinge in Bayern liegen fchaften und Zollämter wurden 2083 Sachen abgegeben. Wegen gar nicht so schlimm, es wird sich alles schiedlich- friedlich lösen." Was notwirtschaftlicher Bergehen wurde in zwei Fällen ein Handelsentspricht nun eigentlich den Tatsachen? Verhält es sich wirklich so, verbot und in 190 Fällen eine Verwarnung ausgesprochen. Bon wie die Korrespondenz nachträglich andeutet, so fann man der den Marktgerichten wurden insgesamt 270 Fälle abgeurteilt, und Bolkspartei und ihren Führern den Vorwurf nicht ersparen, daß sie zwar wegen Preistreiberei 76, wegen unerlaubten Großhandels 12, es mit ihren Pflichten dem Reiche gegenüber zum min- megen Fehlens von Preisaushan en 182. Neben erheblichen Geldstrafen wurden noch Befängnisstrafen verhängt und auf die Eindesten sehr leicht genommen hat. ziehung von Erlösen erkannt. Insgesamt erfolgt 678 rechtsfräftige Berurteilungen. Beschlagnahmt wurden u. a. Butter, Schmalz, Margarine, Gier, fondensierte Milch, Fleisch, Bich, Obst und Gemüse, Kartoffeln, Mehl und Kolonialwaren, Sprit, Rognat, Ulsterstoffe, Roh- Naphthalin im Gesamtwert von vielen zehntausenden Gold Der Sozials mart. " 9 " Irania. Am Sonnabend 6 und 8 Uhr und Sonntag nachm. 6 Uhr, ibiichteringenieur Doher über den Bau eines Riefenbucht feuern ben Bintich werten Berlin, über Schulschiffsausbildung beim Nood. Lloyd und über Baden- Baden. Sport. Ter Ningerivettitreit im Walbalin- Theater um den Groken Preis von Berlin, unter Leitung des Internationalen R nger- Verbandes, wurde am Freitag mit vorangehendem olänzendem Varieteeprogramm ein eleitet. meriten Stampf des Wettstreites leifteten Dittmann Berlin und Kornblum Vodz schnelle Arbeit; Stornb'um fornte fchon nach 8 Min. Dittmann durch eine gutgelungene Müble auf beide Shultern legen. Sieg fries II Norddenischt. und willing Berlin famen nach flottem empf zit teinem Ergebnis. Als legtes Baar rangen Macdonald Schottland und Bartowsft. Berlin und brachte ein unerwartetes Resultat zustande. Bartowsti fonnte nach 16 Minuten den schweren Macdonald durch Abfallgriff auf die Matte feffeln. Theater der Woche. ohne Schatten. 26. Bioletta. Schauspielhaus: 18., 20. und 28. Minna von Rammerspiele: 19. Frühlings Erwachen. Theater Was soll das bedeuten? Attentat auf einen Sozialdemokraten. demokrat von Reichswehr verhaftet. 3widaui. S., 17. November.( Eigener Drahtbericht.) Heufe Ein Notruf der Märkischen Wanderbühne“. morgen gegen 8 Uhr ereignete fich in Rehjhtau im Bogfland Bon seiten der Gesellschaft für Bolfsbildung, Marfifche folgender auffehenerregender Borfall: Es erschienen bel dem lang- anderbühne", geht uns folgender Notruf zu: Das Verkehrsminifterium läßt durch seine Gold jährigen Parteigenoffen und Stadtrat Hirsch zwei 3iviliffen und verlangten Einlaß, worauf fie 10 bis 12 Revolverschüife tarifpolitit tas einzige Sunflinfiitut zugrunde gehen, bas den gegen die Wohnung des Genoffen Hirja atgaben. Glüdlicherweise immer mehr und mehr vereinsamenten Provinzstädten in dieser wurde niemand verleht. Es traten den beiden Verbrechern Polizisten schweren Zeit hin und wieder Stunden der Erbauung und der Freude gebracht hat. Und warum? Wir fönnen die Billionen, entgegen, auf die fie ebenfalls fchoffen. Dabei wurde der eine der die für die Beförderung von drei Reiseförben mit beiden schwer verwundet, und es gelang, beide feffzunehmen. Dabei Kostümen und Borhängen täglich notwendig sind, nicht mehr auf stellte sich heraus, daß die betreffenden Zivilisten unter der bringen und bitten bas Berfehrsministerium, daß es zum Nutzen Zivilkleidung Reichswehruniform frugen. Bald der All emeinheit die wenigen Reifeförbe unentgeltlich darauf traf in eßichtau in zwei Automobilen befördert. Die Eisenbahn behauptet aber, einen fo'chen Berlust nicht Reichswehr ein. nahm Absperrungen vor und verertragen zu fönnen. Gewinnt benn aber die Eisenbahn durch die Nein, fie verliert die haftete ohne ieben ersichtlichen Grund den Ge- Schließuna der Märkischen Wanderbühne? nossen Hirsch sowie dessen Sohn. Die Bevölkerung ist täglichen Billionen Fahrgelder, die wir für unser Personal ausgeben müssen. Bon zwei lebeln glaubt das Berkehrsministerium das über dieses Borgehen in großer Erregung. größere wählen zu müssen, nämlich den Verlust der täglichen Fahrgelber und den Berlust des ideellen Gewinns, den die Märkische Wanderbühne bisher der Allgemeinheit brachte. Der Herr Reichspräsident und die Herren Minister, die die Märkische Wanderbühne erhalten wissen wollen, wollen in diesen Tagen gemeinsam neue Es ist Schritte beim Reichsverkehrsministerium unternehmen. bringend zu wünschen, daß diese Schritte von Erfolg begleitet sind, damit den wenigen erfreulichen Dingen in diefen unheilvollen Tagen Theater am Kurfürstendamm: Das Prinzip. Reues Theater am Roo: Die nicht auch der Untergang beschieden ist. Vom sächsischen Landtag. Dresden, 17. November.( Eigener Drahtbericht.) In andert. halbstündiger Sizung beschäftigte sich der Landtag heute mittag mit dem kommunistischen Antrag auf Haftentlassung des fom munistischen Abg. Schneller. Nach kurzer Aussprache wurde der Antrag mit den Stimmen der VSPD. und KPD. gegen die Stimmen der Bürgerlichen angenommen. Das Wehrtreistommanto ist von diesem Beschluß sofort durch den Landtagspräsidenten der. ständigt worden und wird noch im Laufe des heutigen Nach. mittags bie Freilassung des Abg. Schneller verfügen sowie die Liften über diefen Fall sofort dem ordentlichen Gericht zur Weiter verfolgung übergeben. Im Landtag wurde heute die D andats niederlegung des Abg. 3eigner offiziell befanntgegeben. Bom 18. bis 26. November. Bolfsbühne: 18., 22. und 23. Figaros Sochzeit. 19. bis 21. Und bas Dicht fcheinet in der Finsternis. 24. und 26. Abrechnung. Heiratsantrag. 25. Der Opernhaus: 18. Tristan und Stolbe. 19. Tosca. 20. Falstaff. abtrüunige far. 21. Sannhäuser. 22. Rauberflöte. 23. Margarete. 24. Fibelio. 25. Die Fraz Barnhelm. 19., 21. und 26. Becz Gynt. 22. Fieses. 24. Canbiba. 25. Hauſt: 25., 24., 25. unb 28. Das Cafshaus. Deutsches Sheater: 19., 20. und 21. Storc. 22. Tänge und Pantomimen. 20., 22, 23, 24., 25. und 26. Tagessciten der Liebe. 21. Rabale und Liebe. Beffing- Theater: 18. bis 22., 24. bis 26. Rauf. 23. Fauft, 1. Teil. in de Königgräger Straße: Don Gil von den grünen Sofen. 21. Schweiger. Deutsches Opernhaus: 18. Aida. 19. Der Troubadour. 20. und 24. Solofernes. 21. Siegfried. 22. Mignon. 28. Carmen. 25. Götterdämmerung. 26. Tosca. Schiller- Theater: 18., 20., 22., 24. und 26. Lumpagi- Bagabundus. 19., 21. Großes Schauspiel unb 25. Ein Boltsfeind. 23. Flachsmann als Ersicher. aus: 19., 22. und 26. Der Betteiftudent. 20., 21., 23., 24. und 25. Der Rigeuner Groß Bolksoper im Theater bes Westens: 19. Die Entführung aus dem Serail. 20. und 24. Carmen. 21. Lohengrin. 22. Waltüre. 23. Schnees Renaissance flöckchen. 25. Gamson und Delila. 26. Rar und Zimmermann. Thrater: Studentenliebe. Die Tribüne: Fannns erstes Stüd. Dutsches Künstler- Theater: Tybble. Romöbienhaus: Mein Better Eduard. 21. Gefchloffen. Berliner Theater: Dolln. 21. Erdgeist. Trianon- Theater: Joujou. Refibenz- Theater: 18. und 19. Maria Magdalena. Ab 20. Galeotto. Rene Theater in der Kommandantenstraße: Charlie. baron tral- Theater: Der Revisor. Am 21. Liebelei. Friedrich With Imstädtisches Theater( Schauspieler- Theater): 18., 19., 21. unb 25. Sannele. Elga. 20. bis 24. und 26. Titus und ber Salise man. Gontin und der Haupttreffer. Komische Oper: Die Welt ohne Schleier. Luftfpiefbaus: Rebeneinander. Metropol Theater: Cafino- Girls. Neucs Operetten- Theater: Die Siegerin. Thalia- Theater: Die Scheidungsreife. Lurusfrau. Kleines Theater: Cine galonte Nacht. Wallner- Theater: Causa Raiser. Rose- Theater: 18. Jugend. 21. Das Gefeh. 19., 20., 23. bis 25. Wenn bich nur hab' Rafine- Theater: Der Chemann ohne Frau. Intimes Theaters Abendbesuch. Die L. u. t. Sose. Meine Frau ausgefchloffen. Apollo. Theater: Europa fpricht baron! Theater im Admiralspalaft: Drunte und Der 25 Jahre alte Eisenbahnbetriebsfetretär Rudolf Tre: brüber. RachmittagssoßelInngen: Boltsbühne: 25. Reine Borfte! Er Ting. Beffing- Theater: 18. Bürger Echippel. Theater in ber Röningräger mann aus der Karlsruher Str. 28 follte verhaf et werden. entzog sich der Berhaftung, indem er Selbstmord verübte, nachdem Straße: 18. Erdgeift. Echiller- Thrater: 18. Flachsmann als Craicher. 21. Na Romödien. er seine Frau erschossen hatte Tremann war bei der Stationstaffe than ber Weise. Dutsches Künstler- Theater: 18. Der Biberpela. Berliner Theater: 18. Rigoletto. haus: 18. Mabame Pompadour. auf Westend angestellt und unterschlug dort vor einigen Tagen rich Wilhelmstädtisches Theater: 18. Gaftspiel des Märchentheaters 1270 Billionen Mart. Als er nicht mehr im Dienst erschien, Refe- Theater: 18. 11 Uhr: Friebe. 3% Uhr: Das Gefes. Mord und Selbstmord. rich tein feststehender Begriff fei, empfahlen fie, bie 3nberberech zufprechen, wie es leiber, sei es aus Untenninis, fet es in Berfolg Gewerkschaftsbewegung nung beizubehalten. Den Einwand, weshalb denn die einer bestimmten Tendenz nämlich nach Berlängerung der Ar Unternehmer ihre Kalkulation auf Goldmartbafis beitszeit meistens geschieht. einstellen, begegnete man mit lahmen Ausflüchten. Jedenfalls er. Der Rüdgang des Förderandeüs je Mann und Schicht in allen Internationaler Gewerkschaftskongreß 1924. Härten bie Arbeitgeber, vor Einführung einer neuen Währung deutschen Bergbaurevieren und Bergbauarten drängt auf Erforschung Der Vorstand des Internationalen Gewerkschaftsbundes hat in auf feinen Ball anders als auf Bapiermart abzu der Ursachen, um daraus Mittel und Wege zur Abhilfe herzujetner am 8. November abgehaltenen Gigung beschloffen, den im schließen. Leider haben sich die bürgerlichen Angestellten. leiten. Daß zur Gesunbung der Wirtschaft und der Finanzen die Jahre 1924 fälligen Internationalen Gewerkschaftstongreß vom organisationen diese Argumente zu eigen gemacht und später ihre Unabhängigkeit Deutschlands vom ausländischen Kohlenbezug BorBeteiligung an einer Kampfattion zurüdgezogen. Dies 2. bis 7. Juni in Wien abzuhalten. Die Tagesordnung ist folgen gilt nach ihren Erflärungen sowohl für Teillämpfe einzelner auch, daß dazu schließlich eine Ueberschreitung der jezigen Arbeitsfolgen- gilt auslegung ist, wird heute von allen Beteiligten zugestanden und Branchen als auch für einen gemeinsamen Kampf. Bei den am zeit zum Ingangbringen des Wirtschaftsapparates im Interesse einer Dienstag vorbestehenden Berhandlungen foll ein letzter Persuch ge volkswirtschaftlich notwendigen Steigerung und Berbilligung ber macht werden, fie von der Notwendinteit der Goldmarfentlögnung zu überzeugen. Ist das nicht möglich, werden die AfA- Berbände Produktionen vorzusehen ist. Es ist aber abwegig und führt zu vers bitternden Auseinandersetzungen, wenn in der Deffentlichkeit der start genug fein, allein zum Ziel zu fommen. fundamentale Unterschied zwischen Leistung und Leistungsergebnis den Ausführungen des Berichterstatters. Die Diskussion brachte die Zustimmung der Berfammelten zu außer Acht gelassen und der Rüdgang des Förberungsergebniffes den Ausführungen des Berichterstatters. Eine Funktionärversammlung foll fofort nach den neuen Ber- ganz unfachlich einzig auf die perfürste Sichtzeit und handlungen weitere Maßnahmen beschließen. ben mangelnben Arbeitswillen der Bergleute geschoben wird, um, felbft im Wege eines Dittats, die Borkriegsarbeitszeit wieber ein zuführen. 1. Eröffnungsrede des Präsidenten. 2. Wahl der Mandats prüfungstommiffion und anderer Kommissionen. 3. Geschäftsbericht des Borstandes, Kaffenbericht und Bericht der Revisoren. 4. Statuten änderungen. 5 Organisatorische Berbindung zwischen JOB. und Internationalen Berufsfefretariaten. 6. Erledigung ber eingebrach ten Anträge. 7. Die Stellung des 3GB. in der internationalen Are beiterbemegung. 8. Die internationale foziale Celeggebung. 9. Internationaler Rampf gegen Krieg und Militarismus. 10. Der internationale Angriff von Behörden und Arbeitgebern auf die Er rungenschaften der Arbeiterschaft und besonders auf den Achistamben tag. 11. Ein- und Auswanderung. 12. a) Wahl der Länder, aus beren Vertreter Feh der Borstand zusammensetzen wird; b) Wahl ber Mitglieder des Borstandes; c) Wahl der Mitglieder des Bureaus; d) Wahl der internationalen Eefretäre. 13. Bestimmung des Bandes, in dem der nächste Kongreß stattfinden soll. Aus der amtlichen Statistik der Leistungsergebnisse im Bergs Aus dem Versicherungsgewerbe. bau geht hervor, daß der Rüdgang des Förderanteils je Mann und Bom Zentralverband der Angestellten wird uns gefchrieben: Den fürzlich mitgeteilten Gdyiebsspruch des Reichsschlichtungs. Schicht nicht erst mit der verkürzten Arbeitszeit einsetzt. Etma ausschusses Dom 5. november, der die Einführung von Gold. Die Hälfte des Ridganges entfällt auf die KriegsLöhnen im Bersicherungsgewerbe vorfah, hat ber Zentralverband eit Diese Erscheinung ist feineswegs auf Deutschland beschränkt, ber Angestellten wie auch bie übrigen am Tarifvertrag beteiligten fie iff in allen am Krieg beteiligten bergbautreibenden Ländern zu Angestelltenverbände abgelehnt, da die zugebilligten Gold beobachten, ja selbst die Neutralen sind nicht davon verschont_ge= Die Berichterstatter zu den verfájiebenen Punkten der Tages föhne wahre hungergehälter darstellten. Rein Bunber, bag ber blieben. Die Ursachen müssen daher tiefer gesucht werben. Erste ordnung follen veranlaßt werden, ihre Berichte fo zeitig beim Arbeitgeberrerband beutscher Versicherungsunternehmungen tros Renner der bergbaulichen Verhältnisse haben diese Frage untersucht Bureau des JGB. einzureichen, daß sie übersetzt und noch einige feiner grundfäßlichen Gegnerschaft gegen Goldföhne fich beeilt hat, und es tann festgestellt werden, daß sowohl Unternehmer als aud Beit vor dem Zusammentritt des Rongreffes an die Rongreßteil ben Schiebsspruch vom 5. November anzunehmen und feine Arbeitnehmervertreter dabei in wesentlichen Punkten zu durchaus nehmer versandt werden können. Ferner ist in Aussicht genommen, Berbindlichkeitserklärung zu beantragen! Bektere ift erfreulicher. ähnlichen Resultaten gelangten. Auf einige tnappe Formeln ge baß bereits zu Beginn des Rongrcffes einige Rommiffionen einge- weise durch das Reichsarbeitsministerium nicht erfolgt. Die end bracht, läßt sich das Untersuchungsergebnis etwa mie fegt werden, denen der Auftrag erteilt wird, zusammen mit den Be- gültig entscheidende tarifliche Reichsschiedsstelle" hat nunmehr die folgt beschreiben. Eine ganze Reihe von Gründen find maßgebend richterstattern die vorgelegten Berichte durchzuarbeiten, die bann mit Goldmartmonatsgebälter des Schiebsspruches vom 5. Rovember für den Rückgang des Förderanteils, und zwar: eventuellen Aenderungen und Vorschlägen bem Kongres vorzu- um 25 Broz. erhöht und außerdem auf die fich fo ergebenden Wochenlöhne für die ersten beiden Wochen eine außerordentliche Tegen find. Bulage von je 12% Broz. bewilligt. Bom Falle der Unmöglichkeit Der Borstand des JGB. hat weiter beschloffen, unmittelbar vor abgesehen sind mindestens 20 Pro3. der Bezüge in wert bem internationalen Gewerkschaftsfongreeß 1924 in Wien eine 2r- beständigen Zahlungsmitteln auszuzahlen. Am Diens. beiterinnentonferenz abzuhalten. In dieser Konferenz taa, den 20. November, tritt ein von den Bertragsparteien ge= follen unter anderem die Beziehungen zum Internationalen Arbeite bildeter Ausschuß zur Prüfung der Frage zusammen, ob zwingende rinnenbund fefigelegt werden. Außer den Bertreterinnen des Inter- Gründe vor'iegen, die bestehende Regelung abzuändern. Einigen nationalen Arbeiterinnenbundes fönnen nur folche Delegierte zu fich die Parteien nicht, so entfcvitet der Reichs'chlichtungsausschuß" gelaffen werden, die von den bem IGB. angeschlossenen Landes, endaüli, der fpätestens am 22. November zusammenzutreten bat. zentralen entfandt werden. Die Konferenz joll am Sonnabend, den 31 Mai, stattfinden. Die Tagesordnung wird später festgelegt werden. Das Reichsarbeitsministerium dementiert. Das Reichsarbeitsministerium versendet durch das Wolffbureau folgende Berichtigung: Nach Zeitungsnachrichten soll der Stadtverordnete Reimann in der Berliner Stadtverordnetenversammlung vom 15. Nobember erklärt haben, eine Kommission der Brauerei und Mühlenarbeiter fei im Reichsarbeitsministerium, wohin sie zu Lohnverhandlungen geladen gewesen sei, verhaftet morden. Die Wochenlöhne bewegen sich im Rersicherungsgewerbe bei den über 20 Jahre alten Angestellten zwischen 18,34 und 30.28 Goldmart. Hierzu fommen noch die tariflichen Rulonen( Alterszulage, Hausholtszulage, Rinderzulone) fowie negebenenfalls ein Orts. zuschlag, der beispielsweise für Berlin 10 Proz. beträgt. Daß auch diese Gehälter noch feineswegs ausreichend find, hot die Reichsfchiebsstelle felbft dadurch anerkannt. baß fie für bie beiden ersten Wochen eine usoleichsqu'ape bewilligte und die Möglichkeit einer demnächstigen Revision der Gehälter eröffnete." J Zur Kündigung der Bergarbeiter. Nach§ 1 der Verordnung vom 8. November 1920, ergänzt burch Das Reichsarbeitsministerium hat mit dem Lohnstreit der die Verordnung vom 15. Oftober 1923, find tie Inhaber oder Leiter Brauerei und Mühlenarbeiter in feiner Beise zu tun gehabt. Don Betrieben, in denen in der Regel mehr als 20 Arbeiter beschäf Weber haben seine Referenten an irgendwelchen Berhandlungen tigt find, verpflichtet, bevor sie zur Kündigung und Entlassung barüber teilgenommen, noch haben solche Verhandlungen in von 5 Broz. der Arbeitnehmer, wenn in der Regel 200 Arbeitnehmer feinen Räumen stattgefunden, noch ist im Reichsarbeitsministe- beschäftigt find, zur Ründigung von mehr als 50 Arbeitern foreiten, rium jemals irgendein Bertreter von Arbeitgebern oder Arbeits bei ter zuständigen Demobilmachungsbehörde nehmern verhaftet oder in feiner Bewegungsfreiheit irgendwie Anzeige zu erstatten. Die beabsichtigte Maßnahme darf eingeschränkt worden. ohne Zustimmung der Demobilmachungsbehörde nicht vor Ab auf von pier Wochen nach der Erstattung der Anzeige getreffen werden. Der Bergarbeiterverbond bat z. B. durch Anfrage bei den in Frage fommenden Demobilmachungskommissaren fest gestellt, daß eine solche Angeine nicht gemacht worden ist. Die Rün igungen der Belegschaften am 15. Movember zum 30. November find somit ungefeglich und damit auch rechtsunwirtfam. Daran ändert auch die Tat ache nichts, daß der Zechenverband mit dem Reichswirtschaftsministerium in Berhandlungen steht. Die ganze Berichtigung ist nichts als ein schlechter Scherz. Die Delegierten der Brauerei und Mühlenarbeiter wurden, wie im Borwärts" mitgeteilt worden ist, beim Demobilmachungs. tommiffar verhaftet, der dem Reichsarbei'sminister untersteht. Statt ein berarti lächerliches Tementi in die Welt zu senden, hätte der Reichsarbeitsminister Beffer getan, uns mitzuteilen, was er gegen den betreffenden Demobilmachungstommiffar, der Arbeiter. bertreter in eine Falle fodt, unternommen hat. liarden Mart. Für Montag, den 19. november, ift auf Veranlassung des preu Bischen Ministers für Hantel und Gewerbe eine Sigung nach hamm einberufen worden, an der Bertreter der Arbeitnehmer, der Arbeitgeber, die Demobilmachungstommiffare, das Reichs fommissariat und das Oberbergami teilnehmen. Zur Debatte wird die Entlassung der Arbeiter stehen. Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung. Die wochentäglichen Unterstügungsfäße für Erwerbslose be tragen: Jm unbefehten Deutschland für die Zeit vom 12. bis 17 Nonember in Ortst'affe A für Männer über 21 Jahre 420, unter 21 Jahre 250; für Frauen über 21 Jahre 340, unter 21 Jahre 200. Als Familienzuschläge für den Ehegatten 150, für jedes Kind und Neue Bergarbeiterlöhne. Im Bergbau wurden heute für bie jeben fonftigen unterstützungsberechtigten Angehörigen 130 Mil- Lohnwoche vom 12. bis 19. november die Durchschnittstariflöhne burch ein im Reichsarbeitsministerium zufammengetretenes Schiebs, gericht festgelegt. Sie betragen in Goldmart: für den Ruhr. bergbau 420 je Schicht, für den oberscht: fifchen Steinfohlenbergbau je Schicht, für ben niederschlesischen Bergbau 2,50 je Schicht, für ben fächsischen Steinfohlenbergbau 2,70 je Sajidht, für den mittel. deutschen Brauntohlenbergbau 2,50 je Schicht. Diese Löhne, die zwischen 15 und 25,20 m. die Woche betragen, liegen nicht allein tief unter den Friebenslöhnen, sie sind angesichts der Teuerung in Gold völlig unzureichend, auch wenn man die Deputattohle mit in Rechnung ftellt. 230; 320, 190; 140,120. In Ortsklaffe B find für die gleichen Gruppen zu zahlen: 390, In Ortsklasse C 360, 210; 300, 180; 130, 110. In den Ortstlaffen D und E 330, 190; 280, 170: 120, 100. Die Familienzuschläge dürfen insgesamt den einfachen Hauptunterſtügungssag nicht übersteigen. Im besetzten Gebiet darf zu fämtlichen Sägen ein Zuschlag von 12 vom Hundert gewährt werden, 3 nis, baß bie Beiträge für die 46. Boche in derfelben Höhe erhoben werben wie in Berband der Buchbluber und Bapierverarbeiter. Den Mitgliedern aur Kennt Bertragskündigung in der deutschen Holzinduftrie. Der Arbeitgeberverband der deutschen Holzindustrie hat den Reichsmantelvertrag gekündigt, der damit am der Borwoche. 15. Februar 1924 abläuft. Diese Vertragskündigung erftredt sich augleich auf etwa 25 Landes- und Bezirksverträge, die auf dem Reichsmantelvertrag basieren. In Betracht kommt die gesamte Deutsche Bau- und Möbeltischlerei, die Holzwarenund Holzspielwarenindustrie und der größte Teil der Klaviers industrie. Den gekündigten Verträgen unterstehen etwa 19000 Betriebe mit 200 000 Arbeitern. Der gekündigte Bertrag fiebt vor, daß spätestens vier Wochen nach der Kündigung die Verhandlungen über etwaige Erneuerung bes Vertrages aufgenommen werden müffen. Die Ortsverwaltung. Wirtschaft Das Leistungsproblem im deutschen Bergbau. Aus Bergarbeiterfreifen wird uns geschrieben: 1. bes Arbeiterburch. Berschlechterung schnitts in förperlicher und sonstiger Beziehung infolge des Krieges und der Kriegsfolgen; 2. Mangel an gelernten Arbeitern( Hauer) und bie Unzulänglichkeit der Ausbildung; 3. mangelnde Berufseignung vieler Belegschaftsmitglieder, die wahllos angenommen und planlos an die Stellen geftellt werden, die gerade frei find, unbefümmert darum, ob sie fich dazu eignen oder nicht; 4. die demoralisierenden und betriebshemmenden Wirkungen ungleicher Behandlung; 5. Bermehrung des faufmännischen Berfo. nals infolge der Inflation und der Uebertagsbeleg fchaft infolge Bergrößerung der Tagesanlagen, Reparaturmeri stätten ufm. und der sich daraus ergebenden Berschiebung in der Busammensetzung der Belegschaften; 6. dauernde Beunruhigungen der Belegschaft infolge innerer und äußerer Einwirkungen; 7. schlechte Begäh-( Handwertszeug des Bergmanns) und Materialwirtschaft sowie mangelnde materialien und Betriebs mittel; 8. unzulängliche bzw. zurüdgebliebene Aus- und Borrichtung, fomie mangelnde technische und maschinelle Ausrüstung; 9. unzulängliche Betriebsorganisation und Mangel an wissenschaftlicher Betriebsführung; 10. Wagenmangel und die dadurch verursachten direk. ten und indiretten Störungen der Förderung. " Objektiv bergbauliche Sachfenner weisen darauf hin, daß durch Behebung jener Mängel und eine wissenschaftliche Betriebsführung eine Fördersteigerung von mindestens 40 bis 50 Pro gent möglich ist, ohne daß die Schichtzeit verlängert oder die Arbeiterzahl vermehrt zu werden brauche. Solche Feststellungen hat jüngst im Glüdauf", einer Fachzeitschrift, der Bergossessor Dr.- Ing.& Sieben für den Steinkohlenbergbau getroffen.„ Der Bergbau ist bis heute tein Großbetrieb geworden, sondern ein fo faßt er feine intereffante Unter großer Kleinbetrieb geblieben" fuchung zusammen. Dipl.- Ing. Ehlers fommt für den Braunfohlenbergbau zu ähnlichen Ergebnissen, indem er an mehreren Bein spielen nachweist, wie durch Störung, unzwedmäßige Anlage, durch Nachläffigkeit und mangelhaft ausgebildete Bedienung Berlufte ent stehen, die die Leistungsintensität nur tnapp bie Hälfte deffen erreichen lassen, was praftijd, möglich ist. Um wieviel tönnte die soziale Atmosphäre entgiftet und dadurch der Boden für eine fruchtbare Verständigung gewonnen werden, wenn man die von der Schichtzeitverfürzung und vom Leistungswillen der Bergleute unabhängigen Ursachenreihen der Minderung des Förderergebnisses auch von Unternehmerseite rüdhaltlos zugestehen und auf ihre Beseitigung hinstreben würde. Hufarenritte, wie sie die Bergbauunternehmer des Ruhrgebiets unter Stinnesscher Anführung fürzlich durch das Dittat von Unna gegen die Siebenstundenschicht vollbrachten, find finnwidrig. Mit ein feitigen Verfügungen der Unternehmer, aber auch mit gefeßlichen Diktaten wird nichts gewonnen. Berbitterte Menschen sind zur Höchstleistung unfähig. Der Wirkungsgrad bergbaulicher Arbeit muß durch planmäßige Menschenöfonomie, nicht durch bloße Betriebsökonomie allein, erhöht werden. Man muß mit den Berg[ euten auf dem Boden der Gleichberechtigung und des für fie törperlich und psychisch möglichen verhandeln, wozu sie wie wiederholt Rundgebungen und mehrere Ueberschichtenabkommen praktisch beweisen auch willens find. Be. Goldmarkpreise auch in den Staatsforsten. Bom 2. November ab find, wie ber Amtliche Breußische Pressedienst mitteilt, die Bertaufsbedingungen für Holzverläufe in ben preußischen Staatsforsten grundlegend geändert Der Bertauf des Holzes erfolgt nach Goldmart. Bei öffentlichen Berkäufen find die Gebote in Goldmart abzugeben, nur bei Berläufen für den rein örtlichen Berkehr fann bis auf weiteres noch nach Bapiermark verkauft werden. Auf diesen Berkäufen muß aber fofort nach dem Ber Als Leiftung" eines Bergarbeiters wird noch häufig bas Ber- fauf bar bezahlt merben. Für die Berlaufsabschlüsse in Goldhältnis der vermeribaren Fördermenge zum Berg- mart beträgt die Zahlungsfrist 3 Bochen. Solange die Papier arbeiter( Hauer, Belegschaft unter Tage, Gesamtbelegschaft) und zur mart noch allgemeines Zahlungsmittel ist, wird der fällige GoldDer Kampf der Angestellten um Goldlöhne. Zelt( Jahr, Schicht, Arbeitsstunde) verstanden. Der Ausbrud martbetrag am Zahlungstage in Bapiermart nach dem für diesen Die Funktionäre des Af- Metallfartells nahmen gestern abend Beiftung" hierfür ist jedoch irreführend. Leistung ist nicht gleich Tag gültigen Umrechnungsfag für Reichssteuern und Zölle umgeben Bericht der Berhandlungskommission über die Berhandlungen bebeutend mit Leistungsergebnis. Beistung ist das Maß rechnet. Bird ber Kaufpreis innerhalb der Zahlungsfrist nicht mit dem BBMI. zweds Abschluß eines Gehaltstarifs auf Gold vom Aufwand an Arbeitsmihe der Bergarbeiter, etwas bezahlt, so treten ohne besondere Mahnung Berzugszinsen in führungen über die Stellungnahme des AF- Bundes zu diefer For- toren abhängt( Flöz, Gebirgs- und sonstige Berhältniffe), daß sich strafen, die in den allgemeinen Berkaufsbedingungen festgelegt sind, martbasis entgegen. Günther verbreitete fich in lingeren Aus- anderes ist das Leistungsergebnis, deffen Höhe von so vielen Fat. Kraft, bie bis auf weiteres 8 Proz. jährlich von dem Goldmarkberung. Sämtliche Verbände haben ihre Zustimmung gegeben. ihr Steigen und Fallen vielleicht im einzelnen Falle, nicht aber für werden in Zukunft in Goldmark berechnet. Selbst GdA. und Gedag waren entschloffen, in die Kampffront ein- einen ganzen Bezirt, auf eine Mehr oder Minderanstrengung der zutreten. Bei den Berhandlungen beim BBMI. äußerten die Unter Belegschaften zurückführen läßt. Die Leistung läßt sich nur von Fall nehmer ihr Erstaunen barüber, baß die Arbeitnehmer ben zu Fall und selbst dann nicht einmal zuverlässig ermitteln. Es ist Goldmarflohnschwindel" aufnahmen. Da die Goldmart barum vollkommen falsch, das Leistungsergebnis als„ Beistung“ anPreiswertes Angebot! Engl. LederManchesterArbeitsHosen Gestreifte Knaben- Stoff- u. Wasch- Anzüge auch einzelne Knaben- Hosen München- Gladb.Hosen- Zentrale NW. 87, Beusselstr. 39, Blauer Laden, am Ringbahnhof Beusselstr Fahrgeldvergütung " Korb- u.Rohr möbel Eig.Fabrik, stets herMarken- Zigaretten Quittungs- Marken Berantwortlich für Bolitit: Eraft Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; und Gonftiges: Frig Aarstäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S. Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret Berlaasanftalt Baul Ginger u. Cs.. Berlin GW. 68. Lindenstraße S. Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski: Lokales und vorrag Neuh. Gr. Aus Tabak u. 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