Nr. 543 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 271 Bezugspreis: Bom 18.- 24.November 600 Milliarder oder 1 Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 18.- 24. No Dember für Deutschland, Danzig, Saar und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Lugemburg 800 Milliarden, für das übrige Ausland 1 Billion. Boft bezugsprets freibleibend. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags. beilage., Bolt und Beit", bez Unterhaltungsbeilage..Heimwelt" und der Beilage..Siedlung und Kleingarten" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 84 Milliarden Anzeigenpreise: Die ein spaltige Nonpareillezeile 0,70 Goldmart, Reklamezeile 3,50 Goldmart. Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 0,20 Goldmart( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jebes meitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Wort 0,05 Colomart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Die Polifit Stresemann nicht im Zweifel darüber gelassen, daß diese Zudes driften Kabinetts Stresemann sand dabei schärffte stände die sozialdemokratische Reichstagsfraktion zur schärf= Krifit. Entscheidend wirkte in den Verhandlungen die Tat- ft en Opposition zwingen würden. fache, daß die sozialdemokratische Forderung nach Aufhebung des militärischen Ausnahmezustandes nicht nur nicht erfüllt worden ist, sondern daß sich vielmehr unter feiner Herrschaft besonders in Sachsen und Thüringen Zustände entwickelt haben, die zu dem allerentschiedensten Protest Anlaß geben. Es bestand Einverständnis darüber, daß einer Reichsregierung, die die Berantwortung für diese Dinge zu fragen hat, das Berirauen nicht zugebilligt werden kann. In welcher Form das Mißtrauen der Fraffion gegen diese Regierungspolitik zum Ausdrud gebracht werde, wird in einer besonderen Sihung heute nach Schluß des Plenums entschieden werden. Der militärische Ausnahmezustand blieb dennoch bestehen. Unter diesen Umständen kann das Ergebnis der gestrigen Fraktionssigung nirgends überraschend wirken. Zu Rednern in der politischen Aussprache wurden die Genossen Wels und Rosenfeld bestimmt. Als der Reichskanzler des militärischen Ausnahmezustands kann Herr Stresemann nicht durch das Bertrauen der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion gestützt werden. Als der Reichskanzler des militärischen Ausnahmezustandes fann er von ihr nicht toleriert werden. Und da ihm persönlich die Möglichkeit fehlt, sich eine Stütze nach rechts zu suchen, sieht man auch keine Möglichkeit mehr für ihn, einem Mißtrauens votum des Reichstags auszuweichen. Die Entscheidung wird voraussichtlich am Donnerstag oder am Freitag nach langer bewegter Debatte fallen. Was soll nun geschehen, wenn Herr Stresemann sein Mißtrauensvotum in der Tasche hat? Als in der Nacht vom 26. auf den 27. September in einer Die Zeit" hat wiederholt erklärt: dann bleibe nichts eiligst zusammenberufenen Sigung des Reichskabinetts die anderes übrig als die Auflösung. Das ist aber nicht Berhängung des militärischen Ausnahmezustan des über das ganze Reich beschlossen worden war, wurde uns richtig. Die Notwendigkeit zur Auflösung ist erst dann gegesagt, daß dieser sehr eilige, fast überstürzte Beschluß gefaßt geben, wenn es nicht gelingt, eine neue Regierung zu bilden, worden sei, um für ein energisches Vorgehen gegen die der eine Mehrheit des Reichstags die verfassungsmäßige Mögbayerische Erhebung eine verfassungsrechtliche Grund- lichkeit zur Führung ihres Amtes gewährt. Wie fann eine solche Regierung gebildet werden? Wahrlage zu schaffen. Am Tage vor dieser Nacht hatte die banerishe scheinlich wird sich schon bei den bevorstehenden Abstimmungen Regierung v. Knilling den Belagerungszustand für Bayern zeigen, daß eine Kombination mit der Sozialdemokratie nicht beschlossen und den Regierungspräsidenten v. Kahr als möglich ist. Denn die sozialdemokratische Reichstagsfraktion Generalstaatskommissar eingelegt. Der militärische Reichs wird die Aufhebung des militärischen Aus ausnahmezustand sollte den bayerischen Belagerungszustand nahmezustandes beantragen für diese stimmen heißt rechtlich beseitigen und die vollziehende Gewalt aus den Hän- dann, die Haltung des Reichskabinetts, das ja bisher hartden Kahrs in die eines loyalen Reichswehrgeneral: hinüber nädig am Ausnahmezustand festhält, in der entscheidenden leiten. Dieser Reichswehrgeneral hieß bekanntlich v. Lossow. Frage mißbilligen. Zu einer solchen Mißbilligung werden sich Zweifellos hat zum mindesten ein Teil des damaligen Demokraten und Zentrum von der Volkspartei gar nicht zu Kabinetts in gutem Glauben gehandelt. Der militärische Aus- reden- kaum aufschwingen. Die Sozialdemokratie fann mit nahmezustand sollte nach seiner Meinung eine Waffe gegen Parteien, die den Ausnahmezustand beibehalten wollen, keine Bayern werden. Hätte das Kabinett vorausgesehen, was sich Regierung bilden. weiter entwickeln würde, so wäre jener Beschluß zweifellos nicht gefaßt worden oder es wäre schon damals über ihn zu einer Regierungsfrise gekommen. = Abgesehen davon herrscht in weiten Kreisen des Zentrums und der Demofraten die fatalistische Ueberzeugung, daß eine Rechtsentwicklung unvermeidlich sei. Sich ihr entgegenzustemmen, fehlen Wille und Mut. Der militärische Belagerungszustand. Schutz und Sicherheit für Eigentum und Wohnung! Herr Stresemann hat sich in der Rede vor seinem Zentralvorstand viel darauf zugute getan, daß durch rechtzeitiges Eingreifen in Sachsen und Thüringen Eigentum und Wohnung gesichert worden feien. Er hat auch behauptet, daß zwischen Sachsen und Bayern infofern ein Unterschied zu machen sei, als in Bayern das Eigentum und die persönliche Sicherheit niemals bedroht gewesen seien. Dabei hat er es glänzend verstanden, über die wichtigsten Punkte hinwegzugleiten. Die Art des Borgehens in Sachsen und auch in Thüringen war gefährlich nicht nur wegen der Konsequenzen, die fich aus diesem militärischen Eingreifen ergeben können. schafft einen Dauerzustand unerträglicher Beunruhigung und Gefährdung des öffentlichen Lebens, der politisch unerträglich wird. So wurde uns z. B. aus Zwickau vor einigen Tagen folgendes mitgeteilt: ,, Seit dem 14. November ist das bisher die Besetzung ausübende Bataillon III des Reichswehrregiments 16 ( Major Werber) abgelöst und durch ein Bataillon des Regiments 18( Oberstleutnant Spemann) ersetzt worden. Seit dem dieses unter Mitführung von mehr als ein Duhend Schutzhaftgefangener am Mittwoch einmarschiert ist, befindet sich die Bevölkerung Zwickaus in starker Erregung über das brutale Vorgehen dieser Truppe, für das keinerlei Grund vorliegt. Der längst freigegebene Marktplatz ist wieder mit Stacheldraht abgesperrt, verkehrsreiche Straßen sind unter Kolbenstößen und Schlägen, mit entsicherter Schußwaffe und erhobenen Handgranaten gesäubert" worden. Auf der Kommandantur wurde dem dort vorsprechenden Genossen Bictor, der nach den Gründen des verschärften Vorgehens fragte, von einem Hauptmann bedeutet, daß die bisher die Beschung ausführenden Truppen die Zügel haben schleifen lassen, so gehe es nicht meiter, die Bevölke rung scheine noch gar nicht zu wissen, was der Ausnahmestand bedeute; sonderbarerweise nähmen hier auch Bürgerliche gegen die Reichswehr Partei, turz: der Mob, die arbeitslosen Halbstarten" würden es schon merken, was die Uhr geschlagen habe. Genosse Victor hatte den Eindruck, daß die neue( preußische) Truppe die Bevölkerung start provozieren werde. Dieser Eindruck wird verstärkt durch Aeußerungn einzelner Reichswehrsoldaten, die erklärten: „ Wir sind teine 16er!" Unter diesen Umständen besteht beim Vorstand der Zwickauer Parteiorganisation die Befürchtung, daß die Bemühungen der Partei um Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung unmittelbar gefährdet sind. Die Partei wird auch weiterhin das möglichste tun, sie fann aber feine Garantie mehr dafür übernehmen, daß die Arbeiterschaft die Ruhe bewahrt, wenn die Provokationen fortdauern. Aus diesem Grunde fordert die Partei die Befreiung 3widaus von der Reichswehr, insbesondere Abberufung des Truppenteiles, der die Besetzurig zurzeit vollzieht. Ein Anlaß zu einer solchen Besetzung besteht nicht und hat nicht bestanden." Aus demselben Zwickau wird uns folgende äußerst charakteristi Geschichte berichtet: Man war einigermaßen erstaunt, als man tags darauf in der volksparteilichen Zeit" las, der Ausnahmezustand richte Dann bleibt nur der Versuch übrig, eine Rechtsregie sich nicht nur gegen Bayern, sondern auch gegen Sachsen rung auf die Beine zu stellen. Ob sie eine Mehrheit finden und Thüringen. Von erheblichen Unruhen in diesen wird, muß dahingestellt bleiben; angesichts der schon geschil beiden Ländern war nichts bekannt. Material über die Vor- derten Stimmungen in den bürgerlichen Mittelparteien scheint gänge in Sachsen und Thüringen ist unseres Wissens in der das durchaus nicht ausgeschlossen. Die Deutsche Volkspartei bewußten nächtlichen Kabinettssigung gar nicht zum Bortrag sehnt sich geradezu nach deutschnationalen Ministerkollegen, gebracht worden. Hätte man sich in jener Sigung ausführlich und auch in den anderen bürgerlichen Mittelparteien wird vielmit den Zuständen in Sachsen und Thüringen beschäftigt, so fach die Meinung vertreten, jetzt sei Zeit, die Deutschnationalen sche wäre man sicherlich zu der Entscheidung gekommen, daß die zeigen zu lassen, was sie fönnen. Zustände in diesen beiden Ländern die Berhängung des Bird nicht etwa noch der Weg eines farblosen Kabinetts, militärischen Ausnahmezustandes nicht rechtfertigten. einer sogenannten Beamtenregierung versucht, was wenig Was weiter in Bayern geschah, braucht in diesem Zu wahrscheinlich ist, dann gibt es nur noch zwei Möglichkeiten: fammenhang nicht noch einmal ausführlich erörtert zu werden. Bürgerblodregierung oder Neuwahlen. Beide Es genügt, festzustellen, daß der Reichsausnahmezustand bis bedeuten für die Sozialdemokratie schärffte Kämpfe und härteste auf den heutigen Tag dort ohne jede Wirkung geblieben ist. Feuerproben. Es heißt für sie, flar zum Gefecht zu machen Bayern beantwortete den Berliner Kabinettsbeschluß lediglich und zu zeigen, daß sie in Einigkeit und werbender Kraft allen mit einer Anzahl schallender Ohrfeigen. Von der Reichs- Stürmen gewachsen ist. regierung geschah weiter nichts. Inzwischen begann sich der militärische Ausnahmezustand * " ,, Am Dienstag, den 6. November, abends hat ein Reichswehroffizier sich im Lokal Bismard" auf den Stuhl gestellt und folgende Ansprache gehalten:„ Meine Herren! Wenn Sie denken, daß wir wegen der paar Kommunisten gekommen sind oder wegen der Sozialisten oder megen der angeblichen Unruhen, da irren Sie sich. Wir sind gekommen vor allen Dingen, um einen anderen Geist in die Bevölkerung hineinzutragen. Und daß mir nach Bayern marschieren, gewiß, aber mit Gewehr über und Musik, um gemeinsam fodann nach Berlin loszugehen." Daraufhin hat die ganze Gesellschaft„ Siegreich woll'n wir Frankreich schlagen..." gefungen. Bugegeben, daß das„ Entgleisungen" sind, die man nicht verallgemeinern soll. Aber sie wirken mehr wie verbitternd. Und es bleibt nicht bei solchen Eindrücken, die das Auftreten untergeord Die heutige Reichstagsfihung wird mit Reden und Erklädesto fräftiger im übrigen Reich auszuwirken. Die Wirkungen waren so, daß eine Konferenz der Ministerpräfi- rungen der Parteien beginnen. Der Reichskanzler gedenkt erst neter Stellen hervorruft. Auch die Maßnahmen der Führung denten vor vier Wochen einstimmig beschloß, seine Auf- im Laufe der Debatte das Wort zu ergreifen. hebung zu verlangen. Die sozialdemokratische Reichstagszeigen in ihrer Wirkung ganz deutlich diese Tendenz. Dahin gefraktion schloß sich dieser Forderung an und formulierte sie hört insbesondere das zielbewußte 3urüd drängen der ArDie Expreßtorrespondenz meldet: Die Zentrumsfraktion bes beiter mehrheiten in den Kommunalparlamenten. als eine der Voraussetzungen, von denen das Berbleiben der sozialdemokratischen Minister im Reichskabinett ab- Reichstages trat am Montag nachmittag zu einer Aussprache über In einer ganzen Reihe von Kommunen, in denen seit Einführung die politische Lage zusammen. Als ihr Ergebnis fann festgestellt des freien Wahlrechts solche Arbeitermehrheiten bestanden, find hängig sei. Herr Stresemann, der für Bayerns föderalistische werden, daß der weitaus größte Teil der Fraktion auf dem Stand durch Verhaftung von Mitgliedern der fommuWünsche ein respektvolles Verständnis hat, schlug die For- punkt steht, daß die Fraktion sich an einem Mißtrauenspotum nistischen, aber auch der sozialdemokratischen derung Preußens, Sachsens, Thüringens, gegen das Kabinett Stresemann nicht beteiligen wolle und daß sie partei diese Mehrheiten beseitigt, mit der Wirkung, Hessens, Württembergs, Badens nach wieder mit den übrigen türgerlichen Parteien der Mitte an dem Kabinett daß nun eine bürgerliche Mehrheit, die in der Hauptsache aus rechtsstehenden Personen besteht, beliebig schalten und walten kann. herstellung ihrer militärisch gedroffelten, verfaffungsmäßigen Stresemann festzuhalten gedenkt. Rechte in den Wind. Herr Stresemann ließ die große Koalition Kein Wunder, daß darüber allgemein große Freude im rechtsfür die er jahrelang gearbeitet hatte, in Scherben gehen, er bürgerlichen Lager herrscht, daß die republikanischen Elemente ließ die sozialdemokratischen Minister ziehen und behielt den Der Auswärtige Ausschuß des Reichstags nahm am Mon- überall zurückgedrängt und bedroht werden, daß man offen von militärischen Belagerungszustand. tag einen Bericht der Regierung über deren Verhandlungen einem baldigen Umschwung aller Dinge, von der Reichsdikta= Welche Zustände sich inzwischen nicht mur in Sachsen und mit dem Fünfzehnerausschuß der besetzten Gebiete und der tur Rahrs, von der Wiedereinführung der Monarchie, vom Thüringen, sondern auch in Schlesien, in Berlin und anderen Lage im Ruhrgebiet entgegen. Von der Sozialdemokratie großen Krieg gegen Frankreich usw. spricht ganz abgesehen von Teilen des Reichs entwickelten, find bekannt. Einzelheiten nahm Genosse Müller das Wort. Ein Beschluß wurde nicht der immer größer werdenden Denunziationsfreudigkeit geradezu haarsträubender Art werden heute im Reichstag mits i gefaßt. gewisser sogenannter vornehmer" Kreise. Die Sigung des Auswärtigen Ausschusses. ' Auch der ganze gegenüber dem verfassungsmäßigen Organen des Landes Thüringen beliebte, von Tag zu Tag schärfer werdende Vertehrston, �fowie andere von der Leitung der Reichswehr in Thüringen getrc.fsene Maßnahmen geben zu denken. Die Auf- lösung der übrigens zum größten Teil waffenlosen oder ganz un- zureichend und beinahe ungefährlich bewaffneten proletarischen Hundertschaften wird— zum Teil unter sortgesetzten rücksichtslosen Verhaftungen— durchgeführt. Auf der anderen Seile wurde z. V. die pflichtinäßig von der Thüringer Landeskriminalpolizei vorge- nommene Vernehmung und Durchsuchung der von der„bayerischen Front" zurückkehrenden Jenaer nationalistischen Studenten, die im Verbände eines bayerischen Reiterregiments eine besondere Rolle hatten spielen sollen, vom Rcichswehrkommandanten plötzlich ver- boten. Schade, daß das von der Thüringer Polizei dabei gc- fundcne wertvolle Material nun wahrscheinlich nicht bekannt werden wird. Jedenfalls haben die nationalistischen und monarchistischen Kreise Thüringens zu ihrer großen Freud« die Gewißheit erhalten, daß in Thüringen durch die ganz„unparteiische" republikanische Militärdiktatur illegale Verbände, die links stehen, nicht geduldet, Angehörige illegaler rechtsstehender Verbände aber vor der bösen republikanischen Polizei diktatorisch geschützt werden. -i- Mit der Verhängung des militärischen Ausnahmezustandes ist Leben und Freiheit der Bevölkerung in die Gewalt der Reichs-� wehr gegeben. Nicht einmal«in wirksames Beschwerderecht steht den Opfern der Schutzhast zu. Sie entbehren sogar der Rechte, welche die Schutzhaftgefangenen während des Krie- ges hatten und die schon damals vielfach als nicht ausreichend empfunden wurden. Nach dem Gesetz vom 4. Dezember ISIS mußten die Verhafteten spätestens am Tage nach ihrer Verhaftung durch einen Richter vernommen werden. Der Haftbefehl war ihnen l i der Verhaftung oder spätestens unverzüglich nach der Verhaftung bekannt zu machen. Gegen die Verhaftung war«ine Beschwerde an das Reichsmilitärgericht möglich, das auf An- trag des Verhafteten mündliche Verhandlung anberaumen mußt«. Alle diese Rechtsgarantien fehlen heut«. Der Verhaftete hat lediglich das Recht, sich beim Reichswohrminister zu beschweren. Das ist der ganze heutige Rechtsschutz! Kein An- spruch auf richterliche Vernehmung! Kein Anspruch aus unverzüg- liche Bekanntmachung des Haftbefehls! Kein Anspruch auf Ent- scheidung durch ein Gericht! Kein Anspruch auf mündliche Der- Handlung! Bei der geistigen Einstellung der Militärs ist es daher nicht erstaunlich, daß beim Einsetzen der Reichswehr die schlimm- sten Mißgriffe erfolgt sind und noch erfolgen. Vielfach besaß die Reichswehr, die in einen Ort einrückte, Listen„verdächtiger" Personen, auf denen fast ausschließlich So- zialdemokraten und Kommunisten, vor allem Betriebsräte standen. Auf Grund dieser Listen wurden Haussuchungen vorgenommen, teils in den Wohmmgen, teils in den Betrieben. Wurden Waffen vorgefunden, so erfolgte Verhaftung. Aber auch wenn Waffen nicht vorgefunden wurden, sind des öfteren Festnahmen erfolgt. Dabei wurden als gefährliche Waffen angesehen oerrostete Muni- tion, französische Munition(Andenken aus dem Felde), in einem Fall genügte zur Verhaftung die Denunziation der eigenen Frau, die angab, daß ihr Ehemann ein Seitengewehr in der Boden- kammer versteckt habe. Ein parteigenössischer Arbeiter wurde fest- genommen, weil bei ihm ein paar Patronen vorgefunden wurden, die er vom Kapp-Putsch her noch besaß, und weil außerdem in seiner Wohnung«ine Spiralfeder entdeckt wurde, die er sich als Wächter einer Fabrik mit Zustimmung seiner Firma angeschafft hatte, nachdem dreimal bei dieser eingebrochen worden war. Da von einem wirklichen Beschwerderecht nicht gesprochen wer- den kann, ist in Sachsen die einzige Instanz, die der Militärbehörde bei Verhaftungen in den Arm fallen kann, der sozialdemo- k r a t! s ch e Z i v i l k o m m i s s a r, der in der Tat erfreulicher- weise in vielen Fällen eingegriffen und unschuldig Verhastete be- freit hat. Leider sind seine Vesugnisse recht beschränkt. Er kann vor allem nicht verhindern, daß Militärs zunächst einmal Verdäch- tigt« festnehmen und wochenlang sitzen lassen. Oft ver- geht eine sehr lange Zeit, bis die Akten dem sächsischen Wehrkreis- kommandeur vorgelegt werden. Inzwischen sind die Betroffenen ihrer Freiheit beraubt, und es nutzt ihnen wenig, hinterher zu Wie man Frankreichs Noröen aufbaut. Von Andre Gybal(Paris). Räch fünf Jahren Wiederaufbau finden wir wunderbare Ge- bäude auf der einen und Hasenställe auf der anderen Seite. Ganz wie zur Zeit der Feudalherrschaft. Da und dort eine Fabrik, ein großes, geräumiges Haus und die prätentiösen Giebel der Wohnungen der„neuen Reichen": Das ist genau der Charakter dieser schlecht aufgebauten Städte. Der arme oder der der mittleren Klasse angehörige Kriegsbeschä- digte kann sich höchstens zum Erdgeschoß aufschwingen. Wenn er es bis zum ersten Stockwerk bringt, so muß er schon schlau sein. Meistens wohnt er in Holzbaracken und deckt sie mit Wellblech oder Dachpappe. Aber der große Industrielle, der Schlauberger, logiert in seinen zwei oder drei Etagen, seinen Herrschaftshäusern. Di« Vorstadt jedoch, wo die kreditlosen Menschen wohnen, ist schlecht gebaut. Ich drückte den Leuten mein Erstaunen aus. „Warten Sie nur ab." sagten mir diese,„bis man Ihnen alle Tricks klargelegt haben wird." „Die Tricks?" „Run, es genügte, zu Beginn der Re pa rati onskamödi«„Beziehungen" zu haben und natürlich viel Geld." „Was haben Sie festgestellt? Daß nur die großen Geschädigten gezahlt wurden und die kleinen nicht?" „Die Besitzer großer Werke, Bergwerke und die, die groß« landwirtschaftliche Besitztümer hatten, wurden fast restlos für die enistmiuetien Schäden entschädigt." „Die Schäden wurden durch diese Leute selbst abgeschätzt. Und sicherlich hat sich keiner unter ihnen selbst betrogen. Sie haben nur Frankreich bestohlen____* „Das Seltsamste an dieser Asfäve ist, daß ihre besonderen Bor- wände beinahe ehrlich erschienen. Im Norden wurde eine Orga- nisation, die„Union ckcs Sinisires" gegründet. Besagte Union hatte sich verpflichtet, die Schäden aufzunehmen. Sie arbeitete zu Beginn außerhalb der prösektoralen Verwaltung. Unter ihren Mitgliedern befanden sich auch Vorsitzende kantonaler Kommissionen, welch« selber schwer geschädigt waren. Um eine Akte aufzustellen, verlangte man weder Urkunde noch Schriftstücke, die das Recht des Geschädigten klarlegten. Das regelt« man unter sich. Außerdem hatte diese Organisation die Gewohnheit, von den angeschlossenen Geschädigten namhaft« Summen zur Herstellung der Akten zu ver- langen. Eine Vergütung im Verhältnis zur Größe der Schäden natür- lich. Sie werden den Zusammenhang erraten: je größer die Summe, je größer die durch die Union erhoben« Vergütung. Darum fand nie jemand, daß die Schäden zu hoch angegeben wurden. Irgend je- mand besaß eine Baracke von 10 000 Frank. Er schwor bei Gott, daß sie 60 000 Frank wert sei. Und man stellte ein« Akt« auf 180000 Frank Schaden aus. Und jedermann war zufrieden. Die erklären, daß sie grundlos festgenommen worden waren. Das Militär, das es doch sonst so eilig hat, und niemals warten kann, legt wenig Eile an den Tag, wenn die Nachprüfung der Fest- nähme erfolgen soll. Die Aufhebung des Ausnahmezustandes ist eine dringliche Notwendigkeit. �. verbot öes Thüringer Negierungsorgans. Weimar, 19. November.(TU.) Das Wehrkreiskommando für Thüringen, Gruppe Hasse, hat das sozialistische Thüringer Regierungsorgan„Das Volk" auf acht Tag« verboten. Iortschreitenü» �Säuberungsaktion" in Thüringen. Weimar, 19. November.(TU.) Di« Säuberungsaktion in Thüringen schreitet rüstig vorwärts. Wie amtlich mitgeteilt wird, unternahm die Reichswehr derartig« Aktionen in Ruhla, in der Gegend von Friedrichsroda, Tabarz, in der Gegend Gräfenroda, bei Wickerstedt, in und um Wasungen, wobei mehrere Verhaftungen vorgenommen und belastendes Material beschlagnahmt wurde. Die Landespolizei führte erfolgreiche Unternehmungen aus in Sonne- berg, Blankenburg, Rudolstadt und Groß-Breitenbach. In Eisenach fand ein« Erwerbslosendem onstmtion stait. Infolge der Drohung, die Stndthauptkasse zu stürmen, wurde Reichswehr eingesetzt, die die Ordnung wiederherstellte, ohne daß von der Schußlvasfe Ge- brauch gemacht werden mußte. In Meiningen wurden fünf Kam- munisten verhastet, die wegen Ankaufs von Munition an die Truppen herangetreten waren. In Arnstadt wurden kleinere Un- ruhen durch die Landespolizei unterdrückt. In Ilmenau wurde das von der Landespolizei bewachte Gefängnis angegriffen und dabei einzelne Gefangene befreit. Einer der Angreifer wurde getötet. Nationaler Verrat. Die Rußr-Erwcrbsloscn sollen verhungern. Gegen Stresemannl Unter allen Urnständen eine Cnt- scheidung zugunsten einer Slechtsdiktatur, das ist die Parole, in der sich alle Schattierungen der Rechten einig sind, so sehr sie sonst auch auseinander losgehen. Die„Deutsche Tageszeitung" bemüht sich, Stresemann den schlimmsten Vor- wurf zu machen, der in den Kreisen der Rechten gegen einen Politiker erhoben werden kann, den der Abhängigkeit von der Sozialdemokratie. Dabei schimpft sie über die weitere Unter- stützung des R u h r g e b i e t s durch das unbesetzte Deutsch- land, auf die auch die Sozialdemokratie neben anderen Par- teien gedrungen hatte. Wörtlich schreibt sie: „Auf der anderen Seit« ist durch den Austritt der Sozialdemo- traten aus der Reichsregierung ihr effektiver Einfluß in keiner Weise vermindert worden; er hat sich höchst verhängnisvoll auegewirkt in der Bereiistellung der hundert Millionen Rcnkenmark für einen völlig verfchllen Zweck, für das planlose Erkaufen einer weiteren Galgenfrist im Ruhrgebiet." Dieses edle Agrarierblatt ist also wirklich bereit—„bei vollen Scheunen"— das Volk an der Ruhr verhungern zu lassen. Es geht nichts über nationale Treue! „Der letzte Deutsche*. Mit pathetischer Gest« hat Dr. Stresemann am Sonntag be- züglich der angedrohten Sanktionen wegen der Rückkehr des Ex- Kronprinzen erklärt, er holte es doch für besser, neuen franzö- fischen Brutalitäten ausgefetzt zu sein, als dem Vorwurf, daß der letzte Deutsch« aus dem Weltkrieg noch im Auslande, fern von seiner Familie, weilen müsse. Der Bericht verzeichnet hier: Stürmische Zustimmung. Di« Nationalliberalen und besonders der jetzig« Führer haben stets ein« besondere Zuneigung für den ältesten Sohn Wilhelms II. an den Tag gelegt. Und schon bevor die Rückkehr des Ex-Kron- prinzen zur vollendeten Tatsache wurde, hat Dr. Stresemann bei verschiedenen Gelegenheiten sich mit einer Wärme für die Heimkehr des Verbannten von Wieringen«ingesetzt, di« unwillkürlich die Frage auftauchen kieß, ob denn das deutsche Volk und seine Re- gierung kein« größeren Sorgen hätten. G«rad« der gegenwärtig« Reichskanzler, der die unselige Erb- schast der Cuno-Regierung übernommen hat, müßt« aber wissen, daß mit leerem Pathos dem deutschen Volk« in seiner jetzigen Lag« Leute, die dies« Arbeit leisteten, hatte so gute Beziehungen, daß ihnen alles gelang. Brüder oder Vetter waren Parlamentsmitglieder des Bloc National, der Poincare-Partci____* Ich könnte Zahlen auf Zahlen zitieren. Sic gehen hier von Mund zu Mund. Ein einziges Beispiel möge genügen: Eine Dame aus Lille, Fabrikbesitzerin, stellt«in« Schadenerfatzforderung von 4000 Frank auf. Die„Union ckc» Linistres" verlongt für sie die Summ« von 234 000 Frank. Dies« Sachen sind alt und bekannt. Man wird nun verstehen, warum die prachtvollen Werke, di« wunderbaren Städte über die HolzhMen ragen. Eines Tages merkt« man, daß die Staatskassen trockener waren als ein algerischer Oued mitten im Sommer. Dann hat di« fran- zösische Regierung beschlossen, das Gesetz über die Kriegsschäden zu ändern. „Sparen, sparen!" hieß es auf einmal. Es war wohl an der Zeit zu sparen, nicht wahr? Man hatte das ganz« Geld verpulvert. Es gibt aber noch arm« Teufel, die ihre Kriegsschäden, vom Warten ermüdet, an di« Herrschaften verkauften. Einige Frank haben sie dafür erhalten. Die großen Schlucker haben sie natürlich mehr- tausendfach verdoppelt. Das Rümberglfche Rakionallheaker. Es klingt wie ein Märchen oder wie eine amerikanische Schwindelnachricht: und doch ist es Wahrheit: in Nürnberg enthüllte man nicht nur vor einigen Tagen, aber Tagen, die an'den Dreißigjährigen Krieg erinnerten, ein Beethooen-Dsnkmal des heimischen Bildhauers Konrad Roth; in Nürnberg beschließt in diesen Tagen der Stadtrat, das Gebäude des alten Stadttycaters, das feit 1904 allen möglichen unkulturellen Zwecken diente, wieder zu einem Theater erneuern zu lassen. Nürn. berg erhält damit fein viertes Theater. Und dies« neue Filialbühne des Stadttheatcrs, von Intendant Maurach zäh und mühsam er- kämpft, erhalt ein Haus, das 1833 erbaut, die Aufschrift trägt: die Stadt den Musen. Oft hat Bürgerwitz gesagt: Di« Musen der Stadt. Und wer weiß, daß dieses Gebäude'an der Stelle steht, an der im Jahre 1793 der unternehmende Gastwirt G. H. Auern- heimer das Nürnbergische Nationaltheater erbaute, ein Theater von gar nicht schlechter Qualität, das der Stadt manchen Pachtpfennig abwerfen mußte, der hofft, daß nicht der verlockende Kassenrapport des Ottober die Stadträte ihren letzten Beschluß fassen ließ. Aeaks— der Gründer der Stlmfeia-Bewegung. Die Der- lelhung des Uterarischen Nobelpreises an den irischen Dichter William Butler Jeats ist zugleich eine Huldigung für das Ircntum und seinen heldenmütigen Freiheitskampf. Peats ist zwar selbst als Politiker wenig hervorgetreten, aber er war und ist die Seele der jung-irischen Bewegung, die in der Befreiung der grünen Insel vom Druck der englischen Verwaltung gipfelte, er ist der Neuschöpfer der keltischen Romantik, die in den Tagen der Ossian- Mode schon einmal die Welt erobert hatte. Vor allem aber ist Deals der eigentliche Gründer der Sinnfein-Bewozung. indem er diesen Namen feiner Zeitschrift gab, in der sich das junge Irland die idealen Waffen für die Erhebung schmiedete. Deals hat mit sehr wenig gedient wird. Aber es scheint, als ob ihm diese Er- kenntnis wieder in dem Augenblick abhanden gekommen wäre, wo er sich anschickt, mit dem Schicksal von Rhein und Ruhr echt Cunosch« Vabanquepolitit zu treiben. Oder hielt er es für notwendig, mit diesen Worten an die monarchistisch« Ober- lehrcrrollc eines großen Teils der Deutschen Voltspartei«in« Kon- Zession zu machen, die den Bruch mit den Deutfchnaiionalen er- leichtern sollt«? Freilich: Wollte man die Frage rein formal-juristifch behandeln, so steht es außer Zweifel, daß die Reichsregierung kein Rechtsmittel befaß, um den Ex-Kronprinzen an der Rückkehr nach Deutschland zu hindern. Auch die Tatsache, daß er auf der„Kriegs- verbrecherliste" steht, bietcr dazu keine Veranlassung, zumal die seinerzeit eingetretene stillschweigend« Erledigung des Konflikts mit der Entente dahin ging, daß sich die einzelnen Siegerländer lediglich vorbehielten, die Angeschuldigten in contumaciam abzuurteilen. Eine ganz andere Frage ist allerdings die, ob es politisch zu rechtfertigen ist, daß der Ex-Kronpnnz gerade in der gegenwärtigen Zeit die Erlaubnis zur Rückkehr erhielt. Hätte der Betreffende auch nur einen Funken von Verantwortungsgefühl gegenüber feinem Vaterlande besessen, so hätte er ihm die Schmie- rigkaitcn erspart, die sich aus seiner jetzigen Heimkehr ergeben mußten. Daß er dieses Verantwortungsgefühl nicht aufbringen konnte, ist nach der Vergangenheit des„Immer feste druff"-Pnnz«n kein Wunder. Um so mehr ist die Unterlassungesünde der Regierung zu bedauern, die es nicht fertigbrachte, rechtzeitig abzuwinken. Jetzt, wo die Folgen dieser Unterlassungssünde in Erscheinung treten, geht der Kanzler mit großen Gesten und Phrasen darüber hinweg und erweckt sogar den Anschein, als ob das deutsche Volt sich nach„Sanktionen" wegen des„letzten Deutschen" geradezu sehnen würde. Rein! So liegen die Dinge ganz und gar nilbt, und wie auch das deutsche Volk über die französischen Brutalitäten urteilen mag, es bedankt sich gründlich dafür, wegen eines Mannes — und besonders wegen dieses Mannes— neue Unbill erdulden zu müssen. Die Fanfare, mit der Stresemann den Fall des Ex-Kronprinzen in den Vordergrund, stellt, wird nicht dazu beitragen, das beklageus- werte Ergebnis seiner Regicrungskunst zu mildern. Im Gegenteil: Tausende und aber Taufende von Arbeitern werden die Redensart vom, /letzten Deutschen" höchst bedenklich und zweideutig finden. Denn der letzte Deutsche ist nunmehr nicht der vormalige Kranprinz, sondern der vormalige Kaiser. Argwöhnisch werden viele Republikaner fragen, ob denn nicht auch dem Vater aus Gründen de?„nationalen Ehre" die Rückkehr ermöglicht werden soll. Mag dieser Argwohn vielleicht auch unberechtigt sein, wir wollen schon jetzt gegen«ine solche Eventualität schärfste Ver- wahrung einlegen._ Abkommen über üie Nlüitärkontrolle. Englands Zustimmung fehlt noch. Die PItschasterkonferenz ist gestern, Montag, wie offiziös gemeldet wird, in It/Lstündiger Vormittagssitzung zu einem vorläufigen Abkommen über die Militärkontrolle in Deutsch- land gelangt. Der britische Botschafter sollte telephonisch die Zustimmung seiner Regierung zu dem Text einholen. Der französische Ministerrat ist nachmittags zusammengetreten. Nachdem der französische Ministerrat am Nachmittag die Haltung Poincar6s stlbstverständlich gebilligt hatte, trat um S Uhr die Botschafterkonserenz wieder zusammen und— v e r- t a g t e sich auf heute Dienstag, da der e n g l i s ch e Botschafter die letzten Instruktionen seiner Regierung noch nicht erhalten hatte. Aus Privatmeldungen ergibt sich, daß auch eine Exkron- prinz-Rote vereinbart wurde, von der offiziös nichts gesägt zu werden scheint. Die Einigungsformel soll folgendes besagen: In der Exkronprinzenfrage werden die Alliierten ein Schreiben an Deutschland richten, in dem der Gedanke ausge- sprachen wird, daß die Anwesenheit des Kronprinzen eine G e- fahr für den Frieden bedeute. Sie drohen nicht mit Sanktionen und verlangen auch nicht direkt die Auslieferung des Kronprinzen oder feine Verbannung. Ein zweites Schreiben einigen anderen begeisterten Persönlichkeiten ein irisches National- Theater ins Leben gerufen und auf den unerschöpflichen Quell der Poesie in der Heimat hingewiesen. Rene Urania-Filme. Oberingenieur D re yer hält in der Urania neue Filmvorträg« ab, in denen er im Anschluß an den Occan- film, der noch in bester Erinnerung ist, die Einrichtung eines Riesin» leuchtturms vorführt. Im Oceanftlm war gezeigt worden, wie die Schiffe den Hafen sicher erreichen mittels Bojen und Leuchtfeuer. Wie aber ein solches Leuchtfeuer entsteht und beschaffen ist, das wurde hier im Bild und Wort lebendig. Das Riefenleuchtfeuer von Cap Silleiro wurde als Beispiel gewählt. Der Apparat ist hier in Verlin geschaffen worden, höchste Bewunderung verdient die technische Präzision, mit der die einzelnen Bestandteile der großen Lins«, die in viele kleine Segmente zerlegt ist, zusammengefetzt wird. Das Sparprinzip, dos, wie in der Natur, so auch in der Technik, seine Triumphe feiert, ist hier bis aufs feinste durchgeführt. Auch die Bewegung res schweren Apparats erfolgt in spielend leichter Weise, da er auf Quecksilber schwimmt. Ein weiterer Film erläuterte, wie unser seemännischer Nachwuchs auf Schulschiffen herangebildet wird. Die Schönheit eines viermastigen Segelschiffes— es war eines des Norddeutschen Lloyd— tarn hier zu ihrem vollen Recht. Sehr instruktiv waren die Bilder, die das Ankcrheben, Scgelfetzen und Segelreffen erläuterten. Den Schluß des Abends bildeten prachtvoll« Bilder aus Baden-Baden, in denen di« romantische Eigenart des Schwarzwaldes sich voll entfaltet«. Sämtliche Filme find unter der Leitung Dreyers aufgenonkmen. ck. Giftgase gegen Tiere. Heilmiltcl werden gewöhnlich erst im Tierversuch erprobt und dann beim Menschen im großen angc- wendet. Mit den Giftgasen scheint es sich umgekehrt zu verhalten. Erst hat man sie mit als scheußlichstes Kampfmittel zum Menschen- Massenmord benutzt und jetzt untersucht man ihre Verwendbarkeit bei der Bekämpfung schädlicher Tiere. Auf Befehl des Leiters des amerikanischen MilitSrsonitätswefens werden, wie„Die Umschau" mitteilt, bei San Marcos in Teras Senfgas, Chlor und Phosgen auf ihre Brauchbarkeit bei der Ausrottung der Klapper- schlangen geprüft._ Im LvernhanS wird veute wegen Erkrankung Ser Fron Dettendorf statt„Falstaff":„Ciivallsria rusiieana"1 und, D a j a j 3 i* gegeben. Anfang 7'/, Uhr. Ludwig Wiillnrr wird im Beelbovcn.Zaal am Bußtag 8 Uhr„Tzenen auS Goethes Faust, 1 und II' zum Vortrag bringen. »Die Druppe" bat taS Cüautpiel„Vinzenz oder die Freundin bedeutender Männer', da-Z neues!« Werk vo:r Robert M u s i I. dem Klelst-DreiSträger 1823. zur Uraufsührung angenommen und wird ei a!S nächst« Premiere mit Sybille Binder und Rudolf F o r st e r in den Titelrollen herausbringen. Gegen Songencutznndung und Tuberkulose soll in Rom von Dr. Tomarkin ein neues Seilmittel erprobt fein, an das überichwängliche Er« Wartungen geknüpft werden. Entdeckung einer Tkytheustadt. Der russische Archäologe Dubinln bat bei Ausgrabungen in der Umgebung von Eimscropol die Reste einer Stadt auS der Zeit der Skvthcnberrschast in der Krim entdeckt. Die Aus- grabungeil werden fortgesetzt und man erwartet wertvolle Funde jür die Altertumswissenschaft. Englischer Kohlenkredit. Sicherheits- Hypotheken auf staatliche Gruben. Völkische Verbände. Konkurrenzunternehmen gegen Baterländische? verlange die fofortige Wiederaufnahme der Militärtontrolle preffe getrieben wird, sand durch Genoffen Bels eine scharfe Bu unter geroiffen noch genauer anzugebenden Bedingungen. Sie rüdweisung und Widerlegung. Er warnte davor, die Barteiführung drohen auch hier nicht Sattionen an, perlangen jedoch eine verantwortlich zu machen für Dinge und Erscheinungen, die in der umgehende Antwort Deutschlands und behalten sich gegebenen wirtschaftlichen und politischen Gesamtfituation begründet Die BS.- Korrespondenz medet: Beranlaßt durch die Ereignisse vor, wenn die Antwort nicht befriedigt, später weitere Be- ind, und mahnie zum vertrauensvollen Zusammenarbeiten nach den in München, haben sich zahlreiche große vöttische Verbände zu Geboten der politischen Vernunft. schlüsse zu fassen. Der Bortrag des Genossen Reif stellte eine scharfe Kritik der einem Reichsausschuß völlischer Verbände zu Havas meldet nachts, daß die Bertagung der Botschafter Bolitit des württembergischen Innenministeriums dar, das in den sammengefunden und zum Borsitzenden den Führer des Reichstonferenz teine neuen Schwierigkeiten voraussehen letzten Monaten mit größter Schärfe den Linksradifalismus ver- bundes völkischer Kampfgewertschaften, Karl Fahrenhorst, laffe. Im Gegenteil sei es wahrscheinlich, daß morgen ein folgte, dem immer dreifter auftretenden Rechtsradikalismus aber gewählt. In einer am Montag, den 19. t. M., stattgefundenen Ver. Einverständnis erzielt werde. Auch der Botschafter die Zügel schießen ließ. Erst in der letzten Woche unternahm die treterversammlung wurde folgende Entschließung einstimmig ange. Belgiens habe noch nicht die Instruktionen seiner Regierung württembergische Polizeiverwaltung friegsmäßig ausgerüstete Ernommen:„ Der Reichsausschuß völkischer Verbände verurteilt die erhalten. peditionen nach den Schwarzwaldstädtchen Schramberg und Schwenningen und ließ ihre von rechisradikalen Hilfsmanniaasten Segeftes at( wie viele Bölfische" wissen eigentlich, wer durchsetzten Polizeitruppen in der provozierendsten Weise mit Segest es war?) der Herren Kahr und Lossow auf das schärfste. Gummifnütteln, Maschinengewehren und Panzerautos auf die fried- Diese beiden Männer find als feige Männer des Wortfertige Arbeiterbevölferung los, wobei es in Schwenningen einen brudh es für alle Zeiten gerichtet. Der Reichsausschuß völkischer Toten und zahlreiche Verwundete, darunter auch Kinder, gab. Es Berbände spricht dem General Ludendorff seinen herzlichsten fcheine, als ob diese Aktionen unter dem Einfluß der Rechtsparicien Dant aus für die op fermutige Latin München. Er hält unternommen worden seien zu dem Zweck, den Riß zwischen der cs für selbstverständliche Pflicht, daß sich alle völkischen Verbände gegenwärtigen Minderheitsregierung der Mitte und der Sozialbemokratie zu verbreitern und den Deutschnationalen auf dem Um- treu und fest hinter Exzellenz Ludendorff und Adolf Hitler stellen, weg die Tür zur Regierung zu öffnen, die ihnen bisher verschlossen die uns führen werden zum Siege über alle undeutsche blieb. Genosse Reil fetzte sich auch mit dem Zentrumsminister und internationale Macht" Beŋerle auseinander, der die Sozialdemokratie als ungeeignet zur Teilnahme an einer Regierung bezeichnet hatte, die nach allen Rupprecht will noch nicht. Seiten hin zufassen müsse. Genosse Keil bedeutete Herrn Beyerle, München, 19. November.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonn daß er heute wahrscheinlich nicht württembergischer Justizminister tag wollte ein Gerücht in München von einer am Samstag abend wäre, wenn die sozialdemokratischen Regierungsmitglieder im Reich abgehaltenen nationalrevolutionären Offiziersversammlung wissen, und in den Ländern nicht immer nach allen Seiten zugegriffen die eine Deputation an den ehemaligen Kronprinzen Rupprecht hätten. Der Redner betonte schließlich, daß endlich Klarheit über geschickt habe, um ihn zur Ausrufung der Monarchie zu veran das Verhältnis der württembergischen Regierung zu den Barteien geschaffen werden müsse, und daß die Sozialdemokratie ebenso zur verantwortungsvollen Mitarbeit im Staate unter der Voraussetzung eines ihr zu gewährenden ausreichenden Einflusses bereit sein müsse wie zum schärfsten Kampf, wenn er ihr aufgedrängt werde. In einer 3½stündigen lebhaften Debatte tamen sodann alle taftifen Anschauungen inerhalb der Partei ausgiebig zum Wort. Der Standpunkt der Opposition wurde von der Abgeordneten Genofsin 3iegler und den Genossen Robert Dißmann, Frischer Stuttgart,& äche le heilbronn u. a. mit aller Schärfe vertreten, während die Politik der Fraktionsmehrheit von den Genoffen ildenbrand, Pflüger und Ullrich Heilbronn gerechtfertigt wurde. Die Bondoner Berhandlungen zwischen den Bertretern englischer Firmen und den Vertretern des Berfehrsministeriums des Eisenbahnzentralamts, des Kohlenfynditats, der Kohleneinfuhrgesellschaft, Cafar Bollheim( Hedwigshütte) und der Finanzgruppe Berkehrskreditbank Bleichröder über einen Kohlenkredit an Deutsch land find endlich zum Abschluß gekommen. Die englischen Kontrahenten stellen ein Darlchen von 3 Millionen Pfund zur Verfügung, das aber nur nach Maßgabe der tatsächlichen Industrie garantien durch Deutschland in Anspruch genommen werden darf. Deutschland hat Sicherheitsleistungen geben müssen, fo u. a. cine erste hypothet auf unerschlossene Brauntohlenfelder bei Bitterfeld und Lübbenau. Weiter soll die Kaliindustrie Exporidevisen zur Rückzahlung des Kredits zur Verfügung stellen. Der Vertrag wird augenblidlich in der Deffentlichkeit start friti fiert. Ohne Zweifel ist der Import englischer Rohle, befonders die eventuelle Abgabe von Kallerportbevisen eine schwere Belastung für die deutsche Volkswirtschaft und den deutschen Wechselturs. Jedoch handelt die Reichseisenbahn aus einer gewissen 3wangslage heraus, da aus der deutschen Förderung nur 350 Tonnen, die man allerdings jetzt auf 550 Tonnen steigern zu fönnen glaubt, zur Verfügung stehen, während sie monatlich gut 1 000 000 Tonnen braucht. Selbstverständlich muß sich die deutsche Wirtschaft unter Aufbietung aller Kraft von dem Bezug englischer Kohle unabhängig machen. zu untersuchen wäre in diesem Zusammenhang auch, inwieweit fich die reichlich vorhandene Industriekohle und die mitteldeutschen Britetts. die von den Sachverständigen empfohlen werten, für die Lokomotivfeuerung benugt werden können, um den englischen Im port zu reduzieren. = 3wei Resolutionen wurden eingebracht, von denen die eine die Bolitit der Fraktionsmehrheit ablehnt und die Teilnahme der Partei an der großen Koalition verurteilt, während die andere die Gründe würdigt, von denen die Politit der Fraktion geleitet wurde, anerkennt, daß Parteivorstand und Fraktion mit allen Kräften die Reaktion einzudämmen versuchten, alle separatistischen Bestrebungen verurteilt, von der württembergischen Regierung ein scharfes Einschreiten gegen alle auf die Reichseinheit abzielenden rechtsradikalen Bestrebungen fordert und schließlich die Parteigenoffen des Landes zum vertrauensvollen Zusammenarbeiten mit ihren Bertretern im Kampf gegen den politischen Rückschritt und die wirtschaftliche Berelendung auffordert. Diese Ueberlegung hat aber sehr wenig mit der erwähnten Kritik zu tun, die sich sogar unter dem Hinweis, die verpfändeten Braunkohlenfelder fönnten an englische Interessengesellschaften fallen, bis zur Ankündigung einer parlamentarischen Interpellation verbichtet hat. Man führt sie auf das richtige Ma zurück, wenn man in Betracht zieht, daß die Angriffe aus Rohlenimporteurfreifen fommen, die bis jetzt das profitable Geschäft mit der Reichseisenbahn gemacht haben und durch den abgeschlossenen Vertrag ausgeschaltet worden sind. Zu diefen Kohlenimportfirmen gehört bekanntlich auch die Firma Hugo Stinnes. Die Entrüftung. dieser Kreise über den Vertrag mutet um so feltsamer an, als sie den von der Reichseifenbahn beanspruch ten Kohlenkredit ablehnten und ihn nur unter der Bedingung ge währen wollen, die Reichseisenbahn in eine andere, dem Geschmad des Herrn Hugo Stinnes genehmen Wirtschaftsform zu überführen. Hinter ihren Angriffen stedt also weniger die Sorge um das Staatseigentum als die Wut über ein entgangenes Geschäft| Abschluß. und eine mißglückte machtpolitische Kalkulation. Amerikanisches Kreditangebot. Diese zweite Resolution wurde mit erbrückender mehr heit angenommen und darauf die erste für erledigt erflärt. Einstimmige Annahme fand noch eine scharfe Protefiresolution gegen das Vorgehen der Polizei in Schramberg und Schmen ningen. Die von frischem Kampfgeift erfüllte Landesversammlung fand mit einem anfeuernden Schlußwort des Borsigenden Roßmann und einem begeisterten Hoch auf die Partei einen harmonischen Stresemanns Sieg. In Berlin find mehrere amerikanische Farmer eingetroffen, die Man foll die Stimmen wägen und nicht zählen, sagte der Lokal Anzeiger". bereit sind, der Reichsregierung bei genügend Sicherheiten Waren, insbesondere Getreidekredite zu geben. Es handelt sich vorläufig Es ist nicht alles Gold was glänzt, und ob die Fähigkeit, in ausschließlich um Warenfredite in Höhe von einer Million Goldmart. großen Versammlungen rednerische Erfolge zu erzielen, gleichbebeuDas Ergebnis der von den Farmern angestrebten Berhandlungen tend ist mit der Gabe, mit Energie die starken Widerstände der Das Ergebnis der von den Farmern angestrebten Berhandlungen Schwerindustrie zu brechen, das muß sich zeigen. Vorläufig ist hängt ausschließlich von den zu bietenden Sicherheiten ab. Hierzu melbet bie Expreß- Korr., Schwierigkeit habe es be- das Verhalten der reaktionären Blätter bis zur" D. A. 3." sicher reitet, daß die Amerikaner Preise verlangten, die noch etwas über nur ein Zeichen dafür, daß die Herrschaften heute schweigen, um den Weltmarktpreisen lagen, und weiterhin besondere morgen um so lauter und energifcher vorzustoßen. Die Schwäche Rabatte auf deutsche Rali gegenlieferungen. Jedoch werden diefe ber Stresemannschen Partei liegt barin, daß auch die Bertrauens Differenzpunkte nicht mehr für so erheblich gehalten, daß sie ein resolution fachliche Klarheit vermissen läßt und schließlich alles endgültiges Zustandekommen des Abkommens noch länger hins auf die Person Stresemanns fonzentriert, der uns als Rangler ausschieben fönnten. Es handelt sich um Lieferung von Weizen unbedingt erhalten bleiben müsse. Die„ Bossische Zeitung" bewertet das Ergebnis der volksparteilichen Tagung: Dafür soll eine Kalimenge im gleichen Werte geliefert werden, und zwar auf einen größeren Zeitraum als ein Jahr, da der amerikanische Kalibedarf stark zurüdgegangen ist. im Werte von 50 Millionen Dollar. Deutsch- russischer Getreideverkehr. Nach der Expreß- Rorr. sind die Ergebnisse des deutsch- ruffischen Getreide- Austausch- Abkommens durchaus zufrieden stellend. Die Neichsgetreidestelle ist mit den Roggenlieferungen, die im Werte von 50 Millionen Goldmart von Rußland in Ausficht gestellt worden sind, außerordentlich zufrieden. Die Be zahlung erfolgt teilweise in deutschen Industrieprodukten. Der Rest in Devisen. Die dänische Kinderhilfe. Kopenhagen, 19. November.( Elgener Drahtbericht.) Der Reichstag hat dem unfer Ceifung des fozialdemokratischen Abgeordneten 3. D. Nielsen stehenden Hilfskomitee für notteidende Kinder in den vom Arieg heimgesuchten Ländern 35 000 dänische Stronen bewilligt. Ein Privaimann in Kopenhagen hat dem gleichen Komitee 20 000 kronen gespendet. Diese neue Kräftigung der schon so lang und so rühmlich bewährten dänischen Hilfsbereitschaft gehört auf die Ehrentafel der Zeitgeschichte. Wir beglückwünschen unseren Freund, den Kindervater Nielsen, zu diesem neuen Erfolg feiner unermüdlichen Tätigkeit auf dem Gebiet der Menschenfreundlichkeit und Kinderrettung. Die Sigung des Zentralvorstandes hat jedenfalls nicht mit dem Austritt der Oppofition, nicht mit der Spaltung der Partei, nicht mit der reinlichen Seidung der Geister geendet." Wie wenig reinlich die Scheidung ist, zeigt sich in der Aus legung der angenommenen Resolution. Das„ Berliner Tageblatt" glaubt, daß damit die Verbreiterung der Regierungsfoalition nach rechts ausgeschlossen ist, während die„ Bossische" umgekehrt die Reserve des rechten Flügels am Sonntag mit der entgegen gesetzten Auslegung begründet: lassen. Nach einer halbamilichen Fefistellung handelt es sich um eine Bersammlung des Nationalverbandes deutscher Offiziere, Landesgruppe Bayern, in der ein Schreiben Rupprechts verlesen wurde, das aufs nachdrücklichste den Gerüchten entgegentritt, als sollte in Bayern demnächst die Monarchie ausgerufen werden. München, 19. November.( Eigener Drahtbericht.) Die ReichsBank hat für das rechtsrheinische Bayern einen weiteren Kredit aur Kartoffelbeschaffung in Höhe von 1200 Billionen Mar! zur Verfügung gestellt. Bis zum 15. November sind etwa 2200 Waggons mit 650 000 Bentner Kartoffeln aus Norddeutschland nach Bayern eingeführt worden gegenüber 233 Waggons mit 58 000 Zentnern im Vorjahre. Der Cübeder Senat hat den Bolfsentscheid über das Miß. trauensvotum der Bürgerschaft gegen den Gesamtsenat auf den 6. Januar festgesetzt. Wirtschaft Die Ausgabe der Rentenmark. Seit fünf Tagen ist die Rentenmark in den Verkehr gegeben worden und weite Kreise der Arbeiterschaft haben von ihr noch nichts zu fehen bekommen. Aehnlich wie es mit der Goldanleihe geschah, halten auch jezt die glücklichen Besitzer wertbeständigen Geldes dieses nach Möglichkeit zurück, um damit Ersparnisse für größere Anschaffungen machen zu können. Das wertbeständige Geld bietet ja überdies auch den Vorteil, daß es bei Wareneintäufen meist mit hohen Rabatten in Zahlung genommen wird, während der Papiermartempfänger den vollen, meist überhöhten Goldpreis zu zahlen hat. Die Ausgabe der Rentenmark erfolgte bisher größtenteils auf dem Wege über Gehaltszahlungen an Beamte und Angestellte des Reiches, die zunächst 30 Prozent ihrer Bezüge in Rentenmort erhalten. Für diese Zwecke muß das Reich den ver. 8in slichen Kredit, den die Rentenbank ihm zu geben verpflichtet ist, in Anspruch nehmen. Davon hat es bisher 300 Millionen Rentenmarf beansprucht. Daneben hat aber das Reich auch ein Anrecht auf einen Kredit, der bis zu 300 Millionen Rentenmark betragen fann und für den es feine Binsen zu entrichten braucht. Diese Rentenmart kredite dienen insbesondere der Ablösung der Bapiermark durch Rüdlauf. Zunächst hat das Reich dafür 50 Millionen als erste Rate in Anspruch genommen und davon von vornherein 20 mil lionen für bestimmte Kreise des Lebensmittelhandels reserviert. Der Rest soll zum Umtausch in Papiermart verwandt werden, der auf dem Wege des Verkaufes von Rentenwieder die üble Erscheinung zeigt, daß einzelne Rentenmark zu mart bei der Reichsbank bereits begonnen hat. Daß sich dabei hamstern suchen, ist bedauerlich. Schuld daran trägt vor allem der Umstand, daß man noch nicht Rentenmart bereitgestellt hat, um die Möglichkeit des Hamsterns zu unterbinden und daß man noch immer feinen festen Umrechnungsfurs zwischen Rentenmark und Bapiermart bestimmt hat. Eine zweite Rate von 50 Millionen Mark hat das Reich neuerdings wieder auf den unverzinslichen Rentenmarktredit erhoben, von denen 30 Millionen Mart bei der Reichsgetreidestelle reserviert werden. Diese tauscht und bezahlt mit der letzteren die Landwirtschaft. die bei ihr eingehenden Bapiermartbeträge in Rentenmark um Bielleicht weil sich der rechte Flügel damit zufrieden gegeben hat, daß der Zentralvorstand sich, wenn auch in indirefter Form, zu einer Koalition mit den Deutschverkehr wieder zu beleben und insbesondere die Ernte vom Band Da es der Zweck der Rentenmart ist, zunächst den Warennationalen bereiterklärt hatte. Denn unter der größeren in die Städte au schaffen, ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Basis für das Kabinett, von der in der Resolution die Rede ist, man das wertbeständige Zahlungsmittel in erster Linie an den fann man nach Lage der Dinge doch wohl nur die bürgerliche Stellen ansetzt, wo sie der Nahrungsmittelversorgung nupbar geKoalition mit Einschluß der Deutschnationalen verstehen, die die macht werden kann. Daß aber darüber die Intereffen der Herren Qua az und Mareßty erstreben." Die Herren Qua ab und Marety, die schwerindustriellen Beauftragten im Kampfe gegen den Margismus und die jüdische Presse"( das" Lageblatt" behauptet, fie feien selber Juden!) werden jedenfalls nicht aus der Partei austreten. Als Grund wird vom Tageblatt" angegeben: Produktion leiden müssen, wenn in Zeiten wilder Preis. schwankungen die große Maffe des arbeitenden Bottes noch immer ohne wertbeständiges Gelb ift. liegt auf der Hand, Die Aussicht, daß auf dem Wege des Kreditverkehrs Rentenmart rasch auch an die Arbeitnehmer gebracht werden kann, hat sich bis jezt noch nicht erfüllt, weil Rentenbank und Reichsbant sich über Man glaubt das, da man einzelne der in Betracht tommen. Die bei der Kreditgewährung entstehenden Ge minne noch nicht den Persönlichkeiten als Horchposten der Deutschnationalen bzw. geeinigt haben. Die Rentenbank möchte natürlich viel davon haben, der Bölkischen betrachtet und der Meinung ist, um ihren Anteilseignern, Industrie, Handel und Landwirtschaft daß fogar Anweisungen feltens dieser Parteien vor- die Zahlung der Zinsen für die Rentenbriefe zu ersparen. liegen." Geminne der Rentenbank tommen nämlich zu einem mesentlichen Teil ihnen als Dividende zugute. Su wünschen ist, daß man sich endlich über diese Frage verständigt, und zwar in einer Form, die perhindert, daß etwa die Rentenbank neben der Reichsbank eine eigene Geldpolitik treibt. Diese Horchposten", denen die ganze Sdyert und Stinnes- Breffe zu ihren Angriffen zur Verfügung steht, haben aber unzweifelhaft die stärkeren Bataillone in den interneren Beratungen für sich. Der „ Lotal- Anzeiger" tröstet sich deshalb auch mit dem Hinweis auf Eine Erklärung Zeigners. tr Die Großbanfen find bereits dazu übergegangen, Rentenmarktenten einzuführen, die abgesehen von den Zinsen ebenso wie Papiermarktonten behandelt werden. Reichsbant. Der Ausweis der Reichsbant von Ende Dftober eigt bei unverändertem Goldbestand ein Anwachsen des Noten umlaufes um 2 auf 2,5 Trillionen Mart an. Der Bestand der Reichsbant an Ecabantveisungen des Reiches hat sich noch stärker, nämlich um 5,9 Triffionen Mark vermehrt und betrug am 31. Oftober 6,58 Trillionen Mart. Württembergische Landesversammlung. Am gestrigen Sonntag fand in Stuttgart unter Leitung des das Gewicht der 11 oppofitionellen Stimmen, die man nicht Landesvorsitzenden Genossen Roßmann eine außerorbent zählen, sondern wägen müsse. Und wer wiegt mehr als Hugo liche Landesversammlung der württembergischen Sozial Stinnes? Sicherlich niemand. Für den Lotal- Anzeiger" menindemokratie statt, die trotz der ungünstigen Zeitumstände von mehr stens steht fest, daß das„ Direktorium", das allerrettende als 200 Teilnehmern besucht war. Sie diente der Aussprache der Stresemann doch kommen müsse. Es wird wohl nicht lange Parteivertreter aus dem Lande über die politische Lage in Land dauern, bis Stresemann sich gegen die Hydra erneut wehren muß. und Reich, worüber die Genossen els vom Parteivorstand und Keil vom württembergischen Landesvorstand einleitende Referate hielten. Genoffe els gab in 1½stündigem Bortrag ein umfaffendes Bild von der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung Der ehemalige sächsische Ministerpräsident Genosse Dr. Zeigner Ohne Devisen feine Ware. Die Betriebsgesellschaft deutscher der letzten fünf Jahre und legte die Gründe bar, die für die Politik Baumwollnähfaden- Fabriken bat beschlossen, die Warenabgabe ent des Parteivorstandes und der Reichstagsfrattion entscheidend waren. bittet uns um Veröffentlichung folgender Erklärung: Die Reaktion fei eine internationale Erscheinung und finde in„ Die bürgerliche Bresse veröffentlicht Mitteilungen über ein sprechend der geringen Zuteilung der Debisen an der Börse einzu Deutschland in dem Druck der franzöfifchen Gewaltpolitik besonders gegen mich schwebendes Ermittlungsverfahren. In diesem Ber- schränken. Auch sonst werden die Zahlungsbedingungen berichärft. reichliche Nahrung. Es sei ihr aber auch von den Novembertagen fahren werde ich Nede und Antwort stehen und es wird sich ergeben. Die Weigerung der Warenabgabe läuft darauf hinaus, auf die 1918 an durch eine sinnlose Butschpolitit des Linksradikalismus, die daß alle Mitteilungen bösartige Entstellungen oder politische erhöhte De bifenmengen zur Verfüguna au stellen. Soweit Regierung und auf die Abnehmer einen Drud auszuüben, ihnen nur nach Moskauer Diflaten handle, in die Hände gearbeitet wor: Tendenzbehauptungen sind. Ich habe nicht für amtliche Handlungen sidy diefer Drud gegen die Abnehmer richtet, ist er. da für Bapierden. Sehr scharf wandte sich els gegen die Katastrophenpolitit der Kommunisten, die die gegebenen Machtverhältnisse ignoriere geldliche oder Geldwerte- Entschädigungen erhalten. und für die Arbeiterbewegung die Gefahr heraufbeschwöre, um Jahrzehnte zurüdgeworfen zu werden. Auch die unfachliche Kritit an der Politit der Fraktionsmehrheit, die von dem Genossen Dr. E. 3eigner Dr. Wirths Erfranfung. Im Befinden des ertrantten früheren Dr. Levi und dem um ihn sich gruppierenden Kreis in der Partei- Reichstanzlers Wirth hält die Besserung an. mart ein Annahmezwang besteht, gefeßlich unzulässig. Wir sind gespannt, ob man gegen diefe Form der Preistreiberei und warenzurückhaltung bei einem Kartell mit dem notwendigen Nachdruck borgeben wird. Den Abnebmern ist jedenfalls auch durch das neue Rart gesez eine wichtige Handhabe hierfür gegeben. Gewerkschaftsbewegung Der Arbeitszeit- Schreibfehler. Auf unsere Erfundigung im Reichsarbeitsministerium wurde uns die Auskunft gegeben, daß die Demobilmachungsverordnung über die Regelung der Arbeitszeit tatsächlich nur bis zum 17. November verlängert worden und somit abgelaufen sei. Die im Meichsgefeßblatt veröffentlichte Verordnung mit dem Ablaufsdatum des 17. November sei maßgebend. In die von uns am Sonntag zitierte Reichstagsbruck sache habe sich auf Grund des ursprünglichen Entwurfs, der also nachträglich durch Vordatierung verbösert wurde, ein Echreibfehler eingeschlichen, der nachträglich berichtigt worden sei. Die Reichs. tagsabgeordneten werden von dieser Berichtigung erst beute Stenntnis erbalten. Schreib und Druckfehler find schließ lich menschlich. Allein die verhängnisvolle Verwechslung des 17. mit dem 30. November, die es mit bewirkt hat, daß die entstandene Lücke nicht schon durch geeignete Maßnahmen vor dem 17. November ausgefüllt wurde, macht es um so mehr notwendig, diese Lücke bis zur Verabschiedung des Arbeitszeitgefezes unverzüglich auszus füllen, die Verordnung noch einmal zu befristen. Um fo mehr als das Unternehmertum sich anschickt, daraus Kapital zu schlagen und obne die gefeßliche Sanktion der Ansnahmebestimmungen abzuwarten, schon jetzt zum alten Zustand zurückkehren will. Rentenmart entweder zu laufen oder Leuten, die in der Bant folche zur Auszahlung zu bringen. Benn diefer Rurs am Montag, ben erhalten haben, diefe abzukaufen mit einem gewissen Agio gegen 19. November, heraufgesetzt wird, werden diese 5 Oktobergehälter Papiergeld. Wie gesagt, weiß ich nicht, ob diese Angaben stimmen, bei der Auszahlung entsprechend dem neuen Kurse aufgewertet aber es wird Ihnen leicht sein, die Wahrheit dieser Angaben fest- ausgezahlt. An die Angestellten der chemischen Branche wird zustellen, und wenn es sich bewahrheitet, in Ihrem Blatte einmal im Laufe des heutigen Tages das dreifache Gehalt der Labelle von darauf aufmerksam zu machen, daß es wohl Sache des Devisentom. 1 bis 7 ausgezahlt. miffars oder ähnlicher Behörden ist, gegen diese Mißstände einzuschreiten. Photographen in der Filmindustrie erhalten in der Spiße für die Zeit vom 12. bis 18. November einen Wochenlohn von 26,40 Goldverrechnungsmark. Die in dieser Woche gezahlten Lohnprellerei in der Berliner Metallindustrie. Borichüsse werden nach den jeweiligen Kurien des Zahlungs Die jüngsten Lohnverhandlungen in der Berliner Metall bortages abgerechnet. Für die Woche vom 19. bis 26. November industrie ließen erkennen, daß die Unternehmer sich weigern, selbst wird am Dienstag, den 20., und am Sonnabend, den 24. No den Rest der Bapiermarflöhne wertbeständig auszuzahlen. geschweige vember, je eine Borichußzahlung von 8 Verred nungsgoldmark denn die Löhne in Goldmark zu vereinbaren. Das ist vom Profit zum Kurse des Vortages gezahlt. standpunkt der Unternehmer aus nur zu sehr verständlich. Begreiflich aber um so mehr, daß die Arbeiterschaft, die für alle ihre Lebensmittel längst leberweltmarktpreise in Gold marf zahlen muß felbst im Konfum der Siemensstadt- das sehr bringende Bedürfnis hat, für ihre gute Arbeitskraft den Lohn in gutem Gelde zu bekommen, anstatt noch länger mit der PapierAchtung, Rabelwer? Oberspree! Mittwoch vormittag 9 Uhr im Oberschöneweider Bereinshaus Bur Post", Schillerpromenade, Verfammlung aller BSPD.- Arbeiter und Angestellten. Sympathisierende önnen mitgebracht werden. Tagesordnung: Die wirtschaftliche Lage Deutschlands". Ref. Genoffe Bista. Der Fraktionsvorstand. Angestellte bez Konfettion. Heute nachmittag 3 Uhr in den Sophiensälen, Sophienstraße 17-18, öffentliche Bersammlung der Angestellten der Konfettion. Thema: Der Kampf gegen den Mammonismus". Ref. Rarl Bubltz. Deutscher Solzarbeiterverband. Musikinstrumentenarbeiter. Die heutige Große Funktionär- Versammlung aller BSBD.- Bartel- u. Gewertschaftsfunktionäre Groß- Berlins Buntonefamilung findet infolge filter aber eruchterten Ortsver heute, Dienstag, 20. November, abends 74, Uhr, im großen Saal der Neuen Welt, Hafenheide 108-114 Tagesordnung: 7 Sigung waltung findet am 22. November. 7 Uhr, im Verbandshause statt. J- Funktionäre. Chemische Industrie. Bersammlung heute abend 8 Uhr im 8immer 16 des Berbandsbureaus des RDA., Belle- Alliance- Straße 7-10. Zentralverband der Angestellten. Eranche Speditionen. Mitgliederver Die Interpellation der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion fammlung heute abend 7% Uhr im Reichstafino, Neue Rönigstraße 26. Tages. ordnung: Bericht über die Tarifperhandlungen auf Basis Goldmarkgehälter". wird hoffentlich bewirken, daß der Arbeitszeitverordnunge- Schreib- Das Koalitionsrecht in Gefahr! Der Generalangriff Af- Funktionäre Metalindustrie. Bersammlung heute abend 7 Uhr Havers fehler sofort forrigiert wird. Bumal feine Sicherheit dafür be auf Arbeiterrechte. Die Ereignisse der letzten Zeit lands Festsäle, Neue Friebrichstraße 35. Bericht über die Tarifverhandlungen. Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Ausgesperrte ber St. D.! stebt, ob nicht in der Niederschrift für das Reichsgesetzblatt der Seute nachmittag 2 Uhr, Gaal 4 des Gewerkschaftshauses, Bersammlung. Fehler gemacht wurde, anstatt in der Reichstagsdrucksache. Referent: Reichstagsabgeordneter Robert Dißmann. Außerdem im Gaol 1 bes Gewerffchaftshauses um 2 Uhr nachmittags Ber An die Ber fammlung aller Ausgesperrten der übrigen Buchdruckereien. bandsfunktionäre! An Stelle der am Donnerstag stattfindenden Generalver fammlung findet eine allgemeine Funktionärversammlung fämtlicher Ver. trauensleute, Betriebsräte und Generalversammlungsdelegierten im Gewerk. schaftshaus, Engelufer 24, Gaal 4, nachmittags 5 Uhr, statt. Tagesordnung: 2. Berbandsange. 1. Die Lehren des Streits der graphischen Arbeiter". Tegenheiten. Wir bitten, soweit die Möglichkeit besteht, sofort alle in Betracht tommenden Funktionäre davon zu benachrichtigen und dafür zu sorgen, daß fämtliche Funktionäre diese Bersammlung bestimmt besuchen. Als Auswers find die Funktionär, Betriebsrats- und Delegiertenbarten mitzubringen. Die Ortsverwaltung. Streik und Streif. Gestern gab es einen Streit der freien Börjenmatler. Man hatte nämlich von ihnen verlangt, daß sie, wie simple Arbeiter und Angestellte, die Börsenumfagsteuer sofort entrichten müßten bzw. die rückständigen Steuern nachzahlen sollten. Ein derartig unerhörtes Anfinnen wiesen sie mit der entsprechenden Entrüftung zurück und traten in den Streit. Anschließend Aussprache. Ohne Funktionärfarie und Mitgliedsbuch fein Eintritt. Zur Deckung der hohen Untoften Tellersammlung. Der Bezirksvorstand. martzahlung betrogen und genarrt zu werden. Wie toll diefer Lohnbetrug ist, zeigt hier ein Metallarbeiter durch folgende Tabelle. Die an jedem Tage verdienten Löhne find darin nach dem jeweiligen amtlichen Berliner Dollarkurs umgerechnet, wie auch die auf diese Löbne gezahlten Vorschüsse. Als das Reichsfinanzministerium davon erfuhr, erfannte es mit gewohntem Scharfblic sofort die große Gefahr, in die der Staat peraten würde, wenn infolge des Streits der sogenannten freien Matler die Spekulation unterbunden würde, und die Börse vielleicht gar geschlossen werden müßte. Ob die Börse als„ lebenswichtiger Betrieb" anzusehen ist, darüber fann man gemiß verschiedener Meinung sein. Das Reichsfinanzministerium neigte offenbar der An- Datum nebst Sozialzulagen für Frau ficht zu, daß die Börse ein lebenswichtiger Betrieb ist. Attorbberdienst und 8 Kinder Bapiermart| Cosmari 5. 11. 637,5 Milliarden 6. 11. 816,0 7. 11. 765,0 8. 11. 841,5 9. 11. 841,5 10. 11. 603,0 18. 11. Also verständigte es den General v. Gecdi? und der General v. Seeckt verordnete die Berhaftung der„ Streifführer"? Nein. I Reichsfinanzministerium meiß man, was man Börsenmaklern schuldig ist. Besonders wenn es sich um Börsenmakler handelt, die dem Reichsfinanzministerium Steuern schuldig sind. Man be. willigte die Forderungen der Börsenmakler und noch einiges mehr. Der Zahlungstermin wurde auf den 22. November hinausgeschoben und es wurde weiter angeordnet, daß an diesem Tage nur die Steuer für Oktober zu zahlen sei anstatt, wie ursprünglich vorgesehen war, eines Betrages, der schäzungsweise die ganzen November- Säße umfaßt hätte. Die endgültige Abrechnung erfolgt Verdienst in erst am 16. Dezember. Bon einer Aufwertung wird gleichfalls abgesehen, sofern wenigstens der Matter nachweisen fann, baß er überwiegend Vermittlergeschäfte und feine eigenen Geschäfte betreibt. Und diesen Nachweis zu erbringen wird keinem Börsenmafler besonders schwer sein. Man fann nun 3weifel haben, ob das Reichsfinanzministerium die Börse wirklich als lebenswichtigen Betrieb angesehen hat, als es, wie gefchehen, entschied. Man kann annehmen, daß es die Börse nicht für einen lebenswichtigen Betrieb hielt, denn sonst hätte es gewiß General v. Seedt verständigt, Benn aber die Börse tein lebenswichtiger Betrieb ist, warum hat man dann nicht die Börsenmafler ruhig streifen lassen, statt ihnen ein Steuergeschent zu machen, das unsere trostlosen Finanzverhältnisse nicht rechtfertigen? Wo bleibt die Rentenmark? Vorschüsse Goldmart Bapiermar! 6,37 M. 8,16 320 Milliarden P 3,20 M. 5,10 " 5,61 420 . 5,61 420 " 4.42 600 " " 600 2.80 2,80 4,00 4,00 N " " 99 4564,5 Milliarden 35,27.2360 Milliarden 16,80 m. Verdienst in Goldmart 35,27 M. Vorschüsse 16,80 waren zu zahlen a. 16.11. 18.47 M. gezahlt wurden a. 16.11. 3.67 " Bapiermark 4564,5 milliarden Vorschuß. 2360,0 Restzahlung " " . am 16. 11. 2204,5 milliarden Lohnschwund 14,80 M. Aus dieser Aufstellung ergibt sich, daß der Betrag, um den in diefem einen Falle ais Beispiel der Arbeiter geprellt wurde, 14.80 Goldmart beträgt, am Tage der Auszahlung 8,88 Billionen Bapiermart in einem Beitraum von nur acht Tagen. Daraus läßt sich ungefähr ermessen, wie ungeheuerlich der an den Arbeitnehmern verübte Lohnbetrug ist, bei dem oben drein längere Arbeitszeit gefordert wird. Die Unternehmer bandeln dabei in voller Kenntnis der Dinge. Bei der. Ba mag" 3. B. betamen die Arbeiter am Donnerstag vormittag der vorigen Woche einen halben Dollar. Für die Umrechnung mußte der Kurs vom Vortage mit 1260 gelten. Am Freitag aber wurde den Arbeitern der halbe Dollar berechnet, doch nicht zum Mittwochiurse, sondern zum Donnerstag furs von 2520 Milliarden. Groß- Berliner Parteinachrichten. 7. Areis. Charlottenburg. Mittwoch, den 21. November( Bußtag), vormit tags 10 Uhr, erweiterte Sigung an bekannter Stelle. 3. Kreis. Webbing. Die für Dienstag angefette Rreisfrauenversammlung findet umständehalber nicht statt. 5. Kreis. Friedrichshain. Elternbeiräte! Donnerstag, ben 22. November, 7 Uhr, Schule Petersburger Straße 4, Bollversammlung. Erscheinen L.: äußerst wichtigen Tageordnung wegen Pflicht. Wegen Berbot der Roten Fahne" werden unsere Genoffen gebeten, die KPD.- Elternbeiräte einzu Taben. 11. Kreis. Donnerstag, den 22. b. M., pilnktlich 7 Uhr, Besprechung der Abteilungsobleute ber Beamten und Lehrer bei Klawitter, Apostel- Paulus Straße 7. Jede Abteilung muß vertreten fein. Heufe, Dienstag, den 20. November: Jungfozialisten. Gruppe Süden. Seute abend 8 Uhr Lindenstraße 8 I, Sof lints, Disfuffion über: Frau, Sozialismus und Jugendbewegung. Ein führung: Genossin Reckzch. Morgen, Mittwoch, den 21. November: 95. Abt. Nenkölln. Bormittags 10 Uhr im Lotal Rösler, Steinmetstvaße 46, Funktionärkonferens. Abrechnung. Frauenveranstaltung am Mittwoch, den 21. November: 85. Abt. Tempelhof, 7½ Uhr bei Buse, Raiser- Wilhelm-, Ede Werderstraße. Thema: Der historische Materialismus". Ref. Gen. Mödel. " Jugendveranstaltungen. Mittwoch, ben 21.( Bußteg), ift bas Jugendsekretariat gefchloffen. Achtung, Abteilungsleiter! Wir weisen hierdurch nochmals barauf hin, daß bie Warten zur Abonnementsvorstellung am 9. Dezember zum Grundpreise von 50 Miliarden pro Stadt unbebingt umgehend abgeholt und sofort bezahlt werden müssen. Einzelkarten find zum Grundpreise von 75 Milliarden 81 haben. Heute, Dienstag, den 20. November, abends 7% Uhr: Achtung, Jungbuchbrucker der SAJ.! Lehrlingsversammlung heute nach. mittag 5 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Gaal 3. Erscheinen ist unbe bingt licht. Mitgliedsbuc legitimiert. Aus einem kleinen Industrieort im Norden von Berlin erhalten Buchholz. Lofal von Roffat, Sauptstraße 51, Bortrag: ,, Die Geschichte der wir eine Zuschrift, der wir folgende Angaben entnehmen: Novemberrevolution". Röpenid. Städtisches Jugendheim, Grünauer Str. 5, Lichtenrade. Schule NoonWir erfundigten uns gestern bei der Reichsbankstelle Eberswalde Diskussion: Arbeiterjugend und Gewerkschaft". straße, Bortrag: Moses oder Darwin". Renkölln III. Jugendheim Nogai. und bei unserer Bant nach der Ausgabe von Rentenmart, tie Straße 53, Bortrag: Arbeiterwohlfahrt". Rieberfajöneweide. Schule Ber. Bankow. Jugend wir zur Auszahlung an unsere Beamten benötigten. Wir erhielten Die Arbeitnehmericaft fann dieser schamlosen Lohnprellerei liner Straße 31, Bortrag: ,, Der Weg zum Gozialismus". den Bescheid, daß wohl Rentenmark zur Ausgabe gelangt fet, unmöglich länger quieben Handelt es sich für sie doch nicht um heim Breite Straße 31( Eingang Finanzamt), Diskussion: Altohol und Nikotin”. Prenzlauer Borstadt. Badeanstalt Oberberger Straße 57, Bericht von aber die ganze erste Ausgabe benutzt würde, um zunächst einmal den heiligen Profit, sondern um die nadte Lebensegist en 3. ber Generalversammlung. Reinidendorf- Oft. Jugendheim im Seebad Refi die Staatsbeamten in Rentenmark auszuzahlen. Ich gestatte benzstraße 46, Diskussion: Die politische Lage". Schöneberg I. Jugendheim Steglig I u. II. mir, Ihre Aufmerksamkeit auf diese Angelegenheit zu lenten, und Für die taufmännischen Angestellten. In der Margarine Rubens, Ede Sauptstraße, Bortrag: Die Kommune 1871". brauche wohl nicht des näheren darzutun, welchen Eindruck fie auf industrie ist die Schlüffelzahl am 19. November 1923 auf 430 Seimabend fant aus. 47 Uhr Treffpunkt Bahnhof Südende zur Jugendfeler in Mariendorf. Südost, R.-B. Schule Glogauer Straße 12-16, außerordent In der Getränke Industrie fiche Mitgliederversammlung. alle Angestellten machen muß. Wir sind stets benachteiligt gegen Milliarden festgesetzt worden. Segel. Jugendheim Bahnhofstraße 15, BorWeften. Baugewerks über den Beamten, find im Gehalt stets schlechter gestellt, da wir ja ist mit dem Arbeitgeberverband vereinbart worden, daß insgesamt trag: Mädel und Junge in der Jugendbewegung". In der Schule, Surfürstenstraße 146, Bortrag: Goziale Bewegungen"( Altertum). bekanntlich auch später feine Benfion befommen, jederzeit fündbar 28 Oktobergehälter a conto November zu zahlen sind. Wilmersdorf. Jugenöheim Hildegardstraße 4, Vortrag: ,, Die deutsche Revolu find( wenn dem auch alle möglichen nicht eingehaltenen gesetzlichen Briefumschlagbranche find a conto November spätestens tion", 1. Teir. Bestimmungen entgegenstehen), so daß es sich nach wie vor am 20. b. m. 10 weitere Oktobergehälter zu zahlen. Im BerRTELLERATE empfehlen dürfte, wenn auch an uns wie an die Arbeiter im allge- liner Buchhandel werden am 20. November weitere 15 Of meinen einmal gedacht wird und wir in die Lage versezt werden, tobergehälter a conto November ausgezahlt. An die Angestellten einen Teil des Gehalts zurückzulegen, was wiederum nur Zweck des Buchdrucs sind bis spätestens 20. November 10 Oktoberhat, wenn ties in wertbeständigen Zahlungsmitteln geschieht. gehälter als Borschuß auf das Novembergehalt zur Auszahlung zu Ich weiß nicht, ob die uns gemachten folgenden Angaben bringen. Im Papier und Pappengroßhandel find stimmen, aber möchte doch nicht verfelyen, Ihre Aufmerksamkeit am 20. November meitere 8 Oftobergehalter zu zahlen. Im Groß barauf zu lenfen. Ein von Berlin nach hier fommender Herr er Berliner 3eitungsgewerbe werden als Nachzahlung für zählte uns, daß z. B. vor der Seehandlung von den frühesten die Borwoche 5 Oktobergehälter am 20. November gezahlt. Des Morgenstunden an eine große Anzahl Schieber und ähnliche Leute ferneren sind am gleichen Lage weitere 5 Oktobergehälter für diese fäßen, die auf das Deffnen der Bant warteten, um dann sofort Boche nach dem amtlichen Berliner Dollarkurs vom 17. November | Abteilungen Tempelhof- Mariendorf. In der Aula des Gymnasiums in Mariendorf, Kaiserstraße, Jugendfeier. Ansprache. Rezitationen usw. Eltern und Gäste willkommen. Berantwortlich für Politik: Crust Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus: Gewerffchaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski: Lokales und Sonstiges: Friz Karstäbt; Anzeigen: Tb. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S. Berlin. Druf: Borwärts- Buchdruckeret Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin SB. 68, Lindenstraße 3. Hierzu 1 Beilage. und OSRAM NITRA OSRAM NITRA OSRAM muß auf der Glasglocke stehen Sehschärfe und Sehgeschwindigkeit werden erhöht durch ausgiebige Beleuchtung. Nr. 543 ♦ 40. Jahrgang Seilage öes vorwärts Vkettstog, 20. November 1923 Ein bestkeiöenes Amtsgericht. Ts ist unbegreiflich, warum die Leute soviel darüber schimpfen, daß sie an den Postschaltern lange Schlangen bilden müssen. Wenn man in so einer Schalterschlange ein« halbe bis eine Stunde warten muß, so ist das das beste Zeichen dafür, daß die Verwaltung auf ehrlich« Weise bemüht ist, an Beamten zu sparen. Als Staats- kürzer hat man unter dem Belagerungszustand die Pflicht, so etwas warm anzuerkennen. Man kann, wenn man in so einer Schlange steht, doch mancherlei Lehrreiches erleben, z. B. dieses: Ein junges Mädchen, Angestellte einer Handelsfirma, kommt mit einem tadellos ausgefüllten Einzahlungsformular zum Schalter. Der einzu- zahlende Betrag lautet über 120 000 Mark, in Wor- ten Hundertzwanzigtausend Mark, oder, um ganz deutlich zu sein, Hundertzwanzigtausend Papiermark. Der Beamte erklärt laut Vor- schrift, daß er einen so kleinen Betrag nicht annehmen könne. Eine Million muß es mindestens sein. Das junge Mädchen:„Das Gericht »erlangt es doch aber so." Der Beamte:„Es hilft nichts, unter einer Million nehme ich nichts an." Das junge Mädchen:„Gut, ich werde also ein« Million einzahlen. Verbessern Sie doch, bitte, den Betrag." Der Beamte erklärt, das gehe nicht. Er reicht ihr ein Formular heraus, das sie nun aufs neue ausfüllm muß. Das junge Mädchen muß aus der Schlange heraus und ist verzweifelt. Als Ehrenmann kann man ein verzweifeltes junges Mädchen nicht ohne Rührung sehen. Man erkundigt sich und erfährt, daß ein Berliner Amtsgericht von der betreffenden Firma als Kostenvorschuß für einen zu er- öffnenden Prozeß den Betnag von 120 000 Mark eingefordert habe. Zur Zusendung dieser Aufforderung hat besagtes Berliner Amtsgericht ein Porto von 500 Millionen Mark verbraucht. Geschehen ist das am 5. November 1923. Man unterstehe sich nicht, auch nur entfernt einen häßlichen Gedanken gegen das Amtsgericht zu fassen. Slotie Milch. Gefängnisstrafe für eine Milchpanlscherin. Ein Urteil, das wegen seiner Schärfe in Konsumenten- und Händlerkreisen Aufsehen erregen dürft«, fällt« soeben die 191. Ab- teilung des Schöffengerichts Berlin-Mitte gegen ein« Lebensmittel- fälfcherin. Während bisher gegen Nahrungsmittelfälscher immer auf Geldstrafe erkannt zu werden pflegte, die in keinem Verhältnis zu dem durch die Betrügereien eingestrichenen Gewinn stand, gehen die Gerichte jetzt endlich dazu über, empfindliche Denkzettel zu erteilen. Bei den Kmiden der MilchhSndlenn Charlotte Deginus hatte es feit langem Unwillen erregt, daß die ihnen verkaufte Milch ein bläulich-wäfseriges Auslehen hatte. An verfchie- denen Tagen eilten die Frauen sofort mit ihren Milchtöpfen zur Polizeiwache und ließen den heutzutage so kostbaren Inhalt unter- suchen. Die Proben ergaben, daß die Milch stark oerfälscht war. da sie IV bis 12 P r o z. Wasserzusatz enthielt. Die wegen Nahrungsmittelverfälschung angeklagt« Milchhändlerin wollte keine Ahnung haben, wie die Milch zu dem Wasserzusatz gekommen sein könnt« und kam mit der faulen Ausrede, daß es Regenwasser sein müsse, der durch die Decke durchgetropft sein müsse. Das Schöffen- gericht war der Meinung, daß gegen derartig« Verfälschungen«lnes der wichtigsten Nahrungsmittel, die die Gesundheit der Säuglinge und Kranken aus das-äußerste ge- fährden, nur die strengste Straf« am Platz« fei. In Anbetracht der Gemeingefährlichkeit und Verwerflichtest der Handlungsweise wurde Frau Deginus zu sechs Monaten Gefängnis oer- urteilt und sofort aus dem Gerichtssaal in das Ge- fängnis abgeführt.'_ entartete Tpröhlinge der Aristokratie. Zwei Sprößling« hochangesehener Münchener Familien hatten sich vor der Strafkammer des Landgerichts II wegen Be- truges und schwerer Urkundenfälschung zu verantworten. Di« An- geklagten waren der 20jährige Freiherr Ewald o. Dungern, aus einer altberühmten Gelehrtenfamilie, und der gleichalterige Fritz Kupfer, der Sohn eines Münchener Groß- industriellen. Die jungen Leute hatten eine Reife nach Berlin unternommen und hier sehr vergnügt gelebt. Als ihnen das Geld ausging, erschienen sie bei einem Steglitzer Installateur und gaben sich als Beauftragte des Hotels Efplanade aus. Im angeblichen Auftrage des Hotels kauften sie für viele Mllionen Glühbirnen, die sie mit einem vom Hotel Efplanade unterstempelten Scheck bezahlten. Darauf gingen sie zum Hotel Efplanade und oer- kauften die Glühbirnen gegen bar. Als der Installateur den Scheck in Zahlung gab, stellte sich die Fälschung heraus. Beide Angeklagten haben bereits in München Bestrafungen wegen ähnlicher Betrüge- reien erlitten. Die Verteidiger baten, den Angeklagten, die hoch- gradig minderwertig sind, noch einmal mildernd« Um- stände zuzubilligen, und sie hatten trotz der Vorstrafen damit auch Glück. Das Gericht verurteilte sie, um sie noch einmal vor Zuchthaus zu bewahren, zu je neun Monaten Gefängnis. Schließung der geburtshilflichen Polikliniken? Der preußische Staat unterhält in Berlin mehrere geburts- hilfliche Polikliniken in der Charite und in der Frauenklinik in der Artilleriestraße. Hier stehen fach- und sachkundige Aerzte(nicht Studenten, wie vielfach angenommen wird) Geburtshilfe suchenden Frauen hilfsbereit zur Verfügung. Be- dingung ist nur, daß«ine Hebamme zugegen ist. D i e Be h a n d- l u n g i st k o st e n f r e i. Nur das Fahrgeld für die Straßenbahn nach und von der Wohnung der Patientin und die Auslagen für Medikamente usw. werden berechnet. Bei Mittellosigkeit, Kurzarbeit oder Erwerbslosigkeit werden weder Fahrgeld noch Auslagen für Apotheterwaren zurückverlangt In dringeirden Fällen kommen die Aerzte per Automobil unentgeltlich. Dieser segensreichen Einrichtung droht Gefahr, denn die Polikliniken erfordern vom Staat große Zuschüsse. Den Sparmaßnahmen, die vor- das partei-Notopfer für öerlin wird zum Kampf gegen die politischen Meuchelmörder von recht», wie zur Abwehr der gesamten Reaktion überhaupt, dringend gebraucht.— Die Kassen der Verschwörer werden aus großkapitalistischen und agrarischen Onellen reichlich ge- speist.— Ansere Kassen müssen daher auch gestärkt werden. Geldsendungen für den stampffonds überweise man ans Post- scheckkonko 48743 an Alex Pagels, Berlin SV 68, Lindenstr. 3. genommen werden, sollen nun die Polikliniken zum Opfer fallen, d. h. sie sollen geschlossen werden, wenn nicht nachweisbar ein dringendes Bedürfnis zu ihrer Erhaltung besteht. 5sier kann von den Frauen der unbemittelten Schichten viel zur Erhaltung der Polikliniken getan werden. Sie müssen darauf dringen, daß die Hebammen die notwendige ärztliche Hilfe bei. Entbindungen aus einer dieser Polikliniken anfordern. Werden die Polikliniken reg« in Anspruch genommen, so daß der Beweis des dringenden Bedürfnisses auch weiterhin, und dann erst recht erbracht wird, so müssen diese Einrichtungen«rhalten bleiben. Bei der zunehmenden Verelendung sollte übrigens der Nachweis des dringenden Bedürfnisses ohne weiteres erbrocht sein.______ Uebertrieben hohe Eierpreise in Berlin. In unserer SonntagSauSgabe machten wir von einer Preis- Notierung für Eier Mitteilung, die mit 32 Goldpfennigen für das Et sehr hoch erschien. Der Amtliche Preußische Prcsiedtenst erklärt dazu, daß diese festgesetzten Eierpreise keine amtlichenPreise im Sinne des 8 3 Absatz 3 der Preistreibereiverordnung vom 13. Juli 1923 sind. Sie unterliegen wie jeder andere Preis der Nachprüfung durch die Wucherpolizei. In Rücksicht auf die exorbitante Höhe dieser festgesetzten und bekannt- gemachten Eierpreise wird eine Nachprüfung in besonders s ch a rfe r W ei i e erfolgen. Im übrigen fei bemerkt, daß auch die Preise, die über Obst und Gemüse verbreitet werden, keine amtlichen Preise sind._ Das Abenteuer eines KriegSinvaliden. Ein« grob« Ausschreilung gegen einen Schwerkriegsverletzten beschäftigt« in längerer Verhandlung die Berufungsstrafkammer des Landgerichts I. i>ie Polizeioberwachtmeiftsr Max Habermann und faul Litzke waren vom Schöffengericht wegm Mißhandlung des rieosinvaliden Zetsch zu Gefängnisstrafen, und zwar fiabermann zu fünf Monaten und Litzke zu drei Monaten verurteilt worden. In der Nacht zum 2. Juni 1921 hatte sich auf dem Srausberger Platz gelegentlich der Festnahme eines Kucschers eine Menschenansammlung gebildet. Habermann hatte aus der Menge den Kriegsinvaliden herausgegriffen, weil er behauptete, daß Zetsch die Menge gegen die Beamten aufgehetzt habe, was dieser e n t- schieden be st ritt. Zetsch, ein Invalid« mit einem Bein, wurde zur Wache gebracht und er soll nun auf der Wache schwer miß- handelt worden sein. Auf Grund der vom Rechtsanwalt Dr. Arras gestellten Zeugen hielt das Gericht einen Nachweis dafür, daß Litzke sich an den Mißhandlungen beteiligt habe, nicht für erwiesen und sprach diesen mangels Beweises frei. Das Urteil gegen Haber- mann wurde vom Berufungsgericht bestätigt. Der Sörsenvertreter. Sie sahen ihn nietnals wieder. Ein„netter" Vertrauensmann war ein 2S Jahre alter Kauf- mann Hans Frey aus der Turmstraße 4S, der bei einer Bank in der Mauerstraße angestellt war. Frey, der mit Börsengeschäften Bescheid wußte, empfahl allen Leuten, die er schon kannte und die ! er neu kennen lernt«, ihm ihre Effekten anzuvertrauen, damit er � sie in ihrem Interesse besser verwende als sie selbst es könnten. Sein gewandtes Auftreten und feine sachverständige Ausführungen verschafften ihn um so eher Vertrauen, als er den Leuten vor- spiegelte,«r sei„Mitinhaber einer Bank" in der Mauer- straß« und deren„Börsenvertreter". Man vertraute ihm Hunderte von Billionen in Effekten an und s a h sie niemals wieder. So wurden viel« Leute um ihr ganzes Hab und Gut gebracht. Einige wurden in der letzten Zeit miß- trauifch und verlangten Abrechnung. Frey aber wußte immer ! wieder Zeit zu gewinnen. Endlich gingen die Zweifler nach der Mauerstrahe, um sich auf der Bank selbst nach dem vermeintlichen Mitinhaber umzusehen. Da wurden ihnen dann als wirklicher Mitinhaber ein ganz anderer Mann vorgestellt, und so kam der ganze Schwindel endlich ans Licht. Frey hatte sich Formulare der Bank angeeignet und mißbraucht, um feine Opfer noch sicherer zu machen. Bevor man il/n fassen konnte, muß er sich überzeugt haben, daß sein Spiel verloren war. Er verließ mit seiner Frau, die ihm erst kürzlich angetraut war. feine Wohnung und verschwand auch aus Berlin. Nach gewissen Anzeichen ist das Paar nach der Schweiz durchgebrannt._ Geburten und Sterbefälle in Berlin. Das Statiftii-be Amt der Stadt Berlin hat aus der Berliner Statistik einige Hauptzahlen zusammengestellt. Den Ergebnissen der Bevölkerungsstatistik entnehmen wir. daß im Jahre 1922 die Zahl der Lebendgeborcnen siib auf IS 686, die der Gestoibenen aber sich auf 62 984 belief. Die Geburten waren so spar- l i ch. daß sie in dem Jahre u m 7208 hinter den Sterbe- fällen zurückblieben. Im Jahre 1923 wird, soweit sich da« schon jetzt übersehen läßt, die Differenz»och größer werden und der Verlust etwa 12000 betragen. Vor dem Kriege war in dem da- maligen Berlin mit rund 2 Millionen Einwohnern die gabt der Geburten fast ebenso groß(1910, 19lt.>19t2. 1913: 44 191, 43 203. 42 586, 40 846 Lebendgeborene), wie jetzt in dem neuen Berlin mit rund 4 Millionen Einwohnern! Wem gehört der Stock? Zu dem Mord in Steglitz, dem der Musikdirektor Gervais zum Opfer fiel, wird mitgeteilt, daß die Mordkommission verschiedene Spuren verfolgt und auch mehrere Verdächtige festgc- nommen hat. Diese mußten aber alle wieder entlassen werden, nach- dem sie ihr Alibi nachgewiesen hatten, lieber die Herkunft des Stockes, den der Mörder auf der U«b«rfallstelle zurückgelassen Hai:, ist noch nichts ermittelt. Es ist«in guter Z u ck e r r o h r st o ck mit abgenutzter Hornzwing«, der einmal teuer gewesen sein muß. Der Stock ist jetzt beim Mosse-Verlag gegenüber dem Ratlzaus in Steglitz ausgestellt. Er spielt für die Aufklärung des Verbrechens eine große Rolle. Die Groh-Berliner Frage. Im Ausschuh Groß-Berlin des Preußischen Landtages wurde am Freitag die Frage der Ausgemeindung, insbesondere der Ausgemeindung von Spandau, Cöpenick und anderen bclzandelt. Da die Frage von grundsätzlicher Bedeutung ist, beschloß man, noch neuesMaterial anzufordern. ----« Die Strastenreittigmigskosten der Mieter. Demnächst werden zum ersten Male von allen Groß-Berlincr : Mietern die Beiträge zu den Straßenreinigungskosten erhoben, uno zwar für die Zeit vom 1. April bis 30. November. Groß-Berlin ist in vier Reinigungsklassen eingeteilt. Die Klassen 1 und 4 sind die teuersten. Der Beitrag wird berechnet nach der Meterzahl der Straßenfrontlänge des Grundstücks. Inzwischen sind natürlich auch diese den Mietern angesetzten Daumfchrauben der Geldcntwer- hing angepaßt. Für November ist der Meter in Klasse 1 auf 10, Klasse 2 auf 4, Klasse auf 2, Klasse 4 auf 100 Milliarden berechnet worden. Erstmalig wi.d noch«in Deranlagungsschreiben zugestellt, ' für die Folgezeit nur der Multiplikator öffentlich bekanntgegeben. Copyright Otorg Moller, Manches. 28] Die Lofokfischer. Roman von Johan Bojer. -Und einer nach dem anderen kam an; in der einen ge- fchwollenen Faust hatte er einen zusammengeknüllten Brief- Umschlag, in Der anderen einen Bogen Papier mit blauen Linien,— den hatten sie für zwei Oer« im Kramladen gekauft, als sie eines Tages an Land hatten bleiben müssen. „Schau her... du mußt auch für mich ein paar Worte hin- schmieren, ja?" Und alle wollten geschrieben haben, daß sie hinsichtlich des Fangs nicht klagen könnten,— aber das fügten sie alle ganz leise hinzu, indem sie sich tief zu ihm nieder- beugten. Es kam etwas Verlegenes über diese schwerfälligen See- bleute, als sie nun aus der Kiste einen Geldschein holen mußten, so daß die anderen es sahen, und noch schwerer war es, da- mit in den hellen Lampenfchein zu treten und zu sagen, daß die Frau ihn haben solle. Das war fast, als zeige man einen Verlobungsring vor, wenn es doch noch ganz geheim sein soll. Und am Tisch machte der Mann seinen Rücken so breit er mir konnte und steckte dem jungen Burschen den Schein so oer- stöhlen wie möglich zu.„Vielleicht legst du den Schein mit in den Brief hinein," sagte er., Und nun ging Kristaver auf den klappernden Pantoffeln in die Küche hinaus und machte die Tür hinter sich zu. Er und Henrik Rabben waren allein. „Na. gut. daß ich Hilfe bekomme," sagte Henrik und hantierte mit Holz, Feuer und Kessel. Kristaver sah ihn an.„Ich möchte unter vier Augen ein Wort mit dir reden." „Ja? Ist es etwas Unangenehmes?" Henrik hntte schon Zeit gehabt, heute Haar und Bart zu kämmen, und Gott weiß. ob er nicht auch draußen gewesen war und Nase und Mund mit Seewasier gespült hatte. „Du hast für mich Bürgschaft geleistet, so daß ich das Boot behalten konnte."> „Ja, war das etwa zuviel? So ein Kerl wie du muß doch ein Boot haben." Aber Kristaver sagte, jetzt wolle er Henrik auch einen Gegendienst leisten. „Ich? Ja, willst du mich lehren, ein ebenso geschickter Bootsführer zu werden, dann..." „Du begreifft doch wohl, daß es unsinnig ist, wenn du hier als Halbpartmann umher gehst." „Ja, aber er habe doch kein Netz und besitze keinen Anteil an dem Boot— also könne er doch nur als Halbpartmann geizen, er wie die anderen. Das war doch ganz klar? Kristaver sagte, er wolle ihm gern Netze überlassen, so daß er vollberechtigter Teilhaber werde.„Und das mußt du annehmen," sagte er. Das war keine Kleinigkeit. Der Bootsführer kam zu ihm und verdoppelte seinen Anteil. Henrik sah erst ihn an und dann den Topf, der Mund lächelte, die Äugen blieben ernst. „Ja, soll ich mich denn dafür bezahlen lassen, daß ich dir einen Dienst geleistet habe," sagte er. „Ja, du hast im vorigen Jahre deine Netze verloren, aber jetzt hast du die Möglichkeit, sie wiederzubekommen. Darauf mußt du eingehen." „Hm. Aber du hast doch für uns alle das Risiko über- nommen, in bezug auf Netze und Boot. Und wer wagt, soll auch gewinnen. Wir kleinen Leute auf Rabben können nicht mehr als uns satt essen, und wir wollen das Geld nicht haben, das dir zukommt. Dein Anerbieten ehrt dich, aber jetzt geh' nur hinein und setze dich zu Tisch!" Kristaver sah ihn erstaunt an. Henrik brauchte nur die Hand auszustrecken, so bekam er Netze und den doppelten An- teil. Und dazu sagt der Mann nein. „Mölje! Platz da, Leute, jetzt gibt es endlich was Rich- tiges zu essen!" Henrik trug mehrere Schüsseln mit zerstückeltem Fladbröd herein, jetzt kam der Topf mit gekochter, dampfender Leber, von der er eine reichliche Portion auf jede Schüssel verteilte. Das Fett glänzte auf den Fladbrödhaufen, jetzt wurde Molken- käse geschabt und darüber gestreut, und schließlich wurde Sirup in langen goldenen Schlangen über das Ganze gegossen.- Dann wird alles mit dem Löffel verrührt, daß es wie ein Brei wird, — Herrgott, das schmeckt! Die zwölf Männer saßen um den Tisch und langten zu. Sie wußten ja kaum noch, wann sie zuletzt einen Löffel in der Hand gehabt hatten. Sie meinten, solange sie denkest konnten, von Kaffee und Brot gelebt zu haben. Aber dies war mehr als Essen. Dies war wie auf einer Hochzeit! Es war unglaublich, wie schnell die Schüsseln sich leerten. Aber Henrik Rabben hatte noch mehr Leber,— rasch wurden neue Schüsseln hergerichtet, und dann setzten sich die Lössel wieder in Bewegung. Wie... waren die Schüsseln schon wieder leer? Jetzt fing es ja erst an zu schmecken! Nur der eine oder der andere schnallte den Leibriemen ein paar Löcher weiter. Es ist ja nicht alle Tage Hochzeit im Fischerplatz. Gesichter, Bärte, Finger glänzten von Fett, Sirup und Käse. Lars mußte in den Schnee hinaus, wo die Leber frisch gehalten wurde, und einen Topf voll herbeiholen. Es dauerte eine Weile, bis die gekocht war, aber jetzt konnte man sich eine Pfeife anstecken, einen Schnaps trinken und warten. Da trampelte es vor der Tür, Jakob kam lzereingehumpelt, und schwang den langen Fuß herum, als er sich umdrehte und die Klinke wieder schloß. .„Guten Abend, Leute. Schwerenot, ja, das habe ich doch gerochen, daß hier etwas Gutes auf dem Tisch steht." „Komm herein und setz' dich!" ertönte es von den Pfeifen an der Wand. Und sie blinzelten sich zu. Es war doch immer so... stand irgendwo im Fischerplatz Mölje auf dem Tisch, so wit- terte Jakob es und stellte sich ein, und wenn er sich in seinem eigenen Hanse an Mölje übersatt gegessen hatte. „Du mußt dir da am Tisch einen Platz suchen," sagte Per Suzansa, und wer nicht nein sagte, war Jakob. Uebrigens brachte er Neuigkeiten. „Wir Fischer müssen wieder eine neue Abgabe bezahlen," sagte er und lieh sich einen Löffel, den er am Aermel abrieb. Im selben Augenblick wurde eine neue Schüssel Mölje herein- getragen. „Was denn jetzt schon wieder?" „Ja, jetzt soll jedes Boot fünfzig Fische ans Krankenhaus abliesern. Das wird natürlich den Fischern auferlegt." „Hm," sagten sie und waren mit ihm einig. Wie Jakob jetzt dasaß, wirkte er ganz anders als die anderen. Das struppige schwarze Haar und der Bart stachen so sehr von diesen blonden, blauäugigen Männern ab. Sie saßen da in Friesstoffen, die in ihrem eigenen Hause aus Wolle von ihren eigenen Schafm gewebt waren— aber wer webte wohl für Jakob?(Fortsetzung folgt.) ,, Wer es verdient, bekommt Prügel. GU Arbeiter- Sport Schwimmfest in Charlottenburg. Zu der Notiz unter dieser Ueberschrift in Nr. 258 des ,, Borwärts" teilt uns das Kommando der Schubpolizei mit, daß sich der darin erwähnte Herr Grünberg in unerhörter Weise auf der Wache des 294. Reviers betragen habe, indem er die Be amten beschimpfte und sie antisemitischer Gesinnung verdächtigte. Bor der Woche habe Grünberg in derartig lauter Weise sein Schimpfen fortgefeßt, so daß der Polizeioberleutnant Bäumer fich Troß der Ungunst der wirtschaftlichen Berhältnisse wagten es veranlaßt jah, sich nach dem Grunde des Lärmes zu erfundigen. die Freien Schwimmer Charlottenburg, ein Schaus Er wurde sofort, bevor er sich noch äußern konnte, von Herrn Grün- und Wettschwimmen in der Städtischen Badeanstalt in der berg so laut angeschrien, daß er ihn zunächst nicht verstand. Schließ Krummen Straße zu veranstalten. Diesem Fest war ein voller lich hörte er die Frage heraus: darf ein Polizeibeamter Erfolg beschieden. Die rege Beteiligung war ein Lichtblick für alle schlagen". Bevor der Polizeioberleutnant noch antworten konnte, Sportbefliffenen und eine wahre Freude für die attiven Teilnehmer. schrie Grünberg, indem er mit den Armen fuchtelte ,,, fo, das ist gut, aus eigenen Reihen heraus wurde die Musikkapelle zusammengefeht, ich werde mich beschweren, Sie werden schon sehen, was darauf und weil die Arbeiter alles felber stellen, so fönnen sie heut folgt" und ging dann schnell fort. Die Beugenaussagen sämtlicher zutage auch ihre Feste noch großzügig aufziehen. Das sehr abbeteiligten Beamten der Schutzpolizei befunden übereinstimmend, wechfiungsreiche Programm wurde flott abgewickelt. Mit großer daß trotz des unerhörten Betragens des Herrn Grünberg die Be- Teilnahme verfolgte man die Stafetten und Programmnummer 14, amten fachlich geblieben seien und Grünberg weber be- Vereinsbruststafette, 6 × 2 Bahnl, zusammengefeßt aus je 1 Mädchen, schimpft noch irgendwie tätlich angegriffen hätten. 1 Knabe, 1 weibl. Jugend, 1 männl. Jugend, 1 Dame, 1 Herr, Auch Oberleutnant Bäumer erklärt die ihm in den Mund gelegte übte einen ganz besonderen Reiz aus. Gern gesehen wurden u. a. Aeußerung für unwahr auch die Rettungsvorführungen, das Gruppenspringen, das Männerspringen und das Wasserballspiel. das Wasserballspiel. Der Damenreigen zeugte Hugo Hoffmang. Vor kurzem verstarb nach langem Leiden von gutem Können, und das Figurenliegen, das bei einem gediege Genosse Hugo Hoffmann- Frankfurt a/ D. Lange Jahre nen Kunstreigen dazugehört, bot wieder ein schönes Bild. Der hat Hoffmann in der Vorwärts"-Druderei als Seßer gestanden Schülerreigen, schon der Aufmarsch war sehr erfreulich, legte ein und nach der Revolution übernahm er in schwerster Zeit der Partei glänzendes Zeugnis dafür ab, daß wir troß aller wirtschaftlichen Bedrängnisse und der Hemmungen so mancher Art unter unseren im Unterbezirk Frankfurt- Rebus die schwierige Arbeit als Partei- Arbeiterschwimmern einen vielversprechenden Nachwuchs haben. fekretär und hat hier mit größtem Erfolge gewirkt. Später trat er Es werden, das zeigten auch die Jugendstafetten, gute Schwimmer als Geschäftsführer in unser Frankfurter Parteiblatt ein. Die herangezogen, trozdem wir den Klimbim der Gefopreise ablehnen. Gesamtpartei und der Bezirksverband Brandenburg insbesondere Die einzelnen Ergebnisse waren wie folgt: verlieren in Hugo Hoffmann einen stets opferbereiten, tampf- Resultate: Männerlagen stafette, 4 mal 2 Bahnen: 1. Reuton 2,18%, freudigen Genossen, dessen Wirken im Dienste der Arbeiterbewegung Boer, Neukölln, 43%, 2. Ruhn, Charl., 44%. 2. Borwärts- NO. 2,22. Brustschwimmen für weibliche Jugend, 2 Bahnen: Geite für männl. Jugend, unvergessen sein wird. 4 Bahnen: 1. Gorzella- Welle 1,19, 2. GSeebode- Charl. 1,23. Stredentauchen: 1. Start, Neptun- 2., 50 Meter in 41, 2. Steppat 50 Meter in 44. MännerEine plumpe Fälschung von Einhundert- Milliardenscheinen liegt uns vor. Die Scheine fallen auf durch die unsaubere Ausführung der Schrift. Der Schriftsat felbst steht nicht in der Mitte des Scheines. Das Wasserzeichen" ist mit weißer Farbe auf der Rückseite aufgemalt. Ferner fehlen die im echten Schein enthaltenen Fasern auf der rechten Seite, schließlich ist der Farbton nicht getroffen, das zur Ausführung verwendete Blau ist verwaschen und neigt ins Violette. Es hat den Anschein, daß die Fälschung auf der ettographen platte entstanden ist. Die Fälschung muß jedem schon bei geringer Aufmerksamkeit auffallen. zur Darstellung bringen. Die Leichtathletik ist durch 6 Wettkämpfe vertreten. Ein ausführliches Programm gibt den Interessenten Gelegenheit, die Resultate einzutragen. Deffnung der Salle um 2 Uhr. Bünktliches Er. scheinen ist notwendig. Der Eintritt ist einschließlich Programm auf nur 5 Goldpfennig festgesezt, um einen zahlreichen Besuch zu ermöglichen. Ordner, Berechner, Sportausschuß um 1 Uhr zur Stelle fein, Mitwirkende 22 Uhr. Alle Mitwirkenden werden gebeten, ein Programm zum ermäßigten Preise zu entnehmen, um die großen Ausgaben decken zu können. für Arbeitersport und Rörperpflege, G., Markgrafenstraße, 65, teilt mit: Cine Die Fahrpreisermäßigung auf den Reichsbahnen. Die Bentralfommiffion neuanmeldung der Vereine hat sich erübrigt. Die Vereine des Direktions. bezirts Berlin haben uns jedoch fofort folgende Angaben zu machen: 1. Ortsund Bereinsname. 2. Name und Wohnung des Vorsitzenden. 3. Zahl der Mitglieder. 4. Nummer des bisherigen Ausweises. 5. Wieviel Ausweise werden für das nächste Jahr gewünscht. Die neuen Ausweise sind später an einem der Berliner Bahnhöfe gegen Zahlung von 20 Goldpfennigen abzuholen. Näheres geben wir später bekannt. M. S. V. Soden. Sämtliche Bertreter der Sodenvereine refp. abteilungen senden sofort ihre Adresse an die Geschäftsstelle: Waldemar Buggenhagen, Lich tenberg, Landsberger Chaussee 10 I. Desgleichen die neuen Funktionäre. das L. Stiftungsfest des Bezirks Südosten im großen Saale des Gewerkschafts Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Am Totensonntag, 25. November, findet hauses bei gutem Programm statt. Beginn 5 Uhr. Bereins- Brustabzeichen find noch am Mittwoch in der Turnhalle zu haben. Arbeiter Turn- und Sportbund. 1. Kreis. Freitag, den 23. November, palaft. Turnhalle Brinzenstraße 70, 8ufammenturnen geübter Redturner zum Sport 7 Uhr, Bersammlung aller Mitglieder, die an der Weihnachtsfahrt en 20. 920Arbeiterwintersport- Intereffengemeinschaft, Berlin. 6. Dezember, abends Riesengebirge teilnehmen, auf dem Fichteplak Treptow. Dienstag, ben 20. g. Dember, Beginn des Springturfus aller älteren Mitglieder. Auskunft Morigplag 16 577. Naturfreunde- Sti- Trodenturfus. Dem Touristenverein ,, Die Naturfreunde" ist es gelungen, in diesem Winter einen Trodenturfus für Anfänger einzu richten. Uebungsabende jeden Dienstag Turnhalle Mariendorfer Weg( Schule), Nähe Bahnhof Hermannstraße. Turn- und Sportverein Fichte", Berlin. Gonntag, ben 2. Dezember, Schauturnen der 4. Jungmädchenabteilung Turnhalle Kirchner- Oberrealschule, 8wingliftraße 2, nachmittags 2 his tube vember, fällt das Turnen aus. Dafür alle zur Vereinsversammlung in ReiTurnverein Fichte. 16. Männerabteilung. Am Dienstag, den 20. 920nickendorf erscheinen. brustschwimmen, 4 Bahnlängen: 1. Seinide, Tegel, 1,24%, 2. Schulz, Neukölln, Jugendschwimmen bel., 2 Bahnen: 1. Neumann- Charl. und Eichberg1,25%. 1. Road, Belle, 1,40%, 2 Faltner, Borwärts- ND., 1,45. Damenrüden, 4 Bahnen: Vorwärts- Lichtenberg 33%, 2. Rühn, Neptun- 2., 34. Jugendlagenfbafette, 4 mal 4 Bahnen: 1. Welle 5,58%, 2. Charl. II 6,03%. Borwärts dist. Athletik- Sport- Club, e. B. Leichtathletik, Soden, Sandball, Rubern. Män Rüden für weibliche Jugend, 2 Bahnen: 1. Mafuhr- Neukölln und Geisler- Norner-, Frauen-, Jugendabteilung. Dienstag, den 20. November, abends 7 Uhr, den 45 Get., 2. Liebed- Neukölln 47%. Borwärts- No. 1,14%, 2. Ruthe 1,17. Männerseite, 4 Bahnen: 1. Jahr. Badeabend in der Städtischen Badeanstalt Schillingsbrüde. Freitag, den Rombinierte Bruststafette: 1. Neukölln 23. November, abends 8 Uhr, Training der weiblichen Jugend in der Turn4,25%, 2. Charl. I 4,40, Welle dift. 4,32%. Springen: 1. Bendt- Charl. halle der 46. Gemeindeschule, Laufiger Plaz 9. Training der männlichen Jugend 30%, 2. Becker- Charl. 30%. Brustschwimmen file männl. Jugend, 4 Bahnen: Turnhalle der Gemeindeschule in der Staliger Straße 55-56. Schriftführer der 1. Frant- Borwärts 1,24, 2. Neumann- Charl. 1,24%. Männerriden, pler Soden- Abteilung: Hans Jogszat, Berlin O. 17, Caprivistraße 4. Geschäftsstelle: Bahnen: 1. Dahle- Neukölln 1,19%, 2. Alemt- Vorwärts- ND. 1,21%( Götte- Neu- Alfred Behrends, Berlin NW. 87, 8inzendorfstraße 7. tölln 1,20% bift.). Wafferball: Jugend- Charl.- Freiheit 2: 1 Männer: Charl.- Union 3: 8. Schwimmfest des LSB. Neptun 1894. Erleichterung bei der Versorgung von Hausbrandtohle. Um die Versorgung der Bevölkerung mit Hausbrandtohle zu erleichtern, hat der Reichsverkehrsminister, laut Beschluß des Reichskabinetts, ter Badeanstalt Friedrichshain" ab. Gut war das Teller Dieser rührige Verein hielt fürzlich sein Schwimmfest in fich bereit erklärt, die Frachten für Hausbrandtoble tauchen für Männer. Schröter von Neptun Weißensee brachte mit 75 Prozent für die Höchstdauer eines Monats, längstens 20 Teller in der guten Zeit von 58% Gefunden an die Oberfläche. bis 31. Dezember dieses Jahres auf Goldbafis zustunden. In der noch besseren Zeit von 42 Sefumden fonnte Start von Anträge sind an die Reichsbahndirektionen zu richten, die ent- Neptun Lichtenberg 18 Teller holen. In dem 22 fonkurrenzstarten sprechend angewiesen sind. Die nächste Stadtverordnetenfißung findet am Donnerstag um 48 Uhr statt. Das Staatsoperballett in Neukölln. Zu einem Ballettabend hatte die Kunstgemeinde Neukölln nach der Neuen Welt eingeladen. Proben des modernen Kunsttanzes gaben Mitglieder der Berliner Staatsoper unter Leitung von Egon Moltow. Sowohl Ginzel wie Gruppentänze wurden meisterhaft vorgeführt. Für den musikalischen Teil hatte sich das Berliner Sinfonie-( Blüthner-) Orchester unter Schmalstichs Leitung zur Verfügung gestellt. Männerfeiteschwimmen ließ sich Mundt von der Frei- Wassersport vereinigung Magdeburg den Sieg nach hartem Rampfe nicht nehmen. Das männliche Jugendhühschwimmen holte der schwächlich gebaute, aber gut durchtrainierte Kuhn von Neptun Lichtenberg in der guten Zeit von 1 Minute 6 Sekunden. Im Männerbruſt schwimmen 80 Meter, in dem 44 Teilnehmer starteten, belegte Gerngroß( Freischwimmer Charlottenburg) turz vor Wilde( Neptun Lichtenberg) den Sieg. Im Männerschwimmen zeigte das beste Können Philipp( Neptun Weißensee) mit 34% Bunften, im Jugendspringen Höiz von Neptun Lichtenberg mit 14% Puntten turz vor Bed( Vorwärts Süden) mit 14% Punkten und Kuhn von Neptun Thema finden Vorträge und freie Aussprache in einer öffentlichen Ber- Neptun Lichtenberg mit 1: 2 Neptun Weißenfee schlagen. Es war Ueber dieses Lichber.berg mit 14 Bunften. Im Jugendwasserballspiel fonnte sammlung beute, Dienstag, den 20. November, pünktlich 7%, Uhr abends, im Werner- Siemens- Realgymnasium, Hobenstaufenstr. 47/48, statt. Boru bedauern, daß durch unfäres Berhalten von SB. Freiheit das 5. 23. fragende find Oberstudiendirektor Dr. W. Vilmar und Ministerialrat Männerwasserballspiel abgebrochen werden mußte. Dr. Biertmann. Veranstalter ist der Bund entschiedener Schulreformer. Die wahlfreie Oberstufe der höheren Schulen. Die Geräte- und Sportwettkämpfe am Bußtag. Eine große Spionageaffäre haben die Polizeibehörden in 1. Fitr bas Geräteturnen hat eine neue große Propaganda eingefegt, Krakau ans Licht gefördert. Eine Reihe von Bühnentünstlern, die von ber gentrale bes Arbeiter- Turn- und Sportbundes ausgeht und guten darunter ein Opernfänger und mehrere Filmdarsteller, haben zu Anflang in den Vereinen findet. Dies barf man daraus schließen, daß zu den gunsten eines Nachbarstaates militärische Ge morgigen Wettkämpfen in der Prinzenballe 54 Riegen gemeldet find, ba 47 an Geräten und 7 Freiübungsriegen. Frauen und Mädchen werden heimbokumente entwendet. Weitere Verhaftungen stehen Ponthmisches Zurnen zeigen, außerdem Männer ein Springen über das lang geftellte Bferd. Die Arbeiterschwimmer werden das Stodenschwimmen bevor. Theater, Lichtspiele usw. Deutsch. Theater] Volksbühne 72 Uhr: NORA 71/2 FigarosHochzelt Th. im Admiralspalast Apollo- Theater Tägi Uhr Kammerspiele Lessing- Th. Drunter und drüber 8 Uhr: Die Kinder Theater i. d. Heute bis Donnerst U.: Rausch Deutsch Opernhaus KöniggrätzerStr. Freitag, 7: Faust. Uhr: Holofernes 8 Uhr: Don Gil Deut. Künstler- Th. von d.grün.Hosen Allabendlich 8: Komödienhaus 8 Uhr: Mein Vetter Eduard Berliner Theater Max 71%, Allabendl. 7% Die große Revue Europa spricht ( Aktionärkart. gült.) davon! Große Volksoper im Theat d.Westens Tybbke( dabar) 7 Samson u.Dalilanferate im Rose- Theater Intimes Theater 74 Uhr: 8 Uhr; Abendbesuch In Vorwärts 7.30: Dolly Wenn ich Dleh Die k. u. k. Hose etc. fichern Erfolg! nur hab' Lustspielhaus 8U. Nebeneinander. SCALA Casino- Theater Volksstück 1923 SU.: Der Ehemann ohne Frau! Metropol- Theater B3nternat. Vorher bunter Tell: Casinogirls Uhr: Varieté Komische Oper Neues Theat. a. Zoo WINTBRIEN Rauchen gestattet! Allabendlich 71/2 Die größte Revue des Kontinents: Die Welt ohne Varieté- Programm Schleier Ortskrankenkasse für die Gewerbe der Tischler u. Pianofortearbeiter zu Berlin Bom 19. November 1923 ab erhöht sich der Grundlohn sowie die Beitragsfage der norigen Woche bis auf weiteres um das Uhr: Die Luxusfrau Renaissance- Theat. 8 U.: Studentenliebe Schauspieler- Th. Friedrich- Wilhalmstädt. Th.) Chausseestr. 30 U.: Titus u. der Talisman. Sonkin u. d. Haupttreffer ( Karl Ettlinger) Doppelte. Der Hochstgrundlohn beträgt Thalia- Theater demnach 2 Billionen Mart. Der tägliche Beitrag der höchsten Stufe 120 Willtarben Scheidungsreise Mart Anspruch auf die höheren Barleistungen ab 16. Dezember 1923. 32.12 Theater i.d.Kommandantenstr. Berlin, den 18. November 1923. Fr. Mursbach. D. Guhl. Zahngebisse Schneider& Sohn Französ. St. 15 I Gold, Silber Platin- Bruch kaufen an der Friedrichstraße Inhaber Erwin Schneider Gruenert ( geb Körner). Alle Personen, welche Anspruch auf die nächste Verwandtschaft der jetzt verstorbenen Auguste Albertine Hermine Gruenert( geb Körner) früher in Frankfurt a. d. 0.- später in Melbourne In Victoria Australia erheben, werden gebeten, ihre Ansprüche mit allen Einzelheiten an die untenstehende Adresse einzusenden, nicht später als bis zum 1. Februar 1924. Gillot Molr& Ahern, Solicitors of 395 Collins Street, Melbourne Victoria Australia.[ 107/ 20* 7 Uhr: Charlie Wallner- Theater S U.: Causa Kaiser ReichshallenTh. Täl. 1 U. u.Sonnt. 3 U. Stettiner Sänger Th.a. Kottb. Tor Täglich 7'/ 2 Uhr a. Sonntag nachmittag 3 Uhr: ELITESänger U. a. Esmeralda d. Tänzerin Den allseitig gerühmten Kaffee- Konditoreibetrieb habe ich nunmehr auch auf meine Abteilung: Linden Restaurant Eingänge: Unter den Linden 44| Friedrichstraße 87 Mittelstraße 60 ausgedehnt. 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Jugendversammlung jeben Dienstag 7 Uhr im findet jeden Donnerstag im Stadtbad Prenzlauer Berg statt. Nächste Mitgliederversammlung am Freitag, den 7. Dezember, im Bereinslokal Paul Bußtag Jugendheim der 117. Gemeindeschule, Eberswalder Straße 10. Ausflug nach Rüdersdorf. Treffpunkt vormittags 9 Uhr Bahnhof Schönhaufer eine, welche zum Sportfelt gemeldet haben, find verpflicht nicht, nad kommen, Sportpalast 2 Ordner zu stellen. Abteilungen, die diefem nicht nachkommen, Berliner Arbeiter- Schachklub. Am Bußtag, den 21. November, nachmittags 2% Uhr, findet im großen Saale des Gewerkschaftshauses eine Propagandaveranstaltung des Vereins ftatt. Bligturniere in Gruppen, Simultanſpiele, fowie der alljährlich stattfindende Nord- Süd- Schachwettkampf bilden das Brogoamm. Gäfte, fowie Freunde und Gönner unserer Gache find herzlich millfommen. Teilnahme fostenlos. Spielleiter: Jede Abteilung hat 2 Mann zu Delegieren, die um 1½ Uhr pünktlich mit fämtlichem Spielmaterial anwesend fein und sich zur Verfügung ber Spieleitung halten müssen. Um zahlreiche Be Die Spielkommission. teiligung bittet Arbeiterturner- und Sportbund, 1. Kreis. Jede Abteilung fowie die Berdürfen nicht starten. Feierstunde für Erwerbslose im Bezirk Lichtenberg. Das Lichtenberger Arbeits- und Gewerbeamt wird am Bustag, 21. nov., begirls veranstalten. Das Brogramm sekt sich zusammen aus Vorträgen nachmittags 3 Uhr, im Festsaal des Realgymnasiums an der Bartaue, Lichtenberg, eine Feierstunde" für die Erwerbslolen bes Verwaltungsdes Männerchors 1907"( Reichsbruderei) unter Zeitung des Chormeisters Wilhelm Bartsch und aus Rezitationen, für die Herr Leo Menter gewonnen ift. Stadtrat stlusener als Dezernent des Arbeits- und Gewerbeamtes, spricht einleitende Begrüßungsworte. Märkische Vorträge. Mittwoch, den 21. November( Bußtag), abends 7, Uhr, wird Dstar Bolle im Saale des Kunstgewerbemuseums, BrinzAlbrecht- Straße 8, die malerische Spree" von der Duelle bis zur Mün dung in einer von 120 glänzenden Lichtbildern in natürlichen Farben be gleiteten Monographie schildern. Starten( zu kleinen Preisen) bei Bertheim, Bote u. Bod usto. und an der Abendkasse. KLEINE ANZEIGEN C Jedes Wort 0,10 Goldmark. Das fette Wort 0,20 Goldmark( zulässig.2 fette Worte). Stellengesuche das 1. Wort ( fett) 0,10 Goldmark, jedes weitere 0,05 Goldmark. Worte über 15 Buchstaben zählen für 2 Worte. 1 Goldmark= 1 Dollar geteilt durch 4.20 Verkäufe Qualitätsteppiche! aus erster Sand [ pottbillig, billige Fabrikabschlüsse. Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bis42 Uhr nachmittags in der Hauptexpedition des Vorwärts, Berlin SW, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Dieselbe ist von morgens 9 Uhr bis nchm. 5Uhr ununterbrochen geöffnet Kaufgesuche Fahrräder kauft Linienstraße 19. Sädeeinkauf, Nähgarn. 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