Abendausgabe Nr. 544+ 40. Jahrgang Ausgate B Nr. 274 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in ber Morgenausgabe angegeben Rebattion: SW. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Sel- 2fdresse: Sozialdemotrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 50 Milliarden. Dienstag 20. November 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Geichäftszeif 9-5 1hr Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2502 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Die Noten der Alliierten. Stresemann vor dem Sturz. Das Schicksal bes britten Rabinetts Stresemann steht in der heutigen Morgenpresse im Mittelpunkt der Er. örterung. So gut wie allgemein wird die Meinung ver treten, daß die Tage des Kabinetts gezählt feien. Paris, 19. November.( Eca.) Ueber den Inhalt der beiden aufnahme der interalliierten Militärfontrolle in Deutschland zu Entwürfe zu Noten an Deutschland, die der Botschaftertonferenz ftande gekommen ist, in London eine um so größere Genugtuung vorlagen, verlautet aus halbamtlicher Quelle: Die Note hervorgerufen hat, als man taum auf eine Einigung hoffte. Das über den Kronprinzen verlangt weder die Auslieferung allgemeine Gefühl war, daß die Meinungsverschiedenheiten zu groß fozialdemokratische Fraktion ihren Mißtrauensantrag begrünSehr lebhaft unterhält man sich über die Frage, ob die des Kronprinzen, noch seine Verbannung, aber sie macht den wären, um noch ausgeglichen werden zu können, und die Berta- ben wird oder nicht. Beschränkt sich der sozialdemokratische Reichstanzler Strefemann darauf aufmerksam, daß die Tatsache, gung der Konferenz betrachtete man daher als wahrscheinlich. Die Antrag barauf, die Erklärung der Regierung nicht zu billi daß er den Kronprinzen ermächtigt habe, nach Deutschland zurüd. Einzelheiten über die gestrige Sigung der Konferenz stehen noch zukehren in einem Augenblid, wo die nationale Erregung in aus, aber man glaubt, daß die Alliierten eine gemeinsame Note an gen, so wird er mit den Stimmen der Antragsteller, der KomDeutschland hohe Wogen schlage, ihm eine Verantwortung auflade, die deutsche Regierung über die Wiederaufnahme der Militärfon Würde der sozialdemokratische Antrag begründet, so bemunisten und der Deutschnationalen angenommen werden. bie, falls ein Attentat gegen den Friedensvertrag hieraus entstehen trolle richten werden, und daß sie nichts tun werden, bevor sie die fiände die Möglichkeit, daß der Antrag wegen seiner Bewürde, die Alliierten in Betracht ziehen würden. Hinsichtlich der Antwort Deutschlands erhalten haben. Falls die deutsche Note stände die Möglichkeit, daß der Antrag wegen seiner BeInteralliierten Militärtontrolle würden die Al- nicht befriedigend ausfällt, werden die Allierten nochmals bie gründung von den Deutschnationalen abgelehnt würde, jo lilerten in einer energischen Note Deutschland darauf aufmerksam Frage der Maßnahmen prüfen, die notwendig sind, um der daß schließlich kein Mißbilligungsantrag die Mehrheit auf sich vereinigte. machen, daß fie nicht geneigt seien, die Militärkontrolle, die ihnen Situation entgegenzutreten. Es scheine, daß die Krisis nur aufnach dem Friedensvertrage zuftehe, aufzugeben. Die Note würde geschoben worden ist. Man meint jedoch, daß in der Zwischenzeit dann Deutschland davon Mitteilung machen, daß die Militärfon- die Spannung der Gemüter noch nachlassen wird und daß alsdann trolle fofort, aber grabweise, wieder aufgenommen würde. General der augenblidlichen Einigung eine endgültige Einigung folgen Mollet würde darüber entscheiden, wohin er zunächst seine Son- wird." trolloffiziere ohne Gefahr schiden fönne. Sollien jedoch durch ungentigende Borfichtsmaßnahmen durch das Reich Zwischenfälle entstehen, so würden sich die Allierten vorbehalten, weitere Maßnahmen zu treffen. Genugtuung in London. Condon, 20 November.( Eca.) Das Reuterbureau veröffent licht über die Lage in der Botschaftertonferenz folgendes Rom muniqué: Das Reuterbureau glaubt zu wissen, daß die Nachricht über die Einigung, die zwischen den Alliierten über die WiederHavenstein gestorben. Wie die Reichsbank mitteilt, ist heute morgen Reichsbantpräsident Havenstein gestorben. Paris, 20. November.( Eca.) Die Botschaftertonferens wird heute nachmittag um 5 Uhr stattfinden. Zustimmung Belgiene. Baris, 20 November.( BIB.) Nach einer Meldung aus Brüffel hat Ministerpräsident Theunis nach dem geftrigen Ministerrat den Zeitungsberichterstattern erflärt, bie belgische Regierung flimme dem Rompromißvorschlag der Botschaftertonferenz in der Angelegenheit ber Militärfontrolle und der Rückkehr des Kronprinzen nach Deutschland zu. Durch diese Rechnung, die von manchen Ranglerfreunden aufgestellt wird, macht aber die Kreuzzeitung" einen biden Strich, indem sie erklärt, Deutschnationale, Bölkische und Bayerische Boltspartei würden sich in diesem Fall der Stimme enthalten. Dann würde der sozialdemokratische Mißtrauensantrag mit 190 sozialdemokratischen und fommunistischen Stimmen gegen die 152 Stimmen der Deutschen Bolkspartei, des 3entrums und der Demokraten ange nommen werden. Die Deutschnationalen haben noch keine endgültige Befchlüffe gefaßt, es heißt aber, daß sie ihr tattisches Berhalten darauf richten merden, unter allen Umständen den Sturz ber Regierung herbeizuführen. Man rechnet damit, daß der Reichstanzler heute nach dem Genossen els und dem Deutschnationalen Hergi das anderen Landes feine Parallele findet, bereitete er jeder Resort ergreifen und daß dann die Debatte auf Donnerstag gierung fast unüberwindliche Schwierigkeiten. vertagt werden wird. Unter dem Drud der ersten Regierung Stresemann ließ er fich endlich das Bersprechen abringen, Ende des Jahres zuStresemanns Gegner. Der Präsident der Reichsbant, Rudolf Havenstein, ist gleich mit dem noch unmöglicheren Bizepräsidenten Glajenapp Die Deutsche Tageszeitung" nannte gestern Stresemanns heute nacht gestorben. Benn, wie man sagt, daß Haven- fein Amt niederzulegen. Nach dem Austritt des fozialbemo Sieg einen Byrrhussieg. Die am Sonntag Unterlegenen find hein ein Beamter alten Stils gemejen, fonjervativ gerichtet, fratischen Finanzministers glaubte Havenstein wohl feines Ber- Sieg einen Pyrrhusficg. Die am Sonntag Unterlegenen find persönlich ehrenhaft und materiellen Einflüssen unzugänglich, fprechens enthoben zu sein. Aber in legter Zeit entstand ein heute soon wieder sehr lebendig. Der„ Lokal- Anzeiger", bas o it alles, was man zu feinem Lobe etwa fagen tönnte, erneuer heftiger Konflitt, da Havenstein der Regierung Kre- offizielle Publikationsorgan bes Stinnes- Flügels der Bolts schöpft. Dem Amt, das er verfah, war er in feiner Weise ge Die Regierung erinnerte Havenstein an fein Bersprechen, und Frattion Stinnes- Maregti. Der Bericht ist so interessant, daß bite für die Ruhrunterstügung verweigerte. partei, veröffentlicht ein eingehendes kommuniqué" der wachfen. Im Frieden ist die Leitung einer Sentralnotenbant alterungsparagraphen auf das Reichsbantdirektorium mittels da er teine Luft zeigte, es zu erfüllen, brohte sie den Weber- wir ihn wörtlich zum Abdruck bringen: „ Der parteiamiliche Bericht, der über die Sonntagssigung des eine verhältnismäßig nicht zu schwierige Sache, weil sich da- des§ 48 auszubehnen. Der Tod hat jetzt Herrn Havenstein Sentraloorstandes der Deutschen Bolkspartei aus für durch Tradition und Erfahrung bestimmte Grundfäße her auf andere Weise bezwungen. gegeben worden ist, enthält manches nicht, was für die Bewertung ausgebildet haben, deren Befolgung fchwerwiegende Fehler So endet eine Baufbahn, die reich an Ehren und Aus ber Vertrauensentschließung des Zentralvorstandes unbedingt wesent verhütet. Herr Havenstein, ein tüchtiger Berwaltungsbeamter, zeichnungen gewesen ist. Namentlich während des Krieges fich ift. Unter den 11 Mitgliedern des Zentralvorstandes, die gegen hielt im großen und ganzen an diefe Grundsäge. Als aber hat Wilhelm II. Herrn Havenstein gepriesen, ihn den General- bie Entschließung gestimmt haben, waren nicht weniger als acht Mite Krieg und Revolution vollständig neue Verhältnisse schufen, zu feldmarschall" des Kriegs genannt. Die Regierungen der späte- gliter der Reichstagsfraktion: die Herren Becker- Hessen, deren Erkenntnis ökonomische Einsicht, wirkliche Beherrschung ren Beit haben es auch in diesem Bunfte an Energie fehlen Heinze, marezki, Quaak. Daud, Pieper, Zapf der Währungstheorie und Originalität des Dentens erforder laffen. Das hat sich bitter gerächt. Es genügt eben nicht, der zweite Borsigende der Frattion) und Hepp. Die Reichstagslich gewesen wären, versagte der brave Beamte vollständig. bureaukratische Routine zu haben, um den Broblemen einer fration war feineswegs vollzählig vertreten; es fehlte Im Kriege wagte er gegen die verderbliche Finan3fe fchweren Zeit gewachsen zu sein. u. a. der Abgeordnete Stinnes. Und von den Abgeordpolitit Helfferichs feinen Einspruch, obwohl es neten, bie man im allgemeinen den Freunden tes Parteiführers beifeines Amtes gewesen wäre. Im unbegreiflichen Optimis zuzähen pflegt, und die diesmal sehr scharfe Stritit an dessen Politit mus über den Kriegsausgang und seine finanziellen Folgen als Reichstanzler geübt haben, wie die Herren Dr. Hugo, v. Raumer verhinderte er die rechtzeitige Abtragung der Balutaschulden und v. Kardorff, waren gleichsfalls mehrere bei der Abstimmung ans Ausland und schädigte damit ganz außerordentlich das Wien, 20. November.( WIB.) Dee sozialdemokratische nicht mehr anwesend. Und schließlich hat auch namens der FratDeutsche Boltsvermögen. Ratastrophal murde sein Bersagen Berband hat befchloffen, in der ersten Sigung des Nationalrats den fion beren or figender Dr. Scholz mit scharfer Pointierung vollends in der Nachkriegszeit. In der Zeit, in der Antrag einzubringen, aus Bundesmitteln für die Hoffelden- betont, die Stellungnahme des Zentralvorstandes wäre für die eine energi che Finanzpolitik und Währungspolitit noch sehr den in Deutschland zehn Milliarden Kronen zu ftiften. Reichstagsfraktion außerordentlich interessant. Es tönne aber gar viel hätte verhüten tönnen, feßte er namentlich den Blänen 3m Hinblid auf die gesamte Haliung der Regierung und feine Rede bavon sein, daß die Abgeordneten ihre auf wohlermoge Erzbergers eine eigensinnige und fanatische Opposition ent- namentlid infolge der wegen ihrer Parteizugehörigkeit erfolgten nen Gründen beruhenden Ueberzeugungen einer solchen Ent gegen. Der einzige Gebante, den er in der Finanzpolitit pro- Maßregelung einer Reihe fozialdemokratischer Bundesangestellter schließung zum Opfer brächten. Sollte in der heutigen Reichstags buzierte, mar bie 3 wangsanleihe, während er jeder wurde befchloffen, die Opposition in verschärfter fizung feine Bertrauensentschließung für das amtierende Kabinett eingreifenden Befihbesteuerung ablehnend gegenüberstand. 3orm durchzuführen. Deutschösterreichs Hilfe. Antrag der Sozialdemokraten. Steigende Kurse. Dollar 4,2 Billionen.- Goldmark 1 Billion. eingebracht werden, sondern nur Mißtrauensanträge, so dürfte die Den eigentlichen Währungsproblemen gegenüber war er völ Fraktion der Deutschen Volkspartei ziemlich geschlossen gegen fig hilflos und ideenlos. Mit verständnislofer Hartnädigkeit biese stimmen. Freilich wird man damit zu rechnen haben, daß in hielt er an Gewährung von Papiermarktrebiten fest, leistete diesem Fall einzelne Abgeordnete an der Abstim er jedem Bersuche, rechtzeitig dem Währungsverfall Einhalt zu mung nicht teilnehmen werden. Vielfach wird allerdings tun, Biderstand. Als er schließlich viel zu spät sich dazu ent der Ansicht Ausbrud gegeben, daß das Reichsfabinett, um mit der fals, ben damals noch großen Goldschak der Reichsbant, ben Die Schlag auf Schlag folgenden Ereignisse machen es zurzeit nötigen Autorität bei der jeßigen überaus gespannten Gesamtags er bis babin als token Schaß gehütet hatte, für Intervention ber Börfe nicht leicht, fich zurechtzufinden und die Situation zu zu regieren, urbedingt ein Bertrauensvotum des Reichs au verwenden, zeigte es sich, daß die Reichsbant von der beurteilen. Man nennt als Nachfolger Havensteins allgemein ben tages anrufen müffe. Sollte es fich trogdem mit einer Ablehnung Technit der Intervention und von der notwendigen finanz- Reichswährungstemmissar Dr. Schacht. Der heutigen Reichstags- Don Mißtrauenspoten begnügen, bann würde das der Staatspolitischen Unterstügung feine Ahmung hatte. Mangel an fhung fieht man in Finanzfreifen mit großer Gorge entgegen, autorität ungweifelhaft nicht förderlich sein." Boraussicht fennzeichnen feine ganze Politit bis auf die Ber- man fürchtet, baß noch in legter Stunde eine für das Kabinett Herr Stinnes war also in der fraglichen Sizung Schlenderung der Golbanleihe, womit biele Tätigkeit ab'chließt. Stresemann ungünstige Wendung eintreten tönne. Offenbar be- nicht anwesend. Das entspricht durchaus seiner Tattit, Der Tod beendet auch den ständigen Ronflitt, in trachtet man auch im Auslande die innerpolitische Lage Deutsch andere für sich operieren zu lassen und niemals selbst Ben dieser unmögliche, den Anforderungen der Zeit so gar nicht lands recht unsicher. Die Marf lag gestern und heute an den aus hervorzutreten. Nicht minder intereffant ist die Tatsache, daß geroadlene Mann noch mit jeder Regierung geraten war. ländischen Börsen ziemlich fchmach. eine Reihe voltsparteilicher Abgeordneter zwei Tage nach Denn jeder Regierung hat er die schwersten Hindernisse be Die Rotterungen entsprechen einer Barität für das englische bem Bertrauensvotum des Zentralvorstandes für Stresemann reitet, und es ließe sich nachweisen, daß an dem Berjagen ber fund von 20-35 Billionen und für den Dollar von 5-7 Billionen. Demonstrativ mitteilen lassen, daß sie nicht einmal gegen Finanzpolitit diesen Mann viel größere Schuld trifft, els Infolgedessen erwartete man heute mit ziemlicher Bestimmtheit eine die Mißtrauensanträge anderer Parteien zu stimmen bereit irgend jemand anderen. Jezt endlich war das Maß über erauffegung der amtlichen Devisenkurse. Diese wurde dann auch find. Umgekehrt der rechte Flügel stärkt bei der augenblic gelaufen. Die Sozialdemokratie hatte schon seit langem feine durch die Reichsbant vorgenommen. Amtlich notierten Auszahlung lichen parlamentarischen Lage durch das ausdrückliche BerEntfernung verlangt und bei der Bildung der großen Roalition London 18 Billionen, bei einer Zuteilung von 1 Prozent. Die langen eines Vertrauensvotums, für das er selbst nicht stimstimmten biefem Berlangen auch alle Parteien des Reichs- großen Drbres über 50 000 Bfund fielen ganz aus. Dementsprechend tages gu. Herr Havenftein hatte sich allerdings eine starte ftellte sich ber Rurs für den Dollar auf 4,2 Billionen, so bas fich für men will, mit vollem Bewußtsein die Position der DeutschStellung gefchaffen. Er benutzte das Berlangen der Entente, Gelb- und Rentenmart ein Rurs von einer Billion ergibt. Die nationalen. Das alles geht unter der Firma" Stär. bie Reichsbant unmittelbar vom Einfluß der Regierung los- Gelbmartilage bleibt flüffig. Tägliches Geld war zu 4-8 Brozent ung ber Staatsautorität"! gulöfen, dazu, um im Reichstag in größter Eile ein Gefe au haben. Zußerordentlich start war bie Rachfrage nach Golbanleihe Sie leben noch! burchzupeitschen, das das Reichsbantdirettorium zu einem und Dollarschaganweisung. Allerdings stellten die Matier bereits um unabhängigen Staat im Staate machte, die% 1 Uhr ohne vorherige Ankündigung die Annahme von Drbres für Reichsbant gleichsam unter den Schutz der Entente stellte. Diese beiden Papiere ein Golbanleihe gestrichen Gelb, Dollarschap Bochend auf diese Stellung, die in der Geleggebung feines anweisungen gestrichen Gelb. Die Deutsche Allgemeine Zeitung", die bisher über die Tagung bes voltsparteilichen Bentralvorstandes fich ausgeschwiegen/ hat, melbet sich heute wieder zum Wort. Ihre erste Leistung ist eine Mitteilung über die Tätigkeit der deutschnationalen„Aetle" in der oolksparteilichen Rcichstagsfratiion. Sie schreibt: „Die Fraktion der Deutschen Dolkspartei, die gestern abend 7 Uhr zu einer längeren Sitzung zusammentrat, beschäftigte sich zunächst mit der Zcntraloorstandssitzung vom Sonntag und deren Ergebnissen. Dabei wurde an dem partei- offiziösen Bericht von verschiedenen Seiten leb- Haft dahin Kritik geübt, daß er sehr zugunsten des Reichskanzlers eingestellt sei, indem er z. B. die Ausführungen des Abg. Scholz nur unvollständig wiedergebe »md auch sonst die Aeußerungen der Opposition nnterdrücke. Später besprach di« Fraktion eingehend die Lage in den besetzten Gebieten. Zu der Kabinettsfrag« Stellung zu nehmen, behielt sich die Fraktion sür di« nächste Sitzung v o r." Die Maulwürfe sind also noch sehr munter und tättg. Sie befolgen das seit dem November ISIS so sehr bewährt« Rezept, sich in kritischen Tagen zu verstecken, um dafür später um so unver- schämter zu werden. Reichsgericht oüer vo!ksgericht! Stvesemann hat am Sonntag versichert, daß die November- Helden des Münchener Bürgerbräukellers vor das Reichsgericht gehören und daß der Oberreichsanwalt sich mtt ihrem Hochverrat zu beschäftigen habe. Das sagt Stresemann. Ander« Leute denken anders und was wichtiger ist, sie handeln anders. Di« „DAZ." meldet aus München: „Es besteht keine Neigung, die Hitler fache dem Staats- gcrichtshof nach Leipzig abzugeben, denn das R« v u b l t t- schutzgesetz bleibt suspendiert in Bayern. Der Hitlerputsch kommt vor das M ü n ch e n e r B o l k s g e r i ch t«ls das bestehend« landesrechtlich« Sondergericht, das auch Staats- verbrechen aburteilt, die gegen das Reich gerichtet waren." Damtt ja kein« Zweifel an den bayerischen Sympathien des Stinnesblattes auftauchen können, bestätigt die Redaktion diese eigene Meldung ausdrücklich durch vier kostbare eigene Zeilen— sie schreibt: „Es scheint uns richtig, aus politischen Gründen dem Münchener Volksgericht die Aburteilung des Hitler- putsche« zu lassen: hoffentlich wird di« Angelegenheit dort . schleunig betrieben." So wünscht«s Stinnes mit seinen„starken Bataillonen". Wir zweifeln nicht, daß trotz des„jubelnden Beifalls", den Stresemann am Sonntag gefunden hat, als er di« Zuständigkeit des Reichs- anwalts betonte, sich den„polittschen Gründen" der DAZ. anschließen wird. Wir zweifeln auch nicht, daß er das eben so schön und temperamenwoll unter„jubelndem Beifall" begründen wird, wie am Sonntag das Gegenteil. Mas Stresemann nicht weiß! Nationalsozialistische Kriminalstatistik aus Bayer«. Im Zentrvlausschuß der Deutschen Lolksportei am 18. November sprach Herr Dr. Stresemann diesen Satz gelassen aus:„In Bayern waren Leb«n und Eigentum nicht bedroht." Wir haben schon einmal gefragt: Ist der deutsche Reichskanzler wirklich fo weltfremd, daß er die mit Blut geschriebene Geschichte des Ratio- nalfozialismus in Bayern nicht kennt? Vielleicht schöpft er doch aus den folgenden statistischen Ziffern der Geschichte der nationalsoziali st ischen Verbrechen m der weißblauen Ordnungszelle einig« Belehrung? Am 20. September 1920 wird Dr.� Magnus Hirschfeld schwer mißhondett, am 21. Juni 1921 erfolgt«in Straßenüberfall auf den Abg. Alwin Sänger. Im Frühjahr 1921 werden in einer Ausschußsitzung in der nationalsozialistischen Arbeiterpartei in München Pläne über di« Ermordung Erzberger» und Rathenaus beroten: Am 11. November 1921 wird«in A t t e n- tatauf Auer ausgeführt. Am 29. August 1922 werden der Kauf- mann Heß und fein Sohn mißhandelt. Im September 1922 begehen die Nationalsozialisten allein vier grob« Ausschreitungen in München. Im Dezember 1922 sind 10 schwer« Ueberfälle der Nationalsozia- listen in München zu buchen. Im Januar 192Z ereignen sich vier blutige Ausschreitungen der Nationalsozialisten. Sie erstürmen z. D. am 24. Januar das Hotel Grünewald in München. Am .12. März 1923 eröffnen nationalsozialistische Sturmtrupps ein leb- Haftes Feuer auf das Ingolstädter Gewerkschaftshaus. Zeitbilder. Don Hans Gothmann. Der gcfesfelke Dickjter. Mir Gedichten kann man keinen Handel treiben. Geistig« Werte stehen so niedrig im Kurs, niedriger als die Paprermark, daß ihre Besitzer bei stärkster Produktion und bestem Absatz verhungern müssen. Au» diesen Erwägungen heraus hatte sich der Dichter ent- schloffen, in einem zugigen Hausflur der Großstadtftraße mit Ziga- retten zu handeln. Ich gehe jeden Tag an ihm vorüber, schlage di« Augen nieder aus einem unklaren Schamgefühl und habe da» b«- stimmte Empfinden, daß er begreifen wird, warum ich ihn nicht de- grüß«. Wir kennen uns noch von der Schule her, er hatte einen herrlichen Mut zum Leben, vor feinen klaren Augen lag die Welt bezwungen, wenn er ein zärtlich geliebtes Gedicht las. Jetzt steht er immer ganz in sich zusammengesunken. Kürzlich habe ich ihm fast wider Willen ins Anttitz gesehen. Er hatte einen Blick, der durch mich hindurchging in irgendeine weit« Ferne. Er sah mich nicht und mußte etwas Wunderbares erschauen, denn auf seinen blassen Zügen lag ein fremdes Lächeln, das bis über die feine Stirn leuchtete. Da sah ich sin großes, tragisches Schicksal unserer Zeit: den ge- fessetten Dichter. Einer fristet sein körperliches Dasein mit Ziga- retenhandel und träumt Gedichte in die vorüberjagende Menschen- Herde, ein anderer hockt in lärmenden Banken bei Spekulanten und Schiebern und schreibt Werse auf die weiße Seite werlloser Mil- lionenscheine, der dritte scheut jede Berührung mit all den verhaßten Möglichkeiten körperlicher Existenzbehauptung und— verhungert. Alle aber, die mtt den Schätzen ihres Herzens, ihrer Seele Wucher treiben, ihr Boll, die Menschheit beglücken könnten, sterben den geistigen Hungertod. In unserer Aett besteht, geschäftlich ausgedrückt, keine Nach- frag« nach ihnen. Abfall. An einem regenfeuchten Novembermorgen standen an die hundert arm« Frauen, polizeilich behütet, vor einer Wildhandlung. Sie froren jämmerlich vom stundenlangen Warten, ober sie ver- harten regungslos und stumm. Nur wenn eine hüstelte, klang«s wie ein rauher, tierischer Laut des Höstes. Es war bekannt geworden, daß in diesem Geschäft achtzig „Schwarzhasen" verschenkt würden. Der Abfall, den die glück- lichen Käufer der Hasen nicht essen wollen, blieb für die Armen. Ich sah«inen Augenblick mit seltsamen Gefühlen auf die lange Reihe der stillen Frauen, denen die Kälte und der heiße Wunsch, nicht leer auszugchen, den Mund verschloß, und denen vielleicht noch nie recht zum Bewußtsein gekommen war, daß st« alle Tag« und Jahre ihres sorgenvollen Leben, nur vom Abfall gelebt hatte». Der Loh«, den U.. Am 23. März 1923 fallen nationalsozialistische Sturmtrupps über die sozialdemokratische Arbeiterjuxend her. Am 26. Ipril 1923 ent- wickelte stch in München-Neuhausen eine förmliche national- sozialistische Straßenschlacht gegen die unbewaffnete sozialdemokratische Arbeiterjugend. Sie wiederholt sich am 27. April 1923 in München-Schwabing. An diesem Tag« wird die bürgerlich- demokratisch« Frau Dr. Rosa Kempf angepöbelt. Am 23. April 1923 wird der Eisenbahner Hammerschmied in Mittelfeld durch Nationalsozialisten erschossen. Am 29. April 1923 wird von diesen der Maschinist M e r k l in Schwandorf ermordet. Am 1. Mai 1923 ziehen die Nationalsozialisten bewaffnet in München auf und zahlreich« Arbeiter werden miß-iandett. Am 3. Mai 1923 erfolgt«in Feuerübsrfall auf die sozialdemo- krotische Arbeiterjugend Südost-Miinchen. Am 21. Juni 1923 schlagen Nationalsozialisten auf den Kommerzienrat Frankel brutal ein. Im Jnli 1923 sind drei schwere Mißhandlungen der National- sozialisten in München zu verzeichnen. Am 29. Juli 1923 erstür- m« n nationalsozialistisch« Hakenkreuzler das Gewerkschafts- haus in Rosenheim. Bei den nationalsozialistischen Uebersällen in Nürnberg am 1. und 2. September wird ein Arbeiter ermordet. Fünf schwer« nationalsozialistische Gewalttaten lind überdies noch im September 1923 zu buchen. Großes Aussein.rregte im Sommer 1923 die Ermordung des Studenten Bauer, der vor- übergehend ein« Vertrauensstellung in den bayerischen Geheim- bünden einnahm. > Gegen die sozialdemokratische„Münchener Post" sind allein vier Anschläge ausgeführt worden. In de? Nacht zum 9. November 1923 hausten Nationalsozialisten in der Druckerei, Expedition und Redaktion der„Münchener Pest" direkt vandalistisch. Triumphie- rend schrieb der„Völkische Beobachter":„Die Giftküche am Altheimer Eck ist zerstört." In der Wohnung Auers demolierten National- sozialisten zahlreich« Gebrauchsgegenstände. Auer selbst schwebte in Lebensgefahr. Ein nationalsozialistischer Trupp entführte am 9. No- vember den 1. Bürgermeister Münchens, Schmid, und einige sozial- demokratische Stadträte, um sie in einem Gehölz bei München hin- zurichten. Sie wurden von einem Exekuticnskommando mit vor- gehaltenen Maschinenpistolen bedroht, in das Gehölz geführt und dort aufgestellt. In letzter Minute gelang es zwei Männern, die dem nationalsozialistischen Exekutionstrupp nachgefahren waren, die schwer mißhandelten Stadträte zu retten. So sah und sieht es in der Ordnungszell« Bayern aus, wo nach Stresemann„Leben und Eigentum nicht bedroht" war. Sozial- demokratisch« Arbeiterjugend und sozialdemokratische Abgeordnete sind freilich nicht sozial gleichgestellt mit nationalliberalen Fabri- kanten. Aber vor dem deutschen Gesetz sollten sie doch gleich sein, wie in allem geschriebenen Recht versichert ist. Jedoch Dr. Stresemann, des Reiches Kanzler, handelt wie di« Iustltia, deren Augenbinde verrutscht ist: Er sieht nur Sachsen, aber auf dem bayerischen Aug« ist er blind. Die Länüerregierungen. Deutschnationalcr Ansturm i« Württemberg. Verfolgt man die deuftchnationale Press?, dann haben die Erbfeinde Deutschlands, die„Marxisten", ihre festeste Position in den einzelnen Länderrcgierungen. Immer wieder ertönt als Schlagwortparols die Forderung nach restloser Be- seitigung der Sozialdemokratie aus den Länderregie- rungen. Merkwürdigerweise sind die Deutschnationalen aber in den Ländern, in denen diese Forderung erfüllt ist, k e i n e s- w e g s b e f r i e d i g t. In Württemberg z. B. ist die So- zialdemokratie feit längerer Zeit aus der Regierung aus- getreten oder wenn man will, von dem reichlich rechtsgerichteten Zentrum hinausgedrängt worden. Das hindert die Deutschnationalen nicht im geringsten, auch diese ganz und gar marxistenreine Regierung mit allen Mitteln der Dema- gogie und Verleumdung anzugreifen. Di«„Germania" nimmt in einer Stuttgarter Zuschrift erneut gegen diese Treibereien und gegen die Agitation des Herrn Bazille Stellung. Sie betont, daß im Gegenlatz zu Bayern die Staatsautorität in Württemberg gefestigt sei und daß für rechtsradikale Elemente dort k« i n R a u m fei. Sie weist ganz richtig auf die eigent- liche Wurzel der deutschnationalen Agitation hin. Die Herren ihre Männer und Söhn« für ihre schwere Arbeit bekamen und der nie zu Swer noch so kloinen Freude reichte, war immer nur Abfall. Kein Entgelt, kein« Gegengabe für ein« ehrlich eingeschätzt« Leistung: nur ein Almosen, ein Abfall vom Tisch des Herrn, der sie vor dem Derhungern gerade noch schützte. Oder di« kümmerliche Rente, di« sie für ein opferreiches oder gar für ein geopfertes Leben bezogen, war kein vollwertiger Dank für Dienste, die der Allgemeinheit ge- leistet wurden, sondern auch nur Almosen und Abfall aus der Gnade und Barmherzigkeit des Herrn. Si« schufen ihr ganzes Leben lang Wert«, und während andere den Gewinn daraus«insteckten und herrlich von ihm lebten, vegetterten sie vom dürftigen Abfall. Waren schließlich selbst nur Abfall und dem Brotherrn weniger wert als fein Auto oder sein Rennpferd, Abfall unter dem roichgedeckten Tisch des Lebens, an dem si« niemals sitzen durften, unter dem sie wie Ungeziefer krochen, das andere mit den Füßen zertreten. So standen die Frauen noch bis ins helle Licht des Tages. Und warteten auf den Abfall von der Tafel der Reichen, geduldig und stumm wie ihr Leben long. Internationaler Sriefwechfel. Ein- nichtamtlich« Anregung des preußischen Kultusministers. Der Kultusminister Dr. Boelitz veröffentlicht in dem.�Zentral- blatt für di« gesamte Untmichtsverwaltung in Preußen(1923, Nr. 20) einen Artikel des Leipziger Oberstudienrats Dr. Hartmann, des Leiters der Zentral stell« für amerikanisch-deut- schen Briefwechsel. Diese war im Jahr« 1897 gegründet worden, im Krieg« emgegangen, ober im Jahr« 1922 wieder ins Leben gerufen worden. Die deutschen Schüier bedienen sich der englischen, di« amerikanischen der deutschen Sprache: die Brief« werden von dem Empfänger in seiner Muttersprach« berichtigt und so dem Absender wieder zurückgesandt. Auch Erwachsen« können stch an dem Briefwechsel beteiligen. Dieses Mittel zur Befestigung des friedlichen Verkehrs zwischen Nordamerika und Deutschland ist zu begrüßen. Aber es ist nicht einzusehen, warum es auf die beiden Völker beschränkt bleiben soll. Ein solcher Briefwechsel könnt« ohne Schwierigketten zwischen Engländern und Deutschen vermittelt werden, vielleicht auch zwischen Franzosen und Deutschen. Ist es nicht im höchsten Grade auch„im nationalen Interesse" erwünscht, daß man in Frankreich über den Hunger und das Elend der deutschen Bevölkerung nicht nur durch die französische Presse, sondern auch durch Briefs Deutscher t nrerrichtet wird? Darum soll der Brief- Wechsel nieljt auch auf solche ausgedehnt werden, die nicht eine fremde Sprache lernen? Z. B. auf Deutsche, di« mit Deutsch- Amerikanern in Verbindung treten wollen? Ich habe in msiner Schrift„Der Unterricht im Geist« der Böckerversöhnung"(Berlin 1921) und in verschiedenen Aufsätzen(Sozialistischer Erzieher, Stmn- mer vom 22. September 1921; Die Menschheit, Nummer vom 13. Juni 1922), dargelegt, daß die deutschen Schüler in der Lektüre di« Literatur, die Kultur und da, Boltsiebe» der Engländer und wollen ihre eigene uneingeschränkte Herrschast restlos durch« setzen. Sie betont: „Für parteipolitische Experimente, wie sie dil Bürgerpartei nach dem Vorbild in Bayern vorführe» möchte, ist das in der Demokratie erstarkte und gefestigte Schwaben- kand nicht zu haben. Auch wer kein Hellseher ist, merkt das System, das der deutschnationalen Geschäftigkeit zugrunde liegt. Da der Angriff auf die Regierung Stresemann bisher nur Teil- erfolge gehabt hat, sollen dic einzelstaallichkn„marxistischen" Re- giecuagen sturmreif gemacht und in Bälde genommen werden, um von diesen„Bollwerken" aus Leciia zu berenuen. Der Plan ist aber zu schlau angelegt, als daß er nicht ruchbar geworden wäre." Ob freilich das Zentrum in der letzten Zeit nicht doch den Deutschnationalen Hoffnungen auf Eroberung der Festung Berlin gemacht, ist eine andere Frage. Man wird sie laum ganz verneinen können: vielleicht haben aber die Münchener Vorgänge doch dazu beigetragen, auch dem Zentrum die Gefahren klar zu machen, die von rechts dem Bestände Deuts6)Iands drohen. Vereitelee Sparmaßnahmen. Im Vorjahr« hatte die Regierung W i r t h dem Reichstage ein Pensionskürzungsgesetz zur Annahme vorgelegt. Es bezweckte, die Pension derjenigen Pensionäre zu kürzen, die infolge Ausübung eines bürgerlichen Berufes ein wesentliches Zivlleinkommen erzielten — neben ihrer erdienten Pension. Dieses Pensions- kürzungsgsetz lehnten damals die Rechtsparteien ab. Di« inzwischen aufs Unerträglich« gestiegene wirtschaftliche Rot zwingt die jetzige Reichsregierung, ihre Absichten aus dem Vorjahre nunmehr durchzuführen. Sie stützt sich jetzt auf das Ermächtigungs- gesetz. Einsprüche der Rechtsparteien, wie im Vorjahre, bleiben also wirkungslos. Hiernach ist endlich zu hoffen, daß denjenigen pensio- Merten Offizieren usw. gegenüber, die als Gutsbesitzer, Fabrikanten und in ähnlicher gefichcrlcr Stellung sich nicht scheuen, unter den jetzigen Notzeiten vom Staate noch die voll« Pension und daneben für ihre Frauen den Fraueazuschlag und für jedes Sind außerdem den Kinderzuschlag mit Teucrungszus.ig zu fordern, etwas wenig» Entgegenkommen und geminderte Zahlungsfreudigkeit a.s bisher geübt wird. Immerhin ist es interessant und verdient die Aufmerksamkeit des werktätigen Volkes, zu sehen, in welch eigenartiger Form die Interessenvertretungen der pensionierten Offiziere aufs neue Sturm laufen. Es find die verschiedenen Offiziersoerbänd«. Statt die Versorgten von den Unversorgten, die Drohnen von den Arbeitsbienen mit scheiden zu helfen und so das Parasitentum gerade ihrer Kreise einzuschränken, zweifeln sie von vornherein di« Durchführbarkeit der neuen Kürzungsvorschriften an. Man ver- gleiche dazu nur die einschlägigen Artikel in den verschiedensten rechffiehenden Zeitungen. Si« heben immer wieder hervor, es sei bei dem Kürzungsoerfahren ein Denvaltungsapparat nötig, der mehr Kosten verursache, als er einbring«. Dabei berufen sie sich auf das Urteil der im Reichspensionsamt und in den Versorgunxs- behörden sitzenden Praktiker. Daß diese Praktiker fast ausnahmslos auch Mitglieder der Offiziersbünde find, verschweigen sie wohlweislich. Gerade diese Personen haben einen großen Teil Schuld an dem krassen Bureau- kratismus, der in den DersorgungsbehSrden(voran im Reichs- pensionsamt) sich so heimisch fühll und mehr ihrer Versorgung als derjenigen der wirklich Dersorxungsberechtigten dienstbar gemacht ist. Diese Personen nun auch noch als Kronzeugen gegen die so zwingend notwendige Sparmaßnahmen der Reichsregierung mobil zu machen, das übersteigt doch alles bisher Dagewesene. Wir fordern die Reichsregierung auf, sich durch solche Machen- lchasten reaktionärer Kreise nicht beirren zu lassen und zugleich und endlich mit ehernem Besen di« Augiasstall« im Dersorgungswefcn zu säubern. Sie muß sich vor allem die aufgerufenen Kronzeugen, die meist doch nur ein« unterschreibend« Tätigkeit im Versorgungsdienst ausüben, einmal näher ansehen. Nicht im tausanner. sonder« im Präger polittschen Mordprozeß ist der freigesprochene Mörder R i k o l o w infolge der Revision des Staatsanwalts wiedne verhaftet worden. der Franzosen nur«inseitig kennen lernen, vvrwtegenfc nur das monarchistische, nationalistische, imperialistische Engiand, das sich unter häufiger Verletzung des Völkerrechts ohne all« mora- li schen Rücksichten zu ein» Weltmacht entwickelt hat, und dos chauvinistische, militaristische Frankreich, das lein« Glanzperiode an» xeb.ich zu der Zeit hatte, als es unter»ooerungssüchttgen Mon- nrchen erfolgreiche Kriege führte. Daß es auch in Fr-mkreich und England eine starke oazifistische Strömung gegeben Hot und noch gibt, davon erfahren die Schüler nichts. In dem weit oerbreiteten Elementarbuch der englischen Sprache von Duoislav und Boek wer- den z. B. in 12 von 20 Lesestücken Kriege behandelt, aber in keinem einzigen ein Mann, der durch Bekämpfung der Krieg« und der Kriegsgreuel berühmt geworden ist. Herr Boelitz hat den Artikel Hartmanns in dem nichtamt» lichen Teil« des Zenttolblatts veröffentlicht. Mann werden Sie, Herr Minister, sich amtlich dafür interessieren, den Unterricht »ach Artikel 148 der Reichsvcrfassung in den Dienst der Völkeruer- söhnung zu stellen? Wann werden Sie gemäß der wiederholt an Sie im Landtag ergangenen Aufforderung nach dem Muster Braun- schweig? Ausführungsbestimmungen zu dem Artikel er- lassen? Wann werden Si«, der Sie kürzlich amtlich ein Buch sür das Deutschtum im Auslande empfohlen haben, amtlich«in« Reihe pazifistischer, englisch«? und französischer Werke als Schullektüre empfehlen? Wann gedenken Sie den vor ivm Kriege bestehenden Kandidatenaustausch wieder ins Leben zu rufen? Denn auf eigen« Kosten jetzt in den Ländern französischer und englisch« Zunge zu leben, ist 99 Proz. der Studierenden und Kandidaten der neueren Sprachen unmöglich. Dr. Erich Witte. Wilhelm und das Orakel. Als im Juli 1914 Wilhelm II. noch unsicher war, ob er eine Politik für oder gegen den Krieg machen solle, beschloß er, wi» schon im Altertum große Staatsmänner es H-rn hatten, das delphisch« Orakel zu b-ftagen. Er wandte an seinen Schwager, den König Konstantin von Griechenland, als Landesvater der Pythia dafür zuständig war. Durch Kon, stanttns Vermittlung erhielt er folgenden Spruch:„Wenn Wil- Helm den Krieg beginnt, wird er all« Deutschen zu Milliardären mach en." Darauf wurden di« Mobil- machungsbefehl« freudig«« Herzens unterzeichnet. Rüpelelen und Prügeleien nationalistischer Sludenien. Au» Wien wird unterm 19. gemeldet: Heute vormittag versuchten nationalsozialistische Studenten die Vorlesungen einiger ihnen mißliebiger Professoren durch Lärm zu stören. Infolge dieser Dorzänge. die auch zu Tätlichkeiten zwischen den Studenten verschiedener Parteirichtungen führtet,»ließ de? Rektor«ine neue Kundmachung, in der er den Ruhestörern schärfste Mißbilligung ausspricht, di« Einstellung der Vorlesungen und di« Sperrung des Unloerfitäisgebäudes bis auf weiteres verfügt_ Urani«. Arn SS., abend»* Uhr. Hütt Ssg. GplezelSerg« Trstlrk einen LIchtblldersortraz über:.»»« S ab eaeseu da» Eerga»gea, halt und Segenwart". Rückkehr zum Rechtsstaat. Den republikanischen Parteien des Reichstags hat der Reput Warum das Brot so schlecht ist. Igeleges geführt hat, und schon soll wieder ein ähnlicher Frevel begangen werden. Damals war die Niederbarnimet Siedlungsgesellschaft, der kommunale und Staatsbeamte vorstehen, bie Schuldige, jetzt find es Provinzialbeamte, die sich auf diese Weise betätigen wollen. Anstatt, daß die Behörden zur sinngemäßen Aus. Auf Wegen der vielfachen Klagen über die schlechte Beschaffenheit blikanische Richter bund folgende Entschließung übermittelt: des eingeführten Getreides und die unsachgemäße Lagerung bes in Die Unternehmungen zum gewaltsamen Umsturz ter republi- ländischen ist dem Minister für Landwirtschaft eine leine Anführung des Gefeßes mitwirten, gibt man profitgierigen Privaten tanischen Verfassung haben Formen angenommen, die eines großen frage zugegangen, auf die der Minister jetzt eine Antwort erteilt ein Beispiel, wie es schlimmer nicht gedacht werden kann. Boltes unwürdig find. In Bayern ist der Rechtsstaat aufgehoben. hat, die allgemeines Interesse erregen dürfte: n die Bolkswohlfahrt, im weitesten Sinne, wird feine Rücksicht ge= Noch vor dem offenen Aufruhr von München hatte die Reichs=" Nach Mitteilung der Reichsgetreidestelle trifft es nicht zu, nommen. Hoffen wir, daß das Attentat in lehter Stunde ver gemalt den Schutz der Reichsverfaffung gegen Hochverrat öffentlich daß vielfach Klage über die mangelhafte Beschaffenheit des einge- eitelt wird. versprochen. Unser Bertrauen auf Einlösung dieses Wortes wurde durch das tief bedauerliche Schwanken der gegenwärtigen Reichsregierung bitter getäuscht. Wir erinnern daran, daß der Oberreichsanwalt auch ohne befondere Anweisung die geschliche Amtspflicht hatte, unverzüglich wegen des offenbaren hochperrats in seinem ganzen Umfang und 3usammenhang sowie gegen alle Beteiligten einzuschreiten. Vom Schicksal ereilt! führten und unsachgemäße Lagerung des einheimischen Getreides geführt worden ist. Zuzugeben ist allerdings, daß vereinzelte Partien von geringerer Beschaffenheit waren. Dabei handelte es sich Am 12. November ist nun endlich( wenn die Meldung der ausschließlich um Ware holländischer oder russischer Schwere Berwundung des jungen v. Kachne auf Pehow. Müngen- Augsburger Abendzeitung" zutrifft) vom Reichskabinett schwindenden Ausnahmen als einwandfrei zu bezeichnen ge- v. Kaehne befannt geworden war, mußte man erwarten, daß es ertunft. Amerikanisches Getreide ist mit ganz verNach allem, was über die auf Schloß Petzow fizende Famille der Auftrag an den Oberreichsanwalt auf Eröffnung des Hochver wesen. Die Mängel der holländischen und füdruffischen Ware sind einmal mit einem der v. Kaehne fein gutes Ende nehmen würde. ratsverfahrens vor dem Reichsgericht ergangen, und zwar gegründet anscheinend durch die ungünstigen flimatischen Ver= auf die Erklärung der Hitler- Leute von der Abfehung des Reichs- hältnisse des Borjahres hervorgerufen, die sich auch bei der vor- Gewalt erzeugt Gewalt, und wer rasch zur Waffe greift, hat sich präsidenten und der Reichsregierung. jährigen deutschen Ernie bemerkbar gemacht haben. Die hohe Feuch darauf gefaßt zu machen, daß auch mal der Gegner sich mit der tigkeit des Getreides vorjähriger Ernte erforderte eine befonders aus- Waffe wehrt. Soeben erhalten wir aus Potsdam folgende Nachricht: gedehnte flache Lagerung und häufige Bearbeitung. Die Mühlen" Heute nacht traf der junge Herr v. Kaehne die beiden und Lagerhalter der Reichsgetreidestelle find den ihnen in dieser Be- Arbeiter& örner und ießner aus Glindom in der Vezzower ziehung obliegenden Aufgaben durchweg mit wenigen Aus Forst beim Holzfammeln an. Es tam zu einem schweren nahmen nachgekommen. Soweit sich Mängel herausgestellt haben,& ampf zwischen den drei Männern. Plöhlich fant iekner, ist die Reichsgetreidestelle bemüht gewesen, diese auf dem schnellsten durch einen Brustschuß getroffen, zu Boden. Eine Minute Wege und unter Aufwendung möglichst geringer Kosten abzustellen." später stürzte der junge Herr v. kachne durch einen schweren Aus der Antwort geht also hervor, daß nicht nur ausländisches, kopfichuh verleht gleichfalls bewußtlos zu Boden. Heute vorfondern auch deutsches Getreide durch die große Feuchtigkeit des mittag hat sich sofort die Potsdamer Staatsanwaltschaft zum Cotalvorigen Jahres gelitten hatte und daß es besonderer Anstrengungen termin nach Behow begeben. Dem Termin wohnt der erste Staats. bedurfte, um die Borräte vor dem Verderben zu schützen. Die Klagen anwalt Gerlach bei.“ über das schlechte Brot waren allgemein und es ist erstaunlich, daß die Reichsgetreidestelle erklärt, daß vielfache" Klagen nicht geführt worden seien. Die Antwort des Ministers oder richtiger der Reichsgetreidestelle ist im übrigen so diplomatisch, daß die Einbringer der fleinen Anfrage ihre helle Freude daran haben werden. Das Gewissen der verfassungstreuen Richter empört sich gegen die Rechtsverwilderung, die nur durch die Untätigkeit der Reichsgewalt in diesem Ausmaß aufwuchern fonnte. Bir fordern, daß nunmehr feine mißverstandene staatsmännische Rücksicht dem zu ftändigen Strafgericht der Republit in den Arm fällt. Das bayerische Bolt, befreit von Irreführern, würde die Wieder aufrichtung des Rechtsstaats begrüßen. Dem deutschen Bolte aber frommt fein Gesundungsmittel von völkischer oder faschistischer Art aus der Hand der bayerischen Verschwörer. Was ihm als erste Grundbedingung zum ftaatlichen und wirtschaftlichen Leben fehlt und was wir schärfstens fordern, ist die Rückkehr zum Rechtsstaat. Der englische Wahlkampf. Die Sechzehnjährige und ihr Liebhaber. Ein vereifelter Raubüberfall. Ein schwerer Raubüberfall in der Lietzenburger Str. 22 Das Wahlprogramm der Liberalen. ist jetzt aufgeklärt worden. Die Frau des Kaufmanns Leda mußte Condon, 30. November.( III.) Das Wahlprogramm der ver- in der Nacht aufstehen, um einem ertranften Rinde Umschläge zu cinigten Liberalen( Asquith- und Lloyd- George- Bartei) fagt im machen. Auf dem Wege nach der Küche begegnete ihr der 22 Jahre wesentlichen: 1. Die liberale Politit wünscht eine baldige Regelung alte Diener Ernst Kastner, der soeben heimgekehrt war. Als sie der Reparationen unter entsprechender Berücksichtigung der inter ahnungslos weiterging, wurde sie auf dem dunklen Flur von zwei alliierten Schuldenfrage. Außerdem zielt fie auf eine Mitarbeit der Personen überfallen. Diese schlugen fie mit einer großen amerikanischen Republit ab, um der Welt ben Frieden zu Eisenstange zu Boden, würgten fie und versuchten, ihr einen bringen. 2. Die Liberalen sind der Ansicht, daß die wirtschaftliche Knebel in den Mund zu stecken. Als auf ihr Geschrei ihr Wiederherstellung Europas eine notwendige Borausfegung für bie Mann herbeieilte, ergriffen die Uebeltäter die Flucht und enttamen. Wiederbelebung der Industrie und die Begründung des Friedens ist. Frau Leda erlitt schwere Kopfverlegungen. Der Diener Raftner Sie würden daher die Wiederantnüpfung formaler Bewurde unter dem Berdachte, die Räuber eingelaffen zu haben, ver ziehungen zu Rußland mit Freuden begrüßen. 3. An Hand haftet, behauptete aber, selbst mit überfallen zu sein. Die Erstatistischer Angaben ist ersichtlich, daß die geplanten Schuhölle mittlungen des Raubdezernats jedoch, dem er vorgeführt wurde, teineswegs dort nügen können, wo die Arbeitslosigkeit am stärksten bestätigten den Berdacht. Es zeigte sich, daß die beiden, die die Frau vorherrscht. Das beste, was eine Besteuerung der Einfuhr zuwege überfallen hatten, seine Schwester Frieda, ein Mädchen von bringen fönne, ist, den Arbeitern im Ausfuhrhandel größere Ber- 16 Jahren, und deren Liebhaber, ein gewisser aprecht, dienstmöglichkeit zu geben. 4. Die liberale Partei schlägt vor, gründlich waren. Das Mädchen, das erst fürzlich nach Berlin fam, sich hier das Versicherungswesen umzugestalten, in der Abficht, einem herumtrieb und einen lockeren Lebenswandel führte, hatte den Manne und seiner Familie, ohne daß er die Armenhilfe in Anspruch Liebhaber zu dem Ueberfall angestiftet und der zu nehmen brauche, ausreichende Zuschüsse zur Führung ihrer Bruder hatte ebenfalls seine Hand dazu geboten, um, wie er fagt, Existenz zu gewähren. 5. Die liberale Partei wird nichts unversucht seiner Schwester aufzuhelfen. Nach dem gemeinsamen Besuch in lossen, die Zusammenarbeit zwischen den Arbeitgebern und Ar mehreren Lokalen hatte er gegen Mitternacht die beiden eingelassen, beitern zu fördern. Den Arbeitern soll ein angemessener Lohn sowie die Fernsprechleitung durchgeschnitten und auch die eine Gewinnbeteiligung an dem Unternehmen, in dem sie 2ichtleitung unbrauchbar gemacht. Alle drei sind jetzt tätig find, zugesichert werden. Das Bacht- und Grundstückwesen soll geständig und wurden nach Moabit gebracht. verbessert werden. Der liberale Wahlaufruf wendet sich gegen die von der Arbeiter. partei geforderte Bermögensabgabe. Baldwin im Wahlkampf. Der Trick der Paletotdiebe. Der junge v. Raehne hat zuerst vor zehn Jahren von fich reden gemacht, wo er als ein Neunzehnjähriger sich vor dem Schöffengericht Werder verantworten mußte, weil er einen nach Ließeneier suchenden Mann angeschossen und verwundet hatte. Einen empfindlichen Denkzettel erhielt er im September 1923 vom Schöffengericht Werder, das ihn wegen Nötigung, Bedrohung und Mißhandlung zu neun Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilte. Bon anderer Seite wird uns zu der Angelegenheit mitgeteilt: Die Schießerei zwischen dem jungen Kähne und den zwei Einwohnern von Glindom spielte fich gestern abend zwischen 9 und 10 Uhr in der Kammeroder Forst ab. Ritterguts. befizer Kaehne hatte feinen Sohn zum Forstschuk bestellt, mozu eine polizeiliche Genehmigung nicht erteilt war. Auf einem nächtlichen Rundgang stieß der junge Kaehne auf die beiden Arbeiter, die Holz aus dem Walde holen wollten. Er will angeblich in der Notwehr von seiner Waffe, zu deren Tragen er nicht berechtigt ist, Gebrauch gemacht haben. Ueber die Herkunft der Waffe ist bei der Polizei nichts bekannt. Der junge Raehne soll in Haft genommen werden, sobald seine Verlegung dies gestattet. Helfende Jugend. Die für den Verwaltungsbezirf Charlottenburg gestern im Rathaus veranstaltete Rundgebung, die im Hinblick auf die meitverbreitete Not zur allgemeinen Hilfe aufrief, war sehr start besucht. Aus den Ansprachen der Vertreter des Bezirksamtes und der freien Wohlfahrtspflege erfuhr man, daß schon viele Spenden eingegangen sind, daß aber zur Linderung der Not noch sehr viel mehr erforderlich ist. Erfreulich war die von mehreren Rednern ge. machte Mitteilung, daß die Jugend mit großem Eifer sich der hilfsbedürftigen Alten annimmt. Schulen und Jugendvereine haben beträchtliche Mittel gesammelt und stellen sich alleinstehenden alten Leuten zu allerlet Dienstleistungen freudig zur Ber fügung. Eine Schule hat es fertiggebracht, über 100 Familien ausfindig zu machen, bie Moileidende als„ Frei. tisch Gäste bewirten wollen. Mitglieder von 14 Jugend vereinen des Bezirkes Charlottenburg find Tag für Tag tätig, alten Leuten die Brennstoffe heranzuschleppen, die ihnen aus den verfüge baren Mitteln bewilligt werden. Bon der Betriebsleitung des Café Baterland" am Botsdamer Play wird uns geschrieben: Bezugnehmend auf Ihren Artikel Der Trid der Paletotdiebe" in Nr. 533 Ihres geschäßten Blattes ist es faum glaublich, daß ein Staatsanwalt einen berüdytigten Baletoidieb gegen eine Bürgschaft von drei Dollar aus der Unter- Der erste Frühlingsbote vor Winters Anfang stellte sich und fuchungshaft entläßt. Wir hatten in letzter Zeit das Glüd, fünf gestern vor und zwar war dieses ein Maitafer, der am 18. Baletotdiebe im Café Baterland" auf frischer Tat abzufassen und 8. M. in der Kolonie Herrmannsheim beim Beadern einer Klein der Polizei zu übergeben. Den von den Baletotdieben angewandten gartenparzelle gefunden wurde. Es handelt sich um einen völlig und von Ihnen beschriebenen Trid haben wir der Bolizei mit fertigen Säfer, der von Natur aus eigentlich für nächstes Jahr geteilt. Der Herr Staatsanwalt weiß nicht, welche Mühe und Aus- bestimmt ist. Der vorwizige Bursche ist ein ganz gewöhnliches Sauer bei Beobachtung diefer gefährlichen und schlauen Diebe er- Maitäfer und nicht einmal ein„ Kaiser", denn der hat bei den forderlich ist, um sie abzufaffen und zu überführen. Wir empfehlen Maitäfern einen roten Kopf. Der Fund ist natürlich auf die ge dem Herrn Staatsanwalt einen Besuch des Cafés und sorglofe linde Witterung zurückzuführen und eine trostreiche Prophezeiung Ueberlassung feines Ueberziehers am Kleiderhalen, damit er fünftig fei bei diefer Gelegenheit verraten, wenn wir den Bienenzüchtern unfere dem Publikum gewidmete schwere Arbeit richtig einzufchäzen nach Beobachtungen an ihren Zieren glauben fönnen, so stehen versteht." Erleichterung für Arbeiterwochenkarten. wir vor einem milden Winter. London, 20. November.( WTB.) In einer Bahlrede führte Ministerpräsident Baldwin aus, welches die Aussichten auf die Wiederkehr normaler Verhältnisse in Europa auch immer vor einem Jahre gewesen feien, fo bestehe teine offnung, fie unmittel bar oder selbst in naher Zukunft zu erleben. Großbritannien leide in bezug auf seinen Handel mehr als irgendein anderes Band. Frankreich und Belgien feien in der Lage, England gegenüber to n. furrenz von tödlicher Schärfe zu üben. Baldwin sagte: Wir tönnen nicht auf die Neuregelung in Europa warten. Bir müssen für uns selbst sorgen. Die Zeit ist gekommen, da wir nicht länger fortfahren tönnen,( wirtschaftlich) umbewaffnet zu tämpfen. So wichtig der Außenhandel auch ist, wir müssen uns um den Binnenhandel bekümmern, den wir so lange vernachlässigt haben. Weiter sagte Balduin, die furchbar schwere Wirtschaftskrise infolge des Weltkriegs und besonders der Ereignisse des letzten Um Arbeitern die Benutzung von Wochenfahrtarten zu erJahres( Ruhrbesetzung! Red.) hätten Frankreich, Deutschland, Italien leichtern, während die Löhne noch nicht auf der Goldmartbasis und Belgien nicht so gefühlt wie England, meil sie in einer besseren aufgebaut find, hat der Reichsverfehrsminister zugelassen, daß die Lage, insbesondere bezüglich der Landwirtschaft feien. Arbeitgeber Rarten für die auswärts wohnen Frankreich habe seine zerstörten Gebiete in großem Umfange den Arbeiter gegen Bezahlung durch Reichsbant. wieder aufbauen, seine beschädigten Rohlenbergwerfe wiederherbariched entnehmen und das Geld mit den Arbeit. stellen und seine Fabriken mit modernen Maschinen ausrüften nehmern verrechnen. Beim Fehlen einer Berbindung der tönnen Lloyd George habe gesagt, es fei Schuß gegen den französi- tleineren Arbeitgeber mit der Reichsbant tann den Arbeitgebern fchen Militarismus notwendig. Er( Baldwin) sei Stundung in Goldmart gewährt werden. Auch mit Komgegen jeden Militarismus. " Reichswehr und Republik". In Form einer politischen Konfereng munalverbänden fönnen Abkommen über Stundung der Wochen wird dieses Thema am Mittwoch( Bustag), den 21. November, vormittags farienpreise getroffen werden. Ferner können im Bedarfsfalle die 11%, Uhr pünktlich, im Meisteriaal, Stöthener Straße 33, behandelt. G lettere mit dem Tages geben zunächst einen Bericht über Thüringen Gerhart Seger, sodann Wochenkarten und Arbeiterrückfahrkarten fortan hon vom über Sachfen Chefredakteur Grötsch Dresden, über Bayern der ehe. tempel des Benutzungstages versehen mittwoch ab vorverkauft werden, damit den Arbeitern Gemalige bayerische Landtagsabgeordnete nietis. Zum Schlug Senats. legenheit geboten wird, den im Laufe der Woche eintretenden Kurs- präsident Freymuth über die staatsrechtlich- politische Bedeutung. steigerungen auszuweichen. Dies sei jedoch kein Grund, weswegen der Schaden unberücksichtigt gelaffen werden solle, der England durch französische, deutsche und andere Fabriten zugefügt werden könnte. Zum Schluß begründete Baldwin sein Schußzollprogramm und sagte da: Ich fürchte mich nicht vor hohen Böhnen, die eine Folge von Leistungsfähigkeit und Massenproduktion für das Land find. Die fonservative Bartei ift geeinigt mie feine Partei der Welt. Sie hat vorzügliche Kandibaten und die beste Jungmannschaft. Sie tämpft, um zu gewinnen und um eine große Mehrheit, die jede Koalition unmöglich macht. Eine Koalition würde nur zu einem Verschachern von Grundsäzen und zu einem Kampf um Aemter führen. Terror gegen Sozialisten. Bezirksbildungsausschus Groß- Berlin. Mittwoch, den 21. No. bember( Buntag), pünktlich nachmittags 3, Uhr, findet in der Philharmonie, Bernburgerstr. 22/23, unfer 2. Fe it fonzert fiatt. Der Zuschlag bre starte beträgt 16 Goldpfennige. Einzelfarten für 25 Goldpfennige nod im Bureau, Lindenstr. 3, 2. Hof, II Sr., Zimmer 8, und an der Klasse. Sonntag, den 25. November, im Neuen Theater am 300 Fuhrmann Henschel"( Echauspiel von Gerbart Hauptmann) in erstklassiger Belegung Die Aufführung Fladsmann als Erzieher" am Sonntag, den 25. November ( otensonntag), ist behördlicherseits untersagt worden. Es wird dafür Stabale und Liebe" aufgeführt. Die ausgegebenen Karten behalten Gültigkeit. Schwere Schiffskatastrophen. Holländische Hilfe für deutsche Arbeiterfamilien. Die Internationale Arbeiterhilfe hat ihre für Ein Dampfer durch Minen vernichtet? Berlin geplanten Speisenausgabestellen, über die wir am Sonnabend berichteten, am Montag durch eine neue vermehrt. An der Westküste von Defel wurden Schiffsplanten, Im Verwaltungsbezirt eutölln ist in Wolfs Gefellschaftsbaus" warenfiften und 17 Leichen angespült, die zum Teil mit ( Ede Kirchhof und Wipperstraße) eine Speifeausgabestelle eröffnet unden bedeckt sind. Es wird angenommen, daß der Hamburger worden, deren Betrieb durch Spender hölländischer Freunde er- Dampfer Kronos, unterwegs von Stettin nach Petersburg, a uf Der auf Die Auslandsvertretung der sozialdemokratischen Arbeiterpartei möglicht wird. An der schlichten Eröffnungsfeier nahmen mit Vereine Mine gestoßen und untergegangen ist. tretern der Internationalen Arbeiterhilfe sowie des Magistrats Großpogelfand gestrandete amerikanische Biermast. Rußlands bat soeben die erschütternde Nachricht erhalten, daß in Berlins und des Bezirksamts Neukölln auch der holländische Ge- ioner Pendleton ist in der vergangenen Nacht völlig wrad Sem am Weißen Meer der dorthin verbannte jugendliche Genosse sandte und der holländische Generalfonful teil. Die Speisen geworden und verloren gegangen, obwohl sich dauernd Bergungs. Aranowitich sich erhängt hat. Der freiwillig aus dem Leben werden von der städtischen Zentralfüche bezogen, aber die Kosten dampfer in der Nähe befanden. Infolge des orfanartigen Sturmes Gefchiedene war erst 18 Jahre alt, befand sich aber schon seit der Zubereitung und des Transportes eriegt die Internationale war es nicht möglich, dem Schiff selbst Hilfe zu bringen. Unter den faft zwei Jahren im Gefängnis und in der Verbannung. Sein Arbeiterhilfe. Die notwendigen Eimittelungen über die Bedürf. größten Schwierigkeiten gelang es, 3 wei Mann der Besazung Das Schicksal der übrigen Mannschaft ist noch une Verbrechen" bestand darin, daß er sich an sozialdemokratischen tigfeit der sich meldenden Perionen werden von den Wohlfahrts- u retten. bekannt. Das deutsche Motorschiff Sonderburg ist bei Bildungsbestrebungen beteiligt hatte. Die lange Haft und die fommissionen des Verwaltungsbezirtes mitbeforgt. Die neu erschwerem Sturm auf dem Tertiussand bei Büsum ge. Berbannung in die Eiswüfte, Hunderte Stilometer weit von der öffnete Speiseausgabestelle verabreicht täglich 800 Bortionen. strandet. Die aus 10 Mann bestehende Besagung ist gerettet. nächsten Bahnstation entfernt, hat seine Widerstandskraft gebrochen. Nach einer langen Krankheit und vergeblichen Bemühungen, fortau tommen, ist der außerordentlich begabte junge Genoffe in den Tod gegangen. Sein Blut lebt an den Händen der bolfchewistischen Herricher, die für Europa heuchlerisch die„ proletarische Einheitsfront" predigen, während sie in Rußland den Terror gegen Sozialisten mit zhnifer Grausamfeit fortfegen.. Erregung über den Lausanner Feelspruch. Die Mostauer Breffe rifiert in fehr erwagter Form die Freisprechung Sonrabis, bes Morbers Boremffis und feines Helfershelfers Beluala. Des Urteil wird als ein Schlag gegen jedes Stechisempfinden und als eine Hes. ausforderung Sowjetrußlands bezeichnet, Baumschlächterei bei Frohnan. Naturverschandelung im großen Stil fcheint, wie man uns fchreibt, die Provinzialverwaltung Brandenburg betreiben zu wollen. Die nach Oranienburg führende Chauffee weist im nörd lichen Teile von Berlin( Bezirk Frohnau) einen wundervollen alten Baumbestand auf, der allen Ausflüglern befannt ist. Einige dieser Riefen mußten fortgenommen werden, weil fie, vom Biz beschädigt, morsch geworden waren. Bei dieser Gelegenheit scheint der Chauffeen rialtung ber mahnwikige Gebante gekommen zu fein, auf einer Strede, bie leider nicht, wie uns auf Anfrage mitgeteilt wurde, der Stadt Berlin untersteht, alle Bäume fortzuzafieren, um damit ein Geschäft zu machen. Die Bewohner des Berliner Nordens haben erft vor zwei Jahren die Waldschlächterei in Hermsdorf erleben milsson, die zum Erlaß des Baumsuz Schnee im Harz. Am Sonntag und in der Nacht zum Montag ist im Harz Schneefall eingetreten. Nach Melbungen aus Altenas ist der Schneefall in Burgberg, wo er schon vor einigen Tagen einsetzte, besonders start. In den Altenau Tälern liegt ber Schnee etwa 10 3entimeter hoch, in Burgberg bis 30 3entimeter. Auch in Dorfhaus Broden und auf den Höhen der St. Andreasberger Gruppe ist Schnee gefallen. In den Tälern steht die Temperatur inape auf Tull Grad, Vorträge, Vereine und Versammlungen. Arbelter- bftinentenbunb. Sente 7% The Referentenduckus bel Schmidt, Ruglerfte, 14, 2 St. links. Rus dem Ruhrbergbau. 256 musa00 Wirtschaft Die Maffenkündigungen ungefehlich! Das angestrebte 3ief der Produktionsverbilligung und ber Schafft billige Rohftoffe! In einer Eingabe en ben Reichs Die Unternehmer haben sich bei ihrer Ründigung der Beleg. Steigerung bes Leistungsergebniffes läßt sich wesentlich fördern wirtschaftsminister, die felbstverständlich auch bie jest in Unter schaften em 15. Rovember an die bestehenden Demobilmachungstechnische magnahmen. Das ist auch die Ansicht erster der Arbeitszeit und nach Beseitigung der wenigen noch gemein durch zmedentsprechende betriebsorganisatorische und rehmerfreifen zum Schlagwort erhobene Forderung nach Erhöhung anordnungen nicht gestört. Sie versuchten vorher beim Reichswirt bergbaulicher Fachleute. Es fann weiter erheblich gefördert werden wirtschaftlichen Bestimmungen enthält, schreibt der Sifen und Stahl schaftsministerium Befreiung von den betreffenden Borschriften zu durch Anwendung geeigneter Mittel zur Schaffung des Anreizes warenindustriebund u. a.: Wettbewerbsfähig wire unfere Snduftrie erlangen. Das Reichswirtschaftsministerium überwies, zusammen zu höherer Leistung. Solche Mittel erbliden die Vertreter jedoch nur worden, wenn ihr genügend und billige Rob mit dem preußischen Handelsministerium als Bandesdemobilbehörbe, ber Arbeitnehmerorganisationen barin, daß der Tariflohn in toffe zur Verfügung stehen. Es ist baher mit allen wiittein an bie Sache an die zuständigen Demobilkommissariate, den Regierungs- der Brazis nicht als höchstlohn, sondern als Mindestlohn gilt. 3ustreben, daß die brei wesentlichsten Fatleren der deutschen Birt präsidien Arnsberg, Münster und Düsseldorf. Die beffere Auswirkung ber torbarbeit fann zweifellos her. fchaft: Rohe, Cisen und Frachten ben Friebensstand wieber er In gemeinsamer Verhandlung mit den Organisationen( die beigeführt werden durch Beseitigung der jederzeit bohenden Gereichen. Ausschlaggebend für unsere Industrie ist die ausreichende Arbeitgeber waren trog Einladung nicht erschienen!) wurde die fahr ber Beschneidung ber Atfordfähe. Gine Aenderung und hinsichtlich ber Breise tragbare Bersorgung mit Rehle und Frage am 19. November entschieben. Es wurde festgestellt, daß die biefer bisherigen methobe, bie in feinem anderen Beruf Eisen. Die Kohlen und Cifer.preife find fchen feit längerer Zeit übersegt. Das gleiche gilt auch feit dem 1. November 1923 be bestehenden Vorschriften über Stillegung von Betrieben nicht be angewandt wird, ist deshalb unbedingt erforderlich. achtet worden find. Die ausgesprochenen Ründi. Gegenwärtig spricht gegen eine Ausdehnung der Ar. züglich der Frachten. Wenn es nicht gelingt, die vorgenannten trei beitszeit die Tatsache, baß für eine erhöhte Rohlenproduktion Fattoren auf den Stand vor dem Kriege herabzubrüden, is wird gungen find somit rechtsunwirtíam. Die weitere im belegten Gebiet bie Borbebingungen noch nicht vor unsere Wirtschaft nicht wieder in Gang temmen. Hier ist as Feststellung ging dahin, daß auch ferner die bestehenden Borschriften liegen. Das Bertehrswefen ist nicht entsprechend geregelt überhöhten Kohlen und Ellenpreise die verarbeitende Industrie wieder eine Bestätigung aus inbuftriellen Kreifen, daß bie zu beachten sind. Die Aufstellung einheitlicher Richtlinien für ben unb bamit bie Abfuhr ber Brobufte nicht sichergestellt. Ebenfalls wettbewerbsunfähig machen. Bemerkenswert ist übrigens babei, Bergbau wurde abgelehnt, da die Berhältnisse zu verschiedenartig find bie Abfagperhältnisse ungeflärt.baß, nach einem Bericht, die Stahlwareninbuftrie bereits na feien. Danach ist bei notwendig werdenden Betriebsstillegungen ber Die Bertreter ber Gewerkschaften erflären nach wie vor ihre bem Auslande billiger liefert als nach dem Inentsprechende Antrag jebes einzelnen ertes erforderlich. Bereitwillig tett, wirtschaftlichen Notwendigkeiten Rechnung Ilanbe, um überhaupt Aufträge zu erhalten. Diefer Unter Preisgegeben von der Rechtsprechung, befchämt von franzo au tragen, wenn die bafür unbedingt erforderlichen Borauslegungen bietung bes Betmarties fordert bis größten Betenten heraus, weil ficher, psychologisch flug eingestellter Taftif, gehaßt von ber er erfüllt find." tadurch gegen Deutschland gerichtete jhutzölnerische Bestrebungen bitterten Arbeiterschaft: schlimmer fonnte wahrlich engstirniger im Auslande hochgezüchtet werben. Es tft netwendig, baß ich bie fapitalistischer Understand Boltsgut nicht verwüsten. zuständigen Regierungsorgane einmal nachbrüdlich mit einer Se tung ber Goldmartpreise für Roffieffe befallen, die threrseits nicht nur die Fabritatspreise, sondern auch tie Zarife der Eisenbahnen und der tommunalen Werte unausgefegt in die Höhe treiben. Die Herren säen eine böse Saat, deren Aufgehen sie über turg eber lang mit Schrecken erleben werden. Die Arbeitszeit im Bergbau, Erklärung der Gewerkschaffen. In einer Besprechung der Gewerkschaften und Angestelltenvers bände mit den Bergbauunternehmern am Montag, ben 19. novem ber, in Bochum gaben die Berbände der Arbeitnehmer folgenbe Ertlärung ab: Die Unternehmer erflärten, baß fie nunmehr die ihnen geeignet erscheinenden Mittel anwenden würden, eine billigere Pro buttion zu erreichen. Die Unternehmer gegen die knappschaftliche Versicherung. Um 15. Stovember hat in Dresben die Gründungsversammlung bes Reichstrappschaftsvereins ftattgefunden. Bon den Unter nehmervertretern wurde von vornherein erklärt, daß fie nicht für bie Annahme der Sagung stimmen würden. Als Erklärung dafür gaben fie an, taß fie bie nom Reichstag vorgenommenen Aenderungen des Gefeges für eine Bergewaltigung hielten, nachdem sie beIn der Verhandlung am 5. November 1923 fowie in ihrem reits feit mehreren Jahren mit ben Arbeitnehmern über den Inhalt Schreiben nom 6. November 1923 haben die Bertreter des Zechen verhandelt und Ginigung erzielt hätten. Gie fönnten daher eine verbandes verlangt, die gegenwärtige Arbeitszeit auf die Berantwortung für die Durchführung des Geleges nicht mehr über Dauer der Bortriegszeit zu verlängern. Es ist weiter ge nehmen, nachdem sich die wirtschaftlichen Berhältnisse für den Berg fordert worden eine Abänderung verschiedener tariflicher Beftim bau so fatastrophal gestaltet hätten. Bon den Arbeitnehmern wurde mungen in der Richtun auf Bergrößerung der bisheri- offen ausgesprochen, daß die Ablehnung durch die Unternehmer gan Lohnunterschiebe. eine Rampfaniage anbie Arbeitnehmer fei. Die SeDie Bertreter der Arbeitnehmer organisationen zugnahme auf den Reichstagsbefatus dient nur dazu, ihrem Berhaben zu biefen Forberungen Stellung genommen. Sie verschlichen halten gegenüber der Deffentlichkeit einen Schein von Berechtigung fich nicht der Erkenntnis, baß eine Berbilligung ber Roble su geben. Sie wollen eben alle fozialen Errungenschaften wieder und Steigerung der Produktion bringend notwendig ist. abbauen. Durch Biedereinführung der Vortriegsarbeitszeit jedoch diesem Rech Damit ist die Gründungsperfammlung ergebnisnung zu tragen, lehnen fie weil nicht zum Ziele führend. ein Ios verlaufen. Es fine weber Gahungen angenommen worden, mütig ab. Eine solche Maßnahme wäre bei dem derzeitigen noch ist ein Borstand gewählt worden. Auf Grund des EinführungsErnährungs- und Gesundheitszustand der Beleg gefeges sum teichsfnappschaftsgele muh jetzt der Reichs fchaften auch hinsichtlich der Erhaltung ber Arbeitskraft geradezu arbeitsminister die Segungen erlassen und den vorläufigen verhängnisvoll. Borstand des Reichstnappschaftsvereins ernennen. Die Goldpfennigfuppe. Wir erhalten fortgesetzt Buschriften, in denen auf den Miter. pruch hingewiefen wird zwischen der Weigerung der Berliner Metallindustriellen, die Löhne in Goldmart feftzufeben oder wenigstens bie Lohnreste wertbeständig auszuzahlen und ter felbft In ihren Betrieben geübten Braris, Lebensmittelprelfe in Gold pfennigen zu berechnen. So hat neuerdings auch die Attumulatoren fabrit eine Mittags( uppe eingeführt, für bie fie 13 Golbpfennige beredmet, das sind nach dem augenblidlichen Stand ter Bapiermart 78 milliarden. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden, weil faft alle Lebensmittelpreise in Gold berechnet werden. Ilm jo mehr aber charafterifiert dieser Widerspruch bas Ber halten des Unternehmertums, tie Arbeitnehmerschaft auch weiter hin mit Bopiermart abzuf allen, trojdem man allenthalben wert beständige Breise von ihr fordert. Die Arbeiterschaft fönnte auf bie Bettelfuppe verzichten, wenn ihr die Löhne in wertbeständigem Gelbe gezahlt mürben. Die Zusammenschlußbewegung in der deutschen Jaffindustrie, über die wir zu einem Teil bereits berichten tennien, greift weiter um sich. Jetzt ist eine Interefiengemeinieft zustande gekommen, die die in der fürzlich gebildeten Berlaufsgemeinschaft deutscher Delmühlen( Berdöga") vereinigten jehs Delwerte, ferner die Aktiengesellschaft H. Scheidemandel und die Sunlight A. G. in Mannheim umfaßt. Als Ziel des Zusammenschluffes wird be zeichnet: Gemeinsame Bahrung und Förberung der wirtschaftlichen Intereffen der Bertragschließenben durch möglich weit gehende Be- und Berarbeitung ber bei ben drei Gruppen anfallenben technischen Fettrohstoffe für gemeinsame Rech mung, bie gemeinsame Berwertung unb bieg ber vera fügbaren Rohstoffe und Fertigfabritate, ferner die Mugbarmachung ber ben bret Stonzernen zu Gebete stehenden Berbindungen für die Gemeinschaft. Weiter verfolgt man bie Husnugung aller Möglich feiten zu einer planmäßigen Beeinflussung der rechnischen Fettwirt fchaft im Sinne einer rationellen irtihaftsführung und einer Förderung der Gesamtintereffen der deutschen Bolkswirt shaft. Zur Erreichung Meses Zieles haben bie brei Ronzerne ge meinsam bie Bereinigten Deutschen Gettwerte tiengesellschaft mit bem Gig in Berlin errichtet, an der die bref Gruppen beteiligt find. 3wed biefer Spigengesellschaft ift ber Erwerb und die Verwertung von technischen Delen und Fetten tierischer und pflanzlicher Art( Erwerb von pflanzlichen Rohölen, tierischen Fetten usw. und deren Berarbeitung, Herstellung bzw. GeStun ift tie Außenhandelsstelle für Textilwirtschaft nicht nur von minnung und Bertrieb von Seifenrohftoffen, Olein, Ginzerin, ben ihr unterstellten Außenhandelsnebenstellen finanziert worden, Rergen usw.). Die Bereinigten Deutschen Setinerte übernehmen die verarbeitenden Unternehmungen: fonbern bat euch ble geschäftliche wie finanzielle Leitung derfelben Aktienmehrheit folgenber au übermachen eine Finanzgebarung, bie einer ihr unterstellten 1. 2. Motard. Co. Attiengesellschaft- Spanbau- Sternfeld, Rörperschaft nicht bie töglichtelt läßt, die Gehälter der Angestellten 2. Bereinigte Chemische Werte Charlottenburg, aufzubringen, einer anderen aber geftattet, Billionenfchen- 3. Fettsäure und Ingerinfabrit. m. b. Mann fungen vorzunehmen, muß, falls autreffend, schärffte heim und ferner die qualifizierte inorität ber Hammonia Rritit herausfordern. Stearinfabrit.-.- hamburg. Weitere Beteiligungen find Das Reichswirtschaftsministerium als oberste llebermachungs- beabsichtigt. Der gewaltige Rongern, der hier in Bildung begriffen infianz ber Außenhandelsstellen hätte alle Ursache, an Ort und ist, greift auch auf die Seifenindustrie über und hat, um seine Stelle nachzuprüfen, wie die Dinge liegen und die Außenhandels- Interessen auf diesem Gebiet zufammenzufeffen, unter der Bezeich ftelle für Leyfilwirtschaft zu verpflichten, benor größere Schenkungen mung tfiengesellschaft für Geifenindustrie mit vorgenommen werben, die mit ben tort beschäftigten Angestellten bem Sig in Berlin eine Geifonbant errichtet, die ein größeres und Erbeitern getroffenen neriraglichen Bereinbarungen sicherzu Batet Sunlicht- tien erwerben und Intereffengemeinschaften mit ftellen." anderen Seifenfabrifen anstreben wird. Tertiinduftrie finanziert und foll auch staat Itche Unterftung haben. ix Annahme des dänischen Währungsgefehes. Das dänische Wäh rungsgeseh, das die Schaffung eines Bährungsfonds Höhe von 5 Millionen hund Sterling sorsicht, hat, nady bem es bereits vom Foltething angenommen worden ist, auch die Buftimmung des Oberhauses gefunden. Baritätische gewerbliche Ausschüffe in England. Reine deutschen Arbeiter nach Portugal! Die Einrichtung paritätischer gewerblicher Ausschüsse bat fi In ber letzten Zeit wandern deutsche Arbeiter in größerer An in Großbritannien als be merlenswerter Erfolg erwiefen. zahl nach Portugal aus, in der Hoffnung, bort ein gesichertes nter. Der erste berartige Eiusfeus eniftand 1918 unb jest beträgt beren fommen zu finden. Die Zuwanderung wird von den portugiesischen Babl 78. Die Auslasie werden freiwillig gebildet und stellen Scin neues Papiermartnetgeld mehr. Bax suftändiger Seite Behörden begünstigt. Duzu ist zu bemerken: Die Finanzlage des eine weiterentwicklung des idon lange bestehenden Eystems toilet wird mitgeteilt: Mit dem Erscheinen der tentenmart am 15. No Landes ist schlecht, die Löhne durch die Geldentwertung wertlos und tiver Berhandlungen dar. In jedem Wirtschaftszweig, bet diefe pember hat die Distontierung von Reichsschenwechseln bei der unbeständig. Die Arbeitslosigkeit wächst, Betriebe werden geschloffen Einrichtung übernahm, besteht ein Reichsausschus, dem Begirls. Reichsbant burdy bas Reich, bie bisher bie Quelle ber Inflation eder können infolge Bargeldmangels Löhne und Gehälter nicht aus ausfüffe und Betriebsausioüife untergeordnet find. bifbele, ihr Enbe erreicht. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, zahlen. Lebensmittelmangel, Teuerung und Bohnungsnot find die Die Gefamtzahl der Beatrisanefchiffe ift 150, bie der Betriebsausschüsse bie Bedingungen für die zurzeit noch laufenden Bewill Rennzeichen der Berhältnisse. Infolgebeffen ist an fich fchon die Sage wird auf mehr als 1000 gefägt. Die wichtigste Aufgabe ber Augungen zur Ausgabe sex apiermartnotgeld wie Eine neue Anlage bes Gegenmertes bes ausber portugiesischen Arbeiter sehr bedrängt, fie wird durch die Ein- fchiffe ift bie Erledigung von Fragen der 2öhne, Arbeitsfolgt zu ändern. wanderung ausländischer Arbeiter noch erschwert. So wollen die bauer und Arbeitsverhältniffe. In 23 Wirtschafts- gegebenen totgelbes in breimenetigen Reichsichaganweisungen Reedereien der Großfchiffahrt ausländische Arbeiter&. B. aus Ham weinen haben die Ausschüsse Mindeft- oder Normallöhne teftaefest. Reichstrebitgefeilschaft hört auf. Reue Bewilligungen zur tommt in 23 eafall. Die Berzinfung des Guthabens durch die burg einstellen, um den Streit ber portugiesischen Seeleute nieber- 17 Birtfchaftssteigen wurden gleitende 2obntarife eingeführt. Ausgabe von Papiermartnotgeld werben im allgemeinen nicht schlagen zu können. Die fremden Arbeiter sollen als Bohn- welde die Angleichung der Löhne an die Kosten der Lebenshaltung brüder und Streitbrecher verwendet werden. Die deute vorfeben. Die Rormalarbeitswoche wurde in 80 Industrien von den fchen Arbeiter können daher nur davor gewarnt werden, fic paritätischen Bueschiffen bestimmt, wobei zumeist gleichzeitig eine meil Betreibe nur zu unerschwinglichen relfen als Brot auf den Hier Hunger doct Ueberfluß. Bähtens Deutschland hungert, nach Portugal zu wenden. Arbeitszeitberfürzung stattfand. In feinem Fall übersteigt die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit 48 Stunden. Markt tommt, sinnt man in Amerita auf die Einschränkung bes Bon 20 Ausfchliffen wurde der Grundfas eines bezahlten jährlichen Meizenanbaus, weil die Berbraucher die geforderten Breise nicht zahlen fönnen. Die eigen anbauflähe fell fünftig nicht Urlaub aufgeftelt. Auch mit der Beilegung von Arbeitsstreitig über 50 Millionen Meres hinausgehen. Die überschiebenden feiten, bem Arbeitslofenproblem, der Berufsicbulung. dem Lehr- 17 Millionen Meres follen zu anderer Frucht verwendet werden. lingewesen usw. haben die Ausschiffe fich befaßt. Ausführliche man verspricht sich hiervon eine Löfung der landwirtſchaftlichen Mitteilungen über die paritätlichen gewerblichen Ausschiffe enthält Strifis burch Stabilisierung ber Breife.- Der Weizenüberfluß das Dioberheft der International Labour Review( herausgegeben Amerifas ist auch einer ber Grünbe bafür, daß man ieht eher a's som Internationalen Arbeitsamt).inse früher neneigt ist, Deutschland Krebite für den Anfauf ameritanischer Lebensmittel zu geben. Zum Abbau in den Außenhandelsstellen. Hierzu erhielten wir folgende Buschrift: " Bon dem allgemeinen Abbau werben auch die feinerzeit zur Kontrolle der Ein- und Ausfuhr von der Regierung ins Leben gee rufenen Außenhandelsstellen betroffen. Durch die Aufhebung ter Ausfuhrbeschränkung fbcht zunächst eine Einschränkung, und in aller nächster Zeit die Auflösung derselben bevor. f- Mitgliederversammlung, Gefundheitsinbaftrie. Donnerstag, den 22. Ste Groß- Berliner Parteinachrichten. Morgen, Mittwoch, den 21. November: mehr erteilt. Das Intereffe der ameritauifden Schiffahrt an der ReparationsFarlen, der fich augenblidlich in London aufhält, erklärte, wie der " Deutsche Handelsdienst" meldet, einem ihn auffuchenden Bresse vertreter, daß gerade auch die ameritamise Schiffehet unier der durch die Hinfcheppung der brennendsten Brebleme in Europa ver urfachten wirtschaftlichen Stagnation beträchtlich zu leiben habe. Is Beweis führte er bie Tatsache en, daß x 1800 Schiffen, die im Schiffahrtsamte eingetragen feien, augenblicklich nur 365 regelmäßigen Dienst versehen. Bei dieser Auflösung fcheinen sich in der Außenhandelsstelle für Zegtilwirtschaft eigenartige 2 bwidlungsprattifex auszuwirken. In einer ber ihr unterstellten Außenhandelsneben sember, ebenby The the, im Norbischen Sok. Invalidenste. 128. November. frage. Der Vorsitzende des amerikanischen Schiffahrtsamtes, Mr. Stellen, ber Außenhandelsnebenfielle für Bekleidung, die abge- gehaltsverhandlungen. baut wird, hat es des öfteren ben Anschein, als ob dem dort noch bea fchäftigten Personal die Gehälter und Löhne nicht mehr gezahlt merben fönnen. Außerdem scheinen die Schmierigkeiten, ben zur Entlassung Rommenden die vertraglich festgelegten Abtehrfum. men zu befchaffen, unüberwindlich zu sein. Dem Bere nehmen nach hat eine andere ihrer Nebenstellen, ebenfalls im Abbau befindlich, durch den Wert auf eines ihr gehörenden Hauses zirta 80 000 Golemart eingenommen. Wie per autet, verbleiben ihr von dieser Summe 40 000 Goldmart zur Bestreitung Der Untoften, und der Rest von 40 000. Goldmart foll einer sogenannten Baumwollenstiftung zugeführt sein. Diese Stiftung wird angeblich von den abritanten ber 6. 61. 18 Uhr Stauns des Funktionäre bei Dobrohlaw, Swinemünder Straße 11. 7. bt. Bermittees 10 Uhr Bel Kraufe, Mariannenplak 22, wichtige Ronfe. zens aller Funtionäre, Werbeausfußmitglieber und Ordner. Jeber mus enfcheinen. • . Bot. Bel- Sados. bends 48 Uhr Distuffionsabend im Jugendheim. 116. st. Sichtenberg. Bormittags 10 Uhr in ber Bibliothet, Weichfelstr. 28. Sigung der Bertelfunktionäre und Betriebsvertrauensleute. Sagesialister. Gruppen Erepton, Süber unb Friebrichshain: benbs 7 Uhr Berlag: Berwaris- Berlag G... S. Berlin. Bei 5. Pag, Reflbufez Damm 73 II, Tettel 3, Strindberg- Abend. + Geschlechtskranke Marken- Zigaretten Wohnungstausch Behandlung von Syphilis, Hautausfchlägen, unben. Harnröhrenleiben, ftarie Ausffiffe, auch we alles verTabak u. Zigarren Constantin, Karmitry, Garbaty, Halpaus, Avramikos, Muratti, gibt ab unt. Tagespr.GroßArno Geßner, Tabakwaren 9 Großhandig.. Saufende bure Phorofanos Weritstr. 21. Teleph. 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