Nr. 545 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 272 Bezugspreis: Bam 18-24 November 600 Mifarben aber 1 Goldmart voraus zahlbar Unter Areuzband nom 18-24 920vember für Deutschland. Danzig, Saar und Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 800 Milliarden, tür bas übrige Ausland 1 Billion. Boft bezugspreis freibleibend. Der..Borwärts mit ber Sonntags beilage..Bolt unb Reit". bez Unter haltungsbeilage..Seimwelt" und der Beilage..Sieblung und Kleingarten erscheint mochentäglich ameimal Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abreffe: Cozialbemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareillegeile 0,70 Goldmart, Reklamezeile 3,50 Goldmarf. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 0,20 Goldmart( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmart, jebes weitere Wort 0,05 Golamar Worte über 15 Buchstaben zählen flir zwei Worte. 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Wels( Soz.): Die Sozialdemokratische Partei hat gestern mit einer| Herr Hergt feierlich den Revanchetrieg ab, indem er groß angelegten Rede des Genossen Bels den Kampf gegen versicherte, seine Regierung dente nicht daran, einen Welt. bas System des militärischen Belagerungszustandes auf- brand zu entfesseln". Brünstig warb er um die Gunst des Tagung des Reichstags nicht mit einer Erklärung der Reichsregie Im deutschen Wolfe wird es Verwunderung erwecken, baß die Auslands, indem er versprach, feine Regierung werde in rung eröffnet wird, sondern daß die Oppositionsparteien den Reigen Wem es bisher noch nicht flar geworden war, dem mußte Deutschland Ordnung schaffen", und das sei es ja gerade, der politischen Aussprache eröffnen. Das ist nichts anderes als ein es aus dieser Rede flar werden, daß die Deutsche Republit mas es wolle. Mit einem lang verhaltenen Sehnsuchtsschrei Mangel an Kraft gefühl auf seiten der neuen Regierung, vor einer Schicksalswende steht, daß es sich in diesen Tagen warf er sich schließlich Herrn Mussolini an den Hals. denn eine neue Regierung ist es, die wir vor uns haben. Jede neue entscheiden muß, ob die Demofratie der Militärdikta. Wenn sich die neue Regierung, mit der Herr Hergt in Regierung bedarf aber des Vertrauens des Reichstags; sie muß also tur oder die Militärdiktatur der Demokratie weichen muß. der Hoffnung ist, dem Ausland, das heißt der Entente, in lehnt das ab; fie weicht dem aus; fie will zunächst die Stellung der mit ihrem Programm vor den Reichstag treten. Die Regierung Der militärische Belagerungszustand ist zu einer Geißel für empfehlende Erinnerung bringt, so ist es zunächst Sache des lehnt das ab; sie weicht dem aus; sie will zunächst die Stellung der Parteien tennenlernen. Es soll der Eindruck erweckt werden, als die Arbeiterklaffe geworden, und je tiefer er sich einwurzelt, Auslands, dazu Stellung zu nehmen. Der inländische Kritiker ob die Regierung Stresemann die alte Regierung sei. Das ist irrig. desto sicherer werden alle Volts- und Arbeiterrechte seiner Ge- darf sich auf die Bemerkung beschränken, daß Herr Hergt Es ist eine neue, ganz andersgerichtete Regierung, waltherrschaft erliegen. flüger getan hätte, wenn er etwas weniger plump gemefen für die das Ermächtigungsgefeß, das der früheren Regierung weitBon den Bertretern des alten Herrentums wird der mili- wäre. Die deutschen Arbeiter aber wissen es genau, gehende Bollmachten gab, nicht mehr besteht. tärische Belagerungszustand planmäßig dazu benüßt, fich welche Sorte von Gleichberechtigung" sie von dem föniglich Dabei droht felber wieder in den Sattel zu setzen. Noch hat bisher ein ge- preußischen Dreiflaffenminister Hergt zu erwarten haben, daß misser Einfluß der Sozialdemokratie die äußerste Ent man sich auch darüber ausführliche Betrachtungen sparen rechtung der Arbeiter verhindern fönnen. Noch hat er fann. ihnen, die durch die Krise und Arbeitslosigkeit wirtschaftlich In Wels und Hergt hatten die Mächte der Zukunft und geschwächt sind, von der politischen Seite her einen gewissen der Vergangenheit, Arbe terklaffe und Herrentum die Klingen Schuß gegen die Billtür der herrshenden Klassen geboten. miteinander gatreuzt. Alles war ge pannt, was der Mann Dieser Schuß soll zerschlagen und damit die vollständige der Mitte dazu sagen würde, aber noch bevor Herr Strese. Unterwerfung der arbeitenden Schichten herbeigeführt mann den Mund öffnete, entfachten die sogenannten Rom munisten einen blöden StandaL werden. 27 ein Winter mit unvorstellbaren Schreden, Millionen unserer Boltsgenossen sitzen an falten Herden bei erloschenen Lampen, weil ihr Einkommen zu Licht und Feuerung nicht mehr reicht. Ihre verschlissene Kleidung schüßt sie nicht vor Rälte, ihre Nahrung genügt nicht mehr, dauernde Hungergefühle fernzuhalten. Die so namenlos leiden, find unschuldige Menhen; die am meisten unter ihnen leiden, find die unschuldigsten von allen: die Kinder. Die ganze Menschheit müßte angesichts eines so ungeheuren Unglüds alle Straft zufammenraffen zur Hilfe und Rettung. Aber stärker als alle Werte menschlicher Solidarität zeigen fich die Kräfte der 3erstörung. Ein Staat, der im Kriege unser Gegner war und im Frieben wieder aufgehört hat, unser Feind zu fein, bauft auf unserem Boden mit brutaler Gewalt und zerschlägt alle Bersuche, ein bescheidenes Dasein unseres Volkes neu aufRegierung nicht neue Anklagen erheben; andere haben es in zubauen. Ich mill gegen die Politit der französischen anderen Fragen weit wirksamer getan, als ich es vermöchte. Aber da sich Herr Poincaré neuerdings um das Schicksal der deutschen Republik besorgt gezeigt hat, möchte ich nicht unterlassen, ihm von dieser Stelle aus zu entgegnen: die Feinde der deutschen Republit haben nur einen Schuhengel: der heißt Poincaré.( Sehr wahr!) Mit Recht hat Genoffe Wels in feiner gestrigen Rede Hätten diese Leute auch nur eine Ahnung davon, was es darauf verwiesen, daß der Reichsausnahmezustand seinem heißt, Arbeitervertreter zu sein, so würden sie verbayerischen Bruder immer ähnlicher wird. Berfolgung der standen haben, daß in diesem Kampf nicht anders einzugreifen Sozialdemokratischen Partei, ihrer Anhänger und ihrer war, als mit geistigen Baffen. Statt dessen beliebten sie, Breffe, Bernichtung des Koalitionsrechts ist die Lofung hüben ohne jeden Zusammenhang mit dem Gang der Berhand wie drüben. In Bayern ist auch schon wieder ein bezeidh lungen, ganz aus dem Handgelent heraus, eine aus nendes Snmptom die Nachtarbeit in den Bädereien ein- bubenfzene aufzuführen, zu der feine Spur von Hirn, geführt. Berlängerungen der Arbeitszeit merben willfürlich nur eine gehörige Portion Unverschämtheit gehört. befretiert, Löhne nach Belieben der Unternehmer festgesetzt. Sie sahen den moralischen Erfolg der Sozialdemokratie Wir befinden uns in einer fatastrophalen Entwicklung zu und griffen zu dem einzigen Mittel, das ihnen zur Verfügung einer Lohnfflaverei, mie fie vielleicht noch in feinem steht, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenfen: zum Klamauf. Lande der Welt erlebt worden ist. mit aller Gewalt mollten sie den sozialdemokratischen Reichs. Die Bersuche der deutschen Arbeiterdemokratie, die Republik zu Der Kampf, den die Sozialdemokratische Partei gegen tagspräsidenten dazu zwingen, die Polizei in den Saal festigen, zum französischen Bolt in ein gutes Berhältnis zu kommen, Diese Tendenzen führt, sollte von der ganzen Arbeitnehmer zu holen, um nachher schreien zu können, der Sozialdemokrat um gerechte Entschädigungen für die Zerstörung des Krieges zu schaft, Arbeitern, Angestellten und Beamten mit angehaltenem hätte gegen Arbeiter" die Polizei geholt. Aber das gelang leisten, alle diese Bersuche find an einem Gegner gescheitert Atem verfolgt und mit allen Kräften unterstüßt merben. ihnen nicht. Es gelang ihnen nur, den Gang der Beratungen der heißt Poincaré.( Sehr richtig!) Schlimmeres an Unmenschfiteit hat keine Bofitit geleistet als jene, die fich im Namen Poincaré verkörpert.( 3ustimmung.) Die Sozialisten beider Da bis zum Donnerstag der militärische Ausnahme zu unterbrechen und damit den Kampf der Sozialdemokratie lichkeit hat keine Politit geleistet als jene, die sich im Namen Zänder werden eine Herkulesarbeit zu verrichten haben, um die Berge des Haffes abzutragen, die zwischen den beiden Völkern aufgerichtet worden find. Was unsere englische Bruderpartei getan hat und noch tut, um die Gewissen wachzurütteln und einer Politit der Vernunft und Menschlichkeit den Weg zu bahnen, das wird in der Geschichte des internationalen Sozialismus eines der glanzvollsten Kapitel bleiben. Wir wären glüdlich, wenn alle Deutschen für die Lage des deutschen Boltes und die sich aus ihr ergebenden Notwendigkeiten ebensoviel Verständnis befäßen wie jene englischen Arbeiter und Angestellten.( Bustimmung lints, Unruhe rechts.) Schärfftes Mißtrauen. gegen das System des Belagerungszustandes zu obstruieren, die Sache der Arbeiterschaft, als deren Vorfämpfer fie fich gebärden, zu schädigen und der Reaktion Wasser auf die Mühle zu leiten. zustand nicht gefallen fein wird, wird an diefem Tag oder an dem folgenden Herr Stresemann fallen. Gegen einen Reichskanzler, der sich am militärischen Ausnahme. zustand festklammert, fann die Sozialdemokratische Partei Man kann das Heulen friegen, wenn man denkt, daß es nichts anderes empfinden und zum Ausdrud bringen, als verblendete Arbeiter gibt, die in dieser auf den Kopf gestellten Man kann einwenden, daß mit dem Sturz Stresemanns Hitlerei eine Bertretung ihrer Interessen erblicken wollen. Bels hatte in feiner Rebe kein Wort gegen die der militärische Ausnahmezustand nicht beseitigt wird, und daß dieser Regierung eine noch schlimmere nachfolgen tann. Rommunisten gefagt. Es gibt schließlich auch noch Das ist gewig richtig. Aber es ist ebenso richtig, daß die andere Dinge in der Welt, wichtigere. Aber das tonnten die Sozialdemokratie ihren Forderungen fein Gewicht verleihen Rommunisten offenbar nicht ertragen, fie mußten sich in Erfann, wenn fie fich nicht bereit zeigt, aus ihrer Nichterfüllung innerung bringen. Die Folge davon war, daß die ganze sozialdemokratische nötigenfalls auch die äußersten parlamentari'chen Konfequen. zen zu ziehen. Nur dann fann sich die Bartei fünftigen Regie. Fraktion in diefem Augenblick den Kommunisten gegenüber rungen und Barteltoalitionen gegenüber in Achtung segen, nur noch ein Gefühl empfand: Etel und Verachtung! wenn sie beweist, daß sie nicht nur als Bundesgenosse nüglich, fondern auch als Gegner gefährlich sein tann. Auch das muß denen, die es bisher noch nicht verstanden batten, aus der Rede des Genossen els flar geworden sein. Wels stand auf der Tribüne als der Vertreter einer Klasse, die zum Rampf bereit ist und auch in schwierigen Zeiten das Bers trauen auf die eigene Kraft nicht verliert. Der Reichstag trat gestern zu einer großen politischen Aus fprache zusammen. Die Tribünen find überfüllt, die Bänte der Ab. geordneten weifen aber noch oroke Lücken auf, da zahlreiche Reichs tagsmitalieber noch nicht in Berlin eingetroffen find. Präsident Löbe eröffnet die Sigung um 1 Uhr 20 Minuten und gedenkt des Ablebens des Abg. Hcener( 3tr.) und des Reichs Wegen eines vom Zaun gebrochenen Kommunist en bantpräsidenten Havenstein. Der Präsident teilt weiter mit, daß Prawalls mußte der Reichstag gestern noch auf den wegen der Berlegung der Immunität des Abg. Raas( 3tr.), der Schwanenfang des Reichskanzlers verzichten. Dafür bekam es zweimal unter den Augen der französischen Befagungsbehörden von fchon im voraus die Programmrede des Mannes zu hören, sogenannten Separatisten verhaftet wurde( Bfuirufe), Broteft er der sich selber für den kommenden hält. Es war der deutsch. hoben worden ist. Die französische Regierung hat aber bisher darauf noch nicht geantwortet.( Hört hört!) Auch Beschwerden wegen Bernationale Barteiführer Sergt. Der föniglich preußische Dreiflassenminister a. D. Hergt legung der Immunität des Abg. Most( D. Bp.) durch die belgischen hält in der Tat die Stunde für unmi'telbar bevorstehend, die fazungsbehörden sind unbeantwortet geblieben.( Erneutes Hört, hört!) entweder ihn felber oder seine jungen Leute als Mitglieder Ein Antrag auf Strafverfolgung des pfälzischen Abgeordneten einer Regierung der Republit fehen wird. Und da war Hofmann Kaiserslautern( Sez.) wegen Hochverrats wird dem es interessant zu beobachten, wieviel Wasser abgeftandenster Geschäftsordnungsausschuß überwiesen. Regierungsweisheit Herr Hergt jekt schon in den Wein seiner Auf der Tagesordnung steht dann die politische AusOpposition zu gießen verstand. Herr Hergt sprach staats- fprache. Abq. Koenen( Komm.) fordert zur Geschäftsordnung, daß zuerst männisch besonnen gegen den Radikalismus, mit einer deut lichen Spike gegen ganz rechts. Er versicherte, eine Regierung der Reichsfangler bas Wort nehmen möge. Präsident Löbe erklärt. daß geschäftsordnungsmäßig teine Mög. nach seinem Herzen wolle dem Parlament nichts zu leide tun. lichkeit bestehe, dem Reichskanzler vorzuschreiben, wann er das Wort nur den„ llebertreibungen des parlamentarischen Systems" ergreifen solle. entgegenwirten; sie sei durchaus für Gleichberechtigung und Darauf wird in bie allgemeine politische Aussprache eingetreten. beileibe nicht gegen die Arbeiter. Nach außen hin schmor Als erster erhält das Wort ber S und Jm Innern aber find wir uneiniger und zerrissener denn je. Der Bürgertrieg schwelt im Gebält und bricht da und dort in helle Flammen aus. Wo ist da in der deutschen Volksvertre tung bie Mehrheit, die führt und sammelt? Wir haben uns mit bestem willen an dem Verfuch beteiligt, eine solche Mehrheit zu schaffen, er ist an der Schärfe der Klass engegenfäße ge= fcheitert. Die Klassenpolitik der deutschen Arbeiter fann in staatsrechtlicher Beziehung nicht anders sein als Reichspolitit. Mit der Reichseinheit ist die Abeiterklasse auf Gedeih und Berderb verbunden. Unser Butunftstraum in internationaler Beziehung sind die Bereinigten Staaten von Europa; in rationaler Beziehung ist es die deutsche Einheitsrepublit. Darum stehen wir im schärfften Gegensaß zu einer Politik bürgerlicher Gonderinter. essen, die mit einer vorübergehenden Preisgabe der besetzten Gebiete spielt und die den Grundfaz der einheitlichen Reichsgewalt für Banern fusrendiert. Wir warnen die Rogierung bavor, sich von Geschäftspolitikern oder Phantasten zu einem Treubruch an der Bevölkerung im besetzten Gebiet verleiten zu lassen. Die tapitalistischen Geschäftspolitiker im Westen wollen sich von den fozialen Berpflichtungen und finanziellen Lasten der Reichszugehörigkeit befreien, bie Phantasten erblicken ihr Heil in der Auffündigung des Bertrages von Versailles. Bird dieser Bertrag in aller Form aufgehoben, so ist es eine Frage ber macht, was an seine Stelle tritt. Die Schwäche des Reiches fommt in der inneren Bolitit in er. schütternder Weise zum Ausdruck. Ich wenigstens empfinde bren nend die Schande einer Reichsregierung, die bei all den verderblichen, widerwärtigen, lächerlichen Ereignissen der bane. rischen Zollhausfomödie die Rolle des hilflosen 3uschauers gespielt hat. Der Herr Reichsfanzler hat lieber die Sozialdemokratie aus der Regierung ausscheiden und die große Roalition in Scherben gehen laffen, als daß er den sozialdemokra tischen Mahnungen Gehör gefchentt hätte. Dabei hat sich inzwischen herausgestellt, daß die Kahr, Hitler, Ludendorff und Lossow gemeinsam den Hochverrat gegen dos Reich vorbereitet hatten. Durch den tollen liebereifer eines dieser vier Spießgesellen, der die anderen mit dem vorgehaltenen Revolver zu einem schnelleren Tempo der Aktion veranlassen wollte, ist der Plan vorläufig zum Scheitern gebracht worden. Das deutsche Volk hat In München einen Vorgeschmack dessen erhalten, was ssiner wartet, wenn die von Völkischen urid Deutschnationalen erstrebte„n a t i o- nole Diktatur" kommt. Herr o. floht hat in seinem Machtbereich das Koalitivnsrecht mit einem Federstrich vernichtet. Selbst der Gauvorsteher des Deutsch nationalen Handlungsgehilfenverbandes hat in einem öffentlicken Aufruf gegen dieses Attentat protestiert itrfd die Hilfe des Reiches snoerufen.' Ich frage den Herrn Reichskanzler: Sind die baye- tischen Arbeiter, find die republikanisch und reichsiren gesinnten Bayern noch Angehörige des Reiches? Wie gedenken Sie ihren Anspruch auf S ch u tz du r ch dos Reich zu befriedigen? Welch« (Pcnuatiiunx erhall die vom Doden bis zum Keller ausgeplün- Kcrte und zerstört«„M ü n ch e n e r P o st", die tags darauf fiir un. bestimmte Zeit oerboten wurde und mit ihr die ganze übrige sozial- demokratische Presse in Bayern? Alle republikanisch und reicystreu gesinnten Bayern sind in ihrer Existenz und ihrem Leben s o vogelfrei wie Ebert. Scheidemann und bürget. I ich« Republikaner nach der berühmten Proklamation der Münchenrr Putschregierung. was ist in Sachsen oder Thüringen vorgekommen, das nur einigermaßen an diese Dinge heranreichk? Und hier ist man mit der äußersten Schärfe vorgegangen. In Bayern aber wurde nicht nur dag Koalitionsrecht, sondern sogar die Verbindlichkeit des Beamteneides und des Soldaten- e i d« s abgeschafft. Dadurch ist die tiefste D e m o r a l i s i e- r u n g in die deutsch« Reichswehr emgeriflen und die Urheber dieses systematischen Eidbruches im großen reden von der deutschen Treu«. Wir Sozialdemokraten haben eine andere Auf- sassung von deutscher Treue(Lebhafte Zustimmung links, große Un- ruhe rechts): wir haben auch ein« andere Vorstellung von deutschem Mannesmut als die Kohr. Lossow, Seißer, die zusammengeknickt »Daren vor der drohenden Pistole des Maulaufreißerg Hitler. Don Frau Auer, der ohne Erfolg die Pistole auf die Brust gesetzt wurde, damit sie den Aufenthaltsort ihres Mannes verrate, hätten diese Derfossungsbrecher Mannesmut lernen können. Die Leute der Vaterländischen Kampfverbänd« haben ärger gehaust aks die unverantwortlichsten Leute während der Räterepublik. Dos verlogene System des Generalstaatskommissars v. Kahr wütet rücksichtslos und verfassungswidrig gegen die Sozialdemokratie. Keine öffentliche Versammlung ist unserer Partei in Bayern mög- lich: alle sozialdemokratischen Zeitungen sind verboten worden. Herr v. Kahr, der sich als Stalthalter der Monarchie bezeichnet. möchte am liebsten Bayern auf den Zustand von 1818 zurück» führen. Damals gab es weder«ine Deutsche Republik, noch ein Deutsches Reich, noch einen bayerischen Landtag. Herrn Kahr geht Landesrecht vor Reichsrecht. Niemals ist die Schwäche der Reichsregierung und ihr Mangel- hafier guter Wille, dem Reich zu geben, was des Reiches ist, uns so klar vor Augen geführt worden als in der kläglichen und ichwächlichen Poliklk des Reichskanzlers gegenüber den täglichen, ja stündlichen Verfassungsbrüchen des Herrn o. flahr. Die Schwäche gegenüber Bayern ist aber gewollt.(Sehr wahr!) Der militärische Belagerungszustand, der gegen Bayern verhängt wurde, wird überall dort kräftig durchgeführt, wo es nicht notwendig ist. Die militärischen Befehlshaber ivettcifern miteinander in Verboten sozialdemokratischer Zeitungen; bei Streiks werden Eewerkschastssührer vom Verhandlungstisch weg ins Gefängnis geführt. Bald geht in Berlin alles nach dem Wunsche des 5)errn v. Kahr. Wir haben die Aufhebung des mili- .täri scheu Belagerungszustandes verlangt und sind aus der Regierung ausgetreten, als unser Verlangen zurückgewiesen wurde. Wir haben damit gehandelt, wie wir handeln mußten, und .wir können einer Regierung nicht unser Vertrauen ge- »oähreN, die diese Entwicklung der Dinge zu verantworten hat. Der Reichskommissar Dr. Heinz«, ein ehemaliger sächsischer und Reichsjustizminister, hat in seiner Gier, die Sozialisten in Sachsen zu erledigen, selbst die sormaljurislischen Bestimmungen vergessen und mit Militär und klingendem Spiel die sozialistisck>en Minister aus ihren Aemtern entfernt,«he die Verfügungen im Reichsgesetzblatt publiziert waren. Was sich in Sachsen und Thüringen während der militärischen Besetzung zuge- tragen hat. gestaltet sich zu einer wahrhaften Tragödie für die be- trofsene Bevölkerung. Die Eingriffe der Reichswehr in Verfassungen und Landesver- walkungen. die Verliastungen auf gemeinste Denunziationen hin, die hoarsträu- bende Art der Beförderung von Derhasteten zwischen den Pferden der Kavallerie, das Verhör der Verhafteten mit dem Gesicht gegen die Wand, die Tatsache, daß hunderte Verhaftete acht Tage lang ihrem Richter nicht vorgeführt wurden,, daß jede Möglichkeit der Berteidigung fehlte, zeigen, daß keine Stunde gewartet werden darf, um dem militärischen Belagerungszustand ein Ende zu machen. Und dieses rücksichtslose Vorgehen geschieht in Thü» ringen, in dem seit dem Jahre 1918 nicht ein Tropfen Blut ge- flössen ist. Aufgabe des Reichstages muß es sein, für die wieder- Herstellung oersassungsmäßiger Zustände Sorge zu tragen und die Regierung zu zwingen, den Ausnahmezustand unverzüglich auszu- heben und die zivilen Gewallen wieder in ihre Rechte einzusehen. Was die Finanzen angeht, so ist die Herstellung des Gxich- g« wichts im Haushalt für uns die Hauptsache. Diese Ordnung darf nicht auf Kosten der minderbemittelten Deoöl- kerung erfolgen, während die leistungsfähigen Kreise verschont bleiben. Wir verlangen, daß endlich mit der Heranziehung der Besitzenden zur Tragung der Steuerlasten ernst gemacht und die Erfassung der Sachwerte end.ich verwirklicht werde, wie dies der Reichskanzler ausdrücklich zugesagt hat. Außerordentlich erstaunt waren wir über das anmaßende Auftreten des Vorstandes und des Ver- «altungsrates der Renten dank, die dem Reichskanzler ein« Reil)« politischer Forderungen vortrugen, wobei sie sich mehr als Vertreter des Landbundes und des Reichsverbandes der Industrie, die sie in ihrem Hauptamte ja auch sind, denn als Vertretar der Rentenbank fühlten. Und tatsächlich hat der Reichskanzler den Zentralausschuß der Rentenbank als«ine oberste Kon- trollim stanz über ldie Regierungs- und Finanz- Politik des Reiches anerkannt. Dos Gesetz aber räumt keinerlei flontrolliSligkeik ein. Die Regierung redet fich bei der Frage der Unterstützimg«, für Rhein und Ruhr auf die Hol- nmg der Rentenbank hinaus. Für uns ist die Ruhr- und Rhein- frage nicht eine Unlerstützungsfrage, sondern eine national«, im Augenblick die entscheidende nationale Frage. Aber unter den» Vorwand der Unmöglichkeit weiterer finanzieller Unterstützungen soll ein« Politik getrieben werden, die in ihrer weiteren Wirkung den angeblich nicht mehr zu vermeldenden Verlust der Rheinlande und den Bruch mlk Frankreich . hocbeisühren müßte. Wir sehen unsere Pflicht darin, bis zum letzten Augenblick für die Erhaltung von Rhein und Ruhr beim Reiche olles einzusetzen. Um die Finonzftage zu lösen, müßten Sonder steuern für diesen Zweck ausgeschrieben werden. Lei den Verhandlungen der Industriellen mit der Interalliierten Kom- Mission, die gescheitert sind, war dos Bedauerliche, daß sie sich in einem Halbdunkel vollzogen, tn dem keine wirkliche Kontrolle möglich war. Im Rheinlande selbst genießen die verhandelnden Ruhrindnstriellen nur wenig Vertrauen. Denn in all den Jahren hat ki« Bevölkerung nur den ungeheuren Gegensatz gesehen zwischen der mangelnden Opserwilligkeit dieser Kreise und der ge- waltigen Ausdehnuno ihrer Konzerne im In- und Auslande. Diesen Herren ist jedes deutsche Znleresse feil, wo ihre Brositinlercssen in Frag« kommen. Das haben sie schon bei den Verhandlungen mit General Degoutte bewiesen. Der Reichskanzlor hat .zwar bestrteten, daß die Großindustriellen die Hrlse des General» zur Beseitigung des Achtstundentages angerufen haben.) Dabo, hat ihm das von den Großindustriellen selbst angefertiote P r o t o ko l l über die Besprechung mit General Degoutte am Z. Oktober 1923 vorgelegen, wonach Geheimral fllöckncr vor dem fron- zösischen General ausgeführt hat: „Die Industrie sei der Ueberzeugnug, daß es ein schwerer Fehler gewesen sei. den sozialistischen Einflüssen nach ugebcn und nach einem verloreneu Kriege auch noch eine verkürzte Arbeits zelk einzuführen. Der rhelnisch-west- sälische Bergbau habe sich entschlossen, die Vorkriegs- a r b e i k s z e i t wieder einzuführen, d. h. iVi Stunden einschl. Ein- und Ausfahrt für Unleriagsarbeiter und 19 Stunden für Ueberlragsarbciler. Die Industrie sei aber nicht ln der Lage, ihre Absichten durchzuführen ohne die Unterstützung der Okkupationsmächle, und dos fei einer der Gründe de» Gesuches." (Hört! Hört!) Aus dies« unglaubliche Aufforderung an einen feindlichen General konnte dieser erklären:.Die Okku- oationsmächte hätten am 11. Januar proklamiert, daß sie die deutschen Gesetze achten würden; der Achtstundentag sei deutsches Gesetz. Seine Einführung sei außerdem auf den Frie- densvertrag zurückzuführen, und er sei nicht in der Lage, m die Verhandlungen zwischen Arbeitgeber und»nehmer einzuschreiten." Nach dieser vernichtenden Abfuhr machte Klöckner einen Rückzieher: „Er sowohl wie auch Herr Stmnes haben im Laufe der Unter- Haltung," so fährt das Protokoll fort,„wiederholt scharf betont, daß die Industrie auch ihrerseits eine Einmischung der Okkupationsmächte in die Frage der Arbeitszeit nicht wünsche." Das ganze Verhalten der Ruhrindustnellen seitdem beweist, daß sie auch gegen die Ar- bertcr und gegen die deutschen Gesetze die Verlängerung der Ar- beitszeit durchsetzen wollen. Solange vir Rhein- und Ruhrlande staatsrechlllch zum Reiche gehören, hat keine deutsche Regierung das Recht, diesen Landesleilen Zuschüsse zu sperren, die anderen dculschen Landesteileu gewährt werden. Dem Rumpfkabinett Strefemonn war es vor- behalten, durch die Absicht, die Erwerbslosen im Rheinlonde ihrem Schicksal zu überlassen, eine ungeheure moralische Ver- Wüstung anzurichten. Ieder spricht dort mit tiefster Beschämung und größtem Schmerze über diese unglaublichsten Absichten der Reichsregierung. Di« Sperrung der Erwerbslofenunterstützung be- deutet nichts anderes, als Millionen Arbeiter auf Gnade und Ungnade der yungerpeilfche des flapilaNsmns auszuliefern. Ieder politisch Denkende muß anerkennen, daß seit dem Austritt der Sozialdemokratie eine Schwenkung in der deutschen Außenpolitik vorliegt. Durch die Ernennung des Herrn Dr. I a r r e s zum Reichsinnenminister hat der Reichskanzler«neu Mann von programmatischer Bedeutung in sein Kabinett aufge- nommen. Damit hat Herr Strefemonn einen Frontwechsel vorgenommen. Die deutsche Sozialdemokratie lehnt seier Ii ck> und nachdrücklich jede Verantwortung für diese Politik und ihre Folgen ab. Wir sind zu jedem Opfer für die besetzten Gebiete bereit. Es wäre ein gewaltiger politischer und kU.turelter Rückschritt, wenn die französischen Zertrümmerungspläne gelingen würden. Wir halten eine Lösung des rheinischen Problems nur im Rahmen der ge- samten Reparations- und Sicherungsfragen für möglich. Wir wollen nichts von Preisgabe, auch nichts von vorüber- gehender hören. Deutschland ist nicht am Parlamentarismus zugrunde gegangen, Endern am Gegenteil: dem persönlichen Regiment. Uns Sozial- mokraten trägt eine einheitliche Masse, leitet ein« große Idee. Wir kämpfen für Leben und Freiheit unseres Volkes. Um unsere Fahne muß sich die Mehrheit des Volkes scharen. Sie steht hoch aufgerichtet und es fehlt mcht an Fäusten, sie vorwä'-ts zu troaen durch Gefahr und Rot zur Einheit und FreiheitI(Lebh. Beifall links.) (Schluß des Berichts in der Beilage.) » �» Nemmele u. Co. Ueber den Zwischenfall, der zur Dertagung des Reichsiages führte, befragt, machte uns Genosse Lobs folgende Mitteilungen: „Ein Teil der kommunistfchen Fraktion hat in den letzten Mo- naten in steigendem Maße den Versuch gemacht, die ordentlichen Beratungen des Reichstages durch brüllende Zwischenrufe und Schimpf worte zu verhindern. Schon der Reichskanzler Euno konnte seine letzte Rede unter diesen Untttbrechungen im rohesten Ton kaum beenden: dasselbe Spiel begann bei der ersten Rede des neuen Kanzlers, so daß Dr. Strefemonn seine Rede unterbrach und den Präsidenten um Schutz gegen die Be- schimpfungen ersuchte. Der Ordnungsrus bot einen solchen Schutz nicht mehr. Er wurde von dem Betroffenen mit Gelächter beantwortet und hätte in einer Sitzung dreißigmal wiederholt wer- den müssen. Deshalb sind die Kommunisten von dem Präsidenten mindestens viermal vor dem Beginn neuer Tagungen unter vier Augen gebeten worden, dieses Treiben einzustellen, weil sonst der Fortgang der Reichstagsverhandlungen ohne scharfe Einoriffe und Ausweisungen der Ruhestörer nicht mehr gesichert werden konnte. Ungeachtet dieser Bitten, die auch am Tage vor dieser Sitzung dem Führer der Fraktion zweimal unterbreitet wurden, begann der Lärm vor Beginn der Kauzlerrede aufs neue. Anlaß dazu gab die Tat- fache, daß der Präsident seit einigen Monaten zum Schutze des Reichstages vor Ueberrumpelungen und der Regierungsmitglieder vor Gewaltakten einige Polizeibeamt« herbeigerufen hat. Di« vielfachen Drohungen, die in Zuschriften und auch öffentlich erhoben worden sind, konnten nicht unbeachtet gelassen werden, nachdem im Rathenau-Prozeß bereits durch Zeugenaussagen festgestellt worden ist. daß der erste Attentatsplan gegen den ermordeten Mi- nister im Reichstagsgebäude ausgeführt werden sollte, und nachdem im Laufe dieses Jahres bereits einmal bewaffnete Ange. hörig« rechtsradikaler Organisationen im Hause festgestellt worden waren. Bon diesem Sachverhalt hatte der Präsident wenig« M- nuten vorher dem kommunistischen Abgeordneten Holl ein Mit- tcilung gemacht. Trotzdem beschlossen die Kommunisten, daraus wieder ein Spektakelstück zu machen. Weil sie das Wort zur Ge- schäftsordnung aus diesem Anlaß erst n a ch der Kanzlerred« erhalten sollten, führten sie ein wüstes Gebrüll auf. Der Abgeordnete Rem- mele überschrie den Ordnungsruf des Präsidenten und alle sein« sonstigen Mitteilungen, und setzt« sein Geschrei auch fort, als der Präsident dem Reichskanzler das Wort erteilt hatte, so daß dieser seine Red« gor nicht beginnen konnte. Darauf wurde Rcmmele wegen gröblicher Verletzung der Ordnung aus dem Saal« gewiesen, leistete aber dieser Aufforderung weder in dieser Sitzung noch in der zweiten,«in« Stunde später beginnenden Folge. Er hat damit den Ausschluß für 29 Sitzungstag«, der im K 91 der Geschäftsordnung vorgesehen ist, sich zugezogen. Der Präsident wollte jedoch der Oefsentlichkeit das Schauspiel der gewaltsamen Eni- fernung eines Abgeordneten ersparen und vertagte deshalb die Sitzung auf Donnerstag 1 Uhr. Bis dahin wird der verfügte Aus. schluß vollzogen werden, und ferner wird dem Abgeordneten Rem- mele auf Grund des Hausrcchts und der Polizeigewalt, die dem Präsidenten im Reichstagsgebäude zustehen, das Betreten des Hauses bis zum Ablauf der Ausschlußftist verboten werden. Sollte er dieses Verbot gewaltsam übertreten, so wird er sich die Folgen selbst zu- zuschreiben haben." � Soweit Genosse Lobe.— Wie wir be! dieser Gelegenheit in Cr- fahrung bringen, war der Polizeibeamte, an dem die Kam- munisten wegen seiner Anwesenheit im Reichstag« Anstoß nahmen,( von der hiesigen Botschaft der russischen Räterepublik zur, sechsjährigen Feier der Errichtung des Sowjetstaate» zum Fest, essen eingeladen, und hat an demselben Tische mit Herrn Koenen und Herrn Höllcin an dem von den Russen gespendeten Festmahl teilgenommen, ohne daß die anwesenden Kommunisten sich damals von dieser Nachbarschaft im geringsten hatten stören lassen. Gegen 7 Uhr abends wurde dem Abg. Remmele die schriftliche Aussorderung des Reichstagspräsidenten überreicht, das Reichstags- gebäude zu verlassen. Er kam dieser Aufforderung nach, so daß Gewalt, onwendung nicht zu erfolgen braucht«. Sozialüemokratie unü öeamtenabbau. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion trat am Dienstag nach dem erzwungenen Schluß der Reichstags- berawngen zu einer Sitzung zusammen. Da der Reichskanzler am Dienstag das Wort zu einer Regierungserklärung nicht nehmen konnte, mußte die endgüllige Formulierung des von der Sozialdemokratie beabsichtigten Mißtrauens- votums verschoben werden. Die Fraktion beschäftigte sich deshalb hauptsächlich mit dem Vorgehen des Reichstagspräsi- denten gegen das unparlamentarische Verhallen des kommu- nistischen Abgeordneten« Remmele. Sie billigte ein- mutig die Maßnahmen des Reichstagspräsidenten. Die Fraktion hat wellerhin beschlossen, folgenden An- trag zu stellen: 1. Di«„Verordnung zur Herabminberung der Personalausgaben des Reiches(Personalabbauverordnung) vom 27. Oktober 1923" ist sofort aufzuheben. 2. Die Reichsregierung zu ersuchen, dem Reichstag unverzüglich den Entwurf eines Gesetzes betreffend Herabminderung der Aus- gaben des Reiches vorzulegen. Die Fraktion ist der Ansicht, daß Ersparnisse in den Aus- gaben des Reiches notwendig sind, jedoch nicht nur auf perso- nellem, sondern auch auf sachlichem Gebiet. Sie erwartet weiter eine wirtschaftlichere Gestaltung des Reichsapparates von einer durchgreifenden Reorganisation der Behörden. Der Personalabbau kann nur als ein Teil eines allgemeinen Sanierungsplanes unserer Finanzn durchgeführt werden, über den ebenfalls bisher nichts bekanntgeworden ist. In der jetzigen Fassung der Personalabbauverordnung er- blickt die Fraktion lediglich ein Mittel für das Kabinett Strefe- mann, das alle Verbesserungsanträge der sozialdemokratischen Minister abgelehnt hat, oder eine spätere Rechtsregierung, die Verwaltung von allen republikanischen Elementen, §anz besonders von solchen unter den Angestellten und Ar- ellern. ohne Rücksicht auf Tüchtigkell und soziale Verhältniste des einzelnen zu„säubern". Die Durchführung der Ver- ordnung in der beabsichtigten schematischen Weise dürfe ledig- lich eine planlose Vermehrung des Heeres der Er- werbslofen um lüvovv herbeiführen, anstatt daß die Regierung Anstallen trifft, das Heer der Elenden durch Wiederingangsetzung der Industrie zu vermindern. Ueberdies stellen die Beamten, Angestellten und Arbeiter des Reiches für die Durchführung der Abbauverordnung eine Anzahl durchaus berechtigter und bescheidener Forderun- gen. die bei dem Kabinett Strefemonn keine Berück- f i ch t i g u n g gefunden haben. Die Fraktion ist der Ueber- zeugung, daß die Frage der Herabminderung der Ausgaben des Reiches durch emen sofort einzubringenden und rasch zu verabschiedenden Gesetzentwurf in zweckmäßigerer Weise zu lösen ist. Deshalb hat sie den Antrag auf Aufhebung der Verordnung gestellt.-.7--... Gegen unnütze Massnahmen. und Härten. Ein Unterausschuß des ständigen Landtagsausschusses beschäftigt sich feit drei Tagen mit dem Beamtenabbau in Preußen, der auf Grund der Reichsoerordnung zu erfolgen hat. Di« Haltung der Sozialdemokratie in dieser Frage ist ge. geben. Neuordnung der Verwaltung, Beseitigung des Leerlaufs der Behörden, Beseittgung der durch die Geldentwertung oft ins Gro- teste steigenden minderwertigen Betätigung der Beamten, jal M i ß» brauch der Beamtenschaft als Sturmbock gegen den Achtstunden- tag, Schaffung einer neuen Kategorie von Erwerbs- losen in einer Zeit, in der der Staat für die amtliche Erwerbs- loscnsürsorge kein Geld mehr zu haben behauptet, Mißbrauch der Abbauoerordnung für reaktionär« Zwecke, nein! Der Abau erfüllt nur dann seinen Zweck, wenn er Hand in Hand mit der Stabilisierung der Währung und mit der Ausbalaneierung des Staatshaushalts geht. Solange die Reichsregierung in diesen beiden Fragen versagt, nützt auch der Beamtenabbau nichts. Wie sich die Bürgerlichen den Beamtenabbau vorstellen, zeigte sich im Unterausschuß deutlich. Ein sozialdemokrati- scher Antrag, die Dienstattersgrenzc auf 60 Jahre herabzusetzen, wurde von den Vertretern der bürgerlichen Fraktionen leidenschaftlich bekämpft. Berständlich, wenn man bedenkt, daß die ältesten Jahrgänge des Beamtentums in der wilhelminischen Aera aufgewachsen sind, während die republikanisch-demo- kratischen Ueberzeugungen ihre beste Stütze unter der jüngeren Beamtenschaft finden. Do außerdem die jüngeern Kräfte geeignet sind, der Verwaltung neues Leben zuzuführen, auch«in Staat, der nicht für jungen Nachwuchs sorgt, absterben muß, wird sich die Sozialdemokratie den Schutz der jungen Beamten gegen unberechtigte Angriffe vor allem angelegen sein lassen. Nichts ist so bezeichnend, als daß noch ein weiterer sozial« demokratischer Vorschlag die Hochschul professo- r e n wie andere Beomtenkategorien auch zu pensionieren, von den Bürgerliche« abgelehnt wurde. Zum Schutz« der Schule, die ja«inen mechanischen Abbau von 23 Proz. der Lehrer ohne schwerste Schädigungen unserer Schulkinder einfach nicht ertragen kann, haben die Dertreter aller Parteien im Unterausschuß außerordentlich dafür geredet. Als es aber galt, einen Antrag anzunehmen, der die Ver- Minderung der Lehrer auf die unbedingt notwendige Zahl zurück- setzte, lehnten sie ihn ab. Und es gelang unserem Genossen König nur, die Abbauverordnung für das gesamte Unterricht-wesen in ein besonderes Kapitel hinübcrzunehmen. das in den nächsten Tagen besprochen werden soll. Die sozialdemokratischen Vertreter werden alles daran setzen müssen, um bei dieser Be- sprechung besonders die Bolksschule zu schonen. Am gefährlichsten wird ihnen die Deutsche Dolkspartei bei diesem Bestreben sein, die sich auch als einzige gegen die gesondrrte Behandlung des Lchrcrabbaues gewendet hat. Die bürgerlichen Parteien tragen gar .kein Bedenken, in einer Zeit, in der in Deutschland die Schlote nicht rauchen, in der das Heer der Arbeitslosen unbezwingbar gewachsen ist, in der die Erwerbslosenunterstützung vor ihrem Zusammenbruch steht, bei den Beamten ein neues Heer von Erwerbslosen zu schaffen, die man, wenigstens soweit sie pensionsbcrechtigt sind, mit einer neuen Erwerbslosenfürsorge(Wartegeld und Pension) tröstet, während man den jungen Nachwuchs, vor allem aber die Angestell- ten, erbarmungslos zu einem großen Teil auf die Straßen werfen will. Die Vorlage enthält nicht einmal Schutzb« st immun» gen für Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigte, ja, sie opfert sogar in ihrem Z 58 die oerdränaten Volks. schullehrer aus den abgetretenen Gebieten, soweit sie bis heute nkcht untergebracht sind. Der Dank des Vaterlandes,- wie ihn die „Patrioten� auffaflen. Den schwersten Eingrisf in die„wohlerworbenen Rechts" der Beamten hat die Abbauverordnung des Reiches dadurch gemacht, daß sie verheiratete weibliche Beamte, auch wenn sie lange Dienstjahre als Bcamtuv hinter sich haben, kündbar macht und ohne Ruhegehalt oder Pension entläßt. Auch wir müssen in dieser Zeit der Not gegen die Doppelexistenzen vorgehen. Hier sind Schutzvorschriften nötig, damit nicht jene Fravenfeindschaft, die immer Hand in Hand mit der Reaktion geht, auch solche Frauen» eristenzen vernichtet, auf deren Arbeit die Ernährung einer ganzen Familie ruht. Es wäre dringend zu wünschen, daß die Beratung dieser Abbauverordnung nicht im Dämmerlicht des ständigen Aus- fchusses, sondern vor dem Plenum geschieht, und daß hier ernstlich darauf verwiesen wird, daß die Reichsabbauverordnung unter der Voraussetzung einer Währungsreform und der Balancierung des Etats, also einer raschen Gesundung, erlassen würde. Die Lage ändert sich doch ganz wesentlich, wenn die Reichsregierung diese beiden Programmpunkte nicht erfüllen kann. tzerr Strefemann /part�. Tie Unkosten der Reichswehraktion. Genosse Wels konnte in der gestrigen Reichstagssitzung darauf aufmerksam machen, daß Staatskommissar Kahr Reichsgelder zur Bezahlung der irregulären Ban- d e n an der bayerisch-thüringischen Grenze verwandt hat. In Sachsen und Thüringen verhält sich die Sache etwas anders. Hier verschlingt nicht nur der Aufmarsch der Reichs- wehr ansehnliche Gelder, sondern das Eingreifen der Reichswehr wird auch zu Schadenersatzansprüchen führen, die das Budget erheblich belasten dürften. Es stellt sich nämlich heraus, daß vielen Verhasteten, obwohl sie ihrer Fest- nähme keinen Widerstand entgegensetzten, die Kleider zerrissen wurden. Mehr als 100 Personen sind festgenommen worden, ohne daß Hastbefehl gegen sie vorlag. Heute noch befinden sich eine ganze Reihe von Sozialdemokraten ohne Grund in Haft. Sie sind dadurch Ihren Familien als Ernährer ge- nommen. Natürlich werden diese finanziell und körperlich Ge- schädigten Schadenersatzansprüche geltend mächen. Wie ver- trägt sich das alles mü dem Sparprogramm des Herrn Strefemann? Ist es wirklich nötig, in einer Zeit, in der man dem Ruhrgsbiet den Kredit sperrt und den Beamtenapparat abbaut, den Staat mit derartig unnützen Aus- gaben zu belasten? Oder wäre es nicht vernünftiger, den Ausnahmezustands der keinen Nutzen bringt, Un- summen verschlingt und der Mißstimmung immer neue Nahrung gibt, abzubauen? Zwischenfall mit einem Offizier der Kontrollkommisfion. Za einer amkllcheu Meldung wird zugegeben, daß ein belgischer Leutnant von der Kontrollkommission und sein s r a n- zösischer Begleiter von Reichswehrtruppeu bei Dresden und später bei Leipzig angehalten und durchsucht wurden. Alan habe bei ihnen genaue Auszeichnungen der Stellungen der Reichswehr in Dresden gefunden. Der Bericht läßt es dahingestellt fein, ob es zu Ausschreitungen kam. die Reichswehr in Thüringen. Eine Erklärung der thüringischen. Regierung. Weimar, 20. November.(Eigener Drahtbericht.) Zu Beginn der Sitzung' vcS am Dienstag wieder zusammengetrettnen thüringischen Lanbiags gab Staatsminister Hermann für die im Amte befindlichen Mitglieder der thüringischen Staatsregierung eine Erklärung ab, die sich m ihrem ersten Tei.e mit dem Manifest der aus der Regierung ausgetretenen Kommunisten befaßte und seinen wesentlichsten Behauptungen entgegentrat. Bemerkenswert sind u. a. folgende Feststellungen: Unrichtig ist es, daß sich Leiter der thüringischen Landes- Polizei auf Befehl des Innenministers dem Reichswshrgeneral zur Verfügung gestellt hob«. Wahr ist, daß diese Unterstellung von Generalleutnant Reinhardt verfügt wurde, ohne daß zuvor dem einen oder anderen Minister Gelegenheit gegeben worden war«. zu dieser Maßnahm« Stellung zu nehmen. Unwahr ist schließlich, daß am Tag« nach dem Einmarsch der Reichswehr in Thüringen der leitende Slaatsminister Frölich in Berlin mit dem Reichswchrminister und dem Reichskanzler darüber verhandelt hat, wie man die Kommunisten cm besten aus der Regierung hinauswerfe. Wahr ist, daß Staats- minister Frölich bei seiner Rücksprache mit Berlin ausdrück.ich darauf hingewiesen hat, daß die Bildung wie auch jede Veränderung der Landesregierung Sach« des Thüringer Landtages sei, und daß mi- möglich so wie in Sachsen vorgegangen werden könne. Der zweite Teil dor Erklärung betrifft den militärischen Belagerungszustand und den Einmarsch der Reichswehr in Thüringen. Die Erklärung führt hierzu wörtlich folgendes o'-s: Nach den Mitteilungden der Reichsregierung waren der Reichs- wehr zwei Ausgaben gestellt: die Wiederherstellung ordnungs- mäßiger Zustände in und um Thüringen. Das zur Beurteilung der in Thüringen bestehenden Schwierigkeiten vorhanden« Material sollte der Landesregierung alsbald übersandt werden. Bis heute ist di»?fe Zusage de s Reichswehr Ministers unerfüllt geblieben. Am 23. Oktober hat Generalleutnant Reinhardt berichtet über Beschwerden, welche das Bestehen proletarischer Hundert'chaften betreffen sowie über die nicht ordnungsgemäße Erledigung der von ihm verfügten Beseitigung von Plakaten, die zum Generalstreik und zum Bürgerkrieg aufforderten. Di« daraufhin vom Ministsrium «ingeleitete Untersuchung hat in der überwiegenden Mehrzahl der aufgeführten Fälle ergeben, daß tem Generalleutnant Reinhardt zweifellos falsche Berichte übersandt wurden. Die Reichswehr ist in der Zwischenzeit im Lande Thüringen ein- marschiert. Wir verweisen noch auf das pedönliche Handschreiben des Herrn Bevollmächtigten beim Reichsrat Minister Dr. Münzet rn den leitenden Staatsmimstor Frölich, in dem es u. a. heiß!: Die Truppen würden strengen Befehl erhallen, sich völlig zurückzu- hallen und nur im Fall der äußersten Rot, wenn die Polizelkräfte zur Abwehr innerer Unruhen versagen, einzugreifen. Entgegen dieser Mitteilung geht die Reichswehr in vielen Fällen selbständig vor. Die Form, in der dieses Vorgehen geschieht, steht nach unserer Untersuchung in vielen Fällen mit den Gepflogen- heiten eines Rechtsstaates im Widerspruch. Die Auswirkungen derartigen Vorgehens sind in manchen Fällen auch so, daß die Handlimgen gegen deutsche Staatsbürger aufs tiefste beklagt werden müssen Ueber die Entwicklung de« militärischen Ausuahmezestandcs für Thüringen wird den Mitgliedern des Land- tags in den nächsten Tagen ein« Denkschrift zugchen, die dos wesentliche akten mäßig« Material wiedergibt.— Die Landesregierung spricht schließlich den Wunsch aus, daß es gelingen möge, alsbald ein« parlamentarisch arbeitsfähig« Re- gierung zu bestellen, die gewillt ist. das begonnene Wert in feit- herigem Geiste zur Vollendung zu bringen. Neue Verhanölungen. Am Donnerstag sollen die B e r h a n d l u n g e n zwischen der Sechserkommission des Bergbaulichen Vereins und der Micum in Düsseldorf wieder aufgenommen werden. Es ist kaum anzunehmen, daß die bestehenden Schwierigkeiten ohne weiteres überbrückt werden, da von französischer Seite die bisherigen Forderungen nicht fallen gelassen wurden, im übrigen aber neue Ansprüche gestellt werden. Bor der Be- setzung des Ruhrgebiets wurde nach den Bestimmungen des Versailler Vertrages die Reparationskohle bekanntlich durch Deutschland gratis bis zur französischen bzw. belgischen Grenze geliefert. Da die Vesatzungsmächte die Zufuhrwagen in den besetzten Gebieten in eigene Verwaltung genommen haben, verlangen sie jetzt von Deutschland die Bezahlung der Fracht in Franken. Sie verlangen asto in der Praxis noch eine nachträgliche Bezahlung eines widerrechtlichen Schrittes, gegen den sich die deutsche Regierung bei jeder Gelegenheit gewehrt hat. ver Staat gegen öie Ruhrinüustriellen. Bochum, 20. November.(Eigener Drahtbcricht.) Am Montag fand in Hamm die bereits angekündigte Besprechung zwischen den Vertretern der Demobilmachungsbehörden, dem Ober- bergamt und Vertretern des Ruhrbergbaues statt. Gegen- stand der Besprechungen waren die erfolgten Kündigungen und di« versucht«» Betriebsstillegungen im Bergbau. Die Unternehmer hatten an die Demobilmachungsbehörde den Antrag gerichtet, ähnlich wie in der Metallindustrie, so auch im Bergbau die Bestimmungen der Demobilmachungsocrordnung vom 8 November 1923 außer Kraft zu setzen. Di« Demobilmachungsbehörde hat jedoch dem Antrage nicht stattgegeben, sondern sein« Erledigung an die Sitzung in Hamm oerwiesen. An der Besprechung waren u. a. noch be- teiligt: der preußisch« Handelsminister, Vertreter des Oberbergamtes, der Reichskommissar sowie Vertreter der Bergarbeiterverbände, während die Vertreter der Unternehmerorganisationen nicht er- schienen waren. Die Vertreter der Arbeiterschaft stellten den Antrag, dem Er- suchen der Zechenindustriellen nicht stattzugeben. Die Vertreter der Behörden schlössen sich der Ansicht d er Arbeiter an, so daß eine Dlspensierung von den Bestimmungen der Demobilmachungs- Verordnung nicht erfolgt und Betriebsstillegungen vorschriftsmäßig beantragt werden müssen. Dos Oderbergamt wird deshalb seine unterstellten Bergrevierbeamten anweisen, daß sie etwaige Anträge cuf Betriebsstillegungen entgegenzunehmen und zu prüfen haben. Zu den Prüfungen find die Betriebsräte sowie Sachverständige der Handelskammern und Gewerkschaftsvertreter hinzuzuziehen. Di« endgültige Entscheidung fällt die oberste Demobilmachungsbehörde. Die für die vergangene Woche ergangenen Schiedssprüche im westfälischen Bergbau wurden am Dienstag von den vier Berg. arbeiteroerbönden als unzureichend abgelehnt. Der Zechen. rerband hat den Vergarbeiterverbänden mitgeteilt, daß er nach wie vor ein« Arbeitszeitverlängerung verlange und die Masienentlassungen aufrechterhalte. Witt er lehnt er jede neutral« Lohnverhandlung in Berlin für die Zukunft ob. Die Kartellverorünung in Kraft. Amtlich wird gemeldet: Am 2l>. November 1923 ist die Der- ordnung gegen Mißbrauch wirtschaftlicher Machtstellungen vom2. No- vember 1923 in Kraft getreten. Seitdem mit gesetzlichen Maß- nahmen gegen die Auswüchse des Kartellwesens gerechnet werden konnte, hat bereits«ine Reihe von Verbänden ihr« Zah- lungsbedingungen den Bedürfnissen der Verbraucher anzupassen gesucht. Bei einigen Verbänden bedurfte es jedoch be- hördlicher Anregung, um sie zu einer Erleichterung ihrer Bedingun- gen zu veranlassen. Diesem Eingreifen der Behörden, wurde im Hin- blick auf die nunmehr zur Verfügung stehenden gesetzlichen Machtmittel schneller und sachlich weitergehend als bisher entsprochen. Die Fälle, in denen bisher nur ungenügende Erleichterungen vorgenommen und unbillig« Bedingungen ausrecht erhalten worden sind, werden in Kürze das Kartellgericht beschäftigen. Das Kartellgericht ist inzwischen beim Reichswirtschaftsgericht eingesetzt. Den Borsitz führt der Geheime Oberregierungsrat Dr. Georg Lukas, Präsident des Reichswirtschaftsgerichts, dessen Stellvertreter der Geheime Iustizrat Dr. Schwerins und der Landgerichts- direttor a. D. Hermann Rietze sind. Der Landtag bleibt zu tzaufe... Dekretiert Kahr. München, 29. November.(Eigener Drahtbaricht.) Der Aeltesten- ausschuß des bayerschen Landtags hatte dieser Tage die Frage der Einberufung des Parlaments beraten, um einer demo- tratischen und sozialdemokratischen Forderung nachzukommen. Am Dienstag ließ nun die Regierung erklären, daß sie bei der augenblicklichen Log« außerstand« sei, vor der breiten Oeffent- lichkeit eine politisch« Erklärung abzugeben-, dagegen sei sie dazu bereit in einer geheimen Sitzung des Ständigen Ausschusses. Die Demokraten wollen sich nun die Sache nochmals überlegen, so daß anzunehmen ist, daß sie umfallen und nicht mehr auf einer Einberufung des Landtages bestehen, im Gegensatz zu den Sozialdemctraten. die nach wie vor den möglichst schnellen Zu- sammentritt des Parlaments fordern. Los von Weimar! Antrag der Bayern im Reichstag. Die bayerische Volkspartei hat im Reichstag«inen Antrag eingebracht, ver von der Reichsregierung die Dockag« eines Gesetzentwurses zur Revision der Weimarer Reichs» Verfassung verlangt. Für diese Berfassungsreviston sollen fol- gende Richtlinien gelten: 1. Revision des Kataloges der reichsgesetzlichen Zuständigkeiten ((Artikel 6— 11 der Reichsverfassung) in föderalistischem Sinne. Grundsätzlicher Verzicht des Reiches auf bisher vom Reiche nicht ausgeschöpfte Zuständigkeiten. Soweit dennoch erforderlich, Ausschöpfen nur unter föderalistischen Garantien. 2. Grundsätzliche Ausführung der Reichsgesetz« durch die Länder, Rückübcrtragung der Finanz, und Vertehrshoheit an di« Länder. 3. Wiederherstellung des Rcichsrates als gleichberech- tigtes Organ des Reiches in Gesetzgebung, Haushaltsgenehmi- gung und Mitirirkung beim Abschluß von Staatsoerirägen. Er- lassung der allgemeinen Verhaltungsvorschriften durch den Reichsrat. 4 Entschiedenes Bekenntnis zum Artikel 18 der Reichsverfas- sur.g betreffend die Gliederung der Länder. 5. Recht der Landesregierungen, die zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit nötigen Maßnahmen selbständig in Geltung zu erholten, und über die im Landesgebiet liegend« b t, waffnet« Macht selbständig zu verfügen. S.Recht der bayerischen Landesregierung auf Mkwirkung bei Ernennung und Abberufung von Offizieren der Reichswehr. 7. Ablehnung von Angriffen des Reiches an den Staat». besitz der Länder, sowie an ihr Recht über Bodenschätze und R a t u r k r ä s t e. 8. Ablehnung jedes politischen Gerichtshofes und Wahrung der politischen und I u st iz- H o he i t der Länder auch in Amnestie-Sachen. 9. Die Regelung des Schulwesens soll durch die Länder erfolgen. Dem Reich bleibt die Anordnung der allgemeinen Schul- Pflicht und ihrer Dauer vorbehalten. Ebenso die Grundsatzgesetz- gebung zur Sicherstellung des Religionsunterrichtes in den bekenntnisfreien Schulen, die Sicherung des Elternrechtes auf die Bestimmung der Gesinnungserziehung ihrer Kinder, sowie auf Errichtung von Privatlchulen auf staa.licher Unterstützungspflicht. ßoöLratlvjpftem I Aber nur für Bayern, nicht für andere! Dresden, 29. November.(Eigener Drahtbericht.) Dem Landtag liegt zurzeit der Entwurf eines Arbeitstammergesetzes und eines Wahlgesetzes zum Arbeitskarninergesetz vor. Wie von gutunterrichteter Seite mitgeteilt wird, hat der Reichs- wirtschastsminister gegen diese Gesetzentwürfe Vor- stellungen bei der sächsischen Regierung erhoben, weil die Gesetz- entwürfe verfassungswidrig seien, und die Gesetzgebung über Arbeiter- und Wirtschaftsräte nur dem Reick)« zusteht. Der Reichswtrtschaftsminister hat weiterhin angedroht, daß«r eventuell über diese Frag« die Entscheidung des Reichsgerichts anrufen werde. Die Dotschasterkonferenz abermals vertagt. Reue Schwierigkeiten? Paris, 20. November.(<£(£.) Eine amtliche Mitteilung be- sagl, dem englischen Volschaster Lord Erewe sind heule Miktei- langen seiner Regierung zugegangen, die ihn in die Roiwcndigkeit versctzken, von seiner Regierung neue Weisungen zu erbitten. Da diese aber bis zum Nachmittag nicht eingetroffen waren, wurde die Bolschaslerkonfercnz auf morgen vertagt. Ein scharfer Artikel der„Dimes". London, 29. November.(WTB.)„Times" schreibt zu dem inzwischen wieder vertagten) Beschluß der Botschasterkonferenz u. a., trotz Englands seien die französischen Methoden Herr- schend geworden und bewirkten eine rasche und gefährliche Wandlung in Europa. Es fei beunruhigend, daß die durch den Friedensvertrag geschaffenen kleineren Staaten an eine aggressive Politik Frankreichs gebunden seien, das laut seine Armut verkünde, aber ihnen gleichzeitig Kredite in Höhe von 899 Millionen Frank gewähr«. Es sei sehr besorgniserregend, daß in Deutschland reaktionäre und militärische Einflüsse Boden gewännen, und wenn Worte helfen könnten, so sei England gern bereit, sich an einer scharfen Warnung an die deutsche Regierung gegen alle Versuche einer Umgehung der militärischen Slauseln des Versailler Vertrages zu beteiligen. Deutschland breche aber infolge der hartnäckigen und vorsätzlichen Politik Frankreichs auseinander, dos Ruhr- gebiet und das Rheinland ständen bereits vor der politischen und wirtschaftlichen Lostrennung vom Reich. Ihre Bevölkerung werde unter dem Druck der Besatzung und der von ihr geschützten Rowdies dazu geführt, ihre Interessen Fremden zur Vertretung anzuvertrauen, und dos vollziehe sich in einem Gebiet, dessen Mittel- punkt das von den britischen Streitkräften besetzte Köln sei. Das britische Prestige, dos britische Vertragsrecht und die britischen Pertrogspflichten würden davon tief berührt. England dürfe sich nicht demütig seiner Ausstoßung aus Europa unterwerfen. Anhörung deutscher vertrete? am Zreitay. Parts, 20. November.(WTB.) Ein offizielles Kommunique der Rep arotiouskommission besläligl die gestrige Mel- düng, daß die in der deutschen Note vom 24. Oktober 1923 angekün. digten Erklärungen deutscher Vertreter vor der Reparaflons'ommission am Freitag, den 23. November vormittag erfolgen werden. -> Von zuständiger Stelle wird der Telegr.-Univn mitgeteilt, daß die deutschen Vertreter, die am Freitag von der Reparationskommis- sion gehört werden sollen, heute noch Paris abreisen werden. Die Delegation steht unter der Führung des Staatssekretärs Fischer. Es gehören ihr an der Ministerialdirektor im Reichsfinanzministerium von Brandt, Ministerialdirektor S ch a e f f e r vom Reichswlrt- schaftsministerium und Geheimrat Simon vom Auswärtigen Amt. Der Zoll Zeigner. Verdächtigung des sächsischen Justizministers. Dresden. 29. November.(Eigener Drahtbericht.) In einem „Der Zeigner- Skandal" überschriebenen Artikel behaupten die„Leipziger Neuesten Nachrichten", daß der Iustizminister Neu die Akten in Sachen Zeigner von dem bisher zuständigen Staats- anwalr eingefordert und ihre Bearbeitung einem anderen Staats- anwalt übertragen habe. Durch diese Anordnung sei ein beschleu- nigtes Vorgehen gegen Dr. Zeigner unmöglich gemacht worden, und als erste Wirkung dieses Personenwechsels sei festzustellen, daß die Verhaftung Zeigncrs„vorläufig" unterbliebe. Diese Behauptungen werden von amtlicher Seite als unrichtig bezeichnet. Iustizminister Neu hat am vergangenen Sonnabend lediglich cm- geordnet, daß die Angelegenheit Zeigner in Zukunft vom Ober- staatsanwolt in Leipzig persönlich zu bearbeiten ist. Das geschah mit Rücksicht aus die Bedeutung der Sache, nicht ober um die Untersuchung irgendwie zugunsten Zeigncrs zu bosin- flussen. Im übrigen ist die Anordnung des Justizministers Neu nichts Außergewöhnliches. Sie entsprach den bisherigen Gepflogen- heiten des Justizministeriums, wichtige und bedeutungsvolle Sachen in die Hand des ersten Beamten der Staatsanwaltschaft zu legen, da dieser als Chef der Behörde ohnehin die Derant- wortung für alle Maßnahmen der ihm unterstellten Staatsanwälte trägt und durch seine Erfahrung und seine Persönlichkeit die größte Gewähr für eine sachdienliche und erschöpfende Untersuchung bietet. Iustizminister Neu hat sich jeder Einwirkung aus den Gang des Verfahrens enthalten, da er den Wunsch hat. daß die Angelegenheit Zeigner restlos und ohne Ansehen der Person aufgeklärt wird. Ob Dr. Zeigner zu oerhaften ist oder nicht, dor- über entscheidet das pflichtmäßige Ermessen der mit der Unter- suchung betrauten Behörde, nicht der Iustizminister. In der Oeffent- lichkeit wird jetzt bekannt, daß die Artikel der.Leipziger Neuesten Nachrichten" auf den Rechtsanwalt Dr. M e l z e r, den Vorsitzenden des„Stahlhelmbundes" in Leipzig, den Todfeind Dr. Zeigners, zurückzuführen sind. Don ihm ist auch die Anzeige ausgegangen. Melzer ist bei dem deutschvolkischen Staatsanwalt Fiedler ein- und ausgegangen, trotzdem er selbst vor Jahren wegen angeblicher Bei» Hille zum betrügerischen Bankrott vor dem Schwurgericht gestanden hat. Das gegen Zeigner vorliegende Material soll bisher nur zu einer Anklageerhebung wegen Vergehens nach Z 331 Str.GB. aus- reichen._ Polunin ausgewiesen. Der Schweizer Bundesrat hat die Aus- weifung des Russen Polunin verfügt des soeben freigesprochenen Mittäters Eonradis.— Nach einer Meldung aus Moskau ruft dort der Freispruch der Worowski-Mörder heftige Erregung hervor. Gewerkschaftsbewegung Um den Achtstundentag. Die Reichstagsfraktion der Bereinigten Sozialdemokratischen Bartei hat folgenden Antrag eingebracht: Der Reichstag wolle beschließen: die Reichsregierung aufzufordern, die Demobilmachungsverordnungen über die Regelung der Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter vom 23. November 1918 nebst der ergänzenden Anordnung vom 17. Dezember 1918 und die Berordnung über die Regelung der Arbeitszeit der Angeftellten vom 18. März 1919 fofort wieder in Kraft zu fegen. Es wird sich bei der Behandlung dieses Antrages zeigen, ob die Demokraten und das Zentrum mit den Scharfmachern im Unternel merlager durch Did und Dünn gehen, um eine Errungenschaft zu beseitigen, die sich die Arbeiterschaft der ganzen Welt erfämpft hat. In Deutschland, wo schon vor dem Kriege im Durchschnitt der Neunstundentag üblich war, hat der Achtstundentag zugleich die historische Bedeutung, daß er sozusagen gleich. zeitig mit der Republik geboren wurde, beren Träger Die Arbeiterschaft ist. Einige übereifrige Unternehmer, die der Meinung sind, baß man den Achtstundentag, um den die Arbeiterschaft jahr zehntelang gefämpft hat, beseitigen und derart bas Rad der Ge. fdichte zurücdrehen fann, haben tatsächlich bereits versucht, den bei ihnen beschäftigten Arbeitnehmern durch Unterschreibung eines Reverses den Zehnstundentag, ja sogar eine Arbeitszeit von 10% Stun den aufzuzwingen. Wir erinnern weiter an die Haltung der Bant leitungen bei der Einführung von Goldlöhnen. Wenn man berücksichtigt, daß Millionen Erwerbsloser gegenwärtig ver. gebens Arbeit suchen, dann muß die Beseitigung des Acht. stundentages wie eine Herausforderung der gesamten Arbeiterschaft mirfen. Produktive Erwerbslosenfürsorge? Amtlich wird mitgeteilt: Die erschreckende, durch die Währungsverhältnisse und bie Rhein und Rubi belegung verurfachte Arbeitsloiigteit bat bie verantwortlichen Reichsstellen beranlaßt, im Rahmen der beLohnvereinbarung im Baugewerbe. Da Don pornherein mit dem Widerstand der Unternehmer zu rechnen mar, waren Borbereitungen getroffen, daß am Montag ein freies Schiedsgericht zu den Lohnstreitigkeiten im Berliner Baugewerbe Stellung nehmen konnte, das nach langwierigen Berhandfungen nachstehenden Schiedsspruch fällte: Für das Vertragsgebiet Groß- Berlin und die Vorortsgebiete Spandau, Potsdam, Nowames, Großbeeren, Belten, Oranienburg, Königsmusterhausen: 1. Für die beiden Lohnwochen vom 21. NoDember 1923 bis 4. Dezember 1923 einschlieklich beträgt in Lohntlaffe 1 der Stundenlohn für einen Vollarbeiter über 19 Jahre in Goldpfennigen gerechnet aus'chließlich Geschirrgeld: Maurer 70 Pf., Zimmerer 70 Pf., Zementfacharbeiter 70 Bf., Stein- und Kalfträger 70 Pf., Einschaler 70 Pf., Rüfter, Kalfschläger, Beton- und Wasserträger 66 Pf., Bementarbeiter, Fahrstuhlarbeiter 66 Pf., Bauhilfsarbeiter im Hoch- und Betonbaugewerbe 63 f., Borarbeiter im Tiefbau 64 Pf., Tiefbauarbeiter 56 Bf., Blazarbeiter இக 2. 3. 4. 5. 6. Postabonnenten Damit die regelmäßige Zustellung des„ Vorwärts" im nächsten Monat keine unlieb. fame Unterbrechung erleidet, ersuchen wir unsere Postabonnenten, das Abonnement bei dem zus ständigen Postamt fofort zu bestellen Borwärts Berlag G. m.b.5. 63 84 126 168 210 123456 2. 3. 4. 5. 6. 266 Gruppe B 84 105 147 189 231 B . Wirtschaft Handel und wertbeständige Zahlung. Mit der Einführung der wertbeständigen Zahlungsmittel ist am Barenmarkt eine reisanarchie eingetreten, wie sie selbst in den Zeiten wildester Geldentwertung nicht zu beobachten war. Willfürlich werden die in Goldmark errechneten Grundpreise herauf. gefeßt und bei einzelnen Lebensmitteln haben wir bereits sechs bis achtfache Vorkriegspreise. Zu einem wesentlichen Teil bedeutet diese vollkommen zerfahrene Preispolitik, die sich auf dem Rüden der Berbraucher abspielt, einen Rüdfall in Gepflogenheiten der Zeit, wo man noch mit einem ständigen Fallen der Mark rechnen mußte. fundiger Seite, der wir die nachfolgenden intereffanten Ausfüh Zu dieser Frage erhalten wir eine zuschrift von fach. rungen entnehmen. Ich möchte mir erlauben, die Deffentlichkeit, nicht zuletzt aber auch die Preisprüfungsstelle und bie udher polizei, darauf aufmerksam zu machen, daß der Handel schon seit langer Zeit einen Titel Risifoprämie" in feiner Kaltulation mitaufführt. Diese Rififoprämie murde begründet mit der Tatsache, daß der Groß- und auch der Kleinhändler Gefahr laufen, daß das von ihm vereinnahmte Papiergeld von dem Augenblick der Einnahme bis zum Wiederumsetzen in Ware, an Bert eingebüßt haben könnte. Eine Tatsache, die sich ja auch im Laufe der legten Monate rmal wiederholt hat. Auch die sogenannten Gold. preise enthalten immer noch einen gewissen Teil der Risiko. prämie, meil ja auf fie, fomeit sie in Papiermart abgegolten werden, ein Risiko enthalten ist. Das ist laufmännisch durchaus begründet und wird jeder Laie verstehen, wenn auch der Berbraucher nicht in der Lage ist, sich durch seine Risikoprämie, seine Substanz ,, Arbeits. fraft" bzw. den dafür vereinnahmten Papiergeldern, zu erhalten. Aber diesen Mißstand zu beseitigen, ist in erster Linie Sache der Lohnpolitik. Es erscheint daher nicht nur recht und billig, daß bei Zahlung in wertbeständigen Zahlungsmitteln die vorher einfalfu lierte Risikoprämie an den Bezahler( Käufer) ausgefehrt wird, oder, um es anders zu sagen, daß die Geschäftswelt, bei Bahlung in Goldanleihe bzw. Rentenmart, einen entsprechenden Rabatt überall aleich sein, weil nämlich die Rififoprämie nicht überall in gewährt. Die Höhe dieses zu gewährenden Rabatts wird nicht gleicher Höhe einfaltuliert ist. Das nachzuprüfen ist Sage ber behörblichen Organe, nämlich der Preisprü. fungsstelle bzw. der Bucherpolizei. Menn, was fam alaubhaft ist, der klein handel diefe Rififoprämie nicht einfaltu. fiert hat, so bleibt doch die Tatsache bestehen, daß der Groß handel es bestimmt getan hat ich erinnere an Zucker und wenn die Kleinhändler behaupten, fie tönnten feinen Rabatt aewähren, meil auch sie von ihrem Großhändler einen solchen nicht erhalten, so mag das vielleicht richtig sein, in diesem Falle wuchert auch die vorher einfaltulierte Risikoprämie in seine Taschen fließen läßt. Nach diesen Darlegungen erscheint es nicht nur recht und billig, daß bei Zahlung in wertbeständigen Zahlungsmitteln ein Rabatt gewährt wird, sondern es ist unbedingt notwendig, daß die Händler verpflichtet werden, einen solchen Rabatt zu ge währen, und daß das Bublifum darauf aufmerksam gemacht wird, einen Händler, der sich weigert, das zu tun, der Bucher polizei anzuzeigen. grenaten Möglichkeiten Linderung zu schaffen. Das Reichearbeite: 55 Bf., Maschinisten 1. Klasse 73 Bf., Maschinisten 2. Klaffe 70 Bf., ministerium hat die Erwerbslofenfürsorge soweit umgestaltet, das Maschinisten 3. Klasse 64 Pf., Schloffer, Schmiede, Monteure 70 Bf ibre Mittel produttiver als bisher verwendet werden können. Hilfsmonteure, Hilfsschlosser, Berstrider, Bergießer, Muffenmacher Durch die neue Bestimmung, daß von den Erwerbslosen gegen die 63 Bf., Einsteifer und Rohrleger 69 Pf., Wächter im Tiefbaugewerbe Unterstützung Arbeit verlangt werden kann, ist die Möglichkeit Bochenlohn 28,00, Ersagwächter Stundenlohn 52 Pf., Boliere eröffnet, die Unterſtügung werteich affend einzulegen. In Wochenlohn 22,71 Billionen Marf. Die Werkzeugentfchädigung der berichiedenen Städten bat fic dies bereits bewährt; es ist damit Bimmerer beträgt pro Stunde 6,3 Milliarden, der Maurer 3,150 der Beweis erbracht, daß die Arbeitspflicht der Arbeitslofen fich Millionen Mart burcfegt und zur Belebung des ftodenden Buticbaitslebens bet. Die Lehrlingsentschädigung beträgt: trägt. Die Arbeitepflicht ermöglicht gleichzeitig die Einleitung Gruppe A großer Rotstandsarbeiten, wie insbesondere Dedlands. fulturen, die bisher vielfach an der Unmöglichkeit rationeller 1. Lehrhalbjahr 42 Milliarden M. 1. Lehrhalbjahr 63 Milliarden M. alsdann der Großhändler, der außer dem ihm zustehenden Gewinn, Finanzierung gescheitert sind. Um die Finanzierung weiter au erleichtern, wird der Unternehmergewinn für solche Notstande arbeiten nach Möglichkeit beichränkt werden. Auch werden vom Reichsarbeitsministerium Anstrengungen cemacht, um im Zufammenwitfen mit den obersten Landesbebörden die verschiedenen Krärte, die sich um die Einleitung von Notstandsarbeiten bemühen, In Lohntlaffe II find die jeweiligen tariflichen Stundenlöhne zufammenzufaffen und zu gemeinsamer Wirksamkeit au bringen 5 f. geringer als in Lohntlasse 1. Der Lohn gilt als Goldrech Freilich find die Mittel der produktiven Erwerbslofenfürforge nungslohn folange wertbeständige Zahlungsmittel noch nicht zur angesichts der troftlosen Finanzlage des Reiches eng begrenzt. Verfügung stehen. Für diese Zeit kann die Auszahlung noch in Es darf jedoch nebofft werden, daß bei Zusammenfaffung aller Papiermark erfolgen. Die Umrechnung geschieht nach dem Kräfte und aller Finanzierungsmöglichkeiten gerade folche Not amtlichen Berliner Dollarmittelfurs vom Mittwoch jeder Woche. standsarbeiten in Gang tommen werden, die die Grträge des Lohnzahlungstag ist Freitag. Am Dienstag foll eine Bor chuß deutschen Bodens vermehren und zur Etüßung unserer Ernährungszahlung in Höhe von 80 Proz. des verdienten Lohnes der ersten drei Lage der Lohnwoche, und zwar in runder Summe aufgerundet auf Die bee, daß man die Gelder. Die für die Erwerbslofenfür. ift, femeit sie in Bopiermart erfolgt, in Goldmart zum Kurje pes forge aufgewendet werden, beffer produktiv durch Arbeits vorhergehenden Sonnabends anzurechnen. Befchaffung anlegt, tommt dem Reichsarbeitsministerium reichlich spät. Warum aber die vorftebende verklauiulierte Mitteiluna? Und wie will man die Bestimmung der Arbeitspflicht gegenüber den Arbeitsuchenden anwenden? Will man etwa einem in Berlin aniäifigen verheirateten Mechaniker die Erwerbelofer unter stüßung entziehen, wenn er fich weinert, Beib und Kinder im Stich au Taffen, um als Sandarbeiter nach Ditpreußen oder nach Schleswig 4. Dezember getroffene Regelung findet für die Lohnwoche vom Die vorstehende, für die Lohnwochen vom 21. November bis zu geben? Und wenn dies nicht beabsichtigt ist, warum spricht 14. bis 20. November 1923 mit der Makaabe Anwendung, daß ein. man nur von Debland stulturen? Wo bleibt das großheitlich als Umrechnungsturs für Vorschüsse und Lohnzahlung ein zügige Produktionsprogramm, deñen Durchführung von der fozial Rurs von 1 Goldmart= 600 milliarden Bapiermart gerechnet wird. demokratischen Partei wie von den freien Gewerkschaften schon feit Die Parteien haben sich gegenseitig bis Dienstag, den 20. November Monaten gefordert wird, dessen Durchführung notabene die Staate 1923, abends 7 Uhr, über Annahme oder Ablehnung des Schieds. finanzen nicht im geringften in Anspruch nehmen würde und spruches Mitteilung zu machen. entweder durch direkte Steuern, wie der Bau von Wohnunnen, oder durch rebite beftritten werben fönnte. lage dienen. Sollten bis zum 26. November 1923 Umstände eintreten, die der einen oder anderen Bartei die Durchführung des Abkommens un möglich machen, jo fonn fie, menn bas Borliegen dieser Boraus fegung von zwei der Unparteiischen des heutigen Schiedsgerichts be. jaht wird, eine Neuregelung für die Lohnwoche vom 28. November bis 4. Dezember 1923 verlangen. Für diejenigen, die bisher nur Papiergeld besaßen, erscheint das zunächst als eine Härte, es ist aber nicht einzusehen, daß das, weil die Gemährung von Rabatt genenüber den Papiergeldbefihern eine Härte ist, nun den Händlern einen Mehrgewinn in die Tasche flieken muß. Biel eher sogar wird damit zu rechnen sein, Wenn sich bis daß auch die bisheriven Empfänger von Bapiergelb demnächst mit wertbeständigen Zahlungsmitteln zahlen tönnen. bahin die Gewährung von Rabatt nicht durch efekt hat, dann steht zu befürchten, daß die sogenannten Gol preise. die ja, wie allgemein bekannt, fünftlich hinaufgetrieben worden sind, fich auf dieser Höhe erhalten. Es erscheint notwendin, daß mit aller Energie im Sinne der vorstehenden Ausführungen von den Organen, die es angeht, das nötige veranlaßt wird. Amtliche Devisenkurse. 20. November Geld Brief M= Millionen Mart, T 1560090 M 1567910 M 19. November Geld Brief Tausend Mart. 952613 M 957887 M 857850 M 862150 M 190475 M 611525 M 1 Schweizer Frant öft Strone( abgest 1 ipaniiche Befeta 189525 M 608475 M 718200 M 721800 M 1097250 M 1102750 M 111720 M 112280 M 1995000 M 2003000 M 1208970 M 179550 M 180450 M 107730 M 108270 M 17955000 M 18045000 M 10972500 M 11027500 M 4189500 M 4210500 M 2513700 M 2526300 M 224560 M 181670 M 223440 M 851120 M 852180 M 722190 M 725810 M 542640 M 545860 M 58653 T 58947 T 121695 M 122805 M 217455 T 218545 T 34085 M 88915 M 46284 M 46516 Ml 118715 M 114285 M 369075 M 870925 M 434910 M 437090 M 674310 M 677690 M 67830 M 68170 M 1213030 M 132330 M 215460 M 216540 M 444885 M 447115 M 329175 M 830825 M 85910 T 78815 M 86090 T 74185 M 189650 T 140350 T 21945 M 29925 Ml 22055 M 80075 M Gescheiterte Verhandlungen in der Metallindustrie. 1 bolland. Gulden Barum teilt man nicht flipp und flat mit. mit welchen Blanen man fich trägt? Oder vertragen diese Bläne das Licht der DeffentBom Deutschen Metallarbeiter- Verband wird uns geschrieben: 1 argent. Bap Bero 1276800 M 1288200 M lichkeit nicht? In der amtlichen Zuschrift wird davon gesprochen, nicht zustande fam, fanden am Montag früh neue Berhandlungen norwegische Krone Nachdem am Freitag die Lohnfestsegung für die vorige Woche 1 belgischer Frant daß bei den beabsichtigten Notstandsarbeiten der Unternehmergewinn mit dem BBMI. statt, um den Lohn für die Woche vom 19. bis 1 dänische Krone nach Möglichkeit" beschränkt werden soll. Es wäre angebracht, über 26. November auf Goldbasis festzulegen. Wer aber glaubte, 1 ichwed. Strone. diese beschränkten Möglichkeiten nähere Angaben zu machen. Nach baß die Unternehmer den Arbeitnehmern entgegenkommen würden, finnische Mark dem Kurs, den der Reichsarbeitsminister feit einigen Monaten der wurde arg enttäuscht. Es wurde also diskutiert über die Frage 1 javan. Den Steuert, und zwar im Fahrwasser der Scharfmacher im Unter- Gold. oder Renten mart. Die Unternehmer stehen auf dem 1 iltalienische Zira nehmerlager, muß man darauf gefaßt sein, daß diefer nach Mög: Standpunkt, nur einen Renten marttarif abzuschließen. 1 Bfund Sterling lichkeit" beschränfte Unternehmergewinn Hand in hand geht mit einer unmöglichen Beschränkung der Löhne, verDie Unternehmer nugten bisher die schlechte wirtschaftliche Lage 1 Dollar aus, um den Reallohn der Arbeiter immer niedriger zu drüden. 1 französischer Fran bunden mit einer Arbeitspflicht, deren Charakter genau um. Die Notizen im Vorwärts" vom Dienstag früh und abend zeigen 1 brasilian. Mitreis schrieben werden muß. Warum spricht man überhaupt von Arbeitspflicht gegenüber den Millionen, die vergebens Arbeit 3ur Genüge, wohin die Reise geht. fuchen, hauptsächlich infolge der unproduktiven Bolitt des Reichs Aber bei dem Geist, der dort herrscht, das zeigen die Schiedssprüche, Die Organisation hat das Reichsarbeitsministerium angerufen. arbeitsministeriums! die in legter Zeit dort gefällt worden sind, bleibt für den Arbeiter 1 tichechiice Strone Unannehmbare Gold" löhne. teine große Hoffnung, dort ihre Wünsche erfüllt zu sehen. Es bes 1 ungarische Krone ginnt eine Beriode des heftigsten Rampies. 2 r. 1 bulgarische Lewa Am Sonnabend und Montag fanden im Reichsfinanz- beiter, startt Gure Organisation! Riftet zum 1 jugoflaw. Dinar ministerium zwischen Gemertschafts- und Regierungsvertretern Berkampfl handlungen über die Einführung von Gottlöhnen statt. Nach den Vorschlägen der Regierung sollen fünftig drei große Angestelltentarif der Berliner Metallindustrie. In den geftrigen Berantwortlich für Bolitit: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; 2ohnbezirte geschaffen werden, non benen ber erste ganz Ost. Verhandlungen hat der BBMJ. den Abschluß eines Gehaltstarifes Gemertfchaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski: Lokales beutschland einschließlich Bommerns und Mecklenburgs umfaßt, auf Goldmart wiederum abgelehnt, sich aber bereit erklärt. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerel der zweite fich auf Nort, Süd- und Mitteldeutschland eine Umstellung von der Baviermarkbasis auf Basis Renten und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co. Berlin GB. 68. Lindenstraße& erstreckt und der dritte est deutschland und Teile von Süd- mart vorzunehmen. Die Verhandlungen bierüber werden am mefibeutschland berücksichtigt. Das Angebot der Regierung fieht Sonnabend, den 24. d. W., fortgefeßt Ferner wurde vereinbart, für den 24 jährigen ungelernten Arbeiter ter Lohngruppe VII folgende Golblöhne vor: " und Sonstiges: Frig Ratfiäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Sierzu 1 Beilage. Die beste Sparsamkeit daß am Sonnabend, den 24, wo technisch möglich, am Fr.itag. den 23. November, eine weitere Borichußzahlung a conto November Gruppe 1: 20 Pf., Grippe II: 24 Bf., Gruppe III: 27 Pf. in Höhe von 25 Oktobergebaltern, abzüglich der am 15. und 17. Für jehe Ortsflaffe erfolgt ein Abzug von 1 Bf., so daß der Lohn D. M. geleisteten Brotgeleborichußbeträge, erfolgt. Die Firmen. in der Gruppe I Ortsflaffe B: 19, C: 18, D: 17, E: 16 Pf. betragen find angewiesen, bis zu 30 Broz der Beträge in wertbe.mumu würde! Der Sozialohn soll für die Frau 2½ Pf. und für jedes it ändigen Zablungsmitteln auszuzahlen Die Aufwertung hat Rind ebenfalls 2½ Bf. betragen. Die örtlichen Sonderzuschläge in jedem Falle zum Kurse vom Freitag, den 23. November, merden mit einigen Wenderungen, die sich aus der Gruppierung der zu erfolgen. bleibt verständige Körperpflege, denn Gesundheit ist Reichtum, ihre Vernachlässigung zeitigt ostspielige Folgen. Deshalb macht sich zum Beispiel eine hyg.enisch vollkommene Zahnpflege vielfältig bezahlt, wird auch jedermann ermöglicht durch die maßvolle Preisgestaltung der verblüffend wirkenden Lohr.bezirke ergeben, beibehalten. Für die qualifizierten Arbeiter Un die Angestellten im Einzelhandel find am Donnerstag und Handwerker foll der Lohn entsprechend höher bemeffen nochmals, laut Wereinbarung mit der Einzelbandelggemeinicafi, werden. Ueber die Auswirkungen, die sich aus biefen Lohnfeft die Gehaltsläge der Woche vom 12.- 18. November zur Auszahlung ZAHNPASTA NIVODONT fegungen für die Beamten ergeben, fonnte noch nicht verhandelt werden, weil die Regierung über die Lohnobstufung für qualifizierte Arbeiter noch feine Angaben machte. Die Gemerfichaftsvertreter lehnten die vorstehend gemachten Borschläge der Regierung a b. Sie hielten fie angesichts der augenblicklichen Preisbildung für unanrehmbar und forderten schließlich in der Ortsklasse A einen Stundenlohn von 50 Pf. Für das vierte Novemberviertel wurde die Meßziffer für Be amtengehälter auf 108 Millionen feftnesetzt. Zahlung erfolgt am Freitag, den 23. November mit der Maßgobe, daß 50 Broz. der Zahlungsmittel wertbestänbig sind. Die Meßziffer für die Arbeiterlöhne ftellt sich für die vierte Novemberwoche auf 540 Mil fonen. Die Zahlung erfolgt am Donnerstag, den 22. November, und zwar ebenfalls zu 50 Broz. wertbeständig. zu bringen. Achtung, A. C. G. Brunnenstraße! Am Freitag, nadm. 3½ Uhr, bet Krüger, Suffitenftr. 84, wichtige Bersammlung aller BSPD.- Mitglieber. Niemand darf fehlen. Parteiausweis mitbringen. Der Fraktionsvorstand. Deutscher Baugemertsbund, Fachgruppe Stud, unb Gipsban. Die Betriebsräte fomie Sauberegierten werben bringend erfucht, eine Aufhellung, miepiel im Betriebe befd äftigte Bildhauer, Studateure, Nabigpuger ufw. befchäftigt find, au machen. Stichtag ist Montag, ber 26. November. Not wenbig ist bei dieser Aufstellung die Angabe der Firma, Arbeitsfielle, ob organisiert und wo. Diese Aufstellung ist in der am Montag, den 26. NoDember, abends 6% Uhr, im Gewerkschaftshaus stattfindenden Mitglieder verfammlung abzugeben, au melcher Mitgliedsbuch legitimiert. Ebenso tragen Aufwendungen für vorbeugenden Schutz gegen die Ansteckungskrankheiten der rauhen Jahreszeit: Grippe, Diphtherie usw. bohen Nutzen. Solchen Schutz gewähren zuverlässig die auch gegen üblen Mundgeruch sicher wirkenden CALCIFORM TABLETTEN Man bestehe in allen einschlägigen Geschäften auf NIVO DONT und CALCIFORM! Und man achte überall auf den Raben! QUALITATSMARK RABE Nr. 545 ❖ 40. Jahrgang Seilage öes vorwärts Mittwoch, 21. November 192? Was hält öer„Saitch von Ssrlm". Schätze, die im Berborgeuen liegen.— Berlin kann nicht verhungern. �XSSfZEttXaBEBESe Der.Bauch von Berlin" ist unersättlich, und der Magen einer Millionenstadt braucht ganz beträchtliche Mengen von Lebens- Mitteln, bevor er voll und befriedigt ist. In den letzten Wochen und Monaten hat aber, wie allgemein bekannt ist, die Versorgung der großstädtischen Bevölkerung mit den notwendigsten Lebens- mittel» sehr viel zu wünschen übrig gelassen, und nicht nur nach Margarine und Brot standen vor vielen Geschäften in den ver- sdjicbenffen Stadtteilen Berlins lange.Schlangen" an, sondern auch eine große Anzahl anderer Lebensmittel waren außerordentlich j knapp oder gor nicht zu haben. Die Außenbeamten der Landes»' Polizei haben vor einiger Zeit durch Kontrollen festgestellt, wie- viele Lebensmittel auf den großen Speichern der Stadt lagern. Das Ergebnis überrascht. Folgendes war öer Inhalt von nenn öerliner Speichern: 33 VIS Sack Weizenmehl, 3323 Sack Roggenmehl. 214 Sack, 333 Beutel und 337 Kisten Nudeln, 8763 Sack. 267 Kisten, 31 Waggons und 843 Tonnen Salz, 351 Sack Linsen, 2436 Sack Weizengrieß, 221 Sack Reis, 334 Sack Haferflocken, 7334 Sack und 533 Tüten Weizenkleie, 2536 Sack Roggenkleie, 133 Sack Gerste, 234 Tonnen Mais. 135 Tonnen und 881 Sack Weizen. 633 Sack Weizennachmehl, 900 Pack Kunsthonig, 133 Tonnen. 1134 Sack und 800 Zentner Roggen, 610 Sack Nachmehl, 1991 Sack Kleie, 915 Sack und 44 Tonnen Hafer, 1275 Sack Kartoffelmehl, 1110 Sack Kartoffelflocken, 308 Sack Bohnen. 300 Kisten kondensierte Milch, 295 Zentner Haferkleie, 233 Sack Hartgrieß, 203 Sack Malzkaffe«. 58 Sack Kartvffeljchnitzel, 113 Sack Trabenschnitzel, 253 Sack Soda, 752 Sack Backpflaumen, 98 Sack Kaffee, 225 Sack Erbsen, 123 Ztr. Mischklei«. 224 Sack Haferschalen, 6056 Tonnen Herioge, 13 Sack Zichorie. 303 Sock Hirse, 45 Sack Kornkaffee, 1 Waggon und 600 Zentrer Rapskuchen, 2 Sack Graupen, 75 Sack Palmfutterfchrot, 389 Sack Reisfuttermehl, 1 Waggon Palmkuchen, 633 Sack Raps- futter, 103 Zentner Ackerbohnen, 53 Sack Moispuder, 81 Sack Dörr- birnen, 24 Faß Stärkesyrup. Wenn man die stattliche Reil?« der Lebensmittel, die von den Beamten des Landespolizeiamts festgestellt wurden, so langsam an sich Revue passieren läßt, so muß man zu dem erfreulichen Resultat kommen, das nach der Melodie geht:.Lieb' Vaterland, magst ruhig sein!", Berlin kann nicht verhungern. Wurden Waren zurückgehalten l Die Sache hat noch«in anderes Gesicht, wenn man erfährt, daß, wie die Kontrolle ergeben hat, nicht unbeträchtlich« Lebensmittel Icit verhältnismäßig langer Zeit bereits aus «n Speichern lagern. So wurde z. B. ermittelt, daß auf einem Speicher 7251 Sack und 267 Sislen Salz seit dem 6. November 1922 lagern. Auf demselben Speicher fand man 1639 Faß Heringe fett Juli 1923 und 1942 Faß, die seit Slugust'September dort stehen. An einer anderen Süll« wurden 75 Sack Zucker, die dort seit April 1323 stehen, festgestellt, und noch an«wer anderen Stelle entdeckte man 700 Sack Kartoffelmehl, das feit No- vember 1322 und Januar 1323 dort untergebracht war. Di« nicht unberechtigt« Annahme drängt sich auf, daß w vielen Fällen Daren zurückgehalten worden sind, und gegen die Firmen, die hier Lebensmittel gelagert haben. Ist dann auch An zeig« wegen Warenzurückhaltung erstattet worden. Ob tat- sächlich Warenzurückhaltung vorliegt, oder ob die Behauptungen der Firmeninhaber richtig sind, die darauf hinweisen, daß sie unter den heute ganz anders gearteten Handelsverhältnisien gezwungen sind, auf den Speichern, die sa natürlich zunächst au» dem Grunde angelegt worden sind, damit sie Waren aufnehmen, Waren«in- zulagern. wird die gerichtliche Untersuchung zu ergeben haben. von Hanü zu HavÜ. Die Prüfung und Kvnttxlle der Speicher durch die Außen- beamten des Landespolizeiamts hat sich ab» außerdem auch nach der Richtung erstreckt, ob nicht Kettenhandel vorliegt. An der Hand der Lagerscheine, die die einzelnen Firmen vorweisen mußten, konnte festgestellt werden, daß w vielen Fällen Mehl durch 7 bis 8 Hände gegangen ist. ohne daß es an den Bäcker gelangle. Nach den Bsob- achtungen, die die Kriminalbeamten des Landespolizeiamts machten, findet nicht nur Kettenhandel mit ganzen Waggons statt, sondern auch mit einzelnen Posten. Findet sich ein Händler, der den Waggon verteilt, d. h. die War« m einzelnen Posten weitergibt, so setzt«ine neu« Kette ein, in der die einzelnen Posten wieder durch verschiedene Hände gehen. Ein Teil der Ware, die bei de» Speicherkonlrolle gefunden wurde, ist beschlagnahmt worden. Die Staatsanwaltschaft wird zu befinden haben, was mit den Waren geschehen scll und auf welche Weise sie ein« schnell« Verwendung zu finden haben. » Verhungern kann also Berlin gewiß nicht, wenn die Bevölke- rung die oben aufgeführten Lebensmittel zugeleitet erhält. Ob da- bei durch den Großhandel Hemmungen und Hindernisse bestehen, das zu entscheiden ist Sache des Staatsanwalts und des Gerichts. Unter keinen Umständen aber darf es soweit kommen, daß«in be- kanntes und viel zitiertes freches Wort in der Variation auf Berlin paßt:»Berlin hungert bei vollen Speichern". tvieüer fteigenöe preise. Brot, Milch, Kohlen, Werk- und Verkehrstarife. Als ein« Folge des steigenden Dollorkurses und der Erhöhung des Goldmarknweaus auf«ine Billion stellen sich prompt ein« ganz« Anzahl von Preiserhöhungen ein. Besonders einschneidend ist die Bemessung des Brotpreises nach Goldmark in einem Augenblick, wo die große Masse der Lohn- und Gehalts- «mpfänger noch nicht einen Pfennig des wertbeständigen Geldes zu sehen bekommen hat. Das dunkle Brak kostet 77 Goldpfennige, also 7 Goldpfennig« mehr, und das helle Brot 84. also 4 Gold- pfennl?e mehr als bisher. Der Grundpreis der Schrippe b'eib' unverändert auf3Goldpfennlge stehen. Die Erhöhung der Lrotpreise ist nach amtlicher Mitteilung darin zu suchen, daß die Reichsgctreidcstelle für das Mehl statt bisher 30,35 Goldmark für den Doppelzentner 36,30 Goldmark fordern mußte.— Das Ernährungsamt teilt mit. daß der Preis für Vollmilch 283 TRil- Horben und für Magermilch 95 Milliarden Mark am 21. und 22. je Liter beträgt.— Nach dem amtlichen Dollarkurs vom 20. No- vember stellen stck die Verkaufspreise für Briketts und Koks ab 22. d. M. wie folgt: Küchen- und Ofenbrondbrikells ob Lager 1911, frei Kell-r 1981 MMorde«. Gaskoks 4228 und 4308 Mil- larden. Bei fuhrcvweiser Lieferung: Briketts 1911 und 1971, Gas- koks 4228 und 4298 Milliarden.— D« Direktionen der städtischen Gas- Wasser und Elektrizitätswerke teilen mit, daß der Gaspreis für den 21. und 22. 210 ZNIllwrden, die Enlwässerungsgebühr 163 M lliardcn und der Strompreis 423 INiMarden für ein« Kilo- Wattstunde beträgt.— Ferner erfahren die Derkehrstarise ab Donnersiag eine bedeutende Erhöhung. Die Berliner Straßenbahn wird ab Donnerstag folgende Fahrpreis« nehmen: für den Umsteigefahrschein 153 Milliarden, für den K i nd e r fa h r- schein 75 Milliarden und den Uebergangsfahrschein zur Hochbahn 230 Milliarden. Die Hoch- und Untergrund- bahn nimmt folgende Fahrpreise: In der dritten Klasse 133 und 153 MiMarden und in der zweiten Klasse 153 und 233 Milliarden. Block» zu zehn Karten kosten 900 und 1330 bzw. 1300 und 1700 Milliarden. Der Breis für die W o ch e n k a r t« zu sechs Fahrten beträgt 750 und 1003 Milliarden. Di« Omnibusgesellschaft erhebt für die Teilstrecke 153 und für die ganze Strecke 233 Ml- Horden. Ein Preisrätsel. Uns wird geschrieben: Wenn sich der amilich« Kur« der Papiermark verschlechtert, er- höht sich am nächstfolgenden Tage der Preis für den Haus- orand. Dieses Zlufsteigen ist so gewiß wie die Sonne im Osten. Bei Koks ist die Preisnachprüfung für jemand, der außerhalb des Berllner Kohlenamtes steht, unmöglich, weil er nickt wissen kann, aus welchem Bergwerksbezirk die Lieferungen noch Berlin kommen. Bei Hausbrandbriketts ist aber eine Prüfungsmöglichkeit gegeben, da diese aus dem Bereich des Scnftenberger Braunkohlcü- bergbaues bezogen werden und auf einer cinheillichen Preis- und Frachtgrundlage beruhen. Eine solche Nachprüfung führte zu dem Ergebnis, daß eine öffentliche Anfrage än das Berliner Kohlenomt gestellt werden muß, welche Richtlinien für feine Preisbemessung bei Hausbrandbriketts maßgebend sind. Die Bevölkerung Berlins, als Träger des Kohlenamtes, hat ein Recht, diese Frage klipp und klar' beani- wortet zu bekommen. Daß diese Fragestellung berechtigt ist, soll bewiesen werden. Seit 15. Oktober d. I. kostet eine Tonne Briketts frei Wagg o n ab Grub« bei Senftenberg 14,13 Goldmark. Mit einer Abrundung nach oben sind das für den Zentner 3,71 Gold- mark. Zugeschlagen werden muß die Fracht bis Verlin im Betrage von 6,68 Goldmark für ein« Tonn«. Frei Verlin Ostbahnhof kostet sonach ein Zentner Briketts einschließlich Handelsnutzen für den Platzhändler— der im Preis von 14,12 Goldmark enthalten ist— 1,34 Goldmark. Dieser Goldmarkprcis ist, das sei nochmals hervor» gehoben, unverändert geblieben. Die Preis« de's Berliner Kohlen- amles sind abr andauernd schwankend auch in Goldmark. Es kostete ein Zenwer Briketts: Datum 8. Rod. 8.. 14.» 15.» 16.. Frei Berlin Oilbabnhos in Goldmark . 1.34 . 1,34 . 1,04 . 1,04 . 1,04 Kleinverkaus in Milliarden Papiermark 190.6 809.9 352.— 665,— 1330,— .KlewverkausSpr. nach dem amtlichen Kurs in Goldmark 1,30 2.06 1.76 2.21 2.21 Fragen: Welche Erklärung hat das Berliner Kohlenamt für die Schwankungen des Kleinverkaufspreises in Goldmark zu geben? Wie ist es zu erklären, daß der Kleinverkaufspreis in den beiden letzten Tagen um 111,53 Proz. über den Gestehungs- und Frachtkosten bis Berlin liegt? Sieht«in Aufschlag von 111F3 Proz. in Goldmark für Abfuhrgebührnisse vom Bahnhof und Kleinhandelsnutzen nicht verteufelt ähnlich dem privaten Preis- wucher? Welches sind die Richtlinien für die Bestimmung der Kleinverkaufspreise?_ Die neue petzower Schießaffäre. Die Beteiligten noch nicht vernehmungsfähig. Zu dem blutigen Zusammenstoß, der sich, wie mitgeteilt, am Montagabend im Petzower Forst unweit des Forsthauses Kamme- rode zwischen dem jungen v. Kähne und den Glindower Einwohnern Körner und K i e ß l e r ereignet hat, erfahren wir noch folgendes: Die nächtlich« Schießerei auf Petzow konnte gestern noch nicht durch die Potsdamer Staatsanwaltschaft geklärt werden, da alle Beteiligten schwer verletzt sind und zu einem Lokal- termin nicht transportiert werden konnten. Die Staatsanwaltschaft fährt daher erst heute zu der Waldstelle nach Tanneroda. Der i Zusammenstoß erfolgte zwischen Tanneroda und Neue Scheune. j Trotzdem der jung« Kähne von seinem Vater enterbt und des Majo- > rats für verlustig erklärt worden ist, soll ihm sein Vater den Forst- ! schütz über die gesamten Petzower Revier« übertragen haben: der jung« Kähne war daher immer Im Besitz melzrerer Schußwaffen. Der Kamvf zwischen den Männern muß sehr schwer gewesen sein. Kähne sowie Kießler sind so übel zugerichtet, daß sie nicht transportfähig sind. Kähne liegt zurzeit auf Schloß Löckniiz . bei Petzow. Verhaftungen sind bisher nicht erfolgt. ' In der nächsten Zeit wird übrigens mt der Durchführung der zahlreichen Leleidigungsprozesse begonnen werden, die ' Käbne senior gegen«ine Reih« von Zeitungen angestrengt hat. Am j 4. Dezember ist die Berufungsverhandlung gegen den Redakteur Seeling von der„Brandenburger Zeitung" anberaumt. Die Mehlschiebunge» beim Schöneberger Magistrat. I» dem umfangreichen Strafverfahren wegen der u n g e- beuerlichen Meblschiebungen beim Scköneberger M a g i st r a t ist die Boruntersuchung nunmehr abgeschlosien und die Änklage zugestellt worden. Angeklagt sind 43 Personen, und zwar der MagrstratSobersekretär Lange, mehrere frühere Hilfsarbeiier beim Magistrat Schöneberg und eine Reihe von Bäckermeistern, Konditoren und Koufleuten. Sie sind der aktiven und passiven BeHechuna. des Preiswuchers, des Schleichbandels und de» unerlaubten Großhandels mit Lebensmitteln beicknldigt. Die Verleidiger haben mit Rücksicht auf das riesige Aktenmalerial, I das eine ganze Holzkiste in der Gcrichtssckreiberei der Staats» ; anwalti'chaft ausfüllt,»m die Verlängerung der ErkläriingSfrist auf i einen Monat nachgesucht. Die B�rhandlunp'vor der Strafkammer dcS ! Landgerichts II dürfte daher erst Anfang iinchsten J.tbres stattfinden Copyright Georg Malier, Manchen. 29] Die Cofoffifcher. Roman von Zohan Bojer. Jakob mufite in den Kramladen gehen und sich das kaufen, "»mit er seinen Körper bedecken wollte, und jetzt saß er hier in isländischer Wolljoppe und Pelzweste und blauer Ueberjacke. Für wen sischts er? Für niemand. Er war auf dem Lofot zu Haufe, auf der Nordfahrt und auf der Südfabrt auch dort weiter unten im Süden, aber fein eigentliches Heim war die Kambüse der„Meerblume". Wenn er bisher in keiner Schlägerei totgefckffagen war. sich noch nicht zu Tod« getrunken hatte oder bei tollkühnem Segeln umgekommen war. so gab es dafür nur ein« Erklärung: Er war eben de? Jakob. Und jetzt saß er hier butterweich und bekam Mölje und Schnaps. und er war der un'terblicke Jakob Schwerenot mit dem Kurz» fuß, der Sturmvogel an Land. Im übrigen erzählte er, demnächst werde ein großer Redner herkommen. Der Pfarrer fei wütend auf ihn, aber in der 2lusdeutung von Gottes Wort �olle er etwas loshaben. Und Jakob neigte den Kopf, blickte in die Lampe und schmeckte fast etwas Süßes, als er Gottes Wort sagte. Aber als die Schüssel leer war, erhob er sich und stürmte binaus. Er ha'te die Ahnung, daß es noch in einem anderen Haufe Möfie gäbe, und draußen in der Dunkelheit steuerte er durch den Schnee geradewegs auf ein Licht in einer Klippen- wand zu. Er schlingert« wohl etwas nach rechts h'nüber mit dem Südwester und dem breiten Rücken, aber sonst sang er sein altes Lied:„O du Maria— oho!" In de" Hütte aber, zu der es ihn zog, hauste Andreas Ekra, der Führer des„Sturmvogels", und hier gab es Mölje und Schnaps. Aber die Manne? gähnten, sie wollten wieder ins Bett, sie mußten früh aufstehen und eine arbeitsame Woche beginnen. Da torkelte Jakob wieder in die Finsternis hmaus. Jetzt sangen viele verschiedene Schnäpse in ihm, er hatte eine gute Ladung Mölse eingenommen, aber er steuerte auf das Halen- licht zu und erinnerte sich unaelähr, wo d'e Jolle lag. Und als er an den dunklen kleinen Hütten v"rnber'chlingsrte. mußte er natürlich fein L'ed singen:„O du Maria— aho!" Hallo da fiel er in einen Schneehaufen, aber es tut ganz wobl, einen Augenbsick stillzuliegen, zu den Sternen emporzublicken und sich dann wieder aufzurappeln. Schuppen und Häuser waren schon dunkel, keiner sah, daß Jakob auf der einen Seite weiß und auf der anderen schwarz war, aber sieh da, da schleicht ein Bursch mit einem Mädel davon. He, he! Dachte der Kerl. Jakob wäre niemals jung gewesen? Dann kam er endlich an die Jolle, löste sie, kletterte an Bord, legte die Ruder aus. Und unter ihm lag der Sund, blank von Sternen, und über ihm funkelte der Himmel mit noch viel mehr Sternen, und jetzt beginnen die Brücken zurück- zuweichen. Nun, mögen sie laufen! Schiffe und Boot» im Hafen, das Rauschen der Brandung vom Meere her, Dunkel und Frieden über Land und See, o du Maria— aho! 15. Es war fern im Süden an einem'grauen Strande, und auch dort war es Winter mit Schnee und Sturm, und Frauen und Kinder taten ihre Arbeit, aber ihre Gedanken waren nicht hier,— sie waren bei denen, die auf dem Meere fuhren, viele, viele Meilen nordwärts. Ganz oben auf den Höhen auf einem kleinen Derghof ging ein wsißbärtiger Greis umher. Kaneles Gomons Dater, und er tastete sich aus und ein und wurde nur älter mit jedem Tage, der verging. Ist das nicht seltsam? Früher einmal hatte er so gut sehen können, er konnte die Schafe meilenweit in den Bergen erkennen, er hatte Boote und Schiffe tief unten auf dem Fjord sehen können, und«r konnte sie voneinander untersche'den und ihnen die rechten Namen geben. Ja selbst in den Dörfern am Fu�e der Westberge jenseits des Fjords konnte er ein Boot am Strande und Rauch aus den roten und grauen Häusern sehen. Jetzt sah er kaum noch seine eigenen Finger. So kann ez gehen. Er hatte manchen Schilling damit verdient, daß er Kehrbesen und Holzpantoffel machte. Aber jetzt schnitt er sich dabei nur in die Finger, weil die Hände so zitterten und außerdem konnte er in dem tiefen Schne« kein Material fin- den. Den Schafen, den paar Kühen und dem kleinen Fjord- pferd gqb das Mädchen zu fressen, ober er konnte auch noch manchmal in den Stall gehen und nachsehen, ob die Tiere gut gut gepflegt wurden. Sonst aber saß er auf einem Schemel am Ofen und rauchte eine kleine eiserne Pfeife, legte Holz auf und brachte die Zeit so h'N. Es war immer windig hier oben in den Bergen, und mit der Zeit war der Wind ein Mensch geworden, mit dem er sprechen konnte. An das Mädel konnte er sich nicht wenden, sie tat wohl ihre Arbeit, aber mindestens einen Abend in der Woche flog sie auf Schneeschuhen die halbe Meile zum nächsten Nachbarn hin- unter, um mit der Jugend zu schwatzen und zu lachen. Nein, da war der Wind viel beständiger, der war dem Hause treu. Und nun saß der Alte hier allein und schwatzte mit dem Winde von Kaneles. Die beiden waren sich darin einig, daß er ein ganz tadelloser Bursche sei, der einem Schnaps und einer Schlägerei nicht aus dem Wege gi ge, aber tüchtig für zwei fei, wenn es darauf ankäme, und gutherzig, wenn man ihn nur richtig anfaßte. Darin waren sie beide einig. Und wenn der Winter vergangen war, dann würde er mit' seinem Verdienst heimkommen und dann würde Rat werden mit dem Krämer und auch mit der Bank. Und was den Lens- mann betraf, so würde Kaneles ihn schon zum Schweigen bringen. Der Alte saß hier mit dem langen weißen Haar und Bart, rot im Gesicht vom Ofenfeuer, und der Wind und er wurden bald noch in einem anderen Punkte einig: Der Kaneles mußte bald heiraten, denn hier war eine erwachsene Frau im Hause nötig, und er selber würde schon noch kleine Kinder wiegen können. Wiegen, ja, sagte der Wind, hui, hui! Wiegen, ja, sagte auch der Alte zu den Feuerflammen im Ofen, und dann trocknete er die roten, feuchten Augen und wiegte den weißen Kopf. Büsch, büschl Wurde es ein Junge, so würde er wohl nach ihm selber Ola heißen. Ein Junge, ja, sagte der Wind. Ola, ja, sagte der Wind. Büsch, büschl Es war der Nordwestwind, mit dem der Alte sprach. Er kam vom Meere her, setzte über Blaaheia weg und begann dann zwischen den Bergen zu donnern und zu dröhnen, daß Fjord und Dorf Tag für Tag in wirbelnde Flocken gehüllt waren. Weiße Schneegespenster erhoben sich himmelhoch von der Erde und sausten kopfüber durch die Finsternis davon. Und unten am Strande iah man Licht aus den kleinen Häu- fem. Sie duckten sich gleichsam nieder und versuchten, sich im Schnee zu verstecken aus Angst vor diesem Himmelsunwetter. Heute abend kam der vierzehnjährige Oluf Myran auf Schneeschuhen gegen den Wind gelaufen. Er hatte ein Ranzel auf dem Rücken und die Mütze über die Ohren ge- zogen, er war bei dem Krämer gewesen, der auch die Post verwaltete. Und jetzt hatte er einen Haufen Briefe, die noch heute abend in der ganzen Gegend ausgetragen werden mußten.(Fortsetzung folgt.) A 147 Die kleinen Zahlen. thur Baum, Friedrich Rari- Blah 3, ein und ent- 1 Gewerbeffenerzahlung auch noch am 23. November. In der wendeten zirka 20 Baar Herrenstiefel Nach der öffentlichen Bekanntmachung über die Zahlung der städtiscen Bon dem Chimborasso- Gipfel der Milliarden und Billionen Blünderung, die nur etwa eine halbe Minute dauerte, verschwanden Gewerbe- und Betriebssteuer für Oftober/ Dezember 1923 find wir urplötzlich auf die Kreuzberg- Erhöhung der Mart und die Burschen unter Mitnahme ihrer Beute und stoben nach allen und der Nachtragsumlage an Handwerkskammerbeiträgen war die Pfennige gelangt. Man lieft und hört wieder die altvertrauten der Täter durch den voreilig abgegebenen Schuß eines Polizeis geltenden Goldumrechnungsias geleistet werden kann, bis einschließ Windrichtungen auseinander. Bei der Verfolgung wurde einer Schonfrist, innerhalb welcher Zahlung nach dem für den 15. November Borbe: Jawohl, nur zehn Pfennige", oft mit dem neuen Zufaz: beamten am Oberfchenfel verlegt, ein Fall, der wieder fich 22. November festgelegt. Da an diesem Tage aber die städtischen billiger als vor dem Kriege", der freilich nicht immer ganz buch zeigt, in welch unperantwortlich leichtfinniger Weise Steuerfalen wegen des monatlichen Abschlusses geschlossen find, stäblich wahr zu sein braucht. Aber die fleinen Zahlen haben es in dieser erregten Zeit von der Schußwaffe Gebrauch gemacht wird. fann auch noch am 23. November mit dem Werte vom in fich, fie reißen furchtbare Löcher in die Masse ter Papierscheine, Wir erwarten, daß der betroffene Polizeibeamte zur Berantwortung 15. November gezahlt werden. die man bisher fast ausschließlich erhält. Dazu noch die lleber gezogen wird. Anfängerfurfe der Sprachschule für Proletarier in Englisch raschung des steten Stetgens des„ Gegenwertes". Bie man früher Gestern nachmittag gegen 3½ Uhr überfiel eine große Menschen und Französisch In den nächsten Tagen beginnen die neuen Anmenge an der Ede der Wins und Chodomiedistraße den ersten Blick auf das draußen am Fenster hängende Thermo einen Brotwanen der Bäderei Höhne in Weißensee und fängerfurfe in Englisch und Französisch( Abendunterricht) für Teilmeter warf, ist man heute bestrebt, gleich früh den Goldmartwert plünderte den Wagen aus. Dabei wurden zwei der Täter festge- nehmer ohne Borkenntnisse. Anmeldungen am Donnerstag, zu erfunden. Ganz unzweifelhaft ist die Belehrung durch den Aus- nommen und eingeliefert. Als noch das Ueberfallfommando an- Freitag und Sonnabend dieser Woche von 7-9 Uhr abends in der hang in den Bahnhöfen, seitdem die Eisenbahn nach Goldgeld rechnet. rückte, zog sich die Menge nach der Danziger Straße, wo sie aus 92. Gemeindefchule, Winterfeldtstr. 16( nabe Bülowstraße und Ist der Dollar, und infolgedessen auch die Goldmark nicht gestiegen, dem Arbeitsamt, das sich im Hause Tanziger Straße 62 befindet, Rollendorfplat). Genofie Fuchs wird daselbst auch die im Sep. fo atmet man auf und kann das für den angebrochenen Tag aufge- Buzug erhielten. Es tam zu scharfen Zusammenstößen, wobei ein tember unterbrochenen Kurse in Englisch und Französisch weiter fellte Budget innehalten im anderen Falle muß man streichen, Beamter in das Arbeitsamt hineingedrängt und verprügelt wurde. führen. fnapfen, sich einschränken meist doch auf Kosten der Ernährung. Zwei Beamte erlitten bei der Befreiung ihres Kameraden Ver legungen. Das eine Gute hat die Wiederkehr der alten Rechnung mit den fleinen Zahlen: das Rechnen wird wieder einfacher, ein Trost namentlich für ältere Leute. Die fonnten sich mit den sieben-, achtBezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Mittwoch, ben 21. No. bember( Puktag), pünktlich nachmittags 3%, Uhr, findet in der Philharmonie, Bernburger Str. 22/23, das wiederbolt angekündigte 2. e it fonzert ftatt. Buschlag pro Starte 16 Goldpfennige. Ginzelfarten für 25 Goldpfennig an ber Staffe.Sonntag, den 25. November, 8 Uhr, im Neuen Theater am 800 Fuhrmann Henschel( Echauspiel von Gerhart Hauptmann) in und mehrfstelligen Zahlen so gar nicht abfinden. Bei unserer Jugend Arbeitslose Genoffen und Genoffinnen der VSPD. efflaffiner Belegung Zuschlag bro Karte 30 Goldbiennia. Emige Karten war dies anders, von ihren Lippen sprudelten die Milliarden nur fo heraus. Aber sie wird auch diese Zeit vergeffen und vielleicht erscheint uns überhaupt diese jüngste Bergangenheit später wie ein Traum, wie etwas Unmögliches. Leider werden die Verwüstungen im Wirtschaftsleben eine zu deutliche Sprache reden, um jenen Traum glaubhaft zu machen. Wucherkontrolle bei Mehl und Backwaren. Erwünschte Mitarbeit der Konsumenten. Freitag, den 23. November, miffags 1, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24/25, gr. Saal: Versammlung Bortrag des Reichstagsabg. Aufhäuser über:., Die politische und wirtschaftliche Gegenrevolution! Die jetzige krije." Aussprache. Ohne Mitgliedsbuch der Partei fein Einlaß. Kein Einfriffsgeld. Kein Trinfzwang. In einer neueren Berfügung des Präsidenten des Bandespolizeiamis wird, wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, an die Die Rentenmark bereit an der wilden Börse. zuständigen Behörden das Ersuchen gerichtet, dem Handel mit Mehl und Badwaren die größte Aufmerksamkeit Nach einer erfolgten Aufhebung einer wilden Börse am Haupt. zuzuwenden und allen Uebervorteilungen der Bebahnhof in Bochum find 20 Personen verhaftet worden. Es ist oölterung mit entschiebenheit entgegenzutre. festgestellt, daß selbst die neue Rentenmart schon ten. Den Bolizeibehörden wird empfohlen, auf Grund der§§ 73 dort gehandelt worden ist, und zwar bis zum achtund 74 der Gewerbeordnung Bolizeiverordnungen zu erlaffen, fo- fachen ihres Betrages, Devisen wurden vielfach bis zum meit dies nicht schon geschehen ist. Dadurch wird der Bevölkerung pierfachen Kurse gehandelt. Nach erfolgter Sprengung der Börse die Möglichkeit gegeben, von Breifen und vom Gewicht der fand eine Durchsuchung des nahe anliegenden Geländes des Güterverschiebenen Badwaren für bestimmte Zeiträume durch einen von bahnhofes statt. Hier wurden vielfach Batronen, Dolche, Schlag. außen sichtbaren Anschlag am Verkaufstofal Kenntnis zu nehmen ringe usw. vorgefunden, welche die eingefesselten Händler schnell umb bei Zweifeln an dem regebenen Gewicht der Badwaren ein über Bord geworfen hatten. Die wilden Börsen machen sich fofortiges Nachwiegen an Ort und Stelle herbeizuführen. Im in allen Städten des Ruhrgebiets unliebfam bemerkbar übrigen ist auf die Mitwirtung der Verbraucher bei und stören teilweise den Straßenverfehr ganz beträchtlich. Man der Bucherbetämpfung immer wieder hinzu bemerkt unter ihnen viele östliche Typen. wirken und überall dort, wo nicht Melbestellen im Sinne der Berfügung vom 16. Januar d. 3. eingerichtet sind, foll dies mög lichst bald angestrebt werden. Die Verbraucher können nach Einführung der Goldmarkberechnung den Polizeibehörden besondere Unterstützung leisten, menn fie die Händler zur Anzeige bringen, die beim Sinten des Dollars mit ihren Breifen nicht sofort entsprechend heruntergehen oder die ihre Goldpreise ändern, ohne daß ein berechtigter Anlaß dazu vorliegt. Den Polizeibehörden wird empfohlen, in diefem Sinne sich an die Vertrauenskommissionen der Berbraucher und an die Verbraucher unmittelbar durch öffentliche Rundgebung zu wenden. Die nächste nummer des„ Borwärts erscheint des Bußtags wegen erst am Donnerstag nachmittag bzw. abend. noch im Bureau. Sonntag, den 25. November, nachmittags 3 Ubr, im Staatstheater Charlottenburg( Schiller- Theater) Stabale und Liebe" bon Schiller. Nächste Feiert unde am Sonntag, den 9. Dezember, vormittags 11 Uhr. im Gronen Schauspielhaus, Starlstraße:„ Großstadt", ein Chorwert von Bruno Schönlant. Starten aum Grundpreis von 120 MilHarden im Bureau des Bezirksbildungsausschusses und bei den Bildungsobleuten in den Abteilungen. prech- Chor für Proletarische Feierstunden. Donnerstan, abends 74, Ubr, im Gesangsjaal der Sophienschule, Weinmeisterftr. 16/17: Uebungs stunde. Revublikaner heraus! Der Republikanische Jugendbund Swarz Rot- God, Charlottenbura, beranftaltet am Donnerstag, den 22 November, um 28 Uhr im Fontane- Realgymnasium, Sybelftr. 20/21, eine aroße Werbefundgebung. Das Thema lautet: Unier Weg. Bekannte Jungrepublikaner werden sprechen. Rezitationen umrahmen die Sundgebung. Aus der Partei. Eine Richtigstellung. Bor einiger Zeit brachte der Vorwärts" eine Notiz über den Deutschen Arbeiter Nachrichtendienft", eine Rorrespondenz, die von dem Parteimitglied Arno Frante herausgegeben und an ausländische Barteigenossen verschickt wird. Da Fronte auch Redakteur des Firnist, wurde in unserer Notiz die Bermutung ausgesprochen, daß der Arbeiter- Nachrichtendienst von Stinnes finanziert werde. Der Parteigenoffe Frante fandte uns alsbald eine Zuschrift, die leider infolge eines Versehens nicht rechtzeitig zum Abbrud ge tommen ist. Aus Gründen der Loyalitat tragen wir den mesentlichen Inhalt des uns zugegangenen Schreibens hiermit nach: Frante stellt entschieden in Abrede, daß Stinnes der Geldgeber feiner Korrespondenz sei, die im übrigen von feiner Seite 3us Durch Einbrecher an den Betfeiflab gebracht. Ein Tischler mendungen bekomme außer von den Herausgebern Franke und meister in der Roonstraße ist von Einbrechern schwer beimgefucht Berk. Die Untoften würden vielmehr durch Auslandsabonnements worden. Sie waren nachts durch ein Fenster eingestiegen und gededt. Nur die ersten drei Nummern der Korrespondenz seien als hatten eine reisiäge, eine Bohrmaschine und einen Brobenummern unentgeltlich hinausgefandt worden. Franke be Motor, im ganzen für 150000 Goldmart Werkzeuge gestohlen. Der ftreitet auch, daß der Firn" in einem Stinnes- Verlage erscheint. Bestohlene ist nicht in der Lage, die gestohlenen Das der Kern der Berichtigung, die von uns auf Grund des Bertzeuge wieder anzufchaffen. Um fo mehr wäre es Breßgefeßes" verlangt wurde. An unserem Urteil über die Haltung erwünscht, wenn sie wieder herbeigeschafft werden. Die reisiace des" Firn" wird dadurch freilich nichts geändert. ift B. H. 20 u. 1420006, die Bohrmaschine B. C. H. 15 Ro. 1163502 gezeichnet, der Motor à/ 8 P.S. Dumont Motor von 110 Volt. Mitteilungen über den Verbleib nimmt striminalfommissar Geiffel, Dienststelle B. I. 7. im Bolizeipräsidium entgegen. Tumult und Plünderung am Wedding. Bor der Erwerbslosenzahlstelle, Banfstraße 58, fammelten sich gestern vormittag mie üblich etwa 3000 Personen an, die ihre Unterstützungen in Empfang nehmen wollten. Da der Magistrat nicht genügend Gelder zur Verfügung gestellt hatte und nur ein Teil der Unterstüßungen zur Auszahlung fonimen fonnte, bemächtigte fich Ein aufregender Borfall spielte fich genen 10%, Uhr abends der Menge eine große Erregung. Die Demonstranten schimpften auf dem Bahnhof Savigny- Blatz ab. Ale fich ein Stadtbahnzug fauf und zogen unter Johlen und Schreien nach der im Hause Bank näherte, fiel der 20jährige Student Bruno Kleinforge aus Friedenau straße, 6 befindlichen Butterhandlung von Bollmann, infolge eines plöglichen Schwindelanfalle von wo fie fämtliche Schaufensterscheiben zerschlugen der Bordicwelle des Bahnsteigs auf die Schienen. und den Baden völlig ausräumten. Das herbeigerufene Blünderungs. Durch die Entfegensschreie der auf dem Bahnsteig wartenden Fahrtommando trieb bie Menge auseinander und nahm vier der gäfte aufmerksam gemacht, vermochte der Lokomotivführer den Bug Blünderer auf frischer Lat fest. Inzwischen fonnten noch so rechtzeitig zum Halten zu bringen, daß Kleinforge nur einen die Pantstraße und die angrenzenden Straßen Geräumt und Ruhe Schlag der Stolbenstange gegen den Hinterkopf erhielt. Man brachte und Ordnung wieder hergestellt werden. Nachmittans drangen etwa den Pefinnungslosen nach dem Krankenhause Westend, wo er Auf12 junge Burschen in das Schuhwarengeschäft von Arnaɓme fand. tag Tut Buße! Jugendveranstaltungen. Heute, Mittwoch, den 21. November: Werbebegir Teltowlanal" Treffahrt des Werbebezirks. Die Abteilungen diefer Fahrt wie folgt: Lichterfelbe: 8 Uhr Botanischer Garten: Marien. treffen fich um 11 Uhr in Childhorn. Die einzelnen Abteilungen treffen sich felbes 8 1hr Berliner Cde Dorfstraße: Steglis I: 1½ Uhr Rathausplay: Steglig II: 7½ Uhr Rathaus. Morgen, Donnerstag, den 22. November, abends 71 Uhr: gantwis. 1. Gemeindefdule, Gulft.„ Ernst- Zoller- Abend. " Gesundbrunnen. Schule Gotenburgerftr. 2. Distuffien: Neue Wege." Neukölln IV. osal zum Bärenwinkel, Steinboditt." Distuffton:„ Wir und die weltliche Schule. Senefelder Biertel. Badeanstalt Oberberger Str. 57. Bortrag: Gibost, Rosenthaler Borstadt. Echule Glogauer as ift Sozialismus." Straße 12/16. Bortrag: Ernst Toller." Südwesten. Jugendheim Linden. ftraße 3. Bortrag: Das Eeclenleben des Jugendlichen"( Segualproblem). Mimit, das Einfallen mit furzen markanten Armbemegungen, bazu andere. Trog ihrer unheimlichen Gier halte ich es für unwahreine von der Natur herrliche, leichtströmende und noch immmer bieg. fcheinlich, daß die Wölfe, wenigstens in fleinen Rudeln, auch dem fame Baritonstimmte es war Goldwert. Auch Talén und die Menschen gefährlich werden Ausnahmen gibt es allerdings auch Zum Hohn auf die deutsche Republit, die so etwas wie eine Salvatini, beide gleich dem Gast italienisch fingend, erhöhten hier. Den Wölfen ist sehr schwer beizukommen, da die großen Trennung von Kirche und Staat bedeuten sollte, wird heute wieder die Fesistimmung. Bedauerlich. den glänzenden schwedischen Tenor Treibjagden wegen der hohen Kosten nicht möglich sind. Auch und immer noch als vom Staate gebotener Feiertag der Bußso felten zu hören Nun hätte es sich geziemt, daß ein erster Rapell. Fallen haben nur gelegentlich Erfolge. Das einzig wirklich wirkmeister, etwa Herr Kleiber, diese Aufführung dirigierte. Hatte er fame Mittel, sie zu vernichten, ist Gift. Man verwendet am besten begangen. Der echte Christ bedarf eines allgemeinen, von Angst vor der italienischen Sprache, oder hatte er wieder einmal Gridhnin und streut es in Portionen von 0,30 bis 0,50 Gramm auf der Staatsautorität gebotenen und zur Erhaltung des Boltes in nicht zu Ende einstudieren fönnen? Wo ist an der Staatsoper end. bie Ueberreste des Wolfsfraßes, die man findet. Kehrt der Wolf Unterwürfigkeit bestimmten Tages nicht, er soll innerlich stets bußlich der Stiebry- Ersatz, der in allen Sättein fitzt und reitet? Herr dann zurüd, so schlingt er alles wahllos herunter und tommt so fertig sein. Aber von den Kanzeln und in den Blättern wird um Wohlebe sprang mutig in die Bresche. Aber der zweite Aft war ums Leben. so lauter der Ruf nach Buße ergehen. Als ob das deutsche Bolt orchestral eine einzige große Enttäuschung. Aus Italien mar Kleinin feiner ungeheuren Mehrzahl wirklich noch nicht genug Buße geBerlin geworden. Teiftet hätte für die Missetaten und Verbrechen seiner herrschenden Schichten von einft, die es in ihrer Berblendung bis an den Abgrund geführt haben, und der ausbeutenden Schichten von einft und heute, die es durch Hunger und Not bis an die Pforten des Todes gebracht haben, wo es auch für fie feinen Zwed mehr hat, Buße zu verlangen. wandeln sollten, denken nicht daran. Sie sind, um biblisch zu Die aber, die Buße fun, die den Weg der inneren Umkehr reden, verstockter denn je. Sie sehen die Balfen in ihren Augen nicht. Sie halten sich bereit, ihre Berbrechen täglich zu erneuern und das Bolt noch weiter büßen zu lassen. Wolfsnot. R. G. Ganz so schlimm war die geographische Berschiebung im Gro haben es bekanntlich in der Taschenspielerkunft zu einer Bollendung Enthüllungen eines indischen Gauflers. Die indischen Gautler ben aufpielhaus, wo man Straußens 3igeuner- gebracht, bie ihr Auftreten auf den europäischen Barietés stets zu nicht viel Ungarisches oder Bigeunerisches zu finden, aber der Wein ihren Zauberkunststücken eigen, daß man vielfach glaubt, fie ver baron" auffrischte, nicht. 3war war im Gesang, Gestalten, Typen Sensationen macht. So viel Geheimnisvolles und Märchenhaftes ist der Straußschen Musit schmeckte gut, wenn er auch nicht Tofaner fügten über noch unertlärte Fähigkeiten. Dem wider war. Kredenzt wurde aus frischen, gut geschliffenen Gläsern. Max spricht fegt energisch ein berühmter indischer Gaufler namens Roth fist hier am Bult und schleudert seine ganze ungezähmte Cleming und Cordy Milliwitfch, beide vorzüglich und er. Sak heraus: Geschwindigkeit ist teine Hegerei." Die Grundlage Mufitantenheftigkeit in das große Ensemble. Die Matabore find Schaija, der in einer englischen Zeitschrift verschiedene Tricks seiner Berufsgenossen enthüllt. Sein Bekenntnis tommt auf den alten freulich im Singen. Ihre Schlager wurden da capo verlangt. So Saz heraus: Geschwindigkeit ist keine Hegerei." Die Grundlage bestaunte die märchenhaft umrahmten Bilder, tanzte mit den tem- Fingerfertigfeit. Unsere Kunst ist erblich und pflanzt fich wird es wohl in wiegenden Taften Mitternacht geworden sein. Man aller verblüffenden Trids find nach seiner Erklärung nur durch Generationen hindurch gepflegte lebung und peramentvollen Russen Borry und lachte mit dem föstlichen Did Einsichtige Kulturphilosophen, wie der Graf Keyserling, der so wams Rudolf Hofbauer. An der Spiße des Orchesters jah man familien fennen sich alle gegenseitig, und unter ihnen gibt es feine Dom Bater fort auf den Sohn," schreibt er.„ Die alten Gautler. eben in Berlin eine Reihe beachteter Borträge gehalten hat, richten den philharmonischen Konzertmeister. Im Solopersonal fiel Bub. familien fennen sich alle gegenseitig, und unter ihnen gibt es feine gerade an diese Schichten ihre Mahnung:„ Aendert euch, sterbt ab milla Dostal von der Boltsoper, die Guizalewig von der Eifersucht, jeder unter uns beherrscht alle die berühmten indischen in eurer Aeußerlichkeit, eurem Machtbüntel und Materialismus und Staatsoper, he ŋer vom Deutschen Opernhaus auf. Alfo eine bunte, Runststüde, und von Kindheit an find wir gelernte macht einer neuen Gesinnung Plaz." Aber sie werden tauben Ohren vielseitige, pickfeine und erfolgreiche Sache. Taschenspieler. Auch meine Lehrzeit begann in frühester predigen. Die dirigierenden Schichten find in Deutschland nicht Jugend, und schon als Zehnjähriger führte ich eine Reihe der schwersten Zauberkunftstüde aus. Man darf unsere Gauflerfünfte mit mehr fähig, weder das Alte zu restaurieren noch einen Erneuerungsdenen der europäischen Jongleure nicht vergleichen, denn wir haben prozeß und eine Wiedergeburt burchzumachen. Sie mögen bleiben Wie in früheren Zeiten die Wölfe sich im Gefolge des eine völlig andere Art zu arbeiten, und viele Trics sind auf eurowie sie sind, und ihrem wohlverdienten Untergang ruhig oder in Krieges vermehrten und geradezu als Begleiter der Kriegsfade! päischen Bühnen überhaupt unausführbar; wir brauchen dazu die fonterrevolutionären Zudungen entgegengehen. galten, fo ist es auch diesmal der Fall gewesen. Freilich Natur und verwenden Luft, Erbe, Feuer, Wasser. Deshalb treten Das Bolt aber hat, wie es feinen Grund zur Buße hat, auch wir haben davon nichts gespürt, wenngleich aus manchen entlegenen wir meist im Freien auf. Auch das Fließen wirklichen Blutes, bas feine Einstellung dazu. Es will neu bauen, es will durch den un Waldgegenden Deutschlands ihr Auftreten gemeldet wurde; aber in uns als selbstverständlich erscheint, wirft im Varieté zu aufregend geheuren Schuttberg fich durcharbeiten. Da braucht es teine Gefeit dem Kriege eine wahre Wolfsnot entstanden. A. L. Lörn be. der ungarischen Marmaros, die jetzt zu Rumänien gehört, ist und wird vielfach verboten. fühle der Zerknirschung und Demut, sondern den flar blidenden richtet in St. Hubertus" bavon:" Neben der zahlreichen Kleinvieh. Syaß und den tatbereiten Mut. Es will nie wieder büßen das dem unerfättlichen Rachen zum Opfer fällt, find es vor allem für die anderen, und es will sich nie wieder einlullen laffen zur die herrlichen Edelmildbestände, die aufs schwerste bedroht er. Dummheit und Sorglosigkeit. scheinen. In meinem Revier allein habe ich 37 Stüd ge Bußtag? Jo, für bie, bie so ungeheure Schuld auf sich geladen. rissenen Rotwildes gezählt. Die Wölfe jagen zwar auch hier in Uns anderen sei es ein Tag der Selbstbesinnung und des festen fünf, feltener aus zehn bis zwölf Stüden; starte Wölfe jagen auch abends 8 Uhr, im Bezirksgebäude Kreuzberg. Dordir. 11, einen Lichtbilder. Gesellschaft, doch bestehen die Rubel in der Regel nur aus vier bis Tas Rolfsbildungsamt Kreuzberg beranftaltet am 22. November, Enifluffes zur Unbußfertigteit! einzeln. Ein von der Stina aus erlegter, auffallend lichter Wolf hatte, portrag: Romanische und gotbische Baudenkmäler, den Herr Dr. Etbardt 92 Zentimeter Schulterhöhe und Spuren, die ich mit dem Handteller Straßenbahnfabi preis an der Abendkasse und im Vorverkauf im Bezirks. bem Stunftgewerbemuseum halten wird Starten anm einein balbjacen nicht ganz bedecken fonnte. So scheu und unnahbar der Wolf geamt, Bimmer 30. legentlich einer zufälligen Begegnung im Walde ist, so dreift, faft In der Staatsoper fang Battistini in Tosca ben möchte ich fagen dummdreist, wird er vom Hunger getrieben oder Scarpia zum Besten der Boltsspeisung zu allerhöchsten Geldpreisen. während der Verfolgung eines Raubes. Bei der Stina z. B. holte Es war des Goldes der Redlichen und Unredlichen wert. Die Spiel. der Wolf ungeachtet eines Dugends fläffender Hunde und vieler eleganz biefes etwas ältlichen Löwen, die in jeder Sekunde wache schreiender Hirten ein Schaf weg und würgte gleichzeitig mehrere Operngastspiel. Theater. An der Romischen Oper findet hente eine einmalige Aufführung von Echönhers Weibsteurel halt in der Besetzung des Deutschen Theaters und der Inszenierung von Mag Reinhardt. Im Dellhaft und Berner Hoffmann gegeben. Berliner Ibeater wird heute Wedelinds. Erbgeist" mit Maly B 92, 8 Uhr, flatt.( ally b. Ro. mer, Sopran, und das Streichquartett der Ein Orgelfonzert von Prof. Wafter Fischer findet im Dom am Etaatsoper, beftebend aus den Herren Rudolf Deman, Walther Cavallery, Billibab Wagner nnd Karl Dechert.) Programm, an der Kaffe erhältlich, berechtigt zum Eintritt Das deutschnationale Programm. Kommunistenradau im Reichstag. ( Schluß aus dem Hauptblatt.) Die neue Sitzung. Bräsident Cöbe eröffnet die neue Sigung um 5 Uhr 20 Min. Der Abg. Remmele( Komm.) ist im Saale geblieben und behauptet seinen Blaz. faffung belommen, die sich zwar sehr schön ausnimmt, aber von vielen Boltstreifen in das Gegenteil ihrer eigentlichen Bedeutung verkehrt wird. Einer unserer Parteiführer führte fürzlich aus, daß die Berhältnisse in Deutschland von der außenpolitischen Entwicklung abhängen. Wir als Oppositionelle haben niemals die Frucht der Arbeitsgemeinschaften sehen können. Nachdem der Krieg und auch der Ruhrkampf für Deutschland verloren ist, heißt die Frage:., Wie fönnen wir die deutsche Wirtschaft wieder auf die Höhe bringen?" Nie aber hat man es gewagt, einer Klasse solche Fußtritte zu geben mie uns in den letzten Monaten. Durch die Annahme des Arbeitsder achtstündige Arbeitstag Profit ablassen, dann wollen wir gern daran mithelfen, daß mir wieder zu einer Gesundung kommen. Die ganze Produktion in der einer der Krebsschäden. Wir müssen, wenn wir nicht eine Position legten Zeit war jedoch nur eingestellt auf Spekulation. Das ist mit nach der anderen fampflos preisgeben wollen, jedes Pattieren mit treten. Bei 9 Millionen organisierten Arbeitern braucht uns nicht bürgerlichen Parteien ablehnen und auf den alten Kampfboden bange zu sein. Gegen links dürfen wir nur in der Abwehr stehen: Unser gemeinsamer Feind steht rechts. Schon jekt geht eine Klasse gegen die andere mit brutaler Gemalt vor. Wir danken der Amsterdamer Gewertschaftsinternationale für ihren Aft wahrster Solidarität. Bei uns darf es nimmermehr eintreten, daß auch nur ein einziger fahnenflüchtig wird. Meinungsverschiedenheiten müssen stets fachlich ausgetragen werden. Der Rede des Reichstanzlers Stresemann muß der Entrüstungsschrei Don Millionen Arbeitern entgegenfchallen. Stehen wir zusammen Mann an Mann, dann muß der Sieg unser sein! ( Stürmischer Beifall) Präsident Cöbe gibt folgende Erklärung ab: Der Abg. Roenen hatte sich zum Bort zur Geschäftsordnung gemeldet, um sich darüber zu beklagen, daß im Hause Kriminalbeamte der Polizei anwesend sind. Diese Tatsache ist richtig: diese Ariminalbeamten Wüten der Reaktion, als deren Opfer zahlreiche Republikaner im In der Diskussion mache Genosse Kurt ofer.feld über tas sind von mir selbst, und zwar seit mehreren Monaten, in das Haus Gefängnis fizen, recht niederschmetternde Ausführungen. Die Barbei gestellt worden, seitdem durch eine Anzahl von Zuschriften und auch fordere, daß den Verhafteten wenigstens ein Rechtsschutz gewährt öffentliche Drohungen gegen Mitglieder der Reichsregierung wird. und auch gegen den Reichstag erhoben worden sind. Die Erfahrung hat gezeigt, daß solche Drohungen nicht immer nur Drohungen geblieben sind, und daher sah ich mich veranlaßt, das für notwendig Erachtete zum Schuhe zu tun. Aus diesem Grunde habe ich die Polizei draußen und drinnen aufgestellt. Bom Genossen Herms wurde hervorgehoben, daß zwischen Theorie und Praxis doch immer ein fleiner Unterschied bestehe. Die Koalition sei zurzeit ein überwundener Standpunkt. Man tonne sich sehr leicht für eine schöne Rede begeistern. Die Massen aber gelbe es weit mehr als bisher mit dem Sozialismus und Rommunismus vertraut zu machen. fall.) Sie sind alle Zeugen gewesen, daß ich, solange es in meinen Abg. Hergt( Dnat.) spricht ebenfalls fein Bedauern darüber aus, Kräften stand, vermieden habe, die äußersten Mittel des baß der Kanzler heute nicht zuerst das Wort ergriffen habe. Das Präsidiums anzuwenden.( Lebhafte Zustimmung bei der Mehrneue Kabinett Stresemann ist nur ein Kopf, der eine neue Prothese heit.) Mir sind hier im Hause und draußen unzählige Vorzeitgesetzes würde dazu bekommen hat.( Buruf links: Jarres? Heiterkeit.) Strefe- mürfe gemacht worden, daß ich soweit gegangen sei in meiner mann ist der Erfinder, ja der Fanatiker der großen Koalition. Nun Toleranz. Alles hat seine Grenzen!( Erneuter Beifall.) Ich bitte gesetzlich beseitigt. Wenn die Unternehmer einen Teil von ihrem ist das Kartenhaus gefallen, jest muß auch er fallen!( Lebh. den Abg. Remmele, meiner Aufforderung Folge zu leisten und Zustimmung rechts.) In der Arbeitszeitfrage hat man sich ganz und den Saalzu perlaffen.( Burufe bei den Kommunisten: Das gar in untergeordneten Fragen verloren. Das große Problem der wäre ja noch schöner! Erst muß Polizei her!) ( Abg. Remmele bleibt im Gang vor der Rednertribüne stehen.) Währungsfrage ist immer noch nicht vollständig gelöst. Was foll man dazu sagen, daß jezt als Reichswährungsfommissar ausge Präsident Löbe: Ich hebe die Sitzung zunächst für eine rechnet der Mann bestellt worder ist, der ein ausgesprochener Feind Stunde auf. der neuen Währung, der Rentenmart ist! Auch in der Frage der Während ein Teil der Abgeordneten den Gaal verläßt, bleiben Niederringung des passiven Widerstandes fann von einem die meisten Mitglieder des Hauses in lebhaften Gesprächen zurüc. Erfolg für die Regierung feine Rede sein. Darüber soll der Reichs- Allmählich räumen auch diese den Saal, der Abg. Remmele jedoch fanzler heute vor der Deffentlichkeit eine flare Antwort geben, wie bleibt oftentativ auf seinem Plaze fizzen. er sich die Zukunft des befegten Gebietes denkt. Wir Schluß 4% Uhr. find durchaus der Meinung, daß mit den Alliierten verhandelt werden muß und nicht mit den Franzosen allein. Wir haben allen Grund, unsere Intereffen zu wahren und müssen darauf bestehen, daß wir nicht den Franzosen ausgeliefert sind, fondern es mit allen tierten zu tun haben, das heißt mit der Rheinlandkommission. ( Sehr wahr! rechts.) Die Einstellung Frankreichs wird wesentlich taburch bestimmt sein, ob Deutschland nach eigenem Rezept aus feiner Schwäche herauskommt.( Sehr richtig! rechts.) Die Besserung in der Haltung Englands, Ameritas und Italiens uns gegenüber wollen wir durchaus nicht überschäben, aber wir müssen mit Genug tuung anerkennen, daß überhaupt sich eine solche Haltung geltend gemacht hat. Wie fann man aber glauben, daß dos Ausland Inter effe gerade an der jezigen deutschen Regierung habe? Die Rund cebuna Mufiolinis spricht sich für diejenim deutliche Regierun cus, die die Ordnung im Reiche garantieren tönne. Das ist gerade hie Rerierung, wie wir sie uns denken.( Lachen links.) Ich ver. ftehe darunter nicht eine einseitig deutschnationale Regierung, fon. tern eine solche, die die größte nationale Front auf das Bertrauen des Volkes aufbauen tönnte. Wir denken nicht daran, den Feuer, brand in Europa zu entfachen( Lachen links), aber wir wollen auch nicht einem Samof ausweichen, der uns aufgezwungen wird.( Lachen links.) Wir wollen mit aller Energie auf unseren Rechten bestehen bebauert außerordentlich, daß es zu diesem Auftritt gefommen fei, und uns auch die Lage, daß unsere Hauptfeinde, Frankreich und aber die sozialdemokratische Fraktion stehe auf dem Standpuntt, daß Belgien, getrennt find, uns zunuze machen. Wir wollen eine solche das Verhalten des Präsidenten absolut forrett mar. Die FratRegierung nicht mit einem Streit um die Staatsform beginnen tion stehe einmütig hin er dem Präsidenten( lebh Beifall), nicht meil ( Rwischenrufe links), jawahl, beginnen, denn wir sind fest überzeugt, er ein Mitglied der Fraktion sei, sondern weil er als Präsident genau daß die Staatsform fich später ganz von selbst ergibt. Wir sind nach der Geschäftsordnung verfahren sei. Der Präsident meit davon entfernt, die Arbeiterflaffe zu bedrücken.( Lärm links.) hat die Geschäfte des Reichstags zu führen, er hat auch feine Würde Die Sozialdemokratische Stadtverordnetenfraffion muß am Mir treten für die Arbeiterschaft ein, wenn wir die Anschauung und Rechte zu wahren. Auch August Bebel hat stets den Stand. Donnerstag wegen einer wichtigen Besprechung vor Beginn der vertreten. daß in Deutschland unendlich mehr gearbeitet werden puntt vertreten, daß die Vertreter des Proletariats in allen Rörper. Sigung pünktlich und vollzählig zur Stelle sein. muk. Duldsamfeit muß im deutschen Boffe herrschen. Eine schaften, in die sie hineingeschickt werden, sich als anständige Menschen folche Recierung bietet die Garantie, daß in Deutschland endlich zu benehmen haben.( Lebh. Zustimmung.) Leider muß festgestellt Ruhe und Frieden eintritt. Wir wollen durchaus nicht, daß das werden, daß die Kommunisten auch in diesem Hause nicht nach Barlament nicht eriftiert, daß es dauernd nach Hause geschickt diesem Grundfaze verfahren find.( Lebhafte allgemeine Zustim mird, daß es ohne Parteien aehen foll, aber es soll nicht in dieser mung.) Die Maßnahmen des Präsidenten waren in feiner Weise $ 3arteiatmosphäre bleiben. Das Barlament ift eben ergänzungs propotatorisch gegen irgendeine Bartei. Es ist bekannt, daß bedürftig. Mir müssen die nationa'en Rroftqueffen des deutschen Rathenau, ehe er im Grunewald erschossen wurde hier im Boltes wirksam machen. Unsere Hauptfraftquelle ist die Jugend Hause erfchoffen werden sollte.( hört! hört!) In diesem des deutschen Boffes. Eine weitere Kraftouelle ist hie ceiftige Kraft Hause fand auch eine Sigung rechtsgerichteter Organisationen statt, 14. Arcis. Reutölln. Donnerstag, ben 22. November, 7 Uhr, Bollverfammanelle unferes Boltes. Eine weitere nationale Kraftauelle finden der eine große Anzahl von Bewaffneten beiwohnten, so daß der mir in den nationalen Verbänden. Woher ist denn die Präsident damals die Anwesenheit von Bewaffneten im Reichstage Ernlofion" in Banern und die baner fche Frage überhaupt ent verbieten mußte.( hört! hört!) An der Echwelle diefes Standen? Doch bloß durch die Schuld. die hier in den Regierungs- Hauses ist der Abg. Haase erschoffen worden.( hört! hört!) verhältnilen fient.( Lebh. Beifall rechts Miderspruch und in Es fann also niemand davon reben, daß eine Gefahr für das Leben ruhe in anderen Teilen des Hauses.) Mir fündigen am Geift der der Abgeordneten und der Regierungsmitglieder nicht vorhanden sei. heutigen Einheit, mern mir richt durch einen Regierungsmechsel befir for en bok alle Deutschen einig zusammengehen tönnen. wenn er die nötigen Borkehrungen nicht getroffen hätte. Die polizeiDer Präsident hätte seine Pflicht verleht, ( Lebh. Beifall rechts.) lichen Maßnahmen sind auch den Kommunisten ausdrücklich und im einzelnen mitgeteilt worden.( Lebh. hört! hört!) Der Präsident hat ben tommunistischen Abgeordneten auf Ehrenwort versichert, daß diese Maßnahmen fid) in feiner Weise gegen ihre Fraftion rich. ten, sondern daß es allgemeine Schutzmaßnahmen sind. Wir können die Haltung des Präsidenten nur vollkommen billigen, und sicherlich wird das ganze Haus es auch tun.( Lebh. Beifall.) Ein Zwischenfall. Bräsident Löbe erteilt darauf dem Reichstanzler bas Wort. Abg. Koenen( Komm.) verlangt das Wort zur Geschäftsordnung. Der Präsident erklärt, daß er schon vorher erklärt habe, jezt das Wort zur Geschäftsordnung nicht erteilen zu können. Abg. Remmele( Komm.) ruft: Die Bolizei ist im Hause, das Barlament wird zum 3uchthaus!( Er wird unter ungeheurem Lärm der Kommunisten vom Präsidenten dreimal zur Ordnung ge. rufen.) Abg. Koenen( Romm.) erhebt zur Geschäftsordnung Einspruch dagegen, daß der Reichstag fich unter Polizeidiftatur gestellt habe. Abg. Dittmann( Soz.) Präsident Cobe stellt darauf fest, daß der ausgewiesene Abg. Remmele fich noch im Saale befindet. Er richtet daher an ihn die Frage, ob er den Eizungssaal verlassen wolle. Abg. Remmele schüttelt verneinend mit dem Kopf. Präsident Löbe: Er tut es nicht! Dann schließe ich die Sigung und beraume die nächste für Donnerstag 1 Uhr an mit der Tagesordnung: Fortsetzung der politischen Aussprache.( Lebhafter Beifall, Lärm bei den Kommunisten. Unruhe rechts.) Der Shungsfaal leert sich nur langfam. Ueberall bilden sich er. reg'e Gruppen, Präsident Cöbe: Auf Grund des§ 91 der Geschäftsordnung for. dere ich den Abg. Remmele auf, wegen aröblicher Verlegung der Ordnung den Saal zu verlassen.( Stürmischer Beifall rechts.) Aba. Remmele leistet der Aufforderung nicht Folge. Bräsident Löbe: Da der Abgeordnete Remmele meiner Aufforderung nicht Felne leistet, so werde ich die Situng aufheben. ( Erneute stürmische Zwischenrufe bei den Kommunisten.) Borher muß ich jedoch folgendes erflären( Abq. Koenen( Komm.): Sie haben die Sigung geschlossen!) Das ist noch nicht geschehen.( Er neute lärmende Zurufe der Kommunisten, namentlich des Abg. Koenen.) Herr Abg. Koenen, wenn Sie mit Ihren Unterbrechungen ausgeschlossen. fortfahren, werde ich auch Sie von der Sizung ausschließen.( Bei Abg. Remmele ist durch seine Beigerung, in der neuen Sizung den Saal zu verlassen, ohne weiteres nach der Geschäftsordnung auf meitere 20 Gigungstage von den Berhandlungen Schluß% 6 Uhr. Kampfbereitschaft der Partei. Die Stellungnahme unserer Funktionäre. • Um zu den letzten Ereignissen Stellung zu nehmen, waren empörendes Bild. Die Zustände, die uns der thüringische Minister unsere Partei und Gewerkschaftsfunktionäre gestern abend in der präsident, Genoffe Fröhlich, in der Frattion schildern mußte, Neuen Welt" sehr zahlreich versammelt, Reichstagsabgeordneter find geradezu erschütternd und beschämend für die Arbeitertlaffe. Genne Robert Dißmann führte bort etwa folgendes aus: Die Reaktion führt einen Rampf nicht nur gegen die Kommunisten, Diefer Saal erinnert mich an eine bedeutsame Tagung, und sondern zwar an den ersten Betriebsrätefongreß. Es sind sicher gegen die gesamte Arbeiterschaft. lich viele unter den Genessen, die an der damaligen Tagung teil- Wir müssen jezt alles Trennende zurückstellen, weil sonst für die genommen haben. Wir stellten uns damals auf den Standpunkt, nächste Zukunft das Allerschlimmste zu befürchten ist. Auch in daß die Arbeit der Betriebsräte im Verein mit den Ge Breußen und sogar in Berlin hat sich das Wüten der Reaktion bewertschaften erfolgen muß. Wir wollten uns nicht begnügen merkbar gemacht. Das haben die letzten Streits, die aus schwerster mit dem, was uns in den Tagen der Revolution zuteil wurde. Ich wirtschaftlicher Not geboren waren, bewiesen. Hätte die Arbeiter bite Sie, die damalige Zeitenoche mit der gegenwärtigen zu verschaft einen ebenso rücksichtslosen Kampf geführt wie unsere Gegner, gleichen; damals fagten Millionen deutscher Arbeiter: Laßt nicht dann wäre es um unser Bohl besser gestellt. loder in unermüdlicher Arbeit zu unserer. Befreiung. Wie nimmt Nun gilt es noch einen Blick nach dem Westen zu tun. In fich dagegen die letzte Zeit aus? Die große Koalition tam zustande. Den verhängnisvollen Tagen des Ruhrfonflifts hat man die Arbeiter Bohin find wir gekommen? Es dauerte gar nicht lange, fo wurden belobt und zum paffiven Widerstand, also zum Streit, aufmir schon wieder zusammengerufen, um über das Fazit der neuen gefordert. Das Großunternehmertum aber führt jetzt einen Regierung zu beraten. Die Verhältnisse in Bayern rüdsichtslosen Kampf gegen diese Boltstreife. Ein großer haben sich immer mehr zugespißt Sehr bald zeigten sich die Früchte Teil der Unternehmer hilft geffiffentlich noch dabei mit, der bayerischen Machenschaften. Das Ermächtigungsgeseh war ein großes Opfer für die Partei. Wenn unsere Regierungen sonst herzlich langsam arbeiten. So sind sie jetzt sehr intensiv tätig gewefen, um, mit Hilfe des Gesetzes der Arbeiterschaft Daumen fchrauben anzulegen. Das Ermächtigungsgesetz ist jetzt zwar gefallen, aber Dußende von Verordnungen sind an dessen Stelle ge Der Belagerungszustand treten. ist nicht gegen Banern angewandt worden. Dort hat man auf die Maßnahmen der Reichsregierung repfiffen. In Sachsen hat man auf Grund der freiesten, demokratisch ften Verfassung Minifter aus ihrem Amte entfernt, die gerade auf verfassungsmäßigem Wege gewählt worden waren. Wenden wir den Blid nach Ihüringen, so bietet sich uns dort ein gleiches die Arbeitslosigkeit zu vergrößern. Nach weiteren Ausführunnen der Genossen Zubeil und Göhe hielt Dißmann des Schlußmort. Mit einem warmen Appell des Genoffen Künstler an die Parteigenoffen und genoffinnen zur weiteren Mitarbeit und mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie wurde die Versammlung geschlossen. Groß- Berliner Parteinachrichten. * 6. Kreis. Kreuzberg. Bildungsausschuß! Mittwoch( Bußtag) vorm. 10 Uhr, Sigung bei Sers, Stalizer Str. 28, Abrechnung. Wichtige Konferenz ber Elternbeirats- Obleute, Borstand der freien Schulgemeinde und soz. Lehrer am Donnerstag, den 22. November, abends 7 Uhr, in der Woh nung des Gen. D. Miller, Mittenwalder Str. 16. Jede Abteilung muß unbedingt vertreten sein. 4. Rreis. Prenzlauer Berg. Aftionsausschuß der Elternbeiräte, Donnerstag, den 22. November, abends 7 Uhr, wichtige Gigung beim Obman des Rreifes, Albert Lorenz, Gleimftr. 56, Sof II. Jebe Abteilung muß vers treten fein. lung der Elternbeiräte der BGPD. im 8eichensaal des Raiser- FriedrichRealgymnasiums, Raifer- Friedrich- Str. 210. Die Obleute der Abteilungen müssen einladen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde! Freitag, den 23. November, 7% Uhr, Selferversammlung bei Schulz, Leffingstraße. Thema: Die Erziehungsarbeit ber Rinderfreunde." Gäste willkommen. 16. Areis. Copenid. Donnerstag, den 22. November, michtige Sigung ber Obleute der Elternbeiräte ber einzelnen Schulen in der Wohnung des Obmannes, Alte Dahlewiger Str. 73( Giedlung). Der Vertreter des Gemertschaftstartells ift gleichfalls eingeladen. 17. Streis. Lichtenberg. Arbeiterwohlfahrt und Kinderschußtommiffion! Donnerstag, den 22. November, 7 Uhr, im Cäcilienfygeum, Rathausstraße, große öffentliche Bersammlung aller in der Wohlfahrtspflegen tätigen Bereine. Bortrag von Frl. Anna v. Gierke über: Nothilfe der Berliner Frauen." 7. Arcis. Charlottenburg. Freitag, den 23. Rovember, 7 Uhr bei Lierfch, Rantstr. 62, 8ufammenkunft aller Obleute und Funktionäre der Abtei lungswerbeausfcüffe. 1. Borbereitung zum Begirtsbeamtentag. 2. Bericht über die Arbeit ber Abteilungswerbeaussd üsse. 9. Kreis. Wilmersdorf. Donnerstag, den 22. November, fält die Vorlesung des Rurfus ,, Moderne Probleme" aus. Der nächste Termin wird noch befanntgegeben. 20. Kreis. Reinidendorf. Freitag, den 23. November, 6 Uhr im Simmer 60 des Berwaltungsgebäudes Reinickendorf- Oft, Sauptstr. 46, Sigung des engeren Rreisvorstandes. Morgen, Donnerstag, den 22. November: 30. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferenz, Scherenbergstr. 7. 81. Abt. Friebenau. 8 Uhr Luifenfchule, Goßlerstr. 13/14, Vortrag über Sozialdemokratie und Christentum." Referent: Gen. Bendel. 85. bt. Tempelhof. 7% Uhr Funktionärligung in der Linde", Werder. de Frie rich- Karl- Git. 136. bt." Reinidendorf- Oft. 7% Uhr im Jugendheim Seebab, Residensstr. 49, Funktionärsigung. 137. bt. Reinidendorf- West. 76 1hr Mitgliederversammlung im Volkshaus, Scharnweberstr. 114. Bortrag über: Die politische Lage und die Sozialdemokratie." Referent: Gen. Franz Künstler, M. d. R. Die Begirtsführer laben zu diefer Bersammlung ein. Jungsozialisten. Gruppe Faltenberg. 7% Uhr im Jugendheim, Straße am Faltenberg, Bortrag: Die franzöfifche Revolution. Gruppe Reufon. 7% Uhr im Jugendheim, Rogatstr. 53, wichtige Besprechung. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 40. Abt. Am 15. November verstarb unfer Genoffe Theodor Rimmermann. Beerbigung am Donnerstag, den 22. November, 3% Uhr auf dem Garnison. friedhof. 79. bt. Schöncberg. Unser früherer langjähriger Bezirksführer. Gen. Friebrich Dreger ist im 61. Lebensjahr verstorben. Einäscherung Donnerstag, ben 22. November, 4½ Uhr, im Krematorium Bilmersdorf. 138. bt. Reinidendo 1- Dft. Am 15. November perftarb unfer Genoffe Sermenn Feder. Die Einäfcherung findet am Donnerstag, den 22. November, 2½ Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, Richbolzftt. 221, ftatt. Arbeitersport. Turn- und Sportverein Fichte", Berlin. Freitag, den 7. Dezember, 8ufammenturnen der Alten Serren in der Zurnhalle Roppenftr. 76, abends von 8-10 Uhr. Nachdem Siguna Rüftriner Flag 9 bei Gereiber. Tempelhof angefeßte Mufilstunde fällt aus und findet Freitag, den 23. November, Turnhalle Prinzenftr. 70, abends 8 Uhr, ftatt. Berlin- Mitte. Am 28. November, abends 7 Uhr, Schule Gipsstraße: Kartellbelegiertenversammlung des Arbeiter- Sport- und Kulturkartells. Alle Arbeitervereine müssen Delegierte entfenden. Bundesschule...- B., Berlin. Die für Donnerstag, den 22. November, in An alle Arbeiter- Sport- und Stulturvereine im 1. Berwaltungsbezirk, Sport. Der Ringer- Wettftreit im Waltalla Theater. Am Sonnabend wurde in der altbekannten Kampfftätte am Weinbergsweg bei der Fortsegung der Kämpfe schnelle Arbeit geleistet. Kornblum- Lodz und Sebbardt Neutölin rangen 25 Minuten unentschieden. HutanenFinnland und Siegfried II Norddeutschland lieferten den schönsten Man will auf diese Art die Arbeiterschaft um so willfähriger machen. Stampi des Abends. Der technisch bervorragende Finnländer fieate schen Die Bergarbeitervertreter haben erflärt, wenn die Grubenbarone nach 14 Minuten über den sich gut verteidigenden Siegfried II durch Aus. den Arbeitern die Arbeitsmöglichkeit weiter verschließen, dann wird beben aus dem Stand. Der starte Neger Anglio machte mit Ditt. die Arbeiterschaft die Produktion selbst in die Hand zu mann- Berlin wenig Umstände und brebte ihn schon nach drei Minuten nehmen verfugen. Allenthalben ist die Arbeiterschaft des auf beide Schultern. Der schwere Schotte Macdonald mußte am gegenseitigen Bruderfampfes schon längst müde. Es fehlen in dieser Sonntag schon nach 15 Minuten der besseren Technif von utanenfritischen Situation nur die berufenen Führer. Wir müssen gerade ebenso Kornblum Lodz gegen Urbans i Polen famen nach flotten Finnland den Sieg überlassen. Anglio gegen 23illing- Berlin aus der Bergangenheit Mut und Kraft für die Gegenwart Kämpfen zu feinem Resultat. Der Montag brachte im Haupttreffen ein schöpfen. Dann werden wir den Sput der Reaktion überwinden. völlig unerwartetes Ergebnis. Gebbardi Meutöln fonnte dem frisch Dißmann fam nach einem furzen Rückblick auf die Gegebackenen Weltmeister utanen- innland 25 Minuten standhalten. Das Ichichte der deutschen Arbeiterbewegung, die immer den größten tamen Bartowski.Berlin und Kornblum. Lodz nur zu einem Ergebnis des flotten interessanten Stampfes war ein Unentschieden. Ebenso Mut von jedem einzelnen erfordert habe, zu der Schlußfolgerung, Unentschieden. Im Entscheidungskampf Billing- Berlin gegen Siegdaß uns auch heute mehr denn je der Glaube an unfere frieb II Norddeutschland fiegte eriterer nach schönem ampf, indem er Gade befeelen müße. Wir paben die Weimarer Ber. Siegfried II in der 45. Minute durch Stopfzug auf beide Schultern brachte. Preise und Löhne. Lebensmittelpreise in Berlin am 20. Nov. 1923 ( in Milliarden Mark) Rindfleisch. Kalbfleisch. Hammelfleisch Schweinefleisch Hechte in Eis Lebende Hechte Schleie Schellfisch. Grüne Heringe Kabliau Kartoffeln( 10 Pfd.) Margarine 2000-3400 1 Ei 2100-3200 Zwiebeln. • • 0 2500-8000 P 2500-8100 1400-1500 1500-2000 Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Goldumrechnungssätze 4200 Milliarden 4200 " .. 800-900 Arbeiter Abftinentenbund, Gruppe Realolla. Seim Schitteftt. 44( Rinder. 1 amerikanischer Dollar. 900-1000 bort). Mittwoch, ben 21. November, 7½ Uhr, Bortrag: Der Freiheitstampf Gruppe Rozden. Seim Gerichtstr. 67( Boltsbad). 1 Dollar Goldanielhe... 260-300 gegen die Trintfitten." 600-750 Donnerstag, den 22. November, 7½ Uhr, Bortrag: Das Altoholverbot in Notgeldscheine, Dollar 2100, 4 Dollar 1050, 10 Dollar 420 Milliarden Ameriba." 300-350 1 Billion Bereinigung der Freunde von Religion und Bollsfrieben. Donnerstag, 1 Goldmark. 160-200 den 22. November, abends 7uht, Fürstin- Bismard- Schule, Charlottenburg, Sybelftr. 2/4( nche Savignnplag), Bortrag des Serru Ernst Friedrich( An. Sprache Pfarrer Bleier): Kriegsverstümmelungen"( mit Lichtbildern), Orgel. und Gefangsvorträge. Wochenlöhne in Berlin ( in Milliarden Mark) Deutscher Monistenbund. Ortsgruppe Groß- Berlin. Freitag, ben 23. StoDember, abends 7 Uhr, im Werner- Siemens- Realgymnasium, Sohenstaufenftraße 47/48, Bortrag des Professors Dr. S. Schirdener: Neuere Forschungen 800-1000 Privatelektrizitätswerke 900-1000 vom 12. bis 18. 11.. 12 696 über innere Gefretion." ( zugleich Umrechnungssatz f. d. Lebensmitteleinzelhandel und für die Steuern) 1 Goldpfennig 10 Milliarden 40 Goldpfennig 400 Milliarden 5 59 10 25 39 = 50 100 99 50 75 500 99 99 1 750 99 99 99 99 30 250 <= 300 80 99 99 90 97 19 <= 800 <= 900 15 39 Theater Lichtfpiele HIW. Volksbühne 7 Uhr: Weh' dem, der lügt! Deutsch. Theater 71 Uhr: NORA Kammerspiele 8 Uhr: Kabale und L'ebe Theater 1. d. KöniggrätzerStr. 8 Schweiger Deutsch, Servaes, Richard, Renkopf Morgen: Don Gil vond.grün. Hosen Berliner Theater 8 Uhr: Brdgeist Morgen: Dolly Lessing- Th. Heute und morge 7 Uhr: Rausch Freitag, 7: Faust. Deut. Künstler- Th. Allabendlich 8: Max Tybbke( dabar) Th. im Admiralspalast Tagi 73 Uhi Brunter und drüber Deutsch Opernhaus 6% U.: Siegfried ( Aktionärkart güit.) Intimes Theater & Uhr: Abendbesuch Die k. u. k. Hose etc. Lustspielhaus 8U. Nebeneinander. Volksstück 1923 Metropol Theater Geschloss. Morgen The Casinogirls Neues Theat a. Zoo 7 F. Die Luxustrau Renaissance- Theat 8 J. Studentenliebe U.: Schauspieler- Th. ( Friedrich- Wilhelmstädt. Th.) Chausseestr. 30 U.: Elga- Hannele Farner, Granach, George, Twardowski Thalla- Theater Scheidungsreise Theater Ld.Kommandantenstr. 7% Liebelei Wallner- Theater 1½ Uhr Emilia Galottl Rose- Theater 7% Uhr: Das Gesetz Casino- Theater 8U. Der Ehemann Frau! Weiche mit Henko die Wäfche ein! Du sparst an Seife und Walchmittel und erleichterst Dir das Waschen Henko Henkels Walch- und Bleich- Soda bewährt seit einem halben Jahrhundert für Wäfche u. Hausputz BUSSTAGSProgramm der UFA- THEATER Mittwoch, 21. November Anfang 6 Uhr Ufapalast am Zoo DIE SCHOPFUNG Oratorium von Haydn Tauentzienpalast Kammerlichtspiele U. T. Alexanderplatz U. T. Schöneberg Humboldt- Theater DER HEILIGE UND DIE SÜNDERIN U.T. Kurfürstendamm U. T. Weinbergsweg U. T. Hasenheide Filmpalast Spandau Declalichtsp. Reinickendorfer Str. GLAUBE UND HEIMAT U. T. Nollendorfplatz Ballschmieder Lichtspiele, Badstr. JOSEPH U. T. 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November 1923 auf 1000 Milliarden Mart und vom 19 Nov. 1923 aut 2009 Milliarden Mark festgelegt ist. Einladung zur ordentlichen Ausfchußfihung am Donnerstag, den 29 Nopember, nachmittags 15 Uhr, im KassenLotal, Oranienstr. 138. Tagesordnung 1. Wahl des Borsigenden des Ausschusses. 2. Bahl bes Rechnungs ausschuffes zur Prüfung der Rechnung des laufengen Jahres. 8 Beschlußfassung über die 18 Abänderung der Gagung( 845) 4. 82/13 Berlin, den 20. November 1923. Der Borstand: Karl Röder, Borsigender. Einladungs! arte dient als Ausweis. 2nferate im Dorwarts Pianos Berichtebenes fichern Erfolg! Auf wertbeständiges Geld wird 20%, Rabatt vergütet! zur Miete Ansbacher Str. 1, Fare Rurfürstenstraße Von Donnerstag bis Sonnabend Die Abtreibung Ausnahmepreistar Plüsch- u.Pelzmäntel Go dmark Pracht- Ulster in gemusterten Flausch- toffen 36, 24, 12 Strickwesten für Herren und Damen, nur in grau Strickjacken, hellblau Hernieifen, Kerzen, Schmierfeife, Scheuertücher und Collettefeifen. 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