Abendausgabe Nr. 550 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 277 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Rebattion: Sw. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- dresse: Sozialbemotrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 70 Milliarden M. Sonnabend 24. November 1923 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2502 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Einigung im Ruhrgebiet. Paris, 24. november.( EP.) Am Freitag abend 7 Uhr wurde in Düsseldorf ein Abkommen zwischen der Micum und den Bertretern derjenigen Ruhrindustriellen unterzeichnet, die bis jeht mit den Befahungsbehörden zu feiner Einigung gefommen waren. Das Abkommen wurde von den Vertretern der Deutsch- Curemburgifchen Gesellschaft, der Gute- Hoffnungs- Hüffe, der Dortmunder Union, der Harpener Bergbaugesellschaft und im Namen von Sfinnes unterzeichnet. Seine Gültigkeit erstreckt sich bis zum 15. April 1924. Das Abkommen betrifft 80 Pro3. der Fabriken und Gruben in der Ruhr. Seine hauptsächlichsten Bestimmungen find die folgenden: 1. Die Gruben bezahlen 15 000 Dollar Kohlensteuer für die Zeit vom 1. Juli bis 1. november. 2. Sie werden in Zukunft 10 Frant für jede verkaufte Tonne Kohle entrichten. 3. Sie werden 18 Proz. ihrer Nettoprodukte unentgeltlich an die Alliierten liefern. 4. Die Vorräte, die in der Ruhr am 1. Oktober vorhanden waren, find Eigentum der Alliierten. 5. Das Regime der Ausfuhrlizenzen bleibt beNehen. Die Metallwaren, die gegenwärtig vorhanden sind, fönnen nur ausgeführt werden, wenn die rüdfländigen Steuern bezahlt find und nur im Verhältnis der Mengen, die im Jahre 1922 ausgeführt wurden. 6. Die Lieferung der Nebenprodukte der Kohle wird Gegenfland eines neuen Abkommens fein. Dem Abkommen find ferner mehrere Anhänge beigefügt worden, deren einer die Reparationsfehlenmenge für jeden einzelnen Industriellen feststellt, worden. Nach dem Sturz. Besprechung des Reichspräsidenten mit Parteiführern. Eine Lösung der Regierungstrife ist bisher noch nicht erfolgt, fie ist auch noch nicht einmal in ihren Anfängen fichtbar. Der Reichspräsident hat sich die Führer der Fraktionen, Genoffen Hermann Müller sowie die Abgeord neten Petersen, Marg, Scholz und Hergt einzeln kommen lassen und sie ersucht, ihre Aufassung der Lage darzulegen, um daraus ein Bild der parlamentarischen Gesamtsituation zu gewinnen. Es läßt sich ohne weiteres annehmen, daß dieses Bild nicht besonders flar gewesen sein wird. verlieren, und der Bergbau wird selbstverständlich bemüht sein, die ihm aus dem Abkommen erwachsenden Lasten durch Er höhung der Kohlenpreise auf die Verbraucher abzuwälzen, soweit die Konkurrenz des Weltmarktes es zuläßt. Immerhin muß dieser für das Bolfsganze ungeheuer brüdende Bertragsabschluß begrüßt werden aus nationalen Interessen heraus. Die Gefahr, daß das Ruhrgebiet durch seine gänzliche Abschnürung von einer Unterstüßung dem übrigen Deutschland verloren geht, wird in demselben Augen- Verhandlungen zwischen den verschiedenen Parteien blid vermindert oder vielmehr gebannt, wenn es gelingt, den haben noch nicht stattgefunden. Bei den Parteien der bürgerBergarbeitern Beschäftigung zu verschaffen. Die Erwerbs lichen Mitte, insbesondere bei der Volkspartei, ist man einer lofenunterstügung fann die Reichsregierung bekanntlich nicht Rombination, die auch die Deutschnationalen mit einbezieht, mehr zahlen, ganz abgesehen davon, daß die lange Dauer des nicht ganz abgeneigt, man glaubt aber, daß auch der gemäßigte paffiven Widerstandes und der späteren Arbeitslosigkeit im Flügel der Deutschnationalen, der mit dem radikalen nach Ruhrgebiet nicht nur die materielle Not verschärfen mußte, einer Rechtsdiktatur drängenden Flügel im schweren Kampfe sondern auch zu einer Demoralisierung geführt hat, die den steht, für den Eintritt in die Regierung Bedingungen stellen besten Nährboden für separatistische Bestrebungen bildete. würde, die für die bürgerliche Mitte nicht annehmbar wären. Hoffentlich ist jetzt diese schlimmste Gefahr vermieden. Der Andererseits wäre man auch nicht ganz abgeneigt, a us Breis, den das Bolksganze dafür zu zahlen hat, würde dann der Mitte heraus eine neue Regierung zu stellen, wettgemacht werden durch die Stüßung der deutschen Reichs falls Sicherheit dafür gegeben wäre, daß diese Regierung nicht einheit, für die gewiffe, sich national gebärdende Kreise so alsbald wieder gestürzt werden würde. Ob solche Sicherheiten wenig übrig haben. zu geben wären, muß dahingestellt bleiben, das hängt natürlich auf der anderen Seite von den Sicherheiten ab, die eine solche Regierung für ihre Politik der Sozialdemokratischen Partei geben würde. Dr. Fischer vor der Reparationskommiffion. 4 Paris, 24. November.( WTB.) Ueber die geftrige Bormittags. Einer Wolff- Meldung qus Düsseldorf zufolge sind die Man versichert im Reichstag allgemein, daß der Ge Barijer Meldungen, wonach der Vertrag mit der Micum ledig. fihung der Reparationskommission ist folgendes offizielle Kommudante einer Beamtenregierung bereits fallen lich im Namen einiger Bergwerksbesitzer unterzeichnet wurde, niqué ausgegeben worden: Die Reparationstommission ist vormittags 10,15 Uhr unter dem gelassen worden sei wegen des starken Widerspruchs, der unrichtig. Der Vertrag ist vielmehr vom Generaldirektor Bögler( Dortmund) als bevollmächtigtem Vertreter des Vorsitz Barthous zusammengetreten, um gemäß der Entscheidung aus parlamentarischen Kreisen gegen ihn erhoben werde. Es Bergbaulichen Vereins in Essen unterzeichnet vom 13. November die deutschen Bertreter zu hören. Die ist aber nicht abzusehen, was sonst zustandekommen soll, wenn, deutsche Delegation feßt sich wie folgt zusammen: Staatssekretär wie es bisher den Anschein hat, fede parlamentarische RomDer Vertrag über den wir uns ein endgültiges Urteil vor Fischer- Kriegslaftenfommission, Merer- Litter Kriegslaftenfommiffion, bination scheitert. Um zwei Uhr nachmittags wurde der Abg. v. Kar. behalten müssen, bis feine Einzelheiten vorliegen, stellt sich in Dr. Brandt- Reichsfinanzminifterium, Dorn- Reichsfinanzministerium, Reichardt Reichswirtschaftsministe. dorff( D. Volksp.) zum Reichspräsidenten berufen. Man ben bisher bekannten Bedingungen als außerordentlich Wolf- Reichsverkehrsminftierium, hart bar. Neben einer nachträglichen Kohlensteuerzahlung rium, Schaeffer- Reichswirtschaftsministerium, Simon- Auswärtiges legt dieser Berufung besondere Bedeutung bei. von 15 000 Dollar für die zurückliegende Zeit sind in Butunft Amt und Michaelis als Dolmetscher. Der Borsigende wies darauf Die fozialdemokratische Reichstagsfrat. 10 Frant pro Tonne zu zahlen. Das sind ungefähr 10 Bro3. hin, baß die deutsche Regierung die Reparationstommiffion durch ihre ti on hielt am Sonnabendvormittag eine Sigung ab. Sie be bes gegenwärtigen Goldmartfohlenpreises. Weiter find aber noten vom 24. Oktober und 2. November mit verschiedenen Fragen auftragte u. a. den Fraktionsvorstand, alsbald Stellung zu 18 Broz. der Nettoproduktion, also abzüglich bes Selbstver befaßt habe. Er forderte die deutschen Vertreter auf, die gewünsch nehmen zu einer Interpellation über das Verbot brauches der Gruben unentgeltlich an die Entente abzugeben. ten Ausführungen zu den in den Noten aufgeworfenen Fragen zu politischer Parteien. Die Belastung des Kohlenbergbaues beträgt also insgesamt machen. etwa 30 Prog. in Gold, ungefähr ebensoviel, wie der Kohlenbergbau früher an Kohlensteuer zu zahlen hatte, nur mit dem Unterschied, daß ein kleiner Teil dieser Ententekohlensteuer in bar, der größere in natura zu entrichten ist. Im Namen der deutschen Delegation gab Staatssekretär Fischer Die Morgenpresse beschäftigt sich mit den Möglichkeiten zunächst einen Ueberblid über die Notlage Deutschlands auf finan einer neuen Kabinetisbildung. Dabei ist es interessant, festziellem und wirtschaftlichen Gebiet und ihre Ursachen und Rückwir zustellen, daß die Kombination, die vor dem Sturz Strefe tungen auf die deutsche Leistungsfähigkeit. Er hob den Standpunkt manns das Feld beherrschte und die der erste Anlaß zum Außerdem gehören die bis zum 1. Oftober geförderten der deutschen Regierung, daß die Ruhrbefehung rechtswidrig fei, er. Sturz des Kabinetts war, die außerparlamenta Rohlenvorräte der Entente, und die Ausfuhrkontrolle für neut hervor, er wies darauf hin, daß nur die Wiederherstellung der rische Dittatur, von der ernsten Presse nicht mehr Kohlen und Metallprodukte bietet dem Bertragsgegner außer Einheit der deutschen Wirtschaft die Finanzen in Ordnung bringen in den Kreis der Betrachtung gezogen wird. ordentlich wirksame Handhaben, um die Lieferungsbedingungen und die Leistungsfähigkeit Deu schands wieder erweden fönnte. Dor. Die Bossische Zeitung" sähe es am liebsten, wenn durchzusehen. Der Umstand, daß der Bergbauliche Verein, und auf gab der deutsche Delegierte eine eingehende Darlegung der er die Sozialdemokratische Partei die Kabinetts. eine Reihe der führenden Bergwerte und Hüttenzechen das griffenen und beabsichtigten Maßnahmen zur Sanierung der Finon bildung auf der Grundlage der alten Wirth- Koalition in die Abkommen unterzeichnet haben, macht sie zu privaten zen und der Währung, wie z. B. die Umstellung der Einatswährung Hand nähme. Sie erhofft für diesen Fall eine neutrale HaiBürgen für die Innehaltung feiner Bestimmungen. auf Gold, die äußerste Einschränkung der Ausgaben una Burüd- tung der Deutschen Bolkspartei. Aber auch eine Erneuerung Aus den dürftigen Mitteilungen, die bisher vorliegen, geht drängung wohlerworbener Rechte und Fürsorgemaßnahmen sowie die der großen Koalition hält sie nicht für ganz ausgeschlossen, nicht hervor, inwieweit die Ruhrindustriellen etwa eine Ent- Einstellung der Notenpresse. Er fezte darauf auseinander daß die wenn als Kanzler diesmal ein Demokrat, etwa der würtschädigung vom Reiche für ihre Aufwendungen erwarten. Das Notwendigkeit, diese Reformen durchzuführen, die dusche Regierung tembergische Staatspräsident Hieber, in den Vordergrund Reich seinerseits hat bekanntlich erklärt, daß es außerstande ist, zu einem Eingreifen in die Sachlieferungsverträge gezwungen habe. tritt. Für eine deutsch nationale Kanzlerschaft hat die bie Rohlenlieferungen zu finanzieren, und daß es bereit wäre, Der deutsche Delegierte gab furz Renntnis von dem Jahat einer Voffische Zeitung" feine Sympathie übrig. Die deutschnatio. die von dem Kohlenbergbau an die Entente geleisteten Liefes gleichzeitig von ihm übergebenen Denkschrift zu den belgischen Etu- nalen Minister hätten sich bisher nicht durch Fähigkeiten ausrungen auf fünftige Steuerzahlungen der Bergwerke anzu- dien. Er erklärte, daß die Studien unter den angegebenen allge gezeichnet. Der Schaden, den ein deutschnationales Minirechnen. Inwieweit dieser Gedanke verknüpft ist mit dem meinen Voraussetzungen eine geeignete Grundlage für die fterium anrichten müßte, fönne gar nicht hoch genug gewertet neuen Kohlenabkommen, ist ohne weiteres nicht ersichtlich. So- Lösung des Reparationsproblems bilden tontten. Schließlich vies werden. Man müsse deshalb solche Wiederholungen, wenn wohl für die Stärkung der Reichsfinanzen, als auch für die er in eindringlichen Werten auf den ungeheuren Ernt der irgend möglich, unterlassen. deutschen Verbraucher bleibt seine Wirkung die gleiche. Das Stunde hin und appellierte an das Verantwortlichkeitsgefühl der Reich würde in diesem Falle Ansprüche auf zufünftige Steuern Reparationstommiffion. Poincarés neuester Sieg. Weber, bie mehrstündige Rede, die Boincaré gestern in der Rammer hielt, liegt jest ein ausführlicher WTB.- Bericht vor. Aus diefem gewinnt man ben Einbrud, daß es dem franzöfifchen Minister präsidenten vor allem darauf ankam, die Gelegenheit zu einer Auseinandersetzung mit verschiedenen offenen oder rerstedten Gegnern, mie Zarbleu und Briand zu benutzen und sich als den flügeren unb energifcheren Staatsmann zu empfehlen. Die Sicherheitsfrage spielte babei die Hauptrolle. Poincaré rechtfertigte gegendie Kluft zwischen Frankreich und den meisten seiner Alliierten nicht überbrückt worden, im Gegenteil. Man braucht nur die gestrige Rebe Poincarés mit den jüngsten Erklärungen Baldwins und Mussolinis zu vergleichen, um zu erkennen, wie tief das Mißverständnis ist, das Frankreich nicht nur von Deutschland, sondern auch von den übrigen Böltern Europas trennt. Dollar amtlich wie bisher. 37 Das Berliner Tageblatt" hält im Gegensatz zur Bossischen Zeitung" die Rückkehr zur Wirth- Koalition nicht für möglich. Das Zentrum werde sich dem versagen, man habe außerdem mit Widerständen in der Deffentlichkeit zu rechnen, da die Zusammenfegung des Parla. ments nicht mehr ohne weiteres die Stimmung des Boltes widerspiegele. Ob diese Art der Begründung, mit der man jede Rombination befämpfen tönnte, besonders glücklich ist, mag unerörtert bleiben. Auf der anderen Seite hält das„ Berliner Tageblatt" einen Bürgerblod unter deutschnationaler Führung, der einem Klaffenkampf des Bürgertums gegen die Arbeiterschaft gleichkommen würde, für keine tragbare Lösung. Weder die Demokraten noch das Zentrum tönnten etwas derartiges mitmachen. Die glücklichste Lösung sei die Rückkehr zur Soalition der bürgerlichen über Brianb die seinerzeitige Ablehnung des von Lloyd George in Die Rabinettstrife bewirkte ami geftrigen Tage einen gewalti. Cannes angebotenen englisch- franzöfifchen Garantiepaties, wie auch gen Sturz der Mart in London. Aus New Yort werden zwar Cannes angebotenen englisch- franzöfifchen Garantiepafies, wie auch wieder unveränderte Kurse gemeldet, doch fand hier keinerlei Ge. gegenüber Tardieu feine Nachgiebigkeit in der Botschafterkonferenz schäft in deutscher Taluta statt. Der Londoner Markturs mit girta Arbeitsgemeinschaft. Allerdings fei das nur möglich, in der Frage der Wiederaufnahme der Militärfontrolle, 47% Billionen für das Pfund entspräche einer hiesigen Dollarparität wenn die Sozialdemokratie den bürgerlichen Parteien gewisse Im übrigen war die Rede in besonders heftigem Tone gegen von 9 Billionen. Auch im belegien Gebiet hat die Nachricht vom Garantien für eine kontinuierliche Bolitik gebe Deutschland gehalten. Die Räumung des Ruhrgebietes ftellte Sturze des Kabinetts Etresemann eine fiarte Gentung der Mark- In der deutschnationalen Breffe macht sich eine pein er nach der Reparationszahlung Deutschlands, turse hervorgerufen. In Köin wurden an der sogenannten schwarzen liche Unsicherheit bemerkbar. In der Deutschen e'fo mit der dentbar zweideutigsten Formel, in Aussicht, hinsichtlich Börse ganz phantastische, meit über der oben erwähnten Barität Tageszeitung" heißt es zwar, nur eine auf nationale tes finten Rheinufers und der Brüdenföpfe blieb er bei feiner grau- liegende Kurse genannt. Bei der amtlichen Feststellung Kräfte gestützte Bolitit fönne wirkliche Lösungen bringen, und famen und vertragswidrigen Behauptung: Die Belegungs- ber Devisen an der heutigen Berliner Börse hielt man jedoch an es fei gleichgültig, ob man dabei mehr oder went. fristen laufen nicht. Im übrigen nahm er grundfäßlich den Kursen des Bortages feft bei wieberum nur 1 Broz ger parlamentarisch oder sonst wie" verfahre, die das Recht zu isoliertem Vorgehen gegen Deutsch and in Anspruch Buteilung für die Hauptvaluten. Geldanleihe wurde bement- Hauptfache bleibe, daß diejenigen politischen und wirt. Am Schluß der Sigung teilte er mit, er erfahre foeben die Unter- sprechend unverändert feligelegt, ohne daß eine Zuteifung erfolgte. fchaftlichen Kräfte herangezogen werben, die feit fünf zeichnung des Lieferungsablommens in Düsseldorf, das er als eine Dollarschäße waren auch heute wieder gefirichen Geld. Jahren beiseite gefchoben wurden. Also gleichsam eine tapitulation von Stinnes" bezeichnete. Diefe Rebe und Der Effettenmarkt steht ebenfalls unter dem Zeichen her abi- Bitte um gut Wetter für die Agrarier. ibre allerdings unvermeidliche Billigung durch fünf nettstrife. Behntel der Kammer( es scheinen diesmal nur die Sozialisten und Rommunisten gegen den Bertrauensantrag gestimmt zu haben) ** 4 Auch die Kreuzzeitung" fühlt sich nicht ganz wohl und versucht mit einigen pathetischen Deklamationen über die Die Umrechnungszahl für den Cebensmittel- Situation hinwegzukommen. wirft Europi um vier Jahre zurück. Die Kluft zwischen Deutsch einzelhandel beträgt 1000 milliarden und ist gültig vom land und Frankreich wird immer tiefer. Allerdings ist damit auch 24. november mittags bis 26. november mittags. „ Sein( Stresemanns) Sturz," so heißt es da ,,, bedeutet an fich noch feinen Systemwechsel, ist aber ein deutliches T Zeichen dafür, daß er fonumen muß und tommen wird, wenn nicht das ganze Reich ihm nachstürzen foll. Ob heute oder mor gen, wer will das vorausbestimmen? Die Bemühungen auf parlamentarischer Grundlage" werden weitergehen. Ob sie imftande sein werden, eine straffe, nationale Regierung zu schaffen, lassen wir dahingestellt. Eins ist auch in diesem Falle ficher: Der Weg muß, wenn schon durch das Barlament, über das Parlament, über den Reichstag vom Jahre 1920 insbesondere, hinausführen." Nach den hochtönenden Tiraden der letzten Wochen ist das immerhin ein bemerkenswertes Maß von Bescheidenheit. Noch bescheidener ist des Herrn Stinnes allergehorsamste Deutsdye Allgemeine 3eitung": Die fommende Regierung," so heißt es da, wird sich auf möglichst weite Kreise des Bürgertums, vor allem auch der Landwirtschaft zu stüßen haben. Gerade darin liegt aud für das Ausland die beste Bürgschaft, daß im Innern Deutsch lands wieder fiabilere Berhältnisse einfehren, die die Voraussetzung jedes Arrangements nach außen sind." Das Blatt begnügt sich also damit, sich auf die Tennen der Agrarier zu begehen, um deren Weizen dreschen zu helfen. Bon Diktatur und Direktorium hört man nichts mehr. Nur Herr Maurenbrecher träumt in der Deutschen 3ei tung" seinen alten Traum weiter. Der militärische Befehlshaber müßte vom Reichspräsidenten mit der Res gierungsbildung beauftragt werden, fordert er furz und bündig. Er steht allein auf weiter Flur. Die Verbotenen. Kämpfe mit Sonderbündlern. 130 Separatisten erschlagen. Köln, 24. November.( WTB.) leber blutige Rämpfe dorff aufgenommen hat, weil er glaubte, dessen Namen entschied der Ausschuß mit großer Mehrheit die Bersagung der bei einem Ronflitt mit Berlin nötig zu haben. Am Genehmigung, weil er seine prinzipiellen Beschluß von heute 7. November war Lassow bei Ludendorff und sprach ganz bestimmt, feine rüdwirkende Kraft verleihen wollte. aus, daß er. Kahr und Seißer zum Schlagen ent. schlossen wären. Das gleiche wiederholten die brei Herren am Donnerstag nachmittag 4 Uhr. Es fehlten ihnen nur noch einige Herren aus dem Norden. Auch anderen Bersonen gegenüber hat sich General v. Lossow in gleichem Sinne geäußert. zwischen dem Selbstschuß des Siebengebirges und Sonderbündlern Die Namen dieser Herren können genannt werden, wie z. B. Graf berichtet die„ Kölnische Zeitung": Die Zahl der dabei getöteten Holldorf- Wolmirstedt. Diese Erklärungen find politisch wertlos. Aber für den Ober- Sonderbündler mit 180 fei nicht zu hoch angegeben. Die in Honnef untergebrachten Sonderbündler hatten durch Plünderun reichsanwalt sollten sie immerhin von Wichtigkeit sein, wenn er gen und Gewalttätigkeiten die Erbitterung der Stadt- und Landetwas unternehmen wollte oder dürfte! Auch nachdem der Reichstag in feiner bürgerlichen Mehrheit den Antrag auf Einleitung des Hoch bevölberung aufs äußerste gesteigert. Schon am vergangenen Dienstag wurden in Rheinbreitbach fünf Sonderbündler verratsverfahrens gegen Rahr und Lossow abgelehnt hat. aus Kraftwagen herausgeholt und erschlagen und zwischen Bayerische Volkspartei gegen die Vaterländischen. Erpet und Linz der Bataillonschef Stroehmann erschossen. Im ganzen Siebengebirge bildete sich zwischen ein Selbstschutz, Dem München, 24. November.( BTB.) Das Organ des Frattions- alle Parteien angehören. Als in Hoevel ein im Automobi ange vorfizenden der Bayerischen Boltspartei, der Regensburger femmener Trupp Sonderbündler wieder plündern wollte, griff der Anzeiger", erflärt in einer Besprechung des Hitler- Butsches es Selbstschutz ein, von dessen Mitgliedern ein Mann durch einen Schuß für notwendig, daß das Verhältnis von Staatsgewalt und Staats- des Autoführers getötet wurde. Ueber das Schicksal dieser Sonder autorität zur Organisation der vaterländischen Bewegung bündler ist nichts bekannt. Ein zweites Auto mit 30 Sondergrundsäglich ein anderes werde. Es tönne nur einer Herr bündlern, welches dem ersten folgen wollte, fehrte um, wurde aber im Staate sein, nämlich ber Staat selber. Die Haltung der vom Honnefer Selbstschutz aufgehalten. Von 30 Mann wurden 23 Reichswehr und der Landespolizei habe gezeigt, daß der Staat erschlagen. Als Freitag morgen etwa 2000 Sonderbündler wieder fo ftart geworden sei, baß er teiner illegalen gegen den Selbstschutz vorgehen wollten, tam es im Honnefer Starts Machtmittel mehr bedürfe, um sich zu behaupten. wald zu stundenlangen Kämpfen, in deren Berlauf 70 Sonderbündler getötet und 50 gefangen genommen wurden. ** Rahr stellt sich bekanntlich auch heute noch hinter die vaterDie Deutschvölkischen, die jedesmal dann, wenn fie einen tändischen Kampfverbände und glaubt sie als willkommenes InHausbrand verursacht haben, behaupten, feine Streichhölzer zu bestrument für seine Machtgelüfte nicht entbehren zu können. Man fizen, machen auch diesmal von den Instanzen, die sie sonst nicht darf deshalb annehmen, daß sich die Ausführungen des„ Regensanerkennen, ausgiebigen Gebrauch. So mutet es einigermaßen burger Anzeiger" gegen Rahr direkt wenden. tomisch an, wenn der Haudegen Henning, Major a. D., M. d. R. und Führer der Deutschvölkischen Freiheitspartei, mit einem Schreiben ausgerechnet zum Reichspräsidenten Ebert läuft, um fich über- General Seedt zu beschweren. Berstoß gegen die Reichsverfassung, Ueberschreitung der dem Oberbefehlshaber ner flehenen Rompetenzen! Steuern in Preußen nach Goldwert. Nachdem fürzlich von der Reichsregierung auf Grund des Ermächtigungsgesetzes die Zahlung der Reichssteuern nach ihrem Goldwert vorgeschrieben worden ist, wird in den nächsten Tagen vom preußischen Staatsministerium eine ähnliche Vorschrift auch für die preußischen Staatssteuern, die tommunalen Ab. gaben und die Handels, Handwerfs- und Landwirt. fchaftstammer Beiträge getroffen werden. Die Regelung wird sich eng an die reichsrechtlichen Bestimmungen anschließen. Eine Schon frist ist nicht vorgesehen. Waren es nicht gerade die Deutschvölkischen, die die Reichsverfassung in Grund und Boden verdammt haben, waren es nicht die Deutschvölkischen, die in allen Tonarten für einen Diktator schwärm ten, der sich den Teufel was um Kompetenzen und Instanzen fümmert? Und wie war es nicht gerade Gbert, der bespudt und besudelt wurde und der auf alle Fälle so schnell wie möglich beseitigt werden sollte? Nun soll das alles nicht wahr gewesen sein und die In der Verordnung des preußischen Staatsministeriums wird feutschen Reden rutschen vor dem fozialdemokratischen Reichs das Prinzip der Golbzahlung u. a. in der Weise durchgeführt präsidenten einer dreimal verfluchten Republit auf den Knien. werden, daß die Umwertung der Papiermartschuld in einen GoldDa sind die Kommunisten doch andere Kerle. Sie laffen betrag von allen derjenigen Abgaben, die auf Grund einer vom nichts von sich hören. Eine bürgerliche Korrespondenz allerdings Staatsministerium bestimmten Berhältniszahl festgesetzt sind, auf will bereits wissen, daß sie sich entschloffen haben, nicht zu den Tag der Festsetzung der Verhältniszahl zurückbezogen wird. fterben... Preßverantwortlichkeit und Immunität. Haussuchungen bei thüringischen Abgeordneten. Weimar, 23. November.( TU.) In der heutigen Sigung des Der Geschäftsordnungsausschuß des Reichs. Landtages teilte Präsident Leber mit, daß bei den kommunistischen Abgeordneten Tenner, Dr. Neubauer und Frau tags beschäftigte fich bor furzem mit der Frage, ob mit dem Dunder Haussuchungen stattgefunden haben. Auf Borstellung zurzeit geltenden Rechtszustand gebrochen werden solle, wonach ein durch seine Immunität geschüßter Abgeordneter den Bosten des Präsidenten bei der zuständigen Reichswehrstelle wegen dieser eines verantwortlichen Rebatteurs übernehmen darf. 3mmunitätsverlegung wurde die Ansicht des Reichswehr Der Ausschuß nahm einen Antrag des Abg. Brodauf( Dem.) an, tommandos dahin zum Ausdrud gebracht, daß sich die Immunität wonach fortan in allen Fällen, in denen es sich um die straf nicht auf die Privatwohnungen der Abgeordneten beziehe. Der gerichtliche Berfolgung eines Mitgliedes des Reichstags Bräsident richtete daher ein diesbezügliches Protestihreiben in feiner Eigenschaft als verantwortlicher Rebatteur an die Reichsregierung mit der Bitte, das Reichswehr einer periodischen Druckschrift handelt, der Geschäftsordnungsaus tommando zur Immunitätsverachtung aufzufordern. schuß grundsäglich dem Reichstag die enehmigung zur Strafverfolgung vorschlagen foll. Ferner wird die Mehrzahl der Mit glieder des Ausschusses beim Plenum des Reichstags beantragen, die Reichsregierung zu ersuchen, baldigft im Sinne des Antrags Brodauf einen Gesetzentwurf zur Abänderung des§ 8 des Breßgefeßes dahin vorzulegen, daß als verantwortlicher ReBerfonen, die dem Reichstage oder einem Bandtage angehören. Nach dakteur periodischer Druckschriften nicht bezeichnet werden dürfen Erledigung der prinzipiellen Frage wurden mehrere Einzelfälle behandelt, in denen die Strafverfolgung verschiedener Redakteure, die zugleich Abgeordnete find, nachgesucht war. In allen diesen Fällen Der gemeinsame Hochverrat. Ludendorffs neue Anschuldigungen. Ludendorff läßt durch die TU. eine Erklärung verbreiten, in der er gegen die Münchener Bresse polemisiert, die feine Berichtigungen nicht aufnehme. Unter anderem sagt Ludendorff: Die Münchener Berichte schweigen sich darüber aus, daß schon im Ottober General v. Loffom die Verbindung mit LudenMutter, du, Erde, Caß mich doch ruh'n! Gebet. Müde bin ich, hole mich nun, Sei es im Donner, fei es im Sturm, Nur hol' mich ein! Gib mir doch Frieden, mir Erdenwurm! Not war und Sorge mein Lebenslauf, Nimm mich doch auf! Mutter, Mutter, dann bin ich dein! Mutter, du, Erde, Nimm mich doch auf! Führ mich als Flamme Sterne hinauf, Bette mich in dein faltiges Kleid! Nur laß mich ruh'n! Mutter, hörst du? Ein Leben voll Leid. Caß es vergangen, vergeffen fein, Ich bin doch dein! Mutter, Mutter, laß mich doch ruh'n! Mutter, du, Erde, Willst du mich nicht? Mutter, der Wahnsinn hält heut Gericht! Wie's durch die Stunden flüstert und raunt, 3mmer nur: Geld! Wie es die Nacht durch die Welt pofaunt: Hunger und Hunger und Haß und Not! Wie er uns droht, Mutter, der Wahnsinn auf deiner Welt! Friz Muche, Metallarbeiter. Die Arbeitslosenfrage im Rheinland. Duisburg, 24. November.( Mtb.) Die Stadtverwaltung hat mit Rücksicht auf die schwierige Finanzlage etwa 1000 ArbeitsIoje mit Familien ins unbefehte Gebiet abgeschoben. Die Arbeitslosen waren mit dieser Maßnahme einverstanden. Weitere Transporte sollen folgen. Die Stadt hofft die Zahl der Erwerbslosen, die jeẞt etwa 40 000 beträgt, durch Abschiebungen ins unbesetze Gebiet so zu vermindern, daß nur noch die aus Duisburg selbst stammenden übrigbleiben. Folgen der Judenhehe. Beschwerde der polnischen Regierung beim Reichskanzler. Die polnische Regierung hat sich durch Vermittlung der polni schen Gesandtschaft in Berlin beim Reichskanzler über die Mißhandlung und Plünderung von polnischen Staatsbürgern jüdischen Glaubens am 5. November in Berlin beschwert. Es liegen über hundert Protokolle vor, aus denen sich ergebe, daß die Polizeibehörden die Angegriffenen nicht verteidigt hätten. Das Eingreifen des polnischen Generalfonfuls fei mirfungslos geblieben. Die polnische Regierung fragt an, in welcher Weise die schuldigen Beamten bestraft wurden, und verlangt Schadenersatz für die geschädigten polnischen Staatsbürger. Die„ Oftthüringische Tribüne", die Geraer sozialdemokratische Beitung, ist vom Militärbefehlshaber in Thüringen auf unbeftimmte Beit verboten worden. Der Idealheld der Deutschnationalen aller Grade, Herr Mussolini, hat jetzt im Berfolg feiner Ausrottungspläne gegen bas Deutschtum auch alle deutschen Bolksschulen in Südtirol schließen lassen. Die Stadt Innsbrud benannte zum Proteft verschiedene Straßen und Pläge nach Südtiro und feinen Städten. Zarische Henter als Sowjetbeamte. In den nächsten Tagen beginnt in Moskau ein Prozeß gegen zwei ehemalige Gefängnisinspektoren Rowalew und Kurillo- Sementomsti, die beschuldigt sind, während der Barenzeit politische Gefangene gefoltert zu haben. Nach der Revolution gelang es beiden Angeklagten, unter Verheimlichung ihrer Vergangenheit, in den Dienst der Sowjetregierung zu treten, mobei Kowalem fogar die Ernennung zum Chef eines der Ronzenpolitische Gefangene internieren. trationslager erreichte, in welchen die Sowjetbehörden bekanntlich Weibliche Kandidaten zum englischen Unterhaus find 22 aufge= stellt, darunter 4 Konservative, 8 Liberale, 9 von der Arbeiter. partei und eine Unabhängige. Der Direktor des Hohenzollern- Museums, Prof. Paul Seidel, das Maurerhantwert; er hat später, als Sprecher in der Freireligiösen Gemeinde gewirkt. Nach Absolvierung des Königsberger ist von seinem Amt zurüdgetreten. Hoffentlich benutzt man Wilhelmsgymnafiums und einiger Semester an der Königsberger diese Gelegenheit, um das nicht mehr ganz zeitgemäße Museum Univerfität ging Conrad Schmidt nach Berlin, um dort National- aufzulösen. Was sich von Kunstwerken darin befindet, wäre in ötonomie zu studieren und fich auf die akademische Karriere vorzu- den staatlichen Sammlungen unterzubringen und der Rest tönnte an bereiten. Gleichzeitig mit ihm studierte in Berlin seine jüngere monarchistische Schaubudenbefizer meistbietend verkauft werden. Schwefter( heute Räthe Rollwig), bie fich bei Stauffer- Bern als Malerin ausbildete. Die Schrift, mit der fich Schmidt den Doktorgrad erwarb, hat fofort die Aufmerksamkeit sozialistischer Kreise, vor allem unferes Friedrich Engels in London, auf den jungen Gelehrten gelenkt. Deutsche Forschungsarbeit in Afrifa. Geheimer Regierungsrat Prof. Kleine, Abteilungsleiter im Institut Robert Koch, ist in diesen Tagen von einer Forschungsreise nach Afrita zu rückgekehrt. Vor zwei Jahren ist er von der Deutschen chemischen Industrie als Leiter einer Expedition dorthin entsandt worden, um Mit Engels trat Schmidt denn auch bald in einen engen, in das von den Farbwerken Bayer- Elberfeld hergestellte neue Mittel zwischen zum Teil veröffentlichten Briefwechsel, und der alte Meister Bayer 205", beffen starte Heilwirtung auf Trypanosomen- Injetveranlaßte ihn, zu längerem Aufenthalt nach London zu tommen. Honen bereits hier festgestellt war, in ausgedehnten Versuchen an Faft ein Jahr lang weilte Conrad Schmidt in London und genoß Ort und Stelle zu erproben. Geheimrat Kleine hat seine Arbeiten das für den Menschen wie für den sosialistischen Theoretifer undergleichliche Glück eines intimeren Umgangs mit dem Altmeister des zuerst im englischen Rodhesia, dann im belgischen Rongofta at ausgeführt. Er wurde dabei von den dortigen europäischen Sozialismus. Sein Versuch, sich dann als Privatdozent Regierungen durch größtes Entgegentommen unterstügt. Nach an der Leipziger Universität zu habilitieren, hatte troß des glänzenden Befähigungsnachweises, den er in seiner Dottor- feinen Feststellungen übertrifft bas neue Mittel weitaus bie bisher arbeit erbracht hatte, feinen Erfolg; er wurde, als Sozial befannten. Es vermag nicht nur beginnende, sondern in den meisten bemotret, nicht einmal zur Prüfung zugelassen, Fällen auch weiter fortgeschrittene Fälle von Schlaffrankheit ein Standal, der feinerzeit viel Staub aufwirbelte und auch im zu heilen. Kleine glaubt danach, daß die gänzliche Ausrottung dieser fächfifchen Landtag zur Sprache gebracht wurde. Schmidt redigierte furchtbaren Krankheit im Grunde nur noch eine Frage der Organi dann in Berlin eine Zeitlang die von Mar Schippel begründete fation fei. fozialdemokratische Wochenschrift Bolfstribüne" und ging danach im Jahr 1890 nach der Schweiz, wo er ohne Schwierigkeit in Zürich als Privatdozent zugelassen wurde. Fünf Jahre dauerte feine dortige akademische Wirtsamteit. Im Jahr 1895 fehrte er nach Berlin zurüd, um von nun an hauptsächlich mit der Feder der Partei zu dienen. Zahllos find seine Abhandlungen, die er in den wissenschaftlichen Zeitschriften unferer Partei veröffentlichte und die in ihrer Gesamtheit dem Ausbau und der Weiterbildung des Margismus dienten. Den Berliner Arbeitern wurde er als ftänbiger Theaterfcitifer des Borwärts" befannt, und besonders auch als Borsigender der Freien Boltsbühne, die er lange Jahre leitete. Nach der Umwälzung erlebte er dann noch die Genugtuung, daß die Republit das Unrecht, das der Ordnungsstaat feinerzeit an ihm begangen hatte, in etwas wieder gutmachte. Rutusminister Haenisch ernannte ihn im Jahr 1919 zum Brofeffor und erteilte ihm einen Lehr auftrag für Nationalötono mie und Staatsmiffenfchaften an der Technischen Hochschule in Charlottenburg. " Ein Sechzigjähriger. Nach all ten schweren Berlusten, die die Partei in der letzten Beit erlitten hat, ist es uns eine um so angenehmere Pflicht, eines Bebenden zu gebenken. Morgen begeht Conrad Schmidt feinen 60. Geburtstag. Die deutsche Sozialdemokratie hat alle Urfache, in erster Reihe unter den Gratulanten zu erscheinen, denn der Jubilar hat ihrer Sache ein volles Menschenleben hindurch das Aile, tie unferem Genossen persönlich nahetreten durften, haben Beste, was er zu geben hatte: seine gesamte geistige Persönlichteit und die reichen Früchte feiner wissenschaftlichen Tätigteit zur Berfügung gestellt. Geboren in Königsberg, entstammt er einer Familie, in der lebhaftefte Teilnahme an den geistigen Rämpfen der Seit Tradition Sein Grußvater mütterlicherseits war ter Rönigsberger Dompfarrer upp, ber, wegen einer Predigt seines Amtes erischt, ein Mitbegründer der Freireligiösen Gemeinde wurde. Sein Erstaufführungen der Woche. Wittm.: Neues Theater am 306 Baber hatte als Referendar fich der 1848er Bewegung angeschloffen,( Schaubühne): Das Friedensfeji". Donnerst.: Reffingtheater: Michael mußte infolgedessen die juristische Karriere aufgeben und erlernte Azamer". war. wohl einen ftarten Eindrud von seiner selbstlosen, den eigenen Wert ftets der Sache hintanstellenden Persönlichfeit empfangen, und fo ehrt die Barbei nicht nur ben treuen, verdienstvollen Genossen, fon bern auch ten Menschen, wenn sie ihn en biefere 25lchulit seines Lebens ihren Dent für bie the eleifteken Dienste ausspricht und ih ein weiteres, erfolgreiches Wirten in seinem Tätigkeitskreis wünfht. Eine Brüde über den kleinen Belt. Wie dänische Blätter mit. teilen, gilt es nun als sicher, daß Jütland und Fünen durch eine feste Brüde verbunden werden. Das Ministerium wird in der nächsten Zeit mit festen Borschlägen an das Follething herantreten. Die Brüde wird bestehen aus einer Eisenbahnbrücke, verbunden mit einer Schwebefähre für Automobile. Die Koften sind veranschlagt auf 32 Millionen Kronen, doch würden dazu noch die Kosten kommen für das Land, das zur Durchführung des Projekts enteignet werden muß. Cunaficharsti als Dramafiter. Im früher kaiserlichen Alegan= bratheater in Petersburg fand, wie der Ost- Expreß meldet, die Erstaufführung des Dramas Kanzler und Schloffer" statt, deffen Berfasser der Bildungskommissar ber Sowjetrepublit Lunaticharitt ist. Die Handlung geht in einem„ Nordland" genannten Staat vor sich, der deutlich die Züge Deutschlands trägt, und zeigt den siegreichen Rampf der von dem Schlosser geführ ten Kommunisten gegen den faiserlichen Rangler und das reiche Bür. gertum. Die Besprechungen der Sowjetpresse heben hervor, daß die auftretenden Hauptperfonen meder Ropien noch Raritaturen zeitge. schichtlicher Bersönlichkeiten sind und daß die niedergehende Welt, als beren Repräsentant ber Rangler auftrete, ohne Berzerren oder Uletertreiben geschildert sei.. Der Oratorienverem tehmann führi Totenfonntag, den 25., abends ur, in der Garnisontire, Neue Friedrichstraße, Berdis Reautem auf Solisten: Hertha Stolzenberg, Helene Cadmus, Stammerfänger rig N. Suttmann, Prof. Albert Fischer.. Für die Dentichlandhilfe. Bu Ehren des Wiener Schauspielers broIt fand anläglich feines 75. Geburtstages eine eftvorstellung statt, beren Erträgnis Torolt der Deutschlandhilfe widmete. Die„Exekutive� Erklärung der Geuofse« Schu In der Presse wird vielfach behauptet, die sozialdemo» kratischen Reichsminister hätten der»Reichsexekutive" gegen Sachsen und der Absetzung der sächsischen Regierung durch den Reichskommissar Dr. Heinze zugestimmt. Die früheren Minister Schmidt, Radbruch und S o l l m a n n ver- breiten deshalb durch den»Soz. Parlamentsdienst" folgende Darstellung der Tatsachen: Vom ersten Tag« der Regierung Stresemann an wurden der Reichskanzler und der Reichsinnenminister mit Telegrammen sächsischer Industrieller überschüttet und von Abordnungen aufgesucht, die Schutz gegen terroristisch« Aktionen verlangten. Der Rcichsminister des Innern verwies di« Beschwerdeführer regelmäßig an die sächsische Regierung, der die Polizei unterstehe, und wandte sich regelmäßig in jedem einzelnen Bcschwerdesall« an die sächsische Regierung um Untersuchung und nötigenfalls Abhilfe. Das Verlangen sächsischer Industrieller, Reichswehr für Sachsen anzufordren, l eh nie der Reichsinnenmini st er jedesmal mit der Begründung a b, daß die deutschen Länder von der Reichsregie- rung nur nach gleichem Recht gemessen werden dürfen. Auch in anderen Ländern habe sich die Pollzei nicht immer Unruhen ge- wachsen gezeigt: auch in anderen Ländern, so in Bayern, beschwerten sich bestimmte Bevölkerungsteil« über verfassungswidrige Zustände. Die Rcichsregierung müsse sich zunächst mit einer Einwirkung auf die verfassungsmäßigen Landesregierungen beschränken. Die Reichs- exekutive könne nur als letztes Mittel in Anwendung kommen. Die Lag« veränderte sich, als der militärische Aus- n a h m e z u st a n d, für dessen Verhängung so gut wie ausschließlich die Diktatur Kahr in Bayern und die bedrohlichen Bewegungen rechtsradikaler Organisationen in den preußischen Nordostgebieten entscheidend waren, erklärt war. Nun konnte der Inhaber der vollziehenden Gewalt nach seinem Belieben die R-tichowehr marschieren Lassen. Ein Kabinettsbeschluß über die Verstärkung der Reichswehr in Sachsen wurde nicht gefaßt. Bevor der Reichswehrminister seine Truppenverstärkungen nach Sachsen sandte, verlangte der Reichsmmister des Innern in Gegen- wart des Reichspräsidenten, des Reichskanzlers und des Reichswehr- minister die Zusicherung, daß sich diese Truppenbewegungen nur gegen Ruhestörungen und Angriffe auf di« Verfassung richten sollten. Dies wurde zugesagt und ferner er» klärt, daß der Wehrkreiskommandeur Anweisung erhalte, sich gegen- über der Ziviibchörde möglichst zurückzuhalten. Der Reichswehr- minister wies aber darauf hin, daß schon seit längerer Zeit sich säch- fische Industrielle um Hilfe gegen Terrorakte noch Bayern gewandt hätten. Es bestehe Gefahr, daß bayerische Faschisten- truppcn nach Sachsen vorstießen, um dort Ordnung zu schassen. Darum sei es notwendig, di« sächsisch-bayerische Grenz« zu schützen. Von einer Besetzung gan, Sachsen» war niemals die Bede, vielmehr sprach der Reichswehrminister ebenfalls nur von der Besehung weniger angeblicher Unruheherde. Don der Absicht eines Vorgehens gegen di« sächsische Regierung und ihr« verfassungsmäßigen Organ« war damals gleichfalls kein« Rede. Der Reichsminister des Innern hat im vorst.'hend geschilderten Sinne im Einvernehmen mit dem Reichswehrminister die Gesandten der beiden mitteldeutschen Länder übe- Zwecke und Ziele der Reichswehroerslärkimgen unterrchtet. Am 27. Oktober gab der Reichswehnninister als Inhaber der oollzicher.dcn Gewalt im Rcichekabinett plötzlich bekannt, daß er noch an demselben Tage einen Reichskommissar für Sachsen ernennen werde, der die Regierung Zeigner suspen- dicrcn und die Parteien des sächsischen Landtages auffordern soll«, sofort eine Regierung ohne Kommunisten zu bilden. Der Reichs- wehrminister fügte hinzu, er lue dies aus eigen« Veraulworkung, f?doch teile er dem Kabinett loyal seine Absicht mit. Er begründete sein Vorgehen mit Roden kommunistischer Minister, di« zum gewalt- samen Sturze der Reichsregierung und der Reichsverfasiung auf- forderten, und mit einem auch von der kommunistischen Landtags- frak!on Sachsens unterzeichneten Flugblatt, das in dem gleichen Gei' gehalten war. Di« Sozialdemokraten erklärten sich insbe- fom re mit Rücksicht auf das in der Tat ganz unerhörte Flugblatt damit einverstanden, daß die sächsische Regierung aufgefordert werde, sich von den verfassungsbnichigen kommunistischen Mnistern zu trennen, ebenso wie an demselben Tag« die bayerische Re- Dokumente ües Irrsinns. Wie die Kommunist«» ihre Aktionen vorbereiten, mit welchem gewissenlosen und brutalen Zynismus sie genau wie ihr« Gegenspieler auf der Seite /Hitlers und Lndendorsss planmäßig den Bürgerkrteg und neuen Massenmord in Deutsch- land vorbereiten, geht aus einem Rundschreiben der Hamburger Kommunisten hervor. Das Hamburger„Echo" veröffentlicht dieses von Urbahns' utüargeichnete Schreiben, das für sich selber spricht. Es hat folgenden Wortlaut:, Ueber die Kämpfe in Hamburg. Die Kämpfe m Hamburg begonnen am Dienstag früh, nach- dem am vorausgegangenen Sonnabend groß« Crwerb-losendemon- ' ftrationen zu Zusammenstößen««führt hatten, am Montag die Werst- und Hofenarbeiter in Streik trMen, die Erwerbslosenzusammenstöße sich forifetztsn mit der Erstürmung von 17 Polizei- wachen, wobei viele Waffen in die Hände der Kämpfenden fielen. Takllsch rlchttq war. daß die kämpfenden Arbeiter nicht in den Wachen blieben, sondern sich über Straßenzüg«, Häuserblocks, ja ganze Stadtviertel verteilten und sich gegen die stürmende Sipo und Reichswehr verteidigten In den Straßen waren Barrikaden errichtet eine anders und besser wie die andere.... Außcrordcnl» llch bewährt im Slraßenkamps hoben sich die Vachschühen. wobei festgestellt wurde, daß ganz wenig« Arbeiter die viel besser be- »tlssnete und zahlreicher« Sipo mehrere Tage in Schach gehalten haben. Selbst als schwere Kampfmittel, wie Panzerautos, eingesetzt wurden, sind die Arbeiter nicht gewichen. Es ist vielmebr gelungen, teils durch Absperrung, teils durch genaues Schießen, die Panzerautos außer Gefecht zu setzen. Auffallend war, daß die Sipo wild darauflos feuerte und nur in großen Verbänden kämpft«, während zwei Tage sechs Dachschützen aus Arbeitertreifen den ganzen Stadt- teil Barmbeck gehalten haben Es zeigt sich atio. daß die von den Slrbei�ern angewandte Methode des varlilanenkrieges der Militär'.. schcn Kampfcsweise in verbänden weit überlegen ist. Di« Kämpfe in Hamburg endeten nicht etwa mit einer Niederlage, sondern wurden au? Anordnung der Partei abgebrochen, und zwar haben sich di« Kämpfenden fast ohne Verluste vom Feinde losgelöst. Die Polizei hat uxihlloz darauflos verhaftet, einen Teil schwer mißhandelt, den größten Teil aber wieder laufen lassen mülsen. Von den Kämpfenden selbst sind nur wenige verhaftet. Dir Bezirk Wosierkonte der KPD. ist mit dem Zs'u»song dieses .abgebrochenen Kampfes" nicht zufrieden, und im ersten Teil des Rundschreiben» wird deshalb lebhaste Klagt darüber geführt, daß»die kommunistische Parket eine Si'ookion oerpaßt" hat. obgleich »die Situation für diesen Kampf in der vorgen Woche außerordent- gegen Sachsen. tibi, Radbruch und Sollman«. g i« r v n g von dem Reichskanzler brieflich aufgefordert wurde, den General Lossow zu entlassen und dke verfassungsmäßige Befehls- gewalt der Reichswehr wiederherzustellen. Der Vorschlag d«s Reichswehrministers aber, der schon in eimrn fertigen Briefe an die sächsische Regierung vorlag, wurde von uns stunden- lang m»it großer Entschiedenheit bekämpft. Die Aussprach« spitzt« sich so zu, daß die Kabinettssitzung auf«ine Stunde unterbrochen und der Kanzler, der di« Sitzung zu einem Besuch« bei einem ausländischen Diplomaten oerlassen hatte, herbei- geholt wurde. In der Paus« begaben sich di« sozialdemokratischen Minister, di« schon im Kabinett darauf hingewiesen hatten, daß der Vorschlag des Reichswehrminister» die Koalitton gefährde, in den Reichstag, um dem Frakttonsvorsitzenden Hermann Müller und anderen Mitgliedern des Fraktionsvorstandes den Ernst der Lage darzustellen. Die Minister sprachen di« Absicht aus, gegenüber solchen Zumutungen, die für die Partei untragbar seien, aus der Reichsregierung auszuscheiden. Die Fraktionsoorstandsmitglieder machten darauf aufmerksam, daß ein« so schwerwiegende Entschei- dung, wie der Austritt der Partei aus der Regierung, nur von der Fraktton getroffen werden könne. Bei der Wiedereröffnung der Ka- binettssitzung lagFn Bermittlungsvorfchlag vor, der sächsischen Regierung eine Frist von 24 Stunden zu stellen, und erst, wenn sie nicht zurückgetreten sei, den Reichskommissar zu ernennen, lieber diesen Vorschlag wurde nicht abgestimmt. Den sozialdemokratischen Mrnistern kam es, wie sie ausdrücklich erklärten, darauf an, die sofortige Ernennung des Reichskommissars zu vor- hindern und Zeit zu Verhandlungen mit ihren Dresdener Partei- genossen zu gewinnen. Es eckten denn auch sofort Schmidt und Radbruch mit einigen anderen Genossen nach Dresden. Inzwischen hatte der Re i ch s k a n z l e r an den sächsischen Ministerpräsidenten einen Brief gerichtet, dessen Wortlaut dem Kabinett nicht vorgelegen .hat. Der entscheidende Passus dieses Briefes sautet: .Ich ersuche Sie, mir über den Rücktritt der Regierung innerhalb des morgigen Tages, den 28. Oktober. Nachricht zu aeben. Falls ein« Neubildung der Regierung auf anderer Grundlage ohne Mitwirkung tommünistisch« Mitglieder nicht sofort herbeigeführt und dadurch die Ruhe, Sicherheit und Ordnung des Landes weiter gefährdet werden sollte, wird der Inhaber der vollziehenden Gewalt«inen Ret chs kommissar bestellen, der die Verwaltung des Landes bis zur Wiederherstellung verfassungsmäßig«- Zustände in die Hand nimmt." Schließlich ging der Reichskanzler doch einen etwas anderen Weg, indem er sich eine allgemein« Ermächtigung zum Vorgehen gegen die sächsische Regierung von dem Reichspräsidenten geben ließ. Weder an der Verordnung, noch der Ernennung des Reichskommissar» hak ein sozialdemokratischer Minister mitgewirkt. Auch gewannen die Genosien Gradnauer und Radbruch, die sich nach ihrer Rückkehr au, Dresden noch in der Rächt vom ZS. zum 29. Ok- lober zum Reichskanzler Dr. Stresemann begaben, den Eindruck. daß entscheidend« Schritte des Reichskommissars vor Dienstag nicht erfolgen würden. Als an« Montag, den 29. Oktober, mittags, das Kabinett zusammentrat, erhoben die sozialdemokratischen Minister, wie ein« Stund« vorher schon Wels und Müller in der Parteiführer. besprechung. gegen die Ernennung Heinzes Ein- s p r u ch. Der Reichskanzler Dr. S t r e s m a n n erklärte, daß der Reichskommissar zwar ernannt sei, aber noch keine Instrukti.on für sein Vorgehen habe. Der Reichskanzler wolle erst telephonisch sich mit dem Reichskommissar über die weiteren Schritt«' verständigen. Jedenfalls müsse sich der Reichskommissar. zurückhalten und abwarten, ob die zu neuen Vermitt. limgsversuchen nach Dresden geeckten sozialdemokratischen und demokratischen Führer Erfolg hätten. Roch ehe der Reichskanzler, ver- hindert durch mehrere Besprechungen, mit Dr. heinze in telephonische verblndnng kam, halle dieser ohne jede Znslruklion des Reichs- kanzlers und sogar vor Veröfsenilichung der Verordnung des Reichs- Präsidenten die Reichswehr marschieren und die sächsischen Minister absetzen lassen. Sowohl der Reichspräsident wie der Reichskanzler waren bei dem Eintreffen der telephonischen Nachrichten über die Reichswehraktion vor und in den sächsischen Ministerien äußerst überrascht. Die sozialdemokratischen Minister gaben noch in der- selben Stunde die Erklärung ab, daß sie sich als in D e m i s s.i o n betrachteten und nicht zweifelten, daß di« Reichstagsfraktion' die Zurückziehung der sozialdemokratischen Minister beschließen werde. lich günstig" war, weil man glaubt, daß»breite Massen auf den Ruf zum Kamps warketen". Daß das Losschlagen „nicht geschah, ist«in ungeheurer Fehler, für den die Leitung der Partei verantwortlich gemacbl werden muß. Jetzt ist der Gegner gewarnt. Er wird sein« Rüstungen ungeheuer verschärfen und'ist nur deshalb in Sachsen schärfer vorgegangen, weil er sab, daß di« KPD. selbst Hamburg ui, ausgenutz�ließ. Zweiseilos wird für die nächsten Tage mit einem Abebben der revolutionären Welle zu rechnen fein. Doch besteht kein Zweifel, daß neue Kon- sNkle sehr bald neue Kämpfe bringen werden. Für diesen Kampf gilt es mit aller Macht alle organisatori- fchen Vorbereitungen zu treffen." Es ist klar, daß solche wahnsinnigen Vorbereitungen Wasser auf die Mühlen der Reaktion sind, daß zahllose Kreise des Bürgertums und auch der Arbeiterschaft durch diesen Wahnsinn ins reaktionär« Lager getrieben werden. Es ist die Aufgabe der Sozialdemokratie, diesen irrsinnigen Propheten des Massenmords entgegenzutreten, st« ist gezwungen, ihren Kampf nach zwei Fronten zu richten, weil der Erfolg solcher Bürgerkrieg- Propaganda das Ende und den Unte.rgang Deutschland s bedeuten würden. Die Arbeiterschaft muß den Wahnsinn des Mili- tarismus abwehren, gleich ob er von rechts oder von links kommt. Unterscbriften fibwesenöer. Die Geschäftsordnnng dcS Reichstages. Der Geschästsordnungsausschuß des Reichstags b:- schäftigte sich gestern mit der Frage, ob Unterschristen ab- io es ender Abgeordneten iiiiter Anträgen, die im Plenum ihre Erledigung finden sollen, gültig sind. Diese Frage ist dadurch aufgeworfen worden, daß die Kommunistisch« Fraktion nur gerade die zur Unterstützung von Anträgen«rsorderliche Zahl von IS Mit- gliedern hat, die' durch den Ausschluß des Abg. Remmele und die Krankheit der Frau Zetkin um zwei vermindert ist. Auf Antrag des Vorsitzenden Abg. Wormuth(Dnat.) faßte der Gef-chästsordnungs- ausschi'ß den Beschluß, daß Unterschristen unter solchen Anträgen von Mitgliedern des Reichstags, die ratsächlich oder rechtlich einen Willen zur Stellung solcher Anträge nicht betäiigen können, u n- gültig sind. Di« rechtliche Unfähigkeit soll für die Zeit gelten, in der ein Mitglied de» Hauses von den Sitzungen ausgeschlossen ijt. Die bulgarischen Parlamenlswahle» ergaben sür die Regie- runKskcalition ungeftißr 185 Mandate von 247. Die übrigen Man- date teilen sich in Nationalliberal«. Agrarier und Kommunisten. Kommunisten uns Agrarier hatten eine gemeinsame Liste aufgestellt. »Vater ist im Gefängnis!" Ein etwa zwölfjähriges Mädel, an der Hand das um di« Hälfte jüngere Brüderchen, bettelt an der Wohnungstür um ein Stückchen Brot. Beiden schaut offensichllich der Hunger, die lange Unterernäh- rung aus den krankhaft umschatteten Augen. Bon der Herbstluft ge- rötete Wangen verbergen dem schärferen Blick nicht den körperlichen Verfall. Dünne, vielfach geflickte Kleider zeigen noch deutlicher die Magerkeit des Leibes. Was würde der Arzt ssagen? Tuberkulose... fast hoffnungslos, wenn nicht baldige energische Hilfe einsetzt! Blitz- schnell fliehen die Gedanken fast zwei Jahrzehnte zurück. Bettelnde Großstadtkinder... damals eine landläufige Erscheinung. Heute eine Seltenheit, trotz aller grausigen Not in den Hinterhäusern der Miet- kasernen. Wie lang« noch selten? Was treibt die beiden Kleinen als Schrittmacher auf den Bettel? Geld gibt man ihnen doch nicht, also müssen sie Hunger haben. Es ist nicht herzlos, nicht überflüssig, ein wenig auf den Zahn zu fühlen.„Warum kommt denn eure Mutter nicht? Ist sie krank?" Das Mädel schüttelt den Kopf.„Krank? Nein... Mutter arbeitet, aber sie verdient so wenig." Ich examiniere weiter.„Und dein Vater... ist der schon tot?" Die Klein« wird ver- legen, unruhig, ist auf solche Frage nicht gefaßt. Dann sprudelt es heraus, wahrheitsgetreu und fast trotzig:„Vater is ins Iefängnis!" Bittend schienen die Augen zu sagen: Frag' doch nicht soviel... was tonnen wir denn dafür, daß er im Gefängnis sitzt... Hilf' uns lieber! Kartoffeln hatte er unerlaubt genommen, Kartoffeln vom vollen Acker, um für die Seinen zu sorgen. Tausende machten es ebenso, gerade ihn hatten sie erwischt. Piet justitial Gerechtigkeit, die. strafend«, wollte es, daß der Staat drei Monate für ihn selbst sorgte und er nicht mehr sorgen konnte für die Seinen. Hunger wt weh, Hunger treibt zu schlimmerem. Andere Zeiten, erschwingliche Preise hätten ihn nicht zum Diebe gemacht. Sein« Kinder müssen weiter hungern, vielleicht mehr als vorher... Wieviele Väter noch sitzen im Gefängnis wegen der gleichen Schuld? Und wer ist im größeren Maße schuldig an der Schuld des Diebes aus Not? Die riesig gewachsene Kriminalität gestaltet bessernde Vestrebun- gen besonders schwierig. Um so bedauerlicher ist es, daß der fett Jahrzehnten bestehende Verein zur Besserung der Straf- gefangenen, der seine Arbeitsstätte im Landgerichtsgebäude in der Grunerstroße beim Alexanderplatz hat, in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten ist. Er sorgte auch für die Familien der Strafgefangenen, die sonst oftmals dem bittersten Elend preisgegeben wären, und muß seine segensreiche Tätigkeit einstellen, wenn nicht schnell und durchgreifend geholfen wird. Spenden werden nach der bezeichneten Geschäftsstelle oder auf Post- scheckkonto 79 786 erbeten._ Die Devisenfalle im Eckhaus. Werke von 108 Billionen Mark beschlagnahmt. Mit dem altbekannten Trick, ein Eckhaus mit zwei Ein- bzw. Ausgängen zu schwindelhaften Unternehmungen zu benutzen, hat in nicht weniger als 15 Fällen ein Devisenjäger, ein früherer Kellner Commeron, Glück gehabt; er wurde jetzt endlich mit seiner Braut festgenommen. Commeron lauerte am Anhalter Dahnhos ankommenden Frem- den oder auch Boten auf, bei denen er Devisen oder wertbeständiges Geld vermutete und spiegelte ihnen vor, er sei A n g« st e l lt e r einer Bank und könne ihnen einen erheblich höhe- ren Kurs als den amtlichen zahlen. Er führte dann die Leute, die auf seinen Vorschlag eingingen, nach der Bank, drückte auch auf die Türklinke, obwohl er wußte, daß nicht geschlossen war und nahm ihnen die Devisen ab unter der Vorspiegelung, daß er auf einem Umweg« noch zum Ziele kommen werde. Jetzt geleitete er seine Opfer auf den Flur eines Nebenhauses, während sie glcnlbten, es sei das Haus, in dem sich das Bankgeschäft befinde und verschwand mit secher Beute durch den zweiten Ausgang des Eckhauses. Wie ihm nächgewiesen werden konnte, hatte Commeron in 15 Fällen Glück mit der Eckhausfall«. Bei dem Verhafteten, der erst kürzlich nach Berlin kam und mit seiner Braut in einem Hotel wohnt«, fand man für 10 8 Billionen Schatzanweisungen. Renten- mark und Devisen. Er will das alles redlich oerdient haben, obwohl er kein« Arbeit nachweisen kann. Ein Opfer, dem er alsbald gegenübergestellt werden konnte, erkannte ihn sofort wieder. vierfache Erhöhung öes Portos. Ein Aernbrief 80 Milliarden Mark. Der unablässig fortschreitende Verfall der Mar? zwingt die Post- Verwaltung, die seit dem 12. November geltenden und vom 20. No- vember an oerdoppelten Post- und Postscheckgebühren zum 2 6. November nochmals zu erhöhen, und zwar auf das achtfache der Sätze vom 12. November, das ist also das vierfach«. der jetzt geltenden Sätze. Der ein- fache Fernbrief kostet sonach vom 26. November an 80 Milliarden, die Fernpostkarte 40 Milliarden, die Drucksache bis 25 Gramm 16 Milliarden und die Einschreibung 80 Milliarden Mark. Für Bareinzahlungen m i t Po stanweisung kosten bis 25 Billionen Mark 100 Milliarden Mark, über 25 bis SO Billionen Mark 200 Milliarden Mark, über 50 bis 100 Billionen Mark 300 Milliarden Mark. Bareinzahlungen mit Zahlkarte kosten bis 26 Dillionen Mark 50 Milliarden Mark, über 25 bis 50 Billionen Mark 100 Milliarden Mark. Ausgeschlosien von der Erhöhung bleiben die Zeitungsgebühr, die Gebühr für Blindenschriftsendungen, die Ber- sicherungs-ebühr, die Gebühr für Auszahlungen im Postscheckver- kehr, die Gebühren für Pakete nach dem Ausland und einige andere Nebengebühren._ > VerkehrSändcrungen bei der Straßenbahn. Ab 26. November d. I. tritt auf der Linie 8, Großer Ring, eine Aendcrung des Fahrplans ein. Die ersten 3 Wagen fahren in Richtung Wllmersdorf-Neukölln anstatt 5.35, 5.50 und 6.05 von der Huttcnstraße,.27 Minuten später, 6.02, 6.17 und 6.32 ab Fchr- belliner Platz: der erste Wagen von der Huttensiraße nach dem Westen fährt 6.20. Sonn- und Feiertags erfolgt der Betrieb ab Fehrbelliner Platz von 8.02 an, ab Huttenstraßs von 8.20 anstatt jetzt 7.20 Uhr.— Die Strecke der frühcren Linie 5 6 zwischen Händelplatz und Lichterfelde-Süd wird ob 25. d. M. wieder in Betrieb genommen. Zu diesem Zwecke wird die Linie'J in der Schloßstraß« Ecke Lichterfelder Chaussee gezodelt, dergeltalr, daß abwechselnd«in Wagen auf dem bisherigen Weg der Linie über die Straße Unter den Eichen bis Lichterfelde-West, Drakc- strahe, der ander« Wagen über Llchterstelder Chaussee, Händelplatz, Steglitzer Straße, Drakestraße. Ringstraße, Carst.ennstraße, Luzerner Straße, Appenzeller Straße, Wismarer Straße bis Lichterfelde-Süd. Miillerstraßs verkehrt.' Auf beiden Abzweigen wird dann ein 30°M!nutcnbetr!eb bestehen— Die Absahrtzeiten der Linie 4 4 vom Bahnhof Steglitz werden um 2 Minuten später verlegt. Bcnzinexplosion in einer Fabrik. Eine Explosion von erheblichen Ausmaßen ereignet« sich in einer Fabrik in W e i ß e n s« c. In den Räumen, der Firma Peter- sen, die im ot-rtcn Stockwerk eines Fabrikgebäudes in der Streu- stroße 42 in Weißensee gelegen sind, war ein« Arbeiterin mit Lötarbeiter. beschäftigt. Dabei entstand eine Stichflamme, die sofort auf einen in der Nähe stehenden Benzin-' kesfel übersprang, der sofort Feuer fing und explodierte. Die Flammen setzten sofort alle in der Näh- befindlichen brennbaren Matenatien in Feuer und unter den weiblichen Arveitern entstand «ine Panik. Einige Verzweifelte wollten sogar aus den Fenstern springen. Die Isfort herbeigeeilt- Feuerwehr befreite di« Gefährdeten und räum,« das Gebäude, da im Keller mehrere Benzinfässer . lagerten. Die Gefahr wurde bald beseitigt. Vier Wochen Schloßküche. Gewerkschaftsbewegung Reichsarbeiter- Goldlöhne. Die Lohnmeßzahl. den tönnen. gur Wir gehen fürwahr herrlichen Seiten entgegen, wenn bie Unter nehmer ihre schärfte Lohntaltulation unbehindert burchführen tönnen. Um so verwerflicher und unsinniger ist das Die österreichischen Freunde, die sich in der zu einem gaftlichen Treiben der fommunistisch beeinflußten Gemertschaftsmitglieder zur Raum umgestalteten Berliner Schloßtüche niederließen, um Rot Rettung" der Gewerkschaften, zur Unterwühlung der Fundamente leidenden die schmere Sorgen des grauen Alltags durch eine billige der Gewerkschaften; um fo notwendiger deshalb auch die Sclbft cber ganz unentgeltliche fräftige Mittagsmahlzeit zu erleichtern und besinnung der großen Mehrzahl der Gemertidafismitglieder, die den durch Unterernährung gefunkenen Lebensmut wenigftens für Auf Grund des Ergebnisses der Verhandlungen der Spigen Berhinderung der fommunistischen Dr.- Gifenbart- Kuren einige Wochen wieder zu heben, hoben gehalten, was fie versprachen. organisationen wird der Lohn der Reichsarbeiter non der Reitung" die Aufrechterhaltung der gewertschaftlichen Einheits Des vom Sozialgewissen diftiert Unternehmen fand in den Kreifen, nächsten Woche ab auf Grund eines auf Goldmart abged front. Nicht wahnwißige Verzweiflungsaftionen, sondern gefchicktes für die es in erster Linie bestimmt war, so starten Anklang, daß stellten Tarifes ausgezahlt werden. Dieser Tarif ist nach Wirtschafts- und einmütiges taktisches Borgehen aller Gewertschaften bietet Gedie Schloßküche schon wenige Tage nach ihrer Eröffnung für die gebieten und Bohngruppen abgestellt. Die Stundenlöhne be- währ, daß die Angriffe des Unternehmertums gehörig pariert wer Aufnahme weiterer Gäfte gesperrt werden mußte. Hier fah man wegen sich in der Ortsklasse A ohne Ortslohnzulage zwischen 26 so recht, wie groß doch die Not unter den Geifte sarbeitern und wie und 56 Pfennig. Für Frauen und jedes Kind werden je draufenhausangeftellte und Arbeitszeitgefes. unzureichend noch die Hilfe ist Männer und Frauen mit durch 3 Pfennig für die Stunde als Zuschlag gezahlt. Die Verhand geistigten Leidensgesichtern, den Kopf voll von Wissen, das sie nicht lungen über die Umstellung der Beamtengehälter auf Ueber den Entwurf für das vorläufige Arbeitszeitgeſeh refe verwerten fönnen, in abgetragenen Kleidern, so seltsam abftechend Goldmart finden voraussichtlich in der nächsten Woche statt. rierte Rebafteur Dittmer in einer Bersammlung fämtlicher Arvon der gemachten Eleganz und den brutalen, auf Böllerei einge- Die Bohnmeẞzahl für die laufende Woche beträgt für die beitnehmergruppen der Krankenhaus. usw. Betriebe am 19. Novem stellten Gefichtern der Schieber und Bucherer, bitten bescheiden und Arbeiter 700 millionen, die Gehaltsmeßzahl für die Beber im Nordischen Hof Der Referent mies. a. deutlich darauf hin, daß der Abbau sozialer Beftimmungen und die Absicht, den perschämt um ein Mittagessen. Gelehrte, Künstler, Aerzte, Geift- amten und Angestellten für das vierte Novemberviertel Achtstundentag zu beseitigen, Maßnahmen der inzwischen erftartben fiche, Juristen, Schriftsteller, auch viele jüngere und ältere Damen 140 millionen. Bei den Nachzahlungen wird der wertbe- Reaktion sind. Die Erstarfung der Reaktion wurde jedoch durch die aus freien Berufen bilden eine vierwöchige Rotgemeinschaft, in der ständig gezahlte Teil durch Abzüge berücksichtigt. außerordentlichen Meinungsverschiebenheiten innerhalb der Arbeiter. jeder einzelne einen Roman erzählen tönnte vom Rampf mit des flasse möglich. Hoffentlich wird in allen Arbeitenden die Ertenntnis Bebens Grausamkeit. Biele fennen sich. Bereinte Not wird leichter wach, daß nur eine starte Einigkeit uns vor dem Berlust aller bisgetragen. Die Preise für die Zahler mußten zeitgemäß von Woche herigen Errungenschaften bewahren fönnte. zu Woche erhöht werden, obwohl sie noch immer ein Geschenk bebeuten gegenüber der Unersättlichkeit des Milliardenteufels. Wie bringt der leitende Frauengeift das Kunststüd fertig, den Mullen moloch von der Schwelle zu bannen? Es beschleicht die Gäfte bei aller unerbetenen, unausgesprochenen Dankbarkeit die quälende Sorge, ob nicht von neuem der Hunger wieder an die Türe pochen wird. So mancher ist darunter, der der Allgemeinheit Dienste leistete und es verdient, daß man ihm weiter die helfende Freundeshand reicht. Uebergang zum Goldlohn. Die Tarif- und Lohnpolitik der Arbeitgeber. Den Nachrichten der Verteudar( Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände) Nr. 5 entnehmen wir folgende Anweisungen: 1. Solange noch nicht hinreichend wertbeständige Zahlungsmittel für volle Lohnzahlungen in Gold zur Verfügung stehen, fan die Bereinigung den fofortigen Uebergang zur Festlegung der Löhne in Goldbeträgen zentral nicht empfehlen. Im Einvernehmen mit dem Reichsfinanzministerium foff deswegen für die Uebergangszeit die Tarifierung nach wie vor in Papiermart erfolgen. M 2. Soweit wertbeständige Zahlungsmittel zur Verfügung stehen, fann ein Teil des Lohnes, umgerechnet nach dem Kurs am Aus zahlungstag, mertbeständig ausgezahlt werden. Notwendig ist dabei, daß der prozentuale Anteil der wertbeständigen Zahlungen im allgemeinen gleichmäßig gehalten wird und nur schrittweise bei zunehmendem Umlauf meribeständigen Geldes steigt. 10 Broz. höchster Anfangsbetrag. Ausgabe wertbeständigen Rotgeldes mit Rüdficht auf hohe Inflationsgefahr nur mit Vorsicht und Zurüd haltung. Dedung nur in Goldanleihe wegen deren Kontingentie rung, nicht auch in Devisen. Zu weitgehende Hoffnungen dürfen ständige Geld vorerst auch gehamstert und damit dem neuen Lohnfür die Uebergangszeit nicht erweckt werden, zumal das wertbezahlungsverfehr entzogen wird. 3. Sief ber Entwidlung ist der reine Goldtarif. Die 11 e bergangszeit muß auf mindestens 6 bis 12 Wochen geschätzt werden. Den Anbeter Baturins, die auch hier vertreten waren, past das nicht; sie gebärden sich russisch". Einer dieser Beisheitsapostel forderte Erfassung der Sachwerte nach russisch- tommunistischer Me. thode. Nur das fönne dem deutschen Bolte helfen. Vorher weis. fogte er jedoch, daß in der ganzen Welt nicht soviel Mittel vorhanden feien, um die deutsche Wirtschaft zu fanieren. Die von der Bersammlung angenommene Entschließung be fagt u. a.:„ Den Arbeitgebern soll durch die Bestimmungen des Ente murfes die Möglichkeit gewährt werden, in willkürlicher Weise und in jedem Falle den Achtftundentag zu umgehen. Die Mitbestimmung der Arbeitnehmer bei Regelung der Arbeitszeit foll völlig beseitigt werden. Die Versammelten erheben schärfften Brotest gegen die Ahe ficht der Befeltirung ihrer elementaren Rechte. Die Berlängerung der Arbeitszeit habe eine Erhöhung der Produktion im Interesse der Bolkswirtschaft feineswegs zur Folge. Bielmehr sei zur Erlangung diefes Bieles die Beteilioung aller arbeitsfähigen Belfsgenoffen an der Produktion erforderlich. Die Berlängerung der Arbeitszeit diene lediglich dem Profit einer bestimmten Bevölkerungsschicht und be wirkt Nachteile für die allgemeine Boltswirtschaft. Die Versammelten erworten von den Arbeitervertretern im Deutschen Reichstage, daß sie nichts unterlassen werden, um die Intereffen der Arbeitenden in der nötigen Weise wahrzunehmen und das Gesetz abzulehnen." Die Angestellten im Kohlengroßhandel hatten gestern 29 Dr. to bergehälter zu bekommen, nicht 24, wie in unserer heutigen Morgenausgabe angegeben. Das zuständige" Polizeirevier. Bei den Polizeidienststellen wird zumeilen darüber Klage geführt, daß im Falle dringender Gefahr das Publikum häufig nicht weiß, an welche Stelle es sich zu feinem Schutz menden foll. Nicht immer ist ein Schußpolizist gleich anzutreffen, und in vielen Fällen ift der einzelne Beamte gar nicht in der Lage, z. B. bei Bedrohung durch eine größere Menschenmenge, den nötigen Schuß zu gewähren. So ist es zu erklärlich, daß man im Publikum nervös wird und nach nicht in der Lage ist, Hilfe zu leisten Auf den einfachsten Gedanken, dem Telephonbuch diese und jene Stelle anruft, die tatsächlich gar fein" Revier anzurufen, fommt der in Rot befindliche Bürger häufig aus dem Grunde nicht, weil er gar nicht weiß, wo sich diese Stätte feiner Zuflucht befindet. Jeder Mensch hot ein Notizbuch und in diesem stehen die mannigfachsten Telephonnummern und Adreffen. 4. Der Goldlohn muß unter dem Friedenslohn liegen. Warum nicht auch die des zuständigen Reviers? Wer diesem Rat Bir müssen im Lohntonto billiger produzieren wie das Ausland folgt, fann sich manche gequälte Minute ersparen und sich vor man und wie im Frieben. Die hoch der Goldlohn im prozentualen Ber chem Schaden bewahren. Uebrigens steht an den Reflame hältnis zum Friedenslohn fein tann, läßt sich zentral nicht gleich. tafeln, die ja überall an den Bürgersteigen aufgeftellt sind, unter mäßig bestimmen. Absolute Anlehnung an den Friedensnoriral Die angedrohte Aussperrung in Norwegen, die heute beginnen dem Ausschnitt des Stadtplanes auch die Angabe der Feuerlohn nicht möglich, da fich Wirtschafts, Kalkulations- und Ablah. follte, falls die verschiedenen Lohnstreitigkeiten, insbesondere in der wehrwachen und Polizeirepiere vermerkt. verhältniffe in allen Industriegruppen entscheidend geändert haben. Holzbearbeitungs- und Tabafindustrie, bis dahin nicht beigelegt seien, Schärfte altulation des Lohnanteils. Fefifegung ist vermieden worden. Während der Bermittlungsversuche ist es ge des Goldlohns deswegen auf pollfommen neuer Baiis im glüdt, eine Lösung für alle Konflikte zu finden mit Ausnahme der Maßlose Tabafindustrie, in welcher die Arbeiter den Bermittlungsvorschlag Rahmen der wirtschaftlichen Tragbarteit. Forderungen der Arbeiter und unbedachte Nachgiebigkeit der Unter des Reichsschlichtungsfommiffors verworfen haben. Es werden desnehmer birgt höchste Gefahr für den Bestand der Wirtschaft halb Tabatarbeiter ausgesperrt, wozu in sich. Rüdgang der deutschen Produktion und der zur Verteilung 9000 Streifende fommen. tommenden Gütermenge drüdt auf den Reallohn. Nur schnellste und nachdrücklichste Produktionssteigerung und Produktionsver Achtung! Mitglieder des Deutschen Eisenbahnerverbandes! Morgen. Sonn billigung stellt im Laufe der Zeit eine Steigerung des Reallohnes tang vormittag 10 Uhr, in den Sophienfälen. Sophienſtr. 17 18: große Mitglieder in Aussicht. Friedensgolblöhne beswegen nur für Friedensleistung. verfammlung der Ortsgruppe Berlin Stellungnahme zu den festgelegten ob Feftfeßung des Goldlohntarifes hand in hand mit den Maßnahmen löhnen Kollegen, erscheint pinatlich und vollzahlig! Mitgliebsbuch legitimiert zur Brobuftionssteigerung und der Ausschaltung des unproduktiven Ungültige Briefmarken. Mit Ablauf des Monats Rovember 1923 vertieren alle reimarien( auch Flugpoitmarten) im Einzel werte bon 100 m. bis 800000 m. ibre Gültigkeit. In Händen der Bevöllerung befindliche, nicht zum Freimachen von Sendungen benuste Marfen dieser Art werden bis Ende Dezember 1923 an den Schaltern der Postanstalten bar oder gegen andere Freimarlen eingelöst, wenn von einer Sorte mindestens Maiten im Berte von 1 Million Mart vorgelegt werden. Auch bei höherem Gesamtwert wird ein Teilbetrag unter 1 Million nicht vergitet. Bordrede mit eingebrudtem Beristempel( Postkarten, Kartenbriefe, Briefumschläge usw.) werden nicht eingelöst. Eine Devisenrazzia wurde auch gestern nachmittag in der Zauenzien und Nürnberger Straße wieder veranstaltet. 29 Personen wurden nach der Bach gebracht, darunter 9 Galizier, die dem Polizeipräsidium zugeführt wurden. Einer von diesen besaß nicht die geringsten Papiere. Beschlagnahmt wurden Dollars, Dollarschaganweisungen und englische Pfunde. Ein Notdienst der Berliner Frauen hat sich gegründet, der Hilfe bringen will den Säuglingen und Kleinkindern, ben überlasteten und jermürbten Hausfrauen, den Hungernden und Frierenden, den Kran ten und Alten, ben jugendlichen Arbeitslofen. Nähere Auskunft er teilt die Wohlfahrtsstelle im Polizeipräsidium Berlin, Zimmer 219b und c, die unter Leitung von Fräulein Margarete Dittmer steht. Speisehefte für Gafifüchen, herausgegeben vom Notdienst der Berfiner Frauen für Minderbemittelte, sind durch die Wohlfahrtsstelle im Polizeipräsidium für 1,50 Goldmart zu beziehen. Gasttüchen befinden sich in allen Stadtgegenden. In der Treptow- Sternwarte finden folgende Beranstaltungen statt: Sonntag, 25, Rovember, 4 Uhr: Bom Monte Rosa zur afri tanischen Küfte"( Film); 6 Uhr: Shadletons Südpolegpedition ( Film);& Uhr:„ Kampf mit dem Berge"( Film). Dienstag, 27, No. vember, 8 Uhr:„ Astronomie mit dem Opernglas und fleinen Fern. rohren"( Bortrag mit Lichtbildern von stud. astr. G. Archenhold). Mittwoch, 28. November, 8 Uhr:„ Mit Fontane burch bie Ruppiner Schweiz( Bortrag mit Lichtbildern von Gymnasiallehrer H. Zoch) Sonnabend, 1. Dezember 8 Uhr:" Der Weg nach dem Osten"( For. schungsreise von Dr. Collin Roß, Film). Eine religiöse Feierstunde hält Genoffe Pfarrer Bleier am Sonntag, ben 25. November, borm. 10 llbr, in der Trinitatistirche, Karl- Auguft- Blab ( nabe Untergrundbahn Bismarditzake) ab. Thema: Sollen wir ben Tod fürchten? Wontag, den 26. November, abends 8 Uhr, spricht Gen. Bleier im to.nischen Gymnasium, Inselstr. 2, über Fragen der Gegenwart. Einfritt jrei. Ein englischer Dampfer explodiert. Der englische Dampfer „ Otterb.rg" ist in der Nähe des Hafens von Marseille explodiert. Bon der 35 Mann starten Befagung sind fünf der Katastrophe zum Opfer gefallen. Der Ausbau der bayerischen Großwasserkräfte. Ein für den Ausbau der bayerischen Großwasserkräfte wichtiger Bertrag ist zwischen der Deutschen Reichsbahn und den Attien gefelifchaften mittlere, Jar" und 23 alchenfee mert" abgeschlossen worden. Danach beteiligt sich die Deutsche Reichsbahn an den Aftiengesellschaften und an dem Aktienkapital dieser beiden großen Kraftgewinnungsgesellschaften, Das größte Schiff der deutschen Handelsflotte, bas auf ber Werft in Lanzig gebaut worden ist, verläßt am 25. November Danzig und geht nach Bremen zum Norddeutschen Blond, um dann zwischen Bremen und New Dort zu verfehren. Bettwäsche Marken- Zigaretten Tebak Zigarren Garbay Halpaus, Avramikos, Muratti, e brabu. Tagespr. Arno Geßner, Großhandig. 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Der Seiratsantrag. 27., 28., 28., 1. und 2. Figaros Soch zeit. Opernhaus: 25. Die Frau ohne Schatten. 26. Violetta. 27. ofens favalier. 28, Madame Butterfly. 29. Lohengrin. 80. Mona Lisa. 1.( Außer Abonnement) Gafifpiel Bohnen: Margarete. 2. Carmen. 8. Der fliegende Holländer. Ed aufpielhaus: 25. und 1. Fauft. 26., 28. und 8. Beer Gynt. 27., 80. und 2. Candida. 29. Minna von Barnheim. Schiller Theater: 25., 28., 1. und 3. Der Boltsfeind. 26., 29., 30. und 2. Sumpasivagabundus. 27. Flachsmann als Erzieher. Deutsches Theater: Das Cafehaus. Aut 1. SanBeffing- Theater: Rammerspiele: Sageszeiten der Liebe. Theater 25, 26., 27., 28., 1. und 8. Rausch. 20., 30. und 2. Michael Kramer. in der Königgräger Straße: Don Gil. Dentiajes Opernhaus; 25. Götter. dämmerung. 26. Tosca. 27. Ticflamb. 28. Mignon. 23, und 8. Solofernes. 30. Sannhäufer. 1. Margarete. 2. Die Meistersinger von Nürnberg. Großes Bestens: 26. 3ar und Simmermann. 2. Erisan und Stolbe. 23, unb 2 Carmen. 29. Von Basquale. 30. Die Balfilze. 1. Die Fledermaus. 3. Wibelto. 5. Golblohntarif darf nicht einfach durch Umrech. Groß- Berliner Parteinachrichten. nung bes bestehenden Papiermarftarifs in Gold gefunden werden. Damit würden die Fehler der bisherigen Lohnpolitit in der Frage 131. Abt., Niederschönhausen. Seute, Sonnabend, abends 8 Uhr, wichtige Funktionär der Spannen auch im Goldtarif verewigt. Die Spanne zwischen ben gelernten und ungelernten, den Erwachsenen und Jugendlichen, den männlichen und weiblichen Arbeitern muß nach den Bedürfnissen der Produktion und in Anlehnung an die Friedensverhältnisse wieder vergrößert wer den. Soziallohn auch im Goldtarif. Unwirtschaftliche Umgruppierung der Arbeitsträfte, die durch den Krieg und die Nachfriegsver hältnisse eingetreten ist( z. B. Angelernte an Plätzen qualifizierter Arbeiter ohne deren Leistung) muß wieder ausgeglichen werden. 6. Ein fogenannter Gold wertungsfaftor tommt zurzeit beim Uebergang zum Goldlohntarif nicht in Anrechnung. 7. Goldtarif foll grundsäglich nur im Wege der Einigung der beiden Tarifparteien, nicht aber durch Schiedsspruch und Berbindlichteltsettlärung zugestanden werden. 8. Die Gewerkschaftler verlangen Umstellung des amilichen Lebenshaltungsindex in Gold. Das Statistische Reichsamt scheint geneigt zu fein, die Umrechnung in Gold schon für die nächste Woche porzunehmen. Die Frage, mit welcher Laufbauer etwa die Gold Lohntarife abzufchließen feien, ist noch ungeklärt und vor Abschluß des llebergangs zu reinen Goldpreisen in der Wirtschaft auch faum zu übersehen. Es besteht aber auf jeden Fall die Gefahr, daß auch die Goldlohntarife fofort einer automatischen Anpassung an den Lebenshaltungsinder unterworfen werden sollen. Da der Uebergang zum Goldtarif und zur Goldrechnung ohnen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit zu einer hebung unseres Preisniveaus führen wird, müßte eine Unterwerfung der Goldiarife unter den Lebenshaltungsinder unbedingt zur Katastrophe führen. Auch aus diesem Grunde ist also weitgehende Borficht und 3urudhaltung geboten." neles Himmelfahrt. Schauspielhaus: Der Zigeunerbaron. Renaissance- Theater: Studentenliebe. Große Boltsoper im Theater bes Die Tribüne: Fannys erftes Stild. Deutsdes Künstler- Theater: Inbble. Romöbienhaus: Mein Better Eduard. Berliner Theater: Dolln. Trianon Theater: Joujou. Residens Beidelberg. sheater: Galeotto. Rentral- Theater: Maria Magdalena. Theater in bez Kommandantenstraße: Charite. Friebrich- Wilhelmstädtisches Theater( Schau vieler- Sheater) 26., 27. unb 30. Situs und der Talisman. Confin und der Romische Oper: Die Welt ohne Saupttreffer. 28. und 29. Sannele. Elga. Schleier. Luftfpielhaus: Rebeneinander. Metropol Theater: Casinogirls. Thalia- Theater: Bit! Bit! Renes Operetten Theater: Die Siegerin. Renes Theater am Theater am Kurfürstendamm: Frau Barrens Gewerbe. Ball nez Ricines Theater: Cine galante Nacht. 800: Die Lurusfian. Sheater: Caufa Raijer. Rafe- Theater: 23., 24., 26., 27., 28., 29., 30. und 1. Wenn ich dich nur hab. 25. 12 Uhr: Friede. 25. und 2. Die Braut von Messing. Rafino- Theater: Der Chemann ohne Frau. Jutimes Theater: Abendbesuch. Die Befolgung diefer Richtlinien vom 6. Nopember steht nach ausgefchloffen. Theater im bmirals. allen bisherigen Erfahrungen feft. Sie bedeutet, daß an Stelle der Die L. u. 1.Sofe. Meine Frau palast: Drunter und brüb. fchwindelhaften Papiermartentlohnung eine noch unzulänglichere Ramittagspotellungen: Schauspielhaus: 2. Bilheim Tell. Entlohnung in Goldmart erfolgen foll. Um jebe Gefahr für den Ster- heater: 2. Flachsmann als Erzieher. Deutsches Theater: 2. Alt2effing- Theater: Rammerspiele: 2. Frühlings Erwachen. Brofit auszuschalten, fchär fite& altulation des Lohnarteils. 2. Bürger Schippel, Theater in ber Königgräker Straße: 2. Grogeift. Alles andere fann also weniger faarf falfuliert werden, wird als eutfdes Rünstler- Theater: 2. Der Biberpels. Romöbienhaus: 2. Madame gegeben betrachtet, nur der Lohn muß in einfaches Deutsch Pompadour. Berliner Theater: 2. Rigoletto. Rafe- Theater: 24. Dorne aufs äußerste gebrüdt werden. Der Goldlohn muß röschen. 25. Braut von Mefina. 28. und 1. Rotkäppchen. 2. Das Gefez. übertragen unter bem Friedenslohn liegen, unbeschadet des nicht ganz nebenfächlichen Umftandes, baß die Lebensmittelpreife, im Berantwortlich für Bolitik: Craft Renter: Wirtschaft: Brine Saternus; meitesten Sinne, weit über den friebenspreifen liegen. Der Profit Gewerffchaftsbewegung: S. Steiner: Feuilleton: Dr. John Callowsli: 28tales und Constiges: Frik Karfiäbt; Anzeigen: Th. Glede: fämtlich in Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruderet über den Friedensprofit, die Löhne unter den Friebenslöhnen. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. i. S. Berlin. Berlaasanftalt Bau! Ginger u. Cs.. Berlin S. 68. Lindenstraße S. Das heißt bauernde Unterernährung, Berewigung der unb großen wirtschaftlichen Notlage der Arbeitnehmerschaft. Bei alleSem erheblich längere Arbeitszeit, ohne die geringste Garantie bafür, daß lefbft bei längerer Arbeitszeit auch nur soviel verbrent wird wie zur Friftung einer färglichen Eristenz erforderlich ist. Bergrößerung der industriellen Reservearmee und damit deren ungewollten Lohnbrud auf die Arbeitenden. E. BERNSTEIN Der Sozialismus einst und jetzt 3weite Auflage, vermehrt durch die Kapitel: „ Der Gildensozialismus" und „ Das Bleibende im Marrismus" Grundzahl broich. M. 2,50, geb. 4,- x Schlüsselzah: Buchhandlung Vorwärts, SW 68, Lindenstr. 2 Be Kopfschmerz itrovanille Frankfurt/ MS. ärtlich bevorzugt. es Mirana 72knechmerz, Rheuma Erhältlich in Pulver und Oblaten. Frauenhaar+ GeschlechtskrankeZahie den höchsten Tagespreis bitte überzeugen Sie sich! F. R. Müller Alexanderstr. 37a, I. Etage an der Kaiserstraie. Milliarden sparen Sie bei BRICH SCHULZ Neukölln, Kais.- Friedr.- Str.220' an der Weichselstr. 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