Kr. SS? � 4S. Jahrgang Ausgabe Sk Nr. 27S Bezugspreis: Dom 25. Nov. bis 1. Dez. 1 Billion oder 1 Doldmarl voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 25. Nov. bis 1. Dez für Deutschland. Dauzig. Saat- und Memclgebiet, Oesterreich, Litauen, Luxemburg 18V0 Milliarden, lllr das übrizk Ausland AZA Milliarden. Post» bczugsprcis sreibleidend. Der„Vorwärts' mit der Sonntag«. beilage„Volk und geit". bor Unterhaltungsbeilage..Heimwclt' und der Beilage„Siedlung und Kleingarten' erscheint wochentäglich zweimal. Sonntag» und Montag» einmal. Telegramm� Adresse: „Sozialdemokrat Berlin' Sonntagsausgabe Derlinev Volkslkleett Anzeigenpreise: Die einspaltige Nonpareille» zcilc O,!1) Eoldmark, Nctlamrzeile 8,50 Eoldmark.„Kleine Anzeigen' das fettgedruckte Wort 0,20 Gold» mark szulüsfig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 0,10 Eoldmark. Stellengesuche da» erste Wort 0,10 Eoldmark. jedes weitere Wort 0,05 Eoldmark. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Tatsächlich war dieser volks- parteiliche Politiker vom Zentrum zum Reichskanzler vorge- schlagen worden, und dieser Borschlag hatte dann auch die Zu- stimmung der Volkspartei sowie der Demokraten gefunden. Die Deutschnationa�len jedoch erklärten, daß sie gegen Kardorff— der früher ihr Parteimitglied war und dann zur Volkspartei übertrat— Opposition machen würden, so daß nur der Versuch einer Anlehnung nach links übrig geblieben wäre. Das wurde für die Volkspartei zum Anlaß, von Herrn v. Kar- dorff zu verlangen, daß er den Auftrag zur Kabinettsbildung ablehnen solle, was er auch tat. Ob Herr v. Kardorff persönlich den Wunsch hatte, mit der Sozialdemokratie Fühlung zu nehmen, wissen wir nicht. Tat- fache aber ist, daß seine Partei eine solche Fühlungnahme, falls er sie gewollt haben sollte, von vornherein verhindert hat. Die Volkspartei hat sich damit auf den Standpunkt festgelegt, daß eine Regierung ohne oder gegen die Deutschnationalen nicht gebildet werden dürfe. Demgegenüber ist die Stellungnahme der„Germania" bemerkenswert, die für das Zentrum anführt: Die Wieder- kehr zur großen Koalition sei gegenwärtig undenkbar, auch die kleine Koalition mit der Sozialdemokratie sei„heute psychologisch nicht mehr möglich". Der Eintritt der D e u t s ch- nationalen in die Regierung sei grundsätzlich nicht abzu- lehnen, doch müsse ihm ein„unzweideutiges Be- kenntnis zur Verfassung" vorausgehen, auch dürfe in der Außenpolitik keine grundsätzliche Wendung eintreten, und vor allem sei„unbedingt zu vermeiden, daß eine solche Regierung in Kampfstellung gegen links geriete".— Das ist,■ mit Verlaub gesagt, ein Kalb mit fünf Beinen. Weder denken die Deutschnationalen daran, ihren Ein- � tritt in die Regierung mit solchen Zugeständnissen zu erkaufen, i noch ließe sich zwischen einer Regierung, in der die Deutsch- 1 nationalen mit sitzen, und der Sozialdemokratie der schärfste i Kampf vermeiden. Vermutlich würde eine solche Regierung i auch schon von den Demokraten entschieden abgelehnt werden.\ So ist im Geduldspiel der Krise kein Ende abzusehen. Die l Volkspartei will nach rechts. Zentrum und Demokraten j wollen zwar nicht nach links, aber auch nicht nach rechts. Die drei Parteien, die das dritte Kabinett Stresemann stützten, brachten in der entscheidenden Abstimmung nur 155 Stimmen auf, nicht viel mehr als ein Drittel des Reichstags und 18 Stim- men weniger als die Sozialdemokratie allein in die Wagschale zu werfen hat. Aber sie haben mindestens dreierlei Meinung,! und des Hin- und Herzerrens ist kein Ende. Müßte der Reichstag schließlich Iwch aufgelöst werden, weil keine Regierungsbildung möglich ist, so trügen die Mittel- Parteien die Schuld daran, und es wäre Slufgabe der Wähler, zwischen d e u t s ch n a t i o n a l und sozialdemo- k r a t i s ch zu entscheiden. Slber auch Auflösung und Neu- wählen— unter französischer Militärdiktatur im besetzten Ge- biet und deutscher im unbesetzten— können nicht den Sinn der Verfassung erfüllen, wonach die Wahlen den Willen der Wähler klar und unbeinflußt in Erscheinung treten lassen sollen. Würde gar das Ergebnis der Wahlen neben der un- vermeidlichen Verschärfung der Parteigegensätze zu einer noch stärkeren Zersplitterung führen, so wären die Aussichten auf eine Aktivierung des parlamentarischen Systems noch trostloser als zuvor. Die deutschnationale Presse bleibt in ihrer Haltung starr. Die„Kreuzzeitung" fordert als Bedingungen für den Eintritt in die Regierung: vollkommenen Bruch mit der Sozialdemo- kratie, Gewähr einer„nationalen" Politik und Bruch der Preuhenkoalition. Die„Deutsche Zeitung" verlangt noch dazu den sofortigen Rücktritt des Reichspräsidenten. Die„Deutsche Tageszeitung" wünscht nach wie vor den Vertreter des Land- bundes Herrn Sch l a n g e als Ernährungsminister und droht mit sortgesetzter Aushungerung des Volkes. Solche Forde- rungen und Drohungen lassen die Absicht erkennen, den Par- lamcntarismus mit Vorbedacht zugrunde zu richten und die Rechtsdiktatur aufzurichten, die das eigentliche Ziel der deutschnationalen Sehnsucht ist. Ueber die Vorgänge, die zum Scheitern der Kombination Kardorfs slihrtcn, berichtet der„Sozdem. Parlamentsdienst": Herr Hergt, der noch am Freitagabend vom Reichspräsidenten empfangen wurde, hat die Bildung des Kabinetts durch einen Deutschnationalen nicht verlangt, sondern den Vorschlag ge- macht, einen Vertreter der Volkspartei unter Beteiligung der Deutschnationalen mit der Bildung einer neuen Re- gierung zu betrauen. Dcr Reichspräsident gab dem später von ihm empfangenen Vertreter der Bolkspartei, Dr. S ab o l z, von der Ruf- fasiung der Deutschnationalcn Kenntnis. Noch am Freitagabend nahm die volksparteiliche Fraktion zu dem Standpunkt der Deutsch- nationalen Stellung und beschloß, sich an einem nach rechts er- weiterten Kabinett nur unter der Führung des Reichskanzlers Dr. Stresemann zu beteiligen, was von vornherein aussichtslos war. Am Sonnabendvormittag befaßte sich auch die Zentrums- fra ktion mit der Krise. Sie beauftragte den ehemaligen Reichs- kanzler Fehrenbach, dem Reichspräsidenten mitzuteilen, daß unter keinen Umständen der Kanzler aus den Reihen des Zentrums gestellt werden könne. Dieser Standpunkt wurde besonders von dem ehemaligen Zentrumsminister Stegerwald vertreten, so daß eine Reichskanzlerschaft Stegerwalds, die angeblich besonders von den Deutschnationalen gewünscht werden soll, nicht in Frage kommen dürfte. Erst im Laufe des Sonnabendnachmittag, nachdem der Reichs- Präsident zuvor mit den Führern der Mittelparteien Fühlung gesucht hatte, tauchte ernsthaft die Kandidatur Kardorfs auf. Dieser Borschlag kam aus den Reihen des Zentrums und wurde von den Demokraten lebhaft unterstützt. Beide Parteien wünschten die Bildung einer Regierung dcr Mitte mit Dr. Stresemann als Außenminister ohne direkte Beteiligung der deutschnationalcn Fraktion. Jedoch bestand gleichzeitig die Neigung, einen bayerischen Bolksparteiler in das Kabinett aufzunehmen, der als Verbindungs- mann zu den Deutschnationalen gelten sollte. Es war geplant, das neue Kabinett mit wechselnden Mehrheiten regieren zu lassen. Als Herr v. Kardorff vom Reichspräsidenten gefragt wurde, ob er bereit sei, die Kabinettsbildung zu übernehmen, bat er sich eine kurze Bedenkzeit aus. Er verhandelte zunächst mit dem deutsch- nationalen Abgeordneten Hergt im Beisein seines Fraktion?- kollegen Dr. H e i n z e. Später hatte Kardorff Besprechungen mit dem Zentrumsführer Marx und dem Vorsitzenden der demokratischen Fraktion Dr. Petersen. Vor Beginn der Fraktionssitzung der Volkspartei, die zur Besprechung der Kandidatur Kardorff und der von ihm bereits geführten Verhandlungen um 6 Uhr abends zu- sammentrat, vergewisserte sich der Kanzlerkandidat der Mitarbeit des bisherige Post-, Ernährungs- und Arbeitsministers. Die übrigen Aemter sollen mit NichtParlamentariern besetzt werden, wobei für das Finanz- und Wirtschaftsministcrium an Herrn Minoux gedacht war. Di- Pläne Sardorffs wurden jedoch hinsällig infolge der ablehnende hallung der Dev.lschnaiionalcn und der Stellungnahme seiner eigenen Fraktion. Die Deutschnationalen lehnten Kardorfs als Kanzler ab und verneinten gegenüber einem Kabinett der Mittelparteien von vornherein die Toleranz, während die Volks- parte! sich gegenüber dem Bestreben, eine Regierung mit Unter- stützung der Sojialdomokratie zu bilden, ebenfalls ablehnend»er- hielt. Kardorff mußte deshalb gegen g Uhr abends den vom Reichspräsidenten zum Ausdruck gebrachten Wunsch, die Kabinetts- bildung zu übernehmen, gezwungen durch seine eigene Fraktion, ablehnen._ Kohr gegen üas Ndch. München. 24. November.(BIO.) Das Generalstaalskommis- sarlal teilt mit. daß das Verfahren wegen der Vorgänge am S. und S. November bereits bei den bayerischen ZusiizbehSrden an- hängig sei und daß eine Auslieferung an den Staalsgerichkshof der Republik daher nicht in Frage komme. Neue Neparationsverhanölungen. Auf Grund dcr belgischen Studien. Brüssel, 24. November.(Agence Belge.) Der deutsche Geschäfts- � träger überreichte heute vormittag dem Außenminister Jaspar eine Note, die ausführliche Darlegungen zu den belgischen t e ch n i- � sehen Studien enthält, und erklärte, seine Regierung sei bereit,! die Erörterung des Reparationsproblems auf der Grundlage dieser' Studien fortzusetzen. Di« belgische Regierung wird diese neue Note der Reparationskommission übermitteln, die gegenwärtig die im letzten Graubuch veröffentlichten belgischen technischen Studien prüft. Diese Studien schlagen u. a. eine ganze Anzahl Monopole für Deutschland vor._ Inüien m Opposition. Bombay, 24. November.(Eca.) Die Parlamentswahlen brachten bisher einen unerwarteten Sieg der Unversöhnlichen(Swaraj). Von 60 bisher bekannten Wahlergebnissen erhielt Swaraj 25 Man- date. Das Parlament wird aus 86 gewählten und 25 ernannton Mitgliedern bestehen. Hiervon wird Swaraj mit den anderen kleinen oppositionellen Gruppen einen Oppositionsblock von 46 Mit- gliedern bilden können. In der Stadt Bombay wurden 2 O p p o- s i t i o n e l l e und 1 Liberaler(der Regierung nahestehend) gewählt. In Bengalen ist der Führer der Regierungspartei Dr. Das dem Swarajkandidaten Satcowripati Roy unterlegen. Einige deulfchgaschrlebcne Dänenbläiier in Rordlckileswig wurden verbalen, und zwar vom Webrkieiskommando der Reichs- wehr; sie sollen LoStrennungSpropaganda gelrieben haben. 1 Zaschiftifches Totenfest. 0. L., Rom, November 1923. Der Verlauf der Feste, durch die die italienische Regierung den Jahrestag ihres Antritts als Nationalfest erster Ord- nung gefeiert hat, ist in mehrfacher Hinsicht lehrreich. Auf der einen Seite hat er gezeigt, daß man Fe st stimmung und Begeisterung nicht von oben verordnen kann, man mag noch so kräftige Agitationsmittel besitzen; auf der anderen Seite wirft er ein scharfes Licht auf das, was der herrschende Faschismus unter„innerem Frieden" und unter der „Abrüstung dcr Geister" eigentlich versteht. Mit dem Beifall der Massen war es wirklich recht trüb- elig bestellt. Die Beflaggung und Illumination war aus- chließlichl auf die Straßen des Mittelpunkts der Stadt be- chränkt. Die Festtage haben allerdings gezeigt, daß der Fa- chismus sein- Wurzeln tief in gewisse Interessen- kreise gesenkt hat: fast jeder L a d e n hat ein Bild M u s s o- l in i s, wie fast jeder ein solches der Madonna hat. Die Banken waren dicht beflaggt und trugen zum Teil die Liktorenbündel des„Fascio" zur Schau. Aber das Volk, die Leute, die arbeiten, zum Teil auch die Geistesarbeiter, waren abwesend. Eine solche halb ablehnende, halb gleichgültige Haltung der römischen Bevölkerung hätten wir selbst noch vor sechs Monaten für unmöglich gehalten. Wichtiger als diese Erfahrung der Festtage— denn im Grunde kommt es dem Faschismus nicht daraus an, die Masse auf seiner Seite zu haben, solange er alle materiellen Macht- mittel auf seiner Seite hat— ist die Klärung, die uns über den Begriff des sozialen Friedens, wie ihn die Fa- schiften verstehen, geworden ist. Sie verstehen unter Türger- frieden die unterwürfige Anerkennung ihrer M a ch t st e l l u n g, die Scheidung des Volkes in eine Herr- schende Schicht, die die Staatsämter und Staatsmittel in Hän- den hat und zu eigenem Vorteil über sie verfügt, und in eine beherrschte, die gehorcht und Beifall klatscht. Man will keinen Bllrgersinn, sondern Knechtssinn, keinen Frieden unter Men- scheu eines Baterlandes, sondern ein faschistisches Monopol aller vaterländischen Gesinnung. Dies ist erstens darin Mm Ausdruck gekommen, daß man das„Siegesfest" vom 4. November(vor dem Faschismus nannte man es das F r i e d e n s f e st; heute, wo man den Frieden noch schlimmer befunden hat als den Krieg, zieht man die andere Benennung vor) ganz gegen das Jähressest des Regierungsantritts hat zurücktreten lassen. Der faschistische Kommissär der Stadt Rom, der die Bürgermeistcrfunktionen in der Hauptstadt ausübt, ein gewisser Cremonesi, früher Spediteur, hat zum Jahrestag des Regierungsantritts ein Manifest erlassen; aber zu dem das ganze Volk, nicht eine Partei angehenden Feste der Beendigung des Welikrieges hat er den Aufruf an„fein Volk" ganz vergessen. Offenbar sieht er in dem Weltkrieg nur die Vorstufe zum„Marsch auf Rom", das Piedestal des faschistischen Monuments. Roch charakteristischer war das Verhalten der Zentral- regierung in Mailand. Dort fand am Tage des Siegesfestes die Beisetzung von 4 0 Kriegerleichen, die eben von den Gräbern an der Front heimgeführt worden waren, in feierlicher Weise statt. Zu dem Demonstrationszug hatte der Verband der Kriegsinvalidsn allMBürger in einem Auf- ruf eingeladen. In dem Aufruf hieß es: „Das Schweigen der Toten beherrscht die Leidenschaften und hallt wider, tief und weit. Es ruft die, die hassen und voll Er- bitterung sind; es ruft die Herrschenden und die, die ihr Haupt beugen. Es dringt zwischen die verschiedenen sozialen Klassen, durch Irrtümer, durch die schmählichsten Erinnerungen und die stolzesten Hoffnungen; es dringt zu den Männern der schwieligen Faust und zu den Männern des Gedankens; zu den �Männern jeder Arbeit, zu den Angehörigen jeder Partei, soweit sie der Haß nicht stumpf macht. Es ruft die Brüder, die am Leben sind, alle, die sich verbittert verschließen, alle, die drohend ihre Faust ballen. Jtalienerl Für euch alle haben diese Toten ihr Blut vergossen, wie Christus, für alle! In welchem Zeichen wollt ihr euch ver- einen und zusammenscharen, wenn nicht in dem ihres Opfers, das heute in diesen Bahren erscheint, entblößte Knochen und unsterb- licher Geist." ... Laßt uns die Siegesfeier begehen, in reinen Ge- danken und mit reinen Taten. Fern von uns sei jede Gewalttat und jede Feigheit. Italien, dessen Bild die Toten tröstete, bei der Hingab« ihres jungen Lebens, war und wird sein eine in ihren Grenzen und in ihrer Ueberzeugung gefestigte Nation, ein freies, mündig gewordenes Volk, mit den Rechten und Pflichten der bürgerlich und kulturell höchst- stehenden Völker. „Brüder, Arbeiter, wie Bürger, Brüder aller Klaffen und aller Parteien, laßt über diesen Bahren, laßt über die Menge das hehre leuchtende Antlitz des Vaterlandes aufgehen, das eins ist mit dem Antlitz der Gerechtigkeit." Nach Kenntnisnahme dieses Aufrufes beschlossen die E i n h e i t s s o z i a l i st e n, an der Ehrung der Krieger- leichen teilzunehmen, um dadurch, im Einklang mit den von diesem Flügel immer betonten Grundsätzen, ihrer Soli- darität für ihr Vaterland öffentlichen Ausdruck zu verleihen. Der marimalisttschs„Avanti" insinuierte, daß es sich dabei um den Versuch gehandelt hätte, einen antifaschistischen Block zr-. gründen, da in den Kreisen der KrisgKuva- lidcn große Erbitterung gegen den F a j ch i o- m i! 3 herrscht, der seinen Parteigängern das Monopol des Kriegsruhins vorbehält, aber die Lage der Kriegsinoaliden, die ohnehin traurig genug war, noch verschlechtert hat. In Wirklichkeit wollte aber die sozialistische Einheitspartei nur das Ihre zu jener„Abrüstung der Geister" beitragen, ohne die das öffentfiche Leben in Italien aus ein miiteialterliches Niveau zu kommen droht. Das sollte ihnen aber schlecht bekommen: heute ist Mittel- alter Trumps. Sobald der Beschluß der Teilnahme der Sozia- listen bekannt wurde, ließ der Präfekt(Regierungspräsident) das Komitee des Kriegsinvalidenverbandes zu sich rufen, um dessen Mitglieder wegen der Auffassung des Ausrufes abzu- rüffeln. Dann wurde, am Vorabend des Umzuges, der Aus- s ch u ß der P a r t e i s e! t i o n aus die Polizei berufen, wo ihm angeraten wurde, nur in ganz geringer Zahl an der Kundgebung teilzunehmen. Die faschistische Partei hatte also beschlossen und durch die Regierungsorgane bekannt- gegeben, daß sie die s o z i a l i st i s ch c Beteiligung nicht dulden würde. Natürlich brauchen Leute, die Waffen haben und über die Polizei verfügen, sich nicht mit leeren Drohungen zu befassen. Als sich die Sozialisten am Morgen versammelten, war in Riesenbuchstaöen die solgsuds „patriotisch-faschistische" Inschrift an den Mauern zu lesen: „Achtung, Prügelt". Als sich die Arbeiter einfanden, fanden sie die Straßen durch faschistische Kordons versperrt und wurden zurückgewiesen. Waffenlos mußten sie sich vor der bewaffneten Uebermacht zurückziehen. Die bekannteren Sozia- listen wurden dann mit Knüppeln angefallen. Genosse Drigatti wurde erst einer körperlichen Durchsuchung unterzogen, wie das bei den Faschisten Sstte ist, die sich prinzipiell nur mit UnbeWafsueten einlassen, und dann niedergeknüppelt. Er wäre getötet worden, wenn ihn nicht vier Herren, die in einem Auw vorbeikamen, rrnter denen sich ein Unteroffizier der Marine befand, gerettet hätten. Den sozialistischen Kriegsinvaliden und Inhabern von Tapferkeitsmedaillen wurde zu- gemutet, ihre Abzeichen abzuliefern, was sie natürlich vor- weigerten. Schließlich erklärte ein Faschist:„Wir geben Euch zehn Minuten Zeit, um wegzugehen." Nach zwei Minuten fing dann der A n g r i f f m i t K n ü p p e l n an? unter den so Ueberfallenen befanden sich die Abgeordneten Ee- Nossen Turati, D'A ragona, Treoes, B c l t r a m i, R v n d a n i, Vellvtti und andere. Der Abgeordnete Gonzales wird ch erster durch einen Knüppelhieb zu Boden gestreckt; feine Frau wirst sich über ibn, um den Körper des Liegenden zu schützen. Ein Faschist läßt einen Riesen- knüppel auf das Haupt des Wehrlosen niedersausen, als ihm ein sozialistischer Kriegsinvalide in den Arm fällt und so dem Abgeordneten das Leben rettet. Nur 5 Karabinisri sind anwesend, die mit allen Kräften der viehischen Szene ein Ende zu machen suchen, wobei sie freilich gegen mehr als 100 bewaffnete Faschisten wenig ausrichte» können. Nachdem die schmachvolle Roheit etwa zehn Mimsten getobt hatte, zogen sich die Sozialisten«.«rück. Zn diesem Zeichen ehrt der offizielle Faschismus die Kriegsgefallenen! Es handelt sich hier nicht' etwa um eine Episode, der die Behörden nicht Meister geworden wären, sondern um behörd- liches Vorgehen, im Einverständnis mit der Zen- tralregierung. Der Faschismus macht in bezug auf die Kriegsgefallenen Monopolrechte geltend: sie sind fein Agita- tionsmaterial. S)e sind für i h n gestorben; denn wer hätte solche» Prosit aus dem Krieg gezogen, wer unter den Kriegs- gewinnlern hat mehr eingestrichen, als gerade der Faschis- mus? Cs ist recbt und billig, daß ihm auch die Knochen der Gefallenen nach Profit bringen. Uebrigens wurden auch d e Republikaner, die doch die ersten Jnterventisten in Italien waren, von dem Umzug ausgeschlossen, weis sie eine rote Fahne trugen. Das re- publikanifche Parteiblatt macht darauf aufmerksam, daß der Gelöbnis. Von Erich Grisar. Die Jahne. Der unsere herzen mtgegechchlagen, Zst tot wie der Sanne erster Sl-ahl. 'Der wir sie siegend cukzegentrozen, dsi tot wie das Leben-, Denn sie ist in das Älut all der Brüder get&iichf, Die für die Jeeihelj ihr Leben gegeben. Wir aber, die mr im Llchle noch schreiten. Wir, die wir lebend am Himmel drsbeu Die Sterne noch grüh-u, Wir wollen gcioden: ?!imm« zu ruhe« Und immer zu streben Bis alle Winds um rote Jahnen schweben. Bis die Stafi, die eurem geopferten Vinte evistaannk, Alle herzen beflammt, Und die Jrsieu, bieAller Gewalt abschworen And allen Göttern entsagten, Voll Derant an eure Gröber treten Und bete«. Der Kampf pgen öas Leiö. A:n Tstensomitog soll men neben den Toten der Lebendril gedenken. Der Tod ist ein« der llebel, da« der Mensch nicht «ue der Welt schössen, aber seiner Schrecken berauben rann. Der Nampf«eeen das Leid llliuchcmot ist. richtiz gesübrt, au«. lichtsrelch.!?oL sbarrrr Begab una hat der einzige gros,- poru- liir« deutsche Soiiologe is. Müller-Lyer das Prablem angepackt. Wir geben ans seiner„Soziologie der Leiden" sA. Langen, Mtwchen) die SchluKbetvachtung«!. Durch die Wisieufchoft ist es der Menschheit schon jetzt gelungen, die äußere Natur bis zu einem hvh-.it Grad beherrschen zu lernen, und so wird uns nun die Macht des Wissens auch instand setzen, die Kultur zu beherrschen. Unter Kulturbeherrschung aber ver- stehen wir: die Lermenschlichung der bisher blinden Kulturentwick- lung durch die wohlorganisierte und mit wissenschaftlicher Einsicht ausgerüstete Gesellschaft. Die Kulturbeherrschung ist also nichts anderes als eine höhere bewußte Form des sinnvollen Zusammen- Wirkens und der gegenseitigen Hilfe. Die ganze bisherige Entwicklung spricht daher dafür, daß das menschliche Element, di« Vernunft, langsam und allmählich immer mehr, wenn auch unier vielen Rückfällen und Stillständen, über di« Unvernunft Herr werden wird. Wieweit allerdings die menschliche Gesellschaft fälüz sein kann, das Tierische im Menschen beherrschen zu lernen, darüber kann niemand eine Prophezeiung oder«in Orakel geben. Die Pessimisten werden natürlich sogar di-e Möglichkeit unbedingt verminen, die OMmipk» werden sie ebenso unbedingt bc- sahen'. Wer immer überhaupt fühig ist, die von der Soziologie auf- gezeigten Zusammenhänge zu begreifen, der wird die Uebel und Leiten nun in einem anderen Lichte sehen, er wird sie nicht mehr als für all« Zeiten bestehend« unangreifbare Notwendigkeiten botrechien. — Denn so wie(nicht alle, aber) die übergroße Anzahl aller Leiden eine gemeinsam« Wurzel hat, so gibt es auch ein diese Wurzel Mussolini der zweiten Häutung— der interventistische Revolutionär— wiederholt gerade unter dieser Fahne für den Eintritt Ztaiiens in de n Krieg gesprochen habe. Das ist halt 8 Lahre Her: heut ist man gut katholisch und gut monLrchisUsch und v-rkräg! nichts Rotes mehr,,«ur noch Weihwasser und Trikolore.... Reichswehr m.Uhümgen. Das Eingreifen der Reichswehr in Sachsen und Thüringen lost wachsenden Widerspruch auch im nsichtsozial i st i- s ch e n Lager aus. Das„Berliner Tageblatt"' stellt bei einer Besprechung der politischen Verhältnisse in Thüringen fest, daß „auch die Redner der nichtsozialistischen Parteien im Landtag mitteinemWortversuchtßvbe n, das Borgehsn der Reichswehr m allen seinen Einzelheiten gutzuheißen". Das Blatt unterstreicht einzelne im thüringischen Landtag zur Sprache gebrachte besonders krasse FMe willkürlicher Ausschreitungen und Mißhandlungen, deren schleunigste Unter- {sichnag verlangt wird.' Es jährt bann in seiner Kritik fort: „Ebenso bedenklich ist es, wenn den in Gera einrückenden Truppen vor den Toren der Stadt erklärt wird, sie mochten hier ganz besonders auf der Hut sein, da Gera ein besonders schwarzes Nest sch tuest hier während des Aapp-söu!?6xs gegen die Reichs- wefcrtruppen gekämpft und diese entwaffne! worden seien. D-e Kämpfe bei Gera richteten sich seinerzeit CSiexhiagB gegen die Rsichswehrtrupxsn, aber gegen Teile, die dem Kapp-Putsch zu« Sieg e verhelfen«rollten. Auch die Eingriffe des Militärbefehlshabers auf vorsassANKS rechtlichem Gebiet lassen sich durch- weg nicht durch den Ausnahmezustand begründen. Bor allem muß dadurch die Staatsautvlltat, die heute schon an und für sich schweren Schaden ausweist, noch mehr nntargraben werden. Es muh dabei gleichjiilüz sein, von welcher Partei die R-egicrungs- tätigkeit ausgeübt wird. Bedenklich scheint die Aufhebung de? von der thüringische« Regierung erlassenen Verbots der„Thüringische« Landeszeitunz" durch General Hasse. Während General Reinhardt anhcim gibt, das Verbot auf Grund des republikanischen Schutzgesetzes zu erlassen und sich das Verbot auf die seit langem getrieben« Hetzarbeit dieser Presse gegen b!e Regierung und gegen die Verfassung gründet, wird dieses Verbot einfach ausgehaben, ohne daß der Versuch unter- nommen wird, die Werbotsgründe kennen zu lernen. Auch nach der Mitteilung der Begründung der Regierung«rfolzte keine Zurücknahme dcr Errtscheidung, die Zeitung erhält viel- mehr die Ermächtigung zum Weiteierscheinen, obgleich die Entscheidung über die Beschwerde gegen das Regie- rungsverllot dem Staatsgerichtshof vorlag. Es genügt also hier die Anrufung des Militärbefehlshabers durch die vom Verbot be- trosftnen Kreise, um eine auf reichsgesetzlichen Vorschriften be- ruhende Regie ru ng-masi n ahme aufzuheben. Ebenso bedenklich er- scheint d«r Eingriff in die Kriminaluntersuchung in Probstzella gegen di« aus Bayern zurückkehrenden Jenaer Studenten, di« vor dem Hitler-Putsch nach Lagern abgerückt waren, gewiß nicht, um sich für die Erhaltung verfassungsmäßiger Zu- stände zur Verfügung zu holten. Auch die Eingriffe des Militarbefthlshabers in die Zuständigkeit des Bolksbildungsministsriums und die S ch u l v e r w a l t u n g bedürfen der Nachprüfung. Die durch diese und andere Vorkommnisse hervorgerufen« Rechts- Unsicherheit bedauern nicht zuletzt die Kreise, die in dcr Reichsweh? einen parteipolitisch neutralen und verfassungstreuen Machtsaktor erblicken im Sinne Oeßlers, des eigentlichen Schöpfers der republikanischen deutschen Wehrmacht." Jedes Wort dieser Kritik ist eine Bestätigung der grundsätzlichen Einwendungen, die die Sozial- demokratie gegen die Handhabung des militärischen Ausnahme- Zustandss erhoben hat und noch erhebt. Die Militärdiktatur muß zu den schwersten Gefahren für unsere verfassungsmäßige Entwicklung führen, wenn sie nicht zur Durchführung be- stimmte? militärischer Aufgaben, wie man sie gegen Bayern bei ihrer Verhängung im Auge hatte, dienen soll, sondern wenn tresfendes Mittel, und dieses Mittel ist:„die wissende und wohlorganisierte Gesellschaft'. Allerdings wäre es unrichtig und utopisch, die Schwierigkeiten zu übersehen, die sich der Kultürbeherrschung entgegenstellen. Wir brauchen nur einen Blick auf unsere noch halbtierifche Kultur zu werfen, die Unzahl der Habel und Leiden zu überschauen, die zur Schande des Uoir.o sapiens gerade diese Gattung mehr belasten als jede andere Tiergattung, um einzusehen, daß von hier aus bis zur wohlorganisterten, natur- und knltmboherrschonden Gesellschaft ein weiter Weg ist, daß außerordentlich viele und große Schwierigkeiten zu überwinden sein werben Obgleich aber die Lösung dieser Aufgaben noch ganz besonders dadurch erschwert wird, daß sie alle zäh und fest zusammenhängen, so liegt dsnnoch die Möglichkeit ihrer Lösung in der Macht der mensch- lichen Gesellschaft.— Ja, die Macht bcsitzten wir schon jetzt; es fehlt nur der Verstand, sie anzuwenden. Wenn die Menschheit den ganzen Apparat von Kräften und Miiteln, über den sie gegenwärtig schon verfügt, planvoll und sinngemäß in Tätigkeit setzen wollte, wäre der wohlgeordnete Staat in wenigen Generationen keine Utopie mehr. Di« Widerstand« liegen bloß noch in den Köpfen der Men- schen. Hier sind sie freilich so ungeheuer, daß der Dichter bekannt- lich das vsrzweiflungsvolle Wort geprägt hat:„Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens." Aber soziologisch ist dieser Spruch nicht gültig: di« Richtungslin'en der geistigen Entwicklung beweisen das Gegenteil. Die Wissenschaft wird nicht vergeblich mit der Dumm- heit kämpfen, auf die Dauer nicht! Denn die menschliche Dummheit ist einfach mit der menschlichen Naturanlage gegeben; sie ist keiner Zunahme, keiner Steigerung fähig, die Wissenschast aber wächst und wächst Schritt für Schritt ewig weiter, solang« es„Menschen" gibt. Sie m u ß also mit der Zeit die Ucberhand gewinnen. Tstenfest. Und wieder ist Totenfest. Und wieder wandern die Menschen in Scharen zu den Stätten der ewigen Ruhe. Viele der Lebenden sind s o von den Sorgen des grauen Alitags bedrückt, daß sie zu anderer Zeit die Gedanken cm die Heimgegangenen nicht auf- kommen lassen können. Aber heute w u ß es sein. Nicht mit leeren Händen soll die letzte Ruhestätte des Gatten oder der Gattin, der Mutter oder dos Paters besucht werden. Ein Zeichen der Liebe über das Grab hinaus muß jeder erhalten. Ahar gerade hierbei zeigt c? sich, daß auch der Schnitter Tod die Unter- schiede im Leben der Menschen nicht zu verwischen rermaz. Bei vielen, vielen reicht es kaum für ein paar Blumen aus Papier; andere kommen mit großen Kränzen und Sträußen aus frischen Blumen. D i e Menschen, die für die Blumen ihrer Toten heute noch so große Opfer bringen können, wissen wohl nicht, wie sie sich an den Millionen der Hungernden und Frierenden versündigen. Es ist eben im Tode noch genau so wie im Leben: wer schon im Leben auf seine Mitmenschen herabsehen könnt», soll sich auch noch nachher von dm übrigen Toten abheben. Gesenkten Hauptes wandeln ruhigen, ernsten Schrittes die Fried- hcfsbesucher zwischen den Gröbern, stumme Zwiesprache hastend mit ihren Lieben unter den Hügeln.— t. sie zu einem Dausrinstrument für innsrpositische Zwecke aus- gestaltet wird. Die Reichswehr ist nach ihrer ganzen Struktur. ihrer Aufgabe und oerfassungsinäßinsn Stellung zu solchen Funktionen nicht berufen, ihr Ansehen sin Lands muß aufs schwerste unter� den unvermeidlichen Reibungen, d e das dauernde Eingreifen u n p o l i t i t s ch e r Gene- r L l e in laufende V e r w a l t u n g s a r b e i t e n mit sich bringt, gefährdet werden. Die Aufhebung dieser Militär- diktalur ist daher nach wie vor eine der dringendsten inner- politischen Forderungen, ohne die eine Beruhigung nicht eintreten kann.___ Au? keine Gpfe?! Wir haben kürzlich darauf hingewiesen, daß erfreuNcherwelss endlich unter dem Zeichen des aZgemöincn Abbaues auch mit dem Unfug der zahllosen Pensionszahlungen an glänzend situierte, in gut bezahlten Prhratstellen stehende Offiziere ousgeröumc wird. Prompt ist auch schon der Protest da, den der Deutsche Offiziers- bund, der Nauanalrerband Deutscher Offizier«, der MMneoff' u» verband und der Reichsofsizierbund gegen diese Porjvmckabdaurer- Ordnung eingelegt haben. In diesem Protest heißt es wörtlich: „Die Verbünde haben gewiß volles Verständnis dafür, daß die Ausgaben des Reiches vermindert worden müssen. Sie ver- treten jedoch den Standpunkt, daß Ersparnisse au den Gebühr- Nissen derer, die in langer Dienstzeit dem Vaterland« ihre Kräfte zur Verfügung gestellt oder ihm schwere Opfer gebracht haben, erst dann gemacht werden dürfen, wenn sie im Interesse des Reiches als dr i n g e n d n ot we n d i g bezeichnet werden ir.üssen.(!) Die Verbände bestreiten(!) aber, daß im Lmuejunden Falle eine solche zwingende Notwendigkeit(! vorlag. Sie sind viel- mehr'rar Ansicht, daß unter dem Ermächügustgsgesetz«ine Reihe von Mastnahmen getroffen worden sind, die an sich keine großen Efiparnffs« einbringen können, die der Regierung aber aus inner- politischen Gründen erwünscht erscheinen und deren Durchführung sie bisher nicht hellte erreichen lönaen" Die Offiziersverb ände, di« diesen Protest verfaßt haben, haben sich und den von ihnen vertretenen Kreisen in der Oefsentlichkeit sicher den denkbar schlechtesten Dienst erwiesen. Ihr Protest, der von einem langen und in der Sache vollkommev nichts- sagenden Leitartikel der„Kreuz-Zeitung" begleitet wird, beweist doch mir das«ine, daß diese Kreis« die„Marxisten" cm Rück- sichtslosigkcit in der Vertretung egeistiseher Berufs- und Klassen' nietesson turmhoch überragen. Es wäre besser, wenn diese Kreise Opfer nicht nur von•anderen verlangten, sondern sie selbst auch auf sich nähmen. Udbau! Der Reichstag wiK sparen. Eine gemeinsam? Sitzung des Aeltesienrsts, des Vorsta?ch?s des Reichstages trnd der Vorsitzenden der Untersuchungsausschnss« des Reichstages beschäftigten sich gestern mit de? Frage, ob die Einschran- kuifcn im Haushalt, die in der gesamten Reich sverwaArrnq ge- troffen werden, auch auf den Reichstag ousged-hrck werden sollen. Die meisten Fraktionsrertreter hielten sich aber heut« noch nicht für befugt, Deschlü-fs in dieser Richtung zu fassen. Di« weiter« UJtrfoTgung der Angelegenheit vmrtK oickmehr für die zweite Leftmg des Wahlgesetzes ün Rechiseiusschuß zurückgestellt. Die Frage, ob die wörtlich? Aufnahme der Reden des Reichstages noch weiter aufrecht erhalten werden soll, wird von einem Uvteravstchuß ge. prüft werden, in den jede Part«! ein Mitglied entsendet. Die Arbeiten des parlamentarischen ILniersuchiungs-ivi-l ckusses über die Ursachen des Weltkrieges, über die Gründe des Zasirmmenbruches. über dl« Völkerrechtsverletzunye« und über die Gefangenevbci'and- lung sind mrnmehr ihren: Abschluß nah« und werden in einer Reihe von Bänden in kurzem zur Ausgabe gelangen. Die Bcamtcnfpisenorganisationeu zum Abbau. Die Spitzensrgenissttcnen der Beamten traten am 24. Rovauter erneut zu einer Beratung über den Personalabbau zusammen. D« mehrstündige Besprechung ergab Einmiitiareit dahin, sofort armein- same Schritte zu unternehmen, die auf Grund des Ermschtizupgs- gesetzss erlassen« Personalabbauvcrordvuna aus zu- heben und an deren Siclle eine gesetzliche Reoelung herbeizuführen. Mit der Ausführung der einstimmig msaßten'De- fchliisse wurde ein sofort eingesetzter Ausschuß beauftragt. Semarö Shaws Emzug ins S�aatsthsatee. Das ehedem so königlich« Schauspielhaus, in dem noch vor wenigen Lahren Künstlerbeamre korrekt(und langwellig) Theater spielten, Hot seine Tore dem respektlosen irischen Spötter Bernard Shaw geöffnet. Bravo, Herr L«ß:-:r! Das dreiaktige Mysterium „Candida" ist zwar auch ein echter Shaw, der dem entsetzten Spießer sein? heiligen abgestempelten Ueberiommenheiten vor der Rase herum voltigiert urA solange in seiner Moral herumstochert, bis nichts mehr von ihr übrig bleibt als eine leere häßliche Hülle, aber„Candida" ist ein« Komödie für Deutsch«, ein Spiel mit Gefühl. Daher der Rame Mysterium und daher der Mißerfolg in England und der Jubel in Berlin vor L0 Lahren. Es ist das Nora-Problem, das Shaw da behandelt, das Drama von der Freu, die der übet- leaene Galle als Spielzeug b Urach cot und die doch tausendmal stärker ist als der Mann. Uid was ist das für eine herrliche Frau'. Candida ist das hohe Lied von der entfagungsbereiten Liebe, der Mütterlichkeit, dem Drang zu beschützen und Sonn« zu sein. Das graziöse be-Itzaw-liche hohe Lied von der Frau, ein träumerisches Aed, ohne Pathos und doch in uns nachklingend. Als das Stück im Jahre 1994 bei Reinhardt zuerst in Berlin erschien, habe« viele nur Shaws brillierenden Paradoxe gesehen, und mancher Kritiker hat es abgelehnt, well er es nicht in die ihm geläufigen Äunstformen einordnen konnte. Dem Staststhevter habe« wir zu danken, daß es sich zu diesem Geist bekennt. Die Aufführung atmete noch nicht die überschäumend« prickelnde Luftigkell des Iren, sie hatte noch zuviel deutsche Erden- schwere, die Sentimentalität gab, wo losgebundenes Gefühl herrschen sollte. Das lag in erster Linie an dcr Candida der Lina Lossen. Diese Shawsche Nora war nicht die mütterlich« verstehend? Gattin, deren Herz sich nach sinnlicher Liebe sehnt und sich fast einem acht- zehnjährigen Jungen hingibt, Lina Lossen war nur Matrone mit lehrhafter Stimme und eckigen uiioraziösen Bewegungen. Und ihr Gatt«, dcr Pastor Morell des Carl Ebert, dcr sich an feinen eigenen schöneil Worten berauscht, mar zu wenig eitel, zu wenig hilflos, als daß man sein« Schwäch? für wahrscheinlich gehalten hülle. Daher drang auch Rudolf F e r n a u, der den achtzehnjechrigen Eugen gab, nicht recht durch, obwohl«r am besten den Shawschen Ton traf. Er war d«r rechte schlimme Junge, ein neurasthenilcher Schwächling, der s es ort zusammenklappt, wenn die geliebt? Candida ihm böse ist. _ Ernst D« g n e r. Ein voiksersteherischer Isim. Es war«in« ausgezeichnete Idee der deutschomerikanischen Filmunicn, den neuen, von Wiener Professoren geschaffenen Kulturfilm„5i y g i c n e der E h e" am „helligen" Bußtag, der de» landesüblichen Film ausschließt, im „M a r m o r h a u s" als Premiers zu bieten. Zahlreiche jung« Paare ließen sich denn auch willig über den Ernst und die gescindhell» lichen Ncraussetzungen einer rechten Eh» aufklären. Dcr Film ist von Dr. Thoniolla für deutsche Vcrhai'nlsse uNzcarbellek und bietet in dcr Tat alles Ller dl« Gefahren dcr Vererbung, insbesondere der Tuberkulose und d:r Gesch-cchistrankhei-cn.«ms angehende Eheleute wissen müssen. Zugleich führt er in die Pcoblsnaz des Sexuallebens und der Fortpflanzung in gediegener Weis« ein. Di« Vorgänge bei der Geburt und die erste Kindespflege bilden den Beschluß. Der Fllm war, wie es sich gehört, von dem Vor- trag eines Arztes begleitet und wird am Totensonntag wiederholt. Was wirA aus öen RuhrkeeZiten? Tas Reich Gläubiger für Trillionen. Während des Nubrkrieges hat das Reich den Ruhnndu- ftriellen Kredite gewährt. Die größten Kredite haben die Kohlen finaneierungs- und die S t a h l finanzierungsgesell- schaft erhalten. Sie sind fast alle auf w e r t b e fi ä n d i g e r Basis abgeschlossen und sollen in bestimmten Fristen zurück- gezahlt werden. Als Unterlage für diese Kredite dienten die erzeugten Waren. Da der passive Widerstand ausgehoben und setzt durch die Verträge der R u h r i n d u ft r i e mit Frankreich die Möglichkeit des Exports der Erzeugnisse gegeben ist. entsteht die Frage, ob und wann diese Kredite zurückgezahlt werden. Es sind recht einflußreiche Be- strebungen im Gange, die eine vollständige Streichung der Kredite beabsichtigen und sich in dieser Hoffnung nicht ein- mal beirren lassen durch die trostlose Finanzlage des Reiches, das einen solchen Verlust nur mst weiterer Zer- rüttung der Finanzen erkaufen müßte. Bon diesen Kreisen sind in der letzten Zeit Mitteilungen in die Presse gebracht worden, die ganz offenbar der Absicht dienen, die Kredite niedriger hinzustellen als sie sind, um aus diese Weise die Neigung zur Streichung zu stärken. Dem- gegenüber sei daraus hingewiesen, daß der Kredit der Stahl- sinanzisrungsgesellschaft Anfang Oktober rund 90 Millionen Eoldmark betrug, der Kredit der Kohlenfinanzierungsgesoll- schast rund 30 Millionen Goldmark, das sind 14 0 T r i l l i o- nen Papier mark, also fast drei Viertel der schwebenden Schuld des Reiches. Da der Reichsfinanzminister Dr. L u t h e r in seiner Rede im Reichstag über alle diese Dinge Schweigen bewahrt hat, halten wir es für dringend erforderlich, daß das Reichs- fmanzministerium sofort öffentlich erklärt, wie es das Reich vor den beabsichtigten ungeheuren Schädigungen zu schützen gedenkt. Es wäre ein unerträglicher Gedanke, wenn die Ruhr- industriellen trotz der gewaltigen Verarmung des Reiches und des ganzen deutschen Volkes den Ruhrkricg als das g l ä n- zendste Geschäft abschließen konnten, das die Weit- geschichte je erlebt hat._ Kahr oöe? Knillmg? Itüncheu, 24. November.(Eigener Drahtbericht.) Der stille Kampf zwischen der bayerischen Regierung und dem General- staatskommissariat scheint langsam in ein grundsätzliches Stadium zu kommen. Veranlassung dazu gibt die Häufung der Eingrisse Kahrs in die Befugmsi« und den Vcrwaltunzsbcreich der einzelnen Ministerien, während feine eigentliche Tätigkeit nur in der Aus- Übung der staatlichen Exekutive zu suchc-n ist. In allen bisherigen Konflikten hat der Generalsiaalskommisiar seinen Willen durchze- gesetzt, sei es auch nur in Kompromissen; denn diese sind stets zu dreiviertel auf Kosten der Regierung gegangen. Nun ist es kein Geheimnis, daß die bayerische Regierung sehr wohl da. für zu haben ist, dem Reich das Recht zur Ergreifung und Ab- urteilung der 5)och»zrräter vom 8. November zuzuerkennen. Noch haben unseres Wissens zwischeu Berlin und München keine Vor- Handlungen in dkser Sache stattgefunden. Trotzdem oder g e- rode deswegen hält es das Generalstaatskemmisiariat für notwendig, folgende Bekanntmachung zu eclasisn:„Gegenüber Gc- rächten wird festgesteW, daß das Verfahren wegen der Vorgänge mn 8. und 9. November bereits bei den bayerischen Lustizbchörden anhängig ist. Ein« Auslieferung der Beteiligten an den Staats- gerichtshcf der Republik kommt nicht in Frageck Wie diese Frage schließlich entschieden wird: man darf doch der Erwartung Ausdruck geben, daß Pöhn«r, Roth und Fricke auch vor einem bayerischen Gericht einigermaßen der Wahrheit die Ehre geben werden. Politisch von Bedeutung ist aber, daß dos absolutistische Regiment Kahrs auch denen immer unerträglicher wird, die die cigentlichs politische Macht in Bayern, wenn zurzeit auch nicht die Macht der Maschinengewehre, in Händen haben: der Bayerischen Volkspartei. Schon nimmt das Schnell- und Tourchs-Mahlerei in den Sammerspielen. Gott ja, zwei- bis dreimal lächelt man wohl«in wsnia, doch im allge- meinen— nun, cs sei Frau v. Martens und Herrn Kurt Götz b'c Liebenswürdigkeit erwiesen, daß sie wegen ihrer sehr niedlichen SommertäuMci belobt werden. Was ihnen in„Tageszeiten der Liebe" begegnet, endet nach dem ersten Akt mit einem Kuß, nach den- zweiten mit einem Schrei der jungen Dame, halb Angst- schrei, halb Jubelschrei, ganz Theatorschrei. Der dritte Akt bringt die endgüliige Verlobung. Wenn von Akten gerodet wird, so ist das für das artige Geschwätz des Herrn R i c o d e m i etwas über- triebene Ehre Denn cs handelt sich gar nicht um ein Lustspiel, sondern um ein Gespräch mit zwei Unterbrechungen. Er schmeichelt fich in ihr Herz, und schließlich geschieht: sie kriegen sich, am Morgen Sechser heften der Kolportage geschieht: sie kriegen sich, am Morgen beinah, da er durch ein Duellchen irrterossant wird, am Mittag durch einen Krach, damit das Gespräch nicht im Asthma«rstickt, am Abend durch den Mondschein, der so sehr schön leuchtet. Dann sprechen Frau v. Martens und Herr Götz so leise, daß man sie nicht mehr versteht,""'ich das schadet dem Kitsche im Mondschein gar nicht. Alles da ht schnell zu Ende, kurz zu Ende, Courlhs-Mahlerisch zu Ende. W.s alles das in den Kav'.meripielen zu suchen hat, diese Frage mag der Thecterkassierer entscheiden. M. H. Tieae Erinnerungebriefmarken. Die Feier des„Waffen- stillstandstages", die jetzt in den angelsächsischen Ländern am 10. November wieder fkiltgefumdcn hat, wird auch durch einige Er- innerungsmcrrken begangen. So zeigt die gegenwärtige amerikanische Sv-Eents-Mart« dos Grabmal des„Unbekannten Kriegers" und wurde am 11. Rorembar 1922 ausgegeben. Dieses Jahr kommen zwei weitere Erinnerungsmorken am Waffenstillstandstage heraus, und zwar«ine amsrikanifche 3-Cents-Marke und eine neue 8-Pe:ice- Marl: van Jamaika, die als Zeichnung ein Kriegcrdcnkmoli zeigt. Zur Erinnerung an den Jahresiag des Sieges der italisni- scheu Faschisten bringt Italien drei neue Marken heraus von 10, 30 und SO Centssimi, die in künstlerisch nicht sehr glücklicher Weise antike Rutenbündel, sogenanmte Fasces, und Acxte verwenden. Der ö. Jahrestag der t s ch c ch o s l o w a k i s ch e n Republik wird durch die Ausgabe von vier sehr schönen Briefmarken gefeiert, die einen Eiahi stich des Porträts des Präsidenten Masaryk ausweisen. Die Werte und Färb:» sind: SO Heller grün, IVO Heller karminrot, 200 Heller blau und 300 Heller braun. Ein: weiter« Crinnerungs- marke bringt C b i n a zu Ehren des neuen Präsidenten der chinesischen Republik, und zwar vier Werte mit einer Vignette des Tempels des Himmels, über dein republikanische Fahnen gekreuzt sind. Arantavortröge« Somit.. Prof.©ocitc 2 c r. M o s e I st r o m. Mvnt. d llbr. Ltlo Sviegclberg:„DaS Bad in Vergangen. beitund(Fegen warr"'. 6 Uhr. Dr. Eibarff:„Das nenenl« deckte ägypt. Königs grab'. DicnSt. 6 Uhr. Dr. Schalst: .. TalletAmarna'. S Ubr. De. Leder:„Berlin zurBiedcr- mcierzeit". Mitiw. 5 Ubr: Dr. Ncliaebnucr:„Das antike Ha n S". 8 Ubr. Pros. Keeikc:..Der M a s e l st r o»i Tonn. «Ubr. E Beerschmann:„EbineiitSe GedächtniStempel". Are 1 1. r, Uhr. Tu Svimh:„Japanisches B o I l S l e d c n H Uhr. Dr. Lcdcicr: fh» n t a n e. kl b c n d ftiiv 2 e.'-.Ischlands t-ieisicöarvciter.?!lle Aadridcr Z-iiimgeü ver- vffcnllichci! den Äusn-s des internationale» SUsSkonütceS ,nr Unierstützimg der notteidcndcn(FeitteSarbeiter Deutschlands.„Sol" veröstcnlllcht den Bries eines Univcrsilätspioscssors, der cm Tagcsgehalt als Gabe anbietet und alle Koltegen zur Nachahmung ausiordert. Organ ihres maßgebenden Führers 5)Sld, der„Regensburgsr An- zcigcr", Stellung gegen die Diktatur des Gensralstaatskommisiars, indem das B'ati schreibt: „Es muß auch einmal deutlich gesagt werden, daß es ein schwer« staatsr-echllicher Irrtum ist, den so viel« ernst zu neh- mende Männer teilen, als ob H e r r». K a h r die b a y e r i- fche Staats rcgicrung sei oder sie verkörpere. Bayerische Staatsregierung ist das Ministerium K n i l l i n g und leine andere, und diese Staatsregicrung/ das Gesamt- Ministerium, hat in verfassungsmäßiger Form einen Gencrol- ftaatskcmmisiar aufgestellt und ihm bestimmte Aufgaben dele- giert. Nicht kraft eigenen Rechts, nicht kraft eigenen Namens amtiert Herr d. Kahr, sondern weil ihm seine Gewalt durch die verfassungsmäßig« Gewalt, durch die Staats- regicrung, rechtmäßig übertragen worden ist. Auch alles, was weiter zu gesäzghen hat, verfassungsmäßig sich zu vollziehen. Jede andere Entwicklung wäre ungesetzlich und darum grund- sätzlich zu verwerfen." „Erbärmliche Die Hitlcr-Leute im SpiegcC ihrer Freunde. Die„Staaisbürgerzeitung", die sich alz ein Organ der„national- republikanischen Partei" bezeichnet, ein deutschvölkisch-antisemitisches Berliner Hetzblatt, schreibt in einer langen Besprechung über den Hiller-Putsch neben den wütendsten Angriffen auf die„e r b ä r in- lichen Verräter" o. Kahr, Lossow und Kapitän Ehrhardt über die Hitler-Leute folgendes: „Der Berichterstatter des„Manchester Guardian", der dem Hitler-Putsch anwohnte, bezeichnet als die bemerkenswerteste Tat- fache des Hiller-Putsches die erbärmliche Feigheit der Hitler- Leute. Jahrelang waren sie auf diesen Putsch gedrillt worden. Schwer bewaffnet und im Stahlhelm marschierten sie in militä- rischer Formation der Reichswehr entgegen. Da— ein paar Schüsse der Reichswehr und die ganze Hitler-Garde stiebt ausein- ander. Von Kampf ist keine Rede. Alles flieht. Der Engländer gesteht, eine solche Feigheit habe er nicht für möglich gehalten. Run wäre das Natürlichste gewesen, die Kampsoerbänd« hätten sich irgendwo gesammelt und dort den Kampf ausgenommen. Aber nein. Die paar Flintenscvüsse der Reichswehr hatten in zwei Minuten die ganze Hitler-Bewegung erledigt. Nie ist die Partei kläglicher zusammengefallen. Sollen die Deutschvölkischen fortfahren, wie bisher Kampf- verbände zu organisieren und eine» neuen Putsch vorzubereiten? Wir glauben, daß die deutschvölkischen Massen den Glauben an ihre Führer verloren haben. Zn Bayern konnten die Deuisch- völkischen als Nationalsozialisten unter den denkbar günstigsten Verhüstnisien ihre Slaalsstreioüdee vorbersiten. Geld war in hülle und Fülle vorhanden. Die Behörden bereiteten der ossen betriebenen militärischen Orgamsterung der Kampsverbände keine Schwierigkeiten. Und trotz alledem der fürchterliche Zusammen- bruch. Wenn der deutschvölkische Putsch in Bayern nicht glückte, glückt er wo anders erst recht nicht. Deutschvölkisch am Sche'dewsge: Mit dem Kopf die Wand an- rennen oder die Taktik ändern?" Daß die deutschvölkischen Führer allerdings aus der Münchener Katastrophe etwas lernen solle», dos hieße, ihre Intelligenz zu hoch einschätzen. Der Name Ludendorff allein bürgt da- für, daß der radikale Flügel nach wie vor seinen Putschziclen nachstreben wird. Mussolini und Moskau. Der nenernoniite italienilckie Ver- treicr P a t e r n o d i Manci überreichte Tsch itsch eri n sein Veglaubigungsschreiben. Der Ruhrko Heber den Vertragsabschluß zwischen der M i c u m und dem Ruhrbergbau wird folgendes mitgetcill: Die Meldung, daß die sich nunmehr fast sieben Wochen hin- ziehenden Verhandlungen zwischen der Sechserkommission des Bergbaulichen Vereins und der„M ifsion de Eon- trole des Usines et des Mines" zu einem Abschluß ge- kommen sind, ist amtlich bestätigt worden. Der Wortlaut des Ab- kommens liegt in Berlin noch nicht vor. Der wesentliche Inhalt des Abkommens ist nach den bisher vorliegenden nichiamtlichen Meidungen folgender: Die Kohlenzechen liefern einen wesentlichen Prozentsatz (18 Prozent) ihrer Kohlenförderung ab. Außerdem müssen die Kohlenzechen die seit der Besetzung des Nuhrgebiets an das Reich bereits abgeführte Kohlen?! euer nochmals an die Besatzlingsbehörden bezahlen. Die Willkür, die in dem Zwang der Doppelzahlunq einer Steuer an sich liegt, wird noch dadurch ver- stärkt, daß als Grundlage für die Veranlagung dieser Steuer nicht die tatsächliche Förderung seit dem 11. Januar 1923, sondern eine fingierte Förderung genommen worden ist, und daß dazu noch SO Proz. als Strafe für die NicHzahluna aufneschlagen worden sind. Im Wege der VerHand- long ist die Gefamtzohlung für di« rückständige Steuer auf IS Millionen Dollar festgelegt worden. Ferner haben sich die Kohlenzechen, obwohl in Deutschland die Kohlensteuer inzwischen aufgehchen worden ist. zu einer Abgabe von 10 Franken für die Tonne der verkauften Kohlenförderung für die Zukun't ver- pflichten müssen. Die neltenden deutschen Ee'etz« über die Kohlen- wm! schalt werden nicht ancrcknnt. Die Belatzunasbohörden be- halten si im einzelnen vor, Bewilligungen über die Versendung von Kohlen nach dem unbesetzten Deutschland und für die Ausfuhr nach dem Ausland zu geben, nachdem vorher der Kohlenbedarf der Besatzungtruppen und der französt'ch-belgilchen Regicbahn gedeckt worden ist. Die Freiaabe der van den Besatzungsbehörden be- schlagnechmtsn Kohlenzechen hat nicht erreicht werden können. Abzckehen von diesen we'entlichcn Punkten enthält da« Ab- kommen noch eine Reihe von Nebenbcstimmungen, die den Wirtschaftsverkehr der besetzten Gebiete und die geschäftliche Sclbstand'lgkest der Kohlenzechen aufs äußerste beeinträch- tige n und den Besatzungsbehörden eine Kontrolle über den ge- samten Wrri'chaftsvertshr und«inen iveitqehenden Einfluß auf die einzelnen Privatunternchmunaen ermöglichen. Alles in allem ein für die deutsch« Wirtschaft und die Unternehmungen höchst u n- günstiges Abkommen. Wenn das Abkommen trotzdem von den Kohlenzechen angenommen worden ist und die Reichs- regieruna der Unterzeichnung dieses Abkommens nicht widersprochen Hot, so liegt der Grund dafür darin, daß ohne eine Verständigung mit den Besatzunqsbehörden der Weg für die Ingangsetzung der Wirlschasi im beschken Gebieke und für die Verhütung der andernfalls drohenden furchtbaren Ge- fahren für die Bevölkerung nicht hat eröffnet werden können. Di« schweren Opfer für das ganze Reich und di« einzelnen Unter- nehmungen, die m diesem'Abkommen liegen, mußten unter dem imerbiktlichen Drucke der Besatzungsbehörden gebracht werden, um noch Schlimmeres von den besetzten Gebieten abzuwenden. Bekanntlich drohte der Abschluß des Abkommens im letzten Augenblick noch daran zu schcitern, daß Frankreich die Leistungen der Kohlenzechen nicht auf Reparativ nskonto, sondern für die Deckung der Bcsotz-.moskosten verwenden, wollte. Die Besatzungs- behörden haben sich schließlich dem doch nicht widersetzen können, daß die Kohlenliefcrung« auf Reparationrkontz auigebracht werden, da die Vorschriften des Vertrages von Versaill-s ganz unwider« lealich zugunsten Deutschlands sprechen. Bezüglich der übrigen Leistungen der Kohtenzechen haben die Besatzungsbehörden den An- spruch aufrecht erhalten, daß sie zunächst zur Deckung der Be- Amerika hilft uns nicht. Weil man Teutschland bei vollcnScheicerucherhnNjZernläftt! Der amerikanische Handelssecretär Hoever war mit der Prüfung der deutschen Ernährungslage betraut, da die Absicht bestand, Deuiichlando Ernährung entweder mit großen Geldmitteln zum Ankauf von Lebensmitteln in den an Deutschland angrenzenden Ländern, oder mit Lebensmilleisammlungen in Amerika zu Hilfe zu kommen. Hoover erklärt jedoch jetzt, wie die Auslandspresse, z. B. auch der„Matin" berichten, daß er nach eingehender Prüfung der Verhältnisse von einer Hilfe Amerikas abraten müsse.„Denn", so sagt er,„die deutsche Ernte war in diesem Jahr ein« gute Mittel». ernte. Es gibt genügend Vieh und es ist auch kein Mangel! an Vorräten aller Art. insbesondere an K a r t o f s e l n. Es herrscht nur darum Mangel, weil diejenigen Kreise der Bevölkerung, die die Lebenzmirtel erzeugen, sie nur zu allzu hohen Prei- sen an die notleidende Bevölkerung abgeben. Wenn aber die Deut- schen selbst, die ihren eigenen Volksgenossen helfen könnten, diese hungern lassen, weil sie viel Geld verdienen wollen, welch« Ver- anlassung haben dann wir Amerikaner, den Deutschen beizuspringen? Wenn tatsächlicher Nahrungsmittel Mangel in Deutschland Herr- schen würde, müßten wir diesem Lande natürlich beispringen, aber wir denken nicht daran, in Amerika Millionen von Dollars zu sammeln, wenn die d Lutschen Landwirts nicht das Ihrig« tim wollen, um der Bevölkerung zu Helten." Washington, 23. November.(Havas.) Hinsichtlich des kürzlich gemachten Vorschlages, das einen Wert von 187 Millionen Dollar darstellende sequestrierte deutsche Eigentum in den Vereinigten Staaten zur Garantierung der H a n d e l s k r e d i t e zu verwenden, die Deutschland gegebenenfalls bewilligt würden, erklärt'man im Weißen Hause, daß dieser Plan nicht durchführbar sei. da die amerikanische Negierung in keiner Weise mit Fman,zleuten in Konkurrenz zu treten wünsche. Ueberdies werde darauf hin- gewiesen, daß die bis heute der Regierung unterbreiteten Berichte keinerlei Vorschlag dieser Art erwähnten. Ruftlsch-ftanZöstscbe öeziehungen. Der Leiter des Außenhandelskommissariats, Lekisch, hat der französischen Regierung den Vorschlag unterbreitet, nach Rußland ein« französische Mission zu entsenden, die, ohne einen offiziellen Charakter zu besitzen, nur die Aufgabe hoben sollte, Informationen zu sammeln, die Pässe zu visieren und die nach Rußland impor- ticrten französischen Waren zu registrieren. Aehnliche Kompetenzen sollen den russischen Cxposituren in Frankreich zustehen. Die beider- seitigen Missionen sollen auch das Recht besitzen, in Chiffren zu korrespondieren. In der Angelegenheit der russischen Staatsschulden wird die Einberufung einer Konferenz vorgeschlagen, auf der di« interessierten Faktoren den Weg zu einer Lösung erörtern sollen. Der Drucksehierleusel, der oft lauibübiiche Manieren hat. läßt in einer Depeiclie aus Weimar— im letzten Abendblatt— den thüringische» Landtag an die Reichsrcg crimg die Bitte richten, „das Reichsw-Hrlomniando zur I m m u n r l ä t s v e r a ch I u n g aufzu'ordern". Selbstverständlich hat Genosie Leber nnc'o gröbliche Pflichtverletzung»'cht begangen. Er will vielmebr. daß der Reichswehr kommnnkeur I m in Ii n i t ä t S a ch 1 1> n g üb' und im Manuskript war das aiich ganz deurlich zu leien. Warum der Drnckfeblerkobold aus Achtung Verachtung machte, können auch wir nicht ergründen. & sotzungskosten verwendet worden. Die Entscheidung darüber steht jedoch der Reparationskommission zu, und es wird Sache der Reparation ekommission sein, demnächst die Legalität des Standpunktes der Besatzungsbehörden nachzuprüfen. Ein weiteres Abkommen. Varls, 24. November.(WTB.) Nach einer Havas-Meldung aus Koblenz hat der Ausschuß der Besetzungsbehörden für die Aus- stellung von A u s f u h r s ch e i n« n am 20. November mit den Ber» tretern der Leder- und Häute industriellen im besetzten Gebiet ein Abkommen getroffen. Noch keine praktische Wirkung. Düsseldorf, 24. November.(Mib.) Eine Besprcchuna von Ver- tretern der Arbeiter« und Angestelltenorganisationen des Ruhrgebiets mit Mitgliedern der französisch-belglschen Jngenieurkammission führte nicht zu einem Ergebnis, da die Franzosen allen bestimmt ge- haltenen Fräsen auswichen. Lediglich wurde den Arbeitervertretern mitgeteilt, daß trotz(?) de: Tätigkeit der Kontrollkommission nur«in geringer Teil der Bcrgw-teke in Betrieb genommen wurde. Aus den Thyssen-5)üiten beschlagnahmten die Franzosen große Bestände an Halb- und Ferligfabrikaten. Rheinlandkommission gegen Privateigentum. Koblenz, 24. November.(TU.) Durch die kürzlich erlassene Ver- ordming Nr. 227 hat die Rheinlandkcmmissian zur Sicherung etwaiger Anspruch« aus Verstößen gegen die Bestimmungen über Erhebung der Zölle die Zu.'ässiakeit der Beschlagnahme des gesamten Vermögens einschließlich etwaiger Erbanfäll« des betreffenden Schuldners und gegebenenfalls die Bestellung eines Sequesters verfügt. Außerdem sind Handlungen, die aus Ver- nichtung oder Verminderung dieser sogenannten Pfänder hinzielen, mit schweren Strafen bedroht. Die drakonische Härte dieser neuen Verordnung wird die Bevölksrung des besetzten Gebietes bald in reichem Maße zu spüren bekommen, da man um die Feststellung von Verfehlungen nicht verlegen sein wird. Reparationskonferenz im Anschluß an das Kohlen- abkommen'i Varls. 24. Ttooeaiber,(EE.) Wie der Brüsseler„Temps"» Korrespondent meldet, wird in doriigen offiziellen Kreisen das zwischen den deutschen Industriellen und der französisch-belgischen Mission geschlossen? Uebereiniommen mit großer Besriedigun« be- grüßt, weil nach belgischer Ansicht nunmehr die Ergebnisse der Ruhr. befehung nicht mehr bezweifelt werden tönnken. Das Ende des passiven Widerstandes fei jetzt«rrelchi und damit stünde einem G e. daakenaus: ausch zwischen den Vertretern Deutschlands und den Alliierten über das gesamte Reparationsproblem nichts mehr im Wega. Ein solcher Eedaakenauslausch wird nach belgischer Ansicht am besten durch Vermittlung der Reparckionskom» Mission erfolgen, die eine Sachverslündigenkonserenz einberufe« würde. Paris. 24. November.(Eca.) Der„Temps" veröffentlicht folgende offiziöse Notiz: Die deutsche Regierung hatte der Reparationskommission die Vertragsentwürfe vorgelegt, welche den Ruhr- industriellen durch die Kontrollkommission unterbreitet worden waren. Dies« Kontrakte wurden gestern unterzeichnet. Das Ab» kommen enthält«in« Bestimmung, nach der die R o p o r a t i o n g- k o m m i s s i o n sich darüber auszusprechen hat, auf we l ch e s Konto der Wert der Kohlenlieferungen eingeschrieben werden soll. Die Reparationskommission wird sich also demnächst über diesen Punkt schlüssig werden müssen. GeweMhastsbewegung vseerönung über NotftanSsarbeiten. Der Neichsarbcitsmlnistcr hat auf Grund des Z 13 der ZZer- ordnung über Erwerbsloscnfürsorge und der§§ 1, 9 und 12 der Verordnung über die Ausbringung der Mittel für die Erwerbslosen- fürsorge neue Bestimmungen über öffentlich« Notstands- a r b cl t e n erlassen, denen wir folgendes eninchmen: Notstands- arbeiten find Arbeiten, die mit'Mitteln der Erwerbslosenfürsorge gefördert werden. Besondere Förderung verdienen Notstands- arbeiten, die geeignet find, die Menge«inheimischer Nahrungs- mittel, Rohstoffe und Betriebsstoffe zu vermehren, die in hohem Maße menschliche Arbeitskraft beanspruchen und in geringem Maße sachlichen Aufwand verbrauchen. Arbeiten, denen ein volkswirtschaftlicher Wert nicht zukommt, sollen grundsätzlich nicht unterstützt werden. Als Träger der Notstands- arbeiten gelten nur Körperschaften des öffentlichen Rechts, gemifcht-wirtfchaftlich« Unternehmungen und Privatunternehmlingen, soweit ihre Tätigkeit nicht auf den Erwerb gerichtet ist. Die Förderung einer Notstandsarbeit soll im allgemeinen nicht über die Dauer van 6 Monaten hinausgehen. Die Notstandsarbeiter dürfen nur dem öffentlichen Arbeitsnachweise entnommen werden und müssen mindestens zwei Wochen vor Zu- lassung zur Notstandsarbeit Erwerbslosenunterstützung bezogen haben, wobei diejenigen zu bevorzugen sind, die schcn längere Zeit erwerbslos sind. Ein« Befchßfugung des Notstandsarbeiters ist nicht als JtMeitsverhältnis, sondern als eins Form der Er- werbsloscnfürforge anzusichen. Sein« Arbeit stellt die Gegenleistung für die Unter st ützung dar. Bei Ar- bdtsoerweigerung kann die Unterstützung entzog« n werden. Deträgt die Arbeitszeit wöchentlich mehr als 24 Stunden, so erhöht sich die wöchentliche chauvtunterstützung für je 2 weitere Stunden um 20 Proz. Jedem Notstandsarbeiter muß eine be- stimmte Mindestleistung vorgeschrieben werden. Für besonders schwierige und gute Arbeitsleistung sollen Prämien festgesetzt werden, die aber in ihrem Gesam< betrage für je 8 Stunden 5 Proz. des wöchentlichen chauptunterstützungssatzes nicht überschreiten dürfen. Falls nicht genügende Arbeitsgelagenheit für olle Erwerbslosen eines Bezirkes vorhanden ist, so soll nach Möglichkeit in mehreren kurzen Schichten gearbeitet werden, andernfalls sollen die Notstands- arbeiter im allgemeinen nach 36 Arbeitstagen ausgewechselt n>erden. Die Eemsindeaufsichtsbehörden haben das Recht, bei sogenannten kleinen Notstandsarbeiten den oben erwähnten Zuschlägen zu wider- sprechen, falls die Bestimmungen nicht innegehalten werden. Große Notstandsarbeiten dürfen nur gefördert werden, wenn sie mindestens 2000 Arbeitslostntagcwerke umfassen. Die„Förderung" soll im all- gemeinen das Doppelte der gewöhnlichen Erwerbslosenunterstützung, nur in Ausnahmefällen das 2�fache nicht übersteigen. Notstands- arbciten, aus denen ein Ertrag zu erwarten ist. dürfen nur geför- dsrt werden, wenn dem Reich« und dem Lande ein angemessener Anteil an dem Ertrags gesichert ist. Darlehn dürfen nur wert- beständig und mit ivertbestSndiger Berzinlimg gegeben und sollen planmäßig getilgt werden. Die Tilgungsfrist darf 10 Jahre nicht übersteigen. Eine große Notstandsarbeit darf nur gefördert werden, wenn sie als der Förderung würdig und bedürftig aner- kannt worden ist. Der Antrag auf Förderung soll vor Beginn der Arbeit gestellt werden. Nur in besonderen Ausnahmefällen kann er noch bis zu 4 Wochen nach Beginn der Arbeit zugelassen werden. Für die Anerkennung einer Notstandsarbeit ist die Reichs- arbeitsverwaltung lReichsamt für Arbeitsvermittlung) u. a. zu- ständig, wenn ein Darlehn gewährt werden soll, oder wenn sich die Notstandsarbeit auf einen längeren Zeitraum als 6 Monate erstreckt. Im allgemeinen ist die Oberste Landesbehörde für die Anerkennung zuständig. Die Förderung der großen Notstandsarbeiten wird aus den, Fonds der produktiven Erwerbslosenfürsorge bestritten. Die Neichsarbeitsverwaltung kann den'Ländern Pauschalvorschüsse ge- währen, die am Schluß des Rechnungsjahres wieder«inzuziehen sind und die den schötzungsweisen Betrag der Reichsanteile an den Notsiandsarbeiten nicht überschreiten dürfen. Ein zugesicherter Förderungsbetrag kann von der Obersten Landesbehörde versagt werden, wenn der Träger der Notstandsarbeit der zuständigen Verwaltungsbehörde nicht spätestens innerhalb 3 Monaten eine prü- fungsfädige Abrechnung vorlegt. Diese Bestimmungen treten mit dem 3. Dezember 1923 in Kraft, während gleichzeitig die Ausführungsbestimmungen vom 23. De- zcrnber 1922 und vom 25. Oktober 1923 außer Kraft gesetzt werden. Bereits laufende Notstandsarbeiten sollen baldmöglichst, spätestens bis zum 29. Dezember 1923 nach den neuen Bestimmungen umge- staltet werden._ ... Die Raben steigen nieöer. Wenn die Arbeiterschaft eine Schlacht verloren hat, dann muß sie mehr als je die Reihen schließen, um die Scharte so schnell wie möglich wieder auswetzen zu können. Der jüngste Streik im graphischen Gewerbe ist«in« solche verloren« Schlacht. Er wurde hauptsächlich auf das Drängen derer beschlossen, die von sich behaupten, ganz links zu stehen. Wir haben vom ersten Tage an unsere warnende Stünme erhoben. Bei der ungeheuren Arbeits- losigksit und der bevorstehenden Stillegung der Notcnprssse konnte man von vornherein annehmen, daß den Unternehmern der Streik nicht unwillkommen fein würde. Als es feststand, daß der Streik infolge der militärischen Maßnahmen zusammen- brechen mußte, haben die Ortsvorstände der graphischen Gewerbe einstimmig den Abbruch des Streiks befchlosien. Sie mußten das um so mehr tun, als«in Antrag, einen Generalstreik in Berlin zu erklären, von der gemeinsamen Plenarversammlung der Gewerk- schaftskommission und des AfA-Ortskartells vernünftigerweise ab- gelehnt wurde. Und nun kommen dieselben kommunistischen Mitglieder der graphischen Ortsvorstände, die aus freier Ueberzeugung für den Abbruch des Streits gestimmt haben, und unterzeichnen auf Befehl von Moskau ein Flugblatt, das an sich schon ein Skandal sondergleichen ist. Es hieße den Leuten zu viel Ehre antun, wollte man auf dieses Sudelblatt auch nur mit einem Worte ' antworten. Diese Hetze wird in den Versammlungen fortgesetzt. Ja, ' es wurde sogar von den Unterzeichnern des Flugblattes, durchweg Angestellte und Funktionäre der graphischen Organisationen, eine Versammlung einberufen, in der sie ihr Parteimanöver fortsetzten. Dieselben Leute, die den Streik abzubrechen beschlossen, hetzen jetzt gegen ihre Organisationen und ihre Kollegen in den Organisationen, weil es ihnen ihre Partei so befiehlt! Fürwahr ein trauriges Hand- werk und traurig« Gesellenl Schiedsspruch in der Metallindustrie. Gestern fanden die Verhandlungen in dem Lohnstreit in der Berliner Mctnllindustria vor dem'Reichsarbeitsministerium statt. ! Die Arbeitcrvertveter forderten für die Woche vom 12. bis 18. No- vembsr einen Lohn von 443 Milliarden, für die Zeit vom 19. bis 25. November einen Gokdlohn von 1,20 pro Stunde oder, soweit nicht genügend wertbeständige Zahlungsmittel vorhanden sind, min- destens 30 Proz. des Lohnes in wertbeständigen Znh.'ungsmitteln, und wenn auch diese nicht vorhanden, dann bei der Auszahlung den Entwertungsfaktor anzuwenden. Die Arbeitgeber lehnten grundsätzlich fegliche Regelung auf Goldlohn oder wertbeständige Zahlungsmittel ab. Nach stunden- langen Verhandlungen wurde ein Schiedsspruch gegen die Stimmen der Arbeitervertreter gefällt. Für die Zeit vom 12. bis 18. November verbleibt es bei dem Lohn, den die Ar- beitgeber keinfeitig) festgesetzt haben: 250 Milliarden. Für die Zeit vom 19. bis 25. November wird der Lohn für Arbeiter in Klaff? I über 2t Jahre auf 500 Milliarden festgesetzt, alle übrigen Klassen und Gruppen erhöhen sich im gleichen Hundvrtsatz. Ab 23. November wird der Lohn für Arbeiter in Klasse V über 21 Jahre auf 41 Goldpfennige festgesetzt, lieber den Lohn der Klassen IV bis I hoben sich ! die Parteien untereinander zu verständigen. Durch dm Schieds- ■ fpruch ist das Prinzip der Unternehmer durchbrochen, die nur einen ' Lohn auf Rentenmark abschließen wollten. Die Arbeiter in den Betrieben werden die Entscheidung über diesen Schiedsspruch haben. — Am Montag, den 26. November, abends 6 Uhr, findet im Der- bandshaus de? DMV. eine Konferenz aller Vorsitzenden der Be- triebs- und Arbeiterräte statt, die in Betrieben beschäftigt sind, die dem VBMJ. angeschlossen sind. Ernster Lohnkonflikt im Berliner Grosthandel. Schon seit mehreren Wochen war es fast unmöglich, mit dem Groß-Berliner Arbeitgeberverband des Großhandels den Preis. � Verhältnissen einigermaßen entsprechend« Lohnabkommen für die iHandelsarbeiter abzuschließen. Die Grundlöhne blieben wcfenilich, in der vergangenen Woche nach dem Angebot der Arbeit- i geber um mehr als 60 Proz., hinter den Tariflöhnen des Einzel- ' Handels imd anderer Branchen zunick. Eine derartiq unsozial« : Lohnpolitik wird vom Großhandel in keiner Stadt Deutschlands betrieben. Der Schlichtungsausfchuß hat weder diesem Umstände noch den berechtiaten Forderungen der Arbeiterschaft Rechnung ge- � tragen, sondern sich in seinem Spruch lediglich das Diktat der Arbeit- gebor zu«igen gemacht. Der S ch i« d s f p r u ch, der für zwei Branchen gefällt war, ist von den Funktionären einmütig ab- gelehnt worden, desgleichen wurde der Schritt der Derhand- lungskommifsion, die auf weitere Schiedssprüche derselben Kammer verzichtet«, ebenso einmütig gebilligt. Verschärft ist die Situation durch«ine Anweisung des Arbeitgeber- Verbandes, wonach den Mtglisdern der Lohn- kommiffion kein Urlaub zu den Verhandlungen gewährt werden soll. Den Arbeitgebern ist nunmehr ein« Mindestforderung unterbreitet, nach der die in der Woche vom 10. bis 16. November 1923 von den Arbeitgebern ausgezahlten Beträge als Lohn tariflich festgesetzt und für die Woche vom 17. bis 23. November 1923 auf dies« Sätze der Index hinzugerechnet werden soll. Es kann erwartet werden, daß die Arbeitgeber dieses billige Verlangen antragsgemäß bis zum Montag akzeptieren. Ein« Mitgliederversammlung am Montag, 5)4 Uhr. im Gewerkfchaftshaus, wird zu der Situation Stellung nehmen._ sie diesem Treiben Einhalt gebieten will, trotz aller wirtschaftlichen Not mit aller Macht an der Stärkung der Gewerkschaften arbeiten, dann wird auch wieder einmal der Zeitpunkt kommen, wo den Unter- nehmern ein energisches„Halt" durch die Arbeiter entgegengerufen werden kann. Für die Handelshilfsarbeiker l>cträgt de? Lohn in der Woche vom 17. bis 23. November für Ledige über 22 Jahr« 35 Billionen, für B?rheiratete 36,6 Billionen, für Verheiratete mit Kindern 38 Villionen. Die Beträge sind bis zum 24. November 1923 zu zahlen. Dienstag, den 27., und Donnerstag, den 29. November erfolgt ein V o r f ch u h in Höh« von je 50 Proz. der festgesetzten Wochenlöhne. Tarifverträg« gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches beim Verkehrsbund, Engelufer 24/25, 2 Treppen, Zimmer 26. Für die Angestellten des Groß-verlincr Einzelhandels weiden die Gelialtsiäpe der Lorwoche<12. bis 18. Nov mbei) für die Zeit vom 19. bis 25. um 280,8 Proz. erhöbr,— Als Vorabbezahlung auf die Woche vom 26. November bis 2. Dezember ist von der Einzelöaudclsgemcinicha'l einieitig seslgesetzi worden, am Tiensiag unS DonnerSlag je 50 Proz. der für die Woche vom lS. bis LS. No- vembcr geltenden Gehaltssätze unler Absetzung von 15 Proz. für die gesetzlichen Abzüge zur Auszahlung zu bringen. Ehirurgie-Ttranche. Außer den bis zum Sonnabend zur AuS- zahlnng geiommenen Vorschüssen wird am Montag ein weiterer Vorschuß in Höhe von 33'/« Proz. des Bnrwverdieiistes der Woche vom 12. bis 17. November gezahlt. Am Montag finden auch die endgültigen Lohnvcrhandlnngeii für die Woche vom 19. bis 26. No- vember statt. Näheres in der Fnnklioiiärversammlung am Montag (siehe Inserat). Rohrleger und Bauklcmpner. Am Sonnabend fanden vor dem Schlichinngsaiisschuß die Lohnverhandlungen für die Zeil ob 21. November statt. Es wurde ein Schiedsstrnch gefällt, welcher iit der Spitze 70 Pf. Goldlohn vorsieht. Sobald der Schicds'prnch von den Arbeitgebern angenommen ist, werden wir an dieser Stelle be- kanntgeben, daß dir Tarifvertrag im VcrbandShauie abzuheben iftT Der Tariflohn der ZUnsiklnstrumenlevarbeiler beträgt nach Ver- einbarung zwischen den Lertragsparleien in der dritten Lobnwoche des November 857 Milliarden für männliche Facharbeiter. Tie Steigerung gegenüber der Vorwoche ist 200 Proz. Feuerwehr! Mitgliederucrsermmliiiig der„Vereinigten sozialdcmo.•"-i trutischen Partei Deutschlands" am Dienstag und Mittwoch, nachniit- W tags 4 Uhr, im Zugendhcim, Lindenstraße 3, 2. Hos, 3 Tr. Tagezord- rrs rtirng:„Bcamtenabbau und Dicnstdaucr bei der Feuerwehr". Ref. jls Ecnosscn Ncumann und Wcilmcicr. Freie Aussprache. Wegen wich- W tigcr Mitteilungen ist dos Ersiheincn notwendig. Die FunlUonäre-3 melden sich vorher beim Versammlungsleiter. siz Osram B.-G., Sickinxcustraße 71. Dienstag nachmittag 3 Uhr Der-'! sammlung oller der VSPD. angehdrenden Arbeiter und Angrsiclltcn beim Eenosscn Amhoff, Silkiugenstrahe dö. Der Fraktionsvorstand. Z. A.: Fried«!. Betriebsschliestung im Siemens-Konzern. Seit Freitag früh ist das zum Siemens-Konzern gehörige Schaltwerk in Siemens st adt geschloffen. Dadurch sind ! etwa 800 Arbeiter brotlos geworden. Den Anlaß zu diesem Vorgehen ' der Firma bot«ine am Donnerstag im Anschluß an die Frühstücks- pause von den Arbeitern abgehaltene Versammlung auf dem Fabrik- grundstück. In dieser Versammlung wählten die Arbeiter eine vier- qliedrige Kommission, die bei der Direktion die Wünsche der Beleg- schaft auf eine Vorschußzahlung, Verteilung der vorhandenen Lebens- mittel und teilweife Zahlung des Lohnes in wertbeständigem Geld» vorbringen sollte. Die ganze Veranstaltung hat höchstens ein Viertel- stunde gedauert, wonach die Arbeiter auf Zureden der Betriebsver- tretung wieder ruhig ihrer Beschäftigung nachgingen. Den Unter. nehmern ist es nicht genug damit, daß sie die gesetzlichen Hemmnisse, die in den Demobilmachungsoerordnungen in bezug auf Betriebsstill- legungen und Arbeiterentlassungen niedergelegt waren, zu Fall bringen tonnten, sie benutzen auch jede sich bietende Gelegenheit, um durch gänzliche Stillegung der Betriebe die Belegschaft von den ihnen „mißliebigen" Elementen zu säubern. Die Arbeiterschaft muß, wenn gontralverband der Angcstklltcn. Sektion Spedition. Wickitia« Funktionär» Versammlung am Montag abend TA Uhr im Bureau des gentrolverbandcs der Angestellten. Bellc-Alliancc-Straßc 7—10. Fimmcr IS. Mitgliedsbuch und Funk- tionärauswcls legitimieren. Deutscher Wcrkmcisterocrbavb. Am 27. November, abends 7 Uhr, großer Bortrag, gehalten von Herrn Oberingcnieur Damm, mit dem Titel:„Die Normung in der deutschen Industrie". Um rege Beteiligung bittet Die Sesckiäftsstclle. Sämtlich« Detriebs- und Vertrauensleute sowie Funktionäre der Fach. gruppe Metallindustrie haben Montag, den 2ß. November, abends 7 Uhr, im Klubhaus. Phmstraße, Versammlung. Tagesordnung:„Metalltarif". Angestellte im Sroh-Berliner steitungsgewerb». Die am Sonnabend mit dem Arbcitgcberverband geführten Verhandlungen sind gescheitert. Es tritt deslmlb am Dienstag«in Schiedsgericht zusammen. Bericht über diese Ver- Handlungen wird am Dienstag abend um TA Uhr In Haverlands Fcstsälcn, Neu» Friedrichstraße 35, in einer äffentlichen Vcrsammlunq erstattet. Deutscher Bangcwcrksbunb. Farl'grnppe Stuck, und sipebau. Wir er- suchen dringend die Betriebsräte sowie Bundesdelegicrten. ein« Äufstellu-g zu machen, wieviel im Betriebe beschäftigte Bildhauer, Etuckatcure. Rablspußcis! usw. beschäftigt sind. Stichtag ist Montag, der 2«. November. Notwendig ist die Angabe der Firma. Arbeitsstelle, ob orgvnistert und wo. Diese Auf»> stellung ist in der am Montag, den 2ll. November, abends S'i Uhr, im Sc» werkschafishaus stattfindenden Mitglicderversan ailung abzugeben. Die Kol- legen der Firma Bräucr haben sich in dieser Bcrsammlung einzufinden. Mit- glicdzbuch legitimiert: ohne dasselbe kein Rutritt. Briefkasten der Redaktion. C. 5. 7. I. Ja. Sollte ober der Mann die Rahlung einer höheren Rente verweigern, so muß Klage beim Amtsgericht erhoben werden. Für die Tochter muß aber vorher ein Pfleger vom Gericht bestellt werden. Die Bestellung er- folgt durch das Amts-(Bormundscktafts-) gericht. Mehr als den vierten Teil des Einkommens des Elirgatten wird das Gericht aber nicht zusprechen.?. Die Kosten der Müllabfuhr können auf die Mieter umoelegt werden. Die Umlage beträgt das 32 millionenfache der Grundmicte.— O. s. 43. Di« Sätze in der Erwerbslosenfürsorge betrugen in der Reit vom 22. bis 27. Oktobererein. Heut« ist das alles vorbei, wird auch aus dem unerbittlichm Gang der Weltwirtschaftskurve niemals in das gleiche Verhältnis zurückfallen, und das ist nur gut so, wir sind dadurch ge- zwungen, uns in Ernährungsfrag«n aufeigeneBeinezu stellen. Können wir dos? Ja, voll und ganz, und zwar in verhältnismäßig kurzer Zeit, wenn die Gesamtwirtschaft auf die Bedürf- nisse des Volkes eingestellt wird.— Was erreichen wir damit? Wir bekommen den wichtigsten Kostenbestvndteil in der Kalkulation aller Waren und Leistungen in die eigene Hand und werden dadurch selbsttätig auch in einer ganzen Reihe anderer Lebensfraaen wieder Herren der Lage. Wir müssen siedeln: richtig, rasch, auf der ganzen Linie, ohne uns durch die Kulisse„Geld" auch nur noch einen Tag Hänger verblüffen zu lassen! Wir haben Land, übergenug Land! ö Millionen Hektar gleich 211 Millionen pKußisch? Morgen zu je 2800 Quadratmeter liegen brach als Moor, Heide, Niederungen, dazu kommt noch viel schlecht bewirtschaftetes Land, namentlich beim übergroßen Domänen- und Fideikommiß- besitz, bei walzenden Spekulations- und Raffe-Gütern! Dieses Land liegt in den verschiedensten Teilen unseres Vaterlandes, viel im Osten. Alle deutschen Gemeinden sollen nur mal„Inventur" machen. Land rennt ja nicht fort, geht auch nicht zu verheimlichen, jeder Nach- bar kann es beurteilen, man weiß, wie lange es brach liegt, welche Spekulationsmomente vorliegen. Ueber den Preis wird man sich ja jetzt einigen, nachdem kürzlich in einer Rede der deu-tschnationale Abgeordnete Dr. Helfforich so klipp und klar bekannt hat:„Eine Fabrik und ein Grundstück sind nur soviel wert, als sie einbringen!" — Er meinte es zwar in bezug auf die Steuer, aber was dem einen recht ist, ist dem anderen billig, und so dürfte der richtige Preis, immer in der entsprechend zu gliedernden Steuererklärung des Landbesitzers zu finden sein. Der schon längst bis m die Einzelheiten ausgearbeitete Entwurf des Bod-nreformgesetzes(von der VSPD. in ihren bekannten Richtlinien im großen und ganzen angenommen) regelt alle Einzelheiten der Land frage als Grundlage unseres beut- schen Ernährungs- und damit des Lohn- und Preisproblems. Wen können wir ansiedeln? Anlieger, die zu wenig Land haben, landwirtschaftliche Arbeiter, die für das Wort„Klein, aber mein" durchaus Verständnis haben, wenn man ihnen nicht ein« überfinanzierts„Sorgenburg" hinsetzt.— In unseren deutschen Städten gibt es noch unzählige Menschen, die Landarbeit von„zu Hause" her gut kennen, Millionen andere Menschen haben neben ihrem Beruf in kleinen und kleinsten Gärten ihre Sehnsucht zur Scholle betätigt, und wie viele würden unter erträglichen Bedingun- gen, welche die Arbeit und das Risiko lohnen, gerne mehr Land be- arbeiten. Willige Köpfe und Arme irgendwie mit der Scholle verbinden, ganz oder teilweise, beraten, helfen, schützen im ganzen Lande nach einheitlichem Gesetz und großzügigem Plan. dann lösen wir bald die Ernährungsfrage für unser Volk. R.B. Die GhmnasjU'tnnde am Montag smdet statt um 5% um V/2 Uhr im Jugendheim L'mdenstr. 3 statt. Arauenveransialiungen om Monlag, deu 2E. November: 4. KrciS. Prenzlauer Berg. Vi Uhr an bekannter Stelle Fortsetzung- jNr- trag der Genossin Sachenbrini über.Matcriolistiiche und fozioliltisch« «Slchichtsauftoiiung'. Tie Selfcrinnen laben ein. � �„ S.«reis. Wilmersdorf, l'-i Uhr Bei VteScr. Holste mische Ar. 60, Vortrag der Genossin Hoffmann-Gwinner über„Die feruelle Ausllarung. 14. Kreis Neukölln. 714 Uhr in de: Aula des RealabmnaflumS rl Kaiser.Friedrich.Str., öffentliche Kreissrnuenderfammlung. Vortrag der a Kenosfln Boym-Schu« über:„Tie Aufgaben der Frau ,n tzer. ietngen W Zeit."«usterdem wird-in Redner die BcstrcbnnLen der Schulnot- gj gcmcinschast darlegen und unterstützen. .Abt. m Uhr, Bauaewerlschulo. Kurfllrstenllr. 14t. Bortrag der Genolün Wurm: I. Die Einheit des Ketches.'— Parteigcnosi-N und Wäste lind 14. bis'l.T'Wt. 7 Uhr, Putbuf-r Straße Z. Thema:„Finanzelend.' Referent: 17., 21. uni 23. Wt. 7la Uhr. Vorwärtssbedition Utrecht« Str. Thema: .Die Frau und der Sozialisinus." Reterentin: 07en. S-heibenhuber. 31. Abt. 7% Uhr bei Soldschmidt. Stolvische Str. 36 Tbcma:„Uclommu- nismus." Referent: Ken. Albert Forlitz. Gäfte willkommen. 34. Abt. 7H Ubr bei Rosin Enbener Str. 18. Thema:„Die polltisch- Lage. Referent: Gen. Adolf Wuschtck.~.. 35.«bt. 7 Ubr bei Drellse. Schrcioerstr. 18. Thema:..z.!e Frau und der Sozialismus.' Rcserent: Gen. Rctischlag. Borwartsleserinnen als Efiftc 86.un6 3? Afill 714 Uhr bei Wittsckuß. Petersburger Str. 8. Thema:„Die volilischs Laae.' Referent: Gen. Reventlow. 42.«bt. Die Frauenobendo fallen VIS auf Iveitere» aus. Die Senoffuinen nehmen an der Mitaliederverfammlung teil. 46. und 47. Abi. Tis Fraucnversammwng findet acht Tage spater, also am Montag den 3. Dezember, statt. 82.«bt. Cteekin. Pünltlich S Ubr bei Hamburg. Schlohftr. 103, Thema:.,o.ie mglerialisiilchc K-lchsg'tsavs'aslung.' Rck.:«cn. Sedstert. 101. Abt. Treptow. 7i4 Uhr. Schule WlldenbruSstr.. Thema:„Die letzten vo- litischen Ercianisle.' Ref.: Gen. Lille. 102. Abt. Baumilbnlenwtn. 714 Uhr bei Haß. Banmcbulenftr. 72, Thema: „Unsere kulturellen Aufgaben.' Ref.: Gen. Dr. Lohmann. Aebermork-en, Diensiag, den 27. November: 12. Abt. bei Schmidt, WiclefftraSe, ssunktionärkonferenz. Di« Funktionäre haben die Liste der Arbeitslosen in ihrem Bezirk mitzubringen. 81 Abt Friedenau. 8 Ubr Im Friedenouer Ratskeller Abteilimnsversamm- ' lung. Vortrag der G-nofstn Bobm-Schuch über:„Tie politliche Lage. S3. Abt. Sirnkölln. 714 Ubr. Konfercn, der BczirkSführer bei Barfanti, Herz- bergslr. 29, zwischen 6 und 7 Uhr. Fnnasozi-llstcn. Gruppe Wlistensce. 714 Ubr Im Lebrerzimmer der welllichen Schule. Wörthitr. 23. Aussprache:„Unser- nächsten Aufgaben. FrauenveranstaltLNsien am Dienskag, den 27. November: 3 Krcis Wedding. 714 Uhr. Kreisfrauenversammluna an Setannter Stelle. Thema:„Sozialismus als Kulturgrundlage.' Reserentin: Gen. Toden- 20. Abt� 7z4 Uhr bei RueliuS, Drontheimerstr. 31(Laden), Thema:..Die Frau und der Sozialismus.'..... 68. 2!St. Frmecn abend, 7)4 Ubr bcl Götz. Kunftlrktendamm 92. Vortrag be» Gen. Max Grunwald über„WSHningZfragea." » 31. Ab«. Tie für Mittwoch anges-bte Mitakiederbersammluna källt ans. 121. Abt. Karlshorst. 7)4 Uhr. Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 26.?P?vömüer. im Aeichönfanl der Schvle Auauste-Viktvria-Str� �hema: „Die wirtschaftliche Gegenwart und Zukunft." Ref.: G-n. Kurt«einig. I Sterdetasel üer Groß-öerttner Parle'i-Grganjsation 30. Abt.«enoste Ernst S t a r g a r d. Ltichener Str. 37, ist derstorbsn. Einäscherung Montan dorm. It Uhr im Krematorium Baumschulenweg. 57 Abt. 1. fflnibpe. Gestorben ist der«enofle Wilhelm Müller. Post- beamtet, B-isetzuna Montaa 3'.4 Uhr nachmittags, im K-ematorium Wilmers- darf. Erscheinen der Genossen Ehrensache. 91. Abt. Rcukiillu. KenoNe Mar Schubringk. Reuterstr. 83. ist Plötz- lich gestorben. Einäscherung Montag vorm. 10)4 Uhr Krematorium Daum- schulenwea. 99?lbt. Britz. Scnoste Paul Brase. Berderstr. 32 ist vcrstorhen. Be- crdlgung am Montag, h-n 26. November, nachm. 3 Uhr, vom Feuerwihrdepct. Hannemannstr. aus nach dem Britzer Friedhof. ?uaenöveranftaltunaen. Achtung, Wteilungeleiter der nachstehend aufgeführten Abtcilnngen? Es sind bis ietzt noch immer nicht die Ther termarken zur Ah-nn-mcntstheaie?. Vorstellung am 9. Dezember, im Betrag- von 83 Milliarden Mark Grundpreis per Stück, obgerechnei worden, und bitten wir. dilfes umgehend zu tun. Ab» tcilungen: Chariottcnbura Friedcnvii. Friedtichshagen. Karlshorst, Kauls>>orf, Marienfelde. Neukölln kl und IV, Niederschöneweidc, Rioderschönhausen, Osten cStr.-V.), Südost(R.-V.), Treptow. Weitzensee. Heuke, Sonntag, den 23. November: Gcsiinddrnniien. Besuch der Arbelterwohlfahrtsausstellung vormittags 10 Uhr. Werbobezirk Kreuzherg. Kcntc nachmittag von 4—8 Mr üben die mustziercndon Genossen der Werdebezirksabteilungen. Noten und Roten» stände! stnd mli'nbrinaen. Plinktllchei Erscheinen ist Pflicht. Wcrbebezirk Teltowkov.ak. Werdcbezirksfvnktiovärkanferenz nachmit- tags 4 Uhr im Fngeiidheim Lichterkelde. Älbrechtstraße 14a(Bühnen- facl), Vortrag:„Arbeitszeitgesetz'. Morgen, lilontag, den 26. November: Jugendheim Offcnbacher Stratze Sa, Vortrag: „Friedrich 18. Kreis. Deistcnfee. Montag, den 28. November, 7 Mr. Rathaus, Zimmer Nr. 21, Sitzung de« cngcien Borstandes mit der Fraktion. 19. Kreis. Pankow. Die beiden letzten Vortragsabende de» Kursus de« Ge nassen Dr. Friedländer finden am Montag, den 28. November, und 3. De. zember. Im Inoendheim Bieite Strafte 82, statt. Alle Teilnehme: müssen erscheinen.— Montag 7'4 Uhr, Jugendheim. Kreisdclegiertenoersammiung. 2t. Kreis. Reiulckenbors. Montag, den 28. Zlovcmber. abends 7 Uhr- im lleinen Sitzungsfaale dcs Rathauses Wittenau, Sitzung des erweiterten Kreisvorstandes.— Dienstog, den 27. November, 7 Uhr, Funktionärinnen. sttzung(Aoitation. Kind-rschutz. und Wohlsahvtskommissionen) In Rc!» nickendorf-Ost, Seebad, Rcstdenzstrafte 49. Jeder Ort muft vertreten sein. prsZse und Lötine. Lebenenilttf[preise In Berlin nm 24. Xov. 1023 (In Milliarden Mark) Rindfleisch... Kalbfleisch... Sohweinefloisch. Lebende Schleie. , Bleie. , Hechte. Kebliau.... . r000- 5200 . SfOO— 5000 . 3500— 40CO . 25C0 . 1300-1500 . 1500 . 1200 Grüne Heringe Margarine.. Weißkohl... Wirsingkohl. Mohrrüben Kohlrüben . 1000—1500 . 1100 1300 . SO— 00 . 100- 110 . 60 60 Rotkohl...... 150 Wochcnliiiino In Berlin (in Milliarden Mark) Maler vom 17. bis 23. 11.. 25 300 Friedenau. Engels". ZuseuSamt Nenylln 7(4 Ubr Kinoobend in der Ralhcnau-Schuk«.?�>» dinkttohe 84...Ehaplin-Serle". Karten für Jugendlich- eine halbe, für Er- wachsen- eine ganze Straftcnbahnfahrt. Karten am Saaleingang. » Serbebezirk Brsnzkaner Berg. Erwerbslose Tiizendgenossen treffen sich am Dienstag, den 27. November, vormittags 149 Mr. beim Eenossen Hümmel, Sophlenstroft z. Thema:„Die nächsten Ausgaben der SAF.'. Sllste will- kop'.men. Sport. Bei hon Ringkäwpfen iw NalstaLa.Zshegtkr warf am Dienstag der durch seine ruhige und schöne Rinaweifc belicble Nuisc Z! o m a n o i f den Schollen Macdonald nach 14 Minnlcn duich A'insallariff. Der Neaer A n g li o besiegte Siegfried Ii- Norddculschland in der gle! � en Zelt durch Ilkbcrslürzer am Boden. N i l l i n g»Berlin und B a r k o w S k i- Berlin rannen 25 Minuten unentschieden. Am Donnerstag tonnte der Negsrchampion A n g l i v einen weiteren Erfolg euinaen. Nach 20 Minuten bracht« cv Gebhardt-Neniölln durch einen kraftvollen Schulierdrebariff aus dem Stand ans beide Schultern. Ackermann-Magdeburg machte mit D i t t m a n n-Beil!» wenig Umstände und legte ihn n>ch 7 Minuten durch Untergi iss von vorn aus die Matte. Der recht spannende Ent�cheidunaS- tamv! K o r n b i u m- Lodz gcacn U r b a n S k i-Polen endete nach icharfe», Kanivi mit dem Lieg von Kornblum, nach 16 Minuten aclana cS Kornblnni, UrbanSli durch einen plötzlichen Zlop'zna auf beide Schultern zu lege.".. L a r t o lv s k i-Beil!» wehrte sich am flrcitag gegen den ricügen Neger 2l n g i i o nach besten Kräften, inusjle aber nach 17 M nuten durch einen kräftigen Schleuder eu! beide Schultern. R o m a no s!-Rui-Iand und ZZ iliing- Berlin mutzicn sich nach 25 Minuten Rmazcit ohne Resultat trennen. H u t a n e n-Finnland und Gebhardt»Neulölln ließen in ihrem Kamvs keine ruhte« Minute auskommen. Hulancn rollte nach 13 Mi- nuten Gebhardt durch eine» einfachen Nackenhebel ans beide Schultera. IVietsthcrft Uebergangsprob!eme. Die Schwierigkeiten des Ueberganges zur Rentenmsrk sind noch immer nicht überwunden. Weite Volkskreise sind bei chrer Entlohnung immer noch auf Papiermark angewiesen, deren Ent- wertung immer wieder befürchtet werden muß. Die zunehmende' Arbeitslosigkeit, die durch den Abbau der Reichs- und Staats-� beamten noch oerschärft wird, zwingt aber alle vom Ertrag ihrer Arbeit Lebenden, für die Zukunft vorzusorgen und so kommt es, daß man auf das ängstlichste bemüht ist, wertbeständige Zoh- lungsmittel festzuhalten. Da aber die bisher ausgegebene Renten- mark ebensowenig wie die(Soldanleihe dazu ausreicht, um den Bedarf der Wirtschaft an wertbeständigen Zahlungsmitteln zu decken, ergibt sich daraus die Knappheit an wertbeständigem Geld, die erst verschwinden wird, wenn größere Beträge von Rentenmark in den Verkehr geleitet sind. Bei dieser Hamsterei spielt auch der Um- stand eine große Rolle, daß die meisten Arbeitnehmer lange Zeit auf die Beschaffung von Kleidungs st ücken und anderen teueren Waren haben verzichten müsien. Die Termine zwischen den Lohn- und Gehaltszahlungen würden immer kürzer, die ein- mal ausgezahlten. Summen, betrugen meist nur wenige Goldmark. Auch sie mußten in der Regel sofort in War« verwandelt werden, wenn sie sich nicht entwerten sollten. Jetzt dagegen ermuntert das Vorhandensein wertbeständiger Geldzeichen das Sparen zu größeren Anschaffungen, und auch das ist ein Grund, weshalb die Knappheit' an diesen Zahlungsmitteln mit all ihren Folgen so scharf in Erscheinung tritt. Jeder versucht das gute Geld zurückzu- halten und gibt das schlechte, die Papiermark, aus. Es ist dringend erforderlich, daß dieser Uebergangszustand nach Möglichkeit abgekürzt wird. Nachdem man sich nicht dazu hat entschließen können, sofort einen festen Umrechnuggssatz für die Papiermark in Renten- mark einzuführen, sollte man jetzt wenigstens dafür sorgen, daß die Rentenmark möglichst allen Volkskr eisen gleichmäßig zu- gänglich wird, anstatt daß ein kleiner, größtenteils nicht einmal produktiv tätiger Bolkstell bereits erhebliche Beträge davon erhält, während andere nichts davon zu sehen bekommen. Soll der Kurs der Rentenmark gehalten werden, der jetzt mit der Goldmark gleich steht, so ist erforderlich, daß die Anstrengungen zum Ausgleich des Reichshaushalts mit ollen Mitteln fortgesetzt werden. Wi« wenig die Steueraufwertungsverordnung bisher geholfen hat, geht daraus hervor, daß auch in der Dekade vom 1. bis 10. November die Ausgaben des Reiches noch nicht zu einem Tausendstel durch Steuern gedeckt waren. Dabei fällt das stärkste Anwachsen der schwebenden Schuld noch nicht in diese De- kade, sondern vielmehr in die Zeit vom 11. bis 13. d. M., in der die diskontierten Rcichsschatzanweisungen von 63,1 auf 191 Trillionen Mark anstiegen. Soweit dieses Defizit durch Berwaltungs- ausgaben herbeigeführt ist, ist es Aufgabe der Steuerpolitik und einer planmäßigen Ersparung unnötiger Ausgaben, es zu beseitigen. Bei einer näheren Betrachtung der Reichsausgaben fällt jedoch immer wieder ins Auge der große Anteil, den am allgemeinen Defizit der Fehlbetrag der Betriebsverwaltungen, insbe- sondere der Reichsbahn, bisher gehabt hat. So war in der ersten Novemberdekade allein etwa ein Drittel der Auszahlungen der 'Mchskaffe für die Reichsbahn erfolgt, insgesamt 18,3 TrU- i.onen. Nun muß man anerkennen, daß die Reichsbahn in ihrer Tarifpolitik neuerdings vieles nachgeholt hat, was früher versäumt worden ist. Dielleicht wird auch eine Verwaltungsreform einen besseren Ausgleich im Etat der Betriebsverwaltung herbeiführen können. Es muß jedoch auch einmal darauf hingewiesen werden, daß in dem Haushalt der Reichsbahn groß« Ausgabeposten ent- halten sind, die unter normalen Umständen nicht als laufende Aus- gaben verbucht werden dürfen, sondern Neubeschaffung von Produktionsmitteln darstellen und aus diesem Grunde durch Aufnahme van langfristigen Anleihen zu bestreiten wären. Nun gibt es Kritiker, welche jetzt schon glauben, daß wir ein Zu. viel an Goldanleihen haben. Dies« Auffassung ist irrig. Denn einmal ist der Gesamtbetrag der Reichsschulden von heute noch längst nicht so groß wie der vor dem Kriege, wenn man den heu- tign Storch in Gold umrechnet. Es kommt hinzu, daß Länder und Gemeinden ebenso wie das Baugewerbe feit längerem darauf ver- zichten mußten, Anleihen aufzunehmen, während die alten Schuld- titel dieser Art von der Geldentwertung vollkommen vernichtet worden sind. Haben wir also infolgedessen ungewöhnlich wenig langfristige wertbeständige Anlag �Möglichkeiten, wenn man von den Spekulationsobjeken, den Aktien, absteht, so ergibt sich auf der an- deren Seite, daß der Bedarf nach solchen Papieren recht stark ist. Der Umstand, daß z. B. in der Landwirtschaft sich gewaltige Warenmengen gestaut haben, die jetzt den Städsen fehlen, spricht doch dafür, daß wertbeständige, festverzinsliche Anlagen eine gute Aufnahme finden dürften, und dos war ja auch der Grund, weshalb man die Rentenwährung als ein Gemisch von Papiergeld und von Goldanleihe geschaffen hat. Man wird dazu übergehen müssen, die werbenden Anlagen der Reichs-, Staats- und Gemeindebctriebe auf dem Wege über die Anleihen zu beschaffen und würde so auch die Möglichkeit erhalten, produktiv« Erwerbslosenfür- sorge zu treiben. Wenn man nämlich z. B. den Ausbau der Reichsbahnen gerade in einer Zeit beschleunigt, wo der Arbeits- markt vollkommen darniederliegt, so läßt sich ein großzügiges Bau- Programm durchführen unter der Boraussetzung, daß man die not-? wendigen Mittel nicht dem ohnehin leistungsunfähigen Reichsetot abzapft, sondern daß man, genau wie vor dem Kriege bei uns und wie es in anderen Ländern üblich ist, eine wertbeständige Schuld eingeht. Es scheint notwendig, auf diese Zusammenhänge einmal hinzu« weisen. Es dürfte überall darüber llebereiNstimmung herrscheNj, daß die Unterstützung untätiger Arbeitskraft wirtfchaflich einen Bett' lust bedeutet, wenn man anstatt dessen Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen kann, die früher oder später bleibende Werte erzeugen. Wenn man manche Bestrebungen zur Schaffung produktiver Ar« ueitsmöglichkeiten bisher mit Rucksicht auf die Stvatssinanzen ab« gelehnt hat, so ist dieser Grund in demselben Augenblick nicht mehr stichhaltig, wo man Wege zur Aufbringung der not« wendigen Summen, ohne sofortig« starke Belastung des Reiches zu finden vermag. Das gilt im gleichen Maße für die bisher auf» geschobenen Arbeiten zur Erschließung von Mooren und Oedland für landwirtschaftliche Zwecke, wi« für öffentliche Kanalbauten, für den Wohnungsbau und für die Vetriebsverwaltungen des Reiches. Um noch einmal gerade auf letztere zu verweisen, so wäre doch der kostspielig« englische Kohlenkredit, der vielfach abfällig kri« tisievt worden ist, ganz oder teilweise überflüssig geworden, wenn man rechtzeitig mit Hilfe der inittcldeuschen Braunkohlenlager einen großen Teil des deutschen Eisenbahnnetzes elellnsicrt hätte. Jetzt werden wir im Preis für englische Kohle die Beschäftigung ausländischer Arbeiter bezahlen, während unsere eigenen P r o d u kt i o n s st ä t t e n st i l l l i e g e n. Es ist an der Zeit, daß man die Problem«, die sich aus der Umstellung der Währung für den allgemeinen Kapitalmarkt und damit auch für die Fi» nanzierung produktiver Aufgaben des Staates ergeben, mit größter Beschleunigung durcharbeitet, um auf diese Weise in der schlimmsten Zeit des Ueberganges wenigstens für einen Teil des Volkes Arbeit zu schaffen. Für die Erwerbslosen an der Ruhr, denen man die Unterstützung verweigerte, wenn Frankreich nicht einem Kohlcnab« kommen zustimmte, konnte man die Verantwortung einem Poincare zuweisen. Für die Arbeitslosigkeit im Inland« aber fällt auf die R e g i e r u ng so lange die Berantwortung zurück, als noch Mög« lichkeiten aufbauender Tätigkeit ungenutzt sind. vortrage, vereine unö verlammwngsn. ®c«i» der Frkiwnkr für Zseuirbcftaituag,«.®. 3. Bezirk, Wetdins» Dienstag CVt Uhr. Kriegararrcinshaua, feljonITccRrafic, MitgNedrrvrrsammlunz. LrbsitrraSstinentcnbund. Grngp- Lichtcniicrg. Montag, den 26. Rovcmtsc, Iug.'Ndlicim Partanc, Uhr Bortrag:„Dir alkohoigrgnrrische Bewegung in Deutschland". BS «9 I» •** N bT (3 Kauf ohne Sorge bei Kar-ge Bga werSbestsineliaer Zahlung, OoStianSeihe efs-, raßwifc t v:-�:v.. M h Diese Woche feiiiigi Winierpaletots.guuifm'n (äemustertfBStolI«D,!iotio 70 9oli- Sportlurm....... lümaifc 4ito m. 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Hosen kom5dicnhaus K Uhr: Mein Veiter Eduaid Berliner Theater 7.30 Uhr Dolly Uasma-Theater S U» Der Ehemann ohne Frau! Vorher bunter Teil Str. r�TJiSnbrlil r Otacbniäayi Or<%$ Msclte öper Ailarendlich 71/,' Die, räBlc Revue des Konünents: Die Welt ohne Schleier Th.n. Kotlb.Tor n?iidi J'/jum « SmDti; ostli millao 3 Uhr: ELITE- Sanger U.a. Esmeralda >» d. Tänzerin rotsuaiMr Str. 19 Manaretensti. Urauiführung det öüniversrl-l-ilmr Der Kampf um d.Gotdmi. e Um d.Drudcrs Willen Dick bei der Aahrfcgcrin T�eneopnlsß: Frühiiiioserwadiki! Beginn 7 uno 9 SOi-ntag 6, 7.4C und Q.Zi Uhr Ttiuter..IKomntstaiSjstüastr. 7«/, unr. Charlie Waltnor-Theator Uhr Uasahlalssr Lusispielhaus SU. Nebcnelnaud r. VolKssitick I9Z3 ZCaf6 ieSka Friedr. Ecke Leipz. Varlelfi- Saiiarelt. ragt, i, unr 9'Irr«» tiis! Woäe!® Otto Reutter. Nachmittag-Vorst. s sCDäkran jsbs!! 187 hh\ iFatoinsisllt. 3e! Zahlunj in woptbesläntflgcm Gold' Goldmnrk; DeckbettbezüjjS 4,25, 5,80. 7,40 Bettlaken 2,95, 4.20, 5,10 Wäschestoffe 0.75. 0,88, 1,15 Inletts 7,25,9,80,15,5 Dauncndcckon, Uebsrschlagisken, Tischwöscho, Handtüchsp, Betl- damasl, Dimltl, Froliierwäsche .V;0Jlä« icswatl! Fzbrltjrelsc Teilzahlungen gesUttetl- ßratestraöe 39(Hasenheide) ßrunnenstr.10(Rosenthaler PI. Spandau, Potsdamer Straße 20 PCR ERFOLQRlIOiöTE FILM DER ÖPIELZCJT TÄGLICH(3 VORÖTELLUMOEN Ö. TV* O. 9 UMR-* VORVERHAUF AH DFti THEATER-HAC�CM TÄQUUI 11-1 UHR. //j] tHEKl�OTQOTfi KID •UMMCR-UCMT-SPltl-E- *M POT3DJ."IEA-PLATZ mm* Walhalla-Theater Welnberesweg l°/?0„ Weinbergsweg 17/2> Täglich S Uhr: 3ntemationaleir Hingkamnf Wettstreit um den Qrojlea preis von Berlin Es ringen hrute. Hurmnen.eg. Urbanskl, Romanoll geg Ackermann. Eolidnlilkiigsluiiiif: Kornblum a Gebhardt Außerdem das Weltvarletc-Prograraml Ppolio-Theater Allabendl.?>/,' Die rro3e Revue Surapa spricht davon! Hose-Theater II Uhr: Friede 3»/, u. 1*U Uhr Die Braut v. Meaclna B-M Variete PrograniiD Raucden gestatten Circus Henny Eulli». Müllerstr. 148, Linie 28 Heute, Sonntag, den 25. Ron., 7;/,: <3aia*Vor&telluna DicRiobtimdaaistd.s.Iagtiälkrt Vco 10-1211. tr Pr.bi, CitCiniiskiiinsiiul 8. j.ni.TnoeCf eil| UerC rcus ist gut geheizt! uiMnlnseratein Vorwärts Amerikanische Reglarungsdampter NACH NEW YOm von Southampton— Chorbourg LEVIATHAN 19. Dezember Von B R E M E N Uber Sontlmmpton und Cbcrbourg nach N E VW V O R K GEORGE WÄSHiNGTON 27. November. 20. Dezember America........ B Dezbr., 9. Januar President Roosevelt 12. Dezember President Arthur. 22 Dezember President Mardlng 18. Januar Abfahrt von Southampton nnd Chorbourg 1 Tag splter Alle« Nibere durch nntenstobonde Adressen Vorteilhafte GclegenhcitfUrQUierbofürderung UNITED StÄfgS UNES BERLIN: W 8, Unter den Linden i I NW 40. Invalidenstr. 95 W 9, Budapesier Straße 4| W 8, Unter den Linden 22 General-Vertretung: Norddeutscher Lloyd, Bremen �euesSperetten-Tbeatsri 7', Uhr; HeitoSallacTli. ra 0. vi, u. n. Sonnt. 3 U; Stettiner Sänger 4 SIEQäRIK Bei Zahlung In Geldanleihe: Programm u. Garderobe frei I Stg. 8'/, U. gunz Kleine Preise:[ Die kleine IMüiderlR j ÜSarlien- ZigAtsiisn »hu 1,8 an. . an Tabake n. 25 Pf. an kdaQuiülDik jiHHt teseaM M-Ko ROYALMAILLINE Die König!. Englische Postdsmpfer-ünis - Gegründet 1833 : flegelmäi.iiesSlraiiigter Post-, Passagior- und fraditdampfudlomt HAMBURG-NEW YORK j tP.-D.„Chio". i P.-D.„©rea". | fP-D.„Orbtla". ! P.-D.„QTtiuna" !»P.-D.„Skis". . ca. 8.©esember IS. Oazember . ca. ai.Oezember S. Januar 24 7. Februar24 f Nur bis Southampton.# Von Southampton. IRASEÜEN- LA PLATA von Sonthampton CMourg 1 P.-D.„Avon".... 3©. November P.-D.„Araguaya".. 14. Dezember i Mlnimal-Fahrprcise III Klasse Hamburg Südamerika j Wohndeck£ 12, Geschlossene Kabine£ 14. i Nähere Auskunft erteilen:----- BERLIN: Royal Mail Line, Unter den Linden 17/18.| g rasch& Rothenstein, Unter d. Linden 71 HAMBURG! Royal Mail Line, Alsterdamm 39. MMMIl Agndpmngen vor�ebaiten WUMNNW 1 Sie SeoisennotistznSnde! i ilentcnmark n. Goldanlcihe sin«! vUllij: ßlcichwertig nnseron Spezialitäten „jaeser'sStolz"-]lltarBarine Zssger'8 ff. flinderfett fast unbegrenzt haltbar. Denn diese bieten wir nn mm VorkHcjsprel», während alle anderen Nahrungsmittel und Bedarfsartikel 2 bl» 4 mal teurer als 1914 t Baldigste Eindeckung Ist empfehlenswert, da die Rohstoffe, aus denen unsere Erzeugnisse hergcsteUt werden, ständig im Preise steigen. SKSk"' Lieferung ab Fabrik gtegen Kasse.-ZMZI 'isrüarprliiciiJsaaiesMieOJaepr Berlin-Weissensee, Berliner Allee 211-215 Fernsprecher: Welssensee Nr. 112, IIS, 3700,1. SM- X'>V'£■-;.'KM h»'w«•W.-wy ag-*..».A:♦•'<.!..»-4 � ti,. Der WeihnachtssVerkauf •• . JJ.., W? t Inletts, llandtadier, Wisüiestoffe, Mwäsdie und SÄMWMM-MllS W'tMgisgze BrantSe! ?!lonfag, bot 20. TtocUr, nnchntifingo 6 Uhr. bei fir.miaoJ. öopfjitnifraSe 5; kVichtige Versammlung sttntflicher Lertro�enzlruie und Betriebsräte. ZM' ZkMNvkiler'BkWgje! �Aoniox, 2S. 77cvbc., itacftrr. 5 Ahr, bei Vlesfln. Stargarder 6tra§f 3: VranchenlommWoiiösiAng Slenelng, 27. Zloodr, nachm. s Ahr, bot Oleflitt, Staroatört Sttahe 2: Branchenversammlung SmMW MW! Oicr.sfaa. 27. TToobe� nndtmltiags 6 Ahr, im OcvbarOshaufe(äitjuugs. fnal), Eimciiftcatc 83,85: Gruppenverfammlnug *'• 12 Dir Ocfooecoaitnng. lÄöiiErßsiEPie�-B.XtüaisoMer Filiale Uroti.Beriin Die Beiträge für die 47. Woche tveoden wie folgt feligeiezt: 36/18 1. Ätiafie 3Z0 Milliarden 2.. 8�) 8.. LÖS 4.„ 2:jU 3., 150 v-. W lüiWitüist:» tlk liu GrapMsdie Barteil Unter Bezugnahme nuf den Aufruf des Ärapdifdien liartells, tZantmiungen tur die cusgefperrten Mitglieder der Eravhiichen Organ, falionen vorzunehmen, gedett wir dekannl, dag wir edenfalls diese Lilien t.erausgedcn. Der Verband der Eemeinde- und Siaaisarbetier ift Mi! einer größeren Anzahl ansgefperrterMilailedee dveNoichs- dntderet Krtetligt. Die Ltfie» worden nm- gehend den Aetrieden zugefielir und er- Indien wir unsere Mitglieder, sich rege an den Sammlungen zu boteitigen. via Ortsverwultung. MöMd.kM.MsMeilel! Ortsuertusltuug Berlin Dienstag, den 27. Rooemicr, nachm. 5 llhr, im Gewerkfchafishaus, Saal 4: Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: I. Die Eiluation Im Buchdrndgewerbe und die ndüiften Aufgaben der Organisation Refereni: Kollege Sultan Gr ob mann. t Die Rulhedung der reichstariflichen Eni- lohnung durch die Buchdriiduntemehmer. 3. Wichiigc Organifationsangelegeitheden. 9'.i;r Miigliedsbucher, in denen die 45. Beit-.agswoche bezahftili. betechiigen zum Einteiit. Zahlreich Bestich eruiertet 14/20 Der Oelsaorstand. Allgemein- Ortökrankcnkasie für Berlin-Tteglitz Orkanntmachnng l7ür die Woche vom?C. November 1923 bis i Dezember 1823 if» der Hochiigrund- lohn auf 6 Billionen Mark pro Tag lef!» peleßt. Dcmztifstiie haben«ich die Bei- tragetälfe gegenllder dee Vorwache ver> dreifacht.>mi»tuch auf die rrbShten Leistungen besteht vom 3. Dez. 1223 äd. BerUn-Steglid, den 24. November 1923. Oer Opcf.oaö. Mccckcf, Tot f. Alb. Wagener, Schriftf. Stageinclnc Oclsfraufenfaffe für den Sertnaliungsbczirf XI Beelin, LchSnebarg-Jriebenctu. Ab 26. Nooemder 19Z3 deitngt der Äbchstgrundlohn, soweit er für Versicherte Geltnng hat, sechs Billionen Marl. An- ipruch auf erhöhte Barteistungen Mieht ab S. Dezember 1923. Näheres: Säulen- anschlüge In Schöneberg- Friedenau. Der Vorstand. 82/19 1 A.«chuldi, Vors. F. Sonß, Schrisis. Franz Dautngard Hat die nnchteäg- liche Genehmigung zur Ausstellung de» auf dem Grandstitde Berlin. Werslstr. 18. bereits seit einiger Zeit in Beiried defind- iitfieu tleincn Federhammets beantragt. Etwaige Einwendungen gegen diese An- läge find bei dem unterzeichneten Stadt- ausschuß binnen 14 Tagen, vom Tage nach der Vetöffentlichung ab gerechnet, schriftlich in dopprlier Ausfertigung oder zu Protokoll anzubringen. Nad> Ablaut dteser Ariit iönr.en Einwendungen nidil begonnen. /�U5 diesem Anlaß geben wir vom 26. Nov. bis 1. Dez. 1923 10%, bei wertbeständiger Zahlung 39 Pi. laban SessiEies asMi koos.cn", z. T. ca. 150X215 groß, darunter pa. Halbleinen, Dowlas und Nessel ohne Naht, z. Aussuch. Stück M. 5.— Mengenabgabe vorbehalten. Um den Einkauf zu erleichtem, nehmen wir bis sunt Fest wertbeständige 7eil Zahlungen an und wird auch hierbei in dieser Woche der Rabatt angerechnet. iie-y.HieiMll.-li. Gr.FranklurlerSlr.O, J.Etage 5 Minuten vom Schlesischen Bahnhof Filiale: SrnimeDstrafie 100 direkt am Bahnhof Gesundbrunnen H»mWU/:a ünunterbrochen jeBtfnef von 9 Uhr morgen« bis 7 Uhr abends! 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Zur miindiichen Erörterung her recht» zellig erhobenen Einwendungen wird vor unserem Kommissar. Etadtinsvektor Knndr, aus Mittwoch, den 12. Dezember 1923, vormittag» 9 Uhr, ebendaselbst»in Termin an- beraumt, zu dem der Uniernehmer sowie die Widersprechenden unter der Erössnung ge- laden werden, daß auch bei ihrem Aus- bleiben mit der Erörterung der Einwcn- düngen vorgegangen wird. Berlin, den 20. November 1928. Der Stadtausichnfi Berlin, Abt. 1 Schneider Orsskrontenkaffe für das Vuchdruckgeiverbe zu Berlin Bezugnehmend auf die Bekanntmachung vom 7. August 1928 geben wie bekannt, dost der Vorstand belchiossen hei. den Höchst- S rundlohn für die verfichernngsberechligieti Mitglieder mit Wirkung rom 19 Novtmder l928anf 2 Billionen Mark und mit Mrluna vom 26. November 1928 auf 6 Süllionrn ajtark festzusesten. Die Barleistungen nach den Grundlöhnen treten am 26. November dzw 3. Dezember 1928 in Kraft. 32,17 Berlin, den 23. November 1923. Der Vorstand Artur Seholem, Ast red Hkström, Lorsihender. Echristssthrer. Kernfklfen, Kerzen, Sdimierteife, Srtieuertflcliep und Coilcttelei'en. Derkaus erioigt nur an Wiederverkänfer. Unser Dc schält ist 1 Miaute vom Aiexanderplah entfernt. Sehen Sie also durch die Alexanderpassage und lassen Sie std, unsere Preise sagen, es lohnt sich. Saanlh ch So., Seiseaaroßhandlnns, iS I». Sltsabcthjtr. 32, AmiKgst K Bln. Zill Allgemeine Orlotroafenfasse farZehlenbors und Umgegend. Soweit nicht Beiträge nach dem tatsäch. stchen Verdienst zu zahlen sind, betrogen die Srundiohnstufen vom 19. November >923 ab: Sämtliche Beträge i» Mit liardent Lehrlinge ohne Enigcid 399, I. iüO, II. 900, III. 1600, IV. 2100. V. 2700, VI..3300, VII. 8900, VIII. 4500, !X. 5100, X. 6000 gehlen dorf. 23. November 1923. Oer vorstand. 32/16 ®..Ycymeier, Bors.«. Fischer, Schrisis. Allgemeine Ortskrankenkafse Bcrlin-TStlmcrsdorf Vom 20 Nooemder bis 2. Dezember 1923 ist der chöchstgrundlohn lllr freiwillige Mitglieder. Houssngestellie tPrioathaus- hall). Auswarteirauen und Portierteute auf 6 Billionen Mark festacsesti. Für diese Zeit betragen die täglichen Beiträge in Milliarden Marli Sinle I 45. II 150. III 210,!V 270, V 330, Vi 390, Vll 430, VIII 510, X 600. Fllr in Sewerdrbetrieben beschäftigte Personen kommen diese Srundlöhne nicht mehr In Frage. Auf die erhöhte» Bar- ieist, ingen haben die Versicherten ad 10. Dezember 192.3 Anspruch. Teeiin-Wiitnersdorf. 23. November 1923 R. Engelhardt, Dorsistender. 32/15 Fr. Wiemann, Echristsührcr. Allgemeine Orfskrankcnkasse für BerliN'Lichterfelde Die in der Bekannlmachnng vom IS Na- vcmber 1923 sestgtsehien Srundlöhne usw. werden(soweit nicht die Bestimmung zur Abführung des zehnprozenngen Arbeit»- Verdienstes in Frage tvmmt) ab 26. No- vcniber 1923 verdreifacht. 32-14 Berliv-Lichterfetde, 23 November 1923. Oer Vorstand. v. Gebert, 2 Vors. F. llanebeog, Schristf. 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