Abendausgabe Nr. 552 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 278 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sw. 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel- Adresse: Sozialbemotrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 70 Milliarden M. Montag 26. November 1923 Berlag und Anzeigenabteilung: Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Vorwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Ueberparteiliches Reichskabinett Albert. Bis zum frühen Nachmittag hatte der mit der Kabinetts-| heitsfront" auch für die„ Marristen" einen deutlich markierten| Deutschland tätig war und dann mit dem Grafen Bernstorff zurückbildung betraute Reichsminister a. D. Dr. Albert sein ka- Blaz offen ließ. Auch seine letzte opportunistische Kanzler- fehrte. binett nicht beisammen. Er hofft, bis morgen Dienstag abend fandidatenrede wird bei denen um Westarp teine Begeisterung damit zustandezukommen. Wahrscheinlich werden mehrere leitende Beamte in die Reichsregierung eintreten. Nachdem alle Versuche, eine Regierung auf Grund einer parlamentarischen Koalition zu bilden, gescheitert sind, hat also der Reichspräs dent den früheren Reichsschahminister Dr. Albert mit der Bildung eines Kabinetts beauftragt. Das neue Kabinett wird weder eine Rechtskoalition noch eine Linksoder Mittelfoalition zur Vorausseßung haben; es will sich einfach dem Reichstag vorstellen und mit dessen Zustimmung die Regierungsgeschäfte weiterführen. Bleibt ihm diese Zustim mung versagt, so ergibt sich, daß der gegenwärtige Reichstag weder eine Regierung aus seiner Mitte zu bilden vermag noch auch einer vom Reichspräsidenten nach eigenem Ermessen er nannten Regierung die Möglichkeit der Eristenz gewährt. Dann bleibt nur noch eines übrig: der Appell an die Wähler. # Das Vorgehen des Reichspräsidenten ich logisch und verfaffungsmäßig forreft. Zunächst wurde den Parteien die Aufgabe zugeschoben, sich auf einen Kanzlerkandidaten zu einigen. Da ihnen das nicht gelang, blieb nur zweierlei übrig: die Auflösung des Reichstags oder die Ernennung einer Beamten regierung. Da gegen die Auflösung schwerwiegende Bedenken sprechen und wenig Wahrscheinlichkeit dafür besteht, daß aus Neuwahlen ein weniger zerjplitterter Reichstag her vorgeht, muß der vorlegte Ausweg versucht werden, bevor der letzte, ungewisse beschritten wird. Nach seiner Rückkehr fand er Verwendung im Reichsverwer. geweckt haben. Nun, da alle Mühe doch umsonst war, wird tungsamt, deffen Präsident er bis März 1919 war. Donn wurde er Unterstaatssekretär in der Reichstanzlei und 1920 zum Staatssekretär feine Taktik in der deutschnationalen Reichstagsfraktion sicher und Chef der Reichskanzlei ernannt. Nach seiner Versehung in den lich einer liebevollen Nachprüfung unterzogen werden. einstweiligen Ruhestand war er vorübergehend als Rechtsanwalt was er tann. Er hat den großen Vorteil für sich, daß er nicht vom damaligen Reichskanzler Cuno zum Reichsschahminist er Nun soll nicht Herr Hergt, sondern Herr Albert zeigen, beim Landgericht I, Berlin, tätig und wurde im November 1922 wie Cuno oder Stresemann mit überschwänglichen Hoffnungen ernannt. Mit dem Rücktritt Cunos fchied Albert auch aus diesem begrüßt wird. Er kommt nicht als großer Retter aus der Not, Amt und trat in den Aufsichtsrat der Deutschen Werke ein. fondern nur als bescheidener Helfer aus einer Berlegenheit. hm bleibt bei seinem Tun und Lassen die Entschuldigung, Milderung der bayerischen Preseknebelung. daß der Mangel eines faren parlamentarischen Mehrheitswillens die Lösung großer Aufgaben verhindere. Die sozialdemokratischen Zeitungen dürfen wieder ein arbeitsfähiges Kabinett zustande zu bringen und dadurch, Sein Schicksal wird davon abhängen, ob es ihm gelingt, daß er ohne große Redensarten das Notwendige tut, den Reichstag mit seiner Eristenz zu versöhnen. erscheinen. München, 26. november.( TU.) Der Generalstaatstommiffar hat am 25. november für das rechischeinische Bayern folgende Verfügung getroffen: Die Anordnung vom 11. November 1923 über die Verbreitung staatsgefährlicher Druckschriften wird aufspäte- chriften, die von der Bereinigten Sozialdemokrati. gehoben, soweit sie das Erscheinen von Zeitungen und Zeitfchen Partei herausgegeben find oder sozialistische Ziele verfolgen, allgemein verbietet. Die Kreisregierungen find ermäch dürfen. Die Erlaubnis hierzu fann unter bestimmten Auflagen figt, zu bestimmen, welche dieser Zeitschriften wieder erscheinen erteilt werden. die Reichstagswahlen nahe find. Sie kommen Sicher ist nur soweit heutzutage etwas sicher ist, daß ftens im Juni, vielleicht aber schon im Januar. Der 22 Die in Augsburg erscheinende nationalsozialistische Zeitung Sturmglode" wurde bis auf weiteres verboten. Amtlich wird gemeldet: Nachdem der Versuch des Reichstagsabgeordneten v. Kardorff, ein Kabinett der bürgerlichen Parteien zu bilden, gestern gescheitert ist, hat der Reichspräsident im Laufe des gestrigen Tages mit den Reichs ministern Dr. Jarres, Dr. Brauns und Dr. Geßler die Frage der Kabinettsbildung besprochen. Die Besprechungen Militärdiktatur gegen Parlamentarier. führten zu dem Ergebnis, daß zurzeit die Bildung einer Koalitionsregierung keine Aus icht auf Erfolg bietet. Proteft der thüringischen Sozialdemokratie. Weimar, 24. November.( Eigener Drahtbericht.) Zu Beginn Albert war Chef der Reichskanzlei unter verschiedenen als Reichspräsident hat deshalb am Nachmittag an den marristisch verseucht" geltenden Regierungen, wird also der früheren Reichsminister Albert folgendes Schreiben gerichtet: der heutigen Sigung des Thüringer Landtages gab der Abgeordnete Rechten gleichfalls feuchenverdächtig sein. Er müßte sich schon Meine bisherigen Besprechungen über die Kabinettsbildung Bieligt namens der Fraktion der VSPD. tes Thüringer LantTehr große Mühe geben, diesen Berdacht zu entfrästen, und haben mich überzeugt, daß es zurzeit nicht möglich ist, eine Stoalifions- tags folgende Erflärung ab: auch das würde ihm faum etwas nügen, da seine Regierung auf regierung auf ausreichender parlamentarischer Grundlage zu bilden. alle Fälle ein Hindernis auf dem Weg zur verfassungswidrigen Die Cage Deutschlands ist aber in jeder Hinsicht so überaus ernst, Rechtsdiftatur ist. Sie wird sich nur halten fönnen, wenn sich daß die Bildung einer verfaffungsmäßigen Regierung feinen Aufdie Situation der Abstimmung vom legten Donnerstag nicht ichub mehr duldet. 3ch fche nur die eine Möglichkeit, eine Regiewiederholt, das heißt, wenn sich nicht die Sozialdemo- rung bewährter Männer zu bilden, die entschloffen sind, unter Zurüdtratie mit Deutschnationalen und Kommunisten in der Op- sielung von persönlichen und parteipolitischen Rüdsichten ihre ganze position zusammenfindet. Kraft für die Lebensnotwendigkeiten unseres Candes einzusehen. In Die fozialdemokratische Reichstagsfraktion dürfte also vor dieser schweren Stunde appelliere ich nochmals dringend an Ihr die Wahl gestellt werden, entweder der neuen Regierung das vaterländisches Pflichtgefühl, 3hre mir geäußerten und auch von mir Leben zu lassen oder dem alten Reichstag den Lebensfaden gewürdigten Bedenken zurückzusehen und die Bildung einer folchen abzuschneiden. Ihre Entscheidung wird von der Politit ab- Regierung zu übernehmen. Für umgehende Erklärung wäre ich hängen, die die neue Regierung treiben wird. Die Frage der Ihnen sehr dankbar." Auflösung wird freilich mit jedem Tag an Bedeutung verlieren, da der Reichstag sowieso verfassungsmäßig nur noch ein halbes Jahr zu leben hat. Die Rechtsregierung, an die gestern noch viele glaubten, ist, wie zu erwarten war, an dem Umstand gescheitert, daß eine parlamentarische Mehrheit für sie nicht vorhanden ist. Der deutschnationale Parteiführer Hergt hatte in den letzten Tagen mit mehr Eifer als Geschick dem Amt eines Reichsfanzlers nachgestrebt. Er hatte in der letzten Reichstagsdebatte eine Rede gehalten, die den Tatsachen weit voraus zieraffenhaft, poffierlich genau so gesprochen, als ob er schon ein Rabinett des Bürgerblocks dem Reichstag vorzustellen hätte und noch gestern früh erließ er im„ Lofalanzeiger" folgende Erklärung: eilte, denn er hatte Bon seiten des Reichspräsidenten ist eine Aufforderung zur Kabinettsbildung an mich noch nicht ergangen. Sollte dies, wie es eine Korrespondenz bereits zu melden weiß, überhaupt geschehen, „ Die Fraktion der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands im Thüringer Landtag stellt feft: 1. Sowohl am 20. als auch am 22. November find die Sitzun gen des Landtages, am 22. November unter Mißbrauch der für die Sigung am 20. November ausgegebenen Tribünenfarten, von Angehörigen der Reichswehr überwacht worden. 2. Am 22. November sind im Auftrage der Reichswehr die Wohnungen von Mitgliedern des Landtages feftgestellt worden. 3. Am 23. November sind durch die Reichswehr in den Woh nungen von Mitgliedern des Lanttages Saussuchungen vore genommen worden, wobei auch Schriftstüde beschlagAnschließend hatte der Reichspräsident eine Besprechung nahmt worden sind, die unter dem Schutz des Artikels 38 mit dem Reichsminister a. D. Albert, in deren Berlauf dieser bf 1 der Reichsverfaffung stehen. Die Beschlagnahme erfolgte, obwohl die betreffenden Abgeordneten unter Hinweis auf den Auftrag zur Kabinettsbildung übernahm. Artifel 38 Abs. 1 der Reichsverfassung dagegen protestierten. Der neue Kanzler. Heinrich Friedrich Albert wurde am 12. Februar 1874 in Magdeburg als Sohn eines Großfaufmanns geboren. Er 3m Reichsamt des Innern war er über ein Jahrzehnt lang als studierte Rechtswissenschaft und trat dann in den Staatsdienst ein. Im Bortragender Rat tätig. Im Jahre 1904 leitete er im Auftrage des Reiches die Organisierung der Deutschen Abteilung der Weltausftellung in St. Louis und wurde 1910 auch weiteren Streifen als Reichskommisar für die Weltausstellung in Brüffel bekannt. Später wurde er als Handelsattaché der deutschen Botschaft in Washington zugeteilt, wo er bis zur Kriegserklärung Ameritas an Amtlicher Dollarkurs unverändert. 4. Bei Haussuchungen find Mitglieder des Landtages feftgchalten und dadurch in der Ausübung ihres Abgeord. netenberufes beeinträchtigt worden. 5. Am Morgen des 23. November sind ebenfalls Mitglieder des Landtages im Volkshaus zu Weimar durch Maßnahmen der Reichswehr ihrer persönlichen Freiheit beraubt worden. 6. Am Abend des 23. November ist der Präsident des Candtages im Boltshaus zu Weimar von einer von einem Unteroffizier geführten Reichswehrpatrouille verhaftet und seine Attentasche beschlagnahmt worden, obwohl er sich als Mitglied des Landtages legitimierte, sich auf seine Immunität berief und für den Inhalt seiner Attentasche den Schuh des Artikels 38 Abs. 1 der Reichsverfassung in Anspruch rahm. Erst ais der Herr Präsident ver so fann es frühestens Sonntag vormittag der Fall sein. Im übrigen Die verworrene innerpolitische Lage in Deutschland verursachte angte, zum Stabsquartier geführt zu werten, ist die Deutsch nationale Bolkspartei entschloffen, jeden derartigen an den Auslandsbörsen eine ungünstige Stimmung für die urte die Berhaftung aufgehoben; ein Teil des Inhalts der Akten. Auftrag anzunehmen; sie erwartet dabei allerdings, daß man ihr Mart, die beispielsweise in New York dazu führte, daß man sich tasche blieb beschlagnahmt. Er ist dem Herrn Präsidenten am Mor geben wird. Aber auch wenn das nicht geschehen sollte, würde sie nehmen. Die Meldungen aus London weisen eine fleine Beise nur im schroffen Widerspruch zu der verfassungsmäßig festgelegten auch mit dem Auftrage die Auflösungsordre für den Reichstag mit entschloß, wieder einmal von einer Marknotierung Abstand zu gen des 24. November im Stabsquartier zurückgegeben worden. Diese Maßnahmen und Handlungen der Reichswehr stehen nicht den Auftrag, das neue Kabinett zu bilden, annehmen. Die rung der Mart auf, ohne daß es indessen zu irgendwelchen UmPartei würde alles tun, um ihrerseits das Kabinett zustandezubrin- fäßen fam. Aehnlich liegen die Verhältnisse an der Amster- parlamentarischen Demokratie, fie sind auch im einzelnen Berstöße gen, en weder allein oder mit denen, die dafür in Betracht kommen. Damer Börse. Auch hier fand in deutscher Baluta teinerlei Ge- gegen flare Bestimmungen der Reichsverfassung, insbeson Es besteht damit, so faßte Erzellenz Herzt sich nochmals zufammen, fchäft ftatt. Immerhin entspricht die Durchschnittsparität einem dere gegen die Immunität der Abgeordneten. kein Zweifel, daß die Deutschnationale Boltspartei nicht nur nicht Kurse von zirka 7½ Billionen für den Dollar. Bei der amtden Auftrag ablehnen, sondern alles tun wird, um auf die lichen Kursfestsetzung in Berlin konnte man sich jedoch, troß der eine cder andere Weise das Kabinett zu bilden. Gefahr weiterer Goldpreiserhöhungen, nicht entMan kann sich danach vorstellen, daß die Enttäuschung schließen, die Kurse weiter heraufzusetzen. des Herrn Hergt und seiner Freunde nicht gering sein wird. prozentiger Zuteilung notierte Dollar unverändert mit Die Herren hätten sich den Schmerz ersparen können, wenn sie 4,2 Billionen. bedacht hätten, daß die Bildung der Regierung nicht einer Auch an der heutigen Berliner Börse war man sich über die Partei übertragen werden kann, die nur eine fleine Minderheit weitere Entwicklung der innerpolitischen Schwierigkeiten völlig im darstellt und über feine ausreichende Unterstützung durch an- umflaren. Man befürchtet, daß die augenblickliche Krise, falls sie dere Parteien verfügt. Die Haltung der Mittelparteien und längere Zeit andauert und möglicherweise zur Auflösung des ihrer Presse hat gezeigt, daß zum mindesten Zentrum und De- Reichstages führt, die mühsam in die Wege geleiteten wäh- Der erweiterte Bezirksvorstand der Sozialdemokratie Großmofraten einer ausgesprochenen Rechtsregierung, wie sie den rungspolitischen Maßnahmen hinauszögert. Für die Haltung der Berlins besprach in seiner Ceßten Sikung am 24. November die poliDeutschnationalen vorschwebt, die Unterstügung verfagt hätten, Effettenbörse sind jedoch immer die außenpolitischen Kom- tische Lage. Der Vorstand war einstimmig der Auffassung, daß die dann aber hatte eine solche Rechtsregierung von vornherein binationen und Tatsachen zurzeit weniger maßgebend. Der Haupt- Reichstagsfraktion fich gegen das Verbot polttischer Parteien zu erdie große Mehrheit des Reichstagsgegen sich. faftor ist die Lage des Geldmarktes. Hier trat im Verlaufe der flären habe. Bei alledem ist noch zu bedenken, daß Herr Hergt noch heutigen Börse gegenüber der Freitagsbörse eine ziemliche Erleichte Aus grundsätzlichen Erwägungen der Sozialdemokratie zu einem weniger als Herr Stresemann seine ganze Bartei hinter fich rung ein. Gegen Mittag wurde tägliches Geld mit 6 Proz. ange. Ausnahmeverbot wie aber auch im Interesse der Republik selbst häl hat. Für die wilden Männer des rechten Flügels ift er ein boten. Die Tendenz war dementsprechend ziemlich stark befestigt es der Bezirksvorstand für dringend notwendig, durch Einbringung zahmer Rompromißpolitifer, und unvergessen bleibt ihm, daß und es fonnten auf fast allen Märkten die Papiere beträchtliche einer Interpellation im Reichstage gegen die Vergewaler bei einer früheren Gelegenheit in seiner nationalen Ein- Gewinne erzielen. tigung politischer Parteien zu protestieren. Bei wiederum einDie Fraktion erhebt gegen diefe verfassungswidrigen Handlungen und Maßnahmen der Reichswehr, die Ausfüffe der Militärdiktatur find, in aller Deffentlichkeit feierlichst den schärf sten Protest und ersucht sowohl die Landesregierung als auch den Herrn Präfidenten des Landtags dringend, bei den zuständigen Reichsstellen unter Ausnutzung aller gegebenen Möglichkeiten auf die Wieder. herstellung Derfassungsmäßiger Zustände in Thüringen zu bringen." Das Verbot ganzer Parteien. Sturm! Deutschnationale Steuerscheu. SP Poncet, Chef de la Mission Francaise F. P., der in der Luden sie sich vom Reich abfehren; dem Bürgermeister einer Stadt in dorffftr. 27 in Düsseldorf ein eigenes amtliches Bureau hatte. Die der Pfalz, der vor kurzem den Schutz des örtlichen franzöfifchen Das Gelingen jeder Währungsreform und die Schaffung Finanzquelle des Matthes war schon vor dem großen Putsch Herr Offiziers nachsuchte, als die Separatisten sein Leben bedrohten, er wertbeständiger Zahlungsmittel hängt von der Sanierung der Boncet. Matthes fonnte bereits im Sommer 1923 bei zahlreichen widerte der Offizier:" Sie müssen sich für dies oder das andere entscheiden. Ich werde Ihre Sicherheit zwei Wochen lang garantieren. Reichsfinanzen ab. Diese ist nur zu erreichen, wenn mit dem französischen Stellen ein- und ausgehen. Er wurde bald der Mittel Wenn Sie sich bis dahin nicht entschlossen haben, werde ich nicht Abbau überflüssiger Ausgaben die Einnahmen des Reiches punkt eines fich langsam verbreitenden Butsches und begann mit verantwortlich sein, wenn Si gehängt werden." starf vermehrt werden; ohne erhebliche Anspannung der den Geldern Poncets in großzügiger Weise die Organisation Limes"-Berichterstatter erklärt, es fönre von dem loyalsten DeutSteuerschraube ist das unmöglich. Das Reichsfinanzmini- der Partei. Der große Schlag follte bereits am 30. September, dem fchen nicht erwartet werden, daß er dieser Art von Druck widersteht, sterium bereitet deshalb eine Reihe neuer Steuern vor. Tage des Blutsonntags in Düsseldorf, geführt werden. In einer Ge- wenn er irgendeinen anderen Ausweg finde. Die Welt habe nur Aber noch bevor diese Pläne in die Deffentlichkeit gekommen paratistenversammlung in Köln, die zwei Tage vor dem Düsseldorfer wenig darüber erfahren, wie sehr sich im füblichen Teil des find, laufen die Deutschnationalen als Schützer Rheinische Behr genannt, sei bereits bewaffnet worden. Brod Rheinlandes während der allerlekten Wochen die Verhältnisse zudes Geldbeutels der Agrarier heftig gegen diese Absicht dem heutigen Wirtschaftsminister" der sogenannten Koblenzer Re- gespitzt hätten. Die Deutschen begännen, sich eine Borstellung davon zu machen, daß die Franzosen aus dem Rheinlande einen Staat unter gierung, mitgeteilt, daß alles vorbereitet sei, um die Regierungs- französischer Suzeränität durch die Besatzungstruppen schaffen Die deutschnationale Reichstagsfraktion hat eine Inter macht an sich zu reißen. Der Rheinische Selbstschutz, auch wollten, der durch schwache Bande mit Deutschland verbunden fei, pellation eingebracht, die behauptet, daß die Belastung Rheinische Behr genannt, sei bereits bewaffnet worden. Brood damit die Einwohner nicht das Gefühl hätten, vom Reich losder Landwirtschaft durch die bisherigen Steuern heute schon gab zu, daß für den Düsseldorfer Sonntag 10 000 Mann bewaff- getrennt zu sein. Die ihre Leistungsfähigkeit übersteige. Sie droht mit dem Ueber- neter Rheinwehr zur Verfügung standen und die Waffen von Franzosen würden nicht zugeben, daß das Rheinland Deputierte gang der Landwirtschaft zum extensiven Betrieb, d. h. der Ver- den Franzosen stammten. Nach der furdytbaren Niederlage in in den Reichstag entfende, minderung der landwirtschaftlichen Erzeugung, und fordert die Düsseldorf herrschte dann allgemeine Niedergeschlagenheit, bis einige wohl aber, daß es Bertreter im Reichsrat habe. Der Bericht. Reichsregierung auf, den, leberbelastungen der Landwirtschaft" Wochen später der Aachener Butsch des Herrn Lockers erfolgte, der erstatter fragt, welche Rolle Großbritannien bei der Neumit Steuer vorzubeugen und auch gegen die Länder einzu auf eigene Fauft und ohne Wissen der übrigen Führer inszeniert bildung Europas spiele. Die Berhandlungen würden geleitet durch schreiten, die eine Grundsteuer erheben. Gleichzeitig fordert worden war. Es steht fest, daß Matthes die attivste Persönlichkeit das Haupt der Rheinlandfommission, in der Großbritannien ver die„ Deutsche Tageszeitung" die Neubesetzung des Ernäh- in der Butschbewegung, der hinterher die Sache in die Hand nahm, hoffe, Reparationen zu erhalten, und von dem ein Teil unter der treten fei, und zwar für ein Gebiet, von dem Großbritannien rungsministeriums mit dem deutschnationalen Landtagsabge- ein Beauftragter des französischen Imperialismus ift. Obhut britischer Truppen stehe. Die britischen Interessen würden ordneten Schlange, der ein grimmiger Gegner jeder Steuer- Auch sonst ist das Material der Rheinischen Zeitung" be- bireft berührt werden, wenn ein Staat aus Deutschland herausleistung der Landwirtschaft ist, und sie verlangt diktatorische merkenswert. Bon besonderem Interesse ist die Verfassung, gelöst werden sollte: eine solche Aftion würde Großbritannien in Bollmachten für ihn, auch gegenüber dem Finanzminister und die dem rheinischen Volke zugedacht war, wenn die Separatisten ge- eine Lage bringen, daß seine kommerzielle Politik von Frankdem Wirtschaftsminister. fiegt hätten. Die sogenannte Verfassung sieht die Wahl einer reich diftiert werden könnte. Dieses Vorgehen der Deutschnationalen läßt feinen Zweifel Ständevertretung( Senatoren) zu einem rheinischen Senat daran, daß sie auch jetzt angesichts der furchtbaren Not des Reiches und der gesamten Bevölkerung teine andere Aufgabe kennen, als die wenigen hundert Großagrarier vor jeder Steuerlichen Belastung zu schützen. Diesem egoistischen Treiben opfern sie das Schicksal des ganzen deutschen Volkes. So sieht die Volksgemeinschaft" aus, die angeblich die Deutschnationalen erstreben. " Hinter den Kulissen der Sonderbündler. Frankreich als Geldgeber. Fort mit Parteien und Gewerkschaften. Berawerksdirektoren und Micumvertrag. Trot schwerster Bedenken hoffnungsvolle Zustimmung. vor, der den Staatskanzler, den Staatsminister und den Staatspräsidenten wählen soll. Dieser hohe Rat der Drei" soll das Recht des Abschlusses von Bündnissen und Berträgen mit fremden Unna, 26. November.( TU.) In der gestrigen Bersammlung Staaten unter Zustimmung des Senats haben. I. a. wird die der Bergwerksdirektoren des Ruhrfohlenbergbaues hat die KomSchaffung einer Staats miliz festgelegt, die den Schutz der zu mission den mit der Micum abgeschlossenen Mantelvertrag vorgelegt. gründenden Rheinischen Republik in der Luft, auf dem Bande und In der Eröierung wurden von allen Seiten die grökten Be dem Wasser zu übernehmen hat. Im übrigen verlangt die Ber- denken gegen die ganz ungeheuerliche Belastung laut, fassung Aufhebung der Warenhäuser und Genossenschaften und Aus- und zwar nach der Richtung, ob die Eingriffe in den Be führung aller öffentlichen und kommunalen Bauten von Privatarchi. trieb der Werke, wie sie durch die Bestimmungen über Ein- und tekten und Bauunternehmern. Staat und Kommunen sollen nicht Ausfuhr usw. gegeben sind, die für Betrieb unbedingt erforderliche Handlungsfreiheit gewähren. Es tam auch zum Ausdrud, daß, das Recht haben, Bauten in eigener Regie auszuführen. wenn frog dem in der nächsten Zeit eine große Anzahl der Werfe Am interessantesten ist der vom 28. September 1923 datierte im Rahmen des Mantelvertrages bindende Abschlüsse mit der Micum Entwurf für die vorgesehene Ständevertretung. Darin wird die treffen werden, dies ausschließlich aus der Ueberlegung heraus geAusweisung sämtlicher Beamten, deren Großpäter schieht, daß Berhältnisse an Rhein und Ruhr für die deutschen nicht schon im Rheinland geboren waren, verlangt. Die Bresse soll Angestellten und Arbeiter und für die gesamte Bevölkerung einfac unter Bensur gestellt werden und das Ziel der rheinischen Stände- unerträglich geworden find. Deswegen hat man die wirtschaftvertretung soll sein, das heutige widerfinnige Parteiunwesen lichen Bedenten beiseite gestellt, um durch diesen letzten Verim Rheinlande aus 3 us cha It en". Auch die Gewertschaften ſuch den Befagungsbehörden zu zeigen, daß unter dem but bie in ihrer heutigen Form müßten verschwinden. An ihre Stelle widlung ausgeschlossen ist. Weiter wurde darauf hingewiesen, Ruhrbesegung geschaffenen Zustand eine wirtschaftliche Entsollen Fabrikvertrauensleute treten, die aber nicht während der Ar- daß das vorliegende Abkommen zu begrüßen fei, falls sich aus beitszeit tagen dürfen. Der Fabrikherr oder Handwerksmeister diesem Bertrage die Möglichkeit eines wirtschaftlichen Ausgleichs müßten wieder Herr im eigenen Hause werden! mit Frankreich und Belgien, der nach der Entwicklung der europäischen Verhältnisse in den letzten Jahren unbedingt erstrebt und durchgeführt werden muß, ergeben sollte. Es hätte teinen Zweck, sich den gegebenen Verhältnissen gegenüber paſſiv zu verhalten. Die Bindung der gegenseitigen großen wirtschaftlichen Interessen Frankreichs und Deutschlands könne allein die Be friedung Europas herbeiführen. Nur wenn diese erfolge, werde Vertrauen und Sicherheit zurüfehren. Die französische Regierung leugnet bis auf den heu ranzöfifc tigen Tag, mit den rheinischen Separatisten in Beziehung zu stehen und sie in irgendeiner Weise zu unterstützen. Die Rhei nische Zeitung" ist in der Lage, Material zu veröffentlichen, das die Ableugnungsversuche Lügen straft. Der Verbindungsmann zur Rheinisch republikanischen Bolts partei des Herrn Joseph Smeets, der sich von der separatisti schen Bewegung zurückgezogen hat und jetzt mit Hilfe zahlreicher französischen Franken in Lothringen lebt, war der Zivilingenieur Albert Wickert, Direttor der Carriere de la Eifel" in Hillesheim in der Eifel. Besitzer der Hillesheimer Steinbrüche, die der LeiUnter Ausschaltung des Parlaments wollen demnach die Se tung des Herrn Wickert unterstellt sind, ist der Senator Mal paratisten eine Diftatur errichten, wobei es sich am Rande versteht, val in Paris, der dort großen Einfluß hat und unmittelbare Be- daß die Diftatoren vollständig abhängig von der Gnade Frankreichs ziehungen zu französischen Regierungstreifen unterhält. Wickert sind. Das Rheinland foll also nach den Wünschen der Dorten erhielt von Malval den Auftrag, Anschluß an die Kreise der rhei- Matthes französisches Rolonialgetiet werden, in dem die Arbeiter nischen Separatisten zu suchen, und in zahlreichen Besprechungen mit ihrer persönlichen Rechte beraubt werden. Smeets, dem Generalsekretär Trier und dem späteren Butschistenführer in Aachen, Leo Deders, wurde die Geldquelle erschlossen. " Als nach dem Attentat auf Smeets im März 1923 jede Aktion London, 26. November.( WTB.) Der Kölner Sonderbericht der Rheinisch- republikanischen Volkspartei ruhte, meldeten sich, teil. erstatter der Times" schreibt zu der Politik Frankreichs im Rheinland, so gut wie überall seien außerhalb der britischen Zone die weise von Dorten angefeuert, zahlreiche Opponenten, die eine ver- hohen Beamten ausgewiesen worden, so daß teine, reguläre Berstärkte separatistische Tätigkeit verlangten. Smeets, der damals noch waltung mehr bestehe. Das ganze Land sei im Kölner Hospital lag, weigerte fich jedoch, diesen Wünschen nach einer Bande von Verbrechern und Verrüffen ausgeliefert, zugeben, weil er alleiniger Diktator der Partei bleiben wollte. Ueber die es für ihren eigenen Borteil im Namen einer unabfeinen Kopf hinweg fanden im Juli 1923 Konferenzen statt, die mit hängigen Rheinlandrepublik ausbeuteten. Diese Beute gäben der Wahl eines neuen Direktoriums endeten. Man hatte Bapiergeld ohne irgendwelche Dedung aus, so daß aber nun die Verbindung mit Herrn Bickert nicht mehr nötig. Durch das finanzielle Chaos weit schlimmer fei, als es je sonst gewesen Bermittlung des vor und während der Butschbewegung vielge- wäre, raubten und requirierten ungestraft und nannten Herrn Matthes, der auch heute in der sogenannten vor. terrorisierten alle Personen, gleichvie! in welcher Stellung, läufigen Regierung in Koblenz figt, war es der inzwischen zum die versuchten, sich ihnen zu widersetzen. Die Franzosen geben unter Rheinischen Republikanischen Unabhängigkeitsbund zusammenge and, jede Gewalttat oder Ungefehlichfeit zu begehen, die sie bedem Anschein ihrer Neutralität tatsächlich den Separatisten freie faßten Dorten- und Matthes- Richtung gelungen, einen diretten Weg gehen wollten, und versuchen so auch den loyalen Deutschen klar nach Baris zu finden. Der neue Helfer war Monsieur Francois zu machen, daß sie aus ihrer Lage nur entkommen könnten, indem Das„ Wertbeständige". Bon Paul Dobert. Nichts. Der Schulgesang tranft auch heute noch an allen Eden und Enden. Aber d'Arguto hat die Grenzen des Alters geradezu aufgehoben. Wenn seine fieben- und zehnjährigen Solisten in seinem Endlich hatte er das Ideal erreicht: der lete Verkauf hatte ihm die letzte Reife und Technik im Vortrag besigen, so find ihre Liedchen letzten Konzert in der neuen Welt" auch naturgemäß nicht Dollarschahscheine à 4,20 m. und 8,40 m. eingetragen. Liebevoll doch echte Kunst und haben mit dem altgewohnten Kindergewimmer betrachtete er die gelben und rosa Scheine, die mit der Zauberkraft nichts zu tun. Beniger gefielen mir die großen Solisten. An ihren begnadet waren, daß das Steigen des Dollars ihren Wert ohne Darbietungen ist jedenfalls nichts Außergewöhnliches. Ihre volle weiteres erhöhte. Aber er fonnte sie nicht behalten, er mußte doch Konzertfähigkeit wird noch lange auf sich warten lassen. d'Arguto leben. Nun pacte ihn die neue Angst, daß er beim Wechseln Ber- ist der Reformator der Kleinen. Heir macht es ihm feiner, wirklich Tufte erleiden könnte. Wenn er nur das wenige faufte, was er ge- feiner nach. Aus dem meist unterernährten Material( die anderen, rade gebrauchte, so bekam er ja von dem Biermarkschein noch einige wohlgenährten, haben ihre Mitwirkung brüst versagt!) hat er einen Billionen heraus, und die konnten doch leicht binnen vierundzwanzig Glodenflar und rein, schön in der Tongebung, sehr präzise in der gemischten Chor herangebildet, der jede Konkurrenz antreten kann. Stunden nur noch die Hälfte wert sein. Zum Unglück mie es Aussprache, musikalisch quellend gibt sich alles, was d'Arguto mit ihm schien hatte er überwiegend 3weidollarscheine erhalten, und feinen Gleven vorführt. Das Programm ist genau so anziehend seine naive Anschauung, daß er bei einem Einkauf einer Kleinigkeit und stilrein. Die Sololieder, fast durchweg der älteren Literatur und Hingabe von zwei Dollar einen Eindollarschein wenigstens der Borklassiter entnommen, und die Chöre meist Werte des Diri herausbekommen würde, war schnell enttäuscht worden: Erstens genten selbst, dem erhabenen, ernsten Vorbild dieser faum wieder haben wir kein wertbeständiges Geld" sagte die Verkäuferin, erreichbaren Epoche nacheifernd, fontrapunktisch sehr intereffant, ,, und zweitens geben wir ja Rabatt." nicht ohne den notwendigen modernen Nerv. Ich wollt ein Rabatt das war das erlösende Wort. Jeßt musterte er die Sträußlein" ,,, Wenns immer so wär", das prachtvoll gesetzte WiegenGeschäftsauslagen, ob irgendeine Tafel mit der verheißungsvollen lied Sonne und Regen" von Schmidt- d'Arguto und das gewaltige Inschrift zu sehen war. Aber in den Geschäften, die für die Er- Wer ein Freiersmann" von Beethoven- d'Arguto fönnen als wahre Berlen bezeichnet werden. Bon den Solisten ist die jugendliche nährung in Frage tamen, war dies nicht immer der Fall, und wenn Geigerin Florenza Stern als eine große Hoffnung rühmend zu er hineinging, um sich zu erkundigen, wurde ihm meist die Antwort: nennen. Das zweite Konzert mit demselben Programm in der " Auf Lebensmittel gibt es feinen Rabatt." Er kam zu der Er Neuen Welt" wird hoffentlich dieselbe ausverkaufte Fülle zeigen. tenntnis, daß das Einkaufen mit wertbeständigem Geld doch nicht H. M. so einfach fei, und beschloß, methodisch vorzugehen. Er stellte erst jedesmal eine Liste seiner Wünsche auf und berechnete, ob diese Quanten nahe an den Wert feines Scheines herankommen. Go glaubte er praktisch zu handeln. Natürlich durfte er nur Waren taufen, die nicht so leicht verderben. Er trug so nach echter Hamsterart einen Haufen von Borräten zusammen. " 1 Und doch wurde er die Sorgen nicht los. Er mußte zum Beispiel mit der Straßenbahn fahren und hatte nicht das nötige Kleingeld"; würde er das Restgeld zum richtigen Dollarturs heraus bekommen? Wo aber diesen immer so schnell feststellen? Er gudte in die Verkaufsschalter der Eisenbahn hinein aber die Bahn ging nicht ganz so schnell zur Erhöhung über wie der Kaufmannsstand, der über Mittag die Indertafel berichtigte. Schließlich wurde er der Segnungen des wertbeständigen Geldes fatt er ließ den Dollar laufen wie er wollte, und tröstete sich mit den Bielen, die ihr nichtwertbeständiges Geld unter den Händen dahinschwinden fahen. Rosebery d'Arguto- Chöre. Rosebery d'Arguto ist ein Name, den man sich tief einprägen muß. Bor etwa 2½ Jahren legte er durch ein Konzert in der Singabademie tiefe Bresche in unsere vorgefaßten Meinungen. Das Rind als singende Persönlichkeit war bis jetzt ein höchst winziges " Paris, 26. November.( WTB.) Ueber die immer noch ungeflärte Frage, was der Vertrag des Bergbaulichen Vereins mit der belgisch- französischen Ingenieur kommission hinsichtlich der Berech nung der Sachlieferungen und der einzuziehenden Steuern enthält, schreibt der Matin": Ein Teil des Nukens w.rd auf Reparationskonto verbucht werden, davon seien z. B. die Kosten für die Besagung zu deden. Ein anderer Teil, der durch die Kohlenfieuer und den Verkauf der beschlagnahmten Lager erzielt werde, müsse in etne befondere Kaffe cezahlt werden. Wenn die Reparationsfommiffion. Ein mendungen gegen diese Verteilung machen sollte, so würde sie dadurch auch die Frage der egalität der Ruhrbesehung aufrollen und sich ein Kontroll. recht über diese privaten und provisorischen Abmachungen aneignen, die Frankreich mit den Industriellen getroffen habe. Diefe Angelegenheiten gingen die Reparationsfommission aber nichts an. Für ein republikanisches Griechenland demonstrierten Sonntag große Menschenmassen in Athen. Der König blieb im Schloß hinter verstärktem Wachschuh. mehr Platten brudt und eine Unterbrudplatte als sogen. GuillochePlatte herstellt, die als Unterdruck unter die Zeichenplatte gedruckt wird. Der Fälscher aber, der sich solche Unterdrudplatte photographisch herstellen fann, überwindet leicht diele Schwierigkeit. Hier seht der Sicherheitsdruck ein, dessen Zweck darin besteht, die Reproduktion der farbigen Banknote auf photographischem Wege unmöglich zu machen. Dieser Zweck wird dadurch erreicht, daß die Muster ganz oder teilweise aus folchen Farben oder Farbenkombinationen bestehen, daß aneinanderstoßende oder einander überdeckende Teile des Musters bei der photographischen Wiedergabe teine oder nur geringe Helligkeitsunterschiede ergeben. Dabei ist es nicht nötig, die ganze Banknote in Sicherheitsdruck auszuführen, kann dann nicht mittels Photographie reproduziert, also nicht in sondern es genügt schon ein Rand oder eine Ecke. Die Guilloche einzelne Farbenplatten zerlegt und gedrudt werden. Mit der Hand find solche feinen Unterdruckplatten nicht herzustellen, ebensowenig mit einer Guillochier- Maschine. Der Sicherheitsunterdruck ist also in jeder Beziehung gegen Nachahmung geschützt. Wird num ein Teil des Untergrundes in Sicherheitsdruck ausgeführt, so ist sie auch vom Publikum leicht zu erkennen, da man ja nur auf einen Teil bei der Prüfung zu achten hat. $ .P! P!"( Thalia Theater.) Es gibt doch noch in Bu dieser unzufriedenen Welt zufriedene und genügsame Leute. ihnen gehören anscheinend die, die diesen fogenannten musikalischen Schwant verfaßt und in Szene gefeht haben. Eine Handlung, so dürftig und humorlos, daß selbst das Publikum in Bosemusel aufmuden würde, menn man ihm diesen Schwank böbe. Aber das liebe Berliner Bublifum ist genügsam und zufrieden und ließ die in Mufit gesetzte Belonglofiateit drei Afte lana über sich ergehen. Die Leistungen der. Schauspieler maren dem Stück durchaus angemessen, deshalb fei über sie der Mantel christlicher Liebe gebreitet. Die einzige Dorftellerin, die einige Minuten long durch urwüchfinen Humor und Temperament feffelte, war Else Malti in her Rolle des wechselnden Dienstmädchens. 2. St. Die nächsten Wolfskonzerte( Waaner- Abende) mit dem Berliner Sinfonie( Blüthner) Orcheſter unter Mitwirtung von Gefina Kofters ( Gefang) finden ftatt: Dienstag, den 27.( Brauerei Friedrichshain), Mitt moch. den 28.( Orpheum. Hafenheide 32/38), Donnerstag, den 29.( BlüthnerSaal und Freitag, den 30.( Germania- Bracht- Säle). Der Schriftsteller Rudolf Hawel ist in Bien gestorben. Sampel Ein Universalmittel gegen Banknotenfälscher. Tagen. Den unrechtmäßigen Banknotenfabrikanten ist ein weites Die Fälle von Banknotenfälschungen häufen sich in unseren Feld für ihre Tätigkeit eröffnet. Aber nicht nur die vielen Papier scheine, die bei uns ausgegeben werden, bilden das Ziel ihres Ehr geizes, sondern noch mehr die Banknoten der Länder mit„ EdelBaluta". Da ist es von großer Wichtigkeit, daß jetzt ein Verfahren erfunden worden ist, das Fälschungen von Banknoten und anderen Wertpapieren auf einfache Weise verhindert. Von diesem neuen Sicherheitsbrud" berichtet Fritz Hansen in der Umschau". Bisher suchte man fich hauptsächlich durch das sogen. WilcorPatent zu sichern, das das Banknotenpapier mit farbigen Kofos fajern durchsetzte. Die Fälscher aber verstanden es bald, die Einlagerung gefärbter Fasern in die Papiermasse wie auf dem echten Banknotenpapier zu erreichen, und man ging daher dazu über, ganze bildliche Darstellungen als Musterung im Papier anzubringen. Die Fälscher ahmten nun auch das Wasserzeichen durch Trockenpressung oder Fettbrud nach, und wenn es ihnen auch nicht glüdte, den Eine deutsche Wander- Kunstausstellung in Holland. Eine Ans. Kundigen zu täuschen, so laffen sich doch viele reinlegen. Weitere im Mitterinal des Binnenhofes im a a a gezeigt wird, führt den Hollän stellung deutscher Grabbit des letzten balben Jahrhunderts, bte Eicherungen versuchte man durch besondere Drucktechnik. Da den been die Entwicklung der deutschen Grapbit von Menzel und linger Fälschern der Kupfertieforud meist zu teuer ist, benuhen sie Flach bis zu Bechstein und Schmidt Rottluff vor. Die Ausstellung brudarten, die die Farbschicht überall gleich start auftragen. Die foll vom Sang nach Delit, Harlem, Arnheim, Groningen und vielleicht no Drucktechnik wird noch dadurch schwieriger, daß man von zwei oder nach anderen holländischen Städten wandern. mar Boltaichullehrer, ſtand den unteren Klaſſen nahe und suchte Bolks. ftüde im Sinne Angengrubers zu schaffen. Das größte U- Boot. Das Riefen- Unterfeebot XI ift bald fertig. neftellt. smird das größte Unterfeeboot der Welt sein und über eine Schnelligkeit von 33 Knoten in der Stunde verfügen. Es wird mit schs 120- mm- anonen bewaffnet sein. Die Prüfung der deutschen Vorschläge. Mussolini hat die zuziehung Italiens zu den Vertragsabschlüssen mit der Ruhrindustrie verlangt. Poincaré soll ihm geantwortet haben, daß die Abschlüsse schon vollzogen, die Interessen Italiens aber dabei auch gewahrt seien. Billioneneier. " haben. Protest gegen die Judenhehe. Am morgigen Dienstag wird die Reparationskommission Buntes Marttireiben. Billionenziffern durchschwirren die Luft. Eine Kundgebung der Berliner Juden. über den Vortrag des deutschen Staatssekretärs Fischer vom Milliarden find Goldpfennige. Viele Frauen gehen von Stand zu Der Zentralverein deutscher Staatsbürger fekten Freitag beraten. Man wird also bald erfahren, was die Stand, schauen hin, sehen die Waren, lesen die Preise und gehen jüdischen Glaubens veranstaltete am Sonntag in Berlin vier deutschen Darlegungen erreicht haben und welche Anwei- topfschüttelnd weiter. Baghaft und unschlüssig gehen fie marttauf start besuchte Protest versammlungen. Im Lehrervereins. fungen es find, die der Vertreter Frankreichs, Herr Barthou, und marttab, bis sie dann nach vieler Ueberwindung diefes oder jenes haus am Alexanderplatz, in der Alhambra am Morigplatz, im Friedam gestrigen Sonntag von Poincaré erhalten hat. England erstehen. Man muß doch schließlich etwas besorgen," fagen fie dann richswerderschen Gymnasium in Moabit und im Marmorsaal des 300 scheint Deutschland Geldzahlungen erlassen zu wollen; wenig- müde, gleichgültig. Ueber dem ganzen Markt liegt so ein Hauch von erhob die jüdische Bevölkerung ihren Einspruch gegen die von den stens hat Abg. Genosse Thomas in einer Wahlrede in Müdigkeit. Aber das ist nur Oberfläche, unter der es brodelt, und Antisemiten betriebene Hetze, deren Früchte wir bereits gesehen Tipton gesagt, wenn Baldwin ehrlich sei, wie er glaube, so be- zuweilen bricht die But und die Empörung durch. deute dies, daß er alle Reparationsansprüche aufgegeben Steht da ein Mann mit einem Korb voller Eier. Flint gehen Jm Lehrervereinshaus sprach Dr. Holländer, der Syndikus habe, weil er wisse, daß Deutschland nur in Waren und nicht in seine Augen nach allen Seiten Keine Tafel kündet den Preis der des Zentralvereins. Er knüpfte an die Vorgänge in Bayern und an Gold bezahlen fönne.weißen runden Dinger in seinem Korbe. Die meisten Frauen gehen die Scheunenviertelfrawalle in Berlin an und warf die Frage auf, an ihm vorbei. Gier?- Unsinn, ist Luxus. Wer soll sich noch Eier wie solche Dinge möglich waren. Wo Hetze wirkt, muß eine geistige faufen können?" Wollen doch mal fragen, was sie fosten." Ach, Grundlage sein, die diese Wirkung ermöglicht. Den Boden haben Frau, laffen Sie das man sein,' ne halbe Billion wird wohl schon Theoretifer des Antisemitismus bereitet, die den Juden als Fremdstämmigen" ablehnen. Gewissenlose Agitatoren besorgen rankommen." Ach was, fragen fann man doch." Nach dieser Unter- die praktische Verwertung dieses Gedankens zur Judenheze. Sie redung gehen drei Frauen an den einsamen Eiermann mit flinten werfen ihn in die Masse hinein, die der Suggestion unterliegt. Dieser Augen heran. ,, Was kosten die Eier?"" Die toofen Sie ja doch Beeinflussung muß mit geistigen Waffen entgegen. England gegen alle Sanktionen. nich," sagt der Mann.„ Wissen Sie das so genau?"" Wie teuer getreten werden. Der Arbeiterschaft, sagte der Redner, danken Paris, 26. November.( WIB.) Bei der Besprechung der Ber- fommt das Stüd?" Da sagt der Mann leise: Drei Billionen." wir, daß sie sich gegen den Antisemitismus erklärt hat. Sie weiß handlungen in der Botschafterkonferenz stellt der außenpolitische Die Frauen find zuerst still. Dann padt sie die Wut. Sie dringen selber, was Berfolgung und Unterdrückung bedeutet. Wir deutschen Redakteur des„ Journal" fest, daß Poincaré als Präventivmaß auf den Eiermann ein. Andere kommen hinzu und zwei Frauen eilen Juden verwahren uns dagegen, daß wir hier fremd" sein sollen. nahmen in der Angelegenheit der Militärkontrolle sofortigen zur Schupo. Der Mann mit den Billioneneiern flammert die Hände Wir werden unseren Anspruch auf unser deutsches Vaterland nicht aufgeben.( Stürmischer Beifall.) Der zweite Redner, Rabbiner 3wang vorgeschlagen habe. Dieser Plan hat am 19. November fest um seinen Korb, und ehe die Leute über den Fall aufgeklärt find, Dr. Hildesheimer, führte unter anderem aus: Wir Juden aufgegeben werden müssen, weil Unterstaatssekretär Sir Crowe an hat er sich fast unmerklich aus den Kreis der Umstehenden heraus- wollen dessen gedenken, daß wir Höheres erstreben als Schacher und diesem Tage dem französischen Botschafter erklärt habe, England Bucher, den man uns an die Fersen hängt, und als Prozentum, das wolle teine Sanktionen, weder heute, noch morgen, noch man so oft als Eigenschaft der Juden bezeichnet. Als Schande muß jemals. es uns gelten, wenn derartiges sich bei Juden findet.( Lebhafte Zustimmung.) Aber mer das bei uns nur aus Gehässigkeit tabelt, dem wollen wir den Vorwurf zurückgeben: Bei euch ist es ebenso schlimm! Dem deutschen Bolt, das jezt um seine Zukunft bangt, fönnen wir ermutigend zurufen: Sieh' auf uns! Das Land hat man uns genommen, unsere Kultur hat man zerschlagen, aber wir sind und geistiger Höhe und du wirst emig sein!( Lang anhaltender Beifoll.) In allen Versammlungen wurde einstimmig folgende Entschließung angenommen: Tausende vom Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens zu den heutigen Versammlungen aufgerufene Juden Berlins fordern im Bewußtsein ihrer unlösbaren Berbundenheit mit dem Schicksal des deutschen Baterlandes die jüdischen Mitbürger in den deutschen Gauen auf, mit allen ihnen zur Berfügung stehenden Kräften für die unversehrte Einheit des Reiches und für die Wiedererstehung aus harter Bedrängnis zu einstiger Blüte und Größe einzutreten. Der Zentralverein als berufenster Berteidiger der staatsbürgerlichen Stellung der deutschen Juden, weist alle Angriffe, die geeignet sind, den nach jahrhundertelanger mühfeliger Arbeit beendeten Emanzipationskampf der Juden in Deutschland wiederauf eben zu lassen, entschieden ab. Er wendet sich gegen Kreise, die die Selbstzerfleischung des deutschen Volkes fördern, indas verbrecherische Treiben und die Gewalttätigteiten verblendeter dem sie den Bemühungen, alle Kräfte zum Wiederaufbau und zur Befreiung des gefnechteten Landes zusammenzufassen, die Hezze gegen einen einzelnen, in der Minderheit befindlichen Bevölkerungsfeil, voransetzen. Eine unwahre Behauptung. " Die Ullsteinsche Montagspost" behauptet, daß am vergangenen Freitag, also am gleichen Lage, wo die deutsche SoDienstag, 27. November, abends 7 Uhr: Große Zunttionärfonferenz zialdemokratie den Ausschlag für den Sturz Stresemanns aller Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre der BSBD. nicht untergegangen. BSPD. nicht untergegangen. Ermanne dich, reiße dich empor zu ſittlicher im Lehrervereinshaus, Alexanderplat. gab, die französischen Sozialisten und Kommunisten dem Gemaltpolitifer Poincaré das Bertrauen ausgesprochen haben. Das würde, fügt das Blatt hinzu, vielleicht auch außerhalb Deutsch- Tagesordnung: Das Arbeitszeitgeset lands nicht verstanden" werden. Die Beseitigung des Achtstundentages. Es ist erstaunlich, mit welchen leichtfertigen Behauptungen ein Blatt gegen die Sozialdemokratie operiert, das in Referenten: Die Reichstagsabgeordneten S. Aufhäuser einem Verlage erscheint, der sonst nicht die Geschäfte der Reaktion und O. Schumann. zu besorgen bestrebt ist. Wie liegen die Dinge in Wirklichkeit? Am Sonntag hatte Poincaré in Neuilly eine Brandrede gehalten, Da die Gefahr besteht, daß der Achiffundentag ebenso in der er wegen der Kronprinzenrüdkehr und der verzögerten wie alle übrigen Arbeiterrechte auf dem Verordnungswege Biederaufnahme der Militärkontrolle sofortige neue Ganttionen an- beseitigt wird, soll diese Funktionärversammlung zugleich zu findigte. Als jedoch England deutlich zu verstehen gab, daß dies einer Proteftfundgebung gegen die geplanten arbeiterfeindden endgültigen Bruch der Entente bedeuten würde, ließ lichen Maßnahmen werden. Boir are nach und nach seine ertremen Forderungen fallen und Ohne Funktionärausweis und Mitgliedsbuch der Partei fein gab, nach langem Hin und Her in der Botschafterkonferenz, auf Der ganzen Linie nach. Zutritt:: Zur Dedung der hohen Unkosten Tellersammlung. Dieser Umfall und Rüdzug Poincarés wurde in der nationalistischen Presse, die bereits in einer wahren Kriegsstimmung schwelgte, scharf getadelt. Die Leute um Tarbieu warfen dem Ministerpräsidenten Schlappheit vor und brachten diese Ansicht auch in der Kammerdebatte zum Ausdrud. Der Populaire" dagegen, sowie einige linksbürgerliche Blätter, wie„ Quotidien" und Ere Nouvelle", stellten die diplomatische Niederlage Boincarés fest und sprachen die Hoffnung aus, daß dies den Be. ginn einer Rüdfehr zur Vernunft bedeuten möge. Am Schluß der Interpellationsdebatte war nun eine Resolution eingebracht worden, die zunächst die Haltung Poincarés in der Botschafterton fer eng billigte, fodann der Regierung das Bertrauen für ihre auswärtige Politit aussprach. Genosse Léon Blum wandte sich in einer kurzen Rede im Namen der Sozialisten gegen das Vertrauensvotum. Da aber eine Ablehnung tes ersten Teils der Resolution als eine Verurteilung des Rückzuges Poincarés por England hätte gedeutet wer den können, die den extremsten Nationalisten zugute gekommen wäre, wurde die Teilung des Antrags gefordert und die Sozialisten enthielten sich der Stimme über den ersten Teil der Resolution. Sozialisten und Kommunisten stimmten aber geschlossen gegen den zweiten Teil, also gegen die Bertrauensfrage, ebenso bei der Abstimmung über das Ganze. Und aus diesem tattisch und politisch durchaus ein. wandfreien Verhalten unserer französischen Genossen konstruiert die„ Montagspost" eine Zustimmung in der Gewaltpolitit Boincarés und einen Gegensatz zu der Haltung der deutschen Sozial. demokratie gegenüber Stresemann. Wir wollen hoffen, daß nur Unwissenheit die Schuld an dieser Bemerkung trägt, sonst märe Dieser Angriff der Montagspost" eine Perfidie schlimmster Art. ab Großfeuer in einer Weizenmühle. Ein Aufgebot von 30 Löschfahrzeugen. Der Herr Devisenbeamte. Eine mißlungene Beschlagnahme. gelöst und springt im Augenblid auf eine zufällig vorüberfahrende Elektrische. Ein Wutschrei hallt ihm nach. Als die Schupobeamten lommen, um sich den Mann näher anzusehen, finden sie nur empörte Menschen, die sich erregt überschreien. Schnell wächst die Menge der Neugierigen. Die Empörung, der aufgespeicherte Groll dringt hoch. Mit besonderer Dreistigkeit, aber trotzdem ohne Erjolo ging Noch ein kleiner Funke und die Mine springt auf. Die Menge wogt ein falscher Devisenbeamter vor, der es auf eine Wechselstube auf und ab, alles spricht durcheinander. Einzelne Händler bauen am 300 abgesehen hatte. Hier erschien in Begleitung eines Beman fann nicht wissen! Bergessen ist der Eiermann. Die amten der Schußpolizei von der Bahnhofswache 300 ein Herr, wenigften wissen, warum hier erregte Menschen sind, warum die stellte sich als Devisenbeamter vor und zeigte zum Ausweis Polizei dazwischen steht. Aber alle wissen, daß alles zu beuer, vieles eine weiße Karte in der Form einer Monatsfarte der Straßenbahn, unerschwinglich ist. Aber diesmal geht die Erregung noch vorüber, die den Stempel des Devisenkommissars und die Unterschrift Fellinger trug. Der Mann legte auch noch die Wogen branden zurück und der Mann mit den Billioneneiern ein Schreiben des Reichswirtschaftsministeriums, Abteilung für De unter der erregten Menge war sicherlich nicht einer, der ihm dieses der vorhandenen Devisen. Sie wurde zunächst verweifann von unerhörtem Glück sagen, daß er entwischen fonnte. Aber vifenerfassung, vor und verlangte die Aushändigung unverdiente Glück gegönnt hätte. gert. Weil man aber den Schupobeamten von der Wache fannte, so glaubte man schließlich doch, dem Verlangen entsprechen zu müffen und händigte die Devisen aus. Zur Borsicht schickte aber ber Inhaber der Wechselstube seinen Neffen mit den beiden Besuchern doch noch zur Bahnhofswache, um die Papiere des Devisenbeamten dort einmal nachprüfen zu lassen. Auf der Wache hielt man die Die Berliner Feuerwehr wurde am Totensonntag früh um Ausweise für einwandfrei. Jetzt fuhr der vermeintliche Beamte 5 Uhr nach dem Schlesischen Bahnhof alarmiert, wo in der Mühlen- mit dem Neffen des Wechselstubeninhabers in dessen Auto nach der straße 8 die Weizen und Roggenmühle von Karl Salomon Devisenerfassungsstelle am Weidendamm 1a, wo angeblich die Deu. Co., Aktiengesellschaft, in großer Ausdehnung in Flammen stand. pisen abgeliefert werden sollten. Dort war aber der Dienst zu Ende. Das Feuer war aus noch unbekannter Ursache im 6. Stod der Der Devisenbeamte" schlug jegt vor, die Devisen bis zum anderen Weizenmühle, die vor drei Jahren ausbrannte, ausges Tage auf der nächsten Bolizeiwache zu hinterlegen. Darauf ging der tommen. Es hatte sich durch die Elevatoren und Filter schnell den Neffe aber nicht ein. Als der Gauner nun einsch, daß er nicht zum übrigen, sehr ausgedehnten Stockwerken, in denen Weizen gemahlen Biele kommen würde, gab er dem Neffen des Wechselstubeninhabers wurde, mitgeteilt. Als der 7. Löschzug an der von früheren die Devisen zurück, bestellte ihn aber zum näen Lage zur AbliefeBränden schon befannten Brandstelle erschien, schlu- rung nach dem Weidendamm 1a, Zimmer 8. Hier erfuhr man dann, gen die Flammen bereits hell aus den großen Fenstern des Ge- daß man es mit einem Schwindler zu tun gehabt hatte. Die Ausbäudes hervor. Mächtiger Qualm schlug den Feuerwehrmännern weispapiere waren von Anfang bis zu Ende gefälscht. bei ihrem Vorgehen entgegen. Angesichts dieser Lage ließ der Baurat Foth fofort an alle Feuerwachen Mittelfeuer" Weitere Kundgebungen gegen die Schulzerstörung. Heute, melden. Unverzüglich rückten mehr als 30 Fahrzeuge montag, abends 7 Uhr: Bezirk Prenzlauer Tor, Saal in Der Generalfommissar enteignet Deutschöfterreich. nach der Brandstelle aus. Oberbranddirektor Gempp übernahm der Senefelderstr. 6. Referent: Gen. Kreuziger. Bezirk Aus einer dringlichen Anfrage der Sozialdemokraten im Na- die Leitung. Die Flammen hatten den Dachstuhl der Mühle ertionalrat zu Wien erfährt man, daß laut einem Schreiben des griffen und sich der Roggen mühle mitgeteilt und von hier aus Oberschönemeide, Saal in der Frischelstr. 9. Menz. Generaltommiffars Zimmermann vom 25. Auguft an ben Finanz- Den Kleieboden in Mitleidenschaft gezogen. Die Feuerwehr hatte minister nach dem sogenannten Reformplan für das erste Halbjahr feine leichte Aufgabe zu lösen. Die Mühle, eine der größ 1923 ein Gebarungsabgang im Staatshaushalt von annähernd ten in Berlin, brannte in allen Geschossen. Es 2033 Milliarden Papierkronen vorgesehen ist. Tatsächlich habe jedoch mußte deshalb an zahlreichen Stellen Wasser gegeben werden. Mit der Abgang 1235 Milliarden ausgemacht, so daß sich eine Ber. 15 Schlauchleitungen ging die Feuerwehr vom Hofe aus vor. Die besserung von 798 Milliarden ergibt. Nach den Vereinbarungen Löschung war trotzdem jehr erschwert durch mächtige Stich mit dem Völkerbund hätte der Generalfommissar im ersten Halbjahr flammen, die sich durch die Entflammung von Mehl und Mehl3381 Milliarden und 170 Milliarden an die österreichische Regierung staub an den Filtern und Trichtern bildeten und die Rohrführer gefreizumachen gehabt. Tatsächlich überwies er bloß 3115 Mil fährdeten. Trogdem wurden ununterbrochen Riesenmengen von Bon feinen Kindern erschlagen wurde der 50 Jahre alte frühere liarden und 170 Milliarden, das heißt, er hat einen Betrag von Waffer in die Gluten geworfen. Diesem Umstande ist es zu ver- Kafernenwärter Jofob Maichred aus der Geibelstraße 5. Der dem danken, daß man nach mehrstündiger, angestrengtester Tätigkeit des Trunk ergebene Mann machte feiner Frau und seinen 266 Milliarden zurüdgehalten. Feuers Herr wurde. Um 7 Uhr war die Mart des Feuers schon Kindern wiederholt heftige Auftritte. Am Sonnabend abend drang gebrochen. Der Schaden ist leider erheblich, indes zum größten Teil er wiederum auf seine Frau ein, so daß sich feine 18 und durch Versicherung gedeckt. Der Betrieb der Mühle soll trotz aller 19 Jahre alten Söhne Franz und Johannes genötigt sahen, gegen ihn Störungen aufrechterhalten werden. Am meisten gelitten hat die vorzugehen. Im Kampf mit dem Bater richteten sie ihn so zu, daß Weizenmühle, weniger die Rongenmühle. Beide Mühlen waren in fie ihn nach dem Urban- Krankenhaus bringen mußten. Dort vervollem Betrieb, und man hofft, diefen bald wieder aufnehmen zu starb ber Schwerverletzte kurz nach der Aufnahme. tönnen, wodurch Entlassungen vermieden werden. Der Schaden an Borräten soll nicht erheblich sein. Zimmermanns Sanierung. Dazu kommt, daß er auch noch am Ende des ersten Halbjahres den Rückersatz der zur Einlöfuna der inneren Anleihe vom Finanzminifter verwendeten 179 Milliarden nicht durchgeführt, sowie 113 Milliarden aus dem Bruttoerträgnis der Zölle und des Tabaks zurückgehalten hat. Der Erfolg alber Drosselungsmaßnahmen bes Finanzministeriums besteht alfo darin, daß über die Vereinbarungen mit dem Bölkerbund und dem Generalfommissar hinaus eine Reserve von etwa 798 Milliarden Kronen angelegt worden ist, über deren überwiegenden Teil der Generalfommissar dem Finanzminister die Verfügung verwehrt. Nationalistischer Radau am 300. Referent: Stadtrat Morgen, Dienstag, abends 7 Uhr: Bezirk Bezirk Copenid, Körner- Gymnasium Referent: Gen. Schröter. Tempelhof, Werderschule, Friedrich- Wilhelm- Straße. Referent: Ge Donnerstag, 29 November, 7 Uhr: noffe Adolf Koch. Bezirk Weißensee, Aula Realgymnasium Woeldpromenade. Refe rent: Genosse La Grange. Parteigenossen, beweist durch Euer Erscheinen zu den Kundgebungen, daß Euch das Schicksal Eurer Kinder nicht gleichgültig ist! Groß- Berliner Parteinachrichten. Die Nach einer Gedächtnisfeier, die der Verband national. Achtung, Kaffierer! Der erweiterte Bezirksvorstand hat in gefinnter Offiziere gestern nachmittag in der Gedächtnis. feiner legten Sikung den wöchentlichen Beitrag für die 48. bis Ein Schühinger- Vortrag in Bremen verboten. Die Ortsgruppe firche am 300 abhielt, tam es zu einem Tumult nationalistischer 52. Woche für Männer auf 150 Milliarden und für Frauen auf Die Rassierer werden um schnellste Bremen bes Deutschen Republitanischen Reichs- und völkischer Elemente. Die Beteiligung war sehr groß, so daß fich 80 Milliarden Mart festgesetzt.bundes hatte für den 1. Dezember einen öffentlichen Vortrag des die Menge beim Verlassen der Kirche staute. Der Aufforderung der Kassierung und Einsendung von Abschlagszahlungen gebeten. Bolizeiobersten Dr. H. Schüßinger, Dresden, angefündigt. Da Polizei, den Fahrdamm freizuhalten, wurde nicht Folge neleistet. An Monatsmarte für Erwerbslose kostet fernerhin 100 millionen J. A.: Aler Pagels. aber der Militärbefehlshaber die erforderliche Genehmigung der Ede kant- und Hardenbergstraße bildete sich ein De Mark. Derjagt, fann der Vortrag nicht stattfinden. monstrationszug, der sofort zur Auflösung gebracht wurde. Das preußische Staatstommiffariat für öffentliche Ord. Da die Teilnehmer des Zuges fich meinerben, weiterzugehen, wurden 14. Areis, Neuföln. Freie Schulgemeinde: Dienstag, den 27. Nov.. 7 Uhr, Ber famm ung im Raiser- Friedrich- Realgymnasium, Raiser- Friedrich- Straße 210Referent wirb in der Versammlung befanntgegeben. nung ist zur Vereinfachung des Geschäftsganges und zur Bermeile von den Beamten abaedrängt. In der Joachimsthaler bung von doppelter Berichterstattung dem Preußischen Mini. Straße rottete sich die Menge mieder zusammen und beschimpfte 12. Abt. Die Funktionärsigung findet Dienstag abend nicht statt Die Bezirksführer fterium des Innern angegliedert worden. und bedrängte die Beamten, so daß von den Kolben Gebrauch gemacht werden mußte. Am Bahnhof 300 mußte eine größere Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation Menschenmenge mit Gewalt auseinandergetrieben werden. Auch am Wittenbergplatz wurde ein Demonstrationszug von 250 Personen 57. Abt. Genoffe Franz Lindstedt, Ropenhagener Straße 47. iſt verstorben. ohne Zwischenfall aufgelöst. Einäscherung Dienstag nachmittag 6 Uhr, Krematorium Baumschulenweg. Der Preußische Staatsraf tritt. wie jest endgültig feststeht, am Dienstag, den 27. November, nachmittags 5 Uhr zu feiner Tagung zu fammen, die sich voraussichtlich über die ganze Woche erstrecken wird bringen die Liften der Arbeitslosen Mittwoch zur Verfammlung mit. Gewerkschaftsbewegung folgendes aus: Die Eisenbahner lehnen ab. Eine am 23. November im Gewerkschaftshaus tagende VerBarteien fallen. Die Reichsdruckerei berichtigt. Arbeiterklasse infoweit unterstüßt, als fie fo geartef Unter Berufung auf das Preßgefeß schickt uns die Reichsdruckerei sind, daß sie die Entwicklung der gewertschaftlichen Organisation nicht hindern und daß sie sich nicht mit allgemeinen Fragen bes folgende Berichtigung: Es ist nicht richtig, daß fast sämtliche Funktionäre der Reichs- faffen, die in den Bereich der Gewerkschaften oder der politischen druckerei nicht wieder eingestellt worden wären, im Gegenteil, die 2. In jenen Ländern, wo Betriebsräte durch die Gesezgebung Die im DEV. organisierten Eisenbahner nahmen in einer über. Mehrzahl ist bereits seit dem 16. wieder in ihrer Stellung. Der errichtet wurden, wird ihr Nußen allgemein aner alter Bersammlung gestern Stellung zu den Goldlohnverhand Schriftfeger Zwirner ist nicht entlassen, weil er als Beifizer im fannt, haben sie in zunehmendem Maße die Billigung der ungen. Brawit vom Hauptvorstand führte in seinem Bericht Schlichtungsausschuß und im Reichsarbeitsministerium für seine Unternehmer gefunden und werden sie als eines der geeignetsten Lätigkeit wiederholt beurlaubt werden mußte. Dem Gauvorsitzenden Mittel zur Ausgleichung der Beziehungen zwischen Unternehmern Das fortgesetzte Drängen der Organisationen veranlaßte endlich Herrn Albrecht ist auch nicht erklärt worden, daß von der Wiederein- und Beschäftigten, sowie zur Förderung der ständigen Besserung vorige Woche die Regierung, einen Berhandlungstermin festzusehen, stellung des Herrn Zwirner aus dem von ihm behaupteten Grunde dieser Beziehungen betrachtet. allerdings nur, um in grundsägliche Erörterungen einzutreten. Schon abgesehen werde, sondern weil Herr Zwirner überhaupt seine Ar- 3. Gemäß ihren Grundsätzen und ihrer Tätigkeit ermöglichen deshalb glaubte die Verhandlungskommission alles oder besser gefagt beitszeit in vielen Fällen für andere 3wede als seine Berufsarbeit die Betriebsräte und ähnliche Einrichtungen, die Rechtsstel fehr wenig erwarten zu dürfen. Tatsächlich war auch das endlich erfolgte verwendet hat; außerdem hat er wiederholt Reibungen mit dem Auf- lung des Arbeiters in dem Betriebe auf eine neue Angebot so lächerlich gering, daß die Organisationsvertreter abfichtspersonal gehabt und fich unbefugt in Berfonalangelegenheiten juristische Grundlage zu stellen, indem sie ihm das Mittel geben, lehnten, auch nur in eine Diskussion darüber einzutreten. Die Re eingemischt. Seine Tätigkeit als Beisiger beim Schlichtungsamt und zum Borteil der ganzen Gemeinschaft seine wirtschaftliche Lehrzeit gierung wollte Deutschland in drei Wirtschaftsgebiete, nämlich Dit beim Reichsversicherungsamt ist ihm in feiner Weise erschwert worden. Durchzumachen, ohne die feine Rechte ohne Wert bleiben würden. preußen, Mitteldeutschland und das besetzte Gebiet, einteien unt Wozu wir zunächst bemerken, daß letzteres nicht behauptet wor Die Versammlung beschloß ferner, die Internationale Arbeitsrach den Lebensverhältnissen in den einzelnen Gebieten verschieden den ist. Oberregierungsrat Wendt, als Bertreter der Reichsdruckerei, organisation zu ersuchen, der erwähnten Erhebung ihre offizielle hohe Löhne in den Lohr floffen zahlen. Angeboten wurde für die hat jedoch dem Gauvorsitzenden Albrecht ausdrücklich erklärt, daß 3. unterstützung angedeihen zu lassen, dadurch, daß sie sich um die Lohnfaffe 7( ungelernte irbeiter) für Wirtschaftsgebiet I 2) Gold infolge feiner Tätigkeit beim Schlichtungsamt und Reichsversiches nötigen Unterlagen unmittelbar an die Regierungen sowie an die pfennige, für Gebiet II 24 und für III 27 Pfennige. Eine Gegen- rungsamt zu häufig abwesend fei. Auf ausdrückliches Befragen, ob Unternehmerorganisationen und Gewerkschaften wendet. forderung der Organisationen von 51 Bf. für die Klaffe 7 lehnte die noch ein anderer Grund zur Entlassung vorliege, wurde nur mit Regierung glat ab. Nach Miederaufnahme der Berhandlungen bot einem Achselzuden geantwortet. Daß ein Vertrauensmann mit dem Großkampf in der Wiener Metallindustrie. man erst 22, 25 und 29 Pf. und später 24, 27, 30. Die Regierungs. Aufsichtspersonal Reibungen hat und nach dessen Ansicht sich unbepertreter gaben ihre Absicht zu erkennen, die Differenz zwischen den fugt in Berfonalangelegenheiten einmischt", ist ein in allen Betrieben Seit Eonnabend stehen in Wien die Angestellten der Metall Löhnen der Ungelernten und ter Handwerker möglichst groß zu alltäglider Borgang. Benn die Reichsbruderei bie Maßregelung industrie rund 5000- im Streit. Gleichzeitig wurden über machen; man sprech von 100 Broz., während jetzt eine Spanne von der Mehrzahl der Funktionäre auch bestreitet( die Organisation 10 000 Metallarbeiter ausgesperrt, um auf die Angestellten 11 Broz. besteht. Diese Mitteilung des Referenten löfte große Un- Der Buchdrucker bestätigt sie), so gibt sie doch damit indirekt die einen Druck auszuüben. Da die Metallarbeiter gegenwärtig fich in ruhe in der Bersammlung aus. Nachdem auch dieses Angebot von Maßregelung einer großen Zahl von Funktionären zu. Lohnverhandlungen befinden, die bisher zu feiner Einigung geführt den Arbeitervertretern abgelehnt war und die Gegenpartei erklärte, haben, muß man mit einem allgemeinen Kampf in der Wiener Me feine Bollmacht zu weiterem Verhandeln zu haben, machten die Spaltungsarbeit. Organisationsvertreter die Mitteilung, daß nunmehr in einer Urtallindustrie rechnen. abstimmung die Mitglieder zu entscheiben hätten. Bezeichnend ist. Die unmittelbare Ursache des Kampfes find Lohndifferenzen. daß man drohte, im Berordnungswege diefe Angebote zur fammlung der Lithographen und Steinbruder stand Die Unternehmer haben alle Forderungen der Angestellten faſt reſt Auszahlung zu bringen. Trotzdem lud die Regierung zu einer neuen vollständig im Zeichen der kommunistischen Spaltungstaktit. Der los abgelehnt und wollen das Anfangsgehalt nur geringfügig auf Besprechung ein, wobei die Absicht des Finanzministeriums mit- fachlich vorgetragene Bericht Hoffmanns über den Ber auf des 500 000 kronen mona lich erhöhen. Underweitige Erhöhungen geteilt wurde, auf Grund eines vierten Vorschlages eine neue Ber- Streits und die Anteilnahme der graphischen Berufe an ihm, der wollen sie nur individuell" gewähren, d. h. die Gehaltsfrage soll handlungsgrundlage zu schaffen. Man erklärte auch, die beabsichtigte und angefündigte Urabftimmung als Repreffalie betrachten zu zu einer Auseinandersehung über Ursache der Niederlage die Grund nicht mehr von Organisarion zu Organisation geregelt, sondern in müssen. Demgegenüber nahmen die Organisationen volle Freiheit lage hätte geben tönnen, bot den Kommunisten feinen Anlaß zu das Belieben des Unternehmers gestellt werden. Der Angestellte soll vernünftigen Uebrlegungen. Ein von der Reichsfraktion der Op wieder herabgedrückt werden zu einem gehorsamen Diener, der vor ihrer Entschlüsse und Anordnungen für sich in Anspruch. position im graphischen Gewerbe" verbreitetes Flugblatt kündigt die Eriften eines graphischen Oppofitionsorgans an und zählte im be- feinem Arbeitgeber nur mit gebeug em Rüden und devotem Lächeln tannien Stil die Berbrechen der VSPD. auf, wobei allerdings aus zu erscheinen wagt. Insofern hat der Kampf eine grundsätzliche Be. Bersehen auch bemerkt wurde, die während des Streits verhafteten deutung. Führer feien in der Mehrzahl BSPD.- Mitglieder gewefen. Dieser Auftakt zur Revolutionierung", lies Spaltung, der newerkschaftlichen Organisation wurde dann durch eine gegen 30 Stimmen angenommene Entschließung weitgerführt. In dieser Entfchließung wird Sufammenfassung und Revolutionierung" der graphischen Berufe gefordert, den Delegierien zur Gewerkschaftsfommission wegen ihrer Haltung zu einem Berliner SympathieGeneralftreit das Mißtrauen ausgesprochen, die Arbeiterfeindlichfeit des ADGB., der sich nach Ansicht dieser Kollegen mit jeder loAuf Einladung des Reichsministers für Ernährung und Land. falen Lohnfrage zu befassen hat, festgestellt" und zu einem Allgemeinen Rongref oppofitioneller Gewert wirtschaft, Graf v. Kanis, fand fürzlich im Reichsernährungs. Die in musterhafter Weise gepflogene Aussprache ergab von fhaftsinstanzen in Weimar die Entfendung einer Dele ministerium eine Besprechung statt, an der der Zentralver allen Rednern die Ablehnung, daß die Regierung bei den Ber- gation beschlossen. Einer der Beauftragten der KBD. glaubte noch band deutscher Konjumpereine in Hamburg, der handlungen sich von den veröffentlichten Richtlinien der versichern zu müssen, diefes Borgehen geschähe im Interesse der Zu- Reichsverband deutscher Konsumvereine in Düsseldorf, die GroßPrivatindustrie hat leiten lassen. Allgemein wurde als fammenfaffung und Konzentrierung der gewerkschaftlichen Bewes einkaufs- Gesellschaft Deutscher Consumpereine brennendste Frage eine fofortige Nachzahlung verlangt, ba gung. Bei der Nominierung der Delegierten machte ein tommus m. b S. in Hamburg und die Großeinlaufszentrale in Düsseldorfe bei der Abrechnung am Freitag viele Eisenbahner nicht den Benistischer Vertreter die interessante Bemerkung, daß die finanzielle Reisholz sowie Vertreter der beiden großen Berliner Konjumper trag für ein Brot herausbekommen hätten. Die Versammlung Frage einer solchen Delegation schon geregelt werden cine teilnehmen. Der Ernährungsminister brachte die gegenwärti. gab den Willen zu erkennen, durch Zuführung des lezten Mannes fönne, d. h. aus den bekannten Geldquellen aufgebracht würde. gen Ernährungsschwierigkeiten zur Sprache. Es bestand gegenzum schon jetzt großen Eisenbahnerverband durch Selbsthilfe das zu Reventlow ftellte feft, daß die Kollegen, die für dieses Bor feilige Uebereinstimmung, daß alles aufgeboten werden müsse, um erreichen, was die Regierung as Arbeitgeber verweigert. Eingehen stimmten, sich außerhalb der gewerkschaftlichen Disziplin in dem schlimmsten Winter, den das deutsche Bolt wohl jemais stimmige Annahme fand folgende Entschließung: durchlebt hat, in den Großstädten und Industriezentren genügend ftellten. Lebensmittel zur Verfügung zu haben. Der Reichsernährungs minister zigte polles Berständnis für die Schwierigkeit der Lage in den Konjumpereinen, die in der Hauptsache durch den Währungsverfall und durch die steuerliche Belastung hervorgerufen ist. Es wurde bei den Berhandlungen darauf hin gewiesen, daß man mit den in Aussicht genommenen Maßnahmen allein die Ronsumvereine auf die Dauer nicht aufrechterhalten fönne, wenn die umfassteuer und die Sonderbelastung durch die Betriebssteuer bestehen bleibe. Die Bertreter der Kon sumvereine erklärten, daß, wenn die Regierung Wert darauf lege, die Lebensmittelversorgung der deutschen Bevölkerung in diesem Winter aufrechtzuerholten, schleunigst die Umsatz- und Betriebssteuer beseitigt werden müsse. Der Reichsernährungsminister erklärte, daß er die Steuerfache an geeigneter Stelle zur Sprache bringen wolle. Das neue Angebot fab den voraufgegangenen ähnlich und brachte 25, 29 und 32 Pfennige. Die Bertreter der Regierung brachte 25, 29 und 32 Pfennige. Die Vertreter der Regierung machen darauf aufmerkjam, daß diese Löhne durch die Dienstalters machen darauf aufmerksam, daß diese Löhne durch die Dienstalters zulage eine automatische Erhöhung von 1 Bfennig bei 8 Dienst. jahren erführen. Bramiß meinte, daß auch dieses verlodende Ange bot feinen Gindruck auf die Arbeitervertreter gemacht habe, so daß ein legtes Angebot erfolgte, nämlich für das zweite Wirtschafts, gebiet, darunter Berlin, für die Lohntlasje 7 30 Pfennige, steigent bis Klasse 1 von 51 Pfennigen. Dazu sollten für Berlin 8 Proz. Ortslohnzulage und an Sozialzulagen für die Frau und jedes Kind je 3 Pfennige pro Stunde fommen. Dieses letzte Berhandlungsergebnis, das die Organisationen auch nicht zur Annahme empfehlen könnten, stehe nun beute zur Diskussion und er, Retner, bitte die Versammelten, in fachlicher, würdiger Form ihre Meinung zu fagen. „ Die am 25. November in den Gophiensälen tagende Mitgliederbersammlung lehnt die angebotenen Hungerlöhne ab und verlangt nom Hauptborstand, sofort eine Urabstimmung unter den Mitgliedern vorzunehmen über Annahme oder Ablehnung des Refultates. Erfolgt Ablehnung, ist sofort in Berhantlungen mit den Tariftontrahenten einzutreten und sind alle zum Rampf notwendigen Maßnahmen zu treffen. Bom DGB. wird verlangt, diefen tom. menden Rampf mit allen Mitteln zu fördern. Diese Maßnahmen find in allerfürzester Zeit zu treffen." Zur Aufhebung des Nachtbackverbots in Bayern. Einige Hintertreppenpolitiker hatten es, wie es der Borwärts" bereits gemeldet hat, fertig gebracht, durch Schwindelmanöver den ungekrönten König von Bayern, Herrn v. Kahr, breitzuschlagen, daß er das Nachtbackverbot in Bäckereibetrieben mit 10 und mehr Ge hilfen aufhob. Die Innungen Bayerns haben es abgelehnt, von diesem Angebot Gebrauch zu machen. Nach ihrem Beschluß ist jeder Meister ein Berräter am Gewerbe, der feine Gehilfen des Nachts arbeiten läßt bzw. selbst arbeitet. In München war es die Firma Seidel, die nachts 12 Uhr mit der Arbeit beginnen wollte. Die Belegschaft lehnte dies ein mütig ab. Kein Gehilfe erschien zur Arbeit, obwohl ihnen bei Nichtantritt der Arbeit Entlassung angedroht war. Die Firma erklärte om anderen Lage, die Frage vorerst nochmals zurückzustellen und trat damit den Rückzug an. Alle anderen Großbetriebe haben sich an den Innungsbeschluß gehalten. Im Konsumverein Sendling- München sollte nach der Anordnung der Berwaltung am Dienstag um 4 Uhr nachts mit der Ar beit begonnen werden. Sämtliche Bädergehilfen erschienen jedoch erst um 6 Uhr zu dem vom Reichsgeseh vorgesehenen Arbeitsanfang. Auch der Konsumverein hat sich dann dem einmütigen Willen der Arbeiterschaft gebeugt. Den Herrschaften, die im trüben filchen, ist dadurch eine schwere moralische Ohrfeige verfekt worden und Herr v. Kahr hat sich damit zwischen zwei Stühle gesetzt. Er scheint das Geschid zu haben, es selbst mit seinen getreuesten Anhängern immer mehr zu verderben. 79 Eine Resolution gegen das Verbot der Kommunistischen Partei wurde mit den Stimmen der„ Berräter" einstimmig angenommen. Unhaltbare Zustände. In den Hofpitälern für alte Leute herrscht als Folge des Rrieges bittere not. Die vor dem Kriege diefen Stiftungen zur Berfügung stehenden Rapitalien sind bis auf den Nullpunkt entDie Stadtgemeinde Berlin hat große Zuschüsse zu leisten, um den Insassen auch nur einigermaßen das Leben erträglich zu gestalten. wertet. Diese Tatsachen dürfen aber unter feinen Umständen dazu führen, daß in den Reihen der Beschäftigten in diesen Stiftungen Berhältnisse Blaz greifen, die der Stadt Berlin unwürdig sind. Aus einer der Stiftungen, bem Rifolaus Bürger- Hospital in der Großen Frankfurter Str. 21, wird uns über die Lohnverhältnisse der dortigen Angestellten folgendes berichtet: Berband der graphischen Silfsarbeiter, Ortsverwaltung Berlin. Dienstag, nahm 5 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Gaal 4: Mitgliederversammlung Wirtschaft Nahrungsmittelversorgung und Konjumvereine. Gegen verschiedene Bewertung der Goldgetbzeichen. Der Hamburger Senat erließ eine Verordnung, wonach die unterschiedliche Bewertung wertbeständigen Geldes unter schmere Strafen gestellt wird. Unter anderem fann der Betrieb der Zuwiderhandelnden von der Polizeibehörde bis zur Dauer von einem Monat geschlossen werden. Das Hausvalerehepaar des Hospitals, dem die Aufrechterhaltung der Ordnung im Hause und die Betreuung der alten Insassen cl liegt, erhielt für den Monat September eine Gesamtentlohnung von zirka 450 Millionen. Davon mußte, laut Vertrag, einer Haus angestellten Verpflegung und Barlohn gewährt werden. Im Monat Oftober wurde ben 3 Personen insgesamt ein Betrag von 23 MilGeldfendungen ins Ausland. Der Reichsminifter der Finanzen fiarben gewährt. In der Zeit vom 1. bis 19. November 1923 erhielten die in Betracht kommenden Arbeitnehmer einen Vorschuß hat sich damit einverstanden erklärt, daß die Versendung von auf die Gesamtentlohnung von 1½ Billionen. Daß unter diesen 3 ablungsmitteln nach dem Ausland und die Ausführung Umständen die Beschäftigten eine große Not zu crdulden haben, von Gutschriften( Auszahlungen, Alfreditive) augunsten einer und dürfte verständlich sein. Die Zustände in der Entlohnung sind dem derselben im Ausland anfäffigen Perion oder Firma ohne Borsigenden des Kuratoriums, Herrn Stadtrat Benede, sowie weiteres, bei Versendungen also auch ohne Inanspruchnahme auch dem Kurator des Hospitols, Herrn Pastor Roch, hinlänglich einer Panf, erfolgen darf, wenn der Gegenstand des Geschäfte im befannt. Neben einer Arzahl von Bittgefuchen des Inhabers der Einzelfalle den Wert von fünfzig Goldmart( umgerechnet Hauspaterftelle an die zuständigenn Körperschoften hat auch die ge- nach dem jeweiligen Geldumrechnungsiaz) oder den entsprechenden werffchaftliche Droonisation unter dem 10. November d. J. den Wert in ausländischer Währung nicht übersteigt. Borsigenden des Kuratoriums auf die prefären Verhältnisse in der Bor der Aufhebung der Zwangswirtschaft für 3ement. Die Entlohnung der Angestellten hingewiesen. Trogdem ist bis heute seit dem Jahre 1916 beitebende gementbewirtschaftung wird durch nichts geschehen, um den Beschäftigten eine auch nur einigermaßen eine demnächst im Reichsgefeßblatt zur Veröffentlichung gelangende ausfömmliche Entlohnung zu gewährleisten. Wie lange sollen die Verordnung des Reichswirtschaftsministers mit Wirkung vom Angestellten noch darauf warten? 1. Dezember 1923 aufgehoben werden. Zum gleichen Zeite punkt wird auch die Festsetzung von Höchstpreisen für Bement fortfallen. Ferner wird in Kürze das Ausfuhrverbot für Zement aufgehoben werden. Die Bearbeitung der Einfuhre für Aus- und Einfubrbewilligung. angelegenheiten für Zement erfolgt dann durch den Reidelommissar Die Betriebsrätebewegung. Die Bäckergesellenschaft weiß, was ihr von bestimmter reattionärer Seite droht. Die Organisation, der Zentralvorstand der Bäcker und Konditoren, hat gegen die Absicht, den Achtstundentag, Die Nachtarbeit und damit auch die Sonntagsruhe zu beseitigen, um fie so wieder in die früheren Stlavenverhältnisse zurückzuwerfen, Eine richtige Erhebung über die Entwicklung der Beden schwersten gewerkschaftlichen Kampf angedroht. Die Sympathie triebsräte wurde in den letzten zwei Jahren von der Internatioder deutschen Arbeiterschaft wird bei diesem schweren Kampf gegen nalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschuß ausgeführt. Die die banerischen Reaktionäre mit den Bäckergesellen sein. Auch in Generalversammlung der Bereinigung am 12. und 13. Oftober Norddeutschland sind Kräfte am Werke, um das Kahrsche Attentat faßte folgende Entschließung: auch hier nugbringend zu verwerten. Wir wollen hoffen, daß die 1. Die Betriebsräte und andere Formen der Vertretung der Konsumvereine sich von dieser anrüchigen Gesellschaft fernhalten. in industriellen Betrieben beschäftigten Arbeiter werden von der Preiswertes Angebot! Engl. LederManchesterArbeitsGestreifte Gold-, Silber, Platin- arch Hosen Zahngebisse Brillanten Reste- Haus Zahngebisse zahlt unüberbietbare Preise C. Pelz Richard Felske, Knaben- Stoff- u. Wasch- Anzüge 67 Grosse Frankfurter Strasse 67 Rottbuser Str. 5 auch einzelne Knaben- Hosen München- Gladh.Hosen- Zentrale NW. 87, Beusselstr. 59, Blauer Laden, am Ringbahnhof Beusselstr Fahrgeldvergütung Korb- u.Rohi möbel Eig.Fabrik, stets hervorrag. Neuh. Gr.Auswahl. Billige Preise Edmund VoB, Bis- Heukölln Berliner Str. 14, Nähe Z ähne 1 und 2 Goldmark Kronen u. 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