Ht. 553 4 4S.�akrgang Msgabe A Nr. 27» • Bezugspreis: Dom 25. Nov. bis 1. Dez. 1 BiMo» oder 1 Soldmark vor au» zahlbar. Unter Kreuzband vom 25. Nov. bis 1. Dez für Deutschland. Danzig. Saar» und Memelgebiet, Oesterreich. Litauen, Luxemburg 1800 Milliarden, istr da» übrige Ausland 2000 Milliarden. Pos> bezngsprei» freibleibend. Der..DorwSrts' mit der Sonntag» beilage„Soll und Reit'. d«r Unterhaltungsbeilage..Heimwelt' und der Beilage„Siedlung und Kleingarten' erscheint wochentüglich zweimal, Sonntag» und Montag, einmal. Telegramm.Adresse: „eozialbcmolrat Berlin' Morgenansgabe Nevlinev Volksblakt (isOMHUardcn) AuzeigeuHreise: Di«»infpaltige Nonpareille» zeile 0,70 Doldmark, Rellamrzeile 5.50 Doldmarl.„Kleine Anzeigen' da» fetigcbnulte Wort 0,20 Sold» Marl(zulässig zwei settgebruchte Worte). sehe» weitere Wort 0.10 Saldmarl. Stellengesuche da, erste Wort 0,10 Doldmarl, jede» weitere Wort 0,06 Doldmarl. Worte Aber 15 Buchstaben zählen wr zwei Worte. 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Daraus ergibt sich, daß letzten Endes derReichstag entscheidet, wenn in ihm ein fester Wille vorhanden ist. Denn der Reichstag kann die vom Reichspräsidenten ernannten Kanzler so lange stür- zen, bis der ernannt ist, den er selber für den rechten hält. Der Reichspräsident kann allerdings den Reichstag auf» lösen, wenn ein von ihm ernannter Reichskanzler gestürzt wird. Aber da sich dieses Mittel nur in außerordentlichen Fällen anwenden läßt, bleibt es im allgemeinen dabei, daß der Reichstag für die Regierungsbildung der entscheidende Faktor ist. Seit dem Bruch der Großen Koalition ist im Reichstag ein auf die Bildung einer Regierung gerichteter Mehrheits- wille nicht vorhanden und nicht zu ergründen.x Infolgedessen hat sich die Einflußsphäre des Reichspräsidenten gegenüber der des Reichstags von selber vergrößert. Der Reichspräsident hat die Fraktionsführer gefragt, wer nach Strefemann Reichs- kanzler werden soll, sie wußten keine Antwort. Nun beauf- trag.« der Reichspräsident, ohne die Fraktionsführer um ihre Msinung über diese Persönlichkeit zu fragen, Herrn Albert mit der Bildung des Kabinetts. Die Lage schien damit klar. Der Reichstag konnte den neuen Reichskanzler dulden oder stürzen. Tat er das zweite, so mußte er eine neue Regierung aus seiner Mitte bilden. Konnte er das nicht, so mußten die Wähler befragt werden. Diese Situation, die zwar nicht sehr glänzend, aber doch logisch ist, wird nun von neuem verwirrt. Zlus den Parteien und ihre Presse erheben sich Proteste gegen die Reichskanzler- schaff Albert. Wir wollen uns mit keinem Wort darüber auslassen, ob die Wahl Alberts glücklich oder unglücklich ist. Aber das scheint uns doch ein ganz unmöglicher Vorgang zu sein, daß die Par- teien zuerst, wenn sie vom Reichspräsidenten nächst einem neuen Kanzler gefragt werden, keinen Rat wissen, und daß sie dann, wenn der Reichspräsident nach eigenem Ermessen einen Reichs- kanzler ernennt, hingehen und erklären:„Der paßt uns auch nicht'" Das Stadium der Beratungen über die Bildung einer neuen Regierung muß doch irgend einmal abgeschlossen werden. Zumal in einer Zeit höchster innen- und außenpolitischer Wirren sind lange Regierungskrisen nicht zu ertragen. Die Funktionen, die die Parteien hinter den Kulissen zu erfüllen hatten, waren mit ihrer Befragung durch den Reichspräst- deuten und deren negatives Ergebnis erschöpft. Jetzt sollten die Funktionen zur Geltung konnnen, die sie v o r den Kulissen zu erfüllen haben, jetzt sollten sie in öffentlicher Reichstag»- sitzung erklären, wie sie zu dem Reichskanzler stehen, den der Reick �Präsident ernannt hat. Indes, kaum war die Berufung Alberts bekannt, so be- gann schon eine fieberhafte Arbeit fürden Bürgerblock. Wir meinen, wenn der Bürgerblick gewünscht wird, wenn eine Mehrheit für ihn gestellt werden kann, so hätte man das dem Reichspräsidenten wissen lassen müssen, noch ehe er seinen Auftrag an Herrn Albert erteilt hatte. Das wäre zum min- deuten'ormal ein korrektes Verfahren gewesen. Aber wenn jetzt der Bürgerblick in Erscheinung treten sollte— sei es, daß das Zustandekommen einer Regierung Albert verhindert, sei es, daß sie ihm zuliebe gleich bei ihrem ersten Auftreten gc- stürzt wird—, so trüge dieser Bürgerblock von Anfang an die Zeichen einer jämmerlichen Angstgeburt am Leibe. Mit welcher Kopflosigkeit von den Parteien der bürger- Präsidenten Einfluß zu üben versuche in dem Sinne, daß eine Rechtsregierung unter allen Umständen verhindert werden müsse. Nichts ist falscher als das. Sollten die Parteien der Mitte der Meinung sein, es sei gut, für den Rest der Wahl- Periode unter die Fittiche der Deutschnationalen zu flüchten, so wird ihnen das kein Sozialdemokrat verwehren wollen. Allerdings tragen sie dann auch für das, was daraus wird, mit den Deutschnationalen zusammen die Verantwortung vor den Wählern. Das ist weiter nichts als billig. Einstweilen hat der Reichspräsident Herrn Albert den Auftrag zur Kabinettsbildung erteilt und Herr Albert ver- sucht, diesen Auftrag durchzuführen. Es ist möglich, daß er ihn zurückgeben muß, weil- die Treibereien hinter den Kulissen mächtig sind und sich nicht genug brauchbare Leute finden, die sich mit ihm in ein Schiff setzen wollen. Aber wer zur Verfassung steht— er mag zu Herrn Albert persönlich stehen wie er will— sollte sich hüten, diese Treibereien zu. unter» stützen. Ihr Ziel ist ganz offenbar dies: all« verfaffungs- mäßigen Lösungen kaputt zu machen, um dadurch den Weg für die Rechts d i k t a t u r frei zu bekommen. Das i st wenigstens ein Ziel. Aber haben die bürgerlichen Mittelparteien eines? Am Sonntag ergab sich, daß für Herrn I a r r e s als Kanzler eine stützende Mehrheit nicht zu finden war. Am Montag aber, nach der Beauftragung Alberts, stand Herr Jarres schon wieder„im Vordergrund der Kombi- Nationen", Am Sonntag hieß es, daß das Zentrum auf keinen Fall den Reichskanzler stellen werde, am Montag sprach man wieder von Marx als Reichskanzler. Die Parteien der bürgerlichen Mitte haben drei Jahre lang um den Eintritt der Sozialdemokratie in die Grbhe Koalition geworben. Kaum war er erfolgt, so fand man auch schon wieder, daß auch das nicht ginge, bugsierte die Sozial» demokratie wieder hinaus und schuf die gegenwärtige hoff- nungslos« Situation. Was sich aus ihr herauskristallisieren wird, darüber zu prophezeien wäre müßig. Vielleicht mißlingt Herrn Albert die Kabinettsbildung, vielleicht gelingt sie ihm. Vielleicht läßt man ihn arbeiten, vielleicht bekommt er ein Mißtrauens- votum. Vielleicht wird dann der Reichstag aufgelöst, vielleicht wird dann der Bürgerblock gegründet und kann bis zum nor» malen Ende dieses Reichstags regieren und den Wählern zeigen, was er kann. Vielleicht ergibt sich aber auch aus alledem eine großer Kuddelmuddel und verwandeln sich die armen Reste des Reichs in einen allgemeinen Bürger- brä ukeller. Einmal wird aber dann doch das Volk wieder zu sprechen haben. Und dann wird es hoffentlich einsehen, daß die Zersplitterung, die Un�chliistigkeit, das kopflose Hin- und Hergezerre der Mitte nicht noch einmal kommen darf. Für den, der sehen will, ist die Frage jetzt schon klar genug gestellt: Rechtsdiktatur oder Republik! Wer da keine klare Entscheidung findet, täte gut, von der politischen Bühne zu verschwinden! Warum nicht �ergt! sein Mandat zurückgegeben habe,(Da» traf bis zur spann Abendstunde nicht zu. Red. d..Vorwärts".) Im Vordergrunde der Erwägungen stand wieder der„große Bürgerblock", an dem stch die Deutschnationalen, die Deutsch« Voltspartei, das Zentrum, die Baye- tische Volkspartei und der Bayerische Bauernbund beteiligen würden, während die Teilnahme der Demotraten zurzeit noch zweifelhaft er- scheint. Von den Sozialdemokraten wurde erklärt, daß sie sich an keiner Kabinettsbildung beteiligen würden, da noch ihrer Meinung kein bürgerliches Kabinett ihren Forderungen gerecht werden würde. Ein solches Kabinett würde voraussichtlich unter der Kanzler- schaft des früheren Innenministers Dr. Jarres gebildet werden und man hofft, daß sich die Demokraten einem solchen Kabinett gegen- über vorläufig neutral verhalten werden. Viel gesprochen wurde auch von einem Kabinett unter dem Zentrumsführer Dr. Marx, das sich auf die Koalition der Demotraten, des Zentrums und der Deut- fchen Voltspartei unter wohlwollender Neutralltät von link» und rechts stützen würde. Die Besperchungen der Arbeitsgemeinschaft der Mitte haben z u einem positiven Ergebnis bisher nicht geführt(l), da die Fraktionen noch kein« endgültig« Stellung dazu einnehmen konnten. Nur das Zentrum urd die Deutsche Dolkspartei waren zu allerdings schwach besuchten Fraktionssitzungen zusammengetreten, während es bei den anderen Parteien nur zum Meinungsaustausch unter einzeknen Abgeordneten kam. Bei den Besprechungen der Parteiführer untereinander handelt« es sich bisher lediglich um Erwägungen(I): offiziell« Ver- Handlungen sind bis zur Stunde noch nicht eingeleitet worden. »■;...,, Von dem Zentrum sind, wie wir hören, an seinen Eintritt in den Bürgerblock die Voraussetzungen geknüpft worden, daß die Lösung der Krise sich auf v« r f a s s u n g» m ä ß i g« m W e g« voll- zieht, daß der Versailler Friedensvertrag nicht als zer- rissen angesehen wird, um die daraus sich auch für Deutschland ergebenden Rechte nicht preiszugeben, daß die Aenderung der preußischen Koalition aus dem Spiel bleibt und daß die Rheinlandfrage für crledigt durch dos Abkommen mit der M i c u m angesehen wird. Welchen Ausgang die Krise haben wird, läßt sich in später Abendstunde noch immer nicht voraussehen, da es fraglich bleibt, ob die nebeneinanderlaufenden Bemühungen des Herrn Albert um die Bildung seines Kabinetts oder die Beftre- bungen der bürgerlichen Parteien zur Bildung des Bürger- block? sich durchsetzen werben. Mit........ W,.„ lichen Mitte gearbeitet wird, ergibt sich schon aus der Tatsache, daß die Kandidatur Kardorff einmütig von ihnen aus- gebellt, dann aber alsbald w'edei fallengelassen wurde. Die Herren Scholz und Düringer von der Volkspartei waren es, die Herrn v. Kardoff emtssohlen hatten. Zentrum und Demokraten stimmten zu. die Beauftragung Kardorffs erfolgte— aber kaum war sie da. so ließ man auch Herrn v. Kardorff wieder fallen, weil ihm die Deutschnationalen den Erlaubnisschein versagten Herr H e r g t stellte die Bedingungen, die man aus der Rechtspresse kennt: Bruch der Großen Koalision in Preußen, Entfernung der Sozialdemokraten aus dem Beamtenkörper usw. Die bürgerlichen Mittelparteien wollten durch dieses kaudinische Joch nicht kriechen, und so wurde aus der Kan- didawr Hergt auch nichts. Trotzdem heißt ietzt schon wieder für viele die Parole: Nur kein Kabinett Albert, lieber die Rechtsregierung, lieber den Bürgerblock! Dazu mag ein aufrichtiges Wort gesagt sein. Es wird in einem Teil der Press« so dargestellt, als ob die Sozialdemokratische Partei auf den Reichs« der flppell an Sie Straße. General v. Geeckt wird aufgeputscht. Der Auftrag des Reichspräsidenten an den Minister a. D. Dr. Albert, das Reichskabinett zu bilden, gibt der Rechten Anlaß, einen Entrü st ungs stürm zu inszenieren. Sie unterstellt dem Reichspräsidenten, er habe die Deutschnationale Partei, die nach der Lage der Ding« die Kabinettsbildung habe übernehmen müssen, böswillig beiseite geschoben, um an ihrer Stelle einen der Sozialdemokratie genehmen Minister zu bestellen. Dabei liegen die Dinge tatsächlich so, daß Zentrum und Demokraten sich einer Koalition mit den Sozialdemokraten Die Pressestelle der Deutschnationalen Volkspartei teilt mit:!°uf der einen oder d«" Deutschnationalen auf der anderen Seite gleichmaßig versagen und daß dem Reichspräsidenten nichts anderes übrig bleibt, als ein parteiloses K a- b i n e t t zu bilden, das entweder das Vertrauen des Par- laments findet oder, wenn dem Reichstag auch diese Lösung nicht genehm sein sollte, an das Volk zu appellieren. Das wissen natürlich auch die Deutschnationalen ganz genau. Aber gewandt. Der von ihm beauftragte Dr. Albert hat wie bei anderen fürchten /ehr als N eu w a h l.en unw einetN ' Parteien so auch bei der Deutfchnaiionalen Baltspartei keine Zu-".«"traUn Kabinett. Dann�wurde sich ihre Rederei von ! Die Mitteilung einer rechtsstehenden Zeitung, daß Reichs- Präsident E b« r t an den Abgeordneten Hergt mit dem Auftrag � der Kabinettsbildung herangetreten fei, ist nicht zutreffend. Der Reichspräsident hat vielmehr entgegen dem parkomentarifchen Brauche sich an die Dcutfchnatianalcu als einer der Oppofitions- Parteien, die das Kabinett Stürzte, nicht mit einem solchen Auftrage i stimmung gesunden. Das Ziel der Deutschnationalen Dolkspartei ; bleibt nach wie vor die Bildung einer ausgesprochen natio- nalen Regierung. Zurzeit finden inassizielle Besprechungen zwischen den Deutschnotionolen, der. Deutschen Boskspartei. dem Zen- trum und der Bayerischen Bolkspartei statt, in diesem Sinne ein« Regierung zu bilden. So viel uns bekannt, ist eine Reichskanzlerschast H e r g t s von den Mittelparteien abgelehnt worden, sie hätte also keine Mehrheit gehabt. Einem Kanzlerkandidaten aber, der keine Mehrheit hat und der auf den S t a a t s st r e i ch hinarbeitet, in den Sattel zu helfen, ist nicht Sache des Reichspräsidenten, der die Verfassung zu schützen hat. � Auch der Kombination, von der die Pressestelle der Deutichnationalen spricht, fehlt die Mehrheit, so lange nicht euch die Demokraten hinzutreten. » Im Reichstag galt in den Abendstunden der Versuch der Regie- einem„Zusammenbruch" des Marxismus nur zu bald als Märchen erweisen. Deshalb konstruieren sie flugs ein zweites Märchen von dem angeblich marxistenverseuchten Minister a. D. Albert und setzen Himmel und Hölle in Bewegung, um ihn zur Strecke zu bringen, bevor er sein Amt angetreten hat. Die Deutschnationalen find dabei so unvorsichtig, selbst den Beweis zu liefern, daß es ihnen mit einer Regierung auf parlamentarischer Grundlag« gar nicht ernst ist. So greift die„Deutsche Tageszeitung" auf das Mittel zurück, das die Deutschnattonalen den Kommunisten abgelauscht haben: den Appell an die Straß«. Es ist kaum mißverständlich, wenn Herr P. B. seine Ausführungen mit den Worten schließt: „Der Herr Reichspräsident sollte sich keinem Zweifel darüber hingeben, daß sich heute weiteste Kreise des deutschen BoUes von rechts bis links mit Befremden, mit Sorge und mit stündlich steigender Erregung fragen, wie lange man noch das Deutsche Reich führerlos lassen und wie lang« man noch ver- rungsbildung durch den Reichsschatzminister Dr. Albert als wenig i suchen will, der Entschließung auszuweichen, welche die Logik der aussichtsreich: man sprach sogar davon, daß«r dem Reichspräsidenten j Tatsachen ebenso verlangt wie die Stimmung de» deutsche« Voltes.� Noch deutlicher wird die Nachtausgabe des„T a g" in der es heißt: „Die Rechtsparteien können sich diese Provokation nicht gesaClen lassen. Die nationale Bewegung wäre am Ende, vermöchten si« jetzt nicht die Rechtsentwicklung, die bereits auch im alten Kabinett begonnen hatte, durchzusetzen.... Jehl heißt es, entschlossen und eutschiedeu handeln. Sonst ist— darüber ist gar kein Zmeistl>— die nationale Bewegung kaputt/ Mit zynischer Offenheit wird hier zugegeben, daß die dcutschnationale Bewegung die Belastungsprobe von Neu- wählen nicht erträgt. Mit ebenso großem Zynismus wird zur Gewaltanwendung aufgefordert. Nach einer, anderen Richtung stoßen„Kreuzzeitung"', „Lokalanzeiger" und„Deutsche Zeitung" vor. Sie versuchen General v. Seeckt gegen den Reichspräsidenten mobil zu machen. Die„Kreuzzeitung" sagt: „So, wie die Lerhiiltnisse liegen, mußte es uns natürlich er- scheinen, wenn auch General von Seeckt bei der Neubildung des Kabinetts gehört wird, schon deshalb, weil es ein Unding sein würde,«ine neu« Regierung zu errichten, die nicht konform mit dem Militäroberbefehtshaber ist. Wir können uns aber nicht vorstellen, daß General von Seeckt einer Kandidatur feine Zustimmung gegeben hat, die fast in sämt- lichen Volkskreisen auf starken Widerstand stößt." Demgegenüber ist festzustellen, daß das Reichsoberhaupt in seinen Entschlüssen bei der Regierungsbildung vollkommen unabhängig ist. General o. Seeckt ist lediglich zum Militär- oberbefehlshaber und zum Inhaber der vollziehenden Gewalt bestellt worden. Es ist eine Beleidigung für Herrn v. Seeckt, ihm einen Mißbrauch seiner Machtbe- f u g n i s zu unterstellen. Die Zumutung der..Kreuzzeitung" zeigt aber recht drastisch, wie gerne sich jene Kreise, die so oft und noch gelegentlich dieser Krise von der Nebenregierung anderer Instanzen faseln, sich eine Nebenregierung gefallen lassen würden, wenn sie von ihr voraussetzen, daß sie ihren Interessen entspricht. Aehnlich der„L o k a l a n z e i g e r". Nach einer Drohung mit der Gefahr einer illegalen Entwicklung landet auch er bei dem Militäroberbefehlshaber. Er fordert General v. Seeckt direkt auf, seinen Einfluß auf den Reichspräsidenten geltend zu machen und versucht ihm zu suggerieren,„daß die Verantwortung eines militärischen Diktators über das rein Militärische weit hinausgeht und die nationale Politik vollinhaltlich mit umfaßt". Auch hier wird die Aufforderung an dm Militärbefchlsbaber zum Mißbrauch seiner Macht von der Angst vor den Neuwahlen diktiert. Heißt es doch in dem Zlrtikel wörtlich, daß„auch durch Reichstagsneuwahlen nur eine Fortsetzung des bis- herigen Systems" erreicht werden könnte. Ein deutlicheres Eingeständnis de? eigenen Ohnmacht kann man nicht ver- langen. Aber es ist bei den Deutschnationalen ja immer so gewesen, sie wissen nur zu gut, daß sie noch jedesmal bei einem Appell an das Volk jämmerlich bankerott gemacht haben und deswegen rufen sie, bescheiden wie sie sind, das„unpoli- t i s ch e" Instrument des Heeres zu ihrer Unterstützung auf. Wohin die Deutschnationale Partei zielt, wenn sie General v. Seeckt bestürmen läßt, offenbart die„Deutsch« Z e i- tun g". Es heißt da: „Wir wollen nicht verhehlen, daß wir bist schwerer Besorgnis der nächsten Zukunft«ntgcgenschen und meinen, jetzt hätte die Stund« Mschlrtflen, wo der Inhaber der voKziehenden Gewalt und Chef der Heeresleitung, General v. Seeckt,«in- greifen müßte, um das Schlimmste zu verhüten." Das ist ebenso wenig mißverständlich wie die Ausfüh- rungen des„Tag. Die Frechheit, mit der hier der Militär- oberbefehlshaber zu einer Militärrevolte ermuntert wird, ist durch nichts zu überbieten. Geht es in dieser Tonart weiter, dann kann man sich nicht wundem, wenn der Münchener Tragikomödie II. Teil auf dem Berliner Straßen- pflaster zum Auetrag kommt. Die Lüge öer Kriegskunst. Unter dem eigenartioen Titel„Plutarch hat gelogen" veröffentlicht Jean de Pierrefeu.der Verfasser der täglichen französischen Äeneralstabsberichte während des Weltkrieges, ein Buch, in dem schonungslos die wahre Natur der großen militäri» ichen Führer gezeichnet wird. Dieses Buch, da» in den nächsten Tagen in deutscher Uebersetzung im Ernst Rowohlt. Ver» l a g in Berlin erscheint, ist eine schneidige Waffe gegen den Götzen Militarismus, dem der Verfasser viele Jahre lang gedient hat. Jean Pierrefeu schreibt in seiner Einleitung:„Plutarch hat gelogen, auf Befehl, aus Unwissenheit oder AengsUichkettl Die großen Männer sind nicht die großen Männer, die der Geschichtsschreiber aus ihnen macht, wenn ich nach jenen schließ«, die ich mit eigenen Augen gesehen Hab«. Die eigen« Erfahrung läßt uns endlich den Abgrund ssl)en, der sich zwischen Wirklichkeit und Geschichte öffnet." Einige Auszüg« aus dem Buche, die dw Person Ludendorffi de- handeln, mögen die Nichtigkeit dieser Behauptung erhärten. Der„wahre Alilitär" Ludendorff. „Die Vorsehung, die in diesem Kriege so sehr darum besorgt war, uns die Nichtigkeit des militärischen Genie« zu zeigen, scheint un» eine unendlich« Gefälligkeit erwiesen zu haben, indem sie mit geradezu verschwenderischer Hand die Person Ludendorff» ausstattet«, zweifellos um ihn un» als Beispiel hinzustellen. Ihn muß man mit gespannter Aufmerksamkeit betrachten, wenn man den Abstand ermessen will, der zwischen Legend« und Wirtlich- keit klafft. Die Vorsehung zeigt uns in ihm den Typus des Militärs in seiner vollendetsten Ausprägung, ich niSchte sagen den Typus des preußischen'Militär», d. h. des vollendetsten, den es auf der Welt gibt, kurz den„wahren Militär", wie Ludendorff selbst mit einer kräftigen Abkürzung sagt. ' Daß die Vorsehung in der Zeit des großen Kriege« Ludendorfs geschaffen hat, deutet an, daß sie beweisen wollte, daß sich der„wahre Militär" mehr und mehr als unfähig offenbaren sollt«, den Volts- krieg zu begreifen und zu sichren. Ich glaub« trotz des gegenteiligen äußeren Anscheins an den Fortschritt des menschlichen Geistes. Ich glaube, daß man niemals dem Heile näher ist, als Im Augenblick des größten Unheils. Dieser Krieg, der den höchsten Punkt der Barbarei bezeichnet, ist nicht umsonst entfesselt worden. Der Blick der Mensch. heit, ihr Geist sollte konzentriert werden auf«In einzigartiges Bei- spiel, damt sie um so besser von dem scheußlichen Widersinn durch- drungen würde, der von ihm auegeht. Man wird auf den folgenden Seiten diesen Widersinn heftig und andauernd blühen sehen. Weil er sich der Kriegskunst entzieht, weil er die Gestalt des vervolltomm- neten Gemetzels annimmt, weil er seinem Wesen nach unbestimmbar und unfaßbar ist, weil er, statt dem Sieger Gewinn zu brinuen, den Zusammenbruch für alle erzeugt, muß der Volkskrieg die Menschen vom Kriegsruhm abwenden." „Spielerformeln". „Solange«in„wahrer Militär" über Truppen verfllgt, muh er sie gebrauchen. Das einzig« Ziel, das er verfolgt, ist nicht die Größe oder das.Heil des Landes, sondern sein« eigen« Größe, der Sieg, der Waffenrubm. Unsere Genera'ltäbler vom Großen Hauptquartier kennen diesen Geisteszustand sehr wohl. Einmal täuschten sie sich nicht. Ansang 101S orrbreitet, roh erinnerlich, der deutsche Reichs- der ftusnahmezuftanü ir Thüringen. Ein Bild vom militärischen Ausnahmezustand in Thüringen gibt eine Denkschrift, in der das thürin- gische Staatsministerium dem Landtag aktenmäßig das wesentliche Material unterbreitet. Hier findet sich alles, ange- fangen von der Verordnung des Reichspräsidenten, durch die am 26. September der militärische Ausnahmezustand über das Reich verhängt wurde, bis zu einer Verordnung des General- leutnants Hasse, des militärischen Befehlshabers in Thüringen, in der dieser unter dem 17. November als erste Handlung nach Uebertragung der vollziehenden Gewall gegen die Re- gierung anordnet, daß„die- evangelischen Schüler und Schülerinnen aller thüringischen Schulen, die amBuß-undBettagan dem während der Schulstunden fallenden Gottesdienst teilnehmen wollen, schulfrei zu be- lassen sind". Denn nach der Auffassung des Generals„ent- spricht es dem religiösen Bedürfnis der evangelischen Bevölke- rung Thüringens, am Bußtag den Gottesdienst zu besuchen". Es ist das auch eine Art, die vielgepriesene Autorität des Staates und der Regierung zu heben, indem man so gesetz- mäßige Anordnungen einer Landesregierung außer Kraft setzt. Im übrigen bietet die Denkschrift auch sonst reiches Mate- rial zur Beurteilung der Zustände, wie sie sich unter dem mili- tärtschen Ausnahmezustand und nach dem Einmarsch der Reichswehr in Thüringen herausgebildet haben, und des Ler- hältnifses zwischen verfassungsmäßiger Londesgewalt und immer schärfer eingreifender Militärmacht. Dabei hatte der Wehrkreiskommandeur ausdrücklich bestimmt, daß„sämtliche Behörden in ihrer Tätigkeit bleiben und der Gang der Ver- waltung unverändert bleibt". Ein gleichzeitig ergangener Auf- ruf der Regierung an die Bevölkerung,„sich nicht zu unüber- legten Handlungen verleiten zu lassen, sondern ruhige und klare Ueberlegung zu bewahren und in allen Lagen streng den Weisungen der durch Verfassung und Gesetze berufenen De» Hörden des Reiches und des Landes zu folgen", hatte den vollen Erfolg, daß selbst beim unerwarteten Einmarsch der Reichswehr in Nordthüringen statt an der Südgrenze keinerlei bemerkenswerte Zwischenfälle sich ereigneten. Dennoch maß- ten sich die militärischen Unterbefehlshaber, so vor allen der Bezirksbefehlshaber Eisenachs. Rechte zu Berfammlungs- und Zeitungsverboten an, die von der Staatsregierung nur als schwere Uebergriffe empfunden werden konnten. Ueber das Treiben der rechtsradikalen Organisationen an der bayerisch-thüringischen Grenze hat das thüringische Staats- Ministerium am 31. Oktober beim Reichspräsidenten, beim Reichskanzler und Reichsinnenminister telegraphisch Vor- stellungen erhoben und dem Reichspräsidenten an- h e i m g e st e l l t, den S ch u tz der thüringischen Grenze dem Reich zu überlassen. Diesen Stellen sowie dem Reichs- wehrininister und dem Wehrkreiskommandeur ging gleichzeitig ausführliches Material zu, das die Meldungen des an der süd- thüringischen Grenze eingesetzten Grenzschutzes sowie der Gen- darmeriestationen enthielt. Dieses Material bestätigt nicht nur die vor wenigen Wochen von uns gemeldeten unhaltbaren Zu- stände, fondern ergänzt sie noch. So, wenn man aus den Mel- Hungen erfährt, daß End« Oktober dicht an der thürin- gifchen Grenze je zwei Geschütze bei Burggrub, Sonne- berg, Stockheim, Weihenbrunn und Schalkau und drei G e- schütze bei F e ch h e i m standen, während gleichzeitig in Heiligersdorf am Sonntag Artillerie exerzierte und zuvor zwei Feldgeschütze mit 80 Zentner Munition, 2 Minenwerfern und 3 Maschinengewehren bei einem Guts- besitz« Ludloff untergebracht wurden. Interessant ist auch der Inhalt einer telephonischen Mitteilung des Kreisdirettors in Sonneberg an den Staatsminister Frölich vom 6. November. Danach kamen in jenen Tagen Hunderte von Flucht- l i n g e n über die bayerische Grenze, Lebensmittel wur- den von Bayern nach Sonneberg nicht mehr durchs g e l'a f s e n, Kartoffeln aus Pommern, für Sonneberg bestimmt, in Bayern beschlagnahmt, ebenso Bieh und Wurst für den Konsumverein. kanzler in den Zeitungen Friedensgerücht«. So versucht« er di« Politik in Gang zu bringen, die man klüger hätte kxobachten müssen und von der Ludendorff nicht» wissen wollt«. E» entsprach dermaßen dem Interesse Deutschlands, sich in diesem Augenblick versöhnlich zu zeigen, daß viele von uns, dt« aus Zivilbsrufen kamen, überzeugt waren, daß unser« Feind« einer friedlichen Lösung zuneigen würden. „Irrtum, sie werden angreifenl", riefen unsere Kameraden.„Wenn ein Feldherr ein« Arme« von solcher Macht in seiner Hand hält, muß er angreifen: das Gegenteil ist noch nie dagewesen." Das war die volle Wahrheit, und Ludcndorff bewies es uns. So srllte Deutschland, das sein« Herrschaft über di« Welt durch seine Militärkast« auf- gerichtet hatte, eben dadurch in den Abgrund fahren, daß es sich mit Leib und Seele eben dieser Militärkaste ausgeliefert hatte. Paroli! Alles oder nichts! Diesen SpielerfornKln. di« eine» großen Volkes unwürdig sind, sollt« es sein Schicksal' anvertmuenl' Deutschland» Zusammenbruch. „Bis zum äußersten hoffte Ludendorff gegen all« Wahrscheinlich- keit auf die Rückkehr des Glückes. Diese mit unerhörtem Eigensinn gepflegte Selbsttäuschung hat Deutschland in den Zusammenbruch ge- führt. Tatsächlich ist Ludendorfs der unbestritten« und allmächtig« Herr der Kriegsführung, allein für di« Schlußkatastroph« verantwortlich.'Er ist verantwortlich, weil er als„wahrer Militär" und Führer der Militärpartei in den entscheidenden Lagen seinen militärischen Gesichtspunkt durchsetzen konnte. Di« französi- schen Generalstäbler glaubten, wenn sie an die unbeschränkte Macht des deutschen Generalstabs dachten, daß dies für di« Feind« einer der besten Faktoren des Sieges sei, und sie zitterten, wenn st« dies« Macht in Frankreich in Frage gestellt sahen. Ahnen sie jetzt, daß D e u t s ch- land sein« Niederlag« unbestreitbar dem Ueber- gewicht des militärischen Elements und der abso» tuten Gewalt seines Führers verdankt?" flue Noethes Nekch. Di« Studentenschaft der Berliner Universität wollt« am Sonntag die Erinnerung ihrer im Weltkrieg gefallenen Kommilitonen feiern. Si« bracht« es fertig, an dem der Einkehr Sewidmeten Totenlag ein lächerliches, jeden Ernst schändendes iirkiis-Ausstattungsspiel aufzuführen. Bunt bemützt, mit klirrenden Sporenstiefeln und geschultertem Schläger zog die deutsche akademische Jugend mit den von deutschem Bier und Schmissen durchgeistigten Gesichtern in der Neuen Aula auf. Ihr Sprecher sagte viel von„heiligem Kampf",„reiner Gesinnung",„deutichen Held:n«thos". Klagend stellte er fest, daß di« Welt von 1914 unwiderbringlich dahin sei, daß wir eine Nacht im nationalen Dasein durchleben. Doch die deutschen Studenten glauben an die Wiederkehr ihres Vaterlandes aus den Knecht- schaftsfesieln durch die rettende und befreiende Tat. Dann sprach„Hofprediger" Doehring als Vertreter des Deutschtums aus christlichem Geist. Nach ihm ist die stete Wiederkehr von Kriegen, den„heiligen Stunden des Kampfes", eine Gottesordnung, die kein« intellektuellen Gespinste aufhalten kann. Die Zukunft liegt in den deutschen Studenten. Si« sollen „b«ten, bi» si« den Arm zu grimmem Schwertesstreich erheben" M diese Uebergriffe auf bayerischer Seite haben aber weder die Regierung Streseinann noch den Reichswehrminister Geßler oder General Seeckt veranlaßt, die Reichswehr in die wirklich gefährdete Zone Thüringens an der Südgrenze vor- zuschieben. Nach wie vor bekämpfen sie die proletarischen Hundertschaften, damit dieser Bürgerschreck nicht„der Reichs- wdhr im Rücken gefährlich" werde, wie Herr Geßler sich im Reichstag so schön herauszureden suchte. Die Reichswehr verläßt Sachsen. Am 27. November beginnt, wie wir erfahren, der Ab» lransport der in Sachsen befindlichen Relchswehrverstärtungea. Er soll bi» zum 2S. November abend» er ledigt fein- Das Wehrkreiskommando IV ha! nunmehr auch die beiden Regieruvgstommissare Günther in Leipzig und Patzig in Chemnitz bis auf weitere» ihre» virnsies enthoben mit der Begründung, daß die Namen dieser Herren noch nach» kläglich bekannt geworden sind. Sri mehreren ihre» Posten« enthobenen polizetbeomten sind ohne Erfolg Haussuchungen vor» genommen worden.__ «Schlimmer als Rotgarüiften'". Kardinal Faulhaber über die Nationalsozialiste«. Der Religionskrieg ü» Bayern, der durch die zwei» deutige Politik Kohr» entfacht wurde, nimmt seinen Fortgang. Der weit rechts stehend« Münchener Erzbischof und Kardinal F a u r- Haber, der von Nationalsozialisten beschimpft und beleidigt wurde, hat den Fehdehandschuh aufgenommen. Bei einer Kirchen- einweihung erklärte er von der Kanzel herab: „In den letzten Wochen sind auf Euren Bischof Beleidigungen und Verleumdungen geworfen worden. Noch niemals ist eine solche Lügenflut dagewesen. In der Zeit der Rät e- r e p u b l i t bin ich oft mehrmals am Tage an Rotgardisten vorbeigegangen, dabei aber niemals in solcher Art an- gepöbelt worden wie zuletzt auf meinen Wegen. Die Studenten haben vom Heiligen Vater Lebensmittel bekommen und genom- m«n und heute gehen sie zwecks Sammlungen in die katholischen Pfarrdörfer hinaus Daß dabei zu gleicher Zeit in der Universität «in« heftige Sprach« geführt wird gegen den Papst, das wird Schmach und Schande bleiben für alle Zeiten." Die Kanzel ist bekanntlich keine politische Tribüne. Aber man kann es dem streitbaren Erzbischof, der bisher der„nationalen" Bewegung jede Unterstützung zuteil werden ließ, nachfühlen, wenn ihm die nationalsozialistischen„Dolchstöße" in Harnisch versetzen. Uebrigens soll es in Bayern in letzter Zeit öfters vorgekommen sein, daß sogenannte„nationale" Protestantenpfarrer von der Kanzel herab über di»„Ui tr a m o n t a n e n" herzogen. Während man bisher gemeinsam von de? Kanzel gegen den „M a r x i s m u s" wetterte, beschimpft man sich jetzt gegenseitig. Herr Kohr sorgt also nicht nur für„billige" DIerpreise. sondern auch für Abwechslung in der Kirche. O Ca» Crsatzblatt des Kampfbund«,„D«r Ob«rbayer" ist. nachdem die drei Nummern der vergangenen Woche im einzelnen beschlagnahmt worden waren, auf Anordnung des Generalstaats« kommifsars einem generellen verbot versollen. Ein sozialistisches Opfer des Hamburger putsche». Genosse Herbert B« r g« r. früher Leiter der sozialistischen Studentenschaft der Berliner Handelshochschule und tn letzter Zeit durch seine Agitation in Brandenburg und Pommern zahlreichen Parteigenossen- bekannt, kam bei einer Autofahrt nach Hamburg, als die Kom» munisten dc»rt gerade putschten. Er geriet dort in ein« Schießerei der Kommunisten, erhielt zwei Schüsse, di« ihn schwer oerletzten und an deren Folgen er so schwer litt, daß ihm ein Fuß amputiert werden mußt«. Jetzt ist er seinen Leiden erlegen. In die Trauer um den Derlust eines hoffnungsvollen Parteigenossen mischt sich bei dieser Kunde bitter« E m p ö r u ng über ein« ssnnlofe Putsch. tattik der Kommunisten, die wieder einmal aus den Reihen der für die Arbeiterschaft tötigen Mitkämpfer ein Opfer gefordert hat. dürfen.(Also der Vertreter des Gottes der Liebe, der da lehrte: „Liebet eure Feinde" und„Stecket das Schwert in di« Scheide"). Gustav Roethe steigt aufs Podium, um mit dröhnender Stimme teutschen Geist zu oerkünden: Wir all« sehnen uns nach Ehrfurcht. Im heutigen deutschen Leben können wir si« nicht unter- bringen. Drum ehren wir di« Toten, dann huldigen wir den Lebenden, die ihren Geist erhalten(das sind Ludendocff und andere Helden mit der blauen Brill«). Denn nicht zuletzt aus Kriegstaten ist deutscher Geist im völkischen Sinn« entstanden. In aller Not des Weltkrieges waren wir glücklich. Erst in diesem Frieden sind wir unglücklich geworden. Doch eine Zuversicht ist da: di« akade- mische Jugend ist der beste Hort Im heutigen Deutschland. Der Weltkrieg war«in Wunder, ein schlechterdings unvergleichliches in den Annolen der Geschichte, schlechterdings ein« Höchstleistung deut- scher Kraft und deutschen Geistes. Prophezeien kann niemand. wir wissen nicht, wann die Tat kommt, aber der Wille zu ihr ist da. Daraus hat Roethe auch begriffen, daß di« Studentenschaft im vorigen Jahr die Hauptmann-Feier nicht mitgemacht hat. Denn Hauptmann, der Dichter des Mitleids, ist der Dichter von gestern. Wir wollen den Dichter der Tat. Aber schließlich prophezeit« Roethe doch: Der tot« Kaiser schläft im Berge, aber er wacht auf zur Stunde, die sicher kommen wird, die Stunde des Sieges mit den Masten des Geistes und— nach guter deutscher Art— mit dem Schwert.— Nicht ein Wort streifte di« Greuel des Weltkrieges, den Wahn- sinn des Krieges überhaupt. Ein Wunder(nach Roethe).«in« Gottesordnung(nach Doehring) ist der Krieg. Dazu trampelte die Berliner Studentenschaft Beifall. Ist es nicht schlimm um uns be« stellt, wenn In der Oeffentlichkeit gesagt werden darf, diese Jugend sei Deutschland» Zukunft und Zuversicht? Dies« Jugend, der das Biersaufen schönst« Sitte des Deutschen ist, die zu pflegen heiligste Pflicht bedeutet: diese Jugend, die lächerliche Beleidigungen„sühnt", indem sie sich gegenseitig die Gesichter zerkratzt. Diese sogenannt« Jugend ist Unjugend. Sie von ihrem Ungeist zu heilen, ist kaum möglich, denn ihre Hirne sind durch den Dunk«! ganzer Generativ- ikn verrottet. Unsere Pflicht ist es. das zu verhindern, was Leute von Roethes Art sehnlichst erhoffen: daß dies« Jugend Deutsch» lands Schicksal werde._ Wiedereröffitti»« der Wiener Universität. Nachdem die Diener Universitäi wegen der Rüpeleien und Rodeiicn der nationalistischen Studenten- schalt in der vorigen Doch« geschlossen werden muhte, hat der akademische Senat jetzt beschlossen, den Beirieb am Dienstag unter Aufrcchtcrhaltiing de» Legitimationszwanges und de» Farbenverbotes wieder zu erössiien. Grufte VolkSoper. Die, u g u n N e n der städtischen Bolts- (peil an gen ftallsindende WobltäligkeilS.flest-ussllhrung„Carmen" am Mittwoch, den LS. d. M., abend» 7'/, Uhr, ist in den Hauptrollen bclctzt mit Emmh 2 e t S n e r iSarmen), Hermann Ja d low ler(Don JosH, Leo Echützendorf(Eseamilloj. Elle d'Heureule(Meeatlai. Musi- kaltlche Settiina: Eugen Zenker, Spielleitung: Alexander Darnal», BllhnenauSstatlung: Han» Strohdach. «in Orgelkonzert von Prof. Walter Fischer findet im D o m am SS, 8 Uhr, fielt. Mitwirkung: Cdarlotle Keilich-Fiantz(All) und Prof. Karl Älingler(Violine). Der Dom ist gehetzt. Programm an der Kasse. Mattia vatltsttnt hat seinen Anleil au« dem Gastspiel.To?ea" in der StaatSopel, S2S7 Billionen Mark, nach einem bestimmten Schlüssel den Volksküchen, der Kinderhilse, dem PensionSsond» de« Orchester« und dem technischen Personal und Chor der Staatsoper überwiese». Rheinstaat und Sozialdemokratie. Die sozialdemokratischen Reichstagsabgeord- neten, Landtagsabgeordneten und Vezirksvorstände der Partei und der Gewerkschaften des besetzten Gebietes waren am Montag in Berlin versammelt, um über die Rheinland- frage zu beraten. Reichstagsabgeordneter M e« r f e l d be- richtete über die bisherigen Verhandlungen zwischen den beut- schen Parteien und Wirtschastsvertretern, ferner über die Ver- Handlungen des in Hagen mit Billigung der Regierungen des Reiches und Preußens gewüWten Fünfzehnerausschusses mit dem Chef der Rheinlandkommission, Herrn T i r a r d. Die von französischer Seite gemachten Vorschläge, die einen aus dem Reichsverbande ganz oder nahezu los- gelösten Rheinstaat mit französischem Einschlag fordern, wurden von der Versammlung einmütig als u n a n n e h m b a r be- zeichnet. Eingehend wurde über den aus deutschen Kreisen ge- kommenen Vorschlag diskutiert, ein Direktorium mit einem Verwaltungsausschuß für das besetzte Gebiet zu schaffen, auf welch« Körperschaften die Hoheitsrechte des Reiches und der Länder im wesentlichen übertragen werden sollen. Gegen«ine Beteiligung an dem Direktorium wurden allgemein schwere Bedenken geltend gemacht. Darüber, ob es zweckmäßig sei, sich an dem Ausschuß zu beteiligen, gingen die Meinungen auseinander. Schließlich wurde ein Antrag an- genommen, der die Beteiligung an dem Ausschuß von den Befugnissen abhängig macht, die ihm allgemein und gegenüber dem geplanten Direktorium gewährt werden sollen. Einhellig war die Versammlung in dem Willen, den f r a n- zösischen Loslös ungsbe st rebungen mit der bis- herigen Zähigkeit zu widerstehen. Die Irage des Rheinstaates. Tie Temokraten einverstanden. Elberfeld, 25. November.(WTB.) Auf dem außerordent- lichen Vcrtretertag der Demokratischen Partei sprach der Reichsiogsabgeordnete Erkelenz über di« bevorstehende Eni- scheidung über die besetzten Gebiete. Nachdem Tirard einem Herrn au» Köln di« Frage vorgelegt hätte, ob man nicht über die Bildung eine» Nheinstaates im Rahmen des Deutschen Reiches verhandeln könne, hätten Verhandlungen stattgefunden, zunächst am vorigen Freitag, über die im einzelnen noch nicht» bekanntgeworden sei Er glaubt aber in großen Zügen folgendes darlegen zu können, was von Tirard angenommen sei: Es solle über die Frag« beraten werden, die besetzten Gebiet« im Rahmen eines verwoltungstörpers zusammenzufassen, der auch über die Provinz» und Staatsgrenzen, über Westfalen, Hessen usw. hinübergreift. An die Spitze diese» Zweckverbandes tritt ein zwei bis fünfköpfiges Direktorium. Dahinter steht zunächst ein Ausschuß, der gewissermaßen der Berater dieses Direk- toriums ist. Dieses Direkiorium hat die Aufgabe, einerseits mit den Franzosen, andererseiis mit dem Deutschen Reich« all« die Derhandlungen zu führen, die notwendig sind, um wieder Orb- nung zu schaffen. Voraussetzung dafür ist l. ein« Regelung der Finanzen. Ein solches Gebilde muß Finanzhoheit, also eii« eigene Steuer haben: 2. muß dieses Gebilde die Verwaltung ordnen. Die Verwaltung muß wieder mit den ersten Kräften besetzt werden, dl« in der Hauptsache ausgewiesen worden sind. Aufgabe des Direk. toriums wird deshalb sein, auf die Rückkehr der Ausgewiesenen Hinzuarbeiten oder, soweit dies nicht möglich ist, auf die Neubesetzung der betreffenden Aemter bedacht zu sein. Äm übrigen hätte dieses Direktorium das Recht und die Pflicht alle Maßnahmen zu treffen, die«in souverän er Staat in seinem Gebiet treffen kann. Es würde gewissermaßen die Sou. oeränität des Reiches und der Länder für die Zeit, in der hier der Zwangezustand herrscht, auf diesis Direktorium übertragen werden. Wenn unter dem herrschenden Druck die Bande zwischen Reich und Ländern gelockert werden müssen, so dürfen wir nicht Frankreich die Möglichkeit geben, die einzelnen westfälischen, rheinischen, hessi- schen und bayerischen Teile usw. gegeneinander auszuspielen. Trotz eines gewissen Widerstandes, der vielleicht in Westfalen am größten ist, muß man zusammen vorgehen. Das Entscheidend« ist, daß wir vor der Schaffung eines Selbst- Verwaltungskörpers im besetzten Gebiet stehen. Denn auch nicht an ein Ausscheiden aus Preußen oder dem Reich gedacht wird, sondern ein« reine Zusammensasiung au» Zweckmäßigkeitsgründen beab- sichtigt ist, enthält doch diese Situation ein« politisch ganz außer- ordentliche Bc�ntung. Trotz de» Zweckverbande, ist di« poli» tische Gefahr immer noch sehr groß und wird um so größer, je selbständiger dieses zu schaffende Gebilde wird. Wir haben meines Erachtcns uns immer mit Recht gesträubt gegen die Mög- lichkeit einer Abtrennung von Preußen, solang« di« Besetzung be- steht. Es wird den Franzosen nicht schwer fallen, in diesem Gebilde ihren Einfluß geltend zu machen. Aber di« Ding« find so, daß wir zwischen dieser Mög. lichkeit zu wählen haben und der. Millionen der Bevölkerung gegen. einander losgehen und sich gegenseitig ausfresien zu lassen. Um die Bevölkerung vor dem Allerschiimmsten zu bewahren, muß der erste Weg beschritten werden. Ich werde deshalb vorschlagen, daß wie un» dahingehend erklären, daß wir unter dem Zwang der Umstände und vor der Gefahr de» Verhungern» und der Verelendung un» mlk diesem Schrill einverstanden erklären in dem Vewußkseln, daß die deutsche Bevölkerung am Rhein deutsch ist und bleiben wird, auch wenn die Form de» Slaaie� wechselt. v Das Ruhr-Abkommen. Das Abkommen, das zwischen der Micum, der Jnter- alliierten Kontrollkommission für Fabriken und Bergwerke, mit dem Bergbaulichen Verein getroffen worden ist, liegt jetzt im W o r t l a u t vor. Es bestätigt im allgemeinen die privaten Meldungen über den Inhalt des Abkommens, den wir seiner» zeit wiedergegeben haben. Bemerkenswert ist, daß über die Regelung der Arbeitszeit und ähnliche Fragen in dem Mantel- vertrag nichts enthalten ist. Dagegen sind die an den Kohlen- bergbau sowohl, sowie an die gesamte deutsche Wirtschaft für die Weiterführung der Produktion gestellten B e d i n g u n« gen außerordentlich hart und drückend. Reben rück- ständigen Kohlensteuern bis zu 15 Millionen Dollar sind bekanntlich auf die künftige Kohlenförderung Abgaben von Ist französischen Fronken pro Tonne gelegt, und zwar aus alle Kohle, die zum Vc-fuuf oder zur Versendung an angeschlosiene Fabriken gelangt. Lediglich der Eigenverbrauch und die Deputatkohle sind von dieser Abgabe befreit. Daneben sind außerdem große R a t u r a l l c i st u n.g e n als Reparations- lieferungen auferlegt, die auf Reparationskonto verbucht werden sollen. Der K o t s. den die Interalliierte Kommission cnfcrdert. kann bis zu 35 Proz. der Produktion der einzelnen Werke betragen und ist entsprechend auf die Kohlenlieferungen anzurechnen. Zu alledem kommen noch di« Beschlagnahme der früher geförderten Kohle und scharf, Kontrollb«stimmungen über die k Ausfuhr von Kohle und Metallprodukten. Das Abkommens ' hat Gültigkeit bis zum 15. April 1924. Es enthält eine Unzahl � von Einzelbedingungen, deren Nichterfüllung, ähnlich wie früher die Reparationskohlenlieferungen Frankreich leicht Vor- � wände geben könnte, den Vertrag außer Wirksamkeit zu setzen. . Wenn man ihn trotzdem abgeschlossen hat, so geschah das fraglos deshalb, weil man die ungeheure politische Gefahr eines Stilliegens des Ruhrgebiets nicht ertragen kann. Es muß anerkannt werden, daß man hier um einen unerhört hohen Preis die Grundlage zur Wiederaufnahme einer geregelten Produktion erkauft hat. Um so dringender ist zu verlangen, daß die Reparationskommission durch einen klaren Entscheid über Deutschlands Leistungsfähigkeit den guten Willen zur Erfüllung der Reparationen anerkennt und einen Rechtszustand schafft, der auf die Dauer die Arbeit im Ruhrgcbiet ermöglicht. * Das Ruhrprovisorium wird im Lauf« dieser Woche durch Sonderabkommen mit den einzelnen Zechen ergänzt werden. Außerdem steht die Erneuerung der Verträge bevor, die eine Reihe von Werten, u. a. Becker, Krupp, Phönix, schon früher mit der Kon- trolltommission abgeschlossen hatte. Diese Verträge sind bereits Mitte November abgelaufen. Da sie eine Klausel enthalten, nach der alle � Vergünstigungen des Ruhrprooisoriums automatisch auch für sie gelten, ist mit einem schnellen Abschluß zu rechnen. Von bescnderer Wichtigkeit sind die bevorstehenden VerHand. j lungen über di« Regelung des Verkehrs im Ruhrgebiet, weil ein« allgemein« Arbeitsaufnahme im Bergbau nur durch eine normal« Abfuhr gewährleistet wird. Di« Derhandlungen gestalteten sich sehr schwierig und wurden in voriger Woche, aber lediglich wegen Rückfragen technischer Natur, vertagt. Nachdem nun das Ruhrprovi- forium vorliegt, dem di« rheinisch-westfälische Schwerindustrie am Sonntag in einer Versammlung in Hamm zugestimmt hat, ist mit einer Wiederaufnahme der Derhandlungen am Mittwoch, den 28. No- vember, zu rechnen. Der Kampf um die Ruhrgewinne. pari», 26. November.(TU s Die deutsSen Vertreter, die zu den Reparationsverhandlungen hierher gekommen waren, find bis auf den Präsidenten der KiiegSIasienkommisfion. Staatssekretär Fischer, wieder noch Berlin zurückgereist. Die ReparationSkommiifion hat ihre nächste Sitzung aus morgen, Dienstag, angesetzt und sie wird nunmehr, da das sogenannte.verhör der Deutschen beendet ist, ihre eigene Unteisuchung der deutschen ZahlungSsäbigkeit er- öffnen. Ob zu diesem Zwecke ein SachverständigenauSschuß berufen wiid. sieht noch nicht fest. Der morgige Tag wird wohl darüber di« Enischeidung bringen. Inzwischen bahnt sich für die Repa» ralionSkommiiston bereits ein neuer schwerer Konflikt über die ver- rechrning der Ruhrgewinne an._ Franzosen verhaften Deutschvölkische. Dortmund, 26. November.(Eigener DrabtberiSt.) Franzö» fische Kriminalbeamte au» Düsseldorf trafen hier ein und verhasteten etwa 2k> Perionen, die der deutsch» völkischen Bewegung angehören. Unter den Verhafteten befinden sich BergwerkSdirektor Tingelmann- Dorstfeld, Re- gierungSbaurat a. D. Althüser sowie ein Bankbeamter der Dresdener Bank. Die verhafteten wurden ins lranzösische Ge» iängniS gebracht und nach kurzem Aufenthalt nach Düsseldorf über» geführt. Der 32iShrige SB teuer, der in feiner Wohnung in der Hollestr. verhaltet werden sollte, sprang zwei Stockwerke hoch auf die Straße. Di« Kriminalisten schofien hinter, ibm her. Obwohl Wreuer am Arm verletzt wurde, gelang eS ihm, sich der Festnahme ,» entziehen.__ Sanktionen zum Soll Gr äff. Pari». 26. November.(WTB.) Wie der Brüffeiler Bericht- ci stalter des„Tcmps" meldet, hat ein Vertreter der belgischen �Regierung heut« vormittag in Duisburg rollendes Eisen- bahnmaterial beschlagnahmt, das zur Ablieferung an : di« deutsch« Eisenbahnverwaltung bereitstand. Die Maßregel wird damit begründet, daß die deutsch« Regierung das Ultimatum in �er Angelegenheit des Leutnants Graff nicht be- olot Hab«, in dem-rvn ihr Bezahlung einer Geldbuße von > 215 000 Franken verlangt wird. Das beschlagnahmte Material � cll in Höhe dieser Summe liquidiert werden. Eine Million � Franken werde die belgisch« Regierung nach der Meldung des. De- ! richterstatte rs dem Roten Kreuz und 215 000 Franken der Familie de» Getöteten zur Verfügung stellen. lag« entgegengeht und daß di« britische Labour Party wieder einen Sieg davontragen soll. Dies« erwarteten Erfolg« würden aber fast bedeutungslos sein bei einem Untergang der deutschen Sozial- demokrati«. Darum hoscfn die Arbeiter Hollands, daß di« deutschen Arbeiter, wiewohl der kommende Winter schrecklich für sie sein wird. erwägen werden, daß die Zukunft der ganzen internationalen Arbeiterbewegung von ihrer Geduld, ihrer Zähigkeit, ihrem Fest- halten an dem Glaubm der Sozialdemokratie abhängt. Nebeneinkommen der Pensionäre. Anzeigepflicht bis Ende November. Nach der Personalabbauverordnung vom 27. Oktober 1923 ist jeder Versorgungsberechtigte, der nicht im Reichs- oder in einem sonstigen öffentlichen Dienste oerwendet wird und neben seinen sonstigen Versorgungsgebührnissen ein weiteres steuerbares Einkommen bezieht, bei Verlust seiner Versorgungsbezüge ver» pflichtet, der Dersorgungsbehörde oder Kasse bis Ende November dieses Jahres die Hol)« dieses weiteren Einkommens anzuzeigen.— Näheres hierüber ergibt der Aushang in sämtlichen Berliner Post- anstalten, Zahlstellen, Fürsorgestellen, Versorgungsämtern und im Hauptversorgungsamt Berlin. Internationale Solidarität. Amerikanische Hilfe für die deutschen Gewerkschaften. Rem Port. 26. November, swlv.) ver amerikanische Ge- werkschaslsbund beschloß, seine drei MIlllonen Mitglieder zu vel- trägen für dle Lildung eine» Unter st ühung»sond- für die verarmten deutschen Gewertschafte« aufzufordern. die nach der Auffassung der amerikanischen Gewerkschaftler da, einzig« Vollwerk Deutschland» gegen Volschewismu» und Monarch>»mu» seien, ver Betrag de» zu bildenden hilwfond» wird nicht genannt.(Et heißt jedoch, daß e» sich um«ine be- deutende Summe handle._ Kronprinzenrückkehr und tveltmeinung. Eine Stimme ans Holland. Man schreibt un» aus Holland: Die Rückkehr des Exkronprinzen von der Insel Winringen nach Deutschland(man kann wohl von einer Flucht sprechen, denn sein« Abreise hat sehr heimlich stattgefunden) hat auch di« holländischen Sozialdemokraten beunruhigt. Ersten», weil es möglich war, daß dieser Mann in Deutschland zugelaffen wurde, zweitens, weil die � ! holländische Regicrui� den Verbannten ohne weiteres gehen ließ. � Daß es möglich war, den Exkronprinzen zurückkommen zu lasten in einer Zeit, in der gerade der Münchener Putsch vorgefallen war, wird vielfach hier als«in Zeichen für die baldig« Wieder- Herstellung der Monarchie in Deutschland betrachtet. An. dcrnteils wird es für möglich gehalten, daß die republikanische Treue den großen Angriff aus die Republik durch einen allgemeinen Streik und durch«inen bewaffneten Widerstand der Arbeiter ab- schlagen wird. Jedenfalls rechnet die holländische Sozialdemo. krati« darauf, daß der deutsche Arbeiter nicht verzagen wird, weil die deutsche Republik ein Symbol vom stegreichen Aufmarsch der ganzen internationalen Arbeiterklasse bedeutet. Weiter ist sie überzeugt, daß auch, wenn der Monarchismus oder der Faschismus die Ueberhand gewinnen würden, dieser Erfolg doch nur von kurzer Dauer sein wird, nur«ine E p t s o d e im Kampf der deutschen Arbeiterbewegung gegen die Reaktion oder bester für den Sozialismus. Der Aufruf zur Hilf« der Sozialistischen Arbeiterinter- nationale wird in Holland verstanden. Di» Hoffnung ist groß, daß dernationaleBlock in Frankreich im Jahr« 1924 einer Nieder» Wirtschaft Haugewerbe und Geldentwertung. Der.verband sozialer Baubetrieb«', erkannt als Vorkämpfer für gemeinnützige Bautätigkeit, veröffentlicht soeben den Bericht über sein drittes, am 30. Juni 1923 abgelaufenes Geschäfts. jähr. Einleitend befaßt er sich mit der Lage des Baumarktes und übt dabei heftige Kritik an der bisl)«rigen Wohnungsbaupolitik. In- dem wir uns vorbehalten, auf die Geschäftsergebniste im einzelnen noch zurückzukommen, geben wir diesen interessanten Teil des Be» richtes ausführlich wieder: Dos deutsch«Baugewerbe hatte von der Markentwertung zunächst insofern einen Vorteil, als viele Privatleute ihr flüssiges Kapital, um es vor der Entwertung zu schützen, in Bauten der ver» schiedensten Art anlegten, oder sich gar durch billige Papiermarkkredite Kapital zum Bauen verschafften um es später in entwertetem Geld« zurückzuzahlen. Auch Reich, Länder und Gemeinden lieben, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und unproduktive Unter- stlltzunyen zu sparen, Bauarbeiten der verschiedensten Art ausführen, so daß während des größten Teils des Berichtsjahres das Baugewerbe leidlich beschäftigt war. Nur di« Wohnungsbau. tätigkeit, die vom volkswirtschaftlichen und sittlichen Standpunkt aus am nötigsten war und b-e größtenteils mit Lffenlichen Geldern finanziert werden mußte, ließ stark zu wünschen übrig und lag zeit- weilig infolge Mangels an Mitteln nahezu still. Auch das war eine Folge der Geldentwertung bzw. des Umstandes, daß sich die Regierungen und Parlamente infolge einer unglaublichen Einsichts- losigkeit und Kurzsichtigkeit, zum Teil auch aus Angst vor den Wählern, nicht zu den infolge der Geldentwertung unbedingt not- wendigen Maßnahmen aufschwingen tonnten. Anstatt die W o h» nungsbauabgab«, aus der der Wohnungsneubau zum guten Teil finanziert werden mußt«, rechtzeitig dem sinkenden Geldwert anzupasien und damit auf der einen Seite größere Mittel für die Finanzierung der Neubautätigkeit zu bekommen, andererseits aber durch die Erhöhung der Mieten den rentierlichrn Bauwert zu steigern und auf dies« W«ise di« Höh« der unrentierlichen Baukostenzuschüsse herabzusenken, trieb man eine Politik, die gleichzeitig zur Herab» senkung der Mieten auf ein Butterbrot und zu einer maßlosen Steigerung der unrentierlichen Baukosten führen mußt«. Auf diese Weise wurde der gemeinnützig« Wohnungs» neubau förmlich erdrosselt und der Weg zur Wiedereinführung der freien Wirtschaft im Wohnungswesen freigemacht. Schon im August 1922 waren infolge der fortschreitenden Geld- «ntwertimg und der damit verbundenen Steigenmg der Löhn« und Baustoffpreise di« für das Baujahr 1923 zur Verfügung- stehenden M! t t e l e r s ch ö p f t. In der Hoffnung, daß der Reichstag ein« ausreichende Erböhung der Wohnungsbauabgab« beschließen werde, stellte damals d!« Reichsregierung auf Verlangen des Wohnungs- ausfchusies den Ländern Kredit« zur Verfügung, die zur Vollen. dung der halb- und dreiv!ert«lf«rt!gen Wohnungsbauten und gleichzeitig zur Verhinderung größerer' Arbeitslosigkeit im Baugewerbe dienen sollten. Das ist später noch mehrmals geschehen. Der Reichs- tag konnte sich aber nicht dazu aufschwingen, für diese Kredit« Deckung zu sämffen, geschweige denn die Wohnungsbauabgabe so zu erhöhen, daß damit ein ausreiihendes Wohnungsbauprogramm finanziert werden konnte. Man wollt« angeblich die Mieter schützen, legte aber in Wahrheit durch ein szdam Eemeinwirtschaftsgedanken hohnsprechendes Verhalten Sprengkörper an die Wurzeln des Mieterschutzes. Di« Folgen werden sich bald in einer Weis« zeigen, daß den Mietern und ihren angeblichen Schützern die Augen übergehen. Mit aller Kraft hat der Verband sozialer Baubetriebe zusammen mit den Gewerkschaften für di« Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durch die Beschaffung produktiver Arbeit im Baugewerbe und damit für den Wiederausbau der deutschen Volkswirtschaft ge- wirkt. In zahlreichen Eingaben an die Regierungen und die Be- Hörden des Reiches und der Lönder wurde von ihm und seinen Be- zirksverbönden der Standpunkt vertreten, daß es ein Verbrechen am deutschen Volk« wäre, wenn in einer Zeit der größten Not nicht all« Dolkskräfte restlos z u produktiver Arbeit aus- genutzt würden, und daß die Finanzierung nützlieber Arbeit durch die öffentlichen, Körperslhafton der Zahlung unproduktiver Unter- stützungen vor'uziehen sei. Hatte der Verband sozialer Baubetrieb« immerhin die Genugtuuna, daß von de» öffentlichen Gewalten diesem Standpunkt bis um die Mitte des Jahres 1923 wenigstens teilweife Rechnung getragen wurde, so scheiterten all« feine Bemühungen um die Durchführung einer gesunden, nacki gemeinwirtschaftlichen Gesichtspunkten gerichteten Wohnungs- und Baupolitik an der Ver» stärrdnislosigkeii der politischen Barksen. Ein Oellrufl von Siinne» ist in der Bildung begriffen. Zu der gleichen Zeit, wo man das Reich mit gewaltigen Krediten in Anspruch nahm, weil es zur Aufrechterhaltunp der Produktion angeblich an Kapital fehlte, hat man die Vorarbeiten dazu geleistet. Als man die Stillegung des Ruhrgebietes für unvermeidlich er- klärte, angeblich ebenfalls wegen Kapitalmangels, glaubte sogar ein dänisches Blatt melden zu können, Stmnes sei im Begriff,..sein« Fabriken in Europa zu opfern, um die Petroleumqucllen in Argen» tinien, Texas, China und Mesopotamien zu erwerben'. Nun, ganz so schlimm ist es nicht geworden. Stinnes wird seine«uro- oäischen Unternehmungen noch gebrauchen. Slber er hat es immer« hin fertigbekommen, in New Port, wo man sich den Kopf zerbricht, wie man Deutschland mit Kradit helfen soll, eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 20 Millionen Dollar zu gründen, die sich di«„Erfassung von Nohpetroleum auf der ganzen Welt zum Ziel« setzt"/ Schon vorher gingen Meldungen durch die Presie, wonach Stinnes über Sinclair-Gesellschaft mit der Standard Oll Compagnie Liescrungsvertrüge über Petroleum abgeschlossen und sich mit dieser Gesellschaft über die Ausbeutung großer Petroleumgebiete geeinigt habe. Stinnes hat sich Petroleum in Texas, Mexiko, Rußland und Angola(in Westvfrila) gesichert. Soweit die Meldungen, di« durchweg ans bürgerlicher Quelle kom» inen. Man sieht, das deutsch« Volk hungert nicht nur bei vollen Scheunen, sondern auch bei prall gefüllten De» v i s e n s ch r ä n t« n, die für die Lebensmitteklnfuhr nicht in Betracht kommen. DI« glücklichen Besitzer sind ja Leute, die nicht hungern und die nur ein bißchen Diktator spielen wollen, weil sie noch nicht genug Geld und Macht haben. OeweMhastsbewegurig Abgelehnter Schieösfpruch in See Netallinöustrie. Am 19. November nahm eine Konferenz der Vorsitzenden der Betriebs- und Arbsiterrät« zum Schiedsspruch der Metallindustrie Stellung. Kollege Urich berichtete über die geführten Lohnverhand- lungen, deren Ergebnis der folgende vom Arbeitsministerium ge- fällt« Schiedsspruch bildet: „1. Bezüglich der Lohnwoche vom 12. bis einschließlich 18. No- vember verbleibt es bei den tatsächlich gezahlten Löhnen. 2. Für die Lohnwoche vom 19. bis einschließlich 25. November beträgt der Stundenlohn für männliche Arbeiter über 21 Jahre in der Klosse I 500 Milliarden Mark. 3. Ab 26. November 1923 beträgt der Stundenlohn für männliche Arbeiler über 21 Jahr« in der Klasse V 41 Gold- Pfennige. Den Parteien wird aufgegeben, sich über die übrigen Fragen des Lohntarifes zu verständigen. Die Zahlung hat grund- sätzlich in goldwertigen Zahlungsmitteln zu erfolgen. Soweit solche nicht zur Verfügung stehen, kann in Papiermark gezahlt werden. Die Verrechnung der Goldmark in Papiermark geschieht nach dem amtlichen Berliner USA.-Dollar-Mittelkurs. Abschlagszahlungen, werde» zum Kurs« des Zahlungstages angerechnet. Di« Schluß-! berechnung erfolgt zum Kurse des zweiten Tages vor dem ordent- � lichen Lohnzahlungstage. Dies« Regelung kann'jederzeit gekündigt! werden." Di« Obleute wiesen mit Entrüstung diesen Schiedsspruch zurück und beschlossen, die Entscheidung in den Be- trieben darüber herbeizuführen. Am Mittwoch findet eine Funk- tionärversammlung voraussichtlich im Kriegervereinshaus statt, worüber näheres in der Annonce am Mittwoch früh. ES betragen'm Verhältnis zur Vorkriegszeit die Löhne der! Bergarb ei ter 53,63 Proz, der B a u a r b e i l e r 17,92 Proz, der Holzarbeiter 1l,82 Proz., der Metallarbeiter 20,2 Proz., der Fabrikarbeiter 40. 13 Proz., der Dachdecker 17,74 Proz. Diele Zahlen dürften beweisen, daß die Löhne keinesfalls im Verhältnis zur Vorkriegszeit als Verieuerungsfaklor angesehen werden können, iondern daß sie zum Teil auf ein Fünftel, ja aui nahezu ein Zehntel des Vorkriegsstandes zurückgegangen sind. Diese Zahlen sind somit ein erschreckendes Zeugnis für dos Maß. in dem die Lebenshaltung selbst der noch in Arbeil befindlichen Teile des Proletariats herabgedrückt worden ist. Neuordnung des Schlichtungstoesens. DaS NeichsarbeitSministeriuni teilt mit: Die in der Verord- uung über das Schlichtiingswesen vom 30. Okiober 1923 lNeichs- Geietzbl. I. L. 1043) voigeichenci: Ltisiubrungsbeslimmun, cn wer- den demnächst ergehen. Sic werden insbesondere arrw Bestimmungen über die Ergänzung des Beisitzeibcsiandcs der Grlvcrbegciickle und Kausmannsgerichle durch Hinzuziehring von Beisitzern aus den bei ihnen bisher nicht vertretenen Berufen lz. B. aus der Landwirt- schafl). über die Möglichkeit der Eiiirichiung von Fachkammern und über das Verfahren der SchlichtuilgSailSichiisie. Gewerbegerichte und KaufinannSgerichte nach der Verordnung enthalten. Angestelltentarif der Berliner Metallindustrie! Die Verhandinngen über die Feslsctznng der Goldmarlbezüge sür den Monat November sind infolge der unzureichende» Vor» schlüge des VBMJ. gescheitert. DaS Neichsarbeitsniinisteiium ist angeiufen. Verhandlungen werden voraussichtlich am Donners- tag staltfinde». Der VBMJ. hat beschlossen, heute die übliche Zahlung auf Bau« ivrotgeld vorzunehmen, ani Drnneisiag oder Frcltog dieselbe Zahlung iiir drei Tage folgen z» lassen und außerdem am Frei- rag. den 30. November, 40 Ottobcrgebälter abzüglich der Brotneid- Vorschüsse, die in der Woche vom 18. bis 24. November gezahlt wurden, zu leisten, Falls bis-um Auszahlungsiage eine Verändr- ruiig vcs TollaiknlfeS zu verzeichnen ietii tollte, wird vorbchalten, die vorgesehene Summe entsprechend zu erhöhen. Wir bemerken ausdrücklich, daß wir auch hierüber eine Ver-! «subarung nicht getroffen habe», weil uns der genannte Betrag zur Deckung bei Ultimoausgaben völlig unzureichend erscheint» der VBMJ. jedoch nicht bereit war. darüber biiiauszugehen. A f a- M e l a l l k a r t e l l. Günther. Kaiper. Rothe. heute, Dienstag, Sen 27. November, abenös 7 Uhr im Lehrervereinshaus. �lexauSerplatz: Gr. Fnnktionärkouferenz aller Partei- u. Gewerkschaftsfunktionäre der VSPT. Tagesordnung: Ses MelkszMeN- Die MWuvg des MWvdenkMS Ref.: Die Rcichslagsabg. S. Aufhäuser u. O. Schumann. Da die Gefahr besteht, daß der Achlslnndeutag ebenso wie alle übrigen Arbeitcrrechte auf dem Verord- nungswege beseitigk wird, soll diese Fnnktlonärver- sammlung zugleich zu einer prolestkundgebung gegen die geplanten arbeilerfelndlichen Aloßnohmcn werden. Ohne Funklionärausweis und Mitgliedsbuch der Partei kein Zutritt Zur Deckung der hohen Unkosten Tellersamm'ung. „G old�löhue für die Berliner Gcmeindcarbeiter. Die vom Berliner Magistrat sür dce Gemeindebetriebe angc- nommene Regelung der Löbne für die Reichsarbeiler siebt einen Siundenlohn von 44.28 Pf. vor-tür Handwerker, von 36 72 Pß sür Angelernte und von 32,04 Pf. sür Ungelernte. Diese Löhne liegen um 30 33 und 35 Proz. unter den F r i e d e n§ r e a l l ö h n e n. Die Sätze selbtt bodeiilcn ecne ganz geivalrige Erweireruna der Spanne-wcsche» den drei Zlnregor en. Während vor dem Jlicege die Löhne der Ungeleruien 86Pc oz., die der Aiigelei»teil 90 Proz. der Handwerkerlöhne beliugen, war in der Slachkriegszeit das Verhältnis zum Handtvcrkertohn etwa 93 Proz. sür Ungelernte und 95 Proz. für Angeleinte. Nach der Neuregeliina beträgt der Lohn des Ungelernten 74 Proz.. des Anaelernien 80 Proz des Hand« Werkerlohnes. Tie Frarmtohne iollcn 75 Proz. der Lohnsätze be- tragen. Die FammenbeihlUe sür die Frau und für das Kind je drei Pfenntge für die Stunde. Abgesehen von der urmagbaren Verschlechterung der Löhne der angelernten und urgeleinlen Arbeiler gegenüber dem Htiidwerkerlohn ist die ganze Regelung angesichts der Kosten der Lebi-tlsballnng eiriiach unmöglich. Die.Gold"löbne slabiltsicrcn den Zustand der letzten Wochen, daß die Berliner Gcmciiidearbeiter liur 25 bis 30 Proz. des FriedenSreallohneS er- reichen Die vom Reich ü b e r n o in nr e n e n Lohnsätze bleiben teilwei'e bis zu 70 und 80 Proz unter den Goldlöhnen zurück, die sür andere Bei nie in Berlin zestaeietzt worden sind. Das Lohn- karrell inr die Gemeindebetriebe dar sofort Verhandlungen mit dem Magistrat outgenommen, die bis zur Stunde kein Ergebnis zeiligien, die aber fortgesetzt werden iollcn. Für die in Frage kommenden Organisationen ist eine Zustimmung zu der vom Magistrat festgelegten Regelung unmöglich. „Hohe Löhne". Bei den Eiörlerungen über die Gründe der Teuerung tritt immer wieder die Behauptung au', daß ein wesentlicher Grund für das unerträgliche Anwachsen der Preise für alle Lebensrnittel und BedariSgegerisläride in den hoben Löhnen zrz sirrten iei. Bei de» heiligen Pietnungsverichiedenbeilcn über dieic Frage ist es be- deulsam. daß in der vom Slalislitchen Reichsamt heransgegebeiien Zeilschrift„Wniichasi und Sralislit"(1928, 3. Jahrg. Nr 20 S. 034) eine Zusammenstellung über die wichiigsterr Tarftlöbne in der 2. Ol- tobcrwoche folgendes Bild ergibt: Die KYD. auf üem Dummenfang. In einer am Sonnabend nachmittag in den„Zentral-Festsälen" abgehaltenen Versammlung eines kleinen Teiles der graphischen Arbeiter erörtert« der kommunistische Branchenleiter des Buchbinder- Verbandes, C z e r n y, das Thema„Was lehrt uns der Berliner Buchdruck«rstreik?" Der Redner ging in echt kommunistischer Art auf die Vorbereitungen und den Verlauf des Kampfes ein, um alle Schuld an dem Mißerfolg des Streiks auf den„V o r w ä r t s", die BSP D. und die Instanzen, vvr allen Dingen den A D G B., abzuwälzen. Weil die Orts- und Z e n t r a l v o r st ä n d e des graphischen Gewerbes„Verrat" geübt hätten, müßten sie besei- t r g t werden. Der Schluß der Ausführungen klang aus in den Worten:„Die Leichenkammern beim ADGB. und allen an- deren Instanzen müssen oerschwinden, und neuem Blut muß Platz gemacht werden." Wäre es nicht das Wohl und Wehe der gesamten gravhischen und damit auch der übrigen Arbeiterschaft, das durch solche kindische Manöver der sich als Führer berufen fühlenden unverantwortlichen Schwadroneure auf das Spiel gesetzt wird, so könnte man über die Angelcgenheü zur Tagesordnung übergehen. Der ganze Streik aber hat bewiesen, daß unsere Leute weit mehr ihre Pflicht lind Schuldig- keit getan haben, als die KPDisten, die jetzt, nachdem sie von der Parteizentrale dazu beaustragt sind, den Mund nicht weit genug aufreißen können. Obwohl C z e r n y und auch die anderen be- teiligten Kommunisten allen Streikmaßnahmen und auch dem Ab- bruch des Streiks ihre ausdrückliche Zustimmung gegeben haben, müssen st« jetzt auftragsgemäß über den„Verrat" wettern. Zur Frage des geforderlen graphisch:» Jndustrieverbandcs ist zu er- klären, daß die Vorstände einer solchen Entscheidung niemals aus- gewichen sind, sondern daß darüber bereits vor längerer Zeit«ine Urabstimmung vorgenommen worden ist, die eine Ablehnung des Jndustrieverbandes mit großer Mehrheit ergab. In einer angenommenen Resolution wird die General- reinigung der graphischen Verbände" von den „Grwerkschaftsbureaukraten" gefordert. Außerdem werden Unterschriften sür den Rücktritt des Gauvorstan- des gesammelt. Auch bei den Lithographen und Steindruckern ist man ähnlich verfahren. Der Hauptzweck der ganzen Komödie ist folgende: Die KPD. will bekanntlich die„Neuorientierung der Gewerkschaften" nach den B?ichlüssen ihres Sondcrkongrcsses in Weimar vornehmen. Um dafür genügend Dumme zu finden, muß sie natürlich in Aktion treten. Weil die graphische Arbeiterschaft sich gegenwärtig in einer mißlichen Lage befindet, alaubt man, sie sei in der richtigen Der- zweiflunasstimmung zur Aufnahme der kcmmunistischen Parole „alles muß oerungcniert werden" ganz besonders empfänglich. Die graphische Slrbeitcrschaft aber ist trotz aller Erbitterung über die Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse genügend gewerkschaftlich geschult und erfahren, als daß sie sich von selchen Helden führen ließe, dk jode Niederlage im gewerkschaftlichen Kampfe begrüßen als neue Etappe im Sinne ihrer Weltrevolutionsphaniasien. Der Genosie Georg Sowade ist am 23. November nach kurzem Krankenlager an Blinddarmentzündung gestorben. Sowade war seit 1920 zweiter unbesoldeter Vorsitzender in der Reichsabteilungs- leitung der Kraftfahrer im Deutschen Verkehrsbund. Seit feinem Eintritt in die gewerkschaftliche Organisation im Jahre 1907 war er für sie eifrig tätig und bewährte sich besonders als Mitglied seiner Branchen- und Sektionsleitung. Sein geradezu vorbildlicher Charakter erleichterte es ihm. unter seinen Berufskollegen auf- klärend zu wirken und sie für unsere Ziele zu gewinnen._ Der Partei gehörte Sowade seil 1910 als Mitglied an. und war für sie nach besten Kräften tätig. Partei und Gewerkichaft verlieren in Sowade einen bescher- denen,, eifrigen und pstichttreuen Kameraden. Die Einäscherung erfolgt Donnerstag, abends 6 Uhr, im Krematorium Wilmers- dorf. Gefälschte Unterschrifi! Wie der Verbandsvorstand der graphi- schen Hilfsarbeiter mitteilt, ist die Unterschrift seines Mitgliedes, Frau L a u k a n t, unter dem Flugblatt, das zu einer Versamm- lung der graphischen oppositionellen Arbeiter aufrief, gefälscht. Die Kollegin Laukant hatte weder von dem Inhalt des Flugblates, mit dem sie sich nicht einverstanden erklärt, Kenntnis, noch hatte sie ihr« Unterschrift diesem Flugblatt gegeben. Ehirurgiemechanik! Heute bzw. morgen wird ein Vorschuß gezahlt in Höhe von 60 Proz. des verdienten Lohnes der Lohn« ivoche vom 12. bis 18. November 1923. Deutscher Metollarbeiterverband. 5m Sleindruck-, Lithographie- und pbotographsichen Kunslbnick- sind folgende Löhne in Goldmarl vereinbart gewerbe worden: In der Zeit vom 10.— 16. 11. G e h i l s e n im ersten Jahre , bis zu 21 Jahre» , über 21 bis 24 Jahr. , über 24 Jahren. Lehrlinge im 1. Jahr. »» 2.,. *»» 3.„. m m 4..• 17.-30. 11. 17,17 19,62 22,08 24.53 15,74 17,98 20,23 22,48 1,42 1,66 1,80 1,96 . 2,23 2,43 . 2,70 2,94 Arbeiterinnen in der photogrophischen Kunstdruckindustrie er» halten 80 Proz. der Gehilsenlöbne. Chemiegraphie», Licht», Kunst» undTiekdruck« gewerbe. In den Lohnwochen vom 17. November bis 28.Dezember beträgt 1.— 31. 12. 17,15 1960 22,05 24,50 1.55 2,06 2,43 2,94 der Mindest Wochenlohn für Geh ilfenin Goldmark im 1. Jahr... 16,80 bis 21 Jabrcn.. 19,20 21 bis 24 Jahren. 21,60 über 24 Jahre.. 24,— das wöchenllicheKoftgeld der Lehrlinge in Goldmark im 1. Lehrjahr.. 1,60 . 2.... I.SO . 3.... 2.40 .4.... Wciter erhalten die Siehilicn für den Weglall der Wasckpousen als Eniichädigimg eine Lohnstunde(Wcchenlohn dividiert d»nch 48). Alle dieie Löhne sind möglichst i» wertbeständigen Zahlungsmitteln zu zahlen. Soweit wertbeständige Zahlungsmittel nicht vorbanden sind, ist in Papielmork zu dem Kurse des Vortages der Lohnzahlung zu zahlen. Der Kurs ist der amtliche Berliner Dollarmittelkurs. Für die AngesteNlen in der S p e d i t i o n s b r a n ch« ist ein Abkommen auf Goldmarkbafis getroffen worden. Tabellen beim Zentralverband der Angestellten, Belle-Alliance-Str. 7/10. Im Buchhandel werden heute weitere 20 Oktobergehälter ausge- zahlt. Die Lohnverhandlungen der Lederwarenbranche vor dem Schlichtungsausschuß finden erst am Donnerstag statt. In der Ver- sammlung am Freitag 7 Uhr bei Boeker, Weberstr. 17, wird dar- über berichtet. � zu Der Illannhcimer Verband der INelallindustriellen hat der ge- samten Arbeiterschaft der ihm angeschlossenen Werke zum 14. Dezember gekündigt Den Anlaß bildet ein Schiedsspruch, der den bisherigen Goldlvhn v o n 5 6 a u f 6 5 Pf. erhöhte. Diese Löhne werden von den Metallindustriellen als nicht tragbar und die Konkurvenzsähigkeit unterbindend angesehen. Der Schieds- spruck ist begründet worden mit der seit Einführung der Goldinark- beremnung beobachtenden ständigen Steigerung der G o l d g r u n d p r«Pf e sur Lebensmittel. Doltt.«»»!- Werkmeifl-r-erband. Heute abend 7 Uhr greher vortraa im Verein Deutscher Ingenieure. Verlin NB. Loinmerstr.<». grhaltcn nam Dher- ingenieur Damm mit dem Titel..Die Normung in der deutschen Industrie". Um cege Vetciligung bittet di» iSeschiiftestelle. ahemische Industrie. VfB XunktionSrnersammlung heut« odcnt Uhr im Verbandsbureau, DcEe.AKirncr.Etr. 7—10. vortrage, vereine und Versammlungen. Bund entschjrdener Schmtresormer. Der sitr Dienstag, Tl. November, angekündigte Vortrag von Prof. Pctcrsen-Hamburg Uber„Die HSHere Schul« als Volks, und Semeinl�altsschule" findet nicht am Dienstag, sondern am Donnerstag A. November, abend» V/2 Uhr, im Wrrner-EIcmens- Nealanmnalinm, H-hcnOausrnltr. 17— 48, statt. Der ssilmvortrag von Dr. Blume Uber„Die Insel Scharfenberg" ist vom Donnerstag, 2S. November, auf Donnerstag, 0. Dezember, verlegt. Deutsche griedcnegeseNschost. Ortsgruppe Berlin. Donnerstag. 20. November, abend» 7 Uhr, im Vahenhoser Bräu, Chausseestr. 54 snahc Stodtbobnhof Wedding, Untergrundbahn Cchroartzkapssttrah«). Sffentliche Voltsverfammlung. Ecnvsst» Reichstagsabgcordnete Wurm spricht über„Die neue Negiecung". Verantwortlich für Politik: ffirnft Ncutcr! Wirtschast: Brtnr Saternu»; Scwcrksctmstsdewcgcinci: I. Steiner; iseuillrton: Dt. Job» Schitowski: Lokale» und Sonstiges: Riih«arstädt:«»zeigen: Th. chlocke; sämtlich in Verlin. Verlag: Vorwärts-Vcrlag G.m.b.H. Berlin. Druit: Vorwärts-Vuchdructeret und Vcrlagsanltalt Vau! Singer u. Co. Verlin SW. C8, Lindenstrohe 3. ' Hierzu 1 Brllag«. AM Springare Fischgroßhandel Räucherei:: Marinadenfabrik Telephon: Humboldt Nr. 4850 9 Badstraße 9 Telephon: Humboldt Nr. 4SS0 Preiswerte Scclisdie Goldbarsch... 800 Milliarden pr. Pfd. Plötzen.»»»»» 700 Dorsch auggenomnien 550 99„ 99 Grüne Heringe-» 800*„„ ,, Plündern»»«»» 500 �.uLsrcivm frisdigeräiHherfe Fefl-BOffilindt Goldbarsch:: Flundern Ortskraakenkasje'nr die GeweriielcrTisdiltr und Pianofortkariieiter zu Berlin Vom 26. November 1923 i> der Höchst, t grundiobn bis au weiteres auf 6 Villtonen ! Bark tettgeseht. Der tägliche Betirag der[ höchsten Stire betrag:::60 Milliarden Marc Ansvruch aui die höheren Barleistungen i gd 3. Dezember 1923 32 i) j Berlin, den 24. November 1923. Fr. Meersbach.__ O.©u l. 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Sehr unter- richtend ist die praktisch dargestellte Verwertung von Altmaterial und Abfallstoffen. Aus alten, vom Rost zerfressenen Schrauben und Bolzen, zerbrochenen Kuppelhaken und ähnlichem entstehen neue Veschlagteile, zu denen der Altstoff, der früher entwerteter Abfall war, restlos aufgebraucht wird. Altstoffe im Werte von nicht weniger als 20 bOO Eoldmark monatlich sind im Gebiete des Eisenbahnzentral- amtez Berlin im Jahre 1922 umgewandelt worden, die aus den Alt- stoffcn hergestellten neuen Teile aber hatten einen Wert von 130 099 Goldmark. Zur Erzielung dieses Ergebnisses muzten 20 000 Gold- mark an Löhnen aufgewandt werden. Die Reichspost hat einen im Betriebs befindlichen automatischen Fernsprechapparat ausgestellt. Eine vollständige Schnelltelegraphenanlage zeigt, mit welch un- erhörter Geschwindigkeit es möglich ist, Nachrichten zu senden. Er- gänzt wird die Ausstellung der Fernsprechgsräte durch das Tele- graphon, das seinerzeit im„Vorwärts" ausfuhrlich beschrieben wurde und das gestattet, alle Ferngespräche zu jeder Zeit automatisch auf- zunehmen. Von �4 bis 4 Uhr übermittelt die Radiostation Königs- Wusterhausen«in Konzert, das die Besucher der Ausstellung unent- geltlich mithören können. Die chörer sind auf dem Stand der Reichs- pcst zu finden. Die Ausstellung unterrichtet über die Entwicklung des Normenwesens und di« sich hieraus ergebenden wirtschafllichen Vorteil«. Zahlreiche Neukonstruktionen von Lagern, Riemenscheiben, Kupplungen beweisen, daß selbst auf den Gebieten, die viele für völlig abgeschlosien halten, immer noch neue Arbeit geleistet werden kann. Großes Interesse dürfte die Werkzeugausstellung und hier l'esonders die Feinmeßwerkzeuge hervorrufen, chier ist u. a. gezeigt, wie eine Mikrometerschraube entsteht, wie die Ebenheit der Meß- flächen durch Lichtinterferenzen, die durch die Wellenbewegung des Lichtes entstehen, festgestellt wird. Ein verhältnismäßig kleiner Teil der Ausstellung ist der Gewerbehygien« gewidmet. Auf der Galerie, die den Ausstellungsraum unrrahmt, ist an einem riesengroßen Modell die Bergwerkstechnik ausgestellt, ferner fallen hier vor allem die Jngenieurwerkzeug« auf: Zeichentische, Zeichenmaschinen, Rechen. Maschinen und anderes mehr. Es ist ganz unmöglich, die Aus- stellung bei einem einmaligen Besuch gründlich zu bettachten. Jeder, der sich für die Arbeit der Technik iitteresstert, wird hier manche Auf. klärung und Anregung empfangen. Di« Ausstellung ist bis zum 2. Dezember werktags von 9 bis 12 und 3 bis 7 Uhr. Sonntags von 10 bis 4 Uhr geöffnet. Die Hundesteuer. Die chundesteuer beträgt vom 1. Oktober d. I. ab v i e r t e l- jährlich fünf Goldmark für den ersten Hund, zehn Goldmark für den zweiton Hund, fünfzehn Goldmark für den dritten Hund, zwanzig Goldmark für den vierten und jeden wetteren Hund. Soweit auf Grund der bisherlgest Steuerordnung schon Beträge, für das laufende Vierteljähr im voraus bezählt worden sind,' werttkn sie mit dem Goldwert am Zahlungstage auf. die neue. Steuer ange» rechnet. Der fehlende Restbetrag ist nachzuzahlen.' Diä' Steuer ist bis zum 1. Dezember zu zahlen. Aus Billigkettsgründen wird jedoch die erhöhte Hundesteuer in den Fällen, in denen ein Hund bis zum 27. d. M. abgeschafft worden ist, nicht erhoben.— Außerdem wird mit Wirkung vom 1. Oktober ab Steuerfreiheit für Wachhunde auf einzeln liegenden Gehöften in den Fällen ge- währt, in denen die Gehöfte mindestens einhundert Meter— nicht wie bisher dreihundert Meter— von den anderen bewohnten Ge- bänden entfernt liegen. Ferner wird die Steuer auf die Hälft« herabgesetzt für einen Hund, welcher als Wachhund für Gewerbe- betriebe gehalten wird, die nicht mit einer Wohnung verbunden sind. Anträge äuf Bewilligung dieser Vergünstigungen sind bis zum 4. De- zembcr 1923 bei dem zuständigen Bezirkssteueramt zu stellen. Briefmarken für das Bierfache des Nennwertes. Wie mitgeteilt, mußte die Post, poch wenige Tage vor AuS- gäbe der werlbeständigen Marken, eine weitere Gebührenerhödung vornehmen. Da die Reichddruckerei mit der Herstellung der vom 1- Dezember ab gülligen Marken voll beschäftigt ist. konnte sie für die Zeit vom 26. bis 30. November nicht noch besondere Marken herausbringen. Die Postvcrwallung bat deshalb zu dem HilfS» mittel gegriffen, bis Ende November die vorhandenen Marken zum Vierfachen ihres Nennwertes zu ver- laufen und bei der Freunachtmg vierfach anzurechnen. Vom 1. Dezember an werden die Marken der jetzigen Art der Papier- markwähruilg, wenn sie überhaupt noch vorkommen, wieder nur zum einfachen Nennwert angerechnet. Es wird daher empfohlen, in der lailienden Woche nur den sür diese wenigen Tage notwendigen Bc- darf einzukaufen. Ein �eauenmorü im Gsten Serlins. Mit einem Leinentuch erwürgt. Gestern nachmittag wurde die am 30 April 1872 zu Ipfe ge- borene Frau Emilie D c t h l o w, geb. Ganzer, von ihrem Schwiegersohn in der Wohnung ermordet aus gefunden. Der Frau, die in der Romintener Stt. 8 im Ouergebäud«, parterre links, wohnte und dort tagsüber allein in der Wohnung war, waren die Hände mit einer Zuckerschnur gefesselt. Die Frau war m i t einem Leinentuch erwürgt worden. Heber dem rechten Aug« befand sich eine etwa zwei Zentimeter lange Hieb- oder Stichwunde. In der Wohnung waren deutlich die Spuren eines vorausgegangenen Kampfes zwischen dem Täter; und seinem Opfer sichtbar. Unzweifelhaft hat sich dort jemand eingeschlichen, die Frau überrascht, niedergeschlagen und darauf die Leiche unter das Bett geschoben. Verschiedene Be- Hältnisse in der Wohnung waren ausgebrochen, der Inhalt heraus- gerissen und durchwühlt, so daß die iÄamten des von dem Schmie- gersohn benachrichtigten 85. Polizeireviers sofort die Mordkommission alarmierten. Die Kriminalkommissar« Werneburg und Albrecht be- gaben sich an den Tatort. Eerichtsarzt Professor Dr. Strauch stellte fest, daß der Tod in den Vormittagsstunden infolge der Er- würgung erfolgt war, da die Leichenstarre bei der Frau bereits eingetreten war. Nur dem Umstand, daß die Kinder, eine Tochter und d«r Schwiegersohn, zur Arbeit waren und erst spät nachmittags zurückkehrten, ist es zuzuschreiben, daß dos grausige Werbrechen nicht eher entdeckt wurde._ Ein Revolverheld im Gerichtssaal. Ein ausregender Vorfall spielte sich vor der 4. Sttafkammer d«s Landgerichts I ab. Hier wurde gegen ein« große Gruppe von An- geklagten wegen Diebstahls und Hehlerei verhandelt. In der Reichs- druckerei waren aus einem Lagerraum in der Alten Jacobstraße durch Einbruch große Mengen Bindfaden entwendet worden. Die Diebe hatten 14 Tage lang täglich die Lagerräume heimgesucht. Bei einer Revision war es aufgefallen, daß große Mengen von , den Borräten sohlten. Ein Beamter der Reichsdruckerei legte sich � auf die Lauer und beobachtete durch das Schlüsselloch, daß zwei Männer erschienen und wieder einen großen Posten Bindfaden ' herausholten, den sie auf einen Handwagen luden. Es gelang dann, die ganze Diebes- und Hehlerbande festzunehmen. Die Haupt- beteiligten waren der Arbeiter Oskar Albert und der Kaufmann Kurt N i t s ch k«. Das Gericht verurteilte Albert zu zwei- einhalb Iahren Gefängnis, Nitschke wegen gewerbs- mäßiger Hehlerei zu zwei Jahren Zuchthaus, ein weiterer Hehler Ludwig Kordylewski erhielt ein Jahr Zuchthaus, die übrigen Beteiligten Sttafen von 4 bis 6 Monaten Gefängnis. Bei Verkündung des Urteils zog Nitschke plötzlich einen scharf, geladenen Revolver aus der Tasche, vermutlich, um ein � Attentat auf den Gerichtshof oder den Staatsanwalt zu verüben,> er selbst behauptete allerdings hinterher, daß er sich selbst habe erschi«ßen wollen. Dem schnellen Zugreifen sein«? Berteidigers, Rechtsanwalt Arthur S ch.u l z. und d«s diensttuenden � Justizwachtmeisters gelang es nach schwerem Ringen, Nitschke die Schußwaffe zu entwinden und so Unheil zu verhüten. Nitschke; wurde dann unter scharfer Bewachung ins Gefängnis abgeführt. Probefahrten auf Nimmerwiedersehn. Als ein vielgesuchter Schwindler entlarvt und festge-j Nammen wurde ein„Gentleman", der in einem der ersten Hotels wohnte. Bei Berliner Händlern und Fabrikanten erschien ein gut > gekleideter Mann mit dicker Brieftasche, der sich für einen Kraft- jradhändler ausgab und hier Bruno L a n g n e r, dort Friedrich S a u t n e r, anderswo Reinhard usw. nannte. Er suchte sich jedesmal ein gutes Rad aus, kaufte es auch, wünscht« aber vor der Abnahme noch einig« Aenderungen. Die Verkäufer, die auf das Ge- schüft nicht gern verzichten wollten, fanden sich bereit, diese Aende- rungen sofort vorzunehmen. In der Dämmerstunde kam dann der Käufer wieder und erbat sich nunmehr die Erlaubnis zu einer kleinen Probefahrt. Pen dieser kehrt« er nie zurück. Zu gleicher Zeit machte ein Herr in der Damenwelt des Westens viel« Bekanntschaften. Dabei kam es vor, daß ihm augenblicklich das Geld fehlte, um Oel und Brennstoff für sein Kraftrad anzuschaffen. Seine Liebhaberinnen halfen dann gern mit wertbeständigem Gelde aus und waren es los, weil der Herr sich jetzt nicht mehr bei ihnen sehen ließ. Die Kriminalpolizei kam dem„Gentleman" auf die Spur, er- mittelte ihn in dem Hotel am Zoo, nahm ihn fest und entlarvte ihn ols einen 23 Jahre alten Tierbändiger Johannes Klaus, der wegen ähnlicher Schwindeleien, auch wegen Goldschwindels bereits von Kassel, Dresden, Leipzig und Weimar her gesucht wurde. Ein Teil der erschwindelten Räder wurde wieder ermittelt. Das Geheimnis vom Wiesenhaus. Wiederaufnahme des Verfahrens? Das Dunkel, das über der Tragödie vom Wiesenhaus im Erz- gebirge lag, ist durch den Mordprozeß gegen den ehemaligen Husarenleutnant Lorenz K ö h n vor dem Zwickauer Schwurgericht, der- im Frühjahr dieses Jahres die Oeffentlichkeit einig« Tage in Spannung hielt und der mit der Verurteilung Köhns zu einer K'iijähngen Gefängnisstrafe wegen Totschlags an seiner Geliebten Grete Müller endete, bekanntlich nach keiner Seite hin gelichtet worden. Neuerdings sind an der Leichenfundstelle nahe dem Wiesen- Haus Funde gemacht worden, die unter Umständen geeignet wären, den Schleier ein wenig zu lüften. Köhn, der bekanntlich während des ganzen Verfahrens seine Unschuld beteuert hat, ist von der Landesstrafanstalt zu Zwickau aus, wo er feine Strafe verbüßt, an die Staatsanwaltschaft wiederholt mit der dringenden Bitte herangetteten, di« Leichenfundstelle noch einmal einer gründlichen Untersuchung zu unterziehen, da die Lage der Revolverhülsen und das Fehlen einer Hülfe mit zu den belasten- den Indizien gezählt worden war. Als diesem Ersuchen nicht statt- gegeben wurde, trat Köhn am 3. Oktober in den H u n g e r st r« i k, er verweigerte die Aufnahme jeglicher Nahrung, so daß er künstlich ernährt werden mußte. Daraufhin erklärt« sich der Staatsanwalt nach einem Besuch bei Köhn bereit, seinem Wunsche zu entsprechen und entsandte den Kriminalkommissar W« g n e r- Zwickau noch ein- mal zur Fundstelle am Wicsenhaus. Bei einer genauen Unter- suchung der kleinen Lichtung in der Tannenschonung, in der Fräulein Müller als Leiche gefunden worden war, fand man nun zur all- gemeinen Ueberraschung unter Tannennadeln eine ver» rostet« Revolverhüls« und nicht weit davon ein Re- volvergeschoß. Es zeigte sich dann, daß die Hülse mit der Munition übereinstimmte, die schon seinerzeit bei der Leiche ge- funden worden war, daß aber das Geschoß offensichtlich von einer anderen Waffe herrühren mußt«. Die Staatsanwaltschaft oertrat gegenüber diesem neuen Fund den Standpunkt, daß diese Hülse und das Geschoß entweder von dritter Seite dorthin gebracht sein oder daß sie von dem Probeschießen gelegentlich des im Prozeß abgehal- tenen Lokaltermins stammen. Dies« letztere Annahme scheint aber durch die Tatsach« widerlegt zu sein, daß der Zwickauer Waffen- meister, der bei jenem Lokaltermin die Probeschüsse abgefeuert hatte, die leeren Hülsen wieder aufgesammelt hatte. Don dem Ergebnis der augenblicklichen Ermittlungen wird es abhängen, ob ein« Wieder- aufnahm« des Wiesenhaus-Prozesies beantragt wird. Eine geheimnisvolle Tragödie spielte sich im Hause Iagow- sttaße S ab. Hier wurden in einer Wohnung der 52 Jahre alte Arbeiter Ernst W e n d t. seine Ehefrau Marie und deren ver- heiratete Tochter aus erster Ehe Gertrud F r« u n d aus der Wilmsrsdorfer Str. 150 im Schlafzimmer in ihren Betten liegend t o t a u f g e f u n d e n. In der Küche lag ebenfalls tot der 32 Jahre alt« Polizeihauptwachtmeister H. Sowohl in der Küche wie auch in dem Schlafzimmer waren die Gashähne geöffnet, so daß man auf ein D e r b r e ch e n oder auf einen gemeinsamen Selbstmord schließen muß. Die Angelegenheit bedarf noch dringend der Aufklärung, und die Kriminalpolizei ist mit der An- geleoenheit beschäftigt. Die vier Leichen sind dem Schouhause zu- geführt worden. „Die höbcre Schule alS Volks- und Gemeinschaftsschule". Ucber dies Thema spricht Professor der Pädagogik tn Jena Petersen, der frühere Leiter der Lichlwarlschule, Hamburg, am Dienstag, 27. Nov., abends?>/, Uhr, im Werner- Siemens- Realgymnasium, Hohenstaufen- slrafze 47/48. TaS VolköbildungSamt Prenzlauer Berg ladet die Mit» glicder der Kunst gemein de und Interessenten zum DienSIag, den 27. November, abends 7 Uhr. im Plenarsaale des BczirlS- amis, Danziger Str. 6», zu einer Verfammlung ein. Richard Seidel spricht über:VolksbildungSsragen in der Gemeinde. ES wird zahlreicher Besuch erwartet. BezirksbildungSausschus? Groß-Berlin. Mittwoch, den 28. No< vember, nachmittags S Uhr: Sitzung des lleinen BildungSausfchusseS. Copyrizht Oeon MOIler, München. 33] Die Lofolfischer. Roman von Johan Vojer. Die Langmoer waren drei Raufbolde aus der gleichen Gegend wie Lars und Kaneles. Sie fuhren auf ihrer eigenen Jacht, und hier im Norden nannte man sie die Großen Sta- väringer. Zweien von ihnen war schon ein Auge eingeschlagen worden, aber das stimmte sie ja nicht milder, wenn der Schnaps Gewalt über sie bekam. „Jetzt wird es Spatz geben," fügte Kaneles hinzu und ruderte weiter. „Und da ist die Pfarrergaleaffe!" Sie legten an einer dunklen Schute an, auf der ein Wächter mit Südwester pfeifend auf Deck auf und ab ging. „Was wollt ihr, Leute?" Der Mann beugte sich über die Reeling. „Wir wollten fragen, ob Sie etwas Sirup für uns haben?" sagte Kaneles unschuldig, indem er sich an Bord schwang. Nun wurde zwischen den beiden in gedämpftem Ton ver- handelt. Ich möchte wissen, ob das d r Pfarrer ist? dachte Lars. Aber sonst war dem Jungen recht seltsam zumute, weil er sich jetzt in eine große Zecherei stürzen sollte.„Denke an deine Mutter!" hatte der Vater gesagt. Aber noch eine kam ihm jetzt in Erinnerung, ein kleines, blondes, rosiges Mädel, mit dem er einmal im Spiel in einer Scheune getraut worden war. Warum stand ihr Bild gerade heute abend, während er hier in der Jolle saß, so klar vor ihm? Er hatte sich noch nie weiter um sie gekümmert, aber nun, da er gewissermaßen einer Gefahr entgegenging, war ihm, als brauche er etwas Schönes, an das er sich klammern konnte. Ellen Koya hieß sie. Geneckt hatte sie ihn ja sehr, aber am letzten Abend auf dem Berge, als sie auf dem Schlitten Blitz in seinem Schoß saß, da war sie wirklich wie ein kleiner Kamerad gewesen. War sie an dem Abend vielleicht nur gekommen, um sich mit ihm zu versöhnen, ehe er auf die lange Lofotfahrt ging? „Wieviel Geld hast du, Junge?" Kaneles beugte sich zwischen zwei Wanten zu ihm hinunter. „Fünfzehn Kronen." Der Junge sprang auf die Ruder- dank und erwachte zu einer anderen Welt. „Das sind zwanzig Liter, wenn es französischer sein soll," sagte der Schiffswächter. Da ging die Tür zur Kajüte auf, und auf das Deck heraus trat ein alter Mann in Pelz und Pelzmütze. Im Mondlicht sah man deutlich seine Brille und den grauen Ziegenbart. „Was ist?" fragte er mit heiserer Stimme und tat, als sehe er außer dem Wächter niemand.„Nun gut, aber am liebsten gegen Fische. Vergeht das nicht, am liebsten wollen wir Fische haben. Guten Abend!" Und er ging nach der anderen Seite des Fahrzeuges hinüber und kletterte stöhnend in eine Jolle. Das war der Pfarrer, dachte Lars. Gewiß lohnte es sich, die Bezahlung in Fischen zu nehmen. Denn die meisten, die Branntwein kauften, waren im Zählen nicht so sehr sicher. Jakob zum Beispiel gab bisweilen eine ganze Bootsladung für ein Faß Französischen und überlegte nicht, daß er damit den fünffachen Preis bezahlte. Aber nun geschah das Unglück, gerade als das Fäßchett mit den zwanzig Litern in der Luft hing, um in die Jolle herabgelassen zu werden. Wahrscheinlich gab der eine der Eisenhaken nach. Knall! sagte es gegen den Bootsboden,— platsch sagte es, und die helle Flüssigkeit strömte heraus. „Großer Gott!" rief Lars entsetzt.„Teufel auch!" sagte Ka- neles und sprang wie der Blitz in die Jolle hinunter.„Tut nichts," meinte der Mann auf Deck,„ich leihe euch einen Trichter und ein leeres Faß." Während Lars nach dem Lande hinüber ruderte, lag! Kaneles auf den Knien im Boot, schöpfte das kostbare Getränk auf und goß es in das neue Fähchen hinein. Und dann und wann nahm er einen Schluck aus dem Schöpfgefäß, um zu probieren, ob der Französische etwa nach Bootsteer oder See» wasier schmecke. „Du bist so gut und hältst das Maul," sagte er,„es ist kein Schade geschehen. Er hat nur einen noch frischeren Ge- schmack. 17. Und nun kam das Schmeißen. Sie saßen alle in dem gelben Lampenlicht in der Hütte, jeder bei seiner Beschäftigung, und keiner sagte ein Sterbens- wort. Die Rücken hatten sie einander zugekehrt und die meisten besserten Netze aus. Elezeus Hylla aber lag auf einer der obersten Pritschen und klagte über Reißen im Rücken.„Au— au!" stöhnte er, und hob die Felldecke mit der Zehenspitze bis zur Decke empor.„Au. au!" Arnt Aasan bastelte an ein paar neuen Holzpantoffeln für seine Frau, und sie wurden immer schöner und schöner, so daß er sich ganz in sie verliebte. Henrik Rabben saß am Tisch, strich sich unausgesetzt den Bart und las in einem Buch über kleine Hausgärten.„Hm, hm!" murmelte er und nickte und war in allen Punkten mit dem Buch einver- standen, obwohl sein Gesicht eine nachdenkliche Miene annahm. Der Fang war jetzt wieder geringer geworden, so daß sie abends einigermaßen frühzeitig fertig waren. Aber worüber hätten sie denn reden sollen? Sie kannten sich zu gut, sie wußten die Antwort schon vorher. Aber da auf einmal tut sich die Kllchentür auf und herein kommt Lars mit Flaschen und Gläsern, und dann kommt ein großer, dampfender Kaffeekessel, den Kaneles trägt. Und nun wird der Tisch gedeckt und Lars, der Jährling, geht umher und schenkt ein. Die Männer wurden wach. Sie nahmen den Priem aus dem Munde, neigten den Kopf und waren ganz verlegen.„Das ist ja aber eine schöne Sache," sagten sie. Den Schnaps tranken sie aus und schnitten die übliche Grimasse, aber Lars hatte eine Heidenangst, sie würden etwas über den Geschmack sagen. Nein, es ging gut.„Die Sorte ist gut," sagte einer.„Das ist wohl von dem französischen," sagte ein anderer. Und Lars fiel ein Stein vom Herzen. Zum erstenmal wurde Kristaver von seinem eigenen Sohn ein Schnaps angeboten, aber er ließ ihn eine ganze Weile mit dem Schnaps vor sich stehen, ehe er ihn beachtete. Arnt Aasan aber wollte überhaupt nichts haben. Er schüttelte den Kopf und bastelte an den Pantoffeln. Wie er so dasaß, sah er aus wie ein Schaf, fand Lars. Wenn er auch einen Bart am Kinn und goldene Ringe in den Ohren hatte, er sah doch wie ein Schaf aus. Und gerade in diesem Augenblick sprach Kaneles die Worte aus, vor denen Arnt schon seit mehreren Tagen Angst gehabt hatte: „Du bist selber auch ein Jährling, Arnt. Zum Teufel, du mußt auch was schmeißen, Mann!" Arnt sah sich nach Hilfe um.„Ich bin kein Jährling," sagte er, ich bin über dreißig!" „Dann erst recht bist du ein Jährling," ertönte es von der obersten Pritsche, und Elezeus richtete sich auf und blickte ver- drießlich in die Stube hinunter. Und als ihm in diesem Augen- blick ein Schnaps hinaufgereicht wurde, trank er ihn in einem Zuge aus, schnaufte, preßte di« Hand auf die Brust und sagte, das sei Medizin,— ja, jetzt ginge es ihm gleich besser! (Forts, folgt.) Große Zufuhren an Oskfeedorfch und Goldbarsch. Das Ernäh- rungsamt der Stadt Berlin teilt mit: In Berlin sind in den letzten Tagen große Zufuhren an Ostseedorsch und Goldbarsch eingetroffen. Infolge des starken Angebots ift die Ware verhältnismäßig preis wert, so daß der Einkauf zurzeit besonders empfohlen werden kann. Schweres Sergwerksungiück in Amerika. L0 Bergleute eingeschlossen. In Venton(Illinois, Bereinigte Staaten) hat sich ein f ch w«- res Bergwerksunglück ereignet. Ungefähr 6 0 B e r g> l e u t e sind eingeschlossen. Bisher wurden S Leichen gc- borgen. Von den Ueberlebenden haben viele schwere Brandwunden erlitten. Auf eine Mine gelaufen. Der Dampfer Pauline Haubuß der SchiffahrtSgeiell- schaft F. Haubuß. der am 13. November d. I. mit 40t> Tonnen Siück- güter für Noiterdam den Hafen von Hamburg verließ, ist ver» schollen. Es muß mir ziemlicher Bestimmlheil angenommen werden. daß der Dampfer auf eine Mine gelausen und sofort ge- sanken ist, so daß die Besatzung keine Zeil mebr hatte, sich in die Boote zu retten. Die Annahme, daß das Schiff einer Mine zum Opfer gefallen ist, wird durch die Meldung der Dienststelle der Mariueleitung Bremen vom 19. d. M. gestärkl, nach welcher der Dampfer„Daldata* am 18. November zwei treibende Minen in der Nähe der Insel Terschelling sichtete. Es ist zu be- fürchten, daß mit dem Dampfer vierzehn Seeleute, von denen sieben verheiratet waren, ihren Tod in den Wellen gefunden haben. Groß-öerliner parteinachrichten. 7. Urci» ahailvttenlmeg. Die Theaterlarten sind heut««Szuholeu bei De. Kossen Paul Will, Slordhausener Str. 10. 2.«rei, Ticigartcn. Mittwoch, den 28. November, 7>4 Uhr, Kreismit. «liedervcrsauimlung in den Arminius-Hallen, Bremer Etr. 7Z. Vortrag des Genossen Redakteur Victor Schiff über„Die Aufgaben des„Vor. wärts"". Alle Mitglieder der Abteilungen 8— 13 miisscn pünktlich erscheinen. Ii. Rre!» Neukölln. Mittwoch, den LS. November, 7 Uhr, gusammcnkunft der Mandatsinhaber zum Bezirksbeamtentag im Parteiburcau, Neckarftr. 3. • Mittwoch, den 28. November, 7 Uhr, Sitzung des engeren ttreisvor- ande» im Partcibureau. heute. Dienstag, den 27. November: 2«. Abt. Di- Bezirksführer werben ersucht, die Beitragsmarken für Dezember vom Jtafsserer abzuholen. Auch sind Urania. karten zum 2. Dezember dort zu haben. Zungs-zialistea. Gruppe Lichtenberg: 7Vi Uhr im Jugendheim, Parka ue 10, Vortrag des Genossen Saenger:„Bodenreform.— Gruppe Düben: 8 Uhr Lindenftr. 3, 1. Löf links(Juristische Sprechstunde), spricht Genosse Hafemann über„Fritz Reuter". Milgliederversammtungen und Zahlabende in Gross-Berlin am Mittwoch, den 28. November: 3. Abt. 7 Uhr Versammlung im Saal S de, Gewerkschaftshauses, Sngel. Ufer 25. Vortrag des Genossen Dr. Karl Miercndorf über„Sie wir«. fälastliche Lage". 7. Abt. 7 Uhr bei Dohms, Lchlegelftr. 9. Referent Genosse Sepffert. 3. Abt. Die für Mittwoch angesetzt« Abteilungsversammlung füllt zugunsten der Kreismitgliederverfammlung in den Arminius-Hallen aus. Tages» ordnung:„Die Aufgabsu des„Borwärts"". Alle Genossen müssen teil- nehmen und treffen sich zum Abmarsch am Bahnhof Dillowstrafte um 6% Uhr. Die Genossen werden gebeten, sich gegenseitig zu benachrichtigen. 14. Abt. 7(4 Uhr im Swinemünder Sefellschaftshaus, Swinemünder Str. 42. Thema:„Klassenkampf und Politik". Referent Genosse Lands. 15. Abt. 7 Uhr bei Eoldbach, Vinciaplatz 7. Thema:„Die politische Lage". Referent Genosse Dr.(iechlin. 17. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Tegeler Str. 13, Vortrag über„Wirtschasts- und Währungsfragen". Referent Genosse Dr. Günther. 13. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Wiesen», Ecke Ponkstraße. Thema:„Kultur und Antisemitismus". Referent Adolf Hoffmann, M. d. R. 1». und 20. Abi. 7 Uhr gemeinschaftliche Abteilungsversammlung in der Aula der Grauen Schule, Goihenburger Sirahe. Thema:„Sozialistische Schulforderunaen und ihr« Erfüllung". Referent Genosse Rettor Nicck. 25. Vb-t. 7 Uhr bei Grunewald, Kameruner Str. 10. Thema:„Die politische Lage". Reftrcnt Genosse Lcmpcrt. 24. Abt. 7(4 Uhr in der Schulaula Ghriftburger Str. 7. Thema:„Bayern und die Republik". Referent Genosse Reventlow. 95. Abt. 71 z Uhr im tieinen Saal der Brauerei Friedrichshoin. Thema: „Die politische Lage". Referent Genosse Dr. Wcyl, M. d. L. 32. Abt. 7 Uhr in Sckpnidis Gefellschafishaus, Fruchistr. 36a(unterer Saal), Vortrag des Genossen Franz Künstler:„Die Kampfmittel des Prolc. tariats. Mitgliedsbuch oder Einlodungszeiiel vorzeigen.— Die Gruppen. leitet und Borstandsmitglieder müssen(4 Stunde früher erscheinen. HZ. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Hohenlohestr. 10. Thema:„Die Ereignisse der letzten Ieii". Referent D-nosse Wufchick. 85, Abt. 714 Uhr in der Aula der Gemeindeschule Petersburger Str. 4, Bortrag des Genossen Dr. iLwenstein über„Die materialistische De. fchichisauffassung in der fetzigen Zeit". 57. Abt. 7 Uhr in der Schuloula Hausburgstrahe. Genosse A. Richter, M. b. L., spricht über ,D:e politische Lag« und die Arbeiterklasse". 3». Abt. 714 Uhr in Schmidts Gefellschafishaus, Fruchistr. 8#i(oberer Saal), Vortrag des Genossen Litke über„Die Aufgaben der Partei in der letzigen Feit". 39. Abt. Um 5 Uhr wichtige Besprechung der Beamienorganisation. um 6 Uhr erweiterte Vorstandssstzung, um 714 Uhr Mitgliederversammlung In der Juristischen Sprechstunde, Lindensir. 3. Fortsetzung des Dartrages des Genossen Sachse über„Währungsfragen". 40. Abt. 714 Uhr in der Bockbrauerei, Fidicinstr. 2—3, Vortrag über„Die! politische Lage". Referent Genosse Ludwig, M. d. R.> 42. Abt. 714 Ahr in der Demeindekchitle Pergmannstr. 30, Portrag be» Genosse:: Düwell, M. d. R., über„Demokratie und Diktatur". 45. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Reichenberger, Ecke Forster Strohe, Vor- trag über„Die letzten politischen Ereignisse". Referent Genosse Karl Schneider. 47. Abt. 7-4 Uhr bei Wollfchläger, Adalbertstr. 21, Vortrag des Denosscn lllmer M. d. L., über ,HitIer.P»tsch und Regierungskrisen". Eharlotienburg. 52. Abt. 714 Uhr Im Lokal„stum Birnbaum", Galvank- strahe 13. Tagesordnung:„Die politische Lage". Referent Genosse Heil- mann, M. d. L. Die Gruppenführer laden ein. Kein Getränkezwang.— 55. Abt. 714 Uhr bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. Thema:„Die politische Lage". Referent Genosse Hetzschold.— 57. Abt. 714 Uhr bei Arndt. Kantstr. 51. Theina:„Die politische Lage". Referent Gen. Bleier. 38. Abt. Kalensee. 714 Uhr hei Sandmann, Westfälische Sir. 42. Thema: „Die neuesten politischen Ereignisse". Referent Genosse stienau. 84. Abt. Lankwitz. 714 Uhr im Realgymnasium. Kaulbachstrahe, Bortrag. 125. Abi. Weihens«. Pünktlich 7 Uhr Mitgliederversammlung im Phystksoal des Realgymnasiums. 128.— 130. Abt. Pankow. 714 Uhr im Jugendheim. Breite Str. 32, Bortrag des Genossen Friedrich Wendel über den„Bankrott der deutschen Bour. 133. Abt.� Neinickeudoif-Ost. 714 Uhr in der Iugendhalle, Seebad, Residenz. strahe 49. Bortrag de, Genossen Wilhelm Hoffmann. M. d. R., über „Die Ereignisse der letzten steii". 141. Wt. Rosenthal. 8 Uhr im Lokal von Frieh, Lindenallee 30, Generalversammlung. Neuwahl der Abieilungsfunkiioiläre. Jrauenveranstallungev am Mittwoch, den 28. Bovember: 52. Abt. Eharlottendurg. 714 Uhr bei Bade, Kaiserin-Augusta.Allee 52. Thema:„Erziehungsfragen In der Familie". Referent Genosse Drinitzer. 108. Abt. Köpenick. 7 Uhr bei Schulz, Bahnhofsir. 34, Bortrag der Genossin Nemitz, M. d. R. zurück. 2. 8« tt f t 1. Schtzneberg 7 Min.. 54,8 Gek.: 2.«SC. U.— vky«»»ss«tz Stafette, Klasse A: 1. Fichte-West 3 Min., 58,6 Set.; 2. Fichte-Südost. Klasse B: 1. F!chie-Süd 4 Min., 8 Sek.; 2. Burg.— Aeltrre Sportler (30-33 Jahre), 30 Meter: 1. Lcuthoff(ASS.) 6,8 Sek. Hebet 35 Jahre: 1. Schmidt(Fichte 9) 6,8 Sek.— 4X1 Runde: 1. Fichte-Ost 1 Min.. 25,2 Sek.: 2. ASC. 1 Min., 26,1 Sek.- Jugend(Jahrg. 95-06), 50 Meter: 1. Sprenger(Fichte-Südost) 6,7 Sek. Jahrg. 97—08: 1. Dümmler(Fichte-Ost) 6,8 Sek.— 50 Meter Hürden: 1. Lauf: 1. Lehmann(Fichte-Ost) 9,8 Sek. 2. Lauf: 1. Aichwald(Rathenow) 9,7 Set. 3. Lauf: 1. Härtung(Burg) 9,8 Sek.— 1590 Meter: 1. Hodapp(Fichte-Ost) 4 Min., 30 See!.: 2. Schmold (Neuiölln).— Hochsprung: 1. Kuralus(Rathenow) 1,50 Meter.— 10X1 Rund«: 1. Fichte-Südost 3 Min., 25 Sek.: 2. Fichte-Ost.— Schwedcnstafette: 1. Fichte- Südost 2 Min-, 22,7 Sek.; 2. Groh-Berlin-Wedding.— Fronen, 60 Meter: 1. Rau(Groh-Berlin-Wedding) 7,3 Sek.— Hochfprung: 1. Rau(Groh-Berlin- Wedding) 1,25 Meier.— Tauziehen: 1. Fichte 6.— lOXSli-Metcr-Pendelstafeitc: 1. ASG. 1 Min., 18,9 Sek.; 2. Fichte 2: 3. Groh-Berlin-Silden. Ausschreibung zum Iugendringen. Der grohe Zuzendweiistreit im Ringen in vier Klassen am Sonntag, den 2. Dezember, in der Turnhalle Wraiigelstr. 128(an der Mavteuffelstrahe), per. ansialtet vom Sport. Club ,Lurich 92", ist offen für alle Bupdesver. eine des 4. Kreises.— Teilnehmen können alle Sportskoüegen, die am 30. Ro- vember 1923 das 18. Lebensjahr nicht überschritten haben. Ferner auch Jugend- Mitglieder, die während der Serienkämpse in den Mannschaften von Anfang an mitgerungen und inzwischen das 18. Lebensjahr bereits erreicht haben; sie müssen ober vom Bereinsvorstond darüber eine Bescheinigung beibringen, da. mit sie starticrechtigt sind. Sämtliche Teilnehmer müssen Bundeskart« und amtlichen Gedurtsauswcis vorlegen.— Das Starigcld beträgt 10 Soldpfennige. Meldeschluß ist am 28. November. Alle teilnehmenden Bereine werden er- sucht, unbedingt die Schiedsrichter mitzumelden.— Abwiegen der Konkurren- ten vormittags 9 Uhr, Kompfrichtersttzung vormittags 914 Uhr, Beginn der Kämpfe vormittags 10 Uhr. Nach 9 Uhr vormittags werden keine Konkurren- ""�7".,- ten mehr zum Abwiegen angenommen, stur Bcrteilung gelangen wertvolle Sterbetafel ver Groß-öerliner Partet-Grganisation I � künstlerische Diplome auf jeden vierten Teilnehmer. Alle Meldungen(mit bei. '. gefügten, Startgeld) sind zu richten an den 1. Schriftführer des Dertins, Erich Merlau, Berlin SO. 33, Cuvrnstr. 3, vorn 3 Tr. Die Endkämpfe, Preisver- teilung sowie Nachfeier finden im GewerkschafishaiiS, Engelufer 24—25, Saal 1, statt. Beginn nachmittags Ii". 5 Uhr. 4- 12. Abt. Genosse Adalbert Schulz, Bcusselstr. 23, ist verstorben und wird heute, Dienstag, 614 Uhr im Krematorium Bau.mfchulenweg eingeäschert. 19. Abt. Die Einäscherung der Fron bes Genossen Reihe findet Mittwoch nachmittag 4-4 Ubr im Krematorium Baumschulrnweg statt. 91. Abt. Reukölln. Die Einäscherung des Genossen Schubringk findet erst heute, Dienstag, vormittags 1014 Uhr im Krematorium Baumschulcn- weg statt. ?uflenüveranstaltunyen. Achtung, Abkeilunoskassiereri Soweit die Beitragsmarken für November noch nicht abgeholt und abge- ! rechnet worbe» find, muh diese» morgen, Mittwoch, unbedingt nachgeholt werden. Heule, Dienskag. den 27. November, abends 71/2 Uhr: Buchholz: Lokal von Rossack, Hauvtstr. 51, Di-kusfion:„SAJ. und IK".— j Kreuzberg: Lokal von Kcuftier, Hagelberger Str. 20a, Vortrag:„Da» Sozio- listenqesetz".— Lichtenrade: Beim Genossen Schulz, Krilgerstr. 6, Vortrag: „Moses oder Darwin?"— Mariendorf: Alle Schule, Dorfsirahe, Borirag: !„Seruelle Fragen".— Niederschöneweide: Schule Berliner Sir. 31, Diskusfion: '„Wir und die Kommunisten",— Nordost II: Schule Christburger Str. 14. ■ Vortrag:.Lebenskunde".— Pankow: Jugendheim Breit« Sir. 32, Bortrag: I„Karl Marx".— Reinickendorf. Ost: Im Seebad, Restdenzstr. 43, Diskussion: :„Die Reichsversassung".— Schöneberg l: Jnnendheim Rubens-, Ecke Hauvt- strahe, Vortrag:„Kommimolpoliiik".- Steglitz I: Jnaendhelm Albrechi. strahe 46, Voriraq:„Sozial!0enfüh-er", 2. Teil.— Südwest! Jugendheim Lindenstr. 3, Vortrag:„Politische Lage".— Wannsee: Gemeiudeschule Char» loiienstrahe, Portrog:„Jungen und Mädchen in Gemeinschaft".— Westen: Baugewerkschule, Kursürstenstr. 146, Bortrag:„Die arbeitende Jugend und der Achtüilndentaq".— Wilmersdorf: Jugendheim Hildegardstr. 4, Bortrag:„Die deutsche Revolution", 2. Teil. Die Resultat« des Klubwettstreites sind: Im Ringen: Bantamgewicht: 1. Tin,(3 s., 2 u.. 1 R.) 11,40; 2. karoh(3 E. in 2045, 2 u.. 1 R.).- Federgewicht: 1. Eloger(5 S in 10,45); 2. Karl Schöne(4 S. in 2440, 2 R.). — Leichtgewicht: 1. Luft(5 S. in 15 Min-): 2. Nesle(3 S. in 5 Min-, 2 N.).— Leichtmütclgewichi: 1. Stall da um(3 E. in 23,15, 1 U.).— Schwermiitelgewichi: 1. Schönow.— Schwergewicht: 1. Ernst Werth.— Jugend: Klasse bis Thema:„Die politisch« Sage". Arbeitersport. Das Hallensportfest. Troß der wirtschaftlichen Verkältnisse, die die Arbeiter zwingen, größere Einfchränkimsten in jeder Vezießung vorzunehmen, war der Sportpalast am Sonntaq dicht anfüllt. Dafür kamen die Zu- schauer aber auch auf ihre Kosten. Mit einem Stillauf von weit über(WO Teilnehmern, darunter Leipzia, Magdebura, Rathenow usw., wurde die Veranstaltung des I. Kreises vom Avbeiter-Turn- und Sportbund eingeleitet. Während die Leichtathleten vorwiegend� das Feld in Kurz- und Langstrecken sowie Staffettenläufen be- herrschten, boten die Turner gut« Wwcch'elung. Zu erwähnen wäre! das Bsrrenturnen," die slebunaen der Musterklassen, Männer, Au- gend und Fvguen. Sämtliche, Uehungen nach Misik �geturnt, hinter- ließen bei den Freunden der Leibesübunaen sicherlich äinen nach- haltigcn Eindruck. Zu harten Kämpfen kam es in der Leichtathletik bei d«n einzelnen Stafetten. Auch im Tauziehen der Männer und Frauen war die Entscheidung eine schwierige. Die Arbeiter- lchwimmer zeigten Trockenschwimmen und Rettungsübungen. Ein chockeyfpirl am Schlüsse der Veranstaltung warb sicher neue An- Hänger für dieses schnelle, bewegliche Spiel. Nachstehend die Nesultate: Männer: 50 Meter: 1, Held s«SC) 34 Sek.— 30 Meter HSrben: Lauf 1: 1. Rain(AEG.) 10 Sek.: Lauf 2: 1. Ticke(ASG.) 94 Sek.— 3000 Meter: 1. Maatz(Fiihte-Sstbost) 9 Min., 41,7 Sek.— 2990.Meter.Seben: 1. Gericke (ASG.) 8 Min., 7 Sek.— K-Eiunbe-Barlaufcn: 1. Wilmersdorf, 5500 Meier; 2. Fickiie-West, 5485 Meter.— Hochlprnng: 1. Lippert(Lichtenberg) 1,37 Meter. — Stabhochsprung: 1. Trebuth(Fichte-Sstdost) 8,20 Meter.— Kugelstoßen: 1. Starla(Fichte-Ost) 10.14 Meter; 2. Kallweit(Moabit) 9,40 Meier.— Tau- zieben: 1. Mannschaft ASG.— 19X50.Meter.Penbe!stafette, Turner: 1. Fichte 9 1 Min., 13,1 Sek.: 2. Spandau. Klasse C; 1. Roland 1 Min., 12,9 Sek.; 2. Groh-Berlin-Weddina.— lOXO-Runben, Turner: l. Groh-Berlin-Osten 7 Min., 81,4 Sek.; 2. Schenkendorf,«lasse B: 1. Fichte-Sstd 7 Min., 13,8 Sek.: 2. Fichte-Ost. Klasse<3: 1. Burg(Magdeburg) 7 Min., 30,5 Sek.; 2. Roland. Klasse A. 1. Lauf: 1. Fichte-Südost 7 Min.. 64 Sek.: 2. AEG. I. 12 Meter (2 S. in 6,05, 2 Ü.).— Im Heben: Federgewicht: 3, Klasse bis 125 Pfd.: 1. Wilh. Orimann<4514 Punkte): 2. Erich Brenner<44 Punkte).— Mittel. gewicht: 2. Klaffe 125— 145 Pfd.: 1. Habcnstein(46 Punkte): 2. Paul Schmidt (4314 Punkte).— Schwergewicht: 3. Klasse über 145 Pfd.: 1. Schwanz (5114 Punkte); 2. Erw. Benz(4914 Punkte). Wasserballspiele im Dezember. Abt. I. Klasse A: Dorwäris-L.— Sieglitz, 11. Dezember. Sladtbod Friedrichshoin, Schiedsrichter R. Selchow.— Klasse B: Vorwärts-K""""" m � richtet Schiedsrichter_____________ källn, Schiedsrichter R. Schulz.— Jugend: Vorwärts-L.— Neptun-L. I, 14. De- zember, Stadtbad Friedrichshain, Schiedsrichter W. Dahle: Neukölln II— Nep- inn-L. II, 9. Dezember, Siadibad Friedrichshoin, Schiedsrichter P. Wolter.— Abt. II. Klasse a: F.®. Nord en— Neptun-W., 11. Dezember, Stadtbad Prenz» lauer Tor. Schiedsrichter E. Sehr.— Klasse B: Nowawes— Gharlottenburg, 12. Dezember, Siadibad Charlotienburg, Schiedsrichter Kreuker: Porwäris-NO— Vorwärts»N., 14. Dezember, Siadibad Prenzlauer Tor, Schiedsrichter W. Drever: F, S, Norden— Delvhln-Tegel, 13. Dezember, Stadibad Wedding, Schiedsrichter M. Herden,— Jugend: Rowawes— Vorwärts. N,, 12. Dezember, Etadtbäd Wedding, Schiedsrichter Neideri; Gharlottenburg— Neptun-W.. 14. Dezember, Dezember, 7 Uhr wichtige Rirfammenkunft. Weitersagen! Freie Tnrnerfchaft Groh-Berlin. Freitag 8 Uhr pünktlich Deteinsvor. tnrncrinnenstunbe, Turnholl« Osten, Eckertstr. 16. Uebungen zum Januar- sportfeit, Reck- und D-rrenübungen. Keine Abteilung darf fehlen. Ausgabe der Mitteilungsblätter. Freie T:n nerfchaft Schöneberg. Sportabteilung: Leichwibleiik, Sandball. Tvainingsabeude: Dienstags von 3—10 Rhäierstrohe(Mittelschule): Donners- tags von 8—10 Uhr Berchtesgadener Strohe für Männer und Jugend: Sport- lerinnen nur Dienstags Rhätrrstrahe 8— 10 Uhr. Für unsere Jugend suchen wir auf dem Platz des Gegner» oder auf eigenem Platz spielstarke Handbaü- Mannschaften. Zuschriften an die, Eecchäfisieitung. Am 2. Dezember, vorui. 10 Uhr Waldlauf, Restaurant Wolf-fchlucht, Rehlendorf. Am Sonntag, den 9. Dezember, nachm. 5 Uhr, Schauturnen. Am 20. Dezember Abteilung»- sitzung. Am 17. Dezember Sportausschuh. Gefchäfisleitung: Vorsitzender A. Wasmnih, Friedenau, Akbestr. 15; Schriftführer 5. Appelbaum. Schöneberg, Gutzkow str. 2.' 5. Bezirk, 1. Gruppe. Am. Sonntag. 2.. DezeMher, findet von.. der.Gruppe in Wildaii im KsstnSiResKli'dant'HIst Bunter Abend' statt zur F:nan,ierr>ng«r Gruppe. Vereine, die noch Bübnenarifnthrungen melben wollen, bitte umg gehend au..meine. Abress?.. Zlnfgng.nachmistags.4 Uhr. R. Ladewig, Gruppen- tnknwart........ Touristenvercin„Die Raturfrennde", Ortsgruppe Berlin, E. B. Am 28. November findet in der Aula der Schule Deinmeisterstr. 16— 17 die auheror deutliche Generalversammlung mit dem Thema „T.-B. und Bezirkzji>g,endk»rtelle" statt. Beainn 714 Uhr. Mitgliedsausweis legitimiert nur zum Eintritt. Erfcheinrn aller Genossen ist Pflicht.— Abt. RordoK: Donnerstaa. den 29. November, Bortrag im Heim. Theina:„Politik und Wirtstfiffi". Beginn 8 Uhr...... Der Ruberverein„Coüegia", Eharlottenbiirg, nimmt wieder Mitg.ieder auf! Aiishildnng während der Winiermonaie im Ruderbafstn. Sitzungen avi Freitag nach dem 1. und 15. jeden Monat» bei Thunak. Gharlottenburg, Wie» lanbllr. 4, um 8 Uhr.__ Freier Kegler-Bund Di. Bundesmeisterfchaft In die Bollen und auf Fiouren erg-b nach länoeren Borkämvfen folgende?<-sultai«: Bunbesm-ist-r 1923/24 W.'Meier(Eefelligkett). 1469 Solz in 200 Kugeln: zweiter wurde Blenk(Geselligkeit) 1451 Solz; dritter R Osendorf(Kalte Ratte, 1436 Solz. Biimdesmeister auf Figuren wurde S ch l i ch t i n g (Gut Loch,, der die 6 Bilder mit 6 Kugeln erfüllte. Ungar(Norden 23, und Dörre(Südwest, gebrauchten hierzu ehenfalls nur 7 Kugeln. Die Bundes- Klubmeisterschaft in der 1. Mannschaft fiel Geselligkeit(3556 Hol,, zu. Sportlust siegte in der 2. Mannschaft mit 685 Holz. Meisterschaft der neu eingetretenen Klubs: B 34i o w 1919 mit 3513 Holz(1. Mannschaft, und Lust! g e Brüder- West mit 672 Hol, im Durckschnftt. All« Anfoageil sind an den Bundezvorfitzeiiden Köhler, W. 35, Sieglitzer Sir. 5—6, zu richten. ! Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne FlgorosHochieil Lessing- Th. Heute bis Donnerst TV« Uhr: Rausch Fre»t 7U. 2. 1 Maie: Michael Kramer Deut. Künstler-TU Allabendlich 8; Tybbke(Adalbert) Deutsch. Theater VI, i!hr: Das Kaffeehaus Kammersplele 8 Uhr: Tageszeiten d. Liebe üeidtshilltnTli. Tä?l. 7«/, U. u.Sonnt. 3U.j Stettiner SSnger Casino-Theater SU. Der Ehemann ohne Frau) Vorher dunler Teil liM-pNIZWIV Rauchen gestattet I fnfetote im Vorwärts sichern Erfolg! ZMN MMstMlMÜ Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienstr. 83/85 Geschäftszeit von vorm. 9 Uhr bis nachm. 4 Uhr.— Tel.: Amt Norde» 833, 334, 835, 836 und 6593—6595. Mn-u.Metiefanffionäte Yente. Oicnalag, 27. Jtaab«, nachmittags 4'■, Ahr. im verbonbshause (Zimmer 14), Linienstrahe 83 SD: Sitzung"Qm Mun�SiihMMxheAchlung! Mittmach, 28. 7loohc„ nachmittags 51_, Ahe, im Oetbanftshaufe(Sitzungssaal), Linienstrahe 83 83: Branchenversammlnng Boürleget uaö SlwlleWver Mittwoch, den 28, Zlaubr.. ahhs. 6 Ahr, in den„SopQienfäten*'. Sophienftr 16: Branchenversammlung UWWw Die Verirauensleut« haben eine Sinnde vorher zu erscheinen. Achtung! Achtung! Mittwach, den 28. Ilanbr., ahds.7 Ahr, im verdandshauie(Ardeitolofensaal), Linienstrahe 83/85: Branchenversammlung Rdrtmigi gtonenöettieöB ildwg! Mittwoch, 28. Aoohr� nachmittags 4'/, Ahr, im Lokal„Aeichenherger yaf", Reichenderger Strahe 147: sw Versammlung aller Kolleginnen und Kollegen auS de» Betrieben deS Verbandes der Fabrikanten kunstgewerblicher Beleuchtungskörper. Ohne Mitgliedsbuch kein gutritt. vonaaeskag. den 20. Itovember. nach mittags 8 Ahr, im tvewerkschafishans (Saal 1), Engelufer 24/25: Branchenversammlung der Metallbriicker und Polierer Groß-BeriinS. Tagesordnung: 1. Vortrag:.Die politische Lage und die Lösung des Wlrifchaftsproblemo", Ref: Bevoll- mächiigter Kollege gieska. 2, Berichl 3. Branchenangelegenheit und Ber- schieden-«. Mitgliedsbuch legitimiert! Die Beiträge betrog en In der 48. Woche, fällig mit Sonntag, den 25 November: 500, 300, 400, 250, 150, 80, 20(Lehrlinge), 5 Milliarden(Jnvaiiden), Alle rückständigen Beiträge sind ebenfalls mit diesen Beilragssätzen zu begleichen, Bon der nächsten Woche an werden die Beiträge in Goldpsennigen festgesetzt. Es liegt daher im eigenen Interesse der Mitglieder, bastir zu sorgen, daß olle rückständigen Beiiräge in dieser Woche unbedingt beglichen werden. Die Berirauenslente werde» erfnchi. ausdrücklich darauf hinzuweisen, 45/13 Die OrJ-.raltang. Verkäufe Vualitätstcppichel aus erster Sand kvottbillig, billige Fabrikabfchlüsse. Schulz, Äörnerstr. I. an der Llltzow- strahe.* | Bekleidnngsstüeke.WSscIie usw. j Leihhaus Prnnnenstrahe 5. Großer verkauf mahmähig hergestellter Anzüge, Paletots, Taillenmäntel, Cutaways, Sporipelze. Gehpelze, Pelzjacken. Pelz- mäniel, Kreuzfüchse, Draufüchfe. Kon- kurrenzlos billig. Keine Lombardwarc. Bei Zahlung mit Goldanleihe 10 Prozent Rabatt. Firma achten!_" Tmrnmrm AI!« Autoreifen, Filmzelluloid kauft Horn, Grüner Weg 24.__* Fahrräder kauft Linienstrahe 19.__ � Prismengläser kauft Hallet, Eichen- dorftstrahe stebzehn(Siettiner Bahn- ho!,.___* Prismengläser, Photoapparate zahlt konkurrenzlose Preise Frank, Plücher- strahe 53. 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