�Ibenüausgabe Ar. 554 ♦ 4�. Jahrgang Ausgabe B Ar. 274 »•jugsirttngnasea und«nzeig-npriis, Und in b« Storgntmuoabe angtgelxn aedaltiaa: SS. 68, Linden siratz«& 5etotpredj»r; VSnhoff 292— 209 ZcL'McvffcSejiaidemotcal Berlin r Devlinev VolksblAtt 70 Milliarden M. Dienstag 27. November 1�25 Setlag und«»zeig enabteilungx »e«chS»t«»e>»»-S Ude varl«gOr:vorwar«».varlogpre>der: VSnhost 2900. 2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokrat» f eben Partei Deutfchlands Gilberts NWon gescheitert. Man sucht eine Bürgerblockregierung. Reichsmimfler a. v. Dr. Albert holt dem Seichs» prSfideutev heute in der ZNittagsstunde folgendes Schrei» ben zugestellt: Ihrem Appell an mein vaterländisches Pflichtgefühl bin ich gefolgt, lch Hostie, die rechten Männer zur Mikarbeit zu ge» Winnen. Diese Hoffnung hat sich infolge der parte!» politischen Schmlerigkeiten nicht erfüllt. Z ch lege daher den Auftrag in Ihre Hände zurück. « Herr Albert hat den Austrag zur Bildung eines Kabinetts in die Hände des Reichspräsidenten zurückgelegt, weil er die f'arteipolitifchen Schwierigkeiten, die sich einem Versuch entgegenstellten, nicht überwinden tonnte. Der Reichspräsident, der mit den Fraktionsvertretern nicht oerhandeln tonnte, solange Albert mit seinem Austrag be- schäftigt war, hat jetzt wieder die Vertreter der bürgerlichen Parteien zu sich gebeten. Di« Sache steht jetzt augenscheinlich so. daß nur noch«ine Lürgerblock-Regierung ge» bildet werden kann» lvenn überhaupt etwas zustande kommen soll. Wie eine Bürgerblock-Regierung aussehen soll, weiß zur Stunde allerdings noch niemand. Im Augenblick ist Herr I a r r e s der«orderte Mann im Rennen, aber ob es ihm gelingen w'rd, eine Mehrheit z»» gewinnen, ist noch eine of'ene Frage. Herr Larres ist der Repräsentant jener Politik der .vorübergehenden'" Preisgab« von Ruhr und Rbein und des Bruchs mit Frankreich, die von der Sozialdemokratie aufs'chärfste bekämpft wird, aber auch im Zentrum und bei den Demokraten lebhafte Gegnerschaft findet. Das einzig«, was zummften seines Erfostjes spricht, ist der Umstand, daß die bürgerlichen Parteien, indem sie das Zustandekommen der Reg'erung Albert verhinderten, mit ihrer Ehre engagiert sind, fo ralch wie möglich«ine Reg'erung zustande zu bring«»». Wie immer aber die Regierung des Bürgerblocks aussehen und roer immer an ihrer Spitz« stehen wird, so ist doch die StellungderSozialdemokratie zu ihr von vorn» berein gegeben. Die Sozialdemokratie, die nach wie vor jede Politik der Gewalt bekämpft, wird gegen eine Regienmg der bürgerlichen Reastion die G e i st e r mobilisieren. Die Zer» setzurrg der bürgerlichen Parteien wird dam» nicht mehr aufzuhalten sein. Und so steht im Hintergrund der neuesten Er» eignisse, die viel neues Unheil über dos arbeitende Volk bringen werden, auch wieder eine Hoffnung, nämlick» die hoff» nung auf eine regierungsfähige, von der Mehrheit des Volkes gestützt« deutsche Arbeiterpartei. Die bürgerliche Presse hatte gegen Herrn Albert die Tatsach« ausgeschlachtet, daß er als Beamter der deutschen Botschaft in Amerika im Jahr« INI? ein« Aktentasch« verloren hatte, aus deren Inhalt hervorging, daß die deutsche Regicnwg in den amerikanischen Munitionsfabriken Streiks anstiftet«. Man schob dann in Amerika auch die Schuld an verschiedenen Explosionen, die sich in die» s«n Fabriken ereigneten, der deutschen Propaganda zu. Es war gewiß sehr unonzenehm, daß Albert, der damals nur ein ziemlich untergeordneter Beamter war und die ihm«rt»ilt«n Aufträge sicher nicht billigte, in dem Mittelpunkt dieses Skandals gestanden hotte, und der Reichspräsident hätte wahrscheinlich deshalb von seiner Be» austragung Abstand genommen, wenn ihm eine größere Zahl par» teilich nicht gebundener Beamen zur Verfügung gestanden Hölle, die sich so wi« Albert al» Diener der Republik bewährt hätten. Jetzt ist es die französische Presse, die im Kampf gegen Albert und für Serres ein Symptom dafür erblickt, daß Schwerindustrie und Eroßgrimdbefitzer jede verfassungsmäßig« Lösung der Regie» rungskrise und jedes auf Erhaltung de» Westfriedens bedachtes R«- giment in Deutschland verhindern woiln». Es ble-bt noch stht j« Frage, ob«in« Regierung Jarres in der W-.lt draußen«in« bessere Aufnahme finden würde als eine Regierung Albert. Der Süraerblock marschiert. Roch sind nicht alle Einzelheiten der parlamentarischen Verhandlungen zwischen den bürgerlichen Parteien am gestrigen Tage restlos aufgeklärt. Es zeigt sich aber bereits in der heutigen Morgenpresse, daß die Bestrebungen aus Bildung eines Bürgerblocks ostenbar weitere Fortschritte gemacht haben. Es scheint, daß die Deutschnationalen den von uns zitterten Forderungen des Zentrums— Anerkennung des Verfailler Vertrages, Aufrechterhaltung der preußischen Koali» tionsregierung— bedeutend entgegengekommen sind, denn während die„Deutsche Zeitung" heute früh noch daran fest» hält, daß„unter solchen Bedingungen ein Zusammenarbeiten zwischen Deutschnationalen und Zentrum ausgeschloffen sei", versichert der„Tag": „Bedingungen, die dos Zentrum für die Teilnahm« an einer Regierung, der auch die Deutfchnationolen angehören, gestellt hatte, sind im wesentlichen durch verhandlungeu mit den Deulschnali analen ausgeglichen. Man hat feststellen können, daß die deutschnationale Fraktion nicht an ein« sofortig« Ablösung des Vertrages von Berfa ill«» denkt und daß auch zunächst die Forderungen der Deutsch» nationalen nach Aushebung der Große« SoattNou in Preuße« inso» fern aus den Verhandlungen ausgeschaltet werden können» als diese Frage Angelegenhell der preußischen Fraktionen ist und erst nach der Bildung einer festen bürgerlichen Regierung im Reich« ernsthaft erörtert werden kann." Der„Lokal-Anzeiger", der zur Abwechslung sehr par- lamentarisch gestimmt ist, berechnet auf Grund der Stimmverhältnisse, daß ein solches bürgerliches Kabinett unter dem Kandidaten der Rechtsparteien. Dr. I a r r e s als Reichs» kanzler, bei neutraler Haltung der Demokraten ein verfaffungs» mäßiges Kabinett sein würde: „Ist dies« Kennzeichnung der Strömungen im Deutschen Reichs- tage richttg»- und wir haben allen Gnmd, sie dafür zu holten—, dann zeichnet sich mit aller Deutlichkeit die Möglichkeit ab. auf ver- fassungsmäßlgem und parlamentarischem Wege zu einem Kabinett zu kommen, das gegenüber allen früheren feit dem Prinzen Max von Baden tatsächlich etwas Neues darstellte, das auf Verkrauen im Laude rechnen dürft« und das der Entwicklung, die sich im deutschen Volke voll'ogeu hat, gerecht würde." Er beschwört den Reichspräsidenten E b e r t. der im übrigen von der ganzen Rechtspresse in der schärfften Weise angegriffen wird, der Bildung eines solchen verfaffungs» mäßigen Kabinetts tett'e Schwierigkeiten zu machen. Er g'aub. über die Haltung des Reichspräsidenten versichern zu können: „Freilich rechnet man damit, daß dem Reichspräsidenten der Gedanke an eine Kraftprobe zwischen Reichstag und ihm völlig fernliegt. Sollte sich, wofür viel« Wahrscheinlichkeit spricht, aus den heutigen Besprechungen unter den Parteien die Tatsache heraus- schälen, daß auf verfassuugsmäßigem Wege ein arbeltsfähigcs Sa- b'usit ohue welkeres gebildet werden kann, so zweifelt man nicht daran, daß Herr Cbert von keinem Irrtum zurückkommen wird. Man gläubt, daß er im Grunde ein viel zu guter Demokrat sei. um sich Grundsätzen verschließen zu können, die verfaffungs- mäßig gegeben sind und die auszuschalten, wi« die Dinge zeigen, keinerlei Staatsnotwendigkeit gebietet. Wenn, wie es heißt, Reichs« Präsident Ebert heute den Empfang von Dr. Scholz und Marx, den er gestern abgelehnt hat. doch noch vornehmen sollt«, so würde man darin wohl ein erstes Zeichen dafür zu begrüßen haben, daß sich der Reichspräsident au» der unhaltbaren Stellung, in die er sich hat hineinmanöverieven laffen, wieder herausfindet." Welchen Zwecken der Dürgerblock dienen soll, bedarf kaum eine? näheren Auseinandersetzung. Es scheint, als ob die letwa absichtlich ausgestreuten?) Meldungen über die beab- sichtigte Aufhebung des Belagerungszustandes ven reaktionären Parteien besonders unangenehm gewesen sind. Jedenfalls geht aus den Aeußerungen der Rechtspreffe klar hervor, daß sie den Bürgerblock mit der V e r e w i g u n g des Ausnahmezustandes für identisch halten. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" beginnt nach langem Schweigen und vorsichtiger Reserve die Sprache wieder zu gewinnen. Sie weiß sehr genau festzustellen, was„die Nation will", und sie betont deshalb: „Die Nation will überhaupt keine Sozial» demokraten mehr, ob gemäßigte, ob radikale, ob verdiente, ob verdiensttose. Die Nation will endlich mal eine sozio listen- reine Regierung haben, die möglichst all« bürgerlichen Par- teien umfaßt. Sie will zunächst auf längere Zeit nicht gesellschaft- liche Theorie treiben und weder von Sozialismus noch von Sozialisierimg Häven. Sie will die dvmme Frage beantwortet haben: W i e schaff« ich Arbeit und Brot?" Wenn also der Dürgerblck in der Lage ist, Brot ul»d Arbeit zu schaffen, dann herausmitdemFlederwisch; dann zeige er uns endlich sein Rezept, dann entwickle er sein Pro- aramm, mit dem er innen- und außenpolitisch uns Brot und Arbeit verschaffen will. Wir werden wahrscheinlich nicht die einzigen sein, die der politischen Weisheit des kommenden Bürgerblocks gegenüber uns skeptisch verHalter». Mit den Me» thoden:„Bürgertum gegen Arbeiterschaft" hat man unter ganz anders gearteten Berhällniffen vor dem Dollar amtlich weiter unveränüert. Die Kobineiiskris«, die noch immer ungelöst ist. erweckt im Auslande ein« äußerst»mgünstig« Stimmung für die Mark. Nach- dem man in New V o r k die Notierung der deutschen Valuta auf einen Tag ausgesetzt hatte, wurde gestern ein Kurs gemeld-t. der «Iner hiesigen Parität von 8.2 Billionen für den Dollar entspricht. In London wurde die Mark unverändert notiert, doch ist zu be- achten, daß zu diesem Kurse keinerlei Umsatz stattfand. In B e r- l i n e r Lörsenkreisen rechnet« man heut« angesichts der Tatsache, daß die Goldpreis« sich mehr und mehr erhöhen, mit einer Herauf- setzung der amtlichen Kurse. Die Reichsbonk konnte sich jedoch nicht entschließen, den amtlichen Kurs dem der Auslandsbörscn an- zunähern. Bei einprozentiger Zuteilung wurde der Dollar un- verändert mit<,2 Billionen festgesetzt. Goldanleihe blieb ebenfalls unverändert und keine Zutellung. Dollarschätz« ge- strichen Geld. Di« Lag« des Geldmarktes zeigte heut« ein etwas steiferes Aussehen. Der Satz für täglich Geld zog von zirka 10 auf IS Proz. cm. Befürchtungen vor eventuellen inneren Unruhen veranlaffen außerdem die Spekulation zur Zurückhaltung. Kriege nicht regieren können, noch viel weniger wird es jetzt gelingen. Die„m a r x i st e n r e i n e" Politik des Bürger- blocks wird sich denselben zweifellos noch bedeutend ver- größerten Schwierigkeiten gegenübersehen wie die bisherigen Koalitionsregierungen. Ihre Methoden zur Ueberwindung der Schwierigkeiten werden ganz im Gegenteil über kurz oder lang zu alten nur neu« auftürmen. Alles schaut zunächst ängstlich nach den Demokraten aus. auf deren Haltung ja alles ankommen wird. Im Reichstag verfügen die bürgerlichen Parteien von den Deutschnationalen bis zum Zentrum einschließlich der kleineren Gruppen über 230 Mandate(eingerechnet 3 Deutschvölkische), die Linke über ISO Mandat«, in der Mitte stehen die Demotraten mit 39 Man- baten. Die Stellung, die die Demokraten gegenüber diesen Versuchen auf Bildung eines Bürgerblocks einnehmen wollen, umschreibt das„Berliner Tageblatt" folgendermaßen: „Danach kommt alle» auf die Haltung der Demokraten an, die das Zünglein an der Wag« bilden. Treten sie in ein« prinzipielle Opposition zu dem sogenannten Bürgerblock, so ist er lebensunfähig, da die Sozialdemokraten und Kommunisten selbstverständlich gegen ihn sind. Daher wurden noch am gestrigen Tage Besprechungen mit Vertretern der Demotratischen Partei gepflogen. Am liebsten hätte man sie mit in die Kombination einbzzogen. Davon kann wohl keine Rede sein, wenn viellcich auch dieser oder jener demo- kratisch« Abgeordnete dahingehenden Einflüsterungen nicht ganz un» zugänglich ist. Unsere» Erachten» können sie höchstens durch ew« neutrale Stellungnahme die Kabinettsbildung der rechts von ihnen stehenden Parteien ermöglichen, um zunächst einmal über den toten Punkt hinwegzukommen und ein Kabinett zu ermöglichen. Leicht dürfte ihnen auch dieser Entschluß nicht werden. Aber er wird von stoatspolitischen Notwendigkeiten diktiert, von vaterländischen Er- wägungen, die die demokratische Partei stets über das reine Partei- intereffe gestellt hat. Sie hätte also bei der Vertrauensfrage sich der Abstimmung zu enthalten und erst dann in die Opposition zu rücken, wenn die Politik des Bürgerblocks ein« Richtung annimmt. die außenpolitisch zur Katastrophe und innen- politisch zu einem Klassenkampf gegen die Ar- beiter» und Angestelltenschaft zu werden droht. Eine solch« abwartende und abwägende demokratische Politik würde auch die Heißsporne des Bürgerblocks, die vor allem in den Reihen der Deulfchnationalen zu suchen sind, immer wieder darüber be- lehren, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Eine solch« Polllik hoher Verantwortlichkeit vor dem Vaterland« und vor der Partei setzt ein« nicht alltägliche Charakterstärke voraus. Wir hoffen, daß die Demokratische Partei, die in den letzten Monaten der verschiedenen parlamentarischen Krisen so klug und geschickt operiert hat, sie auch dann nicht vermiffen lassen wird." So einfach, wie sich im übrigen die Dinge in den Spallen der Presse darstellen, vollziehen sie sich in Wirklichkeit nicht. Wenn die bürgerlichen Mittelparteien jetzt geneigt sind, mit den Deutschnationalen gemeinsame Sache zu machen, so dürste da- bei ein sehr wesentliches Motiv die Ueberlegung sein, daß man die Deutschnationalen mit zur Regierungsverant- wortung heranziehen will, um nachher vor den Wähler- maffen sagen zu können, daß auch die Deutschnatio- nalenkeineonderePolitikbetreibenkönnen. als die anderen bürgerlichen Parteien. Die Rechte hat dem- gegenüber schon ihren Schachzug bereit. Sie läßt andeuten, daß sie in dem neuen Kabinett nur durch den Ernährungs- minister vertreten sein will. Man will also die b e r u f s- egoistischen(daher der Kampf gegen den Marxismus!) Interessen der La»»dwirtschaft speziell wahrnehmen, im übrigen sich eine Stellung reservieren, bei der man sich jederzeit in die bequeme Oppositionsstellung zurückmanöoerieren kam Nur durch diese wahltaktischen Schwierigkeiten der Mittelparteien ist das vollkommene Durcheinander in der bllr- gerlichePPolitikzu verstehen. Derselbe Dr. Jarres, der jetzt als prasumptivster Reichskanzler gilt und dessen Nichtbc- rufung als ein Staatsverbrechen Eberts hingestellt wird, sollte v o r der Berufung Alberts vom Reichspräsidenten mit der Kabinettsbildung beauftragt werden. Die„Deutsche Tageszeitung" stellt aber ganz mit Recht fest: „Damals aber fcheiierle feine Berufung an dem Widerstand des Zentrum». Es scheint jedoch nunmehr, daß das Zentrum auf Grund der inzwischen vor sich geqangenm Besprechungen zwischen den einzelnen Fraktionen sich einer Kandidatur Jarres gegenüber nicht mehr so ablehnend verhält wi« früher." Kaum war Lllbert berufen, da wird derselbe Jarres. dessen Kandidatur eben erst an dem Widerspruch der Fraktionen ge- scheitert war. von denselben Fraktionen jetzt ausgestellt. Deut- licker kann der W i r r w a r r, das Hin und Her in der bürger- lichen Mitte nicht gekennzeichnet werden. Das Bürgertum kann und will sich in Deutschland offenbar zu einer kon- sequenten dauernden und wirklich zuverlässigen republikanischen und dentokratischen Politik weder nach innen noch nach außen bekennen. Es braucht sich nicht wundern. wenn das Mißtrauen gegen diese zwischen Reaktion und Demokratie hin und her schwankende Politik immer stärker wird. Das Bürgertum hat jetzt das Wort. Es ist aller Fcffeln ledig, die bislM angeblich die Entfaltrmg seiner polittschen Kräfte gehindert haben soll. Das Suche nach dem Bürgerkanzler. Bolt wird bald genug fehen, was diese Politit des Büger- aus der letzten Zeit, daß sie zur Regierungsbibung bereit seien. Wadhe halfen mußten, damit die Gegenpartei bie zu erwartenden blocks zu leisten vermag. Wir schäßen, die Nation" wird Sie schrieb: Möbel nicht hineinsehen läßt. nicht auf der Seite des Herrn Stinnes und seines Leibungsamt hat darauf gegen Das städtische Wohnungsamt hat darauf gegen dieses Die Deutschnationale Boltspartei veröffentlichte am 28. Dtorgans, der Deutschen Allgemeinen Zeitung", sein. tober 1923 eine Erklärung, in der es hieß: Borgehen Beschwerde beim Ministerium eingelegt. Es fanden ,, Das deutsche Bolt verlangt, seine Geschide neuen Männern dort Berhandlungen stait, die aber zu feinem Ergebnis führten. Das anzubertrauen, die unbelastet find von Bartei- Wehrtreistommando Steffin verfügte inzwischen auf Grund des Dottrinen und Parteiegoismus. Staatsmännische Ausnahmezustandes die Beschlagnahme der Wohnung für den Bflicht derer, die heute noch auf den Ministerstühlen fizen, aber Stettiner General a. D. Die von den Franzosen vertriebene Fa ist es, den Mut zum Rücktritt aufzubringen und solchen Männern milie wird also zum zweiten Male von Deutschen aus Heim und Namen sind oft genug bereits genannt worden Raum zu geben, daß sie zielsicher und mit fester Hand unserem gequälten Wohnung vertrieben!" Reich und Bolt den Weg zur Einigkeit und Rettung weisen." Am 24. Oftober hielt Abg. Her gt in Neufölln eine Rede, in dem er das Vorgehen Bayerns gegen das Reich begrüßte und ausführte: Bei Redaktionsschluß erfahren wir: Die Verhandlungen zwischen den bürgerlichen Parteien wurden heute früh sofort wieder aufgenommen. Die deutschnationale Fraktion irat um 11 Uhr zusammen, unterbrach aber noch kurzer Erörterung der Lage ihre Sigung, um die weiteren Berhand fungen abzuwarten. Bon diefer Partei wird an dem Randidaten Jarres festgehalten, während von anderer Seite wieder versucht wird, das Zentrum zur Benennung eines Kandidaten zu veranlassen. Da der Frattionsvorsitzende des Zentrums, Marg, für feine Berson schon in einem früheren Stadium abgelehnt hat, fomnit vielleicht Herr Stegerwald in Betracht. Die Zentrumsfraktion frat um 12 Uhr zusammen, Herr Mart verließ die Sigung, um sich zum Reichspräsidenten zu begeben. Für den Reichsfanglerpoften wird auch der Vorsitzende der Bayerischen Volks= partei, Domtapitular Leicht= Bamberg, genannt, der den Streit mit Bayern schlichten soll. Die Tatsache, daß das Wehrtreistommando in Stettin über den Kopf des Schweriner Wohnungsamtes hinweg eine ohnung beschlagnahmt, auf Grund des Ausnahmezustandes", ist angesichts der vielfachen Eingriffe, die die Inhaber der vollziehenden Gewalt" sich in die Zivilverwaltung erlauben, fast nicht mehr verwunderlich. „ Ich rufe Stresemann zu: Deine Stunde ist getom men! Wir wollen eine Regierung der Regten, wir wollen, daß es zum Abbruch mit dem Feinde fommt, was es Die deutschnationale Bresse stellt als Hauptaufgabe wolle. des Bürgerblods die Befestigung des Aus= Am 8. November hielt der Abg. Schlange einen Bortrag innahmezustandes" bar. Der Schweriner Fall gibt nicht Charlottenburg, in dem er ausführte: nur den Ausgewiesenen eine schmerzliche Lehre; er zeigt auch, mohin eine Regierung des Ausgewiesenen arres mit der Befestigung des Ausnahmezustandes steuern fönnte, wenn es nach dem Willen der Deutschnationalen ginge. Neues aus Thüringen. ir sind jeden Augenblid bereit, fobald bas Bolt uns ruft, die Regierung zu fchaffen, Hand in Hand mit den großen Organisationen, die an unserer Seite stehen." Die Pressestelle der Deutschnationalen Boltspartei verSozialdemokratie und Koalitionspolitik. breitete am 8. November die Behauptung: In verschiedenen Morgenblättern wird es so dargestellt, als ob die Sozialdemokratische Partei eine grundsätzliche Schwentung vollzogen hätte und jede Zusammenarbeit mit bürgerlichen Parteien ablehne. Diese Darstellung ist falsch und kann nur den Zwed haben, die Rechtsschwenkung ber Mitte in den Augen ihrer Parteianhänger zu entschuldigen. Die Sozialdemokratische Partei hat alles getan, um auf dem Boden bes parlamentarischen Systems eine stabile republitanische Regierung zu schaffen, und hat für dieses Ziel die allerschwersten Opfer gebracht. Wenn in diesem Augenblick in der Sozialdemokratischen Partei der Glaube an die Möglichkeit einer solchen Zusammenarbeit nicht vorhanden ist, so ist das auf die Erfahrungen zurückzuführen, die sie in der letzten Zeit mit den Barteien der bürgerlichen Mitte gemacht hat. Der Abg. Hergt habe dem Reichstanzler das bereits seit fängerer Zeit vollständig fertiggestellte Programm der Den Berliner Tageblatt" wird aus meimar über neue felti Deutschnationalen Bolfspartei für die Bildung einer neuen Re- fame Erscheinungen bes Ausnahmezustandes gemeldet: gierung vorgelegt. Dieses Programın hat bereits das Einverständnis weitester Kreise der Wirtschaft und der nationalen Bewegung gefunden, so daß die neu zu bildende Regierung des Bertrauens mit Recht diesen Namen tragen würde." Zum Schluß geben wir noch eine Entschließung wieder, die nach einem Vortrag des deutschnationalen Abgeordneten Bürgermeisters(!) Berndt in Schöneberg am 20. Movember gefaßt wurde. Sie lautet: „ Tausende deutscher Männer und Frauen in Schöneberg rufen aus öffentlicher Bersammlung den nationalen Mitgliedern des Reichstages zu: Macht reinen Tisch! Fort mit ber Regierung Stresemann! Heil der nationalen Regierung, die den Hungernden und Frierenden Brot und Rohlen fchafft, bem deutschen Boite Freiheit und Ehre wiebergibt und mit eisernem Befen alles undeutsche Besen in deutschen Landen beseitigt!" Das ganze gebildete Deutschland wird mit Staunen verneh men, daß selbst alter Gropius, der weithin bekannte und verdiente Beiter des Staatlichen Bauhauses zu Beimar, eine militärische Haussuchung über sich er= gehen lassen mußte. Wie hier bekannt wird, wurde die Hausfuchung am 23. d. m. durch das militärische Aufgebot eines Offi zierstellvertreters mit fegs onn in der Brivatiwohnung von Direktor Gropius vorgenommen. Alle, die Gropius näher fennen, missent, daß er parteipolitischen Dingen abfolut fern steht und überhaupt feiner Bartei angehört. Er bient lediglicy. den fünstlerischen und fulturellen Bestrebungen, als deren Bor fämpfer er feinen eltruf erlangt hat. Das Borkommnis wird badurch peinlich illustriert, daß Gropius im Kriege vier Jahre als Frontoffizier, und zwar als Regimentsadjutant gedient hat und Inhaber des Eifernen Kreuzes 1. Klasse und anderer Kriegsauss zeidmungen ist. 2 Um nur ein Beispiel hervorzuheben: In der letzten Reichstagsfizung haben die Parteien der Mitte gegen die Aufhebung des militärischen AusnahmezustanHeil uns, die Stunde der nationalen Regierung ist da. des gestimmt, die bekanntlich nicht nur von der Sozialdemo- Im Zeichen des Bürgerblods wird sie den Hungernden und fratischen Partei, sondern auch von den Landesregierungen Frierenden Brot und Kohlen schaffen". Und die Bolts- Weimar, als ob irgendwelche unverantwortlichen einmütig gefordert worden ist. Daß die Vertreter der Sozial- partei wird mit von der Partie sein. Armes demokratie bei ihrer Befragung durch den Reichspräsidenten deutsches Bolt! erklären mußten, fie sähen zurzeit die Möglichkeit eines 3ufaminenarbeitens nicht, war nur eine Folge der von den bürgerlichen Barteien geschaffenen Tatsachen, außerdem haben die bürgerlichen Parteien von der anderen Seite her dasselbe erklärt. Die Möglichkeit einer Stoalitionspolitik mit der Sozialdemokratie ist nur desholb nicht gegeben, weil die bürgerlichen Barteien nicht wollen, was die Voraussetzung einer solchen Bolitik ist, nämlich ein republikanisches, der nackten Kapitals herrschaft widerstrebendes sozial fortschrittliches Regime. Hymne zum Bürgerblock. Die Stunde des Bürgerblocks ist gefommen. Die dauern den Borstöße des rechten Flügels der Boltspartei zuerst gegen die Sozialdemokratie, dann gegen Stresemann, scheinen zum Biele zu führen. Das Stinnes Blatt beherrscht die Situation und spricht im Namen der deutschen Nation". Der General für den General. Wozu der militärische Ausnahmezustand" gut ift. Die in Schwerin erscheinende Medlenburgische Zeitung" veröffentlicht folgende zuschrift, die für die gegenwärtigen Zustände in Deutschland mehr als bezeichnend ift: Der Berichterstatter des B. T." fügt dieser Meldung hinzu: „ Der Eindrud wird immer stärfer, besonders in reise der Truppenleitung unbegründete Bezichtigun gen zuleiten, teils in der Absicht, aus Gründen, die weitch liegen von den der Reichswehr gestellen Aufgaben, die Bezichtigten zu fchädigen und bloßzustellen, teils aber auch, um dem Ansehen der Reichswehr selbst Abbruch zu tun. Der Fall Gropius legt die letztere Bermutung ganz besonders nahe. Doch auch durch benen der Orts- und Bersonenfundige topfschüttelnd gegenübersteht, eine Reihe anderer Fälle von Haussuchungen und Berhaftungen, wird immer mehr die Auffassurig befestigt, daß der Reichswehr Bezichtigungen zuzugehen scheinen, mit denen man nicht nur die be „ Am 5. April wurde ein Beamter aus dem Rheinland troffenen Bersonen, sondern auch der Truppe selbst und ihrem öffem. ausgewiesen und im Mai beim hiesigen Finanzamt angestellt. lichen Ansehen in empfindlicher Weise Abbruch fun will. Eine auf Alle Bemühungen, eine Wohnung zu befomnien, waren ergebnis- fallende Geschäftigteit ist in den letzten Tagen in be los. Da die Frau frant war und sich einer langen Behandlung im stimmien rechtsraditalen Kreisen Weimars beobachtet worden. Krankenhaus unterziehen mußte, wurden die drei Kinder ver. Man strebt von dort offensichtlich banach, sich mit Ratschlägen teilt zu bilfreichen Familien gegeben. Sie fonnten bis an die Reichswehr heranzudrängen, mobei diese frei heute noch nicht in die furchtbar beengten Räume zurüdgenommen willigen Berater faum die Abficht haben dürften, dem Allgemeinwerden, die die Familie inne hat. Diese fümmerliche Lebensweise wohl zu dienen oder gar den nicht fan bestundigen Reiss wirde immer drückender, da die benötigten warmen Sachen in Weft mehrteilen die für fie besonders schwierie Aufgabe auch wirklich deutschland zurüdgefaffen werden mußten. 311 erleichtern. Die Nation will teine Sozialisten mehr."" Die Nation Endlich wird jetzt eine Wohnung fret. Das städtische will nichts mehr von der Froschperspektive des Barlamentaris- Wohnungsamt beschlagnahmt sie auf Grund der Gesetze für die aus- Das Polizeipräsidium teilt mit, daß die illegal tätige Berliner mus missen." Die Parolen der Deutschnationalen gewiesene Familie. Da fommt ein General a. D. von Steffin her, Bezirksleitung der aufgelösten Rommunistischen Partei heute nachin anderem Gewande gehen durch die Spalten der bürgerlichen der gerne in die schöne Stadt Schwerin möchte, wo auch sein mittag in Berlin Straßentemonftrationen veranstalten Presse. Gestern noch glaubte die Nationalliberale Kor- Schwiegersohn wohnt, und behauptet, die ohnung gehöre will, die zu blutigen Zusammenstößen mit der Schutzpolizei weiterrespondenz" sich über die Deutschnationalen, die Bundes der Militärbehörde, er ziehe tin. Er werde sich die Eingetrieben werden sollen. Die Schugpolizei ist angewiesen, jedem genossen von heute, lustig machen zu können. Sie verwilligung von höherer Instanz erwirken. Alle Borstel- Bersuch zur Störung der öffentlichen Ordnung fofort mit den ficherte, daß die deutschnationalen Stresemannstürzer vor den lungen der Behörden, daß er rechtlich feinen Anspruch habe, bleiben schärften Mitteln entgegenzutreten. Außerdem ist die Festnahme der Trümmern stünden, ohne zu wissen, was sie wollten. Sie wirkungslos. Nachdem die Wohnung verschlossen, läßt er sie auf- in verschiedenen Betrieben und bei den Erwerbslosen für die ver appellierte an die zahllosen Erklärungen der Deutschnationalen brechen und Soldaten sich zur Verfügung stellen, die Tag und Nacht botene Demonstration aufgetretenen Agitatoren eingeleitet". „ Der Retter". Eine Ironie der Weltgeschichte. Bon Hans Besemann. Für alle diese unsterblichen Verdienste aber würde Chaim wir nicht mitten in der naturalistischen Literaturrevolution von eheRingel von seinem dankbaren Bolte gefeiert werden, man würde mals, wenn das Caféhaus, die Umwelt, der wahre held und Inihm einen Platz in der Siegesallee einräumen, und Rudolf Herzog halt des Stückes ist? würde auf ihn eine neue Hymne: Hei bir im Ringelfranz" dichten, Es war pon Hermann Krehan ein recht charakteristisches Ge die bald der populärste Shimmy sein würde. Zum Schluffe feines präge geschaffen: im Rahmen einer alivenezianischen Bühne. Unter Friz endhausens Regie spielte sich das Stückchen mit solcher erschießen und durch diese schöne Tat seine unfreiwillige teutonische war, ehe man fie mertte. Goldoni hat für die Bühne und nicht für glorreichen Lebens aber würde ihn ein deutscher Heldenjüngling Behendigteit ab, daß man über alle Rippen und Bedenken hinw die Riteratur gearbeitet. Wenn man die Erinnerung an seine vene ochachtung von Chaims Genius offenbaren. immer noch den ersten der Belt auf diesem Gebiete, in sich lebendig zianischen Dialetttomödien, gespielt von italienischen Romöbianien, bewahrt, bann ahnt men, welche Boieng er einmal war. Die Dar steller des Deutschen Theaters waren daher im rechten Zug, wenn fie die von Dito 3off bearbeitete Romödie jo fomödiantisch wie möglich spielten. Dar Gülstorff( Don Marzio), Fri Dag hofer( ber madere Cafetier), Walter Brandt( Zeander), Hans Besagier Chaim Ringel dürfte damit seine Berliner Gastrolle Für die Welt der Künstler und Literaten ist das Caféhaus, das Braufemetter( Eugenio) und die Damen Grife v. T'hellausgespielt haben, man wird ihn erstens einsperren, und zweitens für fie einst eine besondere Bedeutung hatte, längst eine historische mann wie Kitty Aschenbach verdienen alles Lob. ausweifen und als fläglicher Rest seines Erdenwallens bleiben ein Reminizenz geworden. Man sollte noch ein venezianisches Stüdchen hinzufügen, unt Des Benezianers Goldoni CaféhausUnd wie wäre es, wenn das SchauBermert in den Polizeiatten und eine verkortste Zotalnotiz in der Romödie, bie man jetzt im Deutschen Theater ausgegraben den Abend zu füllen. maderen Deutschen Zeitung" über den zerfehenden jüdischen hat, frischt die Erinnerung daran auf, was diefes soziale Jajtitut in ipielertheater einmal die alte Stegreiftomödie mit neuen R. H. Döscher. feinen Anfängen gewesen ist. Leben erfüllte? Geist usw. Durch die Berliner Preffe ging neulich eine Notiz über einen gewiffen Chaim Ringel aus der Schönhauser Straße, der mit allen Hofen und Devisen gleichermaßen erfolgreich handelle, bis eine verständnislose Kriminalpolizei ihm das Geschäft störte und dabei da wir leider in Deutschland leben, mußt du das schon anderen über Ja, Chaim Ringel, so fönntest du Weltgeschichte machen aber Devisen im Werte von 10 000 Dollar eroberte eine ganz an= fehnliche Summe, wenn man sie etwa als Bergleich neben die lassen und dich wieder auf die cften Hosen legen. Schade, ewig 100 Sowjetrubel und 5 Buxtehuder Goldmart stellt, die unser unermüblicher Devisenfommissar mit dem Aufgebot seiner Hseresmacht. fürzlich beschlagnahmte. Wie aber wäre das, wenn wir einen Finanzminister mit genialen Intuitonen hätten dem fönnte so bei der zufälligen Lektüre dieser fleinen Mofiz plöglich der Gedanke fommen, dieses Genie in der Bestentasche, diesen Finanznapoleon vom Scheunen viertel, eben diesen Chaim Ringel zu heil- und segensreicher mit wirkung für die Finanzoperationen unserer hohen Obrigkeit heranzuziehen ungefähr unter diesen Bedingungen: schade um dich. Goldoni:„ Das Caféhaus." Es war 1750 oder 51. Goldoni war nach mannigfachen Berfuchen in anderen italienischen Städten in feine Heimat Benedig die Hauptstadt Norwegens, den alten Stamen Dslo mieber ens Das umgetaufte Chriftiania. Im Jahre 1925 mird Chriftiania, zurüdgefehrt; immer noch gehörte trog schlechter Erfahrungen feine rehmen. Oslo, das um 1050 gegründet und früh Siz eines Bischofs Liebe dem Theater. Er war gerade bestallter Hausdichter oder murde, mar feit 1397 die eigentliche Hauptstadt Norwegens, ohne Stüdelieferant einer beliebten Truppe und übernahm es, in ein indessen zu großer Bedeutung zu gelangen, da die Stadt in mirts bis zwei Jahren ein Dutzend neuer Luftspiele zu liefern. Er hielt schaftlicher Hinsicht lange von der deutschen Hansa beherrscht wurde. fein ort, und das„ Caféhaus" war darunter. Die Komödie tommt Grit feit bere Anfang des 16. Jahrhunderts begann sich auch der uns heute, wenn wir ihr auch à conto Leffings und Goethes, die Handel der Bürger von Oslo etwas zu heben, doch wirkte dem Aufbeide den Italiener liebten, ein gewisses Relief zugestehen, ziemlich blühen des Bohlstandes die verheerende Feuersbrunft entgegen, bre harmlos, etwas moralisierend und wesentlich interessant nur als 1624 die alte Stadt völlig vernichtete. König Chriftian IV. gründete Milieubild war. Aber 1750 war sie mehr. Goldoni hat im Anschluß infolgedessen auf der anderen Seite des Fjords das nach ihm be an die Franzosen, besonders an Molière, in Italien das regelrechte, nannte Christiania, das sich 1716 auch furze Zeit in den bürgerliche Drama eingebürgert und die Stegreiffomödie dadurch Händen Karls XII. befand. Die Norweger legen Wert darauf, verdrängt. der Stadt ihren alten Namen wiederzugeben, um auch die letzte Spur der dänischen Herrschaft zu vermischen. Chaim Ringel, dem man natürlich vorher irgendeinen Raistitel anhängen müßte, betäme den Auftrag, für dos Reich Devisen, Gold und ähnliche schöne Dinge zum Weltmarktspreise mit einem tüchtigen Zuschlag aufzutaufen. Die Güterzüge voll schön gedrucktem Papiergelde, die die Reichsbant bislang noch als Kredite der Schwerindustrie herleiht, würden sich für diesen Zweck ausges Da er tein Pedant wie Gottiched in Deutschland war, sondern zeichnet eignen. Und Chaim Ringel würde das in thn gefeßte ein munterer, gut beobachtender und aus dem Volksleben schöpfenBertrauen bestimmt rechtfertigen; aus allen Eden und Enden der der Mann der Bühnenpragis, so ift feine Reform nicht nur histoWelt würde er das versteckte Gold herbeizaubern und uns damit und wenn sich der Zuschauer von heute ein wenig historisch einrische Notwendigkeit, sondern erfrischend, schöpferisch und erfreulich. alle einer neuen herrlichen wertbeständigen Zeit entgegenführen. stellt und seinen Besuch des Caféhauses" zu einer Bor- und Die Folgen wären unabsehbar; Herr Stinnes würde junger Mann bei Mingel werden, weil ihm niemand mehr für feine Geschäfte das nötige Bapiergelo umsonst leihen würde; die arbeitende Bevölte rung besame vom Bater Staat richtiges Goldgeld und unsere lieben Bauern würden sie fntefällig anflehen, ihnen doch ihre Kartoffeln und Schweine für ein paar dieser schönen Goldpfennige abzunehmen. Glückliches Land, das leine anderen Sorgen hail. Theater findet im Laufe dieser Woche statt. Das Schauspielertheater mit Die Bereinigung des Schauspielertheaters mit dem Deutschen Beinrich George, Mexander Granadh. Elifabeth Bergner, Ernft Deutl. Rückschau ausweitet, tann er allerhand nette Beobachtungen machen. Karl Ellinger und den übrigen Mitgliedern fiebelt damit endgültig in das Die stehenden erstarrten Masten der alten Komödie find bei Gol Deutsche Theater und die Staminerspiele Aber, too die bisherigen Mitglieder doni verschwunden, aber find feine Charaktere nicht auch noch diefer Bühnen mit ihnen vereinigt werden. Der fünftige Gesamtbetrieb wesentlich Typen und teine individuellen Gestaltungen? Dieser der ehemaligen Meinhardtbühnen in diefer Gestalt wird auf alleinige Rech leichtsinnige, herzensgute junge Ehemann und Spieler( Eugenio) nung des Schauspielertheaters und mit dessen Mitteln geführt. oder der bramarbasierende, aber vor seiner Chefrau fich ins Mous- Im Leffing Theater geht in Abänderung des Spielplans. Saupt. loch verkriechende Leander und vor allem der schmäherische und manns Schauspiel Michael ramer" au am Sonnabend in Szene alles vergeßende Don Marzio, in dem Goldoni bie Schattenseiten Selbst Herr Poincaré müßte fich zufriedengeben, wenn er von des Caféhauses nertörpert und zugleich der alten Intrigonien forts im euen Theater am 300 in bem von der Schaubühne ver Sauptmannsriebensfekt wird Mittwoch, nachmittags 1,4 1, Chains Ring har ausbezahlt würde, und nur unsere guten to- fegt? Ganz modern mutet uns dagegen die ganze Milieumalerei anstalteten Gerbart- Hauptmann- 3yllus einmalig gegeben. Die Regie führt tionalpatrioten würden fich darüber ärgern, und die Hervorkehrung mancher individueller Züge an. Und find geing Goldberg " 7 warum ss schweigsam? Wir hatten in der Sonntagsausgabe an das Reichssinanz- Ministerium die Frage gerichtet, ob es richtig fei, daß das Reichsfinanzministerium die Absicht habe, die der Stahl- sintmzierungs-Gesellschast und der Kohlenfinanzierunas-Ge- scllschaft gewährten Kredite in chöhe von rund 140 Trillic- nen Papicr.nark zu schenken. Es ist bezeichnend, daß die gesamte bürgerliche Presse diese unsere Anfrage t o t g e s ch w i e- gen hat. Wir glauben Anlaß zu der ZZcrmuwng zu haben, daß das im Zusammenhang steht mit dem Schweigen des Reichssinanzministeriums, denn obwohl wir keinen Zweifel darüber gelassen haben, daß die öffentliche Klarstellung der Absicht des Reichsfinanzministeriuins zu der von den Zmer- cssenten betriebenen Streichung der Trillionenbeträge dringend notwendig ist, Hot das Reichsfinanzministerium es nicht für erforderlich gehalten, deswegen die ungeheuer beunmhigte Oeffentlichkeit zu unterrichten. Sollte unser erneuter Versuch, dos Reichssinanzministemrni zum Reden zu veranlassen, auch diesmal ohne Erfolg fein, so wird man an anderer Stelle ausführlicher über diese Dinge sprechen müsien._ Kahr und öie Presseknebelung. Das Verbot der Presse in Layern ist, wie wir aus München erfahren, von Kahr nicht ganz freiwillig ziu'iükgeneiranen worden. Van verschiedener Seite wurde ein sehr starker Druck ausgeübt. Auch Minister- Präsident von Knil.'ing mochte seinen Einfluß geltend. Daß aber, der Gencralstootskommistar die sochatdeniokrarische Prüfst, soweit es in seinen Kräften steht, auch weiter zu knebeln versuchen wird, zeigen die Verhandlungen, die der Verlag der„München er ,P c st" in der letzten Woche mit dem Generalstoatskommissariat geführt hat. Die von der..München« Post" verlangten Garantien ergeben sich aus folgendem Schreiben der Münchener Polizeidirektisn an den Verlag: „I. Die„Mimchen« Post" darf dos erstemal am 27. November wieder erscheinen unter folgenden Vedingangen: 1. Sie darf keiner- I« Veröffentlichungen bringen, die geeignet sind, die Devölkerung aufzuhetzen: 2. als Sicherheit für die Einhaltung der unter 1. ge- gsnannten Bedingungen hat der Verlag der..Münchener Post" die Summe von ZOÜ E o l d m a r k in wertbeständigem Geld bis- längstens 27. November vann. 11 Uhr bei Ab- teilung Vf der Pollzeidirektion München zu hinterlegen. Diese Sicherheit kann von der Polizeidirektion München ganz oder teil- weise als dem Staat versallen erklärt merden, wenn die unter 1. genannte Bedingung nicht eingehalten wird. II. Die Befugnis, eine Zeitung oder Zeltfchxifr auf bestimmt« oder rmbestimmts Zett zu verbieten, wird dadurch nicht berührt, daß .wegen der Vervstentlichimg bereits ein« Berfallerkl-rrung ausge- fprochen worden ist. III. Der Verlag der..Münchener Post" ist verpflichtet, bis auf weiteres jeweils zwei Stunden vor Beginn der Verbreitung ein Exemplar der„Münchener Post" der Polizeidirektion München vorzulegen. gez. Mantel." Ob unter' diesen Garantien' das Erscheinet! der„Münchener Post" möglich ist, steht im Augenblick noch nicht fest. Abgesehen davon, daß dl« Erfüllung der rein materiellen Seit« dieser Forderung den Verlag vor gang außerordentlich« Schwierigkeiten stellt, muß man doch fragen, ob«s vom grundsätzlichen Standpunkt einer Zeitung aus möglich ist, sich derart entwürdigenden Bedin- aungen zu unterwerfen. Die berufenen Ovsawisotionen der M ü n- chener Zeitungsoerleger und der Journalisten tüandesvcrband der bayerischen Presse) ha! sich am Montagabend in einer gemeinsamen Sitzung, mit dem Vorgehen des General- staotstommiffars befaßt, das für die gesamte deutsche Presse einer empörenden Beleidigung gleichkommt. Internationale Solidarität. Schweizerische Hilfsaktiv» für die deutsche Arbeiterschaft. In Olien fand, wie das Züricher„Aolksrechl" meidet,«ine Konferenz zur Besprechung einer Hilfsaktion für die deutsch« Arbeiterschaft statt, an der das Vundsskonütee, die sozialdemokratische und die kemmunistisch« Partei der Schweiz vertreten waren. Zu Händin der Organisationen wurde Uschlossen, die Hilskaktion sei zu teilen in eine solche für die Aufrechierhaltung der deutschen Äeiverkschasten und in eine selch« für die hungernde deutsche Arbeiterbevölterung. Di« Hilfsaktion für die deutschen Gewerkschaften soll Sache des Gewerkschaftsbundes und der Gewer!schastsv«bänd« bleiben, die hierfür Mittel flüssig machen sollen aus ihren Zentral- kaffen, aus den Settionskaffen und eventuell durch die Erhebung von freiwilligen und Ertrabeiträgen von den Mitgliedern. Die Hilfsaktion für die hungernd« deutsch« Arbeiter- bevölkerung soll vom Gswerkschaftsbund, der sazialdemo- kraüschen und der kommunistische» Partei gemeinsam durchgeführt werden. Es soll dies in Form einer öffentlichen Sammlung von Geld und Lebensmitteln, eventuell Kleidern, geschehen. WS schon berichtet, hat der Finanzausschutz des dänischen Reichstags zugestimmt, daß das Dänisch« Hauptkomitee für Hilfe- leistung in den vom Kriege heimgesuchten Ländern ebenso wie im Vorjahr einen staatlichen Zuschuß von S5 000 Kronen erhält. Dieses .Hauptkomitee hat im letzten Jahre 81 130 Kronen für Kinderspei» fung in Deutschland ausgegeben. Die Aufwandungen des Ko- mitees für Ueberführunz von deutschen Kindern nach Dänemark zum Erholungsaufenthalt betrugen 12 400 Kronen. Im deutichjprechenden Ausland sind überall Hilfsaktionen im Gang, aber auch weit darüber hinaus bei den Neutralen, in Ungarn usw. Die deutschösterreichisch« Sozialdemokratie gibt Sammelbons mit der Aufschrift„5000 Kronen für ein Brot" aus. Die Gewerk- schaften in veutschosterreich scnnmeln für die reichsdeutschen Ler- bände. Dasselbe geschieht in den deutschen Gebieten der Tscheche- slowskei.____ polnische Note an Deutschland. ErwerbSlsse P»le» s»kle» Unterftüknngen ertzalteu. WsrschMU, 27. November.(04t.) Der polnische Gesandte in Berlin hat der deutschen Regierung eine Note überreicht, in welcher die Gewöhrung c»n Unterstützungen an die orbeitsCosen poinifchen Staatsangehörigen in Deutschland gefordert wird. Die Note stützt sich auf den Berscn'ller Artikel 427 und auf das polnische Gesetz vom 8. Julc d. welches die für die polnischen Arbeiter geltenden Gesetze auch auf die«--beiter fremder Nationalität ausdehnt. Die..Dresdener Dolkszeilunz", unser vom Wehrkreiskommando auf zehn Tage verboten«« Parteiblott» ist«it Wirk'ing vom ' November wieder freigegeben. Sie wertbeständigen postl Die Gebühren im Post- und Postfchcckverkchr werden, wie öe- könnt, zum 1. Dezember auf wertbeständige Grund- log« in Nentanmark gestellt, gleichzeitig gelangen wertbestän- big« Freimarken zur Ausgabe, bei denen dt« aufgedruckt« Zahl den Wert in Neirtenpfennig'darstellt. Bei der zunächü noch zugelassenen Bezahlung der Gebühren und der Freimarken mit Papiermark«erden die Nenienmork-(Grund-)b«tröge mit einem Umrechnungsfotz vervielfacht, der sich hierbei ergebende Be- trag wird nötigenfalls auf voll« Milliarden Mark aufgerundet. Di« für die Vervielfachung anzuwendend« Schlüfselzahl ist vorerst dar Gvidumrechnungsfatz für Neichssteuern(die S t« u e r m a r k), und zwar gilt der jeweils Montags bis Freitags bekanntgegebene Umrechnungssatz immer für den" ganzen fol«nd«n Tag, der Umrech- nungssotz vom Sonnabend immer für i>« nächsten beiden Tage (Sonntag und Montag). Die jeweilig geltende Umrechnungs- zahl wird an den Postfchaltern durch Aushang bekanntgegeben. Die Umstellung auf wertbeständi-z« Grundgebühren gilt auch kür die Briesiendungen nach dem Ausland, für nochzuerhebende Beträge so- wie für die Neben gebühren. Di« letzteren sind im allge'neinen wieder auf die Vorkriegssätze gebracht, eine Reihe von Gebühren, darunter die Einschreibgebühr für Wertsendungen, die Einziehnngs- gebühr bei Poftausträgen und Nachnahmen, die Gebühr für wieder- holte Vorzeigung von Postaufträgen und Maßnahmen, die Zuschlag- gebühr für postlagernde Sendungen, die Pojtausgobeaebühr für die gewöynlich« Abholung uf«., sind fallen gelassen worden. Bei den Briefen im Orts- und Fernverkehr sind die bisherigen vier Gewicht- und Gebührenstufen auf zwei(bis 20 Gramm und über 20 bis 500 Gramm) beschränkt, bei den Drucksachen und Warenproben wer- den die beiden ersten Stufen zu einer Stuf« zusammengefatzt. Di« Popiermarkbeträge bei Postanweksungen, Zahlkarten, Nach- nahmen, Postaufträgen und Postkredirbriefen müssen vom 1. De- zember«n auf volle Milliarden lauten. Die wesentlichsten Gebühren, die vom 1. De ze m b e r an im Post- und Poftfcheckoer- kehr innerhalb Deutschlands gelten, sind folgend«: Im Ortsverkehr kostet die Postkarte Z und der Brief bis 20 Gramm 5. über 20 bis SSO Gramm 10 Rcnlenpfennize. Jn> Unter Wefßer Decke. Da die Luft feit einigen Tagen immer unklarer wurde, war es ganz klar, daß irgend etwas in der Lust lag. Klar war es aber durchaus nicht, w a s da herunter wollte. Die einen prophezeiten auf Regen, ander« schloffen auf Wolkenbrüche und wieder andere meint?» sogar, angesichts der herabgegangenen Temperatur könne es nur ein Wintergewitte? werden. Dagegen stand die von Tag zu Tag mehr Zinhänger gewinnende Meinung, daß Schnee in der Luft liege, der durchaus und unter allen Umständen hsrunt«komm«n werde. Nach einigen! Geplänkel entschlossen sich die himmlischen Mächte denn auch zu einem Generalangriff, der in der letzten Nacht für Groß-Berlin angesetzt und durchgeführt wurde. Der Arbeits- mann, der schtm um 5 Uhr und noch früher heraus muß. war erstaunt, in dieser sonst so dunklen Frühe einen hellen Schimmer in die Fenster dringen zu sehen! Draußen war alles weiß geworden. Di- öden Mietkasernen, die grauen Straßen, die schmutzigen Höfe, das ganze namenlose dunkle drohende Alltagseinerlei war milde und facht zugedeckt. Zwar in den Berliner Berkehrsstraßen gibt es 'chon wieder„Matsch", aber draußen in den Vororten hält sich die himmlische Wsißheit noch länger und hier und da konnte man sogar schon Worte hoffnungsvoller Sportler wie„Müggelbcrze",„Rodel- bahn".„Ski" hören. Weniger Freude empfinden aber die olien wackeligen Leute und die am Gehen behinderten Kriegsbeschädigten, denn wenn nirgends gestreut wird, drohen ihnen schwer« Stürz«. Wie uns vom Wetterbureau mitgeteilt wird, rückte im Laufe des gestrigen Tages ein flaches Tief von Frankreich nach Mitteleuropa hin. Es verursachte in Südfrankreich recht ergiebige Schneefälle, die im Alpengebist in Regen übergingen. Die Schneefalle dehnten sich in der letzten Nacht bis an die Oder aus. Eine metzbare Schnee- decke meldete heut« morgen nur Kyritz. Die Schneefälle werden im Laufe des heutigen Tages nachlaffen, da ein von Spitzbergen bis nach Südftawkreich sich erstreckender Sjochdr.nffeil En-ftutz auf unsere Witterung gewinnen wird. Sch««fälle überall. Ganz Mitteleuropa wird zurzeit von Schneefällen heimgesuchi. Aus Leipzig wird gemeldet: Nachdem in der vergangenen Nacht 5 Grad Kälte eingetreten war, kam es in den gestrigen Abendstun- den zu einem anhaltenden Schneefall.— Auch aus Ungarn bzw. Budapest kommen ähnliche Meidungen. Ein feit Sonnabend früh anbauender Schneefall hat im Telephonverkehr und in der elek- irischen Stromlieserung große Störungen verursacht. Unter der Schneelast stich viele Leitungsdrahte gerissen, ss daß in zahlreich«, Häusern die elektrische Beleuchtung versagte. Auch der Straßen- bahnverkehr kann nur mit großen Schwierigkeiten aufrechterhalten «Srtzen.— Auch aus Thüringen und Süddeutschland liegen Meldungen über große Schneefälle vor. Ter Fiuanzdiktator mit dem Gier» von Bethlehem. Keinen Gedanken haben und den Ueberrest in schlechtem Deutsch ausdrücken könne«, das«acht den Redner, so dachte sicher Herr G« a n d e r, der im Meistersaal in der Käthen« Straße Deutsch- land den Weg wies. Er hatte alle diejenigen, die an„verantwort- lichem Posten" stehen, um ihr Erscheinen ersucht und empfahl sich ihnen teils verblümt und teils unverblümt als F i n o n z d i k ta t o r. Kühn behauptete er, daß den Volkswirtfchaftlern nicht das ABC der Volkswirtschaft bekannt sei. Herr Geonder hat aber auf keinem Gebiet eine blaffe Ahnung, denn sein Vorschlag der Besteuerung der Börsengewinne ist schon lange eine gegebene Tatsache. Herb Geander selbst hat Papiere, er gibt zu, es fei«ine Schani*, wie er verdient habe, doch würde«gern etwas abgebe«. Dan« schwärmte er«och von München und dem Rationaliozialismus und erzählte. datz die Waffe ihn nie verstehen«erde. Aber„die Masse hat nur an eine Person zu glauben(G-ande? nämlich), unsereins muß an etwas Unfaßbares glauben". Wir leben— so iagte Geander— im gewaltigsten Jahrhundert, im Zeitalter der Genialität, an den Zeiten des"Endes aus physikalischen Gründe«, und dabei schien im Mittelalter wenigstens noch der Stern von Bethlehem. Das Publikum wurde fuchsteuselswild, als es fiir fein schweres Eintrittsgeld so veräppelr wurde. Em Seander-Anhanger schrie unmonvert „Juden heraus". Die Zuhörer warfen, gelinde gesagt, den Redner raus. Und ein Hausangestellter rette die Situation und drehte das Licht aies.___ Schuh und Hilfe unsere» Blinde». Unter diesem Motto wurde im 5. Kreis(Friedrichshaüi) eine B l i n d« n k v m in i s s i o n ins Leben gerufen: Damen und Herren aller Bernfsständ« pflegen zurzeit 4 5 Blinde, die entweder durch Krankheit blind geworden oder blind geboren sind. Eine segensreiche Tätigkeit arurde entfaltet. Aus Sammlungen wurden Lebensmittel herangebracht. Eine großzügige Veranstaltung mit Unterstützung weitester Kreise brachte einen großen Erfolg. Das vor der Tür stehend« W e I h n a ch t s f e st erheischt den Aermsten gegenüber erhöhte Ausmerks smkeit, neue Quellen müssen gesunden werde«, und nicht jeder Sehende hat bisher seine Pflicht er- füllt und dem Nicktsehenden geholfen. Eines jeden Aufgabe ist es hier, zu si-lfen. dem Grundsatz getreu bleibend:„So menschenwürdig, wie ich lebe« will, soll es der Blinde auch." Un- beirrt der schweren Zeit muß Pe Blindenpslege organisiert und ausgebaut werden. Die Blindenpflegcr der Fnedrichstadt sind es. gebühren ab 1 Sezember. Fernverkehr kostet die Postkarte B und dar Arsif bis 20 Gramm jO, über 20 bis 580 Gramm 20 Renkenpfennige. Drucksachen bis 50 Gramm 5, über 50 bis 100 Gramm 5, über 100 bis 250 Gram« 10, über 250 bis 500 20 und über 500 bis 1 Kilogramm 50 Rentenprennize. Für Paket« in der 1. bis 3. Zone gelten folgende Tarife: bis 3 Kilogramm 30, 50 und 60, über 3 bis 5 Kilogramm 40, 80 und 80, über 5 bis 6 Kilogramm 45, 90 und 1.35. über 6 bis 7 Kilogramm 50, 100 und 150, über 7 bis 8 Kilogramm 55, 110, 16o, über 8 bis 9 Kilogramm 60, 120, 180, über 9 bis 10 Kilogramm 65, 130 und 195 Rentenpfennixe. Schwerere Pakete kosten entsprechend mehr. Posta»«eisungen bis 25 Villionen(25 Rentenmark) 20, über 25 bis 50 Billionen(25 bis 50 Rm.) 40, über 50 bis IOC Billionen (50 bis 100 Rm.) 60, über 100 bis 250 Billionen(100 bis 250 Rm.) 80, über 250 bis 500 Billionen(250 bis 500 Rm.) 120, über 500 bis 750 Billionen(500 bis 750 Rm.) 160, und über 750 bis 1000 Billiv nen(750 bis 1000 Rm.) 200 Rentenpfennige. Für jede weiteren. 250 Billionen oder 250 Rentenmark 40 Rentenpsennige mehr. Für Rohrpofilsendvnge» beträgt das Porto, wenn der Aufgabe und Bestinnnungsort innerhalb des Geltungsbereichs der Ortsbrief gebühr von Groß-Berlin liegt, für die Rohrpo st karte 36 im.> für den Rohrpostbrief 40 Rente nnsennige. Liegt jedoch der Aufgabe- oder Bestimmungsort außerhalb des Geltungsbereichs der Ortsbriefgebühr von Groß-Borün, so kostet die Rvbrpostkarte 38 und der Rohrvostbrief 45 Pf«n»ig. Z-chlkarle« bis 25 Billionen 10, über 25 bis 50 Billionen 20, über 50 bis 106 Billionen 30, über 100 bis 250 Billionen 40, über 230 bis 500 Billionen 60, über 500 bis 700 Billionen 80, und über 750 bis 1000 Billionen 100 ReMenpfermigo. Für jede weiteren 250 Billionen oder«wen T«! davon 20 Renienpfennige mehr. Die Ausland-Uebühren betragen vom 1. Dezember an für P o st-i karten 20, jedoch nach Ungarn und der Tschechoslowakei 15 Renten- Pfennige. BriefebisAIGrammkostcnZO und jede weiteren, 20 Gramm 15 Rentenpfennig. jedoch nach Ungarn und der Tschechoslowakei bis 20 Gramm 25 und für jede weiteren 20 Gramm 15 Rentenpfennig. die diesen Weck- und Hilferuf ertönen lassen. Spenden. Leb««»- mittel und Kleidung möge man bei Herrn Weißenbor«, Berlin O.. Frankfurter Allee 3!3, Fabrikgebäude parterre, abgeben. Unberechtigte Goldpreise. Trotz aller Bemühungen der zuständigen Stellen, die im Kroß- und Kleinhandel gegenwärtig festzesetzten Gold- grundpreis« auf ein berechtigtes Maß zurückzuführen, machen sich allenthalben Bestrebungen geltend, die Goldpreise weiter herauszusetzen. Begründet wird dieses Belangen einmal mit der Behauptung, daß der künstlich niedriggehaltene Gold- inarkstand in keinem Verhältnis zu der Bewertung der Mark im Zl: Island stehe; dann aber wird auch bei der Umrechnung des Papier- geldes in Goldmark von vornherein eine Risikospanne«ingesetzt, die nicht als berechtigt anerkannt werden darf. Ein Beispiel für dies« Herauffchraubrmg dir Goldpreise bietet neuerdings die Wurstwaren- induftrie. In den letzte» Tagen haben die Thüringer Wurst- f a b r i k e n dem Kleinhandel durch Rundschreibe« bekanntgemacht, daß sie ihre Erzeugnisse auf einen Grundpreis von 6,50 Goldmark heraussetzen nrüffen. Die Rüaenwaider W urstsabrikan- ten verlangen sogar 7,50 M. und die B ra u n s ch w e i ge r Wurst Industrie fordert für feine Wurst nicht weniger als 10 Gsltnnark pro Pfund. Dabei wird von einzelnen Fabrikanten trotz dies« Preise, die in gar keinem Verhältnis mehr zu der Kalku- lation der Vorkriegszeit stehen, wertbeständiges Geld»erlangt. Wenn man berechnet, daß zu den obengenannten Preisen noch die Berdienstspanne des Kleinhandels, die Transpartkost« us«. hinzu- geschlagen«erden, so ergibt sich, welche Preise der Berliner Handel fordern muß, um so mehr, als er die Berechtigung hat, bei Zahlung in Papiermark«ine entsprechende Auswertung vorzunehmen. Dos Landespolizeiamt hat sich mit dieser Preisbildung der Wurst- waren inimstri« bereits befaßt, und es durften hier, wie wir von zuständiger Seit« hören, Maßnahmen durchgeführt werden, die im. Interesse d« Bevölkerung nur zu begrüßen sind. Die W u che r p o l i z e l Berlin hat durch praktische versuche festgestellt, daß entgegen der bisherigen Kalkulation des Bäcker- gewerbes aus einem Sack Roggenmehl sich nicht 70, sondern 751- bis 77 Brote herstellen lasten. Die Vertreter der Berliner Bäcker sind deshalb heute vor die Wucherpoligei geladen«»rden, wo ihnen eröfsnat»»erden wird, iv?» in Zukunft der Preis für das Grau- brot um 3� Goldpfennig gesenkt werde« muß. Bei dem Weißbrst siegen ine Verhältnisse etwas anders, doch dürften auch hier Pretsreduzierunzen durchgeführt werden. der Kraueamsrö i« Osten. D« Tfutef mit Agobgut im W»il«ch. Zu dem grausigen Foauemuord, der den ganzen Osten in Eiy regunz hält, ist bisher durch die Behörden folgendes ermfttelt worden: Zwischen dem Mörder und seinem Opfer muß«in schmerer Kampf stattgefunden haben. Mit einer Z u ck e r s ch n u r hat der Mörder der Frau die Hände geseffelt. Wahrscheinlich«eil er den Anblick der Leiche nicht ertragen konnte, schob er ff« weit unter dos Bett und warf noch Lappen und ander« Sache« davor. Jetzt konnte er sich in aller Ruhe daran machen, die Behältniffe zu durchsuchen. Was alles geraubt ist, muffen die Kinde? im einzck.nen noch fest- stellen. Außer Bett und Leibwäsche fehlen eine silberne Armbai.d- uhr und eine silbern« Herrenuhr. Di» Frau war in der Gsgeöd ziemlich bekannt. Wer sie noch um OZä Uhr gesehen hat, wird dringend ersucht, sich sofort bei der Mordkommiffian zu melden. vermutlich cht ober dos verbrechen bald nach SV» Uhr ausgeführt worden. Der Mörder muß spätestens bis 3 Uhr dt« Wohnung und das Haus mit feiner Beute verlassen haben. Diese wird er nach den bisherigen Feffftellunoen in einen MilitärwoiLach eing«-- wickelt und mit einem dicken Bindfaden verschnürt haben. Er mutz an dem großen Paket ziemlich schwer zu tragen gehabt hoben. Wer hat zwischen 11 und 3 Uhr einen Mann mit einem derartigen Paket das Haus verlassen sehen od« vielleicht auch später anderswo beobachtet? Auf die Ermittlung des Verbrecher? wird von der Kriminalpolizei ein« hohe wertbeständige Belohnung ausgesetzt. Mitteilungen sind unrerzützüch an die Mordkommission Werneburg. Albrecht im Zimmer 20 des Polizeipräsidiums, Haus- anruf 433 und 301, zu richten._ Kleine Plünderungen«M Alentng. Auch am gestrigen Montag kam es in verschiedenen Stadtteilen zu gelegentlichen Plünderungen. In einem Kleiderzeschäft in der Posemalker Straß« wurden zwei Herrenanzüge aus dem Schaufenster, und m einem Schuh- worengeschäst in der Danckel mannst ra ß« in Edarlsitenburg zwölf Paar Schuhe entwendet. In einer Bäcker« in der Berliner Straße in Neukölln ließen sich 20 Erwerbslose aus Grund ihrer Kart? Brot geben. Der Selksbu'id Denlsche KrieUSUräberinrjerAe veranstaltete am Sonntag mittag in der Staatsaper eins sehr würdig« und ergreifend? Gedenkfeier zu Ehren der im Welttrisp®e- fall« nen, in der Pfarrer Siems die Gedächtnisrede hielt und die Lebenden ermahnt», über die gewiß harten und grausamen Sorgen des Tages nicht der vielen Hunderttausende von Krieger- gröber« zu vergessen, die außerhalb der Reichsarenzen liegen und deren Pfleg-' un» Erholhing sich der Belksbund besonders aryelegen fein lasse. Der Koslecks che Blsserbund unter Leitung von Pcokeffo? Th. Grawert und der Erksche Männergesa;-gverein unter Leitunz von Proseffor Max Stange rahmten mit prachtvollen, mächtfj wirkenden E hören die Rede«in, gaben ihr bedeutungsvollen Auftakt und gel-üteten sie mit erinnerungsschweren Akkorden zu ergreifendem Eahe. Gewerkschaftsbewegung „ Goldlöhne". die Einführung der Golblöhne. Zu einer Zeit, in der noch der größte Lurus fichtbar wird, ist es geradezu unverantwortlich, daß die Res gierung versucht, den Reidyshaushalt dadurch ins Gleichgewicht zu bringen, indem sie den mirtschaftlich Schwachen völlig unzureichenda Löhne zahlt. Die Belegschaft der Münze protestiert mit aller Ent. fchiedenheit gegen derartige Maßnahmen und gelobi mit unerschütter. licher Treue diejenige gemerfschaftliche Grundlage zu schaffen, die es möglich macht, ben arbeiterfeindlichen Bestrebungen erfolgreich ent gegenzutreten. Der amerikanische Gewerkschaftsbund zum JGB. In dem Bericht über den im Oftober in Portland abgehaltenen Die geistigen Arbeiter gehen babet elend zugrunde. Zeltungen werden getauft wie altes Eisen oder Lumpen, und mit ihnen fauft man bie Redakteure und Mitarbeiter, die dann noch schlechter be handelt werden als Handarbeiter, die einen Schuh in ihren gemert schaftlichen Organisationen haben. Auch die Rebatteure der bürgerBei der Umstellung von der Entlohnung in Bapiermart auf schreiten. lichen Zeitungen mußten also den Weg der Tarifverhandlungen befogenannte wertbeständige Zahlungsmittel, beren ertbeständig. Die großen Berlage find bei ben Gehaltsverhandlungen mit den teit aber erst sich noch erweisen muß, bemühen sich die Unternehmer, Redakteuren durch die gleichen juristischen Berater vertreten die auf ein unerträgliches Maß herabgebrüdten Löhne der Arbeiter wie bei den Gehaltsverhandlungen mit den faufmännischen Angeimb Angestellten noch weiter herabzubrüden. Das wird auf ver- stellten und den Lohnverhandlungen des technischen Personals. Es fchiedene Art und mit allerlei Argumenten zu verteidigen verfucht. bildete fich so eine gemiffe schematische Verhandlungspragis heraus, Das Rundschreiben der Bereinigung deutscher Arbeitgeberverbänke, die den Rebafbeuren nicht gerade zum Borteil gereicht. Dennoch Rongreß des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes wurde auch das das wir im„ Borwärts" veröffentlicht haben, enthält das mesent- fchließlich eines Restes von Beinlichkeit ber Berhandlungen mit den Berhältnis zum JGB. berührt. Wir fönnen nun mittellen, daß fuchen die Berlagsvertreter fich neuerdings der Unbequemlichkeit und liche Material barüber. Es ist aber nüßlich, die Argumente der Rebatteuren zu entlebigen. Mit den Organisationsvertretern der sich auch der Kongres felbft mit dieser Frage befaßt und eine Unternehmer unter die fritische Lupe zu nehmen. Arbeiter und Angestellten müssen ste mohl oder übel verhandeln; mit Empfehlung angenommen hat, die in der Hauptfache folgendes sagt: Zunächst eine Feststellung: Die Regierung Stresemann ftand in ber beruflichen Vertretung der Redakteure aber glauben sie Berhand- Wir empfehlen, daß die Erefutive ermächtigt wird, die Ber hiefer Frage und in dieser nicht allein vollständig unter fungen über tarifliche Festlegung der Gehälter nicht mehr notwendig handlungen in der Hoffnung fortzusehen, daß es doch noch gelingen dem Kommando der Unternehmer. Bir haben hier zu haben. Den Rebatteuren wollen sie vielmehr austarife werbe, den Anschluß an die organisierten Arbeiter der alten Welt wieberholt bie Notwendigkeit aufgezeigt, bei der Umstellung auf aufoftronieren, in der selbstsicheren Gewißheit, baß die Rebatteure herbeizuführen. Wir sind ernsthaft bestrebt, die Wiederaufnahme Goldrechnung die Lebenshaltungstoften, wie sie sich feit fich ber einseitigen Bemessung ihrer Gehälter nicht gut erwehren rüderlicher Beziehungen berzustellen, fobald es geschehen kann, ohne daß dabei Prinzipien verlegt oder geopfert werden 1914 entwickelt haben, zur Grundlage zu nehmen. Dieser Borfchlag entsprang zwei Ermägungen: Die Berwerfung der follettiven Bereinbarung, des Tarifvertrag. müssen, welche die amerikanische Gewerkschaftsbewegung als un 1. Weil infolge der Entwertung der Marf eine Breis.gebantens überhaupt, das Zurüdgehen auf Haustarife, bedeutet einen antastbar betrachtet. Breisbollständigen Frontwefel Der Herr- im- Hause" StandWir empfehlen der Erefutive, ihre Anstrengungen fortzusetzen anarchie einriß, die jeden Vergleich mit den Böhnen von 1914 punti foll wieber Dominieren. Das Haus Scher I hat die Führung und dahin zu wirken, daß der IGB. jobald als möglich die Hinder unmöglich macht, wenn nicht auch die Berschiebungen in den übernommen, der das Moffe Haus folgen mill. nisse aus dem Wege räumt, die bis jeht den Anschluß an den IGB. Barenpreisen berüdsichtigt merten. Dabei breht es fich natürlich nicht etwa oder doch nicht nur um verhindert haben und ihn zurzeit noc) perhindern." eine Breftigefrage, sondern um rein fapitalistische Inter- Bekanntlich hat der amerikanische Gemertschaftsbund die Ber nehmer einfallen, seine Waren zum Romina golbpreis von 1914 8 eingefangen werden unter der Borfpiegelung, bie tarifliche Begrens weil ihm beffen Tattit als zu radital erschien. Wären die tommus Die für Haustarif gelöst, einem geringen Teil zutreffend, dann wäre fie derart reformistisch, nistischen Darstellungen über die Lattit bes 3GB. auch nur zu daß auch Samuel Gompers fie darin nicht übertreffen könnte. wwww Das ist eigentlich selbstverständlich. Es mird feinem Unter nertaufen. Er wird immer tie Gestehungstoften in Gold zur Lieferungszeit berechnen. Dasselbe machen auch die öffentlichen Betriebe. So ist es aber nicht allein in Deutschland. In der ganzen Welt ist eine Berschiebung ber Preise somie der Löhne ein getreten. tönnen. OP behinbert; ber Ballaft der Tarifgehälter hemme ben Gehaltsauf ung der Gehälter nach unten habe bisher das Ausmaß nach oben ftiea nach oben." Richtin ist davon nur, daß auch die früheren höheren Gehälter im Laufe der letzten Zeit und unter dem Einfluß der Papier geldentwertung nivelliert wurden. Sie sollen jetzt ein wenig erhöht werben, und zwar auf Kosten der niedrigsten Gehälter, die bafür in den Haustarifen noch mehr berabgebrüdt werden. Die strategische Linie der Verlegerindizi ist in dieser Richtung Arbeitgeberverbandes für das Reitungsgewerbe. Die Deffentlichkeit bereits festgelegt und in den nächsten Tagen fällt die Entscheidung des hat ein Recht darauf, feine Stellungnahme in der Frage des Tarif. verirages fennenzulernen, um sie gebührend zu würdigen. Die Herren im Hause. 2. Machen die Unternehmer bezüglich des Eintens des Gold preises auf dem Weltmarkt geltend, taß der deutsche Arbeitnehmer infolge der Zwangswirtschaft im Wohnungswesen heute erheblich meniger Miete zahlt als 1914, soweit bei der Bezahlung der Löhne dieses Minus berücksichtigt werden muß. Nun ist zwar nicht ein aufehen, mit welchem Recht die Unternehmer eine Berbilligung der tieten, van benen fie ebenso wie die Arbeitnehmer profitieren, heranziehen können, um daraus eine Kürzung des Lohnes und eine Erhöhung des Unternehmergeminnes zu beanspruchen; da die Unternehmer jebach auf die ungünstigeren Abfasverhältnisse im Die Unternehmer pflegen über die schwindende Staatsautorität Ausland für deutsche Produkte hinweisen und diese nicht etwa durch au jammern, meinen dabei aber den alten Herrenstaat. Wie sie eine Steigerung ter Produktivität und eine Kürzung des Unter- felbft bazu stehen, dafür spricht deutlich folgendes Rundschreiben des nehmergewinnes auszugleichen suchen, sondern einfach und roh bie Unterverbandes Halle des Arbeitgeberverbandes für Löhne beschneiden wollen, ohne die anderen billigeren Gestehungs. den Braunkohlenbergbau, das uns von unserem Kor. fosten( Fracht- und Posttarife usw.) zu berücksichtigen, halten wir respondenten in Halle zugefandt wird. Das Rundschreiben hat foles für praktisch, diese wirkliche oder angebliche Berbilligung genden Wortlaut: statistisch festzustellen. Nun weigerte fich bisher das Reichsstatistische Amt unter AnLeitung von Dr. Brauns, die Lebenshaltungskosten in Goldmart zu berechnen. Mar muß also ben Ummeg über die Umrechnung in Papiermart machen. Danach betrug z. B. bei der letzten Festftellung der Lebenshaltungskosten die Steigerung in Goldmart rund 40 Prozent. Berücksichtigt man, daß auf dem Weltmarkt die Preisdes mit: rates Dr. Tiburtius gefällte Schiedsspruch über die Beendigung des 1. Der am 31. Oftober d. 3. unter Borsiz des Oberregierungs. Streits ist für verbindlich erflärt worden. Deutscher Holzarbeiterverband. Muffinftrumentenbranche Branchenversamm lung am Mittwoch, 5 Uhr bet Klient Safenheide. Tagesordnung: Organisations und Branchenangelegenheiten. Sutritt nur für branchenangehörige Mitglieder des Berbanbes Mitgliebsbud legitimiert. Die Ortsverwaltung. Achtung, BSPD.- Mufifi ftrumentenarbeiter. Die am Mittwoch abenb 5 Uhr bei Kliems, Sajenheide, ftattfindende Branchenversammlung muß von allen Parteigenoffen befucht werben. Reiner darf fehlen! Der Fraktionsvorstand. Arbeitersport. Spaltung des TV. Die Naturfreunde"? Eine in jeder Hinsicht vorbildlich arbeitende Organisation der Arbeiterschaft, in der Mitglieder aller Arbeiterparteien bisher gemein fam arbeiteten, broht nunmehr ebenfalls der Spaltungsmut der Rommunisten zum Opfer zu fallen. Am tommenden Mittwoch, Unterverband Halle des Arbeitgeber. den 28. November, findet eine außerordentliche Generalver sammlung ber Berliner Ortsgruppe der Naturfreunde" statt, die verbandes für den Brauntohlenbergbau. fich über den Anschluß an die von der KPD. aus engem ParteiRundschreiben Nr. 201 Hi. intereffe heraus gegründete Jugendtapelle entscheiben soll. Der Halle a. G., bent 15. November 1923. Tourenverein„ Die Naturfreunde soll durch diesen Anschluß ein AnBetr.: Schiedsspruch hängsel der KPD. werden, denn nach den Ausführungen des Verüber bie Beendigung des Streifs. freters der Kommunistischen Zentrale in der Delegiertenversammlung An alle Mitglieber! des Arbeitersportfartells Berlin unterstehen diese Jugendkapellen fteigerung über 60 Proz. beträgt, daß andererseits die Berbilligung Im Auftrages des Herrn Vorsitzenden teilen wir Ihnen folgen der Kontrolle der RBD., arbeiten lediglich nach deren Richtlinien und haben nur politische( lies parteipolitische) Aufgaben zu erfüllen. burch den Mieterschutz( der übrigens teine deutsche Spezialität ift) etwa zehn Prozent beträgt, bann dürfte diese Umrechnung aus wäre ein Beschluß gefaßt, der gegen das organisatorische Statut ver Sollten sich die Naturfreunde" für die Jugendkapelle entscheiden, ber Papiermart auf Grund des Dollarturses nicht unmefentlich stößt. Dann wäre die Drganisation für alle Nichttommunisten nicht hinter der Wirklichkeit zurücbleiben. Das ergibt sich aber zum 2. Der Arbeitgeberverband für den Braunkohlenbergbau hat mehr tragfähig. Es wiederholt fich dasselbe Spiel mie im Arbeiter. guten Teil aus der Tatsache, daß die beutsche amtliche Statistik sich beschlossen, den Schiedsspruch sowohl als auch die Berbindlichkeits. Wanderbund, der der Spaltungsmut ber RBD. bereits zum Opfer aufbaut auf einem Lebenshaltungskosten erfas, mährend die erklärung als nicht gefehen anzusehen. Er hat fermer im refallen ist. Bebauerlich ist, daß auch ein Teil unserer Ge. Breissteigerung sich mit Erfagge.bmitteln nicht meistern läßt. Einverständnis mit der Gewerkschaft Brudborf Nietfeben eine eft. offen biefes Spiel aus der Münzstraße nicht Bie unehrlich, bewust unehrlich bie Argumente der ftellungsflage gegen ben Bergarbeiterverband bahin erhoben, burihaut hat. Die letzte Nummer des Fahrtgenoffen wird Unternehmer find, geht aus ihren eigenen Aeußerungen hernor. baß feftgestellt werden foll, ob ber Bergarbeiterverband berechtigt iedod ben Genossen beweisen, mohin die Fahrt geht, denn der BeitSo schreibt der Synbitus der Bereinigung deutscher Arbeitgeber. ift, aus dem Gdyiebsspruch gegen die Gemertschaft Bruddorf- Niet artitel, gespidt mit Bhrafen und Unflarheiten, greift in unabläffiger verbände Dr. Meisinger in ber Str. 22 bes offiziellen Organs und demagogischer Weise unsere Partei an. Mit dem Leitartifler leben Rechte herzuleiten. tiefer Bereinigung, tem Arbeitgeber", nachbem er sich gegen die oder von ben auf Grund des Schiebsspruches eingefekten Schlich wie bem auch sei, die Generalversammlung wird darüber zu ent 3. Die Mitglieder werden ersucht, wenn sie von Behörden Balm zu diskutieren, erübrigt sich für uns, denn man würde dadurch feinen reichlich dummbreisten Ausführungen zuviel Wert beilegen. Forderung, die Löhne auf Grund der tatsächlichen Bebenshaltungstungsstellen angenongen werden, auf die Feststellungstage fcheiden haben, ob die„ Naturfreunde" eine felbständige Organisation foften in Gold zu berechnen und zu zahlen, gemandt hat: Auch und das laufende Gerichtsverfahren zu verweisen und das Schlich bleiben oder ein un hängsel der KP D. werden solle. Pflicht bie forderung der Gewerkschaften nach sofortiger Umstellung des tungsverfahren abzulehnen. amilichen Lebenshaltungsinder auf Gold verdient Beachtung. 4. Die mit der Durchführung beauftragten Behörden und lung zu erscheinen, um bem fommunistischen Spuf ein End zu be unferer Genoffen ist es. pünktlich zur GeneralversammEs bleibt nur zu hoffen, daß die verantwortlichen Schlichtungsbeifiber dürfen in feiner Beife unterstüt reiten und dafür einzutreten, die Organisation als eine Kulturorgani unterstütung Reichsbehörben fich der Tragweite einer neuerwerben. Arbeitgeberbeifiker dürfen nicht geftellt werden. Aus- fation der Arbeiterschaft zu erhalten- Naturfreunde, auf zur lichen Unterwerfung der Festmart. und Renten Ermittlung etwaiger Fragen muß den Schlichtungsstellen der abends 7 Uhr, im Sophien- Gymnafium, Beinmeisterstr. 16( nicht 15). fünfte nicht erteilt werben. Das Betreten der Werte zur Generalversammlung am Mittwoch, den 28. November, pünktlich marttarife unter den Lebenshaltungsinber poll boten werden, eventuell muß Anzeige wegen aus. bemußt find." friedensbruch erhoben merben. Eine Ausnahme hiervon fann nur hinsichtlich der Bergrepierbeamten gemacht werden, soweit fie für die Reviere zuständig find, sowie für Mitglieder des Oberberg amis, soweit fie für die betreffende Grube zuständin find. Die Geschäftsführung. gez. Hummer. Bir glauben, daß ein Rommentar zu diesem Rundschreiben Herr Dr. Brauns wußte, was er der Bereinigung deutscher Arbeitgebernerbände Schultig ist. Dieser Arbeitgeber minister hat es verstanden, die Beröffentlichung der Lebens haltungsfoften in Gold bisher zu verhindern. Nun tann nur eine non zwei einander direkt midersprechenden Behauptungen richtig sein: Enimeber find tie Lebenshaltungskoften hinter den von 1914 zurüdgeblieben, und deren Beröffentlichung in Golb müßte ganz überflüssig ist. Wir wollen nur bemerken, daß diese Berg cine Forderung der Unternehmer sein. Oder sie sind barüber hinausgegangen und die Behauptung der Unternehmer, der Deutsche lebe heute billiger als 1914, ift ein auf. gelegter Schwindel; mas sie auch selbst missen und weshalb fie sich der Veröffentlichung in Gold mibersegen. Aus diesen Lat fachen, bes Sintens bes Goltpreises unb ber baraus bedingten allgemeinen Steigerung der Waren und Löhne auf dem Beltmarkt, die an den Grenzen Deutschlands nicht halt gemacht hat, ergibt fich notwendig die Lohnhöhe in Gold. Darüber wird noch einiges zu fagen fein.. baubefizer, die gegen einen Schiedsspruch, der den Arbeitern übrigens ganz unzulängliche Löhne zusprach, die offene Re olte organisierten, sich in ungeheuerlicher Weise bereichert haben. Sie haben es verstanden, fast alle Stohlenvorkommen aufzufaufen, während fie gleichzeitig den Arbeitern Löhne zahlten, die die Arbeitskraft unterhöhlten. Goldlöhne für die Staatsarbeiter. Sport. SP Der Ringer- Bettstreit im Walhalla Theater um den Grogen Breis von Berlin nahm am Sonnabend feinen recht interessanten fort. gang. Huhtanen Finnland und Billing. Berlin fonnten in ihrem flotten Kampf fein Refultat berbeiführen. Der Ruffe Romanoff warf Siegfried II Norddeutschland nach 15 Minuten. acbonalbScotland brachte Dittmann Berlin nach 13 Minuein durch Armzug aus dem Stand auf beide Schultern. Sonntag: 11 rbansit Polen mußte Subtanen Finnland ben Sieg überloffen. Ringzeit 18 Minuten. 25 Minuten schönem Stampf unentschieden trennen. Ebenis Billing und eb bar bt- Neufsun Der Montag brachte bas langerwartete Bu fammentreffen der beiben Meister ubtanen Finnland gegen Roma noff Rußland. Zwei technisch hervorragende Ringer. Da beide Gegner mit Bo fight arbeiteten, mar ein Resultat nicht herbetzuführen. Der größte Teil des Stampies wurde im Stand ausgetragen. Die fein durchdachte Ringweife des Finnen stand der ungeheuren Straft des Russen ausgleichend Stomanoff Rußland und Adermann Magdeburg mußten fich nach Groß- Berliner Parteinachrichten. Arbeiter der staatlichen Münze wurde u. a. auch zu dem vorliegenden bringen. Im Kambf Billing Berlin und Urbansti. Polen fiegte In einer am 25. b. M. einberufenen Betriebsversammlung der gegenüber. Nach schönem rubigen Kampf mußten beide Gegner sich un entschieden trennen. Der Entscheidungslampi dürfte eine Ueberraschung Ergebnis der Berhandlungen, die mit der Regierung geführt wurden Griterer nach 20 Minuten über Urbanst durch einen bligichnellen Kopfzug. Wie man geistige Arbeiter behandelt. zur Einführung der Goldlöhne für die Staatsarbeiter. Stellung gedermann Magdeburg warf Gebhardt Neufölln durch Armzug nemmen. Die eingehende Schilderung, welche von Mai als Ber- Ringzeit 17 Minuten. Soch niemals ift der Ausspruch von Rari Marg, baß das treter des Berbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter gegeben Sapital auch den geiftigen Arbeiter zu feinem Lohnftlaven macht, wurde, löfte allgemeinen Unwillen aus. Wenn aber bei der Regieso drastisch in Erscheinung getreten, wie in der Nachfriegszeit der rung die Auffaffung vertreten sein sollte, daß eine berartige Ber Treureichen, Spetulanten und Schieber, die sich frei fühlt von jeder elenbung das beste Mittel wäre. um den gewerkschaftlichen Gedanken Tradition und die in dem größten Geminner ihr geistiges Oberhaupt bei den Staatsarbeitern zu zerstören, so dürfte die nachstehende, ein. fieht. Das tritt besonders deutlich in dem verelendeten Deutschland ftimmig angenommene Entschließung diese Hoffnung zunichte machen. zutage, in dem der Mittelstand niedergetrampelt wird und die großen Die Entschließung lautet: Berbrauchermaffen gezwungen werden, auch ihren geistigen Die Arbeiter der Staatsmünze nehmen mit Entrüstung Kenntnis Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerel Schmachtriemen immer enger zu schnüren. von dem letzten Angebot der Regierung bei den Berhandlungen über und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin GB. 68. Lindenstraße 3. Milliarden sparen Sie bel BRICH SCHULZ Neukölln, Kais. Friedr.- Str.220 an der Weichselstr. Pür den Winter: Strumpfwaren, Kindertrikots, Trikotagen, Kinderswea ters, Wollwaren, Damen- Schlüpfer, Wolle, Nähgarn. BÜCHER GESUCHT Wir sind ständige Abnehmer von antiquarischer, besonders sozialistischer Literatur. VERLAG DER NEUEN GESELLSCHAFT W. 15, Sächsische Str. 7- Plalzburg 5140 78. Abt. Schönebrza. Mittwoch, 28. b. M., 8 Uhr: Mitgliederversammlung Schulaule, Faurigfte. 57. Referent: Genoffe Frig Roch über: Die politische Lage". Berantwortlich für Bolitif: Ernst Menter: Birtschaft: Artur Saternus; Gewerffchaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. Sebn Schilomsti; Lotales und Sonstiges: Fris Raritäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Große preiswerte Lagerposten! Gold-, Silber-, platin- ind Herrenmäntel Oberhemden Schuhwaren Socken Ludwig Simon A.-G. Mitteleuropäische Bekleidungsartikel Berlin SW 48, Friedrichstr. 10- Dönhoff 5720 Lagerbesuch unbedingt lohnend! Brillanten Flatow, Betriebsrätegefeß Zahngebisse zahlt unüberbietbare Preise Richard Felske, 67 Grosse Frankfurter Strasse 67 MarkenZigaretten Dan 1.8 at Bigarren v. 5 Bf. an Zabale v. 25 f. an Jedes Quantum größte Auswahl Wiener Str. 8. Hel- Ko& Korb- u.Rohi möbel Eig Fabrik, stets hervorrag. Neuh. Gr.Auswahl. Billige Preise Edmond Voß, Bin- Neukölln Berliner Str. 14, Nähe Neu! 13. 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