Ne. 555 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 277 • Bezugspreis: Bom 25. Nov. bis 1. Dez. 1 Billion ober 1 Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 25. Nov. bis 1. Dez für Deutschland, Danzig, Saarund Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Eugemburg 1800 Milliarden, für das übrige Ausland 2600 Milliarden. Bost bezugspreis fretbleiben d. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und geit". bez Unter haltungsbeilage..Seimwelt" und der Beilage Gieblung und Kleingarten erscheint wochentäglich zwetma, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: » Sozialbemotrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 130 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Reklamegette 3,50 Goldmart. Aleine Anzeigen" das fettgedrudte Wort 0,20 Golbe mart( zulässig zwei fettgebrudte Worte), febes weitere Bort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, jebes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Und als der vom Reichspräsidenten mit der Regierungsbildung beauftragte frühere Reichsschazminister Albert auch um die Mitwirkung von Zentrumsleuten warb, ließ es öffentlich verkünden, daß Mitglieder des Zentrums nur unter ausdrücklicher Billigung der Fraktion einen Minister posten übernehmen dürfen. " Der Reichspräsident hat gestern in später Abend-| ihren eigenen Reihen stieß, weil er sich zu sehr auf ein die Begleitmusit Dom alles zerstörenden ffunde den Zentrumsabgeordneten Adam Stegerwald deutschnationales Programm festgelegt hat. Margismus tanzen können. empfangen, der von den Parteien des Bürgerblods als Benn die Germania" mit ihren Bedenten recht hätte, Die Separatisten im Rheinland bekommen ans Kanzlerkandidat genannt wurde. Einen Auftrag zur so hätten Bürgerliche und Deutschnationale jetzt die beste Ge- dem Reich frischen Wind in ihre Segel. War es bisher aufRegierungsbildung hat Stegerwald noch nicht erhalten, doch legenheit, dem Reichspräsidenten zu beweisen, daß sein fällig, daß die Deutschnationalen so hartnädig auf ist damit zu rechnen, daß ein solcher Auftrag im Laufe des Weg der falsche war. Minister a. D. Albert hat den Bürger- eine Preisgabe der besetzten Gebiete hinarbeite lichen den Gefallen getan, zugunsten eines ihnen genehmen ten, so nimmt jetzt der" I a g" in dieser Frage eine Stellung heutigen Tages erteilt wird. Kandidaten zu verzichten. Man hätte nach dem großen Ge- ein, die auf die deutschnationale Politit ein eigenartiges Licht schrei, das die Bürgerlichen wegen der„ Eigenmächtigkeit" des wirft. Das Blatt begründet die Forderung einer Beseiti Reichspräsidenten erhoben, annehmen sollen, daß nunmehr ein gung der großen Koalition in Preußen u. a. bürgerlicher Kandidat sofort an das verwaiste Steuer mit folgendem Argument: sprang. Was geschieht statt dessen? Zunächst trat wieder jener„ Außerdem würde, wenn sich eine Sonderstellung des befehten herr Jarres als Verlegenheitskandidat in Erscheinung, der Gebietes in irgendeiner Arf ergeben würde, eine parlamentarische soeben noch an den Widerständen der Mittelparteien gescheitert machtverschiebung nach rechts( in Preußen. Anm. d. Red.) herbeiwar, und die„ Deutsche Tageszeitung" attestiert ihm geführt werden." ausdrücklich, daß er bei der Deutschnationalen Das deutschnationale Blatt scheut sich also nicht, aus Boltspartei den meisten Antlang finden werde. parteitaktischen Gründen auf die Loslösung Wie tommt es, daß Herr Jarres trotzdem wieder in der Ber- der besezten Gebiete zu spekulieren. Das er Jezt plöglich taucht Adam Stegerwald, der Biel- fenfung verschwunden ist und das Zentrum an feiner Stelle lärt manches in der Haltung der Deutschnationalen. geschäftige, aus der Versenkung auf. Jegt plötzlich ist er von Adam Stegerwald präsentiert, was die Deutsche Tages. der eigenen Frattion autorisiert, das Kanzleramt und damit zeitung" als Quertreiberei bezeichnet? Hier stimmt Die deutsch nationale Reichstagsfraktion gab nach ihrer die Bildung der Bürgerblod Regierung zu offenbar etwas nicht, und man wird faum fehl gehen, wenn Fraktionsfigung, die fich bis um 10 Uhr hinzog, folgende übernehmen. Der Beschluß der Deutschnationalen, daß fie man den Schlüssel zu der Situation in einer Mitteilung der flärung an die Deffentlichkeit heraus: grundsäglich mit einer Regierung Stegerwald einverstanden Germania" sucht, nach der das Zentrum als Voraus- Die deutschnationale. Reichstagsfraktion hat burch einen Be seien, drückt diesem Kabinett, wenn es wirklich zustande kommt, fegung für Unterhandlungen mit den Deutsch nationa- schluß die Grundlage für aussichtsreiche Berhanba von vornherein den deutlich sichtbaren Stempel auf: Es wird len von diesen bestimmte Erklärungen verlangt, die ungen mit der Arbeitsgemeinschaft der Mitte geschaffen. Die ein antimarristisches" Kabinett sein, das heißt, sich auf deren Stellung zur Verfassung, auf die Rechtsgültigkeit Berhandlungen wegen Begründung eines Bürgerblods schweben seine Front wird sich gegen die sozialen und polides Bersailler Vertrages und auf die Politik dem Rheinlande mit Aussicht auf Erfolg. Die Fraktion erklärt sich grundsätzlich mit tischen Rechte der Arbeiterschaft richten. Und gegenüber beziehen, sowie eine weitere Erklärung über die Be- nationalen erstreben dabei entschieden die Herstellung einer einem Rabinett Stegerwald einverstanden. Die Deutsch daß ein sogenannter Arbeiterführer dieser Regierung reitwilligkeit der Deutschnationalen bezüglich der Bekämpfung bürgerlichen Koalition in Preußen mit genügen der Bourgeoisie seinen Namen leihen muß, ist mehr als ein ber illegalen Berbände und der Fortführung der allgemeinen beutfchnationalem Einschlag. Die Berhandlungen mit den anderen Treppenwig der Weltgeschichte. Der christliche Deutsche Ge Politik im Rahmen des Stresemannschen Programms. Wie Barteien sollen fortgefeht werden, es ist möglid, baß noch im Laufe werkschaftsbund, dessen Generalsekretär Adam Stegerwald die„ Germania" sagt, hat Herr Dr. Scholz von der Deutschen des Abends mit dem Reichspräsidenten verhandelt wird. noch immer ist, hat- trog Stegerwald mit den freien mit den freien Volkspartei es übernommen, den Deutschnationalen diese ForGewerkschaften und den liberalen Gewerkvereinen( 5.-D.) derungen vorzulegen. Auch die Demokraten haben sich Keine Einwirkung Seedts auf Dr. Albert. wiederholt in einer Abwehrfront gegen politische und dem angeschlossen. So war die Lage in den Mittagsstunden. WIB. meldet: Der„ Lokal- Anzeiger" behauptet, Generall soziale Reaktion gestanden. Jetzt soll das Licht des christlich. Die Deutschnationale Fraktion, die diese Gewissensfragen. Seedt habe am Dienstagvormittag den Reichsminister a. D. nationalen" Stegerwald plöglich der Regierung der Deutsch- faum erkannt haben dürfte, hatte reichlich Zeit, eine Dr. Albert aufgesucht und mit ihm die Lage besprochen. Das nationalen voranleuchten, sein Arbeiter Name soll das Antwort zu erteilen. Das einzige Lebenszeichen, das die Blatt knüpft daran die Bermutung, daß diese Aussprache den Be Feigenblatt für die offene Reaktion bieten! Wenn der Reichspräsident auf den Vorschlag eingehen Deutschnationalen bis in die Abendstunden von sich gaben, schluß Dr. Alberts, feinen Auftrag zurückzugeben, zu fördern waren zwei Dementis. Im ersten wird geleugnet, daß angetan gewesen wäre. Wie uns von zuständiger Stelle mitgeteilt sollte, der ihm von den bürgerlichen Parteien gemacht wurde, die Deutschnationale Volkspartei die Bedingungen des Ben- wird, entsprechen beide Behauptungen in reiner Weise der so würde er freilich nur verfassungsmäßigen Pflichten folgen, trums angenommen habe, im zweiten wird gesagt, es hätten Tatsachen. " die ihn nötigen, einen Reichskanzler zu ernennen, der eine feine Berhandlungen zwischen Zentrum und Deutschnationalen * Auch nach dem Austritt der parlamentarische Mehrheit des Vertrauens aufbringen tann. über die Nichtigkeitserklärung des Versailler Vertrages und Dieses Dementi war notwendig und ist in feiner Entschiedens Der Bersuch fönnte, ja muß vielleicht gemacht werden, über eine Umgestaltung der großen Koalition in Breußen statt heit begrüßenswert, denn es zerstört eine für das Ansehen sowohl menn Stegerwald glaubt, feiner eigenen Bartei und der mit ihr im Bürgerblock vereinigten Parteien als Gefolgschaft sicher gefunden. Eine fiare Antwort wird also vermieden. Auch die der Reichswehr wie der deutschen Republik fehr abträgliche Lezu sein. Wie sich die Sozialdemokratie zu einer Regierung um 10 Uhr abends herausgegebene Erklärung der Deutsch- gendenbildung. Seit Wochen wird nämlich von reaktionärer ftellt, deren Spize sich oftentativ gegen soziale Tendenzen in nationalen, die wir an anderer Stelle wiedergeben, spricht nur Seite in den Kulissen des Parlaments mit der Behauptung operiert, stellt, deren Spize fich oftentativ gegen soziale Tendenzen in von aussichtsreichen Verhandlungen", nicht aber von der die Reichswehr verlange dies, General v. Seedt lehne jenes ab ufro. der Reichspolitit richtet, bedarf feiner Darlegung. usw. Wenn man unter militarismus den unbefugten Ein Die Politik Adam Stegerwalds ist aus seiner Tätigkett Stellungnahme zu den Sentrumsforderungen. als Preußischer Minsterpräsident hinlänglich bekannt. Zehn Es ist anerkennenswert, daß das Zentrum durch seine An- fluß der Wehrmacht in die politische Führung eines Staates vera Monate etwa hat er nach den legten preußischen Landtag fragen die Deutschnationale Volfspartei endlich zwingt, Farbe steht und das ist es, was die ganze Welt früher mit Recht dem wahlen die Minderheitsregierung von Zentrum und Demo 8u bekennen. Damit legt es vor aller Deffentlichkeit flar, preußischen Militarismus vorwarf und was sich seit Kriegsende fraten geführt. Mit welchem Erfolge, davon wissen die welches die Voraussetzungen für eine verantwortliche in Frankreich immer deutlicher bemerkbar macht dann preußischen Parlamentarier ein Lied zu singen. Die von ihm Teilhaberschaft der Deutschnationalen an der Regierung find. würde dies eine Neuauflage des alten Militarismus in der deutschen geführte fleinste Koalition ging in die Brüche, als sogar die Bisher haben die Deutschnationalen feine von den Voraus- Republik bedeutet haben. Eines der Hauptargumente, mit denen in rechtsgerichteten Demokraten ihre Minister aus seinem Kabinett abberiefen. fegungen erfüllt. Eine Klarstellung in dieser Richtung Erft als die Sozialdemokratie wieder in die preußische Re- war demnach die Pflicht der bürgerlichen Mittel- Kreisen des Parlaments operiert wurde, um die bürgerlichen gierung eintrat, wurde das Unglück, das von Stegerwald- parteien gleich zu Beginn der Regierungstrife, als sich die Mittelparteien zum Bruch der Großen Roalition zu veranlassen, Dominicus afgerichtet war, einigermaßen wieder behoben. Deutschnationalen in den Vordergrund zu drängen versuchten. war z. B., daß das Ausscheiden der Sozialdemokratie aus der Es ist begreiflich, daß die Deutschnationalen jetzt auch den Kopf Indem sie das versäumten und ihr eigenes Unvermögen zur Reichsregierung für die Reichswehr eine wesentliche Entder preußischen Großen Roalition fordern. Und es wird nur Lösung der Krise bewiesen, 3 wangen sie den Reichs.lastung" bedeuten würde. das System Stegerwald beleuchten, wenn diese Forderung Er- Präsidenten, auf den Ausweg eines neutralen Beamten- margistischen" Regierungsmitglieder wurde ja von deutschnatiofolg haben sollte. fabinetts zurückzugreifen. Nun nachträglich dem Reichspräsi- naler Seite behauptet, die Reichswehr wolle teine parlamentarische denten daraus einen Vorwurf zu machen, ohne auch jetzt eine Regierung mehr. dulden, und Herr Hergt soll damals diese Auffeste Lösung in Händen zu haben, das ist nicht nur unartig, faffung fogar in sehr drastischer Form dem Dr. Stresemann über fondern auch unlogisch und unflug. Auf diese Weise kommt mittelt haben. Neuerdings wurde die Möglichkeit einer Wieder man dem Ziel nicht näher, man begibt sich lediglich in die herstellung der alten Wirth- Koalition mit der Versicherung bes Reihe der Totengräber des Parlamentarism u s. fämpft, die Reichswehr würde so etwas nicht mitmachen". Das Berliner Tageblatt" und die Beit" kommen auf Die vom Lokal- Anzeiger" gestern aufgestellte Behauptung den etwas abgegriffenen und wenig geistreichen Einfall, der einer Einwirkung Seedts auf Dr. Albert sollte nun offenbar dem Sozialdemokratie vorzuwerfen, fie versage in die gleichen Zwed dienen: die Reichswehr gegen die Verfassung( in Die„ Germania" hält es für nötig, den Deutschnatio- fer Krise. Als ob die Bedingungen, unter denen die Sozial- diesem Falle auch gegen den Reichspräsidenten) auszuspielen und nalen Sekundantendienste zu leisten, indem sie der Deutschen demokratische Partei jederzeit bereit ist, die Verantwortung auf die ängstlichen Gemüter in der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft Tageszeitung" bestätigt, der Reichspräsident habe sich ins Un mit zu übernehmen, nicht bis zum Ueberdruß wiederholt wor einen Drud ausüben. Es ist übrigens für die Dreiftigkeit der recht gesetzt, da er es versäumte, die Deutschnationale Bolts- den wären und als ob es nicht allgemein bekannt wäre, daß reaktionären Clique bezeichnend, daß sie es heute magen kann, partei mit der Kabinettsbildung zu beauftragen. Der Ein- bei der Boltspartei und im Zentrum in legter Beit jene Kreise derartige Dinge öffentlich zu behaupten, die eine der schlimmsten wand des„ Vorwärts", eine Reichst anglerschaft übermächtig wurden, die die deutschnationale Parole Los Beleidigungen darstellen, die man der Reichswehr und ihrem Chef Hergts würde von den Mittelparteien abgelehnt vom Marris mus" nicht laut genug vertreten fonnten! zufügen fann. Bisher hatte man das in der Form von unkontrollier morden sein, sei nicht stichhaltig. Vielleicht erinnert sich das Die Marristische Sozialdemokratische Partei gat durchaus nicht baren Gerüchten getan, die in den Wandelgängen des Parlaments Zentrumsblatt daran, auf welchen Widerstand die Kandidatur den Ehrgeiz, der Spaltpilz der Bürgerlichen zu sein. Die weitergetragen wurden. Jetzt werden solche ehrenrührigen und des den Deutschnationalen nahestehenden Herrn Jarres in Bürgerlichen mögen also zeigen, daß sie auch ohne alarmierenden Behauptungen sogar gedruckt! Das Zentrum hat der deutschen Republik den bisher populärsten Kanzler in Josef Birth gestellt. Es ist jetzt im Begriff, ihr den unpopulärsten in Adam Stegerwald zu bieten und damit auch öffentlich zu dokumentieren, welche Wandlung sich im deutschen Bürgertum seit dem Bestehen der Verfassung von Weimar vollzogen hat. Indessen hat das offenbar pom General v. Seedt felbst stam- 1 Die Stellung der parteigenössischen Landtagsfraktionen und der diesem Standpunkt feine Anerkennung versagt und neuerdings mende Dementi diesen Treibereien einen Riegel vorgeschoben. Landesinstanzen zueinander entspricht nicht der Stellung der Reichs- an Bayern das Anfinnen der Verhaftung und Einliefe Hoffentlich werden die reaktionären Gerüchtemacher es sich gefagt tagsfraktion und des Parteiausschusses zueinander. rung der Hochverräter nach Leipzig gestellt. Daraufhin hat Herr sein lassen, daß sie nicht auf den Chef der Heeresleitung rechnen Der Parteivorstand stellt daher fest: D. Kahr dem Oberreichsanwalt in der bekannten Berlautbarung fönnen, um ihre Diftaturpläne zu verwirklichen oder um ihnen Die Landtagsfraktionen der Partei haben in den Landes- vom letzten Samstag eine öffentliche Antwort erteilt. Der Reiz dieser unbequeme Regierungsbildungen zu verhindern. parlamenten auf dem Boden der Landesperfassungen selbständig Antwort besteht darin, daß sie ohne jede Verständigung unter eigener Berantwortung sozialdemokratische Politik zu treiben. mit der bayerischen Regierung gegeben wurde, was von Beschlüsse von Parteiorganisationen oder Landesinstanzen der Partei neuem das Berhältnis zwischen Generalstaatstommiffariat und Regiehaben für die Landtagsfraktion die Bedeutung parteigenössischer rung charakterisiert. Borschläge und Gutachten, deren Würdigung und Berück fichtigung bei der endgültigen Entscheidung dem pflichtgemäßen freien Ermessen der Landtagsfraktionen unterliegt. Für ihre Politik in den Landtagen sind die Landtagsfraktionen nur der Gesamtpartei verantwortlich. Bei diesem Anlaß wollen wir an die fategorische Erklärung er innern, die Dr. Geßler am 30. Juli d. I. als Antwort auf eine Anfrage des„ Vorwärts" durch WTB. verbreiten ließ: Ich verbürge mich in der Tat für den unbedingten Gehorsam der Wehrmacht gegenüber jeder verfaffungs, mäßigen Reichsregierung. Möge diese Erklärung nun aber auch mirtlich, wie der Vorwärts" es vorausschickt, den sophistischen Gemütern besorgter Republikaner genügen und zur innerpolitischen Entspannung beitragen!" 11 Die Resolution Nr. 1 wurde gegen 8 Stimmen, der An Diese Erklärung, die damals zweifellos im Einvernehmen mit trag 2 gegen 5 Stimmen und der Antrag 3 gegen 6 Stimmen dem Chef der Heeresleitung abgegeben würde, gilt ebenso zweifellos nach dem Ausscheiden Dr. Geßlers aus dem Amte und besonders in einer Zeit, wo der Chef der Heeresleitung mit weitgehenden Boll machten ausgestattet ist. Das obige Dementi liegt ganz in der gleichen Linie. Und wir sind überzeugt, im Sinne des Oberbefehlshabers zu sprechen, wenn wir hinzufügen, daß die Bersion, wonach die Reichswehr bei einer Neuauflage der Birth- Koalition nicht mitgemacht hätte, eine bösartige Unterstellung mar. Beratung des Parteiausschusses. angenommen. Die Die Münchener Post" wieder erschienen. Die sozialdemokratische Preffe unter Kahrs Knebel. München, 27. November.( Eigener Drahtbericht.) Münchener Post" ist am Dienstag zum erstenmal wieder erfienen, wobei sie die eine der von der Polizeidirektion ge. stellten Bedingungen, die über die Borzensur, erfüllt hat. Ueber die fünf Stimmen die folgende Entschließung an: Der Parteiausschuß nahm weiterhin mit allen gegen Summe der Kaution von 5000 Goldmark wird noch verhandelt, nachdem die Organisationen der Verleger und Redakteure durch ein " Die Kommunistische Partei Deutschlands bereitet auf gemeinsames Schreiben an die bayerische Regierung( nicht Befehl der Moskauer Zentrale den gewaltsamen Anan das bayerische Generalstaatskommissariat!) den Weg hierzu geebnet griff auf die republikanische beutsche Ber. haben. faffung vor. Die Sozialdemokratische Partei, die den Die anderen sozialdemokratischen Zeitungen in Kampf für den Sozialismus auf dem Boden der Ber- Bayern find am Dienstag noch nicht erschienen, da die Anfaffung durchführen wird, lehnt daher jede orga ordnung des Generalstaatskommissariats erst im Laufe des Vormittag nisatorische und politische Vereinbarung mit in die Hände der Provinzbehörden gekommen ist. Die Aufhebung der KPD. ab. Der Parteiausschuß erwartet, daß alle des Verbots war in Nürnberg bereits am Montag mittag bekanntOrganisationen im Reiche dementsprechend handeln." Der fozialdemokratische Parteiausschuß trat gestern, geworden. Die Fränkische Tagespost" wurde daraufhin Dienstag, vormittags, zu einer Sizung zusammen, in der nach fofort beim Polizeipräsidium vorstellig, um die gegen sie beabsichtigten Erledigung einiger organisatorischer Fragen Genosse Hermann Auflagen zu erfahren. Unsere Genossen befamen den Bescheid, die Wer stört die Ruhe und Ordnung? Müller ein Referat über die Reichspolitik hielt. In der an" Tagespost" dürfe erstens nicht mehr heßzerisch" schreiben, wobei eine schließenden Debatte wurden die Zustände in Bayern, Dresden, 27. November.( Eigener Drahtbericht.) 3m sächsi⚫ genaue Definition dieses Begriffes abgelehnt wurde, zweitens müsse Sachsen und Thüringen und die Verhältnisse im befchen Landtag entwickelte sich am Dienstag bei der Erledi wahrscheinlich auch eine Raution von 5000 oder 10 000 Goldmart febten Gebiet eingehend behandelt. Zur Regierungsfrage gung mehrerer Anfragen über das Verhalten der Reichswehr verlangt werden, was allerdings eine ungewöhnliche Härte darstelle, wurde ein Beschluß nicht gefaßt, da nach der Haltung der in Sachsen eine außerordentlich erregte Debatte. Die Mehrheit weshalb das Polizeipräsidium noch einmal mit München Rücksprache bürgerlichen Parteien die Voraussetzungen für eine Beteili- der Abgeordneten war von der Schilderung totumentarisch belegter nehmen wolle. Daraus geht hervor, daß Herr v. Kahr den Bollgung der Sozialdemokratie an der Regierung nicht ge- Ausschreitungen der Reichswehr sichtlich bewegt. Innenminister zugsbehörden nicht nur die Ermächtigung erteilte, die sozialdemo geben sind. Die Debatte ergab, daß die große Mehrheit des Liebmann betonte, die letzte Beit fei gekennzeichnet durch eine fratische Bresse wieder erscheinen zu lassen, sondern ihnen gleichzeitig Parteiausschusses mit der Haltung der Fraktion gegen das ununterbrochene Kette von Uebergriffen der Reichswehr. Zahl auch die Garantien vorschrieb, die sie von den Verlagen Kabinett Stresemann einverstanden war. In der Fortseßung reiches Material, das sich auf amtliche Feststellungen gründe und 34 fordern hatten. der Beratungen teilte Genosse Wels mit, welche Schritte der einen grauenhaften Einblickt gebe, lasse den Haß besonders der Parteivorstand unternommen hatte, um Dr. 3eigner zu schwarzen Reichswehr gegen linksgerichtete Bevölkerungsveranlassen, die Behauptungen zu beweisen, die er auf dem teile erkennen. Diesem Haß sei in entfeßlich vielen Fällen in Dresden, 27. November.( Eigener Drahtbericht.) Der LandBerliner Bezirtsparteitag aufgestellt hatte: 3m geradezu unglaublicher Weise Ausbruck gegeben worden. Die tag nahm am Dienstag einstimmig einen volts parteiligen Aero- Klub wurde mir manches über die moralische Kor. Regierung habe versucht, mit allen Mitteln gegen die Ausschreitum Antrag an, der die Einfeßung eines Intersuchungsaus. ruption in Berliner Parteitreisen mitgeteilt, gen vorzugehen. Sie sei aber, solange der Ausnahmezustand scuffes über die Amtstätigkeit des früheren Justizministers was mich mit Entsegen erfüllte." Der Parteiausschuß andauert, nicht in der Lage, für die Taten der Reichswehr die Dr. 3eigner und über die Führung der Strafuntersuchung borstellte fest, daß Dr. Zeigner auf wiederholte Aufforderungen Verantwortung zu übernehmen. Die sächsische Regierung werte sieht. Justizminister Neu wandte sich während der Beratung des diefe Behauptungen weder aufrechterhalten noch nachdrücklichst in Berlin vorstellig werden. Antrages in längerer Rede gegen den bolteparteilichen Abgeordneten bewiesen habe. Im Anschluß an die Ausführungen des Innenministers nahm Dr. Raiser und erklärte, daß die Regierung nichts gegen die Weiter beschäftigte sich der Parteiausschuß in längerer Ruftusminister Fleißner das Wart, der unter anderem den Brief Borlegung der Aften, die mit den Berfeblungen Beigners im gu fammenhang stehen, einzuwenden babe. Vielmehr werde die Res Aussprache, die durch ein ausführliches Referat des Genoffen eires alten verdienten Schullehrers verlas. Dieser schildert in der gierung in der Handbabung ber Rechtsfrage wie bisher, ohne Ansehen Weis eingeleitet wurde, mit der in der Partei bestehenden erschütterndsten Weiße seine Berhaftung und feine Erlebnisse der Person und ohne Rücksicht auf volitische Auffassungen, verfahren. organisierten Opposition. Im Anschluß an das während der Haft. Nie hätte ich geglaubt, so schloß der Minister Referat des Genossen Wels wurden folgende Resolutionen feine Ausführungen, daß in einem Kulturlande und in diesem Jahrvorgelegt: hundert so entsetzliche Willtürafte möglich find. 1. Der Parteiausschuß erklärt das Bestehen und die Förderung geschlossener oppositioneller Organisationen innerhalb der Partei und das Bestehen eines besonderen Organs mit besonderen parteipolitischen Tendenzen für unvereinbar mit der Aufrechterhalt ung der Parteieinheit und fordert den Parteivorstand auf, dagegen mit allen zweddienlichen Mitteln einzuschreiten. * Im Gegensatz zu unserer gestrigen Meldung meldet Tu, aß nicht sämtliche auswärtige Truppenteile aus Sachsen zurüd gezogen werden. Kahr, Knilling und der Oberreichsanwalt. München, 27. November.( Eigener Drahtbericht.) Auf das erste 2. Der Parteiausschuß beschließt, das im Referat des Genossen nach München gerichtete Berlangen des Oberreichsanwalts Wels enthaltene Material den Bezirten zugänglich zulam Staatsgerichtshof zum Schuße der Republit, die des Hochverrats machen. 3. Das Organisationsstatut der Partei regelt die Zuständigkeit der Parteiorganisationen und ihrer Instanzen sowie der Frattionen der Partei in den Barlamenten. Mit diesen Bestimmungen des Statuts der Gesamtpartei dürfen tie statutarischen Bestimmungen der Bezirke nicht im Widerspruch Fehen. Konrad Ferdinand Meyer. Von Dr. Heinrich Taschner. Der neuzeitliche Meister der historischen Novelle, deffen Todes. ag sich heute zum fünfundzwanzigsten Male jährt, war schon ein stattlicher Bierziger, als er mit seinem ersten größeren Werf, der Berserzählung Huttens letzte Tage", hervortrat. Die erste Hälfte seines Lebens hatte der im gesicherten Wohlstand lebende Sohn einer Züricher Patrizierfamilie im Mit- und Nachgenuß aller Schönheit zumeist auf Reisen verbracht, die ihn mit Borliebe nach vom 8. November bezichtigten Personen zu verhaften und nach Leipzig in Untersuchungshaft einzuliefern, wurde von der zuständigen baye rischen Behörde geantwortet, daß man die Berhaftung nicht durch führe, weil Ka hr durch die feinerzeit von ihm erlaffene Verordnung die Republitschußgefeße für Bayern außer Kraft gesetzt habe und fo für den Hochperrat vom 8. November nur die bayerischen Boltsgerichte zuständig feien. Der Oberreichsanwalt hat aber Gefühlsausstrahlungen der brennenden Sehnsucht nach größeren Berhältnissen und gewaltigeren Menschen, als sie die Gegenwart bietet. Und diesem großen Gehalt der Dichtung entspricht die beberrschte Kraft der Darstellung, die bei aller großzügigen Pathetit stets in den Grenzen der realistischen Erfassung des Lebens bleibt. Dabei arbeitete Ronrad Ferdinand Meyer feineswegs leicht; er rang vielmehr mit seinem Stoff, den er immer und immer wieder überdachte und bearbeitete. Seine Liebe zur Bollendung nennt er das und er gesteht, daß es ihm ein Genuß ist, immer wieder den bellenbeteren Genuß zu suchen". Der Fall Zeigner. Eine Kommunistendemonstration in Berlin. Die in den gestrigen Abendstunden geplante Demonstration der Kommunisten im LustTeiliugendliche Demonstranten hielten wohl einige Zeit garten tam nicht zur Auswirkung. Etwa 3000 bis 4000 zum den Blaz vor der Museumstreppe besetzt, wurden aber bald von der Schupo in einzelne Seitenstraßen abgedrängt. Herumfahrende Banzerautomobile sowie Streifen von Polizeibeamten unterdrückten jebe Ansammlung. Ein aus Neutolin fommender Demonſtra tionszug wurde bereits in der Neuen Roßstraße aufgelöst, wobei größere 3wischenfälle vermieden wurden. Auch in anderen Stadtteilen, wo sich schwache Trupps von Demonstranten bildeten, fonnte die Schupo ihre Auflösung erwirten. Nach der Demonstration gingen die Teilnehmer in größeren oder fleineren Trupps auseinander. Zu einem schweren Zusammenstoß fam es dabei in der Roßstraße, wo eine größere Anfammlung den Anordnungen der Polizei Widerstand leistete. Drei Beamte wurden verlegt, barunier einer fchmer Der verletzten Demonstranten konnte man nicht habhaft werden. Insgesamt hat die Schutzpolizei nach den bisherigen Meldungen 77 Berfonen festgenommen, unter denen sich die kommunistische Bandtagsabgeordnete Rofiolffstein befindet. Don In der Zeit der Hungersnot", schreibt er, ogen Taufende nach Turkestan, wo es noch Getreide gab. Dort herrschte die tropische Malaria, und die rüdfehrenden Flüchtlinge infizierten die bis dahin unschädlichen Mostitoschwärme von Südrußland mit der Strankheit, so daß sich die Malariafeuche über ein Gebiet Nischninowgorod und Moskau im Norden, Rumänien im Westen und dem Schwarzen Meer im Süden ausbreitete. Nach glaub würdigen Statistiken, die aus nichtrussischen Quellen stammen, leiden durchschnittlich zwischen 60 und 70 Broz. an der Krankheit; in manchen Gegenden find sogar 90 Broz. von ihr ergriffen. Bis 1922 war die tropische Malaria in Südrußland unbekannt, denn, obwohl der Ueberträger der Ansteckung, die Anophelesfliege, weit Diese auf bohrende Gedankenarbeit und wuchtige Schwere des Italien führten. So gedieh langsam und allmählich der poetie Ausdrucks eingestellte Eigenart spiegelt sich so scharf wie in ten verbreitet war, fonnte sie tein Unheil anrichten, weil sie selbst nicht am Baum tiefschauender Lebens- und Geschichtserkenntnis. Und Erzählungen auch in der tief nachdunkelnden Farbenabtönung der Malarialänder der Welt. Um die furchtbare Wirkung als die Stunde der Ernte gekommen war, da trat Konrat Ferdi. Gedichte wider, die über den historischen Erzählungen nur zu dieser Epidemie auf die Zukunft Rußlands zu begreifen, muß man nand Meyer als ein Bollendeter, als eine in sich gefestigte Per- oft vergessen werden. Die tnappe Gedrungenheit des Ausdrucks fich vergegenwärtigen, das die Infektion eines Landes mit Malaria sönlichkeit auf den Plan. Sein Erstlingsmert Suttens legte fommt im besonderen Grade seinen Balladen zustatten. Nicht ein dauernder 3ufland ist, der allmählich die Generationen der Iage" zeigt bereits Zug um Zug die scharf markierte Eigen- Schemen einer finnlich- überfinnlichen Welt, wie sie uns die ait Bevölkerung schwächt, während Krieg und Revolution nur vorDie Wirkungen einer dauernden physiognomie des Künstlers: die start hervortretende Stilisierung englische Ballade vor Augen zaubert, sondern Helden der Tat, des übergehende Schwächen find. Heimfuchung durch die Malaria sind über jede Borstellung furchtbar. mit dem dazugehörigen Bathos, die verstandestiare Gliederung des Glaubens, der Kunst sind es, die feine Balladen zu erneuter Realität Die Lebenskraft nimmt ab unter den blassen, förperlich und geistig Aufbaues mit der epigrammatischen Kürze des Stils, die Vorliebe und Wirkung erwecken. So wurde Meyer in der Karen Erkenntnis, schlecht entwidelten Kindern, die nach der Geburt öfters angestedt für die„ Rahmenerzählung" und daneben auch das geistvolle Spiel daß bie Ballade mehr als eine verfifizierte Anekdote sein müsse, wurden, und die Erwachsenen flechen immer mehr dahin bei den mit symbolischer Parallelisierung. Dieses Ueberwiegen des Kunst- daß sie erst die Intensität des dichterischen Miterlebens zum Kunst häufigeren Wiederholungen der Krankheit, die leider nur wenig verstandes und die pruntende Form der Darstellung bestimmten mert formen könne, auch ter. Erneuerer der deutschen Balladen- oder gar feine Immunität gegen neue Ertranfungen gewährt. Die Malaria aus Rußland zu vertreiben, wird außerordentlich schwierig, Gottfried Keller, den anderen Großen, den Zürich der Welt- dichtung. Aeußerlich verlief sein Leben in ruhigem Gleichmaß, das nur brut durch großzügige Entwässerungen ist bei der ungeheuren menn nicht unmöglich fein. Die Beseitigung der Moskito* literatur geschenkt hat, die Arbeiten seines Nebenbuhlers als Am 11. Oftober 1825 Größe des Gebietes und der verstreuten Bevölkerung ausge " Brokat" zu bezeichnen. Und Brofat ist das Werk Konrad Ferdi- durch häufige Reisen unterbrochen wurde. nand Meyers auch bis heute geblieben, wenigstens in dem Sinne, als Sohn des auch als Geschichtsschreiber bekannten Schweizer Re- fchloffen. Auch die Kälte ist durchaus fein Schuß, wie man anals es nur pon Beuten gewürdigt werden kann, die für fein ab- gierungsrats Ferdinand Meyer geboren, wurde der Dichter in der nehmen sollte, denn in dem außerordentlich fallen Winter non schattierte Farben und gedämpfte Töne eine wählerische Borliebe französischen Schweiz erzogen und studierte dann in Zürich die 1922-23 haben die Moskitos sich in den Häusern der Bauern einhaben und empfänglich sind für den Reiz und die angedeutete Rechte, ohne aber von der Jurisprudenz gefesselt zu werden. Als genistet und verbreitet. In diesen festverfchloffenen Gebäuden, in Formenschönheit dieser in einen kunstvoll geschmückten Rahmen Autodiktat betrieb er dann Geschichtsstudien, die ihm den Reichtum denen große Hize herrscht, ist die Waffertonne des Hauses, die sich gestellten, figurenreichen und plastisch gearbeiteten Stücke. an historischen Anschauungen und Kenntnissen vermittelten, der meist in der Nähe des Ofens befindet, ein idealer Fortpflanzungs plag für die Mostitos. Die Unbildung der Bevölkerung erschwert Mit den Geschehnissen selbst ber bewegteften, verwickeltsten Ber. feinen Dichtungen das eigentümliche Gepräge gibt. In Kilchberg jede Aufklärung, von der man eine Bekämpfung der Blage erhoffen gangenheit wie mit denen der selbstdurchlebten Gegenwart aufs bei Zürich, wo er geboren war, ist er am 28. November 1898 tönnte. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Malaria sich nach Nordinnigste vertraut, führt uns der Dichter nicht in das Leben hinein, gestorben. rußland und Sibirien ausbreiten wird und daß die Kälte fein sondern setzt sich und den Lefer in eine objektive Distanz zu diesem Hindernis dafür darstellt. Das Fehlen der Aerzte, die Unmöglich feit, wirffame Quarantänemaßregeln durchzuführen, begünstigen die Leben und stellt sich darüber, um es aus der Höhe zu betrachten. Weiterverbreitung. Infolge der Dezentralisation, die durch die Der Gegenstand dieser Betrachtung ist die Kolossalmelt ber Ge" In den letzten Monaten von 1922 brachten Hungerflücht. jezige Regierung herbeigeführt ist, fehlt jede Hilfe und einheitliche schichte; es sind insbesondere die Riesengestalten der reich bewegten, Iinge, die von Σurkestan nach dem Bolgatal und vom Maßnahme. Dabei wäre es zu Anfang möglich gewesen, durch die eine historische Wende bezeichnenden Zeitepochen, wie Renaissance Rautafus nach Südrußland und der Ukraine zurückkehrten, die Errichtung von Quarantänelagern die Ausbreitung zu verhindern und Reformation. Hier bietet sich dem Scharfblick des Dichters tropische Malaria mit. Diese Tatsache, die damals unbemerkt und die Erkrankten solange mit Chinin zu behandeln, bis sie teine die günstigste Gelegenheit, die Brobleme der Zeit im Licht der blieb, wird einen größeren Einfluß auf die Geschichte Rußlands Ansteckungsgefahr mehr geboten hätten. realistischen Erfassung des Lebens zu enträtseln. Ihn reizte wie führen, dem im Altertum bas babylonische Reich und Griechenland Lande, von kräftigen Bauern und Kosaken bewonht, verwandelt den ihm feelenverwandten Schiller vor allem die bee" zur poeti führen ,, der im Altertum das babylonische Reich und Griechenland förperlich zurückgehen müssen, wie bies in Aegypten, in Babylon sich Südrußland in ein gefährliches Malarialand, dessen Bewohner schen Behandlung. Nicht um unmittelbare Erlebnisschilderungen erlagen. ober Bekenntnisse persönlicher Lebensschicksale handelt es sich in Unterstützungsmission im südöstlichen Rußland, Melville D. Maden. Mit diesen Worten beginnt der ärztliche Leiter der englischen und im flassischen Griechenland der Fall war." seinen Meisternovellen Jürg Jenatsch"," Die Berjudung zie, einen aufsehenerregenden Auffah, den er in der" Limes" ver dés Pescara"," Der heilige", Angela Borgia". Es öffentlicht. Er lenkt damit die Aufmerksamkeit auf eine neue furcht find vielmehr Gedankenerlebnisse, symbolistische Geständnisse und bare Geißel, die das bereits so fchwer heimgesuchte Rußland bedroht. 20 Rußland im Banne der Malaria. Aus einem gesunden In der Galerie S. Cafper, Surfürstendamm 233, wird die Winter ausstellung am 29. November eröffnet. Sie zeigt Graphiten von Lovis Corinth und Gemälde von George Mosson Sonderwährung für das Rheinland. 1/10 Abbau der Sozialgesetzgebung? Protest unserer Berliner Funktionäre. Im Laufe dieser Woche werden weitere Berhandlungen zwischen französischen und rheinischen Banfiers über die Errichtung einer rheinischen Notenbant stattfinden. Zur Erörterung steht ein Projekt, nach dem das aufzubringende Kapital 60 Millionen Rheinmark betragen soll. An der Aufbringung wollen sich neben deut schen und französischen auch englische, belgische und neutrale Interessenten beteiligen. Die Einheit der neuen Währung, der Rheinmart, ist= Dollar. Sie wird in Stüden von 1 bis 1000 Marinoten ausgegeben und ist nur gegen anderen. Wir wissen nicht, wer der nächsten Regierung feinen Namen Seit Wochen folgt eine Parlaments und Ministerfrise der mindesten die Dollar einlösbar. Die rheinische Währung ist im Gegensatz geben wird. Eine Wenderung der ökonomischen Verhältnisse wird gegeben ist. Bielę Bestimmungen der Demobilmachungsverordnungen zu der Rentenmark effettive Goldwährung. Obwohl durch sie nicht herbeigeführt werden. Was wir im Barlament erleben, find im Wortlauf und dem Sinne nach übernommen worden. Die fich deutsche Kreise bemühen, die Majorität in der neuen Bettel ist nur ein schwacher Abilatsch von den Klassentampf, der sich vieluuftrittene Frage der Arbeitsbereitschaft ist beispielsweise im bant zu erhalten, wird doch durch die rheinische Währung, außenparlamentarisch abspielt. Die bürgerlichen Parteien haben in Eisenbahnbetrieb in einer Weise geregelt worden, die die wenn das deutsche Kapital auch in der Borhand bleibt, allem die freie Wirtschaft wiederhergestellt. Als nächstes Ziel soll der Zustimmung der Arbeiter und Beamten fand. Wir werden immer Deutschlands wichtigstes Wirtschaftsgebiet, das rund vier Abbau der sozialpolitischen Geseze herankommen. Dabei spielt die Fünftel seiner ganzen Produkte nach dem unbefesten Deutschland liefert, durch die andere Währungsverfassung wirtschaft lich vom Mutterland getrennt. Bon besonderer Bedeutung ist dabei, daß sich die Franzosen hartnäckig gegen die Einführung der Rentenmark in das Ruhrgebiet sträuben, während die Interalliierte Kommission sie für das altbefeßte Gebiet zu gelassen hat. Eine überfüllte Versammlung der Partei und Gewertschafts- wir nicht einig und geschlossen, auch durchführen. Wenn diese funktionäre beschäftigte sich gestern Abend mit dem bevorstehenden gefeßlofe Zeit lange anhalt, werden den Arbeitgebern in den Erwerbs. abbau der Sozialgefeggebung. Genoffe Aufhäuser lofen Heifer erstehen, die unter ollen Bedingungen arbeiten werden. sprach über das Arbeitszeitgefeß: Demgegenüber muß betont werden, daß durch den Entwurf zum Sprach über das Arbeitszeitgefeß: prinzipielle Erhaltung unserer Forderungen Um die Ruhrkredite. Beseitigung des Achtstundentages eine Hauptrolle. Bemerkenswert ist dabei, daß unmittelbar nach der Revolution auch für die Unternehmer die Einführung des Acht Stundentages durchaus tragbar war. Aber schon im November 1921 machte man einen großen Borstoß. Die Arbeitgeber erklärten damals, Deutschland nur helfen zu können, wenn die Eisenbahnen und der verhaßte Achtstundentag ihnen ausgeliefert wird. Ein Jahr später schrieb Thyssen feinen bekannten Brief an den damaligen Reichstanzler Wirth, in den er ihn bat, sich an die Spiße einer Bewegung zur Beseitigung des Achtstundentages zu stellen. Seitdem hat man feine Gelegenheit versäumt, immer wieder Die Stahl und Kohlen- Finanzkredite an die Nuhrinduftrie biefe Forderung zu erheben. Wenn die bürgerlichen Barteien stets Bon zuständiger Stelle wird uns zu den Artikeln in nach der Abfchaffung des fchematischen Achtstundentages riefen, unseren Nummern 551 und 554 unseres Blattes das folgende muß doch endlich einmal festgestellt werden, daß wir einen schemati mitgeteilt: schen Arbeitstag nie hatten. Solange die Arbeiter ihre Arbeitszeit Die Stahlfinanz- und die Rohlenfinanz- felbft tariflich regeln durften, hing es von ihrer Stärke und ihrem trebite des Reichs an die Ruhrindustrie haben bei weitem nicht Einfluß ab, weichen Erfolg fie hatten. Jetzt aber will man gerade die im„ Borwärts" angegebene Höhe erreicht. Sie betragen für die Die Gefahr liegt besonders barin, daß die Arbeitszeit über acht Werte der Stahlfinanzgesellschaft zusammen rund 26 Millionen Stunden am Tage in ihrem Ertrag nur dem Unternehmer Goldmark und für den Kohlenbergbau rund 44 Millionen zugute fommen soll. Abfurd ist es auch, gerade in der Zeit der Goldmart. Die Kredite, die wertbeständig und auf Grundlage größten Arbeitslosigkeit eine Berlängerung der Arbeitszeit generell verpfändeter Eisen- und Rohlenlager gegeben wurden, sind wechsel- vorzunehmen. Der Versuch, die Hilfe des Ermächtigungs. mäßig gesichert. Bei den zuständigen Stellen liegen feinerlei gefehes in Anspruch zu nehmen, fcheiterte an dem Berlangen der Anträge vor, die Rückzahlung dieser Kredite zu streichen, Sozialdemokratie, eine Aenderung des Achtstundentages auch liegt ein solches Berfahren nicht in den Absichten der nur parlamentarisch zur Erledigung Reichsregierung." zu bringen. Jetzt besteht die große Gefahr, das auf dem Wege über Dazu ist zu bemerken: Unsere Angaben über die Höhe der Ausnahmeverordnungen zu erreichen. Dagegen müssen Eisen und Kohlenkredite entstammen einer Aufstellung des wir unseren st ärt st en Brotest erheben. Genoffe Aufhäuser er Reichsfinanzministeriums. Wenn diese jetzt niedriger beziffert fäuterte im einzelnen die Bestimmungen des als Entwurf vorliegen. wird, so ist darauf hinzuweisen, daß es auf die Höhe auch den Arbeitszeitgefehes. Die Tendenz dieses Entwurfs wird am besten gekennzeichnet durch seine Bestimmung, baß in allen Fällen, wo die nicht in dem gleichen Maße antommt, wie darauf, daß das Notwendigkeit einer Steigerung ber Broduktion besteht, von ben Reich den vollen Gegenwert seiner Krebite erhält. Nach Landesbehörden mangels einer tariflichen Einigung die Ver. den obigen Mitteilungen liegt es erfreulicherweise nicht in der längerung der täglichen Arbeitszeit angeordnet werden kann. Im Absicht der Reichsregierung, die Schuld der Kohlen- und Eisen- Gefeh sind nur immer Gründe für eine Berlängerung der Arbeitszeit barone zu streichen. Was die Sohlenfredite anlangt, angeführt; mit feinem Wort find aber Veränderungen im so werden sie auch wohl durch Schadenersazansprüche Intereffe der Arbeitslosen und der weiblichen und der Unternehmungen an das Reich zu einem wesentlichen Teil jugendlichen Arbeiter erwähnt, wieder aufgezehrt. In der Frage der Stahlkredite hoffen wir aber, daß die Reichsregierung fe ft bleibt und daß man uns, nachdem man erst auf eine zweite Anfrage überhaupt geant wortet hat, nicht etwa später zu ähnlichen Feststellungen zwingt. Das Ruhrproblem der Entente. audiftiert bekommen sollen, müssen wir ein Wort an den Reichspräsi Jetzt, wo wir diesen Entwurf im Ausnahmeverordnungswege benten richten, beffen Einfluß auf Artikel 48 in der Berfaffuna fest. gelegt ist. Wir verlangen, daß feines all diefer beabsichtigten Geseze ohne Reichstagsverhandlung eingeführt wird.( Beifall.) Als nächster Redner spricht Genoffe Schumann, Borsigender des Deutschen Verkehrsbundes. zum Thema. Mit dem Genoffen Aufbäufer bin ich in der Beurteilung des Arbeitszeitgefeßes im wesentlichen einig. Ich will das Thema da, wo starte Gewerkschaften bestehen, all diese Bestimmun gen nach unserem Verlangen formen tönnen. Wenn die Arbeiter. erfahrenen Führer zu handeln und zusammenzustehen, wenn wir in schaft wieder gelernt haben wird, nach den Weisungen ihrer alten allen Organisationen wieder volle Einigkeit haben, werden wir die erfahrenen Führer zu handeln und zusammenzustehen, wenn wir in Kraft haben, alle Verschlechterungen an der Sozialgesetzgebung abzuwehren. Selbstverständlich müssen unsere Bertreter in den Parlamenten alles tun, was die Arbeiterschaft von ihnen erwarten kann. Aber auch vom Reichspräsidenten, unferem Genoffen Ebert, verlangen mir, daß er den Schuß der Arbeiterschaft vor Verschlechterungen ihrer gewerkschaftlichen Errungenschaften übernimmt.( Bustimmung.) In der Diskussion erflärt Genosse Fa Iltenberg vom ADB. die Handhabung der Gefeze als eine Frage der politischen macht. Die Beamtenschaft sieht leider vielfach die Arbeitszeit als eine Dienfifrage und nicht als ein Brinzip an. Sie ist leider nicht im Arbeitszeitgesetz einbegriffen. Für die Beamten bestehen nur Berordnungen, und die sind stets schlechter als Gefeße. Die Beamten verlangen, in diese Gesetzgebung einbezogen zu fein. Priezel wendet sich gegen Ueberstundenleistung und Schwarzarbeit der Arbeiterschaft, wodurch diese unserem Gegner oft schwerwiegendes Material geliefert hat, für die Sozialgesetze einen Rückschritt gegen früher. Juristisch Ruben sieht in der neuerdings beseitigten Erefutive. besteht tatsächlich die Möglichkeit, im Verordnungswege die Beseiti gung des Achtstundentages durchzuführen; dem gilt unfer Kampf. Weber vermißt einen Wegweiser von der Parteileitung für den Kampf. Wir müssen den reaktionären Berwaltungsapparat befeitigen. Nach beschlossenem Debatteschluß fassen die Referenten die Ergebnisse der Aussprache zusammen. Einstimmig angenommen wurde folgende Resolution: Die am 27. November im Lehrervereinshaus tagende Funktionärtonferenz der BSPD. von Groß- Berlin protestiert gegen den Gefeßentwurf über die Arbeitszeit, dessen Annahme die praktische Aufhebung des Achtstundentages bedeuten würde. Sie lehnt es insbesondere ab, die in dem Gesetz vorgesehenen zahllofen gefeßlichen und behördlichen Ausnahmen vom Achtstundentag anzuerkennen. Die weiter beabsichtigte gefeßliche Einführung des Begriffs der Arbeitsbereitschaft" tommt einer unbe. grenzten Berlängerung der Arbeitszeit gleich. Die Bersammlung erwartet von der Reichstagsfraktion, daß sie sich dafür einsetzt, bis zur parlamentarischen Berabschiedung des Gesetzes die Wiederinkraftsegung der Demobil machungsverordnungen über die Arbeitszeit herbeizu Tühren. Die Absicht des Reichsarbeitsministers Brauns, den Gefezentwurf ohne parlamentarische Behandlung auf dem Wege einer Ausnahmeverordnung nach Artikel 48 der Reichsverfassung zu verwirklichen, muß dem schärfsten Widerstand be gegnen. Die Funktionärfenferenz wendet sich an den Reichs. präsidenten mit dem dringenden Appell, einer solchen difta. torischen Einführung des Arbeitszeitgefeges feine Zustimmung zu versagen. Das Ruhrprovisorium wird am Freitag zwischen den Bertretern der alliierten Regierungen erörtert werden. Der französische Plan, vom gewerkschaftlichen Standpunkt aus die Rohlensteuer einem gemeinsamen Fonds zuzuführen, aus dem zuerst die Besatzungstoften bestritten werden sollen, mider behandeln Unsere Erfolge bei der Befämpfung des Entwurfes mer. den von der Gesamteinstellung unserer Gewerkschaftsmitglieder ab. spricht nach englischer Auffaffung einem Abkommen vom März hängen. Leider muß feftgestellt werden, daß die 2 r beiterschaft 1922, nach dem die jährlichen Besagungstoften 240 Goldmillionen in lehter Beit in die Defensive gedrängt wurde. Durch die Aufnicht überschreiten dürfen. Weiter befürchtet England durch bebung der Demebi'machungsverordnungen ist ein gefeßloser am 11. Dezember stattfindente Versammlung unserer arbeitslosen die Ausführung des Micumvertrags eine Schmälerung seiner Quote 3 u stand in der Arbeitszeitfrage entstanden. Die Unternehmer Parteigenossen und deren Frauen aufmerksam. Der Versamm an den deutschen Reparationen, die im Abkommen von Spa auf tönnen jederzeit eine Verlängerung der Arbeitszeit fordern und, find lungsort wird noch bekanntgegeben. 22 Broz. festgefeht ist. Die Engländer werden in dieser Auffassung von den Italienern unterstüßt, die ähnliche Befürchtungen träge nochmals. Sie fielen aber auch diesmal gegen die Bürger hegen und sie durch Mussolini bereits vor dem Abschluß des Ruhrlichen durch, darunter auch ein von der Sozialdemokratie unterstüßter provisoriums offen geäußert haben. d Antrag auf eine politische Aussprache mit einer Besprechung der Ruhrjrage. Wird der militärische Druck gemildert? Beschluß des belgischen Ministerrats. Hitler- Ludendorff. Aus dem völkischen Heldenalmanach. Brüffel, 27. November.( WEB.) Meldung der Agence belge. Wie die Blätter miffeilen, gab der geffern zusammengefretene 21iniffertat feiner Genugtuung über die in der Ruhrfrage München, 27. November.( Eigener Drahtbericht.) Die Nachricht, erziellen Ergebnisse Ausdruck. Daher sei die belgische Regierung daß Hitler zur Beobachtung feines Geifteszustandes in eine Irrender Ansicht, daß es an der Zeit fei, eine Politit der mäßi- anstalt gebracht worden ist, entspricht nicht den Tatsachen. Dagegen gung mit Be.ug auf die militärische Befehung Plah greifen zu laffen. General Degoutte werde in Uebereinstimmung mit den belgischen Militärbehörden die nötigen Maßnahmen ergreifen, um das Besagungsregime in der Masse weniger hart zu gestalten, wie durch die Fabrit- und Bergwettbelegschaften Arbeitsgarantien geboten würden. England und die Reparationen. Condon, 27. November.( WIB.) Blättermeldungen zufolge fand heute die bereits angekündigte Sachverständigenkonferenz des Foreign Office und des Schahzamts in Downing Street Daran nahmen teil: Sir Core Crowe, Sir William Tyrrell, Sir Warren Fisher und Sir John Bradbury, der eigens zu dieser Zusammenkunft von Paris nach London gekommen tpat. Zusammentritt des Landtags. inszenierte er einen ungerstreit, den er aber bald wieder aufgegeben hat. Der Held vom Bürgerbräu ist ganz gewiß nicht geiftesgestört; aber genaue Renner feiner Psyche haben ihn immer schon rein pathologisch genommen, und zwar nicht erst seit der Zeit nach dem Kriege, in dem er eine gefährliche Kopfverlegung erhalten hat. Seine Jugendstreiche hatten schon immer. für jeden fühlenden Menschen etwas dirett Abstoßendes, denn er liebte schon als Junge prattische Demonstrationsmittel. Seine Anhänglichkeit an die Los von Rom Bewegung, die von dem Bater, einem Deutschböhmen im österreichischen Staatsdienst, auf den Sohn übergegangen war, glaubte er am wirkungsvollsten als Hosticsschänder demonstrieren zu sollen. So wurde er im Jahre 1904 pon der Realschule in Gmünd( Niederösterreich) ausgeschlossen, weil er bei der Kommunion die Hostie aus puckte und in die Tasche steďte. Das ist allerdings ein Bubenstreich, der aber doch für seine Einstellung charakteristisch ist: tiefste Berachtung und Schändung dessen, was anderen hochheilig ist. # Bald nach der Flucht Hitlers wurde bekannt, daß am Nach längerer Pause trat der Landtag am Dienstagnach Morgen des 9. November auf seinen Befehl in zwei Münchener mittag um 3 Uhr wieder zusammen. Auf der Tagesordnung standen Druckerei- Großbetrieben, die im Auftrage des Reiches Papiergeld fleinere Borlagen. Gegen die Tagesordnung protestierte der Rom munist Kah und forderte, daß sofort die große Anfrage der Kom. herstellten, sämtliche vorhandenen Gelb bestände requiriert munisten über die politischen Berhältnisse in Preußen und die Ber- wurden. Von einer der Firmen wurde das vorgefundene Geld, ver haftungen fommunistischer Funktionäre und Betriebsräte beraten padt in zehn Raften, mittels Laftautos weggefahren. Die Höhe des werde. Als sich Ratz durch feine Erklärung, daß das Proletariat für in beiben Druckereien geraubten Geldbetrages steht noch nicht ein die Verfolgung der Kommunisten Bergeltung üben werde, eine wandfrei fest, überschreitet aber jedenfalls den Betrag von 50 000 Rüge des Präsidenten zuzog, erhoben die Kommunisten star. Billionen, von denen bisher nur ein ganz fleiner Teil wieder ten Lärm, so daß der Präsident mit den schärfsten gefchäfts- beigebracht werden konnte. Mit dem Geld ging Hitler ziem ordnungsmäßigen Mitteln drohen mußte. Nach einem Protest des ich freigebig um, indem er dem Personal der zwei Druckereien Wirtschaftsparteilers Dr. Bredbi, den Hausbesizerschmerzen brüdten, stellte der Kommunist Dr. Meyer den Antrag, die Aufhebung der jeweils Trinkgelder in der Höhe von ½ bis 1 Billion gab und den Parteinerbote des Generals v. Seedt zu beraten und Kommunist kas aus den Reihen der Erwerbslofen am Vormittag des 9. November wünschte eine Aussprache über die Absicht der Regierung, die ver- angeworbenen„ revolutionären Truppen" fofort Beträge von 2 bis hafteten Kommunisten in Ronzentrationslager zu fchaffen. Der 5 Billionen auszahlen ließ. Bündel von Bantnoten wurden übrigens fommunistische Wbg. Sobotifa forderte eine Besprechung der Not- auch in dem Auto zurückgelassen, in dem die festgenommenen Minister lage im Ruhrgebiet. Die Beratung all dieser Anträge fcheiterte an befördert wurden. dem Widerspruch bürgerlicher Abgeordneter. Ein Antrag auf Be- In der Münchener Post" bestätigt ein Augenzeuge, der sich ratung von Maßnahmen zur Linderung der Not des Volfes gab während der Borgänge in unmittelbarer Nähe Ludendorffs befand, dem Kommunisten Schul- Neufölin nochmals Gelegenheit zu einem Protest gegen das Barteiperbet und zu einem Hoch auf die Kom. die Angaben des„ Borwärts", nach denen Ludendorff sich bei ordneten unterging. An pofitiver Arbeit wurde in der ganzen Landespolizei platt auf die Erde warf, folange in der Stellung Sigung wenig geleistet. Bei der Festsetzung der Tagesordnung für zwischen Toten und Verwundeten liegen blieb, bis er von einem die Mittwochfizung erneuerien die Kommunisten ihre sämtlichen An. Offizier verhaftet wurde. In seinem Schlußwort macht Genosse Künstler auf eine Frankreichs Hochverräterschutz. Der deutsche Geschäftsträger in Paris hatte vor längerer Zeit bei der franzöfifchen Regierung zur Sprache gebracht, daß die Stadtverwaltungen im besezten Gebiet von den französischen Befagungsbehörden auf dem Wege der Requisition gezwungen werden, städtische Räumlichkeiten den separatistisch en Bereinigungen für Versammlungszwecke zur Verfügung zu stellen. Die französische Regierung hat die Borstellungen u. a. wie folgt beantwortet: " Nach dem Ergebnis der Untersuchung hatten die Oberbürger meister von Koblenz und von Düsseldorf gegenüber den Leitern der Rheinischen Bollsvereinigung" und der Rheinischen Republitanischen Bolkspartei" es schriftlich abgelehnt, die für den 29. Juli und 5. August erbe.enen Bersammlungsräume zur Berfügung zu stellen, während sie früher ähnlichen Anträgen, die von dem Zentrum, von der Demokratischen Partei und von der Bolks. partei ausgegangen waren, statigegeben hatten. Nachdem sie auf diese Weise von den deutschen Behörden des Versammlungsrechts beraubt worden waren, das zu den wesentlichen in der Berfassung festgelegten Frei. heiten gehört, mar zu befürchten, daß die beiden separatistischen Barteien fich zu Gewaltatien hinreißen lassen oder daß sie ihre Bersammlung unter freiem Himmel abholten würden. In beiden Fällen würde die öffentliche Ordnung gefährdet und die Sicher heit der Truppen in Frage gestellt worden sein. Unter diesen Umständen sind der Delegierte der Rheinlandfommission im Kreise Roblenz und der Delegierte des Obertom. mandos in Düsseldorf, wie dies auch in anderen Fällen und unter ähnlichen Verhältnissen zugunsten einer anderen Partei ge. schelyen fein würde, zu der Entscheidung gelangt, daß die von ihnen ordnungsgemäß genehmigten separatistischen Versammlun gen in der Festhalle in Koblenz und in der Tonhalle in Düssel. dorf statt zufinden hätten. Die französische Regierung fonstruiert also einen Borwurf gegen die deutschen Behörden daraus, daß diese es ablehnen, durch Hergabe städtischer Räume die auf den Um sturz der bestehenden Staatsgewalt gerichteten landesverräterischen Bestrebun gen der Separatisten aftiv zu unterstüßen, und entnimmt daraus einen Berwand, unter Mißbrauch der Okkupationsgewalt diese Be ftrebungen zu fördern. Zwei Haftenflaffungen in der Parchimer Mordjadhe. Die BS.. Korrespondenz meldet aus Leipzig, daß in der Mordsache Parchim wieder zwei Haftentlaffungen erfolgt find, und zwar handelt es sich um den seinerzeit in der Roßbachschen Deutsche Auskunft" in Wannsee verhafteten Bernhard und um den unter dem Berdacht der Beteiligung bisher in haft befindlichen Bermann, der gegen Stellung einer hohen Kaution wieder auf freien Fuß gefeht worden ist. Das Verfahren selbst steht unmittelbar vor seinem Abschluß, so daß bereits für die nächste 3eit mit der Erhebung der Anklage zu rechnen ist. munistische Bartei, das in dem Gelächter der bürgerlichen Abge dem Zusammenstoß zwischen Deutschvölkischen und bayerischer Wiederwahl der Hamburger Bürgermeister. Der Hamburger Senat hat für das Jahr 1924 Bürgermeister Dr. Arnold Diester zum ersten Bürgermeister und den. Genossen Otto Stolten aum aweiten Bürgermeister wiedergewählt. Gewerkschaftsbewegung „ Goldlöhne." Attehr von der Weltrevolutionsromantit. Der von„ raditaler" Seite als bedeutungslos hingestellte reformistische Gewerkschaftsfampf um günftigere Lohn- und Arbeitsbedingungen zeigt sich wie. der in seiner vollen Bedeutung. Der Zwang der Dinge verpflichtet die gesamte Arbeiter, und Angestelltenschaft zur Die Unternehmer lehnen es ab, bei der Umstellung auf Gold. Festigung ihrer gewerkschaftlichen Organisationen, nach innen wie Die Rettung" löhne das wirkliche Sinten des Goldpreises im Berhältnis nach außen. fann nicht von der auf ein zu den Warenpreisen, wie es in der Indexziffer der Lebenshaltungs. Va- banque- Spiel eingestellten Bartei der KPD. kommen; die Ar fosten zum Ausdrud fommt, zu berücksichtigen, weil man sich zu beitnehmerschaft muß fich wieder vollzählig auf dem Boden der nächst nach der Wirtschaftslage" der einzelnen Industrien richten gewerkschaftlichen Rämpfe zusammenfinden. müffe. Unternehmer. S Darüber ließe sich reden, wenn die Unternehmer der Arbeiter. schaft auch das Recht zugestehen würden, die Wirtschaftsführung mitzu bestimmen. Aber gerade dagegen wehren sich die Im allgemeinen hängt die Wirtschaftslage ab von der Absa z möglichkeit und von der Produktivität der Betriebe. Beide sind wieder abhängig von der Rauftraft der Löhne. Wenn die Arbeiterschaft in ihrer Gesamtheit nicht in der Lage ist, die von ihr erzeugten Produkte zu kaufen, tritt eine wirtschafts. trise ein. Wenn die Wirtschaftskrise dazu benutzt wird, um die unzureichenden Löhne noch weiter zu drücken, so daß der Arbeiter mit seinem Lohn nicht nur die von ihm erzeugten Produkte, sondern auch seine verbrauchte Arbeitstraft nicht zurücklaufen tann, dann sinkt die Produktivität der Industrie, ihre Konfurrenzfähigkeit geht immer mehr zurück. Das ist gegenwärtig die Situation der deutschen Industrie. Entweder wird die deutsche Industrie immer mehr verfallen, oder man sucht einen Ausweg zum Aufstieg. Die Unter. nehmer, unter Führung der Vereinigung deutscher Arbeitgeberver. bände und der beiden letzten Regierungen, arbeiten an dem Ber fall der Industrie. Bekannt ist der Bersuch des Rabinetts Cuno, die Löhne zu stabilisieren". Bekannt ist auch die Behauptung des damaligen Reichstanzlers Stresemann, die Löhne der deut schen Arbeiter gingen über die Friedenslöhne hinaus. Nun schreibt Dr. Röttgen, Leiter der Siemens- Schuckert- Werte, in der von uns bereits zitierten Nummer des offiziellen Organs der Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbände: Einzelne Industrien haben sich schon ein Bild über die rich tigen Löhne dadurch verschafft, daß fie rückwärts rechnend bis zum Jahre 1921 feftgestellt haben, wie die Bezüge in Gold, nach dem Dollarkurs berechnet, jeweilig gelegen haben. Es hat sich dabei ergeben, daß für die Facharbeiter für das Jahr 1922 und 1923. bis Ende Juli eine Lohnhöhe von etwas unter 25 Pf. zutraf. Bis Mitte des Jahres 1921 lag allerdings die Lohnhöhe, in Gold be. rechnet, höher, etwa bei 35 Pf. Damit ist der Schwindel von den hohen Löhnen der Arbeiter von einem prominenten Unternehmervertreter selbst aufgedect. Wie aber denft man sich bei folchen Hungerlöhnen die Abfagmöglichkeit und die Produktivität zu steigern? Im gleichen Artikel führt Dr. Röttgen den alten Trugschluß ins Feld, daß durch hohe Löhne nichts gebessert werde, weil man eben nicht mehr Waren taufen fönne als erzeugt werden. Unser Elend tommt aber gerade daher, daß die erzeugten Waren nicht getauft werden können. Die Unternehmer haben dadurch wohl einen augenblicklichen Gewinn, aber sie ver Pleinern sich damit auch ständig die Abfagmöglichkeit. Wenn so weiter gewirtschaftet wird, dann werden die Unternehmer bald ihre Industrieanlagen als altes Eisen ins Ausland verschieben müffen. " An die Mitglieder des Buchbinderverbandes! Die beispiellofe Hege einiger Angestellten und Funktionäre der Organisation gegen die Verbandsleitung hat ein Eingreifen des Verbandsvorstandes zur Folge gehabt. Die Tendenz der unbedingten Streiferei, wie fie von den Kommunisten ganz besonders im graphischen Gewerbe in der letzten Zeit geübt und propagiert wurde, zertigte einen Zusammenbruch nach dem letzten Rampf im Buchdrudgewerbe, daß man eine Einkehr auch von dieser Seite hätte erwarten dürfen. Doch weit gefehlt! In Flug blättern und Bersammlungen versucht man eine Bogromstimmung gegen die örtlichen und zentralen Vorstände sowie gegen Gewerf schaftskommission und ADGB. zu erzeugen. Die Quertreiber glauben durch Propagierung und Beschidung der Weimarer Konferenz eine Berreißung und teilweise Eroberung" der Gewerk. schaften zu erreichen. Der Hauptverstand hat nach§ 15b des Ver bandsstatuts den Antragsteller und Verfechter der Delegation zur Weimarer Konferenz und die Propagandisten der wilden Verfammlung des graphischen Gewerbes vom Sonnabend, den 24. November, Mar Frenzel, Otto Gaebe, Jofeph Czerny, Paul Lüdice, Adolf Schuhknecht, Otto Röll, Emilie Wöllner, Luise Schallert und Hugo Bröder aus der Organisation ausgeschlossen. Die Durchführung der Maßnahmen des Verbandsvorstandes, die eine Gesundung der Zahlstelle und damit eine ernste und zweckmäßige Interessenvertretung der Mitglieder herbeiführen soll, legt uns die Berpflichtung auf, die für heute, Mittwoch, Dor gesehene Generalversammlung zu vertagen. Allen Mitgliedern wird nähere Aufklärung durch besondere Publitation gegeben und den Delegierten zur Generalversammlung befondere Einladung zu einer späteren Bersammlung zugestellt Aufbau in der Organisation und die Hingabe für die Arbeiten des Verbandes im Interesse jedes einzelnen Mitgliedes selber fei die Parole! merden. Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter, 3ahlstelle Berlin. Peter Kaspar. ,, unhaltbare Zustände". Die Stiftungsanstalten sind bekanntlich durch die Geldentwertung völlig zufammengebrochen. Nur mit Zuschüssen des Magiftrats aus dem städtischen Haushalt ist es überhaupt möglich, die Stiftshäuser weiter offenzuhalten, um die alten Beute nicht zu schädigen. Die Zuschüsse tönnen leider eine bestimmte Höhe nicht überschreiten, weil die Mittel dazu fehlen." Wirtschaft Der Geschäftsbericht des Verbandes sozialer Baubetriebe. In seinem Bericht über das legte Geschäftsjahr betont der ge meinwirtschaftliche Verband sozialer Baubetriebe, daß die Zeit wirtschafts- und währungspolitischer Zerrüttung zur Gründung neuer Betriebe wenig geeignet war, daß man diese infolgedessen gehemmt und vielmehr auf den Ausbau des Borhandenen und auf die allgemeine Förderung der Gemeinwirt. haft hinarbeitete. Eine gesunde Grundlage für die Bauhüttenbewegung schien wichtiger und wertvoller als ein mit unzulänglichen Mitteln schnell hoch betriebener und ein in seinen Fundamenten gefährdeter gemeinwirtschaftlicher Riefenbau. In organisatorischer Hinsicht wurde das Netz der Bezirksverbände, die sich jetzt über ganz Deutschland ausbreiten, vollendet. Die letzten Gründungen waren der Bauhüttenbetriebs. verband Berlin- Brandenburg und der für Bommern gegründete. Es bestehen jetzt 19 derartige Bauhüttenbetriebsverbände, die am 1. Juli 1923 über ein Stammtapital im Nennwert von 175,62 Millionen Mark verfügten. Der tatsächliche Wert war selbstverständlich viel höher, der größte Teil davon war in Sachwerten angelegt. Die Organisation ist so ausgestaltet, daß das Hauptunternehmen, der Verband sozialer Baubetriebe und die Tochtergesellschaften, die die einzelnen Bauhüttenbetriebsverbände vorstellen, sich gegenseitig start beeinflussen tönnen. Auf diese Weise ist dafür gesorgt, daß jede Erfahrung, jeder wirtschaftliche und technische Fortschritt der Gesamtbewegung zu. gute tommt. Ueber dem Ganzen stehen die Gewerkschaften als Träger der Bewegung. Innerhalb der sozialen Baubetriebe hat die Zahl der Gesellschaften mit beschränkter Haftung auf Kosten der Genossenschaften zugenommen. Die Umwandlung von Genossenschaften in Baue hütten hat sich unter der ständigen Einwirtung des Berbandes fozialer Baubetriebe vollzogen, der in der Gesellschaft mit befchränkter Haftung eine festere, beweglichere und den Zwecken eines Produttivbetriebes besser angepaßte Betriebsform ficht als in der Genossenschaft, und dem es insbesondere auch darum zu tun ist, den Einfluß der Gewertschaften und der Allgemeinheit auf die Betriebe größer zu machen, als er in den Genoffen fchaften fein tann. Solange eine mehr oder weniger große Zahl von Genossenschaftsmitgliedern über das Wohl und Wehe eines Betriebes verfügen fann, wird die Gefahr niemals, ganz beseitigt sein, daß sich die Privatintereffen der Genossenschaftsmitglieder in dem Betrieb durchsetzen und seine gemeinwirtschaftlichen 3wede und Ziele gefährden. Erwähnt sei Die am Schluß des Jahres 1922 bestehenden 207 fozialen Zu der unter diefer Ueberschrift in Nr. 552 des Vorwärts" am Montag abend veröffentlichten Beschwerde erhielten wir von Herrn Baubetriebe beschäftigten in der besten Zeit des Jahres 21 300 Arbeiter und Angestellte. Das waren etwa 1300 mehr als im Stadtrat Benede folgende Darlegung: " Die Anwendung der städtischen Tarife auf die Angestellten 100 Arbeiter und Angestellte, eine Biffer, die das private Bauge. Jahre zuvor. Auf einen Betrieb fonmmen im Durchschnitt rund der Stiftshäuser ist vom Magistrat mehrfach ausdrücklich abgewerbe nicht im entfernteften aufweisen kann, und die neben der lehnt worden. Die Besoldung erfolgt vielmehr nach Grundzahlen, zu denen die Zuschläge treten, welche jeweilig den Beamten Arbeitsfreude der Bauhüttenarbeiter und angestellten einer und Angestellten gezahlt werden. Der Magistrat hat jedoch be- der Hauptgründe für das wirtschaftliche Arbeiten unserer Betriebe ist. Die im Jahre 1922 von unseren Betrieben gezahlte Lohn- und schlossen, die Bezüge rüdwirtend vom 1. Oktober ab zu Gehaltssumme in Höhe von 2,2 Milliarden Mart gibt heute infolge verdoppeln. der eingetretenen Geldentwertung vrn der Leiftungsfähigkeit unserer Betriebe teine Vorstellung mehr. Auch in dem erzielten Jahresumsat in Höhe von rund 4,6 Milliarden Mart tommt die tatsächliche Leistungsfähigkeit nicht zum Ausdruck. aber, dak von dem Gesamtumfag von 4,6 milliarden Mark 1,77 mil. liarben Mark oder rund 38,5 Proz. auf Bouten öffentlich. rechtlicher Rörperschaften und 1,8 Milliarden Mart oder rund 40 Broz. auf Bauten gemeinnügiger Giedlungs. gesellschaften und Genossenschaften, 0,75 Milliarden Mark ober rund 16 Broz. auf Bauten Brivater einschließlich Gewerk schaften und Genoffenfchaften und 0,27 Milliarden Mart oder rund 5,5 Broz. auf sonstigen Umfah entfielen. Rund vier Fünftel des gesamten Umfages unferer Betriebe entfielen somit auf Bauten öffentlicher, öffentlich- rechtlicher oder gemeinnüßiger Körperschaften. Daß unsere Betriebe vorwiegend den Zwecken der Kleinwoh nungsfürsorge für die minderbemittelten Boltskreise dienten, ergibt sich daraus, daß sie schon Ende 1922 mehr als 14000 Kleinwohnungen gebaut hatten, eine Zahl, die sich bis zum Die meisten Abschluß dieses Berichts noch bedeutend erhöhte. unserer Betriebe haben ihre Aufträge ausschließlich im freien Wettbewerb mit den Privatunternehmern hereingeholt und damit in stärkstem Maße preissenfend gewirkt. Bei aller Würdigung der herrschenden Schwierigkeiten muß doch tarauf geachtet werden, daß die auf solchen Bosten gestellten Personen nicht total zugrunde gehen. Uns scheint, daß mit dem Beschlusse der muß dafür gesorgt werben, daß die Ausführung derartiger Beschlüsse nicht erft lange auf fich warten läßt. Es läßt sich manches rechtzeitig beffer nestalten, wenn die mit der Verwaltung und Aufsicht betrauten Stellen sich auch die persönlichen Verhältnisse der ihnen unterstellten Angestellten mehr angelegen fein laffen. Dr. Röttgen, der Ingenieur ist, sollte auch wissen, daß die in einem Lande erzeugte Gütermenge teine tonstante Größe ift. Sie fann faft ins Unbegrenzte gesteigert werden. Borausfegung Berdoppelung der Bezüge noch wenig getan ist. Mindestens aber ist allerdings einerseits die Absatzmöglichkeit, die auf die guftraft der Arbeiterschaft beruht, andererseits die Produktivität der Betriebe, die ihrerseits zum wesentlichen Teil von einer Steigerung der Arbeitsleistung ab. hängt. Wie aber fann man diese steigern, wenn man Löhne zahlt, die nicht ausreichen, um des Lebens Notdurft zu decken! Berschärfung im Wiener Metallstreik. Wir sind jetzt in einer fritischen und entscheidenden Periode der deutschen Wirtschaft eingetreten. Wenn bei dem Uebergang zu Gold- Wie die Blätter melden, haben die Delegierten des Industriellen löhnen das Aushungerungssystem der Martentwerperbandes neuerlich die Forderungn ber Angestellten der Metalltung fortgesetzt und sozusagen sta bilisiert werden sollte, dann industrie fowie der Metallarbeiter betreffend eine allgemeine Er wird die deutsche Industrie auf ihren Stand der siebziger Jahre des höhung der Bezüge und Löhne abgelehnt. Die dadurch her, Dorgerufene weitere Berschärfung der Lage tommt in einer spät 19. Jahrhunderts zurückgeworfen. Denn der Stand einer Industrie nachts von den Industrieangestellten herausgegebenen Rundgebung beruht auf dem Lebensstandard ihrer Arbeiterschaft. Da aber die zum Ausdrud. die besagt, Desterreich stehe vor einer der schwersten Weltwirtschaft inzwischen um fünfzig Jahre meiter ist, wird sie über fozialen Erschütterungen. die deutsche Industrie zur Tagesordnung übergehen. Wie steht's mit der Arbeitszeit? Das Reichsarbeitsministerium gibt folgende Auskunft: Nachdem die Gültigkeit der Demobilmachungsver ordnungen über die Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter und über die Arbeitszeit der Angestellten mit dem 17. November 1923 ab gelaufen ist, gelten zurzeit wieder die Beschäftigungsbeschrän fungen der Gewerbeordnung. Die Beschränkungen der Ber ordnung über die Arbeitszeit in den Bäckereien und Konditoreien vom 23. November 1918 und die des Gesezes über die Arbeitszeit im Bergbau unter Tage vom 17. Juli 1922 find unberührt geblieben. Selbstverständlich bestehen auch die durch Tarif, und Arbeits verträge geschaffenen Bindungen tros des Fortfalls der gefeßlichen Bestimmungen weiter." Nach einer Meldung des Linzer Tageblatt" hat eine Ronferenz der sozialdemokratischen Betriebsräe und der Vertrauensmänner des Kreises Oberösterreich- Salzburg beschlossen, für den Fall einer neuerlichen Ablehnung der Forderungen des Bundes der Industrieange stellten mit den Biener Kollegen solidarisch vorzugehen. Der Bericht geht dann weiter auf die Maßnahmen ein, die zur Berbilligung des Bauens getroffen worden find. Der.. Berband hat sich um die Schaffung von Grundlagen für die Wirt fchaftlichkeit bemüht und wirtt fortgefeßt auf die angeschlossenen Betriebe ein, daß diese sich allgemein durchsehen. Zur Berbilligung der Baustoffe hat man in eigenen Werken Baustoffe erzeugt und durch Abschluß günstiger Lieferungsverträge solche Baustoffe zu verbilligen gesucht, die in eigenen Werten hergestellt werden fonnten. Ueber das Gedeihen der einzelnen Werte wird Bericht erstattet. Auf die Ziffern des Abschluffes einzugehen, erübrigt sich, Ein eigener Drahtbericht aus Wien, der uns gestern da fie infolge der Geldentwertung tein flares Bild von den tatabend zuging, schildert furz den augenblicklichen Stand der Be- fächlichen Verhältnissen geben. Der Bericht schließt mit folgendem Ausblick: wegung: Die Organisationen der Metallarbeiter und der Industrieange- Bei Abschluß dieses Geschäftsberichtes find die Verhältnisse stellten haben heute den Unternehmern ein bis Freitag mittag auf dem deutschen Baumarkt wie überhaupt in der deutschen Wirt befristetes Ultimatum gestellt. Wenn bis dahin eine schaft so traurig wie möglich. Zahlreiche BetriebsstillegunEinigung nicht erzielt ist, treten Sonnabend früh die gen haben zu einer gewaltigen Arbeitslosigkeit und zu einer unge. 100000 Metallarbeiter und die 20000 Industrie. heuren Not breiter Boltsmassen geführt. Das Baugewerbe liegt angestellten in den Streit. schon seit Wochen zum guten Teil still. Insbesondere ist der Wohnungsbau infolge Mangels an Mitteln von der Reichsregierung so gut wie stillgelegt worden. Die zurzeit im Gang befindliche Sta. bilisierung der Währung verbunden mit anderen Maßnahmen wird aber hoffentlich auch die Grundlage für eine Beffe. rung der Bautätigkeit im nächsten Jahre bilden. Zunächst drängt sich hier die Frage auf, wieso man dazu lam, Die Löhne in den Metallgießereien betraaen für die Zeit bom die Demobilmachungsverordnungen über die Arbeitszeit einfach ab. laufen zu laffen, bevor andere gefeßliche Bestimmungen in ihrem 19. bis 25. November in Klasse I 648, Klaffe II 632 und in klasse III Sinne an ihre Stelle traten. Die ursprüngliche Absicht ging boch 500 milliarden pro Stunde. Die Alfordpreise erhöhen sich um dahin, die Arbeitszeitverordnungen durch das Arbeitszeit. 94 Prozent. und Sonstiges: Frig Rarftabt; Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerel Sierzu 1 Beilage. gesez zu ersehen. Instelondere das Reichsarbeitsministerium Die Angestellten erhalten laut Anweisung des Arbeitgeber Berantwortlich für Bolitit: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; mußte für eine rechtzeitige weitere Berlängerung der Demobil- verbandes in der Briefumschlagbrance das 25fache Dftober. Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Chitowski: Lokales machungsverordnungen, über den 17. November hinaus, Sorge gehalt unverzüglich ausgezahlt. Im Papier und Pappen, tragen. Wie aus dem falschen Ablaufsdatum in der großbanbel ist bis zum 27. November ein weiterer Borschuß und Berlagsanftalt Baul Ginger u. Co. Berlin GB. 68. Lindenstraße 3. Reichstagsdrucksache hervorgeht, sollten die Verordnungen bis in Höhe des 15fachen Ottobergebaltes au zahlen gewefen. Die mit Ende November verlängert werden. Es müssen sich also dem Arbeitgeberverband des Buchdruckereigewerbes geKräfte geregt und verständnisinniges Entgegenkommen gefunden führten Berhandlungen betreffs eftfeßung der Gehälter für den haben, die besondere Eile für den Ablauf der Ar Monat November auf Basis Goldmart find gescheitert. Es ist sofort beitszeitbestimmungen geboten erachteten, weil sie ein der Schlichtungsausiu z angerufen worden. Vom Arbeit. Interesse daran haben, zunächst den früheren vorkriegszeitlichen geberberband wurde Anweifung gegeben, daß bis einschließlich Zustand wiederherzustellen. 27. November insgesamt 68 Oftobergehälter ausgezahlt sein müffen. Das Unternehmertum hat einstweilen vollständig freie Hand und seine Interessenver reter haben es mit der Schaffung eines Arbeitszeitgesetzes nicht mehr besonders eilig. Die Arbeitnehmervertreter aber stehen bei den Beratungen eines Arbeitszeitgefeges von vornherein unter dem Drud des gegenwärtigen Zustandes, der der Willkür der Unternehmer vollen Spielraum läßt. Das Zu den Kämpfen um ten Arbeitslohn werden der Arbeitnehmerschaft Kämpfe um die Arbeitszeit aufgezwungen in einer Zeit der schwersten wirtschaftlichen Krise. Die durch den Bapierlohnbetrug auf Hungerration gesetzte Arbeitnehmerschaft soll die Erhaltung oder winzige Berbesserungen ihres elenden Lohnniveaus mit der Berlängerung ihrer Arbeitszeit erkaufen. tapitalistisch- ökonomische Geseß: je fürzer der Lohn, um so länger die Arbeitszeit, soll wieder zur Geltung fommen. Im Bergbau und in der Raliindustrie wird damit der Anfang gemacht, um die Fortsetzung und volle Durchführung um so leichter zu geftalten. Doch wohl oder übel werden die Arbeitnehmer in diesen Dingen auch noch ein Wort mitreden. Je stärker unsere Organi sationen, mit um jo größerem Nachdruck wird es geschehen tönnen. Die Krise mahnt daher zur Selbstbesinnung, zur Buchdruder- Bezirksversammlungen am Sonntag, den 2. Dezember, vormittags 9% Uhr. 1. n. 2. Bezirk: Babenhofer Bierausschant, großer Gaal, ChauffeeDie beste Sparsamkeit bleibt verständige Körperpflege, denn Gesundheit ist Reichtum, ihre Vernachlässigung zeitigt kostspielige Folgen. Deshalb macht sich zum Beispiel eine hygienisch vollkommene Zahnpflege vielfältig bezahlt, wird auch jedermann ermöglicht durch die maßvolle Preisgestaltung der verblüffend wirkenden ſtraße 64-65; 3.. 4. Besirt: Brauerei Friedrichshain, Heiner Gai, ZAHNPASTA NIVODONT Am Friebrichshain 16-23; 5. n. 10. Bezirk: Gewerkschaftshaus, Gaal 4, Engelufer 24-25; 6., 7. n. 9. Bezirk: Bockbrauerei, großer Saal, Fidicinftraße 2-3; 8. Bezirk( Menfin): Aula des Raiser- Friedrich- Realgymna fiums, Raiser- Friedrich- Str. 208-210. Tagesordnung: Die Situation im Buchdruckgewerbe und die fünftigen Organisationsaufgaben. Achtung, ED.- Muffinstrumentenarbeiter! Die heute nach. mittag 5 Uhr bei Riiem, Safenheide, ftattfindende Branchenver fammlung muß von allen Parteigenoffen befucht werden. Reiner darf fehlen. Der Fraktionsvorstand. Deutscher Holzarbeiterverband. Mufitinftrumentenbranche: Branchenver. fammlung heute 5 Uhr bei Kliem, sasenheide. Tagesordnung: Organtfations- und Brandenangelegenheiten. Butritt nur für branchenangehörige Mitglieder des Berbanbes. Mitgliedsbud legitimiert. Die Ortsverwaltung. Ebenso tragen Aufwendungen für vorbeugenden Schutz gegen die Ansteckungskrankheiten der rauhen Jahreszeit: Grippe, Diphtherie usw. hohen Nutzen. Solchen Schutz gewähren zu verlässig die auch gegen üblen Mundgeruch sicher wirkenden CALCIFORM TABLETTEN Man bestehe in allen einschlägigen Geschäften auf NIVODONT und CALCIFORM! Und man achte überall auf den Raben! QUALITATEMARK RASE Kr. 555•» 40. Jahrgang Beilage ües Vorwärts Mittwoch, 28. November 1023 Ist Rettung in öer$erne? Ueberficht über die Einwanderungsmöglichkeiten. Der Weltkrieg ist cm keinem Volke spurlos vorübergegangen, darum herrschen nicht nur bei den Besiegten, sondern auch bei den Siegern, ja selbst m den neutralen Staaten heute gegen früher von Grund aus veränderte Verhältnisse. Der Deutsche muß, wenn er vor Schaden bewahrt bleiben will, den ihm angeborenen Wandertrieb gewaltsam zurückdrängen. Dabei richten sich gerade heut« die Blicke vieler sehnsüchtig in die Ferne. Die wirtschaftliche Lag« ist bei uns so niederdrückend, die Arbeitslosigkeit ist so erschreckend groß, daß heute unsere besten Elemente ans Auswandern denken. Doch muß man immer und immer wieder betonen, daß die Arbeiterklasse als solche nicht auswandern kann, ebensowenig der zusammengebrochene Mittelstand. Durch besondere Glücksumständc mag der einzelne im Ausland womöglich sein gute- Fortkommen finden, doch wäre es sträflich, aus einem einzelnen Fall Schlußfolgerungen für die Allge. meinheit zu ziehen. Wie es mit den Einwanderungsmöglichkeiten in den einzelnen Ländern bestellt ist, wird in den nachfolgenden Zeilen unparteiisch geschildert. Frankreich und England sind für die Deutschen sogutwiegesperrt. Es liegt auch klar auf der Hand, daß sich kein Deutscher einbilden darf, gerade dort jetzt einen günstigen Boden für eine gesicherte Existenz zu finden. Oesterreich und Ungarn machen kein« Schwierigkeiten bei der Einreise. In beiden Ländern ist aber die Arbeitsmarktloge sehr ungünstig. Sie können eben auch nicht leben und nicht sterben, doch ist dem einzelnen, der unter günstigen Bedingungen dort eine Stellung findet, von der Ein- Wanderung nicht abzuraten� Die Tschechoflowakei erteilt nur ein« Einreiseerlaubnis, wenn man den Beweis erbringen kann, daß man im Lande Arbeit gefunden hat. Doch muß die in Frage kommende Gemeinde auch noch die Ausenchaltsgenehmi- gung erteilen, weil die Wohnungsnot ein« sehr große ist. Jugoslawien hat seit Anfang des Sommers eine zunehmend« Arbeitslosigkeit, so daß an Zuzug noch dort Im allgemeinen nicht zu denken ist. Dänemark. Schweden, Norwegen. Finnland, Holland, die Schweiz und die baltischen Länder erteilen nur Einreiseerlaubnis, wenn Bedarf anAr- beitskräften vorliegt. Da jedoch m all diesen Ländern Arbeits- losigkeit herrscht, wird die Einwanderungsmöglichkeit einfach illusorisch. Rußland scheidet praktisch gönzlich aus. WM man In das große Ostland wandern, dann muß man schon irgendwie verwandtschaftliche Beziehungen nachweisen können oder die Sowjetregierung muß an dem Einwanderer ein persönliches Interesse haben. Auch sür Sied- lungen kommt Rußland, das muß besonders hervorgehoben werden, für» erst« nicht in Frage. Nach Spanien ist die E i n r e i s« f r« i. Di« Erwerbsmöglichkeiten sind dort äußerst gering, denn das Land leidet, wie hinlänglich bekannt ist, unter inner. politischen Unruhen. Drch wenn jemand durch Zufall dort Arbeits. Gelegenheit findet, so ist ihm nicht abzuraten, denn das spanische Volk ist dem deutschen freundlich gesonnen. In Jlalieu ist die E i n r e i s« f r e i. Es ist dort aber schwer,«inen ausreichen- den Erwerb zu finden und man darf eigentlich nur die Reife antreten, wenn man schon hier einen festen Arbeitsvertrag in der Hand hat und zudem auch noch über Barmittel oerfügt. Griechenland erteilt bei Vorliegen eines Arbeitsvertrages ein Visum. Er herrscht dort Arbeitslosigkeit und die politischen Verhältnisse des Landes find an und für sich noch sehr ungeklärt. �t j Rumänien bietet in vereinzelten Fällen Deschäftigungsmöglichkeiten für gelernte Arbeiter, ertellt aber immer nur ein Visum sür ZVTage. Der Eingewanderte muß also stets mit der Möglichkeit der Ausweisung rechnen. Die Türkei war, als die Entente noch in Konstantinopel herrschte, für Deutsche verboten. Jetzt ist die Einreise frei, aber ein Bedarf an Menschenmaterial ist nicht vorhanden. Afahanistan sucht« Aerzte, Lehrer. Ingenieur« und Handwerker. Es hat seinen Bedarf genügend aufgefüllt. Die Bedingungen waren keine günstigen und die Ausgewanderten haben kontraktlich nicht genügende Sicher- heiten, sobald sie erkranken. Nordamerika gestattet die Einreiseerlaubnis nur gegen Bürgschaft. Kon- troktarbeiter, Künsller ausgenommen, werden nicht gelandet. Man darf also keinen Arbeitsvertrag haben, wenn man nach Nord- amerika auswandern will. Die Anstellungsmöglichkeiten sind im Lande gering. Landarbeiter werden in gewissen Gegenden gesucht. Ungelernte und angelernte Arbeiter finden vielleicht Unter- kommen, die gehobenen Stellungen aber reserviert der Amerikaner schön sür sich. Südamerika estattet die Einwanderung. Es bleibt jedoch ein großes i s i k o, ohne Aussicht auf feste Tätigkeit dorthin zu reisen. Wüh- rend der Ernte gebraucht man Arbeiter, die später wieder entlassen werden. Argentinien gestattet die Einwanderung nur noch Landwirten und solchen Personen, die ein« feste Anstellung oder zwei Bürgen nachweisen. In Britisch-Zndiea ist den Deutschen die Einreise verboten.— In Nieder- l ä n d i s ch- I n d i e n ist die Einreise frei, aber mit Unkosten ver- knüpft. Die Plantagen sind teilweise bis zu SV Proz. geschlossen und i selbst Ingenieur« und Techniker, die die Regierung dorthin holt«, ' sind entlassen worden. Aegypten hat das Einreiseverbot für Deutsche aufgehoben, aber da sich im Pharaonenlande noch kein« deutschen Firmen aufgemacht haben— nicht einmal Stinnes ist vertreten—, kann man praktisch mit der Einreiseerlaubnis nicht viel anfangen. AustraNen, Neuseeland und die Südsee-Inseln sind den Deutschen verboten. Auch sind die ehemaligen deutschen Kolonien m Afrika ! gegenwärtig für die Deutschen ein verbotenes Paradies. Die p o r t u- giesischen afrikanischen Kolonien lassen ein« Anzahl von Deutschen M In Südafrika herrscht groß« Arbeitslosigkeit. Man ist dort dem Deutschen gegen- über nicht abgeneigt und hat volle» Verständnis für den Wert der deutschen Arbeitskraft. Also dürfen wir uns vielleicht mit Zu- kunftshoffnungen tragen. In China und Japan Ist die E i n r« i s e f r e t. Doch haben beide Länder ungemein tüchtige Handwerter, die so anspruchslos sind und so billig arbeiten, wie der Deutsche bei seinen ganz anderen Lebensbedürfnissen es nie und nimmer kann. Zudem haben beide Länder einen Bevölke- rungsüberschuß, so daß selbst Japan bei seinem Wiederaufbau keiner fremden Hände und Köpf« bedarf. » Wir sehen, daß also überall in der Welt die guten FutterplStze besetzt sind. Uns bleibt nur übrig, mit festem Willen in unserem eigenm Lande solche Verhältnisse zu schaffen, die der Allgemeinheit, dem arbeitenden Volke, ein menschenwürdiges Auskommen sichern. Vor jeder Auswanderung auf's Geratewohl, d. h. ohne festen An- stellungsvertrog, kann jedenfalls nicht dringend genug gewarnt werden. Und kein Auswanderungswilliger sollte versäumen, sich v o r der Ausreis« vom Reichswanderungsamt über die Lohn-, Arbeits- und sonstigen Verhältnisse des Ziellandes sowie namentlich auch be- züglich des Arbeitsvertrages beraten zu lassen. Hauswirt unö Mieter. Der Amtsrichter: Nun, Herr Hauswirt, feien Sie friedlich und lassen Sie mit sich reden. Die besagten fünf Mieter haben doch früher jahrelang pünktlich ihre Miete bezahlt und sind jetzt arbeitslos. Der Hauswirt: Mein Geld will ich haben. Wovon soll ich denn leben? D'e fünf Beklagten beziehen sämtlich Erwerbelosen- Unterstützung und leben besser als ich. Der Amtsrichter: Na. hören Sie mal, vom Hause allein kann und soll doch heute keiner leben. Die Beklagten haben doch, wie Sie in der Klage angeben, immer Teilzahlungen geleistet... stimmt'S? So hoch sind ErwerbSloscnunirrslützungen nicht, daß man davon die ganze Miete und die ganze übrige Lebenshaltung bezahlen kann... Der Wortführer der Mieter: Herr AmtSgerichtSrat. unser Hauswirt ist ja als Kaufmann selbst etwerbSloS und erbält auch die gesetzliche Gelduntersiützung. Do müßte er doch wissen, wie weit man mit diesem Geld« kommt. sBewegung im Publilum.) Der Amtsrichter: Das ändert die Sachloge. Sie haben sich also sozusagen gegenseitig nicht« vorzuwerfen. Beide Porieien ziehen om gleichen Strang, find Opfer der gleichen Notloge. Ja, wissen Sie, die heuligen Formen der riesengroßen«ibeitsiefis.keit sind doch auch so«ine Art höherer Gewalt. Tie Betlagtcn sind keine böswilligen Zahlungsverweigerer. Sie haben den guten Willen gezeigt, zu zahlen... Ich werde die Klage abweisen, wenn Sie nicht mit weiteren Teilzahlungen zufrieden find.— Der Worilührer der Beklagten fäll» vom Stuhl. Er war wegen Mangel an Arbeit eingeschlafen und hat nur geträumt von einem RechiSspruch, wie er sein sollte. Morgen wird da« Gericht ihn und die anderen vier Mieter zur Zahlung verknacksen. Do« Gericht tanzt auf dem Kreidestrich des Gesetzes, und im Gesetz siehr kein Wort von sozialer Rvcksicklnabm«. Also zahlen I Sonst pfändet dir der Gerichtsvollzieher dir Möbel weg. Verteuerung ües ftäötifthen Gefrierfleisches. Der Preis de« von der Stadt verkauften Gcfrierflen'cheS ist am Sonnabend von bisher SOO Milliarden Mark plötzlich auf lRX) Milliarden Mark erhöht worden. Infolgedessen Hai die Sozialdemokratische Stadtverordnetenfraltion an den Magistrat folpende dringende Anfrage gerichtet: .Durch einstimmigen Beschluß der Stadtverordnetenversammlung ist der Magistrat ersucht worden, die Einrichtungen sür den Verlauf von Gefrierfleisch zu erweitern. Statt diesem Ersuchen nachzu« kommen, Hot der Magrstrat den Preis für da« Gesrierfleii» sehr erheblich erhöht. Wrr bitten um LuSkunsi über die Gründe, dre dem Magistrat zu seiner Maßnahme veranlaßt haben.' Der Z?ra«e«mord i« der Rominteuer Strohe. Zu dem Frauenmord in der Romintener Straße wird mitge- teilt, daß von dem Täter noch kein« Spur gefunden ist. Frau Dothloff. der mit ihren Angehörigen die Wohnung zu eng geworden war, wollte tauschen und hatte demenispreckend einen Aushang gemacht. ES ist nicht auSgeschlosien, daß der Mörder sich in der Maske eineS TauschliebhaberS bei ihr eingesunden, die Ge- legenheit auSgekundschaitel und entweder nach einem vorberertelen Plan« oder auch bei dem ersten Besuche das Verbrechen auSaesührt bat. Einige Bewerber um die Wohnung sind bereits ermilielt, kommen aber nicht in Betracht. Eö find aber noch mebr da ge- wesen, und nach den übrigen wird noch geforscht. Geraubt sind Kleidungsstücke und Wä'che von allen Angehörigen. Die einzelnen Stücke müsien aber noch genauer festgestellt werden. Um vielleicht doch noch irgend eine Spur zu finden, veranstaltet die Mordlom- Mission noch einmal eine ariindliche OrtSbesichiigung. Lopvrledt Oeort MQllcr, Mlochea, 34] Die Lofotfischer. Roman von Johan Vöjer. Und nun begannen die Männer sich anzusehen. Dieser Schnaps gab den Kameraden ein neues Gesicht, das sie noch nicht ganz so gut kannten. Henrik Rabben mochte keinen Schnaps, aber er war kein. Spielverderber.„Schenke den anderen erst ein/ sagte er,„ich für mein Teil bin mehr für einen Kafseepunsch!" „Einen Punsch!" rief Elezeus von der Pritsche herab und blickte nach unten. „Einen Kaffeedoktor*) meinst du!" „Ja, nenn es Doktor oder Hebamme, wie du magst!" lächelte Henrik.„Dann mach uns eine Hebamme, und zwar eine gutel" Ja, ja, dafür war Henrik der rechte Mann. Und jetzt stand er schon am Kaffeekessel und begann sein Werk, und er mußte Zucker haben, und er goß aus der Flasche dazu, rührte um, kostete und teiste dann an alle Punsch aus. Er wirkte wie ein Apostel des guten Getränks.„Pro- biert das einmal," sagte er.„Prosit, gute Leute." Und selbst für Arnt Aasan wurde die Versuchung zu groß.„Prosst," sagte er auch und setzte die Tasse an den Mund. „Das ist recht," sagte Kaneles.„es ist ja auch das beste, du übst dich beizeiten,— denn bald kommt die Reihe an dich!" Jetzt ließen die Männer ihre Arbeit liegen und rückten an den Tisch. Der graue Alltag, die graue Arbeit, das graue Beisammensein in der Hütte,— das alles bekam einen Licht- streif, etwas Feiertägliches wie auf der Hochzeit. Pfeifen wurden angesteckt. Zuerst begannen sie sich zu necken, und Kaneles nahm sich noch einmal Arnt Aasan vor.„Ist es wahr, daß deine Alte sich Feiertags rasiert,— mit Pinsel und Messer?" sagte er. Arnt sperrte den Mund auf.„Rasiert— Gurina?" „Ja, Freundchen, sie hat Alltags doch Stoppeln im Ge- sicht, aber Feiertags nie!" Kaneles schwang sich auf den Tisch- rand und baumelte mit den Beinen. Die meisten sahen Arnt an und blieben ernst. Aber endlich biß er um sich. „Und alle deine Kindsmütter!" sagte er. Rasieren die sich, oder zwingt dich der Lensmann, es zu tun?" *) Bemisch von Kaffee und Branntwein. Das stopfte dem Burschen für eine Welle den Mund. Denn das war leider die Wahrheit. Der Pfarrer hatte die schlechte Angewohnheit, Kaneles als Vater ins Kirchenbuch ein- zutragen, so oft ein Mädchen bei ihnen in der Gegend ein Kind bekam. Aber Henrik Rabben sagte wieder„Prosits" und brachte das Gespräch auf etwas anderes.„Hört einmal zu," sagte er. Und nun begann er von dem Buch über die kleinen Hausgärten zu erzählen. Da sahen sie ihn an und hörten zu. Schon der Gedanke an einen Garten entrollte, während sie hier in Frost und Schnee auf einer nackten Klippe im Meere saßen, vor ihren Augen Bilder von Frühling, grünen Aeckern, Sonnenschein.„Es ist ein Fehler," sagte Henrik,„daß nicht jeder, der ein Haus hat, auch ein Stück Gartenland mit Bäumen und Obststräuchern besitzt. Denn es ist nicht leicht, da zufrieden zu sein, wo es nicht schön ist." Aber im Frühling, wenn sie wieder heimkämen, dann wollte er ihnen Anleitung geben, so weit er nur könne.„Prosit, Leute! Kristaver kniff die Augen zusammen und sah diesen Mann an, aus dem er nie so recht klug wurde. Er konnte nichts da- für. aber er hatte ihn weniger gern, fest er es abgelehnt hatte, als vollberechtigter Teilhaber mitzufahren, nur weil es nicht von Anfang an so verabredet worden war. Kristaver war es kein angenehmer Gedanke, zu seinem eigenen Halbpartmann aussäen zu müssen. Aber die Tür tut sich aus, und herein kommt ew seltener Gast. Andreas Ekra. Der Führer des„Sturmvogels" war klein, aber kräftig, er hatte eine rote Zipfelmütze auf dem Kopf und einen gelben Bartbüschel unter dem Kinn.„Guten Abend," grüßte er,„Gottes Segenl" Kaum saß er, so stand"Bar» auch schon mit einem Schnaps vor ihm. und dann mußte er sich mit an den Tisch setzen und Punsch trinken. Dieser Tollkopf auf See ging an Land mit einem verlegenen Lächeln umher: es war, als ständen alle himmelhoch über ihm: aber wartet! Wenn er nur erst wieder ins Boot kam! Jetzt zog er eine zerknüllte Zeitung hervor und bat Lars, chm vorzulesen. Es war das„Morgengrauen" und es war ganz großartig, wie diese Zeitung alles aus- schimpfte, was vornehme Herren hieß. Lars stand bei der Lampe und las. Sie schwiegen. Sie hörten alle zu. Alle diese großen Herren,— Pfarrer. Hardes- vögte, Lensmänner, Offiziere, vor denen sie auf der Straße die Mütze ziehen mußten,— hier kriegten sie ihr Teill Sie kriegten ihr Teil in jeder Nummer des„Morgengrauens", des- I halb taten sich die Männer in den Fischerplätzen zusammen j und hielten das Blatt gemeinsam. Nach der Vorlesung sagte Henrik Rabben:„Aber die Zeitung vergißt etwas." Sie sahen ihn an. War ihm dies noch nicht genug? Henrik lächelte, strich sich den Bart und fügte hinzu:„Das Blatt vergißt, daß das Glück mit den kleinen Leuten befreundet ist. Ihr werdet mir nie und nimmer einreden, daß ihr soviel tüchtigere Kerle sein würdet, wenn ihr das Geld der großen Herren hättet. Prosit, Leute!" Einer von der Besatzung war nicht zugegen, und das war Per Suzansa. Aber jetzt kam er im Mondschein aus einem '>aufe auf dem äußersten Bcrggipsel heraus, dessen eines enster erleuchtet war. Das war das Krankenhaus. Hier be- andelte der Doktor alle die Fischer, die sich die Hand an einer lngel verletzt hatten, die einen verdorbenen Magen oder er- frorene Finger und Zehen hatten. Das alles war sehr einfach, aber mit dem Alten, der jetzt eben seiner Wege ging, mit Per Suzansa, war es nicht so einfach. Per ging dahin, unter den Füßen knirschte der Schnee, aber in den Ohren sauste es immerfort: Aussatz. Dies Geschwür hinter dem Ohr, das nicht heilen wollte, hatte der Doktor schon lange beobachtet. Aber nun war er darüber nicht mehr im Zweifel. „Du hast auf See zuviel gefroren und gelitten!" sagte er. „Jetzt mußt du nach Hause fahren und dich ins Stift begeben, mein alter Freund!" Wegreisen von den Kameraden— wenn auf dem„Meer- leuchten kein anderer brauchbarer Führer war! Per bettelte so lange, bis der Doktor nachgab und ihm erlaubte, noch die iianze Fangzeit hierzubleiben. Wenn er verspräche, sich so und o zu verhalten, so solle die Krankheit solang« zwischen ihnen beiden ein Geheimnis bleiben. Jetzt aber stand Per hier draußen im Mondschein und blickte über das Meer hin, das so ruhig wogend dalag, als gebe es keine Menschen, denen es schlecht geht. „Der letzte Winter, Per. Mit dir ist es aus. Du kommst nie wieder nach dem Lofot! Du weißt, wie es dir ergehen wird. Du verfaulst bei lebendigem Leibe. Du wirst so. daß den Leuten vor dir graust. Deine eigenen Kinder— fürchten sich vor dir... so soll es dir ergehen I" Und der alte Bootsführer ließ den Kopf sinken und stand noch eine Weile da und starrte auf das ruhige Meer im Mond- licht hinaus. Kort,- folgt.) Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. sprechung und Aufhebung des ganzen Urteils. Es stellte sich heraus, taß er in der Gerichtsschreiberei in Alt- Landsberg nur gegen das Strafmaß Einspruch erhoben hatte, was der Angeklagte allerdings als eine mißverständliche Protokollierung bezeichnete. Das Gericht hatte Einsehen und hob die Freiheitsstrafe auf. Es berüc fichtigte, daß der Angeklagte bisher unbescholten sei und nicht aus unauteren Motiven gehandelt habe. Lud wurde zu zehn milliarden Mark Geldstrafe verurteilt. Donnerstag, ebents Sprechchor für die Proletarischen Felerfunden. 7, Uhr, Uebungsstunde in der Sophienschule, Weinmeisterstr. 16/17. Ein gewaltiges Feuer hat auf einem großen Bachthofe in Reuen rade in Schleswig gewütet, 187 Rinder und eine Anzahl Maulesel sind in den Flammen umgetom men. Große Vorräte an Heu und Stroh sind ebenfalls vernichtet worden. Der Schaden ist groß; man glaubt, daß Brandstiftung borliegt. Unter dem Namen„ Reichsarbeitsgemeinschaft der Kindrfreunde" ist mit Zustimmung der Borstände der BSPD. und des ADGB. eine Körperschaft gebildet worden, die eine Zu fammenfassung aller auf dem Gebiete der sozialistischen Kindererziehung wirkenden Organisationen und Bestrebungen bezweckt. Im Borstand der Reichsarbeitsgemeinschaft sind dementsprechend die bisher bereits auf diesem Gebiete tätigen Organisationen: Gewert schaften und Partei, der Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt, der Die lebendig gewordene Vogelscheuche. Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit, die sozialdemokra Eine Familie verbrannt. Wie aus Confluende( Pennsylvania) tischen Lehrer und die sozialistische Arbeiterjugend vertreten. Den Beamten der Kriminalpolizei bemerkten am Echlesischen Bahn- gemeldet wird, ist beim Brande ihres Hauses die ganze Familie Borsiz führt der Reichstagspräsident Gen. Paul Löbe, die Ge- hof einen Mann, dessen Kleidung fast nur aus egen bestand. Stofece( Vater, Mutter und sieben Kinder im Alter schäftsführung liegt in den Händen des Gen. Dr. Lohmann. Die Beamten nahmen ihn ins Gebet, und da zeigte sich denn, daß von drei Wochen bis zu 13 Jahren) in den Flammen umgekommen. Die Aufgaben der Reichsarbeitsgemeinschaft sind neben der zentralen man es mit einem früheren Kaufmann Friz Lehr zu tun hatte, Zusammenfassung der Organisationen vor allem die Heranbildung der aus der Strafanstalt in Liegnis entwichen war. Lehr hatte der Arbeiter und Arbeiterinnen zu finnvoller Betätigung auf dem bor 8 Tagen mit einen anderen Strafgefangenen Gelegenheit geGebiete der Kindererziehung im Geiste der Selbst. funden, in die erfehnte Freiheit zu gelangen. Beide entwiden in hilfe und Selbstverantwortung, die Einwirkung auf Anstaltskleidung und waren nun darauf bedacht, anderes Beug zu den Ausbau der staatlichen und fommunalen Einrich bekommen, um sich nicht zu verraten. Weil sie aber nichts anderes tungen, statistische und wissenschaftliche Erfassung der Jugend- fanden, fo begnügten fie fich mit at ei Vogelscheuden, die mohlfahrts und Erziehungsaufgaben sowie die auf einem Felde noch stehen geblieben waren. Sie legten diese Schaffung eines Organs für Erziehungsfragen und einer Feßen an, machten daffir aus ihren Sträflingskleidern neue Rinderzeitung. Es sollen allerorts lokale Arbeitsgemein. Scheuchen und wanderten nach Berlin. Hier ließ der andere, der schaften der Kinderfreunde ins Leben gerufen werden und die be- wohl beffere Drtskenntnis und leichteren Anschluß hat. Lehr im reits bestehenden Kindergruppen und Ortsstellen für Kinderwohl in Stich, fodaß er nicht wußte, was er nun beginnen sollte. So die neue Organisation eingegliedert werden. Ueber die grund- trafen ihn die Beamten und nahmen ihn fest, um ihn nach Liegnis 16. Die Bersammlung muß wegen unvorhergesehener Umstände aus" Groß- Berliner Parteinachrichten. 7. Kreis Charlottenburg. Donnerstag, ben 29. November, 7½ Uhr, im Schiller- Realgymnasium, Schillerstr. 26( Erdgeschoß), 4. Bortrags uno Diskussionsabend der Freien Schulgemeinde. Vortrag: ,, Die Grundfchule und ihre Widerstände". Referent Genosse Lehrer Rühl. Heute, Mittwoch, den 28. November: 2. Abt. 7 Uhr Bahlabend bei Ohngemach, Kommandantenftr. 88. 11. Abt. Die Marten für Dezember fönnen an bekannter Stelle fofort in Empfang genommen werden. Die Rassierer der Bezirke 676 und 712 werden wiberholt bringend um Abrechnung ersucht. fallen. 29. bt. Die Mitgliederversammlung fällt aus. 78. Abt. Schöneberg. 8 Uhr Mitgliederversammlung in der Edulaula Feurig ftraße 57. Thema:„ Die politische Lage". Referent Genosse Frig Roch. Frauenveranstaltung am Mittwoch, den 28. November: 89. Abt. Brig. 7 Uhr im Jugendheim, Rathaus, Bortrag des Genoffen Häußler. sätzliche Einstellung unserer Kindererziehung und ihre organisatorische zurückzuführen. Gestaltung unterrichtet Heft 6 der Arbeiter- Bildung", das der Arbeit der Kinderfreunde gewidmet ist. Die Reichsarbeitsgemeinschaft Seinen 75. Geburtstag feiert heute Genoße Wilhelm Boerner, richtet einen Zentralvertrieb aller für die Kindererziehung Ritterstraße 15. Genoffe Boerner trat im Jahre 1866 der Tabatwichtigen Schriften, Spiel und sonstigen Materialien ein, der die arbeitergewerffchaft als Achtzehnjähriger bei. War in späteren Jahren Beschaffung des Materials für die einzelnen Organisationen über längere Zeit Bevollmächtigter der Ortsverwaltung nimmt. Wir bitten alle bereits bestehenden Ortsgruppen usw. der Berlin des Deutschen abalarbeiterberbandes. neugeschaffenen Zentralstelle ihre Adressen, Arbeitsberichte, Bestel. Im Jahre 1910 wählten ihn die Genossen des 8. Berliner Wahllungen usw. zugehen zu lassen. freifes in die Stadtverordnetenverfammlung. Seit 1921 ist er Bezirtsverordneter des 6. Verwaltungsbezirks. Vor vier Wochen feierte er mit seiner fast erblindeten Gattin das Fest der gols. abt arienbori. 72 Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula denen Hochzeit. Alle Zuschriften find zu richten an die Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde( Richard Lohmann), Berlin SW. 68, Lindenstr. 3. Geldsendungen auf das Postscheckkonto Richard Lohmann, Berlin SW. 68, Nr. 155 468, Postschecamt Berlin NW. 7. Der Mäher im Adamskostüm. Das ist doch mein Geburtskleid. Mit langwallenden, bis auf die Schultern herabhängenden Loden und mit ha bossener Brust erschien gestern der Obstsammler", wie er seinen Beruf angab, Frig Lud vor der Berufungsstraffammer des Landgerichts III, um gegen einen Saftbefehl von vier Wochen, den das Schöffengericht Alt- Landsberg gegen ihn verhängt hatte, Einspruch zu erheben. Ein Opfer der Gläffe. Der 67 Jahre alte Bortier Richard Sotste tam vor dem Hause Hohenzollerndamm 88, als er die Straßenbahngleise überschritt, infolge der Glätte zu Fall. Che er fich noch zu erheben vermochte, war eine Straßenbahn herange. brauft und hatte ibn überfahren. Mit einem Schädel bruch und einer Gehirnerschütterung schaffte man ihn nach dem Augusta- Krankenhaufe. Raubüberfall am hellen Tage. Gestern nachmittag um 3 hr wurde der 54jährige Arbeiter August Schmette auf der Kreuzung ber diesen und Chausseestraße von awei unerkannt entommenen Männern überfallen. Sie streckten ihn durch einen Sieb mit einem Schlagring zu Boden und raubten dem am Boden liegenden hilflosen Manne die Brieftasce. Man brachte den Ueberfallenen, der eine start blutende Kopfwunde erlitten hatte, nach der nächsten Rettungsstelle. Eine Jugendschriften, Bild. und Schülerarbeiten Ausstellung peranstaltet auch in diesem Jahre das Bezirksjugendamt Treptom im Rathaus- Sizungsfaal Treptow, Neue Strug- Allee 1/3, von Donnerstag, den 29. November, bis einschließlich Montag, den 3. Dezember 1923. Die Ausstellung ist wochentäglich von 4 bis 7 und Sonntags von 3 bis 7 Uhr geöffnet. Eintritt frei; Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt. Morgen, Donnerstag, den 29. November: 70. bt. Bilmersdorf. 8 Uhr bei Pieper, Solfteinische Str. 60, Mitglieben versammlung. Thema: Die politische Situation". Referent Genosse D. Meier, M. d. 2. Die Straßenführer laden hierzu ein. Rönigstraße. 1. Bortrag über die politische Lage. 2. Ergänzungswahlen. Die Bezirksführer laden ein. 101. Abt. Treptow. Arbeiterwohlfahrt: 7 Uhr Konferens an bebannter Stelle. Tagesordnung: 1. Arbeiterschaft und Wohlfahrtspflege. 2. Rotstands maßnahmen. 8. Berschiedenes. Mitglieder und Vorsteher der öffent lichen Wohlfahrtskommission, freiwillige Selfer, Kinderfreunde, müssen 137, bt. Reinidendorf- West. 7 Uhr Frauenabend im Boltshaus, Scharn. erscheinen. weberstraße. Praktische Koch- und Badvorführungen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 42. Abt. Genoffe Th. Jahnte, 8offener Str. 33, ist verstorben. Die Ein äfcherung findet Mittwoch, den 28. November, nachmittags 2 Uhr, im Krema. torium Baumschulenweg fiatt. Einäscherung heute, Mittwoch, 4 ühe in Baumschulenweg. 114. Abt. Lichtenberg. Genoffe Erich Räkert, Semmeste. 9, ift verstorben. Jugendveranstaltungen. Heute, Mittwoch, den 28. November, abends 71% Uhr: Friedrichsfelde: Jugendheim Berliner Str. 44, Bortrag: Bolkswirtschaft", 2. Teil. Friedrichshagen: Jugendheim Scharnweberstr. 105, Bortrag: Die politischen Parteien". Lichtenberg- Nord: Jugendheim Bartaue 10, Bortrag: Jugendbewegungen rechts von uns". Lichterfelbe: Jugendheim Albrechtstraße 14a, Bortrag: August Bebel".-Quisenstadt: Jugendheim Stallschreiberftraße 54, Ernst- Toller- Abend. Mahlsborf: Schule Walderfeestraße, Bortrag: Nordring: Bappelallee 40-41( Schule), Bortrag: Jugend und Republik". Schönhanser Vorstadt: Schule Sonnenburger Str. 20, Bericht von der Generalversammlung und Diskussion: Jugendbewegung". Südoft( Neichenberger Biertel): Schule Glogauer Str. 12-16, Vortrag: ,, Deutscher Humor". Lud, ein fanatischer Anhänger des Naturzustandes des Menschen, war eines Tages beobachtet worden, wie er um die Mittagszeit auf seiner Wiese bei Dahwiz in der Nähe von Hoppegarten im Adamstostüm beim Heumähen beschäftigt war. Daran hatten verschiedene Personen Anstoß genommen, und das Schöffengericht hatte ihn wegen groben Unfugs verurteilt, weil er auf diese Art das fittliche Empfinden der Allgemeinheit verlegt habe. Der Angeklagte erfiärte vor dem Moabiter Gericht, daß er nicht be. greife, was man unter Anstoßnehmen verstand. Wenn er mit feinen langen Haaren herumlaufe, nehmen auch viele Leute Anstoß daran und rufen ihm zu, er folle sich die Haare schneiden lassen. Das fei aber auch geradezu naturwidrig. Das Reichsgericht habe schon vor Jahren in dem Prozeß gegen die Schönheit" erklärt, daß der Lebensmittelpreise in Berlin am 27. November 1923 Unsere Jugendschußforderungen". mackte Mensch an sich nichts Anstoßerregendes fei. Es ist doch nur mein Geburtstleid," rief Luck pathetisch aus, ich bin Rindfleisch doch nicht mit Kleidern auf die Welt gekommen. Das fann doch also nicht anstößig sein. Den Einwand des Vor. fizzenden, daß er doch menigstens eine Badehose hätte anziehen sollen, wies Luck mit Entrüstung ebenfalls als naturwidrig zurüd. Der Mensch müsse gesund werden. Was wir verfolgen, ist in neuer Form das, was Jesus in seiner Bergpredigt fagt, das fann doch also fein grober Unfug sein." Der Angeklagte verlangte seine Frei Theater Liditfpiele niw. Volksbühne 7½ FigarosHochzeit Deutsch. Theater Lessing- Th. 71/2 Uhr: Das Kaffeehaus Heute und morgen 7 Uhr: Rausch Freit 7 U. z. 1. Male: Michael Kramer Kammerspiele 8 Uhr: Tageszeiten d. Liebe Theater i. d. KöniggrätzerStr, Deut. Künstler- Th. Allabendlich 8: Th. im Admiralspalasts Uhr: Don Gil Tybbke( Adalbert) Tägl 7 Uhr Drunter and drüber Deutsch Opernhaus von d.grün.Hosen Komödienhaus 8 Uhr: Mein Vetter Eduard TU. Mignon Berliner Theater Intimes Theater 7.30 Uhr: Dolly 8 Uhr: Abendbesuch Rose- Theater Die k. u. k. Hose etc. Metropol- Theater 7 Casinogirls Th.a. Kottb. Tor Täglich 7'/ 2 Uhr a. Sonntag nachmittag 3 Uhr: ELITESänger U. a. Esmeralda d. Tänzerin 3½½: Rotkäppchen Zielka 7 Uhr: Wenn ich dich nur hab Friedr.Ecke Leipz. Varieté- Kabarett Neues Theat. a. Zoo Casino- Theater 4 und 7%, Uhr The Uhr Die Luxusfrau Renaissance- Theat. 8 och bis 7. Dezember 8 U.: Der Ehemann ohne Frau! .: Studentenliebe Reichshallen Th. Täl. 1 U. u.Sonnt. 3 U. Schauspieler- Th. Stettiner ( Friedrich- Wilhelmstädt. Th.) Sänger Chausseestr. 30 Hauptmann- Abd. 71/2 U.: KrausePianos Zur Miete Ansbacher Str. 1, Ecke Kurfürstenstraße Hannele- Elga Deutscher Metallarbeiter- Verband Thalia- Theater Achtung! Funktionäre Achtung! JPst! Pst! Seute, Mittwoch, 28. Hover, abends Theater i.d.Rommandantenstr. 7%, Uhr: Charlie Uhr, im Kriegervereinshaus, Chauffeestraße 94: Versammlung aller Funtfionäre, die in den Betrieben Wallner- Theater bes Verbandes Berliner MetallIndustrieller beschäftigt find. Tagesordnung: Bericht über die Lohnverhandlungen. 8 Uhr: Causa Kaiser Lustspielhaus BU. Nebeneinander. als Ausweis. Ohne dieses tein Zutritt. Mitgliedsbuch und Funktionärtarte bient Volksstück 1923 Wer mit seinen Beiträgen länger als bis zur 45. Boche im Rüdftande ift, Komische Oper bat teinen Butritt. Aavendlich 71/2 Die größte Revue Das Metalltartell. 3. A: Urich. U. des Kontinents: Achtung Gruppenleiter Betriebsräte des Metallarbeiterverband. Die Welt ohne Schleier Donnerstag, 29. Jovember, abends 7 Uhr, im Verbandshause( Gigungsfaal), Linienstraße 83 85: Apollo- Theater Versammlung 71 Allabendl. 7%, Sagesordnung: Die Aenderungen Die roße Revue C Europa spricht davon! WIN BRIEN Varieté- Programm ber Demobilmachungsverordnungen, ber Schlichtungsordnung und Des Betriebsrätegefeges. Donnerstag, 29. November, nachmittags 5 Uhr, im Berbandshause ( Sigungsfaal), Linienstraße 83/85: Gruppenversammlung der Kühlertlempner. Tagesordnung: 1. Unsere gegen wärtigen Lohnverhältnisse. 2. Distuffton Ohne Mitgliedsbuch ein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Rauchen gestattet! 45/14 Kalbfleisch Hammelfleisch Schweinefleisch Lebende Hechte. 4 Karpfen Schleie. Hechte in Eis Schellfisch Neu eröffnet! Biete an zur Eröffnung weit unter Tagespreis fämtliche Markenzigaretten Garbaty Maffary, Moslem, Dota usw., ganz besonders preiswert Turkema. Tabakwaren- Großvertrieb Leopold Winiski Blumenstr. 94, nahe Jannowitzbr. 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Marken- Zigaretten Cohnfartell für die Gemeindebetriebe Tabak- Zigarren Carbankalpaus, Donnerstag, den 29.Rovbr., abds. 6 Uhr, im großen Saal Constantin, Karmitry, Avramikos, Muratti, gibtab u. Tagespr. TabakwarenArno Geßner, Großhandig. Werftstr. 21. Teleph.: Moabit 2114. Straßenbahn- Fahrgeld- Vergütaug. Ungeheuer gestiegen im Preise sind alle Lebens mittel und Gebrauchsgegenstände KLEINE ANZEIGEN im ,, Vorwärts" sind dagegen immer noch billig! Wohnungstausch des Gewertschaftshauses, Engelufer 24/25: Funktionärversammlung Tagesordnung: Kaufgesuche Fahrräder kauft Linienstraße 19. Raufe Rabel, Lizen, Rupferdrähte, Wachsdrähte, Spulendrähte, Motoren, Glühlampen fowie sämtliches Installa. tionsmaterial. Elektrizitäts Werkstätte Neukölln, G.m.b.S., Rottbuser Damm 96. TRE Billardbälle, Elfenbein, tauft Dinger, 1. Bericht über die Verhandlungen mit dem Ma- Morigplak 163 68. giftrat über Goldlöhne. 2. Freie Aussprache. Zutritt zur Versammlung nur gegen Mitgliedsausweis und Brinzenftr. 75. Funktionärkarte. 36/19 Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter Deutscher Berkehrsbund Deutscher Metallarbeiter- Berband Verband der Gärtner- und Gärtnereiarbeiter. Metallschmelze, Neanderstraße 35( nur im Laden), kauft 8ahngebisse, Platin. abfälle, Goldfachen, Gilberfachen. Qued. filber. fämtliche Metalle. Rugellager tauft höchstzahlend Elbin in u nach Berlin Gruenert( geb Körner). Alie Per- gerstraße 9. sowie von Berlin nach auswärts am schnellsten durch eine Anzeige im Grofner Wohnungsanzeiger Berliner als einzige Spezialzeitung für möblierte Zimmer, Wohnungen u. Tauschwohnungen Unter der Rubrik ,, Möblierte Zimmer zu vermieten" werden Meldungen von Vermietern kostenlos veröffentlicht. Verbund. mit d. ,, Gr.- Berliner Wohnungsanzeiger" ist der Anzeiger für Grundstücks- und Geschäftsverkäufe Bei allen Zeitungshändlern und Kiosken zu haben. Verlag und Hauptanzeigenannahme: Zeitungszentrale( ZZ.) 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