Abendausgabe Nr. 556 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 280 Bezugsbedingungen und Anzeigenpretfe Find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sm. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Sel- Adresse: Sozialdemokrat Berliu Vorwärts Berliner Dolksblatt 70 Milliarden MT. Mittwoch 28. November 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszett 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin$ m. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2508-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Stegerwald überlegt. Das Micum- Abkommen. Reichlich zwei Monate nach der Beendigung des passiven Widerstandes im Ruhrgebiet ist es gelungen, das Abkommen zwischen dem rheinisch- westfälischen Bergbau und der zustän der Bürgerblod die drei Boltischen um ihren Eintritt zuigen Interalliierten Kontrollkommission für Fabriken und Bergwerke( Micum) zum Abschluß zu bringen. Das ist eine nächst nicht bitten wird. außenpolitisch als auch innerpolitisch und insbesondere wirt Tatsache von überaus weitreichender Bedeutung. Denn sowohl schaftlich und sozial wird dadurch für das Ruhrgebiet und das Deatsche Reich eine ganz neue Situation geschaffen. Der Reichspräsident besprach heute morgen mit neten, drei weniger als die Hälfte. Wir nehmen dabei an, daß dem Reichstagsabgeordneten und früheren preußischen minifterpräsidenten Stegerwald die Frage der Uebernahme der Regierungsbildung. Abg. Stegerwald hat sich seine endgültige Entschließung noch vorbehalten. Sie wollen Preußen! Trotzdem wird wohl das Kabinett Stegerwald doch Tat sache werden. Denn wenn es auch noch knapp vor dem Hafen scheiterte, so bliebe den bürgerlichen Barteien faum etwas Die vorstehende Meldung beweist deutlicher als irgend möge nun doch lieber eine Beamtenregierung einsehen. Das fegung gilt, daß binnen zehn Tagen 80 Proz. der Bergwerke anderes übrig als zu Ebert zu gehen und ihn zu bitten, er Der Inhalt des Abkommens, als dessen Vorausetwas anderes, daß die bürgerlichen Fraktionsführer noch nichts Festes in der Hand hatten, als sie die Kombination werben sie nicht tun wollen, und nur darum ist das Zu alle Bestimmungen des Bertrages annehmen, enthält schwere Albert zum Scheitern brachten. Ohne den Drud, der durch standekommen der Regierung Stegerwald wahrscheinlich. und brückende Lasten: 1. Es gehen die gesamten, vor dem die Beauftragung Alberts auf sie ausgeübt wurde, wären sie 1. Oftober dieses Jahres angelegten Lager endgültig in das wahrscheinlich überhaupt noch nicht dazu gekommen, ernstlich Eigentum der Besagungsbehörde über. 2. Die Bergwerke über die Lösung der Regierungskrise nachzudenten. Erst als leber den Stand der Krise wird weiter gemeldet: haben 15 Millionen Dollar als einmalige Abgeltung für die ihnen die Gefahr drohte, daß einer endlosen Verschleppung Nach dem günstigen Berlauf der Berhandlungen zwischen den rückständigen Kohlensteuern zu zahlen. 3. Neben diesen beiden durch die eigene Entschließung des Reichspräsidenten vorge Deutschnationalen und der Deutschen Bolfspartei am gestrigen Abend Verpflichtungen aus früherer Zeit ist dauernd eine Abgabe beugt würde, entschlossen sie sich zu dem Berzweiflungs hat Herr Stegerwald unter Borbehalt die Bildung eines neuen pon 10 französischen Frank für die Tonne Kohle von der ge streich, einen Bürgerblock mit Stegerwald an der Spize zu Kabinetts übernommen. Es scheint, daß er die Demokraten in bas samten zufünftigen Förderung zu leisten, und außerdem bilden. Kabinett einzubeziehen wünscht. Ueber die Ereignisse am gestrigen 4. etwa 20 Broz. der fünftigen Kohlenerzeugung unentgeltlich Es scheint, daß es den Deutschnationalen feht Abend find in einem Teil der Presse falsche Darstellungen enthalten, an Frankreich und Belgien zu liefern. Ferner ist 5. die Ausbarauf antommt, sich um jeden Preis dazwischenzuklemmen, die die Deutschnationale Partei veranlaßt, festzustellen, das For.fuhr an die Genehmigung gefnüpft, und find 6. Lieferungen und daß sie deshalb einige Pflöcke zurückgestedt haben. Sie berungen" der Deutschnationalen Bolkspartei überhaupt nicht von Nebenprodukten zu übernehmen, die noch Gegenstand bebetennen sich jetzt zu dem Grundsaß, daß Artischoden nur unterbreitet, Erklärungen darüber von ihr weder verlangt noch ab- sonderer Abmachungen sind. Die gesamten Lieferungen blattweise gegessen werden. Wenn fie fich wirklich zur An- gegeben worden sind, daß man sich vielmehr nur über gewiffe fach werden nach den Bestimmungen des Bersailler Bertrages auf erkennung der Verfassung entschlossen, auf die Auftündi- liche Fragen ausgesprochen und dabei festgestellt habe, daß wesent- das Reparationstonto gutgeschrieben. Doch bleibt die letzte gung des Friedensvertrages verzichtet haben sollten, liche, ein Zusammengehen verhindernde Meinungsverschiedenheiten Entscheidung darüber, in welcher Weise diese Gutschrift er wenn sie wirklich versprochen haben sollten, vorläufig von der nicht bestanden. Die einzige Erklärung, die von der deutschnatio- folgt, der Reparationsfommission vorbehalten. Auch sonst Großen Koalition in Breußen ihre Finger laffen zu wollen nalen Fraftion nach ihrer gestrigen Abendsigung den anderen Bar- wird das Abkommen nur als ein Provisorium betrachtet; es und mit der Bekämpfung der illegalen Berbände einverstanden teien überreicht worden fet, habe folgenden Wortlaut gehabt: ist vorläufig bis zum 15. April 1924 befristet. zu sein, so tann man darüber nur lachen. Außerdem zeigt sich Die Deutschnationale Boltspartei ist bereit, in ein bürgerliches Man darf hoffen, daß es nun endlich wenigstens zur bie deutschnationale Bresse im Buntt Breußen außerordentlich Apalitionsfabinett Stegerwald einzutreten, wenn 1. Die Deutsch- teilweisen Arbeitsaufnahme im Ruhrgebiet steif. Sie denkt wohl mit Bebel: Haben wir Preußen, so nationalen in diesem Kabinett durch den Bizetanzler und. fommt, und daß das ungeheure Elend, das sich in diesem gans haben wir alles." diefen eingeschloffen in einer ihrer Stärfe entsprechenden Weise auf Arbeit und Erwerb eingestellten Wirtschaftsgebiet angevertreten find, 2. ausreichende Sicherheiten dafür vorliegen, daß sammelt hat, langsam gemildert wird. Einer allgemeinen Aran Stelle der großen Koalition in Preußen eine bürgerliche Koa- beitsaufnahme dürfte vor allem im Wege stehen die völlige lifion, einschließlich der Deutschnationalen herbeigeführt wird bei Desorganisation des Bertehrswesens, der Mangel einer Ber der die lehteren in einer ihrer Bedeutung entsprechenden Weise ständigung über die schleunige Ingangbringung des Verkehrs mit den Franzosen, und die Unmöglichkeit, im alten Umfange Heute vormittag traten nur die Demokraten zu einer Fraf zu produzieren, solange nicht für den geregelten Abtransport tionsfigung zusammen. Bon diefer Sizung erwartet man entscheider Erzeugnisse Sorge getragen ist. Trotz alledem ist der erste dende Beschlüsse darüber, ob die Demofraten mit in das Rabinett Schritt getan, und der Alb, der die stärkste Hoffnungslosigkeit eintreten werden oder nicht. Die übrigen bürgerlichen Parteien zur Folge gehabt hat, im Weichen begriffen. werden sich am Nachmittag mit Fraktionssigungen anschließen. Damit werden freilich die bürgerlichen Mittelparteien in die schwerste Verlegenheit versetzt. Wenn die Sozialdemokratie im Reich aus der Koalition austrat, so hatte sie dafür, mie niemand verfennt, schwerwiegende fachliche Gründe. Belche Gründe aber haben die bürgerlichen Mittelparteien, in Preußen Die Koalition zu sprengen, außer dem deutschnatio nalen Dittat? Die Koalition hat in Preußen mehr als zwei Jahre lang unter den schwierigsten Berhältnissen leiblich Ordnung gehalten, die Ruhe und Beständigkeit in Preußen blieb ein Troft während der schweren politischen Krisen des Reichs. Nun soll das auch taput gemacht werden, weil die Deutschnationalen, um in ihrer eigenen Sprache zu reden, durchaus auch hier an die Futterfrippe" mwollen. vertreten find. " Die Genugtuung über dieses Anzeichen der Wendung in ben Beziehungen des Ruhrgebietes und Deutschlands zu Eine Kombination von Privatintereffen". Frankreich und Belgien darf aber nicht darüber hinwegtäuschen.. Paris, 28. November.( Eca.) Die Nachricht von der Möglich- daß dieses Abkommen eine sehr starte Belastung der Erinnert man sich, mit welchem edlen Stolz die be- feit einer Regierung Stegerwald mit Unterstützung der deutschen Wirtschaft enthält. Und wenn auch vor fcheidenen Vorauslegungen der Sozialdemokraten für ihr Deutschnationalen wird in hiesigen Kreisen sehr ungünstig aufge- läufig allem Anschein nach die Frage der Erstattung dieser Berbleiben in der Reichstoalition abgelehnt wurden, so springt nommen. Der Berliner Korrespondent des Echo de Paris" be- Lasten durch das Reich etwas in den Hintergrund getreten ist, ber Unterschied des Verfahrens noch mehr in die Augen. zeichnet die Kombination, die unter Führung Stegerwalds in Ber- so bleibt sie doch noch zu regeln. In diesem Zusammenhang Nachdem man den linken Flügel des Zentrums fleinge liner Kreisen genannt wird, als eine Rombination von erscheint es noch notwendig, die Frage aufzuwerfen, ob das friegt hat, liegt die Schwierigkeit bei den Demokraten. Zur Bripatintereffen, die die Berfaffung nur mit Worten an- mit dem Micum Bertrag erzielte Ergebnis " Neutralität" scheinen sie schon bereit zu fein, ob aber auch zur erkennen würde, um unnüze Komplitationen zu vermeiden". Er bei vernünftiger Haltung insbesondere der Beteiligung am Geschäft? Das ist die Frage, über die in der meint, die Kombination Stegerwald hätte die gleiche Bedeutung wie Ruhrindustrielien früher nicht billiger und demokratischen Reichstagsfraktion jegt beraten wird. Ohne die ein Rabinett Cuno, belastet durch einen überwiegend re. leichter zu erreichen gewesen wäre. Jahrelang Demokraten bestünde der Bürgerblock nur aus 227 Abgeord. attionären Einfluß. Kommunistenwaffen im Landtag. Demonftration auf Mostaner Befehl. Im Landtage erhielt bei der Eröffnung der Sigung Präfident Leinert ein Schreiben der tommunistischen Frattion, in dem gegen die Berhaftung der Abgeordneten Frau Wolffftein protestiert wird. Er teilt mit, daß er diefe Beschwerde an den Minister des Innern weitergegeben habe. Der Minifter habe derauf erwidert, nach polizeilichen Angaben fei Frau Wolffftein bei Begehung einer ftrafbaren handlung verhaftet, die Immunitát allo nidjt verlegt worden. Abg. Dr. Meyer( Romm.) beantragt die Freilassung der Abgeordneten Wolffftein zu beschließen, außerdem die Angelegenheit bem Geschäftsordnungsausschuß zu überweisen. Innenminister Severing weist den Bormurf zurüd, baß bie Bolizeiorgane die Immunität verlegten. Die Immunität dürfe nicht als Schuhschild für Berbrechen bienen.( Beifall bei der Mehrheit, Lärm bei den Kommunisten.) Der Minister ver. fieft ben polizeilichen Bericht, worin erklärt wird, daß Frau Wolff. stein im Luftgarten als Teilnehmerin und Beiterin der De monstration verhaftet worden ist. Diese Demonstration sei Die aufgefunden worden. Weitere Waffenlager feien ermittelt. Regierung werde alle Mittel anwenden, um den blutigen Bürgerkrieg zu verhindern.( Beifall bei der Mehrheit.) ( Fortseßung in der Morgenausgabe.) Im Prozeß wegen der Tötung des Frankfurter Staatsanwalts Haas wurden vier Angeflage wegen Landfriedensbruch bzw. Lot. 3m Prozeß wegen der Tötung des Frankfurter Staatsanwaffs schlag zu Zuchthausstrafen von vier bis acht Jahren, die übrigen zu zwei bis vier Jahren Gefängnis verurteilt. Krachstimmung an der Börse. Devisenkurse amtlich unverändert. An der Börse haben sich schwere Gewitterwolfen zufammen gezogen, deren Entladung heute bereits ihren Anfang nahm. Die innere Struttur des Marftes ist seit längerer Zeit eine außerordentlich ungesunde. Die Spekulation, bie feit Wochen vergebens auf ftärtere Rurssteigerung rechnet, und erheb liche Hauffe- Engagements einging, hat durch die hohen Binsfäße für Leihgeld schwere Einbuße erlitten. Die Hoffnung, daß eine durch greifende Befferung der Geldmarktlage und in Verbindung damit erfüllt. Heute war 3. B. Geld wieder knapp. Man zahlte eine Belebung des Effektengeschäfts eintreten würde, hat sich nicht 12 bis 15 Prozent täglich. Außerdem ließen die Geldgeber größte Borsicht walten und wiesen viele Leihgesuche g'att ab. waren es gerade die Kreise der Schwerindustrie, die die Möglichkeit und Fähigkeit Deutschlands zu Reparationsleistungen auf das heftigste bestritten. Ihre Haltung hat sehr viel dazu beigetragen, Deutschland in den offenen Konflitt mit Frankreich und Belgien zu treiben. Die Unterschrift, die die Ruhr industriellen jezt unter den Micum- Bertrag gesezt haben, ist zugleich das beste Bekenntnis für die so furchtbar von ihnen verpönte Erfüllungspolitik. Und es ist eine späte Einsicht, Bertrag mit Freude begrüßt und ihm folgende Bersicherung wenn die Deutsche Allgemeine Zeitung"( Nr. 549) diesen mit auf den Weg gibt: „ Die Unterschrift der Leiter des rheinisch- westfälischen Bergbaues bürgt aber der Gegenseite für eine pünktliche Auss führung, und sie bürgt dem besetzten und unbesezten Deutsch land dafür, daß nunmehr eine Periode der Entspannung eintritt, die es ermöglichen wird, das unbesetzte Deutschland mit den notwendigen Produkten aus seinem Hauptindustriegebiet, die Be wohner des besetzten Gebietes, die schon so Unendliches erduldet haben, mit Arbeit und Brot zu versehen." Hätten die Ruhrindustriellen sich früher von diesen Gebankengängen leiten laffen, so wäre Deutschland und seiner gequälten Bevölkerung viel Unglück und Kummer erspart ges blieben. Durch das Micum- Abkommen haben die Ruhr industriellen sich verpflichtet, als Rohlensteuer jährlich etwa auf Befehl der Mostauer Exefufive veranstaltet 250 Millionen Goldmart an die Alliierten zu zahlen. Der worden.( Widerspruch bei den Kommunisten.) Der Minister ver. trägt mindestens 400 Millionen Goldmark. Allein aus der Wert der Lieferung von etwa 20 Millionen Tonnen Kohle be lieft zum Beweis dafür einen aufgefangenen Brief ber Mostauer Eretutive. Darin wird der Berliner Leitung der RPD. Belastung des Ruhrgebietes und aus den Kohlenlieferungen ber Vorwurf mangelnder Uffivität gemacht. Es wird darin bewird also Deutschland tünftig 650 Millionen Gold fohlen, daß beim Zusammentritt des Reichstages die kommunistischen Die gestern und heute bereits bekanntgewordenen Zahlungs mart an Reparationen jährlich leisten. Dazu aber kommen Abgeordneten durch Lärmszenen ihre gewaltfame Entfernung aus wierigteiten fleinerer Bantfirmen und ein noch Barleistungen für die Reparationstommission, ferner die dem Scal provozieren und im Anschluß daran der bewaffnete einer Berufsfpetulanten verfekten die gesamte Börse in Zoll- und Gebührenerhebung durch die Besagungsmächte, to Aufstand proflamiert werden müsse. Minifter Severing Aufregung und riefen Bedenten auf der ganzen Linie hervor. daß faum ein Zweifel darüber besteht, daß die Erfüllungserflärt dazu: es handle fich hier um die Generalprobe für einen großen bewaffneten Aufstand. As die Kom bemertenswerte Befestigung des Martturfes er geudung ungezählter Goldmilliarden für den Widerstand Auch die Meldungen von den heutigen Auslandsbörsen, die eine politit, die nach dem verlorenen Ruhrfrieg, die nach der Vermunisten darauf mit Gelächter antworteten, ruft der Minister: Ichtennen ließen, sowie die im besetzten Gebiet vorgenommenen großen gegen die Erfüllungspolitik jetzt unter der Führung der bitte einige affen auf den Tisch des Hauses zu legen. Darauf teilt sich der Vorhang links vom Regierungsfifch und Angstverkäufe, die von dortigen Devisen petulanten erfolgen, Schwerindustrie betrieben wird, piel teurer ist, als die mehrere Diener schleppen schwere Maschinengewehre, Gewehre und trugen wesentlich zur Beunruhigung tei. Die unverkennbare Ent- oon ihnen befämpfte Rathenau Wirthsche Karabiner auf den Tisch. spannung der innerpolitischen Lage sowie die Unterzeichnung des Erfüllungspolitit. Der Minister erklärt dazu: Bom 15. November bis jetzt seien Micum- Bertrages fanden unter diesen Umständen an der Börse aber 4000 Mauserpistolen, 500 Karabiner, 2 Dugend feine Beachtung mehr. Ungewöhnlich start waren die Rurs fchwere Maschinengewehre und viele andere tommunistische Waffen stürze am Montanmarkt. Es unterliegt auch feinem Zweifel, daß sich die Ruhrindustriellen nicht freiwillig zu diesem völligen Wechsel ihrer Haltung entschlossen haben. Solange sie mit den Mitteln der Inflation sich den Reparationslastcn entziehen und sochgüier anhäufen konnten, während die Massen gleichzeitig verelendeten, ist ihnen das Schicksal des deutschen Voltes und des Ruhrgebietesziemlich gleich- gültig gewesen. Aber auch als die Fortsetzung dieser Politik ain Ende des Ruhrkrieges nicht mehr möglich war, haben sie noch einmal den Versuch gemacht, auf dem Rücken der Arbeiter und Angestellten sich den Reparationslastcn zu entziehen. Dieselben Großindustriellen, die zetzt beteuern, daß sie nur von der Sorge um die Bewohner des besetzten Ge° bietes geleitet sind, haben den General D e g o u t t e flehentlich um Hilfe bei der Einführung der Vorkriegsarbeitszeit gebeten. Und als ihnen das nicht gelang, schlössen sie ihre Betriebe, um wiederum von dem französischen General gezwungen zu wer- den, von diesem brutalen Vorgehen abzulassen. Erst als so ganz offenbar wurde, daß sie nicht darauf rechnen konnten, daß die Bcsatzungsbehörden ihnen helfen, die Reparations- lasten auf Kosten der Arbeiter aufzubringen, hat sich ihre Hak- tung geändert. Dazir kam, daß die Aussichtslosigkeit des Widerstandes gegen die Reparationsverpflichtungcn auch dem Dümmsten klar wurde, und daß ein völliges Siillegen des Ruhrgebietes und das damit verbundene unabsehbare Elend für seine Bevölkerung auch die Sachgüter und Produktions- ftätten in Gefahr brachte, um deren Erhallung und Vergröße- rung willen man so oft das Interesse Deutschlands aufs Spiel gesetzt hat. Den Organisationen der Arbester und Angestellten im Ruhrgebiet erwachsen jetzt aus der neuen Situation große Aufgaben. Die Herren Stinnes und Vögeler haben ihre Pläne gegen die Arbeiterklasse nicht aufgegeben. Bei der sich jetzt nollziehenden Wiedereröffnung der Betriebe und der Auf- nähme der Arbeit dürften sie den Versuch machen, sie durch- zusetzen. Da gilt es denn, alle Kräfte zu mobilisieren, um diesen Versuch mit Erfolg zu verhindern. * In wie hohem Maße es notwendig ist, gegenüber allen Anschlägen der Schwerindustrie auf der Wacht zu fein, geht aus der Kampfansage hervor, die der volksparteiliche Land- tagsabgeordnet« Dr. Pinkerneil gestern in einer Rede vor Pressevertretern der Arbeiterseljeft ausgesprochen hat. Dr. Pinkerneil sagte». a. über den Micum-Dertrag: Der Abschluß des Derirages stellt nur einen Versuch dar, die Leute von t-er Straße zu nehmen. Soll es gelingen, diesen Ver- such zum Erfolge zu führen, so müssen von der Arbeiter- s ch a f t nicht nur in der Frage der Arbeitszeit Zugeständnisse gemacht loerbcn, sondern auch die Arbeitsleistung muß s, ch« r h o h« n. Dom Bergbau müssen die viel zu hohen s o z i a- len Abgaben genommen werden. H.rr Pinkerncil ist für den BcrgbaulichenVsrein i n M e st f a l e n tätig. Dara.s ergibt, sich sein brünstiger Ruf nach stärkerer Ausbeutung der Arbeiter und nach Herabsetzung der sozialen Abgaben von selbst. Noch mehr GratiSkohlcn l In der Anlage 71 zum Mieum-Derirag wird die Quote der von de? Ruhrindustri« k o st e n l o s an die Entente zu liefernden Reparationstohlen von 18 auf 21 Proz. der Förderung für No- rember erhöht. Lanütagsfraktionen unö Lanüesmstanzen. Der Parteiausschuß hat in feinet gestrigen Tagung einen für das Verhältnis der Landesinstanzen zu den Fraktionen der Einzeilaudtage außerordentlich wichtigen Beschluß gefaßt, bei dessen Wiedergabe in der Morgenausgabe sich leider einige den Sinn ändernde Fehler eingeschlichen haben. Wegen seiner � besonderen Bedeutung drucken wir den richtigen Wortlaut des Beschlusies noch einmal ab: Das Organisationsstatut der Partei regelt die Zuständigkeit der Parteiorganisationen und ihrer Instanzen sowie der Fraktionen der Partei in den Parlamenten. Mit diesen Bestimmungen des Statuts der Gesamtpartei dürfen die statutarischen Bestimmungen der Bezirk« nicht im Widerspruch stehen. Wintersport. Von Karl Fischer. . Im Harz und in Thüringen, im Schwarzwach und im Riesen- . gebirge ist vor Tagen bereits Schnee gefallen, und die Schönheit der weiß glänzenden Häng«, Hügel und der hohen Bäum« in den weißen Mänteln und den weißen Mützen leuchtet weit in dos Land hinein. In Oberhof und in Harzburg sind, wie die Zeitungen zu melden wissen, alle Borbeieitungen zum Wintersport getroffen, und auch die anderen eleganten Kurorte warten auf die feinen Leute mit den fetten Brieftaschen. Die Elscnbahnuerwaltung wird sich sicher der armen Menschen erbarmen, die zu ihrer Erholung den Wintersport so notwendig haben, und Extrazüge nach dem Harz und nach Thüringen, nach dem Schwarzwald, und in das Riefengebirg« laufen lassen. Es wäre aber ein« große Grausamkeit gegen die matten, müden . Menschen, die sich auf der Rodelbahn und im Strudel der Gefell- schasten und Feste in den feinen Restaurants neue Kraft und neuen Mut holen wollen, nz«nn die Eisenbahndirektion, wie ein dunkles, unheilvolles Gerücht heule schon zur tiefen Trauer aller Beteiligten behauptet, die erste Klasi« aus den Zügen zur Schönheit der Schnee- landschaft ausschalten wollte. Denn nur«in ganz roher Mensch wird nicht oerstehen können, daß sich diese armen und ganz von Kräften gekommenen Winter- sportler unnchglich In der überfüllten zweiten Klasi« zusammenpresien lasfe,i oder gar auf den harten Bänken der dritten Klasse räkeln können. Ist die Hinfahrt unter so erschwerten Umständen schon be« . schämend genug, wird die Rückfahrt, bei der man noch die Last der schlaflosen Rächte zu tragen hol, in denen man sich von der Betrach- tung und dem Genuß der vielen Sckchnheiten dieser Natur nicht ttennen konnte, einfach zur unausstehlichen Qual. Diese echten Winterspottler und treuen Ratursteunde. denen vvr lauter Rodeln die Zeit nicht reicht, einen flüchtigen Blick auf die stille Große der Natur rings um sie zu richten, hat es ja immer gegeben. Aber die Zeiten sind für uns alle besser, behäbiger gewisser- maßen, geworden. Früher sah man ihnen wohl mit einer gewissen Wehmut nach. wenn sie mit Schneeschuhen und Rodelschlitten zu den Fernbahn- Häfen in ladelloscm Sportdreß sich trollten, während wir zu Hause bleiben mußten und wie ewig in einem Gefängnis waren, über dessen hohe Mauern unsere Blicks nicht hinweg konnten. .Heute jedoch hat sich das alles, Gott sei dank, von Grund auf geänbeet. Nur kein Neid, wer hat, der hat! TSle Sketlung der parteigenLsflsch« Ccradfagsfrufflentn«ab der Oandesinstanzea zueinander entspricht der Stellung der Reichstags- fraktton uad des Parlelausschusse» zueinander. Der Parteiausschutz stellt daher fest: Die Landtagsfrakünnen der Partei haben in den Landesparlamenten auf dem Boden der Landes� Verfassungen selbständig unter eigener Verantwortung sozialdemokratische Politik zu treiben. Beschlüsse von Parteiorganisationen oder Landesinstanztn der Partei haben für die Landtagsfrattionen die Bedeutimg parket- genösstscher Vorschläge und Gutachten, deren Würdigung und Berücksichtigung bei der endgültigen Entscheidung dem Pflicht- gemäßen freien Ermessen der Landtagsfrakttonen unterliegt. Für ihr« Polittk in den Landtagen sind die Landtagsfrattionen ihren La nd e s par t eita gen und der Gesamtpart ei ver. antwortlich. Wir verraten kein Geheimnis, wenn wir mitteilen, daß die besonderen Berhällnisse in Sachsen diese Stellungnahme des Parieiausschusfes notwendig machten. Dort hatte sich aus Anlaß der letzten Regierungsbildung ein Konflikt zwischen dem Landesarbeitsausschuß und der Landtagsfraktwn über die Frage ergeben, welche der beiden Körperschaften die Entschei- duna über die Art der Beteiligung der Partei an der sächiischsn Regierung zu treffen habe. Um dieses Konflikts willen ist so- gar ein besonderer Landesparteitag für den nächsten Sonntag einberufen worden._ Soziaiüemokratie und Republik. Nürnberg, 27. November.(Eigener Drahtbericht.) Di« Mit» gliederversammlung des Sozialdemokratischen Vereins Nürnberg vom 26. November nahm nach einem Referat des Genosien Geyer eine von dem Genossen Schneppenhorst eingebrachte Entschließuno an. Vor der Annahme wurde ein« prinzipielle Diskussion geführt zwischen dem Genossen Reichstagsabgeordneten Simon- Nürnberg, der sie heftig bekämpfte, und den Genossen Schneckenhorst und Geyer, die ste befürworteten. Von den Anwesenden, etwa 2000, stimmten etwa 100 gegen-die Entschließung. „Der Weg aus dem wirtschaftlichen Elend der Massen und der politischen Verwirrung unserer Tage ist nur zu bahnen auf der Grundlage der demokratischen Verfassung der Deutschen Republik durch die verantwortliche Arbeit der Volksvertretung und durch das freie, durch keinerlei Ausnahmegesetze gshindctte Spiel der demokratisch- republikanischen Kräfte. Das Ziel der Rettung des Volkes vor dem wtrtichmtlichen Untergang wird gefährdet durch ein« prinzipielle Abkehr von der praktischen Mitarbeit an den Stoatsauf- gaben. Ohne die Behauptung der Reichseinheit in der Republik ist ein geschlossener erfolgreicher Kampf der Arbeiterschaft in Deutsch- tond unmöglich. Di« d-utsche Sozialdemokratie kann angesichts des Elends der Mafien und der polittschen Ge'ohren, die die demokratische Republik bedrohen, nicht tatenlos die Bestimmung oes politischen Kurses in Deutlchlond den bürgerlichen Parteien altein überlassen und damit ein« wichtige Position des Kiasienkampftz aufgeben in einem Augen- blick der Verteidigung der Aobeiiemossen gegenüber mächtigen Klassengegnern. Die Du'-chführung ihrer Aufgaben im Parlament erfordert die porlomsntaniche Zusammenarbeit der einheitlich und ge- schloffen auflreteixben Sozialdemokratie mit allen republikanischen Parteien zur Herstellung einer auf fester varla- mentarischer Grundlag« ruhenden Regierung zur Duchsührung der zur Rettung der im Elend versinkenden Massen des Volkes not- wendigen Aufgaben auf dem Gebiet« der Finanz-, Währungs- und Wirtschaftspolitik. Die Nürnb rger Parteigenossenschaft erwartet von der Partei- leitung und ihrer parlamentarischen Vertretung ein geschlossenes Auf- treten in diesem Sinne.*1_ Degoutte und Kahr. Ter„Vorwärts" im besetzten Gebiet wieder erlaubt. Nach einer Mitteilung der Oberpostdirektion in Düsseldorf ist das Verbot des„V o r wä r t s** für das neu besetzte und Einbruchsgebiet aufgehoben worden. Unsere Zei- tung kann also nach den in Betracht kommenden Or; n wieder abgesandt werden. In K a h r- B a y e r n jedoch, einem immerhin noch deutschen Lande mit deutscher Regierung, ist der Vertrieb des „Vorwärts" noch immer verboten. Und wir haben jetzt den Wintersport bei uns zu Haus« und brauchen nicht nach dem Schworzwald und dem Riesengebirge oder nach Thüringen und dem Harz, womöglich noch in der harten dritten Klasse zu reisen. Der Dollar steigt und springt— man sollte gar nicht glauben, wie lebendig so ein liebes Ding fein kann— und da heißt es laufen und kaufen. Ilm drei Uhr nachmittags wird der neu« Dollar verkündet und wie hoch er aufs neue geflattert ist, und mm heißt es, den Haufen Papiergeld, den man noch hat, vor drei Uhr und vor der neuen Erhöhung des Dalles, wie des Dollars, los werden. Nun heißt es laufen, laufen, denn um«in Uhr schließen die Geschäfte. Ha, dos ist ein« Lust, von Straße zu Straße zu stürme« und von Laden zu Laden zu türmen, und das ist«in« Freud«, wenn man vor dem erhöhten Dollar noch Ziel und Einkauf gefunden hat. Und anregend ist dieser Sport und interessant zu beobachten, wie ander« auf der Strecke bleiben und sich überhaupt nicht mehr erholen und erheben können. D-r Wintersport im Gebirge mag ja für bescheidene Gemüter genügen. Ich lobe mir unseren Wintersport, der ist doch viel lustiger und viel gesünder. Philologen und Theologen. In der gesamten Beamtenschaft herrscht ein groß« Schlotter wegen des kommenden Aböaus. Ob auch die Theologen Bange haben, ist uns unbekannt und wenig glaubhaft. Und doch wäre ge- rade hier eine Revision sehr angebracht und zeitgemäß, wenigstens in der Betätigung der Gottesgelahrten im Schulsach. in das sie gar nicht hineingehören Die Schule den S ch u l l« u!« n, die Kirche den Geistlichen! Die Schulleute schreien Zetcr und Mordio über den kommenden Abbau, anstatt sich mal der Ein- drlnglinge in ihr eigenstes Fach zu erwehren, wie es ja die Aerztc mit Entschiedenheit schon lange tun und wie es die Geistlichen— umgekehrt den Schulieuten gegenüber— mit allen Mitteln tun würden. Bis ins Ministerium hinaus sitzen(ehemalige) Theologen, die in Schulsachen ein entscheidendes Wörtchen zu sagen haben. Diele Gottesgelahrtc haben ein sogenanntes Rektoratsexamen abgelegt und find Leiter oder Lehrer von Rektvratsschulen(bis Tertia). Ander« wiederum haben ein Examen gebaut mit Religion und Hebräisch und sonst einem dritten Fach und wirken dann als Lehrer an höheren Schulen. Wie ein solcher Unterricht auf dt« übrigen Fächer abfärbt. 5ann sich jeder vorstellen. Religion wird als Fach rn den Schulen unterrichtet, und da wäre es doch nicht mehr wie recht und billig, wenn der Geistliche der betreffenden Religionsgemeinschaft diesen Unterricht erteilt. Nur diesen. Wenn aber ein Laie mit Religionsunterricht betraut werden soll, so schaffe man doch den eigentlichen Religionslehrer, und Schlupfwinkel der Inflation» Die Möglichkeit, mit den Papiermarkkrediten der Reichs- dank ungeheure Jnflatwnsgewinrte zu machen, ist neben der Finanzzerrüttung des Reiches die Hauptursache für den BerfallderMark gewesen. Man hätte annehmen dürfen, daß spätestens mit dem Persuch der Währungsreform jede privat-? Jnftationsquelle rücksichtslos verstopft würde. Die- Papiermarkkredit- der Reichsbank sind ja nun auch fast voll- ständig eingestellt.'Stattdessen aber besteht immer noch die Möglichkeit, mit Hilfe der Darlehnskassen Papiermark- k r c d i te auf Dollarschatzanweisungen unu Goldanleihe zu erhalten. Aus diesem Wege werden jetzt so große Inflationsgewinne gemacht wie ehemals mit den Papiermarkkrediten dar Reichs- bank. Wer z. B. von Anfang September bis Mitte November von der Möglichkeit der Beleihung von Dollarlchatzanvxi-un- gen oder Goldanleihe Gebrauch gemacht bat, hat bei jedem Dollar einen Gewinn von 8,23 Goldmark gemacht, also fast den doppelten Betrag. Aus diese Weise ist miederilm das Interesse der Banken und der Schwerindustrie an dauernder Senkung des Markkurses außerordentlich stark geworden. Diese Kreise haben jetzt durchgesetzt, daß das Kontingent der Darlehnskassen. das erschöpft war und somit den Inflations- gewinnen ein Hemmnis bereitete, auf zehn Trillionen heraufgesetzt wurde und daß Dollarschatzanweisungen zu einem Höchftkurse von 2 Billionen Mark pro Dollar bc- liehen werden können. Dieses Vorgehen stützt ftch auf das Gesetz über die Ausgabe von Dollarschatzanweisungen, in dem die Beleihungsmöglichkeit vorgesehen ist. Di« Sozialdemokratie hat bereits bei der Beratung dieses Gesetzes diese Bestimmung auf das schärfste bekämpft und aur die Gefahren hingewiesen, die aus ihr entstehen müssen. Trotz- dem haben die bürgerlichen Parteien sie beschlossen. Wenn aber irgendwo der A r t i t e l 48 d e r R e i ch s v e r s a s s u n g mit Recht angewendet werden kann, so in diesem Falle. Es muß jetzt durch eine auf diesen, Artikel gestützte Verordnung das Beleihungsrecht für Dollarschatzanwcisungen und Goldanleih? sofort beseitigt werden. von rechts und links. Bei den gestrigen Demonstrationen der Kommunisten ist öi« Landtogsabgeordn«:« Rosi SSolff stein verhaftet worden. Ihn« Immunität gilt als nich' mehr bestehend, da sie auf irischer Tat verhaftet wurde. Bürgerliche Korrespondenzen berichten von „russischen Agitatoren", ohn« daß bestimmt« Angab:", gemacht werden. In der Breiten Straße wurde der Versuch eines Barri. kadenbaues von der Schupo oerhindert. Auch im W e st e n Berlins ist es gestern abend zu Demon. strattonen gekommen, allerdings hier von der anderer Seite. Die Deutschvölkischen wollten in den Hohenzollernsestsölsn und im Kaiser-Friedrich-Aelt Versammlungen veranstalten, die aber von der Polizei verboten nwren. Infolgedessen kam es in der Berliner Straße zu Ansammlungen, die aber leicht zerstreut werden konnten. An der Ecke der Wssmersdarftr und Schill« rstroße mußte ein aus 00 Personen bestehender Demonstrationszug dar Deutschvölkischen aufgelöst werden: ein Tsilneh.ner wurde zwangs- gestellt. * Das Polizeipräsidium teilt mit: Die bei den gestrigen Kundgebungen festgenommenen 77 Per- sonen sind heut« der der politischen Polizei eingehenden Verneh. mungen unterzogen worden. Die meisten von ihnen, u. a. auch dos Mitglied des Preußischen Landtages Rosi W o i f f st e i n, werde» nach Abschluß des polizeilichen Ermltllungsversahcens dem Richter vorgeführt, um sich wegen Auftuhrs und Landfriedeirsbruches und wegen Verstoßes gegen die Verordnung des Militärbefehlshabers vom 28. September 1923 zu oerantworten. Die Gattin Worowstis, des in Lausami- ermordeten russischen Sowjetdelegierten, die seit dem Tod« ihres Gatten krank war, ist im Alter von 40 Iahren in St. Blasien gestorben. zwar so, wie man etwa Zeichen- oder Gcsanglehrer bereits hat. Der Grundfehler liegt in den Exemensbestintmungen, die Religion als Fach in beliebiger Zusammensetzung mit anderen freilassen, so- gar erwünschen. Sache des Fortschrittes wäre es, hier einmal Wandel zu schaffen. Hier könnte abgebaut, hier müßt« umgebaut werden! Da gäbe es Luft für manchen stellenlosen Studienassessor und Studienreferendar! Aber eines wollen wir in kommender� Zeit genau beachten und buchen, wenn das Abbaugesetz nicht rückgängch gemacht wird: wieviel linksorient ertc Lehrkräfte abge- baut werden...._ Prolelarisierung der russischen Hochschulen. Die Aufnahme in die russischen Hochschulen für oas Lehrjahr 1923/24 ist, wie der Petersburger Berichterstatter des Ost-Expreß schreibt, im Oktober abgeschlossen worden. Das Ziel, das sich die Unterrichtsuerwaltung aejtellt hatte, ist erreicht: Proletarisienmg der Studentenschaft. Im Sommer waren in genauen Regeln für die Aufnahme die sozialen und politischen Gesichtspunkt« festgesetzt worden, nach denen die Aspiranten in Gruppen eingeteilt werden. Solcher Gruppen gab es mehr als 19. Die ersten Gruppen bildeten die Mitglieder der Russischen Kommunistischen Partei(RKP.) und des Kommumsttschen Iugendverbandes(Komomol). dann folgten die Absolventen der sogen. Arbeite rfakultötcn. die fast ausschließlich von Arbeitern unk- Bauern besucht werden' dürfen. Dann folgten die Kinder von Handwerkern, Äaufleuten. in letzter Linie die Kinder von Edelleuten und Geistlichen. Allerdings ist den Kindern von Hochschullehrern «in« Vorzugsstellung eingeräumt. Da der Andrang in diesem Jahr besonders groß war, kamen die letzten Gruppen fast aar nicht in Betracht. Neben dieser Gruppierung vom Klassenstandpunkt wurde noch-in anderes wirksames Mitte! angewandt. Alle Kan. didaten mußten sich einer Prüfung unterwerfen, bei der si« nicht nur in Russisch, Geschichte, Mathematik und Physik examinier: winden, sondern auch im politischen ABC. linier diesem Ausdruck versteht man außer den Grundzügen des Marxismus und der Sowjetkonstitution auch die aktuelle Politik der Regierung. Es ist klar, daß dieses uferlos« Fragengebist die Möglichkeit gab, uner- wünsch:« Elemente abzustoßen. Ein inker nationaler Dogeischntzverband. Bon englischer. crnerikanischsr und französischer Seite will man einen Internatio- nalen Bogesschutzvervand gründen, der sich besonders auch um dsn Erlaß internationale? Vvgelschntzgefetze bemühen w-ll. Wegen der Wandergewohnhett vieler Vögel ist ein Schutz ja auch nur wirksam. wenn er international ausgeübt wird. Namentlich will man das Auelaufenlassen großer Oelniengen auf dem Meere verbieten, da dadurch Taufende von Seevögcln zugrunde gehen. SsrlrSze. Dr. Tuiiav W y n e k e n spricht am ö. Dez. über„Ter cura- päisch«(Seilt und die Moral der Zukunft': Dez. über„Die Aufgabe der deutschen Iugendbiwcguni,': S. Dez. über„Erziebung zur iSeltanschauuna", Alle AortrSze finden Ubr in der Berliner Sladthalle, Klosterilr., statt. Karten. vom 2(3. Nov. ab C.. SoPbietstlr. ZS, Blazdeburger Straße 7 und bei Hellmuth Drechsler, Berlw-Friedenau, Bcckerstr. 24, l. Da» Lefsing-rheater bleibt am Donnerstag geschlossen. Aul Freitag neu einstudiert:»Michael Krämer'. bem jeweiligen Dollarstanb erflärt sich also ohne weiteres aus ben oben gegebenen zu nächst Uebergang zur Goldwährung. Ueberpreise. Der Reichswährungskommiffar Dr. Schacht läßt der Breffe Das Misverhältnis zwijgen, stauftraft und Produktionspreis nacht Gelbverlaufspreise an Gielle ber jeğigen. Bapiermartpreife durch das Bolffiche Telegraphenbureau Mitteilungen über die wird von Tag zu Tag deutlicher. Je mehr der Handel dazu übergeht, treten, werden diefe unter den gegebenen Umständen notwendigen Durchführung der Währungsreform zugehen. Dr. Schacht nach Mart und Pfennigen die Waren auszuzeichnen, desto fühlbarer Schwankungen von selbst fortfallen. ist bekannt als ein ursprünglicher Gegner des Rentenmark macht sich das Bewußtsein in den Räuferschichten geltend, daß die Kohlenpreisen herbeigeführt ist durch die hohen Risiko. Das Kohlenamt muß selbst zugeben, daß der Wirrwarr in ben projektes und als ein eifriger und überzeugter Anhänger der Gold geforderten Preise weit über den Friedenspreifen liegen. Die Haus prämien, die der Handet nimmt, um sich gegen die Gelbent notenbank, der auch nach seiner Ernennung zum Reichs- frauen haben die Zahlen von früher noch gut im Gedächtnis, obgleichwertung zu schützen. Er ist sehr im Irrtum, wenn er glaubt, daß währungskommissar weiter bie Politit perfolgt, über die nun ein- fast ein Jahrzehnt größter Nervenanfpannung seitdem verflossen ist. Durch die Goldmartpreise die Sache für das Publikum schmackhafter mal beschlossene. Rentenmarf hinweg zur echten Goldwährung Benn Zuder heute mit 65 Pfennigen notiert wird, ist beinahe das Drei- wird, dann wird nämlich, solange nicht ausreichend wert. auf dem Wege über die Geldnolenabteilung der Reichsbank zu gefache erreicht. Man fann nehmen was man mill, ob Haferfloden, beständige Zahlungsmittel vorhanden find, bie Langen. Seine Ausführungen über das augenblidliche Stadium Räfe oder Streichhölzer, Fleisch oder Fisch( namentlich geräucherte Malle der Berbraucher das gesamte Geldentwertungsrifito zu fragen der Währungsreform, die von einem optimistischen Grundzug ge- Bare), ftets ist nahezu das Doppelte zu zahlen. Man hat nun darauf haben. Aus dieser Tatsache ergibt sich die unabweisbare Forderung, tragen sind, gewinnen dadurch Bedeutung. Er schreibt: hingewiesen, daß auch in den Ententeftaaten die Preise durchweg daß schleunigst für die Bereitstellung derartig großer Die unausbleiblichen Reibungen beim Uebergang von einem Geld zum andern sind bei der Rentenmart badurch vermehrt das sich nur gerade das Allernotwendigste taufen kann. Dazu meift werden muß, um damit die weitaus überwiegende Menge der Löhne gestiegen sind ein schlechter Troft für ein arm gewordenes Bolt, mengen wertbeständiger Zahlungsmittel gesorgt worden, daß bei ihrem Inslebentreten noch fein genügender Bestand gebrudt war. Wenn trotzdem die Einführung der Rentenmart mit noch mit Papiermark, die unter den Händen an Wert verliert. Dieser und sonstigen Bezüge auszahlen zu können. Goldmarfpreise bei Sem 15. November beschlossen wurde, so geschah bas, meil mit dem legter Umstand macht zurzeit auch ein Sparen nahezu unmöglich; Bapiermartentlohnung bedeuten, das hat die Erfahrung bisher aus. felben Augenblid bie Kreditinanspruchnahme bes wer wirklich in der Lage ist, ein paar Goldmart für spätere Ausreichend Reiches bei der Reichsbant aufzuhören hatte. Dieser für gaben, namentlich Steuern, zurückzulegen, findet nur schwer Gelegen. reichend gezeigt, nichts anderes als Hunger oder in diesem Falle Verzicht auf Heizung. ben Beginn jeber Währungsreform einschneidende Punkt heit, das Geld„ wertbeständig" anzulegen. Seit furzem richten einige mußte alle sonstigen Bedenken überwiegen. Gleichzeitig ergab fich Banten solche wertbeständige Konten ein, aber solange nicht großdie Notwendigkeit, die Rentenmart zu einem möglichst gleichmäßigen zügige Einrichtungen getroffen werden, um das Bapiergeld einzu Austauschkurse gegen Papiermart abzugeben. Es war deshalb tauschen, bleibt das Bublifum der leidende Teil. Schon der Umstand, erforderlich, daß die Goldmart an einem Lage Dom Bormittag zum Nachden Berliner Dollarfurs in möglichst furzer Frift der Welfmittag parität näherzubringen. fich ändert, wirft meist zu feinem Schaden. Ueberpreise Der Druck der Rentenmart soll nach den Abfichten des Berwaltungs- und Mangel an wertbeständigem Gelb höhlen die Kauftraft immer rates der Rentenbont im Laufe des Monats Dezember mehr aus und das Elend wird immer größer. ganz beendet sein und geht zurzeit in einem schnelleren Tempo vor fidh, als es die ersten Tage gestattet haben. Es ist deshalb damit zu rechnen, daß in fpätestens zwei bis drei Wochen ein für die Bewältigung des derzeitigen Zahlungsmittelverfehrs ausreichender Betrag in Rentenmark in ben Verkehr gebracht fein wird. Der Schrippenrektor vor Gericht. ber # Ein 16jähriger Angeklagter. in Der erste Plünderungsfall vor dem Sondergericht. Die zur Aburteilung der Plünderer eingefeßten Sonbergerichte beginnen jetzt mit ihrer Tätigkeit. Heute früh trat das Sondergericht beim Landgericht III unter Borsiz des Landgerichtsdirektors Dransfeld zusammen. Die Kammer ist von drei Richtern besetzt. Dem Sondergericht wurde aus ber Untersuchungshaft der 16jährige Arbeitsbursche Roman Turdzynski vorgeführt. Der Angeflagte ist ein Dreitäfehoch, der taum Eine Klage des Provinzialschulfollegiums. über die Rampe der Anflagebant hinwegsehen Die vom Borwärts" im Herbst vorigen Jahres mehrfach be- tann. Er ist bereits zweimal wegen Diebstahls, einmal mit zwei sprochene Affäre des Rettors Raefer von der Berliner 100. Ge- Wochen, das zweitemal mit sechs Wochen Gefängnis bestraft, hat Im gleichen Tempo wird sich der Betrag des Notenumlaufes me in deschule in der Reichenberger Straße, dèm man 11n aber beide Male vom Jugendgericht Bewährungsfrist erhalteri. und der Girogelder der Reidsbank vermindern. Da zurzeit der regelmäßigteiten bei Berteilung Don Jegt ist er beschuldigt, am 16. November an ber Kreditweg noch nicht offen steht, fann die Rentenmart seitens der Schrippen für hungernde Schulkinder nachsagte, folite Bünderung eines Herrenmaßgeschäftes Wirtschaft nur gegen Singabe von. Papiermart oder Giroguthaben erworben werden. Diese Rentenmarkbeträge stammen aus den dem jetzt vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte erörtert werden. Ange der Rantstraße teilgenommen zu haben. Der Ange flagte gibt den Tatbestand zu. Er sei seit dem 16. August Reiche zur Verfügung stehenden unverzinslichen 300 Millionen flagt war nicht Rektor Raefer, gegen den ja die Schuldeputation arbeitslos und sei an diesem Tage mit 50 bis 60 Erwerbstojen Rentenmark und dienen in ihrem Papiermartertrage der Ber- und das Provinzialsgulkollegium nicht mehr Belaftendes gefunden zum Rathaus in Wilmersdorf gezogen, um Unterſtügung zu ver minderung der Schulden des Reiches bei der hatten, als mas zu einem Bermeis und zu der später erfolgten Ber- fangen. Dann sei er in der Wilmersdorfer Straße auf eine Horde Reichsbant. Es ergibt sich mit dem Fortschreiten diefer Ent- fegung an eine andere Schule ausreichte, sondern wegen eines den Jungens gestoßen, und es sei der Ruf erfchollen: kommt, jetzt widlung eine Papiermartinappheit, die der bisherigen Fall Raefer behandelnden Artikels der früheren Freiheit" gehen wir plündern!" Da fei er mitgegangen. In das Geschäft fortgesetzten Papiermarfentwertung mit Sicherheit entgegenwirken( Nr. 332 vom 14. September 1922) hatte man gegen ihren damaligen in der Kantstraße feien etwa 15 bis 20 Jungens eingedrungen, und muß, wenn nicht die Reichsbant neue Papiermartinfation betreibt. Redakteur Genossen Rauch den Staatsanwalt in Bewegung gesetzt. er fei mitgegangen. Es sind dem Geschäftsinhaber 5 Mäntel und Soweit die Entschließungen der Reichsbant in Frage tommen, gehen sie nach meiner Kenntnis tahin, daß nicht nur jede neure In- Die Anflage lautete auf formale Beleidigung nicht des eine Anzahl Anzugftoffe geraubt morden. Die übrigen Teilnehmer ant der Plünderung feien entkommen. Staatsanwaltschaftsrat flation zu vermeiden ist, sondern daß auch in den bisher immer Rettors Raefer, fondern des Provinzialschulfollegiums, Steiner beantragte gegen den Angeklagten mit Rücksicht auf seine noch, wenn auch furzfristig ausgegebenen Wechselkrediten auf nicht über dessen Verhalten im Fall kaeker der Artikel sich scharf geäußert Jugend 6 Monate Gefängnis. Das Gericht verurteilte den Angewertbeständiger Basis eine Aenderung eintreten muß. Eine dahin hatte. As Nebenfläger war der frühere Berliner Gemeindeschul gehende Politik ist auf das entschiedenste zu begrüßen. Sie mird rettor, jezige Oberregierungsrat regel zugelassen, der als Ab. flagben wenen Zusammenrottung zur Begehung von Gewalttätig zu einer weiteren Berringerung des Papiergeld.teilungsleiter des Provinzialschulfollegiums sich persönlich beleidigt feiten in Tateinheit mit Diebstahl zugunsten des Angeklagten umlaufes beitragen und die Wirtschaft auf den Beg bes wert fühlte. Herr Brekel hatte nämlich ein Schriftstüd zu unterzeichnen Sprach, daß er wohl in einer gewissen wirtschaftlichen Not gehandelt Andererseits muß derartigen Gewalttätigteiten mit beständigen Rentenmarffrebites verweisen müssen. gehabt, das einem Mitglied des Kollegiums der 100. Schule, tem haben mag. Gewiffe Gefahren drohen hier vom Notgeld. Völlig um Behrer Splinter, die Mißbilligung des Provinzialschul- Entschiedenheit entgegengetreten werden. Das Gericht erfannte auf möglich ist es, die Reichsbant etwa für die Einlösung der Gutschrift follegiums aussprach, weil er die von ihm bei einer Bertretung des fechs Monate Gefängnis. Von einer Strafauslegung wurde mit von ungedecktem Notgeld in Anspruch nehmen zu wollen, und Rettors bemerkten Unregelmäßigteiten erst später an die Behörde Rücksicht auf die Borstrafen des Angeklagten abgesehen. es hieße den ganzen, mit unendlichen Mühen und Kämpfen errunge gemeldete und nach Ansicht des Provinzialschulkollegiums persönliche urteilte, mit seinen 16 Jahren eigentlich noch ein halbes Kind, wurde nen Währungsreformbeginn wieder preisgeben und das alte Elend Motive gehabt habe. Zur Bernehmung der vom Genossen Rauch zur Berbüßung der Strafe sofort ins Gefängnis abgeführt. in verstärktem Maße mit allen seinen wirtschaftlichen und sozialen beigebrachten Zeugen, durch deren Befundungen er den WahrheitsFolgen wieder heraufbeschwören, wollte man hier die Reichsbant beweis gegen Raefer führen wollte, tam es nicht, weil das Gericht wiederum zur Befriedigung öffentlichen Geldbedarfes durch neue In- als wahr unterstellte, daß Reftor Raefer bet der Schrippenverteilung fidh Intorrektheiten habe zuschulden tommen lassen. Das flation zwingen. Der Umstand, daß ergab sich auch aus den Beluntungen des Oberregierungsrats Prezel und des gleichfalls im Brovinzialfchulfollegium tätigen Regierungs, rats Günther, die das Verfahren gegen Staefer schilderten und babei feine Schuldigkeit getan. Der Staatsanwalt erkannte an, daß versicherten, das Provinzialichuttollegium habe in vollstem Maße Raefers Buchführung über die Schrippenverteilung offenbar etwas lag" gewesen sei, fo daß die Freiheit" einen berechtigten Grund zu einer hiergegen. fich richtenden Kritif gehabt habe. Unberechtigt sei aber die Kritik an dem Verhalten des Prodie Währungsreform einen stetigen und flar vorgezeichneten vinzialfchu tollegiums, und sie sei in der Form beleidigend, im be. Weg geht. fonteren für Bretel, der offenbar gemeint fei, wenn auch der Artikel Ob und in welcher Weise die Reichsmart in einem gegebenen Zeit- ihn nicht genannt habe. Gegen Rauch beantragte der Staatsanwalt puntt zu einem anderen Zahlungsmittel oder Wertpapier in ein eine Freiheitsstrafe, aber( wie er hervorhob) feine Ehrenstrafe, feftes Verhältnis zu bringen sein wird, darüber fann erst sondern eine Woche Haft mit breijährigem Strafaufschub und späentschieden merden, wenn die Entwicklung etwas weiter vorgeschritten terem Etraferlaß, falls bis 1. April 1924 eine Buße von 50 Goldfein wird. Im gegenwärtigen Augenblid liegt feine Veranlaffung mart gezahlt ist. Das Gericht fah als erwiesen an, daß bei der Schrippenvervor, den Charakter der Reichsmart als gefeßliches Zahlungsmittel zu ändern. Im Gegenteil ist die Möglichkeit der Wiedererstar- teilung ißstände geherrscht" haben, die zu einer Kritik fung der Reichsbant in ihrer Stellung als zentrales Bäh- in der Breffe berechtigten. Strafbar aber feien bie dem Bro rungsinstitut durchaus gegeben, während gleichzeitig die Rentenmart pinzialfchulfollegium gemachten und gegen Brezel fich in ihrer starten goldhypothetarischen Fundierung als innerwirtschaft richtenden Vorwürfe, partetisch gehandelt und die Unmorel geschütt liches Zahlungsmittel bis zur endgültigen Lösung des zu haben. Das Urteil lautete nicht auf Haft, sondern auf 1 Billion Mart Geldstrafe. beutschen Währungsproblems ihre Bedeutung behalten wird. die Reichsmart sich von Tag zu Tag mehr und mehr verfnappen mu fann indessen auf den Devisen marit nicht ohne Einfluß bleiben. ift bisher in der Deffentlichkeit nicht genügend beachtet worden. Er ẞie weit das der Fall sein wird, darüber werden die nächsten Tage vielleicht schon einige Klarheit bringen. In jedem Falle darf ein gewiffes Gefühl der Beruhigung Plab greifen darüber, daß Die rheinische Goldnote. Köln, 28. November.( WTB.) Wie die„ Kölnische Boltszeitung" zu der Frage der rheinischen Goldnofenbant erfährt, ist als Einheit die Rheinmart" genehmigt worden, die einem Zehntel Dollar entsprechen soll. Nach der Bestimmung im abgeänderten Entwurf der Sagungen foll Koblenz als Sig ber neuen Bank gelten. Diese soll Hauptgeschäftsstellen in Köln und in Duisburg erhalten und daneben Zweigniederlassungen errichten fönnen.. 群 Das Kohlenpreisrätsel. Wie es vom Kohlenamt gelöst wird. Berschärfung der Lage. Der Ber. Alle Belt fragt, was denn nun eigentlich werden soll und worauf die Geschichte eigentlich hinaus will. Man sieht gespannt hinauf zu jenen. Höhen, deren Mächte sich mit den gewöhnlichen Sterblichen, bie auf der Alltagserde herumfrabbeln, gar nicht abgeben, sondern durch die Wolfenwand. Es läßt sich nicht leugnen, daß sich die Lage ganz allein nach eigenem Ermessen entscheiden. So weit das Auge reicht, ist der Horizont dicht bewölft und fein Sonnenstrahl dringt leider verschärft hat. Die Betterlage natürlich. In den frühen Morgenstunden herrschten heute in den Außenbezirken bis zu 6 Grad unter Null und da sich die Stadt- und Bororizüge erst nach und nach erwärmen, war es in ihren Wagen am frühen Morgen ebenso ungemütlich wie in den Straßenbahnwagen den ganzen Tag über. Begen Mittag trat eine fleine Erwärmung ein, aber der Frost blieb bestehen. Ein Jammer ist es, auf der Straße in Frofi und Wind die anstehenden unterernährten Frauen und Kinder und die sich zu fammenfrümmenden hungernden Arbeitslosen zu sehen. Hoffentlich bauert diese Dezemberkälte nicht allzulange an. Straßenbahnfarten für Dezember. Die Straßenbahn gibt Monatstarten und Wertmarfen für Dezember frühestens am 30. d. M. aus. Gegen Zahlung von wertbeständigem Gelde sind jedoch ausnahmsweise für Monat Dezember Karten und Wertmarien bereits erhältlich vom 26. d. M. ab unter Gewährung von 10 Proz. Rabatt in ber Hauptausgabestelle, Leipziger Blas 14( Werktags 2-8, Sonnabends 9-1 Ubr), auf den Betriebsbahnhöfen und in den befannten pribaten Berlaufsstellen. Die Preise der Monatsmarten betragen alsdann unter Berüdfichtigung des 10prozentigen Rabatts für eine Linie ftatt 7,50 Goldmark bat. 6,75 Goldmart, für zwei Linien statt 10,50 Goldmart bzw. 9,45 Goldmart, für drei ginien statt 13,50 Goldmart bzm. 12.15 Goldmart, für alle Linien statt 18 Golbmart bzw. 16,20 Goldmart, für Schülertarten statt 3,75 werden Zahlungen nur in wertbeständigem Gelde angenommen, Goldmark bato. 3,85 Goldmart. Für die Zeit vom 26. bis 29. b. M. eftbeträge werden in Papiermart herausgegeben. Als Umrechrechnungsturs gilt der amtliche Dolarturs des Vortages. Jr Nr. 545 des„ Borwärts" vom 21. November hatten wir das Preisrätsel behandelt, das sich daraus ergab, daß die Kohlenpreise frog unveränderten Dollarstandes ständig stiegen. Wir hatten dabei an das Berliner Rohlenamt folgende Fragen gerichtet: Welche Er. flärung hat das Berliner Kohlenamt für die Swanfungen bes Der Kölner Oberbürgermeister erklärte in einem Interviem, daß Kleinperfaufspreises in Goldmark zu geben? Wie ist es zu erflären, bie Schwierigkeit der Währungsfrage die Lage im Rheinland nicht daß der Kleinverlaufspreis in den beiden legten Tagen um 111,53 Zu einem Feuergefecht zwifchen erlappten Einbrechern und Bebereinfache. Die neu zu gründende Rheinische Nobenbank werde Brozent über den Gestehungs und Frachitosten nicht den 3wed haben, ben sich mancher wünsche. Die rheinische bis Berlin liegt? Sicht ein Aufschlag von 111,53 Broz. in amten tam es heute gegen 4 Uhr auf dem Grundstü Büschingstr. 17. Bevölkerung hoffe zwar im stillen, daß die Rheinische Goldmoten. Goldmar? für Abfuhrgebührnisse vom Bahnhof und Kleinhandels- Hier waren drei Mann auf einer Leiter durch ein Fenster in das Belzwarengeschäft von Ruß eingedrungen und hatten bereits bant eine neue Devise schaffen werde, daß fei aber ein Irr nugen nicht verteufelt ähnlich dem privaten Preiswucher? Welches einen großen Bosten Mäntel und andere Belzwaren herausgeschafft, aus sind die Richtlinien für die Bestimmung der Kleinverlaufspreise?" als ein Bächter sie wahrnahm. Dieser holte einen ihm bekannten Ihr einziges Ziel werde sein, Effeften und Diensthundführer herbei. Als die beiden Beamten vorgingen, griffen tändische Denisen gegen Bons in Goldmart umzu- Das Kohlenamt sendet uns mun folgende Antwort: wechseln und diese in Il mlauf zu bringen. die Verbrecher zur Schußwaffe. Auch sie zogen jeßt ihre Pistolen und es wurden 10 bis 15 Schüsse gewechselt, bis eine Verstärtung von Bolizeibeamten fam und die Einbrecher festnahm. Ein 1 beteiligter erhielt einen Schuß in den linken Fuß. tum. Goldhöchstpreise. Selbstmord eines japanischen Studenten. Gestern nachmittag gegen 6% Uhr stürzte sich ber 21 Jahre alte Student Schipefe Sunura, geboren in Djafa, aus dem Fenster feines abgemieteten Bimmers im Hause Württembergische Str. 27/28 vier Stodmerte lief auf den Bürgersteig hinab und blieb mit saweren inneren Berlegungen tot liegen. Das Motiv zur Lat ist in Geistesfrankheit zu suchen. Seit Einführung der Goldfrachten steht der den jeweiligen Kleinverkaufspreisen in Bapiermart zugrundeliegende Goldeinfoufspreis feft; er beträgt bei Lieferung frei Keller pro Zentner 1,52 Gold Der Unterausschuß für Ernährung und Bandwirtschaft des mart. In diesem Breis find lediglich die dem Handel feitens des Magiftrats zugebilligten Handelszuschläge( Manto, HandlungsReichswirtschaftsrates beschäftigte sich heute mit einem Antrag untoften, Nuken, Umsatzsteuer) enthalten. Die Umrechnung dieses Baltrusch betreffend die Einführung von Goldhöchst Goldpreises in Papiermark fann nun in jedem Falle lediglich der preisen und die Auszeichnung der Breife in Gold. Dollar furs des Vortages zugrundegelegt werden; die Gefahr Nach längerer Debatte, in die auch die Vertreter des Reichswirt eines Risikos der Geldentwertung zwischen dem schafts- und Reichsernährungsmittelministeriums eingriffen, und Geftfehungstag und Gültigkeitstage der Breije würde mithin, falls die scharfe Anwendung der neuen Kartellverord eine biesbezügliche Abgeltung nicht erfolgen würde, lediglich der nung in Aussicht stellten, wurde einstimmig die Entschließung anbel tragen. Es fommt weiter hinzu, daß der Handel den am Baltrusch angenommen. Diese Entschließung weist bei den heutigen Gültigkeitstage erzielten Erlös im allgemeinen erst am nächsten Tage Die Neutonzeffionierung von Zangiotalen, Dielen, Ciförstuben hohen Goldpreisen auf die Gefahr der geringen Abfagmöglichkeit sur Bezahlung feiner Ware verwenden kann und diese Zahlungen und Curuslokalen aller Art hat der Befehlshaber im Wehrfreis III nach den bestehenden Syndiktatsbestimmungen nur zum Kurs des im In- und Auslande hin und verlangt die beschleunigte 3ahlungstages( evtl. neuer Kurs ab Mittag) gutgeschrieben erhält. von seiner Zustimmung abhängig gemacht. Verteilung der Goldzahlungsmittel. Neben der Mithin würde der Hanbel vom Zeitpunkt der Festsetzung der Klein- Wohltätigkeitskonzert für arme Kinder Neuköllns. Die Inter Beseitigung der fünstlich zu niedrig gehaltenen pertaufspreise bis zur Gutschrift der auf Grund dieser Preise ein- nationale Reformschule für gejangliche Kultur Rosebery d'Arguto" Einheitskurse wird der sofortige Abbau der Rifito genommenen Beträge einen doppelten Kursverlust erleiden. Diese( vormals Männer, Frauen und Kinderchor Neukölln, M. d. A.-S.-B.) ber prämien und der zu hohen Grundpreise gefordert, um die Ent- Erwägungen haben die Preußische Landestohlenstelle seinerzeit veranstaltet am Sonnabend, den 1. Dezember, abends 7 Uhr, im großen Saale der Neuen Welt ein Wohltätigkeitsfonzert zum Besten armer Kinder wertung der wertbeständigen Zahlungsmittel und damit eine neue anlaßt, Richtlinien für die Abgeltung dieses Risilos für Preußen Neuloans. Saalöffnung 6 Uhr. Billets à 50 Goldpjennige find beim ErInflationsperiode zu verhüten. Es wird gefordert, daß Preis. herauszugeben. In den Richtlinien wird den Breisfestlegungsorganen werbslofenausichuß und im Restaurant von Gustav Kleift, Jägerstraße 79, Die Mitglieder werden ersucht, Billetts im genannten Potal verzeichnisse überall in Gold für alle waren durchge- empfohlen, die evil. zwischen Feitsehungstag und Gültigkeitstag ein erhältlich. führt merben. Regierung und Wirtschaftsführer werben auf die tretende Geldentwertung schöhungsweise festzustellen und dem klein von 7 1hr abends ab abzuholen. nectaufspreis zuzuschlagen. Bei diesen Schäßungen mußten fich große Berantwortung hingewiefen, bie fie in dieser Uebergangs naturgemäß Fehlerquellen ergeben, bie aber dann bei den jeweiligen Bortrag von Brof. Dr. Felig Lampe, Peranstaltet Freitag, ben 30. o., Eleen Lightbildabend: Berlin in Bergangenheit und Gegenwart mit periode für die Einleitung der Widergefundung der Wirtschaft neuen Breifen ausgeglichen worden sind. Die von dem Berfaffer 8 Uhr, in der Kirschner Oberrealfoule, Zwinglift. 2, das Bezirksamt Tiet fragen. des Artikels permißte Analogie der Golbverkaufspreise gegenüber garten. Starten an der Abendlasse. 2 Aerzte und Krankenkassen. Der Ueberwachungsausschuß soll entscheiden. Am 26. November empfing ber Reichsarbeitsminister Bertreter der Berliner Aerzte zu einer Aussprache wegen ter Berordnung über Strantenhilfe bei den Krantenfassen. Dem Groß- Berliner Aerztebund und dem Leipziger Aerzteverband, die gebeten hatten, bie Birtung einer Kündigung durch den Rassenvorstand bis zur Ent fcheidung durch den Ueberwachungsausschuß in Schwebe zu laffen, hat der Minifter das Folgende nach Prüfung der Angelegenhett fchriftlich mitgeteilt: Gewerkschaftsbewegung Neue Bestimmungen für Arbeitsnachweise. Ansicht des Reichsarbeitsminifteriums aits mannigfachen Ursachen bebent'ich Das Reichsarbeitsministerium hat sich aber an die Ber einigung der Deutschen Arbeitgeberverbände sowie an die Reichs. und Landesbehörden mit der Bitte gewendet, zu veranlassen, daß jedenfalls feine jogenannten Doppelverdiener mehr ftimmungen über die Aufsicht, die Einrichtung und den Betriebnisse gestatten und ungerechtfertigte Härten nicht entstehen. Es ist Der Präsident der Reichsarbeitsverwaltung erläßt neue Be. neu eingestellt und auch die bereits beschäftigten Doppel. verbiener insoweit entlassen werden, als es die Betriebsverhält ber nicht gewerbsmäßigen Arbeitsnachweise, bie nicht Arbeits von der sozialpolitischen Einsicht der beteiligten Kreise zu erhoffen, na dy meisämter im Sinne des Arbeitsnachweisgefeges find. daß so vermieden wird, daß einzelne Familien unverhältnismäßig Aus diesen Bestimmungen ist folgendes hervorzuheben: hohe Einkünfte erzielen, während andere Not leiden. Abban der Sozialgesehgebung. Schwierigkeiten in der Stucks und Gipsbaugruppe. Die Aufsicht über die nichtgewerbsmäßigen Arbeitsnachweise ist Nach dem bürgerlichen Recht($ 626 BGB.) steht fedem Ber. den Bandesämtern für Arbeitsvermittlung und der Reichsarbeits tragsteil, ber Krantentasse wie dem Kaffenarzt, bas freie Recht verwaltung( Reichsamt für Arbeitsvermittlung) übertragen und fristloser Kündigung zu, wenn ein wichtiger Grund dient dem Zwed, die Durchführung der für diese Arbeitsnachweise Im Bericht über die Berliner Funktionärversammlung vom borliegt. Sum einseitigen Nachteile der Krantentassen biefes Ründi. eraffenen Borschriften zu überwachen. Die Aufsicht über folche Dienstag hat fidh bei Biebergabe der Distuffionsrede des Genoffen gungsrecht auf Grund des BGB. in einer Berordnung zu be Arbeitsnachweise, die über den Bereich eines Landesamtes für Ar Ruben ein finnen stellender Fehler eingeschlichen. Gen. Ruben franten, scheint mir nicht möglich zu sein. Anders bei einer unbeitsvermittlung hinausreichen, wird gemäß§ 44 Abja 1 des ficht in der neuerdings erfolgten Beseitigung der Schlichtungsbigung auf Grund des§ 1 der Verordnung. Dabei werden Arbeitsnachweisgesetzes dem Landesamie übertragen, in beffen Beausschüsse einen Rüdschritt gegen früher. Er weist auf die Raffenarzt und Krantentaffe bei dem Ueberwachungsausschuß, dem zir? fie ihren Sih haben, wenn nicht die Arbeitsverwaltung felbft Bedeutung der Erefutive auch für die lleberwachung der Ar Bertreter der Aerzte und Kranfenfassen in gleicher Bahl und ein un die Aufsicht übernimmt Für die Geschäftsführung haben die Träger beitszeitbestimmungen hin, Juristisch besteht nicht die Möglichkeit, parteiischer Obmann angehören, binnen fürzester Frift ihr Recht der nichtgewerbsmäßigen Arbeitsnachweise Geschäftsführer zu beim Berordnungswege die Beseitigung des Achtstundentages durch. finden. Bei dieser Berfahrensart entstände den Krantenfassen burch stimmen, die für die Erfüllung der Vorschriften verantwortlich find. zuführen. die aufschiebende Wirkung der Kündigung fein wesentlicher Sie dürfen nicht zugleich das Gewerbe eines Stellenvermittlers be Nachteil. Meine Bertreter werden baher im Reichsausschuß für treiben. Die nichtgewerbsmäßigen Arbeitsnachweise sind ver Merzte und Kranfenfaffen schon in beffen erster Sigung vom 29. No- pflichtet, dem die Aufsicht führenden Arbeitsnachweisamt alle zur In einer Bersammlung diefer Gruppe am Montag schilderte vember grundsäglich dafür eintreten, daß diese Ründigungen erft mit Durchführung der Aufsicht erforderlichen Angaben zu machen und beren Beiter Schend an Hand verschiedener Borkommnisse die Un der Entscheidung des Heberwachungsausschusses dem Beauftragten Einblick in die Geschäftsführung zu gewähren. zuträglichkeiten, die sich ergeben haben. Die Unternehmer haben mirtsam werden. Außerdem ftelle ich feft, baß als Bergütung aus bez Bezeichnung der nichtgewerbsmäßigen Arbeitsnachweise bei laufendem Tarifvertrag unannehmbare Abänderungen des nach den alten Bedingungen im Sinne des§ 6 der Ber muß zu erfennen sein, wer Träger der Einrichtung ist und für felben gefordert, wie Mehrleistung bei schlechter Bezahlung, Affordorbnung nur eine solche mit entsprechenber Aufmertung melde Berufe oder Personengruppen die Arbeitsvermittlung aus. zu verstehen ist. Im übrigen weise ich nochmals darauf hin, das geübt mirb. Berboten ist den Arbeitsnachweisen, für andere als noch Ziffer 7 der Richtlinien vom 22. November der Rassenvorstand die angegebenen Berufe Arbeit zu vermitteln. Zwischen den Ar. Richtlinien nach Einholen ärztlicher Gutachten, Kündigung, Bu nichtgewerbsmäßigen Arbeitsnachweise offene Stellen, die sie vor fassungsversagung usw.) und nach§ 4 Absatz 1( Berteilung ber Raffen aussichtlich nicht besetzen, und Arbeitsuchende, die sie nicht unter ärzte auf bestimmte Bezirke) erit Gebrauch machen barf, wenn der bringen fönnen, weiterzumelben haben. Die Borschriften über den leberwachungsausschus gebildet ist. Un diese Bestim Ausgleichsverfehr werden vom Borfizenden des zuständigen Landes mung ist der Kassenvorstand nach der neuen Fassung des§ 30 der amtes für Arbeitsvermittlung im Einvernehmen mit beffen BerReichsversicherungsordnung gebunden. Die Landesregierungen wer waltungsausschuß erlassen. Werden Gebühren erhoben, so dürfen ben darüber machen, daß entgegenstehende Maßnahmen der Kaffen, diese nur die Höhe der Unkosten der Arbeitsvermittlung betragen. porftande aufgehoben werden. Ich habe den Wunsch und das Ber. Eine Gebühr darf aber nur erhoben werben, wenn ein Arbeitstrauen, daß ber Reichsausschus, deffen hervorragendfte Aufgabe der vertrag zustande gekommen ist. Haben Arbeitgeber und Arbeit gerechte Ausgleich der Interessen zwischen Kassen und Aerzten ist, nehmer die Tätin keit des Arbeitsnachweises in Anspruch genommen, fchon in feiner ersten Sigung vom 29. November alle unmittelbar haben fich beibe Parteien die Gebühren zu teilen. Entgegen. erforderlichen und fachdienlichen Beschlüsse fassen wird." stehende Bereinbarungen zuungunsten des Arbeitnehmers find nichtig. Bereine, beren 3med ausschließlich) oder vorwiegend auf Arbeitsvermittlung oerichtet ist, dürfen weber Eintrittsgeld noch In legter Zeit mehren fich die Fälle, daß reichsdeutsche Arbeits, Beiträge erheben. Die Arbeitsnachweise haben über die bei ihnen lose fich ins Ausland, insbesondere nach Desterreich, Ungarn, Rumänien eingehenden Aufträge laufend Aufzeichnungen zu führen, bei denen Jugoslawien und in die Türkei begeben, um dort Arbeit zu weder Rafuren vorgenommen noch Eintragungen unleserlich gemacht fuchen. In den allermeisten Fällen find folche Reifen nicht nur werden dürfen und die noch zwei Jahre nach der lekten Eintragung gang zwedlos, fondern bringen auch vielfache Unannehmlichkeiten beitsnachweisen Stellenliften ausgegeben, so sind diefe laufend dem auch in diesen Ländern feineswegs fo befchaffen find, daß die Zu aufzubewahren sind. Werden von den nichtgewerbsmäkigen Ar- für die Betreffenden mit sich, da die wirtschaftlichen Verhältnisse Bandesamt für Arbeitsvermittlung bzw. der Reichsarbeitsverwaltung gewanderten ohne weiteres Arbeit erhalten könnten. Es muß einzureichen. Bis zum 1. Februar 1924 ift dem zuständinen Landese baher vor solchen Auslandsreisen, die nicht auf Grund eines amt für Arbeitsvermittlung vom Geschäftsführer jedes nichtnemerbs- einwandfreien Arbeitsvertrages unternommen werden, mäßien Arbeitsnachweises erstmalig Meldung nach einem besonde dringend gewarnt werden, weil diese Arbeitssuchenden im Auslande ren Muster zu erstatten. Jede Veränderung oder Einstellung des nur dem größten Elend preisgegeben sind, zumal wenn fie, wie es Betriebes ift binnen einer Woche dem Landesamt für Arbeitsver oft vorkommt, nicht einmal im Befize ordnungemäßiger Bässe sind. mittlung zu melden. Die vorstehenden Bestimmungen treten am 1. Januar 1924 Weil sie gekündigt war. Ein vereitelter Raubüberfall Ein Raubüberfall, den ein Dienstmädchen, um sich für ihre Ründigung zu rächen, angestiftet hatte, wurde im letzten Augenblick vereitelt. Bei einem Amerikaner in der Rönnebergstraße zu Friedenau diente eine 27 Jahre alte Frida Kinzel, die zum 1. Dezember ihre Kündigung erhalten hatte. arbeit ufm. Sugleich wurde von ihrer Geite eine recht plumpe Heze gegen die Gemertschaftsführer inszeniert. Dabei fanden fie Arbeiter, Kollegen, die in diese Hege mit einstimmen. Obendrein wird die Dom Baugewertsbund propagiert durch Gründung einer Sonderfachgruppe, die offenbar als Wiederholung der Freien Bereinigung unter dem Brotettorat ber Unternehmer gedacht ist. Der Referent ersuchte baher die Kollegen, es sich wohl. weislich zu überlegen, auf solche Machinationen einzugehen, die eigene Organisation zu schwächen. Wenn auch nicht immer alles nach Wunsch gehe in der Gewerkschaft, so sei zu bedenten, daß die Berhältnisse oft starter find. Bon ben Unternehmern soll man nicht erft lernen müssen, daß Einigkeit start macht. Die Discussion wandis fich gegen alle Duertreibereien und flang in bem Entschluß aus, ihnen mit allen Mitteln zu begegnen. Vorsicht bei Arbeitssuche im Auslande. Um fich dafür zu rächen, brachte fie ihren Liebhaber, einen viel jüngeren Schneider, der sie öfter in der Wohnung besucht hatte, auf den Gedanken, bei dem Amerikaner einzubrechen und ihn zu berauben. Der Schneider hatte aber allein nicht den Mut dazu und warb noch zwei gleichaltrige Freunde an. Am Bußtag follte der Blan ausgeführt werden. Während seine beiden Freunde aufpaßten, hatte der Schneider mit feiner Geliebten bereits eine in Straft. Aus der Gewerkschaftsbewegung Rumäniens. Schreibmaschine, einige Perferbrücken usw. zum Mitnehmen aus Am 4., 5. und 6. November hielt der Verband der Taglöhner gesucht, als plötzlich der Wohnungsinhaber erschien und Goldlöhne der Reiches und Staatsarbeiter. und Fuhrleute der rumänischen Hafenftädte in Galag feinen ordent Licht machte. Dem Schneider gelang es noch, zu verschwinden. Die Funktionäre und Vertrauensleute des Deutschen Verkehrs lichen Kongres ab. Es waren 42 Delegierte von 10 Gewerkschaften Jetzt änderten die pier ihren Plan dahin, zu geeigneter Zeit in der bundes der Gruppen Post, Telegraphen- und Fernsprechpersonal, anwesend, die 5518 Arbeiter vertraten. Insgesamt gibt es in Bohnung alles zusammenzupaden und dann dem Amerikaner bei Reichs und Staatsbetriebe, nahmen gestern im Gewerkschaftshaus Rumänien 8000 Safenarbeiter und 8000 Fubrleute. Der Kongre feiner heimfehr aufzulauern, ihn auf der Treppe zu beid überfallen und feiner Brieftasche und der golbenen Uhr mit Blatin Stellung zu den Golblohnverhandlungen der Spizenorganisationen. befalog einstimmig den Anschlug des Berbandes an die JTF. tette zu berauben. Bon diesem Plan erfuhr die Kriminalpolizei; Sherff von der Reichsabteilungsleitung gab einen ausführerner wurden einige bie engere Sufammenarbeit und intensivere Beamte lerien sich auf die Bauer und faßten, als bie Räuber in lichen Bericht über bie Berhandlungen im Reichsfinanzministerium. Interftügung der verschiedenen Berbände fowie die Drganiiations. der Wohnung beim Einpaden waren, plöglich zu. Sie nahmen die Die Einteilung Deutschlands in drei Wirtschaftsgebiete mit ber aus. frage im allgemeinen betreffende Refolutionen angenommen. Tie ganze Gesellschaft, bie fich mit Snüppeln und Entschlägern ausge gesprochenen Abficht, die östlichen Gebiete niebriger zu entlohnen als Statuten wurben im Sinne der Taftil des 368. gründlich rüftet hatte, feft. bie Mitte und die Mitte niedriger als bas westliche Industriegebiet, revidiert. mußte schon mit größtem Mißtrauen aufgenommen werden. Als ganz und gar ungenügend sei bas legte Angebot der Regierung zu Die Aussperrung in Chriffiania infolge von Lohnstreitigkeiten bezeichnen. Bei einem Stundenverdienst im Wirtschaftsgebiet 2, zu in der Tabat und der Bapierindustrie umfaßt 16 000 Arbeiter. Eine dem Berlin gehört, Don 30 Pfennig in Gruppe 7, der fich in der Konferenz der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer ist um die Bei Gruppe 1 auf 51 Pfennig erhöht, wozu noch für Berlin 8 Pro3. legung der Differenzen und damit um die Beendigung der AusSonberzuschlag und für die Frau und jebes Stind je 3 Bfennig fperrung bemüht. fommen, ist eine Eriftenzmöglichkeit nicht gegeben. Die Regie- Achtung, Metallformer und Berufsgenossen! Ronferens fämtlicher Funktionäre rungsvertreter erflärten, mehr fönnten sie nicht geben, da sie von und Bertrauensleute ber Former und Beruisgenoffen am Donnerstag abend 5 Uhr der Rentenmart abhängig wären und Einnahmequellen außerdem im Lolal von Hermann Jantle, Senghofftr. 21. nicht zur Verfügung standen. Immerhin müsse betont werden, daß ausdrücklich von Golblöhnen in der Verhandlung die Rede war und eine etwaige Entwertung der jeginen Zahlungsmittel eine Aufwertung der Löhne nach fich ziehen müßte. Wirtschaft Sechs Damenfrisuren in einer Stunde. Die Runft der Damenfriseuse hat gegen bie ber Buderbäder ben Nachteil, daß ihre wunderbaren Gebilde im ersten Schlaf ver. gehen und nur ästhetisch genießbar find, selbst wenn die mit einer hübschen Frisur besonders verschönerte Schöne ihrem Galan zum Freffen lieb erscheint. Der Aufschmung, den bas Damenfrifieren während der Kriegszeit in geschäftlicher Beziehung genommen hatte, ist mit der Berdrängung der Frauenerwerbsarbeit und der geringen Entlohnung des verbliebenen Teils derselben, mieber zurüdgegangen. Die verminderte Popularität dieser Kunst muß also in höhere Qualität umschlagen. Obwohl man auch in den Kreisen der Damen friseure noch lange nicht mit einem Umschwung rechnet, zumal jetzt In der Diskussion wurde von allen Rednern zum Ausdrud gewieder viele Gehilfen die Möglichkeit bemügen, mit ihrer Kunst ins bracht, daß vor allem die Entlohnung der vorigen Woche eine ganz Einführung von Rentenmartspartouten. Durch bie Ausgabe zahlungsfähigere Ausland zu flüchten, follte das jüngste Damen- bedeutende Berbesserung erfahren müsse und sofort alles zu veran der Rentenmartscheine wird nach einer Verfügung des preußischen Breisfrisieren am Sonntag in den Sommerfälen zeigen, wieviele laffen fei, um möglichst am nächsten Tage Geldmittel zur Verfügung Ministers des Innern eine weitere Gelegenheit zur Ausdehnung Damen in einer Stunde frifiert werden fönnen. Beranstalter zu haben. Das Berhandlungsergebnis fei als ungenügend abzu- des wertbeständigen Spareinlageverfehrs geschaffen. Da die Renten war der rührige Gehlifenfachverein Berlin 1884. Neben der Firigkeit lehnen und zu diesem Zwede eine Urabstimmung herbeizu martscheine und ihre Teilstüde das neben der Papiermart allgemein Bam es natürlich auch auf die Qualität der Leistung an. Unter führen. Folgende Entschließuna fand einstimmige Annahme: verwendete Zahlungsmittel zu werden bestimmt sind, so steht zu ben vielen Wettbewerbern schlug Herr Nörte den Reford mit sechs Die am 26. November 1923 im Gewertschaftshaus versammel- erwarten, daß dieses auch im weitesten Umfange unmittelbar als perfchiedenen Frisuren. Auch die zweite Preisträgerin, Frau Beder, ten Funktionäre und Bertrauensleute der Geftion VI des DVB. Sparmart und Sparpfennig den Spartassen zugetragen werden feiftete Hervorragendes. Um fo'che Erfolge und dabei gute Bir Bost und Telegraphie, Reichs- und Stectsbetriebe, nehmen mit wird. Es wird deshalb den Sparkassen empfohlen, ungefäumt alle fungen zu erzielen, geht es freilich nicht ohne gewiffe Borarbeiten, Enirüftung von dem minderwertigen Angebot der Regierung Kennt Borlehrungen zur Einführung von Rentenmart partonvor allem nicht ohne Erfaßteile( Transformation usw. genannt) und nis. Sie lehnen dieses Angebot ab und fordern sämtliche daran besten und zur Aushändigung von Rentenmartsparbüchern auch nicht ohne den zugehörigen Schmud von Rämmen, Bändern teiligten Berbände auf, sofort im gonzen Reiche eine Urabstimmung zu treffen. Hieraus ergibt sich die Möglichkeit und Notwendigkeit und Federn ab. In der Bragis nimmt die Brozedur wesentlich über dieses Angebot einzu'eiten. Bringt die Urabftimmung eine zur Gewährung von wertbeständigen Krediten in Ren. längere Zeit in Anspruch. Mit einem Affordfrisieren und dadurch Ablehnung, welche zu erwarten ist, so ift fofort her GR, zu ver. tenmart, bei deren Hingabe und Bemessung indessen mit der durch wesentlich verbilligten Breifen, die es auch den Frauen und Töchtern ständinen, um einen Kampf der gesamten Reichsarbeiterschaft her- die Hochwertigfelt der Kreditvaluta und die Mündelsicherheit der Der Arbeitnehmerschaft ermöglichen, fich wieder einmal frifieren zu beizuführen. Dabei werden folgende Forderungen gestellt: Sparfaffen gebotenen Borsigt verfahren werden muß. Der bis. laffen, ist also einstweilen trotz bem Schnellfrifieren, nicht zu rechnen. bestehen. Zu Ginzahlungen fann- wie bisher feſtgelegten Dime herige Goldsparmartverfehr bleibt bis auf meiteres die Papier mart wie das neue Rentenbantgeld zu dem amtlich festgesetzten Um rechnungsfurs Berwendung finden. Die Rüdzahlung hat nach Wahl Der Spartasse mit den gleichen Zahlungsmiteln zu erfolgen. Auch die Papiermartipartonten find in der bisherigen Welfe fortzuführen, soweit die Einleger nicht die Uebertragung auf ein wertbeständiges Konto unter Umrechnung nach dem amtlich festge. ftellten Rurfe beantragen. Unentbehrlich werden die Papiermart rechnung von Spizenbeträgen bleiben. fpartonten noch zur Einlegung fleinster Sparbeträge und zur BerDer untergegangene deutsche Dampfer Kronos ist, einer mit teilung der Estnischen Gesandtschaft zufolge, unweit der Insel Defel, 15 Rilometer von Rielfond. im Flachwasser Wiltschuri, nicht auf eine mine, sondern auf einen Felsen gestoßen. genenstände, insbesondere der Bebensmittel und täglichen Bebarfs 1. Festlegung eines beständigen Grundpreises affer Gebrauchs. artifel. Diese Grundpreise dürfen vom Berkäufer nicht geändert werben. fondern, menn es erforder ich werden sollte, nue in Bus fammenarbeit der Gewerkschaften mit den zuständigen Ministerien. 2. Anpaffung der Grundlöhne an diefe Grundpreise auf Basis der Borkriegszeit." Ein Dollar- Vermächtnis. Der am 21. November im Metro politan- Hospital im Alter von 92 Jahren verstorbene New Dorfer Maßnahmen gegen Doppelverdiener. Bürger Louis 2ohmeyer vermachte jeiner Baterstadt Mainz Es mehren fich die Rlagen, daß fogenannte Doppelverdiener, testamentarisch die Summe von 75 000 Dollar zur Berinsbesondere verheiratete Frauen, beren Männer voll be. teilung an Waisenhäuser, Rrantenanstalten und schäftigt find, in Arbeit stehen, während zahlreiche erwerbstoje Stifte. Das Teftament sprach außerdem der in Mainz lebenden Männer und Frauen, die auf Erwerb angewiesen find, fich verrebens Schymefter bes Verstorbenen den Zinsgenuß aus einem Legat Don um Arbeit bemühen Einen gefeßlichen Zwang zur Nichtbeschäfti 20 000 Dollar zu. gung dieser sogenannten Doppelverbiener auszuüben, ist nach Wohnungstausch in u nach Berlin sowie von Berlin nach auswärts am schnellsten durch eine Anzeige im Grok Wohnungsanzeiger Berliner als einzige Spezialzeitung für möblierte Zimmer, Wohnungen u. Tauschwohnungen Unter der Rubrik Möblierte Zimmer zu vermieten" werden Meldungen von Vermietern kostenlos veröffentlicht Verbund. mit d.„ Gr.- Berliner Wohnungsanzeiger ist der Anzeiger für Grundstücks- und Geschäftsverkäufe KrausePianos zur Miete Ansbacher Str. 1, Feke Karfürstenstraße Marken+ Geschlechtskranke Behandlung von Ehphilis, Hautausfchlägen, unben. Sarnröhrenleiden, ftar e Ausflüffe, auch wo alles per fagte, wurden Taufende bunch Phorofanos bas neue beutsche Reichs. Patent, furzfristig geheilt. Biele Dantiagungen und Dankschreiben. Zigaretten Gewiffenbatte äratt Beitung. DOR 18 an Bigarren v. 5 Bf. an abate v. 25 Pf. an Jedes Quantum größte Auswahl Wiener Bei allen Zeitungshändlern und Kiosken zu haben. Verlag und Hauptanzel enannahme: Zeltungszentrale( ZZ.) Aktiengesellschaft Jerusalemer Str. 5/6. Fernsprecher: Dönhoff 8310-3312 Hei- Ko Phorofanos Heilanstalten, BotsdamerSte. 109, naheStegligerStr. Brunnenste. 191, nahe lofenibaler BL Getrennt für Herren und Dame. 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