Abendausgabe Nr. 558 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 281 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 282-295 Tel- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 70 Milliarden M. Donnerstag 29. November 1923 Berlag und Anzetgenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Verlag Gmb. Berlin S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Keine Aenderung in Preußen. Das deutschnationale Verlangen abgelehnt. Die deutschnationalen Berjuche zur Sprengung der preu- auch heute nicht so auf, daß die anderen handeln und sie zu fifchen Regierungsfoalition find gescheitert. Die 3 entrums- allem Ja und Amen zu sagen hat. fraffion des preußischen Landtags beschloß ein ffimmig, daß eine 2 enderung der Regierung im gegenwärtigen Augenblid nicht erwünscht sei. In der Form eiwas milder, in der Sache ebenso deutlich, hat sich die volts. parteiliche Fraffion ausgesprochen. Die Stellung der Demotraten ist bekannt. Das Berlangen der Deutschnationalen hat alfo einmütige Ablehnung bei den bürgerlichen Parfeien erfahren, um so mehr, als die Deutschnationalen gleich den Bosten des ministerpräsidenten für den Abg. Hergt und das Amt des Innenministers für den General v. Gayl beanspruchten. * Nachdem der Verfuch der bürgerlichen Mitte, eine Regie. rung mit Unterstügung der Rechten zu bilden, gescheitert ist, bleibt, wenn das Reich nicht der Anarchie überlassen werden foll, nur die Bildung einer Regierung übrig, die von der Sozialdemokratie unterstüt ober gebulbet wird. Ob sie an dieser Regierung dirett beteiligt sein soll ober nicht, ist eine Frage zweiter Ordnung. Die jetzt zu bildende Regierung wird auf alle Fälle nur ein turzes Leben haben, ba bie Bahlen spätestens im Juni, wahrscheinlich aber schon früher tommen. Eine ihrer wichtig ften Aufgaben wird also fein, die Neuwahlen vorzubereiten, die im ganzen Reich, alfo im besetzten wie im unbefeßten Ge biet, in möglichst vollkommener Freiheit vorgenommen werden sollen. Bis dahin werden angesichts ber trostlosen äußeren und wirtschaftlichen Lage gewiß gewaltige Schwierigkeiten zu überminden sein. Sie fönnen überwunden werben, wenn die Parteien der Mitte, belehrt durch die Erfahrungen der neuesten Zeit, bereit sind, auf die Masse der Arbeitnehmer, Arbeiter, Angestellten und Beamten jede Rücksicht zu nehmen, die mit dem 3wang der Lage irgendwie vereinbar ist. * Bon anderer Seite wird uns noch gemeldet: Eine Entwirrung der durch die Verhandlungen mit den Deutschnationalen noch mehr verwirrten Situation ist bisher noch nicht eingetreten. Herr Stegerwald hat seinen Auftrag noch nicht zurüd gelegt, er dürfte es aber in den nächsten Stunden tun. Man spricht jezt von einer ReDie Sozialdemokratische Partei hat nichts getan, um die gierung der Mitte mit Marg( Bentrum) a's Reichstanzler Berhandlungen über die Bildung einer Bürgerblockregierung und Stresemann als Außenminister. zu stören. Aus Gründen der Austlärung hätte sie es begrüßen Die fozialdemokratische Reichstagsfraktion ist für morgen fönnen, wenn das Bolt erfahren hätte, was eine Rechtsregie- 2 Uhr nachmittags telegraphisch zusammengerufen worden. rung bedeutet. Dieser Anschauungsunterricht hätte nicht nur den Anhängern der Deutschnationalen ein Licht aufgefeßt, sondern auch jenen Anhängern der Linken, die sich mit der Redens art trösten, es tönne ja doch nicht mehr schlimmer fommen. In der bürgerlichen Bresse hat man unterdeffen vielfach Dersucht, den Anschein zu erweden, als ob die Rechtsregierung beshalb unvermeidlich sei, weil sich die Sozialdemokratie neuer dings auf die Stellung einer Oppofition unt jeden Breis zurück gezogen habe. Dieser Darstellung sind wir stets mit der größten Entschiedenheit entgegengetreten, nicht meil mir die Mittelparteien in ihrem erstrebten Glüd mit der Rechten stören wollten, sondern weil sie tatsächlich vollkommen falsch ist. An der grundsäglichen Stellung der Sozialdemokratie hat sich nichts geändert. Sie hat niemals Mitarbeit und Unter ftügung prinzipiell verweigert, fie hat im Gegenteil ihre Mit arbeit in dieser oder jener Form stets gewünscht und gefordert. Nur hat sie diese Mitarbeit nicht so aufgefaßt und faßt sie Zur Steuerdiktatur. Bon Kurt Heinig. Jetzt follen Deutschlands Finanzen in lutherischem Geist burch den Artifel 48 der Weimarer Verfassung zwangsweise und antiparlamentarisch in Ordnung gebracht werden. Daß fie in Ordnung gebracht werden müssen, wenn nicht die Republit aus Mangel an Mitteln auseinanderfallen soll, ist mit vorschriftsmäßiger Langfamteit fogenanntes Gemeingut aller Oberfinanzräte geworden. Die Raulen reden ja eine nicht mehr zu widerlegende Sprache. Werden die Oktober ein nahmen des Reiches in Golb mart umgerechnet wir neh men die Mitte jenes Monats mit einer Milliarde gleich einer Goldmart als Maßstab dann ergeben sich zum Beispiel Kapitalertragssteuer 5 Colomart Reichsnotopfer Bermögene steuer nebst Zuschlag Befiziteuer Erbichaftssteuer. 4 454 162 22 797 Aufsichtsratssteuer 4.571 Kraftfahrzeugsteuer 29 561 Frachturkundenstempel 573 Branntweinmonopol 20 643 Effigsäuresteuer Salisteuer 8 469 9 644 4712 190 Spielfartensteuer Süßstoffmonopol Unsere Zusammenstellung ergibt nicht einmal 100 000 Goldmart, mit diesen Einnahmen können noch feine hundert Beamte bezahlt werden, obwohl sie sich aus zwei Monopolen, Befiz- und Erbschaftssteuer und neun weiteren fomplizierten, ganze Berwaltungen beschäftigende Belastungen" zusammensetzen. Einzelne der genannten Steuern find in Abbau" begriffen. Auf das Ersuchen der Deutschnationalen Fraffion des PreußiDie gesamten Reichseinnahmen betrugen im Oktober Ichen Candtages, fich über die Frage einer Menderung der großen etwas mehr als 87 Goldmillionen Mart. Kürzlich Roalition in Preußen zu äußern, traten heute vormittag um 10 Uhr wurde für unsere außerordentlichen Deckungsmittel festgestellt, die bürgerlichen Fraffionen zu Sibungen zusammen. Die Demo- taß sie im September entsprechend umgerechnet schon fratische Fratilon beschloß, auf eine gemeinsame Antwort 1900 millionen Goldmart bean'pruchten. Im 3m der Deutschen Volkspartel, des Zentrums und der Demokraten auf Ottober ist es wesentlich mehr geworden! Wie lange will die deutschnationale Anfrage hinzuwirken und für den Fall, daß eine angesichts dieser fatastrophalen Zustände das Reichsfinanzfolche gemeinsame Antwort nicht beliebt werden follte, ihrerseits zu ministerium noch mit der großen Steuerreform warten? Wie ertiären, daß sie eine Verquidung der Seise im Reid mit den preu- lange gedenkt es, an Stelle der Notenpreffe mit den ßlichen Angelegenheiten für unfuulich halte. Auch im Zentrum 1200 Rentenmillionen das wahnmihig hohe Defizit zu beden? feint, foolel man erfahren kann, keine Neigung zu einer Neuberung nach ben eigenen Aussagen der Leitung der Rentenbank hat in Preußen vorzuherrschen. Die Deuliche Volkspartei wird voraus- das Reich die Hälfte seines Anspruches bereits erfüllt befichtlich fich für eine Ablehnung der Anfrage in gemäßigter Form tommen. Spätestens Mitte Dezember ist nach der Meinung entschelden, will aber ihre Fraffionssihung am Abend nach der jener Leute das Faß ausgeschöpft. Was dann? Plenarsihung des Candinges noch fortsetzen. An die Sozialdemokraten Deutschlands und Dänemarks! In der Berliner Konferenz vom 26. November 1921 zwischen fratische Partei, die deutsche Arbeiterklasse und bie überwiegende Bertretern dänischer und deutscher Arbeiterorganisationen erörterte Mehrheit des deutschen Bolles den stärksten Widerstand entgegen man eine Reihe von Fragen, die die Bevölkerungen zu beiden setzen. Seiten der dänisch- beutfchen Grenze betreffen, und in den Beschlüffen Die Bertreter der sozialdemokratischen Parteien befchließen, die dieser Konferenz wurde auch die Bereitwilligkeit der fo fozialdemokratische Presse in beiden Ländern aufzufordern, mit zialdemokratischen Parteien ausgesprochen, die Behard aller Kraft lung von Frogen bezgl. der Grenzgegenden fünftig gemeinsam in Angriff zu nehmen. Demgemäß haben sich Bertreter der Arbeiterorganisationen füdlich und nördlich der Grenze sowie der Leitungen der bänischen und der deutschen Sozialdemokratie am 25. November 1923 zu einer neuen Konferenz in Flensburg vereinigt. Beranlaßt wurde diese Konferenz durch die chauvinistische Agilation, gegen die völferverhehende Täfigkeit der Chauvinisten einzutreten; auch haben die Parteien bie Kontrolle der Anmendung der Mittel zu verschärfen, die von den refpeftiven Ländern für fogenannte tulturelle Zwede in Anwendung gebracht werden, und dagegen aufzutreten, daß unter diesem Namen der chauvinistischen Agitation und Bressetätigkeit Borschub geleistet wird. Der Weg ist, wie im Vormärts" schon berichtet, vorbe reitet. Ohne Parlament, auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfassung soll im Handumdrehen Wandel geschaffen werden. So berichten wenigstens amtliche Auslaffungen, fo flang es aus Herrn Luthers Rede. Dabei zeigt der allerflüchtigste lleberschlag seiner Absichten, daß ihre Erfüllung noch teine hundert Goldmillionen hinter dem Ofen hervorloden wird. Das neue dittatorische Steuerprogramm ist nichts wei ter als Wille zum Dilettantismus. " Sehen wir uns nach besseren Einnahmequellen um. Unfere Vorschläge setzen wir als befannt voraus. Am 25. November schreibt aber z. B. die Deutsche Arbeitgeberzeitung", oder rich tiger, gibt sie dem folgenden Vorschlag in großer Aufmachung unter dem Signum Inflationsgewinn- Steuer" Raum. Ende mai dieses Jahres, vor dem 3ufammenbruch ber Stügungsattion, notierte der Dollar etwa 70 000 m. Wer zu diesem Zeitpunkte Ware taufte und diese mit einem Drei- Monats- Atzept bezahlte, ftand Ende August bei Einlösung vor der für ihn erfreu lichen. Tatsache, daß die Ware nur noch) 1/160 tostete, denn der Dollar notierte um diese Zeit 11 000 000 m. Diese Beldentwertungs Die Konferenz bestätigt in völliger Uebereinstimmung der sozial- erscheinung blieb bestehen bis in die letzten Tage und ist weiblich die sowohl von deutschen wie von dänischen Kreisen betrieben wird, temokratischen Barteien in Dänemart und Deutschland, daß die ausgenußt worden. Wegbereiter waren führende Kreife eine Agitation, bie von der Konferenz bedauert und verurteilt wird. nach dem Friedensschluß 1920 auf Grund stattgehabter Boltsabstim. des Wirtschaftslebens. Aus diesem Zusammenhange her. Wenn diese chauvinistischen Kreise die Gewalt hätten, ihre Pläne munger vereinbarte Grenze zwischen Dänemark und Deutschland aus ist auch die Verschleppung der Währungsreform zu be burchzuführen, so wäre das Ergebnis ein neuer nationaler Streit, as gefeßlich geltende Grenze anerkannt wird. Die eine Störung des gegenseitigen Bertrauens, das sich seit der Rege. deutsche wie die dänische Sozialdemokratie lehnt jede irredentische fung der Grenze zu verbreiten begonnen hat, und eine Reihe von Bewegung ab. neuen Reibungen und neues Unheil für die Grenzbevölkerung der Ferner pflichtet die Konferenz ber Erflärung vom 26. November 1921 über die betreffenden Landestelle. Begen der B.äne, tie von einzelnen Berfonen aus dänischen Kreisen entworfen sind und auf eine Berschiebung der bänischen Grenze bis zu einem südlicheren Bunft als bem vereinbarten ab zielen, falls die auf Grund der traurigen Berhältnisse in Deutschland einsetzende Zersplitterung und Auflösung weiter vorschreitet, erklären die dänischen Vertreter, daß solchen Bersuchen einer Ausnutzung der Not greifen, denn diese einflußreichen Streife hatten natürlich ein Interesse an einer Stabilisierung der Währung und haben zweifellos einen hemmenden Einfluß ausgeübt; fie fahen in Havenffein, der ihnen diefe enormen Inflationsgewinne ermöglichte, ihren besten Freund. Hier ist die Möglichkeit gegeben, eine gerechte, nur den Berdem noch den großen Borzug befißt, leicht und schnell, ohne großen diener treffende und äußerst ergiebige Steuer anzutragen, die außer Rostenaufwand, erhoben werben zu können. Behandlung der beiderseitigen nationalen Minderheiten bet. Der einzige wirksame Schuß ist ter durch staatliche Gefeße gewährleistete, und man betont die Notwendigkeit der Erfüllung einer moralischen Pflicht, die gegenwärtig noch vermißten gefeßlichen Alle diese Wechsel sind auf dem schnellsten Wege, meist noch Bestimmungen zu schaffen, die den berechtigten Ansprüchen ber um Ausstellungstage, in bie Hände der Reichsbant gelangt, die fie nationalen Minderheiten entsprechen und die beiden Minderheiten auch pflichtschuldigft übernahm und damit diesen Kreisen fürft. hinsichtlich kultureller Rechte auf gleichen Fuß ftellen. fiche Geschenke machte auf Roften des gesamten Bolles, denn ebenfo schnell, wie sich jeder von dem Wechsel trennte, bis er an feinem Bestimmungsorte, der Reichsbant, anlangte, trennte sich der Empfänger des Erlöses, meist der Aussteller, von der der Entwer tung ausgefeßten Papiermark und taufte Devisen. Fast töfung aus der Beftentasche vornehmen fonnte. So ist es nur ein Att ausgleichender Gerechtigkeit, wenn er heute einen Teil seiner Riefengewinne wieder hergibt. Damit aber nicht wieber basselbe traurige Ergebnis wie bei der Erfassung ber Kriegsgewinne gezeitigt mirb, ift eine fleine Umrechnung notwendig. Alle Wechsel find durch die Reichsbant gegangen und dort gebucht worden. Bon jebem Bechfel wird der Goldmarf betrag errechnet, und zwar auf Basis Dolarstand des Ausstellungstages. Im übrigen bezieht die Konferenz sich auf die früher aus des Deutschen Reiches mit dem einhelligen Widerstand gefprochenen Erklärungen, nach benen bie sozialdemokratischen Bar ber Sozialdemokratischen Partei und der gesamten teien ber beiden Länder auch ferner zur Berwirklichung ter ben Arbeiterklasse Dänemarts entgegengetreten werden wird. Minderheiten gegebenen Bersprechen beitragen werden, und wünscht Denfelben Standpunkt vertritt nach der Aeußerung des Staats die möglichst beste Nachbarschaft zwischen unseren Bötern. Die ben ganzen Gewinn hatte der Bezogene, der bei Fälligkeit bie Einministers Neergaard im Folketing des dänischen Reichstags am sozialdemokratischen Parteten merben wie bisher ben Weg angeben, 18. Oftober b. 3. bie gegenwärtige Regierung Dänemarts, und burch ein inniges, brüderliches 3ufammenarbeiten der Arbeiter es unterliegt nicht bem geringsten Zweifel, daß eine überwältigend flaffe unserer beiden Länder, zur Förderung der gemein'amen Inter große Mehrheit des dänischen Bolles unbedingt diesen Standpunkt effen und zur Kräftigung des Friedens und der Freundschaft zwischen ten beiden Böltern. Der Vorstand der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. einnimmt. Ebenso lehnt die deutsche Sozialdemokratie kategorisch alle auf eine Biebereroberung des jeht Dänemart zugesicherten Gebietes abzielenden Pläne ab. Diefen Blänen, es fei, baß fie eine Wiedervereinigung des dänischen Schleswig mit dem Deutschen Reich oder die Schaffung eines selbständigen schleswigschen oder Der Vorstand der sozialdemokratischen Partei Dänemarks ben, meift 99 Proz.! Rechnen wir nur, um alle Einwände abzufchleswig- Holsteinischen Staates bezweden, wird bie Sozialdemo 3. 2: Otto Wels. 3. A.: Th. Stauning. An allen Wechseln ist verdient worden, fehr viel verdient wor fchneiden, mit 80 Broz. und nehmen wir eine redliche Teilung vor. Der Verdiener war der Dezogen«. Sein Konto wird mit 4 0 P r o z. des errechneten Goldmark-Wechsel,» betrag es belaftet Die Listen gehen an die einzelnen Finanzämter, die für den Wohnsitz der Bezogenen zuständig sind, zur Einziehung der Beträge. Der Ertrag der Steuer muh, namentlich auch im Hinblick auf die geringen Erhebungskosten, ganz gewaltig sein." Wir wiederholen, daß die vorstehenden Ausführungen der Titelseite der Nummer 46/47 der Deutschen Arbeitgeber- zeitung(„Zentralblatt der deutschen Arbeitgeber"!) vom 23. November 1923 entstammen. Wenn sie dort veräsfent- licht sind, dann mag man si« unbesehen durch Diktat oder Geeckt ausführen. Wir fürchten, daß trotz der guten Quelle des Vorschlages im Reichsfinanzministerium ganz andere Steuer„verbcsserungen" beraten werden. Reichsbank und Rentenbank. Sitzung des Zentralausschusses der Reichsbank. In der heutigen Zentralausschußsitzung der Reichsbank hielt Vizepräsident v. Elasenapp«inen Vortrag, in dem er die Gegen- wartsfragen der Reichsbankpolitik behandelt«. Die Reichsbank ist nämlich an einem entscheideirden Wendepunkt ange- langt insofern, als sie seit dem IS. November keine Schatzanweisun- gen des. Reiches mehr diskontieren darf. Die Reichsbanknote blebit das gesetzliche Zahlungsmittel. Zur Frage ihrer Bewertung führte Herr v. Elasenapp aus, daß eine weitere Inflation in- folge von Reichskrsditen nicht mehr erfolgen kann. Die Reichsbant ziieht durch die Ausgabe von Rentenmark fortgesetzt Papiermarknoten aus dem Verkehr. Der Betrag von 309 Millionen Renienmark, der zur Abdeckung der schwebenden Reichsschuld von der Rentenbank zur Verfügung gestallt wird, übersteigt die schwebend« Schuld wesentlich, die nur 131 Trillionen Papiermark beträgt. Die 300 Millionen R-ntenmo.rk würden also ausreichen, um außer dem Notenumlauf auch«inen Teil der Giroocrpflichtungen des Reiches zu decken. Eine gänzliche Einziehung der Papiermark kommt nicht in Frage, um den Verkehr von Zahlungsmitteln nicht zu entbloßen! der Notenumlauf wird jedoch«ingeengt, dadurch muß sich die Papiermark in ihrem inneren Werte heben. Der Ankauf von Papiermark gegen Rentenmark erfolgte an- fangs nur langsam; inzwischen ist jedoch ein. Betrag von 100 Mil. lionen Renten mark für bie Einziehung der Papiermark an die Reichsbank gelangt. Ihr Verkauf ist bei allen Reichsbankanstalten in die Wege geleitet. Die Zurückziehung der Papiermark wird durch Aufruf alter Reichsbanknoten demnächst verstärkt werden. Um unerwünschte Einwirkungen der Ausgabe von Notgeld auf die Währungspolitik zu verhindern, wird seit dem 22. November an keiner Kasse der Reichsbank im unbesetzten Gebiet mehr Notgeld angenommen. Für das besetzte Gebiet wird ein späterer Bermin festgesetzt. Nachdem die Kreditgewährung an das Reich aufgehört hat. kommen für die Reichsbank nur noch produktive Kredite in Betracht. Diese werden in Zukunft ihre ausschließliche Aufgabe sein. Die Kreditgewährung der Reichsbant vollzieht sich in immer steigendem Maße auf wertbeständiger Basis. Dies« Papier- morkkredite, die während einer unentbehrlichen Uebergangszeit. ge- geben wurden, sollen demnächst ganz zum Verschwinden ge. bracht werden. Durch die Innehaltun dieses Programms, hofft die Reichsbank, die Papiermark zu festigen. Die Reichs bank hat einen' Dollargiroverkehr eingerichtet, und sich die Befugnis ert-llen lassen, kürzfr',.ige, auf Gold lautende unverzinsliche Sch u l d v«(- s ch r e i b u n g e n auf den Inhaber auszugeben, um mit ihrer Hilf« nötigenfalls in den Geldmarkt regulierend einzugreifen. Sie ist weiterhin zur Emission auf Goldmark lautender Bank- noten ermächtigt, um auf dies« Weise der deutschen Banknote wieder eine internationale Geltung zu verschaffen. Durch ihren Goldvorrat wird die Reichsbank dabei auf das wirksamste unterstützt werden. Golömiete und Mietsteuer. Der Deutsche Mieterbund(Sitz Berlin) hat an den Reichspräsidenten folgende Entschließung gesandt: „Der am 27. November versammelte Vorstand de» Deutschen Mieterbundes erhebt schärfsten Protest gegen die Absicht der Reichsregierung, im Verordnungswege unter Heranziehung des Substanzverminderung. Von Emil Rath. Di« Industrie, die Landwirtschaft und der Großhandel dürfen das allerdings etwas anfechtbare Verdienst in Anspruch nehmen, neben oalutawertigen Erzeugnissen auch das Schlagwort von der „Substanzverminderung" auf den Markt geworfen zu haben, das wie ein ins Wasser geworfener Stein immer weitere Kreise um sich zog und endlich beim Kleinhandel zum Stillstand kam. Zugegeben: die Substanz der Industrie verminderte sich, weil nicht genügend Devisen zum Ankauf von Rohstoffen zur Verfügung standen. Die Substanz der Landwirtschaft vermindere sich bei der„Arbeit auf lange Sicht". Für den Großhandel galt das gleiche wie bei der In- dustrie. Aber diese Verminderung der Substanz schritt bei weitem nicht in dem Maße fort wie das Sinken des Arbeitslohnes und der Gehälter. Nachdem der Kleinhandel ebenfalls nach Goldmark oerkaufen darf, blieb« der„republikanischen" Regierung nur noch ein konse- guenter Schritt zu tun: gesetzliche Regelung der Arbeitslöhne und Angestelltengehälter, gemessen an den Goldpreisen. Si« hat diesen Schritt zu tun bisher verabsäumt oder— nicht zu tun gewagt. Indes eine geduldige Arbeiter- und Angestelltenschaft immer noch auf das Wunder dieser Tat wartet, geht si« unaufhaltsam, aber mit unerbittlicher Sicherheit an ihrer eigenen Substanzverminderung zugrunde. Gewiß: die Welt ist durchweg teurer geworden. So um etwa 50 bis 60 Proz. Und es wäre daher wirklich eine bescheidene Tat, durch Gesetz dem Teile des deutschen Volkes, der bisher die größten Opfer, moralisch, finanziell, an Arbeit, bracht«, die Mög- lichkeit zu geben, den kärglichen Rest der„Substanz", der ihm nach diesen Kriegs- und dm noch schlimmeren Friedensjahrm blieb, zu wahren: Die Industrie, die Landwirtschaft, der Groß- und Kleinhandel haben ihr Anlagekapital, ihr« Maschinen und sind bestrebt, dieses Kapital zu vermehren oder, wo dies nicht möglich, doch im altm Umfange zu erhalten. Der Arbeitende hat auch sein Anlagekapital: Körper, Geist, Kleidung, Heim, die Werte, die allein die Voraus. setzungcn guter Arbeit sind. Es sei hier nicht etwa an Leibesumfang gedacht, aber an das leibliche und geistige Wohlbefinden der Ar- beitenden. Möchten die Regierenden doch einmal hineinschauen in die abertausend Gesichter, die im Morgendämmern zur Arbeitsstätt« ziehen: verkörperte Substanzverminderung. In der Mehrzahl hagere, von Faltm zerrissene Gesichter, leicht und stark gekrümmte Schultern und Rücken, nicht der„elastische" Gang, wie er in Romanen und bei hochgestellten Persönlichkeiten als Symbol körperlicher Frische zu finden ist, aber schleppend, schlürfend. Und die in ihrer„Substanz" verminderte Kleidung: Flicken an Flicken, zerlöchert« Schuhe, zer- franste Beinkleider, verwitterte Hüte, echt schäbige Eleganz des einsti- gen„Mittel"standes, nur selten dos Aufleuchten weißer, gestärkter Leinciawäsche.' �■' Und wie würden sich satte Augen erschreckt weiten, dürsten sie einen Blick in die Frühstückstasche oder aus den' Mittag«» und Abend- Artikel« 48 der Reichsverfasiung die Mieten in kurzer Frist auf den Vorkriegsstand aufzuwerten, eine un- geheure Mietsteuer einzuführen und das Reichsmietengesetz, das den Mieter vor Uebervorteilung schützt, aufzuheben. Insbesondere er- hebt der Vorstand entschiedensten Einspruch dagegen, daß das Defizi«. des Reiches, der Länder und der Gemeinden auf dem unsozialsten Woge, dem der Mietsteuer, gedeckt werden soll, obwohl die Not der breiten Massen der Bevölkerung, die zur Miete wohnen, schon jetzt emm unerträglichen Grad erreicht hat und ständig weiter wächst. Der Vorstand fordert von der Reichsregierung, daß st« bei der Neuregelung des Wohnungswesens die in der kürzlich von ihm ein- gereichten Denkschrift aufgestellten Gesichtspunkte beachtet und zur Durchführung der erforderlichen Maßnahmen den v c r f a s- sungsmäßigen Weg über den Reichstag beschreitet. Eine Durchführung der geplanten unerträglichen Belastung im Derord- nungswege würde die öffentliche Sicherheit und Ordnung, die gerade durch Artikel 48 der Reichsverfasiung gesichert werden sollen, er- heblich gefährden." Sonöerbündlec-Kuddelmuddel. Putschiftcnvutsch gegen die Putschisten. Köln. 20. November.(BIB.) Bte die„Sälnische Volks- zcituvg" von gut unlerrichtetec Seite ecfähri. ist die Regierung Matlhes gestürzt worden. Au ihre Stelle hat sich ein D ik- l a k o r namens heclor Erz gesetzt. ZNallhes soll nach Düfiel- darf geflüchtet fein. Die Nachricht der„Kölnischen Volkszeitung" ergänzt die von uns bereits wiedergcgebene Metdung, nach der dr« Regierung der „Rheinischen Republik" dem Oberkommisiar Tirard selbst ihre Auflösung bekanntgegeben hat. Das Dekret dürfte von dem Oberpräfi- denten Matthe? selbst stammen. Wie sich jetzt aber herausstellt, hat sich die„Regierung" Matthe? keineswegs aufgelöst, sie ist vor dem unbekannten Hector Erz davongejagt worden. Die rheinischen Putschisten beputschen sich also gegenseitig und zeigen eine verzweifelt« Aehnlichteit mit den völkischen Putschisten im Reiche, bei denen sich gleichfalls die einzelnen Führer— siehe Hitler, Kohr, Ludendorff und Ehrhardt— gegenseitig zu oerdrängen suchten. Ueber die Vorgeschichte dieses„Staatsstreiches" wird der Pariser Presse aus Düsseldorf gemeldet: Die separatistische Partei, aus der sich die provisorische Regierung in Koblenz g« bildet hat, macht augenblicklich eine schwere innere Krise durch, die nicht ohne Gefahr für die Zukunft dieser Partei ist. Zwischen Dorten und Matthes bestanden schwere Meinungsverschiedenheiten. Trotz aller Versöhnungs- versuche und offiziellen Erklärungen einer Einheitsfront habe von Anfang an eine gewisse Meinungsverschiedenheit zwischen Dorten und Matthes geherrscht. Die Mißstimmung wurde in den letzten Wochen immer größer und im Innern der sogenannten p r o v i- sorischen Regierung trat eine Spannung zwischen den Ministern ein, wobei jede Fraktion auf ihre Rechnung andere Be- stimmungen traf. Dorten wollte niemals nach Koblenz kommen, um gemeinsam« Sache mit Matthes zu machen, und er- kannte auch den Erlaß der Regierung vom S. November nicht, an, der Matlhes die Vollzugsmacht für das ganz« Rheinland außer der Pfalz gab. Di« Anhänger Dortens traten am 14. November zusammen und beschlossen, daß Matthes zukünftig in Bonn seinen Sitz haben sollte und mit der Eretutivgewalt für den Nor- den des Rheinlandes beauftragt werden würde. Dorten sollte sich in Bad Ems niederlassen und die Exekutive für den S ü d en des Rheinlandes ausüben. Koblenz bleibt unter dem direkten Befehl der sogeimnten republikanischen Regierung, die dort ihren Sitz hatte. Matthes beirachtLte sich ftdvch als Chef der Re- gierung und weigerte sich, Koblenz zu verlassen trötz der Miß- stimmung der Anhänger Dortens, die ihn beschuldigten, er wolle sich als Diktator aufspielen. Gestern wurde Matthes«in Ultimatum übermittelt, das ihn auffordert, seinen Posten in Bonn binnen 24 Stunden anzu- treten. Matthes antwortete, indem er die Regierung auf- löste und dies« Entscheidung dem Oberkommisiar Frankreichs in der Rheinlandkommission Tirard in einem Brief mitteilte. Er er- klärte, daß er seinen Entschluß gefaßt habe, weil die Regierung zum großen Teil aus unzuverlässigen und unanständigen Leuten zusammengesetzt sei. Matlhes, der sich im Augenblick in Düsseldorf aufhält, erklärt, daß es sich tatsächlich um ein« Art militärisch«» Staats st r«i ch handelt, der von den„Obersten Räten tisch des Arbeitenden werfen! Das Märchen von den hohen Löhnen würde an dieser Dürftigkeit wohlverdient zerschellen: Wenn nicht gerade trockenes Brot, so doch Margarineschnitten, von Wurst kaum zu reden. Beneidenswert der, der auf dem Arbeits- oder Nachhaus«- weg noch Obst ersteh«» kann! Und wie steht es mit der„warmen" Mahlzeit? Wo ist das berühmt«„Huhn im Topf"? Wohin das Aug« Kier schaut: Substanzverminderung! Kleidung kann nicht neu beschafft werden, Heizung wird zum Luxus, das elek- irische Licht hat seinen so hoffnungsvoll begonnenen Siegeslauf zwar fortgesetzt, aber ausschließlich in den herrschaftlichen Häusern. Sogar das Gaslicht ist unerschwinglich geworden und hat kümmerlich bren- nenden Petroleumlämpchen Platz gemacht. Gute Ehen werden zerrüttet in steter Sorg« um die muhselig« Erhaltung der Substanz. Jeder Familienzuwachs bedeutet«in« Verminderung der Substanz bei gleichbleibendem Arbeitseinkommen. Und so bleibt nur das ein«: Loch um Loch den Riemen um die oermindert« Substanz enger schnüren, wenn nicht doch«in Kabinett einmal einen Lichtgedanken hätte: für die Substanzerhaltung der- jenigen einzutreten, die ja doch die gehaltvollste Substanz der deut- schen Republik selbst sind. Bis zu diesem Zeitpunkt aber hilft Herr von Geeckt den Dar- benden und Ringenden vielleicht durch ein« energische Verordnung gegen das Hungern aus oder ordnet Selbsterhaltung der Substanz durch Jungfernzeugung an.... Das tndt öer Märkischen Wanderbühne! Das über IS Jahre bestehend« Märkische Wandertheater steht vor dem Zusammenbruch, da es die Goldtarife der Eisenbahn für die Beförderung des Ausstottungsgepäcks nicht mehr tragen kann. Da die Wanderbühne in Sälen spielt, die durchschnittlich nur 300 Personen fassen, können die vielen Billionen, die täglich für die Beförderung des Gepäcks nötig sind, von den wenigen Besuchern nicht aufgebracht werden. Obwohl das Reichsministerium des Innern und das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung an- erkennt, daß die Aufrechterhaltung der Märtischen Wanderbühne, gerade in der heutigen, schweren Zeit, dringend im Interesse des Staates liegt, hat das. Reichsverkehrsministerium wiederum mit „größtem Bedauern" abgelehnt, das Ausftattimgsgepäck als Reise- pasiagiergut unentgeltlich zu befördern. Der Betrieb der Märkischen Wanderbühne mußte deshalb eingestellt werden. Somit ist den kleinen Städten der Provinz Brandenburg. Pommern und großen Teilen von Schlesien, Sachsen und Hannover die einzig«, tünstlerisch geleitete Wanderbühne genommen. Das Ministerium des Innern und das Kultusministerium sind zur Stund« noch weiterhin bemüht, de» Widerstand des Verkehrsministeriums zu überwinden. Di« breite Bevölkerung wird es nicht verstehen und fassen können, daß wegen einiger Reisekörbe ein Institut, wie die Märkisch« Wander- bühne, eingehen muß in einer Zeit, wo es mehr denn je seinen Zielen hätte nachgehen müssen. Die Kleinstädte haben weiter kein« Einrichtung, die ihnen hin und wieder einige Stunden der Freude und der Erbauung zu bringen imstande ist. der Reichsarmee" organisiert fei. deren Auflösung er tm 27. November verfügt Hobe. Tatsächlich, so wird weiter berichtet, haben zahlreiche Banden aus verdächtigen Elementen, die behaupteten, sie seien separatistische Truppen, in der letzten Zeit in den rheinischen Ortschaften die Be- völkerung gebrandschatzt und geplündert. Um derartiga Ausschreitungen zu vermeiden, und den richtigen Rhrinlandiruppen, deren Rolle streng begrenzt ist, keinen üblen Ruf zu geben, hatte Matthes beschlossen, die Truppen zu entlassen und l ö st e infolgedessen auch den General st ab auf, der sedoch das vorzeitig« Ende seiner Karriere nicht annehmen wollte. Wäbrend der„gestri- gen Kabinettssitzung" beschloß der„Oberste Rat der Rheinarmee" seinerseits, die Regierung abzusetzen und ein« in i l i t ä r i s ch« Diktatur«inzuführen. Da Metthes die Minister vorher aufge- fordert hatte, sich für oder gegen die Diktatur auszusprechen, diese jedoch eine Entscheidung nicht treffen wollten, reiste Matthes nach Düsseldorf ab, nachdem er erklärte, er löse die Regie- rung auf. Es scheint, so endet die Meldung, daß die Minister in Koblenz annehmen, weiterhin ihre Tätigkeit ausüben zu können. Di« Ber- Handlungen, die gestern zwischen den„Ministern und rheinischen Militärs" stattgefunden haben, lassen es als wahrscheinlich erschet» nen, daß dl« Regierung trotz des Rücktritts Matthes, dessen Auflösungsdekret man als ungültig betrackztet, weiter regieren wird. Soweit der Bericht. So wie die Deutschvölkischen im Reiche werfen sich also auch die rheinischen Sonderbündler gegen- fertig llnziiverliissgke.it und Unanständigkeit vor. Die Anklagen, die Matthes erhebt, wirken um so grotesker, als er selbst von der deutschen Kriminalpolizei wegen gemeiner Verbrechen verfolgt wurde und deshalb in die schützenden Arm« der franzö- fischen Besotzungsbehörden verduftete. Man darf gespannt sein, wie sich der Sonderbündler-Kuddelmuddel weiter entwickeln wird, und was di« Interalliierte Rheinlandkommission, die bekanntlich für die Aufrechterholiung der Ruhe und Ordnung im Rheinland verantwortlich ist, mit den Banden machen wird, di« selbst zugestehen, daß sie sich aus Verbrechern und Räubern zu. fammensetzen. Dollar unvf�ände t. Zahlungsschwierigkeiten tieinerer Bankfirmen. Der P l e i t e g e i e r scheint diesmal in Börsen- und Speku- lantenkreisen«ine reiche Ernte halten zu wollen. Der Kreis der in Zahlungsschwierigkeiten geratenen kleinen Fir. wen wächst noch immer. Der Börsenvorstand wird sich m seiner morgigen Sitzung vor Beginn der offiziellen Börse mit diesen Din- gen befassen und feststellen, welche Firmen nicht mehr als auftrags- fähig angesehen werden können. Selbstverständlich herrscht im Hinblick auf diese heikle Situation allgemein Gcschäftsunlust und vorsichtig« Zurückhaltung. Selbst die Tatsache, daß am Geldmarkt nach Erledigung der Ultimoregulierung eine fühlbare Verflüssigung eingetreten ist, die in Sätzen für tägliches Geld von 3 Proz. und darunter zum Ausdruck kommt, vermag die Spekulation nicht zu ermuntern, auf Grund der gestern stark zurückgegangenen Kurse wieder einzusteigen. Immerhin kann man sagen, daß die gestern erreichten amtlichen Notierungen heute vorwiegend als Geldkurse genannt wurden, daß also die erwartet« wsikere A b» s ch w ä ch u n g bisher noch nicht eingetreten ist. Die innerpolitifchen Zustände, insbesondere die ernsthaft erwogene Möglichkeit einer Auslösung des Reichstages sind auch nicht gerade danach angetan, die Unternehmungslust.der Börse zu steigern. Im De v i s c nv« xkehr ist keine Veränderung eingetreten. Bei einer Zuteilung von 1 Proz. wurden wieder die gestrigen Kurse notiert. Heute fand ein offizieller Verkehr auch in fest- verzinslichen Werten siait, doch waren die Umstktze nur in wert» beständigen Anleihen, insbesondere Goldanleih« und Roggenventen- bliesen etwas lebhafter. Die meisten Papiere des Rentenmarktes konnten auch heut« wieder nicht notiert werden. Die ftanzöfische Liga für Menschenrechte hott« die Regierung um die Erlaubnis ersucht, einen öffentlichen Umzug zu veranstalten, der sich nachher nach dem Haus« begeben sollt«, wo Ja u res am 31. Juli 1914 ermordert wurde. Die Regierung hat die Erlaubnis für die Veranstaltung dieses Umzuges verweigert, worauf die Liga beschlossen hat. diesen aus den 31. Juli 1924 zu verschieben, da man bis oahin hoffe, daß die gegenwärtige Regierung gestürzt und die wahre Republik wiederhergestellt sein werde. Hauptmanns„Friedensfesi" wurde im Reuen Theater am Z o o in ein«r einmaligen Aufführung geboten. Die„Schaubühne", die unter Bruno Borchardts Leitung einen Haupimann-Zyklus beab» sichtigt. führte sich mit diesem Jugendwerke Hauptmanns gut ein- Das Schwerlastende, die Familienzerrüttung und das Problem der pathologischen Vererbung, aber auch die mutig,optimistische Lebens» auffassung. die in der Braut des einen Sohnes— Wilhelms— siegreich sich durchsetzt, kam unt«r der Regie Heinz Goldbergs stark heraus. Der Gesamtcharakter war in der Darstellung richtig ge» troffen, besonders di« naturalistische Milieumalerei und die Sprach» behandlung, di« vielfach ins Unartikuliert« greift. Friedrich Lobe gab dem Dr. Scholz di« trankhaften Züge und den Reiz des Sonder- lings. Außerordentlich lebensfrisch war Adele Hartwigs Braut. Willstem, der neurasthenische Sohn, der den Idealismus, aber auch die Willensschwäche des Vaters in neuer Formung aufreist, könnte den Vorwand für eine höchst interessant« pathologische Studie ab- geben. Wilhelm Voelker suchte dieser zwischen allen Extremes hin und her gerissenen Gestalt nach Kräften gerecht zu werden,-r. Neues au» Dostojewskis Nachlaß. Eine systematische Dost». jewsti-Forschung hat in Rußland erst in den Knegsjahren ein» gesetzt und auch der Nachlaß der Witwe wird erst jetzt der Wissen- schaft erschlossen. Bedeutsame Fund«, die neues Licht aus dos Schaffen des großen Dichters werfen, werden in einem bei R. Pieper in München erscheinenden Band„Petersburger Träume" zum erstenmal in deutscher Sprache veröffentlicht. Dem Nachlaß entstammen verschieden« großartig« Zusätze zu den„Dämonen" und der„Jüngling", sowi« Aufzeichnungen zu dem leider nie geschriebe. nen Roman„Leben eines großen Sünders". Ein außerordentlich interessantes Bruchstück aus dem„Totenhause" wurde in den Akten der Petersburger Zensur gefunden. Dazu kommen wichtige Briefe des Dichters und zahlreiche verschollen« Aussätze, darunter Notizen über Schiller, E. T. A Hofstnann, Poe u. a. Der VI. Zvgrvderzllhlerabkvb de» Derb and« den Ische? Erzähler findet am 1. Dezember, abend« 8 Uhr, in der Aula de» Falk-Realghmnafiumt, Berlin IV 3S. Lnhowstraße 84c. statt. H a n« v. Hülsen und Hans Bdi lipp Weih werden au« eigenen Werken vortragen. Eintrittskarten im Wert« von zwei Strahenbabnkarten für Erwachiene lKinder die Hälfte) sind erhältlich beim Hauswart der Anstalt und an der Abendkasse. Der rulsilche Schriftsteller Avertlchenk» wurde au« Rumänien au«. gewiesen. Als Grund werden rumänenseindliche Artikel Averlschenkos au« der Zeit vor dem Elniritt Rumänien» in den Weltkrieg angegeben.— Dieser Avertschenko hat entzückende Grotesken über da» zaristische Rusiland ge- schrieben und wahrscheinlich entdeckt, daß e» in Rumänien unverändert weiter lebt. Dl« prähistorisch« Krim. Der Vertreter de» russischen Museum« in PeterS» bürg. Doulich-Osmolowski. der die bistorischen AuSgrabnnqen in der Krim leitet, eutdeckte Lö km östlich von Zimleropol in einer Höhle reiche Kultur- rest« an» prähistorischer Zeit, und zwar Feuersteinmesser. Bieil'pitzen, Schaber und Herdüderreste, Ueberrest« de« Höhlenbären, de» Höhlenlöwen u. a., außerdem Ueberreste au» skythisch-griechischer und au» tatarischer Zeit i» den ober« Erdschichten. Die englisch- französische Auseinandersetzung Das darf die Post? Prozeß Najork. Die Aussagen des Kunsthändlers Münz. Anstehen nach Rentenmark. Speisung von 800 Rindern hat bereits am Montag dieser Woche in den Schulen der Industrieorte Ober, Niederschöneweide und JoDer morgen stattfindenden Debatte in der Reparationsfommission wird in den Kreisen der Alliierten mit großer denen fich eure Schulweisheit nichts träumen läßt. Wird doch von lung für die Kinder Treptows eingeleitet, deren erste Rate in Höhe Es gibt Dinge zwischen Himmel und dem Boftamt 3. 57, von hannisthal begonnen. Ein Verwandter one merezirks Derordneten in Sofia hat dort unter seinen Freunden eine Samm. Spannung entgegengesehen, da in dieser Sigung die mit der bewußtem Bostamt einem Mann der butch Bostanweisung über von 120 Goldmart eingegangen ist. Alles in allem werden Ruhrbesetzung zusammenhängenden gegenfäßlichen Anschau- wiefene Betrag von einer Billion in sauter kleinen Scheinen, 50 Ein- von dieser Woche ab täglich mindestens 2000 Rinder im ungen der Ententemächte zum Austrag gebracht werden sollen. milliardenfcheinen, 50 Fünfmilliardenscheinen usw., ausgezahlt. Mit Bezirk Treptam unentgeltlich ein warmes Mittag. Besonders start ist die Nervosität, die sich in Paris bemert- biefem Gelde in der Hand gedenft nun der also Beglückte an einem essen erhalten. bar macht. Symptomatisch dafür sind die heutigen Ausfüh: anderen Schalter desselben Postamts Briefmarken zu kaufen. Da rungen des„ Echo de Paris": Auch diese Wohlfahrtsaktionen fennzeichnen schroff die entfeßwird ihm aber bedeutet:„ Einmilliardenscheine nehmen wir nicht liche Lage, in der sich der größte Teil des deutschen arbeitenden Da der Konflitt sicher sei heißt es in diesem Artikel-, wäre an." Der genarrte Mensch läuft zum Oberpostsekretär, der ihm sehr Boltes befindet. Es ist ein bitteres Gefühl für jeden Bater und jede es zweifellos das beste, die Kontroverfe zu vertagen, um höflich und zuvorkommend sagt:„ Wir handeln nur nach Vorschrift erhalten können. Dauernde Not, die scheinbar ohne Ende ist, zerMutter, daß sie nicht mehr aus eigener Kraft sich und ihre Kinder dem französischen Delegierten Barthou und dem englischen Dele- und nehmen Einmilliardenfcheine am Markenschalter nicht an; ein mürbt das Selbstgefühl der Proletarier. So lobenswert und nötig gierlen Bradbury zu geftatten, wenigstens eine abwarte zahlen aber fönnen Sie die Einmilliardenscheine." Ob der Herr an sich die Arbeiten der städtischen Behörden sind, um die Not zu formel zu finden. Zahlreiche Gründe könnten zugunsten einer Bostsekretär vielleicht meinte, der Mann zahle die eine Billion an lindern, so wird dennoch die Arbeiterschaft erst wieder aufatmen, wenn Bertagung angeführt werden. Zuerst die englischen Wahlen. feine eigene Adresse ein, in der Hoffnung, großes Geld zurückzucr- ihre ehrliche Arbeit es ihr ermöglicht, ein menschenwürdiges Dosein Niemand tenne im voraus das Programm und den fünftigen halten, mag dahingestellt sein. Der Papierlappenbeworfene fagte: zu führen. Bremierminister. Auch in Deutschland herrsche UnsicherIch verweigere auch die Annahme der mir auszuzahlenden Summe heit. Endlich gebe es zwei Fragen, die noch nicht vollkommen in derartig fleinen Scheinen." Worauf ihm geantwortet wird:„ Das geflört feien, in erster Linie die Frage der abgeschlossenen Verträge dürfen Sie nicht, Sie sind verpflichtet, das Geld anzunehmen, denn Bor der Ausgabestelle für Rentenmart, bie bie im Ruhrgebiet. Borausgefeht, daß sie endlich zur Ausführung ge- die Einmilliardenscheine sind gesetzliches Zahlungsmittel." Auf die Reichsbank in der Oranienstraße eingerichtet hat, warten täglich iangen würden, sei es Frankreich vielleicht möglich, den mili- Frage, wo man das Geld denn wieder loswerde, wurde ihm die von frühester Morgenstunde an tausende merttätiger Menschen, um tärischen Drud am rechten Rheinufer zu lodern Antwort zuteil:„ Da müssen Sie sich beim Poftamt Schöneberg an- Flügel des Hauses stehen diejenigen, denen es an einem der vorher. Papiermart gegen Rentermart einzutauschen. Bor dem einen Endlich, und in zweiter Linie wisse man ja noch nicht, welche neue stellen." Stellung das neue deutsche Ministerium einnehmen werde. So also wird laut Borschriften und Berordnungen über die Zeit rierte Karte zu erwischen. Sie werden von 9 Uhr ab gruppengehenden Tage gelungen ist, eine zum Eintritt berechtigende numeWenn es Augen für die wirkliche Lage der Dinge habe und sich des Publikums verfügt. Am schlimmsten sind immerhin die Inva- weise eingelassen. Vor dem anderen Flügel läßt man alle diejenigen hanon überzeuge, daß es außerhalb einer Verständigung mit Frant liden dran und die alten Frauen, die Kriegshinterbliebenenrente warten, die noch keine Nummer erhalten haben. Hat man Glüd nich, die zu einer Berständigung mit den Alliierten führe, tein Heil beziehen. Auf bewußtem. Poftamt wurde lehthin alles in fleinen und war schon vor Tau und Lag zur Stelle, so tann man mittags für das Deutsche Reich geben werde, dann könnten ja Verhandlungen Scheinen ausbezahlt, das hatte zur Folge, daß die alten Leute ganz zwischen 12 und 1 1hr denn die Marten werden erst ausgegeben, zwischen Berlin und Paris aufgenommen werden, deren Ergebnis topflos waren und bitterlich weinten. Die Kaufleute nehmen das wenn die Kassen geschlossen sind eine der 300 bis 400 Karten, die fein könnte, die verschiedenen Düsseldorfer Abmachungen zu be- Kleingeld nicht ab. Sie sagen höflich.„ Wir haben jetzt feine Zeit vielleicht zur Ausgabe gelangen, ergattern; sonst muß man, wie es ftätigen. Damit werde es der französischen Politit ermöglicht, dem zum Zählen, Sie müssen kommen, wenn der Laden leer ist." Wenn unserem Gewährsmann dreimal ergangen ist, nach 6 bis 8 nuglos deutschen Bolt den ersten Bertrauensfretit zu gewähren. der Laden leer ist, das ist natürlich gleichbedeutend damit, wenn blütig erklärt dann jedesmal gegen 1 Uhr mittags einer der aufverbrachten Stunden unverrichteter Sache wieder abziehen. KaltAus den Ausführungen des oft zu offiziösen 3weden be- alle Fettforten ausverkauft sind. Auf dem Markte werden Fette nur fichtsführenden Schußleute, man habe festgestellt, daß gestern„ Ein. nutten Pariser Organs spricht unverkennbar der Wunsch, den gegen wertbeständiges Geld abgegeben. Das soll nicht sein und man laßmarten verschoben" worden seien, es würden daher befürchteten englischen Einsprüchen dadurch zu begegnen, daß ist berechtigt, die Polizei zu holen. Aber die Leute mit wertbestän- beube feine mehr ausgegeben! Barum erzählt man uns immer cine Milderung des Regimes. im rechtsrheinischen Gebiet und digem Geld in der Hand umdrängen den Verkäufer und die Ware ist wieder, es müsse in Deutschland mehr gearbeitet werden und ent. eine Berständigung mit Deutschland in Aussicht gestellt wird. im Augenblick verkauft. Die Post gibt einem verordnungsgemäß sieht gleichzeitig picle Tausende täglich jeder nußMehnlich, wenn auch in anderer Richtung, flingen Aeuße nicht einmal eine Briefmarte für das Geld, aber auszahlen tut sie in bringenden Beschäftigung? Kann man die paar Nummern rungen, die Poincaré im Auswärtigen Ausschuß über die An- fleinen Scheinen. Und all diese Paragraphen schwarz auf weiß zettel nicht bei Kaffeneröffnung ausgeben und diejenigen nach Hause schicken, deren Warten vergebens wäre? Und ist es nötig, wenn bahnung eines neuen engeren Berhältnisses au England ge- formen fich zum Todesurteil für die wirtschaftlich Schwachen. macht hat. Diesen Bemührungen gegenüber ist es von Intermirtlich einmal ein Arbeitsloser versucht haben sollte, Nummern. tarten weiterzuverkaufen, dafür tielen tausend Arbeitnehmern den cffe, den englischen Standpuntt zu der Lage kennen zu lernen, geringen Bruchteil ihres Lohnes, den sie an wertbeständigem Geld ber durch die neueste Entwicklung im Ruhrgebiet, insbesondere doch nur erhalten würden, auch noch zu entziehen? durch das Abkommen zwischen der Ruhrindustrie und der In dem Prozeß gegen das Ehepaar Majort erweckten be= Micum, geschaffen worden ist. Die Londoner Times" um fonderes Interesse die Aussagen des überfallenen Kunsthändlers schreibt den Standpunkt der englischen Regierung wie folgt: Münz, der folgendes befundet: Die Cheleute Majort, die mich Es sei unverkennbar, daß zwischen dem besetzten Deutschland schon vorher aufgesucht hatten, brachten den dritten Angeklagten und Frankreich gegen den englischen Widerspruch eine neue po gab. Der angebliche Baron forderte mich auf, einige hochhängende mord in dem Hause Rückerstr. 3 aufgeflärt. Hier fand man vor Haffe als Käufer mit, der sich für einen Baron v. Bechmann aus- Als Mord oder Totschlag wurde ein vermeintlicher Selbst litische und wirtschaftliche Einheit entstanden sei. Die Bilder auf den Boden zu stellen. Als ich mich büdte, erhielt ich acht Tagen den Schneider Josef Bulczinski aus der Fliederfranzösische Politik, die dieses Ergebnis erzielt hat, mag den natio- einen furchtbaren Schlag, so daß ich blutüberströmt zu straße 12 mit einer Schußwunde im Kopfe tot auf. In der nalistischen Interessen Frankreichs im engsten Sinne angepaßt sein. fammenbrach. Ich hatte das Gefühl, daß es mit mir aus fei. rechten Hand hielt der Tote eine Pistole, aus der der Schuß abgeDiese Politik entspricht aber feineswegs englischen Interessen oder Borsigender: Den ersten Schlag hat Frau Najort geführt. Was ge ber. englischen Auffassung von einem friedlichen Ausgleich in Eus schah dann? Beuge: Dann schlugen alle drei mit harten In- geben worden war. Man nahm an, daß er Selbstmord verübt habe. ropa. Diese Politik hat ferner einen Zustand geschaffen, der durch strumenten auf mich ein, so daß ich über dreißig Wunden Die meiteren Ermittlungen ergaben jedoch, daß Wulczinssi und Leinen Paragraphen des Versailler Friedens gerechtfertigt wird. Erfolg, daß einige Nachbarn flopften. Darauf ließen die Ange. ein Bechgelage veranstaltet hatten. Der Mitveranstalter war ein Davontrug.( Bewegung im Saale.) Ich schrie um Hilfe mit dem andere am Abend vor dem Auffinden der Leiche in der Behausung Vem englischen Standpunkt ist eine ganz neue Lage in Europa ge flagten von mir ab und ich fonnte fliehen. Borsigender: Haben Sie 41 Jahre alter aus Fatoslam im Kreise Neu- Tomischel gebürtiger fchaffen, in der die Mitwirtung von England in der Rheinlandkom bei den Angeklagten vor der Tat irgendwelche Erregung oder Trun Dreher Balentin Argaciat, ein alter Fahrraddieb und Einfeinen Paragraphen des Versailler Friedens gerechtfertigt wird. fenheit bemerkt? Zeuge: Im Gegenteil: Sie machten fehr geschickte brecher, der zuletzt zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt wor uniffion und in der Reparationsfommission auf Grund von grund- Konversation und flochten scherzhafte Bemerkungen ein, vor allem den war. Dieser Mann war aus dem Zellengefängnis in Moabit fäßlichen und praktischen Gesichtspunkten aufs neue erwogen werden Majort, der der Urheber der Tat war. Rechtsanwalt Dr. Brandt: entwichen. Jezt stellte sich heaus, daß er sich unter dem Namen muß. Das Abkommen mit den Ruhrindustriellen soll der Repara- Haben Sie für diese Annahme befondere Anhaltspunkte oder schlossen Valentin Schröder oder Schwede in Berlin aufgehalten, in der tionsfommission vorgelegt werden, und der englische Vertreter wird Sie das nur daraus, daß er die Unterhaltung mit Ihnen führte? Rüderstr. 3 ein Bimmer gemietet und hier unangemeldet gewohnt nichts anderes tun fönnen, als die Gefeßmäßigkeit der Beuge: Er führte das Wort. hatte. Bei einem der letzten Streifzüge, die er von seiner Behausung ganzen Ruhrattion und ihre Folgen zu bestreiten. sehr überlegt und vorsichtig aussagten und sich gegenseitig zu ent- veranlaßte ihn, zusammen mit Bulczinsfi eine größere Gesellschaft Kriminalkommiffar Berneburg erklärte, daß die Eheleute Majork aus unternahm, erbeutete er eine große Menge Spirituofen. In dieser Beziehung fann tein kompromiß zustande kommen. taften fuchten. Rechtsanwalt Dr. Stemmler: Ist es richtig, daß Frau aus seinem Befanntenkreise nach seinem Schlupfwinkel zu einem Ob in irgendeinem Stadium die Frage einer Konzession in bezug Majort an Ihre Beamte das Anfinnen gestellt hat, mit ihrem Mann Zechgelage einzuladen. Es endete damit, daß Argacial, nachdem auf Englands Haltung gegenüber vollzogenen Tatsachen möglich ist, einige Sefunden allein gelassen zu werden, weil sie es vor Sehn- die übrigen Gäste den Heimweg angetreten hatten, den Schneider hängt in erster Linie von der Entwicklung einer folgerichtigen Po- lucht nicht aushalten fönne? Beuge Berneburg( lächelnd): Das erschos, entweder, um sich für irgend etwas zu rächen, oder viellitik der Verteidigung englischer Intereffen in Europa ab. Die all- ftimmt, aber der Grund war ein anderer, fie fagte, fie wolle leicht auch, um sich gegen einen gefürchteten Berrat zu schüßen. Er gemeine Frage einer Reparationsregelung ist werden zu müssen. Meine Beamten sind auf dieses Anfinnen Selb ft morb vorzutauschen. Argaciat ist seit jener Nacht schwanger werden, um dann aus dem Zuchthaus entlassen drückte dann der Leiche die Waffe in die Hand. um einen offenbar auf unbestimmte Beit hinausgeschoben. natürlich nicht eingegangen. Auf Antrag der Verteidigung wurden flüchtig. Eine umfassende Fahndung gegen ihn ist eingeleitet. Es ist Die Franzosen müssen die Folgen einer eigenen genau überlegten At eine Reihe von Jugendfreundinnen der Frau Najort vernommen, möglich, daß er sich noch in Berlin verborgen hält, möglich aber tion auf sich nehmen und müssen felbst darüber entscheiden, ob diese die befundeten, daß die Angeklagte jehr erotisch veranlagt, auch, daß er sich nach Ostpreußen gewandt hat. weil festgestellt ist, Folgen auf die Dauer zu ihrem Vorteil sein werden. Was keine eng- ja sogar mannstoll gewefen fei. Sie fei oft nächtelang von daß er früher in Königsberg gewohnt und dorthin wiederholt Beute: Tische Regierung tun fönne, ist, englische Rechte und englische An- Hause weggeblieben. Eine Beugin gibt an, daß die Un- ftüde verschoben hat. Mitteilungen zu seiner Ergreifung nimmt sprüche in Europa preiszugeben. Es wird Aufgabe einer Diplomatie geflagte jehr phantastisch veranlagt war. So habe sie einmal er Kriminalkommissar Herber beim Bolizeiamt Mitte entgegen. sein müssen, die zugleich geschickt und fest ist, unter diesen neuen Um. ählt, daß fie die letzte Nacht mit einem Hohenzollernprinzen soupiert ständen zu wirken. In der Gegenwart macht die Zerstörung, die nehmungen wurde in der Vormittagssigung mit der Anhörung der Ausführungen( in Nr. 555 bes Vorw.") noch mitgeteilt, daß, selbst habe, der sie reich beschenkt hätte. Nach Schluß der Zeugenver- Zur Einwanderung nach Desterreich sei zur Ergänzung unserer im reichsten Gebiet hervorgerufen wird, einen tieferen Eindrud, als Sachverständigen begonnen. Das erste Gutachten erstattete Privat- wenn man einen Vertrag mit einer österreichischen Firma, z. B. alle politischen Aenderungen und alle Versuche, diesen Zustand zu dozent Dr. Bürger. Er bezeichnet alle drei Angeklagten in Wien, in der Hand hat, man das Visum nicht ohne verewigen. Eine ungeheure mirtschaftliche 3erstö als hochgrabig minderwertig. Auf eine Reihe von Fragen metteres erhält, sondern die hiesine österreichische Gelondt. rung ist das beste Ergebnis eines übereilten und isolierten Ber- der Rech'sanwälte Dr. Brandt und Dr. Stemmler erflärt der fchaft hält erst Rückfrage bezüglich der Genehmigung beim Wanfuchs, fich Reparationen zu verschaffen. Wir werden die Not. Sachverständige bezüglich der Bubilligung des§ 51, daß es berungsamt in Wien. Das bedeutet natürlich eine Verzögerung forcie aus den Ruinen hören. Nur eine starte englische Re- vielleicht nicht ausgeschlossen sei, daß andere Sachverständige nach der und selbstverständlich auch einen finanziellen Verlust, mit dem der girrung fann in einer so ernsten Krise die englischen Interessen ver- Fachliteratur in diesem Buntte weitergingen und die freie Willens- deutsche Erwerbslose, denn für gewöhnisch handelt es sich um beftimmung für ausgeschloffen erklärten. Er billige aber diesen einen solchen, rechnen muß. Standpunti nicht. Or billige aber telligen. S Eine Saison der Milben. Ein neuer Mord. Den Zechbruder erschossen. 43 Das Trotz dieser scharfen Stellungnahme gegen die französische Der Feind steht rechts! Unter diefer Parole ruft die Ortsgruppe Bolitif wäre es dennoch voreilig, anzunehmen, daß von eng Berlin des Republikanischen Jugendbundes Schwarz- Rot- Gold zu fifcher Seite auf einen Bruch mit Frankreich hingearbeitet werde. und Wärme hat uns nicht nur um einen erheblichen Teil des ErnteDer feuchte Sommer und Herbst, der Mangel an Sonnenschein den 4. Dezember, abends 7% Uhr, im großen Saal des Gewerk. einer großen öffentlichen Rundgebung am Dienstag, Bie vielmehr dem Londoner Korrespondenten der" Bossischen ertrages betrogen, sondern bewirkt auch, daß die geringen Borräte fchaftshauses, Engelufer 25/26, auf. Befannte Führer der republi Beitung" von gut unterrichteter Seite berichtet wird, besteht in höherem Grade als sonst zum Berberben neigen und schwerer tanischen Bewegung werden das Wort ergreifen. Republikaner, bei der englischen Regierung nach wie vor der gute Wille, mitals in trockenen Jahren gegen allerlei fleine Feinde zu schützen find. erscheint in Massen! Frankreich zu einer Uebereinstimmung zu gelangen. Die Ar So mehren sich gerade legt die Klagen über Milben, jene Für Eltern und Lehrer veranstaltet der Lehrerverband Berlin beiten der englischen Sachverständigenkonferenz über die Re- winzig fleinen Lebewesen, die als Mehlmilben unsere Mehlvorräte, heute um 8 Uhr in der Stadthalle( Klosterstraße) eine Berfammparationsfrage, die dem englischen Delegierten Bradbury ats als Käsemilben den Käse, in anderen Formen getrocknete und ein- lung, um gegen die Gesezesbestimmungen und Magistratsmaß. Richtlinien dienen sollen, weifen gleichfalls darauf hin, daß gefechte Früchte heimsuchen und, wern in großer Menge vorhanden, nahmen, die die Bolksschule bedrohen, Stellung zu nehmen. Vors ein Rompromiß mit Frankreich angestrebt wird. nicht nur Nahrungsmittel ungenießtar machen, sondern sogar Getrag des Lehrers G. Wolff: Gegen die Zerstörung der Volksschule. Maßgebend wird hierbei natürlich vor allen Dingen das eng fehr läftig und schwer zu bekämpfen find, achte man beizeiten auch 6 Verwaltungsbezirt, findet Sonntag, 2. Dezember, in der„ Alhambra", sundheitsstörungen hervorrufen fönnen. Eine öffentliche Mieterversammlung des Mieterverbandes Gau Berlin. lische Intereffe sein, dem, wie ersichtlich, von französischer Seite Konzeffionen gemacht werden sollen. Bon großer Be- uf vereinzelte Milben, die als fleine, weiße bewegliche Bünktchen, Moritblas, bormittags 10 Uhr, ftatt. besonders auf dunflem Untergrund gerade noch mit bloßem Auge deutung wird aber auch die Haltung Deutschlands wahrgenommen werden fönnen und sende eine Probe der Tiere Taubenzüchter Groß- Berlins und der Provinz Brandenburg veranstaltet und feine innerpolitische Entwicklung sein. Unter diesem Ge- oder der befallenen Waren( am besten in Glasröhrchen mit gut eine diesjährige Schau vom 1.- 2. Dezember wieder in der Ausstellungsfichtspunkt fann die Fortdauer der deutschen Regierungstrife schließendem Kortstopfen) an das Laboratorium für Borrats und balle des neuen Schöneberger Ratbauies, Rudolf Bilde- Blak. Das Ein geradezu fatastrophale Folgen nach sich ziehen. Die Speicherschädlinge den Biologischen Reichsanstalt für trittsgeld ift niedrig bemeffen. Die Ausstellung ist an den betreffenden Tagen von morgens 9 Uhr bis abends 7 Uhr geöffnet. bürgerlichen Parteien, die sich je länger, je mehr unfähig er- Land- und Forstwirtschaft, Berlin- Dahlem, Königin- Luisemeisen, eine Regierung zu bilden und die innere Krise zu Straße 17/19, das Auskunft und Ratschläge für die Bekämpfung löfen, werden es fich selbst zuzuschreiben haben, wenn die da fostenlos erteilt. durch heraufbeschworene Untätigkeit der deutschen Politik dte außenpolitischen Interessen Deutschlands geschädigt werden. Speisung hungriger Kinder. Dem Bezirk Treptow ist es dant der Hilfsbereitschaft weiter Schichten der Bevölkerung und der Industrie gelungen, eine bebeutende Erweiterung der Kinder- und Voltsspeisung durchzuführen. Paris, 29. November.( WTB.) Nach einer Havas- Meldung 604 Privathaushaltungen haben sich bereit erflärt, aus Roblenz sind im Rahmen des allgemeinen Abkommen vom Rinder an threm Mittagstisch unentgeltlich teil. 24. November Sonderabmachungen mit folgenden nehmen zu laffen. Neben disfer privaten Speifung werden in Firmen getroffen worden: Thoffen, Gute- Hoffnungs- Hütte, den städtischen Kinderhorten( bier übrigens feit Jahren) in Treptow, Mannesmann, Emscher- Lippe, Konstantin der Große, Harpener und Baumschulenweg und Adlershof täglich 400 Rinder gespeist. Ein einHeinrich Ueberruhr. Die Verhandlungen mit den Brauntohlen- seiner Einwohner Treptows trägt bereits seit dem 4 Dezember nori gen Jahres die Kosten der Speifung für 250 Kinder. Eine Reihe syndikaten werden fortgesetzt. Hinsichtlich der Reparationsliefe von großindustriellen Firmen in Trepions, Adlershof und Oberschönes rungen und der Rohlensteuer jei mit den Syndikaten eine Verstän weide hat ebenfalls die wöchentliche Lieferung von Lebensmitteln bigung erzielt worden. zur Speisung von Kindern und alten Leuten durchgeführt. Die Taubenausstellung. Der Bezirk West Südwest des Verbandes der Opfer des Wintersports. Auf dem Glashüttenweiher in Stol berg( Rheinland) vergnügten sich mehrere hundert Personen mit Schlittschuhlaufen. Plöglich brachen 15 Personen ein. Sechs Per. fonen, und zwar vier junge Männer und zwei Mädchen im Alter von 18 bis 20 Jahren, ertranfen. Jugendveranstaltungen. Heute, Donnerstag, den 29. Nov., abends 7, Uhr: Gesundbrunnen: Jugendheim Gotenburger Straße 2, Bertrag:„ Die deutsche aldemokratie nn er bem Sozialistengefeg Marienfelbe: Botal von Safeloff. eliner Ste. 114 Distuifion: Barum bin ich Mitglied der SAJ". Neukölln I: ugendheim Mündjener Straße 52, Bortrag: Biffenfchaftlicher Sozialismus". euiolin IV: Boral zum Bärenwintel", Steinbodite, Vortrag:„ Der Sozialismus naglerftr. 3, Disfuffion: Rinderfreunde in der Raritatur". Stralau V: Sugendflubzimmer der Gemeindeschula, Genefelder Biertel: Badeanstalt Oberberger Str. 57, Diskussion: Die politische Bage". Gewerkschaftsbewegung „ Goldlöhne". Die ärgste Heuchelei bei den Rlagen der Unternehmer über die mangelnde Ronturrenzfähigteit und die schlechte irtschaftslage der deutschen Industrie, wenn es sich um die Jeftfegung der Löhne handelt, besteht in der den Unternehmern selbstverständlich bekannten Tatsache, daß die Löhne der deutschen Urbeiter und Angestellten weit unter denen ihrer Kollegen im Aus lande liegen. Die ungeheuerliche Wirtschaftskrise, in ber mir uns befinden, die Betriebsstillegungen und Betriebseinschränkungen, die von den Unternehmern vorgenommen werden, ist von diesen mit Absicht geschaffen worden. Während die deutsche Arbeiterschaft hungert und ber deutsche Mittelstand verhungert, haben die Stinnes, Linte- Hoffmann, Thyffen, AEG., Siemens- Schudert usw. nicht allein ihre Industrieanlagen im Inlande, sondern auch im Auslande in beispielloser Weise vermehrt. Gleichzeitig hat sich die gesamte Land wirtschaft, besonders aber der Großgrundbesig, wie man zu sagen pflegt: gefund gemacht. Das Banttapital feinerseits hat diese Entwidlung gefördert und auf Kosten der fleinen Sparer fich und dem mit ihm verbundenen Industriekapital ungeheure Gewinne zuge schanzt. Durch diese Inflationsgewinne auf Kosten der Arbeiterschaft und des Mittelstandes verwöhnt, fucht man nun diese Ausplünde tungspolitik bei der Umstellung auf Goldrechnung zu verewigen. Es ist deshalb den Unternehmern entgegengehalten, daß bie Löhne der Arbeiterschaft nicht nur nominal gegenüber der Borfriegszeit zurückgegangen find, fondern daß auch der Lohnanteil am Produkt außerordentlich gefunken ist. Eine entsprechende Aufwertung der Löhne wird also im allgemeinen einen ge ringeren Einfluß auf die Preisgestaltung haben als vor dem Ariege. Aber auch ein anderer Umstand ist zu berücksichtigen. Infolge ber rapiden Entwertung ber Papiermart mußte allgemein eine außer ordentliche Erhöhung der Risitoprämie vorgenommen werden. Handel und Industrie haben bei Zahlung in Bapiermart fich gegen die Geldentwertung dadurch geschüßt, daß sie entsprechende Breisaufschläge vornahmen, während sie es ablehnien, die in den Richtlinien über Lohnvereinbarungen vom 1. September vorgesehenen Entwertungszuschläge bei Löhnen und Gehältern zuzugestehen. Da nun bei Zahlung in wertbeständigen Zahlungsmitteln die Risiko prämie der Geldentwertung fortfällt, muß sich entsprechend der Preis der Mare verbilligen. Bisher hat man allerdings davon im Kleinhandel nichts gemerkt, es sei denn, daß bei Zahlung in wertbeständigen Zahlungsmitteln ein Rabatt gewährt wird. Diefer Rabatt ftellt die Rifitoprämie des Kleinhandels bar. Der Großhandel, die Fertig. wie die Schwerindustrie haben sich bisher geweigert, von den Kartellpreisen herunter. zugehen. Wie kann man angesichts dieser standalöfen Totsachen noch bie Forderung aufstellen, bie Lohnempfänger müßten nicht allein auf ihre Reallöhne der Borfriegszeit, sondern sogar auf ihre Nominal föhne verzichten! brückung der Generaluntoften bezeichnet. Dies soll durch folgendes Mittel erreicht werden: Bereinfachung des behördlichen Aufbaues, Berminderung der Ministerien, Abbau des angeschwollenen Auffichtsapparats, Reduzierung des Zentralisierungssystems Abschaffung der Bearbeitung derselben Materie durch verschiedene Dienststellen, Bereinfachung der Gesetzgebung, Befreiung der Staatsmaschine von bem durch das Eindringen ungeeigneter und fachlich nicht vorge bildeter Elemente bedingten Leerlauf vieler Teile, Beseitigung der lleberorganisation. Zum Schluß wird in der Eingabe gebeten, die Personalabbau- Berordnung aufzuheben, bis zur Aufhebung die bereits vorgenommenen Abbaumaßnahmen rüdgängig zu machen und weitere Abbaumaßnahmen vorläufig zu unterlassen. Zur Mitarbeu an einem vernünftigen Abbau erklären fich die Spikenorganisationen bereit. 。 Wirtschaft Die Uebersteigerung der Goldmarkpreise. Uns wird geschrieben: Ein Berliner Blait brachte fürzlich eine Gegenüberstellung der heutigen und der 1918 gezahlten Goldmart preise für 34 Waren. Die Zahlen sind einer am 12. November vom Statistischen Amt der Stadt Berlin herausgegebenen Tabelle entnommen und lassen mit erschreckender Deutlichkeit erkennen, wohin die Reise geht, auch unter der Herrschaft der Goldmartduzenten und Händler, die Warenpreise nach Belieben oder mit rechnung und Rentenmart. Die Gepflogenheit der Bro Hilfe eines sogenannten Schlüffels fortwährend zu erhöhen, die im Zeichen der Papiermart in gewiffen Grenzen berechtigt war, wird auch in Goldmartpreisen luftig fortgefeßt. Bir haben heute schon Die vom Aftionsausschuß der Angestelltenräte bei den Reichs. mieber eine Verteuerung der Goldmartpreise für einzelne Baren und Staatsbehörden vertretenen Angestellten versammelten sich am bis zum vier und atfachen der Friedenspreise. Burden Mittwoch außerordentlich zahlreich in den Rammer älen, Teltower die Preissteigerungen in Papiermart hervorgerufen, teilweise burd) Straße, um gegen die Perfonalabbauverordnung Protest zu erheben. die Inflation, so werden die Breissteigerungen in Goldmart eine Es ist erfreulich, daß die Angestellten den Weg zur gewerkschaftlichen neue Inflation in Rentenmart herbeiführen. Um diese Arbeit gefunden haben, um so geschlossen um ihre Eristenz zu zu verhüten, darf sich nicht nur die Bucherpolizei mit der Frage fämpfen. Der erste Borsigende bes Aftionsausschusses, Sturm der Geldmarkpreisgestaltung befaffen, sondern biefe Frage dürfte heit, behandelte eingangs feiner Ausführungen die Bersonal auch in das Gebiet des Währungstommiffars hinüberabbauverordnung, die besonders gegen Angestellte äußerst schroff spielen; beffen Maßnahmen müffen illusorisch bleiben, vorgehe. Der§ 15 der Verordnung, der da fagt:„ Angestellte find wenn es nicht gelingt, die Preistreibereien in Goldmark einzubām. zu entlaffen", liefert tafür das beste Zeugnis. Man könnte den men und die Goldmartpreise selbst auf ein richtiges Maß zurüc Abbau verstehen, wenn die Angestellten in ihrer Tätigkeit versagt zuführen. Es ist zu befürchten, baß die von Broduzenten, Großhätten. Aber gerade das Gegenteil trifft hier zu. Gewiß muß ein handel und Kleinhandel, also mindestens an drei Ghellen, in der Abbau einsehen. Jedoch lehnen wir eine Beseitigung des Ange- Kaltulation eingefügte Rifitoprämie auch fernerhin als Be stelltenprinzips ab. Benn finanzielle Gründe für ben Abbau maß- standteil jeder Saltulation bestehen bleibt. Die Folge wird fein, gebend gemacht werden, jo mutet es einen doch eigentümlich an, daß auch bei allgemeiner Einführung wertbeständiger Zahlungsbezahlen Angestellten verrichten, ihr altes Dienstgehalt weiter bewerben und fomit die Risikoprämie ein inflationisti. daß diejenigen Beamten, die dann die ehemalige Arbeit eines niedrig mittel stets und fortschreitenb bie Barenpreise überhöht ziehen. Wir fordern daher, daß der Abbau unter Wahrung der es element bildet, bas zur Entwertung der wertbeständigen gefeglichen Rechte der Angestellten zu erfolgen hat. Im übrigen Zahlungsmittel führt. müssen hierbei die Gewerkschaften und die Angestelltenräte gehört fich bie Bergeblichkeit der Kunden zunuze machen und die GoldGanz richtig ist die Feststellung, bas Brobuzenien und Händler werben. Fräulein Reutner, vom Attionsausschuß, ergänzte tiefe marfpreise beliebig erhöhen. Wie groß die Bergeßlichkeit in dieser Ausführungen. Ein Bertreter des Reichsarbeitnehmerausschusses Beziehung gerade unter den Arbeiterfrauen ist, fann man fehr oft der Deutschdemokratischen Partei bezeichnete die Haltung feiner aus ihrem Verhalten in Läben und Martiballen schließen. Ohne Barteifreunde im Landtage als einen Fehler und fündigte iberrebe wird jeder peforderte Preis gezahlt; man versucht erst erfreulicherweise einen Rückzug von dieser Tattit an. Ingenieur gar nicht, den ehemaligen Friedenspreis festzustellen, um Müller Neuhaus vom Reichswehrminifterium entwickelte in ihn mit bem geforderten Goldmartpreis zu vergleichen. längeren Ausführungen den Begriff der Jdce tes Rechtsstaates, Schreiber dieses hat wiederholt den Berjuch gemacht, aus dem Berwie er sich in einem Bolfsstaate offenbart. Ein Bertreter des 3D2. fäufer herauszubekommen, weshalb die Goldmartpreise um so viel wies im besonderen darauf hin, daß im Reichsarbeitsministerium höher über den Friedenspreisen liegen und insbesondere darauf hin. verheiratete Frauen, beren Männer eine feste Existenz haben, gewichen, daß die Löhne und Gehälter, die doch auch ein Element weiter beschäftigt werden, während auf der anderen Seite Familien- der Preisgestaltung sind, weit unter dem Friedensstand bleiben. Auf eine flare Antwort wartet man meist vergeblich! Aber wenn väter zur Entlaffung gelangen. Der tommunistische Reichstagsabgeordnete Heibe mann versprach, nach ben üblichen politischen der protestierende Käufer den Laden verlassen hat, macht der Ber Bhrafen, baß feine Partei bie Bestrebungen der Sozialdemokratie fäufer nicht felten die Bemerkung: Der braucht ja bei mir nicht und der Demofraten beim Berjonalabbau unterstügen werte. zu laufen". Die Anwesenden im Laben stimmen bem zu und am Schließlich gelangte folgende Resolution gegen eine Stimme zur nächsten Tage feht der Verkäufer die Goldmartpreise höher. Bie tann nun dem faufenden Bublifum das Gebächtnis geAnnahme: schärft werden? Es ist sicher verdienstvoll, wenn das Statistische Amt der Stadt Berlin die Lebenshaltungstoften auf Goldmartpreise errechnet und in Bergleich fegt zu den Friedenspreisen; aber es genügt nicht, diese Feststellungen hin und wieder einmal burch eine Tageszeitung befanntzugeben, fie sonst aber in irgendeiner Schieb. labe des Statistischen Amtes liegen zu laffen, fondern sie müssen vielmehr, wenn fie nicht totes Material bleiben sollen, der breiten Deffentlichtelt zugänglich gemacht werben. Das fönnte am besten geschehen burch periodischen Anschlag an den öffentlichen Blafatfäulen. In übersichtlicher Weise müffen bie Warenpreise zu erkennen fein von 1913, bann, wie fie jeweils zur Zeit der Bekannt gabe vom Kleirhandel gefordert werben und in einer dritten Rubrif diejenigen Preise, wie sie dem Handel zugestanden werden tönnen. Die wirtung dieser Maßnahme roäre mindestens die, daß dem kaue fenden Bublifum die pergeffenen Friedenspreise in Erinnerung zurüdgerufen und fie selbst zu fritischer Stellungnahme dem Broduzenten und Händler gegenüber veranlaßt merben. Produzenten und Händler merden mit biefer Maßnahme an den Branger gestellt und werden sich wieder auf ihre taufmän nische Ehrlichkeit befinnen müffen. Daß biefe Maßnahme fachlich und technisch durchführbar ist. bürfte nicht bestritten werden; auch die entstehenden Untoften müssen aufgebracht werden. Eine andere Frage ist die, welche Kräfte stärter find: bie, die eine baldige Gefun bung unseres Wirtschaftslebens herbeiführen wollen sich gehen fann, wenn Barenpreise und Rauffraft in ein angemeffenes Berhältnis gebracht werden oder die, die aus einer neuen Gelbeniwertung und Inflation hoh Gewinne ipfen wollen. Bie schon gesagt, barf der Währungstommiffar an der inflationistisch wirkenden Goldmarfpreisgestaltung nicht achtlos vorübergehen. Die heute in ben Remmerfälen versammelten Angestelltenräte und Angestellten der Reichs- und Staatsbehörden erheben ein mütigen Broteft gegen die beabsichtigte Art des Personalabbaues bei Reichs- und Staatsbehörden auf Grund der Personalabbauverord nung vom 27. Oftober 1923, die nichts anderes als die Brechung bestehender Berträge und die Vernichtung des Angestellten prinzips bedeutet. Nun ist es eine befannie Tatsache, daß die Preise in Golb" infolge der fünftlichen Niedrighaltung der Devisen von Woche zu Woche gestiegen sind und noch weiter steigen. Es ist deshalb die Festlegung eines Goldlohnes Rentenmarftarife find über. Die Bersammlung erwartet von den Fraktionen des Reichstages haupt abzulehnen auf längere Zeit nur mit der Golb.unt der Landtage, von der Presse und den Gewerkschaften, daß sie inderlaufel abzuschließen. Solange das Reichsarbeitsministe für die restlose Aufhebung biefer Berordnung eintreten; fie fordert rium fich meigert, die Lebenshaltungskosten in Gold zu veröffent. lichen, muß auf die Preisschwankungen in Golb der Großhan delspreise Bezug genommen werden. Diese stiegen in der Zeit vom 30. Oftober bis 27. November fortgelegt in folgender Beife: 30. Oftober 120,5 Proz., 6. November 129 Broz., 13. November 132,8 Bros., 20. November 141,3 Bros., 27. November 142,3 Brog. Die Bebenshaltungstoften, umgerechnet noch bem Dollarturs, gingen in ber letzten Woche noch darüber hinaus. einen Abbau nach fachlichen und wirtschaftlichen Grundfäßen, die nur unter Aufrechterhaltung des Angestelltenprinzips möglich ist. Die Bersammlung verlangt daher, daß die Regierung den Bers fonalabbau auf gefeglichem Bege regelt und daß in diesem Gefeß die vorstehenden Forderungen verwirklicht werden. Konflikt im Posamentiergewerbe. Jnt Bofamentiergemerbe follie laut Schiedsspruch des Schlich tungsausfchuffes für bie Zeit vom 19. bis 24. november ber Ge. Es ist weiter stets im Auge zu behalten, daß die beutsche Goldhilfen ohn 60 Golbpfennige fein. Die Löhne der übrigen Arbeit mar!" ein fiftiver Begriff ift und daß 4,20 m. feineswegs auf dem nehmer follien bie gleichen Abstufungen erfahren, wie im alten Beltmarkt identisch find mit einem amerikanischen Dollar. Der Sohnabtommen. Die Arbeitgeber lehnten diesen Schiedsspruch ab Dollar felbft hat jedoch 60 Proz. seiner Rauftraft feit 1914 eingebüßt. und erklärten fich großmütig bereit, das zu zahlen, was in dem mi Diese Umstände müssen bei allen Lohnfestsetzungen berücksichtigt wer- ferablen Schiedsspruch des Reichsarbeitsministeriums gegen den ben. Nur wenn die Kauftraft der Löhne bem veränderten und ver- Nordostdeutschen Textilarbeiterverband vom 10. November gebraut änderlichen Golbniveau angepakt wird, kann die Wirtschaftlichkeit der worden ist, wo als Rightlohn 28 Goldpfennige feſtgeſetzt wurden, weil nun ein Bofamentiergehilfe 3 bis 4 Jahre lernen muß und ein Runfthandmert ausübt, foll er 10 Prozent über die 28 Pfennige er halten, aber nicht als Goldpfennige, fondern als 308 Milliarden Bapiermort. In der Borfriegszeit war der Tariflohn 65 Pfennige und darüber und müßte affo der Teuerung entsprechend eine Mart betragen, also mehr als das dreifache dessen, was nach Ansicht der Unternehmer in der heutigen Zeit genügt, um alle notwendigen Be dürfnisse befriedigen zu können. Es wird nun Sache des Demobil machungstommiffars fein, den Schiedsspruch des SchlichtungsausSchuffes, der ein Minimum in jeder Beziehung ist, für verbindlich zu ertiären. Betriebe gehoben werden. Gegen die Perfonal- Abbauverordnung. Die Spigenorganisationen der Beamten, und zwar der Allgemeine Deutsche Beamtenbund, der Deutsche Beamtenbund, der Gejamtverband der Beamten und Staatsangestelltengemertschaften, der Reichsbund der höheren Beamten und der Ring deutscher Beamtenverbände haben in einer gemeinsamen Eingabe an sämtliche Frattionen des Reichstags entschiedene Berwahrung eingelegt gegen bie von der Regierung gewählte Methode des Personalabbaues. Ais Boraussetzung des an sich gerechtfertigten Zieles wird die Herab- Sigung fämtlicher Bertrauenspersonen ber Sigaretteninduftrie. Der Kartellvorstand. die nur vor Berantwortlis für Bolitit: Craft Renter: Wirtschaft: Artur Saternus; und Sonstiges: Frik Rarfiäbt; Anzeigen: Th. Glede; fämtlich in Berlin. erfchaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: Dr. John Chilowsti: Lotales Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S. Berlin. Drud: Borwärts.Budbrudetel unb Berlaasanftalt Baul Singer u. Ce.. Berlin S. 68. Lindenstraße 3. Be Kopfschmerz itrovanille Bigaretteninbuftete. Freitag nachmittag 16 Ube bei Schulz, Elisabethstr. 30: Urabstimmung der Metallarbeiter. Für die Mitglieder des Metallfariells, die in Betrieben des Berbandes Berliner Metallindustrieller beschäftigt find, findet am Freitag, den 30. November, refp. Sonnabend, den 1. Dezember, über ben am 24. november gefällten Schiedsspruch eine Urabstimmung statt. Der Schiedsspruch hat folgenden Wortlaut: Frankfurt/ MS bevorzug Migräne 7 ahnechmarz Rheuma Erhältlich in Pulver und Oblaten. Preiswertes Angebot! Herrenmäntel 8 Goldmk. Arbeiterstiefel 7 Goldmk. Ludwig Simon A.-G. Friedrichstraße 10 Verkaufszeit 10-5 ftorbbajis beträgt: Staffe I 47 Pf., Klaffe II 45 Pf., Alaffe III 43 Pf., Slaffe IV 41 D., Alaffe V 39 Pf. Für jugendliche männliche Arbeiter von 14-15 Jahren 10 Pf., 15-16 Jahren 15 Pf., 16-17 Jahren 20 Pf., 17-18 Jahren 25 Pf. Einstellungslohn 1 Pf. weniger. Die Ausgleichszulage würde betragen: für die Staffe I 10 Pf, für die Alaffe II 7 Pf. für die klaffe III 3 D. Die Familien; ulage für die Frau 2 Pf. und für das Kind 4 Pf. Die Löhne der Frauen betragen nach dem Verschlag der Unternehmer 60 proz. des Männer1. Bezüglich der Cohnwoche vom 12. bis einfchl. 18. november lohnes und würden sich wie folgt geftalten: b I 100 bim. 75 Proj., 1923 verbleibt es bei den tatsächlich gezahlten Cöhnen. 2. Für die b II über 21 Jahre entlohnt nach klaffe III der Männer, davon Lohnwoche vom 19. bis einfchl. 25. November 1923 beträgt der 60 Proj. in 27 Pf., Klaffe IV 26 P., laffe V 25 D., 18-21 Jahre Stundeniohn für männliche Arbeiter über 21 Jahre in der jafje I Alaffe III 22 f., Blaffe IV 21 D., Klaffe V 20 pf. b III über 500 milliarden Mart. 3. b 26. November 1923 beträgt der Stun- 21 Jahre 26 p. 18-21 Jahre 21 Pf., b IV über 21 Jahre 26 11. denlohn für männliche Arbeiter über 21 Jahre in der Klasse V 18-21 Jahre 21 Pf. Die Attorbbasis beträgt für die Arbeit rinnen 41 Goldpfennige. Den Parteien wird aufgegeben, sich über die übri der Glühlampenindustrie und denen, die nach Klaffe III der Männer gen Fragen des Cohntarijes zu verständigen. Die Zahlung hat grund- entlohnt werden, 25 Pf., Gruppe II der Glühlampenindustrie und fählich in goldwertigen Zahlungsmitteln zu erfolgen. Soweit folge die, die nach Klase IV der Männer enflohnt werden, 25 Pf., die nicy zur Verfügung stehen, tann in Papiermart gezahlt werden. Die übrigen 24 Pl. weibliche unter 18 Jahren: 14-15 Jahre 10 pi Berrechnung der Goldmart in Papiermart geschieht nach dem amt- 15-16 Jahre 12 Pf. 16-17 Jahre 15 Pf. und 17-18 Jahre 18 D. Werftstr. 21. Teleph. Moabit 2114. Straßenbahn- Falirgald- Vergileeg. lichen Berliner 21. S. 2.- Dollar- Mittelturs. Abschlagszahlungen Die Unternehmer haben ben Schiedsspruch auf Gobb abge. Marken Zigarciicn Tabak Zigarren Constantin, Karmery; Avramikes. Muratti, e brabu Tagespr. Arno Geßner, Großhandig Kerb- u.Rehrmöbel Eig.Fabrik, stets her vorrag.Neuh. Gr.Auswahl. Billige Preise Edmond VoB, Bln- Henkölln Berliner Str. 14, Nähe Hermannplatz- Tel Neukölln 2264 Repar samtlich. Korbwaren werden zum Kurfe des Zahlungstages angerechnet. Die Schluß lehnt. Die Funktionärversammlung der Arbeiter hat den Schieds- Kernielten, Kerzen, Schmierleite, Marken- Zigaretten berechnung erfolgt zum Kurfe des zweiten Tages vor dem ordent- spruch ebenfalls abgelehnt. flohen Lohnzahlungstage. Diefe Regelung fann jederzeit gefündigt werben." Berlin, den 24. november 1923. gez. 3 ulff. Ministerialrat, Berlin. Auf Grund des Schietsspruches fanden Verhandlungen mit den Arbeitgebern statt, wonach sich die Löhne mie folgt geftalten: Für Arbeiter über 21 Jahre würde der HöchftJohn beiragen pro Stunde in Gold: Klajje I 50 Pi, Alaffe II 47 D1, Klaffe 111 45 pi, klaffe IV 43 P., Klaffe V 41 D. Don 18-21 Jahren: Klaffe I 40 D., Alajfe II 38 p., Klaffe III 36 D1, Klaffe IV 3431, laffe V 32 Pf. Die Einstellungslöhne find 3 Pi. niedriger. Die Die Mitglieder haben zu entscheiden, Scheuertücher und Collettefelfen. Bertauf erfolgt nur an Wiederverkäufer Unser Gefchait ift 1 Minute vom burch die Aleganderpaffage und laffen Sie fich unsere Breife fagen, es lohnt sich. Reunig& Co. Geifenarakhandlang, ix. No 18 Elifabethstr. 82, AmiЯgft 50 ob fie den Schiedspruch annehmen oder ablehnen. Der Abstimmungs- Aleganderplas entfernt Gehen Sie also jettel muß wie folgt beschrieben werden: Wer für Annahme des Schiedspruches ift, fhreibt ,, nnah me", mer für 2blehnung ist, fchreibt ablehnen". Un der Abstimmung nehmen die Mitglieder der Organisationen teil, die dem Metalltariell angefchloffen find und die 45. Beitragswoche geklebt haben. Die abgegebenen Stimmzettet sind getrennt nach Annahme und Ablehnung in verfchloffenen Kuverts unter Belfügung eines Profofolls der Abflimmungsberechtigten and Belegschaftsflärte im Bureau des DMB Cinienfit. 83/85, bis Sonnabend, den 1. Dezember, abends 5 Uhr, fpätestens abzugeben. Jm Auftrage des Metaltarteds: rich. Marken- Zigaretten Tabake, Zigarren Barbaty, Jofetty, Problem, Galem, Dota Reemisma, Conftantin, Tescawi und viele indere Marten weit unter Zagespreis Tabat- Großhandlung H. Riesenburger, Senafte. 31, am Rordhaf. Tel, Meab. 1706 Tabake Zigarren Batscharl, Manell, Muratti, Constantin, Wenesti Reemtsma, Tescawi Fritz Stein Tabakwares- Grothandlung Dunckerstr. 3, SH. art. r. Romboldt 3969 Milliarden sparen Sie bei BRICH SCHULE Neukölln, Kais. Friedr.- Str.zza an der Weichselstr. Für den Winter: Strumpfwares, Kindertrikets, Triketagen, Kindersweaters, Wellwaren, Damen- Schlüpfer, Welle, Nähgarn.