Me.561 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 280 Bezugspreis: Bom 2-8 Desember 1 Billion ober 1 Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 2.- 8. Dezember für Deutschland, Danzig, Saar- u. Memel gebiet, Defterreich, Litauen, Lugem burg 1,35 Goldmart, für das übrige Ansland 1,60 Goldmart. Areusbandfenbungen nur gegen wertbeständige Bahlung. Boftbezugspreis freibleibend. Der Bormärts" mit der Gonntags. beilage Bolt und Zeit" u. Giedlung. und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbellage Seimmelt erscheint wochentäglich zweimal, Gonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: ..Cozialbemotrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 130 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpeltige Sonpareille. seile 0,70 Goldmart, Reflamezeile 5,50 Goldmark. Kleine Anzeigen" bas fettgebrudte Mort 0,20 Goldmark( zulässig amei fettgedruckte Morte), jebes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmark, jedes meitere Mort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für amei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 0,30 Goldmart. Cine Goldmark- ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen file bie nächste Summer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin G 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nach. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonnabend, den 1. Dezember 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Pofticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstraße 3 Marg( 3entrum), Reichskanzler, Das Kabinett Marx. Jarres( Bpt.), Inneres und Bizekanzler, Stresemann( Bpt.), Aeußeres, Geßler( Dem.), Reichswehr, Das neue Kabinett ist gebildet, es jetzt sich aus folgenden| Reichsjustizamt übernommen hat. Herr Emminger präsentiert in Preußen". Im einzelnen schreibt der Parlamentarische Persönlichkeiten zusammen: fich als ein Torso des versuchten Brüdenbaues nach rechts, der Dienst": durch die Weigerung des deutschnationalen Herrn Schiele, für die Ernährung Sorge zu tragen, mißlungen ist. Herr Emminger ist weiteren Kreisen dadurch bekannt geworden, daß er der einzige Reichstagsabgeordnete war, der das Urteil gegen Fechenbach in öffentlicher Rede zu rechtfertigen Hoefle( Zentrum), Pofiminiffer u. befehte Gebiete, wagte. Er stellte sich damit in Gegensatz zu dem jezigen Emminger( B. Bpt.), Justiz, Reichskanzler Mart, und man hatte damals das Gefühl, daß es sich hier um eine Verschiedenheit nicht nur der juristischen und politischen Anschauungen, sondern auch der Charattere handelte. Brauns( Zentrum), Arbeitsminister, Luther, Finanzen, Deser( Dem.), Berkehr, kanih, Ernährung, Hamm( Dem.), Wirtschaft. Das Wiederaufbauminifterium bleibt unbesetzt. Daß ein Rabinett, dem ein Bayerischer Volksparteiler angehört, auf Bayern nicht aus besonders großen Kanonen schießen wird, versteht sich von selbst. Es wäre schon genug, wenn der unantastbare Rechts standpunkt des Reiches feftgehalten und konsequent vertreten würde, aber bei der Art des neuen Reichsjustizministers, Rechtsfragen politisch zu betrach ten, wird man sich auch in dieser Beziehung feinen übertriebenen Hoffnungen hingeben dürfen. Die Bayerische Boltspartei fucht den Frieden mit dem Reich, sie sucht ihn aber auf Kosten der Reichseinheit und durch Befriedigung ihrer partikularistischen Wünsche. Dem wird die Sozialdemokratie mit größter Entschiedenheit entgegentreten müssen, nicht wegen des augenblicklich in Bayern herrschenden Kurses, sondern weil der Bartikularismus zur totalen 3erfegung des Reiches zu führen droht. Uebrigens wird niemand annehmen, daß dieser Reichstag noch berufen sein könnte, entscheidende Aenderungen der Reichsverfassung vorzunehmen. Die Bayerische Volkspartei erläßt eine Erklärung, in der Die deutschnationalen Erklärungen gingen bezüglich der Ber= faffung dahin, daß selbstverständlich" feine Rede davon sein fönnte, daß die Deutschnationalen diese Verfassung anders als mit perfaffungsmäßigen Mitteln ändern wollten. Auch bezüglich des Friedensvertrages erflärten sie, daß selbstverständlich" gar teine Rede davon sein könnte, daß er zerrissen werden sollte. Bezüglich der illegalen Berbände erklärten sie ebenso als selbstver ständlich", daß solche Verbände, ob sie rechts oder links ständen, mit den Mitteln des Staates bekämpft werden müßten. Und schließlich erflärten sie hinsichtlich der allgemeinen Außenpolitit, daß auch da feine Aenderung eintreten, sondern die Linie der Stresemannregierung fortgesetzt werden solle. Und sie stellten sich damit ganz auf den Boden der Erfüllungspolitit." Die Schlußfolgerungen aus den authentischen Feststellungen der Zentrums- Korrespondenz sind, daß die Deutschnationalen in den letzten Tagen ihre bisherige Berlogenheit selbst gestanden und zugegeben haben, daß die in den letzten Jahren Don ihnen betriebene Politit nur auf Stimmenfang und Volksverheizung hinauslief. Die thüringische Krise. Weimar, 30. November.( Eigener Drahtbericht.) Die Freitagsfibung des Bandtages war der Frage der Ergänzung der Regierung gewidmet, ohne daß eine Lösung gefunden worden wäre. Es wurden im ganzen brei Vorschläge eingebracht: Ein sozialdemokratischer Vorschlag, der eine Ergänzung der rein sozialdemokratischen Regierung durch weitere Mitglieder der Sozialdemokratie vorjah, wurde und Deutsche Die Regierungsbildung hat erst im Laufe des Freitag abend ihren Abschluß gefunden. Bevor die endgültige Ministerliste fertiggestellt war, mußten verschiedene Schwierig feiten parteipolitischer Art überwunden werden. Marg plante, dem deutschnationalen Abgeordneten Schiele als Fachminister das Ernährungsministerium zu übergeben. Schiele war persönlich bereit hierzu, wurde jedoch durch seine Fraktion veranlaßt, die Annahme eines Ministeramtes abzulehnen. Das veranlaßte die Bayerische Volkspartei, den als Justizminister in Aussicht genommenen Abgeordneten Emminger eben falls zum Verzicht auf das ihm angetragene Amt zu bewegen. Unter dem Druck des Landbundes trat abends auch die deutschnationale Fraktion nochmals zusammen, weil der Reichslandbund einen Eintritt des Abgeordneten Schiele und eines zweiten deutschnationalen Ministers in die Regierung wünschte. fie fagt, sie habe sich als Fraktion an der Regierungsbildung abgelehnt. Landbund, Demokraten Die Fraktion blieb jedoch bei ihrer ersten Auffassung und nicht beteiligt und Herrn Emminger es nur freigestellt, als Bolts partei machten gemeinsam den Vorschlag, mit Unterlehnte den Eintritt in die Regierung ab. Damit war parla-" Fachminister ohne politische Bindung" in die Regierung ein- ftübung der Deutschnationalen zwei Minister und zwei Staatsräte mentarisch einigermaßen Klarheit geschaffen, weil inzwischen zutreten. Im übrigen verrät die Erklärung tiefe Sehnsucht in die jetzige Rumpfregierung zu entsenden. Es wäre dadurch in die übrigen Mittelparteien, unter ihnen auch die Demokraten, nach einer rechtsorientierten Reichspolitit mit Unterstügung Thüringen eine große Koalition geschaffen worden, die, was grundsäßlich ihre Bereitschaft zur Stüßung der Regierung der Deutschnationalen und entschiedenste Ablehnung jedes EinMarr zuge agt hatten. Schließlich gelang es auch noch, die flusses von links. Bayerische Bolkspartei für den Mittelblod zu gewinnen, wie Herr Emminger ist eine schwere Belastung für das die Ernennung Emmingers zum Reichsjustizminister Kabinett Mary, und in den Tendenzen, die er vertritt, liegt ein gefährlicher Konfliktstoff. Damit ist nicht gesagt, daß dies Die neue Regierung ist eine Minderheitsregie: Die einzige Belastung des Kabinetts und der einzige Konfliktrung. Wäre es nach den Wünschen des Landbundes gegan- ftoff ift.... gen, die von der Deutschen Volkspartei energisch unterstützt Die sozialdemokratische Reichstagsfrat wurden, so wäre aus der Regierung Marr doch noch eine tion beschäftigte sich gestern nachmittag in mehrstündiger Bürgerblodregierung geworden, und sie hätte eine sichere Mehrheit. Die hat sie nun nicht, dafür ist sie so ausgefallen, Sizung mit dem Verlauf der Krise und dem neuen Kabinett, Mehrheit. Die hat sie nun nicht, dafür ist sie so ausgefallen, deren Busammensetzung und Programm jedoch noch nicht bedaß sie auch links nur mit sehr gemischten Gefühlen aufge- tannt waren. Zu einer Entscheidung fonnte es daher auch beweist. nommen werden kann. nicht tommen. bezeichnend ist, sogar die Unterstützung der Deutsch. nationalen gefunden hätte. Die Sozialdemokratie felbft hätte dabei die vier wichtigen Ministerien des Innern, des Aeußeren, der Volksbildung und der Finanzen nebst dem Borsiz im Staatsministerium behalten. Aber auch dieser Borschlag fand feine Mehrheit. Die Kommunisten rückten mit einem Vorschlag heraus, wonach fie sich erneut an der Regierung beteiligen wollten. Ihr Vorschlag wurde bei drei Stimmenthaltungen abgelehnt. Nach dem Scheitern sämtlicher Versuche wurde die Sigung auf Dienstag vertagt. Gleichzeitig brachten die bürgerlichen Parteien ein Mißtrauensvotum gegen die jetzige Regierung ein, da sie verfassungsmäßig nicht vollzählig sei, denn es fehlen in ihr zwei Staatsräte als Bertreter der ehemaligen Teilgebiete Thüringens. Nach menschlichem Ermessen ist die Regierung Marg die Der Reichstag tritt am Dienstag zusammen, um zum Am Sonntag findet in Weimar ein Landesparteitag legte, die sich dem im Juni 1920 gewählten Reichstag vorstellt. fünften und vermutlich in seiner gegenwärtigen Busammen- ftatt, der zur Frage der Regierungsbildung und zur Kommt es zwischen ihr und dem Reichstag zum Konflikt, jo fegung Teßtenmal die Erklärung eines neuen Reichs- inner politischen Lage in Thüringen Stellung wird der Reichstag aufgelöst werden. Aber auch wenn fanglers entgegenzunehmen. dieser Konflikt ausbleiben sollte, ist wahrscheinlich, daß es noch vor dem Juni nächsten Jahres zu Neuwahlen kommen wird. Der Reichspräsident an Stresemann. nehmen wird. Das Dementi der Reichswehr. Der Reichspräsident hat an den scheidenden Reichskanzler Die Frage ist: Konflittwahlen vor dem April n. 3. Aus Dresden wird uns gemeldet: BTB. dementiert die von Dr. Stresemann nachstehendes Schreiben gerichtet: uns verbreitete Meldung, der zufolge das Wehrkreisfommanbo IV oder normale Wahlen zwischen April und Juni? Sehr geehrter Herr Reichstanzler! Ihrem Antrage, Sie ange- mehrere ältere Unteroffiziere und Offiziere, die fich schwere AnNormale Wahlen sind an sich vorzuziehen, weil sie beffer vorbereitet werden können und feine parlamentlose Zwischen fichts der durch den Beschluß des Reichstags vom 23. d. M. gegriffe gegen die fächsische Bevölkerung ausdulden fommen ließen, zeit eintritt. Konfliktwahlen schaffen eine solche Zwischenzeit, gebenen politischen Lage von ihrem Amte als Reichskanzler zu aus dem Heere entfernt hat. Dieses Dementi wird heute nachin der das Kabinett Marr mit dem Artifel 48 regieren würde. entbinden, habe ich mit dem anliegenden Erlasse entsprochen. Ihnen mittag in einer Pressenotia des Behrkreiskommandos noch unterTrotzdem gibt die Zusammensetzung des Kabinetts Marg bei diesem Anlaß namens des Reiches Dank und aufrichtige strichen. Trozdem halten wir unsere Meldung vollinhaltlich feine Gewähr dafür, daß Konfliktwahlen vermieden werden Anerkennung für Ihre wertvolle und hingebende Arbeit für aufrecht und ergänzen sie vorläufig nur noch dahin, daß die tönnen. Es tann leicht der Fall eintreten, daß ihm bei Ber- unser Land und unser Bolk auszusprechen, ist mir ein lebhaftes verhafteten Offiziere unter farfer Bebedung trauensabstimmung oder bei fachlichen Entscheidungen die not. Bedürfnis. Sie haben in einer besonders ernſten Zeit die Bürde in die Festungen Torgau und Paderborn über wendige Mehrheit fehlt. Dann ist die Auflösung da. des Leiters der Reichsregierung und der deutschen Außenpolitik auf Beitpunkt und Umstände der Auflösung liegen taftisch sich genommen. Unter Berhältnissen, die an Staatsfunft und Ar- geführt worden sind. zum guten Teil in den Händen der Deutschnationalen. Ist beitskraft die höchsten Anforderungen stellten, haben Sie in unnämlich die Sozialdemokratie genötigt, eine Oppositionsstel- ermüdlicher Tätigkeit während Ihrer Amtsführung mit Ihrer reichen lung einzunehmen, so können die Deutschnationalen durch ihren politischen Erfahrung und Befähigung alle Kräfte darangesezt, des Hinzutritt die Regierungsparteien in die Minderheit bringen. barten Druds von außen wie der hierdurch entstandenen Sie werden sich hinter den Busch legen und ihren Augenblic 3mietracht und Not im Innern herr zu werden. Daß Sie Ihre Mitarbeit als Reichsminister des Aus Das Kabinett Marr wird sehr flug und besonnen handeln wärtigen auch der neugebildeten Reichsregie müssen, wenn es Konfliktwahlen, die aus fachlichen Gründen rung zur Verfügung gestellt haben, begrüße ich auch ihm bedentlich sein merden, vermeiden will. Wie es bei ganz besonders. Mit der Bersicherung meiner hohen Wertgez. Ebert, Reichspräsident. feiner Zusammensetzung diese Klugheit und Besonnenheit auf- faägung bin ich Ihr sehr ergebener bringen will, muß die Zukunft lehren. abwarten. Den Deutsch nationalen ins Stammbuch. So mag es denn beizeiten dafür sorgen, daß für Wahlen glatte Bahn geschaffen wird. Dazu muß der Belagerungs- Der deutschnationale Drang nach der Futtertrippe" zustand und das Verbot ganzer politischer Parteien aufgehoben erfährt nachträglich noch eine besondere Beleuchtung durch den werden. Barlamentarischen Dienst der Zentrumspartei". Auch er beEine besondere Betrachtung verdient das neue Kabinett stätigt, daß die Dementis der Deutschnationalen erlogen sind nach der bayerischen Seite hin. Ihm gehören drei und fie bereit waren, alle ihre seit Jahren vertretenen foge Bayern an: neben den Demokraten Geßler und Hamm nannten prinzipiellen Forderungen über Bord zu werfen, ja auch der Bayerische Boltsparteiler Emminger, der das förmlich direkt zu verleugnen um den einen Preis, die Macht 29 Drakonisches Urteil. Leipzig, 30. November.( Eca.) Jm Platiner Prozeß wurde am Freitag nachmittag das Urteil gefällt. Blättner erhielt eine 8udthausstrafe von zehn Jahren, ein Jahr wurde auf die Untersuchungshaft angerechnet. Nur Bille wurde freigeiprochen. Die anderen Angeklagten erhielten meist sieben bis acht Jahre Zuchthaus, andere Gefängnis. Die Kölnische Zeitung" ist von der Interalliierten Rheinlandtommission verboten worden. Die tschechoslowakische Regierung hat auf die Bemühungen deutscher Abgeordneten hin Geld und waren sammlungen gestattet. für Deutschland nach vorheriger Anmeldung bei den Behörden Genosse B. Tusar, der tschechoslowalische Gesandte in Berlin, ist seit einiger Zeit wegen nicht unbedenklicher Erkrankung bea urlaubt. Wir wünschen ihm, auch im Interesse unferer tschechischen Bruderpartei, zu deren besten Köpfen Tufar zählt, baldige und volle Genesung. Das Ueberstundenabkommen. Das zwischen dem Bergbaulichen Berein und den 3e. wertschaften cogeschlossene Ueberschichtenzeitabkommen hat fol. genden Wortlaut: " In Ansehung der Rotlage der deutschen Wirtschaft und der damit verbundenen ungebeuren Arbeitslosigkeit, in Ansehung der ferner besonders schweren Belastung des Ruhrbergbaus sind die Tarifpartrien über folgendes einig: 1. Die schleunigste Erreichung der Friedensleistung( bes Friedensförderanteils) im Kohlenbergbau ist unbedingte Notwendigkeit. Vor der Arbeitsaufnahme. verwitweten oder verheirateten Arbeiter mit 1 oder 2 minderjähri gen Kindern 4 Proz., mit 3 oder 4 minderjährigen Kindern 5 Broz. Bochum, 30. November.( Eigener Drahtbericht.) Am Donners- und erhöhen sich für jedes weitere minderjährige Kind um 1 Broz. tag haben im Wirtschaftsausschuß in Belsentirchen Berhand. Auf Antrag sind Erhöhungen zulässig, wenn die Werbungskosten lungen wegen der Wiederaufnahme der Arbeit stattgefun- 20 Proz. des Arbeitslohnes übersteigen. Wird der Arbeitslohn nicht den. Dabei sind den französischen Vertretern durch die freien Gewerf. für eine bestimmte Arbeitszeit gezahit, so tritt an die Stelle diefer Säße eine fefte Ermäßigung von 4 Proz. des Arbeitslohnes. Beschaften folgende Fragen vorgelegt worden: trägt der Arbeitslohn eines Lohnsteuerpflichtigen mehr als 2000 Goldmart vierteljährlich, so hat er dieselben Borauszahlungen zu leisten wie ein Steuerpflichtiger mit sonstigem Einkommen. 1. Ist die Verordnung 83 des Generals Degoutte, die Kündigun gen und Entlassungen unter 2ndrohung von Geld. und Gefängnise ftrafen verhütet, noch in Kraft? Die Für die Vorbereitung der endgültigen Veran= 2. Sind die Sündigungen, die vor und nach dem 18. November I agung für 1924 find Richtlinien aufgestellt. Danach fällt in Zu= erfolgten und die der Berordnung widersprechen, demnach ungültig? funft die Beranlagung zur Einkommensteuer nach einem Dom abweichenden 3. General Degoutte will also mit dieser Verordnung erreichen, Kalenderjahr Wirtschaftsjahre. 2. Die beiden Parteien, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, verpflichten sich, alles, was in ihrer Kraft steht, zu tun, um das zu 1 daß keine Erwertsiofen mehr vorhanden sein sollen? fort. Das landwirtschaftliche Einkommen soll nach Durch= gesteckte Ziel sobald wie möglich zu erreichen. Die Arbeitgeber Diese Fragen wurden sämtlich von den französischen Vertretern schnittserträgen ermittelt werden, die nach verschiedenen werden alle wirtschaftlich möglichen technischen und mit Ja beantwortet. Daraufhin sind noch am Donnerstagabend die Güteklassen abgestuft find. Steuerpflichtige, die Handelsbücher organisatorischen Mittel zu diesem Zwecke ergreifen, Vertreter der freien Gewerkschaften und die Beriebsräte zusammen- zu führen haben, müssen am 31. Dezember 1923 eine insbesondere die Hauerzahl nach Möglichkeit vermehren. Die getreten. Es wurde in einer sehr zahlreich besuchten Versammlung Steuerbilanz in Gold Arbeitnehmer unter Tage werden im Anschluß an die regelmäßige der Beschluß gefaßt, die Arbeiterschaft zur Wiederaufnahme aufstellen, die als Unterlage der Beranlagung dient. Für HandSchicht ueberarbeit derart leisten, daß die Gesamtschichtdauer vom Beginn der Seilfahrt bis zu ihrem Bieberbeginn 8 Stun der Arbeit für Sonnabendmorgen durch die freien Gewerkschaften werker und Angerige der freien Berufe werden Unkostenpauschden beträgt. Dementsprechend leisten die Arbeiter über Tage, ufzurufen. Dem Aufruf ist im Laufe des Freitag durch Berbreitung fäße festgesetzt, die von den Roheinkünften abgefeht werden. 2. Die Vermögenssteuer. Für das Jahr 1924 findet soweit fie unmittelbar mit der Förderung zu tun haben, eine entspechender Flugblätter Nadbrud verliehen worden. eine Neuveraniagung nach dem Bermögensstand vom 31. Dezember Stunde eberarbeit. Die Heberarbeitszeit der übrigen Arbeit soll unter Berufung auf die alten tariflichen Bestimmungen 1923 ftatt. Die Wertermittlung bei Grundstücken erBelegschaft über Lage ist balbigft gemeinsam mit der Großeisenin- aufgenommen werden, die ja die beste rechtliche Unterlage dazu bieten. folgt auf der Grundlage des Wehr beitragswertes, ber so dustrie im Ruhrbezirk zu regeln. Die im Manteltarif vorgesehenen Es ist im Laufe des Freitag versucht worden, cuch mit den Nachbar zu berichtigen ist, daß eine gleichmäßige Belastung aller SteuerBuschläge für Ueberstunden gelten für die hier vor städten Fühlung zu bekommen, um dort die freien Gewerkschaften pflichtigen erreicht wird. Beim Betriebsvermögen ist das gesehene Mehrarbeit nicht. In der Annahme, daß sich aus der zu gleichem Borgehen zu veranlassen. Anlagetapital nach dem Stand von 1913 unter BeSchichtverlängerung eine entsprechende Leistungserhöhung rücksichtigung einer angemessenen Abnugung zu bewerten, die Vorergibt, wird vom Inkrafttreten diefes Abkommens ab der Schich to räte an Rohstoffen und Fabritaten nach dem Anschaffungs- oder lohn für die an der Mehrarbeit beteiligten Schichtlöhner unter Herstellungspreis am 31. Dezember 1923. Wertpapiere und und über Lage mit einem Siebentel erhöht. 3. Am 1. Februar 1924 treten die Beauftragten der Der Entwurf der Notverordnung über die Neuregelung der Devisen sind mit dem Kurs vom 31. Dezember 1923 zu bewerten. vertragschließenden Parteien unter Mitwirkung von Vertretern des Steuergesetzgebung ist dem Reichsrat zugegangen. Reichswirtschafts- und Reichsarbeitsministeriums zusammen, um Inhalt fei hervorgehoben: festzustellen, ob die Friedensleistung erreicht ist oder in Furzer, absehbarer Zeit erreicht sein wird. Im Gegenteil ist fest. zustellen, welche allgemein gültigen Ursachen die Erreichung des unter 1 aufgestellten Zieles verhindert haben. Ueber eine Besettigung ist dann möglichst durch Berhandlungen zu entscheiden. Der Bergleich der Leistung erfolgt für die Arbeiter über Tage, und zwar je Mann und Schicht mit den Monaten Dezember und Januar 1923/24. 4. Bei der Wiederaufnahme der Arbeit sollen unter Zuziehung von Mitgliedern der Betriebsvertretungen bie fozialen Belange( Familienstand, Seßhaftigkeit) berücksichtigt werden. 5. Dieses Abkommen tritt am 5. Dezember 1923 in Kraft und läuft bis zum 1. Mai 1924. Die unterzeichneten Berbandsvertreter der Arbeitgeber und Ar. beitnehmer verpflichten fich, für die Durchfühung dieses Abkommens bei ihren Verbänden einzutreten." Die Steuernotverordnung. Bon seinem 1. Eine Beranlagung zur Eintommensteuer für 1923 findet nicht statt. Statt dessen wird bei den Lohnempfängern die Steuerschuld durch den Lohnabzug beglichen. Die Beranlagungspflichtigen haben am 15. Dezember eine letzte Vorauszahlung für das Jahr 1923 zu leisten. Sie beträgt 25 Goldpfennige auf je 1000 Mart der Steuerschuld, die sie für 1922 zu entrichten hatten. Für Erwerbsgesellschaften ist durch die Aenderung des Körperschaftssteuergeseges eine ähnliche Regelung vorgesehen. Die dritte Rate der Rhein- Ruhr abgabe, die am 5. Januar fällig ist, ist zur Hälfte schon am 15. Dezember zu zahlen; fo daß die Abgabepflichtigen an diesem Tage denselben Betrag an Rhein- Ruhrabgabe zu zahlen haben, wie an Vorauszahlung für die Einkommensteuer. Die Steuerpflicht der Erwerbsgesellschaften regelt sich in ähnlicher Weise. Die als Rhein- Ruhrabgabe fälligen Beträge sind in ausländischen Zahlungsmitteln zu entrichten, soweit ben Steuerpflichtigen am 15. November 1923 ausländische Zahlungs mittelt gehört haben. Die Vermögenssteuer ist nach dem Goldwert zu leisten, sie beträgt bis 25 000 Goldmart 3 vom Taufend, bis 50 000 Goldmark 4 vom Tausend, bis 100 000 Goldmart 5 vom Tausend. Darüber hinaus kommen besondere Zuschläge zur Erhebung, so daß bei einem Bermögen von über 5 Millionen Goldmark ein Höchstsah von 7,5 vom Tausend erreicht wird. Steuerfrei bleiben Vermögen unter 5000 Goldmart. Dieser Beirag erhöht sich auf 10 000 Goldmart, wenn es sich hauptsächlich aus Wohngrundstücken oder festverzinslichen Werten zusammensetzt und wenn es Personen gehört. die über 60 Jahre alt oder die erwerbsunfähig sind. Am 1. März 1924 ist eine erste Borauszahlung zu leisten, die ein Biertel des Betrages ausmacht, der sich aus der Vermögenssteuererklärung ergibt. und des Tarifs ist auf Goldmart abgestellt. Kinder und Enkel 3. Die Erbschaftssteuer wird ermäßigt. Die Staffelung haben einen Erwerb von 300 000 Goldmark sowie ben gesamten Hausrat fteuerfrei. Die Bewertung des Erwerbs erfolgt nach den Grundfäßen der Bermögenssteuer. 4. Die 11 m sagsteuer foll von 2 auf 2½ Pro3. erhöht werDer Zechenverband war durch Stinnes, Bögeler, RIöd. Die endgültige Veranlagung zur Einkommensteuer für das den. Innerhalb einer Woche nach Schluß jedes Kalenderviertelner, Thyssen und Wiskott vertreten, die Arbeitnehmer durch Kalenderjahr 1924 fieht wiederum Borauszahlungen vor. Für Ein- jahres ist eine Voranmeldung in der Höhe des Umsages abzugeben die Bergarbeiter und Metallarbeiterverbände so tommen aus dem Betriebe der Land-, Garten- und Forst und eine entsprechende Borauszahlung zu leisten. wie den Verband der Heizer und Maschinisten. Die unter: 15. Auguft und 15. November 1924, Vorauszahlungen zu leisten. steuer, die Bechselsteuer, die Grunderwerbssteuer, wirtschaft find vierteljährlich, am 15. Februar, 15. Mai, In dem Entmurf werden ferner die Kapitalverkehrsnehmer verlangten die Einführung der Borfriegsarbeitszeit. Sie betragen 1 vom Tausend des Wehrbeitragswertes des bewirt die Bersicherungssteuer, die Renn, Wett. Sie ließen aber von der Forderung ab, als die Gewerkschaftsvertreter schafteben Grundstücks. Sobald die Vermögenssteuerveranlagung Botteriesteuer, die Kraftfahrzeugsteuer und die statistisch die Unmöglichkeit dieser Forderung nachwiesen. Der für den 31. Dezember 1923 durchgeführt ist, richten sich die Boraus Berbrauchssteuern auf Gold gefiellt. Die Mietsteuer Echwerpunkt des Abkommens liegt in der Zurücknahme der zahlungen nach den dabei ermittelten Grundstückswerten. Bächter ist in dem Entwurf noch nicht enthalten, lediglich die Berpflich= Kündigung der Belegschaften. Allerdings ist auch am zahlen drei Biertel von dem, was freie Eigentümer zu leisten haben. tung von Ländern und Gemeinden, fie evtl. zu er 5. Dezember noch nicht mit einer allgemeinen Einstellung und AufFür Einkommen aus Gewerbebetrieb bemessen sich die heben. Die Gemeinden werden nur verpflichtet, eine Mietzinsnahme der Arbeit im rheinisch- westfälischen Bergbau zu rechnen, da 2 Broz. der Roheinnahmen nach Abzug der Lohn- und Gehalts- die Besteuerung der Betriebe soll vom 1. Januar 1924 Borauszahlungen nach den Betriebseinnahmen. Sie beiragen steuer nach näherer Bestimmung zu erheben. Das Gefeß über die Transportfrage noch nicht geregelt und eine Abfuhr angaben des Betriebes. Auf das sonstige Eintommen( aus ab aufgehoben werden. der Kohlen von vielen Zechen, die keinen Wasseranschluß haben, Berpachtung, Nuzung und der Ausübung eines freien Berufes) find nicht möglich ist. Ze vierteljährliche Borauszahlungen zu leisten, die sich nach dem Bezüglich des Finanzausgleichgefeges sind in dem Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, haben die Berhand lleberschuß der Einfünfte über die Werbungsfoften bemeffen. Bon lungen über die Regelung der Transportfrage mit den ersten 2000 m. des Ueberschusses werden 10 Broz. erhoben, neuen Steuernotverordnungsentwurf folgende Aenderungen vorgeder belgisch- französischen Regie in Mainz am Donnerstag begonnen. vermindert um die beim Lohnsteuerabzug geltenden Ermäßigungs- fehen: Die Verhandlungen dauern an. beiträge. Bon dem weiteren Ueberschuß sind 20 Broz. zu zahlen. Die Gemeinden werden verpflichtet, eine Mietzinssteuer Der Steuerabzug vom Arbeitslohn wird gleichfalls nach näherer Bestimmung und der Verordnung über Mietzins neu geregelt. Die Ermäßigungen segen fich fünftig zufam- und Mietzinssteuer zu erheben. Die Zuschüsse, die die men aus einem Betrag für Werbungsfosten und einem Betrag für Länder und Gemeinden für die Besoldung der Beamten und die zu der Haushaltung zählenden minderjährigen Rinder. Bersorgungsberechtigten auf Grund des§ 60 in Höhe von 75 Proz. Beträge werden auf der Grundlage des Lohnes eines vollbeschäf ber seit dem 1. Januar 1921 gemachten Mehraufwendungen erhalten, tigten Arbeiters errechnet und vom Reichsfinanzminister in Goldmart festgelegt. Die Beträge, um die fich der 10prozentige Abzug follen vom 1. Januar 1924 ab auf 50 Pro3. und vom vermindert, betragen bei einem unverheirateten, verwitweten oder 1. April 1924 auf 25 Broz herabgelegt werden. Vom tinderlos verheirateten Arbeiter 2 Broz, bei einem unverheirateten, 1. Ottober 1924 ab sollen die Zuschüsse überhaupt Durch einen am Freitag im Reichsarbeitsministerium gefällten Schiedsspruch werden die Bergarbeiter durchschnitts. Löhne für die normale Schicht für das Ruhrgebiet auf 5,25, den Bezirk Köln auf 6,30, Oberschlesien auf 3,9, Niederschlesien auf 3,25, Sachsen auf 3,51, Niedersachsen auf 3,185 und für Ibbenbüren auf 3,51 Billionen Mart festgesezt. Zeit- Dialoge. Bon Egon H. Straßburger. Die Sonntagsleber. Sie: Hast du Geld? Er: Wozu? Sie: Ich will mir einen Pelz kaufen. Er: Aber Kind, wir haben ja nicht so viel, daß... Lachhaft! Sie: Dann fauf eine Gans wenigstens. Er: Was? Wie? Ich habe doch teine 50 Goftmart Sie: Aber drei Pfund Leber für Sonntag fannst du kaufen! Er: Es reicht zu einem halben. Hier hast du Geld! Sie: Gott sei Dank: mehr wollte ich nicht.( Sie atmet erleichtert auf.) Morgens um drei. Sie: Mann, hörst du was? Er:' ne Maschine. Sie: Jede Nacht. Er: Sie arbeiten, die Leute. Bum! Bum! Bum! So gehi's. Sie: Um Gottes willen, was denn? Er: Na, Geld machen sie. Er: Das wirst du nicht tun. Sie: Aber ja... warum denn nicht? Er: Du mußt Gemüt haben. Bedenke doch... Sie: Bei folchen Spizbuben? Er: Keiner hat heute eine Geldfabrik zu feinem Bergnügen. Die Leute müssen auch leben.( Er dreht sich auf die andere Seite.) Und nun laß mich schlafen! Wir Primaner: Ich habe aber nur dreißig. Setundaner: Effettio?... Richtige? Brimaner: Bom Bater. Sefundaner: Weiß er's? Die Primaner: Keine Ahnung! Wir wissen doch, wo sie liegen. Setunbaner: Gut!..( Bedenklich) Aber, wenn's dein alter Herr merkt. Er schlägt uns beide tot. Brimaner: Wird sich hüten. Getundaner: Dein Bater? Primaner: Du kennst wohl die Devisenverordnung noch nicht. Sefunder: Na und? Primaner: Wenn ich ihn verrate, dann liegt er brin. Setunbaner: Ich bin auch fein Unmensch: gib zwanzig; zehn sollst du dabei verdienen. tönne. * Hoffentlich verlangt der Minister Boelig eine gründliche Umarbeitung des Buches, bevor er die offizielle Einführung genehmigt. Dr. Erich Witte. „ Compendium der sozialen Hygiene" von Prof. Dr. B. Cha jes.( Preis: Grundzahl 5 m.) Dieses Wert, das einen ausgezeichneten Ueberblid über das große Gebiet der sozialer Hygiene in fnapper Form gibt, ist innerhalb von zwei Jahren zum zweiten Male erschienen. Ein Beweis, daß es einem großen Bedürfnis entgegenfommt. Bei der Fülle des Gebotenen fönnen nur einzelne Rapite herausgegriffen werden. Besonders zu begrüßen ist dem Leser ermöglicht, sich über das ihn besonders interessierer.de Das furzgefaßte Literaturverzeichnis am Ende jedes Kapitels, das Gebiet in Lehrbüchern und Nachschlagewerken zu informieren. Die Beamten der Partei und Gewerkschaften seien besonders auf das Kapitel über Medizinalstatistit hingewiesen, das in er schöpfender und dabei boch leicht faßlicher Weise in dieses für ihre Tätigkeit so wichtige Gebiet einführt. Gerade in der heutigen Zeit der exakten Wissenschaften gehört für den Gewerkschafts- und Krankenkassenbeamten eine Kenntnis der Statistik zu den grundleger.den Erfordernissen, denn allein die Bahen gelten als Be meise; wie fie aber gewonnen werden, das muß der, der sie verwenden oder bekämpfen will, wissen. Bei der Hygiene der Ein neues Schulgeschichtsbuch? Die Leipziger Berlagsbuchhandlung von Quelle u. Meyer Die Leipziger Verlagsbuchhandlung von Quelle u. mener veröffentlicht 31 Gutachten über das von ihr verlegte Geschichts buch für die deutsche Jugend von Krumsteller, Haade und Schneider und rühmt, daß es an mehr als ohnung würde ich gern in der wohl bald folgenden dritten 100 Schulen fchon in Gebrauch fei. Troß der preußischen Mini- Auflage etwas näheres über die englische Wohnungsgeschgebung Sie: Das find ja Falschmünzer... ich gehe morgen zum fterialverfügung( U II 1367 U II W I), daß die Einführung neuer lefen, denn das Heimatland der sozialen Hygiene ist England. Die Polizeirevier und melde es. Geschichtsbücher vor Oftern 1924 nicht in Aussicht genommen werden Darstellung und das gebotene Material über die drei Bolkskrantheiten, Tuberkulose, Geschlechtstrantheiten und Das Buch weist gegenüber den alten Schulgeschichtsbüchern foholismus find mustergültig. Mit besonderer Liebe hat allerdings manche Vorzüge auf: Statt der trockenen Aufzählung ge- der Verfasser sein Spezialgebiet, die Berufs- und Gewerbeschichtlicher Ereignisse plastische, kulturhistorische Schilderungen; ftait hygiene, behandelt, die auch dem Fachmann noch viele AnGinem lang empfundenen Bedürfnis besonders ber Behandlung aller deutschen Kaiser des Mittelalters und aller regungen bietet. römischen Raifer die einiger weniger, bie besonders charakteristisch bei Sozialhygienitern und Berwaltungsmedizinern fommt das find, unter Anführung gut gemählter, furzer Aussprüche. Das Buch 12. Kapitel entgegen, das einen Ueberbid über die Organi perfolgt teine reattionären und monarchistischen Zenfation des Gesundheitswesens in Reich, Ländern und denzen: Die Berfasser üben scharfe Kritik an den vor Napoleon I. Kommunen gibt. Bielleicht könnte der Berfajfer als speziellen Teil friechenden ländergierigen und titelsüchtigen deutschen Fürsten, an tas Gesundheitswesen von Berlin in der nächsten der auf die Befreiungstriege folgenden, schmachvollen Demagogen- Auflage eingehender behandeln. Da Berlin der Sitz aller Arbeiterverfolgung, an der Reaktionszeit der fünfziger Jahre. Aber die organisationen ist, wäre es für die betreffenden Dezernenten von Gewinnung der Herzen der Schüler für die republi- großem Borteil, wenn sie den Instanzenweg bei sozialhygienischen fanische Staatsform, a. B. durch eine vernichtende Beurtei- Maßnahmen hier nachefen fönnten, da meines Wissens noch fein fung der Hohenzollern und besonders des letzten beutschen Kaisers, Buch über die Organisation des Gefundheitswesens von GroßAlles in allem hat Genoffe Prof. Chajes hier ein ist in dem Buche nicht angestrebt worden. Obwohl der Minister Berlin epiftiert. Boelit in feinen Richtlinien für die neuen Geschichtsbücher verlangt sehr empfehlenswertes Werk geschaffen, das bei der Wichtigkeit hat, daß für diese die Artikel der Reichsverfassung über Bildung feines Gegenstandes in feiner Gewertschafts-, Krankenkassen. und und Schule" maßgebend sein sollen, haben die Verfaffer ganz die Parteibibliothek fehlen sollte, und das sehr gute Waffen im Kampf Forderung außer acht gelassen, daß der Unterricht im Geiste der Arbeiter flaffe zur Befferung der gefundheitlichen Verhältnisse der Böfterverföhnung" gegeben werden muß. Das Buch bietet. Dr. med. Norbert Marg. meist lange Schilderungen von Schlachten auf: aber die Haager Die Signale der Straßenhändler von Zofio. Beter Feuer Friedenstonferenzen find ebenso wenig ermähnt wie die internatio- noch Erdbeben haben die Straßenhändler von den Straßen Tafios nalen Organisationen, nicht einmal die in den alten Geschichtsbüchern vertreiben tönnen, und das Befen des alten, romantischen, malenicht übergangene Berkündigung des allgemeinen Bandfriedens durch rischen Japan lebt in ihnen noch ungebrochen fort mitten in ber den Kaiser Maximilian L., wodurch den Privatfriegen ein Ende ge- westlichen Kultur, bie eingebringen ift." So beginnt der Zofinter macht murde. Die Schuld an der Entstehung der Kriege haben für Berichterstatter der„ Times" eine Schilderung des japanischen bie chauvinistischen Berfasser nach befanntem Mufier immer die Straßenhandels und feiner wunderlichen Einrichtungen. Da ziehen Feinde gehabt. fie mit ihren Waren von Haus zu Haus, von Hütte zu Hütte, vers Bei der Straßenspeisung. Ohne Kragen: Id freue min uff det Joulaschfleisch. Mit Kragen: Sch täte es auch, aber ich kann nicht. Ohne Kragen: Nanu marum nee? Mit Kragen: Man glaubt mir nicht. mein Baletot ift noch nicht abgerissen. Ich sah als Schriftsteller bessere Lage. Ohne Kragen: Eene Idee... Sie treten aus'm Ilied und mir tauschen de Roftüme, wenn ich mein'n Joulasch habe. Mit Kragen: Und dann? Ohne Kragen: Holen Sie sich in meine Kluft n' Topf voll. ( Der Kleidertausch findet ftait, der Schriftsteller erhält als letter teine Speifung mehr, und der Mann ohne Kragen ist nicht mehr aufzufladen.) Jugend von heute. Setunbaner: Hier bas Markenalbum! Brimaner: Roftet? Sekundaner: Bierzig Dollar! Wegfallen. Die gleiche Regelung gilt für die Zuschüsse, die auf Grund des§ 61 des Gesetzes für Wohlfahrts, Bildungs= und Kunst anstalten gewährt werden. Auch diese Zuschüsse werden vom 1. Oftober 1924 gänzlich wegfallen. Krankenkassen und Aerzte. Drohender Aerztestreik? Im Landtag wurde die von den Kommunisten verlangte Beratung einer Reihe politischer Anträge von der Mehrheit abgelehnt. Endgültig angenommen wurde der Gesezentwurf über Ausdehnung des Ansiedlungsgesetzes auf die Rheinprovinz. Auch dert wird nunmehr die Errichtung neuer Ansiedlungen von einer behördlichen Genehmigung abhängig gemacht. Reichsregierung und Micum- Vertrag. Dentschland fordert Gntschriften der Leistungen. 17 Die Reichsregierung hatte der Reparationsfommiffion am 21. No Linie für die Reparation, die eine gemeinsame Angelegen. Dember 1923 eine Note überfandt, die diese von dem Bertragsabschluß heit aller beteiligten alliierten Mächte ist, herangezogen werden. Alles befeßten Gebieten und den französisch- belgischen Belazungsbehörden zwischen der Interessengemeinschaft der Farbstoffinteressenten in den was Deutschland im Hinblick auf diese Verpflichtungen, zahlt. sowie von dem Scheitern der Berhandlungen zwischen dem Berg- Die Reparationskommission allein hat alle Zahlungen zu vereingebührt der Gemeinschaft der Reparationsberechtigten. baulichen Verein" und der Micum( Interalliierte Kontrollkommission nahmen und Deutschland dafür Gutschrift zu gewähren. Die für Hüttenwerke und Zechen) in Kenntnis sezen sollte. franzöfifche und belgische Regierung wollen die erhobenen Abgaben Nachdem nunmehr am 23. November 1923 ein Vertrag zwischen in eine Pfändertasse abführen und aus deren Beständen in den beiden leßtgenannten Stellen zustande gekommen ist, hat die erster Linie deutsche Reichsregierung durch eine weitere an die Reparationskommiffion gerichtete Note auch diesen Vertrag zur Kenntnis der Repa rationsfommission gebracht. Darin wird ausgeführt: die durch die Ruhrbejehung entstandenen Ausgaben decken, aber die Bezahlung dieser Kosten tann von Deutschland desDie Kohlenzechen haben sich zum Abschluß des Vertrages, der halb in feinem Falle gefordert werden, weil diese Aktion weder ihnen die Finanzierung der der Gegenseite zu machenden Leistungen durch den Versailler Vertrag noch durch die allgemeinen Regeln des auferlegt, nur deshalb verstanden, weil nur auf diesem Wege die Völkerrechts gerechtfertigt ist, vielmehr eine Rechtsverlegung Wirtschaft der befeßten Gebiete wieder in Gang gebracht und die bei ist. Außerdem steht der franzöfifchen und der belgischen Regierung Fortdauer des gegenwärtigen Stillstandes drohenden Gefahren für einseitige Befriedigung aus den für Reparationszwede beeiner vollständigen sozialen Auflösung abgewendet stimmten Leistungen feine Legitimation zur Seite. Wenn Frankreich werden können. Unter diesen Umständen hat sich die Reichsregierung und Belgien deutsche Leistungen zur einseitigen Abdeckung im Vermit dem Vertragsabschluß abfinden müssen und den Kohlenzechen sailler Vertrag nicht vorgesehener Forderungen verwenden wollen, gegenüber die Berpflichtung zur Erstattung der von ihnen über so würde die Genehmigung der Reparationsfommission erfor nommenen Leistungen nach Ordnung der Reichsfinanzen unter derlich sein. Die deutsche Regierung widerspricht einer solchen der Voraussetzung der Gutschrift der Leistungen auf laufende Genehmigung, die der Rechtslage und ihren Interessen nicht gerecht werden würde, und erwartet, daß sich die Reparationskommission dazu nicht herbeilaffen wird. Abg. Scholich( Soz.) begründete dann eine Große Anfrage der Sozialdemokraten, in der darüber Beschwerde geführt wird, daß das Preußische Wohlfahrtsministerium wiederholt in die wirtschaftlichen Auseinandersehungen zwischen Aerzten und Krantenfaffen zugunsten der Aerzte eingegriffen habe. Der Redner wies auf die schweren Folgen hin, die der für den 1. Dezem ber von den Aerzten angefündigte Streit für viele Tausende franker Menschen haben müsse. Der Redner beantragte die Ueberweisung eines deutschnationalen Antrages, der sich gegen die Reichs verordnungen für Aerzte und Krankenkassen richtet, an einen Aus schuß. Abg. Dr. Quael- Faslem( Dnat.) begründete den deutschnationalen Antrag. Die Reichsverordnungen hätten die schon vor der Tür stehende Einigung zwischen Aerzten und Krankenkassen zerstört. Die neueste Verordnung des Reichspräsidenten sei zwar ein kleiner Fortschritt, tönne aber den schon für morgen proflomierten Aerzte- Reparationsrechnung übernommen. streit nicht mehr verhindern. Das Berbot der freien Arztwahl sei eine Verlegung der Standesehre der Aerzte. Die Abge ordneten Dr. Wester( 3.) und Dr. Heidenreich( D. Vp.) nahmen die Aerzte in Schuß. Die Not des Aerztestandes fei tatsächlich so gestiegen, daß die Forderungen der Krankenkassen und die Reichsverordnungen unerträglich geworden seien. Bolkswohlfahrtsminister Hirtfiefer erklärte, er sei stets bestrebt gewesen, einen gefunden Mittelweg zwischen den Interessen der Aerzteschaft und der Krankenkassen zu finden. Es sei aber nicht möglich, allen Wünschen der Krankenkassen gerecht zu werden. Auch bei dem neuerlichen Konflikt habe das Ministerium versucht, im Reiche feinen vermittelnden Einfluß geltend zu machen. Hoffent. lich gelinge es, die Schwierigkeiten noch zu überwinden, denn der vertragslose Zustand der Aerzte sei auf die Dauer mit der Bolts. gesundheit nicht verträglich. Abg. Dr. Weyl( S03.) äußerte Bedenten gegen die Reichsverord nungen. Die größten Härten seien aber durch das Eingreifen des Reichspräsidenten beseitigt, und darum liege gar fein Anlaß mehr vor für einen Aerztestreit, der überdies als schwere Gefährdung der Boltsgesundheit durchaus zu verurteilen sei. Das Ministerium sollte alle Anstrengungen machen, um schleunigst eine Berständigung zwischen den Aerzten und Krankenkassen herbeizu führen. weder die franko- belgische Ruhrbefeizung, noch die Pfänderpolitif, Die. Reichsregierung wiederholt ihre Erklärung, daß sie damit noch das neuerdings gewählte Berfahren unmittelbarer Verträge der Besagungsbehörden mit deutschen Werken als rechtmäßig anerkennt. Nachdem es nun einmal zum Abschluß des Bertrages gekommen ist, muß die deutsche Regierung wenigstens Wert darauf legen, daß die Sachleistungen und Zahlungen auf Grund des Abkommens vom 23. November auf die Reparationsverpflichtungen verrechnet werden. Die Dringlichkeit der Entscheidung über diese Frage ergibt fich unter anderem daraus, daß es von ihr abhängt, inwieweit die Kohlenzechen auf Erstattung ihrer Leistungen durch die deutsche Regierung rechnen können. Nach der Ansicht der Reichsregierung müssen fämtliche auf Grund des Abkommens vom 23. November erfolgenden Leistungen in voller Höhe von der Reparationstommission Deutschland auf laufende Reparationsrechnungen gutgeschrieben merden. Die Reichsregierung bittet, eine grundsägliche Entscheidung dieses Inbalts alsbald herbeizuführen. Zur Begründung wird u. a. ausgeführt: Nach den eigenen Erflärungen der französischen und belgischen Regierung, insbesondere in deren Note vom 10. Januar 1923, bezweden Ruhrbefeßung und Pfänderpolitik die Sicherstellung der Abg. Riedel( Dem.) bedauerte, daß in dieser Debatte mehr die durch die Reparationskommission festgesetzten Lieferprogramme und Interessen der Werzte und der Krankenkassen als die der Kranten die Ergreifung aller für die Bezahlung der Reparationen erforder vertreten würden. Der Aufruf zu einem Behandlungsstreit lichen Maßregeln". Somit sollen die in den besetzten Gebieten un gegen die Kassen und Privatpatienten sei geradezu unvermittelbar beigetriebenen Sach- und Geldleistungen zur Abdeckung der antwortlich. In dem schleunigst einzuberufenden Reichsausschuß deutschen Reparationsverpflichtungen dienen und dem müsse eine Berständigung zwischen den Aerzten und den gemäß Deutschland gutgeschrieben werden. Krankenkassen herbeigeführt werben. Nach Teil VIII des Versailler Vertrages soll die gesamte finanNach weiteren Bemerkungen der Abgg. Hoffmann Guben zielle und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands in erster ( Soz.) und Dallmer( Dnat.) wurde der Antrag Quaet- Faslem angenommen, dazu der sozialdemokratische Antrag auf fleunige Einberufung des Reichsausschusses = mit einem Zusazantrag Dr. Wester( 3.), der an alle Beteiligten den bringenden Appell richtet, die Verständigungsarbeit des Reichsaus fauffes nach Sträften zu fördern und die Bestellung der Unparteiifchen und des Vorsitzenden den beiden Parteien zu überlassen. Ein Antrag auf Linderung der durch die Mißernte hervorgerufeEin Antrag auf Linderung der durch die Mißernte hervorgerufe. nen Notlage der Winzer im beseßten Gebiet wird dem Landwirtschaftsausschuß überwiesen. Das Haus vertagt sich um 15 Uhr auf Dienstag 3 Uhr. Auf der Tagesordnung stehen die Verfassung der evange. Tischen Landeskirchen, die Gewerbesteuerverord. nung und fleinere Vorlagen. Knilling- Krise? Am 23. Auguft 1919 hat der Oberste Rat in einer Note aus Anlaß der Beschlagnahme ungarischen Eigentums durch rumänische Truppen an die rumänische Regierung als ein grundlegendes Prinzip des Reparationssystems bezeichnet, daß die Bermögenswerte der Zentralmächte ein gemeinsames Pfand aller alliierten Mächte bildeten, und daß allein die Reparationstommission als deren Vertreter für die Verwendung dieser Bermögenswerte zu Reparations. zwecken zuständig sei. Daraus wird die Folgerung hergeleitet, daß Rumänien nur mit Zustimmung der übrigen alliierten Mächte die Hand auf ungarisches Eigentum legen dürfe. Es wird hinzugefügt, daß es zu ungerechtigkeiten und zu einer Gefährdung der alliierten Interessen führen müsse, wenn das Prinzip der Reparation in eine von einem einzelnen Alliierten vorgenom mene Aneignung ausartet. Der Oberste Rat hat hier mit aller Klarheit zum Ausdrud gebracht, daß jede Reparationsfrage die Ge. samtheit der beteiligten alliierten Mächte angeht, und daß keine diefer Mächte zu einseitigen Maßnahmen gegen die Schuldnerstaaten befugt ist." Die deutsche Note faßt sich dahin zusammen, daß alle Leistungen auf Grund des Micum- Abkommens und alle Beschlagnahmen ber Befazungsbehörden, die durch den Vertrag bestätigt werden, deutsche Reparationsleistungen darstellen und deshalb von der Reparationsfommission auf laufende Reparationsrechnungen von der Reparationskommission auf laufende Reparationsrechnungen gut zuschreiben find, sowie daß die Berrechnung solcher Leiftungen auf die Kosten der Ruhrattion nicht zulässig ist, zum mindesten aber nur durch die„ Repto" auf Grund einer interallierten Vereinbarung erfolgen könnte. Belgien und die Ruhrfrage. worden. Frankreich habe durch die Besetzung auch Verluste an Sach lieferungen gehabt und habe außerdem auch die Beseßungskosten zu München, 30. November.( Eigener Drahtbericht.) ( Eigener Drahtbericht.) Für die tragen. Der Abgeordnete bespricht dann die verschiedenen Versuche, innerpolitischen Entscheidungen, die in Bayern unmittelbar bevor eine separatistische Bewegung im Rheinlcnd zu schaffen und kritisierte stehen, gibt eine parteioffigiöse Austaffung der Bayerischen Bolfs die in dieser Beziehung befolgte Bolitik der franzöfifchen Regierung partei- Korrespondenz", die über die fommende Entwicklung in in scharfer Weise. Es sei eine Politit, der die belgischen und engli tige Fingerzeige. In diesen Auslassungen wird betont, daß im habe den Nationalismus und den Revanchegebanken in Deutschland Bayern. zweifellos zuverlässig unterrichtet ist, außerordentlich wich- schen Alliierten den Gnadenstoß gegeben hätten. Die Ruhrbesetzung gegenwärtigen Augenblid meine Aufhebung des begünstigt. Wenn man gewissen von ehemaligen frenzösischen Be Generalstaatsfommiffariats nicht zu benten lei, amten unterzeichneten Zeitungsartikeln Glauben schenken könne, so fei denn die Vorgänge am 8. und 9. November, die sich für eine lange die bayerische reattionäre Bewegung von der franZeit hinaus geltend machen werden, und die Konsequenzen, die für zöfifchen Regierung subventioniert worden. eine ausschließlich die Staatsautorität im Auge habente Sicherheits- Boincaré erklärte, die Regierung sei nicht verantwortlich für die politif im Innern gezogen werden müssen, machen heute das Ge- Meinung dieser Beamten. Cachin verlas darauf die angeführten Arneralstaatsfommissariat zu einer notwendigen Einrichtung, tifel und nannte in Verbindung damit den General Mangin, der schonen auch die fast fotonartigen fleinen Wohnungen in den Barts die erst am Anfang, aber noch lange nicht am Ende die nationalistische Partei in Bayern unterstützt habe. Er, Cachin, und auf den Plätzen nicht. Die 3eitungsverfäufer sind die auffälligsten. Aber das sind keine flinten Burschen, die mit lautem ihrer Gemeinschaft steht. Weiter wird dann hervorgehoben, habe auch in diesem Sinne an Paléologue geschrieben; Cachin erGeschrei die letzte Ausgabe ausrufen, sondern es find würdige daß sehr wohl Staatsregierung und Generalstaatskommiffariat Plärte: Herr Minister, ich erwarte Ihr Dementi!" Boincaré ant Herren, die ganz in derselben Weise, mögen sie nun 18 oder 80 Jahre nebeneinander bestehen können, ohne daß Kompetenzkonflitte ein wortete:" Sie brauchen es nicht erst abzuwarten, Sie haben es schon fein, die Abendausgabe, die„ Gogai", feilbieten. An die Stelle der treten; denn die Staatsregierung habe Aufgaben auf dem Gebiete erhalten." Weiter sagte Poincaré, die Zeitungsartikel erklärten, daß gellenden Rufe tritt das zarte Geflingel einer fleinen Handglocke. der politischen Führung zu erfüllen, wie sie im Hinblick auf die ge- man sich an den Quai d'Orsay um Unterstützung gewandt habe, aber Und obwohl soviele Klingeln jebe Stunde des japanischen Stadt- famideutsche Lage im vergangenen Jahrhundert niemals einem es sei nicht gesagt, daß diese bewilligt worden sei; im übrigen sei er lebens durchtönen, so ist doch die Klingel des Gogaimannes nicht leitenden bayerischen Staatsmann gestellt waren, während das im Jahre 1921 nicht Ministerpräsident gewesen. Er werde auf die zu verkennen. Es ist ein bescheidener und zarter Laut, den der blau gefleidete Ruli mit seiner Spielzeugglode hervorbringt, gar nicht Generalstaatstommiffariat auf dem ihm zugewiefe. Beschuldigung zurüdtommen, wenn er sich eingehend unterrichtet passend zu dem Gelärm der Neuigkeiten und der Sensationsmeldun nen Gebiete das Landaus der Putsch und Revolutions habe. gen, die die Zeitung bringt, diefes Rind einer fremben Zivilisation, atmosphäre herauszuführen und durch Stärkung und das durch das Glöckchen gleichsam erst im japanischen Leben heimisch Auswahl der Machtmittel des Staates die materielle Grundlage für wird. Die erste Nachricht vom Tode des Präsidenten Harding oder eine starte bayerische Politit nach innen und außen zu schaffen habe. des Grafen Kato wird so in der japanischen Hauptstadt verbreitet Diese Feststellungen der Bayerischen Volkspartei- Korresponunter der Begleitung des niedlichen Geflingels. Wandert man durch denz" find insofern sehr begrüßenswert, als sie in die unübersicht. Brüffel meldet, ist das Kabinett Theunis, das mit Bezug auf das die Straßen, so hört man früher oder später ein durchbringendes oder anhaltendes Pfeifen, das von einem riesigen Infekt oder von liche politische Lage der letzter. Wochen eine weitgehende Klärung Ruhrgebiet den Zustand vom 11. Januar als wiederhergestellt ansehe, dur Sirene einer Fabrif herzurühren scheint. Aber es find weber bringen. Es ist also mit der offenbar feststehenden Tatsache zu der Auffaffung, daß die Deutschland versprochene Erleichterung große Mostitos noch Fabriten, sondern es ist die Pfeife des man- rechnen, daß das Generalstaatskommissariat und damit auch der nicht länger hinausgefchoben werden dürfe und daß die Berndon Pfeifenreinigers, der feine Dienste auf fo schriile bayerische Ausnahmezustand noch lange erhalten Offupation nunmehr einen friedlichen und nichtmilitärischen Charakter Art anbietet. Straßauf, firaßab zieht er mit feinem wunderlichen bleiben, denn tie dem Generalstaatsfommiffariat zugewiesenen erhalten müsse, wie ursprünglich in Aussicht genommen war, mit Gerät von Drähten und Bürften, mit feinem fupfernen Waffertopf. Aufgaben find zu erfüllen nur möglich, wenn seine Arbeit auf lange anderen Worten, die belgische Regierung weise es ab, in Aneignung dessen Inhalt durch einen feinen Spiritusofen tochend erhalten Sicht eingestellt ist. Dabei ist die Frage offen gelassen, wer dieses des französischen Standpunktes den Besitz der Ruhr nunmehr als die wird. Den Dampf aus dem Topf fäßt er durch die meffingen Amt verwaltet, und sehr bemerkenswert, daß diese parteioffiziösen unerläßliche Garantie für die Sicherheit des Landes zu proflamie. ren. Gie verlangt, daß die Zahl der Besagungstruppen Pfeifen firömen, und wo immer Japaner Pfeifen rauchen, da merden jie angelockt von der Pfeife und dem seinen Dampf, die den Auslaffungen über den jeßigen Inhaber dieses Ambes, Herrn von Pfeifenreiniger verfündigen. Die Berläufer von Medi. Rahr, der es doch wahrhaftig nicht an Kompetenztonflikten mit auf ein minimum reduziert werde, auf die Zahl, die zum inen und Drogen fchreiten mit einer Stange quer über den der Rogierung fehlen( ief, fein Wort gesagt wird. Es ist selbstver Schuße der Miffionen und zur Sicherung gegen Unruhen unbedingt Schultern einher, an der fie ihre Holzfästchen mit Kräutern und ständlich, daß bei dem Fortbestehen des Generalftaatsfommiffariats als notwendig zu erachten fei. Daß von der französischen Regierung Bilaftern aufgehängt haben. An jedem Kästchen ist eine Eisenflappe, bie Kompetenzen zwischen ihm und der Regierung abgetrennt werden in Brüssel geltend gemachte Argument, daß durch die Rückkehr des und während der Händler mit langsamen schwingenden Schrilfen müssen und burch personelle Veränderungen in den leitenden Stellen Kronprinzen eine völlig veränderte Situation geschaffen worden sei, dahinwandelt, flingeln und flimpern die Metallftüdchen und machen eine rauhe Wufit, die sich sehr deutlich von den langgezogenen Horn. die tonale Busammenarbeit sichergestellt wird. Dieses zu erreichen, welche die dauernde Unterhaltung einer starten Militärmacht auf dem tönen des Nubelverkäufers unterscheidet. Der Nudel- ist der Sinn der gegenwärtigen innerbayerischen Krise. Die Frage rechten Rheinufer erfordere, wurde von der belgischen Regierung verkäufer besucht hauptsächlich die Seitenstraßen, in denen die armen heißt also nicht: nilling oder Kahr, sondern entweder nachdrücklich zurückgewiesen mit dem Hinweis, daß die von beiden Leute wohnen, und entlodt feinem meffingnen Horn eine eine nilling oder Knilling und Kahr. Daß Knilling am Regierungen übernommenen Verpflichtungen bindender Natur selen Melodie von vier Tönen, die besonders des Abends, wenn die Ente feiner 2mtszeit angelangt ist, ist fein Geheimnis und feinerlei Aenderungen zuließen. Edhatten herniederfinten, fich mit dem Klingen der Gongs an den mehr, denn feine eigene Bartei macht ihm zum Vorwurf, daß er Tempeltüren zu einer geisterhaften Melodie vereinigt." es versäumt hat, eine flare Linie zu ziehen und daß unter feiner Führung eine Polint getrieben morden ist, die statt mit Energie und Rücksichtslosigkeit das Regierungsruder gegenüber den Führern der Baterländischen Berbände zu führen, schließlich mit der Berhaftung der eigenen Minister geendet habe. 3m Kronprinzenpalais ist eine Ausstellung von Aquarellen Otto Müllers eröffnet worden. Clue Ausffellung von Arbeiten des Weimarer Staatlichen Bauhauses beranstaltet die Hausrat Gemeinnüßige Gel. m. b. H." Anjang Dezember in ihren Berkaufsräumen Königin Augusta- Str. 21. Ernst Friedrich spricht Märchen, Trauer- und Schauergeschichten von Gespenstern, Königen und anderem Unfinn" am Sonntag, den 2. Dezember, abends 8 br, im Meisteriaal, Stöthener Str. 38. Cons- Gedächtnis- Abend. Sarry Rothe left am 4. Dez., abends 8 Ubr, im Saale bes effing- useums, Brüderstr. 13, aus den Cachin gegen Poincaré. Paris, 30 November.( BTB.) Die Remmer segte heute die Paris, 30. November.( Mtb.) Wie das„ Echo de Paris" aus Beschlüsse der Reparationskommission. Baris, 30. November.( WTB.) Die Reparationsfommiffion hat in ihrer heufigen Vormittagsfihung beschlossen, zwei technische Unterfommiffionen einzusehen, von denen die eine die Frage der deutschen Währung und des Ausgleichs des Budgets prüfen. die andere sich mit der Frage der deutschen& apitalflucht beschäftigen foll. Deutsche Gesandtenkonferenz in Riga. In Riga findet gegenwärtig eine Konferenz der deutschen Gesandten aus Helsingfors, Werfen von Hermann 2ons. Es wirfen ferner mit: Dora Benig( Sefang) Interpellationsdebatte über die auswärtige Politik der Regierung Reval, Riga und Kowno üer Paß-, Boll- und Wirtschaftsfragen, und Hans Großstüd( am Flügel). Eine At 8stellung der Löns- fort. Als erster Interpellant ergriff der Kommunist Marcel Cachin die die baltischen Staaten betreffen, statt. Auch der Referent für Literatur durch die Vorwärts Budhandlung wird eine das Wort, um sich in der Hauptsache über die französische Ruhrpolitit die baltischen Staaten im Berliner Auswärtigen Amt, Freiherr Ueberficht über das gesamte literarische Schaffen des Dichters geben. Starten im Borderlauf zu 1 M. in der Vorwärts- Buchhandlung, Rinden auszusprechen. Des Volk schäze die Ergebnisse der Ruhrbesetzung von Teermann, ist, wie der Ost- Expreß meldet, in Riga zur Berichtig ein, denn seitdem sei der Lebensunterhelt immer teurer gesprechung eingetroffen. straße 2, und an der Abendlaffe. Gewerkschaftsbewegung leiben." " P Der Abonnementsbetrag für die Woche vom 2. bis 8. Dezember beträgt wie in ber Borwoche eine Goldmort oder eine Billion Papier. mart. Je nach dem Umrechnungslurs der Goldmark erhöht sich der Betrag in Papiermart. Es liegt im Interesse des Verlages und der Abonnenten, daß der Bezugspreis in den ersten Tagen der Woche und wenn möglich wertbeständig gezahlt wird, ba der Bezugspreis nach dem veränderten Kurs der Goldmark zur Ergebung kommt. Berlag des Vorwärts". Die Schiedssprüche im Buchdruckgewerbe verbindlich. Die von dem Schlichtungsausschuß, den das Reichsarbeitsministerium eingefest batte, am 28. und 27. November gefällten diedssprüche für das Buchdrudgewerbe find gestern vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erflärt worden. Ju der Wiener Metallindafirie it, wie uns ein eigener Draft bericht meldet, gestern noch vor Ablauf des Ultimatums eine Einigung zustandegekommen. Deutscher Solzarbeiterverband, Bezirk Often 2. Bertrauensmännernerfom lung morgen( Sonntag) vormittag 9% Uhr bei Bflans, Frankfurter Allee 323. Friz Berner, Marienfelbe. Rurzarbeiter melden fich heute aur Empfang nahme des Borschuffes im Betriebe. Berbandsbücher find mitzubringen, da Der Betriebsrat. BSPD. Buchbeuder, Charlottenburg. Seute( Sonnabenb) abend 8 Uhr bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. Fachgruppe ber Töpfer im Deutschen Bangemerkshunb. Montag, ben 3. Dezember, abends 6 Uhr, Sigung der Fachgruppenleitung, der Mitglieder des Ruratoriums hes Nachweises, der Betriebsobleute und Vertrauensmänner der Bauten im Bureau, Engelufer 24, 8immer 56-58. Wichtige Organisations. angelegenheiten. Intereffierende Rollegen find eingeladen. Die Fachgruppen Ieitung. Wirtschaft Preisbildung und Vermögenserhaltung. Berfin fahren fofften, um bie Regierung auf unfere troftlose Lage] „ aufmerksam zu machen und um Abhilfe zu bitten". Jeht fehlten nur noch die Mittel zur Reise. Weil das Franten sein mußten, fetzten wir uns mit der Bank für das Nahetal" in Kirn in Verbin Uebergänge. bung, und siehe da, diese echt deutsche Bant wollte 400 deutschen Dem schweren Uebergang im Frühherbst, von den aufgezehrten Boltsschullehrern teine 200 Franten gegen die üblichen Zinsen auf = 40 m. Borräten der verflossenen Ernte zu den unbezahlbaren Erträgnissen 14 Tage leihen. 200 Franfen, das find doch 200 x 20 f. der neuen Ernte, haben sich eine ganze Reihe weiterer llebergänge" heißt das, die Bant ert rte, fie fönnte das nicht. Aus Mangel Urabftimmung. angeschlossen, die für die Arbeitnehmerschaft allesamt unerfreulich an Geld müssen wir Hunsrüder Lehrer nun weiter schweigen und und drückend sind. Zunächst der Uebergang zum Abbau der Arbeitskräfte. Die Arbeiter waren die ersten, die in die Hölle der Arbeitslosigkeit oder in die Borhölle der Kurzarbeit verstoßen wur den. Angestellte und Beamte follen ihnen folgen. Den Abgebauten" bleibt in ihrer Rot der schwache Trost, daß ihr Abbau nur ein un Dermeidlicher Uebergang zum Wiederaufbau sei. Da das deutsche Unternehmertum für diesen Uebergang eine wesentliche Verlänge rung der Arbeitszeit als unerläßlich notwendig erflärt, weil es vom Dreischichte zum Zweischichtsystem übergehen will, bleiben auch die noch voll oder kurz Beschäftigten von diesem Uebergang nicht verschont. Weniger noch als der Abbau zum Biederaufbau ist der großen Masse der Arbeitnehmer die Logit geläufig, daß, weil Die Preisanarchie am Warenmarkt ist noch nie so nur ein Teil der Arbeiter voll beschäftigt werden kann, der andere groß gewesen wie in der letzten Zeit seit dem Zusammenbruch der Teil aber zur Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit verurteilt ist, der vollPapiermart und dem llebergang zu mertbeständigen Zahlungsmitbeschäftigte Teil länger als bisher arbeiten soll. Das ist eben der teln. Auf den allermeisten Gebieten, insbesondere aber am Lebensgroße Irrtum der Masse, daß fie annimmt, das Unternehmertum mittelmarkt, find die Preise überfest. Infolge der scharfen Zuhabe eine gewiffe Verpflichtung. die Abgebauten möglichst bald teilungen an Devisen ist die Einfuhr von Waren, die im Ausland wieder von der Straße in Arbeit zu bringen. Moralisch, gewiß! Doch wo der Profit beginnt, hört die moral auf. Die Unternehmer billiger find als bei uns, fünftlich gedrosselt. Damit ist noch nicht logit ist schon richtig. Die Produktion soll verbilligt, und deshalb gefagt, daß diese Drosselung des Devisenmarktes im gegenwärtigen Augenblid falsch ist. Die letzten Tage scheinen vielmehr denjenigen sollen die Löhne scharftaltuliert, b. h. nach besten Kräften recht zu geben, die gegen eine erneute Erhöhung der Devisenkurse herabgedrückt werden. Das läßt sich in einer Zeit der wirtschaftlichen Schiedsspruch für die Angestellten in der Chemie. auftraten. Wie dem auch sei, die Nebenwirtung ber DevisenKrise, wo das Angebot der schaffenden Hände weit größer ist als die Unter dem Borsig des Gewerberates Körner tagte gestern wangskurse war eine Einfuhrbeschränkung, die eine erwünschte Nachfrage, weit leichter und nachdrücklicher bewerkstelligen als in beim Demobilmachungsfommissar eine Schiedskommiffion, die be- Konturrenz ausländischer Waren mit den überteuer Zeiten guter Konjunktur, in denen es an einer industriellen Reserve- züglich der Regelung der endgültigen Robembergehälter ten Inlandswaren und damit eine Gentung der Warenpreise verhinarmee fehlt. und der vorläufig zu leistenden Afontosablungen im derte. So konnte das Monopol der inländischen Produzenten und Dieser Uebergang zur Berbilligung der Produktion" fällt zu Dezember für die Angestellten der chemischen Industrie folgen Händler, das durch die Inflation außerordentlich gestärkt worden ist, sammen mit dem Uebergang vom Papierlohn zum Goldlohn und den Spruch fällte: fich aufrechterhalten, man fonnte, als die Berechtigung zur Heraufdem Uebergang von mertunbeständigen zu wertbeständigen Zahlungs. Als November gebalt gelten die bisher im November sehung der„ Schlüsselzahl", des Dollarkurses, bei den Warenpreisen mitteln. Die Lohnfeftfegung in einer gedachten Goldwährung ist ein geleisteten fontozahlungen in Höhe von insgesamt 31 149 Sep nicht mehr gegeben war, hemmungslos die in Gold aufgestellten erfreulicher Uebergang; aber auch nur an und für sich. Der Bapier- tembergehältern. An Afontozahlungen für Dezember find a Grundpreise herauffegen; erst allmählich macht sich ein Gegendruck martlohnbetrug mit seinen Taufenden, Millionen, Milliarden- und leisten: am Sonnabend, den 1. Dezember, 6000 Septembergehälter, Billionenziffern wird jetzt offen zugegeben. Irgendwelche Rückschlüsse davon 30 Pro. in tertbeständiger Form, und am Dienstag, den gegen diese willkürliche Preispolitit, ein Nachlassen der Nachfrage find aus dieser Offenheit, zumal augenblicklich, nicht mehr zu befürch- 4. Dezember, 14 000 Septembergebälter, davon 40 Broz. in wert- und ein verschärftes Einschreiten der Bucherpolizei bemerkbar. beständiger Form. Es haben bavon 8000 Septembergehälter als Weil die Industrie und fast noch mehr der Handel noch immer ten. Uns scheint, sie wird sogar etwas übertrieben, um auf den Ueber einmalige Wirtschaftsbeibilfe zu gelten. Sollte der an der in der Inflation gelernten Bragis festhält, unter allen Umgang der Umrechnung in reelle Golopfennig und Marklöhne vorzu- Dollarkurs am 4. Dezember niedriger sein, so fommt für die Beständen sich vor vermeintlichen Verlusten zu hüten, indem man einbereiten, die natürlich" nicht so hoch fein fönnen als die Friedens rechnung der Kurs vom 30. November in Frage." fach die Preise herauffeßt, ist es jegt von besonderem Interesse, eine löhne. Wohl find die Friedenspreise der Lebensmittel um etliche 100 Broz. heute noch höher, allein die Friedensparität ist gefunten. Die Lohnverhandlungen in der Musikinstruinentenindustrie. objektive Kritik der Preisbildung in der Zeit der Geldentwertung Das bringen die Uebergänge so mit sich! Erfreulich, wie gesagt, Am gestrigen Abend verhandelten die beiderseitigen Rommiffionen 3 studieren. Der nebenbei: bürgerliche technisch- wirtschaft. Am gestrigen Abend verhandelten die beiderseitigen Kommissionen immerhin; die Nullenziffern blenden nicht mehr und der Pfennig erneut fiber den Abschluß eines Robnablommene, find jedoch au liche Sachverständige Emil Schiff hat nun in einer im Verlage kommt wieder zur Geltung. Wir gewinnen Klarheit. einem endgültigen Ergebnis nicht gekommen. Es wurde grund von Krann, Berlin, erschienenen Broschüre Abschreibung, Berfäßlich fiber die Frage der Goldentlohnung verhandelt und vermögenserhaltung und Preisbildung" die in dieses enna bene, foweit He technisch burchführbar, in der Höhe von Gründlichkeit behandelt. Der Berfasser, der durch seine Gutachten in einbart, daß eine nochmalige Bablung am beutigen Gebiet fallenden Probleme mit außerordentlicher Sachkunde und 12 Goldmark in der fiblichen Staffel zu zahlen ist. Sonnabend, fie Einstweilen werden freilich auch die Goldmarflöhne noch in Papierbillionen und-milliarden gezahlt. Da sich der geschäftstüchtige Handel aber nicht mehr mit Goldpreisen in Havenstein- und Defer Betteln begnügt, vielmehr wertbeständige Zahlung fordert, in Dollarschazanweisungen, eventuell auch in Rentenmart, hat qua diefer Uebergang für die Arbeitnehmer einige Unannehmlichkeiten. Doch das wird nur einige Wochen dauern, bis wir erst allesamt Lohn oder Gehalt wertbeständig in Rentenmart und Hartgeldpfennigen bekommen. die Rentenmark. Die Fortießung der Verhandlungen erfolgt Montag naomittaa 2 thr. Die Stommiffion der Branche tritt heute um 2 Uhr im Reichenberger Hof zufammen, um erneut bazu Stellung zu nehmen. Gewerkschaftskampf in Argentinien. N tariats führte zur Einfegung eines befonderen Aktionskomitees und zur Einleitung und Turchführung eines Bontotts gegen die ge nannte Firma. Das Komitee besteht aus Bertretern aller Gewer! schaften, die von den reaktionären Berfuchen der Unternehmer in erster Reihe getroffen werden. zu der Eisenbahnfrage dem eine Entstaatlichung der Bahnen fordernben Privattapital manche schwere Stunde bereitet hat, legt in der Broschüre insbesondere dar, wie die falschen Borstellungen von der Erhaltung der Substanz zu verhängnisvollen Erscheinungen in der Preisbildung geführt haben. Die Willtür, mit der man an Stelle der Die Gewerkschaften Argentiniens führen zurzeit einen Kampf gefeßlich und privatwirtschaftlich richtigen Abschreibung nach der Kurzum, diefe ganze Uebergangsperiode, in der wir leben und gegen die Firma Guillermo Padilla A.-G. Diese Firma Wertminderung der Anlagen die Kosten der Erneuerung einsett, die sich politisch etwas mehr nach rechts zu orientieren scheint, hat so versorgt den Kleinhandel mit Betroleum und macht zu diesem seinen Goldmarkgläubiger aber mit Papiermart abfand, führte nicht allerlei Unbequemlichkeiten für uns im Gefolge. Was ist da zu tum? Red ihre Einläufe bei der West- India- Dil- Company, die abhängig nur zu einer einseitigen ungerechtfertigten Be. ist von der North- American Standard- Dil- Company. freiung des U Unternehmers von den Folgen der GeldentDa sich auch ein gemisfer Uebergang zum Indifferentismus und gar Der Sonflitt entstand durch das Vorgehen ber Unternehmer, wertung, fie führte zu lebersteigerungen der Preise, die schließlich zur„ wertsfriedlichen“ und„ vaterländischen" Gelbsucht bemerkbar ge- die unter Führung obengenannter Firma den Verfuch machten, die den Selbstmord der Unternehmungen in einer völligen Erdrosselung macht hat, bleibt uns nur übrig, wieder mehr zu unseren Geaanze Gewerkschaftebewegung des Landes zu zerstören. Die dringende des Absages bedeutet. Schiff weist nach, daß volkswirtschaftlic werffchaften überzugehen. Daß diese Schlußfolgerung etwas Notwendigkeit einer gemeinsamen Abwebration des gesamten Brole gefehen der Anspruch auf Bermögenserheltung gar nicht erfüllt troden und nüchtern erscheint, liegt eben an den llebergängen. Nichtswerden kann, weil infolge des Krieges und der Kriegsfolgen das destoweniger halben wir diesen Schluß für richtig und notwendig. Boltsvermögen geringer geworden ist. Infolgedessen kann diefes Die Gewerkschaften aber halten wir für uns noch wertbeständiger als Streben nicht zum wirtschaftlichen Gesetz für die einzelnen gemacht Boltsvermögen geringer geworden ist. Infolgedessen kann dieses werden. Wird der Anspruch trotzdem gestellt, so kann er durch fortDie„ Gold"-Gehälter der Beamten. gefegte Preiserhöhung erst recht nicht erfüllt werden. Für den UnDie Verhandlungen im Reichsfinanzministerium am 28. Ro Für Maurerpoliere, Zimmerpoliere und Betonpoliere beträgt der ternehmer hört bei einem solchen Verfahren der Zwang zu rechnen bember über die Umstellung der Beamtengehälter auf Goldmart Mindestwochenlohn 37,90 Goldmart oder 37900 Milauf; der Erfolg der Preiserhöhungen ist das Versiegen der Wetthaben bekanntlich mit einer Bertagung geendigt, da eine Einigung liarden Bapiermart. Wo vorher höhere Löhne gezahlt wurden bewerbstraft und das ständige Sinken der Kaufkraft der Abnehmer. oder auch nur Annäherung zwischen dem Angebote der Regierung als der Mindestlohn, erhöhen sich diefelben um 66,7 Proz. und den Forderungen der Beamten Spizenorganisationen nicht Der Lohn für Schachtmeister ist noch nicht vereinbart und Auch die Kapitalbeschaffung mit Hilfe der Steigerung der herbeigeführt werden fonnte. Wie weit die von der Regierung unterliegt dem Schiebsspruch der Schlichtungskommission. Der Barenpreise birgt schwerste volkswirtschaftliche Gefahren, Der inborgeichlagenen Gehaltsfäße gegenüber dem Friedens ftande von den Arbeitgebern gezahlte Lohn für die Zeit vom 14. bis nerfte Sinn des( fapitalistischen!) Unternehmers hört auf; biefer zurüdbleiben, zeigt folgende Gegenüberstellung einiger Gruppen: 27. November ist vom Reichsverband für das Tiefbaugewerbe ohne fintt, fo fagt Schiff, zu Bedienern der Wirtschaftsunsere Zustimmung veröffentlicht. maschine herab, und die Hauptantriebe wirtschaftlichen Handelns XII( Oberreg.III( Schaffner) früh. Oberasi. Bolier und Schachtmeister- Bund. und technischen Fortschreitens gehen verloren. Räte) und Gefretäre) Das sind einige der wichtigsten fritischen Ergebnisse der inter3m Baugewerksbund, Jachgruppe der Töpfer, gelten für die Friedensgebalt 100-150. 150-300. 350-600. Reit vom 19. November bis 1. Dezember folgende Bereinbarungen: effanten Untersuchung. Schiff ergänzt fie durch Hinweise auf die ( monatlich) Die Lohnwoche beginnt am Montag. Der Stundenlohn beträgt richtige Art der Selbsttoftenermittlung. Seine Kraft dect sich dent Reg. Vorschlag. 58-77,50, 115-155 255-340 für Ofenfeger 75 Goldpfennige. Am Mittwoch muß ein Borschuß Sinne, menn auch nicht den Worten nach in vielem, was auch von Wie hieraus berborgeht, follen die Gebälter zum Teil, nament- in Höhe von 80 Prez. des verdienten Lohnes gezahlt werden und sozialistischer Seite zu dieser Frage geschrieben worden ist. Die lich im Höchstgehalt, bis auf etwa die Hälfte vermindert zwar zum amtlichen Mittelfurs der Berliner Börse vom Montag. Broschüre entstand zu einer Zeit, noch ehe die Geldentwertung sich Der Rest ist zahlbar am Sonnabend zum amtlichen Mittelfurs ber Daran ändern auch die Kinderzufaläge, die sich Berliner Börje vom Mittwoch. Bei Attorbarbeiten ist die Gold- überschlagen hatte. Die in ihr enthaltenen Voraussagungen haben zwtichen 6-14 M. monatlich bewegen, und der Frauen- berechnung brei Viertel des Friedensaffordverdienstes. Träger sich in erschreckendem Maße beſtätist. Die Kritit geht nicht auf die auschlag von monatlich 7 M., nicht viel. Zu berücksichtigen auf Bauten erhalten den Ofenjegerlohn. Die Richtlinien für die Begleiterscheinungen der Preisüberspannung, insbesondere nicht auf ist aber, daß, wenn die Goldmark 1 Billion gerechnet wird. Löhne der Hilfsarbeiter find: Hilfsarbeiter von 14 bis 16, den großen 2Lohnbetrug durch die Geldentwertung ein. Die während der neueste Reichsindeg 1,585 Billion beträgt, mindestens 16 bis 18, 18 bis 21 und über 21 Jahren erhalten 25, 33%, 45 und Schrift ift trotzdem wertvoll, weil sie zeigt, wo der Hebel zu einer ein Drittel von den Geha' tsiägen der Regierung in Abzug gebracht 55 Broz. des Ofenseherlohnes. Die Borschußzahlung an die Hilfs Reform der Wirtschaft einsehen muß: in einer rüdsichtslosen werden muß, um auf den Friedensrealwert zu kommen. Es würde arbeiter erfolgt im prozentualen Berhältnis wie die der Ofenfetzer. Revision der Kattulationsbedingungen mit dem fich fomit, die Reichsinderzahl zugrunde gelegt, in Gruppe III um Neue Forderungen für die nächste Woche find nicht eingereicht. ein Anfangsgehalt von rund 39 M., in Gruppe VII um ein solches von 77 M. und in Gruppe XII von 170 Mt. monatlich handeln. Dak Remni. übernommen. Bureauzeit von 10 bis 6 Uhr( Donnerstags Warenpreisen und Löhner. zu überbrücken vermag. Die Geschäfte der Fachgruppe Berlin hat der Bezirksleiter Biele eines Breisabbaues, ber die ungeheure Kluft zwischen mit solchen Gehältern fchlechterdings nicht auezulommen ist, bedarf nur bis 4 Uhr und Sonnabends nur bis 1 Uhr) in Gemertschaftsfeines Beweises. Um io bebauerlicher ist, daß die Regierung hause, Engelufer 24 III, 3immer 56 Telephon Morigplak 12 128. teinerlei offnung auf eine Verbesserung der Säße ge- Notwendige Besprechungen über den Umbau der Organisation, die lassen hat. Die Erregung in der Beamtenschaft über dieie neueste Frage des Arbeitsnachweises, zu stellende Lohnforderungen usw. am Bumurung ist riefenoroß und erscheint in der augenblidlichen Montag im Bureau.( Siehe untenstehende Bersammlungsfritischen Zeit äußerst bedentlich. Die weiteren Schritte in der An- notiz.) gelegenheit werden von den gewertschaftlichen Spizenorganisationen der Beamten gemeinsam unternommen werden. werden. • VII( Dбerfekretäre, Die Lehrer auf dem Hunsrüd. B Rentenmarktredite an Privatunternehmer. Die Verhandlungen über die Gewährung von Rentenmarktrebiten an die Industrie, Landwirtschaft und handel sind am Donnerstag zum Abschluß gelangt. Nach den getroffenen Vereinbarungen stellt die RentenDie Fachgruppenleitung: Kemnig. bant der Reichsbant ein Rentenmartbarlehen zur Die Angestellten des Groß- Berliner Zeitungsgewerbes befakten Berfügung, deffen Höhe täglich festgefeßt wird. Die Reichsbank fich in öffentlicher Versammlung am 29. November mit dem Ber- wird somit selbständiger Kreditgeber. Unter den vielen Schwierig halten des Arbeitgeberverbandes. Der Referent Kollege mener feiten, die dem Abschluß der Verhandlungen entgegenstanden, war vom 3. d. 2. wies darauf hin, daß durch den mit Hilfe der Militär besonders die 3insfrage fompliziert, Die erzielte Ginigung Ueber die wirtschaftliche Lage der Lehrer wird uns geschrieben: gewalt verloren gegangenen Streit der graphischen Arbeiter auch überläßt es der Reichsbant, die Höhe des Rinsfakes festzusehen, " Seit Oktober ist unsere Bezahlung derartig, daß man sie als die Angestelltenschaft eine Schlacht verloren hat. Durch diefen Sieg jedoch muß sie vorher die Rentenbant gehört haben. An zuständi solche überhaupt nicht mehr ansprechen tann. Ja, wenn unfer Geld scheint dem Unternehmertum ber Kamm start geschwollen zu fein; ger Stelle schäßt man den kommenden Rins für Rentenmarktredite immer zur rechten Zeit gekommen wäre, möchte es noch gehen, aber trägt man sich doch in Verlegertreifen mit dem Gedanken, den Arouf 9 bis 10 Broz. Die Kredite werden wertbeständig nach dem 14 Tage später ist die Regel. Am 16. November 3. B bekam ich beitgeberverband aufzulösen, um den Verhandlungen Kurs des englischen Pfurd gewährt. Die technische Durchführung 10 Billionen Gehalt, am folgenden Tage follte ich 11 Billionen für mit Rebatteuren und Angestellten aus dem Wege gehen zu fönnen. bes Abkommens ist der Renten- und der Reichsbant überlassen bas elektrische Licht bezahlen. Wir sind nicht einmal mehr in der Die Bersammelten beschlossen, durch einmütiges Busammenstehen Lage, unser Koftgeld zu zahlen, denn das wird nach Goldmart be- und eifrige Tätigkeit für bie einzige freinewertschaftliche Organisation redinet. Alle Kollegen, die nicht von Hause unterstüht werden, sind der Angestellten den 3. d. 21. affes zu tun, um für die fommit dom Roftgeld um ein bis eineinhalben Monat im Rückstand. Noch mende Auseinanderlegung mit dieser Gruppe des Unternehmer größer ist die Not bei den verheirateten Kollegen. Ein Bei- tums gerüftet zu fein. fpiel für viele. Ein Lehrer kaufte sich 1% Zentner Kartoffeln. Als Die Löhre im Bergbau für die Woche vom 26. November bie es ans Zahlen ging, verlangte der Bauer Franten. Der Lehrer 8. Desember 1923 wurden durch Schiedsibrum eines im Reiche hatte teine Franten, und die Karioffeln wurden wieder aus bem arbeitsminifterium tagenden Schlichtungeaueidanifes wie folat feft Seller geholt. Ein anderer Lehrer mit großer Familie wollte ein gefegt: Für den Ruhrbergbau auf 4.20 Goldmart, für den paar Pfund Mehl kaufen. Ihm wurde die Antwort:„ Wir verkaufen oberileiiiden Steinfohlenbergbau 3 Goldmark, für den nur im Sad gegen Franken." Diefe Beispiele fonnte ich be- ia hiiichen Steinfohlenbergbau 2.70 Goldmark und für den liebig vermehren, aber was nügt das, es hat den Anschein, als wären mitteldeutschen Braunfohlenbergbau 2,50 Goldmart, hierzu tir längst vergessen. In flarer Erfenntnis dieser Sachlage tamen treten für die einzelnen Reviere für jede in der vorerwähnten Woche die Vorsitzenden der Hunsrüder Lehrervereine zu einer Besprechung verfahrene Shit Teuerungszulagen in Höhe von 750 bis in Simmern zusammen. Es wurden zwei Vertreter gewählt, bie nad 1050 Milliarden Mart. worden. Tarifermäßigungen für Lebensmittel. Um die Ernährungsber 1923 ab folgende einheimische landwirtschaftliche Erzeugniffe, lage zu erleichtern, befördert die Reichsbahn vom 5. Dezem bei Aufgabe als Erpreß- Stücqut, zu dem halben Tarif: Butter, Stäle, Gier, frische Beeren. frisches Obst, Kartoffeln, frisches Gemüse aller Art. Die Vergünsti gung ist auf Frachtstücke unter 50 Kilo und Entfernungen bis 100 Kilometer befhränkt. Berantwortlich für Politik: Craft Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gemerfimaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: Dr. John Schitowski: Lotales und Sonstiges: Fris Raritäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag.. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts.Buchdruckret und Verlagsanftalt Baul Ginger u. Co. Berlin S. 68, Sindenstraße& Sieran 1 Beilage. Hr. 561 ❖ 40. Jahrgang Seilage öes vorwärts Sonnaöenö, 1. Dezember 1925 In öen Häusern öes Elends. Wohnstätten, die diese Bezeichnung vom Keller bis zum Boden mit Recht verdienen, besitzt die Weltstadt mehr als genug. In den Arbeitervierteln finden wir sie in solcher Häufigkeit, daß dem, Passanten das gor nicht mehr auffällt. Die glatt« Fassade der Met- kaserne verbirgt eben alles Der Krieg und die darauf folgend« Arbeitslosigkeit hat in die Arbeiterfamilien so viel Not und Elend gebracht, daß, wenn nicht hier in Kürze gründlich Abhilfe geschaffen wird, das Hungersterben in verstärktem Maße fortschreitet. Städtische und privat« Fürsorgestellen sind bemüht, lindernd einzugreifen, und doch bedeutet diese Hilfe nichts weiter als einen Tropfen auf den heißen Stein. Die Leute, die heut« den Mut haben, von einer wohl- lebenden und prassenden. Jugend zu reden, sollten sich auch einmal die darbende, ja buchstäblich hungernde Jugend, sollten die schwer- kranken Mütter sehen, die der Hunger ans Bett fesselt. Sie sollten die arbeitslosen Männer sehen, die feiern müssen, weil keine Be- sch'sstigung für sie da ist. Ueberall in diesen Quartieren des Elends ruft man uns entgegen:.�Helfen Sie uns bitte, wir hungern, wir gehen zugrunde." Zwölf Köpfe und keine flrbeit. Schulsttaße S. Di« Außenfront des Hauses läßt die Not dahinter noch nicht ahnen. Im Vorderhause geht es zwei Treppen hinauf. Nach mehrmaligem Anklopfen öffnet«in blasses Kind. Wir treten durch einen dunklen Flur in die Küche hinein. Die uns führende Fürsorgeschwester des Bezirksamts Wedding ist hier ein« gern ge- sehen« Person und wird freundlich begrüßt. Man hat gerade.groß« Wäsche". Große Wäsche? Sie ist es schon längst nicht mehr. Nur wenige zerrissene Hemden liegen im geborgten iwaschkessel. Di« Kinder, soweit sie anwesend sind, machen eine arttge Verbeugung und zeigen trotz ihres fürchterlichen Elends«ine lächelnd« Miene. Ein Rundblick in die Küche zeigt nur wenige Kllchenmöbel. Der Hunger hat zum Verkauf der entbehrlichen Sachen gezwungen. Es wird nicht mehr lange dauern, dann ist auch das letzte Stück zum Händler rpwandert. Nun die Stuben. In der einen stehen zwei große Bettstellen und ein Kinderbett. Ein altes Wäsche- und Kleider. spind sowie ein Tisch und einige wacklige Stühle bilden den Rest der Einrichtung. Di« zweite, etwas'kleinere Stube weist als Mobiliar zwei Bettstellen und einen Tisch auf. Zu meinem Er- staunen gewahr« ich eine Geige und blicke den erwerbslosen Familien- vater an. der auch meine stumme Frage g'eich beantwortet.„Einer meiner Söhn« spielt dieses Instrument, und wir haben trotz der täglichen Sorgen so ab und zu eine kleine Freude." Vor dem Ofen liegt ein großer Stubben Holz. Während ihrer Arbeitslosigkeit fuhren des öfteren Familienmitglieder in den Wold hinaus, um etwas Brennmaterial zu holen. � Die Goldtarif« der Eisenbahn haben aber jetzt diese Art Selbsthilfe unmöglich gemacht. Kein« Gardine schmückt die Fenster, kahl und nackt starren sie den Besucher an. Die Familie, die aus zwölf Versauen, Ellern, sieben Zungen und drei Mädeln besteht, hat als Schlafmöglichkeit vier große Bettstellen und ein Kinderbett. Di« lZjähri�e Frau und der 4l>jährige Mann sowie die Zungen und Mädel im Alter von 7 bis 19 Zahren müssen sich gemttnsam die Schlafstellen teilen, die bei weitem, von moralischen und sittlichen Erfordernissen abgesehen, nicht ausreichen. Zwei Sinder. S- und lOjährige Mädel, müssen daher den Fußboden mit e!n?r Strohsackunlerlaqe als Lagerstatt benutzen. Als VelKecke dient Vaters einziger MilikärMankel. Im übrigen befinden sich die Betten in einem jammervollen Zustand«. Bezüge und Laken kennt man schon lange nicht mchr. Auch Unterbetten fehlen-gänzlich. Die Matratzen sind alt. Der daraufliegende„Strohsack", dem das Stroh fehlt, verdeckt milde die darin befindlichen Löcher. Früher war noch ein Sofa vorhanden, das aber ebenso wie Daters Anzug verkauft werden mußte. Ich öffne das Wäschespind— leere Fächer gähnen mir entgegen. Beim Kleiderspiird zeigt sich dasselbe Bild. Nicht- ist mehr vorhanden. Was die Leute im Augenblick auf dem Leib« tragen,' ist ihr« einzige Bekleidung. Wenn auch diese fadenscheinige E.?wrbe zerfollen. dann sind die einzelnen Familienmitglieder soweit, daß sie die Wohnung nicht mehr verlassen können. Die Erwerbs- losenuntersiützung sowie die Verdienste der beiden 15- und 17jShrigen Jungen, wovon der eine noch Kurzarbeiter ist, reichen nur zum äußerst knappen Lebensunterhalt. Ja, die Not ist groß, daß die schulpllichligen Kinder wegen Brotmangcl viele Tage die Schule nicht besuchen. Wir verabschieden uns von diesen Leuten, die immer wieder mit Worten und Blicken inständigst bitten, helfend einzu- greisen. Lange schaut man uns nach und hofft auf kommend« Hilfe. Mls Gast Sie Tuberkulose. Soldiner Straße 40. Es geht über einen unfreundlichen Hof, im Seitenflügel 1 Treppe hoch. Auch diese Familie ist kinderreich. Acht Kinder, die zum Teil schwer tuberkulös sind, müssen mit den Eltern zusammen in einer Stube schlafen. Die Frau, 41 Jahre alt, ist ebenfalls tuberkulosekrank und reicht uns mit müder Bewegung die Hand zum Gruß. Der Vater, ein kräftiger und ge- � funder Mann, ist von Beruf Autogenschweißer und jetzt erwerbslos. Drei Jungen, IS, 17 und 19 Jahre alt, haben«bens ills keine Be-' fchäftigung und beziehen nur zum- Teil die Erwerbslösknunterftützung. l Ein ZOjähriges Mädel arbeitet verkürzt und kann so nur sehr wenig> zur Unterstützung der notleidenden Eltern beitragen. Von den drei- schulpflichtigen Kindern besucht nur eins die Schule, da die anderen kopffchwach sind. Hunger ist hier ständ'ger Gast. Würde man kein Armenessen zugewiesen bekommen, so käme nur äußerst selten ein warmes Mittagessen auf den Tisch. An Schlafgelegenheiten sind drei groß« Betsstellen, ein Kinderbett und ein Sofa vorhanden. Als Unterbetten dienen Strahsäcke. Zm übrigen deckt man sich nachts mit Kleidungsstücken zu. Nur das Bett, worin die schwerkranke Mutter schläft, hat«in Deckbett, das einen fadenscheinigen Bezug auf- weist. Die Bekieidungsmäglichkeiten sind dieselben wie im vorher geschilderten Falle. Irgendwelche Reservekleider gibt es längst nicht mehr. Die Frau ist schon so weit abgerissen, daß sie nicht mal ein paar gleiche Strümp'« als ihr Eigentum betrachten kann. Der 19jährig« Junge, ein kräftiger Bursche, der in ftüheren Jahren ebenfalls die Tuberkulose hatte, ist jetzt dank der Landarbeit gesund geworden. Als die Eisenbahn noch keine Gvldtaif««ingeführt hatte, war es möglich, ab und zu auf Kartoffelstoppelfahrt zu gehen. Doch jetzt ist auch diese Möglichkeit genommen. Mu banger Miene sieht die schwer- kranke Familie dem Winter entgegen. <- Soweit der nüchterne Bericht, der nur zwei Fälle schildert. Sie lassen sich sedoch beliebig vermehren. Wie schon eingangs er- wähnt, sind städtische und private Fürsorgestellen bemüht, wo es irgend geht, zu helfen. Große Mittel sind dazu nötig. Wie viele ver- mögen etwas für die Aermsten der Armen zu tun. Wieviel Not könnt« gelindert werden, wieviel Sonnenschein könnte in ein Kinder- herz gebracht werden, wenn besser dastehende Leute es ab und zu zum Mttagessen einladen würden. Auch mit Möbelstücken, Matratzen und alten Betsstellen, die oft unnütz auf dem Boden liegen, kann solchen Armen geHolsen werden. Wer ist bereit, hier mitzuhelfen?_ Die Macht der ttluflk. Das tägliche Bild der Untergrundbahn ist fast immer das gleiche: Hastende, jagende Menschen Die oft rücksichtslos in die Wagen drängen und dabei das Aus- und Einsteigen verzögern, dazu Fluchen, Schimpfen, das sich manchmal(glücklicherweise recht selten) bis zur Schlägerei steigert. Die Zugbegleiter stehen an der Spitz« des ersten Wagens und können das Akssahrtszeichen käzsstt- erchärtey. Immer wieder jagen nette Fahrgäste hercln und wollen noch in den Zug hinein, der oft schon„hreckzend voll" ist.„Zurückbleiben!"-rufen die Beamten so schneidig und laut und mit so eigentümlicher Betonung, daß man fast glauben möchte, daß sie außer„Abfahrt" und„Zurück- bleiben" nichts weiter zu sagen vermöchten. Mit gewandtem, fast unnachahmlichem Schwung schwingt sich der Zttgbegleiter in den Wagen, wenn der schon im Anfahren ist, und mit immer demselben Griff hält er den letzten tollkühnen Fahrgast zurück, der es ihm gleich tun will. Langsam nur schließt er die Tür hinter sich, dann aber ist der Zug schon längst aus dem Bahnhof heraus. So geht das nun tagsaus, tagem. Nichts ist von Ruhe oder gar Beschaulichkeit zu spüren, und dennoch läßt sich das ganze Getriebe auf die einfach- sten Formeln zurückführen. Aber auch die einfachste Formel oermag das Bild des sinnverwirrenden Treibens nicht auszulöschen. Um so verwunderlicher ist es, wenn sich in dieser hastigen Welt«in kleines Idyll austut und das gewohnte alltägliche Bild umwandelt. Um Mitternacht tönt aus dem unterirdischen Schacht eines Nord- südbahnhofes seltsames Singen wie Orgelton und Geigenklang. Alles horcht auf einen Augenblick, und die Leute mit den Fahrkarten gehen mit vorgestreckten Hälsen durch die Sperre, um nach den seit- samen Klängen zu forschen Der Bahnsteig ist scheinbar leer, aber in der Mitte drängen sich Menschen. Neugierig tritt jeder neu« An- kömmling näher, vergrößert die Meng« und reckt die Nase: Dort sitzen auf einer Bank drei Musikanten. Der eine spielt eine Gitarre, der anders ein« Geige und der dritte meistert eine Ziehharmonika. Es klingt zuweilen ganz gut zusammen, mitunter will es nicht recht harmonieren, aber die drei finden sich immer wieder, sie bringen jedes Stück zum glücklichen Ende. Einigemale wird ihr Spiel durch das Gedonner der rollenden Züge fast übertönt, aber immer wieder setzt es sich siegreich durch. Der U-Bahnhof hat eine prächtige Akustik. Man könnte in heißer Sommerszeit dort nächtliche Konzerte ver- anstalten. Die Zuhörer sind gefesselt. Niemand drängt in die Züge. viele lassen einen Zug nach dem anderen kommen und abfahren, und wenn die Musikanten nicht selbst den letzten Zug bestiegen hätten, hätte manch einer zu Fuß den Heimweg in entfernte Gegen- den zur nächtlichen Stunde antreten müssen. Das Eilen und Jagen der Großstadtmenschen war für kurze Zeit der Macht der Musik unterlegen. die Sonöergerichte in Tätigkeit. Erhebliche Gesängnissirafe, jedoch Lewährungsfrisl. Mit dem gestrigen Tage haben die Sondergericht« bei den Landgerichten I und III ihre volle Tätigkeit aufgenommen. Beim Landgericht I hatte das Sondergericht unter Vorsitz von Land- gerichtsdirektor Vogt 5 Fälle abzuurteilen, von denen zwei zur Ber- tagung kamen. Es sind vorwiegend unreife Burschen und teilweise Erwerbslose, die sich an den Um- zügen und Plünderungen beteiligt haben und auch bei Beraubung von Geschäften mitwirkten. Ein Angeklagter ge- stand, daß er nicht in Not gewesen sei. Beraubt wurden Bäckereien und Schlächrerläden. Fünf Angeklagte wurden zu Gefängnisstrafen von 4 bis 7 Monaten verurteilt. Das Sondergericht III unter Vor- sitz von Landgerichtsdirektor Dransfeld hatte zwei größere Gruppen abzuurteilen. In der ersten Anklage waren 5 Personen im An- schluß an Ansammlungen bei der Erwerbsiosenauszahlung in Bäckerläden gestürmt. Die Angeklagten erhielten Strafen von 1 bis(5 Monaten und Bewährungsfrist. Die zweite Gruppe, unter der auch ein Jugendlicher war, hatte Äonfettions- und Schuh- laden geplündert. Das Gericht oerhängte Strafen von 6 bis 9 Mo- naten. Der Jugendlich«, der nach der Plünderung dazugekommen war und einen Gummimantel erholten hatte, bekam zwei Wochen Gefängnis. Bis auf einen Angeklagten erhielten die anderen eben- falls Bewährungsfrist. Das Gericht nahm an, daß die Angeklagten nicht aus verbrecherischer Neigung, sondern aus Not g-handelt haben. Maßnahme« üer krantenraßen zum Duztm«:... Der Aerztestveit gegen die Krankenkassen soll heut« beginnen. Die in dem Berliner Krankenkassenverband zusammengeschlossenen Krankenkassen wenden sich an die Versicherten und an deren Arbeit» geber mit einer öffentlichen Erklärung, die den von den Aerzten angegebenen Streikgrund als unbe- rechtigt zurückweist. Durch die Regierungsverordnung, von deren. D vchführung die AeMe- eine. Beschränkung der Kassenärzte- zahl und bei Verstößen gegen Vertragsbestimmungen die Entlassung zv. erwarten haben, sei die berufliche Unabhängigkeit der Aerzte nicht gefährdet und ihre Siondesehrc nicht oerletzt. Di« Erklärung weist darauf hin, daß nach der Verordnung ein je zur Hälfte aus Ärzten und aus Kossenverttetern zusammengesetzter Ueberwachungsausschuß unter dem Vorsitz eines unparteiischen Obmannes über den Ausschluß von Kassenärzten entscheiden soll. Der Zweck des Streikes fei in Wirklichkeit, die Krankenversicherung zu zerschlagen. Zur Abwehr de? Vorgehens der Aerzte und im Interesse der Kassenmitglieder treffen die Krankenkassen«in« Reihe Maßnahmen. Arbeitsunfähig« Kassenmitglieder erhalten bei ihrer Kasse bis auf weiteres das Krankengeld ohne jede ärzt- liche Bescheinigung ausgezahlt. Bewilligungen von Bril- len, Bruchbändern, Bandagen, Plattfußeinlagen, kleinen Heilmitteln usw. erfolgen im Kassenlokal, ohne daß es der Slufsuchung eines Arztes zum Zwecke der Verordnung bedarf. Dringende Kran- kenhausaufnahmen werden ohne ärztlich« Bescher- Copyright Qtorg MDIIer, MQnches. 37] Die Lofotfischer. Roman von Zohan D csser. Aber Henrik brauchte immer mehr Platz für sich. Er schab die Paare beiseite, seine Stiefel waren so groß, er selber so mächtig und gewaltig, dieser und jener blieb wütend stehen und schimpfte. Aber er brauchte immer mehr Platz, er schwenkte das schwarzhaarige Mädel in die Lust, machte eine Runde mit ihr und schob die Leute beiseite. Alle taumelten durcheinander, die Männer fluchten und drohten mit den Fäusten. „Werst den Dreckskerl vor die Tür!" riefen mehrere auf einmal. Henrik brauchte immer mehr Platz, und jetzt hielt er das halb betäubte Mädel unter den Armen und benutzte sie als Lesen, er fegte den Boden rein, er drückte alle an die Wände— hei, war das ein Tanz, das Mädel flog nur so, jetzt begann Henrik sich wohl zu fühlen, bis ein Nordländer vor- sprang und ihm ein Bein stellte. Er stolperte und ritz das Mädel mit, und als er auf der Nase lag, warfen die Männer sich über ihn. Aber er stand auf, schüttelte sie ab, und das Mädel war frei, während seine großen Fäuste mit den blauen An?ertätowismngen durch die Luft zu schlagen begannen. Die Mädchen kreischten und flüchteten yach der Tür. Die beiden Brüder hatten sich bisher ruhig verhalten, aber jetzt konnten sie sich nicht länger bezähmen; sie spuckten in die Faust und fragten, was es zu bedeuten habe, daß man einen Menschen nicht in Ruhe lassen könne. Und im nächsten Augenblick waren sie mitten im Tumult. Kanelcs gehörte nicht zu denen, die eine gute Schlägerei an ibrer Nase vorbeigehen lassen, aber diesmal mußte er auf den Sohn des Kapitäns aufpassen. Der Knabe war von der Wildheit angesteckt, er ballte die Fäuste, fluchte und schrie und stand immer auf dem Sprung, sich in den Tanz der Fäuste hinemzttstürzen, aber Kaneles mutzte diesmal Bater spielen. Er bugsierte Lars auf eine leere Tonne, kletterte selber auch hinauf und hielt den Jungen am Jackenkragen fest.„Nimm dich zusammen," sagte er.„Du Dummkopf! Aber sieh da, jetzt gehtt es gut! Jetzt hat Gerhardt Langmo einen Bodöer zu Boden geworfen! Da— hast du Henrik gesehen?— Hol's der Teufel, da hat er einem Tromsöer den Kiefer eingeschlagen. So mußt du s'e bei der Kehle nehmen, wie Peter Langmo es jetzt macht— hei, da strömt dem' Burschen das Blut aus der Nase— ja. jetzt geht es fein. Immer los. Jungens!" Und Kaneles hüpfte auf und ab und war Feuer und Flamme. Wäre er allein gewesen, so hätte er auch an der Hochzeit teil- genommen. Aber jetzt kämpften nicht mehr die drei gegen alle. Es kam ein Nordländer, der schrie und fragte, was in Dreiteufels» namen dte aus dem Süden hier oben auf dem Lofot wollten. Ob es nicht an der Zeit sei, die ganze Bande heimzüjagen? Das war wie ein Funke ins Pulversatz. Jetzt beteiligten sich auch andere. Südländer. Jetzt gab es Spatz. Es war ein alter Groll zwischen den Südländern und den Nordländern. Jetzt kam er zum Ausbruch. Lars und Kaneles sprangen im selben Atemzug hinunter, sie oerschwanden in einem Getümmel von Armen und Fäusten und verzerrten Ge- sichtern und sahen sich erst am nächsten Tage wieder. Draußen war noch die'elb« Mondnacht, aber in der Nach- barschaft erwachten die Leute von dem Spektakel an der Brücke, Licht wurde angezündet, halbangekleidet« Männer steckten den Kopf aus dem Fenster. Da erscholl der Ruf einer Frau, die mit wild gelöstem Haar dahergelaufen kam—„Hilfe!— Die Südländer werden totgeWagen!" Das war wieder Oel ins Feuer! Die Männer, die das hörten, waren Südländer. Sie zogen in aller Eile Kleider und Stiesel an und machten sich barhäuptig auf. Im nächsten Augenbl'ck rief ein erschrockener Schneider, der dahergelaufen kam:„Hille, Hille! Die Nordländer werden totgeschlagen!" Die Nordländer hörten das— es wurde in mehreren Hütten Liäft angezündet, in aller Eile fuhren sie in die Klei- der— barhäuptig kamen sie gelaufen und stießen auf eine Schar Südländer. Was zum Teufel ist das?— Das sind die verdammten Nordländer!— Wir sind Nordländer, aber sind wir darum mehr verdammt als ihr?— Auf beiden Seiten fielen Schimpf- warte. Sie hörten den Lärm an der Brücke, sie sahen die Kämp'enden paarweise heraustaumeln, einer die Fault an der KeMe des anderen, der eine sprang herzu, um zu helfen, aber hol's der Teufel, wenn das nur gut ging, der andere Teil ftürztz hinterher, und ehe einer sich's versah, war die Prügelei überall im vollen Gange. Immer mehr gesellten sich da.zu. Jollen suhren über die Sunde nach den anderen Klippen- inseln hinüber, wo die Hütten im Mondliebt mit dunkeln Fenstern lagen und schliefen. Aber Rufe weckten sie, lo daß erschrockene Lichter in den Fenstern erschienen. Was ist denn los?»Hilfe— die Nordländern werden totgeschlagen!" Dann eine neue Stimme:„Hilfe— die Südländer werden totge- schlagen!" Immer neues Oel ins Feuer. Alter Groll schwelte in den Gemütern. Der hatte sich von einer Generation auf die andere vererbt. Jetzt wurde es überall auf allen Klippen leben- big. Die Sunde wimmelten von Jollen, alle voller Männer, die noch die Röcke zuknöpften. Und sie begaben sich dahin, wo der ärgste Tumult war. Jetzt waren Namdöler und Stavärin- ger Freunde und Genossen, denn sie waren Südländer— und die Nordländer mit dem singenden Tonfall begannen erst aus Helgeland. In allen Häusern wurden Fenster geöffnet, friedliche Leute kamen dahergestürzt wie von einem Erdbebßß geweckt. In der Hütte bei Kristaver Myran standen mehrere Männer schon angekleidet und wollten hinaus, aber die eine Tür war von Kristaver, die andere von Per Suzansa oersperrt, die bei- den Bootsführer wollten nicht, daß ihre Leute sich in solchen Wirrwarr mischten. Zu Henrik Rabben aber sagte Kristaver: „Geh und suche Kaneles und Lars, und wollen sie nicht frei- willig mit dir kommen, so schlage sie, bis sie bewußtlos sind und nimm sie auf den Rücken— du bist der Mann dazu!" Natürlich war Henrik der Mann dazu. Gewitz war er dazu und zu noch vielem anderen der Mann. Er kam in die helle, kalte Mondnacht hinaus und schöpft« siebenmal tief Atem durch die Nase— ah, das tat der Lunge so gut! Dann g'ng er ruhig die schmale Straße entlang. In den Schneehaufen tanzten Männer und prügelten sich, großer Gott, wie gern hätte Henrik sich«ingemischt und so einen tüchtigen Tanz der Fäuste mitgemacht. Wie gern hätte er nicht all das getan, was Tolltöpfe tun— Trinken, Mädels, Diebereien, Prügeleien. alles möglich«. Es war, als sauge seine große Ras« alles ein. was die Menschen betreiben, er fühlte sich allem verwandt, er war aus dem gleichen Holz, eher noch schlimmer. Aber wenn einmal Gelegenheit dazu war, so traf es sich immer so Unglück« lich, daß nichts daraus wurde. Uno jetzt kommt ein Trupp in vollen Sätzen daher- gelaufen, so daß er ausweichen muß, und das sind Nordländer, das ist ein ganzes Volk, ein Heer auf der Flucht, und hinter- drein kommt ein anderer Trupp, von einem Hinkenden ange- führt— ja, wahrhaftig, das ist ja Jakob, Jakob Schwerenot mit dem Kurzfuß! Er schwingt eine leere Flasche und brüllt fortwährend seinem Heer zu:„Immer vorwärts, Jungens! Faßt sie, Iungens! Der Teufel soll sie frikassieren, diese Nord- länder! Faßt siel Vorwärts, Jungens!" (Fortsetzung folgt.) nigung bewilligt. Ist die Konsultation eines Arztes unvermeiblich, so wollen die Rassen, bis eine weitere Befanntmachung erfolgt, die Roften erfeßen. Die Rassen bitten die Mitglieder, in den nächsten Tagen ärztliche Hilfe nur in Notfällen in Anspruch zu nehmen. Wie die S.- Korrespondenz missen will, soll in den nächsten Tagen in Leipzig eine Sibung der zentralen Rörperla ten der deutschen Aerzte stattfinden, in der über die in Berlin eingetretene Lage ausführlich Bericht erstattet werden soll. Von den Beschlüssen in Leipzig wird es abhängen, ob in diesem die deutsche Krankenversicherung gefährdenden Ronflift durch eine Vermittlungsaktion der zuständigen Behörden eine Aenderung eintreten tann. In Hinsicht auf die vielen Tausende von Kranten wäre es allerdings sehr zu wünschen, daß sich recht bald Mittel und Wege finden, um die Krankenversorgung, die einft Deutschlands Ruhm mar, auch in dieser schweren Zeit in eine beffere hinüberzuretten zum Wohl der Kranten. Lewy- Spaniola schon wieder vor Gericht. 21 Jahre alt und zehnmal vorbestraft. weiteren Ermittelungen der Kriminalpolizei wahrideinlich noch in Berlin auf, sie hat jedoch noch keine Spur von seinem Verbleib gefunden. Das liegt wohl daran, daß niemand aus feinen Kreisen aus Furcht Der vielgenannte Ludwig Lewn, der in Berbrecherfreisen den vor seiner Gewalttätigkeit es fagt, einen Wink zu geben. Deshalb Namen„ Spaniola" führt, hatte sich gestern erneut vor der 1. Straf- fei darauf hingewiesen, daß alle Muteilungen, die Kriminallom fammer des Landgerichts III wegen einer feiner verwegenften missar Herber beim 4. Kriminalbezirk des Polizeiamts Mitte entStreiche, des Pensionsdiebstahls in dem Pensionat Korfu in der gegennimmt, auf Wunsch streng vertraulich behandelt werden. Es wäre dringend erwünscht, daß man bee äußerst gefährlichen Rankestraße zu verantworten. Lewy ist bereits vor kurzem wegen Menschen balb habhaft würde. anderer Einbrüche zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt worden, und es schweben gegen ihn noch mehrere Berfahren. Er stand an der Spige einer organisierten Einbrecherbande, die mit der größten Dreistigfelt die Beraubung von Auslän. dern in Berliner Hotels und Pensionaten vor nahm. Trotzdem er jetzt erst 21 Jahre alt ist, hat Lewy bereits 10 Borstrafen verbüht. Seine Verbrecherfahrten haben ihn durch die Gefängnisse in Frankfurt, Wiesbaden, München, Ingolstadt, Hof und anderen Orten gebracht. Obwohl er feine frembe Sprache spricht, verstand er sich das Aussehen eines Ausländers zu geben, indem er gebrochen deutsch sprach, was ihm um so leichter fiel, als er die deutsche Sprache sehr mangelhaft beherrscht und niehr im Jargon spricht. Es erscheint unbegreiflich, wie man auf den Schwindel diefes überaus jugendlich aussehenden Burschen hineinfallen fonnte. Am 20. Dezember vorigen Jahres war Lewy Spaniola mit dem bereits abgeurteilten Schloffer Friedrich Baum gärtner, ebenfalls ein Berufseinbrecher, in die Person Korfu eingebrungen und hatte aus dem Zimmer des dort wohnenden Rechts anwalts Gazzani aus Bima in Beru neben zahlreichen Schmuck gegenständen von höchstem Wert, der heute nur nach Trillionen zu berechnen ist, 528 Dollar, 100 englische Pfund und 1200 Frant geraubt. Dieser Einbruch stand zur Aburteilung. Mit Lewy waren wegen Hehlerei angeflagi eine ganze Reihe anderer Personen, bar unter seine Mutter und feine Schwester und auch eine gewisse Wally Emmerich, die den Beinamen„ Das Balutamädel" führt. Sie hatte ein Verhältnis mit einem Spanier und war mit diefem als erste Deutsche nach dem Kriege nach Japan gefahren, wo infolge diefes Ereignisses ihr Bild in fämtlichen japanischen Zeitungen erschien. Noch jahrelang erhielt sie aus Baris Geldsendungen in Frant noten, und daher stammt ihr Beiname, Das Gericht verurteilte Ludwig Lewy, der geständig war, zu 2% Jahren Gefängnis und 5 Jahren Ehrverluft. Ein gewisser Hennig erhielt ein Jahr Gefängnis, ein gewiffer Haß 3 Monate Gefängnis, alle übrigen Angeflagten wurden freigesprochen. Ein Liebeswerk der Postbeamten. Bostichaffner und Briefträger wachen über die Armen. In aller Sille hat sich in den letzten Wochen ein schönes und beachtenswertes Wert wahrer Menschen und Nächstenliebe entmidelt, das von der gesamten Beamtenschaft des Oberpostbezirks Berlin unternommen und ausgebaut worden ist und noch fortgefeßt gefördert wird. Oberpostbirektor Drivier vom Reichspostamt fprach über dieses Hilfswerk gestern nachmittag zu den im Bürgerfaal bes Rathauses verfanumelten Vertretern der fommunalen Be amienausschüsse Groß- Berlins. Er betonte, daß die ungeheure not, der Reich, Länder, Gemeinden und private Wohlfahrtspflege ohn mächtig gegenüberstände, zu dem Beschreiten neuer Wege zwinge, des Weges der Patenschaft. Unter den Bostbeamten habe sich seit einiger Zeit dieser Gedanke der Hilfe von Mensch zu Mensch immer mehr Bahn gebrochen, und heute arbeiteten in diesem Sinne im Oberpoftbezirk Berlin 20 000 Beamte, Angestellte und Arbeiter, die, in 80 Gruppen zusammengefaßt, zirka 800 der Aermsten der Bevölkerung ernährten. Diese Liebestätigkeit müsse der Anfang einer größeren Entwicklung bedeuten, die dann fommen werde, menn alle Behörden und großen Brivatunternehmen sich an diesem Werf beteiligten. Es handle fich dabei um feine große Organisation, die nur Roften verschlinge, sondern um frei millige Liebestätigteit, die Geld, Lebensmittel und Kohlen beschaffe und Rat und Zuspruch in persönlichen Angelegenheiten der Armen erteile. Poft fchaffner und Briefträger machen voll Eifer über die Berücksichtigung der Armen ihrer Bestellbezirke, beren Not fie persönlich fennen. Es gebe in Berlin Bostämter, in denen sich vom Amtsleiter bis zur ärmsten Scheuerfrau jeder an diesem Werf freiwillig beteilige. Oberpoftbirektor Olivier langte am Freitag, den 30. November, zum erstenmal zur Ausgabe. Das neue wertbeständige Notgeld des Freistaats Breußen geforach die Hoffnung aus, daß die Beamten der Stadt Da es später gegen Goldschazanweisungen des Deutschen Reiches Berlin diesem Beispiel, soweit es in ihren Sträften ftebe, oder mit gleichwertigem Barbetrag eingelöst wird, ist es als wert folgen sollen. Oberbürgermeister Böß schloß sich diesen Aus- beständiges Zahlungsmittel anzusehen und zu behanführungen aufs wärmste an. Nur die Selbsthilfe der bein. Es ist daher nicht nur jedermann zu jeiner AnBürgerschaft tönne noch Rettung bringen und nahme verpflichtet, fonbern bei der Zahlung mit die im öffentlichen Leben Stehenden mükten bei diesem Liebes- preußischem Notgeld ist auch Rabatt mie bei ben anmerte vorangehen Benn auch unter den Gemeindebeamten vielfach deren mertbeständigen Zahlungsmitteln zu gewähren. Von den ZuUnzufriedenheit herrsche, so sollten sie sich doch bewußt sein, daß sie sicherungen der Rabatte auf wertbeständiges Gelb haben aber die vie. mit ihren festen Pezügen unendlich besser daftänden als die Wermsten len Gehalt, Lohn- und Rentenempfänger nichts, die noch immer der Armen. Ich fann nicht sagen," so erklärte Oberbürgermeister fein wertbeständiges Gelb erhalten. Das preußische NotBöß, wie furchtbar das Ciend in Berlin auf mir laftet. Gehen geld wird übrigens an allen Reichsbahnfassen auf preu. Sie selbst hin und sehen Sie sich um, wie unsere Bischem Gebiet in Zahlung genommen. Entgegen irrigen Armen hausen Wie die Hunde liegen fie ge- Meinungen wird nochmals ausdrücklich festgestellt, daß das Notgeld bettet, und wer das einmal gefehen hat, ber der deutschen Reichsbahn nach wie vor nicht nur an gibt gern und reichlich." Nach ähnlichen Ausführungen allen öffentlichen Kassen, sondern bis auf weiteres auch an bes Wohlfahrtsdezernenten Stadtrat Hinge und des Stadtrats allen Kaffen der Reichsbank in Zahlung genommen wird. be Roon- Charlottenburg schloß der Borsigende Brinkmenn die Ber jammlung mit einem Appell an die Landwirtschaft, beren Pflicht es in erster Linie fei, die Großstädter nicht verhungern zu lassen. Studentennot und Studentenhilfe. Prephisches Notgeld und Eisenbahnnotgeld. Eine Goldanleihe für die Städtischen Werke. Die neu gebildete Berliner Werke H.-G. steht vor dem Ab. fchluß eines langjährigen Lieferungsvertrages für Nebenprobulte der Gaserzeugung mit einem bekannten großen Berliner Industriefonzern. Sie foll als Gegenleistung für diefen Lieferungsvertrag eine Golbanleihe von ca. 10 Golbmillionen erhalten. Auf diese Weise wird es möglich sein, die außer ordentlichen Schwierigteiten ber Gaswerte für Die nächste Zeit zu bebeben. Der Uebergang zu stabileren Währungsverhältnissen wird dann sowieso ein weiteres bazu beitragen, um die Lage der städtischen Werksunternehmungen ganz wesentlich zu bessern, so daß man damit rechnen fann, daß die Gefahr eines Zusammenbruches der kommunalen Werke vermieden werden kann. Der Mord in der Rückerstraße. Die Not des Studenten, ber nicht aus der Tasche des Vaters leben tann, ist schwerer, als der Fernstehende ahnt. Man soll die Studentenschaft nicht nach denjenigen Studenten beurteilen, die in bunten Mügen umberlaufen und dadurch jedem erkennbar werden. In Berlin find die an den einzeinen Hochschulen geschaffenen Einrichtungen zur Hilfe für notleidende Stubenten vor furzem zu einer großen Organisation zusammengefaßt werden, die den Namen Studentenwert Berlin" trägt und unter Leitung des frü heren Reichskanzlers Dr. Michaelis steht. Stubenten, Dozenten und Wirtschaftsfreunde der Hochschulen beteiligen sich an der Verwaltung. Das Studentenwert" übernimmt die schon bestehenden Speiseftellen für Studenten und will auch Lebensmittel, Kleiberftoffe und anderen Bedarf zu erschwinglichen Preisen beschaffen. Bor Jm Schlupfwinkel eines Verbrechers wurbe, wie wir mit allem aber soll durch Nachweis von Arbeitsgelegen. teilten, vor acht Tagen der Schneider Josef Bulezineti aus der heit unbemittelten Studenten die Möglichkeit gegeben werben, im Fliederstr. 12 erichoffen aufgefunden. Es chien Celbfimord bor wesentlichen aus eigener Kraft für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. auliegen. Die Kriminalpolizei des Polizeiamis Mitte stellte jedoch Der sogenannte Wertsstudent", der Erwerbsarbeit treibt, feft, daß ein Mord berübt worden war. Der Täter, ein fchafft sich die Mittel zur Fortsetzung feines Studiums. Er ist aber 41 Jahre alter Dreher Balentin Argaciat, hält sich nach den auch der Gefahr ausgefeßt, darüber sein Studium zu vernachlässi gen, zumal wenn er durch geringeren Lohn zu vermehrter Erwerbs arbeit gezwungen wird. Die Geschäftsleitung des Studentenwertes Berlin versichert, daß die Entlohnung der Wertsstudenten die in den betreffenden Berufen übliche fei. Als Gewinn wird es auch begrüßt, Rindfleisch daß die Studenten, die jetzt notgedrungen in Bureaus und Bert Kalbfleisch ftätten arbeiten, in engere Beziehung zum Bolt kommen. Das Hammelfleisch Wertsstudententum" ist über alle deutschen Hochschulen verbreitet, und schon im Sommersemester 1923 waren im Deutschen Reich non rund 120 000 Studenten etwa 60 000 baran beteiligt. Studenten, die in den letzten Semestern vor dem Examen stehen, werden aus einer mit Hilfe des Reiches und großer Industries und Banffirmen begrün beben Darlehnstasse unterstützt. Theater. Lichtspiele usw. canner con Volksbühne 71 Uhr: Lebensmittelpreise in Berlin am 30. November Schweinefleisch Lebende Hechte Schleie. Bleie Bleie in Eis Hechte in Eis Schellfisch ( in Milliarden Mark) 3600-4500 Weißkohl. 1300 900-1100 Die Wucherpolizei auf der Futtermittelbörse. Gestern erschien zum ersten Male und gänzlich unerwartet ein Beamter der Abteilung W des Polizeipräsidiums Berlin auf der Futtermittelbörie. Done daß der Beamte irgendwie einzugreifen brauchte, war sein Erscheinen, nachdem es fich herumgesprochen batte, von einer erfreulichen preisfenkenden Wirkung begleitet. So wurde z. B. Safer nur mit 12 bis 18 statt mit 16 bis 17 Billionen Mart notiert. Der Fall ist zu allen übrigen wieder ein Beweis, wie notwendig die Tätigkeit der Wucherpolizei ist. Aus der Sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraffion. Ge noffe Reller Bantow hat sein Stadtverordnetenmandat nieder gelegt. Es ist an den Genossen Rudolf Rüdert Reinickendorf übergegangen. さ Cin Jubi ar. Der Genoffe Paul Hinge, Eonnenburger Str. 8, organisiert in der 27. Abteilung, feiert heute das Jubiläum seiner 25jährigen Parteizugehörigkeit. Der Preis für 1 Liter Vollmilch beträgt ab heute, wie das Nachrichtenamt der Stadt Berlin mitteilt, 320 Milliarden Mart, für 1 Liter Magermilch 124 Milliarden Mark. Die Tarife für Gas, Wasser und Elektrizität und die Entwässerungsgebühr bleiben nach einer Mitteilung der Direktionen der städtischen Gas-, Waffer- und Elektrizitätswerke und der Direktionen der Stadtentwäfferung für den 1. Dezember unverändert. Eine Ausstellung von Büchern, Jugendschriften usw., Wandschmud und Spielsachen veranstaltet der Bildungsausschuß des 17. Kreifes vom 1. Dezember ab in den Räumen der Parteibibliothek Lichtenberg, Weichselfir. 28. Durch rechtzeitiges rasches Zugreifen und durch das Entgegenkommen der Parteibuchhandlung und der Gewerkschaftsfommiffion ist es möglich gewefen, eine große Anzahl von Büchern, Bildern und Spielsachen unter überaus günstigen Bedingungen zu beschaffen. Ein Bertauf tann daher zu verhältnismäßig je hr billigen Preisen erfolgen, außerdem soll es den werden, auch größere Einfäufe zu machen. Barteigenoffen durch Gewährung von Ratenzahlungen ermöglicht Gegen den Aufisemitismus rechtsradifaler Kreise im Berliner Westen, der fich in dieser Stadtgegend besonders auffällig breit macht, richtet fid eine große öffentliche Boltsverlammlung, in der Reichstagsabgeordneter Genoffe Adolf Hoffmann sprechen wird. Die Versammlung findet am Dienstag, den 4. Dezember, abends 8 Uhr, in Wilmersdorf, Spichern Feftfäle, Spichernftr. 3, ffatt. Groß- Berliner Parteinachrichten. 3. Streis Webbing. Bildungsausschus: Sonntag, den 2. Dezember, vormittags 11 Uhr, Sigung an befarnter Stelle. Bom Abteilungstaffierer die arbeitslofen Genossen erfragen. 5. Areis Bilmersdorf. Sonntag, ben 2. Desember, vormittags 10 Uhr, gemeinsame Sigung des engeren Kreisvorstandes mit den Abteilungs führern und den Obleuten des Propagandabienstes bei Pieper, Holsteinische Straße 60. 17. Rreis Biddenberg. Arbelterwohlfahrtskommiffion: Montag, den 3. Dezem ber, 7 Uhr, im Rathaus, Möllendorffftr. 6 8immer 25, Gigung der gesamten Rommission. Sämtliche in der Wohlfahrtspflege tätigen Genossen und Genoffinnen müffen erscheinen. Heute, Sonnabend, den 1. Dezember: 6. Bt. Die Bezirksführer werden nochmals ersucht, die Arbeitslosen und Kurzarbeiter der Abteilung bis Sonntag beim Genoffen Schilling, Ballas* Straße 5, anzumelden. 13. abt. Die Bezirksführer haben fofort bie arbeitslofen Genossen sowie Kurzarbeiter beim Genoffen Schiemann, Stephanftr. 44, anzugeben. Morgen, Sonntag, den 2. Dezember: ungfosialisten. Gruppe Süben: 8 Uhr Stettiner Borortbahnhof Treffpunkt aur Fahrt nach Birkenwerber- Briefe. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 88. Abt. Frig Budad, Barnimftr 14. ift derftor en. Bestattung heute ( Sonnabend) nachmittag 8 Uhr in Grünheibe bei Erfner. Fehrgelegenheit ab Schles. Bahnhof 1.39 bis Fangschleuse. Ertner umsteigen. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonnabend, den 1. Dezember, abends 71% Uhr: Marienborf: Alte Schule, Dorfstraße, Funktionärsigung. * Achtung, Rafflerer! Der Beitrag für die 1. Hälfte des Monats Dezember beträgt für Jugendliche bis 15 Jahre 25 Milliarden, 15 bis 17 Jahre 50 Miniarben und über 17 Jahre 75 Milliarden Mart. Arbeitslofe Genossen über 17 Jahre alt zahlen ben ermäßigten Beitrag von 50 Milliarden. Ortsausschuß für Jugendpflege Reufella. Am Sonntag, den 2. Dezember, findet eine Führung durch die Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt, Charlottenburg, Frauenhoferstr. 11, statt. Treffpunkt pormittags 9 Uhr vor der Aus1200-1500 tenung. Ferner findet am Dienstag, den 4. Dezember, abends 7½ Uhr, der 70-80 nächste Rinoabend in der Rathenau- Schul:, Boddinftraße, statt. Borgeführt wird 80-90 ber Iuftige Schneefilm Die Meisterspringer von Rürnberg". Cintrittskarten 150-160 am Gaaleingang für Jugendliche zum Preise einer halben Straßenbahnfahrt 60 und für Erwachsene einer vollen Straßenbahnfahrt. 2600-4500| Kabljau O 2800-4400 Grüne Heringe 2800-4000 Margarine 2200-2400 Wirsingkohl 2600-3000| Rotkohl 1800-1500 Mohrrüben 1800 2000-2200 Zwiebeln. 1800-2000 Kartoffeln( 10 Pfd.) 1 Ei 350 320 8ur Theatervorstellung am Sonntag, den 9. Dezember, im Neuen Theater am 800( nicht Schiller- Theater) Der Biberpela", von G. Hauptmann, find noch 450-500 einige Einzelfarten zum Grundpreise von 73 Milliarden Mark im Jugendfekretariat zu haben. Lessing- Th. Komische Oper Apollo- Theater Casino- Theater Deutscher Metallarbeiter- Verband Heute u.morgen71 Michael Kramer Mont. 7: Rausch Th. im Admiralspalast gent. Künstler- Th. Drunter und drüber Alla end!, 7 Der Figaros Hochzeit Tägi 78 Uhr Deutsch. Theater Fürst v Pappenhelm u. Schauspieler- Th. Stg 3: Ein Walzertraum( Max Adalbert) 7½ Uhr: Hauptmann- Abend Deutsch Opernhaus Hannele Elge: Margarete Kammerspiele 1. Schauspieler- Th. Große Volksoper im Theat d Westens 8 Uhr: Tageszeiten d. Liebe 74: Die Fledermaus Theater i. d. KöniggrätzerStr. Intimes Theater Uhr: Abendbesuch 8 Unr: Don Gillole k. n. k. Hose etc. von d.grün.Hosen Metropol- Theater Komödienhaus 8 Uhr: Mein Casinogirls Vetter Eduard Heues Theat. a. Zoo Berilner Theater Die Laxusiran 7.30 Uhr: Dolly Uhr: WINT DRIEN Renaissance- Theat. SU. Der Weibsteufel Varletó Spielplan Thalia- Theater Das Weihnachts Fest naht! Alesen- Lager! Vollkommen. Massersatz in HerrenDizier u. Palefois Schlüpfer, Jackettu.Cutaway- Anzüge! Gammi- Mentel, Domen-Mäntel, Preise 50 Pi. bis 6 M. 7 Pst! Pst! eld.u.Strickjack Rauchen gestattet! Uhr: Theater i.d.Kommandanienstr. SCALA, Uhr: Charlie 8 Unr.Internat. Varieté Sonn 380 z halb Preis d. voll Prog. Wallner- Theater 8 Uhr Bin Sprung in die Ehe Lustspielhaus U. Nebeneinander. Volksstück 1923 Auf Wunsch Zahlungs Erleichterung MöbelEinrichtungen In 4 Etagen. A. DAMITT Rosenthaler Str. 46-47. Allabendlich 7 Die größte Revue des Kontinents: Die Welt ohne Schleier 7, Allabendl. 7% Die große Revue Europa spricht davon! Rose- Theater ReichshallenTh. 3: Rotkäppchen Täl. 1, U. u.Sonnt. 3 U. Stettiner Sänger 7% Uhr: Wenn ich dich nor hab' Th.a. Kottb. Tor Täglich 7/2 Uhr a. Sonntag nach mitteg 3 Uhr: Nur ch bis 3. Dezember ohne Frau! Verkäufe Möbel Metallbetten, Chaifelongues 8 Gold. BU. Der Ehemann Rohrleger und Bauflempner! Kinderdrahtbett. 12,50, Kräutertees. Deichmann, 60. 33, auflagen, Die Bertrauensmännerfonferenz findet Röpeniderstraße 8. Meide, 33456 Auguftstraße 82a, Quergebände. beute, Sonnabend, nid) t flatt. erfter Sand Qualitätsteppiche! Die Konferenz findet am Montag, fpottbillig, billige Fabritabschlüffe. den 3. 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