Abendausgabe Nr. 566+ 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 285 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise Find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sw. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Sel- breffe: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 70 Milliarden M. Dienstag 4. Dezember 1923 Berlag und Angeigenabteilung Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Vorwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Cindenstraße 3 Feenfprecher: Dönhoff 2506-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Vor der Reichstagsauflösung. zu schaffen." Schweizerische Hilfsaktion. Bern, 4. Dezember.( BIB.) Die Berichte über die in Deutsch land herrschende Not haben die fiets wache Hilfsbereitschaft der schweizerischen Bevölkerung fart erhöht. In den Der Reichsrat beschäftigte sich heute vormittag in verschiedensten Gegenden der Schweiz sind neue Komitees zur Hilfe einer vertraulichen Stkung mit dem Ermächtigungsleistung für Deutschland an der Arbeit An der Spize steht ein gesez. Zu einem Beschluß fam man noch nicht. Die schweizerisches Kinderhilfstomitee in Bern, das zuletzt eine Sigung wurde vielmehr nach furzer Bertagung um 1 Uhr große Hilfsation für Rußland durchgeführt hatte und sich feit wieder aufgenommen. Es ist vorauszusehen, daß der Reichs mehreren Monaten der Hilfeleistung für deutsche Kinderheime und rat dem Ermächtigungsgesetz seine Zustimmung erteilen wird. Möglicherweise wird es zu einigen Abänderungen kommen, die eine gewisse Mitwirkung der Landesregierungen an den zu erlassenden Verordnungen sicherstellen sollen. Neuwahlen in Mecklenburg. Schwerin, 4. Dezember.( WIB.) Das Staatsministerium hat beschloffen, daß die Neuwahlen zum Landtage am Sonntag, den 17. Februar 1924, stattfinden sollen. für den nctleidenden deutschen Mittelstand widmet. Es hat nun sein Brogramm erweitert zu einer allgemeinen Hiifsattion für Deutsch land und beabsichtigt, demnächst auch mit der Errichtung von Schweizer Küchen für Rotleiderde vorerst in Süddeutschland au be ginner. Zu diesem Zwed, insbesondere zur Versorgung der badischen Grenzgebiete mit Lebensmitteln, soll auch ein Staatsbeitrag vom schweizerischen Bundesrat erbeten werden. Die Schuld Ludendorffs. Der bemokratische Abg. v. Bayer, von 1917 bis zum Zusammenbruch Bizetanzler des Deutschen Reiches, läßt soeben im Berlage der Frankfurter Sozietätsdruckerei feine Erinnerungen erscheinen. Der hervorragend objektiver. Darstellung der Ereignisse in den Tagen des Zusammenbruchs entnimmt die Franff. 3tg." die folgenden Absätze, die das Gewebe der Ludendorffschen Verhüllungsstrategie glatt zerreißen: Im Reichstag, dessen Mitglieder im Laufe des Vor- mir der Abgeordnete Renner eine Formulierung des Gr. mittags zu der heute nachmittag 3 Uhr beginnenden Sizung gebnisses der Besprechung mit dem Ersuchen, sie zu unterschreiben. zahlreich eintrafen, sprach man nur noch von der bevorstehen. Ich hielt zunächst diese Formulierung für recht überflüssig und flein. ben Auflösung. Man nimmt fogar an, daß die Auflösung lich, ich hatte aber auch gar feinen Anlaß, die Richtigkeit der Formu schon vor der Abstimmung über das Ermächtigungsgeleg er bas, was ich mit ben Kommunisten besprochen hatte, ebensogut in lierung zu bestreiten und die Unterschreibung abzulehnen, meil ich folgen fönnte, nämlich wenn aus den Erklärungen der Oppo aller Oeffentlichkeit hätte erklären fönnen. Es fann also von Ge fitionsparteien hervorgegangen sein wird, daß eine Mehrheit heimatten bes Innenministers Liebmann gar teine Rebe Als sich allmählich unbestreitbar herausstellte, daß die für das umstrittene Gefeß nicht vorhanden ist. Man spricht fein, übrigens auch schon deshalb nicht, weil es sich gar nicht um Waffe des unbeschränkten U- Bootfrieges versage, mußte, da auch von einer Abkürzung des Wahltermines, die eine Amishandlung des Ministers handbelt. Die Besprechung ja nach der eigenen Auffassung der Obersten Heeresleitung es ermöglichen würde, die Wahlen noch vor Weih fand am 22. März statt, der Amtsantritt bes Minifters erfolgte fchon zur Zeit der Entscheidung über den U- Bootkrieg Ende nachten stattfinden zu lassen. am 1. April. Es ist also nur die private Abrede eines Mitgliedes 1916 mit den Mitteln des Landfrieges allein der Sieg nicht Im Aeltestenausschuß beriet man heute gleichfalls über der fozialdemokratischen Landtagsfraktion mit einigen Bertretern der die Lage, die sich aus der zu erwartenden Auflösung des kommunistischen Frattion, wobei es darauf anfam, Differenzen über mehr zu erreichen gewesen war, nun eben notgedrungen auf Reichstages ergibt. Ein gemeinsamer Antrag aller die Berwendung der 20 Millionen Mart zu beseitigen und Klärung die andere Alternative zurückgegriffen werden: man mußte sehen, zu Friedensverhandlungen zu kommen. Das war auch Parteien ist in Ermägung gezogen worden, durch den be- Nicht vorbeigegangen werden," so schloß Liebmann, fann an die Auffassung des Reichstages, die er schließlich in der mirkt werden soll, daß während der reichstagslosen Zeit ein der Frage, wie die„ Leipziger Neuesten Nachrichten" in den Befiz Friedensresolution vom Juli 1917 zum Ausdruck brachte. Reichstagsausschuß amtiert, der die von der Regierung auf bes amtlich beschlagnahmten Materials gekommen find. Wenn eine solche Attion zu unserem Schaden nicht zum Zuge Grund des Artikels 48 erlaffenen Verordnungen nachprüft. Es muß selbstverständlich untersucht werden, welche Amts. fam, war die Oberste Heeresleitung insofern Die sozialdemokratische Fraktion, die um 23 Uhr zusammen organe für diesen Mißbrauch amtlichen Materials daran schuld, als fie an den weitgehenden, früher für tritt, wird jedenfalls mit allergrößtem Nachdrud verlangen, verantwortlich sind." den Fall eines glücklichen Ausganges des Krieges in Aussicht daß der Wahlkampf von allen Fesseln des Aus= genommenen Kriegszielen auch weiterhin zäh nahmezustandes befreit wird. Große Sorge verursachen die Zustände im befeßten Gebiet, wo die geregelte Durch fest hielt, als ob unsere Lage noch gleich günstig wäre wie vor Jahr und Tag. Noch im Kronrat vom 14. August 1918 führung der Wahlen wenn nicht durch französische Machtstand sie auf dem Standpunkt, erst Ende August 1918 haber, bann doch gewiß durch ihre vorgeschobenen Bosten, die entschloß fie fich zum Verzicht auf Belgien. So Separatistischen Horden, auf das ernsteste bedroht ist. tamen wir wiederum auf Grund der Einschäzung der mili tärischen Lage durch die Oberste Heeresleitung auch um die Chance, rechtzeitig wenigstens einen noch leiblichen Frieden abzuschließen. Auch diese Schägung der Obersten Heeres. leitung aber war falsch. Wir famen nicht zum in Aussicht genommenen Sieg, sondern zum unaufhaltsamen Rückzug. Noch hatten wir, nachdem die Oberste Heeresleitung wenigstens einmal angefangen hatte, ihren Irrtum einzusehen und durch Zurückschraubung der Kriegsziele den Weg zu nicht ganz aussichtslojen Friedensverhandlungen zu eröffnen, wenigstens die Möglichkeit, diefe in einer der üblichen diplo matischen Formen einzuleiten. Auch dieser legten Möglichkeit hat uns, wiederum auf Grund einer dies Eine pom Romitee selbst in der ganzen Schweiz veranstaltete mal in ber umgekehrten Richtung falschen Ein. Sammlung hat bisher außerordentlich günstige Ergebnisse gezeitigt, ich a hung ber militärischen Lage, die Oberste Heeres. und es fonnten bereits ganze Eisenbahnzüge von Lebensleitung beraubt. Am 29. September fam fie, für uns mitteln, wäsche und Kleidungsstüden nach Deutsch in der Reichsregierung völlig überraschend, zu der land gesandt werden. Außerdem hat das Komitee gemeinschaftlich leberzeugung, baß wir Frieben haben müssen, und zwar Schwerin, 4 Dezember.( WTB) Staatsminister Dr. mit ben ihm angeschloffenen Kinderhilfsaktionen in diesem Jahr rund angesichts der militärischen Lage so rasch, daß wir die Ver Bruedner hat dem Staatsministerium gegenüber wiederholt ben 4000 deutsche Kinder in Freiplägen bei schweizerischen handlungen damit beginnen müssen, unsere Feinde mit der Wunsch ausgesprochen, von der verfaffungsmäßigen Pflicht zur Wei- Familien für die Dauer von 8 Wochen unterbringen fönnen. Mitteilung der Friedensgeneigtheit gleichzeitig fofort terführung der Geschäfte eines Staatsminiffers bis zur Wahl eines Neben dem schweizerischen Rinderhilfstemitee wirfen noch das um einen Waffenstillstand zu ersuchen. Dieser auf tad folgers baldigft befreit zu werden. Das Staatsministerium hat Komitee für die hungernden Völker, die Caritas- Zentrale der beiden Seiten nicht anders denn als 3eichen großer beschlossen, diesen Wunsch an den Aeltestenausschuß des Landtages fchweizerischen fatholischen Boltsvereine und des fatholifchen Frauen militärischer Schwäche und Depression aufzufaffende weiterzuleiten. bundes, ferner der unter dem Protektorat bes Bischofs von Schritt, der bei unseren Feinden die stärkste Belebung des St. Gallen stehende Ausschuß in St. Gallen. In Zürich ist unter Siegeswillens, dagegen bei uns wie bei unseren Bundes Geheimakten des Innenministers". Führung des Universitätsprofessors Dr. Faeft eine Organisation im genossen die äußerste Niedergeschlagenheit und Hoffnungs Entstehen begriffen, die sich der Hilfeleistung für barbenden Die Beipziger Neuesten Nachrichten" bringen unter der obigen telleftuelle( Merzte, Juriften, Fünfter und Schriftsteller) in Süb. loligteit in Heer und Bolt zur unvermeidlichen Folge haben fenfationellen Ueberschrift die Meldung, bei einer Haussuchung im deutschland widmen mill. Der Schweizerische Gewerbert, daß uns nach tagelangem Ringen gar nichts anderes mußte, wurde uns als in dem Maße dringlich geschil Pommunistischen Parteibureau in Dresden sei ein Gefchaftsbund organisiert unter Mitwirkung der sozialdemoübrig blieb, als frog der größten Bedenten dem heimvertrag zwischen der femmunistischen Landtagsfraktion und tratifchen und der tommunistischen Bartet eine Giffs. übrig blieb, als trop der größten Bebenten dem bem sächsischen Innenminister Genossen Liebmann vorgefunden, in attion für darbende Arbeiterfinder. Die feit Jahren ununterbrochen Stelle zu folgen, ohne auch nur die Möglichkeit einer Drängen der Obersten Heeresleitung auf der dem Liebmann zusichert, daß die im Etat vorgesehenen Bolizeittioe fchweizerlich- deutsche Hilfskommiffien wird unabhängig von Brüfung der Sachlage durch andere Sachverständige zu haben. gelber nur im Stampfe gegen rechts verwandt werden sollten. den genannten Organisationen ihre Silfeleistung für studentische Wirt Einem Bertreter unseres Dresdener Parteiblattes hat der fdeftsorganisationen, insbesondere für die füddeutschen Hochschulen, Die Oberste Heeresleitung lebnte ein diesbezügliches Anfinnen Innenminister dazu Aufklärungen gegeben, denen wir folgendes fortsetzen, für die allein sie bisher zirka 185 000 Schweizer Franken getränkt ab, und wir unsererseits fonnten die Berantwor tung dafür nicht übernehmen, durch Ablehnung des Verlan gens der Obersten Heeresleitung eine unmittelbar brohenbe militärische Ratastrophe heraufzu schwören. Damit war in der Hauptsache der Krieg be endigt, unser Schicksal besiegelt, und es ist er greifend, das feststellen zu müssen auch diese alarmierende Einschägung muß falsch gewesen sein: obwohl es noch Wochen anstand, bis es zum Waffenstillstand fam, und ob wohl während dieser Wochen infolge des Waffenstillstands ersuchens unseren Feinden das Kämpfen um ebenso viel leichter fiel als unseren Heeren schwerer, fam es glücklicherweise nirgends zur Katastrophe, und die Oberste Heeresleitung selbst war es, die, faum daß das Unheil seinen Lauf hatte, die Ver neuem in großem Umfange wieder aufnehmen wollte. Das haben wir allerdings abgelehnt und damit nach meiner Ueberzeugung das deutsche Bolt vor dem Letzten be wahrt, daß auf Grund der wieder umgewandelten Ab'chägung der Obersten Heeresleitung die Feinde auch noch das Deutsche Reich weit hinein erobert, besetzt und zerschlagen hätten. Doch es bedarf der Erwägungen über das, was noch hätte geschehen können, nicht, es ist genug an dem, was ges fchehen ist und geschehen ist durch die Schulb der Ober ften Heeresleitung. entnehmen: aufwenden fonnte. Devisen kommen zum Vorschein. Die amtlichen Kurse unverändert. Jm Etat für 1923 mar ein 20- Millionen- Fonds für die Be. fämpfung von Unruhen gefordert. Die Kommunisten bezeichneten als 3wed diefes Fonds, Arbeiter zu morden. Deshalb lehnten fie dem damaligen Innenminister Lipinski den Fonds ab. Es trat der Regierunesmechfel ein, Minister Lipinski wurde gestürzt und das Kabinett Beigner sollte an die Stelle des Kabinetts An ben Auslandsbörsen hat gestern die Kursbesserung Bud treten. Die Frage war nun, wie fich in dieser neuen Situation der Mart so starte Fortschritte gemacht, daß fast die Kommunisten zu der Forderung von 20 Millionen Mart zur Befämpfung von Unruhen stellen würden. Bei einer Besprechung, die überall die Parität ber Berliner amtlichen Notierungen erreicht ich ohne Kenntnis der übrigen Regierungsmit wurde. Allerdings herrschen zurzeit hier starke 3weifel, ob diese glieder mit Vertretern der fommunistischen Frattion hat'e und Entwicklung noch weitere Fortschritte machen wird. In dieser Be an der u. a. auch der Abgeordnete Renner tel'nahm, habe ich den ziehung fieht man vor allem der morgen besinnenden Tätigkeit der Rommun'fen gelagt: Bur Betëmpfung von Unruhen fommt man Rölner Devisenbörse mit einiger Sorge entgegen. Man nicht mit einem Fonds von 20 Millionen aus. Das ergibt sich schon befürchtet, daß dort der übermächtige Einfluß gewisser ausländischer handlungen wieder abbrechen und den Krieg von aus der lächerlich neringen Höhe der Summe. Wir brauchen auch Banfnieberlaffungen im besetzten Gebiet sich zum Schaden ber ver. feinen befonberen Fonts zu diefem 3mede, tenn dazu sind ja die im Etat anceforderten laufenden Mittel für die Polizei da. Nun ist es schiebenen deutschen Währungen auswirten tönnte. Im Vergleich eber zweifellos, daß fich in lehter 3- it die fafchistischen zu den vorangegangenen Wochen bietet der Berliner Börsenver Drganisationen in auferertent ich startem Maße regen. Im fehr ein gänzlich verändertes Bild. Während bisher befonderen find miederholt Werbebestrebungen rechtsradikaler Organi Devifen aus privatem Befih taum an die Börje tamen, wurde heute fationen durch Flugblätter und mündliche Propaganba von hier und da schon der Versuch gemacht, vor Festsetzung der amtlichen Banern her in Sachfen beobachtet worden. Es zeint fich, Rurse unter der Hand ausländische Zahlungsmittel an den Mann zu daß diefe Aoi'ationen und Organisationen äußerst gefchickt betrieben bringen. Auch für Goldanleihe zeigte fich reichlich Abgabe. werden. Trok aller Bemühungen ist es bisher nur in den felbenften Fällen gelungen, biefe redtstoditalen Organisationen fo auf die neigung. Besonderen Eindrud machte, daß auch von den Snur zu fommen, daß gegen fie vorgenancen werben fann. Zur heutigen Auslandsbörsen wieder sehr günstige Marffurfe geSicherung der Republik wird es vor allen Dingen notwendig fein, meldet wurden, die ungefähr auf der Parität der bisherigen amt. baß die Gereimpropaganda der Rechtsradikalen ftart beobachtet wird. lichen Berliner Kurse lagen. Jm amtlichen Devisenverkehr wurden Dazu brauchen wir natürlich Geld. Ich bin der Meinung. daß die im wieder die gestrigen Rurfe bei einer Zuteilung von 1 Bros. Etat angeferberten 20 Millionen für diesen 3wed verwendet werden festgesetzt. Golbanleihe notierte 4.2. Jollen." Auf eine Frane, rb die 20 millionen nicht auch gegen Die Tendenz für Effetten bleibt sehr flau. obwohl ber Gelb bie Arbeiter vermendet werden würden. erflärte ich. marft eine nie gefannte Flüssigkeit aufwies. Tägliches Geld war bazu liege gar fein An! oß Dor. Jekt tommt es heute mit ½ Broz. angeboten. Die erreute fritische innerpolitische barauf an, Mittel zu haben, um ber Gefahr begegnet zu können, die der Republik von rechtsrabifaler Seite brnhtag fand an der Börse feine Berücksichtigung. Offenbar dauern Diese Erklärungen schienen den Kommuristen zu genügen. Sie die Perfäufe von Effekten für Rechnung großer Industriefonzerne maren nun bereit. bei ihrer Frettion für Bewiffinung der 20 Mil fort. Die Spetulation, die noch mit weiteren schwachen Börsen lionen Mark einzutreten. Am Schluß der Besprechungen überreichte' tagen redynet, zeigt nur wenig Neigung, sich wieder einzudecken. Von dieser Verantwortlichkeit für das trübste Blatt der Geschichte der deutschen Kämpfe, für das jähe zu fammenbrechen des deutschen Heeres und Voltes fann fie niemand befreien: entweder war unfere militärische Lage fo fritisch, daß wir wirklich schleunigst um Waffenruhe bitten muß'en, dann hätte die Oberste Heeresleitung das doch rechtzeitig tommen sehen müffen, so daß wir noch beizeiten hätten Friedensverhandlungen veranlassen fönnen, oder aber solche Elle war nicht nötig, dann hatten wir noch Reit, Friedensver. handlungen ohne Anmeldung des völligen Busammenbruches zu beginnen. Ueber diese Altersnative tommt man nicht weg. General Ludendorff schreibt jetzt,„es kam nicht darauf au, von heute auf morgen einen Waffenstillstand zu bekam- men, sondern überhaupt erst einmal die Verbindung mit dem Feinde aufzunehmen". Doch nicht. Gerade das war ja die Meinungsverschiedenheit zwischen der sich damals bildenden Regierung und der Obersten cheeresleitung, daß Prinz Max eine militärische Lage, die uns zwing«, just mit dem verhängnisvollen Wasfenstillstandserjuchen zu beginnen, für undenkbar haltend nicht mit diesem beginnen wollte und daß ihm die Ober st e Heeresleitung unter Hin- weis auf die militärischen Folgen eines nicht s o- sortigen Abgehens des Waffenstillstandsgesuches zusetzte, bis er sich gezwungen sah, nachzugeben... Hindenburg verlangt in dein bekannten Telephonat an mich vom 1. Oktober, mittags 1,30 Uhr, ja keineswegs in erster Linie Bildung der Regierung, sondern ausdrucklich eventuell Absendung der Note durch die alte Regierung. Ebenso bittet Grünau(Vorgeschichte des Waffenstillstandes, Seite 34) am selben Tage, mittags 2 Uhr, das Auswärtige Amt in Ludendorffs Auftrag, „nicht erst bis zur Bildung der neuen Regierung zu warten", und Lersner(ebendaselbst Seite 36) faßt den Auftrag Ludendorffs zur selben Zeit dahin zusammen:„das An- gebot müsse sofort hinausgehen, 48 Stunden könne die Armee nicht noch warten, es komme alles dar- auf an, daß das Angebot späte ftens Mittwoch Nacht oder Donnerstag früh in Händen der Entente sei". Man kann also wirklich nicht darüber im Zweifel sein, um was es sich damals gehandelt hat. Wenn ich recht verstehe, wollen die literarischen Vertreter der Obersten Heeresleitung jetzt geltend machen, der Schritt selbst habe weder eine Panik im Innern, noch einen Hoff- nungstaumel bei den Feinden erzeugen können, die Oberste Heeresleitung habe ja der Reichsleitung gegenüber von An- fang an keinen Zweifel darüber gelassen, daß sie, falls die Verhandlungen gar nicht zu für uns erträglichen Bedingungen führen, entschlossen sei, den Kampf wieder aufzunehmen und bis zum bitteren Ende durchzufechten. Gewiß, auch die Re- gierung hat mehr als einmal öffentlich erklärt, daß sie auf diesem Standpunkt stehe, aber den Feinden gegenüber im Wafsenstillstandsersuchcn selbst tonnten wir, ohne dieses sinn« los zu machen, diesen Vorbehalt doch nicht zum Ausdruck bringen, und alles interne Betonen unserer eventuellen Kampfesbereitschaft und ihrer etwaigen Aussichten konnte doch die Auswirkung nicht aufheben, die das Waffenstillstands- ersuchen selbst auf Freund und Feind unmittelbar hatte. General Ludendorff betont besonders stark, daß Major Frei- Herr von dem Bussche, als er auf meine Veranlassung am 2. Oktober den Parteiführern des Reichstages über unser« militärische Lage und die sich daraus ergebende Notwendigkeit des unmittelbaren Abganges des Waffenstillstandsgesuches an Wilson berichtete, zum Schluß noch die schon in einem früheren Abschnitt aufgeführten ernsten Worte beigefügt habe. Das waren gewiß schöne männliche Worte voll vaterländischen Geistes, aber sie standen in unlösbarem Widerspruch mit dem, was wir tun sollten. Daher habe ich mich meinesteils keines- wegs gewundert, daß sie bei den Parteiführern nicht die ge- ringste Beachtung fanden und, wenn überhaupt, nicht höher denn als dekorativ gewertet wurden. Ein Vaterlandslieben- der Mann, der mit der Mitteilung eines solchen Zusammen- btuches überrascht wird, sieht doch Nur die Tatsache und alle Verbrämung ist ihm nebensächlich. Was soll es ihm in dem Augenblick, da wir dem Feind im Waffenstillstandsgesuch unsere militärische Schwäche offiziell bekunden, bedeuten. wenn ihm gesagt wird, daß wir eventuell später das Gegen- teil von Schwäche zeigen werden? Wie soll er an einen Er- folg dieses Aufraffens in der Minute glauben, da ihm eröffnet wird, es muffe zu einem geradezu verzweifelten Mittel ge- griffen werden, weil, wie Herr von dem Bussche den Herren lagte, jede oierundzwanzig Stunden die Lage verschlechtern und dem Gegner Gelegenheit geben können, unsere augenbstcklich« Schwäche klar zu er- kennen? Kein Vorbehalt und kein noch so schöner Vorsatz für die Zukunft konnten die Beteiligten darüber hinwegtäuschen, Lotiöon und der Zoll Wilde. Oft ist das Leben Oskar Wildes, dessen Wert als Dichter heut« kalim noch umstritten wird,«ine Tragödie genannt worden. Das Bild ändert sich, wenn man der Lebensbeschreibung Wildes folgt, wie sie einer seiner treuesten Bewunderer, Frank Harris, entwirst.(Frank Harris,„Oskar Wilde", Ein« Lcbensbeicht«. S. Fischer-Verlag, Berlin.) Eitel, selbstüberheblich, lasterhaft, feige, unentschlossen, träge und in seinen späteren Iahren zu keiner Arbeit mehr fähig, tritt uns Oskar Wilde hier entgegen. Wenn Frank .Harris diesen Eigenschaften gegenüber immer wieder die bestrickende Liebenswürdigkeit und die Geistreichigkeit Wildes im Gespräch betont, so vermag auch das sein Charakterbild nicht wesentlich zu seinen Gunsten zu verschieben. Trotzdem übt die Lebensbeichte, wie Frank Harris- seine umfangreichen biographischen Studien nennt,«inen starken Reiz aus, weil sie mosaikartig«in« große Anzahl von Einzel- zögen, Begegnungen und Gesprächen zusammenträgt, so daß dos Ganz« nicht nur psychologisch ursprünglich und von bleibendem Wert ist, sondern auch ein Gesellschaftsbild aus London gibt, das über den Tag hinaus Interesse behauptet. Wir lassen einen kleinen Aus- schnitt folgen. Oskar Wild« war wegen seines homosexuellen Verkehrs mit Lord Douglas, Wood und Parkers, der ihm die Zuchthausstraf« ein- trug, verhaftet worden. Der Eindruck dieser Verhaftung aus gewisse Londoner Kreise war katastrophal: „Schon die Nachricht, daß Oskar Wild« verhaftet und noch Holloway gebracht wurde, versetzt« ganz London in Aufruhr und gab das Signal zu einer seltsamen Auswanderung. All« Züge nach Dover waren überfüllt, auf allen Dampfern nach Calais drängten sich die Milglieder der aristokratischen und vornehmen Kreis«, die es scheinbor vorzogen, sich in Paris oder selbst zur ungünstigen Jahreszeit in Nizza aufzuhalten, als in einer Stadt wie London zu bleiben, wo die Polizei mit so unerwarteter Strenge einschreiten durfte. Die Wahrheit war die, daß jene feingebildeten Aestheten, die ich bereits geschildert habe, durch die im Qucensberry-Prozeß enthüllten Tatsachen wie vom Donner gerührt waren. Zum ersten Mal« hörten sie, daß solch« Häuser wie das Toylorsche von der Polizei überwacht und daß Menschen von Woods und Parkers Schlage in die Prostituiertenliste eingetragen und beob- achtet wurden; denn sie hatten sich eingebildet, daß solch« Gewohn- heilen und Vorgänge Im„Lande der Freiheit" unbemerkt blieben. Und auf ihre vorgefaßten Meinungen wirkt« es erschütternd, daß die Londoir-r Polizeidirektion sehr viel Ding« wußte, mit denen sie sich — nach der ellgenieinen Voraussetzung— nicht abgab. Dieser un- . willkommene grell: Auftlärungsstrahl trieb die Lasterhafteii in wilder Hast in die Welt hinaus. Noch nie waren die Mitglieder der leitenden engtischen Kreise so zahlreich in Paris zusammengeströmt. Hier konnte man einen daß wir ein verderbliches Schujachebekösintnis ablegen und unserer Widerstandsfähigkeit voraussichtlich damit das Rückgrat brechen werden. Daß die v e r a n»w ortlichen Stellen alles tun. um in einer solchen ifage Volk und Heer nicht geradezu in Verzweiflung zu jagen, indem sie selbst unsere Lage für dauernd aussichtslos erklären, ist eine felbstverständliche Pflicht der Führenden, nur soll man nicht glauben, daß damit der verhängnisvollen Wirkung der Maß- regel an sich der Stachel genommen werden könnte. Die literarischen Vertreter der Obersten Heeresleitung versuchen jetzt, wohl in der Erkenntnis, daß das Waffenstill- standscrsuchen und die Art. wie es erzwungen wurde, vor der Geschichte nicht zu rechtfertigen sein werden, den Kamps auf ein anderes Gebiet zu verlegen und die Oberste Heeresleitung dadurch zu entlasten, daß sie sich' gebärden, als ob der Fehler hätte wieder gut gemacht werden können, wenn man etliche Wochen später die Verhandlungen abgebrochen, den Krieg mit voller Krast wieder angefangen und so lange sortgesetzt hätte, bis bessere Bedingungen erzielt gewesen wären. Damit hat nian dann zugleich einen bequemen Sündenbock in denen, die eine solche Politik nicht mitmachen konnten... Es mag fein, daß die Oberste Heeresleitung später wieder glaubte, mit dem Waffenstillstandsangebot eben auch nur, wie das im Kriege ja vorkommt, eine Karte ausgespielt zu haben, die man, wenn sich die Verhältnisse wieder ändern, in diesem Falle also, wenn die unmittelbare Katastrophengefahr glücklich vorübergegangen sei, wieder zurücknehmen oder durch eine andere ersetzen könne — in Wirklichkeit hatte sie, was die Wirkung auf das deutsche Volk und Heer anbelangt, mit dem Ersuchen an Wilson das Spiel aufgegeben. Don diesem Wetterschlag haben sich beide, wie ich vom ersten Augenblick an innerlich fürchtete, nicht mehr erholt und die außenpolitische wie die militärische Lage haben sich in diesen Wochen doch auch nicht so entwickelt, daß sie Aussichten auf bessere Zeiten geboten hätten. Die habsburgische Monarchie war politisch vollends zusammengebrochen und stand, auch dem Blindesten erkennbar, vor dem militärischen Bankerott,- und der heldenmütige Widerstand, den noch viele Teile des deutschen Heeres leisteten, konnte den allgemeinen Rück- zug wohl teilweise noch aufhallen, er konnte noch verhüten, daß aus dem Rückzug eine Flucht wurde, aber abwenden konnte er unser Schicksal nicht mehr. Was wir anfangs Oktober nicht mehr konnten, konnten wir drei Wochen später, politisch uns militärisch ungeheuer geschwächt und seelisch zermürbt, erst recht nicht mehr. Auch die Versuch« des Generals Ludendorff selbst, die Oberste Heeresleitung außer de? Schußlinie zu rücken, hahen nichts Ueberzeugendes. Er vertritt wiederholt die Ansicht, die Ursache der sogenannten, auch ihm nicht entgangenen Van- kerottstimmung sei beileibe nicht etwa das Waffenstillstands- angebot selbst, auch nicht das sogenannte Drängen der Obersten Heeresleitung, sondern vor allem die Art und Weise gewesen, wie damals bei Behandlung der Sache in Berlin von allen Seiten verfahren und gearbeitet worden fei— als ob irgendeine Art der Behandlung die Tatsache, daß wir unsere Feinde um Waffenruhe ersuchen sollten, und deren seelisch Wirkung hätte erhüllen können. Ich selbst habe diese Tatsache ruhig und sachlich, ohne iegliche Aufbauschung oder Ausschmückung, ohne irgendein Schlagwort, rein als Tatsache, einer ganzen Anzahl von Personen, wie es mein Amt war, mitgetellt, ich bin anwesend gewesen, wie andere dasselbe taten, und ich habe nie einen anderen Eindruck gesehen als den eines fast fassungslosen Entsetzens, das von allen Einzelheiten ebenso wenig berührt wurde als von dett daran geknüpften guten Vorsätzen und Hoffnungen für di? Zukunft. Ich traue mir daher ein besseres Urteil über diese Frage zu als dem General Ludendorff. öaperisthes Ermächtigungsgesetz. München, 4. Dezember.(WTB.) Heber Sparmaßnahmen teilt die Korrespondenz Hoffmann mit: Di« Finanzlage de«' bayerischen Staates ist außerordentlich ernst. Der' Finonzminisder glaubt, die Derantworwng mir noch tragen zu j berühmten ehemaligen Minister und dort das kluge Gesicht des Präsi- deuten einer wissenschaftlichen Akademie sehen. An einem Tisch, im Cafe de la Paix, saß«in unlängst geadelter Millionär, der wegen seines auserlesenen Geschmacks in künstlerischen Dingen gefeiert war, — ihm gegenüber ein berühmier General. Man behauptete sogar, daß sich«in gefeierter englischer Schauspieler, nur um die Mode mitzumachen, ein für drei bis vier Tag« gültiges Rückreisebillett nach Paris genommen hätte. Der Komödiant kehrt« schnell zurück, aber die Mehrzahl der Zugvögel blieb«ine Zeit lang fern. Der Sturm des Schreckens, der sie über den Kanal geweht hatte, hindert« ihre Heimkehr und sie schwärmten unter Vorwänden aller Art über den Kontinent— von Neapel bis Monte Carlo, von Palermo bis Sevilla." Die Schilderung läßt darauf schließen, daß die abnorme Beran- lagung, um deren Willen Wilde die Zuchthausstrafe schlucken mußt«, in England keineswegs zu den Seltenheiten gehört. Wenn Wilds trotzdem auf den bloßen Verdacht hin für die Oeffentlichkeit erledigt war(selbst sein« Theaterstücke, die soeben noch mit dem größten Erfolg über die Bühne gingen, verschwanden vom Spielplan), so zeigt das, wie sehr man in England an dem Konoentionellen und am Schein der Wohlanständigkeit hängt. Aber das ist ja«ine Eigenschaft, die der englisch« Bürger mit den Bürgern anderer Länder gemein Hot, mag sie auch drüben etwas stärker aufgedeckt fein. Die beste Temperatur für üe« Körper. Im Winter muß der menschliche Körper sich bei den wechseln- den Temperaturen, wie sie das geheizte Zimmer und die freie Lust bieten, den verschiedenen Bedingungen stets von neuem anpassen. Es ist nun von Wichtigkeit, zu wissen, welch« Hüft- und Witterunas- bedingungen für den Organismus am günstigsten sind. Darüber spricht Dr. Grosse in der„Umschau". In unserem Klima erreicht die Temperatur im Schatten nie die Höhe, die dag Blut des menschlichen Körpers immer hat. In ge- schlössen«» Räumen befinden wir uns bei Temperaturen unter 20 Grad am wohlften. Diese Zahl liegt fast 17 Grad unter unserer Eigentemperatur. Der Körper gibt nun stets nach außen Wärm« ab; er verliert auch hohe Wärmebettäge durch Verdunstung, da unsere Haut feucht ist und die umgebend« Luft stet, Wasserdampf ausnimmt. So werden uns beständig hohe Wärmebeträg« entzogen, die wir durch Nahrungsaufnahme ersetzen müssen. Fast 3000 Wärmeeinheiten, d. h. die Verbrennuungswärme von fast einem Pfund Kohlen, müssen wir täglich abgeben; ja bei starker Ausstrahlung kann sich der Betrag sogar verdoppeln. Wenn die Haut unier 28 Grad hat. haben wir schon ein« starke Kälte- empfindung, und Hitze spüren wir. wenn sie 34 Grad und mehr besitzt. Auf die Regulierung der Temperatur hoben Nah- rungsaufnahme, Muskelbewegung und der ganz« seelisch« Zustand starten Einfluß. Di« Temneroturen schwan- ken auf unserer Erdoberfläche zwischen plus 60 Grad und minus könnett, wenn mit größter BeschieunrgünH die notwendig«? Spar. maßnahmen in der Staaisoer wallung durchgeführt werden. Die Staatsregierung hat nun in einer Tekanmmachung gewisse vorbereitende Maßnahmen zur Einleitung einer groß- zügigen Sparpolitik getroffen. Die Bekanntmachuno weist auf die Notwendigkeit hin, daß einerseits die Ungleichung der Steuern und sonstigen Einnahmen an den augenblicklichen Wert des Geldes und andererseits weitestgehende Einschränkungen oller Ausgaben■erfolgen müssen, damit sie durch ordentliche Ausgaben wieder gedeckt werden können. Die Bekanntmachung stellt des weiteren eine Reihe von Grundsätzen aus, nach denen künftig verfahren werden soll. So können für Neu- oder Umbauten bis aus weiteres grundsätzlich Mittel nicht mehr zur Verfügung gestellt werden. Aucki Wasser- und Straßenbauten seien bis auf weiteres, so- weit tunlich, zurückzustellen. Kulturbauunternehmungen seien grundsätzlich nur noch dann in Angriff zu nehmen, wer.n die Kosten zum größten Teil von den Vetelligten selbst ohne Inanspruch- nähme des Staates aufgebracht würden. Es handelt sich um Maßnahmen, zu der«? Ausführung die Staatsregierung im Rahmen ihrer Zuständigkeit ermächtigt ist. Darüber hinaus soll, wie wir hören, durch ein eigenes Ermächtigungsgesetz für die Staatsregierung weitgehende Befugnis für die Wiebergefirndunz des Staatshaushaltes gefordert werden. Zur ein ungeteiltes Nheinlanö. Der sozialdemokratische Bezirks Parteitag des Bezirks Nieder- rhein, der gestern in Düsseldorf stattfand, beschäftigte sich in erster Linie mit der Stellung der Partei zur Rheinlandfrage. Von dem Referenten wunde betont, daß Frankreich nach dem Grundsatz „Teile und herrsche!" darauf ausgehe, mehrere Staaten zu grün- den. Die Sozialdemokratie habe im Interesse der Arbeiterschaft dafür zu sorgen, daß das ganze besetzte Gebiet zusammenbleibe. Diesen Standpunkt hätten auch die Gewerkschaften vor einige? Zeil auf einer Konferenz vertreten, und es wäre zu wünschen, daß die Parte! zu dem gleichen Ergebnis käme. Wenn ein Staatswesen gegründet werde, so sei damit zu rechnen, daß es seinen Einfluß im Sinne einer Politik des Friedms gellend machen werde. Ja der Entschließung dazu heißt es:.Zn der rheiuifchn Frage steht der parteilag nach wie vor auf dem Standpunkt, daß elue Ab- trenuung vom Reich und von Preußen den Znter essen der Arbeiterklassen widerspricht. Wenn die DSPD. sich au den Arbeits» beteillgl. die durch eiue gewisse Sonderftelluug der besetzten Gebiete geboten erscheinen, um die Verhältnisse in den Rheinlanden wieder in ge- ordnete Vahueu zu lenken, so deswegsu«»eil sie den gegen ihren Villen herbeigeführten Tatsachen Rechnung tragen muh und weil sie es für uoteeudig hält, bestimmten Plänen kapitalistischer Kreise des Rheinlandes den Villen der Arbeiterklasse entgegenzusetzen." Knebelung üer parteipresse. Der Milftärbefehlshaber für Thüringen, General Hasse, hat unsere Parteiorgane, die„Erfurter Tribüne">md den „Doltsboten für Sondershausen", am Montag bis auf volleres verboten. Wie lang« will denn die Reichsregierung dies« Art Knebe- l un g der sozialdemokratischen Press« noch dulden? In Schlesien und Bayern, in Thüringen und Pommern,— überall wird unser« Parteipress« stillgelegt auf Grund des Ausnahme- zustandes, der sich ursprünglich gegen die bayerischen Meut:r:r richten sollte. Soll unter Marx dieser antimarxistische Kurs weikrr- geh en?''. Der stellvertretende Führer der Zentrumsstaktion. Während der Känzlerfchoft Marx leitet der Abgeordnete Becker-Arnsberg lic Geschäft« der Zentrumspartei. Die Leiche des Sohnes Leou Daudets soll ausgegraben werden. Mit der Untersuchung der Angelegenhett ist der Unter- suchungsrichter Barnaud beauftragt worden. Bürgerkrieg in China. Aus Hongkong wird gemeldet: Die Anne« des Dr. Sun?)ot Sen und diejenige des Generals Chen Chiung Mimng stehen sich in heftigem Kamps« gegenüber. Dr.«un Hat Sen ist bekanntlich Präsident der sogenannten Republik Sud- china, General Chen Chiung Miging njar bisher sein Oberkomman- dievende?, ist aber seit einem Jahre von ihm abgefall«n. 70 Grad, also um 130 Grad; in unserem Klima liegen die Schwankungen zwischen plus 3S Grad und minus 22 Grad. Wir müssen durch entsprechenoe Kleidung und zweckmäßige Verwendung der Wohnräume uns diesen Aenderungen anpassen. Die verbrauchten Wärmeeinheiten werden im Körper durch Verbrennung der zuge- führten Nahrungsmittel ersetzt. Da der Winter mehr Wärmeabgabe mit sich bringt als der Sommer, so müßten wir eigentlich im Sommer an Gewicht zu-, im Winter abnehmen. Es ist aber meist das Umgekehrt« der Fall, da der Appetit im Sommer geringer ist. Die nötigen Wärmeeinheiten für den Körper- Haushalt liefern«in« Mischung von etwa 100 Gramm Eiweiß, öv Gramm Fell und 300 Gramm Kohlehydraten. Außer der Temve- ratur wirken noch die Feuchtigkeit und der Druck der Lust auf unseren Körper stark ein. Jeder weiß, wie ungünstig feucht« Kleider oder Schuh«, Zugluft, starker Wind auf den Organismus wirken. Schnelles Steigen oder Fallen der Temperatur macht sich sehr ver- schieden bemerkbar. Ein Fall von 23 aus 13 Grad ist leichter zu ertragen als ein solcher von l3 auf 3 Grad. Der in der Lust entHallen« Wasserdampf spielt für den Körper ein« große Rolle. Wir verlieren außer der Flüssigkeit, die im Harn und Kot abgeht, mehr als«inen Liter Wasser in Dampf- form,»md zwar ein Drittel durch die Lunoen, zwei Drittel durch die Haut. In feuchter Luft ist unser« Wasserdampfausscheidung gerinn, da der Dompfhunger der Lust nur klein ist: dafür wird die Wärmeabgabe des Körper« durch Leitung und Strahlung erhöbt, so daß wir uns täller fühlen. Wenn es ober heiß und feucht ist, fühlen wir uns bedrückt umd imbehaglich, weil dt« Schweißabsond« rung und Verdunstung von der Hautoberfläche �unterbunden sind. Trocken« Luft vermindert und vertieft die Atemzüge, feucht« erhöht »md verflacht sie. Die günstigst« Feuchiigteft im Zimmer sind 50 Proz., am Hygrometer abgelesen. Dies« Feuchtigkeit muß man in geheizten Räumen durch flocke Wasserbehäller zu erhalten suchen. die auf die Heizung gestellt werden. Ein Denkmal der llebersahrenen. Als dauerndes Warnungszeichen hat die große amerikanisch« Stadt St. Louis in der be- lebtesten Geschäftsstraße ein Denkmal errichtet, welches den schnell- fahrenden Automobilisten in Crinneruna bringen soll, dost im Laufe des letz'en Jahres 3 2 Kinder rücksichtslosen Fohrern zum Opfer gefallen sind. Dos Monument trägt die mahnende Inschrift ,Zmn Gedächtnis der Kinder, die hier auf dem Altar der Haft und der Rücksichtslosigkeit geopfert wurden". Ver Berliner rotte rf-oe veranstaltet am ftreitaa. den 7., silr leine Mit« glirder und liir Walle einen Ndend in der Aula de? Andread-Real« NvmnaliumS, Kovvenstraiie 75, an dem Bruchstück« au« CdorN'ersti, nletch, eilig durch Gesang lTali und Tdari sowie durch r b t> t b m i s ch« ghmngflilche BewegungSdarstellungen im Linne der Lebre von Iaquea-Dalcroze vorge>ül'rt werden. 7Ie celmui'ich-n Da-bieiunoen leitet Dr. Zander, d'e rbhtbmsschen Bor'iidiuuaen Frl. P f e ls e r. die auch den Bortrag übernommen bat. Beqstin 8 Uhr. Der CintrittSprei« für NichtMitglieder beträgt ein Fünftel BrotpreiS. Lolbar Sckreyer'bricht am 5. Dez.. 8 Ubr, in der Kunitausstevunz Der Sturm, Berlin 23 S. Votsdamer Str. 134a, über.Die dreifach« Wirkung der Kunst". Deutsthlanös Retter. Nirgends ei« Plan! Di« Schülse an der Feldherrnhall«, mit denen Kohr am?. No- vember Hitler beseitigen ließ, lassen die völkische Bewegung nicht zur Ruhe kommen. Die Zersetzung ist im nationalen Lager unaufhaltsam. Di« gewaltsame Unterdrückung ihrer Presie kann sie hintanhalten, aber nicht für immer wer hindern. Schilderungen des„Hammer" charakterisieren die vollständig« inner« Haltlosigkeit und Zerfahren- hat dieser Bewegung. In einer der letzten Hefte findet sich unier der Ueberschrift„Die Münchener Vorgänge" eine interessante Dar- stellung, der wir folgendes entnehmen: Von beteiligter Seite wird uns geschrieben: Als Anfang Okiober die innsrpolitischen Gegensätze sich immer mehr verschärften und von Bayern aus eine entscheidende Handlung erwartet wurde, ging ich mit einigen Freunden nach München. Wir wellten die dortige Lage keimenlernen und uns nach Möglichkeit nützlich machen. Wir fanden ein« Spaltung im nationalen und völkischen Lager vor: den Kreis um Hitler und den Kreis um K a h r, ein Zustand, der uns beklagenswert erschien. Beide wollten im wssent» liehen das gleiche: großdeutsche Politik, Ablehnung des Marxismus, Gewinnung der Arbeiterschaft für den nationalen Gedanken, Zurück- drängung des Iuden-Cinflusses. Jeder mußte erkennen, daß diese Spaltung eine Schwächung bedeute. Vereinigt hätten beide Gruppen «ine überwältigende Stoßkraft besessen. Die Sachlage wurde treffend beleuchtet durch ein« Aeußerung des Sozialistenführers Auer:„So- lange Kahr und Hitler sich in den.Haaren liegen, steht unsere Sache gut." Es lag nahe, ein« Annäherung zu versuchen. Als von auswärts kammende Unbeteiligte hielten wir uns für dies« Ausgabe berufen. Ander« völkische Männer bestärkten uns darin. Wir glaubten triftige Gründe genug zu befitzen, um beide Teile von der Notwendigkeit des Zusammengehens zu überzeugen. Die Macht war in die Hand Lahrs gelegt und es war«inleuchtend, daß Hitler— trotz seines breiten begeisterten Anhanges— über Kahr hinweg nichts Ernstes unternehmen konnte. Andererseits mußte es Kahr erwünscht er- icheinen, die volkstümliche Persönlichkeit Hitlers mit den hinter chm stehenden Massen für die Stärkung seiner Position zu gewinnen. Hitler' war nun einmal der populäre Mann und es war ihm das Verdienst nicht abzustreiten, weit- Kreise der Arbeiterschaft für den nationalen Gedanken zurückerobert zu haben. Auch in Norddeutsch- lind wurde Hitler in solchem Sinn« anerkannt und sein frischrs Draufgängertum geschätzt.. � �. Es mußte versucht werden, beide Kräfte vereint vor den Wor-en der nationalen Bewegung zu spannen:— freilich hatten genaue Ksnnsr der Verschiedenart der Persönlichkeit ihre Bedenken, ob das möglich fei..'„, Wir gingen zu Kahr. Er war«mer Zusammenarbeit mrt Hitler nicht abgeneigt. Er habe ihm immer die Hand biagehalken. ihm wiederHoll«ingeladen: aber Hiller komme nickt. Im ubrioen halle Kahr«ine lange Reihe kleiner und großer Verfehlungen aufzu- ioblen, die Hiller und sein« Leute sich hätten zuschulden kommen lassen. Trotzoem: er sei noch jederzeit erbötig. sich mit Hitter an «inen Tisch zu setzen und ehrlich mit ihm zu beraten. Den Verdacht, das Wertzeug verborgener Mächt« zu sein, wies er mll Entlckiedenheit von sich. Er gehe selbständig seinen Weg nach eigener Ilebcrzeuquna. Auch er wolle nach verlin marschieren, aber den ZeUvunlt wolle er bestimmen... Wir gingen m Hitler. Er lehnt« ernen Anschluß an Kohr a b. Er balle kein Vertrauen zu ibm. Kahr steh« im Bann« des Zentrums und der katholischen„Bayerischen Volks- vartei" und werde letzten Endes römisch« Politik betreiben. Kohr sei schon wiederholt im entscheidenden Augenblicke umgefallen und er werde es jederzeit wieder tun. Kahr werde bald abwirt- ickakten: dann werde der Zeitpunkt für Hitler gekommen sein. Man dürfe nicht das best« Pferd aus dem Stall für ein totes Rennen mit Noch absprechender als Hitler selbst äußerten sich sein« nächsten V�rtrynien über Kabr.— Unser q�enteiliger Rot fand keinen Poden. ■ Wir gingen zuLudendorff, dem man einen starken Emfluß auf. Hitler zutraute. Wir baten ihn, verlöhnlich auf Hitler.«inzu- wirken. Er dankte für unser« ibn interessierend« Berichterstattung. bedauerte aber, sich über seine Stellungnahme nicht äußern zu können, da die Ersahrungen ihn zu äußerster Zurück- Haltung xwängen.... Wir haben uns zehn Tag« in München aufgehalten Und Fühlung mif fast allen führenden Männern der völkischen Verbände genommen. Wir hörten wiederholt die Klage. Hiller sei sckwer zugänglich:-er habe ein- Kamarilla um sich, die Männer von Bedeutung ,hm fern- balre. Ein« Verständigung über gemeinsame Ziele sei daher nicht möglich. Wir haben nirgends eiven Plan zu erkennen vermockk, der ein aw&fhewüfafcs Votaefica und richtine der Rollen erkennen lieb. V'-lleicht hat man uns nicht für würdig gehalten. Einblick in solcke Plön- zu nehmen— obwohl wir nicht die ersten besten waren, sondern Männer, die durch Jahr« und Jahrzehnte sich bewäbrt hatten. Vielleicht bestanden auck klare Pläne mir nicht. Obwohl wir bereit waren zu opferwilliger ernster Mllarbeit, hat man i'nsere Dienste nirgend begehrt. Es schien, als ob von München das Politikmachen als der Privatsport eines engen Kreises angesehen wurde, von dem oll« anderen völkischen Männer sorglan, fernzuhalten seien. Die Fruchtlosigkeit unserer Bemühungen erkennend, sind wir Mitte Oktober wieder abgereist— mit trüben Ahnungen>m Herzen. �oweit unser Gewährsmann._ Eine Antwort aus Moskau. Von dar Moskauer Zentral« der Russischen Telegraphen-Agen- tur(Rosta) geht uns eine MUieilung zu, wonach die bei uns wieder- gegebene Meldung, daß der Volkskommissar Stalin den Vorschlag gemacht habe, das freisprechend: Urteil gegen die Mörder Worowstis mit der Hinrichtung der in Moskau gefangen gehaltenen Sozial- reoolutilmäre zu beantworten, vollkommen aus der Luft gegriffen fei. Die Moskauer Kreise seien überzeugt, daß diese Moldung von Provokateuren ausgeh«. Nach dieser Mlteilung zu urteilen, scheint in offiziellen Sowjet- kreisen die Absicht nicht zu bestehen, einen neuen Akt der Lynch- justiz in Moskau zu inszenieren. Daß aber die B:fürchtungen hinsichtlich der Möglichkeit einer Aktion gegen die gefangenen So- zialrevolutionäre keineswegs grundlos gewesen sind, geht nicht nur aus verschiedenen Aeußerungen.-in der„Pravda" hervor, sondern auch aus einer offiziös gefärbten Erklärung des fonzset. freundlichen Berliner Blalles„Nakanune". Es heißt in diesem Blatte in der Nummer vom 1. Dezember an leitender Stell«, daß in den offiziellen Kreisen der Sowjetregierung die Frage über die Verantwortlichkell der gefangenen Mitglieder des sozialrevolutionä. ren Zentralkomitees gar nicht ausgeworfen wurde: Als jedoch von außen her entsprechende Anregungen erfolgten, wurde ein« Antwort erteilt, daß die Sowjetregierung nicht die Ab- ficht habe, unter Bezugnahme auf dos Lausanner Urteil das Todes. urteil gegen die gefangenen Sozialrevolutionäre vollstrecken zu lassen. Es steht also unzweifelhaft fest, daß„von außen her", also von einflußreicher kommunistischer Seite, jene Anregung erfolgt ist, g-gen die wir uns in unserer Abendausgabe vom A>. November wandten. Es erfüllt uns mit Genugtuung, daß die öffenllich« Kritik i:o Auslandes anscheinend mit dazu beigetragen hat, der erwähnten Moskauer„Anregung" den Garaus zu machen. Errichtung eines Polytechnikums In Oberschlesien. Auf Antrag der Schulkommisston des Obedschlesischsn Landtages will die polnische -Regieruna in Oberschlesien ein Polytechnikum errichten das auf die Bedürwiffe der Industrie dieses Landes zugeschnitten fein soll. Zum Merztestreik. Was die Kassenleitungett sagen.— Es geht um die Krankenversicherung. Di« Vorstände und Geschäftsführer der Krankenkassen, die dem Verband der Krankenkassen Berlins und dem Verband der Betriebs- krankenkassen Berlins und der Nachbarorte angeschlossen sind, hatten gestern eine stark besucht« Versammlung zur Erörterung des A e r z t e st r e i k s. Direktor B« n d i g voni Krankenkasjenoerband referierte über die Regierungsverordnung über die Kranken Hilfe bei den Krankenkassen und über die Stellung der Aerzt« zu ihr. Er nannte die von der Aerzteorgantsation als Protest gegen die Regierungsoerordnung erfolgte fristlose Kündigung ihers Vertrages mll den Krankenkassen einen Vertrags. b r u ch, wie er nicht zum ersten Male erfolgt sei. Die Kossen haben die Kündigung angenommen und sich mit der Vertragsaufliebung einoerstanden erklärt. Verhandlungen hielten sie für zwecklos, weil die Wirtschaftliche Abteilung de? Groß-Verliner Aerztebundes sich wiederholt als verhandlungsunfähig erwiesen hat. Die Aerzte wen- den sich gegen die durch die Verordnung ihnen auferlegt« Pflicht, nicht die Krankenkassen durch ihre Behandlungs- Methoden ungebührlich zu belasten. Aber diese Pflicht bestand schon nach den früheren Verträgen, freilich ohne daß sie von verordnungswüllgcn Aerzten beobachtet wurde. Der Referent gab toll« Proben der Verordnungen mancher Aerzte. In einem Betrieb wurden die Krankenscheine der Arbeiterinnen in einem Korb ge- sammelt und zum Arzt gebracht. Ohne die Patientinnen gesehen zu haben, verordnete der Arzt«in Mittel, das weiter nichts als ein Kos- metikum war. Die freie Arztwahl hat die Dinge verschlimmert. Skrupellose Praktiken jüngerer Aerzte, die Jagd auf Patienten mach- ten, haben die älteren Aerzte geschädigt. Mancher von diesen wünscht jetzt selber die Beseitigung der freien Arztwahl. Die Regierung sah, daß es so nicht weitergehen konnte. Sic will nun durch ihr« von den Aerzten so bekämpfte Verordnung Abhilfe schassen. Die Verordnung sieht vor, daß einem di« Kasse schädigenden Arzt fristlos gekündigt und er bis zu zwei Iahren von der Kasjenpraxis ausgeschlossen wer- den kann. Entscheid«, soll darüber ein Ausschuß aus Aerzten und Kassenvertretern mit einem unparteiischen Obmann. Die Aerzte schreien über„Verletzung der Standesehre", weil Kran- kenkassen gegen fortgesetzte Schädigungen geschützt werden sollen. Seit wann haben die Aerzte ein schärfer entwickeltes Ehrgefühl als andere Berufe? Di« Aerzteorgantsation kennt die Mißstände und müßte zugeben, daß die Regierungsverordnung nötig war. Auch die Beschränkung der Aerztezahl ist nichts Unerhörtes. Längst hatten di« Kossen eine viel zu groß« Zahl von Aerzten. Wenn wir auf je 13S0 Mitglieder nur je einen Arzt zuließen, wären olle Honorarstreitereien beseitigt. Eine Aufstellung aus einer Woche der letzten Zeit ergibt, daß bei Verteilung des gesamten Honorars auf nur 1000 Aerzte durchschnittlich aus jede« Arzt pro Tag ziemlich 37 Billionen Mark kämen. Das ist gewiß nicht zu wenig, aber die Aerzteorganisation zieht allerdings 22 Prozent für ihre Derwoltungs. kosten ab und schreit dabei über„hohe" Verwaltungskosten der Krankenkassen. Di« Bestimmungen der Regierungsverordnung recht- fertigen keinen Streik, denn sie waren zum größten Teil längst v«r. traglich festgelegt und es ist nur wenig daran geändert worden. Aber gewisse Aerzte wollten die Gelegenheit benutzen, ihre eigenllichen Zwecke zu fördern, di« auf Beseitigung der Krantenver. s i ch e r u n g hinauslaufen. Mich wundert, daß auch die Berliner sozialistischen Aerzte in das Horn ihrer Kollegen blasen.(Zustim- mung.) Wen» wir die der Sozialversicherung und besonders der Kronkenversicherunq drohende Gefahr unterschätzen, wäre das«in verhängnisvoller Fehler. Daß ein« vernünftige Einschränkung der Ausgaben bei den Krankenkassen unvermeidlich ist, müssen di« Mitglieder einsehen. Sie ist nötig, um die Krankenversiche- rung au srechtzuer halten, im Interesse der Versicherten und des ganzen deutschen Volkes.(Beifall.) Ueber die Verhandlungen mit den Apothekern be- richtete Verwaltungsdirektor G r u b« r. Sie sind bald nach der von den Apothekern verhängten Kreditsperre eingeleitet worden. Das Ergebnis war, daß es im allgemeinen bei den bisherigen Bedingun. gen bleiben sollte. Die Bezahlung aber sollte künftig noch an dem- selben Tage in bar oder in Barschecks erfolgen. Daß die Mit- glieder mit 10 Proz. Zuzahlung b«last et werden, bc- stimmt die Regierungsverordnung. Die Apolheker ziehen di« 10 Proz. bei der Verabfolgung ein. Der Vertrag war fast schon zustande gekommen, als plötzlich die Apotheker neue Forderungen stellten. Gege-z weitere Hinauszögenrng werden die Kassen sich wehren. In der Diskussion wurde der Aerztestreik von verschiedenen Rednern als unberechiigt verurteilt. Bend ig teilte mit, daß der Aerztestreik die Apotheker, wie eine Aeußerung ihres Organs zeigt, zu neuem Widerstand gereizt Hot. Geklagt wurde, daß die Mitglieder 10 Proz. zuzahlen müssen. Diese Vorschrift der Regierungsverordnung sei, wurde erwidert, die Folge der VerordnungZwut mancher Aerzte. Die Regierung wolle auch durch«inen Druck auf die Mitglieder hierin Wandel schaffen. Di« Versicherten hätten dies« Maßregel den Aerzten zu danken. Der Ver- treter einer Jnnungskrankenkass« sprach zugunsten der Aerzte und der Apotheker. Direktor Albert Kahn von der Allgemeinen Orts- krankentass« Berlin fordert«, daß sozialempfindend« Aerzte sich an di« Seite der Versicherten stellen. Die Milchpreiserhöhung. Das Milchamt wendet sich an dje Wucherpolizei. Während der Preisabbau auf der ganzen Linie im Lebensmittel- Handel eingesetzt hat und zum Teil schon durchgeführt ist, versucht die Landwirtschaft in diesem Augenblick die Preise für eines der wich- tigsten Nahrungsmittel, für die Milch, in vollkommen un- berechtigter Weis« in di« Höhe zu schrauben. Be- kannllich bestand in den letzten Iahren das durch die Unmöglichkeit 1 einer Einfuhr bedingte System, den Milchpreis dadurch zu errechnen, daß man ihn in ein festes Verhältnis zum Buiterpreis bracht«. Die Landwirtschaft begründet« dieses Verlangen damit, daß sie durch Verbutterung der Milch den höchsten Nutzen er- zielen könne und daß, wenn sie auf die Butterherstellung verzich- tete, ihr eine Gegenleistung gewährt werden müsse, die sie für den so kntstel>enden-Ausfall restlos entschädige. '•-Bor einigen Wochen, als der Ueberzang zur Goldwährung all- gemein durchgeführt wurde, stellten sich die Landwirte auch in der Milchpreisherechnung auf Goldzahlung ein und erhielten in einer Woche 13, in der folgenden 14 Goldpfennige. Diese Beträge, die bereits weit über dos hinausgehen, was der Landwirt im' Frieden erhielt und die ihm noch dazu wertbeständig bezahlt wurden, genügten den Produzenten sehr bald nicht mehr und sie kündigten der Stadt Berlin in ganz kurzer Zeit die Goldrechnung und gingen wieder dazu über, den Milch preis vom Butterpreis abhängig zu machen. Nun liegen di« Butterpreis« in Gold umgerechnet heute weit über den Friedenspreisen und Butter ist heute das teuerste Lebensmittel in Deutschland, da infolge des Devisenmangels die Einfuhr von dänischer und holländischer Butter und di« früher in riesigen Mengen gelieferte sibirische Butter fehlt. In einem Zeitraum von elf Tagen ist der Goldmilchpreis um 10 Proz. erhöht worden. Dabei liegt es durchaus in der Macht der Produzenten, durch Verknappung der Butterproduttion die Preis« stets in einer aewünschten Höh« zu halten. Das Milchamt Berlin hat sich bisher stets allen Wünschen der Landwirte gefüat und alle Preise bewilligt, um die Mitchlieferungen wenigstens für Mütter und Säuglinge ficherzu- stellen. Das Ergebnis dieser Bemühungen war, daß gegenwärtig pro Tag 130 000 bis 140 000 Liter Milch nach Berlin geliefert werden, gegen 1400 000 bis 1500 000 Liter Milch vor dem Kriege. Di« Milchverforgunq ist also restlos zusammen- gebrochen und die Behörden sehen kein M'ttel, um diesen un- haltbaren Zuständen ein Ende zu machen. Das Milchamt Berlin hat sich nunmehr in seiner Not an di« Wucherabteilunaen des Landespolizeiomtes und der Berliner Polizei gewendet und es sollen auch den militärischen Dienststellen ent- sprechende Mitteilungen gemocht werden. Es besteht die geradezu ungeheuerlich erscheinende Tatsache, daß der Milchprcis immer höher hinaufgesetzt wird und daß trotz aller„Anreize" die Landwirt- schaft in völliger Derkennung ihrer Pflichten gegenüber den Städten in der Milchfraqe«in« Ernährungspolitik treibt, die anqesickts des Elends weitester Kreise nicht zu verant- worten ist. Im Milchamt Berlin ist man der Ansicht, daS nur durch eine gesteigerte Einfuhr von Butter und Milch aus dem Auslande hier Wandel zu schaffen ist, doch besteht für die Zeit bis zur Durchführung dieler Pläne ernsteste Gefahr für die Ge- fundheit her Kinder, der werdenden Mütter und der Kranken in Groß-Berlin. Auch di« E m u l s i o n s m i l ch, die z. B. Bolle verkaust, folgt in der Zeit des Preisabbaues der entgegengesetzten Tendenz. In der vorinen Woche kostete 1 Liter 380 Milliarden. Am Sonntag wurden 490 Milliarden, am heutigen Tage aber bereits 500 Mil- liarden gefordert. Vielleicht wird auch diese merkwürdig« Erschei- nung von der Wucherpolizei liebevoll untersucht! Hündchens Jtof. In einem südwestlichen Bezirksteil Groß-Berlins erwartet eine Anzahl Frauen den Bolle-Wagen. Endlich kommt er und der Berteiler gibt sofort bekannt, daß es heut« nur drei Viertel der Ration gibt. Eine Dam«, die sich vorgedrängt hat, bricht in beschwörendes Wimmern aus:„Aber Mann, ich bitte Sie. das geht doch rächt, geben Sie mir doch soviel wie sonst, was soll denn sonst mein kleines Hündchen kriegen!" Ein Wutschrei der anderen Frauen, die sich allerdings nur für ihre Kinder angestellt hatten, war die Antwort. T«r Mord iu der Romintcner Strafte. Die weiteren Ermittelungen zu dem Raubmord in der Romin- tener Straße lassen<-s immer sicherer erscheinen, daß der Mörder «in Mann ist. der sich bei der ermordeten Frau Dethlojf als Be- werber für ihre Tauschwohnung einführte. Der Mann, der mit dem großen Paket mit- den geraubten Sachen in der Roinin- tener Straße gesehen worden ist, Hot wahrscheinlich auch eine Frau in der Gubener Straße zweimal aufgesucht, weil sie ebenialls ihr« I Wohnung zum Vertauschen ausgeschrieben hatte. Auch hier mag er mohl ein Verbrechen geplant haben. Zu den geraubten Sachen ge- hört, wie jetzt festgestellt worden ist, noch ein Kostüm aus hell- grauem Homospunstoff. Der Rock hat seilliche Falten, die zu feiner Verlängerung gedient haben, und einen Gürtel mit einem Knopf auf der linker� Seite. Die drcioienellange Jacke hat schräg« Taschen und graues Satinfutter. Mitteilungen"über das Auftauchen auch dieser Sachen erbittet die Mordkommission, Kriminalkommissare Werneburg und A l b r e ch t, nach Zimmer 30 des Polizei- Präsidiums. Der Kontrollausfchuß unter Anklage. Ein bemerkenswerter Areispruch. Vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte waren di« Arbeiter Zessien und Zorn und der Angestellte Wollwage gestern wegen Amts- anmaßung angeklagt. Die Angeklagten waren vor den Arbeitern einiger Großbetriebe, u. a. der AEG. und Osram-Werk« in einen sogenannten Arbeiterkontrollausschuß gewählt worden. Nach den Angaben der Angeklagten bestand die Aufgab« dieses Ausschusses darin, die Wucherpolizei bei der Bekämpfung des Wuchers zu unter st ützen. Zu diesem Zwecke hätten sie die an sie gelangten Nachrichten aus den Berbraucherkreisen nachzuprüfen gehabt. Es war den Angeklagten gemeldet worden, daß in einer Eisenwarenhandlung in der Turmstraße Wucherpreise verlangt würden. Daraufhin begaben sie sich in das Geschäft und verlangten Aufklärung über die Kalkulation. Nach den Angaben d«r Zeugen sollen sie auch die Vorlegung der Rechnungen verlangt haben. Der Vertreter der Anklag'« erblickte in diesem Treiben der Angeklagten die Anmaßung eines öffentlichen Amtes und beantragte, sie zu einer Geldstrafe von je einer Milliarde Mark zu verurteilen. Rechtsanwalt Dr. S. Weinberg bestritt, daß von der Anmaßung eines cffenllichen Amtes di« Red« sein könne. Kein Staatsbürger könne sich strafbar machen, wenn er als Käufer von einem Kaufmann die Vorlegung der Rechnungen verlange, zumal ja auch in vielen Kartellbedinqungen die Bestimmung enthalten sei, daß die Beauftragten des Kartells die Vorlegung der Bücher und Rechnungen verlangen könnten. Selbst wenn man das angebliche Verlangen der Angeklagten zioilrechtlich nicht für haltbar ansehen sollt«, könne unmöglich gefolgert werden, daß sie Handlungen vor- genommen hätten, die nur kraft eines öffentlichen Amtes ausgeübt werden dürfen. Dos Gericht folgte diesen Ausführungen und erkannte auf Freisprechung. � Eine sozialdemokratische Studentenvereinigung. Gestern abend fand die Gründungsversammlung einer sozial- demokratischen Studentenvereininung in den Räumen des ,Vorwärts"-Gebäud«s statt Es wurde beschlossen, eine Arbeitsgemeinschaft in grundsätzlichen Fragen sozio- listischer Politik und Lcbenseinstellung zusammenzurufen und Vorträge zu veranstalten, durch di« auch außerhalb der Beweguig stehend« politisch und weltanschaulich nach neuen Bindungen strebend,- Kreise gewonnen werden sollen. Der Vorstand setzt sich zusammen aus den Genossen Dr. Otto Friedlönder, Liselotte Long«, Otto Seiler- Zuschriften sind zu richten an Liselotte Lange. KöpenIck,"- Straß« 172. Fernsprechamt„Merkur". Am 9. Dezember wird aus dem Grundstück Verlin W. 50, Französische Str. 33b/>:,«ine neue Fern- sprechstelle mit der Bezeichnung„Merkur" eröffnet, an die gleich- zeitig ein« größer« Zahl bisher zu den Bermitlluygsstellen Zentrum und Moritzplatz gehöriger Anschlüsse herangeführt werden. Ein« I Abgrenzung des Anfchlußbereichs nach Straßenzügen findet nicht ! statt. Großbanken, die zum Amt Zentrum gehören, werden jedoch nach„Merkur" umgeschaltet. Schwerts Grubenunglück iv England. In dem Kohlenbergwerk G u b« r y bei Sheffield sind 155 Kohlenarbeuer durch Reißen des Seiles eines Fürderkorbes in den Schacht gestürzt. Die Zahl der Toten beträgt fünf, verwundet wurden 40 BerKeute, davon 15 schwer. Fallschirmabslürze deutscher Flieger in Frankreich. Auf der Redaktion des„Echo de Paris" erschienen zwei deutsch« Flieger, die das Blatt selbst nur als„Hans" und„Fritz" bezeichnet und er- klärten sich bereit. Fallschirm ab stürze aus 1000 Meter Höhe von einem Kriegsflugzeug vorzunehmen. Der Unterstaats- sekretär für das Flugwesen gab seine Zustimmung und der erste Ab- sprung fand aus 600 Meter Höhe hinter der Flughall« von Villa- � coublay statt. Der Absturz gelang vortrefflich. Er sollte sofort wiederHoll werden, doch war bei dem Experiment der Fallschirm naß geworden, so daß der zweite Versuch vorläufig ver» j tagt werden mußte. Zuschlag zur Kirchensteuer. Bom Bund religiöser Sozialisten wird uns zur Suformierung derjenigen Parteigenoffen, die Mitglieder der evan gelischen Landeskirche find, geschrieben: Gewerkschaftsbewegung Zur Lege der Textilindustrie. Dem Innenmarkt fehlt die Kauftraft. Uns wird geschrieben: Der deutsche Textilaußenhandel hat im September d. 3. einen meiteren mertlichen Rüdgang der Einfuhr an Rohstoffen und Halbfertigfabritaten und einen noch größeren Rüdgang an Fertigfabrifaten erlitten. Die Ausfuhr an Rohstoffen und albfertigfabridaten ist etwa um 19 Broz. gefallen. Da. gegen ist die Ausfuhr an Fertigfabritaten erheblich auf 65 Broz. gegenüber dem Monatsdurchschnitt und ein meniges gegen über dem Bormonat gestiegen. Der Rüdgang ber Einfuhr an Rohstoffen und Halbfertig. fabritaten betrug im September 1923 gegenüber dem Monatsdurch schnitt des vorigen Jahres 38 Broz und der Fertigfabritate 63 Broz. Die Berliner Stadtfynode gedenkt in den nächsten Tagen von den Evangelischen Berlins eine außerordentliche Umlage zu erheben, die zur ordentlichen Kirchensteuer für das Steuerjahr 1928( 1. April 1923 bis 31. März 1924) hinzutreten soll. Die Höhe ber außerordentlichen Umlage beläuft sich auf 0,006 Broz. des Reichseinkommensteuerfages von 1922, multipliziert mit dem am Fälligkeitstage geltenden Goldumrechnungsjah. Ale firchlichen Um lagen basieren nämlich auf dem Reichseinkommensteuerfag bes Borjahres und werden nach Prozenten desselben berechnet. An sich er cheint daher die außerordentliche Umlage zunächst geringfügig; durch ihre Ummertung nach dem derzeitigen Gold umrechnungssaß aber schnellt sie zu einer Höhe empor, bie manchen Steuerpflichtigen, zumal in dieser Zeit der Ermerbslosigkeit oder verfürzten Arbeitszeit, empfindlich treffen dürfte. Die Stadtfynode erklärt, die er höhte Steuer zu benötigen für die Besoldung ihrer Beamten und Arbeiter( Kirchhofsarbeiter), zur Erhaltung der firchlichen Gebäude, Die Ausfuhrziffern für Fertigfabritate haben sich im Sie bes Jahre 1923, von fleinen Schwankungen abgesehen, immer in auf der Wohlfahrtseinrichtungen, Diatonissenstationen ufm. hauptet, an Ersparnismaßnahmen bas menschenmögliche zu leisten, fbeigender Rurve bewegt.( Januar 1923 88,30, Februar 107,23, März so daß ihr Gesamtetat für das laufende Rechnungsjahr bereits auf 122,46, April 108,74, Mat 99,26, Juni 108,85, Juli 132, August ihres Friedensetats reduziert wurde. Auch macht sie geltend, daß 128,92, September 183,18.) Bemerft muß hierzu noch werben, daß die Kirchensteuer im ganzen nur einen geringen Bruchteil des diese steigenden Ziffern der Außenhandelsbilanz infolge des Einjezigen Einkommens der Steuerpflichtigen ausmache; z. B. betrage bruchs in das Ruhrgebiet nur unvollständig wiedergegeben werden die Kirchensteuer bei Arbeitern und bei Beamten bis zur Besoldungs. tonnten. gruppe IX etma 0,09 Broz., bei den höheren Gruppen 0.10 Proz Durch diese Ziffern des Tertilaußenhandels wird bewiesen, daß bam. 0,12 Broz. bes Einkommens. Hierzu märe allerdings zu be die Krisis in der Textilindustrie hauptsächlich eine Folge des 3u merken, daß die damit hervortretende Staffelung die progreffammenbruchs des Innenmarties ift. Die fortschrei fine Steigerung vermissen läßt, die ein Gebot der ein- tende Inflation in Berbindung mit der durch das Unternehmer fachsten christlichen Gerechtigkeit wäre. Wenn Arbeiter und Beamte tum geförderten perfehrten Lohn und Gehaltspolitit, der Besoldungsgruppe V oder VI an Kirchensteuer 0,09 Proz. ihres haben dem Innenmarkt das Rüdgrat gebrochen und bie Kauf. Einkommens zahlen, dann können Beamte der Besoldungsgruppe X fraft der breiten Berölferungsschichten gänzlich zerstört. ganz gut das Doppelte und solche der Besoldungsgruppe XII Da die Tertilindustrie Waren für ben allgemeinen Ge oder XIII das Bier und Fünffache leisten. Sie behalten dann brauc produziert, so mußte mit Naturnotwendigkeit die Zer immer noch ein erfledliches mehr zum Leben, als die unter ihnen störung des Innenmarktes, in erster Linie innerhalb der Textilrangierenden Klassen. industrie, ihre Auswirkung finden. Defterreichische Hilfe. Die Biener Kinder Schuß und Rettungsgefell fchaft hat dem Deutschen Zentralausschusse für die Auslandshife E. B. ersucht, Treuhänder für eine von der genannten Gesellschaft in Berlin einzurichtenden Kinderspeisung für etwa 4-500 Rinder zu Jein. Die Bertreter der Gesellschaft, Herr Johann Grimeisen und Fräulein Hermine Müllauer. find in Berlin eingetroffen und haben durch Vermittlung des Deutschen Zentralausschusses für bie Auslandshilfe E. B. die erforderlichen Bereinbarungen mit dem Berliner Ausschuß für Kinderspeisung und Auslandshilfe und dem Berliner Jugendamt getroffen, wobei besonders hervorgehoben worden ist, daß jede politische oder fonfessionelle Färbung dieses Hilfs wertes ausgeschloffen ist. Die Wiener Kinder- Schuß- und Rettungs gesellschaft hat bevor sie mit ihrem Plan vor die Deffentlichkeit trat, bereits einen Waggon Lebensmittel im Werte von 105 Millionen Kronen nach Berlin geschickt. Ferner ist ein Waggon Kohle in Aussicht geftellt. Nach Maßgabe der einlaufenden Mittel will die Gesellschaft auch eine Bellei dungsaktion aufnehmen und, wenn möglich, auch eine Anzahl Berliner Kinder in österreichischen Familien unterbringen. Gasvergiffung infolge Unachtfamfeit. Die 21 Jahre alte Erna Hoffmann aus der Griebenowitr. 12, die au Beiuch bei ihrer Schwester, einer Frau F. im Hauie Wollmer Straße 69 weilte, tourde morgens, nachdem sie dort übernachtet hatte, in ihrem mit Gas angefüllten Schlafraum tot aufgefunden. Es scheint Inactiam feit vorzuliegen. Diebstahl an Fernfprechautomaten. Der 21 Jahre alte Zeichner Hans DatÍow, der am Landsberger Plaz wohnt, wurde in der Fernfprechzelle auf dem Ringbahnhof Neukölln überrascht, als er den Telephonhörer abgeschnitten hatte. Man nahm ihn fest und fand den Hörer in seiner Tasche oor. Der Täter wurde der Kriminalpolizei übergeben. Die Wiedergesundung unserer Wirtschaft, namentlich der Textilindustrie, ist nur möglich, wenn für den Warenabsag ben. Diese Boraussetzungen sind: 3 ahlung der Gehälter auf dem Innenmarkt die Voraussetzungen geschaffen mer und Böhne in wertbeständigen Zahlungsmitteln; 3ahlung von ausreichenden Gehältern und 25h nen, die für eine Wiedererstartung des Innenmarktes Gewähr leisten. Halbjahr 1923 von deutschen und holländischen Häfen abfuhren, belief fich auf 40 872, Danon 23 910 männlichen und 16 962 weiblichen Geschlechts. Die Ausmanderung erreichte im Juni dieses Jahres einen Hochstand, mie er seit Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts nicht mehr beobachtet wurde. Die meisten deutschen Auswanderer gehen nach Südamerika, aber auch die Auswanderung nach den Bereinigten Staaten nimmt in legter Zeit zu. So berichten amerikanische Zeitungen über eine zunehmende Einwanderung von Deutschen, die vielfach durch die Hilfe ihrer in Amerifa lebenden Vermandten zur Deckung der Reisekosten instand geseht werden. Gleichfalls mehren sich die Fälle, in denen deutsche Familien eines ihrer Familienmitglieder, meist junge Leute, nach Amerita fchiden, damit diese zur Erhaltung der zurüdgebliebenen Familie beitragen und deren spätere Ueberreise ermöglichen. Einigung in der Mannheimer Metallindustrie. Betrieben über den Bergleichsvorschlag der Arbeitgeber vorgenommen Bei der Urabstimmung, die Montag vormittag in den einzelnen wurde, hat fich die überwiegende Mehrheit für die Annahme entBenz 60 Broz., bei Brown, Bovery u. Co. 55 Proz. Mithin ist schieden. Im einzelnen stimmten dafür bei Lanz 53 Proz., bei ein Streif. für ben eine Dreiviertelmehrheit notwendig wäre, ver mieden. Die neuen Vereinbarungn zwischen beiden Parteien haben dadurch Gültigkeit erlangt. Kein Zehnffundentag im Ruhrgebiet. Die Berhandlungen awischen den Gewerkschaften und Industriellen wegen Biedereine führung der geinstundenarbeitszett find, wie aus Effen berichtet wird, aeicheitert, da die Vertreter des Metallarbeiterverbandes erklärten, am Achtstundentag festhalten zu müssen. Auch die Verhandlungen der Arbeitnehmerbertreter mit der Firma Krupp find aus demselben Grunde abgebrochen worden. Aus der Partei. Die Sosialdemokratische Partei des Saargebiets ist aus der von allen Parteien gebildeten Arbeitsgemeinschaft ausgeschieden, weil in der letzten Zeit die Zusammenarbeit der Parteien derart geworden ist, daß sie den Interessen der Arbeiterschaft nicht dient. lament wiederholt mit den deutschen Sozialdemokraten und gegen die Die fichechische Sozialdemokratie hat in der letzten Zeit im Baranderen tschechischen Realitionsparteien gestimmt. So lezthin im Senat, wo sie für den Antrag unserer deutschen Genossen stimmte, einen Untersuchungsausschuß für die Korruptionsbeschuldigungen gegen das Spiritusfartell einzusehen, dessen Borsigender der Agrarier. führer und Genatspräsident Praschet ist. Arbeitersport. Der Die Lohnpolitik der Textilindustriellen fomie der Arbeitgeber im allgemeinen ist leider nicht auf Erfüllung dieser wirtschaftlichen Not wendinkeit eingestellt. Die Unternehmer find bestrebt, die Löhne und Gehälter möglichst niedrig zu halten. Durch die Krisis innerhath der Terti'industrie finden diese Bestrebungen der Unternehmer eine besondere Stüße. So wirkt sich die Profitoier der Unternehmer zum Schaden der Gesamtwirtschaft aus. Die Textilindu. Infernationale Hilfe für den deutschen Arbeitersport. ftriellen hätten in erster Linie die Pflicht, eine Lohnpolitis Internationale Sportbund( Luzerner Internationale) erzu befürworten, die anstatt zur Berstörung der Kauffraft der breiten läßt soeben in einem Rundschreiben einen Aufruf zur UnterSchichten der Bevölkerung diese auftraft stärkt und stüßt, stübung des in besonderer Not befindlichen Arbeiter- Turn- und umal die Textilindustrie in erster Linie und in der fühlbarsten Weise Sportbundes. Schon vorher hatten verschiedene Länder Unterftüßungen gewährt, so lehthin die tschechischen und österreichischen die Schäden einer verkehrten Lohnpolitik empfinden muß. Die Löhne, die in der Textilindustrie gegenwärtig, oftmals Genoffen. Die deutschen Arbeitersportler werden in besseren Tagen mit Hilfe von Schiedssprüchen durch das Reichsorbeitsministerium gewiß bereit fein, alle ihnen angediehene Hilfe zu vergelten. und den nachgeordneten Schlichtungsbehörden, den Textilarbeitern aufgezwungen werden, find so niedrig bemessen, daß auch nicht das allerfümmerlichte gistenzminimum, das doch jedem Staatsbürger sichergestellt sein müßte, gewährleistet wird. Das Reichs. arbeitsministerium und auch die nochgeordneten Schlichtungsbehörden sollten freilich einen größeren Weitblid für biefe jozialen und wir schaftspolitischen Erfordernisse haben und in der Lohnfrage nicht in jo startem Ausmaße den Unternehmerwünschen Rech. nung tragen. Sport. 10 Ama'eur- Rennen im Sporfra aft. Der Bund deutscher Radfahrer hielt am Sonntag vor nicht allzu start befestem aufe fein brittes allensportieft ab. Jm Preis der Stadt Berlin gab es einen sehr abwechse lungs eichen Berlauf; Diamella und Heidenreich lieferten scharfe Kämpje. Bet Graue machten fich die alten Eturgmunden bem rtbar, fo daß er zum Enblauf nicht erit antrat. Den Entscheidungslauf trafen Dizmella, HeidenDie fogenannten Goldlöhne der Zegtilarbeiter reich und Mag mit gleicher Bunftzahl an. Dizmella, welcher führte, wurde betragen z. B. in Schlesien und in der Baufig an der Spize im Spurt von Heidenreich mit Bandbreite geschlagen. Auch Mag bielt sich 26 bis 32 Bt. und g: ben bis ouf 10 Bf. Stundenlohnier out. Im Hauptfahren tonnte Mühlbach Badebusch hinter sich herab. Diefe Lohnfäße entsprechen taum den Nominallohnsägen, laffen. Recht flott wurde das Zweistunden Mannichaftsrennen gefahren. die in der Borkriegszeit gezahlt wurden. Damals waren die on bie erste Biertelstunde brachte eine von Miethe entfesselte Saad, die das Feld sprengte. Hierbei berloren einige Mann ften eine Runde. Tertilarbeiter am schlechtesten entlohnt. Nun dürften aber bie nach einer Stunde waren 41,720 Stilometer zuüdneiegt. Die Borstöße Preise für alle Bedarfsartite um weit über 100 Pro3. waren nicht allzu ernst zu nehmen. In den Wertungs- und Prämiens hoher liegen als in der Vorfriegszeit. Die Löhne, die wohl tämpfen beherrichten Blant- Badebusch und Bassenheim- Schmiedt die ziffernmäßig an die Löhne der Vorfriegszeit heranreichen, haben Eituation. Kurz vor Schlug gab es noch eine scharfe Jagd Bassenheim, aber eine ber Teuerung entsprechend niedrigere Kauftraft. ber zufammen mit Betermann- Erleben das gesamte Feld überrundet und Es ist daher ein Ding der Unmöglichkeit, mit solch niedrigen Löhnen damit den endgültigen Sieg an sich bringt. und Gehältern, die auf alle anderen Industrien selbstverständlich 2. Digmella, Handbreite zurüd. 3. Mar, Länge zurüd Malfahren: Resultate: Preis der Stadt Berlin. Gesamtergebnis: 1. Heidenreich. abfärben müssen, den inneren Markt zu heben. Ein gesunder 1. Mühlberg- Concordia. 2. Padebusch 1, Längen zurüd 3. Balte B. N. 2. 3nnenmartt ist aber die Borausfegung für eine auf die Dauer 2 Längen zurüd. Zweiftunden- Mannschaftsjahren: 1. Baffenheim Schmiedt mögliche Exportwirtschoft Die Krisis, wie sie jetzt die Tertil 80 080 Stilometer: 28 Buntte. 2. Ergleben- Betermann 20 Punkte. 3. Mietheindustrie heimsucht, muß flbstverständlich deren Leistungs- und Baleczed 4 Bunite. Entwicklungsfähigkeit und die Konkurrenzfähigkeit auf dem WeltDer Feind fleht rechts. In der vom Republifaalschen Jugendbunde markt in jeder Beziehung hemmen. Trogdem der TertilaußenSchwarz- Rot- Gold veranstalteten stundgebung werden ber Chef der handel, soweit der wichtigste Ausfuhrposten in Betracht kommt, von jächsischen Landesvolizei, Polizeioberst Dr. Schüßinger, Hellmuth v. Gerlach und Frau Abg. Schulrat Dr. Beaschneider das Wort ergreifen. Die Bers der Krisis nicht berührt ist, wird sich diese Exportmöglichkeit nicht anstaltung findet beute Dienstag, abends 4,8 Uhr, im großen auf die Dauer halten laffen, wenn nicht mit allen Mitteln dahin ge. Saal bes Bewertschaftshauses, Engelufer 25/26 statt. Eintritt frei! Jeder ftrebt wird, eine Gesundung unseres Innenmarktes herbeizuführen. Republikaner muß erscheinen. Freier Straßenhandel im Weihnachtsmonat. Die den Straßenhandel befäränkenden§§ 2 bis 4 der Bolizeiverordnung vom 8. Oftober 1922 werden für die Zeit vom Dienstag, den 4. Dezember, bis Montag, den 81. De sember, außer strait gefeßt. Für Sonntag, den 16., und Sonntag, den 23. Dezember, wird die Ausübung des Straßen handels einschließlich bes Handels mit Beitungen und Beitiariiten auf Grund des§ 55a, bi. 2 der Reichsgewerbeordnung von 1 bis 5 Uhr nachmittags gestattet. Für Kinder unter 14 Jahren bleibt die Ausübung des Straßenhandels berboten. Die Metallarbeiter lehnen den Schiedsspruch ab. Das Wohlfahrtsamt Prenzlauer Berg veranstaltet am Sonnabend, den 15. Dezember d. 38., einen Wohltätigfeits abend zur Errichtung Die am Freitag und Sonnabend erfolgte Urabstimmung der eines Altersheims, im Konzerthaus Schweizergarten( Um Friedrichshain). in den Betrieben des Verbandes Berliner Metallindustrieller be. Die Boltsspielbühne hat sich zur Verfügung gestellt und wird mit ihrem grogen Orchester und einem bervorragenden bunten Brogramm einen genußreichen Abend bieten. Staten zu volkstümlichen Preisen im Bezirts. amt Brenzlauer Berg, Zimmer 328. Hauptmanns Biberpelz ließ ber Bezirksbildungsausschuß unter der Regie von Heinz Goldberg am Sonntag nachmittag im Theater am 800 aufführen. Das Stüd bat bekanntlich febr dantbare Rollen, die aber, wie bert Herm als Bertreter des wilhelminifchen Amtsvorstehers von Wehrhahn bewies, leicht zu Uebertreibungen verleiten, besonders dann, wenn man die Molle ip glänzend beherricht und mit darstellerischen Borzügen ausgestattet ist wie es bei Herrn Heim der fall war. Schließlich ist eine berartige Borstellung nicht dazu da, daß sich die Herrschaften auf der Bühne zum eigenen Spaß belustigen und noch dazu an manchmal recht unange brachten Stellen. Tavon abgejeben aber wurde erfreulich gespielt. Friedrich Robes Rentier Krüger darf zweiffellos als Kabinettstüden einer famos wiebergegebenen Bürgertype gelten und fein erites Intermezzo mit Behr bahn entwidelte prächtigen Humor. Marie Borhardt in der Bomben. rolle der Mutter Wolffen schien fich diesmal beengt zu füblen und lam nicht voll zur Entwidiung. Sarty or it er gab eine lebensechte martische Schiffertype und State Schlegel eine fesse Stange. fchäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen über den am 24. Nopember gefällten Schiedsspruch ergab eine große Mehrheit für dessen Ab. lehnung Heute abend wird sich eine Bersammlung ber Arbeiterräte und Betriebsratsvorsitzenden der BBMI. Betriebe mit der nunmehr entftandenen Situation befassen. gende Resultate: 1. Rennen. Malfabren über 2 Kilometer. Sieger Wilh Die Meisterschafts- Radrennen in Wien- Berlin brachten am Montag folrend gegen Albert Bögel und Carl Rudel 2. Rennen: Dritter Lauf des Großen Weihnachtspreises von Wien- Berlin". Sieger Emil gewanom Inapp gegen Cart Wittig und Erich Abraham. 3. Hennen: Bunitiabrent über 3 kilometer. Sieger Billy Arend, 2. Emil Lewanow und 3. Alfred Schrage. Beim Ringer- Wettstreit im Walhalla- Theater werden jest bie Schluß fämpfe ausgetragen, so daß der Wettitreit in den nächsten Tagen beendet ein wird. Am Freitag fiegte nach flottem Stampf Romanoff über Billing in 58 Min. Gesamtzeit. Bartomiti unterlag nach 46 Min. negen Rornblum. Siegfried II legte Dittmann nach 10 Win. durch einen Schleuder auf beide Schultern. Sonnabend: Adermann brachte Macdonald in 18 Min. auf die Matte. Romanoff fiegte in 15 Min. über Urbaniti Der Reger Anglio fonnte gegen Billing erit nad 48 Min. als Sieger hervorgehen. Der Finne utbanen legte am Sonntag Stornblum nach 17 Min. auf die Matte. Urbaniti und Barto mitt rangen unentschieden. Im legten Stampf fiegte dermann nach 20 Min. über Siegfried II. Groß- Berliner Parteinachrichten. bt. Bilmersdorf. Mittwoch, ben 5. Dezember, abends 8 Uhr, bei Bolter, Uhlandstraße 109, erweiterte Abteilungsvorstandssigung. Jugendveranstaltungen. Zunehmende Auswanderung aus Deutschland. Den Preffeberichten des Internationalen Gemerfschaftsbundes enhiehmen mir folgende Darstellung: dem Auslande zu kommen, um so den traurigen Berhältnissen in In der letzten Zeit suchen immer mehr deutsche Arbeiter nad) 69. Deutschland zu entrinnen. Wie aus allen an Deutschland grenzen den Ländern übereinstimmend gemeldet wird, nimmt der 3ustrom von deutschen Arbeitern immer größeren Um. Achtung, Theaterbefucher! Die Nachzahlung aur Theatervorstellung am fa ng an. Da für die meisten Länder eine besondere Einreisebemilli Gonntag, ben 9. Dezember, beträgt für Abonnenten 0,50 Goldmark und füs gung nötig ist, versuchen die Deutschen vielfach heimlich die Einzelfarten 0,60 Goldmart. Die Borstellung findet nicht im Schiller- Theater Senff- Georgi begann am Sonntag im Beethovenfaal feine Auftigen nien und Portugal wird über eine zunehmende Einwanderung Grenzen zu überschreiten. Auch aus Jugoslawien, Rumawie vorgesehen, fondern im Neuen Theater am 800", Jebenstraße, statt. Zuz Aufführung gelangt Der Biberpela" von G. Hauptmann. Benbe mit einem neuen Brogramm, das reblich bielt was es beisprach. Die lebendige Art des Vortrags gemann auch den befannteren Nummern von Deutschen berichtet. Berantwortlich für Bolitit: Ernst Neuter: Wirtschaft: Artur Saternus; neue Seiten ab. Der Klaffentampi aber ist eine zu ernste Sache für einen Die überfeeische Auswanderung ist gleichfalls im Gewertfdaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales unb Gonftiges: Frig Rarstäbt; Anzeigen: Th. Glode;( ämtlich in Berlin. fntigen abend. Auch disut bie sülle des Programms die Linie zwischen Steigen begriffen. Wer irgend die Mittel aufzutreiben vermag. Berlag: Bormäris- Berlag G. m. b. S. Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret Bortragsfaal und Bierkabarett zu verlassen. mandert aus. Die Zahl der deutschen Auswanderer, die im ersten unb Berlaasanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin GW. 68. Lindenstraße 3. Wohnungstausch in u nach Berlin Grof sowie von Berlin nach auswärts am schnellsten durch eine Anzeige im Berliner Wohnungsanzeiger als einzige Spezialzeitung für möblierte Zimmer, Wonnungen u. Tauschwohnungen Unter der Rubrik Möblierte Zimmer zu vermieten" werden Meldungen von Vermietern kostenlos veröffentlicht Verbund. mit d. ,, Gr- Berliner Wohnungsanzeiger" ist der 9 Anzeiger für Grundstücks- und Geschäftsverkäufe Bei allen Zeitungsnändlern und kiosken zu haben. Verlag und Hauptanzei enannahme: Zeitungszentrale( ZZ.) Aktiengesellschaft Jerusalemer Str. 5/6: Fernsprecher: Dönhoff 3310-3312 Marken- Zigaretten Jumperwolle Tabak- Zigarren Garbaty Halpaus, Wollvertrieb Minero Constantin, Karmitry, Avramikos. Muratti, a brabu Tagespr. TabakwarenArno Geßner, Großhandig. Werftstr. 21. Teleph. Moabit 2114 Straßenbahn- Fahrgeld- Vergütour. Milliarden sparen Sie bei BRICH SCHULZ Neukölln, Kais. Friedr.- Str.220 an der Weichselstr. Für den Winter: Strump waren, Kindertrikots, Trikotagen, Kindersweaters, Wollwaren, Damen- Schlüpfer, Wolle, Nähgarn. Alte Jakobstr. 92 Restehandly. Haarpuder a.d.GruneKernfelfen, Kerzen, Schmierfelfe, Scheuertücher und Colleiteleifen. Berkauf erfolgt nur an Wieberverkäufer Unser Geschält tit 1 Minute vom Aleganderplag entfernt Gehen Sie also durch die Alexanderpaffage und lassen Sie sich unsere Breife fagen, es lohnt fich. Raunit& Co. Geifenaroßbandinng, Bln. NO 18 Elisabethstr. 32, AmtRgft 50 Goltzstr.2 waldstraße Neu eröffnet! Herren- u.Damenstoffe, Marken- Zigaretten Seiden, Samt, Garbaty, Problem, Salem, Dota, kris usw. sämtliche Futterartikel weit unterm Tagespreis. Besuch lohnend bedeutend anter Preis Tabakwaren Großhandlung, Seydelstr.21 11 E. BERNSTEIN Der Sozialismus einst und jetzt Zweite Auflage, vermehrt durch die Kapitel: " Der Gildensozialismus" und " Das Bleibende im Marrismus" Brosch. Goldmk. 2.-, geb. Goldmt. 3,20 3. 6. 2. Diet Nchflg. G.m.b.s./ SW 68, Lindenfir. 2