Nr.569 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 284 Bezugsvrets: Bom 2-8 Dezember 1 Billion ober 1 Goldmart voraus zahlbar. Unter Rreusband vom 2.- 8. Dezember für Deutschland. Danzig, Saar- u. Memels gebiet, Defterreich, Litauen, Lugem burg 1,35 Goldmart, für das übrige Ausland 1,60 Goldmart Kreuzband fendungen nur gegen wertbeständige 8ahlung. Boftbezugspreis freibleibend. Der Borwärts" mit ber Sonntags. bellage Bolt und Zeit" u„ Siedlung und Kleingarten", fowie der Unterhaltungsbeilage Seimmelt erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abreffet Sozialbemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 130 Milliarden Anzeigenpreise: Belalpaltige Ronpareille gelle 0,70 Goldmart, Netlamezeile 8.50 Goldmart. Kleine Anzeigen bas fettgedruckte Wort 0,20 Gold mart( zuläffig awei fettgebrudte Borte), lebes weitere Wort 0,10 Golbmart. Stellengefuche das erfte Wort 0,10 Goldmark, jebes mettere Wort 0,05 Goldmart. Worte ber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Heute er. Rechnung. Die Fraftion hält es für unerläßlich, daß/ die Regierung folgt die dritte Lesung, bei der, wenn das Gesetz als zustande. nicht zurückschredt vor dem Zugriff auf die Bermögens. gefommen proflamiert werden soll, festgestellt werden muß, fubftanz. der zur Rettung der Wirtschaft und der Finanzen not. daß bei der Gesamtabstimmung zwei Drittel der Abgeordneten wendig ist. anwesend waren und daß von diesen wiederum zwei Drittel für das Gesetz gestimmt haben. Die Zweidrittelmehrheit der Zustimmenden ist gesichert, da nur Deutschnationale und Kommunisten mit Nein stimmen werden. Zweifelhaft bleibt die 3 weidrittelan wefen heit der Abgeordneten, die durch einen Auszug der Deutsch nationalen aus dem Saal vielleicht gefährdet werden könnte Räme das Ermächtigungsgefeh infolgedessen nicht zu stande, so wäre für die Regierung Marr eine schwierige Lage geschaffen. Den Ausweg aus ihr zu finden, ist ihre Sache. Will sie auflösen, so hat fie für gleichzeitige freie Wahlen im ganzen Reichsgebiet zu sorgen, d. h. vor allem muß fie dann ben militärischen Ausnahmezustand und das Berbot von Bar teien aufheben. Die Sozialdemokratie hat die fachlichen Gründe, aus benen sie wie übrigens alle ihrer Berantwortung bewußten Bolitiker bis zu den Deutschnationalen hinüber gegen über stürzte Wahlen Bedenken hat, wiederholt dargelegt. Kommt es dennoch zu ihnen, so werden andere die Berantwortung dafür zu tragen haben. Widersteht die Partei der Bersuchung, fich in innere Auseinandersehungen über fniffliche taftische Probleme zu verlieren, statt einmütig für ihre eigene Macht erhaltung und Machterweiterung zu kämpfen, fo fann fie der weiteren Entwicklung der Dinge getrost entgegensehen! In der gestrigen Reichstagsfizung gab der Genoffe Scheidemann für die Fraktion folgende Erklärung ab: Die fozialdemokratische Reichstagsfraktion ift in Rücksicht auf ben ungeheuren Ernst der innen- und außenpolitischen Lage, die[ o fort michtige Entscheidungen erfordert, zu dem Ergebnis gekommen, dem von der Reichsregierung geforderten bestristeten Er mächtigungsgefeß zuzustimmen unter der Boraussetzung, daß einer Bertretung des Reichstags bei der Ausführung des Ge fetes dasselbe Recht der Mitwirkung eingeräumt wird, das dem Reichsrat zustehen soll. Die Fraktion hat sich dabei von folgenden Gesichtspunkten feiten laffen: Bermag die Fraktion sich auch nicht mit dem Gesamtinhalt der vom Herrn Reichskanzler abgegebenen Erklärung einverstanden zu erklären, so ist sie doch mit ihr der Meinung, daß in dem Finanzproblem die Frage um Sein und Michtsein des deutschen Boltes liegt. Die Fraftion fordert weiter, taß die Regierung auch bei ihren wirtschaftlichen und sozialpolitischen Maßnahmen die Lebensintereffen der besitzlofen Boltsmaffen schont, bei der Behördenvereinfachung und bei dem Berfonalabba u parteipolitische Nebenabfichten und vermeidbare Härten fernhält und vor allem, soweit sie dem großen Heer ter Erwerbslofen feine Arbeitsgelegenheit zu verschaffen vermag, die zur Erhaltung des Lebens dieser beklagenswerten Opfer der wirtschaftlichen Krise not wendigen Mittel bereitstellt. Die Fruftion hat bei ihrer Entscheidung ferner berücksichtigt, daß in diefem Augenblid befcheidene Bor zeichen einer mirtschaftlichen Befferung zu bemerten find. Der Kurs der Mart im Ausland hat sich gehoben, in einzelnen 3meigen der Wirtschaft bestehen Hoffnungen auf Wiederbelebung. Solche Anfäße follen nicht durch Verschärfung der innerpolitischen Strife gestört werden, wenn es irgend vermieden werden kann. Die Frattion wünscht, daß das teutsche Bolt sobald wie möglich befragt werde, in welchem Geist und welcher Richtung es die Politif des Reiches geführt sehen will. Zuvor aber muß die Borausfegung zur freien Entfaltung gegensäglicher Auffassung durch Au hebung des militärischen Ausnahmezuflandes gefchaffen und auch das Recht unserer Bolksgenossen am Rhein und Ruhr, frei und unbeeinflußt an deutschen Reichstagswahlen tellzu nehmen, gesichert werden. In diesem Sinne nur in diesem Sinne find wir berett, der Regierungsvorlage unfere Suftimmung zu erteilen.( Bravo! bel ben Sozialdemokraten.) Vom englischen Wahlkampf. Am heutigen Donnerstag finden in England die ent scheidenden Neuwahlen zum Unterbause statt. lleter bie Borbereitungen zu dieser Wahlschlacht schreibt uns unfer Sondertorrespondent: V. Sch. London, 2. Dezember. Eigentlich müßte man annehmen, daß ein englischer ahlt ampf das äußere Bild des Landes total verändern würde. Denn nirgends in Europa ist das Reklamewesen in geistiger und materieller Hinsicht so hoch entwickelt wie in England. Und was läge näher als eine Sintflut von politischen Plakaten und Flugblättern in einem Lande, wo man für tommerzielle Zwede mit Papier, Farben und Schlag offenbar glänzend rentiert? Aber weder im Innern, noch in worten um so weniger fpart, als sich jeder Reklamelurus den Vororten der englischen Riesenhauptstadt find auch nur annähernd so viele äußere Merkmale einer tobenden politischen Schlacht zu beobachten wie z. B. in Paris oder in Berlin. Hier und dort, an einer Mauer oder vor allem an den Parterrefenstern von Privatwohnungen, flebt ein bis fretes Platat mit dem Namen und zumeist auch mit dem Bilde des einen oder des anderen Kandidaten. Das Ringen um die Seele der Wähler konzentriert sich auf die Spalten Der Bresse und auf die von den Kandidaten selber und von ihren Agenten betriebene 5 a usagitation. Letztere spielt im englischen politischen Leben die Hauptrolle. Bohl fehlt es nicht an Wählerversammlungen, teils in geschlossenen Sälen, teils auf offener Straße, teils improviſiert, teils von langer Hand vorbereitet, bei den großen Kanonen" mit Vor- und Ausverkauf Tausender von Blägen. Aber im allgemeinen wird hier dem canvassing", der Hausagitation, eine weit größere Rolle beigmeffen als z. B. in Deutschland. bemüht sich, mit jedem einzelnen Bähler zu sprechen, ent Der Kandidat geht von Haus zu Haus, von Tür zu Tür, wickelt ihm das Programm feiner Bartei oder seine persön lichen Ideen- das ist in England nicht immer ganz dasselbe - versucht ihn zu überreden, anwortet auf gestellte Fragen; alles bas, vorausgesetzt, daß er nicht von vornherein in mehr oder minder höflicher Form hinaustomplimentiert wurde. Die Zu den Ausführungen des Abg. ergt in der heutigen Reichs- politische Schulung des englischen Boltes hängt wohl nicht zu tagssigung über die Borgänge bei der Neubildung der Regierung lezt mit dieser allüberlieferten Form der Wahlagitation zu und die Besprechungen des Reichspräsidenten mit den Barteiführern sammen, die allerdings mit dem jezigen deutschen System der erfährt BIB. von zuständiger Seite: Der Reichspräfitent proportionellen Listenwahl der großen Wahlkreise unvereinbleibt bestimmt bei den Darlegungen, die er in seinem Antwortbriefe bar ist. Zweifellos ist der Proporz die einzige Bürgschaft an die Deutschnationale Bolkspartei über die Borgänge gegeben hat; er muß es ablehnen, sich über die Einzelheiten der vertraulichen Be. sprechungen mit den Parteiführern in der Deffentlichkeit zu äußern. Hergt und der Reichspräsident. Für die Schutzhaftgefangenen. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat im Reichstag folgenden Antrag über die Anwendung der Schuzhaft em gerechter Wahlergebnisse, während gerade das englische Wahlrecht zu den traffesten Ungerechtigkeiten führt, besonders seitdem nicht mehr zwei, sondern drei Parteien miteinander ringen und dennoch nur die relative Mehrheit entscheidet. Andererseits aber geht der persönliche Kontakt zwi schen dem einzelnen Wähler und den Kandidaten infolge der lich verloren, während er in England die Grundlage der ge Listenwahl und der Riesenwahlkreise in Deutschland fast gänz jener personDenn ohne die Möglichkeit, mit den einzelnen Wählern Sie bedauert aber aufs tieffte, daß die zur Lösung dieses Problems gebracht: Der Reichstag wolle befchießen: 1. Die Rechtslage liche Kontatt von Vorteil ist, ob er nicht der Reinlichkeit des notwendigen Entscheidungen nicht rechtzeitig getroffen worden find. dahin klar zu stellen, daß auf Beschränkungen der perfönpolitischen Lebens unter Umständen sehr abträglich sein kann, Benn infolge der bisherigen Bersäumnisse nunmehr nach Auffaf- lichen Freiheit, welche auf Grund der Berordnung des Reichs ist ein weites Feld. Aber das„ canvassing" ist nun einmal fung der Regierung zur Rettung unserer Wirtschaft und unserer präsidenten vom 26. September 1923, betreffend die zur Wiederher. Das Rückgrat der englischen Wahlagitation, besonders für Bieterbert Finanzen der außergewöhnliche Weg beschritten werden muß, wich. ftellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung für das Reichstige gefeggeberische Maßnahmen mit Hilfe einer erweiterten Ber. gebiet nötigen Maßnahmen, erfolgen, das Gesetz. betreffend die Ber unsere Freunde von der British Labour Party. ordnungsgewalt durchzuführen, so will die Fraktion diese Abficht haftung und Aufenthaltsbeschränkung auf Grund des in direkte Fühlung zu treten, wären bie kandidaten der nicht durchkreuzen. Denn weitere Berzögerungen würden die vol. Kriegszustandes und des Belagerungszustandes vom 4. Dezember Hige Zerstörung des deutschen Wirtschafts- und Staatslebens, die 1916( Reichsgefeßbl. S. 1329). Anwendung findet. Anwendung des Artike's 48 der Reichsverfassung aber eine Erschüt stimmen, daß Jugendliche der Zuständigkeit ter nach§ 6 der terung der verfoffungsmäßigen Grundlagen des Reiches und eine Berordnung des Reichspräsidenten vom 26. September 1923 geb. noch weitergehende Ausschaltung der Bolfsvertretung zur Folge beten außerordentlichen Gerichte nicht unterliegen." haben, als sie mit dem Ermächtigungsgesetz verbunden ist. In einer Entwidiung unseres staatlichen Lebens zur Aus schattung des Parlaments und zur vorwiegenden Inanspruch nahme des Artikels 48 erblickt die Fraktion eine schwere Gefahr. Die Absicht, ihr vorzubergen, war für ihren Beschluß mitent cheidend. Amerikas Kreditpläne für Deutschland. London, 5. Dezember.( WTB.) Der diplomatische Bericht erstatter des Daily Telegraph" teilt mit: Arbeiterpartei taum in der Lage, auf sie einzuwirken. Das, was fo vielen von uns faum in den Kopf gehen will, nämlich die Wahlerfolge einer Partei, die feine eigene Breffe befigt, märe einfach unmöglich ohne die Tradi tion des canvassing". Befanntlich zählt ganz England nur eine einzige Tageszeitung, die offen die Interessen der Ar beiterpartei vertritt, und dieses einzige Organ, der„ Daily den Bedürfnissen der breiten Massen, denn es arbeitet immer Herald", entspricht offenbar noch nicht dem Geschmad und General Cogan, der amerikanische Beobachter in der Repa- noch mit startem Defigit bei einer Auflage von 300 000 bis General Cogan, der amerikanische Beobachter in der Repa- 350 000, was für England verhältnismäßig wenig ist, be rationstommiffion, if im Begriff, feine alllierten Kollegen in der fonders, wenn man die Zahl mit den Auflageziffern eines Die Fraktion stellt fest, daß für die Verordnungen, die von der Frage der Nahrungsmittelkredite zu fondieren, die die" Daily Mail"( 1 800 000) oder eines Daily Chronicle" Regierung erloffen werden, nur die Regierung die Ber Bereinigten Staaten im Laufe des gegenwärtigen Winters Staaten im Laufe des gegenwärtigen Winters rergleicht. antwortung trägt. Die Froftion fann feire Mitverantwortung Deutschland zu gewähren bereit sind. Der ursprüngliche Befür die Beschlüsse eines Rabinetts übernehmen, dem sie nicht angehört. trag der Kredite war mit 30 bis 35 millionen Dollar in tampf verändert ist, so sehr macht sich die politische Hoch So wenig das äußere Bild der Städte durch den WahlSie behält sich die fachliche Stellungnahme zu allen Maßnahmen der Aussicht genommen, aber es ist, dem Vernehmen nach, wohl möglich, spannung des Volkes in den Spalten der Presse bemerkbar. Regierung vor. Echon jetzt betont sie, was ihre Vertreter in Be- daß diese kredite bis zu annähernd dem doppelten Betrage Seit vierzehn Tagen und befonders jekt in den letzten fprechungen mit Mitgliedern der Regierung bereits wiederholt zun gesteigert werden könnten. Andererseits werden die Bereinigten Tagen vor der Wahl ist der größte Teil des Zeitungs Ausdrud gebracht haben, daß ihrer lleberzeugung nach die von der Staaten bezüglich der von Deutschland zu stellenden angemeffenen raumes mit dem Wahlkampf gefüllt; und dieser Raum ist bei Regierung vorbereiteten steuerpolitischen Maßnahmen unzulänglich Sicherheiten in Gestalt von Nahrungsmittelbonds, die dem ungeheuren Umfang der englischen Blätter nicht gering. find und eine einseitige Ueberbelastung der minder auf Dollar zu lauten hätten, darauf bestehen, daß diese Bonds ein Leitartikel und sonstige politische Aufsätze, Sonderberichte über bemittelten Volksschichten bewirken müssen. Der Er- unbedingtes Borzugsrecht vor allen auswärtigen Verpflichtungen ge- die Propagandareisen und reden der Prominenten", Märung des Herrn Reichstanzlers, un'ere Bevölkerung müffe endlich nießen sollen, die dem Reich jeht auf Grund des Versailler Ber- Points", b. h. markante Buntte und Argumente, furze Säße davon durchdrungen werden, daß, wenn Bolt und Baterland der trages auferlegt find. Mit dieser Frage ist die Reparationsfommif- oder längere Stellen aus den letzten Reden bekannter BarteiBernichtung entgehen sollen, die Stunte größten Opfers gefommen fion befaßt worden, während gleichzeitig die Unterstützung des ame. führer, Photographien, Karikaturen, Anekdoten, Wize und ist, stimmen wir in dem Sinne zu, daß anderes mehr füllen ganze Spalten und Seiten der Zeitungen. Besonders die liberale Preffe, die vorzüglich redigiert ist, ist ein hervorragendes Kampfmittel für die jetzt wieder ver einigten Parteien von Lloyd George und Asquith. Die ton. fervative Partei hingegen vermag diesmal nicht im I gleichen Maße wie sonst auf die Unterstützung der ihr nahedie größte Opferbereitschaft denen zukommt, deren Leistungsfähigkeit am größten ist. rikanischen Vorschlags durch Großbritannien erwogen wird. Roth aus der Haft enflaffen. Der im Zusammenhang mit dem Hitler Butsch verhaftete ehemalige Juftizminister Dr. Roth, dessen ( Sehr wahr!) Die auf den Ertrag ihrer eigenen Arbeit angewiesenen Haftentlassung erst vor wenigen Tagen der Landtag abgelehnt hat, Boltsmaffen haben bisher schon schwere Opfer an Steuern und Ein- wurde am Dienstagabend zur Regelung seiner Berhältnisse vor fchränkung ihrer Bebenshaltung getragen, der Großbesiz hat sich läufig aus der Haft entlassen stehenden Presse zu rechnen, weil eine ganze Anzahl von konservativen Blättern die Wahlparole Baldmins:„Wieder- einführung der Schutzzölle", bedauert oder gar bekämpft. In einem erweisen sich allerdings alle bürgerlichen Blätter, gleichviel welcher Richtung, als unbedingt zuverlässig: in der Bekämpfung der Arbeiterpartei. Gewiß, die Form und die Heftigkeit dieser Bekämpfung ist verschieden, aber, abgesehen von dem linken Flügel der Liberalen, der lieber eine Koalition mit der Arbeiterpartei als mit den Kon- servativen eingehen würde, ist die Angst des Gesamtbürger- tums vor einer Machtergreifung durch die Arbeiterpartei un- geheuer. Sie ist um so größer, als die Weiterentwicklung der Arbeiterpartei seit den letzten Wahlen im Sinne des kontinen- talen Sozialismus unverkennbar ist. Sie hat die Parole des „capital lery" ausgegeben, einer Kapitalabgabe, ähnlich im Prinzip dem deutschen Rdchsnotopfer, jedoch von ganz gigantischem Ausmaße: denn es handelt sich nach ihrem Plan darum, die schwebende Schuld des britischen Reiches mit einem Schlage um 3000— 4000 Millionen Pfund(60— 80 Milliarden Goldmark) zu reduzieren. Gegen diese Absicht wehren sich nun die Geldmächte des englischen Kapitalismus mit allen Mitteln und stellen die Presse in den Dienst dieses Abwehr- kampfes rücksichtslos ein. Ob sie. nun das Fehlen einer Ar- beiterpresie dahin ausnützen, um den Wahlkampf der Labour Party möglichst totzuschweigen oder um die Partei und ihre Führer in der gemeinsten Weise zu v e r u n- g l i m p f e n, das sind nur verschiedene Formen eines ge- meinfamen Kampfes zur Erreichung des gleichen Zieles, der Verhinderung einer sozialistischen Mehr- h e i t. Nur zwei Beispiele unter Hunderten: Das an sich durch- aus vornehme liberale. Blatt„Daily News" Halle einen Sonderberichterstatter mit R a m f a y M a c D o n a l d ge- schickt, als dieser sein erstes größeres Propagandatournee"in der vorigen Woche unternahm. Diese Reise gestaltete sich zu einem ungeheuren Triumph. Der Grad der Begeisterung, die Zahl der zusammenströmenden Menschenmassen übertraf die kühnsten Erwartungen. Aber die„Daily News", die täg- . lich ganze Spalten über jedes Auftreten von Lloyd George bringen und mit aufgebauschten Schilderungen von enthusi- astischen Szenen eine entsprechende Atmosphäre zugunsten der Liberalen erzeugen wollen, unterdrückten einfach die Berichte ihres Korrespondenten! Die Blätter des Lord Rothermere, die ehemaligen Northcliffe-Blätter, die allerdings nicht den Ruf der Vor- nehmheit genießen und, wie es scheint, auch wenig Wert darauf legen, gejjen gegen die Arbeiterpartei mjt ganz ande- ren Mitteln vor. Sie betreiben eine wahre S o z i a l i st e n- Hetze, die sogar einen Kohr und einen Westarp vor Neid zerplatzen ließe. Dabei spielt die Zugehörigkeit der Labour Party zur Internationale genau die gleiche Rolle wie bei unseren„Marxisten"-Fressern. Allein mit dem Unter- schied, daß die deutschen Sozialdemokraten als„Franzosen- knechte", während die englischen Sozialisten als„deutsche Agenten" bezeichnet werden. So konnte'man im„Daily Mail" vom 30. November in einem Leitartikel unter der Ueberschrift „Die deutschen Gebieter der Labour Party" das Folgende lesen: „Der Plan einer Kapitalabgabe ist nur verständlich, wenn man sich vergegenwärtigt, daß die briiische Labour Party, wie sie 'sich unverständlicherweise selbst nennt, nicht im geringsten britisch ist. Sie hat keinerlei Anrecht auf diesen Namen. Durch ihre " würdelose Unterwerfung unter die Herrschaft/ der Autoritüt- der Sozialistischen Arbeiterinllrnationale in Hamburg im Mai d. I. ist sie lediglich zu einem Anhängsck der bolschewistischen und kam- munistischen(!) Organisation auf dem Kontinent geworden.(Wohl- gemerkt, die Worte„Sozialistische Arbeiterinternationale" stehen deutsch im englischen Text, in diesem und in Hunderten von ähn- lichen Hetzartikeln des Rothermereschen Pressekonzerns.) Sie kann nicht selbständig handeln oder denken, sondern sie Ist gezwungen, den Befehlen eines deutschen oder russischen Geheimkomilees zu gehorchen und. kraft eines dieser Befehle, muß sie für den Freihandel kämpfen Der Dimetallist. Wenn man all die sachverständigen Gespräche über Marxismus von Leuten hört, die nicht einmal in einem Taschenwörterbuch nach- gesehen haben, was sich denn eigentlich hinter diesem schrecklichen Worte verbirgt,.so fällt einem eine wunderhübsche klein« Anekdote «m, die Ludwig Frank erzählt hat. Es war während eines Wahlkampses. Unser« Genossen über- legten, wie sie in einer kleinen Stadt im agrarischsten Preußen eine konservative Wählerversammlung auf das possierlichste auffliegen lasten könnten. Ein teuflischer Plan reifte heran. Es kam der Abend der Versammlung, und an die dreihundert bis vierhundert Bauern saßen behäbig pfcifequalmend in dem verräucherten Wirts- Haussaale. Redner des Abends war ein etwas steifleinener älterer Politiker aus der Provinzialhauptstadt, von dem man nur wußte, daß er einmal ein Büchlein über Währungsfragen, Bimetallismus und ähnliches geschrieben hatte. Der Redner war pünktlich erschienen und begann die übliche Wahlrede. Nach 10 Minuten erscholl von der Galerie her in vorwurfsvoll anklagendem Tone der Zwischenruf: „Bimetallistl" Es gab einige Unruhe, an einigen Tischen steckten die Bauern die Köpfe zusammen, der Redner stockte, wollte etwas sagen, ließ es dann aber lieber, schielte über sein« Brille hinweg sehr ärgerlich nach der Galerie und begann weiter zu sprechen. Nach drei Minuten neuer Zwischenruf, diesmal aus der linken Saalecke, sehr laut und dröhnend:„Bimetallistl" Darauf erhebliches Geschrei: „Ruhe! Ruhel" Darauf wieder Köpfezusammenstecken an einer ganzen Reihe von Tischen, Flüstern und mißtrauisches Schielen nach dem Redner. Dieser, etwas nervös geworden, nahm die Brille ab, putzte sie, schluckte«in paarmal herunter, fuhr dann aber Programm- mäßig in seiner Rede fort. Der Saal war aber jetzt nicht mehr so ruhig wie vorher, es wurde getuschelt und geraunt. Nach weiteren drei Minuten erscholl es von zwei Saalseiten her ziemlich gleich- zeitig in schaung-dumpfem Tone, unerhört anklagend klingend: „Bimetallist!" Jetzt wurde es lebhast. In einer Ecke schlug ein Bauer brüllend auf den Tisch und verlangte, daß der Redner erkläre, ob er Bimetallist sei oder nicht: das sei doch gewiß so etwas wie ein Bigamist oder gar noch Schlimmeves. Ein halbes Dutzend stimmte ihm aufgeregt zu. Der Redner putzte aufgeregt die Brille. Der Vorsitzende, ein schnei- diger Rittergutsbesitzer, stellte mit Stentorstimme muhevoll die Ruh: wieder her, indem er den Redner ersuchte, zur allgemeinen Aus- klärung schnell zu sogen, ob er Bimetallist fei oder nicht. Stürmische Zustimmung im ganzen Saale und vielfaches Geschrei:„Ja, das soll er!" Der Redner schwitzt« stark. Er begann zunächst etwas stotternd und zaghaft:„Bimetallismus, meine Herren, oder Doppelwährung ist«in Währungssystem, mittels dessen Gold und Silber als gesetz- liche Zahlungsmittel und bei einem soften Wertverhältnis von Gold- und Silbergeld derart in Umlauf erhalten werden sollen, daß der Nennwert beider Münzgattungen., ," . h. für freie deutsche Einfuhr»ach Großbritannien) und r freie Zulassung fremder Einwanderer in England(um dem britischen Arberter Schmutzkonkurrenz zu bieten). Es ist nur natürlich, daß die Bolschewik! Deutschlands und Ruß- lands Großbritannien zu ruinieren trachten als Rache für Deutschlands Niederlage. Die Kapitalabgabe ist ihre Idee. Sie haben bereitwillige Werkzeuge in der Masse der Anhänger der Labour Party gefunden." Und in solchem Tone geht es noch eine ganze Weile weiter. Am nächsten Tage veröffentlichte die„Evening News"(vom gleichen Rothermere-Konzern) einen ganz ähnlichen Erguß, vielleicht den zehnten dieser Art seit vierzehn Tagen. Und das wird in Millionen von Exemplaren gedruckt, von Millionen von Wählern gelesen! Genosse W e l s, der deutsche Bertreter in der Exekutive der SAI., wird wohl nicht wenig überrascht sein, wenn er erfährt, daß e r es war, der im Per- ein mit dem„zum Bolschewismus bekehrten" russischen Ge- nassen Abromowitsch den Engländern den Befehl ge- geben hat, die Kapitalabgabe zu ihrer Wahlparole zu machen! Oder hat nicht vielleicht auch Rädel als Vertreter der russi- schen Kommunisten an diesen Beratungen� des„Geheim- komitees" teilgenommen, in dem Mac Donald feine Wahl- kampfbefehle demütig in Empfang nahm?... Knilling stellt neue Zorüerungen. Die Aussprache im Ausschuft des Bayerische« Landtags. Der bayerische Ministerpräsident K n i l l i n g hielt am Mittwoch seine lange angesagte Rede im Ständigen Aus- schuß des Bayerischen Landtags. Aus der vertraulichen Rede hinter verschlossenen Türen ist eine öffentliche geworden. Aus der Auseinandersetzung mit Kahr eine Auseinander- fctzung mit dem Reich.„Das Reich und die Weimarer Verfassung sind an allem schuld" war der Sinn, des ersten Teils seiner Ausführungen, der sich ebenso breit wie einseitig mit einer Darlegung der Krise zwischen Bayern und dem Reich seit dem September dieses Jahres befaßte Bayern ist nicht bereit, auch nur um ein Jota nachzu- geben. Knilling erwartet, daß der Fall Lossow in nächster Zeit zugunsten Bayerns entschieden wird. Er erwartet, daß die Rekhsreaienmg Ja und Amen sagt, wenn die gegen die Führer des Hitl«l-Ludendorff-Putsckes anhängigen Sirafver- fahren vor den bayersschen Gerichten durchgeführt werden. Eine Auslieferung an den Staatsgsrichtshof ist für Bayern nicht erörterungsfähig. Aber mehr noch. Knilling rückt mit neuen Forderungen heraus, „Unser Heil, so schloß der Ministerpräsident, liegt nur auf na- tionalem Boden und in einem auf föderalistischer Grundlage aufgebauten Deutschen Reiche. Die bayerische Regierung sieht es als ihre dringendste Aufgabe an. au die neue RÄchsregierunz als- bald mit ihren Forderungen wegen eines verfassungsrechlsichen Aus- baues des Reiches auf der bewährten Grundlage des Vlsmarckschen Vundesslaales herouzukreken. Ein« sofortige Aufhebung des bayerischen Ausnahmezustandes kann bei der gegen- wörtigen Sachlage nicht verantwortet werden. Auch in Bayern muß unverzüglich Zu durchgreifenden Maßnahmen geschritten wer- den, namentlich auf dem Gebiete der Abbauverordnung des Reiches, der Einschränkung der Staats- und Verwaltungsausgaben, der so- fortigen Vermehrung der. Staatseinnahmen,, der Steuern, und der sonstigen Abgaben. Ein entschiedenes Durchgreifen in allen diesen � Richtungen ist nur dann möglich, wenn die /Regierung zu diesem Zweck im Weg« eines Er m ä ch t i g u n g s g e f e tz« s'mit. weitgehenden außerordentlichen Vollmachten ausgestattet wird."...: Die Erklärung Knillings kann nur als Antwort auf die Antrittsrede des neuen Reichskanzlers Marx aufgefaßt werden. Marx hatte gesagt, er wünsche den Konflikt mit Bayern auf dem Wege freundschaftlicher Verhandlungen zu beseitigen. Knilling wünscht keine Verhandlungen. Er stellt seine Forderungen und damit basta. Das Reich hat diese Weiter kam er nicht. Brüllendes Gelächter im ganzen Saaü unterbrach ihn. Laute Rufe von rechts und links und von te? Galerie:„Das könnte ihm passen! So möchte er sich ausreden! So«in B irret allist, so was will für den Reichstag kandidieren! Unerhört! Skandal! Schluß! Schluß!" Der weitere Verlauf der Versammlung ist bald erzählt: sie löste sich in allgemein« Prügelei und unier dem huriigen Eingreifen des besorgten Wirtes auf.— Der Redner ist nie. dazu gekommen, die Bevölkerung des Städtchens über den Bimetallismus und feine Stellung zu ihm aufzuklären. So wird man denn dort noch heute wohl von ihm als von einem Dunkelmann« sprechen, den man er- freulicherweise noch rechtzeitig entlarvt habe. So erzählte der prächtige Ludwig Frank. Dieses Geschichtchen jetzt wieder zu bringen, ist keineswegs unzeitgemäß. Es ist zu hoffen, daß es auch ein paar von den Leutchen lesen, für die der Marxismus ebenso wie für jene Bauern, der Bimetallismus eine Art Schinderhannes ist.__ H. G— r. Die üeutsche ZichorieknSustrie. In der setzigen Zeit, wo der billigste Bohnenkaffee 900 Mil» liarden das Viertelpfund kostet, wird es angebracht sein, in Kürze ein Bild der deutschen Zichorienindustrie zu geben, die, wie alle anderen Kaffee-Ersatz und Zusatzindustrien, gerade jetzt von beson- derer Bedeutung ist. Die Zentrale der deutschen Zichorienindustrie ist Magdeburg, das überhaupt zu den wichtigsten Plätzen der beut- schen Nahrung?- und Genußmittelindustrie gehört und neben Zi- chorien noch gewaltige Mengen von Mühlenprodukien, Rübenzucker, Malzkaffee, Keks, Kunsthonig, Margarine, Sauerkohl, Marmeladen, Gemüsekonserven und Präserven auf den deutschen Markt wirkt. Allen Deutschen, die in ihrem Daterlande einigermaßen Bescheid wissen, wohlbekannt ist die ungemein fruchtbar« Magdeburger Börde, «in Zuckerrübenland ersten Ranges. Hier wird, meist als Vorkultur für die Zuckerrübe, die Zichorie angebaut, jene sparrig verzweigte, krautartige Pflanze mit leuchtend blauen Blüten und tiefgehenden fleischigen Wurzeln, die in ganz Deutschland wild wächst und hier, bei systematischer, jahrhundertalter Kultur besonders gut entwickelte Wurzeln aufweist, die zuerst gedarrt und dann gebrannt werden. In Magdeburg bestehen für beide Behandlungen Großbetriebe. Der ertragreichste Same ist der sogenannte Magdeburger Spitzkopf. Zu- erst wurde die Zichorie im Braunschweigischen angebaut, nachdem ein Hofgärtner in Arnstadt in Thüringen herausgefunden hatte, daß man aus ihrer Wurzel Kaffee-Ersatz brennen kann. Aus dem Braun. schweigifchen kam die Kultur der Zichorie in die Börde, wo sie schon im 18. Jahrhundert zu den Ansängen der berühmten Magdeburger Zichorienindustrie führte. Die deutsche Zichorienanbaufläch« betrug 1913 9048 Hektar: davon entfielen rund zwei Drittel(0912 Hektar) allein auf die Provinz Sachsen, in dieser wiederum der Hauptantell auf die Börde. Reben Magdeburg weisen Breslau, ferner Berlin und Lud- wigsburg in Württemberg eine namhafte Zichorienindustrie auf. Dos württembergische Anbaugebiet umfaßte 1913 1Ü77 Hektar, das ba- difche im gleichen Jahre 1049 Hektar, wobei zu bemerken ist, daß Forderungen zu schlucken und mag es darüber zugrunde gehen. Mit der Rede Knillings tritt die bayerische Frage in ein n e u e s S t a d i u m. Die Erledigung der bisherigen Streit- fragen nimmt Ministerpräsident Knilling kurzer Hand vor- weg. In den Vordergrund rückt er eine neue Frage: Auf- heb u.ng der Weimarer Verfassung und Rück- kehr zur Reichsverfassung vom Jahre 1871. Das ist aber keine einseitige Angelegenheit zwischen Bayern und der Reichsregierung. Die Entscheidung liegt beim Reichs- tag und den Ländern. Der Reichstag, von dem gerade die Kreise des Herrn v. Knilling behaupten, daß er in seiner jetzi- gen Zusammensetzung nicht mehr dem Willen des Volkes ent- spreche, steht vor Neuwahlen und wird sich mit einer so ein- schneidenden Frage nicht noch befassen können. Die For- derung Knillings an den Reichskanzler Marx ist also lediglich dazu angetan, neue Verwirrung zu stiften. Sie ist eine sehr bezeichnende Antwort auf die sanfte Taktik des Herrn Strcsemann und die sanften Worte des Herrn Marx. O An die Ausführungen des Ministerpräsidenten schloß sich sofort die politische Aussprache, die gegen den Willen Knillings ebenfalls für öffentlich erklärt wurde. Außer einem kommunistischen Redner sprachen drei Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion. Genosse Timm bemerkt«, Bayern habe noch niemals«ine so jämmerliche und unfähige Regierung gehabt wie heute, die einen Herrn v. Kahr als Regenschirm benutzen könne. In dem Konflikt mit dem Reich im Fall Lossow trage allein die bayerische Regierung die Schuld. Tos Weiterbestehen des Ausnahmezustandes sei vollkommen ungerechtfertigt: aber wenn schon ein einziger im Staat regiere, dann sei auch das Fcriwursteln der acht Minister vollständig überflüssig. Genosse Endres stellt das theoretische Verbot der Hitler-Berbände der tatsächlich geübten Praxis gegenüber. Die R a t i o n a l s o z i a. listen arbeiten im stillen unentwegt weiter und es bestände bei ihnen ganz zweifellos die Absicht, noch einmal einen Schlag zu führen. In Nürnberg z. B. veranstalten heute schon wieder unter Mitwirkung der Kartelle der Landespolizei die Nationalsozialisten vaterländische Abende. Wenn die Sozialdemokratie zu der baye- rische» Justiz kein Vertrauen hob«, so könne man ihr das nicht ver- Übeln in Anbetracht der Tatsache, daß zwei Beamte des Ober. sten Bayerischen Gerichtshofs aktiv am H i t l er- Putsch beteiligt waren. Die bayerische Regierung habe seit Ja- nuar dieses Jahres jede Autorität ocgenüber der nationalsoziali- stischen Bewegung verloren; sie habe diese Bewegung nicht nur ge- duldet, sondern gefördert und großgezogen und sie sei deshalb nicht zuletzt die intellektuell« Urheberin der Vorgänge vom 8. November und trage die Schuld an dem vergossenen Blut. Genosse Dill be- zeichnet die Ausführungen Knillings, die unsagbar kläglich und jämmerlich gewesen seien, als die Rede eines Ignoranten und nicht eines verantwortlichen Ministers.(Ordnungsruf.) Jahre. lang sei die Sozialdemokratie gequält, Arbeiter seien erschossen, fürchterliche Gerichtsurteile gefällt worden: jetzt aber soll der Marxis» mus an den bayerischen Zuständen schuld sein. Wie jetzt in Bayern regiert wird, sei ein Skandal, und wenn nicht bald die Konse- quenzen gezogen würden, so trieben die Ding« zu einem neuen Putsch, weil den Elementen vom 8. November wieder alle Be- tätigungsmöglichteiten gegeben feien.— Die Aussprache wird am Donnerstag fortgesetzt._ Dle„Zeil" bringt«inen tendenziös zugespitzten Artikel über Gärung m der Sozialdemokratie. Der Bericht behauptet u. a., auf einem Parteitag in Köln hätten sich Spaltungserscheinungen und. lebhaft« Oppösition gegen die Fraktionspolitit gezeigt, was be- merkenswert sei. In Wahrheit hat vor kurzem eine stärk besuchte Sitzung der Parteifunktionäre Kölns sich ausnahmslos einmütig für den Standpunkt des Kölner Abgeordneten Genossen Sosl- mann erklärt, dessen Stellung in der Partei hinreichend bekannt ist. Von Spaltungserscheinungcn, besonders in Köln noch sonstwo im Rheinland, ist nirgends etwas zu merken. Zum Vorsitzenden des amerikanischen Bepräsenkanlen Hauses ist Gillet wiedergewählt worden. Die Botschaft des Präsidenten Coolidge wird am 0. Dezember verkündet werden. die früher in Baden so zahlreichen Zichorienfabriten bis auf«ine (1922) eingegangen find. Vor dem Kriege war der Zichorienanbou stetig zurückgegangen, weil der Kaffee immer wohlfeiler wurde. Während des Weltkrieges wurde das anders: der Kaffee blieb fast ganz aus, und die Zusatz- bzw. Crsatzindustrie blühte mächtig auf. Nach 1918 kam eine kurze Rückentwicklung. die aber neuerdings in- folge der Valuta schon wieder vorüber ist. Sehr wahrscheinlich wird der Zichorienanbau noch auf lange hinaus sehr rentierend sein. _ W. P. Maurice Varres gestorben. Der Dichter Maurice Barres. der Präsident der französischen Patriotenliga, der nationalistische Literat und unermüdliche Revoncheagitator, ist im 02. Lebensjah.e, wie ein Telegramm aus Paris meldet, gestorben. Er war in Charmes an der Mosel geboren und tat sich auf seine lothringische Abstammung viel zugute. Zunächst ein Verehrer Richard Waoners, wi-e der deutschen Literatur überhaupt, begann er seine pol-tische Laufbahn als„Edsl anarchist". Wie so viel« der jungen literarischen Schicke Frank- ceichs, bekehrte er sich End« des 19. Jahrhunderts zum Raftonalis» mus, ohne freilich, wie die meisten anderen seiner Gesinnung?- genossen, damit auch in den Schoß der alleinseligmachenden Kirche und der mit dieser im Bunde stehenden Monarchie zurückzukehren. Diesen Schritt machte er erst zwei Jahrzehnte später, obne jedoch ausgesprochener Klerikaler oder Royalist zu werden. Wenn auch seine literarischen Produktionen durchaus beeinflußt wurden von seinen wechselnden polnischen Anschauungen, so muß man doch unterscheiden zwischen dem Literaten und dem Politiker Barres. Der Poliftker Barres war und blieb bis an sein Lebensend« ein Dilettant, während der Schriftsteller über eine beachtenswerte Meisterschaft in der Aneinandevreihung von Situationen und Stim- mungen verfügte. Sein Talent war jedoch ein auf den Roman be- grenzte? und wurde durch seine politischen Vorurteile noch weiter beeinträchtigt. Was eine englische Wahl kostet. Di« englischen Wahlen, die augenb'icklich wieder mit größtem Eifer von der ganzen politischen Welt Großbritanniens betrieben werd-?n, verschlingen sehr große Summen. Wie eine Londoner Zeitschrist ausrechnet, kostet ein« solche Wahl das Land mindestens 3 0 Millionen G o l d m a r k. In diesem Jahre bewerben sich 1200 Wahlkandidaten um die 013 Sitze, und da es jedem Kandidaten gesetzlich aestaOet ist, die Summe von 5 Pence für einen Wähler in einer Kleinstadt und in einer Großstadt 7 Pence für den Wähler auszugeben, so gehen schon durch diese Summen, die so gering angesetzt sind, da sie voll ausgenutzt werden, etwa 700000 Pfund Sterling drauk. Di« übrinbleibendeir 800 000 Pfund Sterling werden durch die Gehälter der Mitarbeiter der Kandidaten und die Unterstützung der Wahlbureaus verschlungen. Jeder Kandidat muh über die Ausgaben, die er und seine Helfers- Helfer machen, genaue Rechenschaft geben, damit er nicht sich geaen das Bestechungsgesetz vergeht. Wenn seine Wahlagenten nicht geschickt genug sind, die Summen, die sie für die Bearbeitung der Wähler oerwenden, in den gesetzlichen Grenzen zu halten, dann kann es dem Kandidaten sehr schlecht ergehen. Schon in ve�lchiedenen Fällen sind Abgeordneis. die glücklich gewählt waren, ihrer Sitz« für verlustig erklärt worden, weil herauskam, daß sie bei der Wahl zu große Summen ausgegeben hatten. Das meiste Geld der Auf- Das Partei- Notopfer für Berlin Reichsbankkandidat Helfferich. Das Direktorium und der Zentralausschuß der Reichsbant. haben beschlossen, den deutschnationalen Abgeordneten Dr. Helfferich zum Reichsbantpräsidenten vor zuschlagen. Die Ernennung zu diesem Amt liegt dem Reichspräsidenten ob. Wir haben bereits früher darauf hingewiesen, daß Helfferich der denkbar ungeeignetste Leiter des Zentralnoteninstitutes der deutschen Republik ist. Er ist der Hauptschuldige, wenn die Mark den fatastrophalen Niedergang durchmachen mußte. Er hat die verschwenderische Schuldenwirtschaft des Reiches eingeleitet, er hat noch bis in wird zum Kampf gegen die politifchen Meuchelmörder von rechts, wie zur Abwehr der gefamten Reaktion überhaupt, dringend gebraucht. Die Kaffen der Verfchwörer werden aus großkapitaliftifchen und agrarischen Quellen reichlich gefpeift. Unfere Kaffen müffen daher auch geTtärkt werden. Geldfendungen für den Kampffonds überweile man auf Doftfcheckkonto 48743 an Alex Dagels, Berlin SW 68, Lindenstr. 3. die letzten Monate der Regierung Cuno hinein feinen ver- Cage auch im befehten Gebiet. Es wurde der Beschluß gefaßt, Erhängnisvollen Einfluß geltend gemacht, um ebenso ehr wirt werbslofen unterstützungen fünftig in solchen Fällen fame Besigsteuern wie eine aftive Währungspolitit zu vernicht mehr zu bezahlen, in denen von nachweislich vorhandehindern. Es ist daher kein Wunder, wenn er die volle Billi- nen Erwerbsmöglichkeiten tein Gebrauch gemacht wird. gung und Hochachtung derjenigen Kreise findet, die den Billionenkurs der Mart mit verschuldet haben. Die Umstellung im Ruhrgebiet. Niederschönenfeld. Aus Bayern wird uns geschrieben: Während der Eisner. Mörder in Landsberg die vorzüglichste Behandlung genießt und unter den Bauern der dortigen Umgebung ungestört wittelsbachischmonarchistische Propaganda zu betreiben vermag, wird das Los der Niederschönenfelder Festungsgefangenen immer unerträglicher. Das Recht der Selbstverpflegung wird den Gefangenen genommen, die Anstaltsverpflegung aber wurde durch Ministerialverfügung ganz bedeutend eingeschränkt. Die Briefzensur wird mit härtester Willfür ausgeübt; jedes Mort des Dantes für empfangene Sendungen wird zum Att genommen wegen agitatorischer Redewendungen" oder„ megen Anknüpfung neuer Verbindungen". Die Mitteilung an den Absender, daß ein Brief nicht ausgehändigt wurde, wird beschlagnahmt wegen der nachteiligen Wirkungen, die dem Strafvollzug daraus bereitet werden könnten". Es ist Diese Zensurausübung ist zweifellos ungefeßlich und widerspricht dem Geift der Festungshaftstrafe durchaus. Das Empörendste jedoch ist, daß in der letzten Zeit Geld, und warensendun gen, die von irgendwelchen Organisationen an die Niederschönenfelder Gefangenen einlaufen, den Gefangenen nicht mehr aus. verrät". So wurde erst jüngst ein Geldbetrag, den die Zwickauer Genossen dem Genossen Toller übersandt hatten, von der Anstaltsverwaltung zurüdgewiesen. Es ist das nur eines der unzähligen Beispiele dafür, wie schamlos in Bayern zuungunsten von Sozia listen und Republikanern der Rechtsboden verlassen wird. überflüffig zu bemerken, daß hier ein Eingreifen des neuen Reichsjustizministers, des Augsburger Staatsanwalts Emminger, zweds Herstellung des dauernd verletzten Rechts nicht erwartet werden fann. Allein der gewerkschaftlichen Frauenhilfe für politische Gefangene in München ist es gestattet, den Niederschönenfeldern Gaben zukommen zu lassen. Alle Genossen und sonstigen Wohltäter, die anläßlich des bevorstehenden Weihnachtsfestes zur Linderung der Not der Niederschönenfelder Gefangenen und ihrer Angehörigen beitragen wollen, werden deshalb gebeten, ihre Spen den( Gelb, Lebensmittel, Bekleidungsstüde, Bücher, Rauchwaren usw.) an folgende Adresse zu senden: Frauenhilfe für po. Iitische Gefangene, München, Pestalozziftr. 40( Gewert schaftshaus)". Das Autonomiegesez der Reichsbank führt zu der widers finnigen Konsequenz, daß die Leute, welche eine Währung Elberfeld, 5. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Berhand faputt gemacht haben, nun auch noch das Recht bekommen, lungen über die Arbeitsaufnahme bzw. die Borarbeiten zur sich einen Präsidenten auszusuchen oder vorzuschlagen, der von Wiederaufnahme der Arbeit im Bergbau sind überall im Gange. vornherein durch seine politische Vergangenheit und feine Gleichzeitig werden aber in anderen Werken planmäßig Argehändigt werden, da der Ursprung agitatorischen Charakter finanzpolitische Auffassung das Zeug mitbringt, um den Ber beiterentlaffungen vorgenommen. Mit Der Bermirt such einer Währungsreform zu verzetteln und zu mißfredi- lichung des Absubs von 30 Pro3. überflüssiger Arbeiter tieren. Wenn diejenigen Leute, die die Mark in den Abgrund aus dem Ruhrgebiet muß gerechnet werden. Die Einstellungen von finken ließen das Reichsbankdirektorium, das erst zu einer Arbeitern erfolgen nach den bekannten neuen Richtlinien. Einige Werke beabsichtigen, nur unverheiratete Arbeiter Währungspolitik gezwungen werden mußte- und diejenigen, erte beabsichtigen, welche daran glänzend verdient haben, nämlich die Banten einzustellen, um dadurch die sozialen Gehaltszulagen zu vermeiden. vertreter im Berwaltungsrat der Reichsbant, einem Manne Im besetzten Gebiet ist die Rentenmart nur in ganz ge ihr Vertrauen aussprechen, so heißt das, daß sie seiner 3u- ringem Umfange vorhanden. Die Kaufleute gewähren bei Bezah stimmung zu ihren bisherigen Handlungen sicher sind und lung mit wertbeständigem Geld Rabatte bis weit über 20 Broz auch in Zukunft nichts von ihm zu befürchten haben. Was Das trägt natürlich sehr zur Berärgerung der in Papiergeld entmir aber brauchen, ist eine Reform der Reichsbank an Haupt lohnten Arbeiter bei. In Gelsenkirchen ist durch die regel und federn, ihre Umstellung zur Goldnotenbank und nicht mäßige Auszahlung der Erwerbslosengelder, die nunmehr alle zwei eine Berewigung eines Gemischs von Unfähigkeit und Unbe- Lage erfolgt, zwar eine Beruhigung eingetreten, die durch das holfenheit gegenüber Interessenteneinflüffen, das bisher an Sinten der Lebensmittelpreife noch gefördert wird. Dazu kommt, dieser Stelle gestanden hat. Der Reichspräsident wird hoffent- daß im Gelsenkirchener, Bochumer und Dortmunder Bezirk fast alle lich die Ernennung Helfferichs nicht aussprechen, dessen Name Bechen die Arbeit wieder aufgenommen haben. In Bochum tam und dessen Vergangenheit allein genügen würden, um auch es allerdings am Mittwoch vormittag noch zu einer Bergarbeiter. das Bertrauen des Auslandes in die deutsche Währungs, bemonstration vor dem Landratsamt und auch in Eidel bei politit vollständig zu untergraben. Wanne fanden zur gleichen Beit Erwerbslosendemonstrationen ftatt. Hier zogen die Demonftranten, einige tausend Personen, nach Wanne brauch machen. Die Demonstranten hatten fieben Tote und piele Berwundete, die Polizei zwei Schwerverwundete. Die Franzosen griffen erst zum Schluß ein. Die Ruhe ist wiederher gestellt, Die Deckung der Rentenmark. Die Rentenmart ist bekanntlich durch Grundschulden der Landwirtschaft und Schuldverschreibungen der Industrie gedeckt, tie recht lich bereits seit dem Infrafttreten des Rentenbanfgefeges in Geltung find. Jetzt wird dieses allgemeine Gesetz durchgeführt. Den Be teiligten gehen bie Festsegung bescheide, die die Höhe der Grundschuld oder Schuldverschreibung des einzelnen angeben, in den nächsten Tagen zu. Beschlüsse des Reichskabinetts. Rheinlandfrage und Erwerbslose. Jm Reichskabinett wurde gestern die Beratung über die Rheinlandfrage fortgesetzt. In Uebereinstimmung mit der Stellungnahme der preußischen Staatsregierung beschloß auch die Reichsregierung, daß die Lösung der Rheinlandfrage nur im Rahmen der Reichs- und Landesverfassung erfolgen tönne. 3n einer gemeinsamen Beratung des Reichstabinetts mit dem preußischen Kabinett wurde weiter eine Aussprache gepflogen über die Mittel zur Milderung der immer schwieriger sich gestaltenden gestellten wird durch Wahlliteratur verschlungen. Sobald die Bahen ausgeschrieben sind, beginnt für die englischen Druder eine Hochsaison, denn sie werden mit Aufträgen für Blafate und Flugblätter überschwemmt. Bei der letzten Wahl wurden gegen 50 Millionen Flugblätter verteilt. Der größte Teil der Wahlfosten wird durch die großen politischen Organisationen aufgebracht, die Redner über das ganze Land hin schicken, Millionen von Flugblättern brucken lassen usw. Wohltätigkeit mit Zapfenstreich. Früher übernahm S. M. ober einer seiner Anhängsel das Protektorat. Das ist ja jezt nicht mehr so leicht möglich, aber doch geht es im alten wilhelminischen Sinne weiter. Das Berliner Konzerthaus veranstaltete am 5. Dezember zugunsten der Altershilfe der preußischen Regierung ein Wohltätig feitsfest. Ein Feft, auf dem man sich für irgendwelche Leiden anderer vergnügen kann, ist ja eigentlich an sich schon immer parador Je mehr Wein und Schnaps vertilgt wird, desto höher steigt die Luft und mit ihr der Ueberschuß. Bergnügen muß sein, sonst geht eben niemand zum Begräbnis mit. Auf besagtem Wohltätigteitsfest wird es ja wahrscheinlich ganz im alten preußischen Stil zugegangen sein. Das besagten schon die Ankündigungen: Militär mufit Großer Zapfenstreich. Hoffentlich sehen nun auch die Hungernden und Frierenden ein, das es sich beim Klang von Preußens Gloria"," Ich bin ein Breuse" usw. viel besser und mit größerer Ausdauer hungern und frieren läßt. Wenn sie es aber nicht einsehen, müssen sie eben ihren Schmachtriemen auf das nächste Loch einstellen. G- t. Alte Armeemärsche vor das Amtshaus. Die Polizei mußte von der Schußwaffe Ge Schicksal der Sachverständigenausschüsse. Die Eisenbahn im Ruhrgebiet. Beratung im Reichsverkehrsministerium. Englands und Amerikas Haltung. nichts Endgültiges über die Haltung bekannt ist, die die Washingtoner London, 5. Dezember.( MTB.) Reuter erfährt, daß in Lonton Regierung gegenüber dem neuen Plane der Reparationskommission für die Untersuchung der deutschen Finanzen einnehmen wird, aber man hoffe, daß die Bereinigten Staaten sich in der Lage sehen werden, in den Untersuchungskomitees vertreten zu sein. Auf jeden Bie die Expreß- Korrespondenz erfährt, tritt heute vormittag Fall liege die Frage der eventuellen Beteiligung Großbritanniens der Organisationsausschuß der Reichsvertehrs- in Abwesenheit der Vereinigten Staaten vollkommen in den Händen verwaltung zusammen, der aus Bertretern des Reichsverfehrs. der Reparationsfommission in Baris. ministeriums und Vertretern der wirtschaftlichen Organisationen be. Der Washingtoner Berichterstatter der Times" meldet, der steht. Er soll zu dem Abkommen Stellung nehmen, das in amerikanischen Regierung fei jetzt offiziell der Plan der Mainz zwischen der franzöfifch- belgischen Eisenbahnregie und Reparationsfommission, zwei Ausschüsse zur Untersuchung der deutder deutschen Eisenbahnverwaltung über den fünftigen Eisenbahn- fchen Finanzen zu bilden, mitgeteilt worden. Sie sei eingeladen betrieb im befeßten Gebiet vereinbart worden ist. Reichsverkehrs- worden, die Möglichkeit der Ernennung amerikanischer Sachverstän minister Deser hat sein Erscheinen zugefagt. In dieser Besprechung diger zu Mitgliedern zu erwägen. Dieses Stadium sei vorgestern wird den Organisationsvertretern auch Mitteilung gemacht werden erreicht worden, als seitens des Staatssekretärs Hughes Versicheüber die Verhältnisse, die sich für das Personal der Eisen- rungen über den andauernden Wunsch Ameritas, hilfreich zu sein, bahn in den besetzten Gebieten auf Grund der Vereinbarungen er gegeben wurden. Hughes habe jedoch genauere Informationen be geben. Die Regie hat sich bereit erklärt, einen großen Teil dieser züglich der Arbeit der Ausschüsse gewünscht und vor Eintreffen dieser Arbeiter zu übernehmen. Der Fünfzehner- Ausschuß der befegten Informationen sei fein Fortschritt zu erwarten. Die Bereinigten Gebiete, der bekanntlich gleichfalls heute zusammentritt, wird sich Staaten feien gleich der britischen Regierung hauptsächlich an dem ersten ter beiden Ausschüsse interessiert, der sich mit den Mitteln zur auch mit diesen Fragen beschäftigen. Ausgleichung des deutschen Budgets und der StabiIisierung der deutschen Währung befaßt. Kein Plan zur Ausgleichung des deutschen Budgets und der Stabilisierung ter Dresden, 5. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Leipziger deutschen Währung fönne aufgestellt werden, ohne Untersuchung des Neuesten Nachrichten" berichteten am Mittwoch über eine angebliche gesamten deutschen Staatslebens, eine Untersuchung, wie sie die BerBespigelung der Reichswehr durch Beamte der sächsischen einigten Staaten vor einem Jahre vorschlugen und der sich FrankRegierung. Minister Liebmann erklärt hierzu u. a., daß alles reich vor kurzem zuzustimmen weigerte. Wenn Frankreich jetzt einin dem Artitel Behauptete schon am 30. Mai d. 3. von der fächfi- verstanden fel, daß diese Untersuchung stattfinde, so bestehe einige schen. Regierung mit dem Reichswehrminister Geßler und dem Hoffnung, daß die Vereinigten Staaten sich bereit erklären, ameriGeneral Müller besprochen und auch zwischen der sächsischen Regie- fanische Sachverständige in die Ausschüsse zu ernennen. Andernfalls rung und der Reichswehr über diese Beobachtungen mehrfach ver- würden sie es höflich ablehnen, an den Arbeiten des Ausschusses handelt worden ist. Der Tatbestand ist folgender: Bei den der teilzunehmen. Die Frage sei, wieweit Frankreich zu gehen bereit sächsischen Regierung pflichtgemäß obliegenden Beobachtungen von fei. Paris werde jezt um Informationen über diesen Bunft ersucht. affentransporten, Waffenlagern, Munitions. Reichswehr und sächsische Regierung. Iagern ufw. führten bestimmte Spuren in auffälliger Weise immer wieder zur Reichswehr.. Oft wurden bei Zivilpersonen, die Zeitungskönige in Deutschland und England Aus der Rätselecke der Zeit". hält von einem in England weilenden Freund einen Brief, in dem Die Zeit", bas offizielle Organ der Deutschen Boltspartei, er. heißt: in unmittelbaren Zusammenhang mit der Reichswehr gebracht wurden, Waffen gefunden. Da die Zivilpersonen, die in diese Dinge vermideit waren, der Regierung als extrem rechtsgerich tete Elemente befannt waren, weil sie sich jederzeit in diesem Sinne betätigt haben, mußte die Regierung befürchten, daß diese es Personen der republiftreuen Bevölkerung Sachsens einmal recht ver. Die entzweite Theaterintereffengemeinschaft. Wie vom Schau hängnisvoll werden könnten. Deshalb war die Regierung ver fpielertheater mitgeteilt wird, mußte die eben begonnene Intereffengemeinschaft zwischen dem Deutschen Theater und dem pflichtet, im Interesse der Republit, deren Schuß ihr anSchauspielertheater infoloe allzu tiefgreifender fünftle. pertraut ist, mit großem Nachdruck solche Beobachtungen zu be rischer und persönlicher Echwierigteiten wieder aufgegeben werden. treiben und die Zusammenhänge zwischen Extrem- Rechtsradikalen Beide Bühnen trennen sich, und das Schauspielertheater wird wieder und Reichswehr festzustellen. Die tatsächliche Entwicklung hat leider in einem eigenen Hause seine Borstellungen mit Elisabeth Bergner, nur zu deutlich gezeigt, daß die Befürchtungen der fächsischen ReHeinrich George, Karl Etlinger, Ernst Deutsch, Alexander Granach gierung begründet waren. Gerade die Auffüllung der Reichswehr und den anderen Mitgliedern aufnehmen. mit rechtsradikal gesinnten Elementen aus Kreisen des Bürgertums, Ebenso wie in Deutschland hat auch in England die Entwicklung dahin geführt, daß mehr und mehr große Pressetrusts geschafffen wurden, die unter der Herrschaft be. stimmter Persönlichkeiten stehen und sich unter Umffänden auch gegen die eigenen Parteiführer wenden, falls diese nicht denjenigen Interessen dienen, die von den Zeitungstönigen vertreten werden. In England handelt es sich um die Pressetrusts, die unter der Herrschaft von Lord Rothermere und Lord Beaver. brook stehen. Diese Pressetrusts schlagen die Wahlschlacht. Wie schädlich ihr Einfluß sich äußern tann, ist daraus zu ersehen, daß das berüchtigte Segblatt Daily Mail", das sonst unbedingt für die Konservativen eintritt, an seine Leser die Aufforderung richtet, sich der Stimme zu enthalten und dadurch die Konfervativen zu schmächen oder sie zu Fall zu bringen." Der Freund der Beit" gibt Rätsel zu raten. Wer sind die deutschen Zeitungstönige, die von ihren Lohnschreibern alles be fämpfen laffen, was gegen ihre Geschäftsintereffen ist? Wer ist der deutsche Parteiführer, der auf diese Weise befämpft wird? Das Wehrfreisfommando hat seine Säuberungsaftion" Und wie heißt das deutsche berüchtigte Hezblatt"? Refi Canger und Trik Delius sprechen am Sonnabend, den 8. d. Mts., jegt über alle Polizeibezirte Sachsen s erstreckt. Alle im in der Berliner Gezeifion Märchen, Legenden, Histörchen. Bolizeidienst stehenden Beamten, von denen angenommen wird, daß alan Baaquaßnts qun sau 61119 sq Ban Bungaßд aplinǝg" uv Ein Geigenbauer Ehrendoffor. Die Innsbruder Universität bat den sie sich nicht den vom Wehrkreiskommando veränderten Verhält Geigenbauer Eugen Gaertner in Stuttgart in Anerkennung seiner hervor. niffen anpassen werden, müssen bis zum 8. d. M. zur Entlassung ragenden Förderung musikwissenschaftlicher Bestrebungen zum Ehrendoktor ernannt. gemeldet werden. Borin die tieferen Ursachen des bedauerlichen Zerfalls zu der Studenten, der Stahlhelmleute usw. ist schuld daran, daß in der fuchen sind, muß näher untersucht werden. Jedenfalls muß im Interesse des Schauspielertheaters, das neue Wege geht, ohne Diret. befannten Weise mit der republikanischen Bevölkerung durch Reichs tion und Unternehmertum auskommen will und darum sofort allen mehrangehörige umgesprungen wurde. Der Artikel der Leipziger mit dem Unternehmertum liebäugelnden Feuilletonisten verdächtig Neuesten Nachrichten" verfolgt offensichtlich den Zweck, die sächsische ist, Klarheit geschaffen werden. Regierung, sturmreif" zu machen und die Begründung dafür zu Vorträge. Donnerstag 7 Ubr, findet im Berner- Siemens- Real- geben, daß der Ausnahmezustand in Sachsen aufrechterhalten werden gymnasium Hohenstaufenftr. ein Filmvortrag über die Insel Scharfen. müffe. berg" flatt. Referent Dr. Blume. Karten in der Wertfreude", Magde, burger Str. 7 und im Vortragsfaal. " Sowjetrußland und der Vatikan. Die Borstellungen des Batikan Eine deuffche Ausfelfuna in Rom. Die Lebrmaterialausstellung deutscher betreffend die neuesten Berfolgungen der katholischen Geistlichkeit Wertstudenten wurde in Rom eröffnet. Profeffor Grasse, der Entdeder des Verdienst- und Einkommensgrenze in der Krantenversicherung. in Sowjetrußland beantwortete Tschitscherin mit einer Note, worin Malariaerregers, bielt die Eröffnungsansprache. Ein erfreulicher Abfab an Durch Verordnung des Reichsarbeitsministers ist mit Wirkung vom er die Bedingungen angibt, unter denen die russische Regierung den italienischen Schulen ist bereits gesichert. Die Ausstellung foll später 3. Dezember 1923 ab die Verdienst- und Einkommensgrenze in ber bereit wäre, ihre Repressiomaßnahmen einzustellen. Die wichtigste m Haag und in Stodholm gezeigt werden. Krantenversicherung auf 150 Goldmart monatlich festgesetzt worden. I diefer Bedingungen ist die Anerkennung Sowjetrußlands. Gewerkschaftsbewegung Löhne und Wirtschaftslage. bie Arbeitszeit in der Glasindustrie nicht weiter verfängert werben, Borzugsrecht gift entweber für alle diese Boften ober für eine ge wenn die Glasmacher nicht bei der ungeheuren Hitze und der mangel wisse Verhältniszahl derselben Das ist in Frankreich der Fall. haften Ernährung zusammenbrechen sollen; 2. fell dem Glasmacher 3. Kriegsbeschädigten fann ein Borzugsrecht zuge. erst das angefertigte Glas bezahlt werden, wenn es vollkommen ftanden und die Verwaltungsbehörden können verpflichtet Seit dem Herbst des vorigen Jahres hat sich die Wirtschafts- der Arbeit des Glasmachers bis zur völligen Fertigstellung ter digter unter ihrem Personal zu beschäftigen. In Italient veredelt ist: dann muß der Glasmacher den Bruch tragen, der von werden, einen gewissen Prozentsaz Kriegsbeschä lage Deutschlands von Monat zu Monat faft ununterbrochen ber Gläser entsteht. Dieser Bruch ist oft sehr groß; 3. haben die Glas- beträgt das Verhältnis der für Kriegsbeschädigte vorbehaltenen flechtert. Der Beichäftigungsgrad der Industrie ging ständig schmelzer, die die eigentliche Glasmasse schmelzen, nur Nachtarbeit Poften 10 bis 20 Broz, je nach der Art der in Frage kommenden zurück. Wollte man den Behauptungen der Unternehmer und ihrer Es gelang nach dem Krieg dahin zu wirken, daß an jedem Glasofen Bosten. Sachwalter folgen, dann müßte man sagen, daß diese Verschlech zwei Schmelzer beschäftigt werden, so daß ein Schmelzer den terung der Wirtschaftslage eingetreten ist trotz der Martentwertung Schmelzprozeß vorbereitet, der andere diesen vollendet, und so war eine teilweise Lösung des Problems. Die freien Stellen in Die Beschäftigung von Invaliden im Staatsdienst ist jedoch nur und troz des Rückganges der Realiöhne. Die führenden Wirt für die Schmelzer gleichfalls der Achtstundentag gegeben Diefe Er- diesem Dienst reichen bei weitem nicht hin, um alle Bewerber unter. schaftsmänner im Unternehmerlager behaupteten bislang und be- rungenschaft soll den Schmelzern genommen werden. Damit würden zubringen, und man ist praktisch überall zu dem Schlusse gekommen, haupten heute noch, daß die deutsche Industrie nur florieren fönne, die Schmelzer wieder wie früher mindestens 12 Stunden in jeder daß Stellen für die Invaliden auch in Privatbetrieben wenn sie durch Interbezablung ihrer Arbeiter, durch fattische Nacht zu arbeiten haben. Steuerfreiheit und billige Tarife der ausländischen Industrie gefunden werden müssen. Die Maßregeln, die zu dem zwed cr Schmugtonfurren z mache tönne. griffen wurden, weichen von Staat zu Staat bedeutend ab. Eine Methode gründet sich auf freiwillige Zusammenarbeit der Unternehmer, die zur Einstellung Invalider gewillt find, beren Berhältnis zahl im voraus und unter Ueberwachung des Staates bestimmt wird. Dieses System besteht in Großbritannien. Eine zweite Me thode ist die gesehliche Verpflichtung der Unternehmer, einen bestimmten Prozentsaz Kriegsinvalider zu be schäftigen; fte wird in Deutschland, Desterreich, Italien, Polen, Die Arbeiter haben das Verlangen der Industriellen abgelehnt Diefe Behauptungen werden nicht richtiger, weil sie immer und traten am 15 November in den Streit, der mit ungeheure: wiederholt werden. Man fann sich eine beffere Biderlegung dieser Bähigkeit geführt wird. Bei der allergeringsten Unterstützung stehen Behauptungen nicht denken, als gerade die beispielloie Arbeitslosigleit, die gegenwärtig in Deutschland herrscht und die unvergleichlich größer ist, als in den Ländern, wo die Gelbentwertung nur geringfügig ist. Und dies bei ständig Einer Wirtschaft Große Funktionärkonferenz ſtatiſtichen Amtes, veröffentlicht in stir untersuchung bestehaller Bartei- n. Gewerkschaftsfunktionäre der BSPD. Gr.- Berlins Rumänien und Jugoslawien befolgt und wurde in Frankreich unb nehmen wir folgende Zahlen über die Entwicklung der Reallöhne Der deutschen Arbeiter vom April bis September dieses Jahres. Und was war das Ergebnis diefer beispiellofen Lohnbrüderei? Im Anschluß an diese Uebersicht über die 25hne wird eine Uebersicht der Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit in den Fachverbänden der Industrien veröffentlicht, über die fich die Unterfubung erstrect. Und da ergibt sich, daß 49, 25 Bros. fämtlicher Arbeiter dieser Industrien im September entweder gana er. werbslos ober auf Kurzarbeit gestellt waren! Das ist also das Ergebnis einer systematischen Lohnbrüderei mit Hilfe bet Gelbentwertung. Rund die Sälfte aller Arbeiter waren bereits im September ganz oder teilweise arbeitslos. Heute find es infolge des weiteren Zurückgehens der Löhne drei Biertel aller Arbeiter. am Montag, den 10. Dezember, abends 7 Uhr, im Deutschen Hof, Ludauer Str. 15( großer Saal). Die Beschäftigung der Invaliden. in der Tschechoslowakei empfohlen. Die Sachverständigen, die im Internationalen Arbeitsamt vor einiger Zeit zusammenfamen, hatten sich mit den bestehenden Ge fetzen, Verordnungen und Vereinbarungen betreffend die Arbeitsbeschaffung für Kriegsinvalide sowie mit den in ihrer Anwendung aufgetretenen Schwierigkeiten und mit den erzielten Ergebnissen zu befaffen. Der Austausch der Erfahrungen, die in den verschiebenen Ländern gewonnen wurden, ist für die Regierungen ebenso nüglich wie für die Organisationen der Kriegsbeschädigten, und es ist zu erwarten, daß die Berhandlungen der Konferenz mnaches zur Klärung strittiger Fragen beigetragen haben. Angefteltentarif der Berliner Metallindustrie. Vom Afa- Metallfartell wird uns geschrieben: Zwischen dem VBMJ. und den Afa- Gewerkschaften ist folgende Vereinbarung getroffen worden: Die amerikanischen Arbeiter und Europa. Unter dem Titel Fremde Konkurrenz drückt auf die Löhnes meldet der amerikanische Federated Breß Service", daß in New Vort: fürzlich 90 000 000 aus Europa importierte Ziegelsteine ab gefeßt wurden. Diese Transaktion war möglich, weil europäische nur halb so hoch zu stehen tommen wie amerikanisches Material. Biegelsteine die Transportkosten bis zur Baustelle inbegriffen Der Artikel führt in diesem Zusammenhang u. a. aus: ,, Bas Die Löbne ber gelernten wie der ungelernten Arbeiter im Tagesordnung:„ Die Politik der Partei" Referent: Partei Bergbau, im Baugewerbe, in der Holz und Metallindustrie, in vorsitzender Gen. A Crifpien, Mitg. d. Reichstags. Distuffion. A. der Leptilindustrie, fowie die Löhne der Fabrikarbeiter und der Ohne Mitgliedsbuch und Funktionärfarte fein Zutritt. Budbruder betrugen im Reichsdurchschnitt im April 23,84 M., Der Bezirksvorstand. im Mai 20,46 M., im Juni 20,42 M., im Juli 15.06 M., im August 20,98 m. und im September 18,99 M. Jm Verhältnis zur Bortriegszeit war der Prozentsaz im April 96,78, im Mai 84,79, die gesamten Glasarbeiter felt 3 Wochen im Streit. Unter dem im Juni 84,62, im Juli 62,41, im Augufi 86,95, im September 78,70. Belagerungszustand hat die Polizei die Streifleiter wiederholt früh Gine Fortiezung der Untersuchung für die Monate Ottober und zwischen 4 und 5 Uhr aus den Betten geholt und November wird zweifellos aufzeigen, daß diefe Löbne während der verhaftet. Dagegen ist Beschwerde eingelegt worden. Die Glaslegten zwei Monate noch ganz außerordentlich gefunden industriellen führen den Kampf mit der allergrößten Rücksichtslosig find. Ohne die Einbeziehung der ungelernten Arbeiter, wie feit und wollen der Glasarbeiterschaft die Verschlechterungen aufder Textil- und Fabritarbeiter, die vor dem Striege bezwingen. Der Streit zieht weitere Kreise. Wird der Streif nicht in sonders schlecht bezahlt wurden, würde das Ergebnis dieser Unter einigen Tagen beigelegt. dann dürften sicherlich die großen Betriebe stellten die nachstehend angegebenen Abschlagszahlungen auf die Am Sonnabend, den 8. Dezember, erhalten die Tarifange suchung einen noch stärteren Ridgang der Löhne aufzeigen. des Osram- Konzerns in Berlin in Mitleidenschaft gezogen werden, Dezemberbezüge, ausgedrückt in Goldmart, wobei eine Goldmark So ergibt zum Beispiel eine Untersuchung, die über die Reallöhne meil die Glühbirnen für die elektrischen Lampen in der Laufiz her gleich ist einer Rentenmark: Gruppe A im 15.- 17. Lebens der Berliner Metallarbeiter in Klaffe I und II für die gestellt und in den Berliner Betrieben weiter verarbeitet werten. fabr 4, im 18.- 20. Lebensjahr 7, im 21.- 23. Lebensjahr 8 Gold Zeit vom 3. September bis 7. Oftober 1923 im Verhältnis au Wenn also der Streit nicht in den nächsten Tagen beendet wird, mart. Gruppe B( Lehrlinge). 1.- 3. Einfommenstufe 2, 4.- 5. 1914 im selben heft veröffentlicht ist, daß diefe Löbne während der werden 40 000 bis 50 000 Arbeiter ber Berliner Elet. Einfommenstufe 5 Goldmart. Jugendliche nach beendeter angegebenen Zeit zwiiden 20,2 und 46,8 Proz. des trizitätsindustrie auf die Straße geworfen. Und Sehra ett bis zum 18 Lebensjahr 7 Goldmart. Gruppe Ca Bortriegel ohne& betrugen. das, weil es einigen Glasindustriellen beliebt, von den unter. 14-15 Jahre 3, 15-16 Jabre 5, 16-17 Jahre 7, 17-18 Jabre ernährten Glasarbeitern den Neunstundentag zu verlangen, der 15 Goldmart. Gruppe K 1 und T 1 13, K 2 17, K 3 25, 9 Goldmart. Gruppe C b 18 Goldmart. Gruppe Co übrigens gefeßwidrig ist. Schon deshalb müßte von den zuständigen K 4 81. T II Bu 19, T III Bu 26. T IV Bü 32, T II Bt. 22, Behörden, in erster Linie vom Reichsarbeitsministerium, eingegriffen T III Bt. 28, T III a Bt. 80, T IV Bt. 34, M I 82, M II 28, werden. M III 26 Goldmart. Familienzulage je 1,25 Goldmart. An furz arbeitende Angestellte, die am Sonnabend nicht arbeiten, ist die Borichuzzahlung am Freitag, den 7. Dezember zu leisten. Dieie Vereinbarung stellt feinerlei Präjudiz für die Regelung teiligt gewefenen Staaten ein wichtiges Problem, mit dem sich das Grundfäße des Desembergebaltstarifes sowie dessen Höhe beginnen Die Beschäftigung der Invaliden ist in allen am Weltkrieg bedes Dezembergebaltes an sich dar. Die Verhandlungen über die Internationale Arbeitsamt seit langem befaßt. In einem ihm vorgelegten Bericht wird die Zahl der invaliden Kriegsteilnehmer auf am Montag, den 10. b. Mts. mehr als zehn Millionen gefchäßt, wovon 1500 000 auf Frankreich, 1170 000 auf Großbritannien, 1 537 000 auf Deutschland Statt aus diefer Erfahrung zu lernen, wollen die Unternehmer und 800 000 auf Italien treffen. Die große Mehrzahl ber jezt bei der Umstellung auf Goldlöhne diese Hungerlöbne im Invaliden find Arbeiter. In Deutschland zum Bei wahrsten Sinne des Wortes stabilisieren", d. b. mit anderen spiel unterstehen über 80 Pro3. der obligatorischen Worten, die deutsche Wirtschaftstrife berewigen. Rrantenversicherung, und dieses Verhältnis fann wohl als Die Unterbindung der Leistungsfäbigleit und der typisch betrachtet werden, so daß die Gesamtzahl der triegs. Rauftraft der deutschen Arbeiterschaft ist gleichbedeutend mit invaliden Arbeiter etwa acht millionen ausmacht. Dies in Wirklichkeit bedeutet, lehrt die Inderziffer der Kaufkraft der ber Unterbindung der Beschäftigung der deutiden Die meisten von ihnen stehen in den Altersklassen zwischen 25 und Löhne in den verschiedenen Ländern. Ein Biegelmacher in New Industrie und ihrer Unfähigkeit, sich gegenüber der Konkurrena 45 Jahren, also gerade in dem Alter der größten Leistungsfähigkeit. Dort tann mit seinem Lohn doppelt soviel Nahrungsmittel faufen auf dem Weltmarit fiegrei behaupten zu können. Bei Behandlung der Frage der Beschäftigung dieser Irvaliden als ein Durchschnittsarbeiter in London oder Paris und fast dreiWenn wir die Forderung verneten, daß die deutsche Arbeiter ist von zwei wesentlichen Gesichtspuntten auszugeben: 1. Arbeit mal soviel wie ein solcher in Brüssel oder Brag. Die internatio schaft ausreichende Löhne erhalten muß, dann geschieht dies nicht ist für die große Mehrheit von ihnen eine unbedingte Not- nalen Industriebarone haben sich die Resultate des Krieges zunutze nur im Interesse der Arbeiterschaft selbst, sondern gleichzeitig im wendigkeit. Vor dem Kriege lebten die meisten von ihrem letariat zur Verfügung zu haben." gemacht, um in Europa ein schlechtbezahltes, hochqualifiziertes ProIntereffe der Gesamtwirtschaft Deutschlands. Lohn; sie beziehen nun Invalidenrenten, aber diese sind in feinem Die gesamte Entwicklung des 19. Jahrhunderte in Europa bat Staat hinreichend, um ohne Arbeit austommen zu können, was gezeigt und die jüngste Entwidlung in den Vereinigten Staaten auch für die Schwerbeschädigten gilt. hat es aufs neue bewiesen, daß die Konturrena fähigteit 2. Obwohl die Invaliden sich durch Lohnarbeit erhalten müssen, einer Industrie aufs innigste verwachien ist mit der hohen sind sie doch beim Wettbewerb auf dem Arbeitsmartt Leistungsfähigkeit feiner Arbeiterschaft. Die im Nachteil. Die Berufseignung der Invaliden zu be. Leistungsfähigkeit der Arbeiterschaft aber, darüber gibt es unter stimmen ist schwer, und es ergeben sich daraus Streitigkeiten über geber Stellung zu nehmen." allen einfichtiger Fachleuten feinen Streit, hängt wesentlich ab von die Löhne, welche die Unternehmer gern vermeiden. Auch in den Juderbrof und Peitsche. Bei der Firma Adrema wurde, hoben Reallönen und turzer Arbeitszeit. Die Bezichungen zu den übrigen Arbeitern ergeben sich für die In- wie man uns ichreibt, vor acht Tagen dem Betriebsrat in falbungs. deutschen Unternehmer, die jetzt in furzfichtiger Gewinniucht den validen manchmal Schwierigkeiten, beispielsweise, wenn sie einen voller Weise erklärt, daß man, um die Not der Pelegichaft zu entgegengesetzten Weg gehen wollen, versuchen damit, die deutsche geringeren als den tariflichen Lohn erhalten, was zur Befürchtung lindern, dazu übergeben wolle. Lebensmittel und Bekleidungsstücke Wirtschaft ins Verderben zu stürzen. von Lohndrückerei Anlaß geben kann. Die Folge dieser tatsächlichen billig au verteilen. Noch faut die Beleafchaft an den ersten fünf Heringen, da wird dem Betriebsrat mitgeteilt, daß die seit dem Schwierigkeiten und in gewissem Maße berechtigten Besorgnisse ist legten Streit vereinbarten 10 Broz. onderzulane nicht mehr unzweifelhaft: Für Invalide ist es schwer, Arbeit zu finden, gewährt werden. Außerdem wird ein Grundlohn von 20 und sie sind mehr der Gefahr der Arbeitslosigkeit ausgesetzt als bis 25 Rentenpfennigen für die 48. Lobnwoche verrechnet, andere Arbeiter. mit 100 Broz Teuerungsinschlag. Das bedeutet eine Verkürzung In der Glasindustrie in Niederschlesien ist es zu einem beteutenden Steif gekommen, an dem über 8000 Glasarbeiber beteiligt Strieg beteiligt gewesenen Staaten Bestimmungen erlaffen, wonach newerfichaftliche Geschloffenheit gewahrt hat, wird troz versprochenem Sweds Arbeitsbeschafung für Invalide wurden in allen am von ca. 20 Broz, gegen die 47 Woche. Bekannt gemacht ist dieses find. Die Ursachen sind folgende. Bei der letzten Lohnverhandlung Strieg beteiligt gewefenen Staaten Bestimmungen erlaffen, wonach aber erst in der 49 Woche. Doch die Belegihaft, welche boll ihre sind. Die Ursachen sind folgende. Bei der letzten Lohnverhandlung Kriegsbeschädigte den Borzug bei Anstellung in öffent Weihnachtskudenmehl und warmen Mänteln ibre Rechte zu er wurden der Arbeiterschaft nur minimale Zugeständnisse gemacht, und als darauf das Reichsarbeitsministerium angerufen wurde, erklärten lichen Diensten genießen. Dieses Vorzugsrecht ist aber von Staat balten wiffen und den Tarifbruch der Firma abwehren. fich die Arbeiter mit dem gefällten Schiedsspruch einverstanden, zu Staat verschieden gestaltet. Es sind brei Inpen zu unterscheiden: mährend die Unternehmer den Schiedsspruch ablehnten. Die Unter- 1. Kriegsbeschädigten wird ein allgemeines Borzugs. nehmer tamen darauf mit weiteren Verschlechterungen und der recht für alle jene Boften in öffentlichen Diensten zuge langten 1. die Arbeitszeit muß von 8 auf 9 Stunden ausgedehnt standen, die auszufüllen sie imftande sind. Das ist der Fall in werden; 2. die Abnahme des vom Glasmacher angefertigten Glases Defterreich, Belgien, Kanada, den Vereinigten Staaten, Großerfolgt erst, wenn der gesamte weitere Veredelungsprozeß vollzogen britannien, Bolen, Jugoslawien und Rumänien. ist, und 3. wird den Glasschmelzern der Borschmelzer genommen. Streik in der Glasindustrie. 50 000 Berliner Arbeiter bedroht. Die Lehre, die die Arbeiter aus diesen Verhältnissen ziehen fönnen, faßt der Artikel in folgender Feststellung zusammen:„ In Zukunft wird das Lohnniveau in Amerifa gefährdet sein, solange feine Grundlage für die Zusammenarbeit mit den Arbeitern der anderen Länder gefunden werden kann und es dadurch möglich mird, gegenüber der internationalen Zusammenarbeit der Arbeit. Die Deutscher Solzarbeiterverband, Muffinftrumentenarbeiter. Bertrauens männerverfammlung heute nachm. 5 Uhr im Reichenberger Sof. Stellungnahme zur Lohnbewegung. Rahmen und Goldleistenbrande. Bertrauensmännerversammlung findet heute abend nicht statt. Nähere Mitteilung abwarten. Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternas; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: Dr. John Schilowski: Lotales und Conftiges: Fris Karstädt: Anzeicen: Th. Glede: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerel Berlin GW. 68, Lindenstraße& 2. Kriegsbeschädigten fann der Vorzug bei Belegung bes Diese ungeheuren Verschlechterungen bedeuten folgendes: 1. fann stimmter Kategorien von Posten eingeräumt werden. Das und Berlaasanftalt Baul Ginger u. Co Sierzu 1 Beilage. 50 50 50 Ausnahme Preife 9: 12: 15: 18 in goldmarks Nine folomon Donnort Leiser Damen Schnürschuh, echt Chevreau und RChevreau, mit und ohne Lackkappe, vorzügliche Verarbeitung. Damen- Spangenschuh echt Chevreau, beste Verarbeitung. Koaben Strapazier Shnürstiefel, Gr. 36-39 Backfisch RindboxStiefel, Gr. 36-39. 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Dezember 192? von unserem Leiöensweg. Ein Mahn- und Hilferuf ans einem anderen Lager. In den letzten Monaten und Iahren hat es der„Vorwärts� an ernsten und eindringlichen Mahnungen nicht fehlen lasten, der immer furchtbarer und grausamer sich ankündigenden Not und Verelendung der mittleren und unteren Volkskreise zu begegnen aus der einfachen Erkenntnis heraus, daß ein wir.fchaftlicher und sittlicher Wieder- aufbau des Volkes mit einer schon in frühester Jugend, wenn nicht gar schon im Mutterleib bereits siechen Jugend ein Ding der IIn- Möglichkeit ist. Inzwischen sind die Ding« ihren unerbittlichen Gang gegangen und nich, nur di« Grausamkeit Frankreichs, sondern auch die Gleichgültigkeit und Gewissenlosigkeit der besitzenden Klassen in Deutschland haben dafür gesorgt, daß sich heut« In unseren Großstädten und Industriezentren Herde körperlicher Verkommmheii von erschreckendem Ausmaß ausbreiten. Da gewährt«s eine Art grimmiger Genugtuung, wenn man auch einmal von der anderen Seit« einen Weh. und Hilferuf hört, der aus den Tiefen menschlichen Mitgefühls kommt und mit mächtigen Schlägen an die verhärteten Herzen dieser Zeit pocht und rüttelt. Der katholische Priester Dr. Bernhard S u h r hat in der Sammlung Stimmen der Zeit(Verlag Herder u. Co., Freiburg i. B.)«in« Schrift:.Dos groß« Kindersterben und Kinderelend in Deutschland" erscheinen lassen, di« in sehr wirkungsvoller und eindringlicher Weise bekanntes sowi« neues Material zusammenfaßt und«s durch ernste aufrüttelnd mahnende Wort« verbindet. Im Folgenden lasten wir ein« Auslese dieser unendlich niederdrückend stimmenden Dokumente von unserer Zeiten Schande folgen. klaüliche dulüer. Als Motto möchte man für diese Schrift die Worte gelten lassen, die der Kardinal Faulbaber in München im Dezember 1922 ge. sprachen hat:.Alt« unter der Not.eidenden Stände und Klassen können ihre Not in die Welt blnausschrcien. Der stillste Dulder ist dos deutsche Kind. Es bedeutet ein« völkische Verarmung, wenn das Kind eines Volkes nicht mehr lachen, singen und spielen kann: Du armes Volk, ohne lachende und spielend« Kindcrwelt. du hast deinen Frühling verloren! Unsere Wohlfahrtsanstalten, die von der freien Liebes ätigkcit unterhalten werden müssen, brechen in diesem Winter zusammen, wenn ihnen nicht große Hilse zuteil wird. Beim Kinde muh der politische Haß und Kampf Halt machen, denn es gibt keinen ehrloseren Kampf alz den gegen wehrlos« unschuldige Kinder" Während die trostlosen Berliner Berhältnist« einigermaßen be- kann! sein werden, dürste es besonderes Interesse erwecken, einmal zu sehen, wie e» in anderen Städten Deutschlands aussieht. De- sonders eingehend hat Suhr m seiner Schrift sich mit München befaßt, von wo ihm reichlich Matenal zur Verfügung stand. Unter der Ueberschrist.Ein paar Totsach:» aus meiner Klasse" schreibt dein Verfasser eine Münchener Lehrerin: Aus amerikanischen Mitteln sollen zivei Kinder jeder Klasse täglich ein wormez Frühstück(ein Vierleliuer Milch oder Kakao und eine Doppelscmmel) gegen«inen Betrag von einigen Mark ftir Herstellungskosten erhalten. Ich sage das meinen Kindern und mahne eindringlich, es solle» sich nur solche melden, die daheim wirklich nicht satt bekommen; von anderen wär's ein Unrecht, wenn sie den Aermsten etwas wegessen wollten; die zwei Allerärmsten möchte ich verschlagen. Trotzdem habe ich anderen Tags zwölf Gesuche. Der Schularzt soll die Auswahl tressen. Die enlt'cideten Kinder flnd ein Anblick zum Erbarmen: alle Rippen zu zählen, die Schulterolätter abstehend fast wie Windmühlenflügel, der Brustkorb eingesunken, so magere Aermchen! Zwei Kinder meiner Klasse verbreiten einen fürchterlichen Geruch. Ich nehme sie einzeln vor und sage ihnen, sie sollen die Mutter bitten, ihre Unterkleidung zu waschen, rede auch von der Bedeutung der Reinlichkeit für die Gesundheit. Antwort bei beiden:>3ch habe meiu Hemd schon lang« an. ich kann nicht wechse'n, weil Ich blcß da, ein? habe!" Ueber«in vierzehnsährige» Mädchen, das«in« Schule im Osten besucht, berichtet die Lehrerin: Das Kind ist 1,l>7 Meter groß, leidet [an Rückenverkrümmung und hoher Brust. Die kleinen | Pla tfüße stecken in Gebilden, die einmal Stiefel gewesen sind. Die völlig durchnäßten Strümps« sind Fetzen. Die Wohnung ist schauder- Haft. Zwei winzig«, niedrige Räume, kahle, rußgeschwärzt« Wände; von der Decke der Schlafkammer ist oer Verputz zum größten Teil abgefallen, der Rest kann-jeden Tag herunterstürzen; darin ist nichts außer zwei Betten. Mutter und Kinder sind äußerst dürftig be- kleidet: alle Mahlzeiten bestehen fast mir aus Kaffee. ver Nieüerbruch im Haushalt. Bereit» aber im Jahre 1921 entwickeln sich in München schauder. hafte Zustände, die in Borträaea, von den ärz lichen Organisationen oeranstoltet, zum Ausdruck kommen. Eine durch die Schwestern veranstaltete Erhebung in all:» Stadtteilen bei 390 unbemittelten und bemittelten Familien über den Stand an Betten und Bettwäsche ergab«in trauriges Bild. Ueber die Hälfte aller Personen schlief zusammen, zuweilen drei in einem Vett. Beitücher fehlten in 4S Prozent aller Fäll«. Ungeziefer, besonder» Wanzen, nehmen mehr und mehr zu und sind selbst in reinlichen Familien nicht mehr aus. zurotten. Wegen der unerschwinglichen Bcttpreis« müssen die Kinder zusammenschlafen oder sie liegen mit oerkrümmten Gliedern in dem zu klcin gewordenen Säuzlingskorb. So lagen ein Sechs. jähriges in einem Walchkorb, Drei- und Vierjährig« in Reisekoffern, ein Einjähriges in einer Hutschachtel. Zinkbodewannen und Kinderwagen sind unerschwinglich teuer. Wir fanden nicht selten ein. bis zweijährige und noch ältere Kinder, die nie ins Freie kommen, weil die Mutter nicht imstande ist, das Jüngste und zugleich auch di« älteren Rachitiker, die noch nicht laufen können, zu tragen. Früher war überall ein Waschlops für die Wäsche. In der Verzweiflung denützen selbst sonst reinlick« Hausfrauen den Fleisch, oder kassectops zum Auskochen der Wäsche und die Familienwaschschüssel muß zugleich als Suppenschüssel dienen. Säuglingswäsche fehlt fast gänzlich. Neun Zehntel unserer Mütter können nur zwei bis drei Windeln i anschaffen. AI e meist nicht mehr waschbar« Lumven stopft man dem Kinde unter. Die Folge ist Wundsein, Ausschlag und starke Zunahme von Krätze. Cs muß etwas geschehen. Zum Schluß gibt Suhr einer Zuschrift vom Rhein an ihn Raum, in der«s heißt:»Es muß unbedingt etwas Großes g«. I schehen", daß das Christentum und die Kirch« wieder rehabilittert werden als die Religion der Liebe. Tatsoch« ist aber, daß Tausend« gar keinen Begriff von dem wirklichen Umfang der Rot haben und ' ebenso sicher ist es, daß Tausend« auch unter den Katholiken viel � mehr tun könnten zur Linderung der Rot. Auch dürste man wohl ' an die Beispiele ftllherer Zeiten erinnern, wo man bei großer Rot nicht davor zurückschreckte, selbst die kostbarsten Kirchengeräte zu ver. kaufen, um den Hunger der Armen zu stillen. Manche goldene und silberne kircheazier würde auch heute vielleichl besser und oerdienst- reicher zu Prot und Slcindung für die armen Kinder gemacht. Es soll!« sich verbieten, neue entbehrliche goldene und silbern« Kirchen. gefäße anzuschaffen, so lange noch ein Kind in der Gemeinde ist, das nicht weiß, was es essen, das nichts hat. womit es sich kleiden soll. Und wenn Suhr endlich, erschütter tnnd aufgerüttetl vor so viel Elend, dos die Ration zugrunde zu richten droht, in hohem sitt. lichen Pathos die folgenden Wort« hinausschreit in die von einem un- ' erhörten Egoismus oerhärtete deutsch« Welt, so können wir sie, mtt ' gcwissen Umformungen, getrost zu unseren eigenen machen!»Wir lieben unser Vaterland.' Auch in der Stund« der Rot und Schmach verzagen und oerzweifeln wir nicht an der Rettung unserer altehr. würdigen, ruhmreich:» denischen Ration. Wir weisen jeden Ge- danken an nationalen Selbstmord weit von uns. Wir sollen wahre Christen und treue Deutsche sein. Also müssen und werden wir unser« ganze Kraft daran setzen, all«, auch die schwer st«n persönlichen Opfer zu bringen, um dem großen Kinder. sterben in unserem Vaterland wirksam Einhalt zu wn." Kann man jetzt sparen! Der klein« Mann— da» ist ein jeder, der ein paar Groschen sein eigen nennt, sei es, daß ihm durch einen Verkauf Geld ins Haus gekommen, daß er etwas ererbt oder redlich erworben hat. Mein Fall war das erster«. Ich hatte einen Alt-Mahagoni-Tisch an eyzen jener Sippe verkauft, die mit ererbtem(?) Silber von (unter uns gesagt!) gekauften Ahnenmöbeln speisen. Den Hausen Milliardenscheine, den der Erlös darstellte, hatte ich in die rechte Hosentasche gesteckt: Ordnung muß sein, links kommen die kleinen Scheine hinein und in die Gesäßtasche die wertlos gewordenen aller- kleinsten, damit der Taschendieb doch auch seine Freude hat. Von unten rechts höre ich es nun raunen: Sei klug, leg« un» .wertbeständig" au. Und ich erinnert« mich des Plakats an der Areiskaflenfiliale, daß solches löbliches Tun jetzt möglich sei. Also vorsprechen! Die freundliche Dame, die dort amtete, belehrt« mich wie folgt:.Sie müssen in wertbeständigem Gelde einzahlen und zwanzig Mark müssen als Grundstock bleiben. Sie können abheben, warm Sie wollen und erhalten in Papiergeld den nach dem jeweiligen Kurs berechneten Wert. Die Verzinsung ist 4 Prozent." Wortlos schob Ich meinen Haufen Scheine wieder in die rechte Tasche, dankte und verschwand. Also das war des Pudels Kern! Wenn ich wertbeständiges Geld habe, kann ich es selbst aufheben und ausgeben, wenn ich will. Die 4 Prozent Zinsen locken nicht, wenn man weiß, wieviel für.Leihgeld" gezahlt wird. Was blieb mir nun übrig, wollte ich das Geld wertbeständig machen? Das alte Rezept: Sachwerte einkaufen. Roch schwanke ich zwischen Zucker und Tabak— mit beiden kann man sich später beliebt machen. Will man den kleinen Leuten wirklich helfen und dazu beitragen, daß die Menge Papiergeld verschwindet, so wird man doch wohl andere Maßnahmen ergreifen müssen. Die skizzierten Bedingungen werden schwerlich viele Liebhaber finden. Der Mann mit öen zwei Lratien. Eine Doppelehe ohne wissen und willen. Nach sechzehnjähriger glücklicher, von Kindern gesegnerter Eh« mußte die Eheftau de» Gastwirt» Johannes H. aus Oberschöneweide die unliebsame Ueberraschung erleben, daß ihr« Ehe ungültig sei. Lm Jahr« 1903 hatte H. sein« jetzig« Frau in zweiter Ehe geheiratet. Plötzlich reichte die Frau aus erster Eh« im November 1921 gegen H. eine Unter holtsklage«in. gegen die der Gastwirt einwendete, daß er rechiskräftig geschieden sei, ein« Behauptung, die von der Klägerin entschieden bestritten wurde. Das Amtsgericht übergab den Fall der Staatsanwaltschaft zur näheren Untersuchung, und e» stellt« sich heraus, daß die erste Ehe überhaupt nicht geschieden sei. Die Folg« war ein« Anklage wegen Doppelehe. Vor Gericht entschuldigte sich der Angeklagte in einer geradezu romanhaft klingenden Weise. Er behauptete nämlich, daß er«inen Winkelkonsulenten Bachmann seinerzeit mtt der Ehescheidungsklage beauftragt hätte. Der Winkel- konjulent habe ihm gesogt, daß da» gemacht werde, und habe ihn schließlich zum Landgericht I mitgenommen. Er sei dort in das Terminziminer gegangen, noch einiger Zeit wieder herausgekommen und habe gesagt:.Ich gratuliere, es ist alles glatt gegangen, Ihr« Frau ist geschieden und sie ist für den allein schuldigen Teil erklärt worden." Daraufhin habe er Bachmann 72 M. für di« Kesten und Gebühren bezahlt und oon ihm«ine Bescheinigung erhal- ten. daß die Eh« rechtskräftig geschieden sei. Diese Bescheinigung zeigt« der Angeklagte dem Gericht auch vor. Die Ctaatsarwal/schast war der Ansicht, daß H. absichtlich seine erst« Eh« verschwiegen habe, um zu verheimlichen, uaß tt nicht geschieden sei. Der Verteidiger Dr. Konrad Richter(Neukölln) wie, noch, daß«in Winkelkonsulent Bachmann, der inzwischen oer- siorben ist, damals in dem oon dem Angeklagten angegebenen Hause gewohnt habe. Der Angeklagte sei das Opfer eines raffinierten Betruges geworden, wenn auch seine Leicht- gläubigkeit schwer verständlich fei. Der Verteidiger beantragt« Frei- sprechung. Da» Gericht kam zu einer Verurteilung H.s zu acht Monaien Gefängnis, billigte ihm aber Strafaufschub zu, falls die Ermittlungen nach seinem Vorleben günstig aussallen sollten. Copyright Qeorg Malier, Mine he«. «] Die Lofoifischer. Roman oon Zohan Böser. Aber in den Nochbarbooten schien man schon etwas zu ahnen— was war nur mit der„Robbe" los? Die Männer an Bord arbeiteten eifrig, die Netze hereinzubekommen, sie sagten kein Wort, und doch— es mußte etwas geschehen sein. Die Leute in den Nachbarbooten begannen hinüberzustarren. Weiter entfernt hörte man wohl einen singen, andere riefen den Nachbarn Scherzworte zu und lachten, aber der Kreis von Booten um die„Robbe" wurde größer und immer größer, und alle starrlen hinüber. Auch die Secvögel fanden sich über der„Robbe" ein. es stand schon eine dichte Volke von Möwen über dem Schiff und starrte hinunter und treitschte. Was war es nur? Jetzt schienen sie die Netze an Bord zu haben und be- gannen sich mit den Fischen zu beschäftigen. Aber selbst die, di« an den Rudern saßen, liefen nach hinten, um zu sehen. Sie mach en sich über den Klumpen her. Alle konnten nicht herankommen, aber Kristaver und Kaneles hatten ihn zwischen sich. Es kamen Finger zum Vorschein, sie waren so in die Maschen verstrickt, daß sie berausgeschnitten werden mußten. Und jetzt sah man einen Mann in gelbem velrock, mit langen, hochgezogenen Wasserstiefeln. Alle starrten ihn an, bis Kristaver murmelte:„Er hat emen schwarzen Bart. Kaneles fügte wie verwundert hinzu:„Aber er hat ja alle fünf Finder." „Was habt Ihr denn da an Bord? rief eine Stimme oon einem Nordlandboot herüber. Die Sonne war heute wieder am Himmel gewesen, aber fetzt in der Dämmerung lagen rote Wolkenschichten über dem Meeressaum im Südwesten, große gelbe S'erne leuchteten an dem bräunlich blauen Himmel auf. Und das Meer war ro nihig, daß nur hie und da eine schwache We�enlinie sich blin- kend hob und wieder zusammensank. Unterhalb der weißen Schneegipfel der Lo°otwand wurden die Leuchtfeuer und Hafenlichter angezündet. Und in dieser Dämmerung ging eine Bewegung von Boot zu Boot.„Ein toter Mann ist aufgefischt! Ein StavS» ringerboot hat einen toten Mann im Netz." Der Gesang verstummte. Das Lachen verebbt«. Alle Scherzrufe zwischen den Booten hörten auf. Die Feindlichen, die sich gezankt hatten, weil ihre Netz« sich ineinander verstrickt. schlössen Frieden. Das Meer bekam etwas von Kirchenstille. in der Menschen und Boote versanken. Nur der weiße Schwann der Vögel wurde immer größer über dem Boot mit dem toten Fischer, und die eifrigen Flügel glänzten dann und wann in der rötlichen Dämmerung golden auf. Kein Boot kam näher heran. Einer hatte gerufen:„Kennt Ihr ihn?" Aber Kristaver antwortete nicht, er machte sich unten im Boot zu schaffen. Im Dunkeln ruderte die Flotte an Land. Es war, als seien alle diese 5)underte von Booten setzt ein Lcichengesolge, und selten fiel ein Wort. D'e hohen Masten und krummen Steven schössen über ein Meer, das im Meerleuchten auf» ! blinkte, und die Furchen, die sie durch das Wasser zogen, brannten im Phosvhorschein. Aber«s war, als habe jedes Boot einen toten Mann an Bord. Der Tode wurde auf ein paar leere Fässer an der Anlege- brücke gelegt. Und erst am nächsten Tage stellten sie fest, daß es ein Fischer aus Gimföy war. der im vorigen Jahre beim Segeln ertrank. 20. Und fetzt bsieb der Kabeljau ganz aus. Er hatte sich ja in letzter Zeit schon sehr vermindert, aber nun kamen Netz- und Angelboote leer an Land. Der große Fang war nur eine Episode gewesen, jetzt war das Meer wieder leer. Was sollten die Fischer nun an'angen? Sie bekamen es satt, auf die See hinauszufahren, um die Netze leer ins Boot zu ziehen, sie fchlender'en, die Hände in den Taschen, auf den Klippen umber und starrten sich an und konnten das Ganze nickt verstehen. War es irgendwo anders besser? Sollten sie den Platz wechseln? Aber aus Westen oder Osten kamen auch keine besseren Nachrichten. Und nun wurde es den Männern klar, daß die guten Tage ihnen so zu Kopf gest'egen waren, und sie spendiert und ge- kaust hatten, ohne auf das Gest) zu achten. Diese Hausierer mochten mit dem Satan im Bunde sein. Hatte nicht der schwarzlockige Uhrenfnde Kaneles Gomon verleitet, eine neue Ankertasckzenuhr mit Goldrand zu kaufen und dazu eine breite Kette m't acht dünnen Silberkettchen und einem vergoldeten Sch'eber? Das Geld hcftte er gut nach Haufe schicken können nach dem Berghotz wo sie vielleicht nicht einmal einen Bissen zu essen batten. Aber wer hatte denken können, daß die Herr- lichkeit aus und vorbei sein würde, als löschte man ein Licht aus? Und Per Suzansa hatte grünen Kleiderstoff für die älteste Tochter gekaust. Jetzt kam die Reue zu spät, aber daß alte Leute nie auslernen! Und selbst Arnt Aasan hatte sich eine neue Hauspostille geleistet, und jetzt nahm er das teure Buch aus der Kisse, wickelte es aus dem femen Rapier aus und war dem Weinen nah«. Er ging zu dem Missionar, der ihm das Buch ausgeredet hatte und bat slehentsich, es zurückgeben zu dürfen, aber da wollte das Unglück, daß er schon den Namen Gurina in das Buch geschrieben hatte, und so schüttelte der milde Mann den Kopf und lächelte ein Nein. Amt meinte, Gott sei mächtig, er könne den Namen durch ein Wunder aus- löschen, wenn ein Mann wie der Missionar dämm bäte— es half aber nicht. Amt hatte schlaflose Nächte. Seit dieser Talbewohner seinen Fuß in ein Losotboot gesetzt hatte, war ihm alles schief gegangen, ja, verkehrt war alles, was er auf See tat, verkehrt war alles, was er in der Hütte tat und jagte, Spott und Hohn hagestcn von früh bis spät auf ihn herab. Er ging umher wie einer, der sich selber nicht wiederfinden kann, lein blekchez Schafsgesicht gab sich ständig Mühe, ge- bieterisch auszusehen, und das erregte nur erneutes Gelächter. War er denn zu nichts in der Welt nütze, er, der tüchtige Zimmermann aus dem Tal? Hier gab es nur einen festen Punkt, das war der Gedanke an Gurina und die kleine Wirt- schaft, die er zu bebauen gedachte, so daß sie drei Kühe er- nähren konnte, sobald er nur mit Geld vom Lofot nach Hause käme. Mit Geld, ja! Ja, wenn er hier alles vergeudete! Gott helfe ihm— jetzt kam die Strafe! Das war aber nichts gegen Elezeus Hylla. Er hatte ja selber Netz«, er sollt« vollen Antell bekommen, er hatte Reich- tümer vor Augen gesehen, so daß er vor Freude gekräht hatte, aber jetzt— jetzt war es, als sei ihm der Südwester vom Kopf geflogen— wo war er geblieben? Reichtum? Er begann dem Bootsführer. Kristaver. wütende Blicke zuzuwerfen. Es hätte sich vielleicht besser gelohnt, nur Halbpart zu gehen und andere das Risiko für die Geräte übernehmen zu lassen. Dieser Mann hatte ja für ihn gut gesagt, aber was hatte er dabei im Sinn gehabt? Wollte er ihn aus purer Boshest in Schulden und Verantwortung stürzen? Elezeus dachte sich immer mehr in feine Wut hinein, er wurde Immer hitziger, und er ging in der Hütte umber und schimpfte und wetterte— ohne einen be> stimmten Namen zu nennen— jeder, der wollte, konnte es auf sich beziehen! He! Und er setzte die Füße zierlich aus- wärts, und die Beine waren so dünn und die Schultern so breit, die Backenknochen standen vor und die Zähne waren blinkend weiß. Aber die Augen waren braun und flammten vor Wut. Hel„Du sollst sehen, dies wird ein Mißjahr! Wir kommen alle ins Armenhaus! Aber der erste, der dahin kommt, das bin ich. Kein Mensch weiß, wie armselig und elend es mir geht. Keiner glaubt mir, was für eine Armut bei uns herrscht. Und dann müssen di« Leute mich in neue Ver- antwortung und neu« Schulden hineinlocken. Ja! Man sollte — man sollte doch— nun, ich sage nichts weiter. Ich will nichts weiter sogen!" Und die Augen schössen böse Blitze nach dem Bootsführer, der auf der Bank saß, die Augen zusammen- kniff und im stillen über ihn lachte.(Fortsetzung folgt.) Die wackelnden Preise. Das Brot wird um einen Goldpfennig billiger. Kabinettskrise und die Parteien. Mit äußerstem Widerstreben folgen die Preise dem sinkenden Dollarstand, und es bedarf schon eines gehörigen Anstoßes, um die Händler zu Preissenkungen zu bewegen. Den Bemühungen der Auf der Tagesordnung der gestrigen Reichstagsfizung ftand die verständlich, man müsse aber bebenten, daß sich unsere außenBucherpolizei gelang es, zu ermöglichen, daß auch auf dem Besprechung der Erklärung der Reichsregierung, die perbunden wird politische Lage dadurch katastrophal verschlechtern würde. Eine Schlachtviehhof die Preise gefentt wurden. Sie ermäßigten mit der ersten und zweiten Beratung des Ermächtigungs Regierung, hinter der fein Reichstag stehe, werde überhaupt nicht sich bei Rindern um 17 Proz., bei Kälbern um 35 Broz., bei Hammel gefeges. Als erster Redner gibt Abg. Scheidemann( Soz.) aftionsfähig sein. Der Redner schildert dann den Berlauf der lezten um 33 Proz. und bei Schweinen um 28 Proz. Die Abteilung W des die an anderer Stelle wiedergegebene Erklärung ab. Regierungsfrisen, die zur Bildung der jetzigen Regierung geführt Belizeipräsidiums hat daraufhin den Rabattzwang für Abg. Dr. Kaas( 3.) erklärt, daß die Begründung der letzten hätten. diese Preise aufgehoben. Ferner gelang es den Bertretern Regierungsfrise in weiten Kreisen des deutschen Volfes nicht ver. Abg. Hergt( Dnat.) wendet sich gegen den Vorwurf der Ver. Er habe gegenüber dem des Bolizeipräsidiums in langwierigen Berhandlungen, bei der standen worden sei; am wenigsten im hesegten Gebiet, wo man taum antwortungslosigkeit der Opposition. Breisprüfungsstelle die Geminnspanne des Nahrungswisse, wie man sich unter der Wucht der gegnerischen Angriffe per- Reichspräsidenten die Bereitwilligkeit der Deutschnationalen, eine mittelgroßhandels herabzusehen. So wurde die teidigen solle. Rein Gedanke sei fruchtbarer, als der des 3 us Regierung zu bilden, erflärt und gefragt, ob der Reichspräsident Großhandelsspanne auf inländische Mühlenfabrikate, Kartoffelmehl sammenschlusses aller, die sich zu entfagungsvoller Arbeit bereit sei, Artikel 48 der Verfassung im Sinne dieser neuen Regierung und Hülsenfrüchte erneut herabgefeßt, und zwar von 23% auf und politischer Bernunft befennen. Jedes Kabinett müsse grundfäß- anzuwenden sowie die Auflöfungsorder für den Reichstag in blanko 19 Proz. Gestern wurde auch die Gewinnspanne für ausländische lich nach seinen Taten beurteilt werden. Die Währungs- und Fi für spätere Gelegenheit zur Verfügung zu stellen. Er habe hinzu Hülsenfrüchte und Reis herabgefekt. Sie beträgt nunmehr 22 Broz. nanzfragen scien heute der Kernpunkt. Kaum ein Prozent gefügt, daß die Deutschnationalen wohl die einzige Partei feien, die statt bisher 34 Proz., für getrocknete Früchte und Gewürze 33% Broz. der Staatsausgaben feien noch durch Einnahmen gedeckt. Da sei die Wahlen nicht zu fürchten hätten( Lärm und Heiterkeit.) Der statt 42 Proz., für Kaffee, Tee und Katao 30 Pro3. statt 42 Broz, schnelle Arbeit notwendig, bei der das Parlament zurücktreten müsse. Reichspräsident habe ablehnend geantwortet und die deutschfür Butter 16 Broz. ftatt 17 Broz, für Margarine 16 Proz. statt Der Redner fieht darin einen nationale Partei habe in einem offenen Brief an den Reichspräsi 17 Broz., für Käse 16 Broz. statt 18 Broz, für Originalschmalz Art der Selbildisziplin denten die Verantwortung dafür ablehnen müssen, daß nicht im und Betätigung echt en parlamentarischen Geistes. Das parlamentarischen Sinne eine Lösung aus dem Konflikt gesucht Berhältnis zwischen Reich und Ländern müsse einer neuen worden sei. Der Redner schlicht mit einer Erklärung seiner Frak Augenblick die gu'en Beziehungen zwischen Reich und Ländern ab- Wendung nur darin fehen könne, daß rechtsgefinnte Streifenen. Prüfung unterzogen werden. Heute sei weniger denn je der tion, in der es heißt, daß das Volk die Hoffnung auf eine günstige zubrechen. Der Rebner geht dann auf pie dragen der besetzten stimmenden Einfluß auf die Regierung bekommen. Gebiete ein und drückt dem Reichskanzler das Vertrauen aus, daß Die Erklärung stellt zum Schluß feft, diese Fragen auch in ihrer Gesamtheit das erforderliche Interesse finden werden. Das besetzte Gebiet müsse jeder Regierung schärfſten Kampf ansagen, die den Grundsatz der unbedingten SchicksalsgemeinAbschläge von 6 bis 12 Proz. auf Auslandswaren. schaft der besetzten Gebiete mit dem Reich preisgeben wollte.( BeiDie gestern durch die Preisprüfungsstelle veranlaßte Berfall.) Eine Dauerlösung der deutsch franzöfifchen Frage jei nur mit handlung mit den Bertretern des Großhandels Grenzen komme um feinen Breis in Frage. Wenn unter der Bucht Zustimmung der ganzen Welt möglich. Eine Berschiebung unserer führte zu weiterer Ermäßigung der Handelsipan des Terrors sich gewisse Ermüdungserscheinungen zeigten und nen für Kolonialmaren. Bei der anhaltenden Stabilisierung gewisse Abtrennungsbestrebungen 17 Proz. statt 19 Proz., Bratenschmalz 27 Broz. statt 29 Proz, gefalzenen Speck 25 Proz. statt 30 Proz., geräucherten Sped 37 ProzDie gestrigen Verhandlungen der Wucherpolizei mit dem 3wedverband der Bäckermeister Groß- Berlins haben ferner zu einer neuen, wenn auch nur sehr geringen Sentung des Brotpreises geführt. Ab Donnerstag, den 6. Dezember, beträgt der Brotpreis für helles Brot 78 und für dunkles Brot 74 Goldpfennige. Der Preis der Schrippe ist unverändert. statt 43 Broz, Cornedbeef 21 Proz. statt 22 Broz. daß die Deutschnaionale Partei der jehigen Regierung fein Vertrauen entgegenbringen fönne und dem Ermächtigungsgefeh nicht suffimmen werde. ( Beifall rechts. Allgemeine Bewegung.) Abg. Haas( Dem.) bezeichnet es als falsch, daß mit der Sozial. zialdemokratie habe einen sehr schweren Fehler begangen und bei demokratie praktische Politit nicht gemacht werden könne. Die So ihrem Mißtrauensvotum nicht an die Folnen gedacht. Gerade in der Mark und der Erhöhung des Umlaufs an wertbeständigen Zah diefer Zeit sei der Mut der Unpopularität das Gegebene Re. lungsmitteln konnte die bisher schon ermäßigte Risikoprämie für diskutiert wurden, so geschah das nicht weil man mit diesen Be- gewesen. Die Koalition in Preußen habe sich bewährt. Inlandswaren völlig beseitigt werden. Bei Auslandswaren, strebungen sympathisierte, sondern weil man fürchtete, unter dem publik und Staat seien beffer gesichert, wenn die Deutschnationalen rrie insbesondere Sped, Hülsenfrüchten, Reis, Kaffee Druck des militaristischen Frankreichs schließlich doch vor einen der nicht in der Regierung find. Der Redner tritt für eine Politik der und Tee wurde durch die Senfung der Risikoprämie auf einen artigen Entschluß gestellt zu werden.( Unruhe auf der äußersten Versöhnung zwischen Bürgertum und Arbeiterschaft ein und fordert Minimalbetrag somie die Reduzierung der Bantspesen eine Er- Rechten und Linken. Zuruf rechts: Sie entschuldigen also die die Sozialdemokraten dringend auf, den Mitte parteien die Fort mäßigung der Aufschläge um 6 bis 12 Prog. erreicht. franzöfifchen Separatisten!) Sie haben mich offenbar nicht ver- führung der bisherigen Politik nicht unmöglich zu machen. Die Eine weitere Kürzung wird angestrebt, wenn auch eine Annäherung standen. Gerade Ihre Kreise( nach rechts) find an gewissen Aus- Heltung der Demotreten werde sich nach den Taten der Regierung an die Aufschläge der Verkriegszeit sich im Augenblick nicht ermög- fchreitungen schuldig. Sie verlangen programmatisch vom Rheinland richten. Sollten diese im Widerspruch mit den Forderungen der lichen läßt, da die Devisenbeschaffung den Umsatz mit erheblichen unbedingte Treue, aber Sie wollen Berhältnisse schaffen, die diese Demokraten stehen, so fündiat der Nedner der Regierung schärftes Bankspesen belastet und die Handelsuntoften nachgewiesenermaßen Treue fast. unmöglich machen.( Sehr wahr!. im Zentrum.) Kreise, Mintrauen on. Starfe Bedenten äußert er gegen die Ueber. den Prozentsaz der Borkriegszeit um ein Mehrfaches übersteigen. die Ihnen nahestehen, nicht ans, haben das sogenannte Bernahme des Innenministers Dr. Jarres mit Rücksicht auf seine fadenlassen der Rheinlandfrage deutlich ausneiprochen. Rheinlandpolitit. Ich kann nicht begreifen, wie Sie jetzt diefen moralischen Mut aufbringen.( Starter Lärm und fortgesette 3wischenrufe rechts, wie: Machen Sie nur so weiter! Unerhört! Präs. 2ö be bittet ernstlich um Ruhe.) Neue Spuren zum letzten Raubmord. Das Kapitalverbrechen in der Romintener Straße, dem die Bförtnerfrau Dethloff zum Opfer fiel, beschäftigt noch Tag und Nacht die Kriminalpolizei. Das ganze Ergebnis der bisherigen Ermittlungen der Mordkommission läßt darauf schließen, daß man es in dem noch unbekannten Läter mit einem Manne zu tun hat, der planmäßig den Wohnungstausch vorspiegelt, um Gelegenheiten zu Diebstählen, Einbrüchen und noch schwereren Verbrechen auszufundschaften. auszufundschaften. Dieser falsche Wohnungsuchende ist bereits an mehreren Stellen aufgetreten, ohne zu seinem eigentlichen Ziel zu bommen. Der Polizei ist jetzt ein Fall befannt geworden, in dem sich ein Mann, der sich bei einer Frau eine Wohnung angesehen hat, durch merkwürdiges Benehmen sehr verbächtig gemacht hat. Die Beschreibung dieses unheimlichen Mannes pakt nun ziemlich auf den Mann, den man nach dem Morde an Frau Dethloff in der Romintener Straße gesehen hat, als er mit einem großen Pafet, das etwa 50 bis 60 3entimeter Gepiert maß und mit einer starten Schnur doppelt verschnürt war, aus der Richtung des Mordhauses schräg über den Domm tam und nach der Ecke der Litauer und Gubener Straße zugina. Er ist etwa 20 bis 30 Jahre alt, 1.70 Meter groß und ichtant, bat einen tleinen blonden Schnurrbart und trug am Tage des Mordes einen dunkelarauen Ueberzieher und einen meichen dunklen Hut, Sein Patet enthielt ohne Zweifel die ganze Beute, darunter Männer und Frauenfleider, besonders auch eine gothgelbe Raffeedede mit ausgezogenen Fäden an den Rändern. 6 Servietten, die dazu gehören, und Wäsche mit dem Zeichen G. K. Wer diefen Mann irgendwo gesehen hat oder wer über das Auftauchen des Babetes oder eingefner Teile seines Inbalts irgend etwas meiß, wird dringend ersucht, sich umgehend bei den Kriminalfommiffaren Werneburg und Albrecht im Zimmer 80 des Polizeipräsidiums zu melden. Alle Unkosten werden ersetzt. Einheitssak der Beherbergungssteuer. Bekanntlich hatte die Finanz- und Steuerdeputation im Billigteitswege eine Vereinfachung und Ermäßigung des durch die Geld entwicklung überholten Tarifes in der Weise vorgenommen, daß unter Fortfall der bisherigen 8 Steuerftufen nur noch 2 Sähe von 15 Proz. brutto für den ersten 2,50 M. des Zimmerentgeltes und 33% Proz. brutto für den 2,50 m. übersteigenden Teil des EntDie„ Deutsche Tageszeitung" hat geschrieben: „ Man braucht tein Fachmann zu fein, um zu wiffen, daß der Körper absterben muß, wenn nicht oberhalb der Wunde die verlette Ader scharf abgetrennt wird.( Stürmische Zurufe im Zentrum.) Es ist unter allen Umständen zu fordern, daß die Finanzierung von irgendwelchen Lieferungen an Frantreich und auch die Unterstübung der schwerleidenden Ruhrbevölkerung mit Reichsmitteln aufhört.( hört! hört! im Zentrum.) Man wird sich gewiß der Frage bewußt sein müssen, daß aus dieser Tatsache durch eine verlegene Propaganda Wasser auf die Mühlen der Separatisten geleitet würde. Das darf aber nicht bestimmend sein. Wenn auch das Rheinland als reife Frucht den Franzofen in den Schoß fällt, fo ist doch die Erhaltung des Staates die oberste Pflicht." Auf eine furze Formel gebracht heiht das: Sanierung Reft Deutschlands durch finanzielle Aufgabe Westdeutschlands!( Lebhafter Widerspruch rechts.) Wir hoffen, daß die neue Regierung sich bei allen ihren Maßnahmen von dem Gesichtspunkt leiten lassen wird, daß fie um feinen Preis irgend etwas von den Forderungen der nationalen Selbstbehauptung aufgibt. Wir erwarten von ihr aber auch, daß sie nichts unterläßt, um zu der dringend notwendigen Berständigung mit Frankreich und den übrigen an der Lösung der Rhein landsfrage und der Reparationsfrage beteiligten Mächte zu kommen. ( Lebhafter Beifall im Zentrum) Abg. Leicht( Bayer. Bp.) stimmt dem Ermächtigungsgeseh zu, spricht aber die Erwartung aus, daß die Regierung die in dem banerischen Antrag niedergelegten föderatistischen wünsche berücksichtigen wird und betont, daß der Eintritt Dr Emmingers in bas Kabineti teine Bindung für die Fraktion bedeutet. Abg. Höllein( Komm.) sieht in der Erklärung der Sozialdemo traten das schändlichste Dokument der Unterwerfung und in der Regierungserklärung den Mantel für den wirklichen Herzog, den Militärbefehlshaber General von Geedt". Abg. v. Graefe( doölf.) bezeichnet das Ermächtigungsgesetz in der in Aussicht genommenen Form als geradezu lächerlich. Der Redner verwahrt sich gegen frühere Borwürfe des Reichswehrminis sters Geßler und erklärt, allein in der deutschvölkischen Freiheitsbewegung feien die Kräfte vorhanden, die Deutschland wieder in die Höhe bringen können. Abg. Ledebour( b. t. Fr) unterstützt die Beschwerden der beiden Borrebner über das Verbot ihrer Parteien. ist folgender tommunistischer Miß. trauensantrag eingegongen: Die Reichsregierung hat nicht das Vertrauen des Reichstags, dessen sie nach Artifel 54 der Reichsver= feffung bedarf Damit schließt die erste Lesung des Ermächtigungsgesetzes. Die Abstimmung über das kommunistische Mißtrauensvotum erfolgt am Donnerstag. Es erfolgt sofort die zweite Lesung des Ermächtigungsgefeßes. Eine Erörterung findet nicht mehr statt. Ein Antrag der Arbeitsgemeinschaft, wonach vor Erlaß der Verordnungen ein Ausschuß des Reichstags von 15 Mitgliedern in vertraulicher Beratung za hören ist, wird gegen Deutschnationale, Deutschvölfische und Kommuniffen angenommen. Abg. Dr. Scholz( D. Bp.) hält es für durchaus begreiflich, wenn Mit diesem Antrag wird darauf das Ermächtigungsgeseh von angesichts der letzten Krise in weiten Kreisen des Volkes die Achtung derselben Mehrheit in zweiter Cejung angenommen. vor dem Parlament gesunken sei. In England sei die Grundlage Das Haus vertagt sich. Donnerstag 1 Uhr: Dritte Lesung des des Parlamentarismus die Verantwortung der Opposi Ermächtigungsgesetzes und Abstimmung über das Mißtrauensvotum tion. Bei uns müsse man die völlige Verantwortungslosigkeit der der Kommunisten. Opposition feststellen. Die Forderung nach Neuwahlen fei zwar| der Mann das Nad nur mit dem rechten Bein bewegen fonnte. Mitteilungen zur Ermittelung der Verdächtigen nimmt Kriminaltommissar Galzow im Polizeipräsidium entgegen. Eine kunstgewerbliche Weihnachtsmesse Schluß 8 Uhr. Fischtage des Ernährungsamtes! Das Ernährungsamt det Stadt Berlin veranstaltet heute, nachdem in der vorigen Woche Ditfeedorich und Goldbarsch abgegeben wurden, wieder einen Fischtag. Zum Verkauf gelangen in den an den Anschlagiäulen bekannt gegebenen Geschäften deutsche Fettberinge zum Breife von geltes erhoben werden sollten. Auf die Vorstellungen der Vertreter ist von der Schülerschaft des Staatlichen Kunstgewerbe. 8 Biennigen( 80 Milliarden Mark) das Stück, einem Preise, der Des Hobelgewerbes hin hat die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat ersucht, die Beherbergungssteuer nicht mehr gefiaffelt, museums in diesem Jahre wieder veranstaltet worden. Die etwa um die Hälfte unter den bisherigen Tagespreisen liegt. Ge fondern mit einem Einheitsfag von nur 25 Proz. netto zu erheben. borjährige, die ein erster Versuch war, hatte einen überraschend fäße und Einschlagmaterial find mitzubringen. An den einzelnen Der Magistrat hat nunmehr der Vereinheitlichung guten Erfolg. Laber hat sich diesmal eine febr rege Beteiligung Stäufer fönnen bis zu 10 Stück abgegeben werden. des Steuerfages zugestimmt, dagegen den Steuerfat statt gezeigt. Die Meile ist in dem Unterrichtsgebäude des Kunit- Bezirks bildungsausfchuß Groß- Berlin. Sonntag, den 9. Dezember, auf 25 Broz, auf 30 Proz. des Nettoentgeltes( oder gewerbemuseums, Prinz- Albrecht- Str. 8, untergebracht. Sie bringt vormittags 11 Uhr, im Großen Schauspielhaus: Broletarische FeierMetallarbeiten, Holzarbeiten, Emaille, Etidereien und Graphif. ft und e". Karten noch im Bureau. Buschlaa 40 Goldafennige. Sonntag, 23 Broz. des Bruttoentgeltes) feſtgefeßt. Dies aus bei erägung Gine hübsche Beigabe ist die Abteilung für Spielfachen. Mit ber den 16. Dezember, büntlich 11 Uhr vormittags: Broletarische Feier ſtunde daß die Finanzlage der Stadt eine weitere erhebliche Einschränkung des Steuerertrages nicht zulasse, nachdem bereits durch die von der Messe ist eine feramische Ausstellung verbunden. Sie für die erwerbslosen Mitglieder unferer Partei Die Finanzdeputation ausgesprochene Ermäßigung eine Verminderung zeigt Schülerarbeiten in Steingut und Fayence, aber auch Stüde reise müssen noch im Laufe dieser Woche die Starten vom Bureau ab des Steuerertrages um etwa 20 Broz. herbeigeführt worden war. aus der Garfortschen Steinguifabrik Velten. Weibnachtsmeffe und bolen. Sonntag, den 9. Dezember, nachmittags 3 Uhr, im Balballa. beater: Märchenvorstellung. Der Rügenpeter". Starten à 25 GoldJeder Einheitssag, der als Durchschnittssak an Stelle eines Staffel. Ausstellung wurden gestern mit einer fleinen Feier eröffnet. Die pfennige noch im Bureau. Die Kreise 6 und 11 müssen Karten für tarifes tritt, muß für einen Teil der Steuerpflichtigen eine Er- Besuchszeit ist für die Wochentage auf 10 bis 5 Uhr, für die Conn- Lumvazivagabundus" am 1. Weihnachtsfeiertag bis Sonnabend vom höhung der Steuer mit sich bringen. Dies trifft bei der neuen Re- tage auf 11 bis 4 Uhr festgesetzt. Der Eintrittspreis beträgt 10 Gold- Bureau abholen, sonst wird anderweitig darüber verfügt. gelung insbesondere für die möblierten 3immer zu. Der neue pfennige. Sag von 30 Proz. soll zum erstenmal in der Nacht Dom Freitag auf Sonnabend( 7. zum 8. Dezember) zur Anwendung kommen. Es soll damit den Steuerpflichtigen Zeit gegeben werden, ihre Gäste und Mieter auf diese Erhöhung hinzuweisen und ihre Berechnungen danach einzustellen. Wer ermordete ihn? Die einleitenden Gegen die Verschlechterung des Schulwesens protestierte eine überfüllte Versammlung in Friedrichshagen, die von den ElternReden wurden von je einem Bertreter der Eltern- und Lehrerschaft beiräten aller Parteirichtungen einberufen war. der höheren und der Volksschulen gehalten, die sich scharf gegen die Berringerung der Lehrerzahl und Erhöhung der Klassenfrequenz wandten. Großen Beifall fanden Durch einen schändlichen Mord, der jetzt erst nach zwei Monaten die Ausführungen unferer Genossen Aßmann und Rhode, die festgestellt wurde, ist eine Berliner Familie eines blühenden Sohnes in der Diskussion sprachen. Sie forderten die Elternschaft auf, es beraubt worden. Am 9. Oftober d. J. wurde der 15 Jahre alte nicht bei diesem einen Protest zu belassen und energisch für den Rudolf Klenner von seinen Eltern nach Tiefensee geichidt, um Auf- und Ausbau des Schulwesens einzutreten. Die Kartoffeln zu laufen. Er nahm zu diesem Zwecke Ausführungen des Landeserziehungsrates Seifert fanden stür 4 Milliarden in einer Brieftasche mit. Ter Knabe wurde seitdem mische Zustimmung, der auf Grund praktischer Erfahrung schilderte, vermißt, bis man ihn am 22. November in einem Ge- wie durch den Abbau das gesamte Schulwesen auf den Stand von büsch bei Tiefensee unter einer fleinen Kiefer 1870 zurückgeschraubt würde. Eine entsprechende Entschließung auf der Erde liegend tot wiederfand. Eine Schnur wurde angenommen. Die in ihr enthaltenen Forderungen sollen bei tvar ihm um den Hals geschlungen und zugezogen. Die Dbduktion den zuständigen Regireungsstellen vertreten werden. Bedauert der Leiche ergab, daß er erstickt war. Die Brieftasche mit dem wurde vom Borsigenden der Versammlung, daß von der eingelades Gelde war verschwunden. Die Nachforschungen der Drts- nen Schulverwaltung des 16. Bezirks Köpenid niemand erschienen polizei ergaben, daß der Anabe in Begleitung von zwei sei. Die Bersammlung zeigte, daß die Elternschaft gewillt ist, den Männern auf der Chaussee Tiefensee Leuenberg und weiter Rampf gegen die Verschlechterung unseres Schulwesens aufzus Tiefensee Freudenberg gesehen worden ist. Diese beiden nehmen. " " Sprechchor für Proletarische Feierfunden. Uebungsstunde hente 7 Uhr abends im Gelangsiaal der Cophienschule, Weinmeisterstr. 16/17. Brobe zu Weltenwende". Alle Mitglieder müssen bestimmt und pünktlich erscheinen. Diskussionsabend der Notgemeinschaft. Am Donnerstag, den 6. De. ftrage 16/17, ein öffentlicher Distuisionsabend statt. 1. Unsere Stellung zember, abends 7%, Uhr, findet in der 2lula der Sophienschule, Weinmeisternahme zur Gewaltanwendung. 2. Passive Resistenz und der soziale Generalftreit. 3. Theoretischer und praltischer Kommunismus. Freunde und Gegner find willkommen. Das Rose- Theater gibt als nächste Neneinstudierung Die Stäuber". Die erste Aufführung findet am Sonntag, den 9. Dezember, im Rahmen der Theatergemeinde statt. Sunftveranstaltungen in den Stadtbezirlen. Die Stunft gemeinbe Neutölin veranstaltet am Freitag, den 7. Dezember, 8 1hr, in der Neuen Welt, Hafenheide, einen Italienischen Opernabend". Mitwirkende: Mafalda Salvatini, Margarete Arndt- Ober, Theodor Scheidl. Orchester aus Mitgliedern des Deutschen Obernbauses unter Leitung des Stapellmeiers Dr. Stiedry. Marten für Mitglieder und starten für Gäite in allen Bahl stellen foipie im Rathaus Neukölln, Zimmer 254. Für die hungernden Kinder des Bezirks Friedrichshain veranstaltet das dortige Be zittsamt am 10. Dez., 7%, Uhr, im Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichs bain 16-23, ein großes Drchestertonzert. Leitung: Mufitmeister Albert Löhmann unter Mitwafung des Herrn Emil se oble( Rezitationen und Lieder zur Laute). Katten zu 25 Goldpfennigen beim Bezirksamt Markusjtr. 49 und an der Abendkasse. Männer stehen im dringenden Verdacht, ihn umgebracht und be Infernationaler Kongreß Hunger in Deutschland". Die Inter- Eisenbahnunglück in der Holsteinischen Schweiz. In der Nähe raubt zu haben. Nach dem Ergebnis der weiteren Grmittelungen nationale Arbeiter Hilfe veranstaltet unter der Bes des Kurorts Malente in der Hofsteinischen Schweiz sprang an einer find es Berliner. Der eine hat ein lintes steifes Bein, zeichnung Hunger in Deutschland" einen Kongreß, der in Berlin scharfen Kurve von einem mit Schienen beladenen. Arbeitszug das er beim Gehen nachzieht, und führte an der Hand ein auf- am 9. Dezember im Hause des Wohlfahrtsministeriums( Leipziger ein Wagen aus dem Gleis und stürzte um. Vom Begleitpersonal fallend lila blau gestrichenes Fahrrad, dessen Str. 3) stattfindet. Anmeldungen sind aus dem Jnland und dem wurde ein Beamter getötet, zwei wurden schwer und sechs tintes Bebal für das steife Bein fe ft steht, weil i Ausland zahlreich eingegangen. leicht verletzt. Die Rheinlandfrage im Landtag. Im Landtag ergriff in der gestrigen Gigung nach dem Gefahr, wenn nicht seine Rompetenzen feft umrissen werden und Ministerpräsidenten BraunAbg. Haas( Soz.) die politischen Fragen nicht von seiner Disfuffion völlig ausge schlossen werden. Die führenden Wirtschaftsmänner" verfolgen jegt zum Teil tatsächlich das Ziel, die Ruhrtohle an die Erze zu binden! Zu diesen Führern gehören auch Zentrumsleute; ich erinnere in diesem Zusammenhange an die Worte des Dr. Schwering aus dem Juni d. I. und hoffe, daß man diese Führer von ihrem jezigen Wege wieder abbringt. Das Wirtschaftsabkommen mit der Entente, Goldnotenbank des Herrn Louis Hagen Lage in der Elettroindustrie, wo von 172 000 erfaßten Arbeitern und Angestellten 42 Proz. gegen 35 Broz. im Bormonat in Betrieben mit schlechtem Geschäftsgang arbeiteten, während immerhin noch 54 Proz. der Beschäftigten bei befriedigendem Be schäftigungsgrad tätig waren. 著 Wie sehr der Niedergang des Beschäftigungsgrades durch die er armung des deutschen Boltes infolge der Inflation herbeigeführt ist, zeigt folgender Bericht aus dem Bekleidungsgewerbe: bas Wort. Redner weist darauf hin, daß der Gang der Dinge nach Die schon in den letzten Monaten eingetretene Verschlechterung Aufgabe des passiven Widerstandes auch zum Verlust des Wirtdes Arbeitsmarktes hat wetter angehalten. In großer Zahl melden schaftstrieges geführt habe. Dieser Verlust hat uns viel härter sich nicht nur Gehilfen und Arbeiter des Bekleidungsgewerbes als getroffen als der erste; erbarmungslos nüßt der Sieger seinen arbeitslos, sondern auch selbständige Handwerker. Nach Schäßung Borteil aus, und zum zweitenmal haben wir erfahren müssen, des Deutschen Bekleidungsarbeiterverbandes find daß Frankreich nicht zu seinem Wort gestanden, sich mit uns in Berhandlungen einzulassen. Mit äußerster Energie arbeitet Frant- lo hart es ist, bedeutet einen Fortschritt; ein Fortschritt ist auch das nur noch 5 Proz. der Arbeitnehmer vollbeschäftigt, die Berschwinden der Separatistenbanden. Das brutale Borgehen übrigen find teils voll erwerbslos, teils arbeiten fie verfürzt bis zu reich an der Verwirklichung des Programms des Generals Foch. den Rhein zur Grenze zu machen. Die Andeutungen über Frankreichs gegen uns wird auch die Welt schließlich umstimmen; einem Tage wöchentlich, herunter. Ueberall wirkt sich die Ver. aber nicht auf diese Stimmungen, sondern nur auf uns selbst tönnen einen ſelbſtändigen Rheinstaat sind daher durchaus mit Borsicht auf armung des deutschen Boltes darin aus, daß Anschaf zunehmen; in Frankreich denkt man sich ein Staatsgebilde mit und dürfen wir uns verlassen, sonst triumphieren nicht wir, sondern fungen von Bekleidungsstücken irgendwelcher Art nicht mehr eigenem Parlament, eigener Währung usw., ohne Vertretung im die Franzosen!( Beifall b. d. Soz.) Abg. Rippel( Dnat.): Die planmäßige Propaganda der Fran- gemacht werden können und das ganze Einkommen für Reichstag. Alle diese Gedanken sind von Herrn Tirard in Koblenz 3ofen auf eine Abtrennung der Rheinlante von Preußen und vom Gegenstände des täglichen Verbrauches verwendet werden muß. In. lanciert worden. Nach außen hin will man lediglich den Reich hat insofern schon einen Erfolg gehabt, als jetzt im Rhein- folgetessen können die Fabritanten teine Dispofitionen Schein retten, als ob es sich nicht um ein Staatsgebilde unter der land weite Kreise mehr über Berlin als über Frankreich schimpfen. für das Frühjahrsgeschäft machen und die Einzelhändler aus Mangel Autorität Frankreichs handle. Man zieht sich dabei geschickt hinter Die unverständliche Absicht des Herrn Stresemann, an Einnahmen keine Einkäufe mehr vornehmen, trotzdem der GroßDie öffentliche Meinung Frankreichs zurüd. Könnte nicht später bei der Arbeitslosenunterstügung Unterschiede zwischen dem besetzten handel bereit ist, mit den Preisen entgegenzukommen. einmal diefe öffentliche Meinung die und dem unbesetzten Gebiet zu machen, hat auch in den national Bergewaltigung dieses Staatsgebildes gesinnten Arbeitertreisen des Rheinlandes Verwirrung erzeugt. verlangen? Dann hätte Deutschland, hätte Preußen die Rheinlande Seine schwankente Haltung zu dem Plan der an Frankreich verloren. Der Hinweis auf die Friedenssicherung, die Frankreich allein anstrebe, das Blasen dieser Friedensschalmei durch hat noch übler gewirkt. Diese Goldnotenbank tönnte doch leicht bie ben heute stärksten Militärstaat der Welt darf niemand Brüde bilden zur Berwirklichung der französischen täuschen. Will Frankreich den Frieden, dann müssen am Rhein Blane auf Trennung der Rheinlande vom übrigen Deutschland. andere Boraussetzungen dafür geschaffen werden, dann muß sich Es darf nicht so gehen, daß ein Fünfzehnerausschuß oder irgendein auch in Frankreich die öffentliche Meinung Deutschland gegenüber anderer Ausschuß über die Geschicke des Rheinlandes, womöglich im umstellen. Daß durch den Rheinst a at für die Bevölkerung Einverständnis mit den Franzosen, bestimmt. Die Verant eine wirtschaftliche Besserung herbeigeführt wird, ist ein wortung in diesen Dingen hat lediglich die Reichs- und gefährlicher Trugschluß. Bir Rheinländer bleiben dabei: Staatsregierung zu tragen. Wenn tie preußische Staats Up ewig ungedeelt! Die Trennung wäre für uns der schlimmste regierung einen festen entschlossenen Willen zeigt, dann wird auch Schaden. Die große Masse der rheinischen Bevölkerung, bie rhei die rheinische Bevölkerung diesen Willen anerkennen, und dann nische Arbeiterschaft darf sich darüber nicht täuschen. In diesem werden die Franzosen nicht zu ihrem Ziele tommen. Staatsgebilde würde Abg. Schwering( 3.): Wenn die preußische Regierung für die ein rüdsichtsloses schwerindustrielles Unternehmertum Wahrung von Preußens Stellung im Reiche ebenso träfig eingeherrschen, ein Unternehmertum, welches die ersten Stöße gegen das treten wäre, wie das die banerische Regierung immer für Bayern Kabinett Stresemann führte, bereit, dem sozialen Fortschritt, ja gelan hat, dann würde im Rheinland heute wohl vieles anders aus fogar der deutschen Republik den Todesstoß zu verfegen! Sollte fehen als jeht.( Lebhafte Zustimmung.) Im Rheinland gehören in einem solchen Rheinstaat tein Hunger, feine Arbeitslosigkeit herr 46 Broz. aller Wähler dem Zentrum an. Das Zentrum hat also im schen? Und würden die Stinnes und Konsorten Arbeitslosen Rheinland eine besonders wichtige nationale Aufgabe. Die Times" unterstützung zahlen? Ich warne die rheinischen Arbeiter wird sich schwer täuschen, wenn sie auf die Hilfe des Zentrums für und Beamten, die in ihrem Nationalgefühl in den letzten Wochen die französischen Pläne hofft.( Beifall.) Wir betrachten die rheiwankend geworden sind. Es sind ja nicht nur dort, es sind auch nische Frage als eine deutsche Frage. Das Ziel der französischen in Berlin schwere Fehler gemacht worden. Die Separatisten Bolitik geht dahin, mit dem Rheinland als Hobel ganz Deutschland waren zum Teil zusammengelaufene Herden, die bis an die Zähne aus den Angeln zu heben. Ohne die Verfügung über das Ruhrbewaffnet, den Rheinstaat in Frankreichs Interesse zu gründen ver- gebiet fann Deutschland höchstens vegetieren, niemals leben. Ber fuchten. Unter den„ Führern" befanden sich mit langjährigem Bucht die Hand dazu bietet, dem Ruhrgebiet die volle Auswirkung auf das haus bestrafte Subjekte. So in Bonn, wo bezeichnenderweise gerade übrige Deutschland zu schmälern, würde die Kommissare der Polizei und der öffentlichen Sicherheit derartige Berbrechergestalten waren. Und diese Gesellschaft wird von der hohen interalliierten Rheinlandtommission geschüßt und in Der Pfalz noch heute unterstützt! Ein großer Teil der Separatisten mit französischen und belgischen Militär waffen ausgerüstet. Rann es in Preußen- Deutschland Bolts. genossen geben, die das rheinische fo glänzend bewährte Bolt preis geben wollen? Während der Kanzlerschaft hat leider Herr war Stresemann mit seinem Zidzadfurs eine antideutsche Polifit treiben. Mit der öffentlichen Erörterung der verschiedenen Projekte zur Lösung der rheinischen Wirtschaftsfragen ist schon ein Schaden angerichtet worden, der schwer wieder gut zu machen ist.( Sehr richtig!) Zweifellos hat die Stresemannsche Politik in der rheinischen Frage eine Reihe schwerer Fehler enthalten, die noch heute im Rheinfant höchst unangenehm nachwirken. Wenn das Rheinland einmal preisgegeben wird, dann ist es nicht so leicht wiederzuholen. ( Lebhafte Zustimmung.) Die Loslösung der Rheinlande aus dem deutschen oder preußischen Staatsverband würde eine Katastrophe für Deutschland und Breußen bedeuten.( Lebhafte Zustimmung.) Das Zentrum wird sich niemals an solchen verräterischen Plänen beteiligen. Dementsprechend ist auch die Entwicklung des Arbeits. marttes eine äußerst ungünstige gewefen. Die Zahl der Bes häftigten ging nach den Meldungen der Krankenkassen um 4,5 Proz. zurüd. Die Arbeitslosigkeit und die Kurzarbeit haben weiter zugenommen. Am 27. Ottober waren bereits 19,1 Proz. der Arbeiterschaft oder etwa jeder fünfte Arbeiter erwerbs. 1os. Auch die Kurzarbeit hat eine starke Zunahme erfahren. Nach den Berichten der Verbände waren 47,3 Proz. der Beschäftigten ar. beitslos. Die Genauigkeit der Meldungen wird jedoch vom Reichsarbeitsblatt bezweifelt; trotzdem muß dieses amtliche Organ zugeben, daß mit Sicherheit in der gesamten organisierten Arbeiterschaft die Arbeitslosigkeit rund ein Fünftel, die Kurzar. beit zwei Fünftel ausmacht. Bei einzelnen Berbänden, z. B. den Metallarbeitern, Textilarbeitern und Schuhmachern ist der Anteil der Arbeitsverkürzung sicher noch wesentlich größer, so daß in diesen Verbänden wahrscheinlich nur ein ganz geringer Teil der Arbeiterschaft voll arbeitet. Also bereits Ende Oktober waren nach diesen Feststellungen von je fünf Arbeitnehmern nur noch zwei voll beschäftigt. Der Anteil der Erwerbslosen dürfte sich nach den Berichten der Handelskammern, die überwiegend eine weitere Berschlechterung des Geschäftsganges verzeichneten, inzwischen noch weiter erhöht haben. Außerordentlich eindringlich spiegelt sich die Verschlechterung des Arbeitsmarktes im Andrang an den Arbeitsnach. meisen, wo im Oktober auf je 100 offene Stellen 787 wo männliche( im Bormonat 555) unb 356 weibliche( im Bormonat 235) Arbeitsgesuche tamen. Bis Mitte November hat fich die Zahl der offenen Stellen weiter auf die Hälfte vermindert, während die Arbeitsgesuche im gleichen Verhältnis zugenommen haben. Das Anwachsen der allgemeinen Notlage, das in den letzten Monaten so viele Proletarier am eigenen Leibe erfahren mußten, wird in diesen amtlichen Zahlen bestätigt. Das Reichsarbeitsministerium aber will die Kauffraft durch Lohnfürzung stärken! Goldmarkgiroverkehr bei den Girofaffen. Die deutschen nicht zu seinen Worten als Abgeordneter gestanden und dadurch Girofafien richten neben bem Rentenmartgiroberlehr auch die Rheinländer an der Reichsregierung irre gemacht. Wie konnte einen Goldmartabrechnungsvertebr ein, an dem fämtman überhaupt auf den unglaublichen Gedanten tommen, hinsichtlich der Arbeitstofenunterstützung zwischen beAbg. Hermann- Neviges( Dvp.): Im Rheinland waren in der liche Girozentralen, aber nicht die Sparfaffen teilnehmen. Die Rechnungseinheit ist die Goldmark zehn 42stel Dollar, das fektem und unbefektem Gebiet zu unterscheiden? Der gleiche 3d Tat schon vereinzelte Zweifel an der Treue Preußens und des zadkurs in der Währungsfrage. in der Rentenmart Reiches aufgetaucht. Die preußische Regierung und der Mindeſtguthaben beträgt 100 Goldmark und soll verzinst werden. frage! Wie sollte es mirten, wenn der Reichsbank aufgegeben Breußische Landtag sollten gegenüber dem Reichstag und der Reichs- Ginzahlungen fönnen lediglich in Devifen erfolgen. Auszahlungen wurde, das Notgeld der rheinischen Städte zurückzuweisen. Auch regierung in der rheinischen Frage viel aftiver fein als bisher. follen bauptsächlich in Ueberweisungen, daneben aber auch, wenn das Rheinland muß ein wertbeständiges Zahlungsmittel haben, wenn( Beifall.) Die Frage, ob auf Grund der Reichsverfassung ein felb. der Inhaber des Kontos die Berechtigung zum Devisenhandel hat die Bande mit dem unbefekten Deutschland nicht zerrissen werden ständiges Rheinland gebildet werden tönnte, existiert oder vom Finanzamt zum Devisenhandel ermächtigt ist, in Dollar sollen. Bis weit in die Reihen der Rechtsparteien hinein hat sich nicht für uns, folange noch ein Franzose im besetzten Gebiet erfolgen. Der Verkehr foll gebührenfrei geführt werden. steht. Sehr bedenklich erschienen uns aber manche Aeußerungen Das ungenutzte Gold. Deutschland fehlt zur schnellen Wieder. eine grenzenlose Erbitterung gegen diese Zickzackpolitik erhoben, die der neue Spartom. des Borfizenden des Preußischen Staatsrats Adenauer aufrichtung eine Goldwährung, ein ausreichender Goldbestand. missar, herr Bracht, an Ort und Stelle noch fortfekt. Den Er hat in einem Interview über die Möglichkeit gesprochen, daß das Amerika hat davon im Ueberfluß. Beamten zahlt man erbärmliche Hungergehä'ter; die Beamten Rhein and zwar im Rahmen des Deutschen Reiches bleiben, aber Staaten befindet sich zurzeit in Münzen oder Barren ein Golda der Gruppe XIII erhielten nur Bezüge in Höhe einer Arbeiter. pom Preußischen Staat losgelöst werden könnte. Wir halten solche bestand in Höhe von Töhnung! Bumal die Not der Schupo beamten ist außerordent. Pläne für höchst bedenklich.( Beifall.) Nach weiteren Ausführungen der Abgg. Dahlem( Komm.) und lich. Sehr viel zur Berwirrung der Gemüter hat auch beigetragen, daß Herr Tirard uns immer wieder die Duldung der faschistischen Gottschalt- Gummersbach( Dnat.) wird ein Antrag auf Schuß der Hundertschaften in Banern vorhalten fonnte, und daß andererseits Besprechung angenommen. Damit sind die großen Anfragen über in Sachsen und Thüringen offenbar von der Reichsregierung mit hein und Ruhr erledigt. Eine Reihe von Noterordnungen des Willfür und unter Rechtsbrüchen operiert wurde. Und wie soll es Ständigen Ausschusses, die vom Staatsministerium mit Gesetzestraft menn trop voller Scheuern das Mitgefühl der erlassen sind, wird vom Hause bestätigt. ganzen Welt anaefleht werden muß, um die Bevölkerung vor dem Hungertod zu schützen? Ungeheure Opfer müffen gebracht wer. den; aber hat bisher der Appell an die Besitzenden etwas genügt? wirken, Bis hierher und nicht weiter! Die Bildung bes 56 er Ausschusses bedeutet geradezu eine Wirtschaft Der Reichsindex für die Lebenshaltung. ( 1913/14= 1) Durchschnitt Mai. 3816 • 7 650 37 651 586 045 99 1. Oftober 8. 15. 99 22. 29. Juni. Juli August September Oftober November 5. November 12. 99 19. 99 26. 3. Dezember 15 000 000 3 260 000 000 657 000 000 000 40-400 000 109 100 000 691 900 000 3 045 000 000 13 671 000 000 98 500 000 000 218 600 000 000 831 000 000 000 1 535 000 000 000 1515000000000 Abnahme gegen die Borwoche 1,3 Proz. Donnerstag 12 Uhr Anträge über die Not des Volkes, Ausfprache über die innere Bolitik. Die Forderung der Kommunisten, morgen die kommunistischen Anträge auf Aufhebung des Belage rungszustandes und Ueberführung von Kommunisten in Konzentrationslarer zur Beratung zu stellen, wird abgelehnt. Schluß 5,20 Uhr nachmittags. geben, ernsthaft auf eine Ueberwindung der gegenwärtigen Absatzfrife hinarbeiten, fo tommt es darauf an, durch einen verschärften Preisabbau und durch Angleichung der Löhne an die immer noch zu hohen Warenpreise die Spannung zu überbrüden, die es der Mehrzahl des Boltes unmöglich macht, selbst dringend benötigte Waren zu laufen. Arbeitsmarkt und Wirtschaftslage. Wie schon aus den von uns frizzierten Berichten der Handels. tammern hervorging, hat sich die Wirtschaftslage im November meiter fatestrophal verschlechtert. Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit haben stark zugenommen. Das Bilt, das hier entworfen wurde, wird bestätigt durch die Berichte des Reichsarbeitsblattes. Danach waren bereits im Oftober nach 1219 Berichten typischer industrieller Unternehmungen mehr als sieben Zehntel schlecht be. schäftigt. Der Rüdgang der industrielien Beschäfti. gung tritt besonders drastis; in Erscheinung, wenn man ihn vergleicht mit dem Bormonat und dem Vorjahr. Es waren demnach Don je 100 Arbeitern und Angestellten tätig in gut mittel schlecht beschäftigten Betrieben Ditober 1923 September 1923. Oftober 1922. 7 14 . 43 22 25 44 71 61 13 9 Damit ist zum ersten Male seit langer Zeit eine Stabilität der Lebenshaltungsfesten zu verzeichnen. Die Abnahme Aehnliche Erhebungen liegen auch für einige andere Berufs. Nach 129 Berichten von Betrieben der Eisen. der Inderziffer um 1,3 v. 5. fällt nicht ins Gewicht. Anzunehmen gruppen vor. ist, daß der Preisabbau, der gestern sich fortsetzte, in dem nächsten und Metallindustrie waren in diesem Gewerbezweig 87 Broz. Lebenshaltungstofteninder deutlicher in Erscheinung treten wird. der Arbeiter gegen 73 Proz. im Vormonat und nur 10 Proz im Gegenüber etwaigen Versuchen, die geringe Senfung der Oftober des Vorjahres in schlecht beschäftigten Betrieben tätig, Lebenshaltungskosten zu einer Propaganda für Lohnabbau auszu während der Anteil der gut beschäftigten Werte vor einem Jahre 68 Im Maschinenbau wuchs die Zahl müßen, muß von vornherein mit aller Entschiedenheit betont werden, gegen zuletzt 4 Proz. war daß noch nach dem legten Inder die Kosten des bringendsten Auf der schlecht beschäftigten Arbeitnehmer aus 228 Betrieben von 67 mands um mehr als die Hälfte über den Vortriegsstand auf 79 Prre. an, in Betrieben mit gutem Geschäftsgang waren nur ftehen. Die Löhne hingegen bleiben hinter den Borkriegslöhnen noch 3 Broz. der Arbeiter tätig gegen 14 Broz. im September. weit zurüd. Will man, anstott Interessenteneinflüsterungen nachzu. Richt ganz so ungünstig erscheint an Hand dieser Erhebungen die In den Bereinigten 4 168 091 621 Dollar. Amerita besigt mithin 46 bis 49 Prozent des Goldbestandes der ge. famten Welt Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksbeamtenfag. Die Fortsetzung des Bezirksbeamtentags findet Freitag, den 7. Dezember, abends 7 Uhr, in den Musiferjälen", Kaiser- WilhelmStraße 31( Börsenjaal), statt. Zur Teilnahme berechtigt find fämt. liche Mig ieder der Abteilungs-, Kreis. und Bezirkswerbeausschüsse, fowie die Mitglieder des Reichsbeamtenbeirats und des Bezirksvorstandes. Auf der Tagesordnung steht die Fortjehung der Debatte über das Beemtenabbaugesetz und die Republifanisierung der Berwaliung. Außerdem ein Vortrag des Genossen Wäger über Organi. fationsfragen. Bezirksvorstand. im Wichtige Sigung Sonnabend, den 8. Dezember, abends 6 Uhr, Konferenzzimmer der Vorwärts"-Redaktion, Lindenstr. 3. 20. Kreis Reinidendorf. Theatervorstellung beute abend 8 Uhr in Tegel, Restaurant Strandschloß. Sur Aufführung gelangt Der Herr Senator in befter Befegung. Einige Karten find noch an der Kaffe zu haben. 9. Streis Wilmersdorf. Die Vorlesung am Donnerstagabend fällt megen Berhinderung des Bortragenden aus. Die nächste wird noch bekannt. gegeben. Freitag, ben 7. Dezember, 7 Uhr, Kreismitgliederver fammlung im großen Gaale des Bittoriagartens, Bilhelmsaue. Tages ordnung: Die Stellung der Weichstagsfrattion." 3. Areis Webbing. Freitag, den 7. Dezember, 7 Uhr, Sigung bes erweiter. ten Areisvorstandes an bekannter Stelle. 14. Rreis Neukölln. Freitag, den 7. Dezember, 7% Uhr, Sigung des es weiterten Kreisvorstandes an bekannter Stelle. 5. Kreis Friedrichshain. Montag, den 10. Dezember, 7 Uhr, Kreisfrauen verfammlung bei Schmidt, Fruchtstr. 37. Thema: Lebensgemeinschafts schulen." Referentin: Genoffin Niedger. Zu dieser Bersammlung muß in ellen Schulen eingeladen werden. 2. Areis Tiergarten. Achtung, Abteilungsleiter! Montag, den 10. b. M., erweiterte Kreisvorstandssigung. Lokal wird noch bekanntgegeben. Alle Funktionärtonferenzen sind auf Dienstag zu verlegen. Heufe, Donnerstag, den 6. Dezember. 8. Abt. Den Bezirksführern zur Kenntnis, daß die 8ahlabende am Diens tag und Mittwoch ausfallen und dafür eine Mitgliederversammlung in der Echulaula Winterfeldtstr. 15 stattfindet. Su diefer Bersammlung find alle Mitglieder einzuladen. 35. 6. 7% Uhr bei Drelse, Schreinerfir. 18, Funktionärversammlung. 146. bt. Reidsbruderei. Nachm. 3½ Uhr Mitgliederversammlung im Graphi fchen Bereinshaus, Alexandrinenftr. 44. Jungsozialisten Gruppe Treptow. Bünktli 7 Uhr, Jugendheim, Elfenste.& Gemeinsame Beranstaltung. Vortrag über: Strindberg und die Frau. Referent: Robert Keller. Gruppe Friedrichshain. Beranstaltung füllt aus. Morgen, Freitag, den 7. Dezember. 5. 6. 7 Uhr Funktionärtonferenz bei Sebler, Georgenkirchstr. 36. 78. Abt. Schöneberg. 7 Uhr erweiterte Vorstandsfizung bei Rönig, Bring Georg, Ede Feurigstraße. Die arbeitslosen Genoffen find spätestens in der Gigung dem Abteilungstaffierer anzugeben. 79, wet, Schöneberg. Pünktlich 8 Uhr im Lotal Groß, Sedanstr. 17, wichtige Funktionärtonferenz. 85. Abt. Tempelhof. 7% Uhr Borstandsfizung im Logenheim, Berder, Ede Friedrich Wilhelm- Straße. Jungsozialisten Schöneberg. 8 Uhr im Kinderhort, Feurigfit. 35. Bortvag von Gen. Sänfeleit über Die foaialen Berhältnisse im alten Griechen Janb Das sterbende Beamtentum. Bon Albert Faltenberg. sie hereingebrochenen oder ihnen drohenden Katastrophe ihr eigenes Geschick schwerer empfinden müssen als das unlöslich mit ihnen verbundene Schicksal des deutschen Berufsbeamtentums. Altersgrenze auf das 60. Lebensjahr gefordert. Auch er läßt nicht ein gut durchdachtes System dieser Arbeitnehmer- und den von den Vätern der Verordnung ins Feld geführten Grund Beamtenpolitit zugrunde? Erwerbslose Geroffinnen und Frauen Erwerbsloser! Dienstag, den 11. Dezember, nachmittags 1, Uhr, im Gewertschaftshaus, Engelufer 24/25, Saal 4: nicht gelten, daß nämlich die herabsetzung der Altersgrenze Und dennoch: Die Rechnung hat ein Loch. Die dieses deswegen nicht tragbar sei, weil dann die Tradition verloren System hinter verschlossenen Türen ausgeflügelt, hatten für Mit dem als Tatsache zu buchenden Personalabbau ginge, das heißt: die Attenfenntnis nicht mehr in dem bis- ihre Arbeit und ihren Geist den Geist, den sie begreifen, zur in der öffentlichen Verwaltung hat eine Periode nicht nur der herigen Maße vorhanden wäre. Aftenfenntnis mag gut sein Verfügung. Wenn sich ihre Reformen" erst einmal auszuBerminderung der Beamtenziffer, sondern auch der grund- und der minutiösen Abwicklung eines Behördenbetriebes wirken anfangen, werden denen die Augen übergehen, die fäßlichen Veränderung der inneren Struktur des Beamten- dienen. Sich einfühlen können in die lebendige Entwicklung, heute als Mitläufer die Wiederkehr des alten Syſtems bes tums eingesetzt. Das Ergebnis dieses Prozesses wird voraus um ihren Strom durch die Bureaus zu leiten, ist jene höhere jubeln. Sie selbst werden die Leidtragenden sein, denn sie fichtlich wesentlich anders aussehen, wie feine Väter es sich Kunst, an der die deutsche Verwaltung im weitesten Ausmaße waren ja nur die Werkzeuge eines höheren" Willens, der sich gedacht haben. Ihr Glück ist, daß die am meisten Betroffenen, mit der Vergewaltigung einer unausweichlichen Entwicklung die Abgebauten und Abzubauenden, unter dem Druck der über noch einmal den Hebel der Staatsmaschinerie glaubte erobern au fönnen. Er wird ihn in Händen halten, ob aber seine Kräfte ausreichen, ihn zu beherrschen im alten Sinne dieser Glaube fann nur von furzer Dauer sein. Das Beamtentum der obrig teitlichen Zeit ist tot. Eine neue Generation verlangt die Geschäfte des neuen Staates zu führen. Ihre Innenverfassung sieht anders aus als die der sterbenden Beamtengeneration. Wir erleben die Tragit, daß ihre führenden Bertreter bestrebt sind, den Aft abzufägen, der sie selber einmal getragen hat. Wohl tann man durch Personalabbau die Beamtenziffer ver ringern, vielleicht sogar als Zukunftswirkung die Verwirk lichung von Ersparnisplänen erreichen, nicht aber läßt sich die innere Festigung des Berufsbeamtentums gewinnen durch Abbauverordnungen, die mit Rechtsbeugung arbeiten und in engstirniger Willfür eine ihrer Hauptstützen finden. Mit solchen Mitteln wird man nur eines erreichen: die Zerstörung des Berufsbeamtentums, ohne etwas Besseres an seine Stelle gesetzt zu haben. " Versammlung Vortrag der Genoifin Bohm- Schuch, Mitglied des Reichstags: „ Das Schicksal der erwerbslosen Frauen." Eine Ende November an die Fraktionen des Reichstages gerichtete Eingabe fämtlicher Beamtenspißenorganisationen enthält die ausdrüdliche Erklärung, daß sie bereit sind, an einem vernünftigen Abbau zu ihrem Teil mitzuwirken. Diese Bereitwilligkeit, die schon unter der Cuno- Regierung von den Beamtenorganisationen des öfteren befundet wurde, mußte auch den maßgebenden Regierungsstellen bekannt sein. Wenn gescheitert ist. Wenn es möglich ist, daß in Desterreich mit trotzdem das Reichsfinanzministerium als federführendes 6 Millionen Menschen die Altersgrenze beim 54. Lebensjahr Ressort die Mitarbeit der Arbeitnehmerorganisationen mit gezogen wird, dann fann niemand behaupten, daß in Deutsch Den ausgefallensten Begründungen auszuschalten wußte, dann land mit 60 Millionen Menschen die Festlegung der Pensions müssen politische Beweggründe für diese Methode grenze auf das 60. Lebensjahr den Traditionsschwund bedeute. ausschlaggebend gewesen sein. Und wenn schon wenn überhaupt noch etwas erhofft wer Es gibt heute faum noch einen objektiven Beurteiler der den soll für die Berjüngung der deutschen Verwaltung, dann geltenden Abbauverordnung, der nicht aus ihrem Inhalt als nur von der aufsteigenden Linie, der nicht schon eine stabile Die es angeht aber haben eine sittliche und staatspolitische Hauptzmed die Gesundung des Beamtenförpers" herausge- Berwaltungsregie ihren Stempel eingeprägt hat. Solange Bflicht zu erfüllen. Die Gewerkschaften müssen auf lefen hätte. Auch die Notwendigkeit einer Einschränkung des die Alten und Aeltesten bleiben, sterben die legten Initiativ Mittel und Wege finnen, den Abgebauten zur produt Beamtenapparates zugestanden, laffen sich doch erfolgreichere menschen unserer Bureaukratie hinweg und die Mutigen tiven Anlage ihrer Abfindung oder Pensions Gegenmaßnahmen ausfindig machen. Vielleicht hätte es auch schütteln den Staub von den Schuhen. beträge zu verhelfen. Sie dürfen nicht einen der Betroffe genügt, rechtzeitig die Einziehung der selbst von der Deutschen Um die Abbauperordnung als Sparmaßnen seinem Schicksal überlassen, ohne den Bersuch unternommen Arbeitgeberzeitung" befürworteten Inflationsgewinnsteuer" nah me wirksam werden zu lassen, wird mit dem Abbau der zu haben, ihn in die Reihen der produktiven Arbeitskräfte vorzubereiten, anstatt durch die rigorose Einleitung eines Ber- unteren Schichten begonnen. Bei den höheren Dienstgraden zurückzuführen. Regierung und politische Parteien müssen den fenalabbaues mit Rechtsbruch eine sichere politische Niete zu schlägt der Abbau nicht zu Buch, die großen Zahlen müffen es Gewerkschaften weitestgehende Unterstüßung in ihren Bestreziehen. Die Menschen, die jetzt aus den öffentlichen Betrieben tun. Ganz in den Rahmen dieser Methode paßt der Bersuch bungen zuteil werden lassen. Man braucht sich in seinem Voraufs Straßenpflaster fliegen, müssen an dem politischen System eben desselben Reichsfinanzministeriums, das für die Abbau- gehen nicht von übertriebenem Optimismus leiten zu laffen irre merden. Das ist ja aber auch wohl einer der Zwede dieser verordnung die Verantwortung trägt, die Spannung in den und fann dennoch den Glauben an die Lösung dieser schwierigen modernen Bereinigungsmethode. Politisch gehen die Hinaus Gehältern zwischen unten und oben in diesem Augenblick zu Frage behalten. Bestimmte Pläne, die zurzeit in Bearbeitung gesetzten entweder auf die Seite der Ultras von links oder erweitern. Die angefangen hatten, von unten nach oben auf- find, werden baldigst von den maßgebenden Stellen zur Er rechts oder aber sie werden indifferent, jedenfalls bedeutet ihr zufteigen und mit Hilfe ihrer Gewerkschaften den Weg zur örterung unterbreitet werden. Auch an dieser Stelle wird von Abgang zunächst einen Abstrich von Kräften aus der Linie des Besserung ihrer wirtschaftlichen Lage beschritten hatten, wurden ihnen noch zu reden sein, denn sie enthalten die Anfäße für etn positiven Staatsbürgertums. Sie sind ein Verlust für die denen zu start, die sich längst um die Wiederherstellung ihrer Stüd neuer Welt. Festigung des Staatsgedankens, die eben begonnen hatte. ungeschmälerten Macht bemühten. Nun halten sie ihre Stunde Kein gesundes noch viel weniger ein gefundendes für gekommen. Berfonalabbau statt Behördenreorganisation Hungerge Staatswesen fann ohne Schädigung eine Ueberalterung feines Steuerbelastung anstatt Steuergefundung HungergeBeamtentörpers ertragen. Und ausgerechnet die Abbauver hälter für die Beamtenmassen anstatt Erhöhung der Kauffraft ordnung der deutschen Republik hält daran fest, daß das des Einkommens und Gewährung ausreichender Goldgehälter 65. Lebensjahr als Pensionierungsgrenze bestehen bleibt. Selbst und-löhne. Dazu Arbeitszeitverlängerung, die sich naturder Reichsbund der höheren Beamten hat die Herabsetzung der gemäß wiederum nach unten am stärksten auswirkt liegt 21 Theater Große Volksoper im Theater des Westens Lichtfpiele 7%, U: Die verkaufte Braut wfw. Deutsch. Theater Volksbühne 72 Uhr: 11. Schauspieler- Th. Pigaros Hochzeit 8 Uhr: Die im -ww Sport- Palast Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Bund Deutscher Bobenreformer, Ortsgruppe Groß- Berlin. Berfammlung in der Landwirtschaftlichen Sochschule, Invalidenftr. 2( Großes Auditorium). Donnerstag, 6. Dez., abbs. 7. Borträge: Dr. Abolf Damafchle: ,, Gozial politische Rämpfe der Gegenwart." M. Schadewald,' Gefchäftsführer der märkischen Scholle":" Die Bodenreform in der Berliner Siedlungspraxis. zu Berlin mart Patentmatragen. Bolster auflagen, Rinderdrahtbett. Meide, Deutscher Metallarbeiter- Verband Innangskrankenkasse d. Tischleringung Retabetten, Chaifelonques& Goldausgefallenen Rag-, Geldschrank- und Möbelschlosser! it wirtung ab 1. Dezember 1923 Auguftstraße 82a, Quergebäude. gelten für die berechtigten( reiwillig ver- Batentmatragen, im Verbandshaus( Arbeitslosenfaal). Entgelt beschäftigten Lehrlinge und die Th. Im Admiralspalast Winter- Radrennen Tägi 7 Uhr Täglich Cafeans Lessing- Th. Drunter and drüber Caféhaus Kammerspiele finden vom 7 Unr: Rausch Deutsch Opernhaus in 1. Schauspieler- Th. Freitas 7 Uhr: 8 Uhr: Tageszeiten d. Liebe Theater 1. d. Michael Kramer 7 Uhr: Carmen Beat. Künstler- Th. KöniggrätzerStr. Alla endi, 7 8 Der Blech, Armster 1. bis 15. Dezember Wien- Berlin Intimes Theater auf der Bühne statt. Uhr: Abendbesuch Jägerstraße 23 a Schweiger First v.Pappenheim Die k. u. k. Hose etc. Großer Weihnachtspreis von Wien- Berlin Flieger- Rennen:: Vorgabefahren: Punktfahren Komödienhaus Komische Oper Metropol- Theater Teilnehmer: Weltmeister Willy Arend Allabendlich 7 2: Casinogirls 8 Uhr: Mein Vetter Eduard Berliner Theater 7.30: Dolly Rose- Theater 78 Uhr: Wenn ich dich nur hab'. Die größte Revue des Kontinents: Die Welt ohne Schleier -w Emil Lewanoff Wiener Meister über Funktionär- Konferenz Familienangehörigen des Arbeitgebers, Auflegemateazen, Stargarder Balter, Freitag. 7. Dezember, abends 7 Uhr, ficherten) Mitglieder sowie für die ohne Choifelongues, Bintenstr. 83 85: ftraße achtzehn. im§ 3 Abfag 1 der Sagung genannten Gelegenheitskäufe! alle Rorbfeffel, bie ohne Entgelt im Betriebe beschäftigt Arten Kleinmöbel, Einzelmöbel, bewerden, folgende Säge: 88/14 beutend herabgefeßt. Möbelschap, Lohn Täglicher Brunnenstraße 160, An Cngang flamerstraße. Bananschläger. A Entgelt Grunblohn Beitrag ohne Sonnabend, den 8. Dezember, aachm. ftufe 4 Uhe, im Verbandshaus( Sigungs- bis 1200 MS. faal) Linienftr 83/85: Branchenversammlung Untergruppe Schwachstrom. Freitag, 7. Dezember, abbs. 6 Uhr, im Zimmer 14, Linienfte 83/85: Meister über 100 km Karl Wittig 24 Stunden Alfred Schrage Deutscher Straßenmeister Versammlung Neues Theat a. Zoo Paul Koch Sechsfacher Trep: ower Meister Erich - Hlepel- Bögel Uhr. Die Luxustran Renaissance- Theat. Abraham Karl Rudel Täglich Ausfahren der Punkte für den der Arbeiterratsvorsitzenden ber Schwachstrombetriebe. Sonntag, 9. Dezember, vorm. 9½, Ahr, C123456789 450 lb. 33 750 ill 900 MID. 67 5.0 2400 N 2 1800 135 Milliard 8600 3000 225 29 4800 4200 315 6000 5400 405 P " 7 200 6600 495 8400 7800 585 9 600 9 000 675 10 800 10200 765 " 1 10 über 10 800 12 000 900 " 1 Musikinstrumente 108/9 Bianos preiswert. Alaviermacher Lint. Brunnenstraße 35. Kaufgesuche Möbeleinkauf. Wirtschaften, ber 1857. Nach Anspruch auf die hiernach erhöhten läffe. Woldenburgerstraße 2 Aleran Leistungen besteht ab 9. Dezember 1923. Berlin, den 4. Dezember 1923 Der Borstand U. DerWeibsteufel Großen Weihnachtspreis von Wien- Berlin" in ben Sophienfaien, Sophienftr. 15 16 Otto Gronau, Borf. W. Lindemann, Schrifti Roßhaare, Apollo- Theater Thalla- Theater Casino- Theater 7, Allabendl. 77/ Pst! Pst! 8: Dienstmann Nr. 7 Die proße Revue Uhr: Berl. Volksstück in 3 Akten Vorher: Bunter Tell Europa SCALA Ununterbrochen geöffnet von 9 Uhr morgens bis 7 Uhr abends! spricht davon! Uhr Jnternat. Reichshallen Th Varieté Täl. 1 U. 11.Sonnt. 3U Stettiner Sänger Theater i.d.Kommandantenstr. Uhr: Charlie Wallner- Theater Uhr Ein Sprung in die Ehe Lustspielhaus Crfolg Inseratem Vorwärts WINOBRIEN Varieté Spielplan Preise 50 Pf. bis 6 M. Rauchen gestattet! Th.a. Kottb. Tor Branchenversammlung der Eisen, Revolverdreher und Tabak und Zigaretten -dreherinnen. nirgends billiger als wie beim organisation? Tagesordming: Industrie- oder Berufs- Tabat-u.3ig. Bertrieb Merfur, Wallstr.27 Referent: Reichstags- Ede Roßftraße. Bou 16 m. an. abgeordneter Kollege Malaan. Mitgliedsbuch legitimiert! Neu eröffnet! ber 1857. Fahrräder kauft Linienstraße 19. Felleinlant. Biegen, Bidel, Ranin, Schafwolle, Maulwürfe, Ralbfelle. Boldenburgerstraße 2. Aleran ber 1857. Händler Extrapreise. Werkzeuge u. 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