Nr.571 40. Jahrgang Ausgabe A nr. 285 Bezugspreis: Bom 2-8. Dezember 1 Billion ober 1 Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 2.- 8. Dezember für Deutschland. Danzig, Saar- u. Memels gebiet. Defterreich, Litauen, Lugem burg 1,35 Goldmart, ür das übrige Ausland 1,60 Goldmart Kreuzband fendungen nur gegen wertbeständige Bahlung. Boftbezugspreis freibleibend. Der Borwärts" mit der Sonntags bellage Bolt und Zeit" u„ Giedlung und Kleingarten", fowie der Unter haltungsbeilage Seimwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 130 Milliarden Anzeigenvreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0.70 Goldmart, Neflamezeile 3,50 Goldmart. Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Wort 0,20 Gold mart( zuläffig amei fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 0.10 Golbmart. Stellengesuche das erfle Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. 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Gestern wurden im Reichstag die beiden Paragraphen, befesten Gebiet haben in der gestrigen Debatte wieder aus denen das Ermächtigungsgesetz besteht, angenommen. holt darauf aufmertfam gemacht, welche Gefahr es für die Mehr als zwei Drittel der Abgeordneten beteiligten sich an der Reichseinheit wäre, wenn es ben deutschnationalen Abstimmung, und dann stimmten wieder mehr als zwei Katastrophenpolitikern gelänge, jezt überſtürzte Wahlen Drittel mit Ja. So schien alles in Ordnung, aber noch zu erzwingen. Auch die Regierung läßt erklären, daß sie stand die Schlußabstimmung aus, und da beschloß das Haus aus diesem Grunde eine Auflösung des Reichstages jetzt gern auf Antrag der Mittelparteien Bertagung auf Sonn vermeiden würde. Sie sieht allerdings in dem Fall, daß das abend. Warum? Es bestand der Berdacht, daß die Deutsch Ermächtigungsgesetz am Sonnabend nicht zustande täme, die nationalen einen fleinen Ueberfall vorhatten, indem sie sich Auflösung des Reichstages für unvermeidlich an und hat für plöglich vor der Schlußabstimmung entfernten und die An diesen Fall die Bollmacht des Reichspräsidenten schon in der wefenheitsziffer unter die notwendigen zwei Drittel herunter. Tasche. brückten. Agrarische Steuerfreunde. In seiner Antrittsrebe sprach der Reichstanzler Marg von ber betlagenswerten" Tatsache, daß es immer noch Be Dölterungsfreise gibt, die gegen bie notwendigen steuerlichen Maßnahmen des Reiches Protest er heben. Als Antwort darauf hat der Reichslandbund an marg das folgende Schreiben gerichtet: Bir bestreiten dem Reiche nicht die Berechtigung, ellige finanzielle Maßnahmen auch im Wege der Noto: rordnung zu treffen. Mit Nach brud müssen wir aber dagegen Ber wahrung einlegen, daß wie es in der Steuerverordnung beab fichtigt ist, ohne ordnungsmäßige Borbereitung und ohne den Be troffenen Zeit zu eingehender Stellungnahme und Bereitstellung von Material zu lassen, eine grundlegende enderung in der Besteuerungsform der Landwirtschaft, und zwar in der Richtung des sozialistischen Steuerprogramms, Der Reichstag hat 459 Mitglieder, 306 müssen durch Sihung der sozialdemokratischen Fraktion. getroffen werden soll. Es handelt sich hierbei um Maßnahmen, welche erst im Jahre 1925 in Kraft treten, so daß also nicht der geringste Teilnahme an der Abstimmung ihre Anwesenheit fundtun, Die sozialdemokratische Reichstagsfrattion befchäftigte sich Anlaß besteht, diese Maßnahmen, welche einem neuen Reichstag sonst ist schon die erste Voraussetzung für das Zustande gestern nach Schluß des Plenums mit der Lage, die durch und einem neuen Einkommensteuergesetz vorzubehalten lind, im Wege tommer eines verfassungsändernden Gefehes nicht mehr ge das Berhalten der Deutschnationalen gefchaffen war. Sie der Notverordnung jezt schon festzulegen. Mütsicht auf die geben. 362 Abgeordnete hatten gestimmt. Traten die Deutsch stand dabei auch vor der Tatsache, daß eine Anzahl von Beunruhigung der ländlichen Bevölkerung, die nationalen plöglich in Streit, so fant die Beteiligungsziffer arteigen offen vor ben Abstimmungen über burch derartige Regierungsmaßnahmen hervorgerufen wird und möglicherweise unter 306, dann flog das Ermächtigungsgeset bie§§ 1 und 2 ben Saal verlassen hatten, und zweifellos auch einen starten Einfluß auf die landwirt. auf und mit ihm der Reichstag. schaftliche Produktion ausüben muß, bitten wir den Herrn Reichstanzler im Interesse der Bolfsernährung und der Ruhe der Bevölkerung dahin zu wirken, daß diejenigen beabsichtigten Maß nahmen, welche nicht unbedingt mit größter Befchleunigung getroffen werden müssen, bis zu einer ordnungsmäßigen Durchberatung zuid. gestellt werden." daß dadurch die Zweidrittelmehrheit für den Fall, daß die Deutschnationalen plötzlich ihre Beteiligung einstellten ge fährdet war. Selbstverständlich tann des Berhalten dieser Parteigenossen mit jenem der Deutschna.ionalen in feiner Weise in Parallele gestellt werden. Sie erklärten, daß sie die Ausführung des Fraktionsbeschlusses mit ihrer Ueberzeugung nicht vereinbaren fönnten, und machten von dem Recht der unauffälligen Entfernung Gebrauch. Bon den Parteiführern, schließlich auch von Reichskanzler zur Rede gestellt, ob sie den vermuteten Ueberraschungseffett in Borbereitung hätten, verweigerten die Deutsch nationalen( pigbubisch lächelnd jede Aus funft. Außerhalb der deutschnationalen Fraktion war man sich einig darüber, daß ein derartiges Verhalten wohl für Mar und Moriz angemessen fei, die mit ihrem Busterohr schlimme Streiche begehen, aber nicht für erwachsene Männer und Dagegen wäre nichts einzuwenden, wenn nicht un Frauen, nicht für Leute, die in jedem Augenblid große Redens glücklicherweise objektiv und faftisch den Deutschnationalen arten von den Interessen der Nation im Munde führen. Mit eine- non jenen Barteigenossen nicht gewollte UnterWorten stärkster Entrüftung wandten sich die Redner des stützung zuteil würde. In einer ähnlichen Situation, bei dem Rentrums und der Demokraten gegen diefes frivole Treiben. ersten Ermächtigungsgesetz, hatte die Frattion absoluten Schließlich wurde die Bertagung der Schlußabstimmung auf Frattionsawang beschlossen und den diffentierenden Sonnabend beschlossen in der Absicht, durch Heranholen des Mitgliedern freigestellt, in einer Erflärung auszusprechen, lezen Mannes den Reichstag vor den Späßen der Deutsch warum sie gegen das Gesetz gewesen wären, warum sie aber nationalen zu schützen. trogbem aus Parteidisziplin dafür gestimmt hätten. Diesmal tam die Fraktion nach langer Debatte zu folgen dem Beschluß: Was die Deutschnationalen diesmal aufführten, war dem ähnlich, was sie schon bei der Abstimmung über das erste Ermächtigungsgefeh vergeblich versucht hatten und wodurch auch damals eine Bertagung herbeigeführt wurde, aber es war noch schlimmer. Damals gaben die Deutschnationalen von cornherein die Erflärung ab, daß sie nicht durch ihre Anwesenheit dem Zustandekommen des Gesetzes behilf. lich sein wollten und zogen ab. Diesmal legten sie sich hinter den Busch und versuchten sie es mit Hinterlist. Mehr haben auch die Höllein und Remmele nie mit der Würde der Boltsvertretung Schindluder gespielt als gestern die Schulz. Bromberg und Hergt. Unter diesen Umständen sollte es für alle 2bgeordneten, bie nicht zu jener Kumpanei gehören, geradezu eine Ehren pflicht sein, den deutschnationalen Buschpolitikern das Hand mert zu legen. Denn gelänge ihnen am Sonnabend ihr Spiel, so wäre das eine Ratastrophe für den Parlamentaris. mus. Und mehr als das! Bürgerliche Abgeordnete aus dem 20 Millionen Dollar für Deutschland? Washington, 6. Dezember.( WIB.) Senator Centoot hat eine Gefehesvorlage eingebracht, durch die 3wanzig Millionen Dollar für das Hilfswert in Deutschland bewilligt werden follen. Die Berwendung der Summe soll unter der Leitung des Präsidenten Coolidge erfolgen. Günftige Stimmung in Amerika. Condon, 6. Dezember.( Tul.) Die Times" melten ( Tul.) Die Times" melten aus Washington, daß nach Austünften des Staatsdepartements Deutschland die Absicht habe, von der Reparationsfommission die Frei abe einer Priorität von 70 Millionen zu erwirten, die von Deutschland als ausländische Anleihe aufgenommen werden sollen. Bem amerikanischen Marti soll nur die Hälfte dieser Summe aufgenommen werden. Bon amerikanischer Regierungsstelle, die diese Mitteilungen an die Presse verbreitete, foll den Times" zufolge gleichzeitig erklärt worden sein, daß tie Regierung ber Vereinigten Staatn den Geranten der Anleihe und das oben genannte Berlangen Deutschlands sehr begünstige. Die Mitglieder der Fraktion sind nur dann berechtigt, sich aus Gewissensgründen einer von der Fraktion beschlossenen Abstimmung unauffällig fernzuhalten, wenn nicht durch diese Fernhaltung die Abstimmung der Fraktion in ihrem Erfolg beeinträch tigt wird. Ueber die Art der Anwendung diefes allgemein gehaltenen Beschlusses auf den gegebenen Fall foll in einer neuen Frat tionsfigung am Sonnabend vor der entscheidenden Abstim mung gesprochen werden. Ein Mitglied der Fraftion, Abg. Wilhelm Hoffmann ( Schmargendorf), hatte bei den namentlichen Abstimmungen gegen die Sozialdemokraten mit den Deutschnationalen und den Kommunisten gestimmt. Die Fraktion beschloß mit großer Mehrheit, die Frattionsgemeinschaft mit ihm zu lösen. Großbritanniens Wahltag. Starfe Beteiligung. London, 6. Dezember.( Eca) Die Beteiligung an den heute stattfindenden Wahlen war schon von den frühen Morgenstunden an recht groß. Eine große Anzahl von Wählern begab sich bereits auf dem Wege zur Arbeit zu den Wahlstätten. Die Wähle rinnen, die bekanntlich zum ersten Male in größerer Anzahl an den Wahlen teilnehmen, stellten sich erst gegen Mittag zahlreicher Man erwartet eine außerordentlich große Teilnahme der Mähler. Zwischenfälle werden vorläufig nicht gemeldet. ein. Die Sachlieferungen. Teilweise Aufrechterhaltung. In ännlichen Eingaben hat sich der Reichslandbund auch an den Reichsfinanzminister und Reichsernäh rungsminister gewandt. Was es mit dieser landbundles tischen Sorge um die Steuerprivilegien der Groß agrarier auf sich hat, soll an einigen Beispielen aus der Praxis erläutert werden. An dem Tage, an dem im August die riesigen Bor auszahlungen auf die Einkommensteuer und die Rhein und uhrabgabe zu zahlen waren, standen an der Kaffe eines ländlichen Finanzamtes ein großer Graf und ein fleiner meint hatte, der große Graf werde nun endlich auch einmal Bauer, um ihre Zahlungen zu leisten. Aber wer nun ge eine erhebliche Steuerzahlung leisten, der irrte sich. Der adlige Herr, deffen stattliche Besitzung 2000 Heftar groß war, zahlte nur eine Summe von ganzen 10 Millionen Mart auf die Borauszahlungen und von 20 Millionen Mark auf die Rhein- und Ruhrabgabe. Das Bäuerlein neben ihm, das zwar nur 60 Heftar sein eigen nannte, zahlte 20 Millionen Mart an Vorauszahlungen und 40 millionen Mark an Rhein und Ruhrabgabe. Also genau das Doppelte von dem, was der große Herr zu leisten hatte. Aber auch der kleine Landwirt zahlte nur, was der Festbesoldete, der Festbesoldete, der Lohn empfänger schon lange im voraus entrichtet hatte. Der Lohn steuerabzug 3. B. eines mittleren Beamten aus der gleichen Gegend( Gehaltsgruppe VII Ortsflaffe C, verheiratet, ein Kind) betrug nämlich: im Juli 497 150 m., im August 9831 700 m., im September 32 405 700 m., zusammen also 42 734 550. Boran liegt es, daß der Graf weniger zu zahlen hatte als der Bauer? Reineswegs an einer strafbaren Steuerhinterziehung. Dazu sind die hohen Herren zu vor nehm. Es liegt ebenso an einem gefeßlichen Mangel, wie es bisher an einer Lüde im Gefeß lag, daß die Lohnempfänger dauernd das found sovielfache an Einkommensteuer zahlten wie der Sachwertbefizer und Inflationsgewinnler. Der§ 29 des Einkommensteuergesetzes läßt nämlich zu, daß Landwirte und Gewerbetreibende ihr Einkommen nach einem vom Kalenderjahr( 1. Januar bis 31. Dezember) ab weichenden Wirtschaftsjahr rersteuern fönnen. Das bedeutet: Wenn z. B. die Veranlagung zur Einkommensteuer für 1922 ansteht, werden gewöhnliche Sterbliche nach dem Ralenderjahr( 1. Januar bis 31. Dezember) veranlagt. Unternehmer aber, die für ihren Betrieb ein Wirtschaftsjahr, etwa vom 1. Juli 1922 bis 30. Juni 1923, eingeführt haben, ge nießen den Vorzug, nach diesem Wirtschaftsjahr veranlagt zu Das Reich hat befanntlich die Zahlungen auf Sachlieferungen werden. Da sie dadurch nach einer Einkommensperiode veran ausgefeßt mit der Bestimmung, daß es innerhalb einer Frift von lagt werden, die ein halbes Jahr weiter zurückliegt als die fünf Wochen die noch ausstehenden Leistungen von lieferungs- aller anderen Steuerpflichtigen, ist es dasselbe, als ob sie ihre pflichtigen Unternehmern verlangen tann. 3wed diefer Bestimmung Einkommensteuer ein halbes Jahr später war es, Zeit zu gewinnen, damit man Berhandlungen zwischen zahlten als diese. Selbstverständlich ließ sich niemand deutschen Lieferanten und alliierten Bestellern zu Ende führen konnte, diese Bergünstigungen entgehen, und jeder Landwirt legte die bahin abzielten, daß die Berträge gegen Barzahlung auf Anweisung des Landbundes sein Wirtschaftsjahr so abdes noch nicht vom Reiche gezahlten Restpreises erfüllt werden weichend vom Kalenderjahr wie nur irgend möglich. fonnten. Jetzt ist diese Frist durch eine Verordnung um weitere sechs Da die Geldentwertung im Jahre 1922 schon sehr start Wochen bis zum 20. Januar 1924 verlängert worden. Man hofft, fortgeschritten war, mußte bie Zugrundelegung eines vom Ka auf diesem Wege eine große Zahl der noch schwebenden Berträge lenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahres das Ergebnis Nach der geftigen Erhöhung der Deviferturfe im Ausland zur Durchführung zu bringen. Wenn eine Einigung mit den haben, daß das zahlenmäßige Einkommen aus ein und dem hat fich die Mart wieder gebeffert. Aus New Tott wurde ein alliierten Bestellern zustande tommt, so werden die bereits ge selben landwirtschaftlichen Betriebe im Kalenderjahr eine viel Aurs gemeldet, der ungerechnet einen Telctfend von vier leisteten Teilzahlungen nicht zurüdgefordert, da das Reich in tiefem größere Summe ergab als in dem um ein halbes Jahr zurüdBillionen Mart, also wiederum unter der amtlichen Betliner Falle die Gutschrift der bezahlten Beträge auf Reparationsfomo liegenden Wirtschaftsjahr. Ließ man neben dem Kalenderjahr auch das Wirtschaftsjahr als Besteuerungsgrundlage zu Nofis ergibt. 87 Barifer Blätter fuchen die Reparationsfommission schon zur Ablehnung des deutschen Gesuchs aufzuhegen. Das Wohlwollen. Ameritas ist schon teswegen glaubhaft, weil der Absatz für den amerikanischen Ueberfluß fehlt. Die Mark in New York. erhält. = so bedeutete das, daß man wieder einmal Mart gleich Mart und das höhere Goldmarkeinkommen aus dem Wirtschaftsjahr dem piel niedrigeren Einkommen aus dem Kalenderjahr gleichfegte, nur weil sich zufällig gleiche Papiermart fummen ergaben. Wie groß diese ungerechtigkeit ist, zeigt folgende Tabelle, in der die Steuerlaften gleich großer und gleich leistungsfähiger Betriebe gegenübergestellt sind. Die Zahlen verstehen sich in tausend Mark: Einkommen Zahlungen am 25. August 1923 Borauszahlungen auf Rhein- und RuhrEinkommensteuer bei abgabe Beranlag. nach dem bei Beranlagung Zwei Hochverräter. Wir wissen nicht, ob diese Fälschung erst in der Biebergabe bes Berichts durch das genannte Blatt oder schon in der münd lichen Wiedergabe auf der Rednertribüne entstanden ist.“ In Tilsit haben die Stadtverordneten beschlossen, GeDadurch wird der Eindruck ermedt, als habe sich unter Unt. neral Ludendorff wegen seiner Beteiligung am Hitlers Butsch in Bayern das Ehrenbürgerrecht der Stadt Zülfit abftänden der Bormärts" eine Fälschung zuschulden fommen zuerkennen. Dieser Beschluß hat es der Deutschen Zeitung" laffen. Demgegenüber muß festgestellt werden, daß der betreffende angetan. Sie veröffentlicht in großer Aufmachung die Liste Absah unferes Parlamentsberichts wörtlich der Bd3. Korre. der Stadtverordneten, die für diesen Beschluß eintraten, und fpondenz entnommen war. verteidigt in einer langen Schimpftanonade Ludendorff als Aber auch dieser Bersuch, eine der„ Deutschen Tageszeitung" leuchtendes ,, Borbild deutschen Heldentums". Wir wollen mit unangenehme Angelegenhet du: h Beroähtigungen und inter. der Deutschen Zeitung" nicht darüber streiten, ob Ludendorff stellungen auf ein falsches Geleise zu verschiebon, muß als vollständig ein großer General gemesen ist oder nicht. Herr Mauren mißglückt bezeichnet werden. Der vom Abg. Raas angezogene Ar. brecher wird in richtiger Selbstbescheidenheit sich sicher nicht titel stand in Nr. 513 vom 5. Rovember der Deutschen Tages: 26616 für zuständig erklären. Wir wissen nur, daß der große Ge- geitung" und stammt von Werner von Heimburg. Der be 78800 neral, als er den Krieg verlor, einen Nervenzusammenbruch treffende Absatz lautet: 178000 erlitt, Don dannen fuhr und dicke Bücher fchrieb, 480000 in denen er das deutsche Wolf und alle möglichen anderen, nur nicht sich selber megen des verlorenen Krieges anflagte. Jedenfalls mar Ludendorffs Beteiligung am HitlerPutsch ein offener und durchaus bewußter Hochperrat gegen das Reich und die Verfassung. Die Lilfiter Stadtverordneten hatten deswegen alle Veranlassung, dem Hochnerräter das Ehrenbürgerrecht abzuerkennen. Wirtschaftsj. Kalenders. Wirtschaftsf. Kalend.- 3. 1921/22 1922 Im im inhalt ha 1921/22 Flächen wirtschafts. Kalenderjahr jahr 1922 30 60 1350 1632 13308 60 120 2700 4032 39400 100 200 4500 7232 15232 200 500 400 1000 9000 22500 89400 240000 40000 769000 1921/22 3264 8064 14464 30464 80000 1922 1588000 Wie die Zusammenstellung zeigt, hat der erste Betrieb, wenn er nach dem Kalenderjahr veranlagt wird, das Achtfache deffen zu zahlen, als wenn er nach dem Wirtschaftsjahr veranlagt worden wäre. Der zweite Betrieb hat nach dem Kalenderjahr zehnmal mehr zu zahlen als nach dem Wirtschaftsjahr, der dritte 13-, der vierte 16- und der fünfte sogar 19mal mehr! Diese Bergünstigung tommt haupt fächlich den großen Agrariern zugute. Während die fleinen Befizer die Arbeit einer kaufmännischen Buchführung, die Vorausseßung ist, um der Vergünstigung teil haftig zu werden, nicht auf sich nehmen konnten, wachsen bie Buchführungsstellen des Landbundes, bei denen die Großen ihre Bilanzen frifieren lassen, immer mehr. Es handelt sich also vorwiegend um ein Brivileg der Großagrarier. " Das Rheinland ist für die deutsche Wirtschaft und die deutfchen Finanzen heute eine geöffnete Schlagader, aus der das Blut dauernd herausströmt. Man braucht fein Arzt zu fein, um zu wiffen, daß der ganze Körper absterben muß, wenn nicht die verlegte der oberhalb der Bunde scharf abge. bunden wird. Welche Einwände auch sonst erhoben werden mögen, es ist unter allen Umständen zu fordern, daß die Finan zierung von irgendwelchen Lieferungen an Frankreich, ja, auch Die Unterstüßung der wahrlich schwer leidenden Ruhr. bevölkerung mit Reichsmitteln aufhört. Die zweite Forderung betrifft das neue, mert beständige Geld. Es ist ausge schoffen, dieses Geld im Rheinlande in Umlauf zu sehen, solange Franzosen und Sonderbündter unter Mißachtung von Recht und Gefeß Geld in beliebigen Summen zusammenstehlen. Berschließt sich die Reichsregierung dieser Erfenntnis, so werden durch den fortgesetzten französischen Diebstahl Goldanleihe, Rentenmart, oder was sonst noch tommen, mag, ebenso diskreditiert, wie heute die Papiermart. Man wird sich gewiß der Gefahr bewußt sein müssen, daß aus dieser Tatsache durch eine verlogene Propaganda Waffer auf die Mühlen der Separatisten geleitet würde. Das darf aber nicht bestimmend sein. Treibt eine hilflofe Bolitik das Reich in den Berfall, so nügen die schönsten Phrasen von Brüderlichkeit und Einheit gar nichts mehr. Dann fällt das unglückliche Rheinland dem Erbseinde wie eine reife Frucht in den Schoß. Die Erhaltung des Staates ist die oberste Bflicht. Nur von einer festen Platiform aus tann Frankreichs Annexionsgelüften entgegengearbeitet werden. In dem Artikel finden sich dann noch allerhand schöne Andeutungen, in denen den Dom Reiche aufzugebenden Gebieten zugemutet wird, den Widerstand auf eigene Faust wieder aufzunehmen! Der Artikel ift in feiner tatsächlichen Wirkung also noch viel schlimmer; als es nach dem Zitat des Abg. Kaas erscheinen konnte. Wehnlich scheint auch der Herr v. Heimburg selbst empfunden zu haben. Denn als die Sadhe brenzlich wurde und die Loslösungspropaganda der Deutschnationalen allenthalben, und vor allem in Rheinland, eine entrüstete Zurückweisung erfuhr, schrieb Herr v. Heimburg in der Deutschen Tageszeitung" vom 29. No. vember( Nr. 542) einen zweiten Artikel, in dem er folgenden Zurüdzieher macht: Nicht mindere Aufregung herrscht in den Spalten der Kreuz- Zeitung". Sie entrüstet sich darüber, dast die pfäl zische Sozialdemokratie den Abgeordneten HoffmannKaiserslautern zum Mitglied des neuen Sechziger Ausschusses der besetzten Gebiete bestimmt hat. Dabei wird die alte Redensart vom Bandesverrat" der pfälzischen Sozialdemo fratie wiederholt. Der Kreuz- Zeitung" stehen diese Redensarten besonders gut zu Gesicht. Die Deutschnationalen verfolgen befanntlich nach wie vor die Politik der Preisgabe des Rhein- und Ruhrgebiets, um das übrige Deutschland zu Nun jammern die Großagrarier: Wenn die Beranlagung retten" und zugleich im übrigen Preußen den antinach dem Wirtschaftsjahr abgeschafft wird, muß jede geord- marristischen Einfluß zu stärken. Sie sind also ganz besonders nete landwirtschaftliche Buchführung aufhören, und dann muß zu Sittenrichtern in, nationalen Dingen berufen. In Wirklicheben das Bolt- wenn auch bei vollen Scheunen wieder feit unternahmen die pfälzischen Sozialdemokraten ihre einmal verhungern. Gewiß ist der Abschluß des Wirtschafts- Schritte auf Ablösung nicht etwa vom Reich, sondern von jahres beim Landwirt im Juni leichter als im Dezember. Aber Bayern erst unter dem Eindruck der Münchener Borgänge bas foll gar nicht unmöglich gemacht werden. Lediglich für und der offenen Auflehnung Bayerns gegen das Die Steuer soll das Kalenderjahr die Grundlage sein. Das Reich. Sie haben außerdem ihre Haltung sofort geändert, aber ist auch nötig, denn jetzt sind aus Buch führungs- als die Reichsregierung diesen spontanen Schritt nicht stellen tatsächlich Steuerhinterziehungsstellen ge- billigte. morden, die in großem Stil die Lücken des Gesetzes zugunsten Daß Ludendorff fich in seinem Verhalten von den der Großagrarier ausbeuten. Der Leibtragende ist aber bei Wünschen der Reichsregierung irgendwie beeinflussen ließe, allen diesen Dingen der fleine Besizer, ber meder Bücher das haben wir noch nicht gehört., Er und seine Freunde sollten führen kann, noch fich durch die übermäßig fomplizierten Be- wenigstens, ehe sie andere als Landes- und Hochverräter be Stimmungen unserer Steuergesetze durchzufinden vermag, und schimpfen, so ehrlich sein, selber zuzugeben, daß sie fein andebie Allgemeinheit, deren leistungsfähigste Kreise feine Steuern res Ziel ihrer Sehnsucht fennen, als: mas auch aus zahlen. Deutschland werden möge, auf dem Wege des be waffneten Umfturzes und des Bürgerkrieges wieder zur Macht zu kommen. Das Beschrei vom Hochverrat wirft mehr wie Notopfer für die besetzten Gebiete! tomisch im Munde derjenigen, die berufsmäßig nichts anderes mäßigen Regierung nicht dem Berhungern preis. Ein Antrag der preußischen Regierung.d gegeben werden, aber ebenso selbstverständlich ist es, daß in dem menschlich und politisch gleich verständlichen Bestreben, den Die Verordnung über die Aufbringung von Mitteln für innigen Zusammenhang mit dem Baterlande aufrechtzuerhalten, bie Erwerbslosenfürsorge, nach der Arbeitgeber und Arbeit die Abwehrkraft des unbeseßten Reiches in Frage gestellt wird." nehmer Beiträge für die Erwerbslosenfürsorge zu zahlen Das ist zwar nicht sehr flar, zeigt aber immerhin zur Genüge, haben, hat bisher im befehten Gebiet aus mancherleta Die Gründen nicht durchgeführt werden fönnen. Infolgedessen Die Deutsche Tageszeitung" befaßt sich noch einmal mit den in welcher Berlegenheit sich Herr v. Heimburg befand. ftehen von Mitte Dezember ab, wo die für die Zwecke der Er- Ausführungen des Zentrumsabgeordneten Kaas im Reichstag. Abg. Deutsche Tageszeinung macht tie Gache nicht besser, indem sie auf werbslofenfürsorge im besetzten Gebiet von der Reichs Kaas hatte fich, wie rinnerlich, auf einen Artikel der Deutschen, der einen Seite ihre Forderung nach Preisgabe der besetzten Gebiete regierung zur Verfügung gestellten Beträge aufgebraucht Tageszeitung" bezogen, in dem die Preisgabe der befesten wiederholt und auf der anderen Seite diejenigen, die auf diese Rheinfein werden, Mittel für die Erwerbslosenfürsorge während Gebiete gefordert wird. Die Deutsche Tageszeitung" fbelft nun fant politit der Deutschnationalen gebührend hinweisen, der Fälschung einer Uebergangszeit nicht zur Verfügung. Um die Schwierig- mehr den Wortlaut der in Frage fommenden Säge neben das und willkürlichen Entstellung bezichtigt. feiten diefer Uebergangszeit, in der die Mittelaufbringungs- 3itat, das Abg. Racs nach dem Bericht des Borwärts" gebraucht verordnung im befezten Gebiet eingeführt wird, zu über- hat. Abg. Kaas hat danach den betreffenden Abfah nicht ganz wört. winden, hat die preußische Regierung bei der Reichs- lich, sondern mit einiger Zusammenziehungen zitiert. Der Sinn regierung beantragt, während dieser Uebergangszeit bewurde gewahrt, eine in öffentlichen Leben durchaus übliche Gefondere Mittel für die besetzten Gebiete bereitzustellen, pflogenheit. Trotzdem wirft die Deutsche Tageszeitung dem Abg. Die durch Steuern im unbefesten Gebiet aufge- Raas eine glatte Fälschung und willkürliche Entstellung vor und bracht werden sollen. fügt dem hinzu: Bon K. H. Döscher. betreiben. Du mußt es zweimal sagen. Dentscinationale und Rheinland. Die Bevölkerung darf selbstverständlich von ihrer recht. Wie notwendig es ist, immer wieder auf das nationale" Berhalten der Deutschnationalen hinzuweisen, zeigt die Haltung ihrer Frattionen, im Reichstag und Landtag, die Neuwahlen im Reihe und in Breußen ohne Not herbeizwingen wollen, obwohl auch ihnen, wie sämtlichen bürgerlichen Parteien, befannt ist, daß N uwahlen in diesem Augenblid eine Ratastrophe für die be. fetten Gebiete bedeuten tönnen. die Bewegung bis zum Grotesten und die Farbe bis zur Beraus unter Umständen geboren, angesichts deren man sich wundern muß, Bücher zum Schenken. deber Sindesſeele, tongenial nachempfundene Berſe unferes Bruno lähmt haben. schung liebt. Erfreulicherweise sind den alterprobten Dichtungen auch daß fie die Inspiration und die Arbeitskraft des Rünstlers nicht ge. Mascogni wollte die„ Cavalleria" in Mufit setzen, um an dem Schönlant beigefellt. Alle diese Bücher sind nicht speziell auf das proletarische Rind eingestellt, im Gegenteil, fie führen es völlig aus von dem Musitverleger Sonzogno in Mailand ausgeschriebenen Das deutsche Elend hat die deutsche Sehnsucht nach dem Buche, feiner Umgebung fort in heitere Welten, in denen man die Not Opernwettbewerb teilzunehmen. Um den Termin zum Wettbewerb vor allem nach dem Weihnachtsbuche, das wir unseren Lieben als nicht fennt, in denen es Schönheit und Freude die Fülle gibt. uns noch innehalten zu können, mußten die Librettisten ihre Arbeit in Weihnachtsgeschent spenden möchten, noch nicht völlig auslöschen fehlt noch das Arbeiterkinderbuch, das ja beileibe nicht den Kindern größter Elle verrichen. Mascagni, der sich damals als Dirigent fönnen. Wer es irgend vermag, spart die Groschen, die so hoch das Leben zu verefeln und die Phantasie zu beschneiden braucht, des Musikvereins und als Klavierlehrer zu Cerignola schlecht und tragende Namen tragen, um das edelste Gut ein Burh er: aber mehr aus seinen Anschauungsformen heraus den Weg suchen recht durchs Leben schlug, erhielt das Libretto nur bruchstückweise, stehen zu können. Erfreulicherweise hat auch die Herstellung neuer müßte. Ganz in den altgewohnten Bahnen von Engeln, lieben man erzählt: zum Teil auf Postkarten. Das erste, was sich seiner Weihnachtsbücher, die ja von langer Hand her vorbereitet werden, Gott und Christkindlein bleibt„ Das Märchen vom Traum. Phantasie aufdrängte, wor die musikalische Gestaltung der Schlußin diesem Jahre noch nicht ganz aufgehört. Die großen Berlage engel von Milln Koch. Aber die auf entzückende Farbenftimene. Ans Werk ging er erst, als ihm bei der Lektüre des ersten bringen wieder eine Ernte auf den Markt, die sich immer noch sehen mung und geschlossene Wirkung ausnehenden Bilder von Josua wandten Text unter den Händen zu haben. Die ersten Ideen waren Chores das starte Gefühl erwachte, hier einen seinem Wesen verTaffen tann und an Qualität nicht nachgelassen hat. Gampp werden auch den Gegner solcher Himmelsliteratur be ihm am Nachmittag auf dem Wege zu einer Klovierstunde getommen. Bei seiner Rückfehr nach Hause ertiärte er seiner Frau, er werde sich diese Nacht wohl um die Ohren schlagen müssen, um Bilderbücher. friedigen. Märchen. Das Buch für die Kleinen, die noch gar nicht oder nur eben An neuen Märchenbüchern scheint wenig vorzuliegen. Die zu tomponieren. Aber das Schicksal wollte es anders: gerade in lejen fönnen, muß um so mehr Wert auf die Anschaulichkeit, leichte meisten Verleger begnügen sich mit dem Wiederabbrud der alten dieser Nacht, om 3 Februar 1889, gab Frau Mascagni einem Kinde Faßlichkeit und starke Farbenfreudigkeit das Kind liebt, mie die Brimitiven, lebhafte Farben bedacht sein. Der Text, ber ja nicht Form macht Wilhelm Matthießen mit seinem Märchenbuch zum vierundzwanzig Stunden beijeite legen. Aber auch dann kam die bedacht sein. Der Text, ber ja nicht fannten men rien entbaren Versuch mit einer neuen das Leben, und der neugebackene Vater mußte seine Bartitur auf zu fehlen braucht, soll sich der Empfindungswelt des Kindes an- Borlesen:" Das alte Haus" mit urwüchigen Bildern von Adolf Arbeit noch nicht in Fluß. Denn Mascagni besaß fein Klavier. Er passen, sich gut einprägen laffen und nie ins Läppische und Süß Schinnerer( Berlan Herber u. Co., Freiburg i Br.). Er will mietete fich zwar fofort ein altes Instrument, dech das traf gerade liche versinken. Der Berlag Died u. Co., der die neuen Stutt ber findlichen Sprache, dem findlichen Denten zu ihrem Recht ver- an dem Tage ein, als das Kind getauft murde. Und dabei rüdte garter Rinderbücher herausaibt, hat diese Boraussetzungen voll er: helfen, da die gesamte Märchenitteratur nicht geeignet ift, Rindern ter Termin für den Schluß des Wettbewerbs immer näher. Unfüllt. Die Bilderbücher: Bärentanz und Affensprung" und Gudt hinein!" Smaut der Ziere Kinderlein" on 4 bis 7 Jahren wortgetreu vorgelesen zu werden. In der Tat mittelbar nach der Taufe eilte Mascagni ins Nebenzimmer, wo das ist es ihm gelungen, in der Sprache und Borstellunasmet foeben eingetroffene Miett'avier aufgestellt wor, und schritt ans auf gutem, weißen Papier und in farbigem Umschlag gebundes Kindes einfache, fehr artige und phantafievolle Märchen Wert, um nicht mehr zu raften, bis er das Wort„ Ende" unter feine ben regen zur Naturbeobachtung an und erwecken die Liebe zum Tier. Was kann es Luftigeres, Fröhlicheres und Schöneres du dichten, die die Kinder im alten Haufe von der Großmutter oder Arbeit setzen konnte. auf ihren Streifereien mit Hahn, Kaze und Hund, vom Nußtnader, Bon der ersten bis zur letzten Note war die ganze Bartitur in geben als junge Tiere, wie sie der im Kinderbuch längst bewährte dem Fuchs, dem Uhrenmännchen oder gar der Hege erzählt be- einer einzigen, ruhelosen Etstaje entstanden. Böllig erschöpft brach Adolf Sofft so vollfaftig in dekorativem Landschaftsrahmen malt ber Komponist am Echluß dieser gewaltsamen Ronzentration zu und denen Paula Jordan gut ins Ohr fallende Berse widmet.. Märchen erzählt auch Sling in feinen Stafperbüchern: fommen und in diesem Zustand verließen ihn auch Bertrauen und Das Bären Affenbuch bringt eine treffliche Auswahl von Gedichten afper am Nordpol. bei den Menschenfreffern, Zuversicht. Mit Mühe und Not nur gelang es feiner Frau, den und Geschichten unserer besten Rinderdichter mit heiter stimmenden, beim Teufel"( Berlag Ullstein, Berlin) und märchenhaft find zweifelnden Künstler drei Tage vor dem Ablauf der letzten Frift immer fonzentriert empfundenen Bildern von Else Wenz auch die höchst reizvollen farbigen Bildchen Triers dazu. Aber zur Absendung der Partitur zu bewegen. Einige Wochen später es find die Märchenerlebnisse eines modernen Schufronnen aus fam dann der Triumph. Seine„ Cavalleria" ward mit dem er en Der Nürnberger Bilderbücher- Berlag von Gerhard Stalling Berlin W., der auf Abenteuer ausgeht und die tollsten Dinge on- Preis getrönt. Die Aufführung des Werkes, das in Rom im Mai in Oldenburg macht auch zu diesem Weihnachten feinem Namen stellt, vor feinem Teufel Respekt hat und die Menschenfreffer furcht- 1890 in Szene ging, machte ihn mit einem Schloge zum Helden des Chre. Die Gediegenheit der Ausstattung, der fünstlerische Cha- bar hinters Licht führt. Das Ulfige ist, daß dieser feffe Junge, wo Tages und trug ihm in der Folge auch die reich dotierte Stellung rafter der Bilder verbürgen wieder wahres Entzücken und echte er auch sich rumtreibt, überall seinen Berliner Betrieb aufmacht, bei des Direttors des Liceo Rossini zu Besoro ein. Augenfreude. Else Benz Bietor hat ein neues Spielbuch bei ben Estimos einen Handel und ein Gymnasium gründet. gesteuert, das, wie ihr Puppenstubenspielbuch, auf festem Rorton Die Not der Schriftsteller. Der Verwaltungsrat der Deut. großflächige Bilder liefert, in die bewegliche Figuren eingeſtedt fchen Schillerstiftung wendet sich mit folgendem Aufruf an werden föhnen. Dem aftiven Spieltriebe des Kindes ist mit diesen die Deffentlichkeit: Wir halten es für unfere unabweisbare Pflicht, Wie die ,, Cavalleria rusticana" entstand. Bildern Aus dem fleinen Städtebau" vollauf gedient, auf die noch immer steigende Not in den Kreisen der deutschen morin fich die Beschaulichkeit und Schönheit eines alten Nestes mit Am 7. Dezember tritt Bietro Mascagni in die Reihe der Dichter und Schriftsteller hinzuweisen. Es ist eine brennende feinen Läden, Marttizenen usw. auftut. Etwas altmodisch stilisierte, Sechzigjährigen Er war 26 Jahre alt, als ihm sein Operneinafter Schante, die sich mit Würde und Fortbestehen der deutschen Kultur aber fernige Kinderbilder von des Jahres und des Lebens Festen Cavalleria rusticana" einen Weltruf bescherte, der den bislang ganz nicht verträgt, daß die geistigen Erzeuger der deutschen Schriftwerke bietet das Büchlein„ Den kleinen Gästen bei fröhlichen unbekannten Musiker über Nacht zum terühmten Mann machte in immer zahlreicheren Fällen dem Hunger preisgegeben sind. Die Festen" von Hans Krieg. Boll ausdrucksvoller Lebendigkeit und dem in dürftigen Verhältnissen lebenden Klavierlehrer ein Ber- Gesetzgebung berücksichtigt nach wie vor jede noch so berechtigte Forund schwelgens in Farbenfreude, ein rechtes Bilderbuch zum An- mögen und eine dauernde Rente in den Schoß warf. Die„ Ca- derung der Schriftsteller nicht, die auf eine zeitgemäße Abänderung fchauen ist Gretel, Pastetel, was machen die Gäns", valleria rusticana", die bei ihrem Erscheinen als die Morgenröte tes Urheberrechts und Nußbarmachung der Werte honorarfrei. mit alten und neuen Tiergedichten. Annaliese Stod hat die rechte der neuen musitbramatischen Epoche des Berismus stürmisch begrüßt gemordener toter Autoren zugunsten der lebenden hinzielen. Der Bhantafie für das Kinderauge, das immer wieder sehen, sehen will, I würde, ift Mascagnis bedeutendstes Werk geblieben. Es ward Berlagsbuchhanbet hat mit wenig rühmlichen Ausnahmen das ge Bietor. 4 PP Der Vorwärts" totgesagt! Eine Börsen- Ente. " P ter bzw. deren Reduzierung imb eine ftärtere Differenzierung| der Löhne innerhalb der einzelnen Gruppen. 13 Erwerbslosendemonstrationen. Menge angegriffen, so daß sie von der Schußwaffe Gebrauch machen perfekt. Etwa vierzehn Personen wurden wegen Plünderns mußten. Drei Plünderer wurden schwer, zwei leicht festgenommen. * Die Arbeitnehmer organisationen hingegen ver- Dresden, 6. Dezember.( WTB.) Heute nachmittag zog nach Am Donnerstag abend hatten die Berliner Zeitungsfäufer langten, daß 1. Tariflöhne als Mindestlohne grundsäglich von Abhaltung einer Bersammlung von Erwerbslosen im KristallAm Donnerstag abend hatten die Berliner Zeitungstäufer den Arbeitgebern anerkannt werden müßten und in besonderen Fäl- palast eine Gruppe von Demonstranten in geschlossenem Zuge nach eine leberraschung. Die Berliner Börsenzeitung", die seit eine leberraschung. Die Berliner Börsenzeitung", die feit furzem in industriell- antisemitische Hände übergegangen ist, len, wo Leistung oder die Schwere der Arbeit in Frage kommt, dem Stadt innern. Am Wiener Platz fam es zu einem 3u. furzem in industriell- antisemitische Hände übergegangen ist, über den Tariflohn hinaus gezahlt wird; 2. für Hauer ber sammenstoß mit der Bolizei, die die Menge auseinanbertrieb leistete sich den Scherz, auf ihrer ersten Seite in großer Aufmachung die Mitteilung zu bringen, daß der„ Borwärts" tarifmäßige Schichtlohn gilt. Im Gedinge oder Akkord arbeitende und den Hauptbahnhof vorübergehend besetzte. Ein Polizeibeamter wurde nicht unerheblich verlegt. Gegen abend wurte in Dresden wahrscheinlich zum 1. Januar eingehen würde. Sauer erhalten einen Zuschlag von mindestens 10 Proz Die Sozialdemokratie stehe vor dem völligen Zusammenbruch, nehmer wurde nach längeren Berhandlungen ein Schlichtungsaus- so in Niederfedlig und Pirna. Ueber die letzten Forderungen der Arbeitgeber und Arbeit die Ruhe wiederhergestellt. Auch anderwärts fanden Unruhen statt, und das Abschwenten der Arbeiterschaft von ihr sei derartig schuß unter dem unparteiischen Vorsitzenden Staatssekretär Dr. vorgeschritten, daß selbst das offizielle Barteiorgan nicht mehr Ibert gebildet. Zu einer Berständigung kam es jedoch auch hier gegen die Plünderer vorgehen wollte, die, wie bereits gemeldet, Köln, 6. Dezember.( WTB.) As die Polizei heute vormittag gehalten werden fönne. Als Beweis dafür wird u. a. der nicht. Die Arbeitnehmervertreter lehnten eine Entscheidung des mehrere Geschäfte ausgeraubt hatten, wurden die Beamten von der Aufruf des Bezirksvorstandes Berlin zum Barteinotigt. opfer für Berlin herangezogen. Schlichtungsausschusses in der Frage der Ueberarbeitszeit aus sachEs bedarf faum einer besonderen Betonung, daß die Ber- lichen Erwägungen ab. Sie erklärten, daß bei Erledigung der übribreitung dieser Nachricht ein überaus leichtfertiges führung eines solchen Abkommens sei. Nach einer Erflärung ber gen Streitpunkte eine Berständigung das einzige Mittel zur Durch Manöver darstellt, für das eine bürgerliche Zeitung wahrscheinlich die Verbreiter vor den Richter ziehen würde. Arbeitgeber, daß sie auf der Erfüllung der von ihnen vorgetragenen Der„ Borwärts" benft gar nicht an fein EinStillstand. Der Schlichtungsausschuß erklärte daraufhin die BerForderungen bestehen müßten, tamen die Berhandlungen dann zum gehen! Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die die gesamte deutsche Presse in den hinter uns liegenden Monaten handlungen als gescheitert. durchzufosten hatte, sind selbstverständlich auch am Vorwärts" nicht vorübergegangen. Mit Befriediguna lönnen wir jedoch feststellen, daß die schlimmsten Reiten für die geschäftliche Seite des„ Borwärts"-Unternehmens hinter uns liegen. Aber auch in diesen schlimmsten Zeiten ist von feiner Seite daran gedacht worden, den Vorwärts" eingehen zu lassen, vielmehr pflegt man in solchen Situationen danach auszu fchauen, wie eine Besserung erzielt werden fann. Und Die Berliner Polizei hat in den letzten Tagen mehrere mir fönnen unseren Freunden in Berlin und im Lande sagen, Sprenglager der Kommunistischen Bartet beschlagnahmt. Bei daß in den letzten Wochen sich bereits wieder ein erfreu= dieser Gelegenheit gelangte sie in den Besitz von Material, aus dem licher Aufschwung der Referzahl bemerkbar macht, wobei wir einschalten, daß die von der Börsenzeitung" als Der zweite Tag der Aussprache im Ständigen Aus- fich ergab, daß das Sprengpulver zur Fertigstellung von Handberbürgt" angegebene Bahl von 20 000 Borwärts"-bon- fchuß des bayerischen Landtags war eine inter- granaten und Bomben Verwendung finden sollte. Die auf nenten in Wirtlichkeit nur einen Bruchteil effante Belastungsprobe für das System Rahr. Die bürger- Grund dessen fortgesetzten Untersuchungen führten zur Verhaf unferer tatsächlichen Auflage darstellt. lichen Parteien hatten das Wort, und es zeigte sich, daß tung mehrerer tommunistischer Arbeiter in den Be. Konflikt im Bergbau. Ueber die Berhandlungen für den Bergbau im unbefe ten Gebiet, über die wir an anderer Stelle berichten, erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Richtlinien für Betriebsräte. Die Arbeitgebervertreter sprachen zum Schluß die Absicht aus, unmehr die in der Borwoche durch Schiedsspruch festgelegten ohne nicht in der vollen Höhe zur Auszahlung zu 3u bringen, sondern nur, soweit diese in Goldmark festgesezt seien. ten in den Bergbaurevieren ist in den nächsten Tagen bestimmt zu Mit einer lebhaften Beunruhigung der Belegschaf rechnen. Die Schuld daran ist bei den Arbeitgebern zu suchen, die den fachlichsten Forderungen der Arbeitnehmer ablehnend gegen überstanden. Sie wollen es augenscheinlich zum Konflikt treiben. Opposition gegen Kahr. #T # fegt heute die Richtigstellungen der von fächsischen Miniſtern und Dresden, 6. Dezember.( TU.) Das Wehrtreistommando IV Abgeordneten gegen die Reichswehr erhobenen Beschuldi ungen fort und teilt mit, daß es das Material zur Berfolgung der gegen die Truppe erhobenen Anklagen der Staatsanwalt. schaft zur Ermittlung übergeben wird. Kommunistische Sprenglager. Berhaftungen in Berlin. Die Industriellen beugen sich. Don Mainz ist durch den französischen kommandierenden Gener al beauftragt, die Geschäftsleute davon zu benachrichtigen, daß es bei hohen Geldstrafen verboten ist, die Preisauszeichnung anders als in Reichsmart vorzunehmen. Die Reichsmart fei das einzige gefehmäßige Bahlungsmittel im besetzten Gebiet und die Anwendung des Multiplikators biete die Möglichkeit, sich gegen Separatisten im Saargebiet. Saarbrüden, 6. Dezember.( WTB.) Wie die„ Saarbrüder Uebrigens wenn sich die Redaktion der Berliner Börsen- feiner ihrer Vertreter fich uneingeschränkt hinter trieben der AEG., Berlin, Huttenstraße. Diese Arbeiter ferzeitung bei ihrem Berleger erfundigt hätte, so würde sie Kahr zu stellen wagte. Während der Vertreter der Demokraten tigten ohne Wissen der Direttion Handgranaten und Sprengbomben dort wahrscheinlich erfahren haben, daß die ihr angeblich zus noch den Mut fand, das Kind beim rechten Namen zu nennen, an. Verhaftungen in anderen Betrieben stehen aus dem gleichen getragenen Gerüchte durchaus falsch feien, daß im Geschlich man weiter rechts zwar auf Gummisohlen an den Ge- Grunde bevor. genteil der eigene Berleger dieses Börsenblattes mit geschäft- fahrenpuntt heran, aber es machte sich doch deutlich bemerkAu Angehörige rechtsradifaler Kreise sind von der Berliner lichen Schwierigkeiten mehr als hinreichend zu tämpfen hatte. bar, wie unbequem und unbeliebt allenthalben der Für den Borwärts" aber, den das großfapitalistische Blatt Mann ist, dem man die Geschicke des zweitgrößten deutschen politischen Polizei festgenommen worden, da sie im Verdacht stehen, schon tot wähnt, mirb das alte Wort mit Recht zur Landes anvertraut hat. Es will immerhin etwas heißen, wenn fich mit der Aufstellung militärischer Organisatio. Geltung tommen, daß die Totgefagten recht lange der führer der Bayerischen Boltspartei und Bater nen befaßt zu haben. Im ganzen wurden 60 Personen festgenom. zu leben pflegen. des Generalstaatsfommissariats leise tadelnd an dem bayeri- men, von denen bisher 51 wieder auf freien Fuß gesetzt worden schen Bismard" Kritit übte und eine Abkehr von der un- find, während 9 der Verhafteten, größtenteils junge Leute und zum gefunden Entwicklung Bayerns, für die Kahr nicht zum Teil ehemalige Offiziere, dem Vernehmungsrichter vorgeführt wor fleinsten Teil die Berantwortung trägt, münschte. Es spricht den sind. In den Wohnungen der betreffenden Bersonen wurden Bände, menn selbst der Führer der Deutsch nationalen aussuchungen abgehalten, bei denen zahlreiche Schriftstücke, Listen in Bayern sich gegen die tolle Knechtung der sozialdemokrati- usw. beschlagnahmt wurden. schen Presse durch Kahr erklären muß. So die Haltung der Die Arbeitnehmerorganisationen waren grundsäglich bereit, für bayerischen Regierungsparteien. Bergleicht man sie mit der eine befristete 3eit ein lebergeita blommen zu treffen, in Breußen dem Kabinett Braun Severing gegen Haltung auch nur der bürgerlichen Regierungsparteien Neue Verträge mit der Micum. wobei fie jedoch folgende Sicherungen von den Arbeitgebern über, fo erkennt man deutlich die lleberheblichkeit der bayeris Paris, 6. Dezember.( BTB.) Nach einer Havas- Meldung aus verlangen mußten: Während der Dauer der Heberarbeit feine schen Marxistentöter und nicht zuletzt die Unverschämt Düsseldorf hat die Micum gestern ein Abkommen mit den Firmen Entlassungen vorzunehmen; bei eintretendem Absahmangel Stundung des Abkommens, und während der Dauer des Abkommens heit der Deutschnationalen, die Landtagsauflösung Rödner, Mülheimer Bergwerksverein, Rombacher Hütte, Herkules 3 und Klosterbusch abgeschlossen, deren Gesamtproduktion sich feine Ründigung der Tarife, Arbeitsordnungen und und Regierungssturz ausgerechnet in Preußen verlangen. nach der Meldung auf etwa pier Millionen Tonnen jährlich Die Arbeitgeber ertlärten hierzu, daß sie bereit feien, die erfolgungsvollen, mit einem gehäuften Material belegten Antrage der haben. München, 6. Dezember,( Eigener Drahtbericht.) Nach dem wir beläuft und die etwa Millionen Dollar Kohlensteuer zu zahlen fen Kündigungen der Tarife zurückzunehmen, wenn ein arbeitsabkommen abgeschlossen werde. Sie müßten sich jedoch vor Sozialdemokratie gegen das System Knilling hielt sich die Fort Frankfurt a. M. 6. Dezember.( Eca.) Die Stadtverwaltung behalten, auch während der Ueberzeitarbeit eine Ründigung fegung der politischen Aussprache in der heutigen Sigung des Ständer Tarife aussprechen zu können. Eine Berpflichtung, bei eindigen Ausschusses in sehr bescheidenen Grenzen. Einiges Intereffe tretendem Arbeitsmangel und eventueller Einlegung von Feier erweckte noch die Abwehr der Kahr- Difthtur durch die Demofraten, fchichten in eine Stundung des Abkommens einzuwilligen, Lönnten beren Retner, der Abg. Müller Hof, scharfe Kritik an dem fie nicht übernehmen. 3u Buntt 1 gaben die Arbeitgeber noch Sozialistengesetz und der Buchthausvorlage des Herrn v. Rahr üble. die Erklärung ab, daß ihrerseits feine Absicht vorliege, Entlassungen Die Art und Weise, wie Kahr einseitig Politit gemacht und die vorzunehmen. Außerdem verlangten die Arbeitgeber die Beseiti. Bresse gefnebelt habe, sei geradezu unerträglich. Aus der Kurssdywankungen zu sichern. gung des Grundlohnes, des Mindestlohnes für Gedingearbei. Perfon dieses Generalstaatskommissars feien auch zwangsläufig alle Konflikte mit dem Reiche entsprungen, wobei Bayern mit dem Artitel 48 der Reichsverfassung einen unerhörten Mißbrauc rechte Empfinden für die Not derjenigen, mit deren geistigem Kapital getrieben habe. Daß man in Bayern überhaupt einen Generalstaats. er arbeitet, vermissen laffen. Auf Grund eines unbeweglichen Ab- tommiffar braucht, sei ein trauriger Berzicht auf die eigene Gewalt rechnungsverfahrens, das nach Wochen, ja Monaten gänzlich ent wertete Beträge liefert, wurde vielen Schriftstellern ihr knapper Ber- gegenüber der Politit der Straße. Eines der traurigsten bayerischen dienst ge chmälert. Mit Anfpannung ihrer Mittel und Kräfte ver. Kapitel, das die ruffischen Zustände weit hinter sich gelassen habe, fei mag die Schillerstiftung, feit über 80 Jahren zum Wohle bedrängter die poliäsche Zersehung auf den Hochschulen; wenn dieses Verbrechen deutscher Dichter und deren Hinterbliebenen wirfend, die immer nicht abgestellt wurde, tomme zweifellos ein neuer, aber besser dringenderen Hilferufe ihrer Schußbefohlenen faum mit beschei- organisierter Putsch. Die Demokraten wünschten insbesondere Austenfter Hilfe zu beantworten. Erneut richtet sie an die öffentlichen funft über das famose Rundtelegramm Lossows und auch darüber, Stellen und alle Freunde der deutschen Literatur die eindringliche wie weit Kahr als Inhaber der höchsten Gewalt mit den Ver. Bitte, ihr in ihrem Hilfswerk beizustehen. Spenden nimmt die schwörern vom 8. November gemeinsame Bege geSentralfasse der deutschen Schillerstiftura, Konto: Bant für Thü gangen fei ringen vormals B. M. Strupp- Weimar, Bostschedfonto Erfurt 25 778 Die Rede des Führers der Bayerischen Bolfspartei Held inter entgegen. effierte weniger durch ihren Inhalt als durch den auffallenden Ton der Mäßigung und Berföhnung. Held, auf deffen Initiative am 26. September die Einrichtung des Generalstaats tommiffariats zurüd zuführen ist, verteidigte mohl im allgemeinen& a hr, scheute sich aber auch nicht, einige der politischen Taten" des Generalstaatstom miffars zu miß billigen. So u. a. sein Versuch, politische Ricy tungen und Meinungen mit Gewalt auszurotten. Im Falle Lossom schob Held die ganze Schuld auf den Reichswehrminister und den General v. Seedt, die durch ihre Ignorierung der bayerischen Re gierung diesen Konflikt erst geschaffen hätten. Den Schluß der Rede bildete eine Parallele zu den fürzlichen Ausführungen seines Barter freundes Leicht im Reichstag, indem Held freiwillig die Hoffnung aussprach, daß die ungesunde Entwicklung, die Bayern in der lehten Ene Nachricht von Amund'ens Shiff. As Amundsen am 3elt erlebt habe, nicht mehr weiterfrißt. Das ist also das Ende der 28. Juli 1922 fein Echiff Maud" bei Point Barrow, dem nördlichsten seit dem Kepp- Butsch mit so viel Reflame errichteten banerischen Bunft von Alasta, verließ, um den Verfuch zu machen, rach dem Ordnungszelle". Abgeordneter Hilpert( Mittelpartei) bezeichnete Nordpal zu fliegen, wurde dem Schiff selbst die Aufgabe gestellt, sich durch das Polarmoer treiben zu lassen. Amundsen hat seitdem feinen ben im Bürgerbräu unternommenen Bersuch einer Absetzung der Seine Partei lehne es jedoch ab, Flugplan aufgegeben und befindet sich jetzt in Norwegen, wo er Reichsregierung als Marretei. einen neuen Fluoverfuch rach dem Nordpol vorbereitet. Das Schiff Bayern als Kolonialland von Berlin anzuerkennen. Der Redner aber verfolgt unter Kapitän Wisting feinen Wea. und man rechnet sprach sich schließlich gegen generelle Zeitungsverbote ramit, dok es 5 Jahre dazu brauchen wird. Bisher waren zwei aus. Abgeordneter Staedele( Bauernbund) setzte sich dafür ein, drahLose Mi'teilungen von der Maud" zu uns gefommen, eine vom daß das Generalftaatsfommissariat teine dau Dezember 1922, in der mitseteilt wurde, daß das Schiff 74° 2' ernde Einrichtung werden dürfe. nördlicher Breite erreicht habe, und eine andere Mitteilung vom Beiterberatung auf Freitag vertagt. März 1923, in der Kapitän Bifting erklärte, die Treibfahrt sei ziem fich enttäuschend aber alles befinde sich wohl. Nun mird aus Kristiania gemeldet, daß ein drittes drahtlo'cs Telegramm von der Maud" über Spißbergen eingetroffen ist. in dem der Tod des Ingenieurs Syvertsen nach einer Krankheit von einem Monat cm 10. Ju aemeldet wird. Ueber den gegenwärtigen Aufenthalt der Maud" ist darin nichts gesagt. Jahresversammlung des Bühnenvolfsbundes. Die Jahresver fammlung des Bühnenvolfsbundes, die in Frankfurt a. M. abge halten wurde, zeigte, daß die chriftlichnationale Theaterbewegung trok ter schwierigen wir fhaftlichen Verhältnisse weiterschreitet. Zum Präsidenten wurde Professor Dr. Dyroff- Bonn, zum stellvertretenden Konfiftorialrat Dr. Kanser- Frankfurt a. M. aewählt. Die Zentral ftelle befindet sich in Frankfurt a. M. Der Bund erhält im ganzen Reich 10 Landesgefchäftsstellen und etwa 30 Ortsausschüsse und Theatergemeinden. Ihm ist die Arbeitsgemeinschaft deutscher Heimat spiele, ein eigener Berlag, eine Bertriebsstelle für dramatische Werke angeglebert, ebenso drei mandernde Spielgruppen. Außerdem ist er an 10 gemeinnüßigen Theaterunternehmungen als Gesellschafter beteiligt. NO Hierauf wurde die Die Not in Schlesien. Breslau, 6. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Am Donnerstag vormittag tam es in Breslau zu Plünderungsverfuchen einiger Gruppen jugendlicher Erwerbslofer, die jedoch von der Schutzpolizei rasch und ohne Blutvergießen zerstreut wurden. Die tschechische Regierung hat reichsteutfchen ein Vorträge. Freitag, 6,30 br, findet in der englisch- amerikanischen Bor- täufern neuerdings die Grenzüberschreitung erleichtert tragsreihe des Seminars ein Vortrag bes fchottis ben Journalist n rafer. über führenbe politisme Berlonliteiten in heutigen und gestattet, persönlich oder in Postpake: en Lebensmittel nach England und über die englisten Wahlen statt. Am Sonnabend 7%, Uhr Deutschland zu senden. Bafete bis 5 Kilogramm sollen feiner amt findet der dritte öffen liche Portrag in diesem Wintersemester in der Breithi lichen Bewilligung bedürfen, falls die Sendungen nur wöchentlich fen Akademie der Miffenfchaften. Unter den Rinben 38, ftaft Brof. Erich einmal erfolgen. Frei zur Ausfuhr soilen fein Kunstfette, Milch Marots spricht über das Thema„ Napoleon der Lund Aleander bon Rußland". Ronferven, Suder, Fleisch, Brot und Gebäd. Beitung" meldet, weilen feit einigen Tagen drei führende Persönlich eilen der separatistischen Bewegung aus Kreuznach bzw. aus dem Elfaß im Saargebiet. Es sei anzunehmen, daß ihr Aufenthalt mit der separatistischen Bewegung im Zusammenhang stehe, die von dem sogenannten Saarbund gefördert werde. Der französische Wiederaufbau. fichten amtlichen Verlautbarung über den Stand des Wiederauf Paris, 6, Dezember.( WTB.) In einer von Havas veröffentHaushalt 1924 heißt es: Zurzeit feien von 22 900 vom Feind zer baues in den zerstörten Gebieten und die Kreditanforderungen im störten und beschädigten Fcbrifen 20 000 wiederhergestellt. Es feien 2912 000 Heftar zerstörten Bodens wieder angebaut, b. h. 88 Broz. der zerstörten landwirtschaftlichen Fläche. Schießlich feien 598 000 Häuser wiederhergestellt. Allerdings feien 143 000 Häuser noch aufzubauen, aber schon jekt besike das Gebiet wieder seine normale Be pölferung. Bis 31 Dezember des laufenden Jahres würden für die Biederherstellung der fachlichen Zerstörungen 46, für die Bersenenschäden 35 Milliarden Franken nerausgabt sein. Man täme franzöfifche Sparer und Steuerzahler in verschiedener Form dem so zu dem Gesamtbetrag von 100 milliarden, welchen der Staat dargebracht habe. Für 1924 mürden die Berpflichtungen bes Steotes nach den zurzeit vorliegenden Anforderungen sich auf 18 Milliarden belaufen, von denen 9 Milliarden für die Regelung der Kriegsschäden bestimmt seien. * Paris, 6. Dezember.( WTB.) Die Kammerausschüsse für Finan zen und für auswärtige Angelegenheiten nahmen in gemeinsamer Sigung Erklärungen Poincarés über die beabsichtigten und von der Rammer bereits bewilligten französischen Kredite an Polen und Länder der kleinen Entente entgegen. Das " Deuvre", bas als einziges Blatt über die Sizung sensationell berichtet. stellt fest, daß es zu lebhaftem Widerspruch gegen die Anleihe gefemmmen sei, die zum mindesten inopportun sei. Diese Kredite seien der Hauptgrund dafür, daß die Bereinigten Staaten die Rückzahlung der französischen Schuld verlangten. Der Finanzausschuß hat gestern nur die Kredite für Polen und Südffamien bewilligt und wird in einer nächsten Sigung über den Kredit für Rumänien beraten. Nach dem„ Deuvre" spricht man auch von einer ungarischen Anleihe und von anderen, die folgen würden. Der Berichterstatter selbst habe erklärt, es handle fich nicht um 800 Millionen, sondern 1400 millionen. Vereinigung aller Sozialisten Polens. Warschau, 6. Dez.( Eigener Drahtbericht.) Wie die„ Deutsche Nundichan in Bolen" meldet, ist ein gemeinsamer Sejm- Klub der fozialistischen Parteien aller Nationalitäten Bolens im Entstehen begriffen. Von den deutichen Abgeordneten und Senatoren sollen Bantraz- Bromberg, 8erbe- Lodz und Kronig- Lodz dem Klub beitreten. Gewerkschaftsbewegung Die Friedensgehälter der Beamten. Die Regierung bemüht sich, die Lohnpolitik ber privaten Unter nahmer, ten Goldlohn so tief wie möglich unter den Friedensstand zu halten, auch auf ihre Beamtenschaft anzuwenden. So hat sie 3. 33. für Gruppe 1 570-772 M., für Gruppe III 696-930 W., für Gruppe V 1012-1254 M., für Gruppe VI 1122-1194 m., für Bruppe VII 1380-1860 M. und für Gruppe VIII 1620-2360. Don geschlagen. Wie bei den Arbeitern, sind aber auch bei den Be amten vor dem Striege erheblich höhere Löhne gezahlt worden. Dabei ist noch zu berüdsichtigen, daß die Beamtengehälter besonders nor dem Kriege immer hinter der tatsächlichen Zeuerung zurüd. blieben und faum zum Unterhalt reichten. Diese Sachlage hätte blieben und faum zum Unterhalt reichten. Diese Sachlage hätte die Regierung veranlassen sollen, die neuen Gold.öhne dem Niveau von 1914 anzupassen. Gefordert wurde von den Beamten für Gruppe 1 996-1332 m., für Gruppe III 1200 bis 1596 m., für Gruppe V 1524-2028 m., für Gruppe VI 1716 bis 2292 m. und für Gruppe VII 1966-2616 M. Da die Breise gegen über dem Frieden sich heute teilweise noch immer auf einer doppelten bis dreifachen Höhe halten. fönnen die Forderungen der Beamten nur als angemessen, wenn nicht als bescheiden bezeichnet werden. Sie find fein Ausgleich mit der bestehenden Teuerung. Gerabe diefem Argument muß eine Regierung Rechnung tragen, tie Staat und nangen wieder aufbauen will und dazu eine Beamten dhaft nötig hat, die mit Lust und Liebe mitarbeitet. Bon einer unzufriedenen und hungernden Beamtenschaft tann man das nicht perlangen! Gestern nachmittag begannen im Finanzministerium die Ber. handlungen zwischen Regierung unt Spizenorganisationen über die Feststellung der Golblöhne. Abends 8% Uhr bauerten bie Berhand lungen fort. Sierzu wird uns aus Beamtenfreifen gefchrieben: B Durch den Demofratischen Zeitungsdienfi" find Angaben über bie Friedensgebälter der Beamten berbreitet worden, bie, soweit bie Gruppen I bis IX in grage fommen, böllig unau treffend find. Für diefe Gruppen find die Vergleichszahlen nicht, wie angegeben, dem Etande der Besoldungsgeieggebung von 1918. fondern dem von 1908/9 entnommen, wobei dem Verfaffer offenbar die im Jahre 1928 vorgenommene Henderung des Besoldungsgefezes von 1908.9 entgangen ist. Als Beispiel möge folgende Gegenüberstellung der Gruppen III, V und VII bienen: Nach dem Demofrat. Nach dem Bes.- Gef. Bertungsdienst 1100-1500 III( Schaffner) V( Assistenten). 0 1100-1800 VII( Oberiefr. fr. Oberaff.). 1650-3000 1918 1200-1800 1500-2200 1800-3600 Nach der Gegenüberstellung des Demokratischen Zeitungsbienstes" fommt für die Beamten ter Gruppe VI bei dem Regie. rungsvorschlag eine Berbefferung gegenüber dem Friedens gehalte heraus, während in Wirklichkeit das Regierungsangebot für die Besoldungsgruppen I bis VI eine Schlechterstellung gegenüber den Friedensaehältern von 30-53 Broz. bedeutet. Durch foiche unzutreffenden Gegenüberstellungen wird naturgemäß neue Berwirrung in die aufgeregten Beamtenkreise hineingetragen, die die Tendenz herauslesen, in der unteren und mittleren Beamten. schicht einen möglichst geringen Unterschied zwischen Regierungsangebot und Friedensgehalt herauszustellen und so diesem Angebot, tas allgemeine Erregung auslöfte, Boden zu gewinnen. * bereinigt, um erneut Broteft gegen bie unzulängliche Besoldung zu erheben. In der von etwa 6000 Bersammelten einstimmig ange nommenen Entschließung wird darauf hingewiesen, daß der zurzeit Dom Statistischen Amt Köin errechnete Mindestbedarf für eine pier. töpfige Familie 23 Billionen Mart höher sei als bie Gesamtbezüge eines Beamten der Gruppe 13. Die Bersammlung rich et einen legten Notrei an die Reichs regierung, lehnt bie Verantwortung für alle etwaigen Folgen, die aus weiterem turzsichtigen Verhalten der Regierung entstehen fönnten, ab und erklärt, der Beamten- und Angestelltenschaft bes befehten Gebietes tut es leib, aus der Reichshauptstadt Ber: [ prechungen und obeshymnen zu hören für die an den Tag gelegte Standhaftigkeit der Beamten und Bevölkerung. Im Gegensatz zu den persprochenen Taten der Regierung stellt die Bersammlung fest, daß den zur Einsicht gelangten Bertretern der Kölner Behörden trotz aller Mahnungsrufe von der Regierung verboten worden ist, belfenb einzugreifen. Die gesamte Angestellten und Beamtenfchaft, von der verlangt wird, daß sie ihre ganze Kraft und Freiheit in den Dienft des Staates ftellt, verlangt, daß fofort durchgreifende Abhilfe geschaffen wird, andernfalls sie die Berantwortung für das vorauszuferende Chaos auf diejenigen ab. mälst, bie in der Stunde der höchsten Not das Schlimmste, den Hunger, abzuwenden, unterlassen haben. Um die Ueberschichten im Bergbau. Am Mittwoch und am Donnerstag verhandelten die Arbeitgeber und Arbeitnehmerorganisationen im Reichsarbeitsministerium über ein Ueberschichtenablommen für den Steinkohlenbergbau im unbesetzten Gebiet Die Arbeitnehmer waren durch die Organi fation ber Bergarbeiter, der Maschinisten und Heizer und der Metall arbeiter vertreten. Bon den Arbeitgebern wurde täglich eine Stunde leberarbeit gefordert. Sie erflärien gleichzeitig, im Falle einer Einigung die erfolgten Ründigungen der Tarifverträge zurüd zunehmen Da über einzelne Streitpunkte teine Einigung erzielt werten fonnte, trat am Donnerstagabend ein Schiedsgericht zusammen, das bis Freitag eine Märung herbeiführen soll. Am Freis tag beginnen die Berhandlungen über ein leberschichtenablommen im Braunfohlen und im bayerischen Bergbau. D. 1,60 pro Zag gleid. Ein foldes Trinkgeld als ortsüblichen Tagesentgelt für Berlin zu bestimmen ist einfach ein Standal, der nicht geduldet werden darf. Lohnbewegung im Einzelhandel. stellten einen Schiedsspruch, und zwar einstimmig, der in den Der Schlichtungsausschuß Groß- Berlin fällte für die AngeGruppen 1 bis 4 Höchstgehälter für männliche Angestellte von 140, 200, 280, 325. vorsieht. Trotz des einstimmigen Schiedsspruches, an dem auch Arbeitgeber des Einzelhandels beteiligt waren, haben vor dem Demobilmachungskommissar haben zu einer Verständigung Die Arbeitgeber den Schiedsspruch abgelehnt. Die Berhandlungen nicht geführt, weil die Arbeitgeber Gehaltsläge nur bis zu 250 Mt. zugestehen wollten. Die Angestellten waren bereit, sich auf einer Grundlage zu verständigen, die in der Spitze 300 2. feftlegte. Nach dem die Arbeitgeber sich dazu nicht erflären fonnten, hat der Zentralverband der Ungestellten seinen legten Borschlag zurückgezogen und in Gemeinschaft mit anderen Organisationen die Berbindlichkeitserklärung beantragt. Der Demobilmachungstommiffar hat jetzt das ort. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als diesen einstimmigen Schiedsspruch verbindlich zu erklären, andernfalls ist ein wirtschaftlicher Kampf von großem Ausmaß unvermeidlich. Der vom Schlichtungsausschuh gefällte Schiedsspruch für die Handelshilfsarbeiter, wether für den Lebigen einen LohnBarheirateten mit Kindern 30 ML, Dorfieht, ist von beiden Parteien fag von 28 m., für den Berheirateten ohne Kinder 29 M., für den abgelehnt marden. Dent Demobilmachungskommissar führten zu einer Verständigung, Die am Mittwochabend geführten Berhandlungen vor nachdem die Arbeitgeber erklärt hatten, daß sie den Schiedsspruch annehmen. Die Lohnvereinbarungen haben Geltung bis zunt 28. Dezember 1923- Als Abgeltung für den Uebergang on ber Bapiermart zum Goldlohn find die von der für die Reit vom 1 bis 7. Dezember anzusehen. Einzelhandelsgemeinschaft angewiesenen Borschußzahlungen Tarifverträge find regen Borzeigung des Mitgliedsbuches im Bureau des Deutschen Verkehrsbundes, Engelufer 24-25, 3immer 26, erhältlich. Die Berlängerung der Arbeitszeit im Ruhrbergbau veranlaßt industrie ist die Schlüsselzahl am 6. Dezember auf 551 Milliarden auch die oberschlesischen Gruben zu einem ähnlichen Borsteß. Bon den oberschlesischen Grubenherren wird eine zehn stündige Arbeit über Lage und eine achtstündige Arbeit unter Tage verlangt. Sie rechnen von vornherein nicht mit ter zu ftimmung der Gewerkschaften, sondern fündigen bereits an, diese Forderung auch gegen den Widerstand der Arbeiter durchführen zu wollen. Schon in den Verhandlungen ber legten Zeit find die ober fchlesischen Unternehmer des Bergbaues sowohl bei Lohn wie bei fonftigen Arbeiterfragen fo engherzig wie nur möglich gewesen, weil fie offenbar damit rechnen, daß die Arbeiterschaft zurzeit einen längeren Streif nicht durchführen tönne. Ein unmöglicher ortsüblicher Tagelohn. Das Verfiberungsamt der Stadt Berlin teilt mit: Das Oberverficherungsamt Berlin hat mit Wirkung vom B. Dezember ab den Drielohn ortsüblides Tagesentgelt geBerlin wie folgt feftgelegt: wöhnlicher Tagesarbeiter für den Bezirk der Stadtgemeinde üb. 21. b. 16-21 3. b. 14--163. Für männliche Berionen: 2,50 M. 2,20 M. 5. 21. v. 16-213. b. 14-163. Für weibliche Berfonen: 1,50 M. 1,80 M. 1,50 M. 1,20 M. Diese Beträge gelten als Grundbeträge. Der mit Wirkung vom Montag jeder Woche ab festzulegende Ditelobn wird errechnet durch Multiplikation dieser Grundbeträge mit der vom Statistischen Reichsamt fortlaufend veröffentlichten, auf volle Tausend nach oben abgerundeten Reichsrichtzahl( Reichsindegaffer) ber Bebenshaltungsfoften ber borbergebenden Woche. Für die faufmännischen Angestellten in der Margarine. Woche für die faufmännischen und technischen Angestellten 25 Broz. festgesezt worden. In der Brauindustrie tommen in dieser bes Novembereinkommens zur Auszahlung. Die Novembergehälter in der Holzindustrie betragen bas 178fache ber Oktobergehälter. o bisher nur 168 Ottobergehälter a Konto November gezahlt find, sind die restlichen 10 Oftobergehälter unverzüglich nachzuzehlen. Die mit dem Arbeitgeberverband der Kartonnagenbranche geführten Berhceidungen betreffs Festsetzung der Dezembergehä ter auf Goldbafis fini gescheitert. Der Zentralverband der Angestellten hat daher fofort den Schlichtungsausschuß ongerufen, der einen Schiedsspruch zu fällen hat. Im übrigen hat der Arbeitgeber. verband Anweisung gegeben, daß eine Afontozahlung zu leisten ift, und zwar in Höhe eines Viertels der von ihm einseitig festgefeßten folgenden Dezembergehälter: Gruppe A: 60 bis 90 Goldmart, Gruppe B: 80 bis 116 Goldmart, Gruppe C: 90 bis 132 Gold. mart. Ju der Safflerwarenindustrie ist der Schiedsspruch von ben Unternehmern abgelehnt worden. Es finden nunmehr am Freitag vormittag neue Verhandlungen statt, über deren Ergebnis nachmittag Don 4-6 Uhr im Bureau Auskunft erteilt wird. Führen diese der Demobilmachungskommiſſar. Berhandlungen zu feinem Ergebnis, so entscheidet am Sonnabend Bentralverband ber Angestellten. Tähtung! Gertion Beitungsgewerbe. Die Funktionärverfammlung für heute findet nicht um 7% Uhr, sondern um 5 Uhr im Ortsbureau des 8DA. ftatt. Tagesordnung: 1. Bericht über die Tarif perhandlungen. 2. Die Tarifgefahr im Zeitungsgewerbe. Mitgliedsbuch und Funktionärausmeis legitimieren. Deutscher Solza: beiter- Berbaub, Rahmen und Goldleiften- Branche. Bez trauensmännerberfammlung beute abend 5 Uhr bei Areas, Adalbertstr. 21. Berantwortlich für Bolttit: Craft Renter: Wirtschaft: Artur Sateruus; Gemertschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski: Lofales In ber neuen großen Messehalle in R5In hatten sich am Mitt. Dieier ortsübliche Tagesentgelt" von 2,50 M. für Arbeiter und Sonstiges: Friz Karstadt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. woch Tausende von Reichs, Staats- und Kommunalbeamten aller über 21 Jabre bei einer Teuerung von 151.5 Bros. nach der Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S. Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret Berlin S. 68. Lindenstraße 8. Behörden mit Beamtenabordnungen bes befesten Gebietes lesten Reichsindegiffer fommt einem riebenelohn von und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co. Sierzu 1 Beilage. Protestkundgebung im besetzten Gebiet. Zeichnung auf Wertbeständige mündelsichere 5% Roggenwerts anleihe des Freistaates Preußen von 1923 Tilgung vom Jahre 1928 ab mit jährlich mindestens 1% zuzüglich ersparter Zinsen Verstärkte Tilgung und Gesamtfündigung bis 1930 ausgefchloffen Sins cheine fällig am 2. Januar und 1. Juli, erstmalig am 1. Juli 1924Zeichnungsfrist: vom 7. bis 14. Dezember d. Js. Früherer Zeichnungsschluß bleibt vorbehalten. Stücke zu 1, 5, 10 und 50 Zentnern. Berzinfung und Tilgung in deutscher Reichswährung zu dem an der Berliner Börse amtlich notierten Preise für märkischen Reggen. Zeichnungen werden von den unterzeichneten Banten und Banffirmen, deren sämtlichen Niederlaffungen und Depofitentaffen entgegengenommen und können auch bei allen übrigen beutschen Banten und Banfiers sowie bei den Sparkassen, Giro Zentralen und Kommunalbanken erfolgen. Der Zeichnungspreis wird berechnet nach dem letzten amtlichen Kurse an der Berliner Börse für die 5% Preußische Roggenwertanleihe vor dem Tage des Eingangs der Zeichnung bei der Zeichnungsstelle mit einem Abschlag von 5% und ist sogleich bei der Zeichnung einzuzahlen. Die gezeichneten und vollgezahlten Beträge gelten als voll augeteilt, fofern bie Seichnung nicht vor Eingang der Anmeldung bereits vorzeitig gefchloffen war. Die Zeichner erhalten zunächst Raffenquittungen, gegen beren Rückgabe die endgültigen Anleiheftüde baldigst ausgehändigt werden. Ein Schlußscheinstempel ist von dem ersten Erwerber nicht zu entrichten. Die Anleihe ist an den Börsen zu Berlin, Frankfurt a. M., Hamburg fowie an einigen weiteren beutschen Hauptbörsenplätzen eingeführt und wird dort gehandelt und notiert. Der fest zur Ausgabe gelangende Anleihebetrag ist daher nach Fertigstellung sogleich im Börsenhandel lieferbar. Ausführliche Prospekte sind bei den Seichnungsstellen erhältlich. Berlin, Essen, Frankfurt a/ M., Samburg, Köln, Königsberg i/ Pr., Leipzig. Mannheim, München, Stuttgart, im Dezember 1923. Berliner Handelsgesellschaft. Preußische Staatsbant, ( Seehandlung) Darmstädter und Nationalbant, Rommandit- Gesellschaft auf Attien Commer- und Vrivatbant, Attien- Gesellschaft Deutsche Bant, S. Bleichröder, Delbrüd Schidler& Co., Dresdner Bant, Deutsche Giro- Centrale, Direction der Disconto- Gesellschaft, Mitteldeutsche Creditbant, Lazard Speyer- Elliffen, Norddeutsche Bank in Hamburg, 3. Dreyfus& Co., Mendelssohn& Co., Simon Hirighland, 2. Behrens& Söhne Hardy& Co, G. m. b. 5., 3. W. Krause& Co., Bantgeschäft, Preußische Zentral- Genoffenfchaf staffe, Jacob H. S. Stern, Vereinsbant in Hamburg 2. Levy, Allgemeine Deutsche Creditanflalt, Bayerische Hypotheken- und Wechselbant, Würt embergische Vereinsbaut. 2. Schaaffhausen'scher Bankverein A. G., Oftbant für Handel und Gewerbe, Bayerische Staatsbant, m. M. Barburg& Co. Sal. Oppenheim jr.& Co. Rheinische Creditbank, Bayerliche Bereinsbant, 130/4 Grösste Spez- Fabrik Kett S Jettwäsche Diese Woche großer Weihnachtsverkauf Za diesem stellen wir enorme Mengen Ware rur hochwertiger Qualitäten zum Verkauf! Bevor Sie Ihre Weihnachtskiuse erledigen, überzeugen Se sin, bitte, von der Güte und Freiswürdig ke t unserer Artikel! Sämtliche fertigen Waren werd n in unserer eigenen Fabrik bergrate.lt. Wir legen ganz besonderen Wert aus allerbeste Verarbeitung Unser gutes Renommee bürgt für beste Bedienung! Kanterielchterung durch Anzahlung? 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Deutscher Carilasverbaud. „Der Deutsche Caritasverband mit seinem Aufbau nach Orts- Caritasausschüssen oder-verbänden, Diözesan- und Landesverbänden ist die von den deutschen Mschösen anerkannte Zusammen- fassung der katholischen kirchlichen Caritas Deutschlands. Der Deutschs Caritasverband ist das Rück- grat der katholischen L i« b e s t ä t i a ke i t Deutsch- l a n d s und die vielen caritativen Fachverein« sind seine Glieder." (Hcinr. Auer in: Der Deutsche Coritasvcrband. Freiburg 1322.) Innere Mission. -Die Innere Misston ist nicht ein Arbeits?ebi«t neben der Kirche, sondern der Organismus der Werke freier rettender Liebe In der Kirche,«ine Lsbsnsfunktion der Kmche. Durch die Wohlfahrtspflea« der Inneren Mission wird zu- nächst die diokonische Seit«, die„LkliestäHgfeit* im enq'ren£t tue berührt, jedoch bleibt die missionarische evanielisatorische durchaus nicht unberührt. Denn in dcr Inneren Misston hängt beides aufs «n�ste zusammen und kann aar nicht getrennt werden.�(Pastor Steinweg auf dem 40. Kongreß, September 1922 in München.) ZenkralirohisahrlLstelle der deukscheu Inden. Die ZentrolwohlfahrtsstcLe der deutsck�m Juden ist die Z e n- trale für die gesamt« jüdische llZohlfahrtspflege. Sie ist der Zusammenschluß der Wohlichrtepsl-'qe aller jüdischen Ge- meinden in� Deutschland lowi« der jüdischen Zentralorganisationen. Zur Durchführung ihrer Maßnahmen bedient sie sich hauptsächlich der am tlichen jüdischen Gemeinden. Sie vcrfolgt ihr« Arbeit noch sozialpolitischen Gesichtspunkten, die vor allem der Hebung der Arbeitskraft und der Gesundheit dienen sollen. Deutsches Rokes kreuz. .Da« Deutsche Rote Kreuz ist eine Vereinigung der Männer- und Landesfrouenverein« vom Roten Kreuz, die zu gemeinsamer Wohlfahrtsarb�it zusammengefaßt sind und dahin wirken sollen, daß alle deutschen Männer und Frauen ohne Unter» schied d Di« Preisprüfungsstelle teilt mit: Durch die reichlichere Au«- ! gab« wertbeständiger Zc-hlungsmittel und durch Stillegung der Notenpresse Ist dl« Inf'ation zum Stillstand gekommen. Der Le- bensmittelhandel hat sich zu einer erheblichen Preissenkung verstan- den. Diesem Beispiel sind ander« Handelszweige noch nicht aus. �reichend gefolgt. Nachdem zurzeit die Gründe für die Be. rechnung einer Entwertungsrämie fortgefallen sind, muß die be- stimmte Erwartung ausgesprochen wcrden, daß die durch jene , Prämie bedingten hohen Preise herabgesetzt und dem- zufolge Rabatt« sür Zahlung in wertbeständigem Geld« nicht wehr gewährt werden. Insbesondere betrifft dies den Textil- und Schuhwarenhandel, in dem Preissenkungen von 20 Proz. und mehr erforderlich sind. Das Publikum wird er- sucht, bei Zahlung in wertbeständigem Geld« Rabatte nicht zu verlangen, vielmehr aus entiprechend« Herabsetzung der Gold» grundpreise zu achten und gegebenenfalls durch Anzeige bei der j Preisvrüfungsstell« oder beim Pollzei-Präfidium— Abt W.— «ine Nachprüfung der Preise zu veranlassen. Es ist zu hoffen, daß die Herabsetzung der Preise schleunigst in Erscheinung tritt, zumal der solid« Handel selbst eifrig bemüht ist, jeglichen Rabattunfug zu unterbinden._____ Die Rache der Schneiderin. Durch«in« unglaublich schnöd« Handlungsweise ist eine arm« Hausangestellte von einer Schneiderin Emma Drewniak um ihr« sauer zusammengesparte Aussteuer gekommen. Dem Kaufmann Metzenberg war die Schneiderin als Zwangsmieterin in fein« Woh- nung gesetzt worden. Es kam bald zu Streitigkeiten, da der Lebens- wandel der Schneiderin bei der Familie Anstoß erregte, und schließ- lich wurde das Mieteiniqungsamt angerufen. In dem Termin Hatto die bei Metzenberg beschäftigte Köchin ausgesagt, daß die Unter- Mieterin nicht weniger als drei Liebhaber habe. Das hatte nun die Wut der D. entfacht. Die Köchin stand vor ihrer Hochzeit und hatte sich für den Gang zum Standesamt von der Schneiderin ein Kleid machen lassen, das sie freudig überall im Hause herumzeigt«, Copj-nsM Qeors MOIIer, München. 42] Die Lofoifischer. Roman von Johan Daser. Henrik Rabben schnitzte an einem Bellschaft und sah zu Kristaver hinüber.„Merkwürdig, wie schwer es für manche Leute ist. eine Verantwortung zu tragen!" sagte er. „He!" Elezeus blieb stehen und sah ihn an, als wollte er ihn auffressen.„Redest du auch mit? Du solltest dir lieber deinen Bart kämmen, du Blumentopf! Hel Wenn du nicht den Mund hältst!" Und gerade in diesem Augenblick kam«in Ramdöler, der alle seine Äetze verloren Halle, herein. Er fragte Kristaver und Per Suzansa und Henrik Rabben. ob sie für ihn beim Krämer bürgen wollten, damit er sich neue Geräte anschaffen könne. Elezeus blieb stehen und starrte ihn mst offenem Munde an. Die drei sahen sich an. Es war ja gerade nicht die Zeit, neue Verantwortungen zu übernehmen. Aber der Ramdöler war ein gute? Bekannter.„Jetzt ist schon alles eins!" sagte endlich Per.„Der Fang wird kaum dadurch besser, daß wir nein sagen!" meinte Henrik und arbeitete weiter an se'nem Bell- schast. Da tat auch Kristaver mit. Aber der Ramdöler konnte seine Netze noch einmal verlieren, und dann— ja, dann kamen die drei Bürgen nie in der Welt von hier fort, ehe sie seine Schulden an den Nlatzkön'-g bezoblt statten. In allen Hütten ließen die Männer die Köpfe hängen. Am schlimmsten war es vielleicht bei den Junggesellen, die teure Busennadeln und Schärpen und Ringe gekauft hatten, um sie zu verschenken, wenn sie von einem so großen Fang nach Hause kamen. Gott ist wundersich. Er läßt seiner nicht spotten. Im Kramladen standen di« Blaujacken nebeneinander. Die Männer kauften nichts, sie sagten nichts, sie gingen nur aus alter Gewohnheit her, wie in der Zeit, als sie mit Haut und Haar den Plaßkönigen verfallen waren. Damals hatte der eine Art Derpfl'chtung gehabt, sie auch in ungünstigen Zeiten über Wasser zu basten. Jetzt kam er nur selten einmal aus feinem Kontor b-sraus, tat aber nie, als sebe er sie. Sie waren jetzt ja freie Männer und konnten ihre Fisch« verkaufen an wen sie wollten. Was wollten sie gerade fetztchier bei ihm? Aber einen Schilling konnten sie nicht schicken, nein, du mußt dich einstweilen behelfen mst dem, was du hast. Und recht viele Grüß«! Ein Dampfer mit Kod-erfischen aus Tromsö fährt in den Hafen ein, frische Kapelane, ein Leckerbissen für den Kabeljau. Köder? Wenn hier kein Fi'ch in der See ist? Der Köder- dampfer fährt wieder aus und nimmt den Kurs nach Westen. Glücklich« Reise!— aber du wirst schwerlich einen Fischerplatz finden, wo es einen Käufer gibt. Dom Wesllofot kommen Boote herein, denn dort war den ganzen Winter kein Fang gewesen. Jetzt haben sie aus Leibes- kräften gerudert, um sich noch rechtzeitig Unterkunft zu ver- schaffen. Aber schon bei der Einfahrt erfahren sie, daß sie ver- gebens hergerudert sind. Setzt den Südwester auf. Verschnauft euch! Kehrt um! Ja, hier ist nichts zu holen! Aber jetzt haste Jakob seine groß« Zeit. Er hinkt, umher und kaufte Netze und Boote. Geld? Er würde es später be- zahlen. Sie konnten ja Boote und Geräte als Pfand b«halten. Aber jetzt kaufte er die Männer aus und heuerte sie an, so daß sie für den Rest des Winters für ihn fischen mußten. Mehrere Bootsführe? hatten den blinden Glauben, daß dem Jakob das Glück folge. Sie gingen auf den Handel ein und stellten sich in seinen Dienst— schlechter als jetzt konnte es nicht mehr werden. Zwei Männer kamen nebeneinander über die Felsen fl«- schritten. Der eine viersckrätig, mit kurzem, rötlichem Vollbart und hellen, blinzelnden Augen— das war Kristaver. Der andere batt« ein rotes, bartloses Gesicht, eine winzig kleine Ras« und ein Lächeln wie e'ne hübsche Frau. Das war sein Freund Edvmd Hansen aus Baranger. Sie lachten beide und erzählten sich Gelch'chten, sie wollten in eine Kaffeestube, etwas trinken und vielleicht ein bißchen mit der Kellnerin schäkern, wenn es keiner sah. Cdvind Hanstn hatte eine Frau und ein Schock Kinder in einer Hütte auf einem Felsen dort im Nor« den, und im gleichen Hause waren di« Witwen und Kinder von zwei Brüdern untergebracht, und für sie alle sollt« er sorgen, er und das kleine Nordlandboot. Aber wurde es besser, wenn man sich hinsetzte und iammerte? Rein, Kristaver und er machten einen Bummel, scherzten und lachten und waren beide wieder wie zwanzigjährig. In der Kaffeestub« war zu ibrem Leidweien eine ne"e Kellnerin, die noch dazu all und Da saßen Männer und schrieben Lofotbriefe, und keiner' häßlich war. Sie warfen sich einen Blick zu. der besagte:„Die wollte die Wahrheit erzählen, daß hier jetzt gar kein Fang sei. I ist uns doch zu verschimmelt!" Dann bekamen sie chren Kafsee. und es endete wie gewöhnlich damit, daß sie sich die letzten Neuigkeiten aus ihrer Heimat erzählten. „Es ist bei euch wohl noch immer so, daß eins von den Kindern unter der Küchenbank liegen muß, aber sonst g«ht es wie geschmiert," sagte Kristaver. „Jawohl, und bei dir sind wohl jetzt junge Schweinchen angekommen, was?" Der Sonntag kommt. Und jetzt erinnert sich jeder, daß es hier eine Kirche gibt und daß heute gepredigt wird. Es ist ganz merkwürdig, wie voll die Kstche ist! Einer hinter dem anderen kommen die Fischer die schma- len Pfade durch den Schnee daher, heute haben sie nicht Süd- wester und Jacke an. sondern den Friesrock und den großen. breitrandigen Hut. Aber manch einer hat Wasserstiefel-an. weil er außerdem nur noch Pantoffel hat. Die Kirchenglocken hallen über Berg und Meer hin. Und die Männer gehen in die Kirche mit den schneeigen, geteerten Stiefeln, und da sie alle von der Heimat her an die schlechtesten Plätze im Gotteshause gewöhnt waren, so pferch- ten sie sich auch heute auf der ollerhlntersten Bank zusammen. Aber als sich dort nicht noch mehr zusammendrängen konnten, drückten sie sich in die nächste hinein, und so mußten sie all- mählich immer weiter nach vorn. Als Per Suzansa kam, siel er beinah um vor Schreck, weil er in der zweiten Bank vorn Platz nehmen mußte, wo der Posthalter und der Telegraphen- venvafter saßen. Ein Glück, daß Kristaver Myran mit seinem Sohn in der Bank dahinter faß, da hatte er doch einen kleinen Anhalt. Und neben ihm saß auch Jakob. Er war der einzige, der nickst besondere Kirchenkleider hatte. Cr hall« die gewöhn- liche Jacke und den isländischen(.'chlupfer an, aber er hatte sich die Oberlipp« rasiert, die jetzt ganz blau aussah. Heute herrschte kein Unfriede zwischen den Männern aus dem Süden und denen aus Norden, zwischen Netzfischern und Anglern. Nordländer und Staväringer saßen nebeneinander. Der Choral wurde angestimmt. Eine pechgeschwärzte Faust näherte sich Kristavers Gesangbuch, um di« eine Seite festzuhalten, während der Alte selber den Text mitlas. Das war Jakobs Faust. Und dieser Daumen! Der mußte einmal sehr schlimm gewesen sein, denn der Nagel war fort, der Fin-' ger war eigentlich setzt ein Klumpen, am Ende zusammen- geschnürt. Aber Jakob hatt. Stimme, und allmählich fand er den richtigen Ton. schlug die braunen Augen auf und stimmte ein.(Fortsetzung folgt.) Eine verhinderte Demonstration. Kommunisten gegen die Freiheit der Presse. Eine Stadtverordnetenfizung mit Tribünenradan und Räumung. V brachte Dorr( Komm.) bald nach Eröffnung der Sizung zur In der gestrigen. Sigung der Stadtverordnetenversammlung Sprache, daß sich Polizei im Rathause Mis fie am Tage vor der Hochzeit das Kleid wieder hervorholte, um? es anzuprobieren, fand sie zu ihrem Schred, daß es vollständig durch Säure verbrannt war, so daß nur noch Fezen vorhanden waren. Ihr Schreck wurde aber noch größer, als sie die beiden Schließkörbe öffnete und sehen mußte, daß ihre gesamte Aussteuer, Betten, wäsche und Kleidungsstüde, ebenfalls durch Säure vernichtet war. Die herbei Die Kommunisten haben wirklich„ Mut". In der Berliner Magiftrat wird sich heute mit diesem Beschluffe beschäftigen; bis dahin geholte Kriminalpolizei nahm eine Durchsuchung der Wohnung vor Stadtverordnetenversammlung scheute gestern der verbleibt es bei der bisherigen Regelung, daß für die ersten 2,50 m. und fand in dem Zimmer der Angeklagten in einem Versted eine Redner Dörr sich nicht, in der Begründung ihres gegen das Verdes Zimmerpreises 15 Broz., für den 2,50 M. übersteigenden Teil Flasche, in der nach der chemischen Untersuchung sich noch ein Rest bot der Roten Fahne" sich richtenden Antrages seine Befrie. 33% Proz. brutto erhoben werden. Don Schwefelsäure befand. Emma Drewniak hatte sich nun gung über die Knebelung der Presse zu äußern. Als ein Zwischen- Hierauf wandte sich die Versammlung zur Beratung des fom vor der Straffammer bes Landgerichts III zu verantworten. Db- ruf ihn auf die russische Pressefreiheit hinwies, erklärte er:„ Jawohl, munistischen Dringlichkeitsanirages vom 11. Oktober betr. mohl sie ihre Schuld bestritt, hielt das Gericht fie nach dem ganzen in Rußland werden sozialdemokratische Zeitungen vers Tatbestand für überführt, den nichtswürdigen Racheaft verübt u boten." Mit einem Entrüftungssturm begleiteten die auf der Zu das Verbot der„ Rofen Fahne". haben und verurteilte sie gemäß dem Antrag des Staatsanwalts zu. Der Antrag mendet sich gegen den Reichswehrminister Geßler neun Monaten Gefängnis, hörertribüne fizenden Kommunisten nicht das Geständnis Dörrs, und gegen den Militärtommiffar für Berlin General v. Horn und fondern die fräftige Antwort, die als Redner der sozialdemokratischen ersucht den Magistrat, alle verfügbaren Mittel für die Freiheit der Fraktion unser Genoffe Schlegel ihm gab. Gegen den Radau griff proletarischen Bresse einzusehen, auch das Gemeindeblatt der KPD. Der gestrige Abend überall ruhig verlaufen. der Borsteher Caspari zu dem Mittel, die Räumung der Tri und den Kontrollausschüssen zur Verfügung zu stellen. In der büne anzuordnen und die Sizung zu unterbrechen. Nach wieder als vielmehr auf das seit dem 11. Oktober in Deutschland Geschehere, Begründung ging Dorr nicht sowohl auf den Inhalt des Antrags, Die Kommunisten hatten sich von ihrer gestern nachmittag 16 Uhr am Lustgarten angefekten Demonstration aller Wahr aufnahme der Sitzung vollendete Genosse Schlegel schonungslos vor allem auf das Verbot der KPD durch den General v. Seedt fcheinlichkeit nach einen tefferen Erfolg versprechen, als sie ihn in die Brandmarkung des fommunistischen Redners ein. Dann erging er sich in den heftigften Ausfällen gegen ber Tat zu verzeichnen hatten. Die üblichen Züge, die eine halbe und seiner Anwürfe gegen die Sozialdemokratie. Aus dem fommu- die Sozialdemokratie, die zu den Rüstungen der Berliner Stunde vor Beginn derartiger Veranstaltungen sonst die Straßen zu nistischen Antrag, der neben dem Berbot der„ Roten Fahne" noch Polizei genen die Berliner Arbeiterschaft faithfütig das Rathaus füllen pflegen, fielen ganz aus. Besonders auffällig war wieder, allerlei hiermit in. teinem Zusammenhang stehende Dinge behandelte, mißbrauchen" laffe. Der Schlan oegen die KPD. fei in Wirklichdaß man fast ausschließlich Jugendliche in kleinen schälte die sozialdemokratische Fraktion den Schuß der Bresse feit gegen die deutsche Arbeiterschaft, gegen den Achtsturdentra usw. Gruppen und in der fröhlichsten Laune dem Luftrarten zuſtreben heraus, und ihn forderte sie in einem eigenen Antrag. Dieser gerichtet, und die VSPD. famt ihrem„ Borwärts" habe sich der fah. Während sich an den einzelnen Stellen des Luftgartens die aber wurde niedergestimmt durch eine Koalition der gesamten tänast abgelaufen war, rebete Dörr weiter, um unter dem stürmi. Bourgeoisie verschrieben". Obwohl die Redezeit von 15 Minuten befannten Gruppen bildeten, in denen eifrig biskutiert wurde, füllte fich die große Frettreppe vor dem Dom portal mit immer Bürgerlichen und der Kommunisten. So schüßen" sie die Ichen Beifall feiner Freunde und eines aroßen Teils der Ru größeren Mengen. Insgesamt mochten jedoch auf dem großen Plaz Freiheit der Presse! hörer auf der Tribüne zu schließen. die schon vorher feine nicht mehr als 3000 Perfonen sich verfammelt haben. Kaum hatte es 26 geschlagen, als die auf der Domtreppe versammelte der Räumung der Tribüne zu achten. Anmürfe gegen die Sozialdemokratie mit demonstrativem Beifall bentoitet botten, ohne der mehrmelinen Drohun des Morstehers mit Maffe die Internationale zu singen begann. Bis zu diesem ZeitGenosse Schlegel hatte punft fonnte man nur vereinzelte schwache Schupcabteilungen gees übernommen, Herrn Dörr die Antwort zu geben. Herrn Dörr mahr werden, die natürlich gar nicht imstand gewesen wären, die habe es beliebt, geren die Sozialdemokratie mit den gemeinſten Zuftrömenden zurückzuhalten. Unter den Herankommenden sah man befinde, und beantragte, die Verhandlungen bis zur Entfernung ber und verlogeniten nwürfen vorzugehen.. Hier erhob auch den Kommunist Koenen mit seinem russischen Stabe. Gerade Bolizei auszusetzen. Der Borste her erwiderte, daß ihn die" ch aberma's auf der Tribüne tobender Lärm, der den Vorhatte in einer der fleinen Disfuffionsversammlungen ein Mann laut Polizeigewalt nur im Sitzungsfaale und dessen Borräumen zustehe, steher Dr. Caspari veranlaßte, nunmehr die ind stolz ausgerufen:„ Die Demonstranten haben sich woselbst er Polizei nicht bemerkt habe. Stadtrat Wege als Inhaber geschworen, heute nicht vom Plage zu weichen!" der Polizeigewalt im Rathause stellt fest, daß der Polizeipräsident Räumung der Zuhörertribüne als ein größeres Bolizeidetachement anrüdte, das fofort Rette bildend gebeten habe, einigen seiner Leute, die für eventuelle Straßenunruhen anzuordnen. Die Sihung wurde auf eine Vertetunde vertagt. Die über die am Dom vorbeiführende Straße vorging. Es fonnte zur Verfügung stehen sollen, einen Gang im Rathause zur Ber- auf der Tribine Anwesenden erwiderten auf die Anordnung mit benbachtet werden, daß die Beamten zwar energisch, aber ohne Rück fügung zu stellen. Bei dem ausgezeichneten Berhältnis neuen Schmähunden und Beleidigunean. die in den Saal hincins fichtslosigkeiten ihres Amtes walteten und es war außerordentlich& wischen Magistrat und Polizeipräsidium habe er perufen wurden arr brachte im Saat, zur Tribüne gewendet, bezeichnend zu sehen, wie die Demonstranten in unglaublich dieser Bitte gar nicht widersprechen fönnen.( Große Heiterkeit.) furzer Zeit binnen meniger Minuten den Blaz Dörr bestand auf seinem Antrag, ber dann abgelehnt wurde. Derließen. Inzwischen waren auch andere Abteilungen heran- Unter den zahlreichen Anfragen an der Spize der Tagesordnung gekommen, die die im Rücken der Borgehenden sich ansammelnden befand sich auch eine der Deutschnationalen, die den Plan des Demonstranten nach der Wilhelmbrüde, der Straße Unter den Jugendamis, das Kinderfrankenhaus aus dem städtischen Waisenhaus Linden und über den Schloßplaz abdrängten. Darauf wurden alle Rummelsburg zu verlegen, wegen seiner kostspieligkeit und seiner Straßenzugänge zum Plak durch Bostenketten abgeriegelt. Der Nachteile für Lichtenberg beanstanden. Frau Stadträtin enl entFuhrverkehr wurde nicht behindert. Die ganze Demonftration fonnte gegnete, daß Lichtenberg nicht betroffen werde, daß man die als erledigt angesehen werden, zumal sich auch an anderen als re- Räume für die gesunden Waisenfinder brauche, da das fährdet geltenden Stellen, die übrigens durchaus gesichert waren, feine Berliner Waisenhaus stets überfüllt sei, während das Kinderkranten Ansammlungen bildeten. Gegen 7 Uhr konnten die Bolizei haus Buch großenteils leer stehe. Die Umzugskosten seien freilich abteilungen wieder in ihre Kasernen abrüden. Zu Zwischenfällen ist erheblich, würden aber durch Ersparnisse an Verwaltungstoften auf es nirgends gefommen. gewogen Die Interpellanten gaben sich mit dieser Auskunft zu frieden. Eine weitere Anfrage von derselben Seite verlangte Ausfunft darüber, was geschehen solle, um in Zukunft zu verhindern, daß den Erwerbslosen die in wertbeständigen Zahlungsmitteln ge zahlten Unterstützungen von gewerbsmäßigen Balutafpetulanten ab genommen werden. Herr Koch zog für jezt die Anfrage zurüd, da fie durch die Ereignisse überholt fei; Thomas( D. Bp.) bat den Magistrat, doch gegen diese Gesellschaft von Hyänen, die hier gar nichts zu suchen hätte, mit aller Schärfe vorzugehen. Der ständige Haushaltsausschuß hat am 30. Oftober in Erledigung eines tommunistischen Antrags beschlossen, der Versammlung vorzuschlagen, den städtischen Arbeitern, Angestellten und Beamten die gleichen Teuerungszulagen und kredite für die Beschaffung von Kohlen Großes Bergwerksunglück in Oberschlesien. Die gesamte Belegschaft eines Schachtes verschüttet. Auf der Zeche Feldmarschall Blücher in Rybnik ( Oberschlesien) stürzten beim Schachthochbrechen durch den Lauf des Hangenden große Steinmalsen herunter, wodurch die Schieß bühne fortgeriffen und die Sicherheitsbühne durchschlagen wurde. Die gesamte Belegschaft des Schachtes 2 ist verunglüd Bisher wurden zwei Tote und drei Schwerverletzte geborgen. Der Fall Bergdoll. und Lebensmitteln In dem Prozeß, der sich wegen der versuchten Entführung des Amerifaners Bergdoll gegenwärtig in Moosbach abspielt, murde zunächst der Angeflagte Griffith, der Urheber des ganzen zu gewähren, wie sie die Beamten der Staats- und Reichsbehörden Attentatsplanes, vernommen. Er ist im Staate Ohio geboren und erhalten. Ohne Debatte lehnte gestern die bürgerliche war während des Krieges Offizier, Im Mai 1922 nahm er als Ber- Mehrheit den Ausschußantrag mit 70 gegen 69 Stimmen ab! treter der amerikanischen Legion an der Einweihung des amerita- In Sachen der Beherbergungssteuerordnung hat sich nifchen Militärfriedhofs in Romain( Frankreich) feil. Dort ist nach der Magistrat jezt dem Berlangen der Bersammlung auf Erhebung, feiner Angabe der Blan, Bergdoll zu entführen, entstanden. Bergdoll eines Einheitsfages angeschlossen. Er hält aber den Saz von mar wegen Fahnenflucht von den amerikanischen Gerichten zu fünf 25 Proz. rom Nettopreis, wie ihn die Versammlung am 29. No Jahren Gefängnis verurteilt worden. Auf seine Ergbeifung war pember beschloffen hat, für zu niedrig und 30 Broz für das mindeste, von der amerikanischen Regierung eine Belohnung ausgefeht. Der was im Interesse der städtischen Finanzen gefordert werden muß. Blan ging dahin, Bergdoll von Ebersbach, feinem Bobnih, nach Trotzdem fich der Steuerbirektor Lange wiederholt lebhaft dafür Ludwigshafen und von dort auf einem amerikanischen Auto nach einsetzte, hielten die Deutschnationalen mit Rücksicht auf die hebung Frankreich zu bringen. Griffith hatte zur Ausführung des Planes des fo sehr gesunkenen Fremdenverkehrs an dem niedrigeren Satz fest, den ehemaligen ruffischen Fürsten Gagarin, fowie die amerita- ebenso die Demokraten, während Genoffe Hermann Kunze in dem nischen Staatsangehörigen Sperber und Schmidt gewonnen. Argument Hebung des Fremdenverkehrs durch 5 Proz. Abschlag an Gagarin, der mährend des Krieges russischer Offizier war, hat fpäter der Beherbergungssteuer" eitel Spiegelfechteref erblidie, mit 89 fich an den Rämpfen der weißen Armee beteiligt. Er follte von gegen 87 Stimmen verblieb es bei dem Satz von 25 Broz.( Der den Bolschewiften, die ihn gefangen hatten, erschossen werden. Da er nach abenteuerlicher Flucht mittellos nach Baris gekommen mar, ning er auf das Anerbieten Griffiths ein und stellte den Aufenthalt 114. bt. Fichtenberg. The unionärligung, Nathaus, Simmer 26. Bergdolls fest. Gagarin bekennt sich schuldig, betont aber, daß er aus Mot gehandelt habe. Der Angeklagte Sperber ist durch den Inhaber des Detektivbureaus Leony, der ihn gefragt hatte, ob 86. Abt. Marienborf. Mag- Str. 17. 7% Uhr Funktionärsigung bei Schwatzet, Gabriel. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungstaffierer! er für einen amerikanischen Offizier etwas in Deutschland übernehmen wolle, mit der Angelegenheit in Berbindung gelommen. Er und der bei der Affäre getötete Schmidt haben den Weg Ludwigs- fehen ist, bie Beitragsmarten für die erste Sälfte des Monats Dezember ab. Alle Abteilungstaffierer müßen heute, Freitag, soweit bas noch nicht gehafen- Straßburg mehrmals im Auto zurückgelegt, um den Weg holen. Es ftellen sich biefelben in nachstehender Höhe: Für Mitglieder bis renau bennenzulernen. Er habe auch im Auftrage Griffiths and 15 Jahren: 25 Milliarden, von 15-17 Jahren: 50 Milliarhen und über 17 Jahre fchellen aus Baris mitgenommen und einen Schlüssel. abdrud zu Bergdolls Zimmer gemacht. Griffith habe ihm auch befohlen, Bergdoll niederzuschlagen und zu feffeln. Chloroform follte nur im äußersten Notfall angewandt werden. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksausschnß für Arbeiterwohlfahrt und Rinbersamh. Seute nachmittag. pünktlich 4 Uhr wichtige Borstandssihung im Gefretariat, Lindenstr. 3, 2. Sof links 2 Tr. Kreis Wilmersdorf. Freitag, den 7. Dezember, 7% Uhr, Kreismitglieder. persammlung im großen Saal des Bittoriagartens, Bilhelmsaue 114/115. Thema: Die Stellungnahme ber Reichstagsfraktion." Referent: Genoffe Eduard Bernstein, M. b. N. 8. Kreis Arenzberg. Bildungsausschus: Connabend, ben 8. Dezember, 6 Uhr, bei Reim, Cigung.( Rartenausgabe und Abrechnung.) Frete Saulgemeinde. Sonnabend, den 8. Dezember, wichtige Sigung aller Elternbeirats- Obleute bez politischen Parteien. bes Borftands der freien Schulgemeinde und der foz. Lehrer, abends 7 Uhr, in der Schule Dieffen. bachfireße 51. Tagesordnung: Bericht der Schulnotgemeinschaft." Jede Abteilung muß unbedingt vertreten fein. 7. Areis Charlottenburg. Montag. ben 11. Dezember, pünktlich 7½ Uhr, Mitgliederversammlung in ber Aula Oranienftraße. Tagesordnung: Arbeiterschaft und Fafchismus." Freie Ausfprache. Cozialminenfaftlicher Disfuffionsabend für Beamte. Sonnabend, den 8. De sember, 8 Uhr, Juristische Sprechstunde, Lindenstr. 3. Die Umwälzung Der Produktionsmeise durch ben Rapitalismus." 6. M. frage 60/61. Hente, Freitag, den 7. Dezember. The Funktionärsigung bei Dobrohlaw, Gwinemünder Str. 11. Seber Bezirtsführer muß abrechnen. 81. bt. Friebenau. 8 Uhr erweiterte Borstandssitung bei Alabe, Sandfern128. Wt. Ventos. Die 5 Genoffen gur beute abend ftattfindenden Fort. fehung des Bezirksbeamtentages empfangen ihre Manbate em Eingang Morgen, Sonnabend, den 8. Dezember. zum Lokal. 10. t. 7% Uhr Funktionärskung bei Trümpel, Mensburger Str. 3. 17. bt. 7 Uhr Funktionärtonferenz, Sprengelftr. 89. 37. st. 6 Uhr Funktionärtonferens beim Gen. Krause. Bezirksführer 20. mifen noch befonders einladen. st. 8 1hr Funktionärversammlung bei Reufner. Sagelberger Str. 20a. 17. 95t. 7 Uhr Rouferens aller Funktionäre bei Hufnagel, Naunyn. Ede Adalbertstraße. Legte Borbereitungen zur Bescherung. Entgegennahme Bon Spenden. 52. Abt. Charlottenburg. 8 Uhr Funktion& rversammlung bei Bade, Kaiferin. Augufio- Allee 53. Rein Dieramang alt: 75 milliarden Matt. Arbeitslofe Genoffen über 17 Jahre alt sablen den mitteilungsblatt Jugenb varau" abzuholen, fowie die Arbeiter Jugend ermäßigten Beitrag von 50 milliarden Mart. Ferner if unfer Dezember Zeitung für Dezember, welche pro Stüd 10 Golbpfennige toftet, Morgen, Freitag, den 7. Dezember, abends 71 Uhr. Bucholz: Lokal von Moffad, Saupiftr. 51. Charlottenburg: Jugendheim, Rofinenftr. 4. Copenid: Städt. Jugendheim, Grünauer Str. 5. Reulonu: Jugendheim, Rogatstr. 53. Norbolt II: Schule Chriftbirger Str. 14. Riebers önhausen: L Gemeindeschule, Blankenburger Str. 69, Often B.- B.: Schule, Edertstr. 16. Rofenthal: Lofal non Fries, Sinben allee. Steglis II: Jugendheim, Sciftein fche Str. 3. Gilben: Badeanstalt Bärmafbftr. 64/65. Rofenthaler Vorstadt: Landgemeindehaus, Sophien ftraße 23. Bortrag: Rapital und Arbeit." Sdöneberg 1: Jugendheim, Rubens, Ede Hauptstraße. Vortrag: Irländische Rämpfe." Weißenfee: Realgymnaftum, Boeldpromenade. Bortrags Die politische Sage." Werbebezirk Ofbahn. Bortrag Partei, Junosozialisten und Soz. Arbeiterjugend". im Jugendheim, Lichtenberg, Parlaue 10. 1: 6.Arbeitersport. Urbeiter- Hoden. Resultate vom 2. Dezember 1923: Fichte 11- Fichte 12 2: 2; Bichienberg 11- Fichte 31 6: 1( Gesellschaftsspiel); Schönhola- Jugend- Fichte Oft IT Serienspiele am 9. Dezember 1923: Gruppe Dit: Fichte 11 gegen Charlottenburg I, Schönhauser Allee, 10%-12, Mertner- Rothe( Roland 1): Wichte 3 I- Fichte 121, Gönhauser Allee, 1-2; Rulbasti- Jokzat( AGC.); Fichte- Dit I- Lichtenberg 11, Schönhaufer ce, 2%, Rubeil- Arliges ( Fichte 3). Gruppe Weft: Fichte 10 1- AGC. 1, Grönhauser Alce. 9 bis 10. Bieten- Otto( Charlottenburg): Schönholz Roland I, Schönhola, 2-4, Riene- Raupach( Wilmersdorf). Gruppe Güd: Roland III gegen Fichte 1 II, Schönhauser Allee. 2-4, Engler- Bethge( Fimte 12); Schönholz Jugend- ASC. II in Schönholz. 1-2, Benig- Scola( Charlottenburg II). Gruppe Rorb: Reine Serienspiele. PEV. Soden: Die neuen Abreffen des Borstandes find: Borshender: Erwin Butte, D. 112, Borhagener Obmann des Spielausschusses: Erich Genk, D. 17, Roppenftr. 60. Meldestelle: Bruno Trauifs, NO. 18. Balifabenftr. 77. Schriftführer: Albert Hallensleben, 9. 112, Rigaer Str. 23. Saffierer: Albert Compagnienie, D. 84, Beibenweg 67. Schiedsrichterobmann: Frans Tesch, N. 54. Senefelberftr. 33. dorfer Str. 51. Beginn 10 Uhr. Boden- Abt. Fichte 1. Gisung am 11. Dezember 1923 bei Boch, Riders Str. 117. atend, findet in der Neven Welt, Hafenheide, der Länderringlampf Länderringkampf Finnland gegen Deutschland. Heute, Freitag ein Foch auf die RD. ons, in das von feinen Anhäncern auf.her Tribüne stürmilch eingeftimmt murde und dem auf der Tribüne Hochrufe auf Nightrecht und R- fa Luremburg fofoten. Um 7 Uhr 35 minuten wurde die Eikima mieder eröffnet und Gen. Schlegel fonnte feine interbrochene Rede forteken: s lehnt sich nicht, auf die haltinfen irrfinnigen Angriffe der ABD. einzusehen. Herr Dörr scheint nur über eine einzine afze su rerinen. s man her D. ja nicht ongenehm fein, dos ihr. hie Sozialdemokratie auf die Finer ficht. Durch des ers nonnene Verbot der D. ist diese zum Absterben verurteilte Por bei mufs nie afnonifiert morden. Borteien find nötin, aber fie müffen retronen fein non erantwortungsnefühl finnin ift ouch Herrn Dörrs Behauptung, dok in Gomietrußland die fozialdemokratische Breffe allerdings und mit Remt verboten fet de mon die Arbeiter dem fozinthemotratifchen Gift nicht ausliefern molle. Mir fehlt es an einem parlamentarischen Ausband der fcharf menua mare, diefen Ausspruch zu geißeln. Grundsätzlich stehen wir auf dem Boden des Anirags; die Freiheit der Presse in Deutschland darf nicht angetastet werden. re Wir beantrasen e mohme in folgender Form: Die Perfomme lung ericht den Maniftrot, bei den zuständigen Stoffet elle Mittel mezu beimmiten, die die Freiheit der Breffe misderber herten mb gewährleisten. Redner fchins mit dem Aushcud tiefften Bebouerns über die Fortdauer des militärischen Ausnahmeauftendes, her for schon zu Berbofondrohungen gegen den„ Bor wärts" geführt habe, Rur Geschäftsordnung proteftierten die Kommunisten Benus Ostromffi gemen den Ausschluß dr Deffentlichkeit. Eine Abstimmuma darüber lehnte her Borfteher- Stellvertreter Fabian ab. Nachdem Schwend( Remm.) und Dörr in Schluworten nochmals die volle Schale ihres Bormes insbesondere über die BSB. ausreleert hatte, wurde in der Abstimmung sowohl der An tran Schlegel, für den nur die Foriatbemokraten stimmten, als auch der fommunistische Antren abgelehnt. Roch eine längeren Ausfproche über einen auch schon 4. Wochen often Drinolichkeitsontron der Deutfchen Rolkspartei betr. Die fünft fiche Erhöhung des Breifes für Bollmilch, an welcher Ausfpreche sich auch die Benoffin Sch mig beteiligte und in der der Leiter des städtischen Milchamts beruhigende Erklärungen abgab, schloß die öffentliche Sigung um 9 Uhr. Finnland gegen Deutschland statt gegen eine ausgesuchte Mann. schaft des Arbeiter Athletenbundes Deutschland. Altersriegenturner Groß- Berlin. Freitag, 7. Dezember, Zusammenturnen ber Alten Herren, Turnhelle Roppenstr. 76, abends 8 Uhr. Nachdem Sigung, Auftriner Blag bei Schreiber. Freie Turnerschaft Schöneberg hält mit ihrer Männer, Frauen und Jugendabteilung am Sonntag, den 9. Dezember, nachmittags von 5-7 Uhr, ein Ghauturnen in der Turnhalle der Mittelschule, Räther, Ede Er furter Straße, am Stadtpart, ab. turnplak. Berfammlung der Turnabteilung. Sonntag nachm. 3. Uhr in der Freie Turnerschaft Wilmersdorf, Sonnabenb, 7 Uhr, auf dem Bereins. IL Gemeindeschule( Salensee) Elternabend der 2. Schülerinnen und Schüler abteilung. Freitag, den 13. d. M., von 6-9 Uhr in der L Gemeindefche, der Kinderturnbeweguna al Gäste willtommen. Giefelerstraße, öffentliches Schauturnen der 1. Schülerinnenabteilung. Freunde Arbeiter- Sport- Kartell, 9. Begirl, Wilmersberf. Montag, ben 10. b. M., 7 Uhr, auf dem Furnplas wichtige Rartelligung. Bereinsvorsitzende und Raffierer mitbringen! Sport- Verein Moabit. Am Sonntag, den 9. Dezember, finden auf dem Sportplag Tiergarter( Bahnhof Roo) Handball. und Sodenwettspiele der Arbeitersportler fatt. Um 29 Uhr vorm. treffen sich im Sandballspiel Fr. 2. Groß- Berlin Webbing L genen Moabit II. Um 10 Uhr Webbing 1- Jugend gegen Moabit Jugend. Um 11 Uhr im Sodenfpiel Freie Turnerschaft Lichtenberg 21 gegen Moabit I. Nachmittag 1 Uhr spielen auf dem Blag der Freien Turnerschaft Charlottenburg, Replerstraße, die Fußballmannschaften Don Moabit II unb GC. Teltow II, um 43 Uhr SC. Seltom 1- Moabit 1 Sport. Die Meisterschafts- Rabrennen in Bien- Berlin ergaben am Mittwoch folgende Resultate: 1. Rennen. Malfahren über 2 Rilometer. Sieger: Emil emanov in 2 in. 48 Get. gegen Paul Rod) und Alfred Sievel. 2. Rennen. 4- Rilometer- Brämienfahren. Gtener: Rarl Wittig in 2 min. 38 Get. Inapp gegen Karl Rubel und Albert Bögel. 3. Rennen. 5. Bauf zum Großen Weihnachtspreis von Wien- Berlin." 1. Alfred G chrage in 4 min. 42 Get. 2. Willi Arend. 3. Erich Abraham. Das Herausforderungs- Ber folgungsrennen über 3 Rilometer gewann Emil Bewano w gegen Rarl Wittig. Die Ringtämpfe im Walhalla- Theater brachten am Montag die erste Be gegnung Suthanen gegen Anglio. bie noch keine Entscheidung bringen konnte, da der Neger durch feine größere Kraft dem Finnen vollständig. ge wachsen war... Rornblum fiegte über Macdonald in 16 Minuten burch eine Roulabe. Sun Rampf dermann gegen Urbanfti flegte griterer nach fönem Kampf in 36 Minuten durch Doppelarmzug. Der Russe Romanoff ift aus dem Wettstreit ausgetreten, da er einen Bertrag nach Italien erhalten hat, unb wirb nad feiner Rüdfehr Suthanen und Anglio herausfordern. Der Kempf Suthanen gegen dermann brachte. am Dienstag eine große Veberraschung. Suthanen stand hier einem ansge aeichneten Gegner genenilber. In dem flotten, intereffanten Rampf gab es oft für den Finnen fehr gefährliche Situationen. Vdermann. der Buthanen en straft überlegen war und auch tecnifch nicht weit zurüdftand, führte den Ramef fo offen, wie er im ganzen Wettstreit nicht gezeigt worden war. Crit nad 30 Minuten brachte Suthener Adermann burd, einen überrofchenben Süften. fchwung auf die Matte. Ang Iio fiegte her onblum na 18 Minuten durch Eindrüden der rüde. Bartofi warf urbanizi in 43 Minuten efemtzeit Armsug om Boden. Gestern fielen wieder brei finelle Entscheidungen. Ting fegte, über Gieafrieb II in 18 Minuten. Anglio haite mit dermann imer zu tun, ein Shelterrehoriff ons 20 Minuten. dem Stand brachte dermann nach 29 Minuten die zweite Niederlage im ganzen Wettftreit. Suthanen marf im legten Rampf Bottomfti in Der Reichstag auf Sonnabend vertagt. Wegen deutschnationaler Obstruktion. Abg. Hergt( Dnt.) erklärt demgegenüber, sein Erlebnis bestehe hauptsächlich darin, daß die Bildung einer bürgerlichen Koalition an dem Verhalten der Demokraten gescheitert fei.( Widerspruch bei der Mehrheit.) Im Reichstag teilte gestern Donnerstag nachmittag Präfi-| Gefährdung befreit ist. Insbesondere wird die Reichsregierung auf eine Verantwortungslosigkeit, um die er die Deutschdent Löbe zunächst mit, daß ein Antrag des Reichsministers des feinen Fall die prozentuale Sicherheitsbelastung des Grundbesitzes nationalen in dieser Zeit nicht beneide. Innern vorliegt auf Aufhebung der Immunität des Abg. usw. irgendwie erhöhen. Gleichwohl bittet die Reichsregierung, feinen Beschluß im Sinne des vorliegenden Antrages zu fassen. Ein mal tann die Möglichkeit nicht von der Hand gewiesen werden, daß formale Bunfte, also Bunfte, die die Grundlage der Renten marf in feiner Weise berühren, nach den praktischen Erfahrungen auf diesem ja ganz neuen Gefeßgebungsgebiet demnächst abgeändert merden müssen. Ferner steht, wie bereits im Reichstag angekündigt ist, eine Berordnung über die v. Graefe( Dvölt.) zur Erhebung einer Anflage wegen och Derrats. Der Präsident schlägt vor, das Schreiben dem Geschäftsordnungsausschuß zu überweisen. Abg. v. Graefe bittet, den Antrag fofort zu erledigen und die Aufhebung seiner Immunität zu be fhließen; einen gegenteiligen Beschluß betrachte er als eine Ent rechtung feiner persönlichen Freiheit. Er meist dabei auf den Prãzedenzfall der Aufhebung der Immunität des Abg. Traub ( nach dem Kapp- Butsch) hin. Auf Anregung des Präsidenten erflärt fich Abg. v. Graefe damit einverstanden, daß die Beratung über das Schreiben zu Beginn des Bunktes 9 der heutigen Tagesordnung stattfindet( Anträge, die die Geschäftsordnung betreffen). 2 Einige fleinere Vorlagen werden ohne Aussprache erledigt. Das Mißtrauensvotum gegen die Reichsregierung, das die Kommunisten beantragt hatten, wurde gegen die Stimmen der Antrag steller sowie der Völkischen und der Ledebour- Gruppe abgelehnt. In der nun folgenden dritten Lesung des Ermächtigungs. gefeges allgemeine Aussprache sprach als erster 4 Abg. Beder- Arnsberg( 3.) bestreitet die Schuld der Demokraten an dem Scheitern der Verhandlungen und macht die Deutschnationalen dafür verantwortlich. Das Zentrum wisse, daß in den besetzten Gebieten Männer, die die größten Opfer für Deutschland gebracht haben, die fich verhaften und ausweisen ließen, und deren deutsches Gefühl mindestens fo gesichert fei wie das der Deutschnationalen, erklären, daß für die besetzten Gebiete Neuwahlen jetzt geradezu verhängnisvoll werden würden. ( Lebh. Zustimmung bei der Mehrheit.) Die Praxis des Abg. Hergt erklärt der Redner für ungehörig und nicht erlaubt. allmähliche Aufhebung der Zwangswirtschaft bei den Mieten bevor. Im Zusammenhang mit dieser Absicht muß§ 2 Abs. 2 ter Berordnung über die Errichtung der Deutschen Rentenbank zum 15. Oftober 1923 ausgeführt werden, der folgendermaßen lautet: Soweit der Grundbesitz weber nach§ 16 noch nach§ 9 herangezogen wirt es ist dies der der Zwangsbewirtschaftung unterliegende Grundbesitz-ist er nach Maßgabe der Aufhebung. der Zwangs Nach weiteren persönlichen Bemerkungen der Abgg. Koch( Dem.) wirtschaft zum Zwecke der Verstärkung der Mittel der Deutschen und Hergt sowie Ausführungen der Abgg. Frölich( Komm.) und Rentenbank heranzuziehen. Bei dieser Regelung fam fich ebenfalls Stoeder( Romm.) wird gegen die Stimmen der Deutschnationalen eine Notwendigkeit der Abänderung der Berordnung ergeben. End- und der Kommunisten beschlossen, die Gesamtabstimmung Abg. Dr. Wulle( Deutschv.) gegen das jüdische Bankfapital, lich arbeitet die Reichsregierung mit allem Nachdruck auf die bis Sonnabend zu vertagen deffen Herrschaft durch das erste Ermächtigungsgesetz begründet wor- Schaffung einer Goldnotenbank hin, und nach dieser Das Haus beschließt, die Angelegenheit des Abg. v. Graefe den sei, und gegen den Abbau von Beamten, Forschungsinstituten Richtung besteht die Möglichkeit, daß die Goldnotenbank und die dem Geschäftsordnungsausschuß zu überweisen, der bereits am Freiwie dem für Kartoffelforschung von Schulen usw. Das Ermächtigungs Rentenbant durch gefegiche Borschriften aufeinander eingestellt tag zusammentreten soll. gesetz raube den Staatsbürgern ihre obersten Berfassungsrechte. General werden müssen, so daß jede Maßnahme ausscheidet, durch die die Das Haus vertagt sich. n. Seedt habe geäußert, die Aufstellung von Listen der verbotenen Bar Sicherheit und Güte der Rentenmart irgendwie beeinträchtigt wer Sonnabend 2 Uhr: Reichstagswahlrecht, Bolfsentscheid, Schluß teien bei den bevorstehenden Wahlen werde er verhindern. Nur diefer den fönnte. Darum muß die Reichsregierung die austrüdliche Be- abstimmung über das Ermächtigungsgeseh, Anträge wegen des PerReichstag schlude alles, er lebe nur von der Gesezwidrigkeit. Ruhe rechtigung auch zur Abänderung der Berordnung über die Renten- fonalabbaues. und Ordnung könne ein franter Boltsförper nicht halten. Der Rebner bant erhalten. Die Reichsregierung wiederholt aber, daß an der Schluß gegen 6 Uhr. macht den Republikanern- Militarismus und Kafernenhofpolitit mit ausgezeichneten Fundierung und Sicherung der deutschen Rentendem Reichspräsidenten als Feldwebel zum Vorwurf. Die anti- mart und ihrer Aufgabe, der Inflationswirtschaft ein Ende zu militaristische Sozialdemokratie könne nur dant dem Herrn v. Seedt machen, nicht geändert werder darf und nichts verändert werden noch eine Rolle spielen. Das Bölkische sei das Deutsche schlechthin. wird. Die jebige Preisfestlegung und die beginnende Gesundung Abg. Fehr( Bayer.Bbd.) lehnt das Gefeß ab, weil seine Bartei unseres Wirtschaftslebens ist eine Wirkung der Einführung der in dem Fünfzehnerausschuß nicht vertreten fein merde und obwohl Rentenmart. Diese wird ihre geschichtliche Aufgabe meiter forter zur Regierung volles Vertrauen hat. führen, daß fie zum Sternpunkt der jezigen deutschen Währungspolitit geworden ist.( Beifall.) Abg. Ledebour( U. So3.) greift die Sozialdemokratische Partei an, weil sie Dr. 3eigner aufgefordert hat, wegen der befannten Beschuldigungen sofort sein Mandat niederzulegen. Das sei eine Anstands und Solidaritätsverlegung schlimmster Art durch einen jämmerlichen Parteivorstand und eine jämmerliche Landtagsfraktion gewesen.( Präsident& öbe macht darauf aufmerksam, daß diese Sache doch mit dem Ermächtigungsgefeh nichts zu tun habe.) Rede bour bestreitet dann gegenüber einem früheren Zuruf Schöpflins, daß er am 6. Januar 1919 Arbeiter gegen die Republit bewaffnet, habe. Man habe nur gegen die reaktionäre Regierung Ebert- Scheidemann Noste die fozialistische Republik verteidigt.( Neuer Hinweis des Bräsidenten auf die Tagesordnung.) Der Redner schließt mit der Ablehnung des Gesetzes. Abg. Hildenbrand( Soz.) Abg. Dr. Reichert( Dnat.) ist durch diese Erklärung des Reichs finanzministers befriedigt und verzichtet auf eine Abstimmung des Antraas feiner Freunde. Abg. Frölich( Komm.) protestiert dagegen, daß die Kommunisten aus dem parlamentarischen Leberwachungsausschuß ferngehalten werden follen, und beantragt, den Ueberwachungsausschuß zum Ermächtigungsgesetz von 15 auf 21 Mitglieder zu verstärken. Dieser tommunistische Antrag wird abgelehnt. Augenommen wird ein Antrag der Mittelparteien, wonach der Reichstagsausschuß auch über Anträge zu Verordnungen auf Grund des alten Ermächtigungsgefehes zu hören ist. Dann folgt die Abstimmung über den§ 1 des Ermächtigungsgefehes. Sie ist auf Antrag der Deutschnationalen namentlich.§ 1 wird mit 282 gegen 79 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen. Dagegen haben die Deutschnafionalen, die Deutschröffifchen, der Bayerische Bauernbund, die Unabhängigen und die kommuniffen geftimmt. Demonstration vor dem Reichstag. Vor dem Reichstagsgebäude hatten sich gestern in der Mittagsstunde einige hundert Eisenbahner, Mitglieder ver. fchiedener Eisenbahnergewerkschaften, eingefunden, um gegen die Beamtenabbau Berordnung zu demonstrieren. Die Be amten hatten den lebhaften Wunsch, auch der Reichstagssigung beiwohnen zu können; bei dem beschränkten Raum der Tribünen konnten jedoch nur einige wenige Einlaßkarten erhalten. Volk in Not. Die Aussprache im Landtag. In der gestrigen Landtagssigung führte Abg. Buchwitz( Soz.) metter aus: Die Stadt Görlik wollte aus ihren eigenen Werken der minder. bemittelten Bevölkerung Kohlen zu einem um 20 Proz. ermäßigten Preise liefern. Da tam das Kohlensyndikt und erhob CinSpruch, da die Stadt Mitglied des Syntitats sei. Die Lieferung stellt fest, daß Abg. Bulle als Träger der Hitlerei und Ludens mußte taher unterbleiben. Das ist ein unerhörter Standal dorfferei als lekter das Recht habe, über Ruhe und Ordnung zu ( Lebhafte Zustimmung linfs.) Die Schließung der Betriebe soll nur die Zertrümmerung des Achtstundentages erzwingen. Es ist eine reden. Wenn Bulle sich gegen manchen Abbau wendet, aber die Entfernung aller sozialdemokratischen Beamten fordert, so ist das Nach§ 2 fritt das Gesetz mit dem Tage der Verkündung in Schande, daß erst Degoutte den Ruhrindustriellen zeigen mußte, die höchste Unverschämtheit.( Lebh. Zustimmung links.) Wenn Kraft. Es tritt am 15. Februar 1924 auker Kraft. Die Abstim- was Bater.andsliebe ist, als man dort zu den Massenentlassungen Wulle fagt, daß die Kartoffelforschungsanstalt so notwendig sei für mung über diesen Paranerphen ist auf Anfrag der Regierungs- schreiten wollte.( Erneute Zustimmung links.) Auch in der Entdie Landwirtschaft und daß sie mit 5 Beamtengehältern zu erhalten parteien ebenfalls namentlich.§ 2 wird mit 278 gegen 81 Stimmen lohnung der Arbeiterschaft muß ein Wandel eintreten. Bon einer unterernährten Arbeiterschaft tann man feine Produktionsfei wie schämt sich denn die reiche deutsche Landwirtschaft nicht, angenommen. die Erhaltung dieses Instituts vom Reich zu verlangen!( Sehr gut!" Einleitung und Ueberschrift des Gesetzes gelangen ohne Wider- steigerung verlangen. Ist es nicht ein Gfandal, wenn die Dresdener Gasarbeiter, früher am besten bezahlt, in der Vorwoche einen Lohn lints.) Wenn Herr Bulle fagt, daß für uns die Diätenerhaltung fpruch zur Annahme. maßgebend set, so gibt es fein Wort, um diese Zumutung zu fenn- Präsident gibt nun bekannt, daß ein Antrag Roch- Weser( Dem.), Don 8 M. erhielten, wenn man hochqualifizierten Arbeitern in Schlesien einen Stundentohn von 22 Pfennigen anbietet? zeichnen. Aber es find tatsächlich die Böltischen hier, die fich u. Gérard( 3) und Dr. Scholz( D. Bp.) vorliegt, ( Hört, hört linfs.) Unter folchen Umständen darf man sich über fchr um die Diäten interessieren.( Heiterfeit.) Unsere fächsische die Gesamtabstimmung bis zum Sonnabend zu vertagen. Hungerrepolten nicht wundern In einem Schreiben an den ReichsLandtagsfraktion hatte Dr. Zeigner aufgefordert, sich zu rechtfertigen;( Lachen und Unruhe bei den Deutschnctionalen und bei den Komm.) finanzminister warnt ter Reichslandbund schon wieder vor erst als er das nicht tat, wurde er zur Mandatsniederlegung aufge. Aba. Schulh- Bromberg( Dnat.): Mitten in der Schlacht blasen neuen Steuern und droht im anderen Falle mit Rüdwirkungen ferdert. Uebrigens ist das Verfahren unserer Partei gegen einzelne Sie:„ Das Ganze ha't!" Drauken wartet das Bolt auf die Ent- auf die Produktion. Das 3 eugnis hoopers ist doch für unser ihrer Mitglieder ausschließlich unsere Sache, und dazu brauchen scheidung.( Unruhe bei der Mehrheit.) Hoben Sie nicht die Emp Landwirtschaft beschämend genug. Gegen das Händlerunwesen muß wir nicht die Ratschläge Ledebours.( Lebh. Zustimmung bei den Soz.) Findung, daß her Reichstag demit der Welt ein blomables Schau- eingeschritten werden. Ferner ist eine starke Aussicht der kommunalen Abg. Stöder( Komm.).„ warnt vor der bevorstehenden Loss trennung des Rheinlandes, an der die sozialdemokratischen Führer Ipiel liefert?( Burufe bei der Mehrheit: Des tun Sie!) Sie fürchten Preisprüfungsstellen notwendig. Für die Volksspeisungen müssen nur den Ausgang der Neuwahlen.( Bräsident 25 be bittet den erhebliche Mittet beschafft werden. Mit dem warmen Appell allein mitschuldig feien.( Stürmische Zurufe der Soz.: Lüge!). Der Berg- Redner, richt ar Sache zu reden, sondern nur zur Geschäftsord- ist es nicht getan Die Massenentlassungen in der Industrie arbeiterverband habe in ruchlofer Weise zugestimmt, den Sieben nung.) Bei diesem Antrag ift affes. was man noch so unfachlich müssen von der Regierung dauernd überwacht und nachgeprüft wer durch den Achtstundentag zu ersetzen.( Stürm. Widerspruch der Soz.) fagt, doch noch zur Sache.( Heiterkeit.) ten, da sie in vielen Fällen unberechtiot sind. Nicht nur Worte, In einem Rhein- und Ruhrstaat werde die Arbeiterschaft noch viel fondern Toten will das Volk endlich sehen. mehr gefnechtet werden. Die Kommunistische Partei merde gegen jede Loslösung fämpfen. Der 60gliedrige Verwaltungsrat ift bas zufünftige Barlament der Rheinrepublik.( Aba. Sollmann( Soz.): Ihr habt ja Eure Einbeziehung verlangt!) Mit der Zustimmung zum Ermächtigungsgesek liefert die Sozialdemokratie die letzten Reste der Demokratie der nationalen Dittatur aus. Sie( zu den Soz.) fürchten das Gericht der Massen, die uns zuströmen. . Abg. Sollmann- Köln( Soz.): Unsere Stellung in der Rheinlandfrage haben wir in feiner Weise geändert, wir halten feft daran, daß die Rheinlande bel Deutschland bleiben und auch eine Trennung von Preußen unter aus wärtigem Einfluß nicht in Betracht kommt. Unser niederrheinischer Barteitag hat erklärt, daß wir uns an vorbereitenden Arbeiten für eine gewisse Sonderstellung beteiligen, um Ordnung zu schaffen und um gewissen fapitalistisch- feparatistischen Absichten entgegenzutreten. In den 60er- Ausschuß haben sich die Kommunisten mit allem Cifer hineingedrängt und jekt beschimpfen fie ihre Kollegen in diesem Ausschuß. Mein Freund Meerfeld hat dem französischen Oberkommissar Tirard erflärt:„ Sofern wir mit Ihnen über Sonderstellung reben mollten, würden wir zu Haufe totgeschlagen! Benn Herr Stöder ein Herz für das notleidende harbende Bolt hätte, würde er proteftieren gegen die Macht, die dieses Elend über uns gebracht hat. Es ist tiefbedauerlich, daß Stöder hier eine Wahlrede hält, mit der er den Franzosen Waffen in die Hand gibt.( Lebh. Zu ftimmung. Geschrei der Komm.) Wir bleiben preußisch, bleiben beutsch.( Beifall.) Nachdem Abg. Gérard( 3) gleichfalls Stöckersche Behaup tungen zurüdgewiefen hatte, wird die allgemeine Aussprache durch Annahme eines Schlußantrags beendet. Es folgt die Einzelberatung.. Zur Spezialberatung haben zu tem§ 1 des Ermächtigungsgesetzes der Abg. Schultz- Bromberg und Genoffen( Dnot.) ten Antrag eingebracht, eine Bestimmung einzufügen, wonach sich die Ermäch tigung nicht auf die Aenderung der für die Neuregelung der Währung( Renten bant) ergangenen gefehlichen Bestimmungen das Elend der deutschen Kinder Abg. Koch- Wefer( Dem.): Niemand hier im Hause ist so wenig berufen, über die Würde des Parlamentarismus 3 sprechen, wie Abg. Frau Weber( 3.): Gestern haben wir uns mit dem er. her Redner der Deutschnationafen.( Beifall bei der Mehrheit.) Eine barmungslosen äußeren Feind befassen müssen, heute gilt es, einem 3 weidrittelmehrheit ist erforderlich, damit das Gesetz on ebenso erbarmungslosen inneren Feind, dem Hunger. Auch diesem genommen wird. Die Mittelparteien find rollzählig anwesend.( R- Feinte werden wir ohne den umfassendsten Gemeinschaftssinn nicht rufe bei den Deutschnationalen: Bir auch!) Ja, aber wollen Sie beikommen. Alle Teile des Volkes müssen hier diesen Gemeinschafts auch die Güte haben, uns zu sagen, ob Sie anwesend bleiben? finn bemeisen; alle Rücksichten auf Sonderinteressen müssen zurück( Schallende Heiterfeit bei den Deutschnationalen.) Die Deutsch- treten. Bor allem fordert rationalen haben heute das Verdienst, dohurch. daß fie auf diese Frane sowohl den Berteiführern wie dem Reichskanzler die Aus den Willen zur Abhilfe heraus. Das deutsche Bolt ist auch nahe funft verweigern( hört! hört!). in dos Parament eine neue baran, in unsauberteit und Unfuftur zu versinken. Die Preis. Gitte hiineinebracht zu haben, mie fie frnst beim Boterspiel politit muß der Staat so beeinflussen, daß der Bevölkerung das her beim Biehtauf üblich ist. Dadurch, daß fie in einem verterene Bertrauen wiederkehrt. Der Bucher muß auch mit A ua en blid der höchsten Gefahr des Noterlandes Db gefeßlichen Borschriften noch viel energischer bekämpft werden. Abftruftion treiben, sind sie daran schuld, wenn die Würde des Parla- hilfe ist aber allein mit staatlichen Mittein nicht zu erreichen, zumal ments leidet. bei der troftlosen Finanzlace; die private Wohlfahrtspflege muß sich nam ameritarischem Muster auch bei uns noch weit umfaffender betätigen. Für die jugendlichen Arbeitslosen ist beson ders Sorge zu tragen, tamit sie nicht verlumpen. Nochmals richten wir unseren Appell an das deutsche Bolt, in seiner Opferwilligkeit nicht zu erlahmen.( Beifall rechts.) Abg. v. Graefe( deutschvolf Ich nehme das Bild vom Vieh handel onf. Was Sie( zu den Mittelparteien) betreiben mollen, ist weiter nichts als der ausgesprochenfte Riehhandel, ben Sie hinter hen Kulissen meitertreiben wollen, um Schindluber mit den höchften Intereffen des Belfes zu spielen.( Lärm in der Mitte.) Wir bitten, den Antrag auf Mertonung, abzulehnen, der geschäftsordnungsmäßig überhaupt unzuläffia ist. " Aba. Hergt( Dnat.): Es ist unerhört, daß einer Fraktion diefes Haufes hier der Borwurf gemacht werden darf. daß fie Schindluder mit den höchsten Interessen des Baterlandes treibe.( Großer Lärm.) Namens meiner Fraktion verbitte ich mir solche Aeußerungen, und ich füge hinzu, daß nach den Erlebnissen. Die wir mit dem Herrn bg. A och in der letzten Zeit gemacht haben, wir am allerweniasten von Herrn Koch in dieser Richtung Kritik entgegenzunehmen hätten. Es ist gesagt worden, wir wären hinterhältig und wollten mit unserer Entscheidung nicht heraus. Auf die Fragen mehrerer Fraktionsführer habe ich sämtlichen Herren antworten müssen, daß die Deutsch nationale Bolkspartei bisher leider noch nicht in der Lage geweser wäre. zu dieser Frage Stellung zu nehmen. weil die Regierung uns noch nicht mitgeteilt hat, was für eine Politik das Kabinett führen werde. Ich habe dem Herrn Reichskanzler die Frage vorgelegt: Was wird die Regierung tun: wird fie auf Grund des Ein Antrag Becker- Arnsberg und Frottion( 3.), Koch- Weser Art. 48 der Verfassung weiter regieren? Wird sie zur Aufund Frattion( Dem.) und Dr. Scholz und Frattion( D. Vp.) will lösung des Reichstags schreiten? Ich habe dem Reichskanzler gedem§ 1 einen neuen Absatz hinzufügen, wonach der fünfzehn fagt, es ist erforderlich. daß wir gliedrige Ausschuß des Reichstages, der nach den Beschlüssen zweiter Lefung vor Erlaß der Verordnungen in vertraulicher Beratung zu hören ist, auch, soweit der Reichstag es beschieht, zu hören ist über Anträge zu Berordnungen, die auf Grund des früheren Ermächtigungsgesetzes erlassen worden sind. erstreft. Finanzminister Dr. Luther: Ich habe zu dem Antrag Schulz- Bromberg zu erklären: Die Reichszenierung, stimmt mit der offenfundigen Absicht des Antrages, jede Gefährdung der Rentenmark unmöglich zu machen, völlig über ein. Sie benut tie gebotene Gelegenheit, um die zur Zeit des früheren Rabinetts burch mich gegebene Darlegung in aller Form zu erhärten, daß der Weg der Inflation für die deutsche Wirtschaft endgültig periglossen und somit die Rentenmart von jeber Abg. von der Osten( Dnat.) schildert die Berelendung des gemerblichen Mittelstandes und der ausoewiesenen Beamtenschaft, fie die Staatsregierung zuerst Cindern müsse. Die jetzige Lage unferes Boltes ähnelt außerordentlich der des französischen Volkes nach der Revolution. Das Ende war dort eine große Hungersnot. Dann fam Napoleon. Wir haben vor dieser Entwicklung seit dem Kriege nemarnt. Es scheint aber, daß wir dieser Entwicklung außer ordentlich nahe find.( 3uftimmung rechts.) Der Redner wendet sich dann gegen die Vorwürfe, die der Landwirtschaft wegen zu hoher Die Landwirt'chaft beziehe zum großen Breise gemacht werden. Teil Breise, die unter den Friedenspreifen liegen, während sie doppelte und dreifache Friedenspreise zahlen müsse. In Bom. mern feien nicht weniger als 20000 Tonnen Stidstoffdünger abbestellt worden, da ihn die Landwirtschaft nicht bea zahlen könne.( Sört, hört!) Wie fann der Landwirt weiter helfen, wenn der Steuerfiskus ihm die Kuh im Stalle pfändet, wie es vorgekommen ist? Die jekige Goldpreispolitik Wir müssen mehr fchädict Arbeiter, Angestellte und Beamte. arbeiten, um mehr produzieren zu können. Unhaltbar ist der Zustand, daß jugendliche Arbeiter nahezu dieselben Löhne erhalten mie folche, die Frau und Kinder haben.( Unruhe bei den Sozialhemofraten.) Wir fordern an Stelle der allgemeinen bekommen. Hätten wir auf unsere Frage eine Antwort erhalten, ehrpflicht, die uns der Versailler Bertrag verbietet, die alldann hätten wir auch unfere Haltung mitgeteilt. Der Reichstanzler, a emeine Arbeitspflicht. Vor allem verlangt das deutsche das Robinett ist also in diesem Falle die Ursache, daß wir unsere Volf neue Führer und sieht sie in Männern der Rechten. Die Par Entschließung zurückgestellt haben. Nun warten Sie ruhig bis Sonn- lamente entsprechen nicht mehr der wahren Voltsmeinung. Deshalb abend oder bis dahin, wo Sie die Abstimmung vornehmen wollen: verlangen wir Neuwahlen, dann werden Sie von den Deutschnationalen die gebührende Antwort erhalten.( Lärm und Lachen bei der Mehrheit.) fofortige Wahlen Abg. Koch( Dem.) fordert den Abg. Hergt auf, zu erklären, welche Art Erlebnisse ihm das Recht zu seiner Aeußerung gegeben hätten. ( Lebh. Zustimmung bei der Mehrheit.) Es sei sehr eigenartig, daß man in einer so gefährdeten Stunde wie dieser sich dahinter ver schanze, daß man noch feine Beschlüsse gefaßt habe. Das bedeute damit das Bohl des deutschen Boites beffer wahrgenommen wird. ( Burufe bei den Sozialdemokraten.) Wir werden mit Gottes Hufe das Vertrauen des Volfes rechtfertigen.( Lebhafter Beifall bei ben Deutschnationalen.) Abg. Engberding( D. Vp.) rügt, daß zuviel Parteipolitik getrieben werde. Durch die notwendige Bersicherung gegen Ent. mertung famen wir über den Weltmarktpreis hinaus. Halten intr jetzt den Kurs der Rentenmart nicht, dann find wir verloren.( Beb hafte Zuftimmung.) Die Steigerung ber Probuftion muß unverzüglich bei der Landwirtschaft einfegen; bie Borwürfe Stoogenbrot. gegen die Landwirte sind ungeheuerlich. In der Frage des r- Weizenmehl beitsdienstjahres sollten endlich Fort'chritte gemacht werden. Saferfloden( lose) In der jetzigen schweren Zeil darf niemand mehr verdienen, als un- Rudeln bedingt notwendig ist.( Beifall.) Nach weiteren Ausführungen des Abg. Schulz- Neukölln( Romm.) wird die Beratung abgebrochen. Freitag 11 Uhr: Weiterberatung. Schluß 5 Uhr 20 Minuten. Die Deutschnationalen fordern Neuwahlen. Die Deutsch nationalen haben im Breußischen Sandtag folgenden Antrag eingebracht: Für den Fall, daß in ben nächsten Monaten Reichstagswahlen stattfinden, hat an bem gleichen Tage die Neuwahl des Landtages und der Gemeindevertretungen ter preußischen Stadt unt Land. gemeinden fowie der Kreis- und Provinzialvertretungen statt. zufinden." Aus der Partei. Reis Goldmart Kleinhandelspreise widjfiger Lebensbedürfnisse in Berlin. für zu fein, baß es so einfach nicht mehr geht, will man nicht ein 19. Stoabr 1923 26. Sopbr. 1923 Dollfommen falsches Bild von dem Stande der Reichsbant her. aufbeschwören. Für den Kenner ist es geradezu belustigend, zu Iefen, daß der Goldbestand der Reichsbant 467 Millionen Mart beträgt, während der Metallbestand, unter Einschluß der unDer Widersinn eblen Metalle, auf 5,6 milliarden beziffert wird. mird erkenntlich wenn man sich daran erinnert, daß die Goldreserven in Goldmark zu Buch stehen, während das Blech der Aluminiummünzen mit einem entsprechend der Geldentwertung Diel höheren Rennwert eingefeßt ift. Erbien, gelbe Weikkobl. Bitfingfohl. Mohrrüben Rindfleisch( Bruft) Rindergefrierfleisch( Bruft) albfleift( Bruft) Sammelfleisch( Dünnung) 1 Schweinefleisch( Bauch) 1913 Mart Golbmart 1 kg 0,28 0,39 0,43 0,40 0,70 0.78 0,50 0,73 0.80 0.80 1,88 1.28 0.50 0.76 0,72 0,40 1,07 1.20 Greiiebohnen, weiße 0.50 0.87 0,90 Kartoffeln 0,07 0,08 0,08 0,08 0,10 0,12 0,15 0,20 0,20 0,10 0.10 012 1,80 8,00 5,60 5,88 8,60 1 1.90 6,67 5,60 1.80 7,83 3,60 1 1,70 9.88 7,20 2,00 16,00 14,00 2.70 4,80 5,60 1.40 2,17 2,28 1,40 2,88 2,40 0,80 8.88 4,00 0.52 0,93 1,12 0.60 2,83 2.00 0,45. 1,20 1,24 8.20 8.00 19 9.60 0,60 1,67 1,90 @td. 0,08 0,32 0,82 1@rr. 0,22 027 0,28 1 8tr. 1,20 2.29 1,98 1 1.85 4.97 4,81 1 075 8.29 8,02 cbm 0,1285 0.21 0,21 1 Aroft. 0,40 0,42 0.42 0,31 0,88 • Sped, fett Butter Margarine Edweineicmalg Sarzer käie Salzberinge Schellfisch Eine infernationale Ausstellung der Arbeiterpreffe ist vom 16. bis 23. Dezember 1923 in dem belgischen Städtchen Haine- St. Baul Buder. affee( gebrannt). zu sehen. le fezial ftischen Zeitungen, die Gewertschaftspreffe marmelade. und die Jugendzeitungen und zeitschriften der Arbeiterbewegung werden auffiegen. 24 2änder haben ihre Beteiligung bereits angemeldet. Die deutsche Bresse wird gebeten, fofort mehrere Exemplare der legten Rummern sowie Angaben der Auflage und finanziellen Lage an den Leiter der Ausstellung Genoffen Gaston Hoŋaug, Maison du Peuple, Haine- St. Paul( Belgien) zu senden. Wirtschaft Ueberteuerung und Preisabbau. Eier Bollmilch Brifetts Gastote Brennholz Gas 1 Str. 0,20 Elektrisches Lit Petroleum. Ein Vergleich der heutigen Preise mit denen von 1913 zeigt, baß auch jest, nach dem Preisabbau, die Bortriegspreise meit überschritten sind. Die Goldpreise waren in der Berichtswoche teilweise etwas Die letzten Tage haben auf vielen Gebieten des Warenmarties surüdgegangen. Bezeichnend war aber dabei, wie insbesondere die einen zum Teil recht erheblichen Breis abbau gebracht Die Waren des wichtigsten Massenbedarfs, Brot, Mehl, Hülsen. Baraussage, daß sich die überfekten Preise bei ftabueren Währungs meiter gestiegen find. Bei der Speise der Erwerbslosen und der Boraussage, daß sich die übersetzten Breise bei stabueren Währungs. früchte, Gemüse, Margarine, Salzheringe, zunächst noch in Geld verhältnissen nicht würden halten lassen, wurde so bestätigt. Gleich Kurzarbeiter hat also der Preisabbau erst zufeßt eingelegt. In zeitig ist die bis zum Ueberdruß wiederholte Rebensart, daß nur Mehrarbeit uns retten" fönne, schlagend widerlegt worden. Gewiß Bapiermart find in der fraglichen Woche die Lebensmittel brauchen wir zur dauernden Aufrechterhaltung einer stabilen Mäh. preife noch weiter start gestiegen, da fich der Dollar gerade damals, rung eine intensivere Produktion. An ihr mitzuarbeiten nämlich am 26. November, von 2520 auf 4200 Milliarden Mart erhöhte. haben sich die Vertreter der organisierten Arbeiterschaft nie geweigert. Nur haben sie als Vorbedingung gestellt, daß die tech. nischen Vorausseßungen für eine Produktionssteigerung geschaffen würden. Es hat sich aber als Prepagandalüge der Unter. nehmer herausgestellt, daß allein durch Mehrarbeit eine stabilere Währung geschaffen werden könne. Der Umichwung am Baren markt und die ruhigere Bewegung des Martfurses trat vielmehr ein zu der Zeit, wo seit dem Kriegsbeginn in Deutschland am wenigsten gearbeitet wurde, und das deshalb, weil infolge des Ueberschreitens der Weltmarktpreise und der Bernichtung des inne ren Marktes durch die Inflation die Unternehmer allerwärts bie Broduktion eingeschränkt oder stillgelegt hatten. Bei der Würdigung des bisherigen Preisabbaues muß man sich immer wieder vor Augen halten, daß die meisten Bebensmittelpreise des Kleinhandels in Gott weit über ben Bortriegs stand Hinausgeschnellt waren. In welchem Maße das der Fall war, haben wir bereits einmal an Hand einer Zusammenstellung des Berliner Statistischen Amtes vom 12. November dargestellt. Sehr hezeichnend ist auch die Goldpreisbewegung am Lebensmittelmarti in den beiden folgenden Wochen. Sie ftellten fich folgender maßen dar: Theater, Lichtspiele usw. Deutsch. Theater Volksbühne 8 Uhr: Das 72: E. Abrechnung Kommerspiele 8 Uhr: im Theater] Die Zinszahlungen für wertbeständige Preußen- Anleihen find in der Weise abgeändert worden, daß die Geldentwertung in erhöhtem Maße berücksichtigt wird. So hätte für die letzten Anleihen vom 2. Oktober nach den Ausgabebedingungen der Preis für Roggen und Kali von Ottober und November in Papiermark zu grunde gelegt werden müssen, wopach die Anleihebefizer nur wenige Goldpfennige erhalten hätten. Die preußische Regierung wird nun auf den durchschnittlichen Golbpreis der beiden lekten Monate, also z. B. nach einem Wert von 7,75 Goldmart für einen Zentner Roggen die Binszahlung bemessen und diese dem Goldstand ents fprechend aufmerten. Da der preußische Staat zur wertbeständigen Sicherstellung der ausgegebenen Staatsanleihen mit den hierfür in Betracht kommenden Domänenpächtern und Kalibergwerken ent fprechende Abkommen gefchloffen hat, stößt die auf täglicher Goldpreisberechnung beruhende Binszahlung etatmäßig beim preußischen Etat auf feinerlei Schwierinteiten. Der preußische Finanzminister hat fich zu der Maßnahme in erster Linie unter dem Gesichtspunkt entschlossen, daß für den Begriff einer wertbeständigen Anleihe unter allen Umständen auch eine ertragreiche Berzinsung un erläßlich sei unb bat geglaubt, in diefer Angelegenheit durch ein entsprechendes Beispiel die Führung übernehmen zu müssen. Die preußische Staatsregierung hält es für wünschenswert, wenn auch andere Unternehmungen sich dazu entschließen, die Zins. berechnung auf ähnlicher Grundlage aufzubauen, wie es der preuBische Finanzminister jegt getan hat, soweit hierfür die entsprechen. ben finanziellen Unterlagen vorhanden sind oder geschaffen werden fönnen. Preußens Roggenanleihe. Wie bereits gemeldet, legt Preußen eine weitere Roggenwerbanleihe auf, über die unser Inferatenteil nähere Einzelheiten enthält. Wie aus dem preußischen Finanzministerium mitgeteilt wird, gilt als Zeichnungspreis für den ersten Zeichnungstag Freitag, der neuen fünfprozentigen preußischen Roggenwertanleihe der letzte Börsenkurs vom Mittwoch, der im 3,5 Billionen= 3,5 Goldmart für 50 Kilogramm herabgefekt wurde. Anschluß an den Roggenpre's der Produktenbörse von 11 auf Auf diesen Preis wird den Zeichnern ein Rabatt von 5 Broz. ge währt. Da die Bremer Roggennolierung ständig auf 2,10 Dollar 8,82 Goldmart für 50 Kilogramm lautet, tann dieser Preis als billig betrachtet werden. Die Synditatepoliti? der Firma Sfinnes. Die Berhandlungen zwischen den rheinisch- westfälischen Großindustriellen haben die Verfierung von Reichsschahanweisungen liegt jekt vor. Der letzte Reichsbautausweis vor der Einstellung der Diston- längerung des rheinisch westfälischen KohlenEr ist vom synbitats über den Winter 1923 hinaus ergeben; jedoch wird 15. November batiert. Die bistontierten da kanweisungen bie Struktur des Kohlensynditats eine wesentliche Veränderung erbes Reiches hatten eine Höhe von 189,8 Trillionen erfahren. Bekanntlich wandten sich die großen Konzerne wie der reicht, und allein in der letzten Woche um 163,7 Trillionen zuge Klöckner und Stinnes- Konzern gegen die Weitereristenz des nommen. Ganz gewaltig ist auch die Zunahme der an die private Rohlenfunditats, weil es in seiner bisherigen Form ihren Erpan. Wirtschaft vergebenen Kredite. Nicht weniger als 39,5 Trillionen, fions gelüften entgegenstand. Diefes Hindernis scheint in den Ver faft fünfmal soviel als in der Woche vorher, hatte die Reichsbant handlungen durch eine neue Form, die das Syndikat in Zukunft gegen Wechsel und Scheds ausgeliehen und zwar ohne Rurs erhält, beseitigt worden zu sein. Die Quotenverteilung der zu lie fidheruna. Daneben befindet sich im Reichsbanfausmeis der fernden Kohlen wird zum Teil auf die einzelnen Hauptbeteiligten verhältnismäßig eine Betrag von 0,53 Trillionen von wertbeständes Synditats übertragen. Diese bilden innerhalb des Syndikats bin lombardierten Wechseln. Es ist möglich, daß diefes Mißver Gruppen oder Blods und find im Syndikat sozusagen wieder hältnis badurch entstanden ist, daß man die lombardierten Wechsel Synbitate. Dadurch wird ein schwerer Druck auf die fleinen felbnicht nach dem Tagesturs eingesetzt hat. Anbernfalls wäre es ganz ständigen Bechen ausgeübt, die unter dem Ruhrprovisorium am unverständlich, wie das Reichsbankdirettorium immer wieber be allermeisten leiden. Aller Voraussicht nach wird diesen Zechen nichts tonen tonnte, daß man in steigendem Maße zu wertbeständigen anderes übrig bleiben, als fich irgendeinem aroßen Blod oder einer Strebiten überginge, während in Wirklichkeit. wenigstens nach den Gruppe anzuschließen, so daß der neue Synditatsvertrag nichts Riffern des Reichsbantausweifes, etwa 1% Prozent der beliebenen anderes ist als der Hebel zu einer weiteren 3usammenbal. Bechfel auf wertbeständiger Grundlage fretitiert worden ist. Ueber lung in der rheinisch- westfälischen Montanindustrie. Das Reich, bie Unzulänglichkeit des Reichsbankausmeiles ist an diefer das bekanntlich im November ein Kartell- und Trustgesetz erlaffen Stelle schon wiederholt geschrieben worden. Die Frage der Bilan hat, wird sich mit der beabsichtigten Expropriation befassen müssen, zierung ber mertbeständigen Wechsel scheint ein neuer Beweis da wenn es ihm mit der Trustbekämpfung ernst ist. L. Beglaubigte Abschrift termelter Bills Sochlentner in Große Volksoper des Westens L J. 1039. 28/14 7% Uhr: FIDELIO Weit unter Preis! Deutscher Metallarbeiter- Verband Bekleidungsstücke. Wäsche usw. In der Straffache gegen ben Groß Die mittlere Verwaltungssitung Berlin, Bintichite. 19, geboren am 13. mai findet heute staff. 1881 in Berlin, megen Breistreiberei, hat das Buchergericht am Sandgericht in Sigaretten maschinenführer Berlin in ber Gigung am& Stovember Möbel Wichtig! Rinderspinde 8 Goldmark. Arensfühle 10.- Goldmart. Wolfs. stegen, Brachtexemplare. Serrengarbe Bettstellen 10. Büfetts, Bücherspinde, Rücheneinrichtung, tobe spottbillig. Wertbeständige Rah- Schreibtische 25.-, Tung 20 Prozent. Teilzahlung geftattet. Rommoden 5.-, Speifeaimmer, Serren Reumaren. 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