Nr. 56. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei In's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. OesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Infertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins: und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Bormittags geöffnet. Sernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Donnerstag, den 7. März 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Die politische Lage in Belgien. Ausdruck in dem Beſchluſſe des belgiſchen Parteitages, Geld foften wird, obgleich es nichts dabei zu gewinnen, Brüssel, 4. März 1895. Zwei Gefeßvorlagen beherrschen jetzt in Belgien die ganze Politik und der Streit über dieselben nimmt einen berartigen Umfang an, daß man unmöglich sagen kann, wohin der Ball noch rollen wird. Staates. welcher lautet: " Der außerordentliche Kongreß der belgischen Arbeiterpartei, abgehalten am 26. Februar 1895, erklärt: " durch sehr viel aber zu verlieren hat. Die Regierung weiß dies wohl, sie steht aber unter dem Einflusse der großen Finanzmänner*), welche den König vor ihrem Wagen gespannt haben. Die Arbeiterpartei, in Uebereinstimmung mit ihrem Progranim, fordert das allgemeine Wahlrecht für alle Personen, Diese wenden all ihren Einfluß auf, die Annexionswelche das 21. Lebensjahr überschritten haben und seit sechs Es sind die Gemeindewahlrechts- Vorlage Monaten am gleichen Orte wohnhaft sind. Sie fordert dem vorlage durchzudrücken. Wiederholt schon drohte die offiziöse und die Vorlage betreffend die Annexion des Kongo- nach für die politische Mündigkeit dasselbe Alter, wie für die Presse mit der Thronentfagung des Königs. bürgerliche; Unter diesen Umständen werden die alten republiBeschließt die Zusammenberufung aller Arbeiterorgani- tanischen Sympathien wiederum wach gerüttelt, und das Die erstere interesfirt natürlich in höchstem Maße unsere fationen des Landes, um sich über den Vorschlag des Königthum verliert sein weniges Prestige auch noch. So belgische Bruderpartei, welche mit Recht hofft, durch Anwendung Generalstreits im Falle der Verwerfung des allgemeinen viel ist gewiß, daß die Thronbesteigung des Erbprinzen nicht des allgemeinen Wahlrechts bald in zahlreichen Gemeinden Wahlrechts die Kammer auszusprechen. Beauf die Rathshäuser zu erobern, und die Gemeindeverwaltung tragt den Allgemeinen Rath, vereinigt mit den Delegirten so leicht sein würde, wie die Thronentsagung des Königs. In diesen mühevollen Tagen würde eine scharfsinnige im Interesse der Arbeiterklasse zu führen. Die belgische Konstitution hat den Gemeindebehörden Regierung es nicht wagen, auch nur einen Tropfen Del ins Feuer zu werfen, und unsere ultramontane Regierung schickt ein großes Maß von Freiheit und Macht ertheilt. Die Ungerade jetzt die häßliche Wahlgesetz- Vorlage in die Welt. abhängigkeit der früheren freiheitlich organisirten flämischen Ein Land wie Belgien, wo die große Masse der inund wallonischen Gemeinden hat darin noch einen Nachdustriellen Arbeiter schneller und leichter sich bewegt, wie flang zurückgelaffen. Zwar werden die Bürgermeister von die Arbeiterschaft in einigen anderen Ländern, wo die dicht der Regierung ernannt, aber ein solcher Bürgermeister fann zusammen lebende Bevölkerung leichter wie wo auch in sich in seiner Stellung nicht erhalten, wenn die Mehrheit Feuer geräth, da dauert eine Reaktionsherrschaft wie die des Rathes ihn nicht unterstützt. unsere nicht lange. Es gilt deshalb in Belgien auch als ganz selbstverständlich, es ist in die politischen Sitten eingedrungen, daß ein Bürgermeister geht, wenn die Mehrheit des Gemeinderathes ihn nicht mehr stützt oder ein Mißtrauensvotum gegen ihn zu stande kommt. Dadurch ergiebt sich für die Regierung die Nothwendigkeit, stets einen Bürgermeister zu ernennen, der der Partei angehört, welche im Rath die Mehrheit hat. Bei diesem Sachbestand ist es für unsere Partei natür lich von größtem Werth, daß das Wahlrecht für die Gemeinderäthe ein allgemeines und gleiches sei. Davor haben die herrschenden Klassen natürlich fürchterlich Angst. Sie sehen alles daran, nicht ein Wahlrecht einzuführen, das den Sozialisten gleiche oder größere Erfolge wie bei den Kammerwahlen ermöglichen würde. der Arbeiterorganisationen und den sozialistischen Kammermitgliedern und Senatoren, im Augenblick der Entscheidung zu entscheiden, ob der Generalftreit angewendet werden soll im Falle, daß die Bedingungen für die Erlangung des Wahlrechts für das arbeitende Volk unannehmbar sein sollten. 11 Der Kongreß ladet die Organisationen zu einer großen und planmäßigen Agitation gegen die reaktionären Absichten der Regierung ein." Alle Delegirte aus wallonischen Gegenden waren einstimmig für den Generalstreik. Wahrscheinlich wird Belgien also wieder eine erneute Agitation sehen, nicht unähnlich, aber besser organisirt und moralisch viel stärker, wie die des Jahres 1893. Der glorreiche Wahlfieg des Jahres 1894 und das erfolgreiche Auftreten der Sozialisten im Parlament haben unserer Partei einen enormen Einfluß und ein hoch gesteigertes Ansehen verschafft, das sie im Jahre 1893 nicht hatte. Die Unpopularität der Regierung wächst jeden Tag, die Feigheit der sogenannten Christlich- Demokraten, welche sich von der Regierung ins Schlepptau haben nehmen lassen, treibt auch die katholischen Arbeiter der vlämischen Provinzen in Maffe zur Arbeiterpartei. Und dann wird die Stellung der Regierung ungeheuer geschwächt durch die zweite, das Land berührende Frage: die Annexion des Kongo. Der, Generalstreit ist eine Waffe, welche hier viel leichter anzuwenden ist, wie irgendwo, und der tiefe Haß für die unverschämte regierende ultramontane Partei, welcher tief ins Volk eingewurzelt ist, läßt doch auch die gemäßigsten Elemente in Aufregung gerathen. Belgien geht einem warmen Sommer entgegen, im Kampf zwischen Herrscher und Beherrschten, zwischen Zwang und Freiheit, zwischen Privilegien und Volksrechte wird in diesem Sommer manche Schlacht geschlagen werden. Politische teberlicht. Berlin, 6. März. Aus dem Reichstage. Herr v. Leve how hat recht, der parlamentarische Ton verschlechtert sich wirklich von Tag zu Tag mehr. Leider sind es die Freunde des Herrn Präsidenten selbst, welche diese Verschlechterung des Zones geradezu par force betreiben, ohne in diesem Treiben irgendwie behindert zu werden. Schon lange war es bekannt, auf welche Weise sie das Die wahre, vielleicht die einzige Ursache des Antrages Wahlrecht einschränken wollten. der Regierung, Belgien mit dem Besitze des Kongostaates Eine Reihe von Mitteln hat man dazu gefunden. Nach dem zu beglücken, liegt in dem Umstande, daß der Kongostaat jetzt vorliegenden Entwurfe der Regierung wird das Wahlrecht vor dem Bankrotte steht, daß der König für seinen allen Bürgern unter 30 Jahren genommen, während die Kolonialsport nicht weitere Millionen opfern, daß er Reden, wie sie heute von dem konfervativen Freiherrn Wahlberechtigkeit zur Kammer alle über 25 Jahre alten lieber die belgischen Steuerzahler, die an dem Kongo- UnterPersonen besigen. Dann wird vom Wahlberechtigten ge- nehmen ganz unschuldig sind, die Zeche bezahlen lassen will. fordert, daß er drei Jahre ununterbrochen in der Gemeinde Die Maste der Kultur, der Zivilisation, der Sklavereiwohnt. Der Zensus für die zweite Stimme in den Städten Bekämpfung, die man im Anfang dieser Unternehmung umsoll nach der Größe derselben abgestuft werden können bis gehängt hatte, ist heruntergefallen. Es ist nur noch die Rede zu 20 Franks. Ein mehrfaches Stimmirecht sollen auch die vom Handel, von der Industrie u. s. w. jenigen besigen, welche den Doktortitel oder einen ähnlichen von einer Hochschule verliehenen Zitel besigen und welche mehr wie 150 Franks direkte Steuern bezahlen. Der Entwurf übertrifft alles, was selbst die Pessimisten erwarteten. Die Erregung der Arbeitermassen findet ihren Feuilleton. ( Machbruck verboten. 30 Skizzen aus dem südamerikanischen Hinterlande. Ein Blatt südamerikanischer Geschichte. Finden Sie nicht auch, daß Jovellanos ein schweres Geld verdient hat..." " • 2 Die Opposition gegen diese abenteuerliche Unternehmung wird so stark, daß die katholische Presse anfängt, der Regierung zu rathen, einen anderen Weg einzuschlagen. Darüber fann aber gar kein Zweifel herrschen, daß bem belgischen Volke das Kongo- Unternehmen noch sehr viel ,, Und das nächste..." von Langen und AhIwardt gehalten on Langen und Ahlwardt gehalten wurden, gereichen jedem Parlamente zur Unehre. Wenn aber solche Ausführungen auch noch den Beifall großer Parteicu finden, wie dies heute bei den Konservativen der Fall war, so ist das einfach ein Skandal. Seit wann ist es z. B. zulässig, daß von einer großen Mehrzahl deutscher Reichsbürger und Steuerzahler als *) Dies hat unser Brüsseler Bruderorgan durch Veröffenta lichung einer Reihe hochintereffanter Attenstücke bewiesen, die wir noch nachträglich veröffentlichen wollen. Reise nach unten anzutreten. Am selben Tage hatte Sehr einfach Wir haben nicht gestohlen; aber Jovellanos eine Unterredung mit dem Kommandanten des Jovellanos hat gestohlen.. er ist als Präsident für seine Dampfers gehabt und derselbe, anstatt wie üblich seine Handlungen verantwortlich, und es wird ihm schwer werden, Reise am anderen Tage fortzusehen, war angeblich wegen zu beweisen, daß er reine Finger hat... Ich glaube, wir einer Reparatur seiner Maschine im Hafen liegen geblieben. machen ihm den Prozeß und belegen sein Vermögen sofort In der Nacht vom 24. zum 25. hatte Jovellanos in mit Beschlag, wie Sie Ihr Amt angetreten haben. Es aller Stille seine Familie und sein Geld an " . Boote schielte. würde mich reuen, wenn das Geld, was ein Dummkopf... Bord des Schiffes gebracht und er selbst hatte sich ich glaube, so nannten Sie ihn einmal hier in meiner Apo- am 25. von dem Regierungsgebäude anstatt nach theke und mit Recht... durch unsre Mühe gewonnen hat, seinem Hause, ebenfalls direkt auf den Dampfer begeben. in seinen Händen bleiben sollte.. Er gönnte sich noch den Triumph, seine Gegner zum Ueber,, Das will ich meinen. Sie werden es übrigens Sie sind unbezahlbar, wie immer, mein lieber fluß auszulachen. Gill befahl, als er hörte, wo er sich bebeffer wissen als ich selbst; denn Sie haben wohl redlich Pancho fand, zornentbrannt ihn auf dem Dampfer zu arretiren, Buch geführt darüber, was er und alle aus den beiden So beschlossen die beiden dann, am 25. November, und der Richter mit seinen Soldaten begaben sich auf einem Anleihen erhalten hat... sofort, wenn Jovellanos sein Amt niedergelegt hätte, ihn Boot der Hafenpolizei zu dem brasilianischen Dampfer, der Allerdings weiß ich das genau. Ich finde darum, daß in seinem Hause verhaften zu lassen und ihm einen hoch- ruhig in der Mitte des Hafens vor Anker lag und eben der Mann zu viel verdient hat für das, was er gethan... nothpeinlichen Prozeß zu machen, wobei die beiden auf die begann, seine Reffel zu heizen. Jovellanos lehnte nachlässig Wissen Sie fein Mittel, um seinen Verdienst auf das rechte eine oder die andere Weise zu seinem Gelde fommen an der Brücke des Dampfers und war im Gespräch mit Maß zu reduziren.?" würden... Und der Apotheker war schlau und gewandt dem Kapitän begriffen, der grinsend nach dem anlegenden und hätte wie stets sein Ziel erreicht, wenn Herr Gill reinen Mund gehalten hätte. So bekam Jovellanos aber rechtzeitig Wind davon, daß man etwas gegen ihn im Schilde führe und er beschloß, der Sache zuvorzukommen. Am 25. November am Vormittag legte er auf dem Regierungsgebäude feierlichst sein Amt nieder und wünschte seinem Nachfolger alles Glück. Nach Beendigung der Feierlichkeit " Die Justiz kann alles, was sie will... Aber wir entfernte er sich, und es waren feine zehn Minuten verhaben doch selbst davon gegessen strichen, als sich ein Pikett Soldaten mit einem Richter an Ich wüßte nicht, daß ich irgendwo von ihm Geld aus der Spize nach dem Hause des Expräsidenten in Bewegung der Anleihe genommen hätte... es giebt allerdings viele, setzte, um ihn zit verhaften. zu Zu ihrer Verwunderung die es einfach weggenommen haben, aber ich habe mit ihm fanden fie das Haus geschlossen und als man es nach nur Privatgeschäfte gemacht, oder für geleistete Apotheker- langem Klopfen nicht öffnete und sie es erbrachen, fanden Lieferungen Geld erhalten. Und ich glaube bei Ihnen ist sie es vollkommen leer. Der Bogel war ausgeflogen. es ebenso der Fall... ich weiß nur, daß man Ihnen Am 23. November war das Packetboot aus der ja wohl seine Richtigkeit haben... habe aber feinen Ihre Kanonen abgekauft hat... mit mir in einer Kom brasilianischen Provinz Matto Grosso heruntergekommen paraguayischen Bürger an Bord, der sich Salvador Jopagnie machen Sie stets nur reine Geschäfte, Excellenz..." und hatte die übliche Mast in Asuncion gemacht, um seine vellanos nennt. Aber so reden Sie doch, Pancho... ich weiß schon, daß Sie mir in all und jedem über sind... Hm... ich hätte wohl einen Plan... Finden Sie nicht auch, daß die Art und Weise, wie er die Anleihe für die Nation garantirt hat, strafbar ist, und daß er für die Verschleuderung öffentlicher Gelder mit seinem Vermögen haftbar gemacht werden kann " Kommissär," rief der Kapitän einem Beamten zu, sehen Sie zu, ob die Leute, die eben einsteigen, Billete haben... wo soll die Fahrt hingehen... wollen Sie aber gefälligst Ihr Schießzeug draußen lassen; ich gestatte nicht, daß Passagiere mit Waffen an Bord gehen... und wenn Sie mit wollen, dann beeilen Sie sich " • " Wir sind keine Passagiere," begann der Richter, dem Kapitän ein Papier überreichend, wollen Sie sich überzeugen, daß wir hier sind, um im Namen der paraguayischen Justiz den Bürger Salvador Jovellanos zu verhaften, der dringend verdächtig ist, öffentliche Gelder unterschlagen zu haben." Der Kapitän nahm phlegmatisch das Papier: " Ich kann schlecht spanisch lesen, mein Herr. . wird von Schwindlern, Raubthieren, Cholera« bazillen, Gesindel und Parasiten geredet werden darf, ohne daß vom Präsidium dagegen eingeschritten wird? Wir sind neugierig, od, wenn etwa bei Gelegenheit neuer Liebesgaben-Anträge von den Junkern und Agrariern als von Parasiten und Raubthieren geredet werden soll, dann dies auch so unbehindert geschehen kann, wie diese Liebkosungen heute unseren jüdischen Mitbürgern an den Kopf geworfen wurden. Sind die Juden im deutschen Reichstage vogelfrei, dann gut; aber so lange sie noch Bürger des Reiches sind und die Emanzipationsakte noch nicht aufgehoben ist, sollten Vorgänge, wie sie heute im Parlamente sich abspielten, nicht geduldet werden, wenn man wirklich den Ton heben und ihn nicht auf das Niveau des Fi' h.narktes herabdrücken will. Die sozialdemokratische Fraktion, die prinzipiell das Recht der Minoritäten und die absolute Redefreiheit ver- tritt, stimmte sowohl gegen den Uebergang zur Tages- ordnung, wie gegen den Schluß der Debatte. Sachlich ist bei der Debatte über die Anträge auf Ausschluß der Judeneinwanderung, wozu auch die National- liberalen durch den Antrag Hasse ihr Scherflein beitrugen, natürlich nichts herausgekommen. Ueber den antisemitischen Antrag ging der Reichstag zur Tagesordnung über; der konservative Antrag Hammerstein-Manteufsel wurde aber in namentlicher Abstimmung bei 213 anwesenden Abgeordneten niit 167 Nein gegen 59 Ja abgelehnt.— Im Abgeordnetenhaus wurde heute die zweite Be- rathung des Etats der Berg-, Hütten- und Saliucn-Ver- waltung fortgesetzt. Nach Vorbringung verschiedener, für die Arbeiterkreise weniger interessanten Wünsche und Äe- schwerden folgte der Etat der H a n d e l s- und Gewerbe- Verwaltung. Dabei wünschte der Abg. B e u m e r, natürlich nationalliberal, im Unternehmer- Interesse eine Veränderung der Bestimmungen über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter in Walz- und Hammerwerken. Und hierbei entschlüpfte ihm das wunderschöne Wort, daß die„Industrie" die u g e n d nur darum beschäftigt, damit diese nicht auf der traße liege. Die gute„Industrie"!— Dann gab es noch eine kleine Befähigungsnachweis- und Handelsvertrags- Debatte, bei welcher Gelegenheit der Handelsministcr von Berlepsch erklärte, daß er es für seine Pflicht als Handelsminister halte, zu einem Bruch der Handels- vertrüge nicht die Hand zu bieten. Daß der Mann heutzutage so etwas zu sagen riskirt! Sind übrigens andere preußische Minister eher dafür zu haben, die agrarischen Forderungen zu erfüllen? Nächste Sitzung ist Donnerstag.— Zur Wahl in Eschtvege-Schmalkalden. Angesichts der günstigen Aussichten, ja der fast absoluten Sicher- h e i t für die Sozialdemokraten, bei der Roichstags-Nach- wähl im Kreise Eschwege-Schmalkalden zu siegen, beginnen unsere Gegner bereits, sich gegenseitig in die Haare zu ge- rathen. Bekanntlich findet Stichwahl zwischen unsereni Kandidaten Huhn und dem Antisemiten I s k r a u t statt, und um uns'nun den Sieg möglichst zu erschweren, haben die Nationalliberalen beschlossen, ihren„Liberalismus" fahren zu lassen und in der Stichwahl für den Antisemiten zu stimmen,— wogegen sich nun wieder Herr Professor Stengel, der freisinnige Kandidat, wendet, der seinen Wählern den dringenden Rath giebt, geschlossen für den Sozialdemokraten Huhn zu stimmen.— Aber gleichviel, ob nun eine Anzahl Freisinniger dieser Aufforderung nach- kommt oder nicht, unsere Genossen werden ihr Bestes thun, auch ohne jede äußere Unterstützung, blos auf die eigene Kraft gestützt, über die vereinten wirklichen und national- liberalen Antisemiten zu siegen.— NuS dem ersten weimarischen Wahlkreise wird unS geschrieben: Die durch das Ableben des bisherigen Abgeordnete» für den ersten weimarischen Reichstags- Wahlkreis erforderlich werdende Neuwahl bringt neues Leben in die verschiedenen Parteien. War auch in der unseren niemals ein Stillstand in der agitatorischen Thätigkeit eingetreten, so wird der in Aussicht stehende Wahlkampf doch der ganzen Bewegung neue, kräftigere Anregung geben. Schon jetzt zeigt sich ein frischerer, fröhlicherer „Sakramento," rief der Richter,„er steht an Ihrer Seite.. „Dieser Herr", meinte ruhig der Kapitän,„ist ein Passagier namens Antonio Recalde, der sich in Cuyaba nach Rio de Janeiro eingeschifft und seine Passage in guten englischen Pfunden bezahlt hat.... ich habe keinen Grund, ihn auszuliefern... er hat sich, so lange er an Bord ist, nichts zu schulden kommen lassen.. „So zwingen Sie uns, ihn mit Gewalt zu nehmen.." „Wollen Sie die Güte haben. Euer Gnaden," sagte da der Brasilianer, indem er sich aus seiner nachlässigen Stellung aufrichtete,„sich innerhalb zehn Sekunden von meinem Schiffe zu entfernen... ich fürchte die geladenen Gewehre, die Euer Gnaden führen, sind für die Sicherheit meiner Passagiere nicht vortheilhaft genug." Damit gab er ein Zeichen und zog seine Uhr heraus. Am Top des Dampfers stieg die brasilianische Flagge in die Höhe. „So, ich danke Euer Gnaden", sagte er dann, als der Richter zähneknirschend das Zeichen zum Rückzug gab, „wenn Sie sich über mich beschweren wollen, können Sie es bei unserer Gesandtschaft thun. „Meine Regierung wird Ihre Abfahrt zu verhindern wissen", rief der Richter aus seinem Boote hinauf. „In diesem Falle dürfte Ihre Regierung mit unserer BesatzungStruppe, die hart an Ihrem Regierungsgebäude liegt, sich zu verständigen haben.. Adieu, meine Herren.." „Empfehlen Sie mich seiner Exzellenz, dem Herrn Präsidenten," rief Jovellanos dem Boot nach,„und ich lasse ihm eine gute Verrichtung wünschen. Kommen Sie, Kapitän, ich habe eine gute Flasche Champagner an Bord gebracht, die wir zusammen ausstechen wollen. Eine halbe Stunde später fuhr der Dampfer langsam den Strom hinab und Herr Bantista Gill hatte sammt dem Apotheker diesmal das Nachsehen. Der erstere that sehr erregt und wollte Himmel und Erde in Bewegung setzen. Er lief vergebens zum brasilianischen Gesandten, der achselzuckend sagte, daß er für den Fall keine In- struktionen habe, und daß nach seiner Meinung der Kapitän im Rechte gewesen sei, da keine Auslieferungsverträge existirten. Wenn er aber wolle, so könne er nach Rio berichten; weiter könne er ihm keinen Rath in dieser Angelegenheit geben.(Fortsetzung folgt.) Zug in den Genossen, und freudig begrüßt unsere Partei die ge- botene Gelegenheit, ihre Kraft niit der der Gegner zu messen. — Es wird einen heißen Strauß geben, aber unsere Aussichten sind gute und unsere weimarischen Genossen werden ihr möglichstes thun, das alte, klassische Weimar im Reichstage durch einen Sozialdemokraten vertreten zu lassen.— Die Frer- sinnigen scheinen nicht viel Vertrauen zu ihrer Sache zu haben. Wenigstens haben sie sich die beste Mühe gegeben, sich mit den Sozialdemokraten über einen Kompromißkandidaten(Dr. Harmening) zu einigen, haben aber natürlich einen Korb be- kommen. Dieses Zlnerbieten der Freisinnigen ist übrigens recht bezeichnend, wenn man sich der Affäre erinnert, die Herr Dr. Harmening vor kaum zwei Jahren im Lager der Frei- sinnigen zu bestehen hatte. Damals wurde der Herr Dr. Harmening vom hiesigen Freisinn unter Führung des Dr. Fränkel in Acht und Bann gethan, weil Harmening nach Meinung seiner hiesigen Parteigenossen schon mehr„sozialdemokratisch" war. Heute, wo der Herr Dr. Fränkel nicht mehr am Orte ist, wollen dieselben Herren, welche früher stürmisch den Ausschluß Harmening's verlangten, letzteren aus den Schild erheben. Doch dies nur nebenbei. W i r steuern immer noch denselben „alten Kurs". Und wenn links und rechts es tobt und stürmt: wir gehen langsam zwar, aber desto sicherer„vorwärts". Der Kaiser hat wieder eine Rede gehalten und zwar bei der Rekrulenvereidignng in Wilhelmshaven, wo er ungefähr folgendes äußerte: „Ihr seid hierher gekommen, um den Eid der Treue z» leisten. Es war eine alte Sitte unserer Vorfahren und galt als heilige Pflicht, den Eid treu zu erfüllen. Sowie ich als Kaiser und Herrscher mein ganzes Thun und Trachten für das Vater- land hingebe, so habt Ihr die Verpflichtung, Euer ganzes Leben für mich hinzugeben; denn Ihr habt den Schwur als Christen geleistet, und christlich ist zu Euch durch die beiden Diener Gottes gesprochen worden. Ihr erblickt in der Kriegsflagge den Adler, das vornehmste Thier der Welt. Muthig und verjüngt erhebt er sich hoch in die Luft bis unter die Strahlen der Gottessonne, kennt keine Furcht und Ge- fahr.(Ob hier nicht eine Verwechslung mit dem Vogel Phönix vorliegt? Das ist ja schließlich auch ein„vornehmes Thier". Redaktion des„Vorwärts".) So muß auch Euer Sinnen und Trachten sein. Ihr kommt jetzt in eine Zeit, wo im Ernst des Dienstes die Anforderungen, welche an Euch gestellt werden. Euch schwer fallen, wo manche Stunde kommen wird, in der Ihr den Aufgaben nicht gewachsen zu sein glaubt. Dann denkt wieder daran, daß Ihr Christen seid. Denkt an Eure Eltern, als die Mutter Euch das Vater- unser gelehrt hat. Im Auslaiide seid Ihr berufen, das Vater- land zu vertreten durch Würdigkeit und gutes Betragen. Unsere Marine ist äußerlich zwar klein, aber was uns stärker macht als andere Marinen, das ist die Disziplin, der unbedingte Ge- horsam gegen die Vorgesetzten. So wird unsere Marine gedeihe» und groß werden in der Friedensarbeit zum Nutzen und Wohle des Vaterlandes und im Kriege, so wir zu Gott hoffen wollen, um den Feind zu vernichten. Seid, wie die alten Brandenburger!"— Tie„Weber"«nd der Umsturz. Die Richtigkeit unserer gestrigen Notiz über dieses Thema wird von einigen Blättern bezweifelt, weil der Präsident eines Ober- Verwaltungsgerichts eigentlich die Pflicht hat, gerade Biibfallenskilildgebungen von oben gegenüber stand- Haft zu bleiben und die Unabhängigkeit des Gerichts aufrecht zu erhalten. Das ist sehr schön gesagt und sicherlich auch richtig,— aber es geschieht eben nicht immer, wie Figura zeigt. Tie Richtigkeit unserer Mittheilung wird übrigens auch durch das„Volk" bestätigt, ein dem Abg. Stöcker nahe- stehendes Blatt, welcher Herr Stöcker wieder mit dem designirten Nachfolger des bisherigen Präsidenten des Ober- Verwaltungsgerichts, Herrn Grafen Bernstorff, intime Beziehungen unterhält. Das„Volk" schreibt zu unserer Nachricht: Ter„Vorwärts" theilt mit, daß der Präsident des Ober- Verwaltungsgerichts Persius seinen Abschied eingereicht habe. Er bringt dies mit der Genehmigung der Aufführung der„Weber" in Zusammenhang und erzählt, daß sowohl Herr v. Kölker wie der Kaiser selbst ihr Mißfallen darüber zu erkennen gegeben hätten. Uns war diese Nachricht schon vor einigen Tagen aus Kreisen des Ober- Verwaltungsgerichts zu- gegangen, ohne daß wir uns zur Veröffentlichung für befugt hielten. Jedenfalls können wir bestätigen, daß das Eni- lassungsgesuch aus die Genehmigung der„Weber" und die Miß- billiguiig dieser Genehmigung durch den Kaiser zurückzuführen ist. Na also!- Tlzcnkcv. Lessingtlieater. Das Examen. Lustspiel in fünf Akten von Heinrich Lee. Nunmehr hat auch die deutsche Literatur es glücklich zu einer Madame Sans-Göns gebracht. Zwar ist sie nicht ganz so niederen Ursprungs und steigt nicht ganz so hoch, wie ihr französisches Vorbild, aber dafür hat ihr großer Gönner auch, nicht nur wie Napoleon, irdische Potentaten vom Thron gestürzt, sondern keinen geringeren als den alten Herrgott im Himmel„zerschmettert". Denn es ist Immanuel Kant, den der neue deutsche Sardou in Hausbackenheit und mit dutzenden spaßigen Anekdoten illuslrirt, auf die Bühne bringt. Man sieht durch fünf ausgedehnte Akte hindurch wie Kant der possirlich pünkl- liche Manu ist, nach dem, um mit Heine zu reden, die Leute auf dem Marktplatz in Königsberg ihre Uhr stellen, man erfährt, welche Hausmannskost er gern ißt, und daß er nur denken kann, wenn die Temperatur in seinem Zimmer Winter und Sommer hindurch auf eine Wärme von 19 Grad Reaumur regulirt ist; man hört auch, wie er sich mit seinem Diener über daS Parallelogramm der Kräfte unterhält. Ueber die Genauigkeit des großen Mannes in Geldangelegen- heilen, und wenn es sich auch nur um einen Thaler handelt, hat das Publikum gleichfalls Gelegenheit, sich zu amüsireu, und ferner darf es in Verwunderung gerathcn über seine Rechtschaffenheit und Unbestechlichkeit, vor der selbst der Johannistrieb in ihm sich beschämt zurückbäumen muß. Ja, Kant wird, und das zieht am meisten, von Mademoiselle Sans- G>-ne, von einer Leipziger Professorentochter in Liebesangelegenheiten verstrickt! Und um den Effekt noch vollkommener zu gestalten, muß die Kleine, die sich bei dem Denker von wegen des bevor- siebenden Examens ihres Geliebten einschmeichelt, wie Bliemchen sächseln, wogegen Immanuel Kaut, so unverfälscht und kon- sequent, wie es seinem jeweiligen Darsteller gegeben, von Anfang bis zu Ende ostpreußeln muß. Bei einer derartig genialen Aus- Nutzung von Aeußerlichkeilen versteht es sich von selber, daß auch die Abgänge und Aktschlüsse ihre Wirksamkeit fortwährend derart steigern, daß die Schlußszene des letzten Aktes es getrost mit den berühmten Finalen der Strauß'schen Werke aufnehmen kann. Fackelzug. Tusch, Gesang, Ansprachen, Militärmusik, alles dem großen Geisteshelden Kant zu Ehren, über den man sich so vortrefflich amüsirt hat. Es wäre bei solchem hübschen Arrangement unbillig und unpassend vom Publikum, wenn es zu alledem auch noch Kaut als Weisen von Königsberg, als Geistestitanen auf der Bühne sehen wollte; danken muß man dem Autor, daß er dezent war und es nicht wie Sardou machte, der den Welteroberer Napoleon bekanntlich das Fischweibergezänk seiner Schwestern mit der Feuerzange steuern läßt. Der Herr Ober- Präsident Graf Stolberg hat wirklich Malheur. Erst erklärt er sich für die Handelsverträge und erweist sich auch sonst dem„Bund der Landwirthe' gegenüber wider- spenstig: da wird er diesetwegen denunzirt, und einer seiner ihm untergebenen Landräthe ihm bei der Kandidatur für den Reichstag beinahe vorgezogen. Tann unter- wirft er sich dem Bunde der Landwirthe in aller Form, — und nun ist es wieder nicht recht. Es hat Reibungen gegeben mit der vorgesetzten Behörde, man sagt mit Herrn von Koller persönlich, und das Ende vom Lied ist, daß der bisherige Ober- Präsident von Ostpreußen, Graf Stolberg, seinen Abschied genommen hat und in den nächsten Tagen seine Stellung ver- läßt.— Schließlich weiß ja so ein armer Oberpräsident selber nicht mehr, wie er es eigentlich den Leuten recht machen soll.— Das Umsturzgesetz und die Bibliotheken. Wie wird es in unseren öffentlichen Bibliotheken aussehen, wenn die„Umsturzvorlage" Gesetz wird? Diese Frage wird in der„Vossischen Zeitung" folgendermaßen beantwortet: Als das S o z i a l i st e n g e s e tz in krast trat und die Bücherverbote begannen, gab es in den öffentlichen Bibliotheken viel zu thun. Alles was auf den Index kam, mußte eiligst von den Bücherregalen heruntergeholt und„sekretirt", d. h. unter Verschluß gebracht werden. Verlangte«in Unkundiger ei» ver- botenes Buch, so wurde er beschieden, es sei„nicht verhandcn". Alles Verwundern, daß ein Buch, das man früher in der Bibliothek benutzt halte, plötzlich nicht mehr vorhanden sei, half nichts. Freilich gehen bisweilen auch bei der strengsten Kontrolle in Bibliotheken Bücher verloren. Sonderbar aber müßte es bedünken, daß gerade Schriften über Sozialwissen- schaft in so großer Menge in kurzer Frist verloren gegangen waren. Für manche Bücher ging die Zeit der„Sekrelirung" schnell vorüber. Ihr Verbot wurde von der Oberbehörde auf- gehoben und sie durfte» wieder auf ihren alten Platz in den Büchersälen zurückwandern. Für die Mehrzahl der verbolenen Schriften aber kam daS Ende der„Sekretirnng" erst herbei, als das Sozialistengesetz ablief. Welche Arbeiten aber werden er st die Bibliothekare haben, wenn ein Umsturzgesetz zu stande käme! Die Bestimmungen des Entwurfes sind unbestimmt und dehnbar. Aus den Korn- missionsverhandlungen konnte man schon ein anschauliches Bild gewinnen, was unter Umständen alles von Büchern in den Treff- bereich des Umsturzgesetzes fallen würde. Müßten nicht die öffentlichen Bibliotheken nach berühmtem Muster alles sekretiren, was dem Um- sturzgeseye zuwider ist? Die Bibliothekare hätten reichlich zu thun. Zunächst wären alle neuen Erscheinungen genau zu prüfen. Seite für Seite wäre durch- zusehen. Dann wäre zu erwägen, ob nicht das Buch über- Haupt zu sekretiren wäre, oder ob man sich zufrieden geben könne, den Inhalt einzelner Seiten zu vernichten. Ein den ge- schlichen Bestimmungen genügendes Buch würde sich bisweilen so ausnehmen, wie die Nummer eines deutschen Witzblattes, das die russische Zensur passirt hat und die schwarzen Zeichen davon mit sich trägt. Aber nicht genug daran, es müßte doch unzweifelhaft auch der alte Bestand mit der gleichen Sorgfalt darauf hin durchgesehen werden, was darin gegen das neue Gesetz verstößt. Unsere öffentlichen Bibliotheken sind fast durchweg Staatsanstalteu. Sie dürfen doch nicht das Staats- wohl gefährden, indem sie fahrlässig dem Volke Bücher über- lassen, die Gesetzwidriges entbalten. Tie Arbeit, die die Biblio- thekare zu leisten haben werden, wird nicht gering sein. Was z. B. die Ehefrage angeht, so wird, wenn streng nach dem Gesetz verfahren werden soll, nicht nur die philosophische, schön-wiffeu- schaftliche, uationalökonomische Literatur zu prüfen sein; es ist auch daran zu denken, daß kulturhistorische Bücher wie Wester- mark's Geschichte der Ehe, anthropologische wie Ploß-Bartel's daS „Weib", medizinische wie Hegar's„Sterilität" über die Ehe Kritisches enthaltcn. Jedenfalls dürften diese Bücher nur an durchaus gesinnungstüchtige und unverdächtige Leute ausgegeben werden, und vielleicht könnten selbst diese vergiftet werden. - Meyer's Konversations-Lexikon und die Umsturz- Vorlage. Im ersten Band von Meyer's Konversatioits- Lexikon sind in dem Artikel„Atheismus" u. a. folgende Sätze zu lesen: „... Falsch aber ist. anzunehmen, daß durch den Atheismus die Sittlichkeit selbst aufgehoben werde und daß ein Atheist folge- richtigerweise ein unsittlicher Mensch werden müsse. Man kann vielmehr behaupten, daß die Beseitigung des Motivs der sittlichen Belohnung oder Strafe die Möglichkeit echt sittlichen Thuns nicht mindert, sondern steigert, denn nur dasjenige Handeln kann für wahrhast sittlich gelten, bei dem jeder Verdacht selbstsüchtiger Beweggründe entfernt und der Wille von der Stimme des sitt- lichen Urtheils allein abhängig gemacht wird..... Di« religiöse Verfolgungssucht Hai jedoch die in Red« stehende Begriffsvcrmischung zu allen Zeiten ausgebeutet, um Gehässigkeit gegen unliebsame Freidenker zu erregen, wie aus der Kant hat weiter nichts in dem Lustspiel zu thun, als den ein wenig nach vorn geschobenen Hintergrund einer harmlosen Liebesgeschichte abzugeben, die zwischen einem nach Amt und Würden verlangenden Bruder Studio und der schönen Sächsin sich abspielt, die laut väterlichem Befehl von dem Geliebien heimgeführt werden darf, wenn er vor Kant das Examen be- standen hat. Rückhaltlos registriren wir den Beifall, der dem persönlich auf der Bühne anwesenden Autor von dem begeisterten Publikum entgegengebracht wurde. Aber wenn der Dichter auch mit dem Erfolg, den er am Dienstag Abend im Lessing-Theater errungen, vollauf zufrieden sein kann, so glauben wir doch, daß er die Wirkung seines Stückes noch bedeutend steigern könnle, wenn er sich mit einem Komponisten in Verbindung setzte, der das Lustspiel zu einer Operette umarbeitete. Dan» würde auch Immanuel Kaut noch viel drastischer wirken, als es am Dienstag unter der trockenen Darstellung des Herrn Merteu möglich war. Fräulein Jenny Groß könnte aber getrost ihre Rolle behalten, sie hat in der Premiire bewiesen, daß sie vollauf das Zeug zu einer Sou- breite hat. Literarisches. Die Sozialdemokratie und die Währungsfrage. Eine Aus- einandersetzung zwischen Dr. Olto Arendt und Max Schippe! (Sonderabdruck aus dem Sozialpol. Zentralblatt) Berlin 1835 Verlag von Hermann Walther 46 S. 8». Die vorliegende Schrift, der Abdruck einer Reihe von Aufsätzen im„Sozialpolitischen Zentralblatl", könnte den Anschein erwecken, als wäre diese Veröffentlichung vom Genoffen Schippet im Verein mit Herrn Arendt erfolgt. In Wirklichkeit hat Schippe! von der Publikation dieser Schrift erst nach ihrem Erscheinen im Buchhandel Kenntniß erhalten. Ter Abg. Arendt hat im Widerspruch mit anständigen literarischen Sitten eS nicht für nöthig geHallen, den Abgordnelen Schippet als Verfasser und die Redaktion des„Sozialpolitischen Zentralblatts" um Erlaubniß des Abdruckes zu ersuchen und lediglich die Zustimmung der Verlags-Buchhandlung eingeholt. KuH Nd Wijscnslljllst. DaS unglückselige Bellealliance-Theater wird zum Früh- jähr abermals den Namen ändern. Der neue Direktor desselben, terr Maurice giebt ihm den Namen„NeueS Deutsches Volks- hcater" und versendet jetzt schon Prospekte, in welchen herab- gesetzte Eintrittspreise und Einladungen zu Abonnements ent- hallen sind. Herr Maurice leitete bisher ein Operetten-Unter- nehmen in London. Landtagswahl in Gera. Bei der am Dienstag, den 5. d. M. vollzogenen Ersawahl zum Landtage er hielten Vetterlein( So3.) 231, Kalb( Freif.) 255, Hasse( t.) 120 Stimmen. Für die infolgedessen erforderliche Stichwahl bat Genoffe Betterlein gute Aussichten. Lebensgefchichte eines Sokrates, Spinoza, der deutschen Philo- derjenigen Abgeordneten, die in Weimar selbst ihren Wohn- Idirten, viele sozialistische Stimmen, statt für diese, für progressistische ſophen Wolff und Fichte fattsam zu entnehmen ist. Wenn ort haben, denen also besondere Kosten aus dem Mandat Kandidaten abgegeben worden sein. So hat z. B. im Bezirk Ost trotzdem neuere Naturforscher sich vielfach im Sinne des nicht erwachsen, möchten um die Hälfte herabgesetzt werden. St. Bankras der Kandidat der Sozialdemokratischen Föderation, Atheismus geäußert haben, fo haben fie bamit entweder ihrem subjektiven Glaubensbekenntniß Ausbruck gegeben oder sie wollten Im Finanzausschuß ist, wie wir der National Zeitung" 3. Dallop, 83 Stimmen erhalten gegen 526 im Jahre 1892 und 471 im Jahre 1889. Jm Distrikt West Islington haben die gegen die rohe Form des theiftischen Glaubens protestiren, entnehmen, man der Sache näher getreten und bei der beiden Kandidaten der Sozialdemokratischen Föderation 72, bezw. welcher den Schöpfer in den natürlichen Lauf der Dinge zeit zweiten Lesung des Etats brachte derselbe einen entsprechen 26 Stimmen erhalten. Das ist nicht nur außerhalb des Stärke weilig eingreifen läßt, wie der Werkmeister in den Gang der den Antrag ein. Derselbe ward auch angenommen: die verhältnisses der sozialistischen Bewegung in jenem Distrikt, man Maschine eingreift." Bezüge der in Weimar lebenden Abgeordneten sind dem fragt sich auch, woher die Verschiedenheit der Stimmenzahl, da Wenn der Zentrumsantrag der Umsturzvorlage an- gemäß auf 5 M., die des Präsidenten beziehentlich Vize- jeder Wähler das Recht hat, je 2 Kandidaten seine Stimme zu geben. genommen wird, ist, wie das Fremdenblatt" richtig be- präsidenten, falls sie in Weimar leben, auf 10 und 7 M. Aehnlich in Süd Islington, wo die beiden Kandidaten der Indemerkt, die sofortige Konfistation eines Staat, Religion täglich festgestellt worden. pendant Labour Party 73 bezw. 44 Stimmen erhielten. Im Beund Sittlichkeit so arg gefährdenden Werkes mit Sicherheit zirk Deptport hat der Kandidat der Independant Labour Party 1255 Stimmen erhalten, und der Sekretär der Partei, Tom Mann, zu erwarten. hat ausdrücklich auch für dort, wo einer der progressistischen Kandidaten ein Sozialist ist, nämlich der Fabianer Sidney Webb, die Weisung ausgegeben: Stimmenthaltung gegenüber jedem Progreffiften. Nun hat Webb 4286 Stimmen erhalten, sein proBum Kampf gegen die Konsumvereine in der Schweiz. greffistischer Nebenkandidat aber nur 2402 Stimmen. Es liegt Die Baseler Regierung hat die Petition des Handwerks- und also auf der Hand, daß die große Masse der obigen 1255 Wähler die gesammte nationale Presse teine Gewerbevereins, den Beamten den Beitritt zum Konsumverein die eine Stimme dem Kandidaten der J. 2. P., die andere Silbe mehr über die Verhandlungen dieser untersagen, abgelehnt. Vielen Staub hatte der Beschluß des Sidney Webb gegeben haben müffen. Soweit sie nicht ProKonsumvereins aufgewirbelt, daß er den Schuhhandel ein- gressisten waren, die für den J. 2. P.- Mann stimmten, weil der Körperschaft des Reichstags- veröffent- führen wolle. Nun haben sich für die ausgeschriebene Ver- veite progressistische Kandidat nicht sehr taktfest ist, waren es Ei Herrjeses, das wäre Sie ja ganz was Entsetzliches 89 Frauen gemeldet. Das Handwerk sucht beim Handel Existenz. pfiffen. täuferstelle nicht weniger als 42 Schuhmachermeister und Sozialisten, die auf die von der Parteileitung ausgegebene Parole - weeß Knebbchen! Und das ist begreiflich genug. Nach Ansicht vieler hiesiger Proportionalwahl. Jm Iuzernischen Kantonsrath Sozialisten- und es ist auch die meinige Zu viel Mühe giebt sich die nationale Preffe, um die hat Genoffe Dr. Albisfer einen Antrag auf Einführung des Freunde von der Sozialdemokratischen Föderation, und noch mehr Unschuld des Fürsten Bismarck an dem Krieg von 1870 3u proportionalen Wahlverfahrens bei den Richter wahlen ge- die Leiter der Independent Labour Party, bei dieser Grafschaftsbeweisen". Heute noch quält das„ Leipziger Tageblatt" Der Regierungsrath hat einstimmig beschlossen, dem raths- Wahl eine sehr falsche Tattit beobachtet. Nicht etwa darin, sondern darin, darin, daß sie Kandidaten aufstellten, Fürchterliche Drohung. Wenn der Reich 3 tag am 1. April dem Fälscher der Emser Depesche und Macher des Sozialistengesetzes nicht eine nationale Ehrung" erweist, soll so tobt ein heller Sachse" im Leipziger Tageblatt" so soll aber Leser, falle nicht in Ohnmacht!- so soll " lichen." -A stellt. M haben unsere sich ab, die gefälschte Emser Depesche in eine echte Depesche Kantonsrath zu beantragen, der Motion beizupflichten.- daß sie den Progressiften überhaupt Kandidaten gegenüberumzufälschen. Das Leipz. Tagebl." vergißt, daß, um die Der Papft und die soziale Frage. Gestern berichteten stellten, die felbft vom Standpunkt bes Stimmenzählens aus Wahrheit festzustellen, man nicht so viel Zeit braucht- wir über die Beschwerden der hohen katholischen Geistlichkeit an namentlich, wenn es der herrschenden Partei auf die Wahr- den Papst über die Unbotmäßigkeit und die„ chriftlich demo- betrachtet, nicht die geringste Aussicht auf Erfolg hatten, heit autommt. fratische" Agitation der niederen katholischen" Geistlichkeit in sondern deren Kandidaturen lediglich den Effeft haben konnten, Belgien und Frankreich, und heute wird bereits bekannt, daß statt des Progressisten einen Reaktionär in den Grafschaftsrath der Papst in Erwiderung auf diese Klage demnächst ein offenes zu bringen. Dies ist denn auch fast überall eingetreten. Etwa Schreiben an den Bischof von Mecheln richten wird, in welchem 6 Size sind auf solche Weise statt Progressisten Moderates" er bie Demokraten" zur Mäßigung ermahnen will. Wir werden also jedenfalls recht bekommen mit unserer Vermuthung, daß der Papst den„ chriftlichen Sozialismus" der Kapläne 2c. schießen lassen und mit dem Stapital und dem beffen Interessen vertretenden hohen katholischen Klerus Frieden machen wird. Zur nationalliberafen Hirnerweichung. Der vor gestern von uns gekennzeichnete Artikel v. B.( Boguslaw sti?) Ser Nationalzeitung" wird von der ganzen nationalliberalen Preffe abgedruckt. Wir konstatiren mit Genug thuung, daß unsere Feinde gegen den von uns eingebrachten Antrag auf Einführung des Milizsystems nichts anderes vorbringen können, als diesen Gallimathias gröbster Unwissenheit und Verlogenheit. Die ,, Post" erhält folgende Buschrift von Herrn Reichstags- Abgeordneten Leuschner: Berlin, 4. März 1835. Erft in diesen Tagen ist mir die Nummer 45 des Vorwärts" vom 22. v. M. zugekommen, welche einen Artikel: Die wahren Umstürzler" angeblich der Rheinischen Zeitung" ent- enthält. nommen Dieser Artitel ist voller Unwahrheiten und bedarf der Be richtigung. Auf den Ton und die malitiösen Auslassungen einzugehen, welche dieses Referat auszeichnen, scheint nicht angemessen. Es soll deshalb hier nur hervorgehoben werden, daß der heimliche Lauscher, welcher die Mittheilungen zu qu. Referat lieferte, jedenfalls, weil die Unterhaltung nur mit sehr gedämpfter Stimme stattfand, nicht einmal gemerkt hat, daß die Bezugnahme auf Herrn Dr. Lieber sich garnicht auf die Umsturz vorlage bezog, sondern auf die Währung. Es wurde nämlich behauptet, daß dem Vernehmen nach Herr Dr. Lieber sich dahin geäußert haben sollte, das Zentrum würde für den bezüglichen Antrag v. Kardorff, Graf Mirbach, Dr. Friedberg Mann für Mann eintreten. Leuschner Mitglied des Reichstages. Wir haben hierzu blos zu bemerken, daß wir die Notiz nicht angeblich, sondern thatsächlich der Rheinischen Zeitung" entnommen haben. Zum italienischen Bankskandal wird heute berichtet, daß Giolitti bei dem letzten Verhör vor dem Untersuchungsrichter aussagte, er habe die den Bankskandal betreffenden Dokumente von einer Person erhalten, deren Namen er unmöglich nennen könne, und nicht von einem Beamten, wie die Auflage behaupte. Im Zusammenhang mit dieser Debatte hat folgendes Telegramm der Voss. Žtg." doppeltes Interesse: wie sich die Reaktionäre nennen in die Hände gefallen, und außer in Deptpord, wo Ausnahmeverhältnisse herrschten, haben unsere Freunde überall lächerlich geringe Stimmenzahlen erhalten. Es ist das Gegentheil eines agitatorischen Erfolges erzielt und die unmittelbaren Intereffen der Arbeiter sind dabei preisgegeben worden. Die Progressisten im Grafschaftsrath hatten etwas für die Arbeiter gethan, das ist unleugbar. Sie hatten eine, vom sozia liftischen Gesichtspuntt aus bedeutungsvolle Wirthschaftspolitit inaugurirt, gegen die sich die ganze reaktionäre Ausbeuterwelt auslehnte. Dieser Revolte der kapitalistischen Interessen gegenüber sich mit dem sozialistischen Zukunftsstaat in der Tasche hinstellen und sagen: Pappenstiel, war da wirklich nicht am Blaze. Es galt, und dies konnte erreicht werden, ohne darüber nur ein Jota der Die franzöfifche Kammer beschäftigt sich in diesem Unabhängigkeit der Sozialdemokratie aufzugeben, den Keil vorAugenblick gleichfalls mit dem Militär- État. Der wärtszutreiben, nicht den Rückwärtslern das Spiel zu erleichtern. Berichterstatter Roche vertheidigt das Budget so wie Es galt, die sozialistische Angriffskraft auf einige Punkte au fones von der Kommission festgesetzt ist. Die Debatte, welche gentriren und im übrigen, da nun einmal das hiesige Wahlsich entspinnt, und in die auch unsere Genossen eingreifen system den Wahlen schon im ersten Wahlgange den Charakter werden, ist auf morgen vertagt. Herr Roche erklärte, was Kandidaten von der Stellung zu bestimmten Forderungen abeiner Nachwahl verleiht, die Unterstützung nichtsozialistischer auch in seinem gedruckten Bericht steht, die deutschen Heeres hängig zu machen. Dadurch hätte die Partei gezeigt, daß sie die ausgaben seien größer als die französischen. Von deutscher Gegenwartsintereffen der Arbeiter mindestens ebenso hoch hält, Seite wird dies bekanntlich in Abrede gestellt. wie es die anderen Parteien thun. Die proklamirte platte Wahlenthaltung hat den Gegnern das Recht gegeben, die Sozialdemo= fraten als Seftirer zu behandeln. Und die Masse der Arbeiter, London, 6. März. Eine Abordnung des hiesigen inter die zur Wahl gegangen, hat dies Urtheil ratifizirt. Für die nationalen Schiedsgerichts- und Friedensvereins überreichte gestern Sozialdemokratie war der 2. März fein glorreicher Tag. Mögen dem neuen französischen Botschafter Courcel eine unsere Freunde seine Lehren beherzigen. Willkommensadreffe, die unter anderem einen Hinweis enthielt Die Arbeiterkandidaten, die auf der progressistischen Liste auf den guten Einfluß, den Courcel auf die Beziehungen zwischen standen, sind mit wenigen Ausnahmen wiedergewählt worden, Frankreich und Deutschland als Botschafter in Berlin ausgeübt einige sogar mit Stimmenzuwachs. Zurückgegangen, und zwar habe. In seiner Erwiderung bemerkte der Botschafter, obwohl nicht unbedeutend, find dagegen die Stimmen, die John Burns Württembergischer Landtag. Der Bericht der Adreß er der Ansicht sei, daß unter den jetzigen Berhältnissen stehende in Battersea erhalten. Vor drei Jahren hatte Burns 5168 tommission ist erschienen. Die Adresse, die vom Ab- Heere noch nothwendig seien, theilweise um den Stimmen, 700 Stimmen mehr als sein progressistischer Nebens geordnetenhause als Antwort auf die Thronrede an den weniger gesitteten Theil des Gemeinwesens unter Zucht und kandidat. Diesmal rangirt er mit 3940 Stimmen als zweiter König geschickt werden soll, enthält, wie vorauszusehen war, was Ueberwachung zu bringen, hege er doch die starke Ueberzeugung, auf der Liste. Da die Moderates" in Battersea einen StimmenArbeiterfürsorge anbelangt, genau so wenig, wie die Thronrede daß die Rüstungen Europas gegenwärtig über zuwachs von rund 1000 zu verzeichnen haben, ist keine andere selbst. Ju ganzen sind hierauf bezüglich nur einige wenig trieben feien, weshalb die Bemühungen der Friedens. Annahme möglich, als daß viele Arbeiter und Sozialisten, die energische Artikel in die Adresse aufgenommen. Es sind dies: gesellschaften, deren Herabminderung herbeizuführen und freund: ehedem für John Burns gestimmt, dieses Mal, sei es aus ErDas auf die Verbesserung der Lage der gewerblichen liche Beziehungen zwischen den Nationen zu fördern, Lob ver. bitterung, sei es, um ihm eine Lektion zu geben, für seine Gegner Arbeiter gerichtete eifrige Bestreben der Regierung E. M. dienten. Was die Beziehungen zwischen Frankreich und England gestimmt haben. Burns hat seiner Laune so oft die Bügel begegnet sich mit dem gleichen Bestreben der Betheiligten sebit, anlange, fönne er sich die Möglichkeit eines Krieges zwischen schießen laffen, bat so oft ohne Noth und zwingenden Anlaß dessen Bethätigung die Wahrung des vollen Vereinsrechts der beiden Ländern nicht denken; troß gelegentlicher Reibungen seien Sozialisten, die anderer Ansicht sind als er, zum Gaudium eines Arbeiter erheischt. Der Staat wie die Gemeinden werden die Beziehungen zwischen der französischen und der britischen Re- nichtsozialistischen Publikums verhöhnt, daß er sich kaum beeinen sittlichen und sozialen Beruf erfüllen, wenn sie gierung höchst herzlicher und befriedigender Natur. schweren fann, ihm sei unrecht geschehen, so bedauerlich der in den eigenen Betrieben bezüglich des Schußes, der EntVorgang an sich ist. Es ist nur zu wünschen, daß auch Johnung, der Arbeitszeit und der Arbeiterwohnung mit dem die Lehre des gestrigen Tages nicht zu ziehen unterläßt. Er Beispiel einer humanen und gerechten Fürsorge für die ist bis zu einem gewissen Grade für den Stand der sozialistischen Arbeitenden vorangehen. Die Gewerbe Inspektion Bewegung mitverantwortlich. sollte durch Heranziehung von Hilfskräften aus dem Kreise Bei Diskussion des französischen Kolonial- Etats Meine obigen Zahlen über die Stärke der Parteien im neuen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer einschließlich der Arbeiterinnen kamen die Gefangenen Megeleien auf der sog. Grafschaftsrath sind noch dadurch zu ergänzen, daß derselbe außer umgestaltet werden. Die Erlassung einer zeitgemäßen Geheilsinsel" zur Sprache. Im ganzen mußte die Regierung den 118 gewählten Mitgliedern noch 19 Aeltefte( Aldermen") sinde Ordnung für das ganze Land würde von den die Richtigkeit der seinerzeit von uns mitgetheilten Nach enthält. Bon diesen sind zur Zeit 17 progressiv und 2, gemäßigt". jenigen als Wohlthat empfunden, welche weniger als andere richten zugeben, versprach aber, daß ähnliches nicht wieder 9 Progressisten scheiden diesmal aus und ihre Ersatzmänner Klassen auf die Gesetzgebung einzuwirken in der Lage find. vorkommen solle. werden vom neuen Grafschaftsrath ernannt. Haben die Pros Es ist jetzt leicht begreiflich daß diese Adresse bis zu ihrer greffisten auch nur eine Stimme Mehrheit, so können sie statt Plenumberathung geheim gehalten wurde; jedenfalls fürchteten Die Wahlen zum ihrer wieder 9 Gesinnungsgenossen wählen und sich so doch ihre die Herren vor der Berathung die Kritik des Voltes. Obwohl schreibt unser Londoner Korrespondent find für die leistungsfähige" working" Mehrheit sichern. Wenn! fich Genosse Kloß in der Kommission alle Mühe gab, daß die Progreffiften ungünstig ausgefallen. Noch liegt das Und ferner, wenn angesichts des Wahlresultats nicht schon von Arbeiterforderungen in die Adresse aufgenommen wurden, wurden vollständige Resultat nicht vor, und es läßt sich daher nicht Anbeginn an die Einigkeit in die Brüche geht. Selbst dann aber sie aber alle, mit Ausnahme des obigen Art. 34 abgelehnt. sagen, welche Fraktion im nächsten Rath die Mehrheit haben ist die Situation eine pretäre, sobald in Westminster statt einer Unsere Forderungen( wie ,, Errichtung von Arbeiterkammern", wird, aber so viel steht bereits fest, daß die Progressisten im liberalen eine fonfervative Regierung fißt, da der GrafschaftsSchaffung einer Zentralstelle für Arbeiterangelegenheiten" und günstigsten Falle nur auf eine solche von etlichen Stimmen rath auf Schritt und Tritt von deren Unterstützung abhängt. " Bestellung von Arbeitersekretären in den Industriebezirken", werden zu rechnen haben, etwa von 60 gegen 58, während sie " Ausdehnung der Gewerbe- Inspektion auf die fleinen Betriebe"), 1892 mit über zwei Drittel Mehrheit: 84 gegen 84, gefiegt In Rußland gehen ernste Dinge vor. Das unterliegt keinem deren Aufnahme Genosse Kloß beantragte, passen den Spieß- batten. Daß dieser Sieg sich diesmal nicht wiederholen würde, bürgern eben nicht in ihren kapitalistischen Kram. Genosse Kloß sah sich daher veranlaßt, in der Kommission gegen Sie ganze Adresse zu stimmen und er wird nun in Gemeinschaft mit Genossen Glaser im Plenum den sozialdemokratischen Standpunkt wahren. " D Wozu stehende Heere noch nothwendig" sein sollten, wenn man allseitig den Frieden will, das sehen wir nicht ein.H Londoner Grafschaftsrath Zweifel. So strenge Zensur auch für Telegramme geübt, so scharf war vorauszusehen und ward vorausgesehen, aber die Progressisten der Briefverkehr überwacht wird, ganz läßt sich die Wahrheit rechneten immerhin darauf, eine leistungsfähige Mehrheit sich zu doch nicht unterdrücken. Ueber die jüngsten Borgänge in Peterserhalten, eine Mehrheit, mit der sich etwas ausrichten läßt. burg haben wir noch immer keine authentischen Berichte. Alle Briefe, Diese Hoffnung darf als gescheitert betrachtet werden. Misch- die nicht einen strift kaufmännischen oder wenigstens geschäftlichen parteien zählen immer unsichere Kantonisten unter sich, und die Charakter tragen, werden an der Grenze erbrochen, und, wenn sie irgend Im übrigen enthält der Adreßentwurf, der die Progressisten nicht zum wenigsten. Wenn ihnen nicht von der wie Verfängliches enthalten, verbrannt oder beschlagnahmt. Trok Revision der Verfassung für geboten bezeichnet, die folgenden Gegenseite, die ja auch eine Mischpartei ist, Suffurs wird, können dieser Vorsichtsmaßregeln sind uns folgende Mittheilungen zuWünsche: sie, selbst wenn nominell in der Mehrheit, in allen wichtigen gegangen, für die wir bürgen können. Die Nachrichten der Ausschluß der Privilegirten aus der zweiten Rammer, Abstimmungen in der Minderheit bleiben. Unter anderem ist ersten großen Manifestation in Petersburg am 21. Februar den ergänzende Listenwahl, bessere Vertretung der größten Städte im damit in Frage gestellt die Einhaltung der vom jeßigen Graf- wo bürgerliche Elemente und Arbeiter sich Landtage, Wahltouverts, unbeschränkte Legitimationsprüfung, schaftsrath beobachteten Grundsäge im Betriebswesen, Studenten sympathisch zeigten und theilweise unbeschränktes Initiativrecht, freie Festsetzung der Geschäfts: D. h. den Arbeitern gegenüber. anschlossen, verbreiteten in ganz Rußland eine lebhafte ordnung, Regelung der Rechnungskontrolle, Aufhebung der lebens- Nicht besser als die Progressisten, sondern meist noch sehr Erregung. Namentlich die Universitäten wurden ergriffen. Die länglichen Berufung der Ortsvorsteher, Grhaltung der frei- viel schlechter, sind die Kandidaten der Independent Labour Studenten von Mostau, die schon früh am 21. Februar die willigen Gerichtsbarkeit, Volksschul Gesetz, Steuerreformen in Party und der Sozialdemokratischen Föderation gefahren. Petersburger Greignisse fannten, zogen noch denselben Tag über Staat und Gemeinde, Sparsamkeit, einheitliche Gefeßes Nur einer von ihnen hat es zu einer vierstelligen Zahl von 1000 Mann start, unter Absingung des schwermüthig- wilden bestimmung über die Beiträge des Staates für Schulen und Stimmen( 1255) gebracht, die Mehrheit der übrigen aber nur Liedes der Arbeitsgemeinschaft", dessen Text wir demnächst mitBizinalstraßen, kommunale Wandergewerbe- Steuern, Uebersicht zu zweistelligen Zahlen. Bon 12 S. d. F. und J. 2. P. theilen werden, hinaus nach dem Kirchhof zu dem Denkder ersteren Organisation mal Puschkin's. Hier sammelte sich bezüglich des Eisenbaues, billigere Personen- und Gütertarife, Standidaten entfallen auf die der die Menge. billigere Posttarife im Bezirksverkehr, Revision der Bauordnung etwa 300, auf die der letteren etwas über 2000 Stimmen, im Die Ereignisse in Petersburg wurden besprochen, in begeisterten und der Feuerlösch- Ordnung, nachdrückliche Abhilfe gegen die ganzen also noch nicht 3000 unabhängige" sozialistische Stimmen Reden die Pflicht der studirenden Jugend betont, an den Seiten der landwirthschaftliche Nothlage, direkter Bezug der Proviantämter in ganz London. Arbeiter und der liberalen Bürger für die politische Freiund Ich habe das Wort unabhängig mit Anführungsstrichen ver- heit bei den einheimischen Landwirthen, Regelung des Wildschadens, Reformen für soziale zu kämpfen. Bestellung von landwirthschaftlichen Sachverständigen, Förderung fehen, um nicht den Eindruck zu erwecken, als erschöpften sich in Die Menschenmasse schwoll immer mehr an so daß die von Kreditinstituten mit untündbaren Annuitäten, Förderung der meinen Augen die sozialistischen Stimmen, die gestern abgegeben Studenten bald nur den kleineren Theil der Versammlung Genossenschaften durch Kapitalien, Altersversicherung, Organi wurden, in jenen 2700. Es untersteht für mich gar keinem bildeten. Diese Theilnahme des Voltes ist das bedeutsame sation des Kleingewerbes, Einschränkung der Ronkurrenz der Zweifel, daß daß sehr viele Sozialisten, nicht blos Auch- und für die Regierung gefährliche Moment der gegenwärtigen Gefängnißarbeit. Sozialisten, sondern Mitglieder sozialistischer Organisationen, Bewegung. Und die Regierungsorgane find deshalb auch aufs der ausgegebenen Parole entgegen, in solchen Bezirken, eifrigite bemüht, diese Thatsache wegs, oder positiv in Die Diätenfrage im Landtage von Sachsen Weimar. wo teine Sozialisten in Frage waren, für Progreffiften ihr Gegentheil umzulügen. Sobald der Rektor der Universität Im Landtage war bei Einbringung des Staatshaushalts- gestimmt haben. Ja, es müssen, nach den Wahl- von den Vorkommnissen Kenntniß erlangt hatte, begab er sich zit Etats von einigen Abgeordneten angeregt worden, die Diäten ziffern zu schließen, sogar in Kreisen, wo Sozialdemokraten tandis em Polizeipräsidenten und fuhr mit diesem nach dem Kirchhof, um die Studenten zum Weggehen zu bestimmen. Er sprach freund: 1 Persönlichkeit zu widmen, den Blick außerhalb des Gerichtssaales lich zu ihnen er drohte vergebens: die Studenten blieben schweifen läßt, von dem Augenblicke an, in welchem er fragt, ob feft, und die beiden Beamten mußten sich unverrichteterSache entfernen. Die Vertheidigung ihm Beliebtheit oder Unbeliebtheit eintragen Zu gewaltsamem Einschreiten kam es aber nicht. Weder Polizei noch tönnte, verräth er die Sache des Angeklagten und die Sache der Militär wurde in Bewegung gefeßt. Die Behörden sind offenbar Gerechtigkeit aus selbstischen Gründen: er wird zum Judas. noch nicht klar, wie sie diese Bewegung auffaffen, und was sie Verseht Euch in die Lage eines Unschuldigen, gegen den eine thun sollen. Bis zum 2. März so weit reichen unsere Nach einseitig geführte Boruntersuchung die Belastungsbeweise auf richten haben die Demonstrationen am Grabe Buschtin's sich thürmt, seht ihn die Hand vergeblich nach einem Menschen aus alltäglich wiederholt, und zwar unter wachsender strecken, der ihm hilfe, der ihm glaube, und fragt Euch, ob Ihr Theilnahme des Volks. den Vertheidiger, dessen Eifer, anstatt fich zu verdoppeln, aus Rücksichten auf die eigene Person erlahmte, nicht mit Recht verabscheuen würdet. Daß die Behörden seitdem eingeschritten seien, davon hat nichts verlautet. Als charakteristisch zur Kennzeichnung der Lage und Stimmung sei noch eine Thatsache erwähnt: Nach dem Tode des vorigen Zaren wurde von feiten der Behörden in auch uns Deutschen ziemlich geläufiger Weise unter den Moskauer Studenten eine freiwillige Sammlung" in Szene gefeßt für einen Kranz, der auf dem Grabe des Zaren niedergelegt werden sollte. Wohlan, in der philosophischen Fakultät von Moskau, die ungefähr 900 Studirende zählt, hat die Sammlung für diesen patriotischen Zweck genau 24- in Buchstaben vierundzwanzigRopeten ergeben, ungefähr sechzig Pfennig deutscher Reichsmünze. Die gebildeten Glemente der Nation der Regierung feindlich gefinnt, das Bolt mit den ausgesprochenen Feinden der Regierung sympathifirend, die Behörden unentschlossen und schwankend so gehen Regierungen und Regierungssysteme zu grunde. Ueber den Aufstand auf Cuba liegen heute einige Mittheilungen aus Madrid vor, die aber, da sie jedenfalls aus spanischen Regierungstreifen stammen, mit Vorsicht aufzunehmen find, Man meldet: Auf Cuba hat sich der Rebellenführer Yaguey ergeben. Der Aufstand in Matanzas ist beendet. Die spanischen Truppen schalten in Guantanamo ungestört, die dortigen wenig zahlreichen Aufständischen vermeiden einen Zusammenstoß. Drei Kanonenboote überwachen die Küfte bei Santiago( Cuba). Ferner meldet dieselbe Quelle: Wie verlautet, bereiten Freibeuter von Key- West und Tampa ( Florida) einen Zug nach Cuba vor. wurde ein Haufe von 200 Aufständischen bei Glenfuegos geschlagen; Nach in Madrid eingegangenen Telegrammen aus Havanna auch andere Banden wurden zerstreut. Parteinachrichten. Von der Agitation. Ueber die bisherige Thätig Teit des Reichstags sprach Reichstags Abgeordneter F. Bueb am vorigen Sonnabendin Döbeln i. S. vor einer zahlreichen Zuhörerschaft, welche den geräumigen Saal füllte. Mit regem Interesse und großer Aufmerksamkeit folgten die Anwesenden den mehrstündigen Ausführungen des Redners, ihr Einverständniß mit denselben durch öfteren Beifall fund gebend. In einer einstimmig angenommenen Resolution wurde der sozialdemokratischen Fraktion für ihre bis: herige Thätigkeit der Dank der Versammelten ausgesprochen und zugleich gegen die Umsturzvorlage auf das ent: schiedenste protestitt. Ueber denselben Gegenstand sprach Bueb am Sonntag Nachmittag in Hartha. Auch hier war das große Versammlungslokal dicht gedrängt besetzt. Es hatten fich besonders viele Zuhörer aus den umliegenden Ortschaften eingefunden, die mit großer Aufmerksamkeit dem Redner folgten und durch öfteren, am Echluß brausenden, langanhaltenden Beifall ihre Zustimmung fundgaben, was noch in einer einstimmig angenommenen Resolution geschah, die sich auch scharf gegen die Umfturzvorlage aussprach.- Besondere Heiterfeit und wahre Lachfalven erregten in beiden Versammlungen die Schilderungen des Redners über das Auftreten des Vertreters des Kreises im Reichstage, Herrn Sachße, gelegentlich der jüngsten Judendebatte. Bon Diskussionsrednern wurde festgestellt, daß selbst antisemitische Kleinmeister über ihren Abgeordneten sich sehr enttäuscht aus gesprochen haben. Kein Wunder! Die nächste Wahl giebt ihnen die Gelegenheit, sich vor solcher Eventualität zu bewahren, indem sie dem sozialdemokratischen Kandidaten des Kreises, unserem bewährten Genoffen Grünberg zum Siege zu verhelfen. In Großenhain sprach am vergangenen Montag die Frau Clara 3ettin, die sich, wie schon mitgetheilt, auf einer Agitationsreife in Sachsen befindet. Die Versammlung war von einer großen Zahl Frauen besucht. * Eine von Gegen die Tabatftener tagte vor einigen Tagen eine imposante Protestversammlung in Stettin, wo Genosse Kiesel aus Berlin vor etwa 800 Personen sprach. zirka 6000 Personen besuchte Versammlung aller Parteien tagte am lezten Montag in Bremen. Einberufen war dieselbe von den Mischmaschparteien mit dem Reichstags- Abgeordneten Herrn Frese als Referenten, beherrscht jedoch wurde die Verfammlung von den Sozialdemokraten. Eine von dieser Seite eingebrachte Resolution, die sich tadelnd über das Verhalten des Herrn Frese im Reichstage aussprach, brachte das Bureau nicht zur Verlesung. In der Diskussion nahmen eine Reihe Parteigenossen das Wort, um unseren Standpunkt unter großem. Beifall der Anwesenden darzulegen. * Zum Fall Berthold. Unsern Lesern dürfte aus dem in unferer Gerichtszeitung" f. 3. veröffentlichten Prozeß Breit rick", der sich vor dem Hamburger Schwurgericht abspielte, bekannt sein, daß der Vertheidiger des Angeschuldigten, der Rechtsanwalt Dr. A. Berthold war, der in Hamburg als ein eifriger Anhänger unserer Partei bekannt ist. Derselbe Dr. Berthold war es auch, der dem wegen Sittlichkeitsverbrechen in Untersuchungshaft sigenden Dr. Samuelsohn, zu dem er als Bertheidiger Zutritt hatte, eine Waffe überbrachte, mit der dieser Selbstmord beging. Wegen beider Fälle wird Dr. Berthold von seiten der bürgerlichen Presse aufs heftigste angegriffen, sodaß er sich veranlaßt sieht, im Hamburger„ Echo" folgende Erklärung abzugeben, die auch wir unseren Lesern hiermit zur Kenntniß unterbreiten wollen: Parteigenoffen! Gegenüber den unsagbaren Entstellungen und Angriffen eines Theiles der Bourgeoisblätter, ganz zu geschweigen des verleumderischen Geheuls der Antisemitenpresse fühle ich mich zu folgenden Erklärungen gedrungen: 1. Zum Falle Breitrück: § 140 der Strafprozeßordnung bestimmt: Die Vertheidigung ist nothwendig in den Sachen, welche vor dem Reichsgericht in erster Instanz oder vor dem Schwurgericht zu verhandeln sind. Das Schwurgericht kann den Angeklagten ohne Beistand eines Bertheidigers überhaupt nicht aburtheilen. 2. Zum Falle des Dr. Samuelsohn: schaft hatte beim Bolizeipräsidenten in Berlin angefragt, ob der Kaiser die Aeußerung vom Schießen auf Vater und Mutter ge than habe. Der Polizeipräsident erwiderte, er wisse nicht, ob diese Aeußerung vom Kaiser herrühre. Gegen Genoffen Dr. Adler in Wien wurde dieser Tage vor der Berufungsinstanz wegen Beleidigung der Behörden verhandelt. In einer Bersammlung hatte Dr. Adler die Behand lung der Arbeiter durch die Regierung und das Parlament einer Kritik unterzogen; besonders hatte er die Vorgänge in Ostrau und Falkenau gefchildert. Vor dem Appelhofe unternahm er es, den Beweis der Wahrheit zu führen, indem er Erkenntnisse des Reichsgerichtes verlas, mit welchen die Ausweisung von zahlreichen Arbeitern aufgehoben wurde, sowie Erkenntnisse von Ge Wer dem Verstorbenen nahe gestanden hat oder mit ihm als richtshöfen, mit welchen beschuldigte Arbeiter freigesprochen Arzt in Berührung gekommen ist, weiß, daß er ein treuer, guter wurden. Hieraus gehe hervor daß ungerechte, empfindliche MaßMensch war, stets hilfsbereit, einfach in seinen Ansprüchen und regeln gegen Arbeiter ergriffen wurden. Der Staatsanwalt zog in seiner Lebenshaltung. Hat er gefehlt, hat er in einer Stunde von den 14 Punkten der Anklage gegen Dr. Adler die der Verirrung selbst schwer gefehlt, so tonnte er als Mann von überwiegende Mehrheit derselben zurück. Der Gerichtshof gab Charakter dem beleidigten Geseze teine eblere Sühne bieten, als in einem der übrig gebliebenen Punkte der Berufung statt, be= den freiwillig gewählten Tod. Wer die Freundschaft nicht nur stätigte jedoch im übrigen das erstrichterliche Urtheil und ließ als ein Wort auf den Lippen trägt, sondern im Herzen fühlt, auch die Strafe unberührt, da dieselbe mit Rücksicht wer fein Bourgeois der konventionellen Pharisäermoral ist, wird auf die Vorstrafen des Beschuldigten nicht zu verstehen, warum ich dem Umglücklichen die letzte Bitte, ihm die hoch bemessen sei. Waffe ins Gefängniß zu bringen, nicht abschlug. Parteigenossen! Jeder von Euch würde dasselbe für einen Freund gethan haben! Dr. A. Berthold. Die Kreiskonferenz der Parteigenossen des Effener Kreises, welche am Sonntag in Essen stattfand, beschloß mit 12 gegen 2 Stimmen, bei dem rheinischen Agitationsbezirk zu bleiben. Als Kreis- Vertrauensmann wurde hierauf, den Beschlüssen des Duisburger Parteitages entsprechend, Genoffe Sittenfeld, Gffen, Rheinischestr. 22, gewählt. In bezug auf die Presse wurde. der Beschluß gefaßt, an der in Dortmund erscheinenden Arb. 3tg." festzuhalten. Gewerkschaftliches. Achtung, Metalldrücker! Sämmtliche Kollegen der Firma Eckel u. Glinicke, Wasserthorstraße 50, haben am Sonnabend, den 2. März, wegen wiederholter willkürlicher Preisreduzirungen einmüthig die Arbeit niedergelegt. Die von seiten des unterzeichneten Borstandes angebahnten Verhandlungen scheiterten an der schroff ablehnenden Haltung der Herren Unternehmer. Die Kollegen befinden sich demzufolge im Streik, und bitten wir so lange um strengste Fernhaltung des Zuzuges, als nicht unsererseits der Streit als beendet erklärt ist. Da sich von den gegenwärtig in Berlin vorhandenen arbeitslosen Kollegen niemand findet, bei obiger Firma in Arbeit zu treten, so wird von seiten des Unternehmerverbandes alles versucht, um Kräfte von außerhalb herbeizuschaffen. Wir bitten deshalb alle arbeiter metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins freundlichen Blätter Deutschlands um Aufnahme dieser Notiz. und Umgegend. Der Vorstand des Verbandes aller in der Zu den von uns gerügten Stegmüllereien von Stadtverordneten, die als Sozialdemokraten von Sozialdemokraten ge blatt Stellung. Es bezeichnet die Nachricht bürgerlicher Blätter, wählt worden sind, nimmt nun auch unser Wurzener Parteidaß die Sozialdemokraten im Stadtrath die Mehrheit haben, für eine Unwahrheit; es size nur ein einziger Sozialdemokrat im Stadtrath und diefer habe auch gegen die Ernennung Bismarc's Die Arbeitsniederlegung der 800 Kuopfarbeiter von zum Ehrenbürger gestimmt. Im Stadtverordneten- Kollegium da- Schmölln haben wir gestern bereits mitgetheilt. Der Grund gegen, so schreibt das Blatt weiter, sind vier aus zu der Arbeitseinstellung war der sogenannte Einheitstarif. Bis. gesprochene Sozialdemokraten vertreten. Diese her war man allgemein der Meinung, daß der von den Fabrihaben selbstverständlich gegen die Erklärung Bismard's zum fanten ausgearbeitete Lohntarif ein einigermaßen annehmbarer Ehrenbürger ihrer Stadt gestimmt. Auch einige der oppositio- fei. Die vom Holzarbeiterverbande( Zahlstelle Schmölln) gefertigte nellen bürgerparteilichen Stadtverordneten haben auf dem Ab- Statistik der Tarife bewies jedoch, daß dies nicht der Fall sei. ftimmungs- Zirkular die Erklärung abgegeben, daß dieselben fein Es sind in 17 Fabriken die Lohntarife eingesammelt und Interesse an der Person Bismarck hätten, welche ablehnende Er- mit dem Einheitstarif verglichen worden. Das Resultat war: flärung die Bismarck- Bewunderer als. Enthaltung von der in 6 Fabriken würde er durch den Einheitstarif absolut schlechter Abstimmung sich gedeutelt haben. werden, in 3 Fabriken würde er gleich bleiben, in 3 theilweise gleich bleiben und( in verschiedenen Branchen) schlechter werden, während 5 Fabriken eine kleine Verbesserung hatten. Die über wiegende Mehrzahl würde also durch den Lohntarif sich ver schlechtern. Es versteht sich von selbst, daß die Arbeiter eins müthig beschlossen, daß sie diesen Tarif nicht anerkennen wollten und könnten. Die Maifeier werden die Münchener Parteigenossen in diesem Jahre in der bisher üblichen Weise feiern. Ein Antrag, die Feier auf den ersten Sonntag im Mai zu verlegen, fand keine Annahme. * bekommen. Der Boykott gegen die Münchener Kindl Brauerei In den Gewerkschafts- Organisationen in Branden. wurde, nachdem die Brauerei sich verpflichtet hatte, ihren Saal den Sozialdemokraten zu allen Versammlungen und Festen frei- fartell im Februar ds. Js. aufgenommen hat, im ganzen 1158 burg a. H. waren nach einer Statistit, die das Gewerkschaftszugeben, von einer Parterversammlung aufgehoben. Männer und 122 Frauen. Das ist eine sehr geringe Bahl im Parteipreffe. In Zürich soll ein sozialdemokratisches Verhältniß zu den am Blake in der Industrie thätigen Arbeitern Tageblatt gegründet werden. Die Züricher und Winterthurer und Arbeiterinnen, welche 4214 bezw. 1657 beträgt. Nur bei Genoffen eutwickeln für die Berwirklichung dieses Projektes den Tabalarbeitern find sämmtliche männlichen und weibl chen große Rührigkeit. An der letzten Delegirtenversammlung der Gewerbsgenossen organisirt. Dann folgen die Buchdrucker, die Arbeiterunion Winterthur und Umgebung lagen laut„ Grütlianer" nur einen Berufsgenossen als nicht organifirt aufführen. Die folgende Anträge vor: 1. Um dem Blatte eine möglichst große Biffern zeigen, wie sehr viel noch gearbeitet werden muß, um Verbreitung zu verschaffen, ist für Winterthur und Umgebung nur erst die größte Zahl der Arbeiter in die Organisation zu eine eigene Ausgabe herzustellen in dem Sinne, daß die vierte Seite desselben für Winterthurer Inserate reservirt bleibe; In einer Federmesserreider- Versammlung in Solingen dadurch würde das Organ zu einem Winterthurer Tageblatt wurde bekannt gegeben, daß die beiderseitige Kündigung des gestempelt und das Halten von anderen Blättern entbehrlich Preisverzeichnisses auf sechs Monate mit dem Fabrikantenverein gemacht. 2. Einer der beiden Redakteure soll seinen Wohn- vereinbart ist. fi in Winterthur haben, d. h. er soll während der Arbeits: Die Lederzurichter der Lederfabrik von Hermann u. Ettlinger zeit in Zürich als Redakteur thätig sein und abends nach in Durlach haben infolge einer Lohndifferenz sämmtlich die Winterthur zurückkehren. Dadurch bekäme derselbe einen Einblick Arbeit am 4. d. Mts. niedergelegt. Die Fabrikanten erklärten in die Winterthurer Lokalpolitik und Vereinsthätigkeit. 3. Als furzweg, mit den Arbeitern in feine Verhandlung zu treten. Zu Garantie für die Mehrkosten, die eine solche Umgestaltung des unterstützen sind 22 Verheirathete und 3 Ledige. Sämmtliche Blattes hervorruft, leistet die Arbeiterunion einen Beitrag von gehören dem Verband der Lederarbeiter Deutschlands an. Alle 5000 Frks. an den Preßfonds für das erste Jahr, d. h. 3500 Frts. arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Zuzug in baar und 1500 Frts. in Gestalt von Inseraten der der ist strengstens fernzuhalten. Arbeiterunion Winterthur angehörenden Vereine." Sämintliche Redner sprachen sich für Annahme dieser Anträge aus und die zwei anwesenden Mitglieder der Preßkommission erklärten die felben für annehmbar. Der Namensaufruf ergab einstimmige Annahme. Eine Kommiffion von sieben Mitgliedern ist mit der Ausführung des Beschlusses beauftragt. Arbeiterfekretariat in der Schweiz. Auf Antrag des schweizerischen Metallarbeiter- Verbandes hat der Bundesvorstand des Arbeiterbundes folgende Resolution angenommen: Die heutige Versammlung hält den Beschluß des Bieler Arbeitertages aufrecht. es sei die Stelle für eine Vertretung der schweizerischen Metallarbeiter im Arbeitersekretariat sobald als Todtenliste der Partei." In Hannover ist der Partei- möglich zu befeßen, d. h. sobald die Möglichkeit vorhanden, genoffe Karl Bertram einem jahrelangen Lungenleiden er- eine Nachfubvention vom Bunde für das Arbeitersekretariat zu legen. Der Verstorbene war längere Jahre Kandidat des 9. und erhalten." Ter österreichische Holzarbeiterverband hat beschlossen, 10. Hannoverschen Reichstags- Wahlkreises und hat, so lange es fein Gesundheitszustand noch erlaubte, teine Strapazen gescheut die Reiseunterstützung von 10 Kreuzer per 30 Kilometer auf und unermüdlich für die Verbreitung unserer Ideen gewirkt. 11 Kreuzer zu erhöhen. Selbst, als schon die Folgen des in ihm liegenden Todeskeimes fich bemerkbar machten, hat der nunmehr Entschlafene noch seine Schuldigkeit gethan und ausgeharrt bis zum letzten Athemzuge. Genosse Bertram hat ein Alter von etwa 40 Jahren erreicht. Er hat eine Wittwe und vier Kinder, von denen das jüngste erst etiva ein Jahr alt ist, hinterlassen. Friede seiner Asche! Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Vor der Straffammer zu Elberfeld stand am 4. d. M. der frühere Redakteur des Solinger Parteiorgans, jetzt Redakteur der Thüringer Tribüne", Genosse Huth, um fich wegen Beleidigung eines Unteroffiziers zu ver antworten. Der Artikel war schon am 6. Februar 1893 erschienen, damals auch das Strafverfahren eingeleitet, dies aber dann eingestellt worden, da Huth sich eine zeitlang in der Schweiz aufgehalten hat. In dem Artikel wurde dem Unter offizier der Vorwurf schwerer Mißhandlungen eines Soldaten gemacht, und diese Mißhandlungen sollten den Tod des Mannes herbeigeführt haben. Nach der Beweisaufnahme ist der Soldat allerdings infolge von Verlegungen am Wundstarrkrampf gestorben; doch diese Verlegungen sollen nicht von Mißhandlungen Ein Vertheidiger, der sich durch vorgefaßte Meinungen, fei herrühren, der Unteroffizier vielmehr ein so guter und lieber es selbst weitefter Kreise, hinsichtlich der vermeintlich bereits Borgesetzter sein gegenüber den Soldaten, daß er den verlegten erwiesenen Schuld des Angeklagten von dessen Vertheidigung Soldaten sogar aufgefordert hat, sich frank zu melden, aber diefer abhalten ließe, wäre ein Feigling, und dächten alle Anwälte renitente Mensch wollte lieber Dienst thun und achtete auf seine derart, dann würde der Angeklagte ohne Vertheidiger verbleiben, Wunde nicht. Nun ist er st u mm, er hat feinen allzugroßen und das Gerichtsverfahren unmöglich sein. Diensteifer mit dem Tode bezahlen müssen. Huth, der den Artikel Ich habe die Vertheidigung des Angeklagten Breitrück ohne nach Mittheilungen der Münch. Poit" gebracht hatte, wurde Voreingenommenheit für oder wider, wie es einem erfahrenen zu 100 m. Geldstrafe event. 10 Tage Gefängniß verurtheilt. Anwalte geziemt, in die Hand genommen, ich habe im Verlaufe Das Gefängniß verlassen hat der Genosse der Sache die persönliche Ueberzeugung von der Unschuld des- ante in Braunsberg, nachdem er einen Monat darin selben gewonnen, dieser Ueberzeugung habe ich in mehrtägiger über seine Sünden nachzudenken hatte. Verhandlung und in mehrstündiger Rede vor den Geschworenen den kräftigsten Ausdruck verliehen, dessen ich mich fähig fühlte. Das war mein Recht und meine Pflicht als Vertheidiger, und, folche unabhängig von der ungünstig beeinflußten öffentlichen Meinung ausgeübt zu haben, ist mein Stolz. " Depeschen. Wolff's Telegraphen- Bureau. Breslau, 6. März. Der Provinzial- Landtag hat dem Tichter May Heinzel eine lebenslängliche Pension von 500 M. bewilligt. Stuttgart, 6. März. Die Kammer nahm mit 64 gegen 18 Stimmen den Absatz 4 des Adreßentwurfs an, in welchem eine Verfassungsreform unter Aufhebung der Vorrechte der Geburt oder des Amtes gefordert wird. Die Vertreter der Ritter. schaft und der Prälaten gaben ablehnende Erklärungen ab, während die Vertreter der katholischen Geistlichkeit und der Kanzler der Universität dem Absatz zustimmten. Hull, 6. März. Heute ist hier eine Fischerschmack mit der Leiche des Passagiers der„ Elbe" Baumann aus Baden eingetroffen. Die Leiche wurde bei Lowestoft aufgefischt. Die bei der Leiche vorgefundenen Gegenstände: Geld, Papiere, Traus ring und Uhr wurden dem deutschen Konsul ausgehändigt. Shrewsbury, 6. März. Bei der Einfahrt in ein Bleibergwerk tamen heute fieben Personen ums Leben. Rom, 6. März. Dem Diritto" zufolge hat die Anklagefammer heute den von Giolitti erhobenen Kompetenzeinwand in dem auf grund von Privatklagen eingeleiteten Prozeß verworfen. Giolitti hat hiergegen Berufung bei dem Kaffationshof eingelegt. Rimini, 6. März. Gestern schneete es hier ununterbrochen 16 Stunden. Heute früh um 9 Uhr begann ein neuerlicher Schneefall. Der Verkehr ist unterbrochen. ( Depeschen- Burean Herold.) Wieu, 6. März. Der seit gestern Abend herrschende starte Schneefall verursacht hier und in der Umgegend große Kalamitäten. Die Aufrechterhaltung des Tramway- und Bahnverkehrs ist nur sehr schwer zu ermöglichen. Auch aus der Provinz und aus Ungarn treffen sehr trostlose Nachrichten über das Unwetter ein. Fiume hat seit drei Tagen keine Postverbindung mehr. Der Schaden durch das Hochwasser in viclen Gegenden Ungarns ist sehr bedeutend. zu acht Monaten Gefängniß verurtheilte das Landgericht zu Regensburg den Genossen Sch a de, der sich einer groben Majestätsbeleidigung schuldig gemacht haben soll. Er hat in einer Boltsversammlung von dem geisteskranken König gesprochen und außerdem eine angebliche Aeußerung des Kaisers über die Pflicht der Soldaten, auch auf Vater und Mutter zu schießen, falls es befohlen werde, kritisirt. Die Staatsanwalt Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Parteigenossen! Von dem Augenblicke an, in welchem der Vertheidiger, anstatt sich dem Angeklagten mit seiner ganzen Brüffel, 6. März. Die Hafenstadt Port of frain auf Trinitad ist heute durch eine furchtbare Feuersbrunst tbeilweise zerstört worden. Der Materialschaden beträgt 25 Millionen. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 56. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 53. Sigung vom 6. März 1895, 1 Uhr. Am Tische des Bundesrathes: v. Böttiche r. # Donnerstag, den 7. März 1895. 12. Jahrg. wo es abgenommen, und zwar in den letzten 20 Jahren von 125 bis tönne.( Präsident v. Levehow bezeichnet die Aeußerung als 115 auf 100 000 Einwohner.( Buruf rechts: Noch viel zu viel!) unparlamentarisch".) Wir betrachten die Menschen nicht von Sanitätsrath Neumann in Berlin hat nachgewiesen, daß viele ihrem tonfessionellen Standpunkte aus, sondern wir sehen auf die Juden ausgewandert sind; das preußische statistische Bureau hat Handlungen. Schlechte Menschen giebt es in allen Berufen und seine Untersuchung bestätigt. 1886 hat Wagner die Schrift von in allen Ständen. Man wirft den Juden materielle Be Neumann selbst anerkannt und die jüdische Massenauswanderung strebungen vor. Aber die Konservativen sollten doch an ihren Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Berathung vom Osten her als eine Fabel bezeichnet. Aber um diese großen Führer Stahl denken. Sollen denn die Meisterwerte der Anträge betreffend die Einwanderung der aus Statistik hat sich niemand von Ihnen( rechts) ge- jüdischer Musiker nicht mehr deutsche Herzen erfreuen? ländischen Juden, die eingebracht sind von den Deutsch- fümmert, sonst wäre ein solcher Antrag überhaupt nicht Herr Bindewald hat am vorigen Mittwoch behauptet, die Juden das Handwerk nicht treiben und fonservativen( v. Hammerstein und v. Manteuffel) und von den eingebracht worden. Hat sich die Zahl der russischen Juden daß Antisemiten( Liebermann v. Sonnenberg). in den Grenzprovinzen vermehrt? Sie hat sich ebenfalls ver- dabei kann ein Verein zur Verbreitung des Handwerks unter den In Verbindung damit wird ein Antrag des Abg. Haffe( ntl.) be- mindert. Im Laufe eines Menschenalters sind nur wenige Juden Juden nicht einmal alle Leute unterbringen, die sich melden. Die rathen, wonach das Gesetz über den Erwerb und Verlust der naturalisirt worden in Preußen, und die Zahlen ergeben, daß die Juden sollen die Produzenten und die Konsumenten durch ihre deutschen Reichs- und Staatsangehörigkeit dahin geändert werden Einwanderung abgenommen hat. In antisemitischen Zeitungen Preisdrückerei schädigen. Durch hohe Preise können doch nur soll, daß eine Erschwerung des Verluftes der Staatsangehörigkeit wird jetzt paradirt mit einem Erlaß des großen Kurfürsten aus die Konsumenten geschädigt werden. Die Juden sollen die Brots und eine Erschwerung der Naturalisation herbeigeführt werden soll. dem Jahre 1641, als derselbe also 21 Jahr alt war. Da weigerte vertheuerer sein. Sind sie etwa auch jetzt schuld an den billigen Abg. Haffe( natl.) erhält zunächst das Wort zur Begründung er sich, die Juden zuzulassen. Aber 1670 hat der große Kurfürst Preisen? Die armen Juden wissen nicht, wie sie es anfangen feines Antrages. Er bezeichnet sich als einen Gegner der anti- die aus Wien vertriebenen Juden aufgenommen. Und jetzt sollen sollen, um es den Antisemiten recht zu machen. Laffen sie sich semitischen Bewegung, weil sie gesetzgeberisch unmöglich ist und wir ein Geset annehmen, welches die Begünstigung der Ein- taufen, so ist es nicht recht, und wenn sie einmal Aemter weil nur dadurch die großen Maffen aufgeregt werden. Er fönne wanderung der Juden mit Strafe belegt! Ich bitte den Antrag erlangen, so heißt es: Sie drängen sich in alle Stellungen. Raufen die Juden sich Güter, so flagt man über den Uebergang auch die Juden nicht für alle Schäden des öffentlichen Lebens ver- abzulehnen. antwortlich machen und könne die Judenfrage nicht in den Mittel- Staatssekretär v. Bötticher: Ich habe noch keine Gelegen der Güter in fremde Hände, wenden sich die Juden den höheren punkt der Gesammtpolitit stellen. Dagegen wolle er die Judenfrage heit gehabt, mich über die Stellung des Bundesraths zu diesem Schulen zu, fo tlagt man über den Zubrang der Juden zu den vom Standpunkte des berechtigten nationalen Egoismns behandeln. Antrage zu vergewissern. Ich will nur Herrn Rickert auf seine Hochschulen. Es bleibt also teine Eristenzberechtigung für die Der Nativismus; der sich aufbäumt gegen die Ueberschwemmung Frage Antwort geben. Es ist gar kein Zweifel darüber, daß Juden; es bleibt nichts anderes übrig als: der Jude wird vers mit fremdem Volksthum, findet sich in Südfrankreich den Jta- jeder Staat das Recht hat, Ausländer aus seinem Gebiete aus- brannt. Herr Sachße lobt besonders den sächsischen Antis In ganz Sachsen giebt es überhaupt nur lienern, in Paris den Deutschen und auch in Nordamerika den zuweisen, also auch Ausländern die Aufnahme in den Staats- femitismus. Juden gegenüber 3 500 000 anderen Einwohnern. Einwanderern gegenüber. Nicht berechtigt ist er in Nordamerika, verband zu versagen. Das ist ausgesprochen in der deutschen 9000 deffen Bevölkerung aus der Europas hervorgegangen ist, auch Gesetzgebung im Gesetz von 1870. Soweit die Anträge die Absicht Herr Sachße müßte, wenn er sein Land genau kennen, nicht in solchen Ländern, die sich nicht selbst durch haben, die Einwanderung im Sinne des Erwerbs der Bundes- würde, den Juden dankbar sein, denn überall, Die ihre eigene Bevölkerung erhalten können, wie z. B. Frankreich, und Staatsangehörigkeit zu hindern, würden sie zulässig sein. Juden dort giebt, hat sich der Wohlstand gehoben. Distrikte sind diejenigen, wo es teine. deffen Bolksvermehrung eine sehr geringe ist. Berechtigt i In den Verträgen ist in der Regel ausgesprochen, daß die An- nothleidenden Es ist gesagt er in Deutschland, da die Bevölkerung sich genügend ver- gehörigen der vertragschließenden Nationen in den Gebieten Juden giebt.( Große Heiterkeit rechts.) mehrt und der Einwanderung eine sehr erhebliche Aus der Staaten Handel und Gewerbe treiben können. Wenn es die worden, daß gewiffe Leute in das jüdische Horn stoßen müßten, wanderung gegenüber steht. In Deutschland leben etwa 9 pCt. Absicht der Anträge wäre, daß ein ausländischer Jude vom Be- wenn sie Kredit haben wollten. Ich tenne in Berlin feinen von nichtdeutscher Rasse: Polen, Franzosen, Wallonen und triebe, von Handel und Gewerbe in Deutschland ausgeschlossen solchen Horniften.( Heiterkeit.) Heraus mit dem Namen! In Jsraeliten. Gegen eine Einwanderung dieser Elemente muß sich werden solle, so würde das den Verträgen nicht entsprechen. Berlin soll die Berjudung besonders groß sein, so daß die Christen jebe nationale Politik wenden. Die Einwanderer sind allerdings Aber dadurch wird das polizeiliche Verhältniß den Aus- nur noch geduldet seien. In Berlin giebt es 5 Juden auf nicht ihrer Rasse nach kenntlich, sondern nur nach ihrem Geburts: ländern gegenüber nicht berührt.( Hört! rechts.) Der russisch- 1000 Einwohner; wir freuen uns darüber( Heiterkeit), denn wir ort. Es muß die Erschwerung der Naturalisation herbei deutsche Vertrag spricht dies in seinem ersten Artikel ganz deutlich aus. wirken gemeinsam mit den Juden; die größte Harmonie ist vor.. geführt werden. Denn die jetzigen Vorschriften des Gesetzes Wir sind nicht berechtigt, einen Juden, der sich niedergelassen hat, handen. Wenn wir einen Wunsch haben, so geht er dahin, daß vom 1. Juni 1870 Iegen nur sehr leichte Bedingungen auf in seinem Handel oder Gewerbe zu stören. Aber wir sind auch andere, auch wenn sie aus Sachsen fommen, diese Harmonie nicht für die Naturalisation; mindestens müßte die Entscheidung berechtigt, aus bestimmten Gründen einen solchen Ausländer aus- stören möchten durch unbegründete Anträge wie die vorliegenden. Man spricht von Christenthum und Deutschthum. Die Menschen in die Hände einer Reichs- Zentralbehörde gelegt werden. zuweisen." Aber auch der Verlust der Reichsangehörigkeit müsse erschwert Abg. Lieber( 3): Der Antragsteller hat es am vorigen welche von den Parasiten sprechen, mögen sich wohl Christen werden. Viele Tausende von Deutschen sind nach Rußland, nach Mittwoch ausgesprochen, daß der Antrag nur der erste nennen, aber das wahre Christenthum haben sie noch nicht erJudenfrage sei; da wird tannt, namentlich nicht den Hauptsah: Liebe deinen Nächsten wie Südamerika ausgewandert, fie tehren vielleicht nach Deutschland Schritt zur Lösung der zurück und müssen sich die Staatsangehörigkeit erft neu erwerben. es nicht unnöthig sein, unsere Stellung zur Judenfrage dich selbst. Die Antisemiten erkennen in den Juden nicht ihre Jetzt ist es in das diskretionäre Ermessen der Behörden der ein- im allgemeinen etwas zu kennzeichnen. Der Antrag Hasse steht Nächsten, sie machen vielleicht einmal bei einer Jüdin eine Aus zelnen Bundesstaaten gestellt, ob sie die Naturalisation gewähren mit den anderen Anträgen nicht in Verbindung, und was wir nahme. Es giebt eine Menge Adliger, die sich mit jüdischem wollen oder nicht. Nur das Mindestmaß ist zum Schuße des zur Begründung deffelben bis jetzt gehört haben, reicht nicht aus, Golde ihr Wappenschild aufgefrischt haben!( Burufe rechts: leider!) Staates vorgeschrieben; erwerbsunfähige, arbeitsscheue und be- um ihn als nothwendig erscheinen zu lassen. Ueber den Sinn Die Christen vergessen ganz und gar, daß der Stifter ihrer eigenen scholtene Personen können ferngehalten werden. Warum sollen des Antrages Hammerstein tann Herr Rickert doch nicht zweifel- Religion ein Jude gewesen ist.( Rufe rechts: Pfui!) Und nun nicht auch die national minderwerthigen Personen ferngehalten haft sein; es handelt sich lediglich um die Untersagung der das Deutschthum! Wer ist ein Deutscher! Jeder in Deutschland werden können? Einwanderung; dasselbe besagt der Antrag Liebermann v. Sonnen Geborene; nach der Konfession kann man nicht unterscheiden Im Interesse eines selbstbewußten und mächtigen Reiches berg. Diese beiden Anträge widersprechen den bestehenden zwischen guten und schlechten Deutschen. Das wäre der größte muß es liegen, über seine Reichsangehörigen möglichst lange die Handels- und Niederlassungs- Verträgen.( Hört, hört! links.) Unsinn. Worin sind die Antisemiten den Juden überlegen? Die Verfügung zu besitzen. Jezt verliert Jeder nach 10 Jahren Ab- Darüber laffen auch die Ausführungen des Staatssekretärs Biele der Antisemiten sind geradezu revolutionär und ftaatss wesenheit seine Staatsangehörigkeit. Das ist aus Bequemlichkeits- v. Bötticher keinen Zweifel aufkommen, daß das allgemeine gefährlich; der Klassen- und Religionshaß wird geschürt. Ich rücksichten für die Verwaltung geschehen. In anderen Ländern Verbot der Einwanderung den Verträgen widersprechen würde. bitte Sie, die Anträge abzulehnen. Abg. v. Langen( dt.): Daß von der Sozialdemokratie verliert man nicht durch bloßen Aufenthalt im Auslande seine Mich wundert, daß noch niemand der Redner auf das bayerische Staatsangehörigkeit. Gegen den jetzigen gesetzlichen Zustand Reservatrecht verwiesen hat. Das Schlusprotokoll zum Vertrage gerade Herr Vogtherr als Redner gewählt wurde, hat mich über: hatten sich bei Schaffung des Gesezes die Abgg. Miquel und über den Beitritt Bayerns zur Verfassung des deutschen Bundes rascht; denn es schienen mir zwei Seelen in seiner Brust zu er schien nicht ganz rein von antisemitischen Braun ausgesprochen; fie meinten, daß erst durch die Er stellt ausdrücklich fest, daß die Gesetzgebung des Bundes sich nicht wohnen; Er meinte, man müsse Rücksicht werbung einer fremden Staatsangehörigkeit die deutsche verloren erstreckt auf die Heimaths- und Niederlassungsverhältnisse im Tendenzen.( Heiterkeit.) werden könne. Das wurde aber nicht angenommen und es giebt Königreich Bayern( Buruf rechts: das soll nicht berührt auf das Menschenmaterial nehmen, was von Rußland jetzt sehr viele Deutsche, z. B. in Rußland, welche durch werden!) dann sprechen Sie das gefälligst in Ihrem Antrage hereinkäme. Das wollen wir durch unsere Anträge erleichtern. 10 Jahre Abwesenheit ihre Reichsangehörigkeit verloren, aber aus, das würde sich für eine konservative Partei wohl schicken. Durch die Taufe wird kein Jude ein Deutscher und Balduin die russische nicht erworben haben. Sie sind also rechtlos. Schon aus diesem Grunde ist ein Eingehen auf den An- Möllhausen bedauert es auf das lebhafteste, daß der Jude Jacobs Wir können uns doch nur ein Volt von Brüdern nennen, wenn trag für meine politischen Freunde vollständig son jetzt seinen Namen führen darf. Ebenso wie die jungen wir nicht nur ein Vaterland besitzen, welches wir mit starker unmöglich. Wir wollen tein Ausnahmegesetz gegen bestimmte Mädchen, wenn sie ihren Namen ändern, d. h. heirathen wollen, Hand schüßen, sondern auch, wenn wir unser Muttervolt Bekenntnisse oder wie man sich geschmackvoll auszudrücken beliebt, 14 Tage aushängen müssen, ob Widerspruch erhoben wird, so schüßen. Darin erblicke ich die Grundlage einer nationalen gegen bestimmte Rassen. Ich will nicht untersuchen, wie weit sollten auch die Juden erst 14 Tage aushängen, ehe sie sich Politit. die arische Raffeneinheit derjenigen reicht, welche lauttönende deutsche Namen zulegen dürfen.( Heiterkeit.) Wenn wir darauf Abg. Rickert( frs. Vg.): Der Antrag des Vorrebners hat Worte in der antisemitischen Bewegung ertönen laffen. Daß warten wollen, daß die Juden Deutsche werden, dann tönnen. einen verdächtigen Charakter nur in dem Zusammenhang mit unsere jüdischen Mitbürger uns vielfach Anlaß zu Klagen wir vielleicht erleben, daß vorher alle Deutsche Juden acht lassen. Wir geworden sind.( Große Heiterkeit.) Das ist ebenso, wie den anderen Anträgen. Die Erschwerung des Verlustes der gegeben haben, werden wir nie außer Staatsangehörigkeit kann man objektiv behandeln; man kann werden nie vergessen, mit welcher Brutalität und Bosheit bei dem Judenjungen, der start mauschelte. Er wurde in darüber verschiedener Meinung sein. In diesem Zusammenhang namentlich jüdische Blätter alles den Katholiken Heilige eine deutsche Schule gebracht, aber nach einiger Zeit mauschelte lehne ich den Antrag umsomehr ab, als auch der Vorredner herabgewürdigt haben zur Zeit des Kulturkampfes. Jetzt sehen er noch immer und die ganze Klasse mauschelte mit.( Große nicht entfernt ein Bedürfniß für denselben nachgewiesen hat. wir wieder jüdische Federn am Werk; ich erinnere nur an die Heiterfeit.) Das Edikt des großen Kurfürsten von 1641 berust Man fann auch den nationalen Standpunkt überspannen. Zukunft", nicht blos Religion und Sitte, sondern auch die aller sich auf die Praxis der Vorfahren; und wenn der große Kurfürst Der Antrag Hammerstein soll der unverfängliche Anfang der höchsten Stellen des Staates werden von jüdischen Federn in damals jung war, waren denn die Vorfahren auch jung? ganzen antisemitischen Gefeßgebung sein. Der Bund der Land- fchmählichster Weise heruntergeriffen. Aber die Gerechtigkeit( Heiterkeit.) Wenn er später die Juden zuließ, so that er es, der wirthe ist ja eine antisemitische Organisation geworden. Das fordert das Anerkenntniß, daß es nicht die Juden allein find, Noth gehorchend nicht dem eigenen Triebe, denn er brauchte nach Ziel der Bewegung ist die Aufhebung der Gleichberechtigung der und daß ihre Jahrhunderte lange stiefmütterliche Behandlung sie feinen Kriegen Geld.( Große Heiterkeit.) Weshalb beruft sich Vogtherr auf den Fürsten Bismarck, der die Juden.( Buruf des Abg. v. Plöt: Das würde gar nichts in die Berufszweige gedrängt hat, in denen sich die Fehler am Herr schaden!) Man hält es nur nicht für praktisch, mit der Be- allerleichtesten bemerkbar machen. Aber zur Heilung der Emanzipation der Juden in Rumänien durchgesezt habe. feitigung der Gleichberechtigung der Juden der Juden anzufangen. Schäden bedarf es feiner Ausnahmegesetzgebung, sondern Ich wünsche den Juden alles Gute, fie mögen einen eigenen Ich hoffe, es wird keine deutsche Volksvertretung geben, einer allgemeinen Gesetzgebung zur allgemeinen Gesetzgebung zur Heilung allgemeiner Staat gründen, aber nur nicht unter uns. Gegen die Ein die jemals diesen Schritt thut.( Burufe rechts! Abwarten!) Schäden. 3 u einer Ausnahmegeseggebung wanderung der Chinesen hat sich Herr Vogtherr ausgesprochen. sich Zentrum Die Untersagung des zeitweiligen Aufenthalts im Reiche würde wird niemals bewegen Warum will er aber die Einwanderung der Juden gestatten? eine Berhöhnung der Verträge sein, welche Deutschland mit lassen, denn man hat es durch die Gesezgebung uns bis in die Daß auf den Schiffen des Lloyd Chinesen als Heizer fungiren, fremden Staaten abgeschlossen hat. Selbst das Verbot der Knochen hinein geprügelt, daß wir selbst eine Minderheit sind. ist eine Schonung der deutschen Arbeiter, welche den Aufenthalt Naturalisation, gefeßlich ausgesprochen, würde gegen den Geist( Sehr richtig! im Zentrum.) Wir sind deshalb auch für ein im Heizraum in tropischen Gegenden nicht aushalten tönnen. der Verträge verstoßen. Welches Bedürfniß liegt für den Antrag Schachtverbot nicht zu haben, nachdem Rabbiner in öffentlichen Jüdische Landarbeiter sind noch seltener als an der Berliner vor? Ausländische Strolche, Hausirer und ähnliche Leute können Versammlungen erklärt haben, daß das Schächten ein ritueller Börse die Germanen. Daß Herr Vogtherr sich weniger gegen seitens der Landespolizei- Behörden ausgewiesen werden, des- Att ist. Wir tönnen unsere Hand nicht dazu die Antisemiten als gegen uns gewendet hat, beweist, daß wir gleichen jeder Ausländer, der sich unbequem macht. In bieten, heute gegen die Juden, morgen gegen auf dem rechten Wege sind; dafür danke ich ihm. Herr Paasche sprach Preußen fann ein Ausländer die Naturalisation nur die Polen und übermorgen gegen die Sozial- von den sprachlichen Leistungen des Abg. Sachße; er hätte sich das erwerben unter Zustimmung des Ministers des Innern. demokraten vorzugehen. Als das Jesuitengefeß an sparen können. Es ist gut, daß alle Voltsstämme und alle Die Zahl der russischen Juden hat sich im Westen vermindert. genommen wurde, ertönten laute Jubelrufe, die mir noch heute Dialekte hier vertreten sind; nur der eine Dialekt, das Mauscheln Ein jüdischer Arzt, ein Russe, der lange Jahre in Deutschland in den Ohren gellen. Da hieß es: Die Jesuiten sind wir los, follte ferngehalten werden. Herr Rickert meint, wir brauchen prattizirt hat, fuchte seine Naturalisation nach; er erhielt vom das Zentrum wird folgen; wir wünschen glückliche Reise! uns vor den Juden nicht zu fürchten. Das ist richtig, wir sind Regierungspräsidenten den Bescheid, daß er die Naturalisatiou Wir werden dafür sorgen, daß man nicht sagen fann: die Juden jegt aufgebracht; aber früher stand es sehr schlimm. Die Juden erhalten würde, wenn er seine Entlassung aus dem russischen sind wir los, die Katholiken werden ihnen folgen.( Zustimmung sind uns in gewisser Beziehung überlegen. Sie sind nicht flüger als wir, aber schlauer und gerissener. Herr v. Bötticher berief Staatsverbande nachweisen könne. Als er seine Entlassung er- im Zentrum.) halten hat, wird ihm die Naturalisation nicht gewährt. Ist das Abg. Hermes( dfr. Vp.): Die Anträge sind wohl nur zu sich auf den Artikel 1 des deutsch russischen Vertrages; ich gewiffe Dinge von gerecht? Die russischen Staatsangehörigen sind aus den östlichen dem Zweck gestellt, um jüdische Mitbürger in unerhörter Weise verweise auf Artikel 5, der Provinzen zum großen Theil ausgewiesen worden; aber es anzugreifen; sie sind eines Kulturstaates unwürdig. Man hat Einfuhr ausschließen will. Die Juden, wenn sie von Rußland standen große wirthschaftliche Interessen auf dem Spiel, und den Eindruck, als wenn man dem Antisemitismus im Lande eine zu uns fommen, sind russische Erzeugnisse( Große Heiterkeit), deshalb fonnte man nicht alle ausweisen. Die russischen Kom besonders gepfefferte Speise vorfeßen wollte, weil er an Zugkraft deren Einfuhr wir verbieten können( Lachen links). Wir wollen Ein Ausnahmegesetz, von dem missionäre in Memel und Rönigsberg fann man gar verloren hat. Die Zahl der Juden in Deutschland hat abe davon nicht mehr haben. 567 000 Juden im Herr Lieber gesprochen hat, kann nur Es befinden sich nur nicht entbehren. Man bereitet ihnen allerhand Schwierigkeiten; genommen. gegen Inländer Reiche 49 500 000 Christen. gegenüber Ausländer. Die erlassen werden, niemals aber Das einen dauernden Aufenthalt gestattet man ihnen überhaupt nicht. Deutschen fönnen wir nicht als rituell bezeichnen, Sie werden meist nur auf 6 Monate zugelassen; wird eine längere jüdische Masseneinwanderung ist lediglich eine Fabel, die Schächten Genehmigung ertheilt, so gilt sie nicht für die Familie. Also zur Stellung solcher Anträge feinen Anlaß giebt. Der Antrag sondern nur als eine Thierquälerei. Abg. Hermes verdient einen ein Bedürfniß für den Hammerstein'schen Antrag liegt nicht vor. ist aber auch garnicht durchführbar. Denn bei den internationalen großen Orden von der Juden Schuhtruppe. Herr Hermes hat Was ist überhaupt angeführt worden? Antisemitische Reden Beziehungen tommt schließlich nur die Staatsangehörigkeit in nur den Juden zu Munde geredet; ich will lieber dem deutschen gegen unsere Juden, aber fein Nachweis, daß die massenweise Frage, nicht die Konfession. Eine Regierung könnte einen solchen Wolfe zu Munde reden. Herr Hermes meint, daß die Juden die Einwanderung fremder Juden stattfindet. Antisemitische Reden, Antrag niemals annehmen, denn sie kann den Grundsatz der fächsischen Bezirke reich gemacht haben. Sollte er nicht Ursache die man in Versammlungen für 50 Pfennige anhören kann. Gleichberechtigung nicht verlassen. Mit welchen Gründen wird und Wirkung verwechseln, daß die Juden in die armen Bezirke Herr Jacobstötter führt alle gar nicht hingehen? Herr Hermes als Dissident sollte uns keine die überhaupt das Oberflächlichste sind, was es giebt, hat man der Antrag befürwortet? Dinge auf die Juden zurück; er spricht Belehrung über Christenthum angedeihen lassen. Mit der Behier gehalten. Auf die Frage der Konkurse, des unlauteren Wett- schlechten daß es eine Sünde und Schande sei, daß seitigung des jüdischen Einflusses allein ist natürlich die Gebewerbs u.s.w.will ich nicht eingehen, auch Christen sind bei Konkursen davon, und beim unlauteren Wettbewerb betheiligt. Diese Dinge gehören die Juden alle möglichen Dinge zur Reklame benutzen. nesung nicht zu erreichen. Stedner zitirt aus der Broschüre von Die Juden und die deutsche Kriminalstatistik", nicht zur Sache, deun es handelt sich hier um auswärtige Juden. Ich muß es auch als eine Sünde und Schande bezeichnen, daß Giese: Die Jud eu haben im Deutschen Reiche nicht zugenommen, sondern auf der Tribüne des Reichstags solche Rede gehalten werden daß die Juden bei solchen Bergehen, die ihrer Volks das " W " gegen der V■ t; V nittyrcd)fn, mehr bestraft sind als die Christen. T ie Bistrafungtn allein geben kein richligeZ Bild; man muß auch die Freisprechungen in betracht ziehen, um zu sehen, wie die Juden durch ihre Geriebenheit und Gerissenheit sich frei zu niachen verstanden haben; 1S.5 pCt. Deutsche und SS.2 pCt. Juden sind freigesprochen worden. Sehen Sie doch nur, wie viele Nechtsanwälte in Berlin noch deutscher Abstammung sind. Ucderhaupt giebt ja die Statistik nur die Personen jüdischen� Be- kenntnisses wieder, wenn man nach Personen jüdischer Ab- stammung fragen würde, würde sich«in« größere Zahl ergeben. Die Juden haben wenig Neigung zur Landl wirthschaft und Viehzucht, die starke, körperliche Aw strengung erfordert; sie sind auch weniger Militär tauglich. Zu körperlichen Arbeiten wenden sich von 1000 Juden nur IIS, von den Christen aber über 700; dagegen drängen sie sich zu den Erwerben, die keine körperlichen An- strengungen erfordern. Die Jude» sind ein anderes Volk als wir, mit anderen geistigen und wirthschaftlichen Richtungen. Deshalb sagte schon Mollke, daß die Juden einen Staat im Staate bilden. Deshalb bin ich der Ansicht, sie stehen unserem Staate feindlich gegenüber. Darum sage ich: Nur von der Sorte nicht mehr. Stimmen Sie für unscrn Antrag, auch die- jenigen, die die Juden als etwas Gutes und Schönes betrachten; denn es kann auch des Guten zu viel sein.(Lebhafte Zustimmung rechts.) Abg. Schmtdt-Elberfeld beantragt, über den Antrag Lieber mann von Sonnenberg zur Tagesordnung überzugehen und die Debatte über den Antrag v. Hammerstein zu schließen. Zur Be- gründuug des Ueberganges zur Tagesordnung erhält das Wort Abg. Richter(dfr. Vp.): Wir wünschen, daß die Debatte heute zu Ende kommt; das würde aber nicht erreicht werden, wenn der Antrag noch zur zweiten Lesung käme und in der nächsten Woche zur erneuten Verhandlung kommen müßte. Daß der Antrag Liebermann gesetzgeberisch keinen Werth hat, haben die Verhandlungen dargethan; er zeugt von einer seltenen Unkenntniß der geltenden Gesetze, Verträge und Verwaltungsuormen. Der Gesetzentwurf hat offenbar nur den äußern Anlaß bieten sollen, um den Antragstellern Gelegenheit zu geben, ihren all- gemeinen Abscheu gegen die Juden kundzugeben. Die Sache fängt mit einem Wort an langweilig zn werden, und es wird den Rednern schon schwer, diesen Eindruck durch ein paar passable antisemitische Witze zn verwischen. Bei der Knappheit ihrer sonstigen Gedanken sind sie darauf angewiesen, jede Frage zu einer antisemitischen Pointe herauszuarbeiten.(Große Un- ruhe.) Das hat für den Reichstag selbst immer weniger Be- deutung, macht aber einen Eindruck auf viele tausende unserer jüdischen Mitbürger, die sich mit vollem Recht bewußt sind, personell und materiell, allen Ver- pflichtungen gegen das Vaterland nachzukommen. Sie werden dadurch gekränkt, verletzt, herabgewürdigt(Lachen rechts), wenn sie als Parasiten hingestellt werden, die am Marke der deutschen Eiche zehren. Von autoritativer Seite ist beklagt worden, daß der Ton in diesem Hause sich verschlechtert hat. Als alter Abgeordneter kann ich bestätigen, daß solche Debatten wie diese früher im deutschen Reichstage nicht möglich gewesen wären, und damit der Ton sich nicht noch weiter verschlechtert, wollen wir dieser Debatte ein Ende machen.(Beifall links.) Abg. Förster-Neustettin(Antisemit): Ich wende mich an das Gerechtigkeitsgefühl des hohen Hauses und bitte um Ab- lehnung des Antrages. Was Herr Richter vorgebracht hat, ist nicht ausreichend, die Debatte abzuschneiden. Wenn die Dinge auch vielleicht einigen Leuten langweilig werden, für das Volk draußen haben diese Dinge eine sehr hohe Bedeutung; das Volk verlangt, daß sie endlich einmal erörtert werden. Die sehr sachliche Rede des Herrn v. Langen(Widerspruch links)— ich wünschte nur, die Herren Paasch« und Vogthcrr hätten entfernt so viel Sachlichkeit entwickelt— zeigt, daß die Bedeutung der Sache eine große ist und eine gründliche Erörterung verdient. Gerade, um zu zeigen, daß wir nicht so gedankenarm sind, sollte man den Antrag ablehnen. Das deutsche Volk ist in seiner über- wiegenden Mehrheit antisemitisch durch und durch, und wenn einmal eine antisemitische Botschaft von Ihnen oder von den ver- bündeten Regierungen ausginge, dann würde sich das sehr bald zeigen (Lachen links.) Wir sindangegriffen wordenvom Abg. Hermes in einer unerhörten Weise, mit geradezu beschimpfenden Aeußerunge».(Präs. v. L e v e tz o w: Ich kann es nicht erlauben, daß Sie derartige Aeußerungen über ein Mitglied des Hauses machen.) Man sollte der kleinen antisemitischen Partei ihre Bertheidigung nicht ab- schneiden; das wäre eine Vergewaltigung. Wir bekämpfen den wahren Umsturz.(Präsident v. Levetzow bittet den Redner, sich an den Antrag auf Tagesordnung zu halten.) Ich bitte Sie dringend, wenigstens einem! Redner meiner Partei das Schlußwort zu gestatten. Darauf wird der Antrag auf Tagesordnung abgelehnt gegen die Stimmen der Konservativen, eines Theils des Zentrums und der Sozialdemokraten; ebenso wird der Antrag auf Schluß der Debatte abgelehnt. Abg. Ahlwardt(Antis.): Herr Rickert hat einen Fehlschuß ge- than, wenn er meinte, die Antragsteller hätten nur von de» deutschen Juden gesprochen, während ihre Anträge sich gegen ausländische Juden richteten. Die Juden haben gewisse Fehler und unter diesen Fehlern werden wir noch immer leiden, wenn die Zahl der Juden abnimmt. Dadurch sind die Anträge zur Genüge begründet. Es giebt manchen Juden, dem man nichts schlimmes nachreden kann, aber man weiß, daß die Rassen- eigenschaften der Juden mit denen der Deutschen sich nicht ver- tragen; man kann deshalb vermuthen, daß ein Jude, der noch nichts Schlimmes gethan hat, etwas Schlimme? thun wird im Laufe der Zeit. Meine speziellen politischen Freunde(Heiterkeit). und es sind deren nicht wenige im Lande vorhanden, bekämpfen die Juden nicht ihrer Religion wegen, sondern ihrer Rasse wegen. Rasseneigcnthümlichkeiten, die angeboren oder im Laufe der Jahrtausende erworben sind, sind das halt- barste und festeste, von dem man sich nicht loSmachen kann. Deshalb braucht man den einzelnen Juden nicht zu bekämpfen. Aber wenn solche Eigenlhümlichkeitcn festgestellt werden, dann ist es unsere Pflicht als Eingeborene des Landes gegen die Juden und ihre andere Natur Stellung zu nehmen. Wir stehen auf dem Kulturboden der Arbeit- bei den Juden ist das etwas anderes; sie wollen nicht selbst Werthe schaffen, sondern ohne Arbeit die Werth« sich an- eignen, welche andere geschaffen haben. Das ist der Kardinal- unterschied. Wenn dieser in Erwägung gezogen wird, dann werden Sie unsere Anschauungen nicht für so verwerflich halten, wie es geschehen ist. Es wird von Herrn Rickert dargelegt, wie wenig Juden wir haben und daß deren Zahl abnimmt. Gehen Sie einmal nach den Stellen, wo die Haupterwerbsgelegcnheit vorhanden ist und sehen Sie nach, ob das Prozentverhältniß vor- Händen ist. Gehen Sie einmal die Leipzigerstraße oder in Frankfurt die Zeil entlang, wo sind da noch Deutsche? Die Juden sind Raubthiere(Heiterkeit), das ist eine feststehende Thatsache. Nutzlos ist die antisemitische Bewegung nicht. Wenn ein schwerer Schaden vorhanden ist, dann ist der Kampf dagegen niemals nutzlos, wenn er in ausreichender Weise geführt wird. Es kommt nur darauf an, daß Sie diese Bestrebungen ihrem innersten Kern nach begreifen, wenn auch manches daran un- richtig sein mag. Herr Hasse machte den Fehler, daß er die anderen Völker und die Juden auf eine Stufe stellte. Die Juden stehen uns ganz anders gegenüber wie die Angehörigen der anderen Völker. Es ist etwas anderes, ob ein Pole. Russe oder Däne hier einwandert, oder ein Jude. Die anderen Völker standen auf demselben Kulturboden der Arbeit wie wir; im Laufe von dreißig oder vierzig Jahren waren diese Ein- Wanderer Deutsche. Die Juden sind in den Jahrhunderten nicht deutsch geworden; sie haben nicht daran gedacht, sich auf den Kulturboden der Arbeit zn stellen; sie haben geschwindelt, so lange sie in Deutschland waren. Persönliche Ausnahme» davon beweisen nichts. Daß wir schon zuviel Gesetze haben, ist em eigenthümlicher Grund gegen den Antisemitismus. Wenn wir die Juden abschaffen, dann können wir die Hälfte der bestehenden Gesetze auch abschaffen.(Große Heiterkeit.) Wenn es sich darum handelte, gegen einen ehrlichen Feind zu kämpfen, dann wurden die Deutschen sich vor den S00 000 Juden nicht fürchten. Aber der parasitische Jude ist etwas anderes, Herr Riefen, er ist es, vor dem man sich fürchten muß, wir vor einem einzelnen Eholerabazillus. Diese Ansteckungsgesahr des Juden ist es, vor der wir uns fürchten. Von Rothschild will ich nicht sprechen, sondern nur von den Juden, welche 100 Millionen Mark besitzen. Hat der Jude dieselben er« arbeitet? Nicht 10 Pfennig davon!(Heilerkeit.) Sie sind erworben vom deutschen Volke ohne jegliche Gegenleistung. Die Humanität, die die Raubthiere schützt, ist unberechtigt. Herr Rickert meinte, im Osten übten die Juden eine Kultur- Mission aus. Ich bin erst vor wenigen Tagen im Osten gewesen und habe mir die echten Juden angesehen. Im Osten hat der Jude das ganze Gefchästsleben in Händen. Wie übt er seine Zkulturmissio» aus, namentlich an den Landleuten? Was be- kommen sie für das Getreide? Ter Jude giebt den armen Leuten Vorschuß auf die Ernte und bringt das Getreide für ein Butterbrot in seine Hände. Arm werden die Leute alle; wo die Juden sitzen, werden die Deutschen stets arm. Wo nachher garnichts mehr zu holen ist, ziehen die Juden fort. In Berlin wohnen die Juden im Westen, sehen Sie sich die prachtvollen Villen an! Die armen Leute wohnen im Norden der Stadt in engen Wohnungen, sie können höchstens Sonntags einmal Fleisch essen. Das sind die nutzbringenden Mitglieder der Gesellschast, aber die Gesell« schaft in den Villen, das ist nichtarbeitendes Gesindel. Soll einem da nicht die Empörung aussteigen?(Heilerkeit.) Ich will die Juden nicht mit den Strolchen und Bettlern auf eine Stufe stellen. Die Strolche und Bettler sind die zu gründe gegangenen deutschen Brüder, die sich vielleicht noch retten lassen; aber glauben Sie, einen Jude» retten zn können?(Heiterkeit.) Die Katholiken haben zu Unrecht unter den Ausnahmegesetzen gelitten. Aber ist denn das Umsturzgesetz nicht das schlimmste Ausnahmegesetz!(Sehr richtig! links.) Wir wollen produktive Deutsche, aber keine Parasiten haben; die müssen wir durch Gesetze unschädlich machen. Für unsittlich habe ich die Sozial- demotralie noch nicht gehalten. Sie irrt sich in ihren Schlußsolgerungen, darum bekämpfe ich sie. Unsittlicher ist der Antisemitismus nicht. Es werden in allen politischen Parteien Fehler gemacht. Warum nennt Herr Hermes unsere Bestrebungen unsittlich? Das muß ich entschieden zurückweisen. Der Jude ist kein Deutscher, auch wenn er in Teulschland ge- boren ist. Das Steuerzahlen und alles andere ist nicht das Entscheidende bei der Nationalität, sondern die Raffe; ein Pferd, das im Kuhstall geboren ist, ist noch lange keine Kuh.(Große Heiterkeit.) Ein Jude, der in Deutschland geboren ist, ist noch lange kein Deutscher. Deswegen müssen mir uns bewußt werden, daß die jüdischen und deutsche» Rasseneigenthümlichkeiten sich nicht vertragen, daß ein Zusammenleben nicht möglich ist, ohne daß wir Deutsche geschädigt werden. Deshalb betrachten Sie die Sache nicht als Spielerei, es handell sich um Sein und Nichtsein des Volkes. Wir denken nicht daran, so weil zu gehen, wie die österreichischen Antisemiten. Wir wollen zunächst die Klappe zumachen, damit nicht noch mehr hineinkommen. Für uns ist das Gesetz an sich bedeutungslos, es ist aber der Ansang und deshalb stimme ich dafür. Abg. Richter(zur Geschäftsordnung): Der Vorredner hat die Gesammtheil der deutschen Juden beschimpft als Raubtbicre, Gesindel, Parasiten k. Wenn auch die Persönlichkeit des Vor- redners durch gerichtliche Urtheile gekennzeichnet ist, so entspricht doch die Schimpfsreiheit, die dem Vorredner gestattet ist, nicht den Gepflogenheiten des Hauses und den Grundsätze», die der Präsident gestern beim Militäretat proklamirt hat.(Leb- haste Zustimmung links, Widerspruch rechts.) Präsident v. Levetzow: Herr Abg. Richter, Sie haben kein Recht, meine amtliche Führung zu krilisircn. Was ich zu thun habe, werde ich mir von Ihnen nicht sagen lasse».(Lebhafter Beifall rechts und Händeklatschen; Widerspruch links.) Abg. Richter: Ob ich das stlUiche Recht zu einer solchen Kritik habe, darüber habe ich allein zu entscheide».(Widerspruch rechts.) Darauf wird die Diskussion geschlossen. Persönlich bemerkt Abg. HermeS: Herr Ahlwardc hat durch feine Aeußerungen über mich wiederum feine Wahrheitsliebe bewiesen. Er hat behauptet, ich hätte mir in Amerika den Doklortitel geholt. Ich habe in Leipzig promovirt, natürlich unter Er- süllung aller erforderlichen Bedingungen. Ich bin nicht Droguenhändler gewesen, sondern habe einer chemischen Fabrik vorgestanden, bis ich 1871 zum Direktor des Aguariums gewählt wurde. Zur Geschäftsordnung konstatirt der Pole v. Wolözlegier- Gilgenburg, daß er durch den Schluß der Debatte verhindert sei, die Stellung seiner Freunde darzulegen.(Zuruf links: Natur- lich, die Fraktion Ahlwardt hat den Vorrang!) Tarauf erhalten nach öVa Uhr die Antragsteller das Schluß- wort und zwar zunächst Abg. Graf Arnim(Rp.), dessen Aus- führungen bei der Unruhe im Hause unverständlich sind. Abg. v. Mantenffel(dk.) bestreitet, daß der Antrag Anlaß zu so heftigen Debatten gebe. In Ostpreußen haben Juden selbst die Petition für de» Ausschluß russischer Juden unterzeichnet, weil sie fürchteten, durch diese Einwanderer diskreditirt zu werden. Herne Hermes' Aeußerungen waren heute anlisemilischer als die der Semite» selber. Der Antrag Hasse wird gegen die Stimmen der Konservativen und Nationalliberalen abgelehnt. In namentlicher Abstimmung wird der Antrag v.Hammer- stein und Genossen mit 167 gegen öl Stimmen abgelehnt. Schluß K>/s Uhr. Nächste Sitzung Donnerstag 1 Uhr. (Militäretat.) ZAavlKnrenlavisÄzes. I» der Umsturzkommifsion wurde am Mittwoch die Debalte über den tz 138 der Regierungsvorlage fortgesetzt. Der vom Zentrum angelündigte Antrag ist uichl eingegangen. Da- gegen haben Graf von Roon und seine konservativen Freunde solgenden Antrag eingebracht: Tie Kommission wolle beschließen: 1. den tz 130 Absatz S der Regierungsvorlage wie folgt zu fassen: Die gleiche Strafe trifft denjenigen, welcher in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise die Monarchie, die Institute der Ehe, der Familie oder. des Eigeuthums durch beschimpfende Aeußerungen öffentlich angreist. 2. dem tz 166 des Strafgesetzbuches folgende Fassung zu geben: Wer öffentlich in beschimpfenden Aeußerungen den Glauben an Gott oder das Christenthum angreift oder Gott lästert, oder wer öffentlich eine der christlichen Kirchen oder eine andere mit Kor- porationsrechten innerhalb des Bundesgebietes bestehende Religions- Gesellschast oder ihre Einrichtungen oder Gebräuche oder die Heiligkeit des Eides beschimpft, in- gleichen wer in einer Kirche oder in einem anderen zu religiösen Versammlungen bestimmten Orte beschimpfenden Unfug verübt, wird mit Gefängniß bis zu drei Jahren bestraft. In der Begründung seines Antrages giebt Graf v. Roon zu, daß wir seit der Judenemanzipation leider kein christlicher Staat mehr sind. Das sei aber eben das Vorrecht, das zu be- fettigen gesucht werden müsse. Herr v. Buchka(k.) versucht dann die juristische Begrün- dung der Anträge seiner Freunde, von denen er hofft, daß auf grund derselben sich eine Verständigung mit dem Zentrum finden werde. Redner wendet sich dann gegen die Angriffe, weile gegen die„Dunkelmänner der Umstnrzkommission" in der Presse und in gewissen Versammlungen sogenannter gebildeler Kreise laut werden, v. Buchka lassen diese Angriffe kalt. Er folgt seinem evangelischen Gewissen und bleibt seinen konservattvcu Grundanschauungen treu. Die Frage, was Religion sei, beant- wortet Redner damit, daß Religion das Berhällniß des Menschen zu Gott sei. Mittlerweile ist von den Mitgliedern des Zentrums der An- trag eingegangen, für den Fall der Ablehnung des Antrags Rintelen zum tz 130 in dem Antrage des Grasen v. Roon tz 166 folgende Aenderungen vorzunehmen: In der nächsten Zeile des tz 166 hinter öffentlich die Worte:„oder vor Mehrere»" und in der vierten Zeile nach Religionsgesellschaft die Worte„ihre Lehren" einzufügen. Dr. Barth(frs. Vp.) beantragt, in§ 166 zweite Z.ile hinter Christenthum„oder I u d e n t h u in" zu setzen. Zur Motivirung seines Antrages weist Herr Dr. Barth darauf hin, daß, wenn man schon einmal einen weitergehenden Schutz der Religionsgesellschaften für nothwendig erachte— ein Bc- dürfniß, das Redner nicht anerkennt— so müsse dieser Schutz vor allem dem Judenthum werden. Denn im Vergleich mit den antisemitischen Angriffen auf das Judenthum, sei das, was gegen das Christenthum geschehe, die reine Bagatelle. Redner erinnert an die skandalösen Vorgänge bei Gelegenheit der blödsinnigen Ritualmord- Beschuldigungen, wodurch Iheilweise geradezn der öffentliche Frieden gefährdet worden ist. Redner weist darauf hin, daß die Begriffe über die Heiligkeit und den Wertt, des Eides gerade bei den frömmsten Leuten, sehr weit auseinander gehen. Die Sekte der Quäker negire, aus die Bibel gestützt, grundsätzlich den Eid. John Briglh habe sich deshalb geweigert, als er Minister wurde, den Eid in die Hände der Königin abzulegen. Spahn(Z.) erklärt, daß er und seine Freunde zunächst am Antrage Rintelen festhalten werden. Ter Antrag G'.as v. Roon schütze nicht alles Schützenswerthe in genügender Weise. "1 genüge nicht, wenn die Religionsschmähung nur aus der Oeffenllichkeit verdrängt werde, sie niüffe auch aus den Hör- s ä l e n verschwinden, oder, wenn sie dort doch auftrete, strafbar sein. Desbalb der Antrag seiner Partei, die Worte„oder vor Mehreren" in den Paragraphen aufzunehmen. Ein Christenthum außerhalb der christlichen Kirche giebt es nicht, es genüge deshalb der Antrag Roon, der nur von Christen- tdum redet nicht, es müsse heißen:„christliche Kirche". Den Eid besonders zu schützen, liege kein Anlaß vor, derselbe sei geschützt, wenn die Angriffe an den Glauben an Gott unter Strafe gestellt werden. Gegen die Aufnahme der Monarchie in den Paragraphen hat das Zentrum nichts einzuwenden. Familie und Ehe werde am beste» in einem besonderen Paragraphen geschützt. Bezügliche Anträge stellt Redner für die zweite Lesung m Aussicht. Staatssekretär v. Nieberding meint, daß der Reichstag keinen Anlaß habe, über die Vorschläge der Regierung hinaus- zugehen, wie dies der Antrag Rintelen thue. Der Herr Staats- sekretär schöpft aus dem Antrage Roon— den er mit Genug- thuung begrüßt— die Hoffnung, daß es zu einer Annäherung und Verständigung zwischen Zentrum und Konservativen komme und dadurch das von der Regierung erstrebte Ziel erreicht werde. Die kleinen noch vorhandenen Meinungsverschiedenheiten werden, bei kluger Resignation von beiden Seilen, sich ausgleichen. Ten Vorschlag, das Wort Religion durch die Worte„Glauben an Gott" zu ersetzen, erscheint dem Redner eine recht glückliche Verbesserung. Die Ausnahme des Wortes Christenthuui erregt um so weniger Bedenken, als ja nach dem Antrage Roon auch die übrigen anerkannten Religionsgenossenschasten geschützt werden sollen. Die Ausnahme des Eides erscheine überflüssig, schade aber auch nichts. Den Zentrumsantrag, die Worte„oder vor mehreren" in den tz 166 aufzunehmen bittet Redner abzulehnen. Um die Religionsschmähung oder Gottesleugnung aus den Hörsälen ferne zu hallen, gebe es andere Mittel, als das Strafgesetz. Nach dem Zentrumsantrag würde der gesammte Privatverkehr unter das Strasrecyt fallen und das würde unübersehbare Schwierigkeiten im Gefolge haben. Enneecerus(natl.) meint, daß der Antrag Roon eine Berbeffcrung der Regierungsvorlage sei. Redner stellt solgenden Zusahclntrag: Zu tz 130 Abs. Il:„Eine freie wissenschaftliche Er- örterung oder historische oder künstlerische Behandlung der die Monarchie, die Ehe, die Familie oder das Eigenthum betreffenden Fragen soll durch die vorstehende Bestimmung nicht berührt werden." Rintelen(Z.) beklagt sich zunächst über die vielen Miß- Verständnisse, welchen sein Antrag in der Presse und in Ver- sammlungen begegnet sei. Im ganzen habe ja die Presse ihn, Redner, wenn auch absprechend, so doch anständig behandelt. Eine Ausnahme habe nur das Organ der Freikonservativen, die „Post", gemacht, welche Redner persönlich gehässig angegriffen habe. Für den Antrag Enneccerus kann Rintelen nicht stimmen, derselbe sei viel zu unbestimmt und gebe dein Ermessen der Richter einen unbegrenzten Spielraum, den er, Rintelen, nicht gewähren kann und will. Der Redner vertheidigt dann seinen Antrag. Derselbe wolle weder den Unglauben bestrafen noch die freie Geistesthätigkeit beschränken. Es solle nur verbindert werden, daß das christliche Volk durch die sogenanute Wissenschast um seinen Glaube» be- trogen werde. Der Zentrumsredner konstatirt ausdrücklich, daß sein An- trag nur durch die Regierungsvorlage hervorgerufen w ordensei. Sein Antrag sei durchgreifend, klar und deutlich und er ziehe nur die Konsequenz dessen, was die Regierung verschleiert anstrebe. Redner zitirl dann Gedichte und Artikel von H. Heine, G. M. Conrad-München, Paul Heys«, Alfred Meißner»nid Boden- stedt, in denen über religiöse Fragen, Gebräuche je. in mehr oder minder absprechender Weise geurlheilt wird. Auch einen Brief eines Fabrikarbeiters aus Gera hat Redner erhalten, in dein der Schreiber wegen seines Antrages sehr scharf mitgenommen wird. Redner polemisirt gegen die Aeußerung Bebel's, daß, »vcnn Gott allmächtig sei und nichts ohne sein Zuthun geschehen könne, es thöricht sei, diese Allmacht durch hin- fällige Strafparagraphen stützen zu wollen. Bebel übersehe, daß der Mensch freien Willen habe, sowohl Böses wie Gutes zu thun. Wenn gesagt werde, den gestellten Anträgen entsprechend müßte unsere ganze klassische Literatur verbrannt werden, so sci dies falsch. Diese Literatur könne bleiben als Zeugniß für die Verwirrungen deS mensch- lichen Geistes. Bestraft solle aber die Anpreisung dieser Literatur werden, wenn sie zu dem Zweck erfolge, zur Nach- ahmung anzureizen. Die in Frage stehenden Anträge sind nur der falschen Wissen- schaft und j- e Presse gefährlich, welche es fertig gebrachr hat, das Zedlitz'sche Schulgesetz zu Falle zu bringen. Diese Kreise sind es auch, welche jetzt wieder in Entrüstung mache». Die Herren haben allerdings insofern recht, als. wenn Redners An- trag Gesetz würde, sie allerdings damit am ersten getroffen würden. Nicht darum handle eS sich, den Glauben an Gott zu stärken, sondern den Abjall von Gott zu verhüten. Redner macht sich dann über Herrn EnneeeeruS als Ver- theidiger der freien Wiffenschaft lustig. Gerade die Partei des genannten Herrn habe dazu beigetragen, der Kirche und ihrer Lehrireiheit Feffeln anzulegen. Die vielbeklagten Umsturzbestrebungen sind die Folgen der Bügellosigkeit der sogenannten Wissenschaft. Die Freiheit der richtigt. Im Jahre 1894 famen 55 862 zugezogene oder im Laufe auf Wissenschaft darf nicht in Bügellosigkeit ausarten. Das Kulturleben von heute, das zu schützen Herr Enneccerus bestrebt sei, beruht auf dem Stampfe zwischen der chriftlichen und der neuheidnischen Weltanschauung. Wer die Freiheit der sogenannten modernen Wissenschaft verlangt, der muß auch ihre Früchte hinnehmen. Die Früchte aber sind der Sozialismus und der Anarchismus. Nicht die Maffenagitation fet das Bedenkliche, deshalb wolle das Zentrum dort zugreifen, wo die Nährquellen dieser Agitation liegen, nämlich beim Ratheder. Das Zentrum wolle das Uebel an der Wurzel faffen; Taffen die Konservativen aus Gründen die Redner nicht fennt das Zentrum bei dieser Gelegenheit im Stiche und werde den Gegnern der Zedlib'schen Schulvorlage ein neuer Triumph bereitet, so mögen die Konservativen die Verantwortung tragen. Redner schließt mit der Erklärung, daß er und ein Theil seiner Freunde entschlossen find, ganze Arbeit zu machen und daß er Deshalb- bis auf weiteres wenigstens lieber die ganze Vorlage ablehne, als halbe Arbeit annehme. v. Hammerstein( t.) will nicht begreifen, warum das Bentrum die Anträge Roon so sehr bemängele; es handelt sich ja doch nur darum, wie am besten der angestrebte Zweck er reicht werden soll. Ein Widerspruch sei es allerdings, daß auf der einen Seite aus öffentlichen Mitteln Kirchen gebaut und auf der anderen Seite aus denselben Mitteln Lehrer befoldet werden, welche das Christenthum negire. Redner wundert sich, daß der Regierungsvertreter sich nicht über den Antrag Dr. Barth geäußert hat. Das Christenthum bilde allein die sittliche Grundlage unferes Staates. Das I denthum ist Volks- nicht Religionsbegriff. Ein fremdes Volk zu schüßen liegt für uns aber fein Anlaß vor. Dr. Barth betont, daß sein Antrag nur bezweckt, Klarheit zu schaffen: Die Juden fühlen sich vor allem als Religionsgenossenschaft. Will man schüßen, dann müssen alle Religions genossenschaften über einen Kamm geschoren werden. Der Antrag Enneccerus ist dem Redner in der Zendens angenehm, aber wenn er angenommen würde, so wäre das noch eine besondere Verschlechterung der Vorlage. Was ist die Wissenschaft, wo beginnt fie? schüttert. 1894 1893 1892 1891 3014 206 Mark. Hierzu bemerkt der Bericht:„ Tre des Jahres wahlberechtigt gewordene Personen hinzu und gingen der Betrag von 8 014 206 Mart nicht durch Zuscous 49 443 fortgezogene oder verstorbene Personen ab, macht einen aus den Mitteln des Stadthaushaltes gebedt, an dessen Zuwachs von 6419 wahlberechtigten Personen. Der Zuwachs Stelle vielmehr die hauptsächliche und eigentliche Gi hat in den letzten Jahren sehr bedeutend abgenommen, wie fol- nahmequelle der Kanalisations- Verwaltung- die Entwässerunge gende Tabelle zeigt: abgabein höherem Maße in Anspruch genommen worden, 1890 so hätten von den abgabepflichtigen Grundstücken Berlins, deren Sinzugekommene 55 862 63 233 64 675 67 432 69 449 Zahl sich für das Verwaltungsjahr 1893/94 auf 21 508 angef Abgegangene 49 448 50 725 40 222 50 990 39 803 läßt, ftatt 1 pt. des Nußertrages bei Mitberücksichtigung ter alfo Buwachs 6419 12.508 24 453 16 442 29 646 Amortisationsrate 2,06 pCt., bei Ausscheidung derselben 1,58 pt. Die Abnahme des Zuwachses ist aus dem geringeren Buzug als Entwässerungsabgabe erhoben werden müssen." Die mit von außerhalb, den Berlin in den letzten Jahren gehabt hat, bisher 1 pCt. von den Hausbesitzern gezahlte Entwässerungs- 13nur zum Theit zu erklären. Außer den Mittheilungen über gabe belief fich 1898/94 auf 2 850 462 m. Nach Erhöhung der polizeiliche An- und Abmeldungen und Todesfälle sind dem Abgabe von 1 auf 1/2 pCt., die mit dem 1. April in traft tritt, Wahlbureau im Jahre 1894 noch 3323 Mittheilungen über Be- ermäßigt sich der aus den Mitteln des Stadthaushalts zu leistende ftrafte, 43 938 über Unterstützte, 358 über in Konkurs Gerathene, Zuschuß nach dem Voranschlag für 1895/96 immer erst um etwa 119 über Bevormundete zugegangen. Das Wahlrecht ruht be- 1, Millionen Mark. fanntlich für solche sonst wahlberechtigten Personen, denen die bürgerlichen Ehrenrechte für eine bestimmte Beit aberkannt sind, gestrigen Tage fein 25 jähriges Jubiläumt. An diesem Tage Der„ Magistrate- Kartoffelbauer" Fuchs beging am die aus öffentlichen oder Gemeindemitteln Armenunterstügung waren es 25 Jahre, daß Herr Fuchs den bisher von seinem beziehen oder im Jahre vor der Wahl bezogen haben, über deren Vermögen gerichtlich Konkurs eröffnet und noch nicht beendet ist, die Bater innegehabten Posten eines Magistrats Kartoffelbauers" unter Vormundschaft gestellt sind. Die Zahl der Unterstützten übernahm. Herr F., der in der Greifswalderstr. 22 wohnt, hat ist in den letzten zehn Jahren ganz gewaltig in die Höhe ge- Kartoffeln zu bepflanzen, deren Ernte sodann an städtische Arme nämlich die Aufgabe, Ländereien zu pachten und dieselben mit gangen. Das Wahlbureau erhielt Mittheilungen über gegen Vergütigung der Aussaat verpachtet wird. Anläßlich des Jubiläums ließ der Magistrat Herrn F. durch eine aus drei Stadträthen bestehende Deputation ein Diplom überreichen, in welchem die Ernennung des Magistrats- Kartoffelbauers" zum städtischen Inspektor" ausgesprochen wurde. Der„ MagistratsBestrafte Unterstützte in Konkurs Bevormundete 858 119 1894 1893 1892 1891 1890 3 323 3 349 3 560 3 669 43 938 26 287 20 046 16 074 339 402 503 159 162 179 3845 15 495 882 159 " Als Armenunterstützung, die das Wahlrecht entzieht, gilt Kartoffelbauer. Inspektor" ist somit städtischer Beamter geworden dem Berliner Magistrat nicht blos ein direttes Almosengeld und als solcher ganz wie die prozesfirenden Nachtwächter pensionsoder eine unentgeltliche Verpflegung in einem städtischen berechtigt. Krankenhause, sondern schon eine Stundung der Kur- Auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege. Won fosten auf länger als vier Wochen. Auch wer die der Fülle der Heiraths- und ähnlichen Anzeigen hebt sich nachRosten für Verpflegung eines Angehörigen in einer der folgendes Inserat im Berliner Tageblatt" recht anstädtischen Frrenanstalten erlassen oder über eine bestimmte Zeit muthig ab: Fürstl. Titel. Auf gesetzl. Wege mit Genehm. hinaus gestundet bekommt, verliert das Wahlrecht; ebenso, wer der Reg.( Süd- Europa) preiswerth zu vergeben. Offerten unter so unvorsichtig ist, sich die Kleidung zur Konfirmation für seine( folgt Chiffre)." Preiswerth" zu vergeben die Regierung Kinder von der Armenverwaltung liefern zu laffen. Die obigen irgendwo in Süd- Europa muß ziemlich tief im Dalles stecken. Bahlen zeigen, wie wichtig es ist, daß in dieser Frage nicht die Auffassung des Magistrats, sondern die mildere der Stadt der" Amerikafahrt" statt. Es ist nun bereits das zweite Mal In der Urania findet heute Abend die 300. Vorstellung verordneten Versammlung durchdringt, nach welcher erst UnBuschrift: Da wo sie nicht agitatorisch wirkt. Wo aber fängt die Agitation wieder an? Noch schwieriger sei festzustellen, was historische und künst- beitreiblichkeit und gänzlicher Grlaß der Kurkosten gänzlicher Erlaß der Kurkosten das seit dem Bestehen des Instituts, daß einer der bekorativen, von liche Behandlung sei. Ist eine gute Karrikatur eine fünstlerische Wahlrecht entziehen soll. Auch das ist gerade schon hart dem Direktor der Urania, Dr. M. Wilhelm Meyer verfaßten Zeiſtung? Die ganze Rechtsprechung würde dadurch zur reinen genug. In bie Lage, fich oder einen Angehörigen im Ausstattungsvorträge eine solche Anzahl von Wiederholungen Willkür, das Rechtsbewußtsein im Bolte auf das schwerste er- Serankenhause oder in der Irrenanstalt verpflegen lassen erlebt. Der erste ivar bekanntlich„ Die Geschichte der Ürwelt". zu müssen, fann man ohne Schuld kommen. Der Unbemittelte Vom Vorstand der Versuchsbühne erhalten wir folgende fann dann gegen die Entziehung des Wahlrechts, die mit dem Erlaß der Kurkosten oder der Stundung auf längere Zeit ver- Die Eröffnungsvorstellung des Vereins Versuchsbühne", bunden ist, nichts anderes thun, als daß er zu seinem und feiner welche am 3. März stattfinden sollte, wurde vom föniglichen Angehörigen Schaden und in letzter Linie auch zum Schaden der Polizeipräsidium in letzter Stunde untersagt, weil, wie das Gesammtheit auf die Krankenhauspflege verzichtet. Ob das amtliche Schreiben behauptete, die Möglichkeit vorliege, daß auch oft geschieht, ist schwer nachzuweisen; aber geschehen wird es. Nichtmitglieder die Vorstellung befuchen würden. Obwohl diese Daß aus demselben Grunde zuweilen auf die Einsegnungs- Annahme irrthümlich ist, werden wir fortan peinlich darauf fleibung verzichtet wird, ist zweifellos. Wenn der Magistrat will, fehen, daß zu einem weiteren Verbot seitens der Behörde nicht fann er sich aus seinen eigenen Berichten darüber informiren, daß der geringste formale Anlaß gegeben wird, wir müssen daher nicht nur die Bahl der Bewerbungen um unentgeltliche Einsegnungs- leider darauf verzichten, im Theater neue Mitglieder auffleider seit einer Reihe von Jahren ziemlich ununterbrochen zunehmen und Vertreter der Presse sowie Angehörige der darzurückgegangen ist, sondern daß es auch mehrfach vorgekommen ftellenden Künstler als bloße Gäste ohne daß sie Vereinsist, daß Eltern noch im legten Augenblick auf die Kleidung ver- Mitglieder sind zu den Vorstellungen zuzulaffen. Nunmehr zichteten. Sollte das nicht geschehen sein, weil der Vater sein soll die erste Vorstellung der Verfuchsbühne am kommenden Wahlrecht nicht branfeßen wollte? Vielleicht hat er dann auch Sonntag, den 10. März, mittags pünktlich 12 Uhr, im Zentralauf die ganze Konfirmation verzichtet. Wo es sich nicht um das Theater stattfinden. Zur Aufführung gelangt das für den Seelenheil, sondern um leibliche Gesundheit und Leben handelt, 3. März verbotene dreiattige Schauspiel Christnacht" von Karl da wird es natürlich schwerer, die Hilfe der Gemeinde zurück- Maria. Die veränderten Umstände machen es erforderlich, daß zuweisen. Und so müffen es alljährlich Tausende bitter weitere Mitgliederanmeldungen, falls sie Berücksichtigung finden empfinden, daß fie gegen diese ihnen leider unentbehrliche Hilfe follen, baldigit in der Buchhandlung von Kühling u. Güttner, ihr Wahlrecht hergeben müssen. Marfgrafenstr. 53, oder beim Rendanten Rob. Bertelt, Holzmarktstr. 50, bewirkt werden. Lenzmann( frs. Bp.) freut sich über den Antrag Rintelen, weil derselbe weite Kreise erst über die Tragweite der Vorlage aufgeklärt hat. Redner betont seinen positiven christlichen Standpunkt und seinen Glauben an das persönliche Dasein Gottes und der Unsterblichkeit der Seele. Das Christenthum von heute sei aber historisches Produkt, und nicht mehr das Urchristenthum. Nicht blos Heine, auch Goethe läugnete die Trinität. Lenzmann bedauert das Umsichgreifen des Atheismus und wünscht ein Erstarken des Gottesglauben. Zum Antrag Barth wäre es vielleicht besser gewesen, das Wort Christen thum herauszunehmen und Judenthum dafür zu setzen. Damit würde einem Tagesbedürfniß entsprochen. Redner frägt, ob es sich beim Eid nur um den gerichtlichen handelt. Oder soll der Religionseid, der Eid auf das Cölibat auch heilig erklärt werden? Man will die freie Meinungsäußerung erdrosseln da wäre besser die Zensur. Am Schluß der ersten Lesung will Redner beantragen, die ganze Borlage abzulehnen, mit der wir uns nur vor dem Auslande blamiren. Deutlichkeit, " " Tannert hat nämlich Bebel: wollte heute nicht reden. Aber es kann der Beste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt. Deutschland ist weder ein chriftlicher Staat noch haben wir eine ausschließlich christliche Kultur. Letztere ist erst im Kampfe mit Ueber die auf den Rieselfeldern der Stadt Berlin beZur Affäre im Café Polonia wird uns von einem Bes den Vertretern der religiös- orthodoxen Lebren errungen worden. schäftigten Landarbeiter bringt der neueste, das Jahr Der freie Wille im Sinne des Herrn Rintelen ist allerdings kanalisationswerte wieder die üblichen Angaben. Es entpuppt sich immer mehr als ein ganz gewöhnlicher Verbrecher, 1893/94 behandelnde Bericht über die Verwaltung der städtischen richterstatter noch geschrieben: Der Bäckergeselle Wilhelm Tannert nicht vorhanden. Die Umgebung bestimmt und beeinflußt den Menschen. Ist der Glaube an Gott dem Menschen eingeboren gehört dieser Bericht zu den leider wenigen Verwaltungsberichten der hier in Berlin sein unredlich erworbenes Geld verzehren und sind die göttlichen Attribute in der behaupteten Weise vor: des Berliner Magistrats, die über die Verhältnisse der in dem wollte. Tannert wird nämlich von der Dresdener Behörde wegen handen, dann hat Gott auch die Macht, die Dinge zu ändern betreffenden Verwaltungszweige beschäftigten Arbeiter, also Diebstahls gesucht und die Mittheilungen über den skandalösen und ein Eingreifen durch Strafgefeße sei dann ein Eingriff in namentlich über die gezahlten Löhne, genaueren Aufschluß geben. Auftritt im Café Polonia haben der Dresdener Behörde die die Rechte Gottes. Lenzmann täusche sich, wenn er den Antrag es diesmal, hat keine Störungen erlitten. Lohnstreitigkeiten einem Kollegen einen Tausendmarkschein entwendet und mit Das Verhältniß zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern", heißt Spuren des Flüchtlings verrathen. Rintelen erst als den Anstoß zu den Demonstrationen ansehe. Diese Beunruhigung fei die Folge der kommissarischen Ver- oder Arbeitseinstellungen sind nicht vorgekommen. Die Lohn- dem Gelde in der leichtfertigsten Weise gewirthschaftet. Dresden besuchte er ähnliche Lokale wie in handlungen, durch welche erst Klarheit verbreitet wurde. fäße, wird dann weiter gesagt, seien diefelben geblieben In Enneccerus thue mit seinem Antrage Buße; freilich Das heißt: sie sind noch Berlin und wurde dort um 400 m. erleichtert. Da er recht gut Antrage Buße; freilich wie im Vorjahre 1892/98. tomme diefe Erkenntniß erst spät und und erst infolge nicht wieder gestiegen, obwohl sie im Jahre 1892/98 für einzelne wußte, der Bestohlene werde ihn anzeigen, hielt der Protefte. Halb bleibt der Nationalliberalismus aber auch Rategorien von Arbeitern gegen 1891/92 her abgesezt worden rathener, der sächsischen Residenz den Rücken zu fehren und nach Nachdem die Dresdener Behörde hier wieder. Nur Kunst und Wissenschaft soll ausgenommen, waren.( Der Bericht über 1892/93 fagte, die Löhne hätten im der preußischen zu flüchten. die eigenen Freunde also geschützt werden. Gerade dieser An- Berichtsjahre im allgemeinen" dieselbe Höhe behalten, und gab seine Verhaftung in Berlin erfahren hatte, stellte sie ihrerseits trag befunde den Klassencharakter des Gesetzes in volle dann drei Zeilen tiefer die thatsächlich erniedrigten Lohnfäße Ermittelungen an. Es kam nun darauf an, den Tannert zu trag befunde den Klassencharakter des Gesetzes in volle an!) Die hauptsächlichsten Berschiebungen sind die folgenden. überraschen, und dies geschah in der Weise, daß der verhörende Die Verhandlung wird hierauf geschlossen. Nächste Sigung Tagelöhner erhielten, neben Wohnung und Kartoffeln oder Richter scheinbar ohne jede Absicht fragte:„ Tannert, Sie waren Startoffelland, pro Tag: 1891/92 im Minimum 1,30, im Maximum ja wohl auch in Dresden?"" Jawohl." So? Dort haben Freitag Vormittag 10 Uhr. 1,80.; 1892/93 im Minimum 1, im Maximum 1,80 M.; Sie wohl mit Kollegen verkehrt?"" Jawohl." Nun, haben 1894/94 ebenso. Für 1891/92 und 92/93 In der Budgetkommission des Reichstags wurde bem Kartoffelland noch 400 Quadratmeter Gartenland angegeben, blüffend auf Tannert, daß er sofort ein offenes Beständniß wurden neben Sie dem P. nicht 1000 M. gestohlen?" Das wirkte so ver heute zunächst die am Dienstag an die Kommission zurück- welche im Bericht über 1893/94 fehlen. Ob dieses Gartenland den ablegte. gewiesene Position für einen Kommandanten in Altona Tagelöhnern nicht mehr unentgeltlich überlassen wird, oder ob berathen, welche vorher, wie erinnerlich, zu streichen beantragt es jetzt zum Kartoffelland gerechnet wird, ist aus dem Bericht dem Hause Krausenstraße 8 gemeldet. Dort wohnt seit Beginn Ein Mordverfuch und ein Selbstmord wird uns aus worden war. Nach längerer Debatte wurde heute die Forderung nicht zu ersehen. Freie Arbeiter" erhielten pro Tag: die männ dieses Jahres der am 5. April 1863 in Sangerhausen geborene gegen die Stimmen der Freisinnigen, Sozialdemokraten und lichen 1891/92 2,50 m., 1892/93 1,50-2,50 mm, 1893/94 ebenso; Antisemiten genehmigt. Darauf wurde der Etat des Aus- die weiblichen 1891/92 1,00-1,25 m., 1892/93 0,80-1,00 Kaufmann Friz Müller, der in dem Seidenwaarengeschäft von wärtigen Amts zur Berathung gestellt. Die Ausgaben für 1893/94 ebenso. Auch hier ist der Minimallohu erheblich herab: Seese in der Leipzigerstraße beschäftigt ist. Er hat von dem die Gesandschaften und Konsulate werden ohne wesentliche De- gesetzt worden, bei den weiblichen auch der Maximallohn. Bei Schneider Meister im vierten Stock ein hofwärts belegenes eins batte bewilligt. Zur versuchsweisen zutheilung landwirthschaft ben vorübergehend beschäftigten Arbeitern ist die Herabseßung fenstriges Zimmer abgemiethet. Seit einigen Tagen war Müller licher Sachverständigen an die größeren faiserlichen Miffionen nur gering; die männlichen befamen 1891/92 1,60-2,50 m., von der Influenza, befallen und konnte feinen Dienſt in dem find 75 000 m. ausgefeht. Auf Antrag des Abg. Graf Arnim 1892/93 1,50-2,50 D., 1898-94 ebenso, die weiblichen in allen aufhause nicht versehen. Am Mittwoch Morgen erklärte er ( Rp.) wird das Wort größeren" gestrichen, damit die Regie- 3 Jahren 1,20-1,50 m. Erhöht find nur die Löhne der Schirr feiner Wirthin, daß er versuchen werde, seine Beschäftigung rung freiere Hand behalte. Die Berathungen werden morgen arbeiter( 1891/92 noch nicht gesondert aufgeführt) von 1892/93 wieder aufzunehmen, freilich erst eine Stunde später, als Gerade diese Verspätung 2,50 M. auf 1893/94 2,50-3,00 m, und der Baumschulen- Ar- sonst, nämlich von 9 Uhr ab. beiter( 1891/92 noch nicht aufgeführt) von 1892/93 2,00 bis follte ihm verhängnißvoll werden. Um 81/2 Uhr flingelte es an 3,00 M. auf 1893/94 2,50-3,00 m. Die Löhne der der Meister'schen Thür, und als der Sohn des Handwerksmeisters Riefelwärter waren in allen brei Jahren 2,00-2,50. öffnete, stand ein großer Mann mit helblondem Schnurrbart in In der letzten Sigung des Etats- Ausschuffes der Aus diesen Angaben ist ersichtlich, daß es keineswegs bas Ber- tabellofem, schwarzem Anzuge und mit Bylinderhut vor ihm. Stadtverordneten Versammlung brachte Genosse Singer die dienst der Verwaltung ist, wenn die Rieselfeld- Arbeiter sich Er stellte die Frage: Wohnt hier ein Herr Neumann", ver Nebeneinnahmen der Rektoren, Lehrer, Lehrerinnen und mit den ihnen gewährten Löhnen begnügt haben und feine befferte sich aber gleich, indem er den Namen Müller nannte. Schuldiener zur Sprache. Der Etar wird durch diese Neben-" Störungen" durch Lohnstreitigkeiten oder Arbeitseinstellungen Der Fragesteller war sehr aufgeregt, wie sich der junge Meister einnahmen insgesammt mit über 400 000 m. belastet. Singer eingetreten find. Es verdient übrigens hervorgehoben zu werden, jetzt erinnert. Als ihm die Frage bejaht, und er nach der Thür meinte, daß in der Weise wie bisher, nicht mehr weiter gewirth- daß die Verwaltung troy Beibehaltung der verringerten Löhne Müller, der beim Ankleiden beschäftigt war und sich eingeriegelt bes Müller'schen Zimmers gewiesen wurde, klopfte er an, und schaftet werden könne; er führte an, daß bei einigen oiese Neben- auch in dem abgelaufenen Jahre teine Mühe gehabt hat, eine hatte, rief: Bitte, einen Augenblick!" AIS einnahmen mehr ausmachen, als bas etatsmäßige Gehalt, während hinreichende Anzahl ländlicher Arbeiter zu bekommen; es steht bald darauf öffnete, und dem Fremden sich gegenübersah, Müller der größte Theil der Lehrer zc. an diesen Nebeneinnahmen nicht wenigstens nichts davon in dem Bericht. Im vorjährigen Be- bald darauf öffnete, und dem Fremden sich gegenüberfah, schrat er zusammen und rannte an dem Gintretenden vorbei partizipiren. Das, was durch die Einführung des Dienſtalters richt wurde sogar ausdrücklich erklärt, daß sich ein angel nach der Küche seiner Wirthsleute. Bevor er aber in Sicherheit Systems erreicht werden sollte, die Unabhängigkeit Beamten von der Willtür ihrer Vorgesetzten, würde durch die auch die Gutsbesitzer der Provinz Brandenburg ihren Freunden war, og der Fremde einen Revolver und jagte Müller eine Nebereinnal, nen wieder illuforisch gemacht; es müffe also eine in Medlenburg, Bommern, West- und Ostpreußen darin bei, daß Kugel in den Hals. Müller erreichte die Küche, wo er sich einanderweite Regelung dieser Sache herbeigeführt werden. Die fie nur schwer Landarbeiter bekommen fönnten. Sie zahlen eben schloß. Der Knall des Schusses hatte den Schneidermeister aus feinem Zimmer gelockt, und bei seinem Anblick entfloh der UnMehrheit des Ausschusses schloß sich dieser Ausführung an und noch schlechter. bekannte eiligst die Treppe hinab, Meister verfolgte ihn. Auf es wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die Kanalisations ,, Liebesgabe", die die Berliner Haus der Mitte der Treppe vom dritten zum zweiten Stock machte der besitzer bisher aus dem Stadtsäckel, d. h. aus der Tasche der Fliehende einen Augenblick Halt, richtete die Waffe gegen Steuerzahler bezogen haben und, wenigstens zur Hälfte, leider fich selbst und jagte fich eine Kugel in die rechte weiter beziehen werden, wird auch im Bericht über die Ver- Schläfe. Er stürzte mit dem Kopfe voran die halbe waltung der städtischen Kanalisationswerte für das Treppe hinab und blieb mit den Beinen na h oben letzte Berwaltungsjahr 1898/94 erwähnt. Da die eigenen Einliegen. Der verletzte Kaufmann Müller konnte, bevo: e: mittelst nahmen der Kanalisationsverwaltung nicht zur Deckung der Aus- Krantenwagens nach der königlichen Klinik in der Ziegelstraße gaben reichen, so wird ein Zuschuß aus den allgemeinen Mitteln gebracht wurde, noch eine kurze Erklärung des Sachverhalts des Stadthaushaltes geleistet. Dieser Zuschuß belief fich für geben. Wenn die Polizei kommt", äußerte er, so theilen Sie 1893/94 unter Berücksichtigung des Minderwerthes an Inventar 2c. ihr mit, daß der Mann, der mich zu erschießen versuchte, der auf 1654 765., unter Berücksichtigung der für Verzinsung Ingenieur Wieder ist." Es handelt sich in der Angelegenheit und Amortisation der Anleiheschuld aufgewendeten Ausgaben um eine Dame. Der Ingenieur Wieder war sofort todt, wie ein fortgesetzt. Kommunales. B Der Magistrat ist zu ersuchen, Erwägungen darüber anzu stellen, in wie weit die Frage der Nebeneinnahmen aus Städtischen Fonds auf dem Gebiete des städtischen Schulwesens anderweit zu regeln ift. An den übrigen Spezialetats der Schulverwaltung wurden nennenswerthe Aenderungen nicht vorgenommen. Tokales: Die Lifte der ftimmfähigen Bürger Berlins wird auf dem städtischen Wahlbureau cegelmäßig fortgeschrieben und be = binzugerufener Arzt feststellte. Seine Leiche ist im Laufe des begründete, folgendes ausgeführt: Gegenüber dem Lokale des Klägers Der grauenhafte Luftmord, welcher am Abend des 2 De Bormittags nach dem Schauhause gebracht worden. Lewinski befinde fich das Lokal von Werner, in welchem hauptsächlich zember v. J. in der unmittelbaren Nähe der Nazarethkirche ver Zu der Blutthat werden noch folgende Einzelheiten mit Arbeiter verkehrten. Werner habe im Jahre 1892 die Erlaubniß übt worden ist, beschäftigte gestern das Schwurgericht des Lard. getheilt: Der 29 Jahre alte Ingenieur Paul Wieder wohnte zum Betriebe der Schankwirthschaft in seinem Vorgarten erhalten, gerichts Berlin I. Die Anflage, die auf Nothzucht mit tödtlichem mit dem Kaufmann Friz Müller bis Weihnachten v. J. Krausen- trotzdem das Polizeipräsidium sonst gerade den Erfolge lautet, richtet sich gegen den 24 Jahre alten Schuhmacher straße 26 bei einer Kaufmannswittwe B. Beide lernten die Gesuchen von Wirthen gegenüber, bei welchen Arbeiter ver- Ernst Bischoff. Der Angeklagte ist in Großenhain in Sachsen 19 Jahre alte Tochter Grethe ihrer Wirthin kennen und ver- tehren, sich stets ablehnend verhalte, weil es von diesem Publikum geboren, dreimal wegen Diebstahls vorbestraft und hat zuletzt bei liebten sich beide in das Mädchen. So viel steht nun fest, daß in besonderem Grade Störungen des öffentlichen Verkehrs be- dem Schuhmachermeister Wilczorek gearbeitet. Am Sonntag, den Grethe B. dem Kaufmann vor dem Ingenieur den Vorzug gab. fürchte. Wenn nun das Polizeipräsidium diese Besorgniß in 2.Dezember trieb sich der Angeklagte, welcher Schnaps getrunken hatte, Trotzdem verlobte sie sich Weihnachten mit dem letteren, der in dem Werner'schen Falle nicht gehabt habe, so fönne es von in der Gegend der Nazarethkirche umher. Er traf auf der Straße die der Halleschenstraße bei einem Baumeister Lange eine auskömm feinem Standpuntt aus um so weniger etwas gegen das 6jährige Anna Mosler, Stieftochter des in der Antonftr. 2 liche Stellung inne hatte. Nach der Verlobung zog Wieder nach Gesuch des Klägers Lewinski einzuwenden haben, in welchem das wohnenden Schloffers Kannenberg in Gesellschaft ihres Möckernftr. 133a, Müller nach der Krausenstr. 8. In der letzten Beit war fogenannte beffere Publikum: Lehrer, Kaufleute, Beamte Bruders und des 9jährigen Knaben Schubert. Er befreundete nun die junge Braut topfhängerisch und niedergeschlagen geworden verkehren. sich mit den Kindern, gab ihnen wiederholt Schnaps zu trinken und hatte wiederholt erklärt, daß sie den Ingenieur nicht heirathen Hiernach wird also an dem Berichte der Volks Zeitung" und ließ zu verschiedenen Malen neuen Schnaps aus einer fönne. Sie drängte auf Lösung des Verlöbnisses, das denn auch unrichtigerweise etwas als meine Ansicht bezeichnet, was ich Destillation herbeiholen. Auch Kuchen gab er den Kindern und vor einigen Tagen in aller Form sein Ende erreichte. Da nun nur als Ansicht des Polizeipräsidiums vorgetragen habe. Ich schickte, als der Alkohol schon seine Wirkung auf die letzteren Wieder bemerkt haben muß, daß seine frühere Braut sich Müller selbst habe gerade diese Ansicht des Polizeipräsidiums, daß ausübte, die Knaben weg, damit sie aus einem Bäckerladen zuwandte, so hat er des Defteren erklärt, daß er es nicht über- von einem Arbeiterpublikum in besonderem Maße Aus- sogenannte Kuchen besonderem Maße Aus- sogenannte Kuchen Schnecken herbeiholen sollten. Als die leben könne, wenn er Grethe B. nicht heimführen würde. Eifer- schreitungen zu befürchten seien, in anderen Fällen, wo es sich Knaben, die einen Bäckerladen natürlich nicht offen gesucht muß ihn nun so geplagt haben, daß er sich entschloß, den um Ertheilung von Vorgarten- Konzessionen handelte, auf das funden hatten, zurückkehrten, war der fremde Mann mit der bevorzugten Nebenbuhler zu tödten und sich dann selbst zu er- entschiedenste bekämpft und im Gegentheil betont, daß das Arbeiter: fleinen Anna Mosler verschwunden. Ihr Bruder traf in an schießen. Die Verwundung Müller's scheint trotz des großen Publikum, insbesondere das sozialdemokratische dem sogenannten getrunkenem Zustande in der elterlichen Wohnung ein und als Blutverlustes nicht lebensgefährlich zu sein, wenn auch das Ge- besseren Publifum, wie man es in Konzessionssachen zu nennen er dort das Abenteuer mit dem fremden Manne erzählte und schoß noch im Halse sitzt. pflegt, in bezug auf ruhige und gemessene Aufführung vielfach von dem Verbleib der Schwester nichts zu berichten wußte, bes Ein Pistolenduell mit unglücklichem Ausgang fand wiederum zum Muster dienen kann. Ich bin ferner stets dafür eingetreten, mächtigte sich der Mutter eine namenlose Angst und sie eilte im Grunewald statt und zwar zwischen dem cand. jur. R. und daß gerade den Wirthen, deren Gäste Arbeiter wären, vor allen auf die Straße, um den Nazarethkirchplatz nach ihrer Tochter zu dem stud. phil. 2. Beim zweiten Kugelwechsel, die Bedingungen anderen die Erlaubniß zur Ausübung ihres Schantbetriebes in durchforschen. Der Nachtwächter des Reviers leistete ihr Beis Vorgärten gewährt werden müßte, weil diesem Publikum stand. Nach längerem, vergeblichem Suchen wurden beide lauteten sehr scharf auf 15 Schritt Barrière mit Avanciren, im Sommer nach den schweren förperlichen Anstrengungen auf einen wiederholten Schrei aufmerksam und als sie erhielt R. einen Schuß in die Brust, der anscheinend innere des Tages Erholung durch Aufenthalt im Freien am diesem nachgingen, stießen sie auf eine Gruppe, deren Organe schwer verletzt hat. Die Veranlassung zum Duell soll meisten noth thue. Dieses ist meine Ansicht noch heute Anblick das Blut in ihren Adern erstarren machte: an der Erde ein antisemitischer Streit gewesen sein, der in einem fürzlich in und ich habe in der Lewinski'schen Sache das Polizeipräsidium lag das vermißte, vollständig entkleidete Kind, über welches sich der Friedrichstraße eröffneten Restaurant zwischen den Be- lediglich mit seinen eigenen Gründen ad absurdum führen und der über und über mit Blut besudelte Angeklagte gebeugt hatte. theiligten stattgefunden hat. gerade hierdurch das Willkürliche seiner Handlungsweise darlegen Als man ihn von seinem Opfer wegriß, ergab sich sofort, daß wollen. das Kind eine Leiche war. Der Körper des bedauernswerthen Kindern erhalten zu können. In einem Gasthofe in der Krausenstraße hat sich der 32 Jahre alte Handlungsgehilfe Driedrich Meyer aus Bremen erhängt, der hier in der Perlebergerstraße Wohnung genommen hatte. Furcht vor gerichtlicher Bestrafung soll das Motiv des Selbstmordes gewesen sein. Seitens beider Parteien • Tieftraurige Beweggründe liegen dem Selbstmordversuch einer unglücklichen Frau zu grunde. Der Zuschneider S. pflegt feinen Wochenlohn für die eigene Person zu verbrauchen, Eines der Kapitel, aus denen sich die Skandal- Opfers gewährte einen fürchterlichen Anblick und ließ die verlangte aber von seiner 37 Jahre alten Ehefrau Klara, Angelegenheit Schwabe Berg zusammensetzt, gelangte gestern ganze Bestialität des Mörders erkennen. Der Angeklagte gab - sofort zu, das Verbrechen an dem Kinde begangen zu schaffe. Von allen Mitteln entblößt, war die Bedauernswerthe 13. Juli v. J. spielte sich auf dem Flur des Kriminalgerichts- haben und ließ sich, ohne Widerstand zu leisten, abführen. Die am Montag nicht im stande, den Mittagstisch zu besetzen und Gebäudes ein tumultuarischer Auftritt ab. Es hatte an jenem von den gerichtlichen Sachverständigen Medizinalrath Dr. Long und Prosessor Dr. Straßmann vorgenommene Obduktion mußte sich, wie schon häufig vorher, gefallen lassen, daß sie von Tage ein Termin stattgefunden in einer Beleidigungsflage, ergab, daß der Tod des Kindes durch Erstickung mittels der in dem rohen Manne deswegen gemißhandelt wurde. Das wirkte welche der Prediger Schwabe gegen die Redakteure ver den Mund gepreßten Kieselsteine erfolgt ist. Der gerichtliche derart auf sie ein, daß sie ihrem jammervollen Dasein ein Ende schiedener Zeitungen angestrengt hatte, weil er sich durch Chemiker Dr. Jese rich hat festgestellt, daß das Kind vor zu machen beschloß. Sie nahm in selbstmörderischer Absicht Artikel, die sein angebliches Verhältniß zur Berg'schen Fa- feinem Tode eine nicht unbedeutende Menge Alkohol gechlorfaures Kali und wurde am Donnerstag Vormittag auf dem milie schilderten, verletzt fühlte. trunten haben muß. Bei der heutigen Verhandlung vor Flur des Hauses in der Brunnenstraße, in dem sie wohnt, war ein großes Aufgebot von Zeugen erfolgt. Nach dem Schwurgericht führt Landgerichts- Direktor Rösler den schwerkrant aufgefunden. Die Polizei sorgte für ihre Ueber Schluß des Termines kam es auf dem Flur zu einer argen Vorsitz. Die Anklagebehörde vertritt Staatsanwalt Dr. Bor. führung nach der Charitee, wo die Aerzte hoffen, sie ihren Schlägerei, wobei der Bruder des Predigers Schwabe, der chert, die Wertheidigung führt Rechtsanwalt Dr. Waldauer. Gerichtsreferendar Echwabe aus Weimar, einen geladenen Re- Der Angeklagte ist eine schmächtige, mittelgroße Gestalt, sein volver zog und seine Gegner damit bedrohte. Durch das ent- blasses Gesicht erhielt durch einen tecken, blonden Schnurrbait schloffene Dazwischentreten des Gerichtsdieners Reeck, der den ein charakteristisches Gepräge. Er trägt Gefangenen Kleidung, Referendar Schwabe von hinten umfaßte und ihm die Waffe ist im allgemeinen geständig und scheint Reue über seine That entwand, wurde größeres Unheil verhütet. Der Referendar Schwabe wurde zu empfinden. Als die als Zeugin vorgeladene Mutter des er damals zur Wache gebracht und die Ansicht, daß er sich strafbar gemacht mordeten Rindes bei der Vorführung des Angeklagten seiner an Verschwunden ist seit dem 27. Februar der neun Jahre hatte, war ziemlich allgemein verbreitet. Die Untersuchung muß ichtig wurde, schien sie nicht übel Lust zu haben, sich auf ihn zu stürzen. Bei Beginn der Verhandlung stellte der Staatsanwalt alte Knabe Paul Schmidt, bisher bei dem Stiefvater, Herrn wohl ergeben haben, daß die Behauptung des Referendars, daß den Antrag auf Ausschluß der Deffentlichkeit und der Gerichts Triebel, Sedanstraße 22 in Weißensee wohnhaft. Bekleidet war er sich im Zustande der Nothwehr befunden habe, begründet hof entsprach diesem Antrage, weil die öffentliche Verhandlung der Knabe mit einem grauen Jacket, blauer Hose, weißen Socken war, denn das Verfahren ist nicht gegen ihn, sondern gegen der öffentlichen Sittlichkeit Gefahr bringen würde. und Pantinen, sowie schwarzer Pelzmüße. Nachrichten über den den früheren Pferdebahn- Schaffner Heinrich Berg erhoben worden. Die Geschworenen sprachen den Angeklagten schuldig der Verbleib des Kleinen wolle man an jedes Polizeibureau sowie Er war der Körperverletzung und Bedrohung beschuldigt. Im schweren Nothzucht mit tödtlichem Erfolge. Bei an den Stiefvater des Verschwundenen gelangen lassen. Termine gab er folgende Darstellung des Sachverhalts. Als nach der Unmenschlichkeit, die der Angeklagte an den Tag gelegt Schluß des Termines der Prediger Schwabe in Begleitung des dings vielfach ein früher unter dem Namen" Homerianthee" feil Schwabe und des Referendars Schwabe auf den Flur hinaus Unter der Aufschrift Lunge und Hals" wird neuer Assessors Sander, sowie seiner beiden Brüder, des Lieutenants gehaltene Brusithee als Heilmittel gegen Brust und Halstrant- getreten sei, habe der Erstgenannte an der Tochter des Anheiten von einem Agenten Ernst Weidemann in Liebenburg am geklagten, der Emilie Berg, vorübergehen müssen. Er habe dem Harz angepriesen und in Päckchen von 60 Gramm Inhalt bei Märchen im Vorbeigehen einen Stoß mit der Fauft gegen den einem reellen Werth von 5-6 Pf. zum Preise von 1 M. ver- Unterleib versetzt, daß sie zurückgetaumelt sei. Der Angeklagte habe fauft. Das Mittel, so berichtet das Polizeipräsidium, welches feiner Tochter zur Hilfe eilen wollen, da sei aber schon der Referendar angeblich aus einer nur in Rußland vorkommenden Knöterich- Schwabe dazwischengetreten und habe auf ihn eingeschlagen. Natürlich pflanze gewonnen wird, besteht nach sachverständiger Unter- habe er sich gewehrt, worauf der Referendar den Revolver gefuchung aus einfachem Vogelknöterich, der an allen Wegen und zogen und auf ihn angelegt habe mit den Worten: Jetzt schieße oft auch in weniger verkehrsreichen städtischen Straßen zwischen ich Dich nieder! In diesem Augenblick sei der Gerichtsbiener pest vom 6. März berichtet: Der Damm des Morawiczatanals Ueber ein eigenthümliches Verbrechen wird aus Budas den Pflastersteinen wächst. Eine spezifische Heilwirkung hat das dazwischengetreten. Die Beweisaufnahme fiel zu ungunsten bei Margita wurde von frevlerischer Hand durchstochen, wodurch genannte Kraut nicht. des Angeklagten aus. Einwandsfreie Zeugen bekundeten, Polizeibericht. Am 5. d. M. wurden drei Personen in daß Emilie Berg fofort auf den Prediger Schwabe Margita theilweise überschwemmt wurde. An vielen Stellen des ihren Wohnungen erhängt aufgefunden, und zwar vormittags losgestürzt sei, als dieser den Flur betrat, daß sie ihn Temesflusses ist die Lage gefahrdrohend und werden Katastrophen ein Schankwirth in der Schulstraße, nachmittags ein Kohlen- beschimpft und geschlagen habe. Der Angeklagte Berg befürchtet. An mehreren Orten fam es zu bedrohlichen Bus händler in der Neuenburgerstraße und abends ein Kaufmann in babe fast gleichzeitig auf den Referendar Schwabe eingeschlagen; ſammenſtößen, weil sich die Bevölkerung an den Rettungsarbeiten einem Hotel. Vormittags wurde in dem Flure eines Hauses ihn am Halse gewürgt und mit den Worten: Sund! Nun nicht betheiligen wollte; Militärabtheilungen sind zur Ausführung in der Brunnenstraße eine Frau schwer trant aufgefunden und kommst Du lebend nicht mehr aus meinen Fingern!" gegen die dieser Arbeiten abgegangen. nach der Charitee gebracht. Sie hatte sich zu vergiften versucht. Wand gedrückt. Nun habe der Referendar den Revolver ge Nachmittags hatte die Ehefrau eines in der Wrangelstraße wohn- zogen. Während der Gerichtsdiener ihn umflammerte, hätten haften Arbeiters sich und ihre vierjährige Tochter durch Kohlen- noch andere Personen mit Stöcken und Schirmen auf ihn eindunst zu tödten versucht. Der Abends heimkehrende Mann geschlagen, so daß der Referendar blutende Wunden am Kopf fand beide betäubt vor, beide aber wurden durch ärztliche Hilfe und im Gesicht erhielt. wieder zum Bewußtsein gebracht und demnächst in ein Kranten haus überführt. Im Laufe des Tages fanden zwei lleine Brände statt. Witterungsübersicht vom 6. März 1895. Stationen. Swinemünde " Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. UGG Windrichtung SSM SSW Windstärke (-2124342521 Wetter halb bedeckt heiter Nebel wolfenlos Temperatur ( nach Celfins 050. 40 R.) 13 6 763 Hamburg 761 Berlin 763 GGO Wiesbaden. 763 NO München 759 NW Schnee Wien 750 M Schnee Haparanda 751 NNO bedeckt Petersburg 756 WSW Schnee Cort. Aberdin. Paris 751 SSW Regen 752 SW wolkig 763 woltig .• B Wetter Prognose für Donnerstag, 7. März 1895. S 8714 11 6 4 Etwas wärmeres, vielfach heiteres, zeitweise woltiges Wetter mit schwachen südwestlichen Winden, feine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. Von Herrn Rechtsanwalt Dr. Schöps erhalten wir folgende Zuschrift: Der Gerichtshof gewann die Ueberzeugung von der Schuld des Angeklagten, der zu insgesammt zwölf Tagen Gefängniß verurtheilt wurde. auf Lebenslängliche Zuchthausstrafe und zehnso führte der Präsident bei der Urtheilsverkündung austönne von mildernden Umständen feine Rede sein. Das Urtheil lautete auf. lebenslängliche Zuchthausstrafe und zehn jährigen Ghrverlust. Der Berurtheilte zeigte bei der Urtheilsverkündigung keinerlei Gemüthsbewegung. Vermischtes. # V Verkehrsstörungen. Amtlich wird bekannt gemacht: Infolge von Schneeverwehungen ist der Personen- und Güterverkehr auf den nachstehenden Strecken unterbrochen: Nebenbahnstrecke Nakel Gnesen zwischen Jannowig- Elfenau feit 4. d. M., 8 Uhr morgens, und zwischen Zechau- Hohenau seit 4. d. M., 6 Uhr abends. Nebenbahnstrecke Garnsee Lessen feit 4. d. M., zwischen Elfenau- Podobowitz seit 4. d. M., 8 Uhr morgens. 12 Uhr mittags. Nebenbahnstrecke Rogasen Inowrazlaw Nebenbahnstrecke Natel- Ronit feit 4. d. M., 11 Uhr abends. Der Kaufmann Wolf Jonas wurde gestern der vierten Nebenbahnstrecke Marienburg Maldeuten zwischen ChristburgStraffammer des Landgerichts I aus der Untersuchungshaft vor- Marienburg ſeit 4. d. M., 11 Uhr abends. Nebenbahnstrecke geführt, um sich wegen wörtlicher und thätlicher Beleidigung Bollbrück- Bütow seit 4. d. W., 7 Uhr abends. Nebenbahnstrecke feines früheren Dienstmädchens zu verantworten. Es handelte Jablonowo- Straßburg seit 4. d. M., abends, Nebenbahnstrecke sich um ein unfittliches Attentat, weshalb die Verhandlung unter Thorn- Marienburg zwischen Culmsee- Broylawken seit 4. d. M., Ausschluß der Deffentlichkeit stattfand. Das Ergebniß der Beweis- abends. Nebenbahnstrecke Allenstein- Soldau zwischen Hohens aufnahme muß für den Angeklagten sehr belastend gewesen sein, stein Opr. und Neidenburg seit 5. d. M. 1 Uhr Mittags. Büge denn der Staatsanwalt beantragte ein Jahr Gefängniß. Der verkehren nur zwischen Allenstein- Hohenstein und NeidenburgGerichtshof verwies die Sache an das Schwurgericht, da der Soldau. Nebenbahnstrecke Mohrungen- Wormditt feit 5. d. M. Angeklagte durch die Beweisaufnahme hinreichend verdächtig sei, 2 Uhr nachmittags. Nebenbahnstrecke Königsberg- Tilsit zwischen sich des Verbrechens der versuchten Nothzucht schuldig gemacht Ruggen- Labiau feit 5. d. M. 1 Uhr nachts. Züge verkehren zu haben. zwischen Königsberg- Ruggen und Labiau Tilsit. Die Dauer der Allseitiges Mitleid erregte die Angeklagte, welche gestern Berkehrssperrungen ist unbestimmt. in der Person der Frau des Pferdebahn Kutschers Hilliger Ju Triest herrschte am Mittwoch ein furchtbares Unwetter. vor der 1. Straftammer des Landgerichts I erschien, um sich Eine orfanartige Bora hat die Straßen in eine Glatteisfläche wegen fahrlässiger Tödtung zu verantworten. In verwandelt. Der Handel in der Stadt. ist auf das geringfte tiefer Trauer und in Thränen gebadet nahm die Frau auf beschränkt, die Theatervorstellungen find abgefagt worden. Der der Auflagebant Play. Sie hat das Unglück gehabt, durch ein Berkehr auf den Straßen ist sehr gefährlich. Zahlreiche Unglücks. widriges Geschickt ihre beiden Kinder zu verlieren und wurde fälle sind bereits vorgekommen. nun noch beschuldigt, den Tod ihrer beiden Lieblinge durch eigene Fahrlässigkeit verschuldet zu haben. Sie ist mit ihrem Ehemann # Der belgische Dampfer„ Friesland", welcher mit 150 vor nicht zu langer Zeit aus der Provinz nach Berlin gekommen, Touristen von New- York nach Jaffa unterwegs ist, strandete am ihr Mann bekleidet die Stelle eines Pferdebahn Kutschers und Mittwoch beim Hafeneingange von Port Said. ihre Aufgabe ist es, ihm gegen Abend etwas Kaffee Nach einer Depesche aus Port of Spain( Trinidad) ist nach der Haltestelle zu bringen. Während der Zeit ihrer Ab. der Geschäftstheil der Stadt am Dienstag abgebrannt. Der wesenheit mußte sie, da sie teine näheren Bekannten hat, wie so Schaden wird auf 4 Mill. Dollars geschäßt. Von einem engs manche Proletarierin, ihre vierjährige Tochter Else und ihren zwei- lischen und einem amerikanischen Kriegsschiffe wurden Manns Auch am schaften gelandet, welche den Rest der Stadt retteten. jährigen Sohn Bruno zu Hause einschließen. 20. Dezember verfuhr sie in dieser Weise, als sie um 51/2 Uhr sich auf den Weg zu ihrem Ehemann machte. war Küche auf einen an der Wand stehenden Tisch eine Lampe, Briefkaffen der Redaktion. Am 25. Februar d. J. vertrat ich den Schankwirth Lewinski, forderte die Kinder auf, in der Küche artig zu spielen, verschloß wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Swei Buchstaben oder eine Bath, Bülowstraße 45, vor dem Ober- Verwaltungsgericht in einer die Thür und ging ihrer Pflicht nach. Als sie wieder nach anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Verwaltungsstreitsache wider das königliche Polizeipräsidium zu Hause fam, schon ein entfehliches Unglück ge- G. C. Die Beggars opera fennen wir nicht. In Richard Berlin, betreffend die Erlangung der Erlaubniß, den zu seinem schehen. Die Hausbewohner hatten schon einen brandigen Ge- Wagner's Meistersinger tritt ein äußerst zahlreiches Ensemble auf. F. B. 95. Wir warten zunächst Ihre Rückkehr ab. Lokale gehörigen Vorgarten zu Schantzwecken benutzen zu dürfen. ruch im Hause wahrgenommen und es stellte sich heraus, daß D. H. 7. Wenden Sie sich an einen Optiker oder an ein Der Vorwärts" enthält in der 2. Beilage der Nummer 52 vom die beiden Kinder beim Spielen die brennende Lampe herabSonnabend, den 2. März 1895 einen aus der V.- 3." entnommenen gerissen hatten und die Bettstellen in Brand gerathen waren. elektro- technisches Institut. Bericht über diese Verhandlung, in welchem mir Ausführungen in den Aus Angst vor dem Feuer hatten sich die Kleinen unter die Klempner Mag. Sie müssen flagen, aber sich vorher an 2. A. 594. Gewiß steht dem Betreffen Mund gelegt wurden, welche ich nicht gethan habe. Ich habe nicht Bettstellen geflüchtet und dort fand man sie als Leichen vor. Die Polizei wenden. Der Staatsanwalt glaubte bei allem Mit- den der Anspruch auf die Rente zu. H. W. 155. Dies war gefagt, daß bei Werner viel Sozialdemokraten verkehrten, welche Sie waren erstickt. nach meiner Ansicht viel eher zur Störung der öffentlichen Ord- leid für die schwergeprüfte Mutter doch einen Tag Gefängniß stets der Fall.-T. K. W. 8. Fragen, wie man sich von D.§. 5. nung geneigt seien, als das bei Lewinski verkehrende gute gegen sie beantragen zu sollen. Der Gerichtshof erkannte aber Alimenten befreien fann, beantworten wir niemals. Publikum. Ich habe vielmehr dem Polizeipräsidium gegenüber, auf Freisprechung, weil er meinte, daß die Angeklagte, welche Was war über die Kündigung vereinbart resp. wann zahlten Sie M. T. Wenden Sie sich sofort an die Polizei. welches die Versagung der Konzession besonders durch den Hin die Lampe auf einen an fester Wand stehenden festen Tisch die Miethe?- M. T. D. M. 48. Sie müssen sich an die bestimmte Zeit halten. 2 eis auf zu befürchtende Verkehrsstörungen und Belästigungen gestellt hatte, ein strafbares Verschulden nicht zur Last falle. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2, 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 56. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. Donnerstag, den 7. März 1895. 12. Jahrg. Handelsminister heute die Interessen der Lanwirthschaft zu erschaftliche Bezirke. Zu den größeren Städten, die noch kein wähnen nur vergessen hat, sonst müßten wir bedauern, daß die Gewerbegericht haben, gehört auch Zwickau. Einheitlichkeit in wichtigen Fragen im Staatsministerium nicht vorhanden ist, welche im Interesse des Staates dringend erforderlich ist. 5 161 744 R., davon auf Preußen entfallend 2 949 568 h in sehr heftigem, erregtem Ton darüber, daß man ganz allein gedacht hatte. Die spärlich eingehenden Aufträge reichen nicht Abg. Dr. Arendt gegen die geftrigen Ausführungen der Abgg. v. Eynern und Bueck. Der letztere habe zugegeben, daß die Länder mit Silberwährung vorwärts schreiten. Wir schreiten nicht vorwärts, also muß die Ursache hierfür in unserer Währung liegen. Die Stickerei mit den Schiffchen- Stickmaschinen, welche im 36. Sigung vom 6. März, 11 Uhr. sächsischen Voigtlande vor mehreren Monaten plötzlich solchen Am Ministertische: v. Berlepsch und Kommissarien. Minister v. Berlepsch: Die Frage der Revision der Ausschwung nahm, daß die Besitzer der Echiffchen- Stickmaschinen Die zeite Berathung des Etats wird fortgesetzt bei Handelsverträge ist im Staatsministerium über: faum genügend Arbeitskräfte erhalten konnten, ist bereits von der Berg, Hütten- und Salinenverwaltung. haupt noch nicht behandelt worden, es kann also nicht einer Strisis ereilt. Das Fabrikantenorgan, der„ Voigtl. AnBei dem Titel: Einnahme für Produkte aus preußischen die Rede davon sein, daß die Einigkeit des Ministeriums gezeiger", enthielt vor einigen Tagen nachstehenden Aufruf: und braunschweigischen Gemeinschaftswerten am Unterhar; stört sei. ,, Schiffchen- Stickmaschinen- Besizer! Die mit Sicherheit zu ers M., Abg. Plef( 3.) bespricht die Handwerkerfrage und beklagt warten gewesene Krisis ist hereingebrochen, früher noch, als man polemisirt dem Handwerkerstand den Befähigungsnachweis voraus, die vorhandenen Maschinen voll zu beschäftigen, die Löhne enthalte, den alle anderen Berufszweige haben, und daß man das sind bereits auf einen Stand heruntergedrückt, wie wir sie selbst Kreditbedürfniß des Handwerks nicht befriedige. unter den ungünstigsten Geschäftsverhältnissen noch nicht gehabt Minister v. Berlepsch: Der Ton des Vorredners war haben. Sie genügen kaum noch, um die baaren Auslagen zu derart, daß ich es mir eigentlich versagen müßte, darauf decken; an einen Nugen für das aufgewendete Kapital ist nicht zu antworten. Die Frage der Organisation des Handwerks mehr zu denken, und das alles zu einer Zeit, wo die Mode ist nie so weit vorgeschritten gewesen, wie gerade jeyt. unserer Industrie günstig sein soll. Millionen sind in SchiffchenVorlagen sind in Vorbereitung. Der Entwurf für die Hand- maschinen festgelegt worden, sie stehen auf dem Spiele, wenn werferkammern wird den Reichstag zugehen. Die auf oberfläch- wir nicht selbst Maßnahmen treffen, den Lohnbrückereien zu be liche Beobachtung beruhende Behauptung, daß nur das Handwert gegnen und nöthigenfalls die Produktion einzuschränken. Der den Befähigungsnachweis nicht habe, begreife ich nicht. Den einzelne vermag nicht viel; die Gesammtheit zu einem gemeinBefähigungsnachweis giebt es nur für Beamte und andere Be- samen Handeln anzuregen, soll der Zweck der vorstehenden Zeilen rufszweige von öffentlichem Interesse wie Aerzte u. f. w. Warum Der Kapitalismus fragt ebenso wenig nach den Millionen, die sein." Viel nüßen wird das gemeinsame Handeln" nicht. benutzt das Handwerk nicht wie die kleinen Landwirthe die Kreditgenossenschaften? Die Handwerker, welche der Borredner einzelne seiner Diener verlieren, als er sich um die Knochen der vertritt, sind nur zu träge, um zu dieser Selbsthilfe zu greifen. ( Beifall links) Der Titel und der Rest der Einnahmen werden bewilligt. Bei den Ausgaben liegt eine Petition mittlerer Werts beamten 1. Klaffe der Staatswerke Königin Luise und Königsgrube in Zabrze und Königshütte D.- Schl., wegen Aufbefferung ihres Gehalts, Erhöhung der Penfion und Ueberlassung von Heizmaterial aus den Staats- Rohlengruben vor. Minister v. Berlepsch erklärt, daß eine einzelne Beamten klasse nicht vorweg vor der allgemeinen Aufbefferung der Beamtengehälter im Gehalt aufgebessert werden könnte. Bei den bergtechnischen Lehranstalten knüpft Abg. Gothein an die Schaffung einer neuen Professur für Mineralogie an und meint, daß zu viele Lehrstühle für Spezialfächer nur dazu führten, daß jeder Professor sein Fach für die Hauptfache halte und zu große Anforderungen an die Examinanden stelle. Arbeiter fümmert. Entbehrungslöhue. Die Olsen'schen Portland Zementa fabriken machten im legten Geschäftsjahre, nach allen Aba schreibungen im Werthe von 235 338,89 M., noch einen BruttoUeberschuß von 812 310,92. Der Uebertrag von 1893 ist hierbei noch nicht mit gerechnet. Abg. v. Waldow( t.): Die Aeußerungen des Ministers werden in Handwerkerkreisen recht schwere Enttäuschungen hervorrufen. Näher als die Handwerker- Kammern liegen den Abg. v. Tiedemann- Bomft( frk.) fragt an, wie weit die Handwerkern die Zwangsinnungen; fakultative Innungen nützen geologische Landesaufnahme gediehen sei. ihnen nichts, schüßen sie nicht gegen die Konkurrenz von außen. Minister v. Berlepsch: Mit der Landesaufnahme sind Die Handwerker sind nicht faul und indolent, fie ringen schwer Eine Erhebung über das schweizerische Schulwesen 25 Personen beschäftigt, es wird aber noch eine Bermehrung und wissen sich nicht zu helfen. Sie sehen ihren Schutz allein veranstaltet das eidgenössische statistische Bureau in Bern. Die der Arbeitskräfte stattfinden bis auf 29 Personen. Dazu in der Zwangsinnung und im Befähigungsnachweis.( Beifall versandten Fragebogen wünschen von den Lehrern folgende AusTommen noch 2 Perfonen, welche die Provinz Ostpreußen aus rechts.) fünfte: Zahl sämmtlicher Schüler der Ortschaft, Zahl per Klasse, eigenen Mitteln stellt. Wenn wir auf die vier Provinzen, Minister v. Berlepsch: Die Regierung muß sich in den Schulweg, Beschaffenheit der Wege, ungenügende Ernährung und wo eine Beschleunigung im Interesse der Landwirthschaft Sachen, die vor den Reichstag gehören, hier Reserve auferlegen. Bekleidung, Suppenanstalten und dergl., Privatwohlthätigkeit, wünschenswerth ist, 10 Personen vertheilen, so werden, da jede Der Gedanke der Zwangsorganisation des Handwerks ist von mir Verabfolgung von Kleidungsstücken, Beschaffung der Mittel, die Person in einem Jahre nur ein Blatt fertig stellen fann, noch in einer Publikation afzeptirt worden; ob dieselbe sich mehr der dazu verwendet werden, Schulspartaffe, Einfluß dieser Unter96 Jahre vergeben, bis die Aufnahme in diesen Provinzen fertig Innung oder einer anderen Form nähert, steht noch nicht fest. ftügungen auf den gesundheitlichen Zustand der Kinder, auf erist. Wenn wir diese Personen auf 14 vermehren und die Pro- Es hat mir völlig fern gelegen, dem Handwerkerstand all- höhte Achtsamkeit der Kinder während des Unterrichts und auf vinzen die Vermehrung auf 20 beschaffen, so wird die Vollendung gemein Faulheit und Indolenz vorzuwerfen, ich be- die intellektuelle Entwicklung der Kinder. in 45 Jahren möglich sein, aber das ist noch eine außerordentlich dauere, wenn meine Worte zu dieser Auffassung Veranlassung Weibliche Studenten in der Schweiz. Von den 8454 lange Zeit. Die Forstverwaltung hat die Herstellung der Bohr- gaben. Es lag mir auch fern, nur einem Theil das vor Studenten, welche im vorigen Jahre an den sieben Löcher auf zwei Meter Tiefe gewünscht, für das Flachland genügt zuwerfen, ich habe nur in dem einen Punkt auf die Thätigkeit ich weizerischen Universitäten studirten, gehörten vielleicht eine Tiefe von einem Meter. Dadurch würde eine weitere der landwirthschaftlichen Kreditverhältniffe exemplifizirt. dem weiblichen Geschlechte an. Auf die einzelnen Beschleunigung erreicht werden, und ich will diese Frage noch- Die Debatte wird geschlossen. Universitäten vertheilten sie sich: Zürich 180( Gesammtzahl der mals mit dem Landwirthschaftsminister besprechen. Studirenden 754), Genf 111( 701), Bern 98( 601), Basel 18( 534), Nur 36 von den weiblichen Studenten stammten aus der Schweiz. Abg. v. Tiedemann: Das Interesse der Landwirthschaft verlangt es auch nicht, daß die Untersuchungen überall vorgenommen werden; es reicht aus, daß sie an einzelnen Stellen vorgenommen werden. Eine genauere Untersuchung liegt nur im Interesse der Wissenschaft, und eine solche bedarf auch keiner allzu großen Beschleunigung. Der Titel, sowie der Rest der dauernden Ausgaben wird bewilligt. Der Rest des Etats wird nach weiterer Vorbringung verschiedener Einzelheiten bewilligt. Es folgt der Etat der Handels- und Gewerbeverwaltung. Das Ministergehalt wird bewilligt. 420 Nach 41/2 Uhr vertagt das Haus die weitere Berathung auf Lausanne 9( 516), Freiburg 0( 247) und Neuenburg 6( 101). Donnerstag 11 Uhr. Soziale Ileberlicht. Kolonicen für Arbeitslose. Wie in Deutschland, so hat man auch in England schon mehrfach Experimente angestellt, um Arbeitslose in Kolonieen unterzubringen. Nur mit dem UnterDie Bescheinigung, daß sie, vorbehaltlich der Höhe des schiede, daß man in England gewöhnlich weit mehr Geldmittel Krankengeldes, den Anforderungen des§ 75 des Kranten zur Verfügung hat und daß man auch mit weit weniger Engversicherungs- Gesetzes genügen, ist nachbenannten Kassen ertheilt herzigkeit die Ausführung derartiger Pläne betreibt. Wenn trog worden: Kranken- Unterstützungs- und Sanitätskaffe( E. H.) zu den wirksame Erfolge nicht erzielt werden, so beweist dies nur, Enkheim, Holzhauer Krantentaffe( G.$.) in Friedrichsroda, wie richtig unsere schon oft geäußerte Anschauung ist, daß nämKranken Unterstützungsfasse für selbständige Schneider in Brom- lich in dem Rahmen der heutigen Wirthschaftsordnung deren Bei den Einnahmen wünscht berg( E. H.),„ Diana", Kranken- und Sterbefasse für weibliche Folgen nie beseitigt werden können. Ueber die Kolonie für Abg. Beumer( natl.) eine Veränderung der Behandlungsgehilfen( E. S.) in Breslau, Maurer- Kranken- und Arbeitslose, die der Geistliche Mills vor etwa zwei Jahren in stimmungen des Bundesraths über die Beschäftigung Sterbefaffe" Sundia"( E.$.) in Stralsund, Hilis Krankenkasse Westmoreland gründete, schreibt man der Franks. 3tg.": Es ist jugendlicher Arbeiter in Walz und Hammer zu Wehrheim( E. H.), Allgemeine Arbeiter- Kranken- und Eterbe- ein Experiment, und als der Geistliche die Arbeit begann, hatte werten, sowie eine beschleunigte Berichterstattung fasse für Hannover und Linden( E. H.), Kranken Hilfsverein zu er 140 000 m. in Händen und sieben Jahre lang, so hatte er der Gewerberäthe über die Fortschritte der Industrie Siegen, Bauhandwerker- Stranten- Unterſtügungsfafie für Gisdorf sich ausbedungen, sollte er freie Hand haben. Er fing mit drei unter Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Praxis. In den( E. H.), Kranken- und Begräbnißkasse Eintracht"( E. S.) in Kolonisten und vier Acres Land an und hat jetzt bereits Preßwerken sei die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter wegen Breslau, Neuer Kranken- und Sterbeverein zu Naurod( E. H.) 130 Acres angebaut und seine Kolonie zählt 32 Mitglieder. der Verordnungen des Bundesraths nicht möglich. Neue Arbeiterentlassungen. Aus Bochum wird der Soweit sich ermitteln läßt, produzirt die Kolonie alles, was für Bolts- Zeitung" gemeldet, daß die Zeche" Helene" am geftrigen umliegenden Farmer zu Abnehmern ihrer Produkte. den Lebensunterhalt der Leute nöthig ist, und sie hat viele der Tage 250 Mann fündigte. Unterstaatssekretär Lohmann erwidert, daß die Zulassung jugendlicher Arbeiter in Preßwerfen erwogen werden solle. Die Nothwendigkeit der Beschäftigung der jugendlichen Arbeiter daselbst sei noch nicht dargethan. : Auch das Mansionhouse Komitee, das im Vorjahre auf der Dem Drauge, auch seinerseits den Arbeitslosen mit Rath Almend bei Abbey Mills eine Kolonie Arbeitsloser hatte, und That zur Seite zu stehen, entspricht der Vorsitzende des Vor will dieses Jahr das Experiment wiederholen und bettelt in den Abg. Beumer: Die Industrie hat gar. fein großes Interesse standes der Invaliditäts- und Altersversicherungsanstalt Ost Beitungen um Beiträge für die auf 10 000 m. veranschlagten an der Beschäftigung jugendlicher Arbeiter, fie beschäftigt preußen durch folgende Bekanntmachung: Da zur jezigen Winters Unkosten. die Jugend nur, damit sie nicht auf der Straße geit viele Arbeiter feine Beschäftigung haben, so mache ich darauf erprobten Kolonisten nach Kanada geschickt, aber der Versuch Im Vorjahre wurde eine Zahl der in Abbey Mills liegt. aufmerksam, daß dieselben berechtigt sind, die Invaliditäts- und war so wenig ermuthigend, daß das Komitee heuer teine Die Einnahmen werden bewilligt. Es folgt die Be- Altersversicherung freiwillig auf eigene Kosten fortzusetzen. Der Kolonisten nach Kanada abzuschieben gedenkt. Im Gegensatz rathung der dauernden Ausgaben. Arbeiter hat, wenn er von diesem Rechte Gebrauch machen will, dazu gedenkt" General" Booth von der Heilsarmee, der bekanntAbg. Bröse( t.) legt die Stellung seiner Fraktion zur für jede Woche, während deren er ohne Arbeit lich in Essex ebenfalls eine sehr erfolgreiche Farmfolonie besitzt, Handwerkerfrage im Anschluß an den im Reichstag angenommenen ist, eine Doppelmarte zu 28 Pfennig in feine in Kanada zur Weiterführung seiner Reformarbeit einen Komplex Antrag Kropatscheck dar. Die Hauptsache sei die Organisation Quittungskarte selbst einzufleben. Er sichert sich hier: Land zu erwerben und seine Kolonisten dort auf eigenen Landdes Handwerks. Wenn erst wieder Erhebungen angestellt werden durch den Anspruch auf die Invalidenrente bei ein- gütern anzusiedeln. Der Gouverneur von Kanada intereffirt sich sollen, so käme die Frage in dieser Session wiederum nicht mehr tretender Arbeitsunfähigkeit, und auf die die Altersrente für die Angelegenheit, welche" General" Booth persönlich be zur Lösung. bei vollendetem 70. Lebensjahre; auch erhöht sich durch fürwortet; ob die Bevölkerung von Kanada seine Ansichten theilt, Abg. Eckels( ntl.): Es ist doch sehr fraglich, ob der Be- jede verwendete Marke der Betrag der dereinstigen Rente. ist mindestens zweifelhaft. Die Regierung der Kolonie hat die fähigungsnachweis dem Handwerk wirklich hilft. Bielleicht Königsberg in Preußen, den 10. Januar 1895. tönnte einmal ein Versuch damit gemacht werden, das Publikum Hauptmann von Stockhausen. Es ist gut, daß der Herr gehoben und das Londoner Auswanderungsomt warut die AusLandes bislang den Einwanderern gewährten Vergünstigungen auf würde teinen Nachtheil davon haben, höchstens die Handwerker Landes- Hauptmann die Arbeiter auf ihr Recht, selbst blechen zu wanderer vor Kanada, da dort feinerlei Beschäftigung zu finden selbst. Die Mehrheit der Handwerfer ist gegen den Bedürfen aufmerksam macht; die Leichtsinnigen fönnten es in fei. 140 000 M. also, die durch jahrelanges Betteln zusammen fähigungsnachweis. diesem Falle wirklich vergessen, in anderen Fällen gemahnt gekommen waren, ermöglichen es, nach einigen Jahren, 32 Leuten Abg. Boeck( natl.) lenkt die Aufmerksamkeit des Ministers der Gerichtsvollzieher energisch genug. Wir sind überzeugt, ein einigermaßen angenehmes Leben zu verschaffen. Was wird auf die Aeußerungen in den Versammlungen des Bundes der daß die Arbeiter in Schaaren herbeiströmten, weniger vielleicht, aber aus den Hunderttausenden, die, in Lumpen gehüllt, hungernd Landwirthe und des Abg. v. Kardorff im Reichstage gegen die um das Kleben zu besorgen, als vielmehr um den Herrn und frierend im Ostend von London hausen? Sollen diese Handelsverträge, die zerrissen werden müßten, um der Landwirth- Landes- Hauptmann ein wenig über den Werth aufzuklären, den warten, bis das Mansionhouse- Komitee( Rathskomitee) für sie schaft zu helfen. 28 Pfennige bei einem Arbeitslosen haben. einige Tausend Mart zusammen gefochten hat? Minister von Berlepsch: Wenn ein Beamter des Minifterium3 zugleich Abgeordneter ist, so fann ihm nicht das Gewerkschaften am 31. Dezember von den Arbeitslosen Magde- Tyne und Wear Diftritt wird gemeldet: In Durham Die Arbeitslosenstatistik, welche die Magdeburger Arbeitslosigkeit in englischen Bergwerkent. Aus dem Sollte durch seine Aeußerungen Beunruhigung in die industriellen burgs aufnahmen, bedeutet, so unvollkommen sie auch immer i, haben die organisirten Bergleute 1715 oder 3,3 pet. Arbeitslose, Recht verschränkt werden, seine Anschauungen zu vertreten. eine schwere Anklage gegen die herrschende Wirthschaftsordnung. Kreise gekommen sein, so halte ich es für meine Pflicht, dieser Es waren arbeitslos 727, davon 478 verheirathete, die 1248 Kinder segen Dezember eine Bermehrung von 2,1 pct. In Northumber Beunruhigung entgegenzutreten.( Beifall links.) In der land wurde während Januar auf den meisten Gruben nur zwei Statinit der Bölle für sehn Jahre liegt der zu ernähren hatten. Dieſe perſonen waren im Jahre 1894 3 Tage pro Woche gearbeitet. Ohne Arbeit waren 250 Mann over fammen 16 091 Wochen arbeitslos; die Verheiratheten wurden wesentlichste Nußen, das hervorragendste Verdienst der Handelsverträge. Ich halte es für die Pflicht des davon mit 10 905 Wochen Arbeitslosigkeit betroffen. Die Ledigen 1,3 pt. Wegen Preisfall der Kohlen wurde eine Lohnreduktion der Handelsverträge. Ich halte es für die Pflicht des haben 6094 Wochen, die Verheiratheten 10839 Wochen gearbeitet. fast auf allen Gruben nur furze Zeit gearbeitet; trotzdem von 14 pet. vereinbart. Im Vorkshire- Distrikt wurde Handelsministers, zu einer Revision der Handelsverträge Auffallend ist auch, daß die Familienväter unter den Arbeitslosen sind die Vorräthe nicht erschöpft. In Tankersley wurden 250 nicht die Hand zu bieten.( Lebhafter Beifall links.) Abg. v. Mendel Steinfels( 1.) erklärt sich für die Be- stärker vertreten sind; wie aus obigen Zahlen zu ersehen ist, sind sind die Vorräthe nicht erschöpft. In Tankersley wurden 250 es 229 Familienväter mehr als ledige Personen. Zählt man zu Mann entlassen, ungefähr der vierte Theil ist noch ohne Arbeit. schränkung des großen Hausirhandels durch stärkere Besteuerung, den 727 Erwachsenen noch die 1243 armen Kinder, dann erhält Viele Bergleute zu Nunnery feiern seit über 6 Monaten und 30 auch aus ethischen und moralischen Gründen, denn unter diesen Hauſirern seien gerade die Elemente, welche die Sozial- man schon die ansehnliche Anzahl von 1970 Personen, die nicht von ihnen heute noch. In Lofthouse haben 600 Mann die Wie grauen Arbeit niedergelegt. In Derbyshire Distrikt wird demokratie auf das Land tragen. Die Landwirth wissen, womit sie sich leiden oder nähren sollen. schaft müsse sich immer fester organisiren, um russische haft müßte erst das Ergebniß sein, wenn es die Behörden einmal durchschnittlich 3-4 Tage per Woche gearbeitet. 300 Mann find ausständig. Wolverhampton und Distrikt. Die Handelsverträge in Butunft abjuwehren.( Bei felbst unternehmen würden, eine Elendsstatistik aufzunehmen. meisten Gruben arbeiten nur halbe Zeit und viele Bergleute sind fall rechts.) Beim russischen Handelsvertrag seien die Riemen Die Einführung einer städtischen Biersteuer wurde in obne Arbeit. Bristol, Somerset und Gloucestershire aus der Haut der Landwirthschaft geschnitten worden. Die Laufigt, einer kleinen Stadt in Sachsen, beschlossen. Die Distrikt. Im Bristol Kohlenfeld scheint sich das Geschäft zu heben. Industrie habe vergessen, daß 45 pet. der Bevölkerung der Finanzschwierigkeiten der Kommune werden immer größer. Um Durchschnittlich wird per Woche 5 Tage gearbeitet, doch sind Landwirthschaft angehören und daß sie ein Interesse habe, die das nöthige Geld herbeizuschaffen, verlegen sich die Finanz noch eine beträchtliche Anzahl Bergleute ohne Beschäftigung. In Kaufkraft dieser Bevölkerung zu erhalten. Forest of Dean arbeiten die meisten Gruben weniger als 3 Tage per Woche.- Süd- wales- Distrikt. Alle im Betrieb befindlichen Gruben arbeiten volle Zeit, dagegen haben eine Anzahl der bedeutendsten Gruben den Betrieb eingestellt. In Rhonda wurden Ende Januar 400 Mann entlassen. Drei Grubenbesiger haben Kontraftänderung für Ende Februar an gekündigt. = Abg. v. Heydebrand( T): Die Stabilität ist auch der einzige Vortheil der Verträge, es giebt aber auch eine Stabilität der Nothlage der Landwirthschaft. Der Landwirthschaftsminister hat es der Erwägung für werth bezeichnet, ob nicht angesichts der Nothlage der Landwirthschaft eine Revision der Verträge an gezeigt sei. Ich kann mir nicht anders denken, als daß der Herr fünstler der Städte auf diefelben Mittel, wie die des Reichs, sie belasten die ärmeren Bevölkerungsschichten mit indirekten Steuern. Sogar das sogenannte einfache" Bier, das der dortige schlecht: bezahlte Arbeiter sich so faum noch leisten kann, hat man mit einer Steuer von 30 Pf. pro Hektoliter belegt. Siebzehn Gewerbegerichte giebt es gegenwärtig im König reich Sachsen, und zwar 14 für Städte, 3 für amtshauptmann " Dersammlungen. Die Arbeiter- Bildungsschule hatte am 24. Februar in den Dranienhallen" eine Versammlung anberaumt, in der Herr Dr. Wurm einen interessanten Vortrag hielt über die Gehtraft Der Augen. Nach Beantwortung einiger Fragen, die an den Vortragenden gerichtet wurden, erfolgte der Schluß der Verjammlung. M Epidemie von Abzügen und Lohntürzungen herbeigeführt, selbst| Versammlung Summa 6761,34 M. Ausgaben: Für die in Keula 546,62 M., tür die P vom eine 10. Februar. Demselben lag in solchen Betrieben, welche, wie z. B. Ludwig Löwe u. Ko., Resolution zu grunde, welche die Gründung eines Generalfonds Der Wahlverein für den 4. Wahlkreis( Osten) hatte über schlechten Geschäftsgang nicht zu tlagen haben. Die im ausspricht, der eine Ueberbrückung zwischen den lokal Organisirten feine regelmäßige Versammlung am 5. d3. Mts. im Freischüß". November v. J. stattgefundenen Versammlungen, welche sich mit und den Anhängern des Verbandes bilden und den Bwed haben Das Andenken des Genossen Pielenz wurde in üblicher Weise ge- den Zuständen in der Gewehrfabrik von Ludwig Löwe u. Ko. soll, bei etwaigem Streif die Mittel zum Kampf gleich zur Hand ehrt. Den Vortrag hielt der Genosse Franz Berndt über das beschäftigten, hatten zwar einen augenblicklichen Stillstand zu haben; ferner soll dadurch die Agitation unter den Zimmerern Thema: Bildung und Umsturz bestrebungen. Die der Abzüge herbeigeführt, indessen scheint sich jetzt die Firma thatkräftig gefördert werden. Der Vorsigende Fischer gab im Art, wie der Redner das aktuelle Thema behandelte, trug ihm zu beeilen, das Versäumte nachzuholen, denn eine Reihe Lohn Anschluß an die Verlefung der Resolution in Kürze einen Ueberden lebhaften Beifall der Zuhörer ein. Am Schlusse seiner mit fürzungen sind bereits vorgenommen und weitere angekündigt. blick über die Meinungsverschiedenheiten, die sich in der fatirischen Bemerkungen reich gespickten Rede sprach der Vor- Sur Entschädigung dürfen natürlich die Arbeiter Tag und Nacht vorigen Versammlung hierüber geltend gemacht hatten, fügte tragende die Hoffnung aus, daß es den Rückwärtsmännern nicht arbeiten. Infolge der vielen Abzüge und sonstigen Ünzuträglich aber zugleich die Bemerkung hinzu, daß der vorhandene Geldschuld daran sei, gelingen werde," die Wissenschaft über die Grenzen des Landes feiten mußten eine große Anzahl von Werkstattbesprechungen mangel schuld Daß im vorigen vorigen Jahre zu scheuchen. Die Sozialdemokratie wird ihre Hüterin sein! stattfinden. Außerdem fanden insgesammt 53 öffentliche Ber- nicht mehr gefchaffen werden fonnte. Hieran schloß An der Diskussion betheiligten sich Neuhaus, Novis und Kaiser. Sammlungen in Berlin und den Vororten, sowie 2 Versammlungen sich eine recht rege, sehr fachliche, mehrstündige Debatte. Auf grund der Aeußerungen des lettgenannten Redners bemerkte der Vertrauensmänner statt. Wenngleich das letzte Jahr einen Antrag I befürwortete die Gründung eines Generalfonds mit der Genosse Wengels, daß der Versuch, die Viertelsversammlungen weiteren bedeutenden Aufschwung der Organisation der Metall- einem wöchentlichen Beitrag von 10 Pf., wozu mit den Sammvierzehntägig abzuhalten, augenscheinlich den Besuch derselben arbeiter gebracht hat, so geht schon allein aus der Thatsache, lungen am 1. April begonnen werden soll; dieser wurde mit ungünstig beeinflusse. Es würde sich vielleicht empfehlen, die- daß den ca. 10 000 Organisirten mindestens 40 000 Unorganisirte nambaster Minorität abgelehnt. Ebenso hatte Antrag II eine felben monatlich nur einmal tagen zu lassen; ein dahingehender gegenüberstehen, zur Genüge hervor, wieviel noch zu thun übrig beträchtliche Minorität für sich, der die Gründung eines Antrag würde der nächsten allgemeinen Versammlung vor bleibt. Die ungünstigen Verhältnisse der Metallindustrie, die Agitationsfonds durch freiwillige Beiträge auf Liften empfahl; gelegt werden. fortgeschrittene Technik, verweisen schon heute die Organisation auch dieser wurde abgelehnt. Fast einstimmige Annahme der Metallarbeiter fast lediglich auf die Tefensive, den Abwehr- erfuhr Antrag III, welcher die Gründung von Fonds Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Wahl- fampf, aber selbst um diesen erfolgreich zu führen, ist es nöthig, die ablehnt und zu regster Agitation für die Stärkung Freis( Köpenicker Viertel). In der Bersammlung, welche am Organisation zu stärken, die Indifferenten zu gewinnen, die beider Organisationen verpflichtet. Ferner lagen Buschriften aus 5. März bei Ullrich tagte, theilte Gadegast mit, daß am Massen aufzurütteln, ihren Widerstandsgeist zu wecken, sie zu Kollegentreifen vor, die beantragten, eine Warnung vor Zuzug 16. März in Sanssouci ein Bergnügen des Vereins stattfinde, diszipliniren. Dem ausgedehnten Netz der Vertrauensleute in nach Berlin in den Arbeiterblättern zu erlaffen. Nach genügender sowie, daß der Vorstand die lange geplante Herrenpartie auf den allen Werkstätten ist es in erster Linie zu verdanken, daß die bis- Begründung der Antragsteller beschloß die Versammlung, den Charfreitag angefegt habe. Die Mehrheit der Versammelten herigen organisatorischen Erfolge erzielt worden sind. Es gilt felben nachzukommen. Zum Schluß erhob die Versammlung durch gab hierauf dem Wunsche Ausdruck, der Vorstand möge daher, dieses noch mehr als bisher auszudehnen und auszu- Bustimmung zu einer entsprechenden Resolution einstimmigen vom Charfreitag als ungeeignetem Tage abgehen und einen bilden und die Geldsammlungen mit allen Kräften zu fördern. Proteft gegen die Umsturzvorlage. Sonntag bestimmen. Dr. 3adek schilderte sodann Der Rechenschaftsbericht über den Agitations- und Unterin einem intereffanten Vortrage nach verschiedenen Richtungen stützungsfonds der Berliner Metallarbeiter für die Zeit vom 25. Februar eine Versammlung ab. Bor Eintritt in die VerDer Arbeiterverein für Pankow und Umgegend hielt am das neuerdings aufgetauchte Bestreben bestimmter bürgerlicher 31. März 1894 bis 24. Februar 1895 ergab folgendes Bild: handlung ehrten die Anwesenden das Andenken des verstorbenen Kreise, eine Volfsheilanstalt für Zungenschwindsüchtige auf dem Einnahmen: Bestand am 31. März 1894 566,70 M. Ver- Genossen Otto in der üblichen Weise. Auf der Tagesordnung Wege privater Wohlthätigkeit zu stande zu bringen. Das Gin- taufte Marken 2138,55 M., durch Tellerfammlungen 1076,02., ftand ein Vortrag des Herrn Dr. Heindorff über Natur. treten für die Schaffung einer solchen Boltsheilanstalt sei an Resiüberschuß durch Liftensammlungen für die ausständigen beilkunde. Bon den Mitgliedern wurden in der Diskussion über sich zu begrüßen, nachdem durch Dr. Brehmer in Görbersdorf Schraubendreher der Firma Willing u. Violet 66,72 W., vom den interessanten Vortrag einige Fragen an den Referenten geund durch die Erfahrungen anderer Besitzer von Sanatorien für ehemaligen Fonds der Mechaniker 297,48 m. Sonstige Einrichtet, Lungenschwindsüchtige bewiesen sei, daß Tuberkulose unter ge- nahmen 52,58 M., Listensammlung für die streikenden Former richtet, die von diesem in eingebender Weise beantwortet wurden. wissen Voraussetzungen zu heilen geht. Die Frage fei aber, ob in Keula 1863,64 m., für den Maisonds gesammelt 1199,65 M., In der Angelegenheit Schulz tontra Karl Hoffmann ist die Komder eingeschlagene Weg Ersprießliches erwarten lasse, und das in mission zu dem Entschluß gekommen, Herrn Schulz nicht müsse verneint werden. In Deutschland sterben jährlich etwa ausständigen Former mehr als Vereinsmitglied zu betrachten. Genosse Braun stellt 150 000 Schwindsüchtiger, während die Zahl der an Echwind- ausgesperrten Brauerei- Arbeiter 150 M., für die streifenden den Antrag, an die Gemeindevertretung das Verlangen um Ersucht Erkrankten auf gegen eine halbe Million geschäßt werde, Schuhmacher in Burg 100 M., für die streifenden Arbeiter der bauung einer Bade- Anstalt zu richten. Dem stimmte die Verfammlung zu. deren weitaus größter Theil dem Proletariat angehöre. Hier Kuhnheim'schen Fabrit in Niederschönweide 75 M., für die wirklich zu helfen, dazu gehöre mehr als bloße Wohlthätigkeit. ftreifenden Metallarbeiter in Güstrow 200 M., für die streifenden In Stralan referirte am Sonntag vor einer gut besuchten Aufgabe des Staates, der Gesellschaft, der Kommune sei Musikinstrumentenmacher 200 M., an gemaßregelte Kollegen Bersammlung von Interessenten der Genosse Georg Wagner es, durch Hergabe der Mittel den besitzlosen Bürgern 110 m., an die Gewerkschaftskommission 226 M., an die Gewert über:" Das neue Schiffergefeg". Er fritisirte, daß, die Vortheile der Sanatorien zu theil werden zu laffen. fchaftskommission zu den Gewerbegerichtswahlen 100 m., ferner trotzdem die Kleinschifffahrt empfindlich von den geplanten neuen Vor allem müßte aber der Staat die Verbreitung der für eine Reihe verschiedenster Zwecke 1486,75 M., in Summa Beftimmungen getroffen werde, diese Kreise die Regierung nicht Schwindsucht vorbeugen, durch besseren Arbeiterschutz, durch 3197,37 M., Bestand am 24. Februar d. J. 3563,97 M. Eine gehört hat. Durch das Eingreifen der sozialdemokratischen Reorganisirung des Fabritinspektorats, Einführung des Acht- Reihe von Restanten wurde der Versammlung bekannt ge- Mitglieder bei der Kommissionsberathung sind mehrfache BerStundentages, Regelung der Wohnungsfrage u. s. w. Als eine geben. Nachdem noch die Bezirks Vertrauensleute Bericht befferungen gegenüber der Regierungsvorlage erzielt; so bezüglich bittere Fronie der Thatsachen hebt Redner hervor, daß ein erstattet und eine Diskussion über die Berichte stattge der Ladefristen, der Haftpflicht nach dem Löschen der Ladung 2c. Projekt wie das behandelte im Bürgerthum zu einer Zeit auf funden hatte, wurde der Haupt- Vertrauensmann, Otto Der Widerstand der bürgerlichen Barteien hat verhindert, daß taucht, wo man daran geht, den Arbeiter durch Beschränkung Mäther, nach Bericht und auf Antrag der Revisoren tiefgreifende Aenderungen zu gunsten der kleinen Schiffseigner, des Koalitionsrechtes sein Streben nach besseren, gesundheits einstimmig entlastet und ebenso einstimmig als solcher wieder der Bootsleute und Flößer vorgenommen werden konnten. An förderlichen Verhältnissen zu erschweren. Der Vortrag fand gewählt. Bum Bezirksvertrauenkmann für den Süden wählte drastischen Beispielen zeigte der Redner, daß nur die Soziallebhaften Beifall. Nachdem Redner noch einige Fragen ein- die Versammlung den Kollegen Günther, für den Norden demokratie die Interessen der genannten Kategorien vertreten gehend beantwortet hatte, schloß die Versammlung. den Kollegen Stöhr. Nach Erledigung dieser Angelegenheiten hat; er empfahl, die Nuzanwendung hieraus zu ziehen und im trat die Versammlung in die Erörterung der Frage ein: Wie übrigen kein Mittel unversucht zu lassen, um die gesetzstellen sich die Kollegen zum 1. Mai? Wie Nather darlegte, gebenden Faktoren mit den Wünschen und Forderungen der fei in anbetracht der augenblicklichen Verhältnisse unter feinen Kleinschiffer vertraut zu machen, und Protest gegen das Gesetz in Umständen an eine allgemeine Arbeitsruhe zu denken. In Frage feiner gegenwärtigen Fassung einzulegen.( Lebhafter Beifall.) fönne höchstens eine partielle Arbeitsruhe kommen. Beschlüsse Daß die Rede den Gefühlen der Anwesenden durchaus entsprach, irgend welcher Art seien noch nicht gefaßt. Eine Absicht, den bewies die Debatte, in der alle Redner die Forderung aufstellten, 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern, bestehe nur bei den Metall- daß die Interessen der Schiffer gegenüber den Kaufleuten 2c. drückern. Wie Bitfin meinte, sollte die Arbeitsruhe am 1. Mai der noch mehr gewahrt werden müssen. Der in voriger Woche in Prüfstein sein für die Durchführbarkeit später zu stellender Berlin abgehaltene Schiffertag und die dort gefaßten Beschlüsse Forderungen. Redner stand auf dem Standpunkte, unter wurden gleichfalls in die Diskussion gezogen. Gegen einze'ne allen Umständen den 1. Mai durch Arbeitsruhe Redner, die die Wahrung ihrer Interessen lediglich dem Direktor อิน feiern und wünschte zu erfahren, ob die Drücker bei Kuno übertragen wollten, vertrat der Referent die Ansicht, daß ihrem event. Vorhaben die moralische und materielle Unterstützung die Personenfrage angesichts der großen Bedeutung der Vorlage der Berliner Metallarbeiter haben. Nicht kam es ihm darauf für die Existenz der Kleinschiffer gänzlich aus dem Spiel bleiben an, ob die Arbeitsruhe siegreich durchzuführen ist, oder ob große müßte.( Beifall.) Angenommen wurde nachstehende Resolution: Vortheile errungen werden, vielmehr auf das zielbewußte Die Versammlung erklärt, daß der Entwurf zum neuen SchifferHandeln. Eine gänzliche Aussperrung fönne nicht stattfinden, gefeh auch in der Fassung der Kommissionsbeschlüsse teineswegs Am 2. März hielt die Bereinigung eine außerordent nur ein Arbeitswechsel. Tenjenigen, die jahrelang in den Die Mißstände und die von dem Staatssekretär Nieberding anliche Mitgliederversammlung ab. Auf der Lages- Fabriken sitzen, würde es sehr dienlich sein, auch einmal am erkannte Rechtsunsicherheit im Schiffergewerbe beseitigt. Die ordnung stand: Die Arbeitsniederlegung bei dem Hoflieferanten eigenen Leibe die Freuden des heutigen Arbeiterlebens fennen Versammelten protestiren energisch gegen die Vorlage in ihrer Rückert. Wie Fisch öder mittheilt, hat der Fabrikant von zu lernen. Einmal müffe der Anfang gemacht werden und der jezigen Form und verlangen, daß Sachverständige aus Anfang an sich feindlich gegen den Verein gestellt, und war von jezige Zeitpunkt, an der Schwelle einer Periode wirthschaftlichen der Kleinschifffahrt, vor allem praktische Schiffer ihm ein Vorgehen gegen die Mitglieder des Vereins längst er Aufschwunges, sei der geeignetste.( Beifall.) Im weiteren führte zur Begutachtung zu Rathe gezogen werden. wartet. In der Vereinigung wird darauf gesehen, daß sämmt er an, daß die Berliner Drücker am besten organisirt und in- Köpenick. Am 3. März sprach hier der Genosse Butry liche Kollegen dem Verein angehören. Als vor kurzem der Ar- sofern im Vortheil sind. Nach längerer Aussprache gelangte die in einer öffentlichen Versammlung über die Tabat- Fabritatsteuer beiter Triebe aus dem Verein austrat, erklärten 5 Kollegen, Bersammlung gegen wenige Stimmen zu dem Beschlusse, die und ihre Folgen. In treffender Weise schilderte der Redner, mit dem Betreffenden nicht mehr zusammen zu arbeiten und Metalldrücker moralisch und materiell zu unterſtüßen, wenn die wie gegenwärtig schon die Arbeiter unter dem in Aussicht stehenlegten die Arbeit meder. Die Verhandlungen mit dem Fabrikanten selben sich start genug fühlen sollten, den 1. Mai durch Arbeits- den Gesetzentwurf zu leiden haben. Bereits sind 2000 Arbeiter find bisher erfolglos geblieben. In der Diskussion verlangten ruhe zu feiern. Die endgiltige Entscheidung wird die Organisation entlassen und wird die Vorlage Gefet, haben 40 000 Arbeiter zu einige Redner, den Beschluß, daß jeder Kollege dem Verein an- treffen. Als selbstverständlich wurde erachtet, daß auch organisirte erwarten, daß sie brotlos werden. Ferner zeigt Redner, wie gehören muß, aufzuheben. Dieser Vorschlag stieß auf Kollegen anderer Branchen, die sich den Drückern anschließen, durch diese Vorlage nicht nur Zabalarbeiter, sondern allgemeinen Widerspruch, weshalb einige Herren das Lokal ver- Anspruch auf Unterfügung haben. Ferner wurde eine Resolution alle Arbeiter in Mitleidenschaft gezogen werden, deshalb ließen. Bald darauf erschien ein Polizeibeamter, der erklärte, angenommen, in welcher die Versammlung sich dahin ausspricht, müssen die Arbeiter gegen das geplante Gesetz auf es wäre ihm soeben mitgetheilt, daß hier eine unangemeldete Ver- daß von einer allgemeinen Arbeitsruhe am 1. Mai Abstand zu das entschiedenste Protest erheben. Die Diskussion ge= sammlung tage. Natürlich war die Annahme nicht berechtigt, nehmen, aber jeder Kollege, der die Arbeitsruhe ohne besondere staltete sich im Sinne des Referats, und gelangte sodann die worauf sich der Beamte entfernte. Nach längerer Debatte wird Schädigungen ermöglichen fann, hierzu verpflichtet ist. Die Be- gleiche Resolution zur Annahme, die bereits in den Berliner sodann beschlossen, den Ausständigen eine Unterstüßung zu geschlußfaffung über die einzelnen Branchen wurde den Organi Protestversammlungen angenommen wurde. Nachdem unter währen. Die Arbeitslosen erklärten, die Werkstatt zu meiden. fationen überlassen. Einheitliche Maimarken à 50 Pf. sollen Cofalangelegenheiten" an stelle des aus der Lokalkommission Der Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter hielt verausgabt werden. Es folgte die Berichterstattung des Delegirten ausscheidenden Mitgliedes Streichban, Genosse Lietsche gewählt am 25. Februar eine Mitgliederversammlung bei Deigmüller, zur Gewerkschaftskommission, Berger, und Ersatzwahl desselben. war, theilte der Vertrauensmann mit, daß die Herren Scheer Alte Jakobstr. 48a, ab. In einem interessanten Vortrage sprach Die Versammlung lehnte den Antrag Maffini in der Gewerkschafts- jetzt gewillt find, ihren Saal zu Versammlungen herzugeben. Ueber Genosse Räder über das Thema: Ist der Mensch das Produkt kommission, das Sammelwesen betreffend, ab und sprach sich dieses Anerbieten wurde zur Tagesordnung übergegangen, indem seiner Berhältnisse. Dem Vortrage solgte eine rege Disfussion, dahin aus, daß nach Möglichkeit die Kranzspenden der einzelnen einige Redner darauf hinwiesen, daß genannte Herren ohne jede in der für und wieder das Wort ergriffen wurde. Alsdann Werkstätten am 18. März unterbleibe und nur die Organisationen Veranlassung seinerzeit den Arbeitern ihren Saal sperrten. theilte das Mitglied Blum mit, daß er sich in der Streit einen Krans mederlegen. Das Hauptgewicht sei auf den Besuch angelegenheit bei Görs und Kallmann eine Antlage wegen Haus- des Friedhofs der Märzgefallenen zu legen. Zum Delegirten für friedensbruch zugezogen habe. Das Vergehen sollte darin erblickt die Gewerkschaftskommission wurde Fiedler gewählt. werden, weil er sich erlaubte, vor der Fabrik auf dem Trottoir Zur Kenntniß der Bersammlung wurde ferner gebracht, daß hin und her zu gehen. Der Termin sand am 25. Februar statt tags zuvor( Sonnabend) bei der Firma Ackert u. Klienecke wegen und endete mit der Verurtheilung des Angeschuldigten zu 10 M. fortgesetter willkürlicher Lohnabzüge 10 Drücker die Arbeit einDen Arbeitern wurden bei den Lohnzahlungen Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. NeuStrafe event. 2 Tagen Haft. Gegen dieses Urtheil soll Berufung gestellt haben. mann, Bajewalterstr. 3. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten eingelegt werden. Zur Durchführung des Rechtsstreites gewährte ohne weiteres ohne vorherige Bekanntgabe 1-2 M. vom eran Friedrich Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Er. Bonnerstag. Abends 9 bis arbeiteten Verdienste abgezogen. Ein Arbeiter lehnte sich endlich 11 übr: Uebungsfiunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Männerchor der Verein die Unterstützung. gegen diefes Verfahren auf, verlangte und erbielt seinen vollen St. Urban, Admiralstr. 38 bei 6. Zuzauer. Gesangverein Freund= Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Metallindustrie Betrag, lezteres jedoch mit dem Bedeuten, daß er nach Fertig- furterstr. 133 bei Gold. schaft I, Brunnenfir. 143 bet Fischer. Kornblume, Gr. FrankVorwärts II, Schönhauser Allee 28 bet elle. hielten am 3. d. Mts. im Feenpalast eine start besuchte öffentliche stellung seiner Arbeit entlassen sei. Da die Firma sich den ge- Frühlingsluft, Bülowstraße Nr. 59 bei Werner. Bre Belfius. Versammlung ab. In derselben erstattete der Vertrauensmann machten Vorstellungen der Kollegen des Gemaßregelten unzu- Oranienstraße Nr. 121 bei Oswald Grauer. Dorfglödlein, der Berliner Metallarbeiter, Otto Köhler, seinen Rechen- gänglich erwies, so stellten alle die Arbeit ein. Am Montag Deutsch- Wilmersdorf, Berlinerfiraße Nr. 40 bei Klingenberg. nicht, Steglig, Schloßftr. 66a, Zur Börse. Borar, Manteuffelftr. 9 bei schaftsbericht. Demselben ist in der Hauptsache folgendes zu wollten Vertreter der Berliner Metallarbeiter mit jenen Uuter- Mowact. armonie I, Tempelbof, Dorffir. 18 b. Gerth.- Steinfegerentnehmen: Die Sammlungen zum öffentlichen Fonds der nehmern ein Wörtchen reden. Sollte auch von diesen nichts er Sängerchor, Rustanien Allee Nr. 28 bei Fiebiger. Kreuzberger Metallarbeiter waren in den letzten Jahren in unerfreulicher reicht werden, so würde die Sperrung der Firma in Aussicht berein, koppenfir. 47 bei Wilhelm Lorenz. Harmonie, Echönleinstr. 6 bei Kraag. Flöter'scher Gefang= Cängerchor Berliner Weise zurückgegangen. Es galt daher, das Vertrauensmänner genommen, womit die Versammlung sich einverstanden erklärte. Kürschner, Weinstr. 11 bei Feindt. Arbeiter- Gefangverein Oranien system zu feftigen und zu erneuern. Im großen und ganzen ist burger Vorstadt, hochstr. 32a bei R. Wilte.- Abendroth, Deutschdieses Bestreben erfolgreich und fruchtbringend gewesen, wenn es Eine gut besuchte öffentliche Versammlung der Wilmersdorf, Güzelstr., b. Liebelt. Oft- und Westpreußischer MännerGesangverein, Strautstr. 6 bet Rudo Ilf. Arbeiter- Gefango. Morgenn auch noch nicht möglich war, in die zerrütteten Verhältnisse ein- 3immerer tagte am 3. März im großen Saale der Armin- roth IV, Köpenick, bei Wölftein, Ablers bhof, Bismarckstraße.- Gefangveretzelner Branchen wünschenswerthe Organisation zur hallen. Zuerst erstattete der Delegirte Obst Bericht über die Bölkerfrühling, Schüßenstraße Nr. 33 bei Otto. Gintrat II, Arion II, Prenzlauer vollen Anerkennung zu bringen. In den großen Fabriken Thätigkeit der Gewerkschaftskommission. Redner theilte die Auf- Glienecke bei Adlershof, Kopnickerstraße bei Witte. 8utunft ill, Velten t, d. Mart, Wilhelmstr. 19 im des Nordens und Moabits find zwar infolge der Agitations bebung des Baukartells zu gunsten der Gewerkschaftskommission Allee 2 bei edel. Hotel W. Grunow. Brüderschaft, Stallschreiberstr. 29 8um eichenen versammlungen erfreuliche Fortschritte zu verzeichnen, indessen mit, unterbreitete den Versammelten den Antrag Massini betr. Stab". Liedes Echo, Reichenbergerst r. 118 bei Röppen. Treu und zeichnen sich leider die Kollegen einiger Etablissements, das Sammelwesen und begründete die Stellung zur Maifeier. est, Lebuferfir. 6 bet Nemiß. Bruderbund, Lübbener- u. Görligerfiraßen- Ece. Gerstenähre( Brauer), Blumenftr. 88 bet Wiedemann. so vor allem Borsig, Schwarzkopff. Soppe 2c., in ihrer Mehrzahl Gegen den Antrag Massini wandten sich Peterett, Butschte, robfinn II, Friebrichsberg, Warthenb ergfir. 67 bei Lange. Arbetter burch einen wenig rühmlichen Indifferentismus aus. Selbst Rückert und andere Redner, und man gab dem Delegirten die Gesangverein i neta, Kaftanien- Allee 11 bei Auguftin. Gefangverein bet Bartsch. außergewöhnliche Ereignisse, größere Abzüge und Bedrückungen Direktive, zu erklären, die Gewerkschaft werde ihr Sammelwesen Junge Giche, Reinickendorf, Geſellſchaftsstraße 11 Alpenröslein, Bergfir. 60 bei Hilgenfe ib. Arbelter- Gesango. Gina aller Art vermögen es nicht, diese Massen in Fluß zu bringen. felbst regeln. Bezüglich der Maifeier beschloß die Versammlung, tracht III, Eberswalde, Gifenbahnstr. 77 bei Düball.- Gefango. Oberon, Zu größeren Differenzen mit dem Unternehmerthum ist es im diese wieder so zu regeln, wie im vorigen Jahre. Weiter gab Kommandantenfir. 20, Arminhallen. Alpenrose, Forsterftr. 23 bei Edelweiß III, Mollinerstr. 62.- Sängerrunde, Naunynvergangenen Jahre nicht gekommen, zumeist aber nur infolge der man dem Delegirten Obst als Erfagmann den Kameraden ilgner. Morgenroth I, Rummelsburg, Türrfchmidts augenscheinlichen Undurchführbarkeit. Die ungünstige wirth Schaale bei. Den zweiten Punkt der Tagesordnung bildete die ftraße 87 bei Jablonsti. Straße 33 bei Schiöder. Gefangverein Widerhall, Maunguftr. 86 Det schaftliche Lage, der Ueberfluß an Arbeitsträften hat eine wahre Fortsetzung der öffentlichen Zimmerer Bubeil.- Gejangverein Morgengrauen, Neue Friedrichstr. 44 bei Döllig. In der Vereinigung der Militärmühen Arbeiter, die am 28. Februar tagte, sprach Herr Dr. We y1 in einem interessanten Vortrag über Berufskrankheiten. Der Vortrag gab die Anregung zu vielfachen Fragen an den Referenten, die von diesem in eingehender Weise beantwortet wurden. Bei der Besprechung der Vereinsangelegenheiten wurde beschlossen, eine Bibliothek zu errichten. Die Auswahl der Werke soll dem Borstand überlassen werden. Den streikenden Kollegen in Rhöda bewilligte man 40 M. Eine in der Versammlung zirkulirende Lifte ergab den Betrag von 12,65 M. die der Debatte aus Lese- und Diskutirklub Aufklärung". Jeden Donnerstag, abends Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag, abends 7-8% Uhr: Leftüre; 8-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstr. 179a; Geschichte( Mittelalter). Südost: Schule, Waldemarstr. 14: Naturertenntniß. Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. 8% uhr, bet 2. Ferger, Gebantanir, 72, StBung. -O 8aget Literarisches. Gesangverein yra II, Charlottenburg, Wallstraße 102 bei Mafchestt. Mer aber hinter dem als 3eit Rouplet" angepriesenen Gesangverein Norwärts IX, Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 39, BisMachwert auch nur einen Funken politischer Satire sucht, wird mardshöhe". Frisch zur Freiheit, Lindenstr. 106 bei Friß zubetl.. Solidarität, Dranienfiraße Nr. 109 bei Greiser. Glasarbeiter, Herr von Stephau und seine Leute. Nach amtlichen Quellen bitter getäuscht. Eine geschmacke und gedankenlose Bänkelsänger. Köpenick, Rosenfir. 101 bei Troppens. Gefangverein Feldblume, zusammengestellt und bearbeitet von D. Vieth. Verlag Reimerei, dazu eine ebenso triviale Singfangdudelei als„ Musik" Lübbenerstr. 30 bet Meyer.• Gesangverein Gängerlust, Werder a. H., von Hans Baafe, Berlin, City Passage, 1894. Preis von dem Beit- Rouplet" bleibt nichts als der Titel: eine Männerchor Kugelweg. Edelweiß III, Wollinerftr. 62, Restaurant. ( Spelulation auf die Kaufluft derer, die sich vom Titel verführen Süd- Ost, Köpenickerstr. 191 bet Foge. 75 Pf. B Wie überall in unserem Erwerbsleben die Arbeit um so lassen. Man müßte denn die Bereicherung des deutschen Sprach= geringer geachtet und entlohnt wird, je schwieriger und auf- begriffs hoch anschlagen, die im Kouplet gegeben wird, insofern reibender sie ist, so ist das auch in allen Staatsbetrieben der als der Kouplet- ,, Dichter" alle Ordnungs- Knuten schreien und Fall; in ganz besonderem Maße tritt das bei der Postverwaltung fingen läßt! Das ist wenigstens etwas für 60 Pf. hervor, wo die höheren Beamten in bezug auf die Kündbarkeit ihrer Stellung, auf ihre Besoldung, auf ihre tägliche Arbeitszeit, auf ihre Urlaubsverhältnisse den Unterbeamten gegenüber ganz unverhältnißmäßig günstig dastehen; ja, selbst an den Wohlfahrts- Einrichtungen" der Verwaltung nehmen die Postunterbeamten nur mit einem ganz geringen Prozentsaze theil, während die höheren Beamten auch von diesen Einrichtungen unverhältnißmäßige Vortheile haben. 21 Hefe- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dieggen, Abends 8 Uhr, bei Schröder, Wiesenfir. 39.- Neue Zeit, Abends 8½ Uhr, Boyenfir. 40, bei Giestoit.. Süd- Ost, bei Zollsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Ecke. Alub der Freunde bei Gnadt, Puttbuserstraße 32.- Hafenelever, 2 bends 8 Uhr, Restaurant Lange, Baumschulenweg 32, Treptow. Sozialistischer Lese- und Distutirflub, Abends 8 Uhr, Reichenbergerfir. 157, Gigung. August Geib Abends 9 Uhr im Restaurant Subeil. Lese- und Distutirtlub Auftlärung, jeben 2onnerstag, abends 8½ Uhr, bei 2. Ferger, Sebastianstr. 72, Sigung. sund der geseüigen arbeitervereine gerling und Umgegend Alle Buschriften den Bund betreffend find zu richten an: Gent, Adalbertfir. 95. Donnerstag: Rauchflub Graue Wolte, Krautftr. 48, Sumuristischer Klub Univerfum, Veteranenftr. 18, bei Schulz. Gefelliger Klub der alten Moabiter, Stephanstr. 45 bei Echröder. Rauchtlub Erholung, Reichenbergerfir. 24 bet Danschte. Rauchklub Brüderlich feit, Bucklerstr. 57 bei Schuhmacher. Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Turnverein Die einschlägigen Verhältnisse sind in dem vorliegenden Fite IV. Männerabtheilung turnt jeden Donnerstag, Abends von 8 bts Büchlein übersichtlich zusammengestellt und mit amtlichem Quellen10 Uhr, Gemeindefchul- Turnhalle Stephanfir. 3( Moabit). Gefangverein 2yra, Abends 9 Uhr im Restaurant Bergstr. 17.- Suchsdorfischer material reichlich belegt. Häufig widerspricht der Inhalt dieses Männerchor von 8-9 Uhr Notenstunde; von 9-11 Uhr Uebungsfiunde Materials ganz direkt den Ausführungen, welche die Vertreter bei Brüning, Rofenthalerfir. 11-12.- Gejangverein Jugendfreuden, der Postbehörde im Reichstage gemacht haben. merchor Abends von 9-11 lbr het Wernau, Rosenthalerfir. 67. fr. 21. Der Zon ter Schrift ist ein burchaus ßvoller und ruhiger, Männerchor. Uhr bei M Bauchflub Kernfpige, Abends 9 Uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorfer ftraße 8. Rauchklub Pfeifendedel, Abends 8 Uhr, bei Jeratsch, Langiftr. 24. Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, bet Rohr, Maunyn: Straße 78.- Rauchtlub 2 albesgrün, Forsterstr. 19 bei Krüger. Arbeiter Bitherverein Einigteit, Abends 19 hr Uebungsstunde bei Nowad, Manteuffelstraße Nr. 9.- Bitherflub Gleichheit, nebungsstunden jeden Donnerstag, abends 9 Uhr bei Neumann, Lothringerstr. 10 5. Geselliger Arbetterverein Boffnung bei Gittler, Mariannenfiraß 48. Alle 14 Tage Abends 8% Uhr. Bergnügungs- und Touristenflub Freie Brüder, Abends 9 Uhr bet Roll, Adalbertstr. 21.- Ruderverein Vorrä rts, abendé 19 Uhr in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20.- Stattiub Sanfter Heinrich b. S. Brandt, Reichenbergerstr. 122.- Statklub Süd Donnerstag Abends 8 Uhr, im Lofal von Paul Müller, Gräfeftr. 31. Berein Stenographenschule, 8-11 Uhr: unentgeltlicher Unter richt und Uebungsstunde für Schüler und Erwachsene, Annenfir. 9. so daß die Wirkung lediglich auf Kenntnißnahme der einfachen Thatsachen beruht. Es ist daher allen zu empfehlen, welche die Lage der Postproletarier näher kennen zu lernen wünschen. Bt. -WO -WA Eingelaufene Druckschriften.de bilutise Sozialpolitisches Zentralblatt, herausgegeben von Dr. Seinr. Braun ( Carl Heymann's Verlag in Berlin, vierteljährlich 2,50 M.). Die foeben erschienene Nummer 24 hat u. a. folgenden Inhalt: Die schweizerische Maschinelle Sozialpolitit im Jahre 1894. Von Rechtsanwalt Otto Lang. Produktion und Kleinbetrieb in der badischen Bijoutertefabritation. Englische Kommunen als Unternehmer. Beschäftigung von Arbeitslosen in Neuseeland. Die Arbeitseinstellungen in Italien während der Jahre 1892 und 1898. Von Prof. Dr. Werner Sombart. Amtliche Statiftit der Arbeiterorganisationen in Baden. Englische Streifs. Der Tramway- Streit in Brooklyn. Gründe der Abwanderung vom Lande. Russische Arbeiter in badischen Biegeleien. Unbeschäftigte Arbeiter in England. Streifverband rheinischer Tuchfabrikanten. Beschränkung der Arbeitszeit in Belgien. Arbeiterschap- Gesezgebung in Neuseeland. Arbeiterausschüsse in Baden. Berjahren bei Lohnstreitigkeiten in BaselLand. Bur Praris des österreichischen Krankenversicherungs- Gefeyes. Bur Krankheitsgefahr der Eisenbahnbedienfteten.- Bur Rechtsstellung der unehelichen Kinder in Frankreich. Bur Ausführung des hessischen Wohnungsgefeges. ind mill 成 Briefkaffen der Redaktion. ,, Aegir, Herr der Fluthen", hat bekanntlich zu einer mir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Bwet Buchstaben oder eine Zahn Reihe von guten und schlechten Wizen und Geschäftsspekulationen anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. K. K. 107, Alter Abonnent, S. Spandau. Wir verstehen Anlaß gegeben; es lag nahe, daß auch für Arbeiterkreise berechnete Eine solche fündet A. Hoff Ihre Frage nicht. 000 B. Ja. Parodien erscheinen werden. $. E. 31. Ja. mann's Verlag in Berlin als Nr. 1 von Hoffmann's. 10. Anmeldung ist erforderlich. W. W. 27. Es kommt Kouplet- mappe" an:" Aegir, Herr der Fluthen", Beit- Berlin, nicht Saalfeld in Frage. Frage 3 ist unverständlich. | Rouplet. Zext und Musik von B. Strzelewicz. Preis 60 Pf. G. N. 100. Nein. 3. 15. Das ist nicht erforderlich. Central- Theater Urania Für den Juhalt der Juferate über Alte Jakobtraße Nr. 30. Anstalt für volksthümliche nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 7. März. Opernhaus. Falstaff. Falstaff. Slavische Brautwerbung. Schauspielhaus. Der Sturm. Deutsches Theater. Der Talisman. Leffing- Theater. Das Examen. Berliner Theater. Die große Gloce. Residenz- Theater. Fernand's Che fontraft. Neues Theater. Minna von Barnhelm. Theater Unter den Linden. Ra pitän Carricciolo. Schiller- Theater. Der Schwaben streich. Bellealliance Theater. Mädchen. Verliebte Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Ein armes Mädel. Adolph Ernst- Theater. Ein fideles Korps. Gesindeball. Central- Theater. Unsere Rentiers. National Theater. Brücke. Die lebende Alevanderplah- Theater.Die Räuber. Reichshallentheater. SpezialitätenBorstellung. Emil Thomas a. 6. Naturkunde. Novität! Bum 20. Male: Novität! Am Landes- Ausstellungspark Unsere Rentiers. Große Poffe mit Gesang und Tanz in 4 Atten von Wilhelm Mannstädt und Julius Freund. Musit von Julius Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Sanssouciff Rottbuserßraße 4a. Donnerstag, 7. März: 4258. Soirée der Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader.) Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pfg., Vorverkauf 40 Pf.( Siehe Plakate.) American- Theater. Spezialitäten Neues, hochamusantes Programm! Vorstellung. Banfmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Donnerstag, 7. März, abends 8 Uhr: Der Schwabenstreich. FranenUnter den Linden 21. Einzig in seiner Täglich abends 28 Uhr Art. Heute Ben- Ali- Bey. Freitag, 8. März, abends 8 Uhr: Der Oriental. zerbrochene krug. kampf. Sonnabend, 9. März, abends 8 Uhr: Gracchus, der Volkstribuu. Sonntag, 10. März, nachm. 3 Uhr: Der Schwabenstreich. Abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Dichter- Abende. Jm Bürgersaale des Rathhauses, abends 71/2 Uhr: Zum 2. Male; Reuter- Abend. Adolph Ernst- Theater Auftreten der ersten Pirouetteu. Courbette- Tänzerin Englands vom Prince of Wales- Theater in London. Ein fideles Corps. Große Gesangsposse mit Tanz. Nach dem englischen Original ,, A Gaiety Girl" von Jones Sidney, frei bearbeitet von Eduard Jacobson und Jean Kren. Borher: Gendeball. Schwant in 1 Akt von Ed. Jacobson und Jean Kren. Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132, Direktion: Mag Samst. Sensationelle Novität! Gastspiel der amerikanischen Gesellschaft William Calder Mit neuen Dekorationen und Kostümen. Die lebende Brücke. ( The span of Life.) Großes Sensationsschauspiel mit Musik in 4 Aften( 11 Bildern), nach dem Englischen von Sutton Vane, übersetzt von H. Schwab. Dirigent: Adolph Wiedecke. Elektr. Beleuchtungseffekte v. Latowsky. Regie: Max Samst. Rassenöffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Magie. Preise: 3, 2 und 1 M. Sitzplatz. zum 177. Male, Jeden Sonntag Nachmittag 4 Uhr: Familien- Vorstellung zu halben Preisen. Kaufmann's Station Naucke. Variété. Am Bahnhof Alexanderplatz. Das März- Programm hat einen durchschlagenden Erfolg erzielt! Naucke. Naucke ist noch immer die Parole!!! 81/2 und 91/2 Uhr: Naucke. Mr. Nelson. Mr. Morie. Drei Schwestern Silviar. Elly Leona. Joe Bimbo. ( So wird's gemacht.) Die allbeliebt. Stephanie u. Behrens. Die urkom. Corty u. Rappo. Passage- Panopticum. 27 Gitanos aus ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Feen- Palast Burgstr. 22, neben der Börse. Neues collossal. Programm. Die 8 Grunathos. Castan's Panoptikum. Noch nie dagewesen! Die Dinka, Die Riesen des dunkeln Erdtheils: 40 Männer, Frauen u. Kinder. Das scheckige Mädchen Marietta. Präsident Faure". Bock- Brauerei Tempelhofer Berg. Die mysteriösen Liliputaner 57. Bock- Saison. ( darunter die kleinste SerpentinTänzerin der Welt). Cousin August m. seinem brasilian. Orang- Utang. Little Ella, das Wunderkind. Mr. Paolo Vendaro. Lilly Wellini, Kostüm- Soubrette. Wilhelm Fröbel, Berlins 1. Orig.- Humor- Matador. Gisella- Trio. The 4 Original- Dissenatos. Brothers Ulricos. Anfang: Wochent. 71/2 Uhr, Sonn tags: Konzert 61/2 Uhr, Vorst. 7 Uhr. Parodie- Theater Oranien- Straße 52( am Morikpl.). Täglich: Militär- Konzert. Toded- Anzeige. 29776 Beige allen Freunden und Kollegen Bruder, der Instrumentenmacher Gustav Mönch am Sonntag, den 3. März, im Kranken hause Friedrichshain seinen Leiden er legen ist. Die Beerdigung findet heute, Dons nerstag, nachmittags 2 Uhr von dort aus nach Wilhelmsberg statt. Dies zeigen tiefbetrübt an Water und Geschwister. Todes- Anzeige. Unser Kollege und Mitglied der Bu sammensetzer Gustav Mönch ist am Sonntag an der Proletarier frankheit nach langen Leiden verstorben. Sein Andenken ehrt der Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Die Beerdigung erfolgt am Donners tag, den 7. März, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Krankenhauses Friedrichshain aus statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Anfang 5 Uhr. Sonntags 4 hr. 204/8 Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perrückenmacher ( Zweigverein Berlin.) Donnerstag, den 7. d8. Mts., abends 10 Uhr bei Röllig, Neue Friedrichstr. 44, Generalversammlung. Wahl eines Sprechmeisters.[ 123/18 J. A.: Friedrichs, 2. Schriftführer. Madanie Sans- Gene. Bekanntmachung. Vorher: Grand Café Unfallverhütung. Zum Schluß: Heimath. Circus Renz Carlstrasse. Zweiter Nachtrag zum Statut der Ortskrankenkasse für den Gewerbebetrieb d. Kaufleute, Handelsleute und Apotheker zu Berlin vom 14. Dezember 1892. Artikel 1. Donnerstag, den 7. März 1895,( f. erster Nachtrag) treten nachstehende An die Stelle des§ 30 des Statuts abends 71/2 Uhr: Große Abschieds- Borstellung. Tjo Ni En. Beim Jahreswechsel in Peting. Bestimmungen: § 30. Die wöchentlichen Rassenbeiträge betragen: 1. für Mitglieder der 1. Klaffe 63 Pf. Außerdem Auftreten der hervor 3. ragendsten Künstler- Spezialitäten, Bor- 4. führen und Reiten bestdressirter Frei- 5. heits-, Spring u. Schulpferde. Komische Entrees von sämmtlichen Clowns. Bei meinem Abschied von Berlin betrachte ich es für eine angenehme Pflicht, dem hoch verehrlichen Publikum, insbesondere aber noch den hohen königlichen Behörden und der gesammten verehrlichen Presse der Reichshauptstadt meinen allerverbindlichsten Dank für die freundliche Anerkennung und that träftige Unterstützung auszusprechen, welche meinem Institute, wie von Alters her, so auch in dieser Saison, wieder entgegen gebracht worden ist. n " " " " II. III. IV. 54 " " 42 " " 27 " " " " " V. 24 " " 01 〃 " Artikel 2. Die vorstehend abgeänderten Be ftimmungen treten mit dem 11. März 1895 in traft. Berlin, den 16. November 1894. Ortskrankenkasse für den Gewerbebetrieb d. Kaufleute, Handelsleute und Apotheker. Der Vorstand: Straube, Vorsigender. Vorstehender Nachtrag wird hierdurch genehmigt. Als Bethätigung dieses Dankes, wird es, den Traditionen meines Hauses gemäß, mein unablässiges Bestreben fein, auch fernerhin der circensischen J. Kunst gerade in Berlin eine hervor ragende Stätte zu schaffen und gebe ich mich der schmeichelhaften Hoffnung hin, bei meiner Wiederkehr einem gleichen Wohlwollen zu begegnen. Mit dankerfülltem Herzen nochmals mein innigstes Lebewohl Berlin! Hochachtungsvollst Franz Renz, Kgl. Kommissionsrath und Direktor. Ein gangbares Lokal, Andalusien. gegend, wegen anderweitiger UeberVorstellung um 4, 5, 6, 7, 8 a. 9 Uhr. nahme sofort zu verkaufen.[ 2979b zu erfragen Frankenstraße 82, Schöneberg. Papke, Schriftführer. Berlin, den 14. Februar 1895. Der Bezirksausschuss. ( L. S.) Kayser. Nr. 783. [ 154/16 Orts- Krankenkasse der Korbmacher. Generalversammlung Montag, den 11. März 1895, abends 81/2 Uhr, in den Oranien Hallen, Oranienste. 51. Tages- Ordnung: 1. Bestätigung der neuernannten Beamten( Rendant und Kassirer). 2. Verschiedenes. 158/12 Der Vorstand. Achtung! Bahnerjah, auch Theilzahl, wöchentl. 1 Mart, Gudel, Laufiger Play 2, Elsasserstr. 12. Todesanzeige. Den Mitgliedern des Verbandes deutscher Gold: 1. Silberarbeiter u. f. w. zur Nachricht, daß am 4. d. M. unser Kollege, der Goldarbeiter Herr Hugo Collatz verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 7. d. M., nachmittags 4/2 Uhr, von der Leichenhalle der Charitee am Neuen Chor aus nach d. Begräbnißplatz d. Tharitee in der Müllerstraße statt. Um rege Betheiligung bittet Der Vorstand. Ortskrankenkasse d. Steindrucker u. Lithographen, Berlin. Am 5. März cr. verstarb unser Mit glieb, der Lithograph Herr Eduard Kolitz. Die Beerdigung findet statt am Freitag, den 8. März cr., nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jakobitirchhofes, Hermannstraße, aus. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. Sargmagazin und Beerdigungs- Comptoir von J. Kosin, Georgenkirchstr. 66. Auf schriftl. Aufford. sofort. Erscheinen. Kränze, Guirlanden u. Blumen Preisen Franz Jacobig, empfiehlt zu den billigsten Roppenstr. 46, an der Friedenstraße. Görliherßtr. 42 mehrere freundl. Hinterwohnungen, v. 204 M. an, zum 1. April 1895 zu vermiethen. Füsilierstr. 18 bill. Wohnungen 1 und 3 Tr. 26466 Swinemünderstr. 33, 35. Mehrere freundl. Hinterwohnungen 8. 1. April 1893 billig zu vermiethen. Leere Küche[ 29766] zum 1. April z. verm. Staligerstr. 54, 2. Hof Aufg. B 4 Tr. b. Hasselbach. Wohnungen, kleine freundliche, sof. oder später Grünauerstr. 25. Zahn- Klinik 2966b Preise event. Theilzahl. rau Olga Jacobson, Invalidenftr. 145. Empfehle allen Freunden und Befannten mein Weiß-, Bairisch Bier und gr. Speisegeschäft. Reichhalt. Frühstück von 80 P., Mittag mit Bier 50 Pf. fowie Abendtisch à la carte von 80 Pf. an. 2 Vereinszimmer mit Klavier für 20-50 Personen. H.Stramm, Restaurat, Ritterstr. 128. Vereinszimmer zu 20-50 Pers. noch frei Gr. Frankfurterstr. 188b, Gold. Deutscher Freie Volksbühne. Solzarberband. Achtung! Parteigenossen! Achtung! Sonntag, den 10. März 1895: VI. Serie. Vil. Abtheilung( National- Theater) i Kein Hüfung. Beginn 22 Uhr. Zu dieser Abtheilung können noch Mitglieder aufgenommen werden gegen einen Ausweis, der von dem Unterzeichneten schriftlich erbeten oder persönlich abgeholt werden kann. VII. Serie. IV. Abtheilung( Lessing- Theater): Der Geizige. Vorher: Bauernehre. Beginn 3 Uhr. Die nächste Vorstellung der V. Abtheilung findet am 17. März, die der VI. Abtheilung am 31. März im Lessingtheater statt. Die nächste Vorstellung für die I. Abtheilung findet am 24. März, für die IT. Abtheilung am 31. März statt. Zur Aufführung gelangt: Der Pelikan. Schauspiel in fünf Akten von Emile Augier. Um den Wünschen der Mitglieder nachzukommen, Hat der Vorstand beschlossen, zwei Feste mit gleichem Programm stattfinden zu lassen. Das erste findet statt am Sonnabend, den 30. März, das zweite am Sonnabend, den 6. April in den Festsälen von Louis Keller, Koppenstr. 29. Es wirken mit: Konzert- Orchester, das aus 40 Mitgl. bestel. Berl. Konzert- or bester, Dir. G. Grass 5 Bereinigung Zivil- Berufs- Musiker). = die Konzert Sängerin Annie Hindermann, der Geigen Virtuos Herr F. Borisch, ferner die Schauspieler Kräfte Helene von Rienzi und Gustav Kober, sowie die ,, Typographia", Gesangv. Berl. Buchdrucker u. Schriftgiesser. Nach dem Konzert: Tanz. Jm oberen Saale: Bom Beginn des Festes an: Tanz. Billets à 50 Pf. incl. Tanz sind in allen Zahlstellen zu haben. Bis zum 23. März erhalten nur Mitglieder Billets. Da über haupt für das erste Fest nur 2500 Billets ausgegeben werden, so werden die Mitglieder daher gebeten, ihren Bedarf an Billets recht bald zu entnehmen. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. Freitag, den 8. März, abends 81/2 Uhr, bei Ehrenberg, Annenstr. 16: Sigung der Ortsverwaltung und der Werkstatt- Kontroll202/20 Sonntag, den 10. März 1895, in Keller's uenerbauten Prachtjälen, Koppenstr. 29: Möbel- Gr. Partei- Vergnügen Gelegenheitskauf au außergewöhnlich billigen Preisen. Für Brautleute ganze Einrichtungen von 200-1000 m. Theilzahlung ge stattet. Elegante Nußbaum- u.Mahagoni Kleiderspinden und Vertifows 30 m., einfache 15 M., Sophas, Bettstellen mit Matraßen 20 M., Waschtoiletten, Küchenspinden, Kommoden 12 M., Stühle 3 M., Sophatische 6 M., garnitur 60 u. 100 M., Muschelspinden V arrangirt von dem Vorstand des 4. Berliner Wahlvereins bestehend in Grossem Konzert unter Mitwirkung des Gesangvereins Liedesfreiheit ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes), und des Gesangs- Humoristen Micke. Säulen Trumeaux 65 M., Plüsch- des unübertreffl. Jongleurs Mr. Pohl, des Arbeiter- Turnvereins Fichte 40 m., Baneelfophas 80 M. Buffets, Die Musik wird von einer 20 Mann starken Kapelle der Freien Vereinigung der Silberschränke, Herren Schreibtische, Zivil- Berufsmusiker unter Leitung des Muſikdirektors Herrn Graß ausgeführt. Schreibsekretäre, Zylinder Bureaur, Nach dem Konzert: Tanz. Spiegel. Wenig gebrauchte Möbel zu halben Preisen und sollte es niemand Eröffnung 32 Uhr. Anfang 4½ Uhr. Billet 25 Pf. Der Vorstand. versäumen, der gut und reell kaufen 268/18 will, mein großes Lager zu besichtigen. Gekaufte Möbel werden bis 1. April totenfrei aufbewahrt, transportirt und aufgestellt. Schützenstr. 2, Möbelfabrik. C. Götz, Leipziger Medoc Listrac. Cautenac Cotes de Bourg. 6 Medoc St. Julien. Chateau Dauzac Zeltinger( Mosel) str. 123. Cognac Renard Fils u. Co. Bisquit Dubouché u. Co.. Eiercognac( Advocat) Rum, Arac. . Oeffentliche Versammlung der Riffenmacher in unabend, 9. Kommandantenſtraße 20. minhallen, Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme zur Feier des 1. Mai. pr. Fl. 1,15 2. Rechenschaftsbericht der Gewerkschaftskommission vom letzten halben Jahre. 1,20 [ 26116 糖 3. Verschiedenes. 1,20 156 15 Der Vertrauensmann. " 1,45 " " 2,20 Künstl. Zähne 2 M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Reparat. 0,60 sofort. Theilzahlung. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr. 2,20 " 3,90 " 2,60 . " 2,00 " Lieferung frei Haus oder Bahnhof Berlin. Fernspr. A. VI. 4655. VIII. Ausstellung lebender Sing- u. Schmuckvögel In des Vereins„ Ornis", 314M verbunden mit einer Ausstellungs- Lotterie. Vom Donnerstag, den 7. bis Dienstag, den 12. März, Mohrenstr. 17/18( Ede Friedrichstr.), geöffnet von früh 9 Uhr bis abends 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. à Person. Loose à 1 M. find bei allen Vogelhändlern und in der Ausstellung zu haben. Ziehung am 14. März. CariMampe Berlim N Halb und Halb Ueberall zu haben! Mampemik Pomeranzen Feinste Champagnerflasche Likörmischung Mark1,25 Carl Mampe Berlin, Veteranenstr.24. WiederBrenn- und Politur- Spiritus, Prima Sprit verkäufern u. Gewerbetreibenden zu sehr billigen Breifen Hermann Meyor& Cie., Berlin, Brunnenstr. 39. Vorwärts zostet nur Liter- Flasche Mt. 1.1 Dormarls Beliebter Berliner Kimmel Biller, Berlin, 10. Geselstichgeschulfst berall zu haben! Vorwärts wird überall ausgeschänkt. Vorwärts ergiebt bei 13 Vorwärts und 2/3 Wasser und etwas Judier einen ausgezeichneten Punsch. Die Waarenbestände aus der RohTabaken and Utensilien für Cigarren- Fabrikanten !! billigster Einkauf!! W. Hermann Müller Berlin Alexanderstr. 22. E Streng reelle Bedienung. Creditgewährung nach Uebereinkunft!! Ein Jeder mache den Versuch. früher Julius Henke's Ball- Säle( R) Naunyn- Straße Nr. 27. ( Renz Jeden Sonntag, Montag Grosser Ball. und Donnerstag: Empfehle meine Säle zu Versammlungen und Festlichkeiten. 1670L* MöbelFestfäle Oranienstr. 180. Sonnabende und Sonntage zu Ver25466* sammlungen und Tanz frei. Freunden und Genossen hierdurch Kaufgelegenheit die Mittheilung, daß ich am 1. März bietet sich Brautleuten zc. im Möbel- das Schankgeschäft von Eigendorf in Speicher, Friedrichshagen, Paul Spindler, früher Reichenbergerstraße 118 17219* Rosenthaler Strasse 13, 1. Daselbst stehen täglich zum Verkauf: Wilhelmkraße Nr. 67, übernehme. neue gediegene Möbel zu außergewöhn lich billigen Preisen, gebrauchte und verliehen gewesene Möbel zu wahr haften Spottpreisen. Theilzahlung gestattet. Kleiderschränke 15, Küchenspinde, Kommoden 12, Sophas 15, Bettstellen mit Matraßen 18 Mart, Nußbaum- Kleiderschränke, Vertikows 30, Stühle 3, Muschelspinden 40, Trumeaux 65, Paneelsophas 75, Plüsch- Mehl und Vorkostgeschäft mit garnituren 60 Mart. Herren- Schreib- Rolle iv. Todesf. verk. sche, Schreibfekretäre, Buffets, Kouliffentische, Spiegel, alles staunend billig. Vereinszimmer zu verg. Krautstr. 39 Kanarienroller 6 M., sowie eble Zuchtweibchen 1 M., Heckbauer 2,50 M. Brückenstr. 1, Barbiergeschäft. Benicke, Graudenzerstr. 14. Getaufte Möbel tönnen auf meinem Briefmarken, einzelne, wie ganze Lagerspeicher bis April to stenfrei Sammlungen, lagern und werden durch eigene Ges fauft Kaim, Friedrichstr. 236. spanne transportirt und aufgestellt. Ein grosser Posten Gelegenheitsfauf Steppdecken für Brautlente: Im Möbelspeicher Neue Königſır. 59, vorn I., ſollen über 100 Wirthschaftseinrichtungen, furze Beit verliehen gewesene u. neue Möbel spottbillig verkauft werden. Ganze m. echt Wollatlas( reine Wolle) Grösse 150x200, Stck. 7,50 M. ca. 1000 Stück schwere buntfarbige # Georg Wagner Uhrmacher, Oranienstr. 65, 1 Tr. Bitte auf die Hausnummer zu achten. E Uhren n. Goldwaaren in solider Ausführung zu den billigsten Preisen. Massiv Theilzahlung gestattet. Beamten one Normal- Schlafdecken affio goldene Trauringe, geſehlich Anzahlung. Kleiderspinden 15, Küchen. spinden, Kommoden 12, Sophas 15 M., Bettstellen mit Sprungfeder- Matrazen 18, Nußbaum- Kleiderspinden 30, Stühle 8 Mart, hochfeine Muschelfeiderspinden 40, Plüschgarnituren 60 Mark, Herrenschreibtische, Damenschreibtische 30, Cylinderbureaus, Schreibfefretäre 15 Mark, Garderobenspinden, Paneelsophas 75, Buffets, Trumeaus 65 M., Betten, Coulissentische, alles spott billig. Auch einzelne Gegenstände werden zu Engrospreisen verkauft. Empfehle allen Herrschaften, mein größtes Möbellager Berlins 311 besichtigen u. sich von den staunend billigen Preisen zu überzeugen. Gekaufte Möbel fönnen bis April fostenfrei stehen bleiben und werden durch eigene Ge fpanne transportirt und aufgestellt. m. Piano noch frei Vereinszimmer aunynftr. 86. Konkursmasse Filiale H. Rosendorff jr. Invalidente. 161( wijden Markthalle und Brunnenstraße) bestehend aus Damen-, Herren- und Kinderwäsche, Gardinen, Teppichen, Läuferstoffen, Leinen, Bettzeuge 2c. fommen nur an den Wochentagen von 9-1 und 3-8 Uhr zu fest taxirten Preisen zum Ausverkauf. mit kleinen Maschinenflecken, in reizenden Jacquard- Mustern, Grösse 150 x 200 cm. Sonstiger per Städt 4,50 M. Breis 9 M. Meine illustrirte Preisliste über hochfeine Stepp- und Schlafdecken gratis und franko. Steppdecken Emil Lefèvre, Fabrik Berlin S., Oranienstr. 158. gestempelt: 1 Dukaten 10,50 M., 1/2 Duf. 15,50 M., 2 Dut. 20 M. 8tar. von 4 M. an. 5785L* Reparaturen an Uhren u. Goldwaaren solid u. billig Arbeitsmarkt. Belegerin verlangt Goldleiftenfabri Rottbuser Ufer 32. 29726 Musikinstrumenten Arbeiter Streik! Nußbaum- Möbel. Verkaufe sof. vollständige Wohn- und Schlafzimmer- Ginricht. spottbill., auch einzeln, sowie Regulator, Teppiche, Die Kollegen der Piano Fabrit von Bilder, Steppdecken, Plüschgarnitur haben infolge Maßregelungen und Görs& Kallmann ( Brautleuten empfehlenswerth). Landwehrstraße 5/6. * Lohnforderungen die Arbeit nieder. gelegt. Buzug ist strengtens fernzuhalten. Sophabezug Reste Gleichzeitig tit für bie Brande 3 Tischdecken- Reste, Portieren- Reste, Bar dinen- Reste am billigsten Grüner Weg 57. sammensetzer der Pianofabrik Kunze & Sohn, Blumenstr. 70, infolge Maßregelung laut öffentlicher Versammlung vom 13. Januar cr. die Sperre ver Milchgeschäfts- mothereigeräths, 198/18 Utensilien und hängt worden. Jordan, Kleine Markusstr. 28. Homöopath. Arzt Dr. Hösch, LinienDie Lohnkommission. Tücht. Metalldreher, nur beste Arbeiter, auf chirurg. Inſtrumente verl. straße 149, 8-10, 5 bis L.& H. Loewenstein, Gr. Hamburger1375L ftraße B. 7, Sonntags 8-10 Uhr. Möbel, gebraucht, tauft MöbelStraße 13. Ein tüchtiger Granit und Mar Handlung Rosenthaler mor- Schleifer wird gesucht. Zu er fragen Lühowstr. 82. Waarenhaus Sigm. Simonsohn, Oranienstraße 166, 2. Hans vom Oranienplatz. Doppeltbreit schwarzer Kleiderstoff, Meter 55 Pf. Gardinenreste, hochfeine Qualität, Meter 38 Pf. Berantwortlicher Redakteur: 3. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2.