Abendausgabe Nr. 580+ 40. Jahrgang Ausgabe Br. 292 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in ber Morgenausgabe angegeben Rebattion: S. 68, Cinbenstraße 3 Fernsprecher: Donhoff 292-295 Tel- Horeffe: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 70 Milliarden M. Mittwoch 12. Dezember 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszett 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin$ 23. 68, Lindenstraße 3 Fernfprecher: Döuhoff 2506-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Die Beteiligung Amerikas. Washington, 12. Dezember.( IU) Der Sprecher des Böfferbundrat in diesem Sinne einen Aufruf beschließt, der sich nicht Weißen Haufes hat gestern nachmittag auswärtigen Journalisten allein an die Mitgliedstaaten des Böfferbundes, sondern auch an jene gegenüber verschiene Angaben über die nuamehr endgültig be. Rationen mendet, die zu unserem Bedauern noch nicht dem Bälter fch offene Beteiligung Ameritas an der interalliierten Untersuchung bund zugetreten sind, auch die letteren diesem Aufruf Folge leisten des deutschen Finanzwefers gemacht. Der Sprecher verwies auf und an dem Hilfswer? nach Kräften teilnehmen werden. den bedeutsamen Umstand, daß der Borschlag zur Beteiligung Aus allen diefen Gründen wenden wir uns an den Bölferbund. Ameritas an den Arbeiten der Sachverständigenkommission von dem rat mit dem Ersuchen, mit tunlichster Beschleunigung Maß französischen Delegierten Barthou ausgegangen ist. Dem Um- nahmen in Erwägung ziehen zu wollen, die ermöglichen fönnten, stand, daß die Einladung an Amerika auch von Deutschland das deutsche Bolt vor bem völligen materiellen guig heißen wurde, mißt man in amerikanischen Kreisen besondere 3 usammenbruch zu bewahren, das Fortschreiten der Bedeutung zu, da belauntlich die Einmütigkeit der europäischen Demoralisation weiterer Boltsschichten zu verhüten und die heranMächte nach früheren Mittel ungen des Staatsdepartements eine machfende Generation, bie bei einem Andauern des fatastrophalen Borauslegung für die Teilnahme Ameritas an den europäischen Zustandes auf Jahrzehnte hinaus dem physischen Berfall preisgegeben Nöten gebildet hat. Dem Newport Herald zufolge hat die Er. wäre, zu stärken und damit die Gefahr einer Berschärfung der Krise flärung des Präsidenten Coolidge, die auf die Beteiligung Ameritas der Weltprobuftion zu verhindern. an den beiden Ausschüssen Bezug nimmt, fo'genden Wortlaut: Die Regierung erachtet, daß das Sachverständigen projeti eine hervorragende Bedeutung befit. Da die Bereinigten Staaten zu den Gläubigern Deutschlands zählen und da fie im allgemeinen au der wirtschaftlichen Wiederaufrichtung Europas intereffiect find, äußern sich die Bereinigten Staaten zugunsten de Beteili. gung Ameritas au den Arbeiten der beiden Kommiffionen." Wie der Newyork Herad meldet, wird ein und derselbe Sach. verständige an den telten Ausschüssen feilnehmen, Bon offizieller tomme. Das Bureau des Internationalen Gewerkschaftsbundes spricht im Namen faft aller organisierten Arbeiter Europas und eines großen Teiles der organisierten Arbeiter der anderen Belttei'e die Hoff nung und Erwartung aus, daß der Böfferbundrat binnen furzem eingreifen und dem nofeibenden deutschen Balfe Hilfe bringen mird. Das Bureau des Infernationalen Gewerkschaftsbundes. J. A: I Oudegeeft, Sefretär. Der Weg zur Gesundung. Der Man wird nicht leugnen wollen, daß die Einführung wertbeftändiger Zahlungsmittel wenigstens nach einer Richtung der deutschen Wirtschaft Entlastung gebracht hat: Die Zeit der willfürlichen, unerhörten Preissteigerungen ist vorüber. Preis abbau, der auf vielen Gebieten eingelegt hat, konnte freilich nur einem Teil der Bevölkerung wesentlichen Nutzen bringen, dem nämlich, der von der verheerenden Absaktrise nicht als Produzent felbft betroffen wurde. Eine große Zahl vor Arbeitern und Angestellten, die Produzenten gegen Entlohnung sind, über Produktionsmittel und Preise aber nicht verfügen dürfen, ist seit langem seines verfassungsmäßig gewährleisteten Rechtes auf Arbeit beraubt. Der gefürzte Arbeitsverdienst oder die Erwerbslosenunterstüßung bieten ihnen kaum die Mög lichkeit färglichster Eristenz; jedenfalls erlauben sie ihnen nicht, auch nur ausreichend für Nahrung zu sorgen, um ungeschwächt wieder an die Arbeit gehen zu können, wenn sich die Lage beffern sollte. So schmachtet die Mehrheit des deutschen Volkes in graufigem Elend. Mußte es fo fommen? Behn Jahre lang waren Krieg und Inflationswirtschaft nicht nur eine Quelle der Bereicherung berer, die etmas hatten, fie maren auch der unmittelbare An Laß zu einer Lotterwirtschaft in Produktion und Handel, wie man sie bis vor furzem nur in Rußland für möglich gehalten hatte. Müheloser Profit enthob die Unternehmer der Notwendigkeit, die Produktion abfaßfähig für den inneren Seite verlaufet, daß General& aves, der während des Krieges Kampfprogramm der polnischen Sozialisten. Markt zu machen und auszubauen. Gine fünftlich vorgeIntendant der amerikanischen Streitkräfte in Grunfreld war, als Wariau. 11. Dezember.( Eigener Drahtbericht. Jenfra- täuschte Warentnappheit half die Preise immer höher treiben, Sachverständiger Ameritas für die beiden Ausschüsse in Frage und Erefufiv- Semitee der parlamentarischen Gruppe der Polnischen die Reallöhne immer mehr tiefer fenten. Nicht danach fragte Soj'aifischen Partei haben eine gemeinfome Refolution ange- man, ob es auch in Deutschland möglich sei, was dem AmeriLondon, 12. Dezember.( WIB.) Der diplomatische Be- nommen, in welcher die Ber'chärfung des Kampfes gegen die faner Henry Ford gelungen ist, nämlich bei achtstündiger richterstatter des„ Daily Telegraph fhreibt: Der Beschluß des Pra- e ige Regierung bis zu ihrem Stur- und ihre Erfehr ng durch ein Arbeitszeit fo billig zu produzieren und so gute Löhne zu fidenten Coolidge, die Mitwirtung inoffizieller ameritani cher Fi- auf d'e Arbeitermaffen gefüttes Scbinett gelöitert wird. Des zahlen, daß jeder Arbeiter sich mit der Zeit ein Auto kaufen nanzjachverständiger bei der geplanten neuen Reparationsunter- innerpolit fche Prag amm der p.p.S. um'aßt die Verteidigung der fuchung zu billigen, werde in London warm begrüßt Es würde chne eine derartige Mitwirtung möglicherweise überhaupt zu feiner Uuterjugung gefommen fein. Demo rafle, des Parlamentarismus und der Arbelferrechte, sowie die Durchführung von Gelegen über den Teuerungsinder, die Berficherung der Arbeitslofen und den Schuß des Unterrichtswesens gegen terratifiliche Eingriffe. Baldwin bleibt im Amt. Paris, 12. Dezember.( WEB.) Die Meldung aber die Euf fendung privater Sachserständiger Amerifos zur Reparationsfommiffion wird vom Matin" als eine Nachricht bezeichnet, bie man mit tieffter Befriedigung aufnehme. Die Arbeit der Sach. Condon, 12. Dezember.( WTB.) Baldwin hatte geffern verständigen werde zwar die Länder, denen sie angehören, nicht vet atend mit Asquith and Ramsay Macdonald Besprechungen. Der plichten, aber sie werde einen technischen und einen beträchlichen Bremierminister machte ten beiten Parteiführern von seinem Entmoralischen Wert haben. Unter diesen Umständen fel die Beteiligung der Vertreter der Bereinigten Staaten von besonderem Werie, was fluß mitteilung, bis zum Zusammentritt des Barlaments im Umf ju bleiben. von Frankreich anerkannt werde. Appell an den Völkerband. Die Gewerkschafts- Internationale für das deutsche Bolt Zu dem gestern gemeldeten Schritt des Internationalen Gewerkschaftsbundes zugunsten Deutschlands liegt jetzt der Wortlaut der Eingabe des JGB. beim Bölferbundrat in Genf nor. Es heißt in dieser Eingabe u. a.: Wir wissen, daß die in Deutschland herrschenden Zustände ben Bälterbundrat vor mannigfache Schwierigteiten ftellen, mie uns auch bekannt ist, daß der Bäiferbund mit Rücksicht auf die ganze europäische Sonstellation hinsichtlich der von verschiedenen Staaten gegenüber Deutschland durchgeführten Bolitit nur schmer interventeren tann. Ebenso ist uns befannt, daß der Bölferbund, wenn er feine Machtposition ftärfen mill, um in Zukunft seinen Einfluß zugunsten der Bölfer und eines friedlichen Zusammenlebens ber Nationen geltend zu machen, fich in vielfacher Beziehung Referven auferlegen muß. Benn fich der Bölkerbund jedoch in einem Augenblid mie dem gegenwärtigen mit Fragen wie ber Sanierung Defter reichs und Ungarns und ähnlichen Fragen von verhaltnis mäßig geringerer Bedeutung beschäftigen würde, ohne der deutschen Katastrophe London, 12. Dezember.( Eca.) Das Rabinett wird sich vor aussichtlich vor bem neuen Unterhause in derselben Zusammenfegung norstellen, wie bisher. Auch diejenigen Minister, die nicht wieder gewählt worden sind, werden bis auf weiteres im Rabinettsrat per bleiben. Die liberale Bartei foll borläufig in ihrer Gesamtheit dem Gebanken an eine Koalition noch abgeneigt sein. Es find jedoch gewiffe Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Partei zu bemerken über die Haltung, die sie gegenüber der tonservativen und der Arbeiterpartei einnehmen soll. Die Gruppen Asquith, Lord Grey und Schn Simon sind durchaus abgencigt, der Arbeiterpartei die Möglichkeit zu geben, ein lebensfähiges Kabinett zu bilden. Infolge deffen ist die Möglichkeit vorhanden, daß sie der fonservativen Barici gegenüber eine gewisse Neutralität wahren werden, wenn diese ihrerseits Zugeständnisse, macht. Börsenstimmungen. d Tollar amtlich 4,2 Billionen. fonnte-nein, man hatte Wichtigeres zu tun, man hatte über die Errungenschaften der Revolution zu rä onnieren, den Staat und das Volk auszuhungern, man hatte nach machipolitisch.n Bofitionen im In- und Ausland zu streben, während das Bolt. immer liefer ins Elend fant. Und man würde das an mutige Spiel noch heute fortfehen, wenn nut nach einem rt des Wirtschaftsministers Hamm die Inflation ich Dummen, die sich mit der Papiermark in der Hand enteignen felbft aufgefreffen" hätte und die Spekulation auf die ließen, durch die Zurüdweisung dieses Zahlungsmittels unmöglich geworden wäre. So weit hat es die Regierungsfunft der bürgerlichen Barteien- denn deren Vertreter hatten in allen Roa fitionsregierungen die Mehrheit oder bildeten fie sogar alle'ngebracht. Bergeblich maren Warmungen, Mahnungen, Bro tefte und Vorschläge der Sozialdemokratie, man folle doch rechtzeitig eingreifen. Man wollte den Inflationsbolfche. mis mus, mindestens duldete man ihn gern, solange die Finanziers der bürgerlichen Parteien daran verdienten, und man sagte ihm erst ab, als das Bolt durch ihn zu zerfallen drohte. Zur Gefundung fehlt noch viel. Die wesentlichen Bors ausfegungen für die Sanierung der Staatsfinanzen sind ncch nicht geschaffen. Anitatt diejenigen Steuerquellen zu er schließen, die solange völlig ungenugt geblieben sind, denkt man an gewaltige Belastungen des Verbrauchers. Die Arbeiter und Verbraucher, von benen eine große Rahl nicht weiß, wie sie überhaupt leben sollen, sind in der Tat das geeignete Objett einer bequemen Steuerpolitif. Man scheut sich nicht einmal vor dem Gedanken, bei diesem Anlak zunächst doch die Hausbesiger zu fanieren und nach der Einführung der Heute machten sich an der Börse zum ersten Male feit längerer Goldmieten noch eine befondere Wohnsteuer zu erheben. Aber Belt geringe Anfäße einer Erholung bemerkbar. Ein Teil wenn man schon die Arbeitskraft und den Verbrauch zu Trä der Spekulation schritt nach schwacher Eröffnung des Geschäftes auf gern der Hauptsteuerfast machen will, so sollte man fich doch Derschiebenen Märkten zu Rid fäufen. Allerdings ist man in fragen, wie man die Maffe überhaupt tragfähig für der. Banffreifen der Meinung, baß es verfrüht set, hieraus schon Schlüsse artige Steuerlaften macht. Im Reichsfinanzministerium scheint auf bie weltere Entwicklung des Geschäftes in der nächsten Zeit zu man, wenn auch nicht das Bulver, so hoch wenigstens ein ziehen. Insbesondere wirkt vorläufig das herannahende Weihnachts- Rezept erfunden zu haben. Man gibt den Beamten der Klaffen feft mit seiner achttägigen Unterbrechung des Börsenverkehrs fomie I- VI nur ein Drittel bis die Hälfte dessen, was sie nach der die immer wieder auftauchende Bersion von einer bevorstehenden amtlichen Teuerungsstatistit zum Leben unbedingt brauchen. Es unterliegt jedoch feinem Zweifel, daß die Sanierung c'niger Reg strierung des Aftenbefizes einer freieren Regung der Unter- Erst die Endgehälter der Klaffe VII bringen etwa soviel, mie Staaten nur eine reringe Wirkung haben fann, folange im Bentrum nehmungsluft entgegen. Auch die Ungewißheit über die weiteren der Teuerung entspräche. Man rechnet offenbar folgender. Europos ein Bolt von 60 000 000 Menschen vom Steuerpläne der Reichsregierung trägt wesentlich maken weiter: Die Beamtengehälter, deren Niedrighaltung Untergang bebroht ist. zur Einschränkung der geschäftlichen Tätigkeit an der Börse bei. Man burch die Lohnpolitik des Reichsarbeitsministeriums auf ande glaubt, daß der Anfang Januar die Situation sich farm tlären wird, ren Gebieten begünstigt wird, sowie der Beamtenabbau werden insbesondere rechnet man bis dahin mit einer Fortdauer des stillen eine Sentung des allgemeinen Lohnniveaus fördern. Dadurch wird die Nachfrage nach Waren vermindert, Die aus dem Auslande vorliegenden besseren Mart. Die Preise müffen fallen, die Rauffraft des gefenften Was wir wünschen, ift einzig und allein, bie Aufmerksamkeit turfe, bie ungefähr einer Barität des Dollars von 4 Billionen Lohnes wird also steigen. Wie eine folche Bolitik vereinbar ist des Bölterbundes darauf zu lenten, daß zur Zeit als Defterreich und und des englischen Pfundes von 18 Billionen entsprechen, haben mit der einseitigen Abbürdung der Steuerlaften auf die Arbeit Rußland von einer Hungerfatastrophe betroffen wurden, unverzüge verschiedentlich in der Deffentlichkeit die Auffassung hervorgerufen, nehmer, das ist allerdings das Geheimnis der Steuermacher, lich Uttionen ein eleitet wurden, um der darbenden und frierenden baß man mit einer baldigen Herabsetzung der amtlichen Devisen. Die feit Jahren um eine wirkliche Besitzbelastung herumgehen Bevölkerung dieser Länder durch Spenden an Nahrung und Kleibung| notierungen rechnen müsse. Dazu wird jedoch von den in Betracht wie die Kaze um den heißen Brei. feine Aufmertfamfeit zuzuwenden, so würde er unzmeif haft ein Broblem vernachläffigen, dessen Auswirkungen eie Eriftens genzez Bölfer des europäischen Festlandes bedreht und die Krise der briti fchen Arbeitslosigkeit verschärfen muß. 23 Es soll hier in feiner Weise den Irfachen nachgegangen merden, die diese Buftände hervorgerufen haben, sowenig mie mir bei dieser Gelegenheit vom Bölferbundrat verlangen, auf eine Bri Geschäftes. fung dieser Ursachen einzugehen. zu Hi'fe zu fommen. Bir gestatten uns in diesem Zusammenhang temmenden Stellen erklärt, daß eine solche Maßnahme im Augen- Die Anfangserfolge der Währungsreform scheinen auf die großzügige Hilfsaftion des„ American Relief Comitices" tlide nicht in Frage fommt, zumal ja auch bei den jezigen amtlichen eben den verantwortlichen Leitern der Finanzen auf die Nerven und auf die britische Hilfeleistung sowie auf das Hilfsmert ver- Surfen nur ein ganz fleiner Teil der Nachfrage zugeteilt wird. gefallen zu sein. Was will es heißen, wenn mirtlich sich in schiedener anderer Länder binzuweisen, die gleichfalls zur Linderung Außerdem find die Differenzen zwischen den Berliner Notierungen des Elends beigetragen haben. Das Bureau des Internationalen Gewerkschaftsbundes war Daher der Meinung, daß der Bölterbundrat ohne irgendwie auf eine Beurteilung der Ursachen einzugehen, die zu dem heutigen Zustand geführt haben, vielleicht die Initiative ergreifen fönnte, allgemeine Hülfsaffon zugunsten der notleidenden Benölferung Deutschlands um eine einzelnen Gewerben die Nachfrage vor Weihnachten belebt? und den ausländischen Paritäten zu gering, als daß fie ein Abweichen Die Mobilisierung der Ernte, das Herauslocken der von den jetzigen Rurfen rechtferligen würden, die sich in der Ge- Warenvorräte, die jetzt überall zu sehen find, waren gewiß er. schäftswelt wegen der festen Relation- eine Goldmart gleich freuliche Beichen. Ob sie mehr als Reichen find, muß die Zu 1 Billion Bapiermart sehr gut eingebürgert haben. Man funft lehren. Feft steht aber, daß bei einer uf gleichzeitige nermeift ferner darauf, daß eine Herabsehung der Devisenkurse das Schwächung des Verbrauches durch niedrige Löhne und durch Bertrauen des Publifums in die Wertbeständigkeit der Rentenmart feine Schröpfung mit Hilfe der Steuern von einer Gene erschüttern fönne, da weite Kreise nun einmal daran gewöhnt feien, fung der Probuttion nicht die Rede fein tann. die Rentenmart nach ihrem Verhältnis zur Papiermart zu be- Benn Wirtschafts- und Steuerpolitik nicht darauf gerichtet sind. I unter allen Umständen die Goldreserven der Indu in die Wege zu leiten. Wir sind auch überzeugt, daß, wenn der urteilen. strke zu»erflüfff g?« unS Fer Seütschen Volkswirtschaft zugute zu bringen sowie eine wirtschaftlichere, technisch hoch- stehende Produktion zu fördern, dann wird das Wäh- rungswerk auf halbem Woge stecken bleiben müssen. Die Gegner werden behaupten, daß man ja gerade das wolle, was auch wir verlangen, nur auf anderer Weife. Nun, wenn man es sich leisten kann, die Industrie mit einer allge» meinen Verlängerung der Arbeitszeit erneut in den Schlaf zu lullen, anstqtt sie zur Durchführung ihrer Pro- düktionsausgaben, zur wirtschaftlichen Betriedsführung und zur Umstellung der Werke auf die veränderte Marktlage zu Zwingen, dann hat eben für gewisse Leute, die nie gehungert haben, das deutsche Volk noch nicht genug gelitten. Wenn man Währungspolitik treibt, indem man zunächst ein- mal— keinen Reichsbankpräfidenten ernennt und die Aus- gäbe der Goldnote so immer mehr verzögert, wenn man nicht die Reorganisation des Kreditverkehrs, der durch die Spekulationswirtschaft der Banken nicht weniger wie durch die natürlichen Folgen der Inflation untergraben wor- den ist. als. dringendste Aufgabe betreibt, dann können wir uns auf eine Verlängerung der Wirts6)aftskrise ins Endlose gefaßt machen. Die Zeit ist nicht allzu fern, wo die Regierung, durch die Macht der Tatsachen gezwungen, in die Währungspolitik hineinzugehen, dem Volke wird Rechnung zu legen haben. Wir verlangen von ihr nicht, daß sie sich bei ihren Maßnahmen von falscher Sucht nach Popularität leiten läßt. Aber sie wird sich nicht darüber zu wundern brauchen, wenn ihr« bisherigen Taten auch unter dem Gesichtswinkel beleuchtet werden, in- wieweit man eine Popularität bei der Reaktion auf Kosten der arbeitenden Massen gesucht hat, und darf dann über die Quittung der Wähler nicht erstaunt sein. Sie können sich nicht öurchsetzen. Zersetzung im deutschnational-völkische« Lager. Die Deutschnationalen haben eine Schlacht verloren. Nach dem planmäßigen Angriff auf die parlamentarische Feste rennen ihre Reihen nach verlorener Schlacht nach allen Seiten auseinander. Der auseinanderstrebenden Tendenzen, Strö- mungen und Interessen gibt es im Rechtslager zu viele, als daß sie lange Zeit beisammen, bleiben können. Nirgends ist der Haß gegeneinander größer als im rölkifchcn Lager. Hitler-Luden- d o rf t* Völkische, K a h r- Völkische,.bayerische Separa- listen, Landbllndler, A l t k o n s e r v a t i v e, Alf- d.e u t s ch e, Wulle-Graefe- Völkische, Deutschnatio- n ä l e rechter und linker Färbung(Westarp kontra ch e l f f e r i ch), S ch w e r i n d u st r i e l l e Wirtschaftsdiktato- r�n, o ä kerländische Verbände— ein Hexenkessel, ein Wirrwarr, ein Durcheinander, in dem kaum ein intimer Kenner sich zurechtfindet. Alle rufen sie nach dem Diktator. Jeder will Diktator sein, jeder hält den anderen für unfähig, die Diktatur auszuüben. Jeder sieht in dem anderen einen unangenehmen„S ch ä d l i n g". Das ist das Bild der deutsch- nationalen und rechtsradikalen„Volksbewegung", die den .Millen zur Macht", den„Willen zur nationalen Politik des Unterdrückten Volkes" in sich zu verkörpern vorgibt. Kein Wunder, wenn in einem Anfall von ehrlicher Selbstbesinnung der heißspvrnige, völkisch-deütschnationale Preuhenabgeordnete Sch l a.n g e- Schöningen offen bekennt: >"»Aach darüber wollen wir uns klar fein: Es wird niemal, döhtu kommen, daß wir an» ans pariamenkärlichem Wege so darchfehen KNnen. wie« znm Wohle des Volkes notwer�ig ist." In der Tat die ideen- und geistlose G e.w a l ta n Ke t un g der Rechten, die primitive Nalvität, mit der Männer vom geistigen Format eines Hitler sich zu Führern des Volkes aufspielen und sich und anderen einzureden versuchen, es be- dürfe in Deutschland nur des Willens zur Macht, nur der ..choralischen Erhebung gegen den Versailler Friedensvertrag", um sofort all der tausend Nöte Herr zu werden, in die das unter kaiserlicher Führung in die Niederlage hineinge- triebene Deutschland nach dem Versailler Vertrage geraten ist, diese politische Kinderei ist nicht geeignet, die Führung im Sie Welt ohne Schleier. Von K a r l F i s ch e r. . In der Komischen Oper, die einst Direktor Gregor gegründet und Per er höchste künstlerische Prägnanz gegeben hat, was natürlich zur FÄge hatte, daß er mit Pauken und Drommeten plelte ging, in diesem Theater, das längst mehr komisch als Oper ist, wird«in Stück auf- geführt, das auf den viel verheißenden Nomen hört:.Die Welt ohne Schleier". Dos Stück soll außerordentlich schön und geschmackvoll sein, und das kommt gewiß daher, daß die Schauspielerinnen den Schleier, d«n sie in dem Stück des vorigen Winters, dos auch sehr schön und ge- schmackvoll war, wenigstens noch trugen, nun auch noch als lang- weilio und lästig abgelegt haben. Di« Direktion jedenfalls zählt jeden Morgen in meterlangen Plakaten an den Litfaßsäulen die vielen Borzüge des Stückes auf und erklärt zum Schluß mit Recht, daß sie es verabscheue,' Reklame zu machen. Indessen, ich glaube, die Dtreition. der Komischen Oper hat nicht reckst, wenn sie behauptet, es sei reizvoll, die Welt ohne Schleier zu sehen. Man hat nur Aergcr und Verdruß davon. Das mußte dieser Tag« so recht, eindringlich«in Kollege von der.Deutschen Tages- zeirung" erfahren, der in Vertretung des Kritikers in das Theater am Kurfürstoudamm-gegangen wor, wo Ihm die Direktion— Ehre, wem Ehre gebührt— einen Platz in der Log« angewiesen hatte. Der Verdruß des Kritikers i. V. kam aber nun nicht daher, daß chtch auf dieser Bühne die Damen der schleierlosen Mode huldigten. O. nein, hier heißt Kunst, die prachtvollsten und prunkendsten Kostüms tragen, während der Theaterzettel kündet, welch« Firmen diese Kunst- «ark« gefertigt haben. Nein, der Aerger und Verdruß des liebsn Kollegen kam aus anderer Quell«. . Er gehört, wie alle, die auf sein« Fahne schwören, zu den unbe- stechlichen Naturen, die olles nur so sehen und so sagen, wie es wirklich ist, die die Welt ohne den Schleier der Voreingenommenheit wägen und werten. Darum ist ihm auch ohne weiteres zu glauben, wenn er, vom Zorn geschwollen, das gut«, große Germanenherz, er- zählt, daß er mir Juden gesehen, die sich frech und pöbelhaft be- nömmen habe», die alle Taschen voller Devisen hatten— es ist ja längst bekannt, daß nur Juden wertbeständiges Geld besitzen, das immer nur aus unsauberen Wegen zu ihnen gekommen ist— und die während der Vorstellung den 5)ut auf dem Kopf behielten. Da packte den armen Kritiker die Wut, er stürzte in seine Redaktion, spie Gift und Galle, und zum Schluß schreit er nach dem alleinselig- wachenden Hakenkreuz. Darüber wird sich niemand wundern, der weiß, daß nur der di« Welt ohne Schleier und Schminke sehen kann, der ein Hakenkreuz hat, oder zu ihm hält. Den besten Beweis für die!« Behauptung habe» ja erst unlängst die Herren Hitler und Ludendorfs geliefert. Die. Direktion der Komischen Oper aber, die uns die Welt ohne Schleier zeigt, muß entschieden Hakenkreuze an ihr Haus hängen und den Schauspielerinnen große Hakenkreuze bei dem Mangel an Bekleidung auf den, nun, sagen wir, Rücken malen lassen. Dann poetischen Leben des Volkes zu evvbsrn. Sick mag genau fa gut wie die kommunistische Demagogie aus ungeschulte und verzweifelte, auf hungernde und enttäuschte Massen eine Zeitlang Eindruck machen, die überwiegende Mehrzahl des Volkes ist in Deutschland politisch geschult genug, um die innere Abhängigkeit der deutschen Politik von außerdeutschen �akto- ren zu verstehen und zu würdigen. Sie begreift, daß em be- siegtes Land und ein besiegtes Volk andere Schwierigkeiten zu überwinden hat und unter anderen politischen Bedin» gllngen lebt, als wie sie im Frieden bei uns bestanden und zu einem Teile bei den Siegermächten heute noch bestehen. Die Sozialdemokratie, die in der Zeit der schlimmsten Not den Staat gerettet und z u sa m m e n g e h a l ten hat, kann den kindlichen Angriffen dieser Leute, die wissend und un- wissend nur V o r s p a n n d i e n st e für die Diktaturgelüste hinter den Kulissen agierender Wirtschaftskräfte leisten,, ge- lassen entgegensehen. Der Ansturnr dieser gewiß nicht zu unterschätzenden Kräfte gegen das parlamentarische System ist zur Niederlage von vornherein verurteilt. Der Ansturm selbst muß in diese Kreise je länger, je mehr den größten Wirrwarr hineinbringen, und der heutige Leitartikel des radikalen Herrn Schlange in der„Deutschen Zeitung", der als Auftakt zu der erweiterten Hauptvorstandssitzung der Deutschnationalen Volkspartei geschrieben ist(dort siegen sich rechter und linker Flügel heftiger denn je in den haaren), ist ein deutlicher Beweis für die zersetzende Wirkung, die die Anziehungskrast parlamentarischer Mitarbeit auf jeden utopischen Radikalismus ausüben muß. Herr Schlange sieht voraus, daß selbst bei den größten Erfolgen d«r Deutschnationalen und Deutschvölkischen bei den kommenden Reichstagswahlen eine ungetrübte Freude am Gewinn ihnen auf dieser Erde nicht beschieden sein wird! »Auch dann wird immer nur eine Koalllionsregierung möglich sein, auch dornt würden wir immer noch behaftet sein mit dem Blei- gewicht derer, die von jeher erfahrungsgemäß vor jeder durchgreifen- den Mahnahme zurückschrecken, deren Lcbcnseletnenk das Par lamentieren und Koalieren ist und deren knie bei jedem Stirnrunzeln der Sozialdemokratie zu zittern ansangen!" Darum fordert Herr Schlange ein offenes Bekenntnis. „daß wir nicht auf dem Boden dieser voiksvernichten- den Verfassung stehen", daß.wir nicht warten können, bis wir diese Verfassung ick eicker langsamen Evolution ändern und bessern können". Schlange fordert den deutlichen und aus- gesprochenen Bruch mit der bisherigen Taktik der Deutschnationalen, die im Parlament eine zwiespältige Haltung einnahmen, die sich auf den Boden der Weimarer Verfassung zu stellen bereit erklärten, die S t r e s«« mann als Außenminister schlucken wollten, die den V e r» saillerFriedensvertrag anzuerkennen bereit waren, die als Partei mit parlamentarischen Mitteln zur Macht zu gelangen suchten. Schlange glaubt nicht, daß auf diesem Wege die. völkisch-radikale Strömung sich wich durchsetzen können. Er fürchtet, daß auch sie im Wechselspiel der parla- mentarischen Koalitionspolitik verbraucht wird und»er- langt, daß man„dem Gedanken der internationalen Revo- lution den unverbrauchten Gedanken der nationalen Revolution" entgegensetzt: .Reißen wir uns wieder los von all der parlamentarischen Klüngelwirtschast, in der wir in den letzten Wochen fast unterzugehen drohten. Schaffen wir dem Volke Klarheit darüber, daß es von keiner Partei gerettet werden kann, solange die heutige verfeissungs- Whig« Parlamentsmißwirtschalt sortdapert. Hören wir �aui, Partei zu sein. und werden wir B o l ks be w"e güng.gÄttnsW.mit' all�n -denjenigen. Deutschen, dje, sich in. du-str neroenzeynDrhendeck �ckht noch so etwas wie einen Willen bewährt haben,"• Es ist nicht uninteressant, daß diesem kriegerischen Appell gegen die bisherige Taktik der Deutschnationalen dos. Be- tenntnis zur Einheitlichkeit der völkischen Bewegung folgt, die unüberwindlich sein werde, sobald sie einig sei. Wir glauben nicht, daß die Deutjchnationalen in chrer Gesamtheit. so stark auch der Einfluß der völkischen Zellen in ihren Reihen bereits ist, morgen schon dem Appell des He«n Schlange Folge leisten werden. Die Auseinandersetzung mit diesem Problem wird ihnen freilich nicht erspart blechen, und muß sie zur millionsten Aufführung dies» Kritikus einladen, der dann andauernd Hallelujah schreien und schreiben wird. Den anderen Herren Theaterdirektoren jedoch sei die Geschichte mit dem Hakenkreuz dringend zur Nachahmung«mpsohlen. Die Kritik vereinfacht stch dann aus ganz wundervolle Weise, und alles schwimmt vor Wonne in einer Welt ohne Schleier. Literarische Sosheiten. Der witzige Franz Blei läßt soeben im Ernst-Rowohtt-Berlag zu Berlin sein höchst amüsantes„Großes B e st i a r i u m der modernen Literatur" in einer neuen, sehr vermehrten Auf» lag« erscheinen, di« sich sozusagen als«in« klein« moderne Literatur- geschickte darstellt. Es ist freilich keine Literaturgeschichte üblicher Art: was Blei hier in höchst konzentrierter Form darbietet, ist ein Extrakt von Scherz, Ironie, Satire und tieferer Bedeutung. Ein wahrhaft kritischer Geist von. überlegenem Humor ist hier am Werk, um seine dichtenden Zeitgenossen und sich selbst, im Zerrspiegel zu zeigen. Man höre nur. was für.Anekdötchen Bl« von seinen schreibenden. Kollegen zum besten gibt: Jemand fragte Arthur Schnitzler, der aus einer Gesellschaft dam. wie er sich unterhalten habe.„Ohne mich." sagt« der Plauderer, „hätte ich mich sehr gelangweilt." » In Wien wurde einmal der Nachlaß einer wegen ihrer Lieb- schaften mehr als wegen ihrer Kunst berühmten Schauspielerin öfsent- 'sich versteigert. Einig« bewahrte Damen fanden entrüstet, daß di« Preis« zu hoch gingen.„Diese Damen," sagte Franz Blei,.Hätten die Sachen am liebsten zum Selbstkostenpreis." $ Franz Werfet wurde im Kriegspressequartier damit beauftragt, Wort« und Aussprüche zu erfinden, die Kais« Karl bei öffentlichen Anlässen von sich geben könne. Werfet erfand mit vieler Freund« Hilfe ein« Menge Das beste Wort ob« macht« d» viel mehr als witzige Anton Kuh:„In meinem Reich geht die Sonn« nie auf." $...-,.. Auf den ehrgeizigen Carl Sternheim Hot man folgendes Epitaph verfaßt:.Hier ruht Carl Sternheim. Es ist d« einzige P'atz, nach dem er nicht gestrebt hat." » Wedekind lag an einem gebrochenen Bein im B«tt und Halbe besuchte ihn, trotzdem man„bös" war. Man oersöhnte sich. Als Wedekind Wied« ausging, begegnete ihm der berühmt« Veriaffer schöner Stücke, der ihn grüßte. Wedekind sah in die Luft.„Aber Frank, wir haben uns doch versöhnt!"—„Das war nur für den Sterbesall. Herr Doktor Halbe," sagte Frank und ging welter. * Vom Nebenzimmer aus vernahm man Geräusch eines lebhaft geführten Gespräches, das Carl Siernheim und ein sächsischer Diplomat miteinander führten. Und zwar über Marx. Erst noch«in- einhalb Stunden kamen die beiden Herren däräük, daß Sternhesin den Marx, Herr v. R. den Max von Baden gemeint hatte. hcks Vösspiel 55 atzckr« i zeigt, z» welchem Ergebnis die Ans» emackdersetzung im Rechtslager Nsit tödlicher Sicherheit führen muß: zur vollständigen Lähmung und politischen Einflußlosig» keit. Der wirksiche Wille zum staatlichen Neuaufbau, der sich der idiotischen Bürgerkriegspielerei dieser Narren entgegen» stellen, wird und muß in Deutschland stark genug sein, um die staattiche Einheit der Republik, wieder fest zu sichern und revo- lutionäre Erschütterungen durch rechts- oder linksradikale Dik» taturgelüste ein für alle Male unmöglich machen. Wenn dies« Aufgabe gelöst ist, und wenn im Zusammenhang damit die außenpolitischen Verhältnisse sich geklärt haben, dann wird sich bald zeigen, daß hinter dem Geschrei dieser deutschvölkischen Phantasten keinerlei ernst zu nehmenden politischen Kräfte stehen. Die Sozialdemokratie, deren ungeheure Arbeit für die Erhaltung Deutscht»:.'>s diese Gesellen heute glauben verieum- den zu können, braucht keinen Augenblick zu fürchten, daß diesen Kräften dann ihr verdientes Schicksal— Zerfall sind Zersetzung— erspart bleiben könnte. Eine Entgegnung. Und eine Antwort. Genosse Franz Künstler schreibt uns: Di« von der letzten Funktionärkonferenz fast einstimmig onge, nommsn« Entschsießung für die Einheit der Partei war für die Re» daktion im gestrigen Abendblatt d« Anlaß ein« nicht gerade sachlichen Polemik gegen die übergroße Mehrheft der Bersin« Funktionär«. Als Vorsitzender d« Berliner Parteiorganisasion halte ich es für meine Pflicht, gegenüber solch einer Kampfes» weife entschieden Verwahrung einzulegen. Auf was stützen sich die Anklagen und Vorwürfe des Artikeisschreibers? Warum muß so schwere» Geschütz aufgefahren werden gegen ein« Eni- schl'ießung, die aus der Sorge um die Partei geboren wurde und an die Adresse all derjenigen gerichtet ist, die schon in jeder Kritik die Spaltung der Partei sehen? Der Dttfafler des Artikels hat unserer Partei den allerschlechtesten Dienst erwies«:, indem er in mehr beleidigender als sachlicher Form sich gegen den Beschluß d«. Funktionäre wendet. Es' wird behauptet, die Entschließung enthalte den.Geist ge» häfstgen Mißtrauens". Dazu gehört schon ein große? Teil Bor« «ingenommenheit gegen die Berlin« Porteigenofienschast, um sckches behaupten zu können. Wenn die Frage aufgeworfen wird, w« die'.gewisse Seite" ist, die von einer drohenden Parteispaliung spricht, so ist zu bemerken, daß in letzt« Zeit sehr häufig bei den Ausemandersetzunzen über strittige Fragen in Parteioersammlungen wie ober auch«m anderer Stelle von ein« bevorstehenden Spaltung der Partei di« Rede wor. Es waren dies nicht nur private Aeußerungen, sondern öffentlich wurden dies« Redewendungen in di« Debatte geworfen. Es dürfte doch dem Verfasser nicht unbekannt sein, daß Genossen in exponierter Stellung roiederhoft die Einigung als ver» f r ü h t betrachtet haben. Das Anklagematerial des Verfassers gegen die Berlin« Funk. sionäre beweifl. daß dasselbe sich nur auf privat« Aeußerunqen und Zurufe aus ein« nach Tausenden zählenden Versammlung stützt, was von ihm selbst, wenn es von der anderen Seit« kommt, als ganz harmlos hingestellt wird. Damit will ich nicht entschuldigen, was an unsachlichen Zwischenrufen bald von dies« od« jener Sefte geschieht.. Dies« aber einseitig gebrauchen, um damft Stimmung zu mächen gegen die Bersin« Funktionäre, ist«in Beginnen. mos mit„wahrhaft parteigenössischer Gest nn un g" nichts-zu tun hat. Nur einem Zufall ist es wohl hoffentttch „zuzuschreiben, daß in öetfriben Spalte, da, wo die Berliner Eni- schließ titig angegriffen wixd. untär dem Strich di« Ueberlchrift Zu ftäden ist:.Me janz« Richtung paßt uns nich!" � �.'''V ♦-. Dazu haben wir zunächst folgendes zu bemerken: Am Dienstag früh erschien Genosse Künstler in der Redaktion und sprach den Wunsch aus, die umstritten« Resolution im Wortlaut veröfftnilicht zu sehen. Er wurde daraus aufmerksam gemacht, daß dies« Ver, öffentlichung eine sehr unerquickliche Auseinander- s e tz u it g unvermeidlich mache und daß die Redaksicm sie darum lieber vermieden sehen möchte. Genosse Künstler bestand als Vorsitzende? »Die Kassette" von Carl Sterithettn wurde in der„Tribüne" unter des Verfassers eigener Regie neu belebt. Ab« sie hatte nicht mehr die Wirkung wie vor dem Krieg«, al» Bassermann die Hauptfigur gestaltete. Di« Demolier ung d« deutschen bürgerlichen Familie, die Sternheims Ziel ist. hat inzwischen solche Fortschrftl« ge- macht, daß die Literatur, auch die eines Rebellen, etwas o erblaßt. Aber die Bestie ist nicht tot, und so ist auch Sternheims Demaskietung immer noch willkommen. Di« fressende Zerfetzung, di« der Kapita- lismus am Gefühls- und Geistesleben de» deutschen Bürgers bewirkt Hai, die BtrsSlaoung vor dem Geld«, da» hier durch di« Kassette sinn- bildlich verkörpert wird, kommt zur sasirischen Demonstration in der bürgersichen Mittelschicht. Da Sternheim fein eigener Regisseur war. enilpricht die Aufführung sicher seinen Jntensivnen. Sein expressionistischer Stil, der Typen schafft, kein« naturalistischen Abbilder der Wirklichkeit, und ein««igen« gedrängte, explosiv« Sprache ver- wendet, kam nicht voll zum Ausdruck. Di« Konzessionen, die in der urwüchsigen.Hose" eher am Vlatz« waren, werden hier fortgesetzt, und das Marionettenhoste, Mechonissisch« der Fiouren wor ge- mildert. Ed. v. Winterstein, der Meister kraftvoller, starker Persönlichkeiten, war für diesen von Geldgier besessenen Oberlehrer zu fest und solid«, obwohl da» Maschinengewehrfeuer feines Dialoges nur so knatterte. Wie ein Fasiim schrill pathetisch und komisch zu- gleich Adel« Sand rock über die Bühne, die wirk'ich zur Typ« gr- steigerte, tmerbftilich die Macht des Geldes ausnutzende Erbtante, die die Erben dvanalalierh mit der Erbschaft lockt und sie in Wirklich» keit enterbt. Die Frauen dürfen bei Sternhetm ihr Inftiuktftben frei« entfalten. Kirnt Aschenbach(die zweite Frau des Oberlehrers die Erlaß für den ans Geld verlorenen Mann si'ckH und Vera Skidelski ldie famose Parodie auf das jtinae Mädchens tonnten sich natürlicher aeben. Köstlich war Georg Alerander als Pbotoaraph S-idenlchnur, ganz der vom Auffsieas- und Bil>"n--s. simmel besessen« Jüngling, der dabei ab« sehr realposisisch zu Werke geht. Sternheims Drama bat kein natürliches Ende. Es könnte— wie es viel zu breit aeraten ist— nock weiter lm-fen. �as Msi'n einem Teil des VubNkums nicht zu gefallen, es zischte. Ab« Sternheim ließ sein Jntellettuellengesicht trotzdem leuchten. r. vi« ärfshwiig der«rov. CptT lall am 25. d. M. lfrtflnnisen. Von den 2300 Plätzen liefen der VolkSbübn« täalicki dte Hältle zur Prriüauiig. t-ne Auzcbl neuer Vere'nSadteilungen für Abcndvc» stell migen wurde erribtet. für dt» adwechsetnd Nulssibrunaen In der SoltSbltline. in der StaatSop« am KönigSplotz und nn Kr. Sckaulpielbaule daitünden. Für j-de Abend. vorsteklima tl! der EinbeitSvrelS ans 1.20 M. sellaeletzt. Amnelduwen neuer Mitglieder in allen siablüellen. in den Kaulbänsern von Hermann Tieh nnd tu der GelckäftSlielle der PolkSbübne, llinienlir. 227. Vi« Nlorgevseier der Nolle büdoe. die om Iß. Dezember die llranffübrung von Ä. Stramm«„Ritdimrntar" dringen lollte. mutz technischer Schwierig» kelten wegen aus den 6. Januar verschoben werden. ckw« Attssielluva de» pollNlchen lerror». Da« Revolut!on?mi!lcum l» B« t e r« bur g richtet ein« Abteilung ein. die. dem OÜ-ikrvr«k zulolae. da« schriftlich« find bildliche Material zur Keschicht« der in Ru-Iand von 1900 b!« 1910 verübten terroristischen Akte entbalten soll. Der grö>>'e Teil dieler Schriften und PholograHhien tst bitter weiter«» Kreisen ganz UN» betannt gebleb««. ber Berliner Parteiorganisation trekdem auf der Beröffentlichung, die unseres Erachtens überflüssig war. Bir hatten bereits berichtet, Daß eine Resolution für die Einheit der Partei" angenommen war; auf die Beröffentlichung ihres verunglückten Wortlauts bestehen, hieß bewußt und abfichtlich den Barteistreit in die Spalten des Borwaris" tragen. Was von solchen Grörterungen zu ermarien ist, zeigt die Zu schrift des Genossen Rünstler, mit der schwer etwas anzufangen ist, weil sie aus lauter Redensarten besteht. Sie zeigt uns, daß nach der Meinung Künstlers die Kritif, die von den Berliner Funktionären geübt wird, vom„ Bormärts" stillschweigend eingestedt merden muß ( wie er es bisher immer noch mit Lammsgeduld getan hat), baß fich aber fofort Gefühle des Beleidigtfeins einstellen, menn in noch fo zurüdhaltender Form Gegenfritif geübt wird. Balkonschmuck. Der Aerztestreik. für wußte feiner der Interessentenvertreter anzugeben. Immerhin wäre ohne Eingreifen der Polizei auf dem heutigen Jeber beffere Mensch, der nur ein wenig auf seinen guten Ruf Marti sicherlich eine weitere Preissteigerung hält, fchmidt feinen Balfon nicht nur im Sommer mit allerlei eingetreten. Trotz des Protestes der Großschlächter blieben bunten Blumen, Wein und anderen Gewächsen, sondern sieht darauf, postiert und kontrollierten dort an Hand der Gewichtszettel, ob die die Polizeibeamten in den Verkaufshallen an den Wiegestellen dos Baltonwand und Boggiabrüstung auch im Winter nicht leer find. zulässigen Breise eingehalten worden waren. Da fegt man Zannenzweige auf das Gitter oder stellt fleine Tannen. bäumchen in Töpfen auf. Dazu kommt nun aber nicht lange vor Beihnachten noch ein ganz besonderer Baltonschmud, den man natürfich auch nur in den besseren" Gegenden oder bei den feinen Häusern Eine Entschließung der Gewerkschaftsfunktionäre. findet. Da hängt zum Beispiel ein Hase, so ein recht fetter, feister Die Gewerkschaftstommission hatte gestern abend die Kerl Der Nachbar. hat sich ein Reh geleistet, das draußen auf dem Balton noch füftet und darauf martet, daß es vom Fell befreit wird Gewerkschaftsfunktionäre Groß- Berlins zusammengerufen, um ihnen und in die Bratpfanne wandert. Noch einer ein Haus meiter hat sich durch den Chefarzt der Allgemeinen Berliner Dristrantentasse, Dr. Den Beweis, daß die Aeußerungen, die zum Gegenstand jener für eine Bute entschieden, und Kenner dieser Dinge behaupten, daß BryII, einen Bericht über die Entstehungsgeschichte und den bis. Entschließung gemacht wurden, öffentlicher und nicht privater Natur Butenfleisch ein durchaus leckerer und wohlbekömmlicher Braten für herigen Verlauf des Aerzteftreifs geben zu lassen. Der Referent maren, bleibt Genosse Künstler schuldig. Das Berständnis dafür, daß die Feiertage ist. Und meiter findet man auf solch einem Spazier. führte etwa folgendes aus: das systematische Hinauswählen bewährter Genossen der alten Mehrgang zur Besichtigung der Schönheiten von Baltonschmud ein paar heitspartei aus dem Bezirksvorstand knapp ein Jahr nach der Eini Enten, eine Gans, einen Hahn und anderes Getier. Einer dieser gung, das fogenannte Ausmiften", auf einen Teil der Partei ver- lieben Mitmenschen hat sogar zwei Gänse auf seinen Balton gehängt. ftimmend wirken konnte, fehlt ihm. Wir wissen nicht, was jenen Diefer gute Mann darbi gewiß wie jener brave Medienburger, der Genossen vorzuwerfen war, wenn nicht das eine, baß sie ben Rampf behauptet hat: So eine Gans ist ein tomischer Bogel. Eine ist zum Berlins gegen Parteivorstand, Reichstagsfraktion und Zentralorgan Frühstück zu wenig, und zwei find zuviel. nicht wollten, daß fie innerhalb der Partei für Verständigung Einen ganz besonderen Genuß aber wird es bereiten, nach ein eintraten. Sie waren der Meinung, daß niemand die Weisheit mit paar Wochen abermals dieses Weges zu ziehen, wenn all das Bieh Löffeln gefreffen hat, auch die Opposition nicht und daß fie mit geug zubereitet ist und im Bratofen brozelt. Haben jetzt nur die dieser Meinung nicht ganz im Unrecht waren, zeigt die Zuschrift des Augen etwas, befommt dann auch die Nase ihr Teil. Es steht nur Genoffen Künstler deutlich genug. zu befürchten, baß diefe Tierhalter" Befehl geben, die Küchenfenfter zu schließen, um den lieblichen Geruch in der Küche zu behalten, damit die Begehrlichkeit anderer nicht gereizt wird und sie nicht zum Bewußtsein ihrer Rotlage fommen. Denn es find große Menschen freunde unter diesen Besitzern wertbeständigen" Geflügels. Darum noch einmal: Laßt ab von diefen Methoden der inneren Betämpfung! Dentt an halle! Knillings Informationen". Max Bading. Wie Genoffe Hoffmann verleumdet wird. München, 11. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Minister Genosse Mag Bading ist, 71 Jahre alt, geftorben. Da er präsident Rnilling hat in feiner zweiten Rede im Ständigen Ausschuß des Landtages am letzten Freitag Bezug genommen auf freis nur im stillen wirfte, ist er nur noch den älteren Parteigenossen eine offiziöse Mitteilung des bayerischen Pfalztommiffars, die den befannt. Unter den schwierigsten Berhältnissen des Sozialisten Senoffen Hoffmann weiterhin mit hochperräterischen Loslöfungs. gefeges hat Babing gemeinsam mit Paul Singer im Jahre 1884 das bestrebungen der Pfalz in Berbindung brachte. In der Nachmittags- Berliner Boltsblatt, den Borläufer des„ Borwärts", be ligung war Genoffe dermann in der Lage, die Mitteilungen gründet und auch in feiner in der Beuthstraße gelegenen Druderei Knillings, und feiner Hintermänner als glatte Bertembung be. bis 1902 gebrudt. Trog aller politischen und geschäftlichen Hinber zeichnen, zu können. Darauf antwortete für den abmejender Mi. niffe ift es ihm gelungen, allerdings mit Hilfe der stets opferbereiten nisterpräsidenten Ruftusminister Matt, die Regierung habe sich unterstützung unseres Paul Singer und der Berliner Parteigenossen, inzwischen telephonisch in Heidelberg erfundigt und es jei ihr be das Boltsblatt" durch alle Fährniffe des Sozialistengefeges zu bug ftätigt worden, daß die Sozialdemokraten Hoffmann und Bagner Tieren. Wir werden ihm ein treues Andenten bewahren. Seine Einässerung erfolgt am Sonnabend, den 15. De am 2. Dezember in Reustadt und anschließend in Raiserslautern mit feparatistischen Regierungsmitgliedern der autonomen Pfalz ver. 3ember, mittags 12 Uhr, im Krematorium in Wilmersdorf. handelt hätten. Demgegenüber hielt Genoffe dermann, der felbft Pfälzer ist, sein Dementi soll aufrecht. Fahrlässige Tötung oder...? · Die Unzufriedenheit der Versicherten gegen die Krankentassen ist bei den hohen Beiträgen sehr wohi verständlich. Schuld baran find Die Währungsverhältnisse. Aber auch die Aerzte sind unzufrieden. Sie glauben für ihre Leistungen nicht die Gegenleistung zu erhalten, die sie beanspruchen könnten. Weite Kreise der Be völkerung, die teils direft, teils indireft an der Krankenversicherung intereffiert find, sind der Meinung, die Krankentassen feien überlebte soziale Einrichtungen, gingen an ihrem Fistalismus zugrunde und fönnten höchstens durch ein größeres Gelbstverwaltungsrecht wieder aufgebaut werden. Der jekt oft gehörte Ruf nach Beseitiging der Krankenversicherung muß von den Bersicherten selbst ohne Disfuffion abgelehnt werden. Dringender notwendig als lebt find nie die Krantenfallen gewefen; von ihnen hängt nicht nur die Bolfsgesundheit überhaupt, sondern auch die der meisten Aerzte und Apothefer ab. Allerdings werden die Beiträge unmöglich in der augenblicklichen Höhe beibehalten werden können. Aber bei den abnormen Wirtschaftszuständen fann man die Bilanzen der Krantenfaffen nur als ungefund bezeichnen. 38 Proz. der Einnahmen gehen für Aerztehonorane, 23 Broz. für Apotheker. forderungen, 20 Proz. für Verwaltungsuntosten und nur der Rest ist für die Krantenhausbehandlung und das Krankengeld verfügbar. Der Vorwurf, die Verwaltungskosten seien zu hoch, hält keiner objettiven Stritif, stand. Mindestens fönnen sich die Krantentafsen, in diesem Punkte mit der Wirtschaftlichen Abteilung des Aerztebundes meffen, die für ihre fehr beschränkte und einfache Tätigkeit zizta 22 Prog. Der Eingänge beansprucht. Der Redner besprach weiter die von ber Regierung und dem Reichspräsidenten eriaffenen Sperrverordnungen, die allen an der Bersicherung Beteiligten Sparmaßnahmen vorschreiben. Die Kassen sollen Bersonal abbauen, Arztund Apgthetertätigkeit auf das Notwendigste beschränkt und die Bei träge ber Mitrlieber erhöht werden. Die Aerzte haben diese Be stimmungen zum Anlaß ihres Bontottbeschlusses gemacht. Dr. Bryll verniße die Logit beim Borgehen der Aerzte, benn ihr Kampf müßte fich eigentlich gegen die Regierung und nicht gegen die Kranten tassen richten. Im gegenwärtigen Konflikt lient bie Entschei bung: bei der Lohnarbeiterschaft, die bestimmen muß, welches Arztsystem sie wünscht. Der Arzt, der fich dieser Entscheidung In der Dienstagfißung des Ständigen Ausschusses tam es nun Das Berschwinden der Konforistin Majewski aufgeklärt. nicht fügen will, mag fich auf die Privatpragis beschränken. zu heftigen Auseinandersegungen, weil fich die Mitteilungen Das Berschwinden ber Rontoristin Maria Majemiti, über In der Diskussion sprach u. a. Genosse Dr. Stulz vom ber banerischen Regierung tatsächlich als glatte Berbas mir ausführlich berichteten, ist bereits aufgeflärt Das Verein sozialistischer Aerzte. Er fordert die Berschmelzung der Erleumbung herausgestellt haben und Genoffe Adermann auf Mäbchen ist von dem Handfimgsgehilfen Kurt Rosimar erwerbsofenfürsorge mit der Krankenversicherung, dergestalt, daß die erwerbslofen Kranten Erwerbslosenunterstützung erhalten fönnten Grund persönlicher Informationen neuerdings erflären fonnte, daß fchoffen worben. Ob mit Absicht oder durch einen Unfall, be- und den Krantenfassen die Heilfürsorge verbliebe. Der Rebner verdie Behauptungen vom Regierungstische von Anfang bis zu Ende bars noch der weiteren Aufklärung. Rozschmar behauptete zunächst, langt meiter 3entralisation der Krantentaffen zur unwahr seien. Im Namen der Regierung teilte Staatsrat mie mir mitteilten, daß er am 3. Dezember abends am Bahnhof Untoftenminderung und erflärt, bie fozialistischen Aerzte sehen the Schmelzle mit, daß durch die eingeleiteten Erhebungen jetzt Ganngniplak vergeblich auf Maria Majewski gemartet habe und Hauptstreitpuntte als beseitigt an. Sie wünschen die baldige Beallerdings festgestellt fei, daß die von dem Gewährsmann des Pfalz- dann mit einem Mädchen von der Straße nach feiner Wohnung in feitigung des augenblicklichen Rustandes.. tommiffars verbreiteten Mitteilungen über feparatiffifche Umtriebe der Schaperstr. 11 und son dort nach dem Kurfürstendamm ge- Einstimmig wurde eine Entschließung angenommien, in des Johannes Hoffmann nicht zutreffend feien. Hoffmann und der es u. a. heißt: gangen fei. Wagner haben an den Besprechungen mit den Geparatisten am Da es nicht möglich ist, daß die Versicherten in den KrankenAls mon ihm num aber gestern fpat abends in einem neuen 2. Dezember nicht teilgenommen. Daß bie bayerische Regierung erhör, den Fund der Bluffpuren vorhielt, wurde er unsicher und allen die Erwerbslofenunterstüßung für die Aerzte aufbringen, hier verleumder chen Mitteilungen zum Opfer gefallen ist, wäre an gab zögernd gu, baß er mit der Bermißten doch am 3. De müssen die Aerzte sich ein anderes Objekt für die Wahrung ihrer fich nicht verwunderlich. Bezeichnend ist aber, mit welcher Cilember, abends, in feiner Wohnung gewesen sei Interessen aussuchen. Die Versammlung billigt die Maßnahmen fertigkeit sie diefe bösartigen Berleumdungen der Oeffentlich. Die Mordtommission hatte festgestellt, daß er eine Pistole be in der Berordnung der Reichsregierung um so mehr, als man ten beusmüchsen Auswüchsen der Aerzteschaft damit beifommen fann. Sie verfennt feit unterbreitet hat, in offensichtlicher Schadenfreude darüber, der feisen hatte. Das vermißte Mädchen hatte einer Freundin erzählt, auch nicht die Härte, die darin besteht, daß der Kranke einen großen Sozialdemokratie wieder eins ausinischen zu können. Das Berhalten daß es bei einem Besuche Kokschmars bicfe Waffe in der Hend ge- Teil zu den Arzneitosten beitragen muß. Um jedoch auch hier ein der bayerischen Regierung ist auch insoweit nicht einwandfrei, ais habt habe. Stoglymar fagfe jezt, bei dem legten Besuche habe er gesundes Verhältnis wiedererstehen zu lassen, erkennt die Ber amun sie ihren Reinfall nicht ehrlich betennt und bedauert, sondern felbst die Bistole in der Hand gehabt, un sie, wie auch früher schon, lung auch diese Maßnahme an. Die Belastung der Krankentajie Hoffmann nach anderer Seite hin zu belaften fucht. Auch hierüber noch eine scharfe Patrone enthalten habe. Blöblich fei ein ift fo ungleich, daß hier eine Menderung in dem Sinne B.az greifen Hoffmann nach anderer Seite hin zu belaften fucht. Auch hierüber dem Mädchen wieder zu zeigen. Er habe nicht gewußt, daß fie burch die Einziehung der Beiträge für die Erwerbslosenversicherung merden noch nähere Feststellungen von sozialdemokratischer Seite Schuß losgegangen und das Mädchen gleich, in die Stirn muß, daß nicht 20 Proz. vom Beitrag, sondern 1 Proz. vom merden noch nähere Feststellungen von fogia bemotrafischer Geite getroffen werden. getroffen, tot zusammengebrochen. Während er noch Grundlohn für die Beiträge der Erwerbslosenversicherung genenttopflos bagestanden und nicht gewußt habe, was er beginnen folle, men werden muß. Viele Versicherte glauben, in der jeßigen Zeit fei feine Mutter, Alma Münster, geb. Kopschmar, die sich erst vor große Ersparniffe dadurch machen zu können, daß sie in sogenannte nicht langer Zeit verheiratet hat, nach Hause gekommen und habe Erfaglaffen eintreten. Daß des ein Trugschluß ist, dürfte die nächste gesehen, was geschehen war. Wie er behauptet, habe er allein die Zeit beweisen. Die Stärkung der Allgemeinen Orts Beiche in einem Sad und einem Korb mit der Eisenbahn nach tranfenfassen ist und bleibt die sicherste Gewähr Beeliß gebracht und dort im Walde verscharrt. Den Hut für die Aufrechterhaltung der Krankenversiche und die Handtasche des Mädchens sowie einen fleinen Spaten have rung überhaupt. Die Zentralisierung ter gesamten Goz al er an der Freiarchenbrüde ins Wasser geworfen, feine blutbefudelte versicherung insbesondere im Krantentaffenwesen ist unbedingt et. Hose und seinen hut im Ofen verbrannt. Bieweit diese Darstellung forderlich. Die Versammlung erwartet von allen Faktoren, die die richtig ich, wird sich wohl bald ergeben. Wo er die Leiche verfcharrt Krantenversicherung berühren, auch das notwendige soziale Ver hat, fonnte Koßschmar an der Hand der Karte nicht genau zeigen. ftändnis." Die Kriminaltommiffare Dr. Anuschat und Quoß find deshalb mit ihm und einigen Beamten heute vormittag nach Beelig hinaus. gefahren, um die Beiche auszugraben und zur Obduktion nach Ber tin zu bringen. Rationierte Pressefreiheit. Das„ Berliner Tageblatt" melbet aus München, daß dem feit Das Berliner Tageblatt meldet aus München, daß dem feit dem Hitler Butsch verbotenen Böltischen Beobachter" bas Wieder erscheinen in einer bestimmten Auflage" geftattet werden foll. Das ist menigstens eine originelle Leistung des Herrn von Kahr. Bisher hat man von Originalität bei ihm nicht viel merten fönnen. Beamte und Parteidisziplin. Zehn Todesopfer der Tiefe. Der bereits nemeldete Grubenbrand auf den Delbrüd- Schächen in Deutsch- Oberschlesien hat noch fünf Opfer gefordert. Die bisher vermißten fünf Arbeiter sind afs Leichen geborgen worden. Der Stadtverordnete Genoffe Eduard 3aert fendet uns zu ber unter obiger Ueberschrift erschienenen Notiz in der Montag Abendausgabe eine Zuschrift, in der er behauptet, daß unsere An gabe, das Bertrauensvotum für den Reichstagsabgeordneten Wilhelm Hoffmann sei nur mit schwacher Mehrheit gefaßt worden, nicht tan Tatsachen entspräche. Von den über 200 Delegierten hätten höchstens 12 bis 14 gegen das Bertrauensvotum gestimmt. Unser Gewährs Weiteres Sinken der Fleischpreise. Borläufige Telegramm- und Patetsperre nach Desterreich. Wegent mann häft hingegen seine Mitteilung vollkommen aufrecht und fügt Die Großschlächter gegen die Wucherpolizei. der durch den Ausstand der Boft und Telegraphenangestellten in hinzu, daß aus der Mitte der Bersammlung heraus fogar bas Gr gebnis der Abftimmung angezweifelt morden fei. Die Preisgestaltung auf dem legten Biehmartt, bie fich auf Be Desterreich hervorgerufenen Betriebsunterbrechung merden norläufig Patete nach Genoffe Sachert erflärt meiler, es fei nicht richtig, baß er fchluß der sogenannten Heberwachungstommiffion gegen ben Willen Telegramme nach Defterreich und Hoffmann im Auftraçe der Allgemeinen Deutschen Boffgemertschaft der Bucherpolizei im freien Handel vollzog, hatte, soweit die Breise Desterreich und darüber hinaus von den Bostanstalten bestimmt habe, gegen das Ermächtigungsgefeh zu stimmen.( Das für Schweine in Betracht, tommen, erneut zu Bedenten Anlaß ge- zur Beförderung nicht angenommen. Brieffendungen werden angeMort bestimmt ist in der Zuschrift unterstrichen.) Er, Sachert, habe Hoffmann vielmehr zu seinem schon vorher feststehenden Ent. geben, weil bei dem geringeren Auftrieb bie Breife wieder angenommen, boch ist ihre Weiterbeförderung zweifelhaft. Die Abnahme der Bevölkerungsziffer Tofios. Die Bevölkerungsschluffe beglüd minit, aber er habe auch auf andere, fogar an bogen hatten. Infolgedessen hatten die zuständigen Behörden für prominenter Stelle stehende Geroffen im Reichstag im Auftrage ben heutigen Biehmarkt besondere Borfehrungen für eine mehr oder giffer der Hauptstadt Japans, Tokio, beträgt jegt 1 500 000 und hat Der Gemertfchaft eingemirti ir geben den wefent meniger amongsläufige Sentung der Breife getroffen, um so mehr, baber um 60 Pro3. feit dem Erdbeben abgenommen. fichen Inhalt dieser Zuschrift gern micber, bemerfen aber auf Grund als die legten Rotierungen in Hamburg nahezu der Mitteilung unseres Gewährsmarines, daß 3achert felbst auf 50 Prozent unter den Berliner Breifen lagen und dem Beamtentag erklärt habe, er trige an der Abstimmung von ben Hamburger Behörden an die zuständigen Berliner Stellen Hoffmannseinen Teil der Schuld, infcfern er Hoffmann das Grfuchen gerichtet worden war, ein weiteres Anziehen erfucht habe, so zu stimmen, wie er gestimmt hat. Einer der ber Fleischpreise unter allen Umständen zu Der. 2. Abt. Rentölln. Der Abteilungszahlabend findet nicht, wie am Dienstan früh folgenden, Rebner hat daraufhin forar fein Bebauern barüber ausgesprochen, daß Sachert in diefem Sinne im Auftrage der Boft hindern. gemerfchaft auf die Abgeordneten einzumirfen versuchte. だ Groß- Berliner Parteinachrichten. irrtümlich angegeben, em Mittwoch, brn 12. Dez., Jont am Donnerstag, ben 13. Dez., abenbs 7 Uhr, im unteren Gaal bei Schmidt, Fruchtstraße 36, statt. Die Beihnachtslisten müssen abgerechnet merben. Jungsozialisten, 14. Kreis, Renföln. Donnerstag. abends 7, Uhr, im Jugendheim, Münchener Str 53. Bortrag bes Genoffen Erwin Barth: Die Aufgaben der Jungfpalaliften in Staat und Birt schaft". Erscheinen aller Jungsozialisten tit Pflicht. Gäste milltommen. Aus diesem Grunde war von der Bucherpolizei unauffällig in An unserer Auffassung über die Notwendigkeit der Barteiben frühen Morgenstunden des heutigen Tages ein größeres tom disziplin mirb burch die Suschrift felbstverständlich nichts ge mando der. Schußpolizei nach dem Biehhof beordert worden, und andert. Die von einem Teil des Beamtentages periretene. Auf- um 8 1hr früh wurden alle Verkaufshallen mit faffung, die Frattionsmehrheit habe die Barteidisziplin gebrochen", Bolizei und Kriminalbeamten besett. Die Mittei so daß der einzelne Abgeordnete die Pflicht hatte, gegen sie zu lung hiervon wirfte in dem gerade zur Beratung über die Preisftimmen, ist eine so abfurbe, daß sie jedes ernste Zusammenarbeiten festlegung zusammengetretenen lleberwachungsausschuß wie eine Ort wird noch bekanntgegeben. in einer Fraffion unmöglich machen würde, wenn sie zum Gemein- Bomte. Die Erregung unter den Intereffenten steigerte sich noch, 6. Kreis Kreuzberg. Kreisfunktionär Ronferenz Mitte nächster Woche. Tag und als der Vertreter der Bucherpolizei erklärte, daß er feine höheren 7. Krets Charlottenburo. Donnerstag, den 13 Des, abends 7%, Uhr, in ber ula gui der Partei werden sollte.. Breise als die Hamburger Notierungen, alfo 75 Pf. für Schweine ber Leibniz- Oberrealschule, Schillerstr. 125( am Knie): Große öffentliche Referent Genosse Brotesttunbgebung gegen den Schulabbau. Dr. Kawerau. " stunden am 16. Dez. fönnen die Abteilungsleiter noch im Bureau, Redarstr. 3, abholen laffen. Auch Arbeitslose gegen Legitimation, ebenda. bt. Mittwoch( heute), abends 7 Uhr: Gemeinschaftlicher Zahlabend bei Яtabe, Fichtefte. 29. Der Zustand Cenins. In einer Eisenbahnerfonferenz gab erster Qua'ität, zuzulaffen beabsichtige. Daraufhin tam es zu stürSinomiem auf wiederholte bringliche Anfragen über Lenins Gefund. mischen Szenen in der Sigung. Nach langen Berhandlungen be heitszustand folgende etwas gewundene Erflärung ab: Man muß flimmte der Ausschuß schließlich, daß für Rinder, Kälber 14. Kreis Renföln. Starten für arbeitslose Genoffen zu ben„ Proletarischen Feier fich mit viel Geduld wappnen, wenn man die endgültige Bieberber- und Schafe freter Handel eintreten und bei den stellung des Genossen Lenin abwarten will, denn eine mertliche Schweinen ein angemessenheitspreis gelten 43. Besseruna feiner Gesundheit ist in nächster Zeit nicht zu erfolle der für das Pfund bester Qualität den Breis von 1 M. warten. Wenn sich die Wissenschaft und die Aerzte nicht irren, nicht überschreiten dürfte. Alle minderen Qualitäten müßten im 73. fo fchreitet der Gefundungsprozeß in normaler Beife fort." Der neue amerikanische Botschafter in England. Der amerika nische Senat hat die Ernennung& elloggs zum emeritanischen Boffaafter in London bestätigt. Breife entsprechend abgestuft werden. Diefe Breisregelung bedeutet gegenüber dem vorigen Martt immerhin eine Sentung Don 30 bis 40 Bf. pro Pfund, überschreitet aber bie Hamburger Rotierungen noch immer um ein Beträchtliches. Eine Erflärung baFriedrichshaller Straße. bt. Smargenbort. Mittwoch, 8 Uhr, Sahlabenb, in der Gemeindeschule, wach, fondern Sonntag, den 16. Dezember, in der Echule Elbeftr. ftatt. 92. abt. Neukölln. Der Zahlabend der Bezirke 27, 28, 82, 83 findet nicht am Mist136. Abt. Reinidendorf- Oft. Seute abend 7 Uhr im Jugendheim Geebab, ResidenzStraße 49, Generalversammlung. Gewerkschaftsbewegung Verkehrte Sparpolitik. Bir tönnen es uns mohl ersparen, durch Beröffentlichung fanger Zahlenreihen die allen bekannte und ernsthaft nicht mehr be ftrittene Tatsache zu erhärten, baß die Löhne der deutschen Arbeiter fchaft, an ihrer realen Rauftraft gemessen, ganz erheblich hinter ren Borfriegslöhnen zurückgeblieben sind und tief unter den Löhnen im Ausland stehen. Diefer mit Hilfe der Gelbentwertung ausgeübte Lohnbrud, der jegt beim Uebergang zur Goldmährung als allgemein gültige Norm verewigt werden soll, hat unvermeidlich zu einem Rüdgang der Leiftungsfähigkeit geführt. Die Unternehmer find un verständig genug, um diesen von ihnen selbst verschuldeten Rückgang Der Leistungsfähigkeit zum Vorwande neuer Lohnreduzierungen zu nehmen Damit sägen sie sich den Ast ab, auf dem sie fizen. Benn man aber der Ueberteuerung auf den Grund geht, dann stellt man fest. baẞ trog bes übrigens nicht erheblichen Rüdganges der Beistungsfähigkeit der Anteil des Lohnes am fertigen Produtt ingeheuer gefunten ist. Im felben Ausmaße find in ver. fchiedener Gestalt bie Rapitalgeminne gestiegen. Bill man heute die in einen Sumpf hineinreratene deutsche Wirtschaft wieder flott machen, bann muß man diesen Sumpf zunächst troden legen. Dazu gehört in erster Linie der Abbau der Kartellpreise. Die Regierung hat mahl Rartellgerichte eingesetzt und auch bekannt. gegeben, daß verfchiebentfch schon Breisherabsetzungen erreicht worden seien. Diese Preisherablegungen find aber fo geringfügiger Ratur, daß sie noch wenig ins Gewicht fallen. Die Unternehmer haben es in Deutschland sozusagen verlernt, zu falfulieren und ihre Betriebe technisch auf der Höhe zu halten. Man versucht an den Löhnen zu sparen und alle möglichen und unmöglichen Untoften auf die Berbraucher abzuwälzen. Diese Ab. wälzungsmethoden haben im Inland ihre Grenze an der außer ordentlich gefuntenen Rauftraft ber städtischen Berbrauchers massen und im Auslande an den Weltmarktpreisen. Diefe Grenzen find im Inlande wie im Auslande von der deutschen Inbustrie überschritten worden, wie die fatastrophale Wirtschaftskrise Deutschlands aufzeigt. Diese Wirtschaftsfrife hat ihre verhängnisvollen Rüdwirtungen auf die Staatsfinanzen. Statt nu gegen den Kartellmudher ener gisch norzusehen. dadurch die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen und die Staatsfinanzen zu heben, folgt die Regierung der Methode der Unternehmer, indem sie Soarmaßnahmen vornimmt. bie bem Staatsleben rerhängnisvoll merden müssen. Statt einer Reorgani fierung der Berwaltung, werden wahllos und planlos Beamte und Angestellte entfaffen und wird die Arbeitszeit der Beamten berart verlängert, daß die Beamten sich notwendig als die Barias im Staate fühlen müssen. Damit nicht genug, werden die Gehälter der Be amien, Angestellten und Arbeiter so niedrig bemessen, daß damit ollen Storruptionsmöglichfeiten Tür und Tor ceöffnet wird. Den mittleren und unteren Beamten werden die Bezüge fo fnapp be. messen, daß sie damit unmöglich sich und ihre Familien erhalten fönnen. Wirtschaft Dezember erhielt ein Beanier ber Befalbungsgruppe 2, fomett er zur fafernierten Bolizei gehört, nadh Abzug der Berpflegungs-, Aleibungs- und Wohngelder, 16,07 Goldmart! Die Beamten der Besoldungsgruppen 3 und 4 erhalten etwas mehr. Was foll der Beamte hiermit beginnen? Wenn es möglich ist, daß heute Die Zunahme der Uutomobile, die vielfach mit Gründen ber gewiffe Arcie im Gelde schwimmen und damit praffen, fo Martflucht angeschafft wurden, ist ein wesentliches Kennzeichen ber muß es auch möglich sein, die Lage des Polizeibeamten Inflationsperiode. Bir entnehmen dazu einer Mitteilung des ReichsEins foll aber bei diesen Dingen nicht ver- perbandes der Automobilindustrie folgendes: Nach der Statistik über au verbessernl geffen werden: Nur die Uneinigkeit der Beamten fonnte den Bestand an Kraftfahrzeugen am 1. Juli 1923 beträgt die Gebiele jezigen 3 stände herbeiführen. Der preußische Minister des famtzahl der zur Personen- und Baftenbeförderung dienenden Innern, Severing, fieht selbst ein, daß die Leistungs- und Dienst Kraftwagen 152 068 gegenüber 126 403 am 1. Juli 1922. Bon diesen fähigkeit der Polizeibeamten gefährdet ist. Er hofft, in funzer Kraftfahrzeugen entfallen auf Personenkraftwagen 100 329 Beit eine Besserung der Zustände herbeiführen zu tönnen. Neben gegenüber 82 692 im Vorjahre auf aft frafimagen 51 739 förperlichen Gefahren umlauern uns auch die moralischen. Die gegenüber 43 711. Wie sich hieraus ergibt, beträgt die Zunahme Bolizeibeamtenschaft fämpft um ihren moralischen halt. Die Beber Personentraftfahrzeuge ca. 25 Broz. und die Zunahme der Last rufsorganisation wird im Interesse ihrer Mitglieber die Wege gehen, fraftwagen ca. 20 Broz. Die Zunahme verteilt fich fomohl auf Ber. die gegangen werden müssen. Wahren wir tie Ruhe und Einheit lonen wie auch auf Lasttrafimagen ziemlich gleichmäßig auf die ver. schiedenen Typen. Bemerkenswert ist, daß bie Zahl der Kraft. der Bewegung, denn Einigkeit macht stort!( Bebhafter Beifall.) Der Polizeipräsident hatte einen Vertreter entfandt, der den omnibusse von 1755 auf 1753 zurüdgegangen ist. Ganz beson Dant des Brofibenten für die Treue der Polizei zum Ausdrud bers erwähnenswert die Zunahme der Krafträder, deren Zahl brachte. Die Behörden sind sich darüber einig, baß die Befol- auf 59 409 gestiegen ist gegenüber 38 043 im Vorjahre. Die Zunahme bung unzulänglich t beträgt alfo hier mehr als 55 Broz. Hierbei bleibt zu berüdfichtigen, baß die sogenannten Kleinfrafträder bis zu 4 PS. in dieser Zahl nicht einbegriffen find, ba für diese Kleinfrafträder eine Zu laffung nicht erforderlich und daher auch eine statistische Erfassung nicht möglich ist. In der Diskussion fam bie Empörung der Beamten lebhaft zum Ausbrud. Immer wenn Preußen in Not ist, wird die Treue ber Bolizeibeamten gelobt. Gcfpart muß werden, auch bei der Polizei Wir sind bereit, die notwendigen Fingerzeige zu geben. Jegt heißt es, die Einheit der Organisation zu wahren Kräfte find am Werte, Smie'radht in unfere Reihen zu fäen. Sorgen wir für fofortige Abhilfe die Gefahr ist groß. Nach einem Schlußwort Schraders gelangte eine Ent. fließung zur einstimmigen Annahme, in ber es heißt: Die am 11. Dezember b. in der Bodbrauerei, Fidicinstraße, nach Taufenden versammelt n Boli eibcam'en haben mit Erschreden Die neuen Gehälter in der Tarespreffe gelesen und sind fief entrüffef und enfmufigt über bie Art der Fürsorge, bie bie Regierung ben Polizeibeamten durch die Festsetzung der Gehälter wieder einmal hat zuteil werden laffen. Nunmehr lernt der Polizeibeamte erst völlig erkennen, daß es cinen Bunft gibt über den er bei aller Unterordnung, aber auch bei oller Duldsamkeit n'cht hinauskommt, und das ist die Frage der Lebensmöglichkeit für sich und feine Familie. Dadurch muß ber Regierung unter Hinweis all der vielen Opfer und all der Treue jegt zugerufen werden: Regierung halt! Bis hierher und nicht weiter!" Dezember- Gehälter im Großhandel. Die Die Angestellten des Großhandals( Dr. Engel- Gruppen) nahmen gestern abend in einer gut besuchten Berfemmung in Haverlands eftfälen einen Bericht von Frl Licht über das Ablommen für Dezember entgegen. Die Referentin betonte einleitend, daß diefes Abkommen bei seinem Bekanntwerden bei den Angestellten sicherlich einige Enttäuschung hervorgerufen habe. Die Unternehmer feien bestrebt gewesen, nur annähernd 60 Broz. der Gehälter zu be willigen, die vom Reichsarbeitsministerium feftgefekt waren. Berhandlungen feien ferner dadurch ungünstig becinflußt worden, daß zu gleicher Zeit auch die reduzierten Gehälter der Staatsanges stellten bekannt wurden. Der Wunsch nach Mehrproduktion. die sicherlich auf Kosten der Angestellten erreicht werden solle, machte fich auch bei diesen Verhandlungen geltend. Bei der Neugestaltung Eine Gefunbung der Staatsfinanzen wird mit dieser Spar des Tarifes im Monat Januar ftünden darum die größten Schwierig methode sicherlich ebensowenig erreicht werden, wie eine Geiten bevor. Der Synditus Dr. Engel fei der Ansicht gewesen, fundung unserer Wirtschaft durch das Sparen an den Löhnen er- daß jeder Tag der Verzögerung des Gehaltsabschluffes eine Ber reicht werden fann. Die Tatsachen sprechen eine laute Sprache. Mit billigung bringen müsse. Das Dezembergehalt beträgt für Lehr. Hife der Geldentwertung hat man seit Jahr und Tag eine hinter linge 20 bis 30 und für Jugendliche 25 bis 70 Goldmart. Die ben fabelhaften Baptermartziffern verborgene, aber nichtsdefto- Gruppen I bis V der Angestellten erhalten nach dem Abkommen meniger in die Augen springende herabsehung der Löhne vorre einschließlich Berufsjahreszulagen Gehälter von 110 bis 325 Gold nommen. Die Folge baron war eine immer mehr um fich greifende mart. Ueber den Zahlungsmodus fonnte noch feine Einigung er. Herabminderung des Befchäftigungsgrades, die schließlich sich zu bersielt werden. Nach Bürdigung aller Gründe hätten sich die Unterhändler gezwungen gefehen, bem blommen ihre 3ustimmung febigen tatastrophalen Arbeitsfoligfeit ausgemachten hat sau geben. Gin fpäterer Abschluß mare nad Ansicht der Referentin Gespart muß werden in Staat und Wirtschaft. In der Wirt noch ungünstiger ausgefallen, zumal der Inder demnächst eine fchaft vor allem müffen bie mucherischen llebergeminne unb Genfung aufweisen werde. Die Abrechnung mit dem Unter Rifttoprämien gespart werden. Im Staate muß nor allem nehmertum müsse zu einer günstigeren Zeit erfolgen. In der Aus. gefpart werben an der Eintreibung ber unproduttiven Steuern, bie fpradhe murde bas bereits angenommene Dezemberabtommen sehr bem Staat mehr teften als fie einbringen. Statt beffen ist durch bemängelt. Der Schiedssprum bes Schlichtungsausschusses für ben eine Bereinfachung ber Steuerveranlagung ber eber. Monat November fand Annahme. gewinn zu erfassen, ben bie Unternehmer in Industrie, Handel und Bandwirtschaft aus der Inflation gezogen haben Die Polizeibeamten zur Besoldungsfrage. Mit ter Frage ber Boltgehälter beschäftigte sich eine Riesen. perfammlung der Polizeibeamtben Groß- Berlins, die am gefirigen Abend, einberufen vom Bezirksverein der Bolizeibeamten Groß Berlins( E. V.), in der Bodbrauerei, Fidicinstraße, stattfand. Der überfüllte Scal már nicht imftande, alle Besucher aufzunehmen. Eine zweite Bersammlung wurde daher fofort in ten Rammer fälen veranstaltet. Diese Tatsachen laffen auf die große Erregung und auch darauf schließen, daß die Polizeibeamtenschaft gewillt ift, ihre Kampforganisation hochzuhalten. Der Referent Des Abends mar der Verbandsvorsitzende Schrader. Seine einleitenden Worte mahnten dringend zur Ginigteit. Seit Cängerer Zeit, jo fuhr er fort, ringt das Beamtentum um die Existenz. Hat doch die Geldentwertung geradezu tatastrophale Bustände geschaffen. Der Rebner schilberte weiter die Gehaltsregelungen, die früher nach dem Inter erfolgten und jetzt nach Golbrechnung erledigt werden. Bevor aber diefe Regelung eintrat, murde von gewiffer Seite ein Feldzug gegen die Beamten eingeleitet. Die Meinung, die Gehälter ber Beam: en ruinieren den Staat, tauchte überall auf. Wir als Organisaion waren bemüht, tarüber Aufklärung zu fchaffen. Die Berbreiter jener Meinung dürften wohl diejenigen Kreise sein, die damals zu einer höheren Steuer veranlagt werden soll. ten.( Lebhafter Beifall.) Schrader behandelte dann die Arbeit ber Organisationen. Anfang Dezember begannen die Verhandlun gen im Reichsfinanzministerium. Es gelang nach fünftägiger Ber handlung, den Stunden.ohn um 3 Golbpfennig zu erhöhen. Im übrigen erflärte man uns dort, daß man nur soweit Gelder bemilligen fann, wie eben die vorhandenen Mittel tazu ausreichen. Bon den Bertretern ter Spikenorganisationen wurde geltend ge macht, daß die Schuld der Mittellofigteit der Staastassen nicht bei ten Arbeitnehmern Cioge. Schuld ich vielmehr die Tat fache, baß feine gefunde Steuerpofifit Die Unternehmer fühlen fich. Aus der Partei. ba taum Wahlkampf gegen die eigene Partei. Die Zustände, die in einem Teil unserer Parteipresse, namentlich in Westfachsen, eingeriffen sind, fpatien jeder Beschreibung. tennen Sogenannte Parteiorgane noch eine andere Aufgabe, als den Rampf gegen die eigene Partei. Bir haben es bisher vermieden, von diefer parteifördern den Tätigkeit Notiz zu nehmen, da mir die Gegner der Partei nicht darauf aufmertfam machen wollten, welche Fundgrube diese Blätter für fie geworden sind. Indes wird es doch not wendig, zur Aufklärung der Parteigenoffen gelegentlich fleine Stoftproben aus der westsächsischen Küche zum besten zu geben. Beispiels meise- und das ist fein ungewöhnlicher Fall- schreibt die„ Chem niger Boltsstimme" in ihrer Ausgabe vom legten Montag das Folgende: ,, Es ist eine völlige Banfrott- Ertlärung, wenn bie Reichstagsfraktion aus Ang it oor Wahlen diesen glatten Rüd zug angetreten hat. Toller aber als alles dieses ist die Erklärung Stampfers im Borwärts", daß die Reichstagsfraftion trog ihrer Zustimmung im mindesten nicht daran bente, die Ber= antwortung für das zu übernehmen, was die Regierung Marr auf Grund des Ermächtigungsgefeges verordnen würde. Das ist eine Politik der Berantwortungs'ofiafeit, die unter den Massen der Parteinenoffen im ganzen Reiche und in der ganzen fozialistischen Welt tiefste Empörung auslösen wird. Mit unerbittlicher Konfequenz muß feftreftellt werden. daß mit dieser Reichstagsfraffion beim besten Willen nichts mehr anufangen ist. Aus alien(??) Bezitten reanet es scharfe Proteste, und so hat diefer teßte Stretch wenigstens das eine Gute, daß die Partei als Ganzes zusammengefchweißt mird gegen eine Politit, die uns von Niederlone zu Niederlage geführt hat. Jehf gilt es zu rüsten für den Reidsfagswahlkampf. Und foll es anders werden, dann firfen nicht viele von dieser Reichstagsfraffion das Gebände am Wallofolah wiedersehen. Es muk dem Beran'mertungsgefühl der verantwortlichen Oraanisation überlaffen bleiben, miel ange fie felche Atte frankhafter Selbstbefchmuhung noch dulden wollen, wie lange sie noch geftatten mollen, daß Rerteirebatteure in Barteirebaftionen Flugblätter für die Gegner verfaffen Mit wahrer Bonne nimmt die agrarische Deutsche Lages. geitung" Notiz son einer Sigung des Bezirksverstandes und der Gefamtpreftommiffion in Halle. Dert wurde bem Barteivorstand und der Fraktionsmehrheit schärftes Mißtrauen ausge fprochen und gegen den Beschluß des Bartelausschusses protestiert, der angeblich darauf hingielt, bie Meinungsfreiheit innerhalb der Bartel zu erbroffeln. Gewissermaßen um die Meinungsfreiheit innerhalb der Partei zu illuftrieren, urbe ber bisherige politische Rebatteur bes Halleschen Parteiblattes, Genoffe Schulz, vom Sport. Punktsieg Samsons über Reeve. Bom Zentralverband der Glasarbeiter mird uns geschrieben: Um Sonnabend wurde die gesamte Belegschaft der Marien. Finem Boften entfernt und an feine Stelle den roditalen Genossen hütte ausgesperrt Es besteht bort der zweimalige Bahlungs, Rafparef gesetzt. modus. Freitags ist Hauptzahlungstag. Entweder bestehen bei der Firma Bahlungsfhwierigteiten ober es liegt böser Willen vor, fo daß die Arbeiterschaft, mie schon des öfteren, am Lohn. achungstage fein Gelb betam. Die Belegidoft wurde auf Sonnabend vertröftet. Am Sonnabend wurde dem Betriebsrat aber Der geftrige Großfampfabend im Sportpalast ftand im erflärt, erst am Montag gibt es Geld. Die Belerschaft murde darüber begreiflicherweise unwillig. Der Betriebsrat perlangte nun, 3eichen Englands. Aber die englischen Gäste, die wir zu sehen be daß die Direktion die Zustimmung zu einer Betriebsversammlung tamen, waren nicht in der Lage, den l'affichen Ruf des alten geben soll, damit die Belegschaft beruhigt würde. Der Herr Direktor, Borerlondes befonders zu feftigen. Der Hauptkampf des Abends lehnte ab und stellte ultimativ die Forderung, wer in fünf Minuten bildete das Treffen Samson- Reeve. Der Deutsche. der sich in die Arbeit nicht aufgenommen habe, ist entlassen. Bie märe es, allen zehn Runden im Angriff befand, fornie schließlich mit der wenn man ben Direktor entließe bei einer Berspätung von fünf größeren Bunttzahl ben Sieg nach Haufe brinnen. Der Enoländer Minuten der Lohnzahlung? fchien jedoch über die beffere Tehnit zu verfügen. Zu Beginn fämpften die Deutschen Funke und Dretonf in acht Runden. Das zweite Funte wurde noch unten für den Sieger erflärt Baar waren der Deutsche Mielenz und der Engländer Connell Obwohl beide faft gleiches Gemich hatten, gab her Engländer in der Als drittes Paar fämpften der meiten Rumhe den Kampf auf. Deutsche Wiegert und der Engländer Mannering Deutsche, ber nur 135 genen 150 Bfund feines Gegners zählte, fonnte ben Kampf burch alle zehn Runden unentschieden beenden. Da nun noch niemand die Arbeit niedergelegt hatte, und die Arbeiterschaft doch nur wiffen wollte, menn nun endlich bie paar Hungerpfennige ausgezahlt würden. bemirtte diese Bropotation das Gegenteil. En Anschlag, der am schwarzen Brett von der Direftion angeschlagen wurde, fündigte darauf an, daß die gesamte Beleg fchaft entlaffen fet und daß am Montag Neueinstellungen ftattfinden sollten. Die Kollegenfchaft betrat aber den Betrieb nicht wieder und alle Arbeiter erklärten sich solidarisch Der Herrenstandpunft tommt bei biefem Borgehen so recht zum Borschein. Eine Verhandlung, bie von der Organisation angebahnt murbe, lehnte die Firma ab. Wir bitten alle Arbeiter, den Betrieb in Köpenid zu meiden. Der Betrieb rilt als gesperrt An die Bewohner von Köpenid richten wir bie dringende Bitte, die Arbeitsffladen der Marienhütte in ihrem Rampfe zu unterftigen. Für die Angestellten der Margarineinduftrie ist die Schlüſſel 3aabl am 10. Dezember auf 650 Milliarden festgesezt worden. Achtung! BSPD. Buchbruder und Schriftgießer! Am Donnerstag betrieben worden ist. Für uns steht es feft, daß ein Moment genachmittag 4 Uhr findet im Rofenthaler Sof Rofenthaler Straße 11/12. Berfammlung aller BSPD- Buchdruder und Schriftgießer ftatt. Es tommen ist, ber gefährlich ist für das ganze Staatsit ficht eines jeben Bartelgenoffen unbebinat zu erscheinen. Tagesleben, für das deutsche Bolt.( Bebhafte Zustimmung.) Die orbnung wird in der Bersammlung belanntgegeben Summen", bie die Polizeibeamten als Entlohnung erhalten, be. ftätigen ihre schlechte soziale Lage. Für die ersten zwölf Tage im + Geschlechtskranke Selten günst. Gelegenheit! Behandlung von Cyphi is, Sautausfchlägen, Wunden. Sarnröhrenleiben, ftar e Ausflüffe, auch wo alles ver. fagte, wurden Laufende burch Dhorofanos • bas neue beutsche Reichs Batent, turzfristig geheilt. Biele Dantiagungen und Dankschreiben. Gemtfienhafte ätatl. Leitung. Phorofanos Seilanstalten, Prachtvolle Pelzmäntel nur 250 GM Prima Füchse nur 20 GM Pelzjacken, sowie Pelzwaren aller Art zu spottbill. Preisen. Korbeu.Rohi möbel Eig. Fabrik, stets hervorrag.Neuh. Gr.Auswahl. Billige Preis Edmund Voß, Bin- Neukölln Berliner Str. 14, Nähe Hermannplatz- Tel Neukölln 2264 Repar. sämtlich. Korbwaren SW, Lindenstraße 18-19, vorn 2 Tr Marken- Zigaretten Tabak- Zigarren Garbaty, Halpaus, Tel: Dinhoff 298. 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