Abendausgabe Nr. 586 40. Jahrgang Ausgabe B Nr. 295 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Zel- dresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 70 Milliarden M. Sonnabend 15. Dezember 1923 Berlag und Anzeigenabteilung Gefchäftszeit 9-5 Ubr Berleger: Borwärts- Derlag Gmb Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2568-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Besprechungen in Paris und Brüssel. Die Produktion im Bergbau. licrde. Weiterhin beschäftigt sich Blum hauptsächlich mit dem Refultat der Ruhrbefehung, namentlich mit dem Ergebnis des Kohlenund Kotsabtransports. Blum tadelt vor allen Dingen den Ausbeutungsplan, der im Ruhrgebiet durchgeführt werde, ohne daß man Industriegebiet gelöst habe, und macht sich das Urteil einer eng fich um den deutschen Markt fümmerte, der sich jetzt von diesem lischen Zeitung zu eigen, die dieses Gebahren als bolfchemist if bezeichnet habe. Die Ruhroperation sei daran schuld, daß infolge des Sintens des Frankens die Heinr. Löffler. Baris, 15. Dezember.( Eca.) Die angekündigte deutsche[ Wenn man nicht in das Ruhrgebiet einmarschiert wäre, hätte Für den deutschen Bergbau sind in den letzten Tagen Demarche bei der französischen Regierung wurde heute vormittag man ganz andere Ergebnisse erzielen fönnen. Verhandlungen geführt worden, um die Produktion zu stel unfernommen. Um ½ 10 Uhr empfing Poincaré den deutschen Das Defizit des Ruhrunternehmens betrage mehr als eine Mil- gern. Es sind dabei Verträge zwischen den Parteien abge Geschäftsträger v. Hoesch. Der Sinn der deutschen Demarche war schlossen worden, nach welchen die Bergarbeiter in alien es einerseils, überhaupt eine Aussprache mit Frankreich zustande Revieren zur Produktionssteigerung täglich eine Stunde zu bringen, andererseits in erster Linie Besprechungen herbeizuueberarbeit leisten. Besonders dringlich ist die Frage führen, die zu einer Besserung der Lage in den besetzten Gebieten der Produktionssteigerung für den Ruhrbergbau infolge der führen follen. Poincaré ftellte mehrere Rüdfragen während diefer Wenn ihre Tragbarkeit auch nur mit Erfolgsaussicht erprobt Lasten, die ihm durch den Micum- Bertrag aufgebürdet wurden. Unterredung, gab jedoch teine tontrete Antwort Er werden soll, dann muß die Kohlenproduktion wesentlich über forderte schließlich den deutschen Geschäftsträger auf, den Inhalt ben Stand von 1922 hinaus gesteigert und restlos verkauft feiner Demarche schriftlich niederzulegen und ihm diese Aufzeichnungen zugehen zu lassen. Er würde alsdann umgehend ant- innere Schuld Frankreichs um 40 milliarden vermehrt werden. Bor dieser Tatsache darf man den Kopf nicht in den worten. Wie der korrespondent der Expreß- korrespondenz an fei. Wenn in der fommenden Woche, so sagt Redner zu Poincaré Sand stecken. Deutschland muß sich im Finanzinteresse auch maßgebender Stelle erfährt, wird der deutsche Geschäftsträger seine gewandt, das Brot, die Milch und andere Lebensmittel im Preise von jedem Kohleneinfuhrüberschuß frei machen. Wenn die Aufzeichnungen voraussichtlich gegen 12 Uhr dem Qual d'Orsay zu- fteigen, dann fönnen Sie der Deffentlichkeit erklären: Das tommt Finanzwirtschaft gesunden soll, ist es unerträglich, monatlich fiellen und man erwartet, daß noch heute abend, spätestens aber Dom Wechselkurse, das tommt von der Ruhroperation. Die 50 Millionen Goldmart, und oft noch mehr, für Kohleneinfuhr morgen früh eine endgültige Antwort von Poincaré vor- fie die Bazifierung Europas, anstatt die Sicherheit Frankreichs zu fung der Ruhrbesetzung, der Fall war. Nach der durchge Ruhrbesehung bedroht auch die deutsche Einheit, jedenfalls verzögert auszugeben, wie dies im letzten Jahre, natürlich in Auswir fiegen wird. gewährleisten. Hierüber fommt es zu einem scharfen Wortwechsel Paris, 15. Dezember.( TU) Aus Brüffel wird mitgeteilt, zwischen Blum und dem ehemaligen Kriegsminister André De führten Produktionsaufnahme im Ruhrbergbau und nach dew daß der deutsche Geschäftsträger in Brüffel gestern um eine Audienz fèvre, der behauptet, er habe niemals erklärt, die Ruhrbesetzung allein Mehrleistungen in den anderen Bergbaubezirken muß die für heute bitten ließ. Ja par erklärte sich bereit, ihn heute vormittag gungen. Wer die Sicherheit wolle, müffe fich für alle Möglichkeiten wenn irgend möglich, ein Ausfuhr überschuß werden. für heute bitten ließ. Ja par erklärte sich bereit, ihn heute vormittag gewährleiste die Sicherheit Frankreichs, fie fei nur eine der Bedin- Lage dringlich geändert und aus dem Einfuhrüberschuß muß, um 11 Uhr zu empfangen. Seit gestern ist zwischen Paris und bereit halten. Dieses Ziel ist auch noch an eine Voraussetzung geknüpft: Der Brüffel ein lebhafter Meinungsaustausch im Gange. Poincaré Preis der Kohle, besonders aber der Ruhrtohle, muß wefant empfing gestern im Quai d'Orsay den belgischen Gesandten, während fich gefenft werden. Auch ein ganz zwangsläufig wirkender zu derfelben Zeit der französische Gesandte im Brüssel sich in das Grund, auf den noch zurückzukommen ist. Außenministerium zu 3ajpar begab. Die französische und die belgische Regierung beabsichtigen, den Morgenblättern zufolge, die deutschen Borschläge in allgemeinen Besprechungen, die heute sowohl hier wie in Brüffel erfolgen werden, in derselben Weife zu beantworten. ,, Eine Unterhaltung der Hoffnung". 90 Blum erklärt: Bir Sozialisten wollen den Frieden. Boincaré unterbricht und erflärt, die Ruhrbefegung fei nur erfolgt, weil Deutschland ein Moratorium von drei Jahren verlangt habe; er, Poincaré, habe wie er gegenüber Blum betontin London die Ruhrbeſegung schon angekündigt, aber Deutschland hätte nichts von dieser Absicht erfahren dürfen.( Bewegung links.) Blum schließt: Für die Idee, die meine Freunde und ich ausgesprochen haben, sind wir beschimpft und mit dem Tode bedroht worden. Diese Methode der Politik schreckt uns nicht. Paris, 15. Dezember.( Eca.) Obwohl die franzöfifchen politi. Wir sind keine Chauvinisten, aber wir lieben unser Land, und weil schen Krisen von der Ankündigung der bevorstehenden deutschen wir Frankreich lieben, sprechen wir die Ueberzeugung aus, baß die Demarche an Frankreich nicht ununterrichtet geblieben sind, herrscht schadet, daß Frankreich am besten durch eine Bolitik gedient wird, Politik der jehigen Regierung den Intereffen Frankreichs doch der Eindruck vor, daß fein franzöfifches Programm die uns nicht mit der ganzen Welt in Unfrieden bringt."( Lebhafter vorliegt, das diesen Berhandlungen als Grundlage dienen tönnte. Beifall.) as von offiziöser Seite der Bresse übermittelt worden ist, enthält Die Fortsetzung der Debatte wird darauf auf nächsten FreiDor allen Dingen Angaben darüber, was Frankreich nicht zu tun tag verschoben. gemillt ist, fomie eine Aufzählung der Punkte, die Frankreich bereits jegt für den Fall eines neuen Aufstiegs von Handel und Gewerbe Rücktritt des polnischen Kabinetts. in Deutschland vielleicht einmal zum Gegenstand von Berhandlungen Warschau, 15. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Durch den zu machen geneigt ist. Man vermerkt im übrigen, daß den hiesigen Austritt der vom Abg. Bryl geführten Gruppe aus der Bauern maßgebenden Kreifen eine Unterhaltung mit Deutschland, die nur fraktion Bjast" hat gestern das Kabinett Witos die Majorität im die Ruhr- und Rheinfrage selbst in ihren allgemeinsten Auswirkungen Gejm eingebüßt. Die neue Eczession erfolgte, weil die Regierung zur Sprache bringen würde, nicht genehm wäre, sondern daß man die Agrarreform bis zum zugefagten Termin nicht durchgeführt hat. sich in weitesten Kreisen dafür einfeßt, die Aussprache Paris und Sofort nach dem Ausscheiden der Bryl- Gruppe begaben sich der Berlin auf eine so breite Basis wie irgend möglich zu stellen. Ministerpräsident Witos und der Gejm- Marschall Rataj zum StaatsDas Blatt der französischen Industrie, Journée Industrielle", präsidenten. Trogdem die Bryl- Gruppe in einem Aufruf erklärte, nennt die heutige Unterhaltung zwischen dem französischen Minister baß sie nur mit der Haltung der Regierung in der Sache des Par präsidenten und dem deutschen Geschäftsträger eine llnter- gellierungsgefeges nicht einverstanden sei, im übrigen aber das haltung der Hoffnung. Das Blatt glaubt die ganze Kabinett weiter unterstützen wolle, beschloß der Ministerrat Stellungnahme Deutschlands in den Saz faffen zu fönnen! Bersuchen um 8% Uhr abends feine Demission. Der Präsident der Remir zunächst untereinander Fühlung zu nehmen. Wenn ihr das nicht publik hat noch feine endgültige Entscheidung getroffen. mollt, dann werden wir unsere Sache dem Bölferbund übergeben." ,, Ein Tag wichtigster Entwicklung". Condon, 15. Dezember.( BTB.) Die Preffe veröffentlicht an erster Stelle ausführliche Berichte über die bevorstehenden deutsch französischen Verhandlungen. Der Pariser Berichterstatter des„ Daily Telegraph" führt aus, dar heutige Tag fönne die wichtigste Entmidtung in der europäischen Lage seit Befeßung des Ruhrgebiets bringen. Der Vorteil, der für Frankreich aus dem deutschen Vorschlage, in direkte Berhandlungen einzutreten, entstehen könne, müsse zugegeben merden. Die Fragen, deren Regelung nur durch die Alliierten ges meinfam erfolgen fönne, wie die Reparations- und die Rheinlandfrage, fönnten als außerhalb der Reichweite diretter Berhandlungen Ciegend beiseite gelaffen werden, während Fragen, wie die finanzielle Produktivität des Ruhrgebiets und die Bedeutung dieses Gebiets für Frankreich als Pfand zur Erörterung fommen fönnien. Der Pariser Berichterstatter tes Daily Chronicle" sagt, Boincarés lange Beriode des paffiven Widerstandes sei zu Ende. Manche Leute seien der Ansicht, diese plötzliche Schwentung bes fran zöfifchen Ministerpräsidenten sei durch die Furcht davor eingegeben, was mit den Beziehungen innerhalb der Entente ge fchehen tönne, wenn eine Arbeiterregierung ans Ruder tomme. Neuwahlen in Thüringen. Ter thüringische Landtag aufgelöst.. des Landtags wurde über den Antrag auf Auflösung des Weimar, 15. Dezember.( WIB.) In der gefrigen Sigung Landtags abgestimmt. Mit den Stimmen der bürgerlichen Parfeien und der kommunisten gegen diejenigen der BSPD. wurde der Antrag angenommen. Da über die Hälfte der Zahl der gefegmäßigen Abgeordneten für den Antrag gestimmt hat, gilt der Landtag fomit als aufgelöst. Präsident Leber schloß damit die Landtagsperiode. Börsenhoffnungen. Amtliche Kurse noch unverändert. Der Ruhrbergbau hat in den nächsten Monaten unter den Laften des Micum- Vertrages um feine Selbstbehauptung zu fämpfen. Sie wird aber nur zu erstreiten sein, wenn alle Beteiligten des Bergbaues ernsten Willens sind und die Schwere der Lage erkennen. Um sie furz darzustellen, bedarf es nur weniger Einzelheiten. Die Zechen des besetzten Ruhrgeblets find verpflichtet, nachdem sie einen furzen Anlauf genommen haben, monatlich 1 600 000 Tonnen Kohle zu liefern. Das sind Bezahlung erfolgt, wie ausdrücklich durch wiederholte Er 22,6 Proz. der Nutförderung für 1922, wofür zunächst teine flärungen der Reichsregierung erhärtet wurde, weil es nach der Finanzlage des Reiches unmöglich sei. Dann bestimmt der Micum- Bertraq, daß die Rechen des befekten Ruhrgebiets innerhalb 6 Monaten 15000000 Dollar( 63 000 000 Goldmart, aber zahlbar in Dollar) für vom 11. Januar bis 31. Oktober 1923 berechnete Kohlenstever zu zahlen haben. Da aber im größten Teil dieser Zeit die Kohlenförderung rubte, ist bei der Errechnung dieses Steirer betrages zurückgegriffen worden auf die Produktion von 1922. Das entspricht gewiß nicht der Billigteit, aber es gab die Grundlage für den gewollten wed. Diese Auflage wird der fogenannten reinen Rechen( preußische Staatszechen, staatliche Bergwerksgesellschaft Hibernia, Harpener Berg werksgesellschaft u. a.) besonders schwer, da sie feine Ausfuhr hatten und deshalb nicht im Besiß von Devisen sind. Bum dritten find die Zechen des befehten Gebietes ver pflichtet, laufend für jede abgefeßte Tonne Roble 10 Papier franten, im Höchstbetrag/ Goldmart, Steuer zu zahlen. Das find im wesentlichen die materiellen Auflagen, die den Bergwerfen gemacht wurden. Der durch diefes Abkommen geschaffene Vertragszustand gilt bis 30. April 1924. was nach diesem Zeitpunkt werden soll. Dringend kann nur Späteren Verhandlungen ist es vorbehalten, zu beftimmen, gewünscht werden, dak bis zum Ablauf dieses Vertrages zwischen der deutschen Regierung und den alliierten Mächten ein Reparationsablommen vereinbart ist, das volle Klarheit schafft, dem befekten Gebiet die staatspolitische und nationale Freiheit wiedergegeben hat und dem deutschen Bolte die Lebensmöglichkeit sichert. Um nun flarzumachen, welche materiellen Lasten der Micum- Bertrag dem Ruhrbergbau aufbürdet, muk zurückge griffen werden auf die Kohlenproduktion von 1922, die im Monatsdurchschnitt 8 046 000 Tonnen betrug. Hiervon mur Die Börse hat sich offenbar mit dem Steuerprogramm den 12,1 Proz. aleich 973 566 Tonnen im Zechenselbstverbrauch der Reichsregierung definitiv abgefunden. Sie beschäftigt und durch die Abgabe von Deputattohle aufgebraucht, so daß fich augenblicklich in der Hauptfache wieder stärker mit den außen zum Bertauf 7 072 434 Tonnen einschließlich Reparationspolitischen und den Anleihefragen. Man glaubt, daß der in den mengen, die aber damals vom Reich bezahlt wurden, ver Steuergeseßen zum Ausdrud fommende Wille, weitgehende Opfer blieben. Diefes Berhältnis wollen wir auf die Gegenwart zu fordern, die kommenden Verhandlungen über die Reparations übertragen, obgleich es noch nicht besteht. Lediglich vom Bergfrage sowie auch die Bereitschaft des Auslandes zur Gewährung von bau aus dürfte es nach der Inbetriebnahme der Rechen bald Anleihen günstig beeinflussen werden. Die bisher vorliegenden Nach. erreicht sein, wenn Sicherheit besteht, daß die Produktion auch richten über den Beschäftigungsgrad der Industrie im Monat De- abtransportiert werden fann. Die französische Eifenzember laffen in verschiedenen Gewerben Anfäße einer leichten Befbahnregie scheint sich aber über den Umfang der Güterserung erkennen. Diese Tatsache erwedt die Hoffnung, daß es ge- bewegung im Ruhrgebiet bei voller Produktion noch gar fingen werde, bald über die schlimmste wirtschaftliche Depreffion feine rechte Borstellung zu machen, sonst müßten ganz andere Baris, 15. Dezember.( WTB. Rammer.) Abg. Leon hinwegzukommen. Die Industriepapiere gelten bereits Maßnahmen zur Beherrschung des Verkehrs ergriffen fein, Blum( Soz) fährt nach Wiedereröffnung der Sigung( bis dahin wieder als porteilhafte Rapitalsanlage. Insbesondere wie bis jekt erkennbar sind. Es ist sogar möglich, daß die war Blums Rede in unferer heutigen Morgenausgabe entha'ten. nimmt offenbar das Publikum wieder regeren Anteil am ernstesten Vorhaben, die Berg- und Hüttenwerfe in normale Red.) fort, er wiirde alle feine Pflichten verleken, wenn er nicht den Effektengeschäft. Obwohl heute feine amtlichen Effekten- Produktion zu bringen, an der mangelhaften Eisenbahnregie Mut der deutschen Sozialdemokratischen Partei an erkennen würde, die heroisch und unter schlechten Bedingungen ge- notierungen stattfanden, zeigt sich doch eine sehr lebhafte Nachfrage zerschellen, vielleicht dann noch nicht einmal ohne Absicht. Die nächste Zukunft wird darüber Aufschluß geben. rungen habe, um ihre Ansicht zur Geltung zu bringen. Poincaré im Verkehr zwischen den Banken. Poincarè wird Freitag antworten. Schluß der Anklagerede Blums. fei es gewesen, der durch seine Haltung das Gefühl der Deutschen Im Devisenverkehr zeigt sich eine unveränderte Tendenz; Wir stellten fest, daß die Abfazförderung des Ruhrbergfür die Einheit gewedt habe. Man habe in Frankreich gealaubt, die Nachfrage hat etwas zugenommen. Biel beachtet baues im Monatsdurchschnitt 1922 gleich 7 072 434 Tonnen man fei fehr flug, wenn man die Einheit Deutschlands zerstöre merden die Borgänge am rheinisch- westfälischen Devifenmartt, wo betragen hat. Davon find nunmehr abzusehen für Repa Diese Einheit werde aber in der für Frankreich gefährlichsten offenbar die Kurse wieder nach oben gehen. Die amili chen No.rationslieferungen 1600 000 Tonnen, so daß zum freien Weise wiederhergestellt werden. Er frage, was unter diefen Um- tierungen der Berliner Börse blieben auch heute under Bertauf 5 472 434 Tonnen verbleiben würden. Der gegenftänden aus der Reparationsfrage werden solle, um die fich, wie es ändert bei einer Zuteilung von 6 Prozent auf die wichtigsten De- wärtige Nettoverkaufspreis der Bechen beträgt im Durchschnitt Scheine, niemand mehr fümmere. Die franzöfifche Regierung sei fehr schlecht inspiriert gewesen, als sie fich nicht um den Blan Cu bilen. In Geldanleihe und Dollarschahzanweisungen hat das An- 25,32 m. je Tonne. Er hat fich unter der Besagungslaft auf nos fümmerte, ber die Schlieferungen durch eine innere Anleihe gebat etwas nachgelassen. Immerhin war reichliche Ware vorhan- diese Höhe entwickelt und ist für die Zukunft unhaltbar, habe decken wollen. Damals fei diese Anleihe wohl möglich ge den. Die Lage des Geldmarktes ist unverändert flüssig bei einem menn die Produktion abgesetzt werden und vor allem zur engwefen. Gaze von Prozent für tägliches Geld. lischen Kohle in Konkurrenz treten soll. Der englische Kohlen Das deutsch- dänische Abkommen. Steuerfragen im Landtag. preis schwankt gegenwärtig im Durchschnitt zwischen 20 bis[ 21 Schilling per Tonne. Dieser Preis wird im äußersten Falle Deutschnationale Angriffe gegen die Sozialdemokratie. nur leicht überschritten werden dürfen, menn die Ruhrkohle Im Preußischen Landtag wurden in der heutigen Sigung An wettbewerbsfähig und die deutsche Industrie insgesamt fon- Im Preußischen Landtag wurde gestern die Berleum- träge der Kommunisten auf anderweitige Festsetzung der Tagess furrenzfähig sein soll. Auch vom Versailler Vertrag geht ein dungskampagne, die die deutschnationale Presse gegen die ordnung abgelehnt. Grund zur Nichtüberschreitung des englischen Preises aus. Sozialdemokratie wegen der Vereinbarung zwischen der deut- digen Ausschuß beschlossenen, vom Staatsministerium mit Gefeßes Auf der Tagesordnung steht zunächst eine Reihe der nom stän Dort ist in§ 6 der Anlage V bestimmt, daß Deutschland für schen und dänischen Sozialdemokratie vom 25. November betraft eriaffenen Verordnungen besonderer steuerlicher die Kohlenlieferungen auf Grund dieses Vertrages in gleicher gonnen hat, fortgesetzt. Die Rechtspresse entblödet sich nicht, Art, darunter die neue Grundvermögens- und GewerbePreishöhe auf Reparationskonto erkannt wird, in welcher die ihre Angriffe mit der Verdächtigung zu begründen, die Sozial- fteuer, die Landesaufwertungsverordnung, Kommunalabgaben, deutschen Inlandsabnehmer ab Grube zahlen, sofern die demokratie habe sich die Zustimmung zu diesen Bereinbarun- Kreis- und Provinzialabgabengesez, Aenderung des Diätengesetzes fer Preis den englischen Ausfuhrpreis ab gen und die Anerkennung der indirekt infolge des Versailler und des Lehrerdiensteinkommengefeßzes. Grube nicht übersteigt. Im letzteren Falle ist der eng- Friedensvertrages geschaffenen deutsch- dänischen Ein Antrag v. Campe( D. p.), die Grundvermögenssteuer sche Preis bestimmend für die Erkennung auf Reparations: Grenze durch Unterstützung ihrer Zeitungen in Schleswig von von der Tagesordnung abzusehen, wird angenommen. tonto. Doppelte Gründe gebieten eine Preissenkung für die Dänemart bezahlen lassen. Diese Behauptung ist fo In der Aussprache wendet sich Abg. Menzel( Dnat.) gegen die Ruhrfohle, wobei die Wiedererlangung der Wettbewerbsfähig. lächerlich, daß es fich nicht lohnt, gegen sie zu polemisieren. Gewerbesteuernovelle. Die Verabschiedung berartig michtiger Ber feit an erster Stelle steht. Wenn diese erreicht werden soll, Auch die Deutschnationalen wissen natürlich, daß die Stellung ordnungen durch den ständigen Ausschuß entspreche nicht der Verdana mirb der Nettopreis für Ruhrkohle ab Grube im Durchnahme der Sozialdemokratie zu fachlichen politischen Bro- fassung. Die Vorlage, die von weiten Kreifen der Bevölkerung mit Spannung erwartet sei, dürfe dem Plenum nicht entzogen werden. schnitt ta um 18 Goldmark überschreiten dürfen. Diesem blemen von materiellen Erwägungen unabhängig ist. Ganz wir lehnen es auch ab, daß Genossenschaften und Konsumvereine Betrage wären zuzuschlagen 2,50 M. für Kohlenabgabe auf abgesehen davon, ist sie selber in vollem Umfang falsch. Die ein steuerliches Sonderrecht bekommen. Der nächste Landtag, der Grund des Micum- Bertrages, die Reichsumsatzsteuer und die sittliche Entrüstung der Deutschnationalen versteht man, wenn ja wohl eine andere Zusammensetzung zeigen wird, wird hoffentlich Handlungskosten, womit die äußerste Grenze erreicht ist. man beachtet, daß in dem Tert des getroffenen Abkommens Besseres schaffen. " neuen für die Notverordnung ein. Nach Abgang des monatlichen Lieferfolls von 1600 000 beide sozialdemokratische Parteien beschließen, die sozial- Abg. Fries( Soz.) tritt diesen Ausführungen entgegen. Die Tonnen an die Alliierten auf Grund des Micum- Vertrages demokratische Presse in beiden Ländern aufzufordern, mit vom Borrebner als Zeugen gegen die Vorlage benannten Interverbleiben, wie schon nachgewiesen, von der Abfahförderung aller raft gegen die bölferverhegende effenten wollten am liebsten überhaupt keine Steuern zahlen. Die für 1922 im Monatsdurchschnitt 5 072 434 zum freien Bertauf. Tätigkeit der Chauvinisten einzutreten". Im Steuerscheu der Deutschnationalen set ja bekannt. Der Redner tritt Die Fördermenge von 1922 ist aber noch nicht erreicht, und sie übrigen heißt es in dem Vertrag ausdrücklich: mird auch in den wenigen Wochen des Jahres 1923 nicht mehr erreicht werden. Aber auch wenn sie erreicht ist, dann wird die Einnahme des Ruhrbergwerks nach eingetretener Preisfenfung auf den genannten Betrag bei restlosem Absatz der hierfür freien Produktionsmengen betragen 5 072 434 mal 18 gleich 91 303 812 Goldmart, wovon sämtliche Gestehungsfosten zu bestreiten sind. Im Dezember 1922 waren rund 560 000 Arbeiter im Ruhrbergbau beschäftigt. Selbst wenn sich hiervon infolge der Wirren und Krankheit nur 480 000 zur Arbeitsaufnahme melden und der Lohn im Durchschnitt der Wegen der Pläne, die von einzelnen Personen aus dänischen Kreisen entworfen find und auf eine Verschiebung der bänischen Grenze bis zu einem südlicheren Punkt als den vereinbarten abzie len, falls die auf Grund der traurigen Verhältnisse in Deutschland eintretende 3ersplitterung und Auflösung weiter fortschreitet, er flären die dänischen Vertreter, daß solchen Bersuchen einer Ausnutzung der Not des Deutschen Reiches mit dem einhelligen Widerftand der Sozialdemokratischen Partei und der gesamten Arbeilerlaffe Dänemarts entgegengetreten wird." dem Wege der Notverordnung hat in den betroffenen Streifen berech Abg. Kölges( 3.): Die Regelung der Gemerbebesteuerung auf tigten Unwillen erregt. Gewiß liegen ganz außerordentliche Verhältnisse vor, ohne die Wiederverleihung einer gewiffen Finanzhoheit an die Gemeinden wird sich ein Ausweg aus dem Steuermirrwarr überhaupt nicht finden lassen. Nur unter dem harten Drud der vorhandenen Zwangslage stimmt die Mehrheit des Zentrums für die Verordnung. Ein Teil der Frattion muß ihr die Bustimmung versagen.( Lebhafter Beifall im Zentrum.) Abg. Grundmann( D. Bp.): Gewiß hat das neue Gefeh sehr viele Härten für die Steuerschuldner, aber es gibt auch, und das gläubiger. Es ist also zu prüfen, ob die neue Steuerverordnung für wird zu leicht vergessen und übersehen, eine Partei der Steueruns tragbar ist. Unsozial ist vor allem die Lohnsummensteuer. Unter gläubiger. Es ist also zu prüfen, ob die neue Steuerverordnung für den obwaltenden Umständen bleibt nur die Zustimmung zu der Notverordnung übrig. Niemand wird behaupten können, daß eine folche ErfläSchicht 6 M. eine durchaus unzureichende Höhe- betragen rung dem nationalen Interesse Deutschlands widerspräche. würde, dann entstehen unter Beachtung eines dem Fach- Die Deutschnationalen charakterisieren sich selber, wenn fie mann bekannten Schlüssels für die Beamtenbesoldung rund ferner an dem folgenden Passus Anstoß nehmen: 80 Millionen Goldmart Gehalts- und Lohn= ,, Ebenso lehnt die deutsche Sozialdemokratie fategorisch alle auf toften im Monat gleich 87,6 Proz. des errechneten Verkaufs- eine Wiedereroberung des jeht Dänemark zugeficherten Gebietes ab. Schulz- Neukölln( Komm.): In der von Regierung und Stän erlöses, ein Verhältnis, das unmöglich längere Zeit durchge- 3ielenden Pläne ab. Diesen Plänen, sei es, daß sie eine Wieder- digem Ausschuß vereinbarten Neuordnung der Gewerbesteuergesetzhalten werden kann und von vielen Anlagen faum im Anlauf vereinigung des dänischen Schleswig mit dem Deutschen Reich oder gebung erblicken wir eine Ueberschreitung der durch den Artikel 55 wird ertragen werden können. Ein hervorragender bergtech- die Schaffung eines felbständigen Schleswigschen oder Schleswig- ber Berfassung statuierten Befugnisse, d. h. einen Berfassungsbruch. nischer Grubenbeamter Westfalens, dortselbst bekanntes Mit- Holsteinischen Staates bezweden, wird die Sozialdemokratie, die Ebenso erscheint uns die Verbindung der von den Parteien einglied der Partei, hat im Auftrage des Reichsfohlenrates ein deutsche Arbeiterklasse und die überwiegende Mehrheit des deutschen gebrachten Uranträge zur Gewerbesteuer und ihre gleichzeitige Erledigung bei der Entscheidung über die Genehmigung oder NichtGutachten über die Zusammensetzung des Kohlenpreises der Boltes den stärksten Widerstand entgegensetzen." Die Sozialdemokratie erweist durch eine solche Erklärung( Fortsetzung des Berichts in der Morgenausgabe.) genehmigung der Notverordnung als ganz unzuläffig. Borkriegszeit erstattet, worin er zu dem Ergebnis kam, daß der Ertrag für die gesamte Kohlenproduktion folgende Auf Deutschland zweifellos außenpolitisch einen sehr mesent teilung fand: Für Löhne und Gehälter 55 Pro 3, lichen Dienst. Sie bekundet dadurch einem mit uns be= Materialtoften 15 Proz., Generalfosten 9 Proz., Abschreibun- nach barten und befreundeten Staate, der durch gen 10 Broz. und Gewinn 11 Broz: Diese Aufteilung fonnte feine Hilfstätigkeit gegenüber der notleidenden Bevölkerung viele Jahre, auch noch in der Nachkriegszeit, mit Ausnahme ich den Dank aller Deutschen reichlich verdient hat, die abso- der Beiterberatung der Beamtenabbauverordnung einen Antrag an, Der Fünfzehnerausschuß des Reichstags nahm am Freitag bei Der letzten zwei Jahre, in ungefährem gleichen Verhältnis be- lute Entschloffenheit der größten deutschen Partei, die fried der Weiterberatung der Beamtenabbauverordnung einen Antrag an, nach dem das Privateinkommen ous dem Vermögen der Frau bei sbachtet werden. Einschränkungsmöglichkeit in diesem Berhält. Lichen Beziehungen zwischen Deutschland und Dänemark un- der Berechnung des Privatvermögens ausscheiden soll. Außernis wäre nur beim Gewinn gegeben. Alle anderen Bosten bedingt aufrechtzuerhalten. Deutschland hat gar keine dem soll das Brioateinkommen bis zur Höhe des Betrags der Einsind unanfechtbar und gestatten Einschränkungen nicht, woraus Veranlassung, sich zu den vielen Feinden, die es hat, gangsstufe der Besoldungsgruppe 8( bisher 7) bei der Kürzung unfich mit unbezwinglicher Logif die Gründe für eine vermehrte neue hinzuzuerwerben. Es hat im Gegenteil alle Ursache, um berücksichtigt bleiben. Die Regierung will bei Durchführung des Produktion ergeben, um so den Anteil der zum Ver- die Freundschaft und die Sympathie des Auslandes zu wer- Personalabbaus Schule und Kultur in den gefährdeten Gebieten fauf freien Kohlenmengen zu steigern, damit ben. Unterdrückt und vergewaltigt, wie unser Land ist, wird( Rhein und Ruhr, Schlesien, Schleswig- Holstein) besonders berüddas unerträgliche Mißverhältnis gemildert wird. es die Sympathien, die ihm diese friedliche und auf Verständi- fichtigen. In der Frage der Entlaffung verheirateter weiblicher BeDer Beamtenabbau. Auch für die Steinkohlenbezirke Oberschlesien, Nieder- gung gerichtete Haltung der Sozialdemokraten im Ausland amter wurde vom Ausschuß verlangt, daß die darauf bezüglichen Bestimmungen befristet werden, daß der ausscheidenden verheirate schlesien und Sachsen sind Vereinbarungen getroffen worden, einbringen wird, unter Umständen noch sehr gut ge= ten Beamtin entweder eine Abfindung gewährt oder ihr für später wonach die Bergarbeiter ab 17. Dezember eine Stunde je brauchen können. Die Deutschnationalen wenigstens sollten Bension und Hinterbliebenenfürsorge gesichert bleiben und die BeSchicht zur Hebung der Produktion und zur Verbilligung der die Allerletzten sein, die der Sozialdemokratie nationale Bor- ftimmungen über die Wiederverwendung männlicher Beamter auf Kohle länger arbeiten. Für diese Ueberarbeit wird fein be- würfe machen. Sie verstehen nur das eine: Deutschland überall cerheiratete Beamtinnen ebenfalls angewandt werden. Zur Frage sonderer Lohnzuschlag vergütet, wie im Manteltarif norge- und beim friedliebendsten Nachbarn unbeliebt zu machen. der Entlassung von Angestellten wurde der Regierung folgende Alenderung der Abbauverordnung durch Beschluß empfohlen:„ Die fehen war, sondern sie wird durch einfache, der Mehrarbeit Zahl der Angestellten ist so weit zu vermindern, als es die Verhält entsprechende Bezahlung abgegolten. Diese Opfer werden Der Berfassungsausschuß des Breußischen Staats- nisse der Berwaltung zulassen. Angestellte, die am Tage der Kün von den Bergarbeitern im Interesse der Allgemein rates beschäftigte sich mit der förmlichen Anfrage der Fraktion digung mindestens 12 Jahre ununterbrochen bei Reichs-, Länderheit, aber nicht zur einseitigen fapitalistischen Bereicherung Arbeitsgemeinschaft über das zwischen der Sozialdemokratischen Bar- und Gemeindeverwaltungen beschäftigt find, werden den verfor. gebracht. Dieses Vorbild der Opferbereitschaft tann weiten teil Deutschlands und der dänischen Sozialdemokratie abgefchloffene gungsberechtigten Angestellten gleichgestellt." Kreisen der besitzenden Klassen zur Nachahmung dringend Abkommen und die Stellungnahme der preußischen Staatsregierung Das Reichsfabinett hat am Freitagabend auf Grund empfohlen werden, damit auch sie dem Staate geben, was dem zu diesem Abkommen. Die Staatsregierung hat die baldige Bes des Ermächtigungsgesetzes beschlossen, daß die Arbeitszeit der Staate gebührt. antwortung der Anfrage in Aussicht gestellt. Beomten mindestens 54 Stunden in der Woche betragen muß. Audienz beim Hoffänger. Bon Egon H. Straßburger. Ich suche den Herrn Trüffelmann im hohen Norden auf. Er wohnt standesgemäß im Hof und briet gerade Kartoffeln. Aha!" sagte er, Sie sind Herr S... Nehmen Sie Play! Der Stuhl ist noch der beste in der Etage." 27 Ich bin so frei... Darf ich an Sie ein paar Fragen stellen?" Bitte schön!" Und Herr Trüffelmann setzt die Bratkartoffeln Was waren Sie früher?" Hoffänger!" zur Seite. „ Ja, aber im oder bei Hofe?... Ja sangen Sie immer da?" ,, Nein, ich war Bariton an einem Hoftheater, und als es mir fchlecht ging, tam ich auf den Wig, auf dem Hofe zu fingen." Ihre Stimme flingt immer so geschult." „ Mein Bech." " Wiejo?" # 1 Die Hausbewohner haben nicht das rechte zutrauen fo Man hört lieber die Falschfänger." „ Das flingt mehr nach Not. ,, Aber Sie brauchen nicht zu üben." Aus Gewohnheit und der Kunft zu Ehren doch." Man dankt es Ihnen nicht. Ich bin Künstler." Einen Augenblick setzte ich mit Fragen aus. Mit Mehmut be. trachtete ich den Mann, der etwas reduziert vor mir saß. Ist das Ihre Kleidung, wenn Sie. Nein, dafür habe ich den Sonntagsrod; das heißt, er avancierte zum Werktagsanzug... jeden Tag finge ich in ihm. ,, Aber Sie müßten doch etwas zerlumpter gehen." Das mill ich nicht." Warum nicht?" 97 Weil ich Wagner finge, Mozart, Meyerbeer eine Entehrung, wenn diese Meister ,, Aber Sie wollen doch Geld verdienen?" ,, Anders geht es nicht." Es wäre mie Aber Nichts aber... erst finge ich Ihnen zwei Lieder vor. Mit ihnen habe ich manchen Beifall auf offener Bühne errungen." und sang mit schmelzenden Tönen aus Carmen und Rigoletto. Und er setzte sich an ein etwas defektes Klavier( defekt wie er) Ich flatschte Beifall und drückte einem großen Künstler lange und fest die Hand. Kleine Symptome. Es gibt Läden, die nicht mehr Buntt zwölf schließen, sondern ruhig weiterverkaufen. Die Ware unter dem Badentisch ist verschwunden, die zahlungskräftige Kundschaft wird nicht mehr ange zwinfert, und der Verlauf ist kein Gnadenaft, sondern ein Geschäft auf Gegenseitigkeit, bei dem sich der Berkäufer wieder einer gemissen Freundlichkeit befleißigt. Es gibt wieder Kaufleute, die auf die Frage: Wie wird das Beihnachtsgeschäft?" nicht mehr„ mies", sondern ausgezeichnet" antworten; vorausgefeßt, daß die Stabilität anhält. Der psychologische Augenblick, sie festzuhalten, ist da wie noch nie. Ihn entgleiten zu Caffen, wäre eine unverzeihliche Sünde. Wie wirten Röntgenstrahlen? Es ist allgemein bekannt, daß " Ja, mein lieber Herr," sagte er an der Tür, Sic transit gloria Röntgenstrahlen nicht auf alle Teile eines Organismus die gleiche mundi. Alles ging zum Teufel!" Wirkung haben. Muskelzellen z. B. werden wenig beeinflußt, KeimUnd ich hatte das Gefühl, als habe der berühmte, längst verzellen oder rasch wachsende Geschwulstgewebe werden dagegen stark storbene Bischof Batricius daneben gestanden und seine Worte auf geschädigt. Die Strahlenwirkung ist um so intensiver, je größer die unferen Hoffänger eigens gemünzt und geschrieben. Lebenstätigkeit der Zellen und je geringer ihre Entwicklung fortgeschritten ist. Dort, wo lebhafte Bellteilungen stattfinden eben in Krebsgeschwülsten, in den Keimdrüsen usin. ist die Wirkung besonders auffallend. Nach den neueren Ansichten werden diese bicstrahlen direkt ausgeübt, sondern im Innern der Zellen lösen fich logischen Einflüsse nicht durch die Aetherschwingungen der Röntgenbewegliche Elettronen vom Atom ab und zertrümmern benachbarte Moleküle. Die dabei entstehenden Substanzen sollen erst die biologischen Wirkungen auslösen. Bah.reiche Untersuchungen haben ge zeigt, daß der Angriffspuntt der Strahlen in den 3ellernen zu suchen ist; denn der Aufbau der Kernsubstanzen wird genstrahlen ist nicht in allen Fällen eine zerstörende oder lähmende. durch Bestrahlung weitgehend verändert. Die Wirkung der RöntSo scheint bei der Tuberkulosebekämpfung mit Hilfe der Röntgenstrahlen nicht eine Lähmung der Bazillen, wie man früher glaubie, von Bedeutung zu sein, sondern das Wesentlichste ist der zelfreiz des umgebenden gefunden Gewebes. Durch die Strchben wird auch der ganze Körper beeinflußt, vor allem find im Blute Veränderungen nachweisbar. Man ist jetzt schon dazu übergegangen, die anregende Wirkung der Röntgenbestrahlung zu be nutzen, um die Leistungsfähigkeit der Organe schwächlicher Menschen zu steigern. Es gibt Leute, die um 3 Uhr nadymittags nach dem Dollarturs zu schauen vergessen und sich erst am Abend überzeugen, daß er felbstverständlich unverändert geblieben ist. Es gibt Schiebertaffees, in tenen fich tein Mensch um Dollars und holländische Gulden reißt, und wo die Forderung, Goldmark mit einem Agio" herüberzunehmen", Heiterfeit auslösen würde. Es gibt keine Angst mehr vor Substanzverlust, unb marte, gar balde werden wir schon den ersten großen Saisonausverkauf zu fenfationell herabgefehten Preisen haben! Es gibt keine Leute mehr, tie sich drängen, ihr Geld um jeden Preis loszuwerden. Bon jedem Preis ist gar feine Rede. Hingegen gibt es schon wieder Leute, die zu sparen beginnen; die hohe Er lächelte. Er hatte seinen Stolz bewahrt. Joh ging auf ein Rante tommt wieder zu Ehren. anderss Thema über. " Gibt man gern und viel?" Im Norden und Osten der Stadt oft freudig." Wiesiel, wenn ich fragen darf?" Aus einem Fenster fliegen hundert, aus einem anderen oft fünig herunter." nb wie ist es in den besseren Stadtteilen?" meber fliegen Billionen hernieder oder das Haus hält Dernschenschlaf." Aber man hört sie doch?" inter den Carbinen! Da ist es billiger." Ich stand auf. Von Gedanken gequält, einem armen Manne feine Beit genommen zu haben, langte ich in die Brieftasche: Si erlauben?" O nein so nicht!" wwwwww * Es werden schon viel weniger Wige über die Mart gemacht, und das finnige" Bekleben der Wände mit Papiermart hat aufgehört. Fortschritte der drahtlosen Bildübertragung. Die amerikanische Radio- Korporation hat fürzlich das Bild ihres Präsidenten über eine Strede von 14 000 Rilometern drahtlos übertragen. Trotz der großen Entfernung fam das Porträt in tadelloser Manier zur Wiedergabe. Wie man weiß, hat auch Professor Artur Korn- Berlin, der Erfinder der Bildtelegraphic, neuerdings mit drahtloser Bildübertragung bedeutende Erfolge erzielt. Erftaufährungen der Woche. Dienst. Renaissance- Tb:„ Die zärt lichen Verwandten". Donn. Intimes Th.:„ Einatter". Freit. Die Preise in den Läden werden nicht mehr täglich dreimal Deutsches Tb.: Scherz, Satire, Sronie". Sonnab. Leifing- Th.: heraufgesezt, woh aber alle. Tage einmal reduziert. Bas Jar wollt. Ib. i. d. Königgräger Str.: 3wischen Reun und Neun". Metrovol- Tb.: Marietta". Neues Operetten- Th.: „ Der leufche Lebemann". Wunder über Wunder! Es gibt Leute, die Goldgelt ausgeben und Papiergeld hamstern! Bisher wollte jeder an dem Marksturz verdienen; und deshalb fiel die Mart. Jezt muß man fich darauf einstellen, an der ft a biLen Mart zu verdienen; und sie ist stabil. Nicht nur der finanzielle Mechanismus, auch der Wille und der Glaube machen das Geld. Die Malit- Buchhandlung und Galerie Groß eröffnet am Sonntag, den 16. Dezember, mit einer Ausstellung der neuesten Originale von George Groß. Freie Besichtigung. Der Ausbau des Deutschen Museums. Ala Anteil des Bayerischen Staates für den Ausbau des Deutschen Museums in München hat der bagrijoje Landtag 800 000 Boldmart bewilligt, in der Hoffnung, daß der gleiche Betrag auch vom Reiche und von der Industrie aufgebracht werde. Roethe, der„ Führer". Gewerkschaftsbewegung Das Beispiel der Arbeiter. Nach dem Abkommen für das besezte Gebiet ist nunmehr Pflichten, den Berbrecher zu schüßen, ihn vor dem Berbrechen zu be- 1 mahren. Der Bürger erleichtert sich seine Aufgabe, indem er den Verbrecher einfach vernichtet, ausrottet. Die Geschworenen quittieren den ungewollten Tod eines Wachtmeisters durch den bewußt gewollten Tod zweier junger Menschen, die vielleicht doch noch einmal taugliche Mitbürger werden könnten. Zum tausendsten Mal muß man sich die Frage vorlegen: Wann wird nun aus den breitesten auch für das unbesette Gebiet ein Abkommen getroffen worden, Schichten der Bevölkerung die freiwillige Fürsorge entstehen, die wonach im Bergbau tie Arbeiterschaft freiwillig eine ehemalige Fürsorgezöglinge nicht zu Mördern wird werden lassen Stunde Mehrarbeit leistet. Gestern ist außerdem im und die Laienrichter nicht zu deren Henfern. Das Urteil ist ein Fehlurteil wie felten eins. Golffte es durch das Reichsgericht nicht Reichsarbeitsministerium für die Schwereisenindustrie des Ruhraufgehoben werden, so wird dem Begnadigungsrecht des Reichs- gebiets ein Abkommen getroffen worden, das wir im heutigen präsidenten überlassen sein, den jungen Menschen das Leben zu Morgenblatt veröffentlicht haben und das bis zum 1. Juli 1924 eine schenken. Verlängerung der Arbeitszeit bis zu zehn Stunden vorsicht. Ob die Arbeiterschaft selbst, die in der Ürabstimmung darüber zu befinden haben wird, diesem Abkommen, das eine äußerst schwere Belastung für sie bedeutet, zustimmt, bleibt noch abzuwarten. Zu wenig Krematorien. Zur Bekämpfung des schweren Schadens, den die Gesundheit des deutschen Volkes durch den Krieg und die ihm folgende Not er titlen hat, will das Preußische Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung die Pflege der Leibesübungen auch an den Hochschulen mehr fördern. Im Zusammenhang hiermit fand eine Kundgebung statt, die von der Berliner Studentenschaft am Freitag im Auditorium marimum der Universität veranstaltet wurde. Sie sollte für den Gedanken des Turnens und des Sports werben und brachte gieichzeitig die Einführung des neuen Universitäts- Turn- und Sport lehrers Dr. Altrod, der über„ Leibesübungen als Grundlage eines neuen Aufstieges" sprach. Aus der einleitenden Ansprache„ Seiner Magnifizenz", des Rektors der Universität, Geheimrat Prof. Dr. Roethe, der von förperlicher Ertüchtigung sich die Wiederkehr der nationalen Größe des deutschen Boltes verspricht, Ab 1. Januar Betrieb in der Gerichtstraße. erkannte man sogleich den Geist dieser Kundgebung. Noch deutlicher Zu den Klagen über die Einstellung des Betriebes am Gerichtwurde der Rektor der Deutschen Hochschule für Leibesübungen, Ge- ftraßentrematorium wird uns von dem zuständigen Bezirksamt heimer Medizinalrat Prof. Dr. Bier, der nach Altrod das Wort felgendes mitgeteilt: nahm. Er scheute sich nicht, zu den„ Gegnern" des Turnens die„ Pazifisten und anderen Feministen" zu zählen. Weiß der Herr Rettor der Hochschule für Leibesübungen nicht, daß die vom Geist des Pazifismus erfüllte fozialbemo fratische Arbeiterschaft seit Jahrzehnten das Turnen aufs eifrigfte pflegt? Aber für einen Rummel, der die Ertüchtigung" in nationalistischem Sinne mißbraucht, wäre die Arbeiterschaft allerdings nicht zu haben. Nachher gab Roethe befannt, daß der Senat der Universität beschlossen hat, von jetzt an in jedem Semester einen„ afademischen Tag für Leibes: übungen" zu veranstalten. Für die erste dieser Veranstaltungen ist der 23. Februar 1924 in Aussicht genommen. Roethe prophezeite, daß aus dieser Bewegung der Hochschuljugend„ doch endlich der ersehnte Führer sich entwickeln müsse". Luftig ist, daß Roethe selber eingestand, immer ein sehr schlechter Turner gewesen zu sein. Und trotzdem hat es bei ihm noch zu einem " Führer" für„ nationale" Studenten gelangt! Verfehlt! 291 S Aber wenn wir von der Schwerindustrie im Ruhrgebiet absehen, so ist bereits zu verzeichnen, daß die Arbeiter des Kohlenbergbaurs Das schwere Opfer der Arbeitszeitverlängerung auf sich nehmen, unt Die Bestattungsvereine haben seit langem Borwürfe darüber dem deutschen Reich die Basten, die sich aus dem Vertrag von Vererhoben, daß das Krematorium in der Gerichtstraße zu teuer arbeite. failles ergeben, und die noch verschärft worden sind durch die Ruhrtrieb in der Gerichtstraße, welcher sich als am teuersten heraus- schaftsministerium seinerseits die unverzüglichen Schritte unternimmt, Aus diesem Grunde und infolge der Unrentabilität wurde der Be besetzung, zu erleichtern. Wir erwarten nun, daß das Reichswirtgestellt hat, am 18. Oftober geschlossen, um notwendige Berbesserungen durchzuführen, die voraussichtlich zum um einen Abbau der ungeheuerlichen Kohlen- und Eisenpreise her= 1. Januar 1924 beendet find Der Rossverbrauch pro Ein- beizuführen. äscherung war durch dauernde Beobachtung des Betriebes von Die Kohlen und Eisenpreise sind es zum wesentlichen 2% 3entner auf 2 Bentner herabgefeht worden, war aber immer Lei, die die Ueberteuerung der deutschen Produktion und somit die noch höher als in den beiden anderen Betrieben, in Treptow und in Wirtschaftskrise verursachen. Es geht nicht an, daß man von der Wilmersdorf. Ein günstiges Angebot zur Lieferung von Materialien Arbeiterschaft Opfer auf Opfer verlangt, während man den Unterfür den Umbau eines Ofens wurde afzeptiert, und es sollte ein repa- nehmern freie hand läßt, Wuch erpreise zu nehmen. Das raturbedürftiger Ofen nach einem neuen System umge Abkommen zeigt aber auch, wie durchaus unberechtigt das Geschrei baut werden. Dieser Ofen ist durch gemeinsame Anterver bindungen mit einem zweiten Dien verbunden und deshalb nach dem Abbau des Achtſtundentages ift. Die Arbeiterschaft hat fann letzterer erst bei Fertigstellung des neuen Dfens wieder in Be- sich nie geweigert, Opfer zu bringen, die im Interesse der Gesamtwirt trieb genommen werden, weil ohne Einleaung der Anferverbindungen schaft liegen. Man kann aber nicht erwarten, daß etwa die noch in Gefahren( Einäscherungstemperatur 1000 Grad Celsius) bestehen. Arbeit Stehenden Ueberarbeit leisten, während Millionen ArbeitsEine Inbetriebnahme verbot sich außerdem, weil die Berbrennungs- lofer dem Hunger ausgeliefert sind und das Reich durch Aufbringung öfen unter der Trauerhalle liegen und die geräuschvollen Arbeiten, der Erwerbslosenunterstützung auf das schwerste belasten. Wir ermie Klopfen und Hämmern an den Materialien, eine Trauerfeier warten also, daß die Regierung sofort die nötigen Maßnahmen erwährend der Umbauzeit unmöglich machen. greift, um auch die Unternehmer zu den notwendigen Opfern zu zwingen. Der Schiedsspruch für die Goldleistenbranche abgelehnt. Im Demobilmachungsamt verhandelte der Holzarbeiterverband mit dem Arbeitgeberverband, um die Berbindlicherklärung des Schiedsspruches zu erwirken. Die Gründe des Holzarbeiterverbandes, welche für die Verbindlichertlärung Sprachen, find um fo durchschlagender, da der Nebenkonirahent auf Arbeitgeberseite, der Verband der Bilderrahmen- und Spiegelfabrikanten, diefen Schiedsspruch ohne weiteres angenommen hatte. Der lajfierte Wahrspruch im Mordprozeß Juft- Staberock. den dritten Ofen in Betrieb zu halten aus Gründen der UnDes weiteren war es unzweckmäßia, eine zweite feine Halle und Einen übrraschenden Ausgang nahm nach 3 Uhr nachts die Ber- rentabilität, infolge unzureichender Ausnüßung der Arbeitshandlung gegen den Rohlenpresser Theodor Just und die Witwe fräfte. Die Aufrechterhaltung diefes Notbetriebes würde nur zu Mathide Sta berod, die wegen des scheußlichen Mordes an der einer Belastung aller derjenigen führen, die ihre Angehörigen auf Portierfrau Rädling angeklagt waren. Die Beweisaufnahme hatte diesem Wege bestatten wollen. Die Lage der zurzeit im Betrieb befich bis in die späten Abendstunden hineingezogen. Staatsanwalt findlichen beiden Krematorien ist wesent ich günstiger als in anderen fchaftsrat Bolzin beantragte, beide Angeklagten des Mordes bzw. Großstädten, wie 3. B. Hamburg, Dresden und Leipzig. Es liegt Anstiftung zum Morde schuldig zu sprechen, Frau Staberod auch im Interesse der Beteiligten, wenn die Gemeinde dazu übergeht, bedes versuchten Mordes durch Beibringung von Giften. stimmte Betriebe auf ihre Wirtschaftlichkeit und Höchstleistung zu prüfen und die nötigen Folgen daraus zieht. Bird nach anderen Gesichtspunkten verfahren, so steigern sich die Gebühren, und die jenigen, die zahlen müssen, sind die Leidtragenden. Nach sehr langer Beratung fällten die Geschworenen um 2 Uhr nachts ihren Bahrspruch. Der Obmann verkündete, daß die Geschworenen bei Just die Schuldfragen nach Mord und Raub bejahten. Bei Frau Staberod ist dagegen die Frage der Mittäterschaft am Mord und Raub ver- Postdienst am 24. Dezember. Für Montag, den 24. Dezember, neint morden. Sie wurde schuldig gesprochen der Anstiftung zum hat die Bostverwaltung auf Grund der in den Vorjahren gewonneMord und Raub, weiterhin des Mordversuches an Frau Räding und nen Erfahrungen einige nach der Verkehrslage angängige Dienstbeder Unterschlagung. Daraufhin beantragte der Staatsanwalt die schränkungen angeordnet. Die Postschalter werden im allgemeinen Todesstrafe gegen Just. Die Rechtsanwälte Dr. Arthur Brandt und um 4 Uhr nachmittags gefchloffen. Der Zustelldienst Dr. Fagg baten das Gericht eindringlich, von der Befugnis des foll möglichst zu demselben Zeitpunkt zu Ende geführt sein. Die § 317 der Strafprozeßordnung Gebrauch zu machen und Brieftastenentleerungen werden so geregelt, daß die lehte Lee den Spruch zu fassieren, da die Geschworenen offenbar fich rung gegen 7 Uhr abends beendet ist. Im Telegrammzuungunsten der Angeflagten in ihrem Wahr- annahme- und Fernsprechdienst treten feine Beschränkungen ein. fpruch geirri hätten. Nach mehr als einhalbstündiger Be- Es liegt im Interesse der Allgemeinheit, Postsendungen an diesem ratung verfündete Landgerichtsdirektor Steinhaus folgendes. Tage möglichst frühzeitig einzuliefern... Urteil: Charakteristisch sind die Gründe, melche der Oberpräsident als Demobilmachungskommissar gegen die Verbindlicherklärung vorbringt. Er spricht aus, daß er einen staatlichen 3wang für diese Gruppe nicht anwenden möchte, da er annimmt und ganz besonders empfiehlt, daß sich auch die Goldleistenfabrikanten auf den Boden des Spruches, der den fürstlichen Lohn von 0,55 Goldmark vorsicht, stellen werden. Es wird abzuwarten sein, ob diesem Ersuchen Folge geleistet wird. Im anderen Falle werden die Arbeitnehmer der Goldleistenbranche über die ihnen geeignet erscheinenden Schritte zwecks Erreichung zeitentsprechender Löhne entscheiden. Neuwahl der Delegierten im ZDA. Die Wahlen der Delegierten im Zentralverband der Angeftellten, Ortsgruppe Groß- Berlin, haben folgendes Ergebnis geDie Jugendliteratur- und Weihnachtsbuch- Ausstellung des Bezirksamtszeitigt: Lifte 1: 158, Lifte 2: 117, Liste 3: 25, so daß die Amster Friedrichshain in der Schulaula, Petersburger Str. 4, ist auch am Sonntag, 16. Dezember, von nachmittags 3 Uhr ab, geöffnet. Am gleichen Tage damer Gewerkschaftsrichtung insgesamt 183 Size für die findet um 4 Uhr ein Bunter Abend im Rahmen der Ausstellung Generalversammlung erhalten hat. ftatt. Mufit, Rezitation und Vorlesung aus verschiedenen Werken werden den Besuchern eine fleine Feierstunde bieten. „ Die Angeklagte Staberod wird wegen versuchten Giftmordes zu nier Jahren Zuchthaus und wegen Unterschlagung zu einer weiteren Woche Zuchthaus verurteilt. Bon der Anflage der Mittäterschaft am Morde wird sie gemäß dem Spruch der Geschworenen freigesprochen. Der Wahrspruch wird, soweit er auf schuldig des Aus der Geschichte der englischen Arbeiterbewegung lautet das Thema, Mordes und Raubes bei Just und auf Anstiftung zum Morde und über das Genosse Dr. Piechowsti im Bund religiöser Sozialisten, Neu Raub bei Frau Staberod lautet, tassiert, da sich nach einstimmiger ölln, Sertafstr. 9( Großer Saal), am Sonntag, den 16. Dezember, abends Auffassung des Gerichtshofes die Geschworenen zuungunsten der 7½ Uhr, bet freiem Eintritt, fprechen wird. Angeklagten geirrt haben." Der Angeklagte Just brach daraufhin völlig zusammen, während Frau Staberod ruhig und gefaßt blieb. Die Kassierung des Wahrspruchs der Geschworenen, die zu den feltensten Fällen in der Gerichtspraxis gehört, erregte bei dem bis in die späten Nacht stunden unter größter Spannung ausharrenden Bublifum außer ordentliches Aufsehen. Nach dieser anstrengenden Sigung erklärten sich die Geschworenen außerstande, an dem für heute früh angesetzten Prozeß gegen den Plagmeister Löwinsohn, der sich wegen Mordes und Mordverfuchs zu verantworten hat, teil zunehmen. Diese Berhandlung mußte daher auf Montag per schoben werden. Zum Todesurteil im Prozeß Steiner. Im Gegensatz zu dem einige Stunden früher gefällten Todesurteil in dem im heutigen Morgenblatt berichteten Fall Steiner hat sich der Gerichtshof geweigert, den Wahrspruch der Geschworenen im Falle Redling als zu Recht gefällt anzuerkennen. Durch den Gerichtsbeschluß, der den Wahrspruch der Geschworenen im zweiten Falle aufhebt, erscheint das erste Urteil in einer um so grelleren Beleuchtung. Es ist Pflicht, sich mit demselben in breitèr Deffentlichkeit auseinanderzusehen und wie gegen den Wahrspruch, so auch gegen die Verweigerung des Gerichtshofes, die ihm durch Gesez zu stehenden Mittel den schweren Fehler der Geschworenen wieder gut zu machen, in Anwendung zu bringen, Stellung zu nehmen. Das Urteil, das über die ehemaligen Fürsorgezöglinge Jahnke und Goldbach die Todesstrafe aussprach, muß unter diesen Umständen die größte Verwunderung hervorrufen. Die Verteidiger hatten recht, als fie den Spruch der Geschworenen als Fehlspruch bezeichneten. Nur äußerst selten sind in den letzten Jahren Todesurteile auf Grund von Geschworenensprüchen gefällt, und von den gefällten Urteilen ist wohl feins vollstreckt worden. Sogar in Fällen blutigster und grausamster Raubmorte ist nur auf langjährige Zuchthaus firafe erkannt worden. Mit Recht. Die Todesstrafe hat sich überlebt und findet weder in der Abschreckungs-, noch in der Vergeltungstheorie Rechtfertigung. Das Urteil, das über die ehemaligen Für forgezöglinge Jahnte und Goldbach die Todesstrafe aussprach, muß unter diesen Umständen die größte Verwunderung hervorrufen. Die Verteidiger hatten recht, als sie den Spruch der Geschworenen als Fehlspruch bezeichneten.. -Sport. Bei den Meisterschafts- Radrennen in Bien- Berlin" gab es beim Gr. Golle. Golle tonnte sich jedoch nicht recht zur Geltung bringen und mußte den öffnungsrennen einen scharfen Rampf zwischen Schrage, Rendelbacher und beiben anderen, die je 9 Punkte ervangen, den ersten Preis überlassen. Schrage trug ben Sieg vor Rendelbacher heim. Im Prämienfahren über Rilometer erwies fich Ostar Peter als ein gefährlicher Gegner für alte routinierte Fahrer. Er schnappte Ste II brint beide Prämien fort, hatte sich dabei aber fo ausgepumpt, baß et biefem ben Sieg überlassen mußte. Schwab( Schweiz) belegte den britten Blaz. Der 14. Lauf des Großen Weihnachtspreises" wurde gestern von Arend, Bittig und Galbow ausgefahren. Nach einem scharfen Endkampf fiegte der Weltmeister A rend, der nun im Gefamiklaffement den zweiten Blaz hinter Rewanow einnimmt. Wittig rang Galdom knapp nieder. Der Zweikampf Sahn- Zemanom brachte in 1 min. 2 Get. Den Sieg Sahus. Jm barauffolgenden Rennen über 3 Rilometer zeigte& ewano w sein können, der in ganz überlegener Manier Saldow und Schn hinter sich ließ. Theater der Woche. 22. und 23. Was ihr wollt. Arbeiterkämpfe in Polen. Die Streits der Berg- und Textilarbeiter, die in den letzten Wochen in Polen stattfanden, endeten mit der Erzielung einer be trächtlich über dem angewiesenen Teuerungsinder stehenden Lohnerhöhung. Der Streit der Eisenbahner löste dagegen einen allgemeinen Kampf der Arbeiterschaft gegen die Regierung sowie die Proklamierung des Generalstreits aus. In der Hoffnung, den Eisenbahnerstreif durch Gewaltmittel unterdrüden zu können, hatte die Regierung die streifenden EisenAls diese Verordnung ohne Erfolg blieb, wurde über die Streifenden bahner militaristert und sie zu Waffenübungen einberufen. das Standesgericht mit Todesstrafe verhängt. Beide Berordnungen waren refezwidrig, und die Zentralgewerkschaftsommiffion mußte diefelben als ernstliche Bedrohung der Koalitionsund Streiffreiheit sowie als eine Herausforderung der ganzen Arbeiterklasse betrachten. " Im Einvernehmen mit den politischen Parteien leitete die Gewerkschaftskommission am 5. November den Generalstreif ein, und zwar unter der Parole: Weg mit der Militarisierung der Eisenbahner, weg mit den Standesgerichten." Der Streit war in der ganzen Republik mit Ausnahme von Lodz und Oberschlesien, wo die nationalistische Arbeiterbewegung noch sehr start ist, vollständig. Es standen ca. 1 000 000 Arbeiter im Streit. Die Regierung beschloß, die Bewegung mit Gewalt zu unterdrücken. Schon am weiten Tage des Streits wurden die versammelten Arbeiter in einzelnen Städten von der Polizei und Militär beschossen. Im Naphthagebiet Boryslaw, in Tarnów und in Kratau wurden über 20 Arbeiter totçeschossen und über 100 verwundet. In Krafau gingen die angegriffenen Arbeiter gegen das Militär vor, eroberten eine Anzahl Gewehre und zmei Panzerautos. In den Straßen der Stadt entbrannte ein regelrechter Kampf zwischen der Arbeiterschaft und dem Militär. Angesichts dieser Sachlage gab die Regierung den Vertretern der Gewerkschaftskommission und der PPS. die Zu ficherung, daß die Militarisierung und die Standesgeseze zurückgezogen und alle streifenden Eisenbahner, mit Ausnahme jener, die wegen Sabotare gerichtlich verfolgt wurden, wieder angestellt würden. Ferner sollen die wirtschaftlichen Forderungen der Eisenbahner um gehend erfüllt werden. Vom 16. Dezember bis 24. Dezember. 18., 20. und 21. Figaros Sodacit. 19. Die Fahrt nach Orplid. Bolfsbühne: 16., 17., 22. und 23. Und das Licht scheinet in der Finsternis. Opernhaus: 16.( außer Abonnement, neueinstudiert) Hoffmanns Erzählungen. 17. Ariadne. 18. Sinfonie- Konzert. 19.( Gastspiel Bohnen) Margarete. 20. u. 26. Soff manns Erzählungen. 21. Der fliegende Holländer. 22.( 5 Uhr) Sänfel und Gretel, Buppenfee. 23.( 11% Uhr) Sänsel und Gretel.( Sterzu tein RartenStroll( Oper am verkauf, abends gefchloffen.) 25. Madame Butterfly. Rönigsplag): 25.( 5 Uhr) Die Meistersinger. 26.( 6% Uhr) Sauberflöte. Schauspielhaus: 17., 20., 23. Beer Gynt. 18. Fiesto. 18., 21., 25. und 26. Candida. 22. Nathan der Weise. 24. Geschlossen. Schiller- Theater: 17., 21. unb 26. Sumpazivagabundus. 28. Flachsmann als Erzieher. 19. Nathan der Beise. 20. und 25. Maria Magdalena. 22. Boltsfeind. 23. Die Räuber. Deutsches Theater: 16. und 17. Das Cafehaus. 18. und 19. 24. Gefchloffen. Nora. 20, Tanzabend Leni Riefenstahl. 21. und 23. Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung. Kammerspiele: Tageszeiten der Liebe. Leffing heater: 16., 17., 20. Michael Aramer. 18. Rausch. 19. Faust. 21. Geschlossen. Theater in der Königgräger Straße: Don Gil von den grünen Sosen. Ab 22. Dezember: 8wischen Neun und Neun. Der Streif endete damit mit einem Erfolg. Das kann die ReDeutsches Opernhaus: 16., 18. und 22. Holofernes. 17. Tosca. 19. Carmen. 20. Soffmanns Erzählungen. 21. Der fliegende Holländer. 23. Tannhäuser. gierung nicht vergessen. Die Arbeiter werden ihrerseits nicht ver Großes Echauspielbaus: Der Rigeunerbaron. Große Bolksoper im Theater bes effens: 17. Lohengrin. 18. Der Barbier von Sevilla. 19. Mastenball. geffen, daß die Regierung ihrer Versicherung, gegen die Arbeiter20. Carmen. 21. Die Walfilre. 22. Schneeflödchen. 23. Maskenball. 24. Ge- fchaft und die Gewerkschaftsbewegung feine Gewalt anzuwenden, nicht fchloffen. Renaissance- Theater: 16. Der Weibsteufel. Am 17. Gefchloffen. nachgekommen ist. Infolgedessen hat sich die Gesamtlage äußerst Die Tribüne: Die Raffette. Deutsches Ab 18. Die zärtlichen Verwandten. Künlerthenter: Gennora. Romöbienhaus: Merito- Gold.. Berliner Theater: verschärft. Dolly. Trianon Theater: Joujou. Residenz- Theater: Ein idealer Gatte. trake: 16. Charlie. 17. 18. 19. Gefchloffen. 20., 21., 22. Die Postmeisterin. Rentral- Theater: Bottasch und Perlmutter. Komische Oper: Die Welt ohne Schleier. Lufspielhaus: Binzenz. Metropol Theater: 15. und 16.( 7½ Uhr) Casinoairls. Bom 17. bis infl. 21. wegen Bor bereitung geschlossen. 22.( 7 Uhr) Erstaufführung: Marietta( von Walter Kollo). Neues Operettentheater: 16. bis 21. Die feine 22. und 23. Der Teufche Ehemann. Thalia- Theater: Bst! Pst! Sünderin. Neues Theater am 300: Die heater am Krrfürstendamm: Dos Brinzip. Lugusfrau. Kleines Theater: Eine galante Nacht. Wallner.Theater: Der Sprung in die Che. Rofe- Theater: 16., 17., 18. Wenn ich dich nur hab. 21. und 23. Chrifinatsolid. 19., 20., 22. Die Räuber. Kofino Theater: Dienst Intimes Theater: 16, bis 19. Abendbefuch. Die t. u. t. Sose. mann Nr. 7. ausgefchloffen. 20. bis 23. Der flave Jaromir. Der Hindu. nrins. Der Schrei. Der Dienst. Apollo- Theater: Europa spricht davon! hecter im Whmiralerafaft: Drunter und drüber. Am 24. fämtliche Theater gefd Toffen. Meine Frau Theater in der Kommandanten Der Schuß wurde von Goldbach im Verlauf eines erreçten Wortmechsels abgegeben. Er ist vielleicht als ungerechtfertigte Abwehr aftion gegenüber der Bewegung des Beamten zu verstehen, der zur Waffe greifen wollte. Die Tat entsprong nicht der Situation und entsprach ihr auch nicht. Sie ist nicht der Ausfluß einer Ueberlegung, fie trägt aber alle Merkmale einer unüberlegten Lat fie ist auch im Sinne des Gefezes nicht als Mord zu bezeichnen. Der Jahnte gar ist überhaupt nicht für die Tat feines Freundes verantwortlich zu machen. Bcher hat er ihn zum Schießen aufgefordert, noch hat er gewußt, daß der schießen Nachmittags varellungen: Boltebühne: 16. und 23. Eine b. würde. Der Schuß fam für ihn ebenso unerwartet, wie für den rechnung. Der Selrotsontreg. 19. und 22. Das tapfere Schneiderlein. Deutsches Thrater: 16. ATt- Heidelberg. Kammerspiele: 16. Frühlines Er erichoffenen Steiner. Wie fonn'en nun die Geschmereren ihn des macken. Beffing- Theater: 16. Bittger Schippel. Grokes Schauspielbaus: Mordes schuldig befinden? Beide Berurteilten find 20 Jahre alt, 16. Die Räuber. Dentsores Künstertheater: 16. Der Biberpela. Berliner Trianon- Theater: 19. und 22. Roftäppchen. ehemalice Fürsorgezönlinge. Sie gehören zu den Unglüciden, heeter: 16. und 23. Mignon. 23. Maria Magdalena. Resiben: Theater: 19. und 22. Hänsel und Gretel. an denen die heutige Gesellschaft mit fo geringem Erfolg ihre finq 23. Galeotto. Neues Operetten- heater: 16. und 23. Die lleine Sünderin. lichen Erziehungsversuche macht. Dit geringem Erfola, weil die Steines Theater: 16: Totentanz. 19. und 22. Smeewittchen. 23. Anna Liefe... 19., 20. d 22. Chriftein 1 Refe Thester: 16. Um 11 mb 3½ Uhr Die Räuber. Liebe fehlt. Der Geschworenenspruch ist ein Armutsz ugnis Theater im Adn- iralspaleft: 16. Ein Walzeritaum. nachtsglüd. Metropol Ohnmachtsbeweis des Bürgers in bezug auf die ihm obliegenden Theater:( 8 Uhr) Chariens Sante. Im Waldenburger Bergbaubezirk fand wie WTB. nach einer Meldung des Neuen Tageblattes" berichtet auf Wunsch des Bergbaulichen Vereins eine Abstimmung der Belegschaften über die Einführung der Achtstunden schicht unter Tage statt, bei der 10 950 für und 14 067 Stimmen gegen eine solche Verlängerung der Arbeitszeit abgegeben wurden. Die Bergbauunternehmer begründeten ihr Vorgehen damit, daß die Berliner Zentralverhandlungen mit den Vertretern der Bergarbeiter scheiterten und die Gewerkschaften regionale Verhandlungen über eine Leistungssteigerung, d. h. die Verlängerung der Arbeitszeit, ablehnten. Die in den staatlichen Bergwerken in Bosnien beschäftigten Bergarbeiter haben einen neuen Tarifvertrag abgeschlossen. Der Achtstundentag( Einfahrt und Ausfahrt einbegriffen) wurde gesichert. Die Arbeitszeit in Stollen, wo Ueberschwemmungsgefahr oder Gasexplosionen drohen, wurde auf 6 bzw. 4 Stunden eingeschränkt. Ueberstunden werden mit 50 Proz., Sonntagsarbeit mit 100 Paz. entschädigt. Gleichfalls wurde eine allgemeine Lohnerhöhung erzielt. Berantwortlich für Politif: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus: Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner: Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Conftiges: Fris Rarstäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S. Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin S. 68, Sindenstraße 3. Porzellan Kaffeekannen für 6 und 12 Personen Tassen, weiß, Schalenform und hoch Tassen, weiß, dünn, Schalenform Speiseteller, tief und flach Abendbrotteller Tassen, weißgold. 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