Nr.587 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 293 Bezugspreis: Bom 16.- 22. Dezember 1 Billion ober 1 Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 16.- 22. Dezember für Deutschland, Danzig, Saar- u. Memel gebiet, Defterreich, Litauen, Engem burg 1,85 Goldmart, für das übrige Ausland 1,60 Golbmart. Kreuzbandfendungen nur gegen wertbeständige Bahlung. Poftbezugsprets freibleibend. Der„ Borwärts mit ber Gonntags. Beilage Bolt und Zeit" u. Siedlung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adreffe: Sosialbemotrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 150 Millarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Sonpareillegeile 0,70 Goldmart. Refiamezeife 3,50 Goldmart. Aleine Hazeigen bcs fettgedruckte Wort 0.20 Gold mart( aulaffig amei fettgedruckte Worte), jebes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Golbmart, lebes weitere Wort 0,05 Goldmart. 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Die Barteirertretung der Deutschnationalen ist am letzten Freitag hier in Berlin beisammen gewesen. Ueber den Berlauf der Verhandlungen ist kein Bericht veröffentlicht worden; man Paris, 15. Dezember( Hanas). Poincaré hat bereits heute Regierung zum Ausdrud, die Berhandlungen in der Rhein und bat es, angesichts der beginnenden Wahlkämpfe für zwedabend die Antwort auf das Aide Memoire festgestellt, daß der deutsche Ruhrfrage wieder aufzunehmen. mäßig gehalten, die eigene, wirklich nicht ganz saubere Wäsche Geschäftsträger von Hoesch über die heute vormittag ffattgefundene Ein Kommuniqué über den Besuch des deutschen Geschäfts. hinter geschlossenen Gardinen zu waschen, sodann aber mit Unterredung am Nachmittag übermittelt hat. Die franzöfifche Reeiner gemeinsamen Kundgebung in die Deffentlichkeit hinausgierung hat sich nunmehr mit der belgischen Regierung in Verbinzugehen. Man hat sich wahrscheinlich im stillen Kämmerlein dung gefeht, um eine gemeinsame Antwort auf die deutsche Demarche die Wahrheit gesagt und dann auf eine Plattform der Lüge geeinigt. Der Aufruf beginnt mit folgender Erklärung: su erteilen. Wie der diplomatische Mitarbeiter der Havas- Agentur Die Parteivertretung richtet an erster Stelle ihre Gedanken berichten zu können glaubt, werden in dem Antwortentwurf, den Paris, 15. Dezember.( Eca.) Der Brüsseler Berichterstatter auf Rhein und Ruhr. Dort werden die Geschide Deutschlands des„ Lemps" me meldet u. Poincaré nach Brüffel übermittelt hat, die allgemeinen Grundfähe fie hofft, daß die mit den deutschen Industriellen und den deutschen Verbande erhalten bleiben. Kein Opfer darf zu groß sein und vor 0.: Die belgischen Studien hält entschieden. Rhein und Ruhr müssen deutsch und ihrem staatlichen der franzöfifchen Polifif gegenüber Deutschland hervorgehoben. Bor Eljenbahnen im befeßten Gebiet gefchloffenen Abkommen ausgeführt allen Dingen würden folgende Grundfäße aufgestellt: Ausführung werden. Jedoch glaubt fie, daß diese Abkommen nicht zur völligen nichts dürfen wir zurückschreden, um dieses Ziel zu erreichen. des Friedensvertrages, teine Schmälerungsrechte der Reparations- Wiederherstellung des wirtschaftlichen Lebens an der Ruhr genügen fort mit den ewigen Schwantungen der RegierungsFommiffion, feine Schmälerung der Rechte der Rheinlandtommiffion lich ift. Ebenfalls glaubt das Berliner Kabineit, daß für die Wie. Maßnahmen, gleichmäßige Behandlung des befetzten und und daß die Mitarbeit der deutschen Regierung dringend erforder- politik gegenüber den besetzten Gebieten! Kraftvolle, folgerichtige und teine Diskussion über die von den franzöfifch- belgischen derherstellung des Berkehrs zwischen dem besetzten und unbefeh unbefeßten Gebietes müssen den so schwer leidenden und so tapfer Bejehungsbehörden iu Ruhrgebiet getroffenen Maßnahmen. Unter ten Deutschland ein Abkommen notwendig ist. Schließlich legt die ringenden deutschen Brüdern und Schwestern an Rhein und Ruhr diesen Vorbehalten sei die französische Regierung bereit, in eine deutsche Regierung der Wiederherstellung der deutschen Zivilver die Gewißheit geben, daß Bolk und Reich hinter ihnen stehen. allgemeine Berhandlung einzutreten, namentlich über aftung in den befehten Gebieten eine besondere Bedeutung bei. Eine autorifierte Bersönlichkeit erklärte, die Tatsache, daß administrative Fragen. Auch sei die franzöfifche Regierung bereit, fich die deutsche Regierung zunächst an Frankreich und Belgien gedie Rücknahme der Ausweisungen der Beamten wandt habe, laufe darauf hinaus, daß Deutschland die Ruhrbejegung zwar nicht auf einmal, aber einzeln in Erwägung zu ziehen. durch Frankreich und Belgien und den Erfolg blefer Aktion im Industriegebiet anertenne.(!) Deutsches Communiqué. Lloyd George für Arbeiterregierung. Nicht ohne liberale Ruftimmung". Die Deutschnationalen bekennen sich jetzt also in ihrem Aufruf zu der Politik, die von der Sozialdemokratie gefordert und bis zu einem gewissen Grade im Kampfe gegen fie auch durchgefeht woorden ist. Sie waren es, die in ihrer Preffe die verhängnisvolle Theorie des Berjackenlaffens", der vorläufigen Preisgabe der bejezten Gebiete vertraten und daraus die praktische Folgerung zogen, daß den Wolffs Bureau meldet über die Demarche der Reichsregierung Erwerbslosen der befeßten Gebiete zunächst einmal die bei der franzöfifchen und belgischen Regierung, daß die deutschen GeUnterstügung gesperrt werden sollte. Demgegenüber vertrat fchäftsträger in Paris und Brüffel beauftragt worden sind, in den Condon, 15. Dezember.( IB.) Blond George tritt und vertritt die Sozialdemokratie den Standpunkt, daß in der dortigen Außenministerien den gesamten sich aus der gegenwärti- im Daily Chronicle" mit dem nächsten Schritt in der innerpoli- fozialen Fürsorge fein Unterschied gemacht werden gen polifischen Situation ergebenden Fragenfompleg zur Sprache zu tifchen Lage für ein Mißtrauensvotum gegen die Regierung beim dürfe zwischen besetzten und unbefeßten Reichstellen. Die bebringen und dabei den Standpunkt der Reichsregierung in folgen- Sufammentritt des Unterhauses ein und ist der Ansicht, eine Artlagten Schwankungen wären vermeidbar gewesen, wenn nicht dem Sinne darzulegen: beiterregterung fei unvermeiblich. Der äußerste Miß die Deutschnationalen sie hervorgerufen hätten. Da jeht auch von franzöfifcher und belgischer Seite zugegeben frebit, in den die Regierung durch ihre törichte Behandlung der Der deutschynationale Aufruf spricht sich dann für eine werde, daß der passive widerstand in den besetzten Gebieten auswärtigen Angelegenheiten geraten fei, und die daraus reffios beseitigt fel, siehe nach den früheren Erklärungen der beiden folgende Berminberung bes englifcon Anfehens in der Belt grundfäßliche Umänderung des Steuerfystems und der hätten viel zur Bahiniederlage der Sonfervativen beigetragen. Finanzverwaltung" aus. In welcher Richtung fie erfolgen Regierungen einer grundjählichen Erörterung fowohl der Repa- Jept fei feine Bartei start genug, um ohne Unterstützung oder we. foll, wird nicht gesagt, aus der Praris der Deutschnationalen rationsfrage als auch der Rhein- und Rabefrage nigfters Buftimmung einer anderen Partei zu regieren. Das Roali wäre zu schließen, daß ihre Meinung fet, die Besitzenden nichts mehr im Wege. Die Reparationsfrage als jolche jei allerdings tionsexperiment fönne nicht erneuert werden. Eine Koalition follten womöglich noch weniger Steuern bezahlen als bisher. inzwischen schon durch die Beschlüsse der Reparationsfommiffion über zwischen Liberalen und Konservativen oder Liberalen und Arbei- Sicher ist nur foviel: mit Rücksicht auf ihre Anhänger und die Einsetzung der beiden komitees in eine neue Phafe getreten. fern fomme nicht in Frage. Jeder Gedanke eines Zusammenwir. Geldgeber aus den Reihen des Großgrundbesitzes und des Wenn Deutschland auch alles tun wolle, um die Tätigkeit der Komi- tens zwischen Konservativen und Liberalen müſſe als abgetan Broßtapitals unterlassen sie es wohlweislich, für eine ener tees fruchtbringend zu gestalten, fo sei bod faum zu hoffen, daß auf gelten Die dringendſte Frage set, ob die Arbeiterpartel, wenn fie gische Belastung der tragfähigen Schultern eindie Berantwortung trage, ihre aufreizenden Dottrinen diesem Wege eine schnelle und unmittelbare Lösung der Frage zu in die Bragis umfegen oder die revolutionäre Fadel still aus zutreten. Wie zu Zeiten des Herrn v. Heybebrand und erreichen fei. Die wirkliche Lösung fönne vielmehr nur in einer löschen werde. Das Wesentliche unter den augenblicklichen Um der Lafa stehen sie immer noch schuhend vor dem Portemonunter Beteiligung aller intereffierten Mächte herbeizuführenden radi- ftänden fei jedoch, daß die sozialistische Partei nicht ohne libe.naie der Befißenden". Und das in einer Zeit, in der ben talen Neuregelung bestehen, die zugleich die von der Reparations- rale 3uftimmung regieren fönne. Ein großer Teil des Ar. Beamten nicht einmal die fargen Bezüge rechtzeitig ausfrage untrennbare Rhein- und Ruhrfrage mit umfaffen müffe. Die beitsprogramms fei identisch mit dem der Liberalen. Neun Zehntel gezahlt werden fönnen, auf die sie Anspruch haben, und eine Bildung der beiden Komitees hindere nach Ansicht der Reichsregie- der Mitglieder der Arbeiterpartei würden froh fein, die notwen Regelung der Beamtengehälter erfolgt ist, bei der den Berung auch keineswegs, fchon jetzt in einen neuen Gedankenaustausch dige Beschränkung mit der Tatsache zu erklären, baß die Partei troffenen Hören und Sehen vergeht. von Regierung zu Regierung über das Gesamtproblem einzutreten. eine Minderheit im Hause barstele, und daß daher BermöEin solcher Gedankenaustausch sel besonders dringlich, weil mit gensabgabe und Berstaatlichung der Hauplindustrien aufgeschogrößter Beschleunigung Klarheit über die Berhältnisse in den be- ben werden und andere Maßnahmen den Borrang erhalten müßfehlen Gebieten geschaffen werden müsse. Ohne diese Klarheit würden ten, die dann die Liberalen herzlich gern unterstügen würden. die Beratungen der Komitees der Reparationsfommiffion voll" Die Rundgebung geht dann auf die heitelften Fragen ein, Dor die sich die Deutschnationalen durch die legte Regierungstrife gestellt fahen. Sie befagt über diese das folgende: Nach eingehender Besprechung billigt die Partetvertretung die tommen in der Luft hängen. Die Verträge der Bejahungsbehörden General Smuts erklärte in einer Rebe in Johannisburg, mit den deutschen Industriellen und mit der Eisenbahnverwaltung er befürchte, daß, wenn die Versprechungen der britischen Regie erhandlungen der legten Wochen, in denen die Reichsgenügten nicht im entfernteften, den Wiederaufbau des Wirtschafts- rung betreffend die Borzugsbehandlung gegenüber den Kolonien tagsfraftion unter Führung ihres vom Vertrauen der ganzen Barbei genügten nicht im entferntesten, den Wiederaufbau des Wirtschafts- nicht ausgeführt werden, tas ganze System bei den Dominions getragenen Parteivorsitzenden den Bersuch gemacht hat, gemeinsam lebens in den besetzten Gebieten zu gewährleisten. Es sei nicht nur in mißfrebit geraten würde, und daß diese fragen würden, mes mit anderen nicht margiftischen Parteien eine mit dikta zweifelhaft, ob die deutsche Industrie troh ihres guten Willens dia halb sie die Borzugsbehandlung fortfehen sollen, menn die britorischen Bollmachten ausgestattete, von sozialistischem Einfluß unabBerträge werde durchführen können, sondern es bedürften auch noch tische Wählerschaft dagegen fei. Sie würden vielleicht ihre Stel hängige Regierung au bilden, in der den Deutschnationalen der geeine Reihe anderer äußerst wichtiger Punkte der Regelung. Dahin lung neu erwägen müssen. Zur europäischen Lage fagte Smuts, bührende Einfluß eingeräumt wurde. Die Parteinertretung stimmt gehörten namentlich die Frage der Wiederherstellung der durch die es erscheine ihm wesentlich. ein englisch amerikanisches der Auffassung zu, daß dieses Ziel nicht zu erreichen war und ist, Ausweisung und Verurteilung der Beamten zerstörten deutschen 3usammenwirten zustande zu bringen. Die ganze Welt erVerwaltung, fowie die Frage des wirtschaftlichen Verkehrs der be- hoffe es angesichts des augenblicklichen internationalen Wirrwarrs. ohne daß eine gleiche Umwandlung der Regierungsper fehten Gebiete mit dem unbesetzten Deutschland. Ohne eine Rege- Es scheine, daß beide Länder einzusehen begünnen, was in Europa bältnisse in Breußen gesichert ist. auf dem Spiele stebe. In der nächsten Zeit würde das britische lung dieser Fragen sjel nicht nur eine einigermaßen erträgliche Ge- Reich mit den Bereinigten Staaten einen weit aftiveren Anteil staltung der Berhältnisse in den besetzten Gebieten, sondern darüber als bisher an der Sicherung des europäischen Friedens nehmen. hinaus auch eine Gefundung der Reichsfinanzen und damit eine Vielleicht würde die Lage, bevor sie sich bessere, noch viel Regelung der Reparationsfrage undenkbar. Da Fragen der be- schlimmer werden, aber alles, was er in vertraulichen Befprezeichneten Arf nur durch Berhandlungen von Regierung zu Regie- churgen mit feitenden Bersönlichkeiten in Europa gehört habe, verrung geflärt werden könnten, schlage die deutsche Regierung vor, anlaffe ihn zu hoffen und nicht zu verzweifeln. jolche Verhandlungen unverzüglich zu eröffnen. Ueber den Berlauf und das Ergebnis der Demarche liegt zur England zahlt. Don Stunde nur eine vorläufige Mitteilung des Geschäftsträgers in Washington, 15. Dezember.( TU.) Vertragsgemäß hat die Paris vor. Danach hat der französische Here Ministerpräsident englische Regierung foeben wieber eine Halbjahreszahlung Herrn von Hoesch einige Zwischenfragen gestellt und ihn sodann ge- 92 Millionen Dollar zur Tilgung der Kriegsschulden an die Berbeten, feine mündlichen Ausführungen durch eine säriftliche Auf- einigten Staaten abgeführt. zeichnung zu ergänzen. Diese Aufzeichnung ist dem französischen Herrn Ministerpräsidenten zugestellt worden. Die Parallelaktion in Brüssel. Rüdiger bei Jaspar. Brüssel, 15. Dezember.( Eca.) Zur selben Belt, in ber Rain. caré ben deutschen Geschäftsträger empfing, stattete der daunch Geschäftsträger Dr. Rüdiger dem Außenminister Jaspar einen Besuch db. Er brachte Ihm ebensolls den Wunsch der deutschen Nachdem sich erneut herausgestellt hat, daß der gegenwärtige überaltete Reichstag nicht fähig ist, irgendeine handlungsfähige, ge fchweige denn eine unseren Ansprüchen genügende nationale Regle rung zu bilden, stellt sich die Parteipertretung mit aller Entschiedenheit hinter die Forderung: Fort mit diesem Reichstag! Aufzu den Neuwahlen!" Zeit ist nicht mehr zu verlieren. Durch sofortige Neuwahlen muß unser Ziel erreicht werden: Beseitigung der in fich brüchig gewordenen Borherrschaft der Sozialdemokratie, Bildung einer nationalen Regierung des Ber trauens und der Rettung. So muß die Bahn frei gemacht werben für eine Politit, die zum inneren Wiederaufbau, zur Befreiung vom Bersailler Bertrag und von ber Schmach der Schuldlüge, zur Befreiung der besetzten und Amerika begünstigt eine deutsche Anleihe. seraubten Gebiete führt. In den Verhandlungen mit den bürgerlichen MittelWashington. 15. Dezember.( EB.) Im Weißen Hause wird parteien waren die Deutschnationalen bekanntlich bereit, für mitgeteilt, bah sich die amerikanische Regierung offiziell nicht an einen Anteil an der Regierungsmacht im Reich und in der Anleihe für Deutschland beteiligen werde, daß sie aber eine Breußen alle ihre schönen Redensarten von der 3er. Einwendungen dagegen erheben werde, wenn eine Privat reihung des Bertrages von Berfailles" preisanleihe erfolge. Eine folche fet aber nur dann möglich, wenn die zugeben. Aber die verblichenen Grundfäße, die man bereit gunsten der Anleibe aufgebe. Benn die Reparationstommiffion war, fich abhandeln zu lassen, find als Köder für den Wählereinen folchen Beschluß faffen würde, so würde die amerikanische fang immer noch gut genug. Ebenso spricht die Kundgebung Regierung die Anleihe begünstigen. an einer anderen Stelle von der Rückkehr zur bismärdischen # «rräuberien Schätzen fitzen, wer die rücksichtslos« Kc- pitalswirtschaft, die immer dreister auftretende po!i- tische Reaktion bekämpfen will, der wird weder bei den Deutschnationaken noch bei den Splitterparteien der Mit:e seinen Anschluß suchen, sondern bei der großen Partei der Arbeit, der Sozialdemokratie! Auch die Register der nationalistischen Verhetzung werden nicht den geringsten Eindruck machen auf diejenigen, die den leicht N» erbringenden Beweis zu würdigen wissen. daß die Sozialdemokratie, als die Partei der Reichseinheit, stets mit Verstand und Sachlichkeit die wahren Jnter» essen der Ration vertreten hat, während die anderen mit ihrem Phrasengedröhn nichts anderes zu tun wußten, als das deutsche Volk noch tiefer ins Unglück zu stürzen. Außen- volitisch gesehen, heißt sozialdemokratisch wählen, sich gegen Poincarch für die französischen Sozialisten und die eng- lische Arbeiterpartei entscheiden. Deutschnational wählen aber heißt, für Poincars wählen! Die Aussichten der Sozialdemokratie im Wahlkampf sind ausgezeichnet: sie braucht sie nur richtig zu erkennen. Es gilt, den Kopf zu erheben aus dem taktischen Krimskram, wie ihn wech'-slnde Situationen des Augenblicks mit sich brin- gen, aufs Ganze zu sehen und aufs Ganze zu gehen! Lassen wir uns varwärtstragen von dem Bewußtsein, daß nur eine große einige Partei der Arbeit nach langem und schwerem Kampf den werktätigen Massen ein besseres Dasein erringen kann, dann werden auch diesmal wieder alle Hoffnungen unserer Feinde zuschanden werden. .Die Sozialdemokratie hat ihren Höhepunkt überschrit- ten!' Wir kennen den Text und die Melodie. Unsere Gegner haben sie immer vor allen Wahlen gesungen, und immer wie- der hörten sie an einem Tag auf, sie zu singen, well ihnen vor Staunen und Schreck der Mund offen geblieben war. Das aber war der W a h l t a g! Angriff auf Sie Laienjuftiz. Emminger will die Schöffen und Geschworenen ausschalten. Der bayerische Reichsjustizmimster fängt seine Arbeit gut an. Man hat noch nichts davon gehört, daß er den Oberreichs- anmalt angewiesen hätte, dem beleidigten Gesetz in Bayern zur Gellung zu helfen, indem die hochverräterischen Teilnehmer am Ludendorff-Hitler-Kahr-Lossow-Putsch vom 8. No» vembe? dem Staatsgerichtshof in Leipzig vorgeführt werden, ja daß auch nur die Relchsgesetz« in seinem engeren Vaterlande wieder in Kraft gesetzt werden, die Kohr„aus eigenem Recht", das heißt rechtswidrig suspendiert hat. Dafür aber geht Cmmmger um so forscher ins Zeug gegen die Laiengerichtsbarkeit, und zwar aus— Ersparnisgründen! Dem Berliner Vertreter der.Augsburger Postzeitung" hat der frühere bayerische Staatsanwalt, der als einziger im Reichs» tage das Fechenbach-Urteil zu verteidigen wagte, davon gesprochen, daß die Rechtspfleg« infolge leerer Kassen ge- fährdet sei. Besonders bestehe die Gefahr, daß in nächster Zeit die Landesjustizverwaltungcn erklären, sie müßten aus Mangel an Mitteln für die sächlichen Ausgaben der Gerichte, nament- lich die Gebühren für Zeugen, Sachverständige, Schöffen und Geschworene, die Gerichte schließen, dafür aber die Gefängnisse öffnen, weil die Verköstigung und Heizung unerschwinglich geworden sind. Zwar wolle man durch schleunigste Einhebung.tiefeinschnei- dender Steuern" Geld schassen, aber das würden die Steuerzahler nicht verstehen, wenn nicht raschestens das Rechtsverfahren oer» einfacht wird. Folglich: Eine Verordnung zur Vereinfachung der Straf- rechtspflege auf Grund des Ermächtigungsgesetzes wird einen organischen Abbau ohne grundstürzende Aende- rungen herbeiführen und vielen Leerlauf und viele kostspieligen Umständlichkeiten beseitiqen. Aber diese Verordnung wird zum Teil erst am l. April 1924 in Kraft treten können. Daneben aber sind Notmaßnahmen radikalster Art als Uebergangsmaß. nahmen bis zum 1. April 1924 notwendig. Ich bin feit vielen Iahren, sagte der Minister, für stärkere Beteiligung des Laienelements an der Rechtspsseg« eingetreten und empfinde«s als bitteres Schicksal, mit Rücksicht auf die Unmöglichkeit, die Kosten für Schössen und Geschworene aufzu- treiben, auf deren Miwirkung vorübergehend ganz zu vn- lichten. Aber wenn ich vor die Wahl gestellt bin, entweder die ganze Strafrechtspfleg« in wenigen Wochen überhaupt stillgelegt zu sehen oder sie einstweilen nur mit Berufsrichtern durch dies« Ueberganaszeit hindurchzuführen, so bringe ich den Mut auf. auf eine allerdings nur kurz bemessene Zeit auf die Mitwirkung von Laien bei der Strafrechispflege zu verzichten. Di« Reichsregierung ist einstimmig dieser Auffassung beigetreten. Also um die paar Tagegelder für Schössen und Geschworenen zu sparen, scheut Emminger und nach seinen Angaben das ganze Reichskabinett nicht davor zurück, auf Grund des Ermächtigungs- gefetzes da» ganze Gerichtswesen umzustülpen. Dos ist Kahrer« in Reinkultur. Augenscheinlich fehlt nur noch ein Weniges an der Einrichtung bayerischer Dolksgerichte im ganzen Reich! Wie denkt sich die Reichsregierung oder ihr Staatsanwalt die Dinge m Zu- kunft bei Kapitalverbrechen, die der Aburteilung durch Schwur- gerichte unterstehen? Niemand darf doch seinem zuständigen Richter entzogen werden. Will man jemand, der auf Grund von Indizien eines Verbrechens beschuldigt ist, einem Dreimänner- kollegimn von Berufsrichtern überlassen? Die angekündigte Verordnung enthält so schwere Eingriffe in das. Rechtsleben, daß sie uns in keiner Form dringlich und notwendig erscheint. Wir sind gerade bei Emminger eher geneigt, an- zunehmen, daß die Ersparnisgründe nur ein Feigenblatt für viel weitergehende, aber verwerflich« Pläne darstellen sollen. Kohr und poincars. Was sagt der Generalstaatskommissar dazu? Der Generalsekretär der bayerischen Mittelpartei, Dr. Bär- w o l f, sprach dieser Tage vor der Ortsgruppe Koufbeuren des Bundes.Bayern und Reich", der bekanntlich scst dem Verbot der nationalsozialistischen Kampsverbände die Staffage für die Hitler- Leute abgibt, über die Vorgänge in München am 8. und 9. November. Im Verlaufe der Rede stellt« Dr. Bärwolf fol- gende Behauptungen auf: „Der Vormarsch nach Berlin wäre nicht an Truppen der Reichswehr oder gar der Kommunisten gescheitert, sondern an feldmarschmäßigen Truppen in blaugrauer Uniform und flachem Stahlhelm sfranzöslsch« Truppen. D. Red�). Rur dem persönlichen Eintreten des Hern: o. Ä a h r gegenüber der fron- zösischen Botschaft ist es zu verdanken, daß diese Frankreich so erwünschte Waffe ihm aus der Hand gewunden wurde und die Vormarschbefehle an der Mawlinie nicht in Geltung traten." Danach hat Kahr m der Putschnacht mit der französischen Bot- schaft in München verhandelt, derselbe Kahr, der von der Reichs- regierung den Abbruch der Beziehungen zu Frankreich und einiges mehr forderte. Das Verhalten Kohrs wäre also so gewesen, daß er die Reichsregierung stürzen wollte, weil sie Frankreich gegenüber zu.schlapp" war, daß er selbst aber bei der ersten besten Gelegen- heit vor Frankreich in die Knie sank und um des Neben Friedens willen auf fein« Freunde schießen ließ. Man darf neugierig ftin, wo» der Generalstoatskommissar auf diese Beschuldigung«, zu ant- warten haben wird. Seamteuabbau kn Sapern. München. IS. Dezember. iWTB.) Zum Personalabbau in Bayern beschloß der Ministerrat, die Versetzung per ööjährigen Beamten in den Ruhestand und die Lösung dcZ Diensioerhölt- nisieS der unter Borbebalt angestellten derheiroietev weiblichen Beamten bereit« zum Monatsende durchzuführen. Ferner wurde mit sofortiger Wirkung die Beförderungssperre für die Beamte» angeordnet. Um die Rheinische Goldnokeubant. Die deutschen Interessenten an der Gründung einer rheinischen Goldnotenbank, an ihrer Spitze der Durchha'te-Bankier Loni« Hagen, der zuerst den paisivcn Widerstand nicht aufgeben wollte, sich aber dann sofort mit Franzosen und Belgiern an den VerbaudlunaStiich gesetzt Hai, lassen ertlären. daß sie nur nach Zustimmung der ReickSregierung die Bant gründen und da« Ergebnis ihrer Verhandlungen der Oeffentlichleit mitteilen wollen. Verfassung, nachdem die Deutschnationalen sich, wiederum bei icnen Verhandlungen, durchaus willig und bercst gezeigt hatten, auf den Boden der Verfassung von Weimar zu treten! Den Ruf„Auf zu den Neuwahlen!" nimmt die So- zialdemokratis kräftig auf. Sie verbindet ihn mit dem Ruf nach Beseitigung des Belagerungszustandes, nach Eiche- rung der Wahlfreiheit im unbesetzten wie im be- setzten Gebiet. Hat diese Forderung Erfüllung gefunden, dann mag das Volk entscheiden, ob es entsprechend den deutschnatio- nalen Vorschlägen eine Verbayerung ganz Deutsch- l a n d s will oder nicht. Die Sozialdemokratie wird ihren Wahlkampf nicht nur gegen die deutschnationale Reaktion führen, sondern auch gegen den vorwiegend bürgerlichen Geist, der den gegenwärtigen Reichstag beherrscht. Sie wird in diesem Kampf ein-e desto stärkere Stellung haben, als man ihr wirk- lich nicht den Vorwurf machen kann, sie hätte sich in den letzten dreieinhalb Jahren auf eine Politik der grundsätzlichen Nega- tion zurückgezogen. Sie hat im Gegenteil, mit Rücksicht auf die verzweifelle äußere Lage des Reiches, alles getan, um in Gemeinschaft mit den etwa dazu berestwilligen Teilen her bürgerlichen Parteien an einer praktischen Besserung der trost- losen Lage zu arbeiten. Durch ihr Einspringen im März 1921 wurde die Ruhrbesetzuna verhindert. Kaum hatte sie aber die Regierung verlassen, so erfolgte die Besetzung mit den bekannten Ergebnissen. Sie hat dann den passiven Wider- stand nickt nur gestützt, sondern in erster Reihe geführt, ober sie hat die notwendig« Finanzierung der Ruhrkriegss durch Opfer der Opferfähigen nicht durchsetzen können. Nach dem Zusammenbruch der rein bürgerlichen, von Helsferich stark beeinflußten Cuno-Politik stellte sie sich abermals zur Verfügung. Der Wiedereintritt in die Regierung durch Bildung der großen Koalition wurde gerade von bürgerlicher Seite mit stürmischen Hoffnungen begrüßt. Aber zunächst ge- lang es kapitalistischen Einflüssen, den sozialdemokratischen Reichsfinanzminister H i l f e r d i n g aus dem Amts zu drän- gen, dann besorgte die Reichsexekutive gegen Sachsen das Uebrige, um die große Koalition in einen großen Scherben- Haufen zu verwandeln. Dem Kabinett Marx hat schließlich die Sozialdemo- kratie das Regieren möglich gemacht, indem sie für das Er- mächtigungsgejetz stimmte. Indem sie die bürgerlichen Par- teien gewähren ließ, zog sie die letzte Schlußfolgerung aus der Tatsache, daß dieser Reichstag in seiner Mehrheit eben durch- aus bürgerlich ist. Sie hat durch ihr« umstrittene taktische Hal- tnng zu dem Ermächtigungsgesetz die tatsächlich bestehenden Machtverhältnisse nicht geschaffen, sondern nur sichtbar gemacht. Eine rein bürgerliche Regierung regiert. Sie hat nicht die Ausrede für sich, daß die Sozialdemokratie sie gehin- dert habe, sich zum Segen zu entfalten, sie hat all« Voll- machten, die sie braucht. Sie hat diese Vollmachten vom Reichstag in Form des Ermächtigungsgesetzes erhalten, nachdem klargeworden war, daß sie sich diese Vyllmachten sonst durch den Art. 43, auf dem Wege des Ausnahmezustandes, verschafft haben würde, und auch das ist wiederum ein Aus- druck der gegebenen Machtverhältnisse. Es wird den Deutschnationalen verdammt schwer fallen, den Massen der Wähler einzureden,„marxistischer" Einfluß auf die Reichspolitik fei die Ursache ihrer begreis- lichen Unzufriedenheit. Mindestens feit Zentrum und Demo- traten ihr Herz für die große Koalition entdeckten, also min- bestens seit Herbst 1922 ist der„marxistische" Einfluß recht gering gewesen, und der kurzfristig« Versuch, ihn in der Stresemann-Regierung zur Geltung zu bringen, endete rein Negativ. Die bürgerliche Politik, die von der gegenwärtigen bür- gerlichen Regierung getrieben wird, ist wahrhaftig nicht ge- eignet, für das marxistenreine Marx-Kabinett und die Par« teien, die in ihm vertreten sind. Stürme der Begeisterung zu wecken. Wer nicht will, daß Arbester. Angestellte und Beamte hungern, während die Nutznießer all dieses Elends auf ihren Der erwürgte Despot. Von Erna Büsing. Wie ein Würger stand er über Stadt und Land, der Kapitasist. Arbeitskraft, Lebenssaft, Gedanken und alle wirtschaftlichen Werte gehörten ihm. Die Masse war, was er wollte. Der Einzelmensch war«in« durch sein Wollen geprägte bellebig« Schachfigur. Der Kapitalist sah die Masse blinzelaugig an und sagt« zu ihr:„Du ver- stehst zu leiden, aber nicht zu herrschen." Und über allem thronte sein unbezwingbarer Wille und sein Geld. Der Bauer bestellte seinen Acker, den schon seine Väter gepflügt hatten. Da kam der Kapitalist und sagte:„Mir gehört der Acker, denn ich habe Geld." Der Bauer sträubt« sich, doch der Kapitalist ließ aus den umliegenden Aeckern Maschinen arbeiten und steigerte die Ertragsfühigkcit des Bodens nach Belieben. Da wurde der Bauer erdrückt und irgendwo und irgendwann nahm er dag Geld und vergab seinen Acker. So nahm der Kapitalist dem Bauern die Bodenbestündigkeit, ein Stück seines Lebens. Der Handwerker arbeitete fleißig, Tag für Tag. und seine Arbeit nährte ihn. Das sah der Kapitalist. Cr klimperte mit seinem harten Gelde und sagte:„Ich bin großzügig, welche Ausbeutungsmöglich- kellen stecken in deiner Arbeit." Er baute«ine Fabrik und über« trug ihr die Arbeit des Handwerkers. Da schrie der Handwerker: „Aber ich leiste doch Oualitätearbell!" Da höhnte der Kapitalist: „Aber man kauft doch mein« Fabrikate!" Und der Handwerker ward bitterann und war schließlich froh, als er das harte Geld nehmen konnte und sich auch in die Fabrik stellen durfte. Die Frau freute sich dankbaren Herzens ihrer Söhne. Alles Gute sollte in ihnen zur Reif« kommen, olle Hoffnungen und Wünsche sclllen sie erfüllen. Die Frau gab willig ihre Kraft, ihr Leben, ihr Herz für sie hin. Da kam der Kapitalist und sagte?„Deine Söhn« gebrauch« ich als sich verblutenden Schutz meines Eigentums." Der Richter hall« Zeit seines Lebens fllr's Recht geeifert. Er wollte der Wahrheit dienen und der Gerechtlgkell zum Siege ver- helfen. Da kam der Kapitalist und sagt«:„Ich habe die Macht und nehm« mir das Recht. Du bist mein Willensvollstrecker. Du liebtest die Wahrheit, aber du sollst jetzt nicht einmal mehr die Aufrichtigkell wagen." Das Mädchen freute sich seiner Jugend und des Lebens. Ein singender Rhythmus lag in seiner Körpersichkeit und es wollte sich sinnend in Weibesreife hineinträumen. Da sagt« der Kapitalist: „Mich lüftet nach deinem lebenswarmen Leib" und er gab Ihr hartes Geld dafür. Der junge Denker wollte neue Wege suchen. Sein Gehirn war sein konstruiert. Das verspürte der Kapitalist und er sagte:„Deine Ideen gehören mir, hier hast du Geld." Doch Gedanken sind«ine schwer bezahlbar« Ware. Der junge Denker arbeitete wohl für den Kapitef sten, aber die Gedanken schweiften ab und das Schicksal der Mass« fiel ihm als Last auf Hirn, Gemüt und Herz. Er hatte Mit- leid mit ihr. aber er sagte sich. Mitleid ist Selbstüberhebimg. Da erwürgte er eines Tages den Kapitalisten. In den Herzen der Masie sang die Freud« im Sturmglocken- klang. Die Freiheit war nun ureigenstes Gut eines jeden. Aber die Masse war getrübten Blickes, wie die Tiere in den Zoologischen Gärten es durch jahrelang« Gitterhaft werden. Sie erwartete ge» duldig das Kommen des neuen Despoten und umstand traurig da» Schafott, als der junge Denker hingerichtet wurde. Mar� Wigman. Die Kunst der M a r y Wigman und ihrer T a n'z g'r'u'p p«, die im Theater am Nollendorfplok drei Gastspiel« gaben, ist in ihren Wirkungen so berauschend, so betäubend, so jede Be. sinnung lähmend, daß sie zunächst Widerstands- und willenlose Hin- gebung erzwingt. Wir werden in Sphären entrückt, die nicht von dieser Well sind, unsere Seelen unterliegen dem Bann eines über- mächtigen unerklärlichen Zaubers. Der Verstand schallet sich aus, reines Gefühl schwingt in den Wogen, die von det Bühne aus- strahlen, den Raum überfluten, durchgessten, beseelen. Einfachst« Faroformen, schichte still« Mädchengestalten erscheinen, wandeln zu den leisen Tönen eines Gongs über die Szene, halten feierlich, wie der Priester die Monstranz, Hände vor sich, deren seltsame Finger- spräche Geheimnisse zu künden! scheint. Die Reihen teilen sich, be, gegnen sich, durlhkrcuzen sich, dicken Kreise, btcken Gruppen, die Bewegung wächst, schwillt an. lauter, wilder werden die Töne de« Gongs, neue Klänge mischen sich drein. Beine wirbein, Arme schwin. gen durch die Luft, Fäuste ballen sich, Finger krallen, Verzweislung. Grauen, Entsetzen, Wahnsinn. Aufbäumen, Niedersinken... Mary Wigman erscheint,«in Orkan fegt über die Szene. Wie ein Blitz fährt sie durch die Reihen, durchdringt sie, teilt sie, reißt sie an sich wie der kreiselnde Kern einer Wettersäul«, gliedert sie zu xeord- neten Gebilden und zerstäubt sie in chaotische Atome. Bald auf- peitschend« Menade, bald grauensäende Furie, back Schöpferin, Trö- sterin, Glückbringerin. Wortlos, lautlos, nur von spärlichen Klan. gen begleitet, spielen sich Dramen vor uns ab, deren eindrucks- mächrigs, seolendurchleuchtends, tiefste Tiefen packende Wucht mensch- sicher Sprache unerreichbar wäre. Alles Technische von einer Vollendung, die nicht mehr zu über- gipfeln ist. Di« Kunst der Meisterin selber von letzter höchster Reife zeugend. Von einer Reife allerdings, die hie und. da, wenn auch nur ganz selten, schon etwas als Ueberreife erscheint, in dem Sinne, daß einzelne Momente die frische Ursprünglichkeit, den Eindruck des im Augenblick Geschaffenen, Improvisierten, entbehren. Ans Wun- derbare grenzend die Beherrschung, die künstlerische Disziplin der Massen, dieses feinste Reagieren auf jede rhythmische Nuance. Am schönsten die Kunst des Gehens. Was hat diese Schule aus dem am schlimmsten vernachlässigten Teil unseres verkrampften und ge- lähmten Kulturleibcs, rem Fuß, für ein Wundersebicke geschaffen! Jede Zehe scheint ein selbständiges Leben zu führen, die Soy.'e küßt und liebkost den Boden, sie spielt, scherzt mit ihm, sie stößl ihn grollend vcn sich, mißhandelt ihn mit strafendem Tritt. Stun- denlang könnte man diesem ernst andächiigen Schreiten, diesem heiter festlichen Laufen, diesem ausjauchgenden Hüpfen, diesem schwingenden Stampfen zusehen. Ee ist«in Gottesdienst: vollen- dekste Gebilde der. Schöpfung, beseelt und bewegt vom wunder- tätigen Urphänomen Rhychmus. Aber—. Es ist nicht leicht, gegenüber solchen Gipfelleistun- gm ein kritisches Aber zu sagen. Trotzdem darf eine« nicht ver- schwiegen werden. Was Mary Wigman mit ihrer Tanzgruppe leistet, ist eine in sich schtechterdings vollendete Kunst. Aber diese Kunst bedeutet noch nicht die letzte Stufe im modernen Cntw'.ck- lungsgcmge des Tanzes. Die dekorativen, rein sinnlichen El«- mente sind in ihr noch nicht ganz ausgeschaltet. Die Linie ihres Stils iührt ganz nahe an das enMche Pröraffaeiitentum heran, und wenn auch das Schönfärberische, das konventionell Gefällige dieser Epigonenkunst streng oenniedm ist, wenn auch alles ernster. veredelter, vertiefter erscheint, so erinnern doch manche Gesten und Attitüden peinlich an die Formsprach« der Rossett! und Burne Jones. Und nicht nur das Dekorative, sondern auch das Panw- mimisch« ist Nicht völlig oermieden. Zwar erwächst die künstlerische Konzeption und Intuition ganz au» dem Gefühl, aber die Aus- drucksmlttel find oft zu vcrstandesmSßig, naturalistisch, pantomimisch. Der„absolute Tanz" der Marn Wigman Hot die Reinigung der Kunstmittel nicht bis zur letzten Konsequenz durchgeführt. Erst wenn de? absolute zum„ungegenstäicklichm" Tanz geworden ist» wird die höchste Stufe der modernen Stilentwicklung erreicht sein. Ueber dieses wichtige Problem, das zugleich für die Umgestaltung der gesamten szenischm Kunst der Zukunft von grundlegender De- deutung ist, wird sich vielleicht in kurzem Gelegenheit bieten, nähe- res zu sagen._ John S ch i k o w s k i, An unsere„Rem Leader'-Leser! Diejenigen„Vorwärts"- Leser, die die englische Wochenschrist JThe New L e a d e r" durch unsere Vermittlung von englischen Genossen erhalten und die ihrer- seits bereit wären, einmal wöchentlich ihre gelesenen„Vorwärts"- Exemplare unter Kreuzband an Leser des„The New Leader" z»' senden, werden ersucht, ihre Namen und Adressen der Feuilletonredaktivn des„Vorwärts" beckigst mit- zuteilen. Volksoper:„Hauulbal". Hans Str ohbach hat diesen D e r d i neu und eigenartig und dennoch so deloratio ausgestattet, daß ein starker Eindruck bleibt. Seine Phantast«, zwischen Wirk- lichkeit und Schein die Mitte haltend, raste nicht in moderne Zeichnung hinein und verflachte auch»ficht in alter Schablone. Es war besonders im Akt der Zauberin Ulrika und im dritten Bild«ine gespenstisch düstere Atmosphäre geschaffen, die durch Auf- und Ab- blenden Heller und du n Her Lichter noch wirksamer wurde. Der Spuk wurde mit Geschmack so abgetönt, daß man immer noch füb'en konnte, welch handfestes Theater dahinter gespielt wurde. Die Men» schen wuchsen dunkel wie Silhouetten aus diesem Radmen heraus, selbst der Lichtrcflex wurde noch ausgenutzt zur Unterstreichuno des Tragisch-Spielhaften. Scenkar dirigierte«in m!tt-l°ltal!en!sches Tempo in mittlerer Temperatur, Cr wäre wohl leidenschattlicher gewesen nach oller soliden tüchtigen Lorarbeit, wenn ihm die Sänger nichr in den Arm gefallen wären. Ren« Peermanvs Hanni- bal ist in der Maske kein inniger Busenfreund, sondern«in sehr ernster, ftrenger Richter vom Typ de» Großen Kurfürsten. Sein Die Kreditnot der Reichsbahn. Studenten und Republik. Der Reichsperfehrsminister gab einem Bertreter des Rundgebung der republikanischen Studentenverbände. WIB. über die Finanz- und Gelblage und über die Gefundung Im Planarfigungsfaal bes Herrenhauses fand am Freitag, der Reichsbahn Auskunft. Seine Darlegungen, bie nachstehend abend eine von den republikanischen Studentenverbänden einbe miebergegeben find, laffen die Lage viel günftiger erscheinen, als rufene Rundgebung zu der Frage: Die Krise des Reides und man nach den inspirierten Andeutungen tapitalistischer Blätter er des Reichsparlaments" ftait. Nach einleitenden Worten des Bor warten mußie. figenden der Arbeitsgemeinschaft der republifanifchen Sentrums Bekanntlich hat seit dem 15. November b. 3. die Finanzierung Studenten ergriff Reichsminister a. D. Hugo Breus bas Bort. Die Frage, ob das deutsche Bolt alles getan habe, was es der deutschen Reichsbahn aus allgemeinen Reichsmitteln aufgehört, unter dem Drud feiner Bage hätte tun müssen, jei nicht zu be. ohne daß diefem Riefenunternehmen mit einem Anlogemert Don jahen. Biel Fehlerhaftes fei gerade von ben Stellen gefchehen, mehr als 25 Goldmilliarben ein Betriebsfonds mit auf den Weg bie berufen gewesen wären, gemeinsame Arbeit zu leisten. Eine gegeben worden wäre. Dazu kommt, baß das Unternehmen, bas ber schlimmsten immerpolitijojen Folgen des Versailler Bertrages jei mährend des ganzen Sahres 1922, b. h. bis zum Ruhr. fampf, in feinem Etat balanzierte, in den Iegien Mona 3wang ftanden als feinerzeit Oberfchlesien, dem fönne man faign ein besonders startes deutsches, nationales Empfinden zugestehen. Man batrachte nur das Regierungsprogramm ber Deutinationalent Erhaltung der Weimarer Berfaffung, Durchführung der Erfüllungspolitit, Aufrechterhaltung der Außen. politif Stresemanns! Wie vertragen sich diese brei Buntte, auf die sich zu verpflichten man bei einem Eintritt in die Reichsregierung bereit war, mit den gegenteiligen Forderungen, mit denen die Deutschnationalen jebe Staatsautorität erschüttern? Das ist nicht deutsch, das ist nicht national, das ist Demagogie. Ich verkenne feineswegs die Daseinsberechtigung einer tonservativen Partei, wie etwa der in England. Aber anstatt zu bremsen, ben Bahnförper zu unterminieren, bas ist nicht fonfervatio, sondern realtionär. Rur bie Demofratie tamm die von der Jugend erfehnten Führer bringen. Demokratie ist der Kampf um die Seele des Einzelnen. Man gewähre der jungen Republit einige Jahre Schanzeit, gehen. Jedes Kind muß in dem Gedanken erzogen werden: Du bift frei geboren und alle Zukunftsmöglichkeiten trägt Du in Deinen Fähigkeiten mit Dir. In diesem Sinne müssen wir ein Bolf von Aristotraten werden. Die Hebung der Führerschaft hängt Don der je bung der Maffe ab. Das alte Breußen hat es fich bequem gemacht durch seine etikettenhafte Scheidung in Reichsfreunde und Reichsfeinde. Jugend führt den politischen Kampf ungetrübt vom Dunst der Intereffen. Sie möge es mit Leffings Barabel non ben drei Ringen halten und sich stets vor Augen halten, baß das deutsche Erzübel der Bartitularismus ist und daß der Gebante der Reichseinheit sie zusammenschließen muß! In der Diskussion wies Genoffe Prof. Grotjahn darauf hin, ten als Folge der Aufgabe des Rhein- und Ruhrkampfes mit Feht Schließt Euch zusammen zur Hilfe für die bann werben die Führerpersönlichkeiten aus den Waffen hervor. betragen arbeiten mußte und heute ohne Dedung für seine Berpflichtungen für merbende Anlagen dasteht. Es muß deshalb Dorübergehend dem Unternehmen auch an Bormitteln zur Dedung biefer großen Gesamtserpflichtungen folange fehlen, bis es fich eine neue Kreditorganisation aufgebaut hat. Die Personalkosten und die laufenden fachlichen Raften( z. B. für Kohle, Del usw.) tönnen bereits heute wieder aus den laufenden Einnahmen gedeckt werben. Unders liegen noch die Verhält niffe bei den Kosten für Rhein und Ruhr und für werbende Anlagen, wie neue Lokomotiven, Wagen, Bahnhofsanlagen ufm. Es Hungernden! Sein Weihnachts eintauf ohne eine Spende für die nofleidenden Mitbürger! Hunderttausende werden den Gabentisch leer finden. Nehmt ihnen wenigfiens die drückendste Not! ift felbstverständlich, daß, nachdem der Finanzminister der Reichs Keine Zerſplitterung! Die einheitliche Sammlung ist die wie sehr gerade an deutschen Hochschulen die ernste und sorgenvolle bahn seine Krebite entzogen hat, es augenblidlich der Reichsbahn an Mitteln fehlt zur Finanzierung dieser Projekte, wie das bei einem Brivatunternehmen nicht anders fein würde. Der Mangel an Betriebsmitteln ist leider eine ganz allgemeine Erscheinung ber heutigen deutschen Wirtschaft. Ueber diese Bauten und Beschaffungen laufen eine Reihe von Verträgen, die bis zum 1. April 1924 fchägungsmeise eine Belastung von rund 200 Millionen ausmachen. Hinzu kommen für den gleichen Zeitraum rund 100 Millionen für Ausgaben, bie mit bem Ruhrschicksal zusammenhängen. Zur Dedung diefer 300 millionen und zur Bildung eines Betriebsfonds, den ein so großes Unternehmen wie die Reichsbahn nicht entbehren tann, müssen Krebite in Anspruch genommen werden. Es ist nur natürlich unb bankensmert, daß die Industrie, der die gesamten Bestellungen Der Reichsbahn zugute tommen, ihren Bechseltrebit zur Verfügung geftellt hat. Wenn in einer Mitteilung von Berpflichtungen der Reichsbahn in Höhe von 550 bis 600 Millionen bie Rebe ift, fo entbehrt biefe Angabe der Grundlage. Es scheint sich hier um eine Berwechslung mit Beträgen zu handeln, die unter Umständen einmal für Investitionsanleihen in Betracht tommen fönnten, wenn bie Reichsbahn wieder an Bauten und Beschaffungen in größerem Stile herang hen tann. Der Boden für biefe rebitauf. nahme und für eine durchgreifende Sanierung des Unter nehmens ist vorbereitet, der eingeleitete Personalabbau und die schärfste Einschränkung in allen fächlichen Ausgaben werden fich in allernächster Zeit bereits finanziell günftig auswirken. Deutsche Nothilfe. Reichsgeschäftsstelle Berlin 23 8, Wilhelmstraße 62 Reichsbankgirokonto Boftfchedfonto: Berlin 156 000 Preußischer Landesausfchuß Berlin NW 40, Reichstagsufer 3 Ronto: Preußische Staatsban! 101920 Boftfchedfonto: Berlin 77 955 Arbeit der Barlamente unterschägt wird. Man soll sich auch heute nicht unterfriegen lassen. Wer die Schwere unferer Lage überschaut und sieht, wie wir uns ihrer erwehren müssen, braucht nicht fleinmütig zu fein. Die Kundgebung schloß mit einer Ansprache des Borsigenden ber fozialdemokratifden Studentenvereinigung. Die Regierungsbildung in Sachsen. Dresden, 15. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Landas Auseinanderbrechen der Weimarer Koalition. Weil der Ge desinstanzen der BSPD. und die sozialdemokratische Landdanke der politischen Einheit nicht start genug gewesen sei, um über bie Gegenfäße hinwegzuführen, seien die Gegenfäge ber tagsfrattion beschäftigten fich am Sonnabend in gemeinsamer Klassen und des Länderpartikularismus wieder start geworden. Am Sigung mit der Frage der Regierungsneubildung. In gefährlichsten fei bas Schlagwort von der Notwendigkeit eines natio- der eingehenden Aussprache standen alle Möglichkeiten für eine nalen Bürgerblods gegen die antinationale" Arbeiterschaft ge Lösung der Krise zur Debatte. Entsprechend den Beschlüssen des wesen. Die Krife des Reiches, die sich äußere in der Strife bes legten fächsischen Landesparteitags sollen zunächst mit der tommu. Barlaments, fei eine Folge des Bruches ber Roalition von Weimar. nistischen Frattion Verhandlungen zum Smede der Unter Das Biel der Wahlen müffe fein, eine geschlossene fügung einer soziolistischen Regierung aufgenommen werden. regierungsfähige Mehrheit zu schaffen. Ihre ſicheren Dresden, 15 Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die von Grundlagen fönnten nur die heute hier zufammengerufenen brei Barteien bilden. Für diesen Betanten der Reichseinheit, getragen pon dem Willen der zu diesem Reich sich bekennenden Parteien, müse die Jugend begeistert werden.( Lebhafter Beifall.) die Jugend begeistert werden.( Lebhafter Beifall.) Ais nächster Redner des Abends prad) für den verhinderten Reichstagsabgeordneten Joos Dr. Krohne, der Führer der Windt horst- Bünde. Er wandte sich im Namen weiter Kreise der Jugend gegen die Entpersönlichung des politisch- parlamentarischen Lebens und gegen bie Entartung der Formen politischen Kampfes in Deutschland. Als dritter Redner sprach Genosse Offo Landsberg. Darüber besteht fein Zweifel mehr, daß als bas Dringlichste die Betriebsform ber Eisenbahnverwaltung mefentlich geändert werben muß. Es müffen neue Wege eingeschlagen werden, um den Leistungsgrad des Unternehmens weiter zu stei Er führte aus: Deutschland bietet ein trauriges Bild. Man muß gern, als es heute in den Formen ber Staatsperwaltung möglich schon sehr weit in der Geschichte zurüdgehen, um ein Gleichnis zu ift. Die Umstellung des Reichsbahnunternehmens wäre längst er finden. Siebzig Jahre vor Chrifti hat in de belagerben Jerufalem folgt, menn nicht der Ruhreinbruch bazwischen gekommen wäre. Die Benölferung fich in ähnlichem Smiespalt gegenübergeftanden, Best ft die Durchführung eingeleitet, der Reichs wie das deutsche Belt heute. Es ist eine Bronie der Geschichte, daß eine Bartel, die fich deutsch national nennt, in der Zeit finanzminister hat ben neuen Vorschlägen fchon grundfäßlich zugefchwerfter Not eine Politit treibt, bie alles andere ist als deutsch fimmt, baldigst wird sich das Kabinett mit der Frage befchäftigen. und national. Denn wer in einem Augenblid die Auflösung des Borher werden selbstverständlich die Länder, die am Staats Reichstages betrieb, in dem Rhein und Ruhr unter größerem pertrage beteiligt sind, gehört werden, ebenso werden der Reichsrat und der Fünfzehnerausschuß des Reichs. tages Damit befaßt werben. Es ist eine Rotperordnung geplant, beren Ablösung durch endgültiges Gefeß zum 1. April nächsten Jahres erfolgen foll Die Reichsbahn hat die innere Kraft, ebenso den festen Willen, diese Organisation felbst zu gestalten; fachfundigen Rates wird sie sich dabei gern bebienen. Gelang it gepflegt, doch schwingt hinter den Tonen noch nicht genug Seele. enrit Appels als Richard ist eine vertleinerte Auflage von Kirchner. Das schadete nichis, wenn ihm sein Tenorglüd der schönen Töne nicht nach einer fräftigen halben Stunde enigitte. Er fpare im Anfang. Melanie Rurth agiert mit Bagner- Händen die Amélia, der fie fümmlich viel Straft und foft 3u piel Kraft leiht, auch noch in der Resignation. Die Neben partien waren burdyweg glänzend besetzt; Urita mit der furchtbar entstellten Schloßbauer- Reynolds, deren herrlider Alt die Häßlichkeit der Negerin vergessen machen konnte, der muntere Bage Frigy 3odts und der Silvano Heinrich Blafels. Es fcheint, da die Hörer gefunden Theaterinstinkt hatten und nicht so sehr den Hauptdarstellern als dem Meisterwert beherzt zujubelten. Berliner amtlichen Stellen verbreitete Behauptung, daß bas Ber bot von Wahlporflägen der aufgelösten Parteien für bie Gemeindewahlen durch das Wehrtreistommando 4 erst erlaffen worden sei, nachdem die fächsische Regierung sich auf den Etandpunkt gestellt habe, daß die Auslegung der Wahllisten der von ihr verbotenen nationalsozialistischen Partei unter feinen Umständen zu bulben sei, trifft nicht zu Die sächsische Regierung teil: mit, baß sie niemals auch nur daran gedacht habe, die Einreichung von Wahlvorschlägen der Nationalsozialisten zu verbieten. Neue Enthüllungen im Parijer Pressestandal. Die Humanité" veröffentlicht neue Briefe aus dem Nachlaß des russischen Botschaftsrats Raffalowitsch, in denen auf das angesehenste Drgan der Bariser Breffe angespielt wird und die daher bas bentbar größte Aufsehen erregen. Die Humanité" zitiert u. a. einen Brief, in dem Raffalp. witsch den Temps" als fäufliches Blatt bezeichnet und fich auf eine Aeußerung des gegenwärtigen Direttors des Betit Barisien", Johannes Ducun, beruft Dieser behauptete non dem Temps", er fei täuflich wie eine Dirne. Beamtenfragen im Landtag. Im weiteren Berlauf der gestrigen Steuerbebatte im andtag beantragt Abg. Höpfer- Afchoff( Dem.) die Einfügung einer Bestimmuna, monach bie Zuschläge zur Gewerbesteuer einen be ftimmten Berhältnisanteil des gesamten Steuerertrages der Gle meinben nicht überschreiten dürfen. Abgg. Drewth( Wirtschaftspartei) und Mohrbotter( Deutsch hannoveraner) lehnen die Borlage ab. In namentlicher Abstimmung wird bie Gewerbesteuerverordnung mit 127 gegen 110 Stimmen genehmigt. In dritter Bes ratung wird diese Genehmigung wiederholt. mögen wird von der Tagesordnung abgefekt. Die Verordnung über die Steuer vom Grundner. Die vom Staatsrat eingebrachte Novelle zur Gewerbesteuer wird bebattelos abgelehnt. Dienst- und Berforgungsbezüge der unmittelbaren Staatsbeamten. Finanzminister Dr. v. Richter bebauert die Rebe Des 2bg. Ebersbach. Bon deuffcnationaler Seite sei nicht ein einziger positiver Borschlag gemacht worden zur Beschaffung der Mittel, die zu einer befferen Besoldung der Beamten fehlen. Die Deutschnationalen hätten pielmehr die meisten Steuern abgelehnt. ( Bebhafte Ruftimmung.) Wer die Grundsteuer ablehnt. fanm der Regierung feinen Vorwurf aus den unzureichenden Be soldungsfägen machen.( Sehr wahr!) Niemand bedauert die Unzu länglichkeit der Sähe mehr als die preußische Regierung. Sie vertraut aber auf ben guten Geist ber braven preußischen Beamtenschaft, daß sie Berständnis zeigen wird für die Notlage, bie die Regierung aminat. folche Gehälter vorzusfanen, die wir felbft als ungenügend Notregelung für eine furze Uebergangszeit sehen. betrachten. Wir pertreten bicfe Borlape nur, weil wir in ihr eine Sobald fich irrendeine Befferung der Finanziame zeiat, werben mir die Gebälter in angemessener Weise erhöhen.( Beifall.) Abg. Sobotffa( Komm.) betämpft die Borlage. Darauf wird die Borlage in zweiter und dritter Beratung an. genommen. Die dazu von verfchiebenen Parteien gestellten Anträge werden dem Hauptausschuß überwiesen. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzes über den Wahltag für die allgemeinen Gemeindewahlen. Nach der Vorface follen die Ge meindewahlen bis zum 4. Mai 1924 ftattfinden. Abg. Cübide( Dnatl.): Die Deutfchnationalen beantragen als Mahltag den 24. Februar 1924. In Gemeinden bes befegien Gebietes, wo die Wahl an biefem Tane nicht mbolich ist, soll die Resierung einen späteren Wohltermin bestimmen fönnen. Dhne Aussprache renehmigt der Landtag dann die Berordnungen zur Besteuerung des Haustiergewerbes und Wanderlagerbetriebes, zur Alenderung des Handelskammergesetzes, die Landesaufwertungsver R. G. ordnung, die Berordnungen zur Aenderung des fommunalen 2b. Senora", das neue Stud Des Deutschen Künstlergabenrechts, des Kreis und Provinzialabgabengefeßes, des Aus Teaters, ist an Ueberraschungen reich. Die Schwantoperette führungsgefekes zum Finanzausgleichsgefek, über die Außerhebung. felbft hat der berühmte Rudolf Presber und die Gefangsterte fegung von Stempelfteuern, über die Entschädirung der Landtags der in der Literaturgeschichte weniger befannze Alfred Berg ver- abgeordneten sowie zur Renderung des Boifs- und Mittelschullehrer faßt. Die Gesangsterte gefielen aber viel mehr als das Libretto. Dienfteintommensgefeges. Und mit Recht. Denn fie treffen die Leuchtigkeit und den ichnobbri Hierauf folgt die erste Beratung des Gefeßentwurfes über die gen Uebermut, der im Adalbert- Theater vonnöten ist. Wie etwa Aenberung der bas Couplet mit dem Refrain Bar die erste Frau' ne Blcite, nimm ne zmeite, bridt die zweite bir die Treue, nimm' ne neue" oder Du bist so wunderschön mein Kind, du fannst fo bleiben, ich fonnt mir ftumbentang mit dir die Zeit vertreiben, Du hast so nette eine Abg. Limberg( S03.) verlieft dazu eine Erffärung feiner Sachen, die mir große Freude machen. Bei Bresber erschöpft sich Fraktion. in der es heißt: Die schwierige Finanzlaae Breußens ist der Wiz in den Namen feiner Figuren, eine heißt 8. B. Hieronymus mefentlich mitverschuldet durch die Tatsache, daß die befigenben und ein Japaner Izi Kazu. Das Dichtwert stroßt, mie das bei reise nicht genügend zu den Steuern beitragen. Sie ist der Schwantoperetten in ber Ordnung ist, von Unlogif, ver. ftärft worden burd) bie Verzögerungspolitik des Reichsfinanzbreitet aber ftellenweife eine Langmeile, die dem die dem Auf- ministers, der viel zu spät zu der Erschließung neuer wertbeständiger formen der richtigen Stimmung nicht recht zuträglich ist. Daher Stevern übergegangen ist, fo daß die Arbeit des Reiches, der Länder hatte der wie immer in schredliche Berlegenheit gehegte Mar und Gemeinden in einer Weife leidet, die ihre Eriften aufs ernſtefte heit vor. Adalbert große Not, die Schar seiner Anhänger nicht zu ent gefährdet mir begrüßen die Mitteilung des Staatsminifteriums, täuschen. Es gelang ihm trohdem, Die Titelrolle spielte die daß es die erste Gelegenheit berufen wolle, um eine Besserung Rebarettiere Trude efterberg, und in der Tat waren die der Gehälter und Löhne in die Wene zu leiten, ersuchen Lavetten, die eine im Brogramm angegebene Firma geliefert hat, aber das Staatsministerium, feinen ganzen Einfluß auszuüben zur von ganz erfefener Bracht. Aber der Erfolg des Abends war Erichließung wertbeständiger Einnahmequellen, Maraarete Siegel, jenes zarte Hannele Geschöpfchen, bem um die Befferung zu beschleunigen. Für die übrigen Roalitionsparteien erflärt Abg. Baumhoff( 3.): fein Mensch so viel Temperament zugetraut hätte. Sie verbindet mit ihrer fprühenden Ausgeloffenheit fo Diet Anmut, Lieblichkeit Die Fraktionen des Rentrums, der Deutschen Volkspartei und der und Hingabe, daß fie als eine für die heute beliebten Tangopereiten Deutschdemokratischen Partei bedauern, angesichts der durch das Be neue und sehr erfreuliche Erscheinung zu gelten hat. Sehr luftig fofbungsreleg gegebenen Rechtslage an der Belofbungsvorlage Ber war Aur Bois, ber den japanischen Baron Ji Rahu mit er befferungen nicht vornehmen zu fönnen. Die por insbesondere aber in den unteren staunlicher Natürlichkeit darstellt. Die Mufit war melodios und gefehenen Beträge find alleemein reich an Simmytänzen, so daß das Bub'ifum auf seine Koster fam Besoldungsgruppen und für die Nubegehaltsemofänger. Wartegeld empfänger und Hinterbliebenen- völlia unzureichend. Dem Gesetz Dan. und Berfaffer und Komponisten stürmisch hervorrief. entwurf geben fie nur unter schweren Bedenten ihre Zustimmung.. Sie erwarten aber, dak die der Beamtenfchaft auferlegten großen Wie der„ Sog. Parlamentsdienst erfährt, find die für den Opfer nur von furzer Dauer find. Die Breußische Staatsregierung fordern fe auf. durch ernste Borstellungen bei der Reichsregierung 2. März 1924 vorgesehenen preußischen Gemeindewah. und durch eigene Maßnahmen dafür zu forgen, daß die Gehälter( en durch Beschluß des zuständigen Bandtagsausschuffes erneut auf schnellstens auf eine billigen Unfprüchen geregtwerbende Höhe ge den 4. Wai verschoben worden. Die Verschiebung erfolgte bracht werden. mit Rüdsicht auf die allgemeinen politischen Verhältniffe, insbeson dere die Lage in den befeßten Gebieten. Bollebühne. B. Am Montag, ben 17., 7% Uhr abends, spricht in der Aula des Gymnasiums zum Grauen lofter, Spfter fraße 74, Dr. A ei leber bas italienifme Theater". Einlaßkarten zum Preise von 25 Pf. am Saaleingang. Brof. Rudolf@raffelt in Gharlottenburg hat ben ihm angebotenen Vertrag als Generalmufifdirektor und Obernlei er ber#abilf Bühnen zu Hannover angenommen. Einen in fetter Stunde an tha ergangenen Ruf ber Berliner Staatsoper hat Prof. Rraffelt abgelehnt, Abg. Ebersbach( Dnatt.) becntragt eine fofortige erhebliche Auf befferung der Beamtenbezüge. Abg. v. Ennern( D. Bv.) wendet sich gegen die betriebene Hinausfchiebung der Gemeindewahlen. Zwingende Gründe bafür lägen ießt nicht mehr vor. Darum follte der ursprünglich vorgesehene 2. März als Wahlta a festgehalten werben. Abg. Sah( Komm.) wirft Sozialdemokraten und Zentrum Feig Abg. Dominicus( Dem.) hält die Berbindung verschiedener Wahlen für zweckmäßig. Abg. Weber Griesheim( Sox.) meift die Angriffe bes Abg. Raz auf die Sozialdemokratie zurüd. Es müsse auch Rücksicht auf die Gemeindefinanzen renommen werden. Nach einer Ermiberung des ba. Rak( Komm.) wirb ble Borlage negen ble Rechte und die äußerste inte angenommen. Der Antrag Lüdide( Dnati.) ift inzwischen dahin peändert worden, daß die Wahlen im März stattfinden sollen. Der Antrag wirb abaelehnt. Die Schlußabffimmuna über die Vorlage in der dritten Befung ist auf deutschnationalen Antrag ramentlich. An ihr beteiligen fich nur 146 Mitofieber. Das Haus ist also befchlußunfähig. Um 5 Uhr vertagt fich das Haus auf Montag, 3 Uhr nachm. Gewerkschaftsbewegung Ein böses Spiel. Die deutsche Arbeitnehmerschaft, zumal soweit fie organisiert Das Elend der Wohnhausportiers und Hausreinigerinnen Die folgende zufchrift berührt ein tribes Rapitel der Großfabt verhältnisse. Die Gelegenheit des aumählichen Uebergangs zur Friedensmiete müßte genügt werden, die Portierfrage zu lösen. nach Hamburg tam und von da fieben Jahre später nach Benin. Die Herausgabe erfolgte noch immer durch das Internationale Kürschner Sekretariat, das außerdem allmonatlich noch ein Organ ausgab, bis durch den Krieg eine Unterbrechung der internationalen in französischer und später auch in tschechoslowakischer Sprache herBerbindungen eintrat und der deutsche Verband 1920 den Verlag besonders den Berliner Kollegen, die in den letzten Monaten ganz des Blattes übernahm. In der Abschiedsnummer werden ganz den Boden einer gesunden Gewerkschaftspolitik unter den Füßen den Boden einer gefunden Gewerkschaftspolitik unter den Füßen " Der Kirschner", das Organ des Deutschen Kürfdynerverbandes, hatte seit Ende Auguft sein Erscheinen eingestellt und brachte jetzt noch eine Abschiedsnummer heraus, da der Verband nach 22jährigem Bestehen am 1. Sanuar im Deutschen Beklei In fast allen Berufsgruppen war es möglich, die Löhne durch 1896 von den in Brüssel beschäftigten Kollegen als internationales dungsarbeiterverband aufgeht. Der Kürschner" wurde und politisch geschult ist, weiß sehr wohl, daß auch die finanziel tarifliche Bereinbarungen festzulegen, so daß in den weitaus meisten Fachorgan geschaffen und ein Jahr hindurch in deutscher, englischer Fällen die Arbeiterschaft vor dem Berhungern geschüßt wurde. Nur ien Schäden der Kriegszeit und der Kriegsniederlage noch lange eine Berufsgruppe ist hiervon ausgenommen, die der Bortiers und und französischer Sprache herausgegeben. Das war insofern nicht nicht geheilt sind und daß sie für ihren Teil wohl oder übel mit zu Hausreinigerinnen. Bis zur Stunde werden für die sicher nicht an- Deutsche waren, in beren Sprache das Blatt fortab, in Wien, erunbedingt notwendig, als die meisten Kürschner im Auslande ihrer Gesundung beitrogen muß. Was wir aber nicht einsehen genehmen Arbeiten Monatslöhne gezahlt, wie sie von anderen Arund nicht hinnehmen tönnen, ist das Berhalten der Besitzen.beitern und Arbeiterinnen oft in einer Stunde verdient werden. Schien, von wo es nach Gründung des deutschen Verbandes 1902 den, die nicht nur versuchen die Hauptlaften auf die Schultern der Das Schlimmste ist aber noch der Umstand, daß die Hauswirte besiglosen Masse abzuwälzen, sondern weiterhin dem Geschäft und Verwalter, nicht zuletzt auch die Mieter, in dem Bortier nur obliegen, in das sie als Kriegsgewinnter hineingefommen find, das ein Wefen erbliden, bas lediglich berufen ist, den Schmutz zu be. fie als Inflations- und Reparationsgewinnter fortsegen und als lung zu fordern. Die Wohnungsnot dient noch in besonderer Weise feitigen, daß es aber nicht wagen darf, dafür angemessene Bezah Atbou. und Wiederaufbaugewinnler abschließen wollen. Die Sor- dazu, die Portiers in nie geahnter Art der Willfür einzelner aus gen der Besitzenden drehen sich nicht nur um die Mehrung zuliefern. Ist jeder Arbeiter in der Lage, feine Arbeitsstelle au ihres Besizes, während es sich für uns um die mehr als wechseln, wenn nicht entspechender Lohn gezahlt wird, so besteht fümmerliche Fristung unserer und unserer Familien nad ten Egi- für den Portier diese Möglichkeit nicht. Die mit allem Raffinement it enz handelt, die jetzt schon fast ein Jahrzehnt lang unter des ausgebauten Dienstverträge zwingen den Portier, wenn er nicht verloren haben", noch einige gute Ratschläge mit auf den Beg teineswegs üppige Kulturniveau der Friedenszeit herabgebrüdt wird. mit feiner Familie aufs Straßenpflaster geworfen werden will, oder gegeben. In der Demobilmachungs- oder Revolutionsperiode standen fich Arbeit weiter zu verrichten und trok aller Arbeit langsam zu ver- Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses Groß- Berlin vom ins Asyl zu wandern, oft unter den unwürdigsten Verhältnissen seine Jin Eisen- und Stahlgroßhandel, Gruppe Neuhaus, ist der n der Arbeitnehmerschaft zwei starke Strömungen gegenüber. Wäh- hungern. Wohl gibt es einfichtige Hauswirte und Mieter, die für 5. Dezember 1923 durch den Demobilmachungskommiffar für verrend die eine es im Interesse eines idealen Wiederaufbaus für not eine der Arbeitsleistung entsprechende Bezahlung forgen, aber das bindlich erklärt worden. Damit ist der Streitbeschluß der wendig erachtete, alles Alte und Veraltete nieberzureißen, find weiße Raben. In häufigen Fällen muß sich der Hausreiniger Bollversammlung erledigt. Es ist also am Montag in allen Be ging die andere dahin, alle aus dem Kriegszusammenbruch ver- feinen fargen Lohn von den Mietern zusammenbetteln. Diese Zu- trieben die Arbeit fortzusetzen. Die neuen Lohnfäße sind beim bliebenen Güter zu erhalten, nur ja nichts zu ruinieren, um stände tönnten mit Leichtigkeit beseitigt werden, wenn die maßgeben- Deutschen Berkehrsbund, Engelufer 24/25, Zimmer 26, zu haben. allmählich neu aufzubauen. Wenn die besonnenere Auf den Stellen, Wohlfahrts- und Reichsarbeitsministerium, auch nur Die Angestellten der Firma M. Rochocz, Potsdam, Brandenburgfaffung sich im Bruderkampfe mit vieler Mühe durchlezte, dann ist einigermaßen Verständnis für die Not dieser Arbeiterkategorie straße 56, merden so standalös niedrig entlohnt, daß sie sich mit dem dies der gewerkschaftlichen und politischen Schuhätten. Aber wie an der Engstirnigkeit der Hausbefizerorganisatio: Zentralverband der Angestellten wegen Abschlusses eines Tarifvertrages dies der gewerkschaftlichen und politischen Schunen alle Bersuche der Organisation bis jetzt gescheitert find, ist bis in Berbindung gefeht haben. Als die Firma davon erfuhr, hat fie lung der Arbeiterschaft der Vorfriegszeit zu danken. Ende jetzt auch bei den Behörden nur tauben Ohren gepredigt worden. die Angestellte, welche ihre Kollegen der Organisation zuführen 1918 mußten die Unternehmer diese Tatsache sehr wohl zu würdi- Die Mieterschaft hat es in der Hand, zur Aenderung der jeder wollte, fofort aus dem Hause gewiesen und den übrigen Angestellten gen. Heute aber sind sie mit einem Eifer amb bau", den sie Beschreibung spottenden Zustände beizutragen, indem sie die Be mit der Kündigung gedroht, falls fie dem Berbande beitreten würden. cis Borbedingung zum Wiederaufbau als unerläßlich bezeichnen, strebungen des Portierverbandes in dieser Richtung Die Firma hat somit mit den verwerflichsten Mitteln gegen die daß auch in den Reihen der besonneneren Arbeitnehmerschichten unterstüht. Wer felbst anständige Behandlung und Bezahlung ver. Reichsverfaffung und die Koalitionsfreiheit verstoßen. Es ist des 3weifel darüber auftauchen, ob nicht am Ende die russische langt, muß sich dafür einsetzen, daß solche auch den Arbeitsbrüdern halb die gewerkschaftliche Pflicht aller Arbeitnehmer Botsdams, aus Methode des Wiederaufbaus die richtigere gewesen sei. und schwestern zuteil wird, auch wenn sie" nur" Bortier sind. Läg dem Berhalten der genannten Firma die nötigen Schlußfolgerungen Denn das Unternehmertum geht jetzt mit dem Abbau nicht minder wegen, weil der Arbeiter oder die Arbeiterinnen für ihre schwere lich werden Dugende von Ermiffionstlagen angeftrengt, nur des zu ziehen. radikal vor als es damols die Moskauer Richtung versuchte. Gerade Arbeit anständige Bezahlung verlangen und nicht selten find die unsere Stellungnahme berechtigt uns aber auch moralisch, wozu Mieter der treibende Keil. wir materiell gezwungen sind, uns gegen die Abbou". und„ Biederaufbau" Methoden der Unternehmer zu wenden und zu mehren. Alles foll abgebaut werden, nur nicht die Höhe des Profits. Im Gegenteil! Gerade die Unternehmergewinne follen weiter aufgebaut merden. Deshalb werden immer mehr Arbeitsfräfte abgebaut, dem Elend überantwortet. Bergeblich zer brechen sich Beamte, Angestellte und Arbeiter die Köpfe, um einen Logischen Zusammenhang in den Borgängen zu finden. Beil angeblich der Achtstundentag zu fura ist, deshalb werden Hunberttausende aufs Pflaster geworfen? Weil für all die Kurzarbeiter nicht genügend Arbeit vorhanden, für die Erwerbslosen und die Abgebauten überhaupt teine Arbeit mehr da fein soll, deshalb muß die Arbeitszeit verlängert und der Lohn gekürzt werden? Dumme Fragen! Die tapitalistische Wirtschaftsordnung hat ihre besonderen Gesetze, ihre eigene Logit. Ein Karl Marg hat sie vor einem Menschenalter bereits deutlich aufgezeigt. Und weil der Widerspruch zwischen der kapitalistischen Produktionsweise und der auf ihr beruhenden Gesellschaftsordnung heute wieder allzu fraß in die Erscheinung tritt, weil die gewerkschaftlich und politisch geschulte Masse der Arbeitnehmer ihn erfannt hot und die Konsequenzen barous ziehen muß, deshalb die Hetze der vom Rapitalismus ausgehaltenen Söldner gegen den Marrismus, Raum zeigen fich Anläufe einer Beständigkeit unserer sogenannten Währung, einer Besserung des Warenmartis, faum daß der noch in Arbeit stehende Teil der Arbeitnehmerschaft eine Atempause erhofft, wird ihm auch schon mit Bohnabbau gedroht. Die Beamten sind geradezu entsetzt über das Ergebnis der Umftel. Iung ihrer bisherigen Bezüge in Goldmart aus Papier. Bu ihrem Troft" aber vernehmen sie, soweit sie nicht mit abgebaut werden, baß bie Arbeiterlöhne nach der Anfündigung des BBM. um 20 Bros. abgebaut werden sollen. Aber was wollen die Lohn- und Gehaltsempfänger denn eigentlich? Offenbar haben sie vom„ Geschäftsleben" teine Ahnung und wissen nicht einmal, daß es jede Konjunktur ausnügen muß. Mögen sie Hagen, daß es in der gegenwärtigen Krise auf ihre Kosten, auf Kosten ihrer Lebenshaltung, ihrer Existenz, um das Wohl ihrer Familien geht; mögen sie zusehen, wie sie sich damit abfinden. Wir hoffen, daß die Arbeiter allesamt die rechten Lehren aus ihrer Notlage ziehen, von Kriegsbeginn en bis auf den heutigen Tag. Sie müssen das ganze Treiben der steuerscheuen Rugnießer aus dem Niedergang übersehen, auf daß wir vereint dem bösen Spiel begegnen, das jetzt in brutalfter Weise getrieben wird. 津 Es ist notwendig, daß sich die Deffentlichteit mit den unhaltbaren Zuständen befaßt und erkennt, daß jeder Arbeiter feines Lohnes mert ist. Unbedingt notwendig sind vor allem die Aende ringen der gesehlichen Bestimmungen, nach denen die Portiers und Hausreinigerinnen, gelinde gesagt, vogelfrei sind. Den Parlamenisvertretungen ist hier Gelegenheit gegeben, erneut etwas für müssen ihre Berufsorganisation, den Deutschen Bortierverband, die Wermsten der Armen zu tun. Die Berufsangehörigen aber stärken, damit endlich auch in diesen Berufsgruppen erträgliche Verhältnisse geschaffen werden können. Ein Eldorado für Holzarbeiter. Die Firma Ra a be, Usedomftr. 31, eine Tischlerei, die hauptfächlich Bauarbeiten anfertigt, nimmt es mit der tariflichen Arbeitszeit, die im Holzgewerbe auf 46 Stunden festgefeht ift, nicht mehr so genau. Ganz mie es ihr beliebt, diftiert sie die Arbeitszeit täglich, und wer sich nicht fügt, wird furzer Hand an die frische Luft gefeßt. Die verschiedensten Beschwerden an die Aufsichtsbehörden hatten teinerlei Erfolg, ja es ist der Firma fogar Längerarbeiten von diesen Stellen zugestanden worden. die Woche vom 10. bis 17. Dezember wurden durch einen vom Die Löhne im Steinfohlenbergbau des unbesetzten Gebiets für Reichsarbeitsministerium eingefeßten Schlichtungsausschuß wie folgt festgefeßt: Für Oberschlesien auf 3 Goldmart je Schicht, für Niederschlesien auf 2,50 Goldmart je Schicht, für Sachsen auf 2,70 Goldmark je Schicht. Hinzutreten für die einzelnen Reviere für jebe in der vor erwähnten Woche verfahrene Schicht Teuerungszulagen von 735 bis arbeit eine einmalige Ernährungszulage von 1,5 bzw. 900 Milliarden Mark sowie mit Rücksicht auf die bevorstehende Mehr1 Billion Mark.(!) Jn Görlih ist infolge Nichtbewilligung ihrer Gehaltsforderungen ein Teil der Handels- und Industrieangestellten gestern in den Auss stand getreten. Ungefähr 20 größere Firmen mit rund 600 Angestellten find davon betroffen. Einigungsverhandlungen stehen bevor. Differenzen geraten. Die Bergarbeiter erhalten gegenwärtig 20 ProDie englischen Bergarbeiter sind mit den Grubenbesitzern in zent auf die Borfriegslöhne. Sie fordern eine Erhöhung um 40 Prozent und eine andere Verteilung der Gewinne. Die Besizer sind zu Bugeständnissen bereit, lehnen aber die Forderungen in der Gesamt heit ab. Das Erefutinfomitee der Bergarbeiter frat Freitag zufam men und beschloß, über das Angebot der Befizer abstimmen zu laffen. Sollte das Angebot abgelehnt werden, müßten die Lohnverträge innerhalb von drei Monaten gefündigt werden. Deutscher Metallarbeiterverband. sember, wieber dieselben wie in der Borwoche. Trogdem die Haustaffierer Die Beiträge find für die 31. Mode, fällig mit Gonntag, ben 16. Se mehrmals Barauf hingewiefen wurden, daß nur bei drei Tagen Ru dürfen, und zwar nur gegen Borlegung einer diesbezüglichen Befcheinigung arbeit vollwertige Marken( Erwerbslofenmarten) gewährt werden der Betriebsräte oder der Betriebsleitung, tommen immer wieder Beschwerden, das einzelne Saustaffierer schon bei vier Tagen Rurzarbeit( alfo zwei Tagen nichtarbeit in der Woche) Erwerbslosen marten gewähren. Die Verwaltung wird in gutunft in folchem alle den ausfallenben Br. trag an Beitragsgeld von den Haustaffierern zurüdverlangen. In Fällen, we feit mehreren Wochen nur an vier Tagen in der Woche gearbeitet wurde, taun nicht der Haustaffieter auf Antrag beitragsfreie( fchwarze) die Berwaltung Marken geben. Die Ortsverwaltung. BSPD.- Dreher bes Metallarbeiterverbandes. Am Dienstag, den 18. De. Besonders fraß sind im Augenblick diefe Zustände. Das ho13. gewerbe leidet zurzeit unter einer riesigen Arbeitslosigkeit; rund 16000 Arbeitnehmer liegen monatelang auf dem Arbeitsnachweis und harren auf die Bermittlung zu irgendeiner lohnbringen den Beschäftigung, mogegen bei der Firma Raabe täglich 10 Stunden geschafft wird. Die von dem Deutschen Holzarbeiter verband erneut unternommenen Schritte bei den Aufsichtsbehörden haben bisher ebenfalls zu feinem pofitiven Ergebnis geführt. Die zuständige Gewerbeaufsichtsbehörde hat der Beschwerdeführerin fogar bie mitteilung gemacht, daß ihr ein gefeßliches Eingreifen unmöglich fei, da die Verordnung über den Achtstundentag aufgehoben ist. Auf die Beschwerde der Arbeitnehmer bei ihrer Organisation über das brutale Borgehen der Betriebsleitung ist diesen mit der Entlassuna gedroht worden. Als ein Vertreter des Berbandes wegen der Mißstände mit der Firma verhandeln wollte, wurde er aus dem ember, abends 7 Uhr, im Lofal Summel, Sophienftr. 5, wichtige Besprechung Betrieb verwiefen. Bielleicht unterzieht das Landesarbeitsamt diefen aller Genoffen. Bariei- und Geweräschaftsmitgliedsbuch legitimiert. Betrieb einmal einer eingehenden Nachprüfung und unternimmt den Bersuch, diesen Herrschaften ihr bisher beliebtes Handwert zu legen. abends, Mitgliederversammlung aller Branchen, und Beairle in bei Im übrigen ist es Aufgabe der Holzarbeiter Berlins, Rammerfalen, Teltower Str. 1. Tagesordnung: Organisationsangelegenheiten. den Betrieb genau unter die Lupe zu nehmen. Den organisierten Mitgliedsbuh legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet tie Ortsverwaltung. Arbeitern des Holzgewerbes mird es zur Pflicht gemacht, über die Berantwortlich für Bolitit: Graft Renter: Wirtschaft: Artur Saternas; tariflichen Bedingungen zu machen, um denjenigen das Handwert Gewerffchaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: Dz. John Schilewski: Lotales zu legen, die seit langem an der Beseitigung des Achtstundentages und Gonftiges: grip Rarflädt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. arbeiten und unter denen die Firma Raabe an hervorragender und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin S. 66, Lindenstraße 3. Stelle steht. A.Wertheim Quadrate hat, aufstark- 42 Pt fädigem Halbleinen. vorgezeichnet, auf Kaffeewärmer starkfädig. Halbleinen 190 oval, vorgezeichnet auf Linon, 45/80140 Mitteldecken Mitteldecken vorgezeichnet auf Linon, 50/90. 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Natur t. Fant 1250 Stück 25 pt. Nach Einführung der Rentenmark sind unsere Waren Jetzt wieder in Mark offen ausgezeichnet U. Nr. 587 40. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonntag, 16. Dezember 1923 Aus dem Briefwechsel Lassalle- Gräfin Hatzfeld. Bir haben der vortrefflichen Ausgabe des Briefwechsels Baffale Gräfin Schfeldt durch Prof. Gustav Maner, die soeben bei der Deutschen Verlagsanstalt erscheint, bereits Erwähnung esten. Nach stehend lassen wir einige Proben folgen. Das Mosait der Welt. Raffalle an die Gräfin. offiziell geschrieben, damit ich ihm in irgendeiner mir passend er: 200 000 Besitzende, und so hätten sie auch das erste Anrecht an ihn; scheinenden Form meine Ansichten ausspreche über die Mittel, welche und hörten(?) damit auf, den intelligentesten der drei Leute zum die gegenwärtige Arbeiterbewegung zu ergreifen hat, um die Ber- Bevollmächtigten zu machen mit dem Auftrag, ganz Schlesien zu befferung der Lage des Arbeiterstandes in politischer, geistiger und bereisen, mit den Arbeitern Rat zu halten und Versammlungen, materieller Beziehung zu erlangen, insbesondere auch meine An- und ihm direkt seine Vorschläge zu adressieren. Seine Familie würde ficht über den Rußen, der aus den Schulze- Delitzschen Assoziationen während der Zeit ernährt, jede seiner Reisen bezahlt, er fönne, so jür die Lage des Arbeiterstandes erwachsen kann. oft er wolle, nach Berlin tommen, er sei stets für ihn zu fprechen. nährt, bis eine solche Produktivaffoziation für sie gebildet. Er erAuch die übrigen jetzt brotlos gewordenen Familien werden ermit der Arbeiterbewegung ftände, dort hätten sie das Koalitionsrecht, fundigte sich sehr angelegentlich, ob er nicht wisse, wie es in Sachsen wozu er übrigens auch ganz bereit fei. Ich sagte dem Weber, er habe nun einen sehr ehrenvollen und folgenschweren Auftrag, da B( ismard) ihm gesagt, das, was er tun wolle, fei nicht für Schlesien, sondern ganz Breußen. Es sei also höchst wichtig, daß er nicht vereinzelt und nach eigenem Gutdünken operiere, er folle fich fofort an Sie mit der Sache wenden, Sie würden gewiß zu jeder Hilfe bereit sein, er solle Ihre Schriften lefen und verbreiten, den ausgesprochenen Anschluß an den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein bewirken, er könne wohl beurteilen, was augenblicklich Erleichterung gäbe, aber nicht das Prinzip, das dauernde und allgeschuldig. meine Syilfe bringe, und diese zu bewirken, sei er dem ganzen Stande Aus den letzten Tagen. Lassalle an die Gräfin. Mittwoch früh( Aachen, 8. August 1860). ... In bezug auf gewisse und manche Menschen verhält es sich schreiben", welches sich bereits im Druck befindet und in ca. acht Ich habe nun geantwortet durch ein„ Offenes Antwort fo, wie Sic jagen. Aber nichts heutzutage ist gemein güllig, Tagen an das Leipziger Zentralkomitee abgehen und von ihm nichts herrscht, nichts ist mehr allgemeine Ansicht. Dies es wird in 10 000 Exemplaren gedrudtan sämtliche Arbeiter ift eben das Sonderbare und Charakteristische der Zustände, in vereine usw. verbreitet werden wird. Ich habe mich in diesem denen wir leben. Es gibt heutzutage nicht mehr, wie zu jeder Manifest offen und unumwunden ausgesprochen. Die Schwierig anderen Zeit, eine bestimmte Substanz von Gesimmungen, welche die feiten waren immens! Ich konnte natürlich in einem Manifest nicht ethische Welt beherrschen. Sondern es ist die bunteste Mosait der ein nationalökonomisches Werk schreiben. Sowohl der erforderlichen alierverschiedenartigsten Welten und Gefinnungen, die gleichzeitig stürze wegen, als weil es jeder Arbeiter verstehen muß. Und existiert und von denen jede von der anderen um Jahrhunderte und dennoch konnte das Manifest nichts nügen, wenn es nicht, an irgend länger absteht. So füßten hier vor kurzem noch vierzigtausend Pil- einen festen Punkt anknüpfend, den Arbeitern die ganze notwendige ger das Schweißtuch des Heilands, wie in zehnten Jahrhundert. Heffnungslosigkeit ihrer Lage von innen heraus theoretisch flar Daneben der Protestant, den das choquierte. Daneben die aufgemachte, sie gegen alle Illusionen und gegen jeden Versuch, meine Härten Badegäste, die es wunderte. Daneben Spötter, die es ver- Säge bei ihnen zu befämpfen, sicherte. höhnten. Daneben deutsche Atheisten. Jeder vom anderen geistig um tausend Meilen entfernt, jeder feine Welt als die heutige Schwierigkeiten in ausgezeichneter Weise zu überwinden. Ist der Es ist mir gelungen, diese wirklich fast unüberwindlichen Belt betrachtend. In dieser bunten Mosait, in diesem Unter- deutsche Arbeiterstand nicht bis zum Enifeßen träge und schläfrig, so gegangensein alles geistigen Ginklangs ist wenigstens das Gute, daß muß dieses Manifest, da es ohnehin in eine bereits vorhandene lein Individuum mehr allein zu stehen braucht, daß es für jede praktische Bewegung fällt, ungefähr eine Wirkung hervorrufen wi Meinung Gesinnungsgenossen und Glaubensbrüder gibt, für jeden die Thefen an der Wittenberger Schloßkirche! Standpunkt Teilnehmer, und daß es sich nur darum handelt, sich Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist die diese um sich zu sammeln; daß ferner jedes Individuum dann sich Frage: wird es diese Wirkung auf die Arbeiter, und welche wird es und feinen Standpunkt und Kreis als die berechtigte und wahrhaf- auf die Bourgeoisie haben? Ich las es, ihren Rat beanspruchend, in tige Welt und die anderen als nur individuelle Unvernunft besonderen Sizungen Bucher und Ziegler vor. Bucher erklärte mir, und als von sich in Bann und Acht getan( wenn zwei Stand- daß er feierlich jeden Rat verweigern müßte, ob ich das Ding ab** nte sich ausschließen, schließen sie sich gegenseitig aus) betrach gehen lassen solle oder nicht. Er deutete mir als Grund dieser Weifen kann und dies auch dadurch nicht gehindert wird, daß vielleicht gerung in hinreichend deutlicher Weise an, daß er das Erscheinen mehr Individuen ihm gegenüberstehen, zumal wenn er dafür Ver- desselben sehr gern sähe, mir aber nicht dazu raten wolle, um feine nunft, Wissenschaft und die geschichtliche Bewegung für sich hat, da Verantwortlichkeit zu haben für den entsetzlichen Haß und die scheußes das zählen der Individuen in feiner Hinsicht macht. Die lichen Berunglimpfungen, die es mir zuziehen würde. große Majorität der Bewohner der Welt sind Buddhisten. Deswegen steht die Welt doch nicht mehr auf dem Standpunkt des Buddhismus... Das Zählen macht's also nicht. Und es fann aise heutzutage jedes Individuum fagen und sagt es auch tate ist nur individuelle Unvernunft, von mir in Bonn und Acht getan. mein Standpunkt ist die Welt, und was draußen liegt, Und jeder wird, wie gesagt, heutzutage dafür Genossen fin den, die bereit sind, auf diesem Boden mit ihm zu leben. Und daß sächlich www Ziegler, der beim Verlesen des Manifestes absolut einverstanden damit gewesen war, daß ich es losließ, schrieb mir noch am selben Abend einen langen Brief, worin er( er ist freilich nur politischer Revolutionär und sonst Bourgeois vom Scheitel bis zur Zehe) feierdasselbe erschienen, ein toter Mann, hätte mich für immer lich gegen dasselbe protestiert. Es seien horreurs. Ich sei, sowie ruiniert usw. usw. unsere Genossen gerade die schlechtesten oder dümmsten sind, nun, fann nicht anders, Gott helfe mir, Amen!" Und wenn ich gleich Ich habe auf das alles nur zu antworten:„ Hier stehe ich, ich bas, dente ich, werben Sie selbst nicht behaupten. Immerhin ist siebenundsiebzigmal tot wäre und in Stücke geriffen würde, ich noch in den paar Leuten, die wir in Berlin haben, soviel Geist tönnte doch nicht anders! Ich bin neugierig zu hören, ob Sie es und Bedeutung, wie auf der ganzen Wilhelmstraße zusammen billigen werden oder nicht. Billigen Sie es nicht, so ist es mir lieb, nicht. gencarmen luft ve Strait, von d daß Sie nicht dagewesen sind. Denn abhalten hätte ich mich doch nicht laffen, und so hätte es mir nur mehr Kampf gemacht. Bismard und die schlesischen Weber. Die Gräfin an Lassalle. Jene erflufive Kraft, von der Sie sprechen, hat heutzutage nichts, gar nichts mehr. Alles besteht nebeneinander im lächerlichsten Wirrwarr. Es stünde besser um die Welt, wenn fie noch etwas mehr von jener Kraft der Erflusion hätte, das, was ihr entgegengesezt ist, nicht zu ertragen und zu negieren. Aber Sie sehen es im Gößten mie im Kleinsten, wie heut alles nebeneinander Platz hat. Garibaldi Berlin, Dienstag mittag( 10. Mai 1864). mit Bluse und Kalabrefer, bedeckten Hauptes vor dem Hochaltar stehend, und Erzbischöfe, ihn dabei hofierend. Garibaldi als regelSoeben werde ich durch den Besuch der schlesischen Weber mäßige Regierung, und die Heilige Allianz duldet das, und Napoleon unterbrochen, fie haben gestern abend eine Stunde lang Audienz bei rührt sich nicht. Alles hat heut nebeneinander Plaz. Die heutige Welt ist ein großer bunter Farbentopf, und da hat jede Farbe jo viel Recht und Eristenz wie die andere. Borläufig. Später wird es schon wieder einmal zur aneinander frachenden, negativen Ausschließlichkeit kommen, und das wird eben nicht zum Nachteil unserer Farbe sein Vor dem„ Offenen Antwortschreiben“. Lassalle an die Gräfin. B( ismard) gehabt, der ihnen erklärt hat, daß mit denjenigen Familien dort, welche jetzt brotlos geworden, ein Versuch der Grün. bung einer Affoziation auf Staatstoften gemacht werden solle, jett gleich, um durch diesen fleinen Anfang die Sache auf die Probe zu stellen. Er sagte ihnen, daß die Arbeiterfrage gelöst werden müsse, mit welchen Gefeßen und Mitteln es auch sei, das sei notwendig und er dazu fest entschloffen, er gestehe aber, daß er von München, 18. August( 1864). Gräfin! Kein Berdammter in so entfeßlicher Höllenpein!!! Wagner reift ohnehin Dienstag zu ihm. Hat versprochen, mit ihm, Hier bei Wagner*) gewesen. König in Hohenschwangau! je nach dem Ausfall einer Erkundigung, die er im Intereſſe ſeiner eigenen Stellung einziehen muß,( mit ihm) zu sprechen, und wenn Erfundigung erlaubt, mit aller Energie zu sprechen. er überhaupt mit ihm spricht, d. h. wenn es ihm das Resultat dieser Aber wie Sie sehen, ganz ungewiß. Ich habe Rüstom telegraphiert, er solle von Helenens Brief zus vor Abschrift nehmen und dann mir das Original sofort nach München schiden. Er hat also die Abschrift. So wie Sie in Genf eintreffen, lassen Sie sich dieselbe von ihm vor allen Dingen sicher ( durch Becker)**) zuschicken. Sie müssen dieselbe erst gelesen haben, ich noch nicht. Die Arson muß Ihnen eine Unterredung in ihrem che Sie mit Helenen sprechen, um zu wissen, wie Sie sie zu nehmen haben. Stellen Sie mir nur Helenen wieder her, dann verzweifle Beredsamkeit auf, daß die Arson mit Ihnen nach Genf geht und immer mit ihr verschaffen. Ich beschwöre Sie auf meinen Knien darum. Diese Unterredung rettet alles! Wenden Sie Ihre ganze Ihnen diese Unterredung mit Helenen verschafft. melden Ihre Abreise sowie das Hotel, das Sie in Genf beziehen Ehe Sie Bern verlassen, telegraphieren Sie mir hierher und werden, damit ich weiß, wohin ich schreiben und telegraphieren fall! Wie die Dinge laufen und da Helene dort ist, bleibe ich wohl noch mehrere Tage hier, wenn ich hier etwas tum fann. Hölle im Herzen Ihr F. L. *) Zu Richard Wagner hatte Hans v. Bülom Lassalle den Weg geebnet, der alles in Bewegung setzte, um seine Heirat mit Helene v. Dönniges durchzusetzen. **) Johann Philipp Becker. Café Zielka der Sache nichts verstehe, noch welche Mittel bahin führen können. Großer Preisffurz unferer Fabrikate! Die Geheimräte, Minister, Beamten verständen nach seiner Meinung auch nichts davon, die Fabrikanten seien böswillig, nur ber Arbeiter felbft fönne wissen, wo ihn der Schuh drücke, und darum wolle er es von ihnen selbst erfahren. Er sagte, die Mittellofen be99 19 Herren- Anz g- und Paletotstoffe m. M. 6, 8, 12,- 15, Damen- Kostüm- und Ulsterstoffe 5,- 7, 10, Gabardine, Homespun, Velour de laine M. 4, 6-8, Beste Fabrikate. Große Auswahl. Verkant meterwelse. Berlin, 6. März 1863. Ich stehe jetzt am Borabend" eines sehr wichtigen Ereignisses für mich. Das Leipziger Zentralfomitee der Arbeiter hat an mich zahlten die Steuern des Staates, denn es gäbe in Preußen nur Gegründet 1893. Koch& Seeland G. m. b. H.. Gertraudtenstraße 20-21. Gegründet 1893 Nosrael 會 Gegr.1815 Berlin C. Spandauer Strasse Preife in Goldmark Sonntag, 16. u. 23., Ist das Kaufhaus von 1-5 Uhr geöffnet! Rodelschlitten vorrätig in den Größ. 3.85 60-130 cm. Lg. 60 cm Damenwäsche Damenkleidung Taghemd mit Hohlsaum u. schraal. Träg. 2.50 Bluse aus gestreiftem 2.90 Tischwäsche Einzelne Tischtücher gebleicht, halbleinen. # seihnachtsAngebote Wirkwaren Kinder- Leibhöschen Taghemdmit Stick 4.20 Einsatz und Ansatz. 4.20 Rock aus gestreiftem 750 Jacquard 130 X 130 cm.50 wollgemischt Mittel- 2.901 Nachthemd mit Stoff Stick.- Eins. oder Ane. 6.50 Kleid aus vorzüglichem WollBeinkleid iStick 4.50 Ansatz Untertaille mit 2.50 Stickerei- Ansatz.... Korsett aus grauem Drell, m. 1 P. Haltem 2.80 Morgenrockschürze bedruckt Kreton, auch 8.00 als Morgenrock zu trag. 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Dezember: Friedenau: Besuch des Märkischen Museums. Treffpunkt 9% Uhr Bahnhof Friedenau- Wilmersdorf. Karlshorst: Besuch der Nationalgalerie. Treffpunkt 9% Uhr Bahnhof Karlshorst. Röpenid: Städtisches Jugendheim, Grünauer Straße 5, 2öns- Abend. Nieberschöneweibe: Schule Berliner Str. 31, 2öns. Abend. Werbebezirk Djibahn. Werbebezirkabelegiertenkonferenz nachmittags 2 Uhr im Jugendheim, Lichtenberg, Bartaue 10. Morgen, Montag, den 17. Dezember: Orisausschus für Sugenbpflege Neukölln. 7½ Uhr in der Wula der Mathenau- Schule, Bobbinstr. 4, Rinovorführung: Eine Reise durch Dresdent, das Elbetal und die Sächsische Schweiz". Eintritt für Jugendliche 20 und für Erwachsene 50 Goldpfennig am Saaleingang, Friebenan: Jugendheim Offenbacher Str. 5a, Bortrag: Ferdinand Lassalle". Karlshorst: 30. Gemeindeschule, Auguste- Bittoria- Straße, Bortrag: Der Ursprung des Weihnachtsfeftes". Rorben: Schule Butbuser Str. 3, Vortrag: ..Entstehung der Familie". Rosenthaler Borstadt: Schule Gipsstr. 23a, Bortrag: Jugend und Proletariat". Groß- Berliner Parteinachrichten. 2. Kreis Tiergarten. Genoffen, die an ben Proletarischen Selerftunden teilnehmen, treffen sich um 9½ Uhr im Kleinen Tiergarten. . Rreis Streuzberg. Heute( Sonntag) nachmittag 3 Uhr in der Urania. Zaubenstraße, Borführung: Eine Reise nach Dresden und der Sächsischen Schweiz". Nachzahlung 10 Goldpfennig. Karten sind noch am Eingang des Theaters für 20 Pf. zu haben. Der Bildungsausschuß trifft sich fchon um 2 Uhr am Eingang. Montag, den 17. Dezember, 7 Uhr, Kres funktionärtonferenz bei Rabe, Fichteft. 29. Sämtliche Funktionäre, Stadtund Bezirksverordnete müssen baran teilnehmen. 6. Streis und 14, Kreis Steukölln. Demeinschaftliche Bersammlung aller Mieter und Mietsintereffenten am Dienstag, sen 18. Dezember, 7 Uhr, bei Rabe, Fichtestz. 29. Thema: Goldmieten und Wohnungspolitit". Referent Genoffe Dzied. Einführung von Gästen durch Mitglieder gestattet. 19. Kreis Pantom. Montag, ben 17. Dezember, 7 Uhr, im Rathaus Bankowo, Bimmer 19, Sigung des Kreisvorstandes, fämtlicher Rccisvertreter, Kreis. und Bürgerdelegierten und Funktionären. Erscheinen Pflicht. 13. Kreis Tempelhof- Marienborf. Dienstag, den 18. Dezember, 7% Uhr, Frattionsfigung mit der Kommunalen Rommission im Rathaus Martendorf, 8immer 26. Heute, Sonntag, den 16. Dezember: 136. Abt. Der Ausschuß für Arbeiterwohlfahrt veranstaltet im Seebab, ResidenzStraße 49, ein Konzert zum Besten notleibender Familien. Jungfostalisten. Gruppe Charlottenburg: 7 Uhr Löns- Abend bei der Genoffin Lotte Gellhorn, Wilmersdorf, Mainzer Str. 12, Gartenhaus part. rects. Morgen, Montag, den 17. Dezember: 81. Abt. Friebenan. Gozialistisches Seminar: 8 Uhr bei Klabe. Sandjern. straße 60-61. Thema: Proletarische Kunst". Redner Hans Balushed. Frauenveranstaltungen am Montag, den 17. Dezember: 2. Strels Ziergarten. 7 Uhr bei Berger, Jagow, Ede Levekomstraße. Um 6 Uhr ebenda Funktionärinnenkonferenz. Erscheinen aller Genosfinnen michtig. billige HAC Kamelhaar- Umschlagschuh, Ledersohle, Filzzwischensohle, Pompon, guie Qual, Grösse 36-42 250 Kameihaar- Schnallenstiefel, Ledersohle, Filzzwischensohle, mit und ohne Fleck, Bandelníass, gule Ausführung und Qualität, Grösse 36-42 3.90 Damen Schnürschuh, R- Chevr.. eleg., spitze Form, mod. halbhoher Absatz. do., prima Rindbox, voraüglicher Strassenschuh. Knaben- StrapazierSchnürstiefel, Grösse35-39. Backfisch Rindbox Schnürstiefel, Gr. 36-39. 9 Kinder Schnürstiefel, schwarz, echt Chevreau u. R.- Chevr, guter Kernbod. Gr.27-28 Or.25-26 Gr.23-24 550 450 350 17., 21., 22.5 23. Utrechter Straße. Scheibenhuber. E. 7% the in See Borwärts" Spedition Vel Self. Thema: Erziehungsfragen". Referent Genoffin 89. Abt. 7% Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Bindenstr. 3. Thema: Erziehung in Schule und Haus". 80. Abt. Schöneberg. 7 Uhr im Konferenzzimmer des Selmholz- Gymna fiums. Thema: Weltgeschichte in Anekdoten". Referent Genosse Benbel. 108. Abt. Röpenid. 7 Uhr im Jugendheim, 8immer 2( Eingang Schönerlinder Straße 3), Bortrag der Genoffin Juchacz über„ Die Stellung der Frau in der wirtschaftlichen Not". 33. Abt. Uebermorgen, Dienstag, den 18. Dezember: Umstänbehalber findet die Mitgliederversammlung am Dienstag in ber Schulaula Sohenlohestraße pünktlich um 47 Uhr statt. Die Bezirksführer laben ein. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 18. Dezember: 3. Areis Bebbing. 7% Uhr an bekannter Stelle Kreisfrauenversammlung. Thema: Unsere Bildungsarbeit". Referentin Genoffin Todenhagen. 11. Areis Gaöneberg- Friedenau. 7½ Uhr bei Will, Martin- Luther- Str. 69, Kreisfrauenabend. Thema:„ Wirtschaftspolitische Tagesfragen". Referent Genosse Nietisch. 40. Abt. Die Weihnachtsbefcherung findet am Gonnabend, den 22. Dezember, 6 Uhr, in der Bodbrauerei, Fibicinstr. 2-3, statt. Karten sind beim Raffierer Reufner abzuholen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation Der Genoffe Richard Ballasti, Stralfunder Str. 8, ift geftorben. Die Be erdigung findet am Dienstag, den 18. Dezember, um 24 Uhr, auf dem Friedens firdhof in Norbend fiatt. 35. bt. Unfer Genosse Gastwirt Guczkowski ist verstorben. Einäscherung Montag, den 17. Dezember, 6 Uhr, Krematorium Baumschulenweg. Gefchenk- Preife! Vorweihnachtsverka GROSSER 12.50 Herren Schnürstiefel, schwarz Rindbox, echt gedoppelt, vorzüglicheQualität. Herr.- Schnurhalbschuh, braun R- Chevreau, spitze Form. Damen Schnürschuh, Ja Lack, welss gedoppelt, Original- Goodyear- Welt, für die Strasse. do., echt Chevreau, Orig.Goodyear- Welt. do., la Boxcalf, echtrahmengenäht, Form und Absatz modernster Sill. Kinder- Sirapazierstiefel, schwarz, Oesen u. 1550 18.50 • Herren Schnürschuh, braun Boxcalf, GoodyearWelt, moderne, spitze Form. Damen- Lack- Schnürschuh, Original GoodyearWelt, ganz besond. preisweri Damen- Schnürschuh, la braun Chevr., mod. spitze Form, beliebt. halbhoh. Abs. Kinder- Schnirsliefel, grau Filz, Ledersonlen, Lederbesatzu.Lederkappe. 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Es bot sich dem un- befangenen Beobachter wieber und immer wieder das unschön« Bild, daß die Männer und Frauen mit ihren Wägelchen und Wagen wie das Wild von der Polizei gehetzt wurden. Die rechtsgerichtete Presse 'parte nicht mit niedrigen Verdächtigungen. Sie meinte, in der Kleinhändlorschaft sollten sich vorzugsweise arbeitsscheue und sogar verbrecherische Elemente finden. proletarische Kleinexistenzen. Das Gegenteil war der Fall.?n den Straßenhandel wanderten alle die Menschen ob, die zunächst keine dauernde Beschäftigung in Znduslrie und Gewerbe finden konnten und deren anständiger Charakter es ihnen verbot, sich mit unlauteren Schiebungen zu be- fassen, dir sich allerdings nicht am Rand der Straß«, sondern in den elegantesten Weinlokalen und Cafes abspielten, wohin die Polizei niemals kam. Es hätte deshalb eigentlich gar nicht so sehr des Eingreifens der Polizei bedurft, die auf das Drängen der bürger- lichen Handelskreis« mit schärferen Bestimmungen gegen diese prole- tanfchen Kleinexistenzen vorging. Mit zwei Dingen hatte man aber du diesen Mensa,>en nicht gerechnet, nämlich mit ihrem Soli« dariiätsgefühl und mit ihrem. stark ausgeprägten Ehr- g? f ti h l zu dem sich bald auch eine Art Standesbswußtssin ge- sollte. Diese drei schafften sehr bald Ordnung, ohne daß es des Eingreifens der Behörden allzu sehr bedurft hätte. Di« Straßen- Händler hallen und haben ihre Berufsorganisation, die es an dem für sie denkwürdigen 4. Mai 1921 durchsetzte, daß der bis dahin über die Achssl angesehene und heinilich verachtet« proletarische Siraßenhandel sich mit den Vertretern der Handelskammer und den Dcrlrsicru des Großhandels an einen Tisch setzte. Bon der Zeit an ging es mit dem Berliner Straßenhandel aufwärts. Zwar waren noch schwere Kämpfe mit der Pol, vi über die in Vorberei- tung befindlich« Polizeiverordnung betreffend den Straßenhandcl i» Groß-Berlin auszufechten. Und wenn diese Verordnung den kleinen Händlern viele erfolgversprechende Straßenzüge auch ver- bot, so brachte ste doch eine gewisse Ruhe und Stetigkeit in den Betrieb und in das Verhältnis zwischen Händlern und Straßenpolizeibeanitrn. Jetzt, mit dem Erlahmen der Wirtschaft, findet abennals ein ungeheurer Zndrang zum klein- and Straßen- ;ch'l statt, der so stark ist und sich so gebieterisch geltend macht, io�-die Polizei sich veranlaßt gesehen hat. zum mindesten für die W.chuachtszeit diesem Verlangen besonders entgegenzukommen. von öer Seifenvenus zum Pfefferkuchen. Es ist ganz erstaunlich und unglaublich, was altes in diesen kleinen Ständen angeboten wird. Da sind zum Beispiel Auslagen, che einem aus den ersten etwas fernen Blick wunderbares altes mattgelbes Elfenbein vortäuschen. Meistens sind es Dämchen und Mädelchun in nur ein wenig mehr als Eva-Kostüm, die auf dem Schaubrett herumstehen, liegen, sich strecken und räkeln..Allens aus Sceft!" erklärt der Händler. Man kann sich nicht gut vor- stellen, warum man sich mit einer durchaus appetitlich aussehenden Teiftnoenns durchaus die Hände waschen soll. Aber die kunswer- ständigen deutschen Seifenfabrikanten müssen wahrscheinlich der An» ficht sein, daß eine parfümierte anschiniegsame Seifenvenus in der Hand besser fei als«ine eiskalte Marrruutvrrus auf der Konsole. Merkwürdig ist es nur. daß man die männlich« Kraft und Schön- best nicht ebenso verseift findet. Außer diesen Dingen aber gibt es Seifen und Kerzen in unglaublichen Mengen, so copxririrt Qeore MDIler, München. ™i Die Lofotfischer. Roman von Zohan Dojer. Das besie von allem war. daß die Kameraden ihn setzt mit anderen Augen ansahen. Er war jetzt ihresgleichen. Wenn er nun einmal den Mund austun würde, so würden Lars und Kaneles nicht mehr lachen. Aber den ganzen Tag hafte Elezeus Hylla einen fo merk» würdig roten Kopf gehabt, während sie auf See wareft, und ??atte fast immer wie im Wahn geredet. Am Abend, als sie in der Hütte saßen, bat er um einen kräftigen Schnaps, denn es fröstele ihn innerlich, und er habe solches Seitenstechen. Es gab eine Medizin, die jeder Vootsführer dabeihatte. Das war eine Flasche Branntwein, mit Kampfer und Pfeffer untermischt. Kristaver grub sie aus der Eßkiste aus und flößte dem Kranken eine- halbe Kaffeetasse voll davon ein. Es kam ihm in den falschen Hals� er hustete, zog das Fell über den Kopf, auf dem er noch den Südwester hatte und drehte sich nach der Wand um. Dann löschten sie die Laterne und legten sich schlafen. Auf dem Bretterboden lag es sich härter als auf Schnee, kalt war es auch diese Nacht, aber die Hütte wurde wenigstens nicht umgeworfen. Sie schliefen und keiner wachte auf. um nach dem Kranken zu sehen. 24. Es wurde eine lange Nacht für Elezeus Hylla. Es war so schwer, Luft zu bekommen, und es nützte nichts, daß er sich hin und her warf, und sich wälzte und mit den Armen fuchtelte, Luft wollte nicht herein und nicht hin- aus, und er war fo in Angst, er müsse ersticken, daß ihm der Schweiß ausbrach, obwohl der Bart weiß von Reif war. Er wurde durstig, und hier war nichts zu trinken, der Kaffeekessel war leer. Er sprach mit den Kameraden, aber keiner beachtete ihn, sie schliefen, sie hatten genug mit sich zu tun. Sie schnarch- ten, sie sprachen im Schlaf, sie warfen sich hin und her, weil die Kälte unter dem Rücken sie trieb, sich immer wieder von dem Holzfußboden emporzuheben. Aber immer mußten sie wieder hinunter. Erwachen würden sie nicht. Wenn er nur einen einzigen Tropse�wasser hafte. Es war, als ließen diese Kameroden ihn im Stich. Sie wurden ihm so fremd. Sie warfen ihn über Bord, weil er kraick war. Sie wurden feine Feinde. Er fühlte jetzt, daß es Veihnachtslaöen. — Notbrot ans der Stratze. daß man erstaunt ist, wo diese Dinge plötzlich alle herkommen. Ein« hocherfreuliche Erscheinung im Stroßenhandel sind die vielen Buch- Händler, die aber fast ausnahmslos nur als Vertreter größerer Buchhandlungen auftreten, also nicht selbständig sind. Manches gute Buch wird so im Vorübergehen gekaust, das sonst vermutlich ungekaust bliebe. Grotz ist auch das Angebot an Schokolade, Zigaretten, an Krawallen, Shawls, Hosenträgern und Schokolade, Zigaretten, an Krawatten, Schals, Hosenträgern und Weihnachtssachen. Der Dsefserküchler ist wieltergekehrt und hält sein« braun« Ware seil, die mit den schönsten innigsten Sprüchen verziert ist wie:„Ich bleib Dir 3, 4 und 4", was heißen soll:„Ich bleib Dir treu für und für". Oder:„2fle nicht an meiner 3", das heißt:„Zweifle nicht an meiner Treu". UeberHaupt sind beachtenswert die vielen Gelöbnisse ehelicher und lie« bender Treue gerade auf dem Pfefferkuchen. Für die kleinen Jungen und Mädels gibt es Kuchen mit den Inschriften Fritz, Ernst, Max, Gustav, Zlnno, Erna, Meta, Bertha, Martha. Die Händter wissen ganz genau, welche Namen vorrätig sind und wenn«in Jüngling kommt und fragt, ob Kuchen mit dem Namen Marietta vorrätig sind, so antwortet die Händlerin prompt:„Sonne ausländische Näme jibts nich, ober n« scheene Mari« kennst vor «ene March ham". Manch einer, der sich ein wenig auf Hand- fertigkeit versteht oder wohl gor aus«inem Kunsthandwerk kommt, hat sich selber geholfen, hat allerlei Getier ausge- schnitten und bunt bemalt und gelackt. Das sieht ganz herrlich aus und lockt manchen Käufer an, denn die Söchelchen sind gar nicht teuer. Ehristbaumschmuck ist wieder in allen Formen und Arten da. aber man scheint diesmal die einfachen Sachen zu bevorzugen wie z. B. weiß bepuderte Kiefern- und Tannenzapfen, die dem Sammler nichts gekostet haben als dos bißchen Farbe und Glimmer und sich am Baum dennoch herrlich machen. Wie öer„Zadcn* entsteht. Bewundernswert ist die Erfindungsgabe der kleinen und kleinsten Berkäufer, um ihren„Laden" recht hübsch aufzubauen. Die einen haben nichts weiter getan als zweimal zwei Latten über Kreuz beweglich zu verbinden und oben mit«in paar Gurten oder Bindfäden zu halten. Das ist das Untergestell. Darauf wird ein Brett gelegt und der Auslagstisch ist fertig. Andere haben Kinderwagen und Handwagens mit denen sie Waren transportieren und auf denen sie sie zugleich aufbauen. Dann kommen die größeren Tafelwogen und schließlich jene Wagen, die von allen Seiten mitPlanen umgeben und von mehreren Lampen erhellt sind und den Eindruck eines richtigen hübschen freundlichen Ladens machen. In allen Stadtteilen sieht man der- artige klein« Stände und es ist eigenartig zu beobachten, wie die kleinen Händter selbst sich benehmen. Die«inen, die über eine gute Gesundheit, gute Stimme und guten Mutterwitz verfiigen, sind laut, rufen uneomüdlich ihre Waren aus, bieten und preisen sie mit aller- tei Witz- und Scherzworten an und hoben, wenn es sich um nütz- liche und brauchbare Dinge handelt, auch fast immer Erfolg. Andere wieder sind kurz und knapp mit Worten, verstehen es nicht recht, das Publikum zu interessieren oder zu nehmen, verscheuchen es wohl gar, wenn mal ein Neugieriger die Sachen antippt, was bei Eß- waren selbstverständlich unstatthaft ist. Wieder andere stehen voll- kommen gleichgültig, und teilnahmslos in ihren Ständen, als wollten sie sagen: Dies ist der letzt« Versuch, den ich noch mache. Wenn der nicht glückt, gebe ich den Kampf auf. Und an diesen vergrämten, zerfurchten Gesichtern erleben wir wieder den grausamen Ernst diestr Tage und Wochen, der auch durch das Ge- flacker heller Lichter und durch fröhlich sich gebende Reden mancher Verkäufer nicht gebannt werden kann. Die meisten dteser kleinen Händler sind proletarische Existenzen, die gerade �ur fröhlichen seligen Weihnachtsvit der Geist der gerühmten freien Wirtsd)aft aus Fabriken und Kontoren aufs Pflaster geworfen hat. » So sieht Weihnachten auch für diese kleinsten Angehörigen des freien Handels olles andere denn erfreulich aus und wer daran denkt, daß«s vielfach die eigenen Klassengenossen sind, die hier am Straßenrand auf ehrlich« Weist sich ihr Stückchen Brot verdienen wollen, der wird auch, und gerade in dieser Zell, nicht achtlos an ihnen vorübergehen. schon immer so gewesen war, er hatte sie früher nur noch nicht gekannt. Und hier mußte er ganz allein liegen mit der Frostnacht und der Krankheit. In ihm begann sich eine Angst anzu- sammeln, daß es jetzt mit ihm zu Ende gehe. Nun war wohl die Stunde gekommen, vor der er sich so gefürchtet hatte, jetzt sollte er vor Gottes Angesicht treten. Allerlei Bilder, zogen an ihm vorüber. Er sah Fische. Unmengen von Fischen, und Boote, die wie Wasserfliegen über das Meer hinhüpften. Und dann kam er selber nach Hause. Nein, er war ja dalzeim. Puhl Natürlich war er da- heim, und die Stube war so schmuck und sauber, das Vitt, in das er sich legte, war weich und warm. Ja, so führte Berit ihm das Haus.„Du Armer— frierst du?" sagte sie und be» eilte sich, ihm heiße Milch und Kampferbranntwein zu geben. „Du hast doch nicht etwa Stiche in der Brust?" sagte sie und legte ihm einen Terpentinlappen auf.„Still!" sagte sie zu den Kindern.„Seht Ihr nicht, daß der Vater krank ist?" So ist es, wenn ein Mensch bei dir ist, der sich um dich kümmert. Ach nein, er war jetzt wohl doch nicht daheim. Er lag hier Hunderte von Meilen entfernt und würde hier umkommen wie ein Vieh, weit von Doktor und Pfarrer. Berit und die Kinder würde er nie mehr sehen. Oh, wer doch atmen könnte. Einen Schluck Wasser. Oh! Da wird es hinten an der kleinen Tür hell. Es ist jemand hereingekommen. Es pocht und pocht im Schädel und flimmert vor den Augen, aber sicher ist, daß jemand heroingekommen ist. Dort steht er. Die gefrorene Felljacke raschelt und jetzt erkennt er den Mann, das ist Io Ionsa, der voriges Jahr vor Stamsund geblieben ist. Ein toter Mann kommt zu Besuch. Jetzt spricht er. Hu, wie ungemütlich und kalt ist das, Elczens. Man wird ganz grau, wenn man so lange im Wasser siegt. Aber jetzt ist die Reihe an dir. Jetzt mußt du mit mir kommen. Ah? Elezeus wirft sich herum, fuchtelt mit den Händen, die in den Fausthandschuhen stecken. Aber der Mann steht da und sieht ihn an und spricht wieder. Höve, Elezeus,— jetzt muß du vor Gottes Angesicht treten. Oh! Und jetzt fragt es sich, ob du gegen deine Frau so gewesen bist, wie du hättest sein sollen. Nein, Gott bessere es! Sis in Sie Puppen. Das Berlin von heute ist«in Stemme er. Ueberall bauen sich die ungeheuren Steinbaukästen auf, die Häuserblocks, Mietshäuser, Handels- und Gewerbcbauten, Warenhäuser, rtesig« Fabriken und Werkstätten. In den gewaltigen fiäuserblocks wohnen die Menschen zn Hunderten zusammengepfercht, neben-, unter- und über- einander. Eine Welt von viel Lied und wenig Freude. Das war damals, als Berlin entstand, noch etwas anders. Der Tiergarten war eine sandige Heide mit unglaublich viel Wild. Nur ollmählich wurde dieser Wildgarten zum wirtlichen Park. Dem alten Berliner war der Weg vom Stadttnnern zum Großen Stern mit seinen viel zu vielen Denkmälern ein gar endloser, und es ent- stand dos Berliner Wort:„Der Weg geht bis in die Puppen", das sich noch bis heute erhalten hat. Wilhelm dem Letzten aber genügten all die Puppen noch nickst, er lieh den Tier- garten höchst„künstlerisch" gestalten und schuf die„Siegeeallee" und all die vielen anderen Marmorsäulen, Standbilder und Statuen sämtlicher Kaiser und König« und Kurfürsten. Dies« überflüssig«:'. und unkünstlerischen Denkmäler sind ganz und gar nach Geschmack und Wunsch Wilhelms II. entstanden. Aus dem ehemaligen Tier- garten wurde ollmählich ein Denkmalsgarten. Dem Verewigung?- drang« der Hohenzollern muhten die alten berühmten historischen Straßennamen weichen. Straßen und Plätze erhielten Namen und Bezeichnungen dynastischen und militaristischen Charakters. Sa wurde Berlin nach Willkür, Lust und Laune der unterschiedlichen Friedrich« und Wilhelm« umgemodelt und wurde das, was wir heute vor uns haben. Gegen öen Schulabbau. Die Verhandlungen der Berliner Schulnotgemeinschafi. Die im Landtag mit Unterrichteminister Boelih begonnenen. im Unterrichtsministerium mit den Ministerialräten Kästner, Jahnko, Lande und Runge fortgesetzten Verhandlungen hatten kein ungün- stiges Ergebnis. Das Ministerium ist einmütig der Auffassung, daß alle verfügbaren Staatsmittel jetzt Kultur- zwecken, insbesondere der Volksschule, zur Der- fügung gestellt werden müssen. Es wird im Finanz- Ministerium nichts unversucht gelassen, um dem rein finanztechnischen Standpunkt den kulturpolitischen entgegenzusetzen. Im einzelnen führten die Vertreter des Ministeriums aus: Eine Erhöhung der Klassenbesuchszifter auf 60 und mehr ist vollkommen immöglich. Jede Erhöhung der Pflichtstundenzahl für Lehrer„ist katastrophal in ihrer Auswirkung für Schüler und Lehrer und bedeutet die Unmöglichkeit geordneten Unterrichts". Eine Herabsetzung der Pflichtstundenzahl für Kinder an Volksschulen ist nicht geplant. Eigenmächtige Herabsetzungen der Unterrichtsstunden durch Gemeinden sind unzulässig. Zln den höheren Schulen wird in den oberen Klassen gemäß den Wünschen der Lehrerschaft eine Der- Minderung der Klassenstunden eintreten. Es ist jedoch nicht geplant, sofort die höheren Schulen umzubauen, sondern«ine freie Gestal- iung der Oberstufen durchzuführen. Trotzdem werden in Klein- städten höhere Schulen mit zu geringer Desuchsziffer eingehen müssen. Eine Entlassung von Lehrkräften mit Doppelexistenzen kommt vor dem 1. April nicht in Frage und bedarf in jedem Fall der Zustimmung der Schulaufsichtsbehörde. Eigenmächtige Handlungen von Gemenzdcn sind unzulässig. Eine sofortige Entlassung von angestellten Lehrkräften ist zurzeit schon deshalb unmöglich, weil nach Auffassung der preußischen Regierung erst Ausführungsbestiw- mungen zu der Reichsabbauverordnung erlassen werden müssen. Eine Entlassung der gesamten Iunglehrerschaft ist nicht geplant und wird keinesfalls durchgeführt werden, da hierdurch nicht nur der g', samte Nachwuchs, der in zwei Iahren gebraucht wird, seiner Arbeit entzogen wird und«ine Ueberalterung der Lehrerschaft eintritt. sondern auch die frischsten reformfartschrittlichsten Kräfte der not, wendigen Schularbeit entzogen würden. Eine Herabsetzung der Altersgrenze auf unter 60 Iahren scheitert am Standpunkt des Finanzministeriums und den Entscheidungen des Reichsgerichts. Ein weiterer Maßstab für Entlassungen ist der„Wert dienstlicher Lei- stung für die Verwaltung". Aus diesen Ansichten des Ministeriums darf jedoch nicht ge- folgert werden, daß sie ohne weiteres in Wirklichkeit umgesetzt werden können. Das Finanzmiiristerium übt in jedem Fall oen letzten entscheidenden Einfluß aus. Die Bertreter der Schulnot- gemeinschoft verlangten rücksichtslose Konsequenz, falls Schule und Elezeus kann dies nicht aushalten. Er will die Käme- raden rufen, aber sie schlafen, sie haben genug mit sich zu tun. Sie sind Fremde, die ihn mit Freuden über Bord werfen. Was meinst du, wie wird es dir jetzt ergehen, Elezeus, wenn du vor Gottes Angesicht trittst?" Gibt es... gibt es keine Gnade...? Am letzten Sonntag vor deiner Ausreise wolltest du zum Abendmahl gehen. Aber statt dessen hast du Berit geschlagen. Ja, das ist wahr. Und jetzt wirst du sie niemals wiedersehen. Oh! Hast du vor Gericht stets die Wahrhett gesagt? Ja... ja. Auch damals vor zehn Iahren? Ach, aber das ist jetzt doch so lange her. Hast du nie deinen Nächsten geprellt und betrogen? Oh! Und deinen Nachbarn beneidet, wenn es ihm gut ging? Ah! Hast du nie Zwietracht zwischen deinen Kameraden ge» stiftet? Oh! Höre, bist du der Tod? Bist du jetzt im Ernst ge» kommen, um mich zu holen? Der Alte schüttelt den Kopf. Laßt den Pfarrer rufen, Elezeus. Versuche, die Sakra-. mente zu bekomme», ehe du dich auf die Reise begibst. Es ist viele Meilen bis zum Pfarrer. Es ist weiter bis zur Gnade. Elezeus blickte ratlos und hilfesuchend umher. Alle schlafen. Am Morgen, als sie auf die See hinaus wollten, beugte Kristaver sich über den Kranken und fragte, wie es ihm gehe. Elezeus keuchte und keuchte, antwortete aber nicht. Kristaver legte ihm die Hand auf die Stirn, und sie war glühendbeiß. Er fragte, ob er Kaffee haben wolle, aber der andere wendete den Kopf weq und schloß die Augen. Da breitet« Kristaver seine eigene Felldecke über ihn und folgt« den anderen. Er war auf See an diesem Tage wortkarg. Es war viele Mellen bis zum Doktor, es würde ein paar Tage dauern, ihn zu holen, wenn er ihn überhaupt mitbekam,— und dann mußte man ihn wieder zurückschaffen. Er konnte Elezeus mit dem Boot nach dem Krankenhaus in Kabewaag bringen, aber fetzt mehrere Tage auf See zu verlieren, bei diesem Fang, das war keine Kleinigkeit.(Fortsetzung folgt.) Jugend Sparobjett bilden sollen. Gegen die Entlassung der Berliner Junglehrer tann das Ministerium nur dann einschreiten, wenn eine Gefährdung ober eine Störung des Unterrichtsbetriebes statt findet. Die Entscheidung liegt bei der Stadtverordnetenversamm. lung( gemischter Ausschuß) und dem Stadttämmerer. Ausnahmezustand und Republik. Not hat den Interessenverband der Großflächter Unterstützt wurde bos polizeiliche Borgehen noch burch einen befon. Berlins den menschenfreundlichen Plan faffen laffen, bereits von ders starten Auftrieb. Jm einzelnen wurden pro fund Lebens Anfang nächster Woche ab 300 bis 400 Perfonen täglich gewicht bezahlt: für Schweine 40 bis 65 Bf., Schafe 15 bis 45 Pf., fostenlos in von der Schlachthofverwaltung hierzu bereitgestellten Rälber 25 bis 80 Pf. und Rinder 10 bis 40 Pf. Räumen mit fräftiger Fleischnahrung fpeisen zu laffen. Die Zubereitung der Speisen wird einem Komitee der Berliner Revision der Todesurteile im Prozeß Steiner. Großschlächterfrauen übertragen, die sich hierzu bereit erflärt haben. Die vom Schwurgericht des Landgerichts I wegen Ermordung Bugunsten notletbender Schriftsteller findet am des Wachtmeisters Steiner zum Tode verurteilten Jugendlichen Donnerstag, den 20. Dezember, nachmittags 4% Uhr, im Hotel Sans Jande und Kurt Goldbach baben burch die Rechtsanwälte Bristol, Unter den Linden, eine Weihnachtsfeier des Berbanbes Müller- Stromeyer und Dr. Stieff gegen bas Urteil Revision beim deutscher Erzähler fatt. Die Einladungen gehen von dem Damenfomitee aus, an deffen Spize fich Frau Staatsjetretär Reichsgericht angemeldet. Meißner und Frau Oberbürgermeister Böß gestellt haben. Max Badings Bestattung. Als letzter der großen Morbprozesse dieses Jahres wird am Montag die Verhandlung gegen den Blahmeister Samuel Lewinsohn vor dem Außerordentlichen Schmurgericht des Landgerichts I unter Borjig von Landgerichtsbirettor Steinhaus beginnen. Lewinfohn ist beschuldigt bes Mordes an der Frau Fanny Förster und des Mordversuchs an dem Dienstmädchen Charlotte Dabrunz. Unter Mieser Bezeichnung veranstalteten die Organisationen des Deutschen Friedenstartells am Freitagabend im überfüllten Scale hes Lehrerpereinshauses eine öffentliche Rundgebung. Für die Internationale Frauenliga sprach deren Gefretärin Fräulein Gerirub Baer, die den Ausnahmezustand als eine eines Souveränen Bolles unwürdige Einrichtung bezeichnete und seine fo. fortige Aufheburg forderte. Genoffe Seger als zweiter Redner erklärte, baß ber Ausnahmezustand nicht von der Republit, sondern Im Krematorium zu Wilmersdorf wurde gestern der Leichnam von deren Gegnern zu ihrer Erledigung angewendet werde. Der Mar Badings den Flammen übergeben. Mit der Witwe und nahen Rebner schilberte feine Beobachtungen über den Einmarsch der Berwandten versammelte sich vor bem blumengeschmückten Garg ein Reichswehr in Weimar, der sich in jeder Form( Belegung der Kreis von älteren Genoffen und Freunden des Berstorbenen mit Schulen, Feldtelephonleitungen auf den Straßen, Boften mit auf- glieder des Barteivorstandes und Vertreter des Borwärts"-Ber Eine Weihnachtsmeffe der Erwerbsbeschränkten. gepflanztem Bojonett vor den Sigen der Behörden) wie die Be- lages, der Redaktion und der Druderei nahmen an der Trauerfeier Der Kampf um das bißchen Brot, das selbst der Bescheidenste fegung einer feindlichen Stadt vollzogen habe; er schloß seine Aus teil. Genoffe Eduard Bernstein widmete dem Berstorbenen, dem zum Leben nötig hat, ist für die Grwerbsbesgräntten befonders führungen mit der Bersicherung, daß die Republitaner jo wenig er feit der Jugendzeit nahegestanden hatte, schlichte Worte des Gefchwer. Um ihnen die Gelbsthilfe zu ermöglichen, ist unter Mitmie pie Bevallerung des Ruhrgebiets durch den Anblick aufgepflanz- dentens. Er erinnerte an die schwere Zeit des Sozialistengeſehes, wirtung des Reichsarbeitsministeriums durch Berbände der freien ter Bajoncite ihre Leberzeugung ändern würden. Senatspräsident in der die Breffe der Sozialdemokratischen Bartei unterdrückt wurde. Wohlfahrtspflege cine Kreditgemeinschaft gemeinGenosse Dr. Freymuth behandelte die Frage des Ausnahmezus tag Bading hat damals, obwohl er fast gar nicht politisch ein nügiger Selbsthilfeorganisationen Deut glands. standes vom juristischen und startsrechtlichen Standpunkt und legte gestellt war, der Partei unschäßbare Dienste geleistet, die ihm nicht( Berlin, Flottmellstr. 4) gegründet morden, die Werkstätten und bar, mie durch die Uebertragung der gesamten Gewalt an den vergessen werden sollen. Er half als Verleger und Druder den Plan Arbeitsnachweise für sie unterstügen will. In welchem Umfange General von Seedt ein Zustand geschaffen worden Jei, der bie zu verwirklichen, daß von 1884 das Berliner Volksblatt", der folche Selbsthilfeeinrichtungen notleibender Bevölkerungsschichten Rechtlosigkeit während des Krieges unter dem faiserlichen Regime heutige Bormärts", erscheinen fonnte. Genije Bernstein gedachte( Kriegsbeschädigte, Kriegshirterbliebene, Strüppel, auch Sozialrentner weit in den Schatten stelle. Der Redner ließ seine Ausführungen auch des Menschen Bading, der jo manchem Bedrängten sich hilf- und Kleincentner) schon bestehen, zeigt eine in Berlin im Haufe des in der Forderung gipfeln, daß nicht nur biefer, sondern der Aus reich gezeigt habe. Jeder, der ihn näher fannte, werde ihm ein Wohlfahrtsministeriums( Leipziger Str. 3) veranstaltete Aus. tahmezustand überhaupt fallen müsse. Hellmuth v. Gerlach gab freundliches Andenken bewahren. Mit Orgelspiel, unter dessen stellung von Arbeiten, die aus Selbsthilfeeinrichtungen für an ber hand von nur zu reichhaltigem Material aus Thüringen ein längen der Sarg hinabjant, endete die schlichte Feier. anschauliches Bild, wie der Ausnahmezustand von den Wcilitärs dazu mißbraucht werde, felbft Jahre zurückliegende Moßnahmen der Landesregierungen zur Republifanisierung der Berwaltung rüd. gängig zu machen, wie sich die Reichswehr in die innersten Ange= legenheiten der Länderverwaltungen einmische und ausgesprochen rcattionär regiere. 21s legter Redner sprach der sächsische Polizei oberft Banoffe Schüzinger, der die Anstrengungen schilderte, die gerabe in Sachsen gemacht worden seien, um eine neue fozial empfindende staatliche Erefutive aufzubauen, eine Bemühung, die burch das brutole Eingreifen der Reichswehr vollkommen zunichte ge. macht worden fei. Das politisch unhaltbare und torichte Berbot der RBD. machte fidh auch in dieser Bersammlung geltend; da die Kommunisten eigene Bersammlungen nicht mehr abhalten fönnen, benutzen sie andere für ihre Zwede. Es wurde aber von einer Diskussion abgesehen, da der Zweck der Versammlung eine einmütige Rundgebung gegen rechts mar. Den zahlreichen Zwischenrufen und den offenbar organisierten Versuchen, die Kundgebung zu einer Seße gegen die Sozialdemokratie zu machen, trat Genoffe Seger fehr scharf mit der Feststellung entgegen, daß die Beurteilung der Bolitit ihrer Partei und ihre Menberung allein Sache der Sozialdemotraten sei. Es wurde zum Schluß gegen menige Stimmen eine Entschließung angenommen, die die fofortige Aufhebung des Ausnahmezustandes fordert. Rommuniften und Bismarck- Bündler. " 62 Doftabonnenten Damit die regelmäßige Zustellung des„ Borwärts" im nächsten Monat keine unliebſame Unterbrechung erleidet, ersuchen wir unsere Postabonnenten, das Abonnement bei dem zuständigen Postamt sofort zu bestellen. Bei Aufgabe der Bestellung nach te 25. b. Mts. erhebt die Post eine besondere Gebühr von 20 Goldpfennig Borwärts Berlag G. m.b.. Nach breitägiger Berhandlung gina am Sonnabend vor dem Schwurgericht des Landgerichts II der Röpenider Landfriedensbruchprozeß gegen die Kommunisten Rebe und Genoffen zu Ende. Die Angeflagten beriefen sich darauf, daß von fommunistischer Seite nicht geschoffen worden fet, sondern daß das von den Mitglie. Fern des Bismardbundes gefchehen sei. Diese wie berum behaupteten, daß fie fich in Notwehr befunden hätten. Der Staatsanwalt wünschte die Angellagten als Teilnehmer an einem meren Landfriedensbruch, bei dem Gewalttätigkeiten berübt wor, ben finb, nerurteilt zu sehen. Die Berteidiger Justizrat Dr. B. Fränt! umb Dr. S. Weinberg traten für Freisprechung ein, weil die Angetlagten an tem eigentlichen Aufruhrhand Iungen nicht teilgenommen hätten. Rebe habe sich im Gegenteil bemüht, Gemalttätigteiten zu Der hindern, täme alfo als Rätelsführer nicht in Betracht. Der eine ngeflagte Stellar fei fogar auf dem Wege zu feinen Genossen felbft von den Bismarcbünblern überfallen und schwer mißhandelt worben. Die Geschworenen verneinten die Sayulbfragen bei den Angeklagten Rebe, Willy Keller und Otto unt bejahten bei Hoad und Arthur Keller nur die Schuldfrage nach zureichenden Rauftraft ber masse Weit stärker und einfachem Bandfriebensbruch unter Berneinung des schweren Landfriedensbruches. Der Staatsanwalt beantragte gegen Haad ein Jahr Gefängnis und gegen Arthur Keller neun Monate Gefängnis. Das Gericht verurter te tie beiden zu neun baro. fechs Monaten Gefänge nis, billigte ihnen jedoch bedingte Strafauslegung auf bie Dauer von drei Jahren zu. Hilfe für die Hungernden. Erwerbsbeschräntte hervorgegargen find. Die Ausstellung wurde gestern eröffnet und fann bis zum 23. Dezember täglich von 11 bis 1 Uhr und von 4 bis 7 Uhr besucht werden. Ein Sonntag des Weihnachtsbuches. Die Vorwärts. Buchhandlung hat am heutigen Sonntag ihre Berkaufsräumem Don 1-5 Uhr geöffnet. Der Besuch wird besonders empfohlen, da in den letzten Tagen fortgefeßt neue billige Jugendschriften unb Geschenkbücher eingetroffen sind. Für menig Gelb tann man ein gutes Buch erwerben und damit viel Freude erwecken. Bücher sind bas billigste Weihnachtsgeschent. Billiger Bruchreis für Minderbemittelfe. Bom 18. Dezember bis 3. Januar erfolgt feitens der Stadt Berlin ein Verkauf von Bruchreis zum Preise Don 70 Milliarden Mart je ½ fund. Der Verkauf, findet nur an diejenigen Minderbemittelten statt, die im Besige von Bezugstarten find, die ihnen nach Prüfung ihrer wirtschaftlichen Berhältnisse von den Bezirfsämtern bzw. deren einzelnen zuständigen Stellen ausgehändigt werden. Ueber die im Bezirk gelegenen Verkaufsstellen erteilen die zuständigen Stellen des Begirlsamics Austunft. Unfere nothilfe. Es gingen cit.; Sc. 20 Bill., Birth 5 Renten. mart, Sachle 4,20 Goldm., Faerber 10 Bill. und 3% Doll, durch Berliner Wohlfahrtsvereinigung aus Spende des Desterr. Banf vereins 50 Doll., Dr. Hi. 10 Rentermart, Beinn 3 Rentenmart, Desterreichische Freunde 100 000 R www Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute, pünktlich 3 Uhr nach mittags, im neuen Theater am 300, Der Biberpelz" von Gerhart Hauptmann in befter Befehung. Zuschlag 60 Goldpfennige. Starten noch an der Kaffe zu haben. Am Mittwoch, den 26. Dezember ( 2. Weihnachtsfeiertag), 3½ Uhr nachmittags, findet unfer 3. Festfonzert in der Alien Garnisonfirche, Neue Friedrichstraße, ftatt. Bu schlag 50 Goldpfennige, Einzelfarten 75 Golboleunige noch im Bureau bes Bezirksbildungsausschusses und an der Staffe zu haben. Au3Weifang von Büchern, und Silbern erfier sinnliler im Buchti Dezirtsbildungsausschuffes, Bindenstr. 3. 2. Hof II, 3immer 8. Besichti Bildungsobleute, die noch aussiehenden Beträge sofort mit uns abzurechnen. gung während der Bureauzeit pon 9 bis 5 Uhr. Wir erjudjen alle Schülerchor des Dorotheen- Gymnafiums( Leitung: Sturt Bangner). Orgel: Jerufalemslirche. Abendmusi Sonntag 6 Uhr. Brof. Wolfg. Reimann, Weihnachtsmufit. Eintritt frei! Mitwirkende: Die Preise sind immer noch zu hoch! Unglaubliche Preisunterschiede bestehen heute in Deutschland, ja fogar in der Mart. So fosten z. B. Ganse pro Bfund in Ber.in 1,50 bis 3 m., in der Mart, d. 5. auf dem Lande, 1 bis 2 M. und in Danzig nur 70 bis 100 Bf. Bei 5 ajen lann man ähnliche Unter. fchiede faststellen. Bei Treibjagden sind Hafen mit 2 M. abgegeben worden, die in Berlin 10 m. foften follen. Hühner, die in Berlin nicht unter 6 bis 9. angeboten wurden, tonnie man auf dem Lande für 3 M. und darunter erstehen. Auch Schweinefleisch war in Bommern, Sdy.esien und in Westpreußen für 50 bis 60 Bf. pro Pfund zu haben, und Eier für 10 und 13 Pf. das Stüd. Ein Weihnachtsspiel nach alien deutschen Boffsspielen und Liederu Diese wird am Sonntag, den 16.( heute), abends 48 1hr, von den Schülern Breise wurden in einzelnen Fällen sogar noch unterboten. Der Preis- und Schülerinnen der Unterrichtsanstalt des Staatlichen Kunstgewerbeabbau macht alfo Fortschritte und dürfte selbst bei Mehl und Roggen, museums aum Besten der Schülerfpeifung in der PrinzKartoffeln und Sped, Schinken und Wurst nicht haltmachen, denn Albrecht- Straße 8 aufgeführt. selbst diese mit Hilfe der Wucherpolizei festgesezten Preise ent. fprechen noch bei meitem nicht der volltommen un energi cher müssen auch noch alle Preise für Webwaren gefentt werden. Wenn man heute baumwollene Mato- Unterhosen und Hem ben, die im Frieden 1,25 bis 1,50 m. getoftet haben, mit 4 bis 6 Goldmart ausgezeichnet sieht, so ist das ein Unfug, gegen den eingeschritten werden follte. Aber auch auf anderen Gebieten fann man bei Gelegenheit Breife fefiftellen, die volkommen ungerechtfertigt find. So wist für das Reinigen einer Uhr, das im Frieden 2 bis 8 M. gefoftet hat und außer ein wenig Benzin nur Aufwand an Arbeitszeit beansprucht, heute 5 bis 7 m. verlangt. Kein Bunder, wenn man in faum einer Familie noch eine Uhr findet, die in Ord. nung ist, denn derartige Breife fann fein Mensch zahlen. Es wäre fehr erfreulich, wenn nach und nach die Behörden auch diesen und ähnlichen Dingen ihre Aufmerksamkeit zuwenden würden. Starke Senfung der Bichpreife. Arbeitersport. auf dem neuen Sportplag am Bahnhof Giralau- Hummelsburg( Annaft Märkische Spielvereinigung. Saute, Sonntag, nadmittags 3 Uhr, stehen ftraße) bie 1. Mannscften von Lichtenberg I und Sparta 1 im Gerienspiel gegenüber. Bother untere Mannschaften ab% Uhr vormittags. sämtliche im 5. Berwaltungsbegint exiftierenden Arbeiter- Sport- und Kultur Arbeiter- Spart- und Aulturlartell in 5. Verwaltungsbezirt( Friedrichshain). vereine werden aufgefordert, fid bem wieber ins geben gerufenen Sport und Rulturfartell anzuschließen. Rufchriften, enthaltend anfchlußertlärung, Abreise bestandes, werben umgehend an die Abreise bes Borsigenden Hermann Kirch des Borsigenden. Uebungs- oder Berkehrstotal fowie Angabe bes Mitglieder mann, Berlin D. 84, Beidenweg 44, erbeten. Der Reichspräsident hat zur Linderung der Not als Sportverein Moabit. Leichtathletit, Soden, Fußball, Sandball, Turnen. weitere Auslandsipenben erhalten: 3000 Dollar aus einer Männer, Frauen, Jugenb., Schülerabteilung. Training jeben Montag, Miit. in der Tschechoslowabei( in. Mähren und Schlesien) veranstalteten jeden Mittwoch und Freitag von 6-8 Uhr ebenda. Seben Donnerstag, 8 Uhr, woch und Freitag von 8-10 Uhr Turnhalle Rostoder Str. 32. Schülerabt. Sammlung der Reichsbeutschen- hilfe, 2000 Dollar Gigung der Fußballabt, bei Bila, Rofoder Str. 27( Moabit 2418). Am von dem Deutschen Hilfsfomitee in Milwautee und 1. Weihnachtsfeiertag, norm. 10 Uhr, Rommers der Männerabt. bei Bilz. Rachmittags 5 1hr Vereinsweihnachtsfeier in den Arminius Sallen, Bremer 300 Rentenmart non der Evangelisch- Lutherischen Snrode in Straße 72-73. Bertreter der Hockenabt. With. Benih, N. 87, Gidingenftr. 51. Auftralien. Die Eisenbahner, die mit anderen BeamtenBertreter der Fußballabt. Walter Dörband, RB. 5. Birtenftr. 12. Bertreter fategorien gleichfalls in den Strudel der Not hineingeriffen werden, Das Eingreifen der Bucherpolizei auf dem Zentralviehhof hat der Sandballabt. Walter Burchert, N. 5, Stephanftr. 51. Geschäftsstelle Erich finden dennoch Zeit, für arme Mitmenschen zu sorgen. Im Er heute zu einem pollen Erfolge geführt. Die behörbliche Richter effir 20 Freier Regler- Bund( E. B.). BezirZ Norden: Am 2. unb 9. Dezember holungsheim ber Eisenbahner- Kleingartenfolonie Tempelhofer Feld Forderung, daß lediglich die Gestehungstoften unter Ausschaltung veranstaltete der Besirt Norben ein 400- Rugein- Mannschaftstegein in ben wirb am 23. Dezember um 4 Uhr nachmittags eine Beihnachtsfeier jeglichen Geldentwertungsrififos zugrunde zu legen feien, tonnte Bharus- Sälen, Müllerftr. 142, wobei die Mannschaften Spethmann- Edel, stattfinden, bei. ber 62 21trentnern und Witwen nügliche durchgefekt werden, so daß eine Gentung der Breise aufhören ben Klub Out Sola 05, Steinidenbort, an. Die Preisvertehung findet Riebel Birke, Brzibilla- Joachim als Sieger hervorgingen, alle brei Beare geDinge sowie Raffee und Kuchen befchert werden sollen. Die große das Niveau der Hamburger Breife erfolgen fonnte. Sonntag, den 10. Dezember, bei Engel, Swinemünder Str. 65, 5 Uhr, fait. 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Mitgliedsbuch legitimiert! 160.9 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Berband Serwaltung Berlin. Dienstag, 18. Dezbr., abends 7 Uhr, in den Kammecjälen, Seliomer Str 1: Mitgliederversammlung aller Branchen und Bezirke. Tagesordnung: angelegenheiten Organisations Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Bersuch erwartet Die Ortsverwaltung. Marken- Zigaretten Tabake Zigarren Neuerburg, Wenesti, Manoli, Canstantin Salem, Juno, Moslem Tandor, Blaukopf, Tescawi weit unter Tagespreis! Tabakwaren Großhandinng Fritz Stein Dunckerstr. 3 Stil. part. r. Humboldt 3969 Firme und Hausnummer bitte genau beachten Firma und Hausnummer bitte genau beachten Die maßgebende Firma für Wäsche Ifefert Ihnen preiswert und doch gut Wäsche jeder Art! Nur wenige Beispiele aus unseren reichhaltigen Angeboten: Deckbettbezug G- M. 4.40, 5.50, 6.25, 8.75 Kopfkissen G.-M. 1.90, 2.25 Laken .G.- M. 3.00, 4.25, 5.90 Damen- Hemd guter Stoff, mit Einsatz G.-M. 2.75 Damen- Beinkleid guter Stoff.. 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Dezember komplett 4.10 .komplett 7.60 komplett 5.40 komplett 7.80 99 99 23. 99 geöffnet von 1-5 Uhr Nr. 587 40. Jahrgang Wirtschaft Unberechtigte Gewinnzuschläge. 3. Beilage des Vorwärts Zu dem Artikel„ Wo ist die Leuerung am größten in der Morgenausgabe des„ Borwärts" vom 11. d. M. erhalten wir eine Buschrift, die wir denjenigen Stellen, die es angeht, zur besonderen Beachtung empfehlen möchten: Sonntag, 16. Dezember 1923 fein, bei anderen dagegen wieder niedriger. Es ist ja zu verstehen Staatssekretär Dr. Weber vom Finanzministerium und Oberbergund menschlich durchaus begreiflich, wenn der Handel die bei ihm haupmann Schanz. Zum Vorstand der Gesellschaft murden bestelt anerfannien Kattulationsfäße heute noch beizubeholten be- Herr Leb, zurzeit Präsident im Wiederaufbauministerium, und Geh. strebt ist; er will ja seine verlorene Substanz" wieder Bergrat Röhrig als ordentliche Vorstandsmitglieder und Generalhaben. Aber wenn es zu einer Gesundung der Wirtschaft tommen direktoren, sowie Ministerialrat Kosta und Abg. Genosse Osterroth cher gehört dann müssen die Preise weiter herunter. Also, liebe foll, rozu ja in erster Linie die Kauftraft der Berbrau als stellvertretende Vorstandsmitglieder und Direktoren. Preisprüfungsstelle, nachgraben! Als Die deutschen Konsumgenossenschaften und Amerika. Der Bors stand des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine hat an eine Am besten stehen sich, wie der Vorwärts" fehr richtig be. größere Anzahl hervorragender Bolitifer der Vereinigten Staaten, merkt, die Verbroucher, wenn sie ihre eigene genoffen namentlich solche, die in der Genossenschafts- und Man glaubt allgemein, daß, wenn aus den Ralfulationen samt fchaftliche Eintaufsorganisation benutzen. Hier wird Farmerbewegung führende Stellungen einnehmen, ein Runds liche Posten mit dem Titel Risikoprämie" herausgestrichen nichts verdient, hier wird auf den Einstandspreis nur das aufge. fchreiben gerichtet, in dem er auf die auch für die amerikanisch sind, die nunmehr verbleibende Summe lediglich die tatsächlich durch schlagen, was zur Erhaltung des Geschäfts notwendig ist. Wenn mit Volkswirtschaft immer gefährlicher werdenden Folgen der durch den Handel entstehenden Spesen und den von Friedenszeiten her Rüdicht auf die Tagespreise doch höhere Aufschläge genommen wer. Frankreich fyftematisch gegen Deutschland getriebene Bernichtungs üblichen Geminnaufschlag enthält. Wenn man sich dann den, fließen fie, fei es cuf diesem, sei es auf jenem Wege, sowieso politik hinweist und insbesondere auch die schwere Schädigung aber die Preise ansieht, merft man, daß sie immer noch höher wieder in die Taschen der Verbraucher zurück, die Eigentümer der der deutschen Konsumgenossenschaftsbewegung bes find, als wir fie von Friedenszeiten her in Erinnerung haben. Genossenschaft und aller ihrer Einrichtungen find. tont. Ueber die Aufgaben Amerikas bei der Schlichtung des WeltMoncher fragt sich, moran das wohl liegt. Den Mitgliedern der fonflifts stimmen die britischen Genossenschafter mit den deutschen Breisprüfungsstelle möchte ich hiermit einmal ihr Gedächtnis schär. Keine Wedfeifredite der Rentenban! an die Reichsbahngläubiger. durchaus überein; auch sie sind der Auffassung, daß Amerika, das fich fen. Hat man nicht den Händlern( Groß und Kleinhandel) noch In den letzten Tagen wurde mehrfach das Gerücht verbreitet, daß am Krieg in Europa beteiligte, auch an der Schaffung wirklichen während des Krieges eine Erhöhung ihrer Ge. zwischen den Gläubigern der Reichsbahn und der Renten Friedens in Europa entscheidend mitzuwirken verpflichtet sei. winnspanne erlaubt? Damals, als das Gelb erst allmählich bant Berhandlungen wegen der Gewährung eines Wechselkredits erste amerikanische Genossenschaftsorganisation gibt die A11 Ame. anfing geringeren Bertes zu werden, wurde diese Erhöhung schon geführt worden find. Wie wir erfahren, find diese Meldungen, soweit rican Cooperative Commission in Cleveland ben Aufmit der Geldentwertung oder, da man damols diesen Ausdrud die Rentenbank in Frage fommt, vollkommen unzutreffend. Aus ruf in ihrem wöchentlichen„ Cooperative News Service" bekannt. es wurde„ bewiesen", daß selbst beim Herausfegen der Preise für überhaupt nicht die Möglichkeit hat, ein Geschäft der hier in Rede nossenschaften ausgegangen sei. Die Kommission fordert dringend noch nicht anwandte, mit der allgemeinen Teuerung begründet, und der Rentenbankverordnung ergibt sich bereits, daß die Rentenbank Es sei der größte internationale Appell, der je von organisierten Gedie eigenen Waren und Erzeugnisse der Prozentsatz für die Erhal stehenden Art abzuschließen. Die Rentenbank selbst darf Bank- alle Genossenschafts-, Arbeiter und Landwirteorganisationen der tung des Inhabers und des Barengeschäfts nicht mehr ausreichte. geschäfte bekanntlich nicht mit Privatfirmen, sondern nur mit dem Vereinigten Staaten auf. ihren Vertretern im Kongres( Parlament) In mehreren Fällen hot man auch der Erhöhung der reinen Ges Reich, der Reichsbant und den Privatnotenbanken machen. Wenn die Notwendigkeit begreiflich zu machen, daß das Angebot Ameritas, winnspanne zugestimmt, weil die betreffende händlerschicht, auch die Gläubiger der Reichsbahn einen Rentenmarktredit beanspruchen bei der Festsetzung angemessener Reparationspflichten für Deutschdie Bäder gehören dazu, die Forderung mit dem geringeren Ab- zu können glauben, müssen fie ihre Anträge an die Rentenbankabtei- land zu helfen, erneuert werden müssen. Da es bei dem Gewinnen satz begründeten. Der geringere Absah war eine Folge der großen lung der Reichsbank stellen, die für die Begebung solcher Kredite an des Krieges und Aufsehen des Friedensvertrages geholfen habe, sei Einberufungen zum Heere, bei den Bäckern durch die Brotratio- die Privatwirtschaft zuständig ist. es moralisch verpflichtet, darauf zu achten, daß die Bedingungen nierung, und die Preisprüfungsstellen haben sich dann wohl auf gerecht durchgeführt würden. Colange bas nicht gefchehe, glaube die die Erhöhung der Verdienstspanne eingelaffen, in Rücksicht darauf, Kommission, fönne in Europa tein Friede sein, und ein verstörtes nicht zu den persönlichen Sorgen, die der Krieg für den einzelnen Europa bedeute ein ungeordnetes Amerika. brochte, auch noch Eristenzforgen in größerem Umfange, als fie so schon vorhanden waren, hinzukommen zu laffen. Die Preußische Bergwerfs- und Hütten- Affiengesellschaft wurde am 13. Dezember im Handelsministerium gegründet. Nach dem Vertrag mit dem Staat sollen ab Januar 1924 nach und nach sämtliche Staatsbergwerfe, hütten und-falinen in die neue Deutsch- ruffischer Handel. Wie aus Moskau gedrahtet wird, Attiengesellschaft übernommen werden, beginnend mit dem OberAus diesen Ausführungen ergibt sich, daß in einer ganzen Reihe harzer Berg, und Hüttenwert. Dabei ist für die fiskalischen Berg- Ausfuhr von Fleisch, Butter, Ciern und anderen Konsumzeigen deutsche Firmen in letzter Zeit besonderes Interesse für die von Kaffulationen- die Breisprüfungsstellen mögen einmal ihre werte eine Betriebsform gefunden, bei der sie ohne Serfchlagung artikeln. Es wird erwartet, daß diefer Zweig der russischen Ausfuhr Aften nachschlagen eine Rifttoprämie bereits in der angeblich der auf historischer Entwicklung beruhenden Einheitlich leit eine erhebliche Ausdehnung erfahren wird. Die Sowjetregierung artikeln. Es wird erwartet, daß diefer zweig der russischen Ausfuhr zulässigen Berdienstspenne enthalten ist. Wie groß des ftaatlichen Bergwerksbefizes und ohne Einbeziehung hat der deutschen Firma Berger Wirth die Konzeffion erteilt, waren denn die Aufschläge, die man im Lebensmittelgroßhandel privatwirtschaftlicher Intereffen von allen bureauhatte? Sie waren natürlich nicht bei allen Artikeln einheitlich, aber fratischen Hemmnissen befreit und rationell ausgestaltet werden die Farbstofffabrik in Petersburg, welche vor dem Kriege ihr EigenAufschläge von nur 2 bis 3 Broz. bei Butter und Schmalz waren fönnen. Die Generalversammlung der neuen Gesellschaft tum war, wieder in Betrieb zu setzen. durchaus nichts Ungewöhnliches und in diesen Aufschlägen waren wird gebildet vom Handelsminister und dem Finanzminister. Im sehr oft noch die allgemeinen Untoften mit enthalten. Im Tertil. Aufsichtsrat sigen 12 Bertreter der Staatsregierung, je 1 Bertreter großhandel schlägt man jett 40 bis 50 Broz. auf, in Friedens- der Landtagsfraktionen und aus dem Wirtschaftsleben die Herren jeiten einschließlich aller Untoften 8 bis 10 Prog. Der Kleinhandel Generaldirektor v. Velsen, Bergossessor a. D. Krawehl und Reichs- Zum Auffiger Parteitag unferer deutschen Bruderpartei in der begnügte sich im Durchschnitt mit einem Aufschlag von 20 bis minister a. D. Genosse Wissell. Borsitzender des Aufsichtsrates ist tschechoslowakischen Republik bat der Parteivorstand den Genossen 25 Broz., bei manchen Artifein wird und muß der Aufschlag höher Staatssekretär Dönhoff vom Handelsministerium, Stellvertreter Hermann Moltenbubr entfendet. An der Petrikirche Aus der Partei. Esders& Dyckhoff BERLIN C 19 GERTRAUDTENSTR. 8-9 An der Petrikirche Preiswerte Angebote zu Weihnachten Herren- Winter- Ulster.... 48.m Herren- Paletot marengo..... 75.0.M Herren- Sacce- Anzüge..... 48.GM Herren- Beinkleider...... 1.. 8.0. Knaben- Pyjackett für ca. 6 Jahre.... 17.GM Knaben- Auzug Bluse o Bluse oder Jacke, Größe 1 15.G- M. Knaben- Falten- Anzug Gröbe 6.... ganz gefüttert, 16.G.M. Kinder- Rodel- Garnituren, reine Wolle Herren- Oberhemd Zephir, mit 2 Kragen.. 825 Herren- Schlal- Anzug Pyjama 11.GM Herren- Unterwäsche Hemd u. Hose.. 9.0.M. 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Die Uebermeifungsgebühren gehören nicht zu den Betriebskosten. 2. Ja. Die Mieterin Die Firma 3. Altberg bringt in ihren Filialen: Berlin, Oranienstr. 199, fann aber die Beleuchtung des Treppenflurs fordern. 3. Die Hälfte der| Neukölln, Bergstr. 155, Neukölln, Bergstr. 128, bei bedeutend herabgesezten in. Co., Neukölln, Berliner Str. 54-55. Bir verweisen auf die heutige Anzeige. Geschäftliche Mitteilungen. Bir machen unsere Leser heute ganz besonders auf das Inferat der Firma Franz Borowicz, Metallwarenindustrie, Waldemarstr. 27, in ber vorliegenden Nummer unseres Blattes aufmerksam. Der Weihnachtsverlauf hat begonnen, und zwar beim Kaufhaus S. Joseph Weihnachtsverkauf Mengenabgabe vorbehalten. Kostüm- Cheviot reine Wolle, marine Kleiderstotte Um 25 bis 30 Prozent herabgesetzie Preise doppeltbreit, Schotten and Streifen Reinw. Kostümstoffe meliert und gestreift. 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