Nr. 591 40.Jahrgang Ausgabe A nr. 295 Bezugspreis: Bom 16.- 22. Dezember 1 Billion ober 1 Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 16.- 22. Dezember für Deutschland. Danzig, Saar- u. Memels gebiet. Defterreich, Litauen, Lugem burg 1,35 Goldmart, tür das übrige Ausland 1,60 Goldmart Kreu band fenbungen nur gegen mertbeständige Zahlung. Boftbezugspreis freibleibend. Dar..Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Beit" u Giedlung und Kleingarten", sowie der Unter haltungsbeilage Heimmelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwürts Berliner Dolksblatt 130 Milliarden Anzeigenpreise: Die eini paltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Reflamezeile 3,50 Goldmart. Kleine Anzeigen" das fettgebrudte Wort 0.20 Goldmart( aufäffig amei féttaebrudte Morte), jedes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, iebes weitere Bort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen filr zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0,30 Goldmark. Eine Goldmart- ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Summer müssen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin GB 68, Lindenftraße&. abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Verlag: 2önhoff 2306-2507 Redaktion: Douhoff 292-295 Mittwoch, den 19. Dezember 1923 Bradbury sucht Macdonald auf. Auf Veranlaffung von Baldwin. Ein Symptom der kommenden Arbeiterregierung. Condon, 18. Dezember.( WTB.) Der brifische Delegierte| wenn sie einmal gerüstet sind, weitere Interstügungen verlangen?" bei der Reparationskommission, Bradbury, hatte heute mit Der Redner fand auf teiner Seite des Senats, auch nicht bei Ramsay Macdonald in Coffiemouth( Schottland) eine längere feinen eigenen Parteigenoffen, den geringfica Beifall. Unterredung und ist heute abend nach London zurüdgekehrt. Obwohl ein Bericht über die Unterredung nicht ausgegeben worden ** Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Voitscheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3. Unzulässige Vergleiche. Die Koalitionsfrage in England und Deutschland. Die führenden Genossen der englischen Arbeiterpartei wären nicht wenig erstaunt, wenn sie erfahren würden, daß ihre Ablehnung einer Koalition mit den Liberalen von ver schiedenen Mitgliedern der deutschen Sozialdemokratie als ein Argument gegen die Koalitionspolitit in Deutschland verwertet wird. Wäre diese Art der Beweisführung nicht fo= ift, nimmt man an, daß sie sich auf die Bestimmung der bri- in der ganzen Welt besprochen wird und namentlich in England zichten. Aber nachdem eine Parallele zwischen der„ gerad Offenbar ahnt man in Paris nicht, daß dieser Stanbal bereits gar von prominenten Parteigenossen angewandt worden, so fönnte man getrost auf eine Erörterung dieses Themas ver fischen Bertreter in den Sachverständigenkomitees be- und Amerita sehr viel böses Blut erregt. Man fragt linigen" Haltung der englischen und der Kompromißpolitit“ fich dort mit Staunen und Empörung, wie es denn möglich sei, daß der deutschen Bartei von führenden Genossen in der öffentFrankreich behaupte, es sei nicht imstande, seine Schulden zurüd. zuzahlen, wenn es gleichzeitig viele Hunderte von Millionen für die Rüstungszwede der Kleinen Entente übrig habe. Uebrigens hat auch Ungarn den Besuch des Senators Bé ranger erhalten, der diese eigenartigen Geschäfte vermittelt hat! ( Wahrscheinlich nicht umsonst!) zogen hat Die Militärkontrolle. Dazu berichtet bie Telegraphen- Union aus London: Ein über raschendes Symptom für die Aussichte der Arbeiterpartei, das Kabinett Baldwin demnächst im Amte abzulösen, ist die heute befanntgewordene Tatsache, daß der englische Delegierte in der Res parationsfommiffion, Sir John Bradbury, gestern abend nach Loffie mouth abgereist ist, um Besprechungen mit dem der Ruhe pflegenden Arbeiterführer Ramsay Macdonald abzuhalten. Bradbury unters hielt sich mehrere Stunden lang mit Macdonald, fehrt heute abend Es erscheint feineswegs unmöglich, daß Poincaré die Frage ber nach London und wahrscheinlich am fommenden Donnerstag nach Frankreich zurüd. Sein Besuch bei Macdonald wurde durch die Militärkontrolle als ein Reserve argument betrachtet, um im Anerkennung der Tatsache erklärt, daß auf jeden Fall gegebenen Augenblid die bevorstehenden deutsch- französischen Berspätestens in der Mitte des nächsten Monats eine Arbeiter. handlungen zum Scheitern zu bringen. Das würde durchaus seinen regierung unter Macdonald am Ruder sein wird. Bradbury diplomatischen Methoden entsprechen und es fei daran erinnert, daß wollte sich vergewissern, ob seine Wahl der englischen Mitglieder für noch vor nicht allzu langer Zeit die Frage der Kriegsverbrecher eine den neuen Untersuchungsausschuß der Reparationsfommission das ähnliche Rolle in der französischen Politik gegen Deutschland spielte: Einverständnis des fommenden Ministerpräst. Sie wurde immer wieder plötzlich und unerwartet hervorgeholt, wenn denten finden werde; wie verlautet, soll Baldwin selbst ihn zu es galt, Deutschland neue Schwierigkeiten zu machen. Insofern wäre diefem Schrit veranlaßt haben. Es scheint nunmehr festzustehen, der Pessimismus, der aus der letzten Stresemann- Stebe sprach, nicht daß Macdonald nach Uebernahme der Regierungsbildung Bremier ganz unberechtigt. ministerschaft und Auswärtiges in feiner Berson vereinigen wird, während er Cinnes oder irgendeinen anderen Führer der Partei zum Leiter des Unterhauses machen wird. Die Liberalen warten ab. London, 18. Dezember.( WTB.) In einer hier abgehaltenen Bersammlung der liberalen Bartei fprachen Asquith und Lloyd George. Sie erflärten, die Liberalen, die die Bage im Barlament beherrschten, hätten teine Fühlungnahme mit anderen Parteien eingeleitet und beabsichtigten auch nicht dies zu tun. Nach einem Bericht der TU. erklärte Asquith, er beabsichtige, bie liberale Attionsfreiheit auf jeden Fall aufrechtzuerhalten und die Bartei burch feinerlei Rompromiffe zu belasten. Asquith betonte, er werde feinen Finger rühren, um die ver. hängnisvolle Herrschaft der Konservativen am Leben zu erhalten, falls die Arbeiterpartei mit der Regierungsbildung beauftragt werde. Wenn man den Bersuch einer Arbeiter. regierung unternehmen wolle, so fönne man ihn nie unter fichereren Bedingungen unternehmen als gerade jezt. Die Liberalen würden niemals einen Flügel oder ein Anhängsel irgendeiner anderen Partei werden. Sie würden die Lage kontrollieren und die in den Wahlen verfochtene Bolitik erfüllen. Nach Asquith sprach Lloyd George, der seine 3ustimmung zu den Ausführungen Asquiths erklärte. Das militaristische Frankreich. Frankreich als Geldgeber für Rüstungen der Meinen Entente. Paris, 18. Dezember.( MTB.) Der Senat verhandelte gestern über die Krebite für die außerordentlichen Ausgaben und für die auswärtigen Militäroperationen. Bor ber Abstim Eine andere Frage ist es allerdings, ob diese Frage beutscherfeits bisher zweckmäßig behandelt wurde. Mit pathetischen Bar nungen allein ist nichts getan. Ueber den ungerechten und brüden den Charakter dieser Kontrolle besteht in Deutschland teine Meinungsverschiedenheiten, zumal sämtliche Nachbarstaaten Deutschlands nicht die geringste Neigung zeigen, die im Friedensvertrag feierlich bertündete allgemeine Abrüftung vorzunehmen, sondern um gelehrt immer weiter rüsten. Aber die Rechtslage würde eine piel zweckmäßigere Behandlung der Militärkontrollfrage auf deutscher Seite gestatten: Die Reichsregierung wäre durchaus berechtigt zu erklären, daß die Abrüftung als solche beendet und damit die Zuständigkeit der Nollet- Kommission beendet sei. Dagegen biete ber Artikel 213 des Bersailler Bertrages der Entente die Möglichkeit, fich über etwaige Berstöße Deutschlands jederzeit zu unterrichten. Dieser Artikel lautet: „ Solange der gegenwärtige Bertrag in Kraft bleibt, ver pflichtet sich Deutschland, jede Untersuchung zu dulden, die der R at bes Bolterbundes mit Mehrheitsbeschluß für notwendig erachtet." lichen Polemit gegen die Mehrheit unseres Parteivorstandes und unserer Reichstagsfraktion gezogen worden ist, erscheint es leider notwendig, auf diese Dinge einzugehen. Arbeiterpartei recht eigenartig wirfen, wenn man letztere geEs muß schon auf die Kenner der Struktur der englischen wissermaßen als das Musterbeispiel einer in ihrer Doktrin und in ihren Aktionsmethoden radikalen sozialistischen Partei hinstellt. Denn die Labour Party ist in Wirklichkeit gar feine sozialistische Partei in unserem tontinental- europäischem Sinne; sie besteht vielmehr aus einer Verbindung zwischen den Gewerkschaften und einigen intellektuellen sozialistischen Organisation, wie z. B. der Unabhängigen Arbeiterpartei( 32.) und der Fabier- Gesellschaft: sie hat auch kein sozialistisches Programm, und das war übrigens der Grund, weshalb auf früheren internationalen Kongressen hart um die Frage gerungen wurde, ob die Labour Party überhaupt zur Sozialistischen Internationale zugelassen werden sollte. Die dagegen opponierenden Radikalen wurden glücklicherweise überſtimmt. Es fällt uns natürlich nicht ein, hier an den englischen Ge nossen deswegen Kritik üben zu wollen. Denn sie legen eben als praktisch veranlagte Menschen geringeren Wert auf die Terminologie als auf den Inhalt ihrer Politik. Und es denkt feiner daran, eine taftische Entscheidung, die im Jahre 1923 für nüglich gehalten wird, mit Worten aus dem tommunistischen Manifeft von 1847 pseudowissenschaftlich zu begründen. Dementsprechend sind auch die Beweggründe, die unsere englischen Freunde jetzt veranlassen, eine offene Koalition mit Liberalen so entschieden abzulehnen, nicht im geringsten grundsäklicher Natur, sondern ausschließlich praftischer Art: Die Arbeiterpartei betrachtet sich mit Recht als die Erbin der Liberalen Partei. Ebenso wie fast überall in der Welt ist der bürgerliche Liberalismus auch in England zum Absterben verurteilt; ja gerade in England, wo es nur drei Barteien gibt, treibt die wirtschaftliche Entwicklung die Wählerschichten langsam aber sicher entweder in das Lager der realtionären fonservativen Bartei oder in jenes der Arbeiterpartei, Danach fönnte auch Deutschland von sich aus beim Bölkerbunds die am flarsten die fortschrittlichen Tendenzen des Proletariats rat beantragen, daß eine solche Untersuchung von ihm vorgenommen und des intellektuellen Mittelstandes vertritt. Eine große Anmerde. Es wäre für Poincaré ganz unmöglich, einen derartigen zahl von bekannten liberalen Parlamentariern und Schrift. Antrag abzulehnen, aber es würde außerdem für ihn sehr schwer ftellern ist im Laufe der letzten Jahre zur Arbeiterpartei gefein, gleichzeitig auf die Fortsetzung der Tätigkeit der Nollet- ftoken, so z. B. die Brüder Burton, Ponsonby, Trevelyan, Rommiffion zu bestehen. Jedenfalls wäre ein solcher Schritt viel Wedgwood, neuerdings auch Dr. Addisen, Massingham u. a. positiver als die bisherige Art der Behandlung durch das Aus- Die Labour Party befürchtet, daß sie durch ein Bündnis mit wärtige Amt, und Frankreich würde sich nur moralisch noch mehr den Liberalen einen Teil ihrer eigenen Anziehungskraft zu= ins Unrecht sehen, wenn es dann noch von dem schlechten Willen gunsten der Liberalen wieder preisgeben müßte, also den Deutschlands reben würde. Niedergang der letzteren, deren Nugnießer sie ist, lediglich aufhalten würde. Um die Lebensmittelanleihe. In Baris und, wie es scheint, auch in Brüssel wird Stimmung mung über die französischen Vorschüsse an Bolen und Jugoslawien gemacht gegen die beantragte teilweise Aufhebung ber Reparations. ( 400 bzm. 300 millionen Frank) erklärte der( pazifistische) radikale hypothet zugunsten einer Lebensmittelanleihe für Deutsch. Senator d'Estournelles de Constant, wenn die Borschüsse, land. Allerdings soll die belgiche Regierung bereit sein, die Ber. die der Senat jetzt bewilligen würde, dazu bestimmt wären, die forgung Deutsch ands zu begünstigen, und sie erwartet deutsche wirtschaftliche Erholung der Bölker zu sichern, benen fie oriläge nach dieser Richtung hin. Griechenland Republik! Zu diesen allgemeinen Erwägungen fommt noch die Er bitterung aus dem jüngsten Wahlkampfe hinzu, in dem die beiden Oppositionsparteien um die offizielle hinzu, in dem die beiden Oppositionsparteien um die offizielle Führerschaft der Opposition rangen; endlich spielt auch die berechtigte Abneigung der Arbeitermassen gegen gewiffe libe rale Führer eine wichtige Rolle, z. B. gegen Lord Grey, dem die unheilvolle Geheimdiplomatie der Borkriegszeit unver geffen bleibt, gegen Lloyd George, dem Versailles nicht ver ziehen wird, und vor allem gegen Churchill, der für die reaftionäre Interventionspolitik gegen Sowjetrußland mit Recht verantwortlich gemacht wird. Gegenüber den zuverlässigeren Lintsliberalen unter Führung von Asquith ist man in der Arbeiterpartei schon erheblich günstiger gestimmt. zugute tamen, so würde er begeistert dafür stimmen. Aber dem sei nicht so. Die Borschüsse würden dazu bestimmt sein, dief n jungen Bölfern Rüftungsbestellungen bei französischen InDer König geht nach Rumänien. dustriellen zu ermöglichen. Frankreich, werde behauptet, verliere Paris, 18. Dezember.( Eca.) Habas meldet aus Athen, die griedi also nichts dabei. Er sei außerstande, bis zu diesem Grabe das Nationalfnteresse und das Interesse einzelner. In iche Regierung babe dem König schriftlich mitgeteilt, daß sie es für Eine Parallele zwischen den deutschen und den englischen dustrieller miteinander zu verwechseln. Es werde be. befier balte, wenn er Griechenland verlägt, bis die Nationalbersammlung über das Regime des Landes beschloffen babe. Der Verhältnissen geht aber schon deshalb vollständig fehl, weil hauptet, das Frankreich sich durch diese Kredite die Unterstützung Könia babe fit feine Antwort vorbehalten, werde sie jedoch heute diese Verhältnisse grund verschieden sind. Die englischen mächtiger Heere sichere. Man müsse fich fragen, ob man Polen, der Regierung zugeben laffen. Jugoslawien und Rumänien wirklich einen Dienst erweise, wenn Nach einer bisher von anderer Seite noch nicht bestätigten Genossen fönnen ruhig noch ein paar Jahre warten, sie haben man sie in dieser Weise sozusagen zwischen zwei Feuer Meldung der Agentur Furnier bat der König von Griechenland eine gefestigte, unbedrohte politische und Verwaltungsdemotratie, sie haben feine Republik gegen eine militaristische und stelle. Frankreich werde Polen und Jugoslawien Kriegsmaterial heute morgen Atben berlaffen. Athen, 18. Dezember.( TU) Angesichts der in Armee und Flotte monarchistische Reaktion zu verteidigen. Es gibt in England schicken; mer merde es unterhalten und wer werde seine gute Verhaben die weder eine nennenswerte fommunistische Bewegung, noch eine wendung sichern? Werde nicht Frankreich einige Aufwiegler ausgebrodenen antidynastischen Revolte veranlassen, sich seiner zu bedienen, unter Umständen, die Frankreich griechischen Majestäten beute Atben verlassen, um nach Rumänien faschistische Bewegung. Demokratie und Barlamentariszu reisen. Der König ließ Konduriotis als Regenten zurüd. mus haben drüben bant einer jahrhundertlangen Tradition fo selbst in große Berlegenheit bringen würden. Ministerpräsident Poincaré unterbricht den Rebner mit ber Im Reichsernährurgsminifterium ist der bisherige Staats. feste urzeln gefaßt, daß jene Diftaturgedanken, die heute Jm Frage:" Ist es der richtige Augenblid, unsere Freunde wehr- sekretär enrict, der feit Beginn der Kriegswirtschaft im Striegs- auf dem Kontinent die neueste Mode sind, dem Engländer Ios zu laffen, wenn sie, wie Sie felber fagen, zwischen zwei Feuern ernährungsamt tätig war und von dort in das Reichserrabrungs. abfolut fremd sind, so daß es den Arbeiterparteilern nicht unstehen?" ministerium überaino, ausgefchieben. Der frühere Staatsfefretär bedingt darauf antommt, ob sie schon heute oder erst in Senator d'Estournelles fährt fort:" Drängen wir bie und preußische Ernährunge lommissar Hagedorn wurde zum fünf Jahren die Regierungsgewalt ergreifen. Staatsform und Verfaffungsfrage spielt bei ihnen infolgedessen teine hungen Böller nicht zu Abenteuern! Werden Sie von uns nicht, Nachfolger bestellt. Rolle. Sie ßenfen zu neunzig Prozent einstweilen gar nicht daran, die Monarchie in England anzu- tasten oder mich nur die zum Teil v o l l st ä n d> g veraltete englische Verfassung abzuändern. Sie würden sich als Regierungspartei den gegebenen Tatsachen anpassen, sie würden einige ihrer Führer durch den König zu Lords ernennen lassen, kurz, sich auf die zunächst zu lösenden praktischen Ausgaben im Interesse ihrer Wähler beschränken. Dabei liegt ihnen die Formel:„Alles oder nichts!" gänzlich fern, und deshalb haben sie schon jetzt erklärt, daß sie als Re- gierungspartei die Durchführung der Kapitalabgabe und der Nationalisierung der Bergwerke so lange z u r ü ck st e l l e n würden, bis sie eine absolute Mehr» heit erhalten haben würden. Wenn im übrigen die Arbeiterpartei jetzt ihre Bereit- schalt erklärt, eine Mindcrheitsregierung mit stillschweigender Duloung durch die Liberalen zur Erreichung bestimmter Ziele zu bilden, so ist dies freilich auch eine Form der Koalition, allein mit dem Unterschied, daß die betreffende bürgerliche Partei viel weniger gebunden wäre als in einer wirklichen Koalitionsregierung. Unsere englischen Ge- Nossen sehen so sehr diese Gefahr, daß sie die Ueber» nähme der Macht als Minderheitsregierung an eine ganze Reihe von Bedingungen knüpfen, wie z. B. an die Ermäch- tigung zur Auflösung des Unterhauses und zur Ausschreibung von Neuwahlen, falls sie durch die bürgerliche Mehrheit ge- stürzt werden würden. Sollte die Labour Party dennoch die Möglichkeit haben, schon jetzt als Minderheit zu regieren, so würde sie in einer kaum beneidenswerteren Lage fein, als z. B. die deutsche Partei es war, wie sie in der Koalition mit Bür- gerlichen saß. Andererseits versichern die englischen Genossen, daß sie auch als Minderheitsregierung auf die absolut loyale und rückhaltlose Unterstützung ihrer Politik durch den gesamten Nerwaliungsapnarat rechnen könnten. Will man aber nach den bisherigen Erfahrungen behaupten, daß eine sozio- listische Minderheitsregierung in Deutschland nicht mit der Sabotage durch mittlere und höhere Stellen der Verwak- tungsbureaukratie zu rechnen haben würde? Im übrig": würden sich die englischen Genosten ebenso entschieden Ratschläge von ausländischen Parteien in bezug auf ihre Taktik verbitten,'wie sie die Verantwortung dafür ab- lehnen würden, daß aus ihrer Haltung irgendwelche Schluß- folgerungen für die Taktik einer ander e n Partei der Jnter- nationale gezogen werden. dir. Schacht wirü Reichsbankpräsiüent. Das Gutachten des ReichsrateS. Nach§ 27 des Bankgesetzes ist die Stelle des R e-i ch s- bankpräsidenten vom Reichspräsidenten zu besegen nach gutachtlicher Aeußerung des Direktoriums und des Zen- tralausschustes der Reichsbank und nach einem Vorschlag, den der Reichsrat zu machen hat. Der R e i ch s r a t hat am Diens- tag in Ausschußfitzungen, die sich bis abends 7 Uhr hinzogen, fein Guiachten beraten und in öffentlicher Beratung nach einem Bericht des bayerischen Staatsrats Dr. Wolf feine Ent- scheidung gefällt. Dem Rcichsrat lag ein Antrag der preußi- sehen Regierung vor, den Währungskommissar und das be- ratende Mitglied des Reichskabinetts Dr. Schacht in Vor- schlag zu bringen. Die Reichsregierung hatte dazu erklärt, daß ihr dieser Vorschlag genehm sei. Nachdem Dr. Schacht mit zwei Reichskabinetten vertrauensvoll gearbeitet habe, fei sie nach den Erfahrungen, die bei dieser gemeinsamen Arbeit ge- macht worden seien, zu der Ueherzeugung gelangt, daß Dr. Schacht nach seinen Kenntnissen und Fähigkeiten der rechte Mann für diese Stelle sei. Die Ausschüsse des Reichsrates machten sich urttcr diesen Umständen mit Stimmenmehrheit den Vorschlag Preußens zu eigen. In der öffentlichen Sitzung wurde dieser Vorschlag ge- nügend unterstützt, lediglich der Vertreter Württembergs, Ge- sandter Hildenbrand, erklärte, daß Württemberg sich seine Ab- stimmung vorbehalten werde. Daraufhin stellte der Bor- sitzende fest, daß der Vorschlag, den Währungskommissar Die rote Marke. Von Paul Dobert. Seit zehn Iahren hat das deutsch« Volt sich das Driefschreiben abgewöhnt. Im Kriege war es nicht rätlich, seine Ansichten über den Wert der kaiserlichen Strategie oder die Unersättlichkeit der Er- aberungspatrioten dem Papiere anzuvertrauen, und nach dem großen Valutasturz erblickte man in dem anscheinend so hohen Porto ein Hindernis für einen ausgedehnten, aber nicht durchaus not- wendigen Briefwechsel. In Wahrheit war der postalische Tarif niedriger als früher, aber die Niedrigkeit des Reallohnes und die Unsicherheit, ob die Sätze von gestern auch heute noch Gültigkeit hätten, trat als besonders lähmendes Moment noch hinzu. Jetzt ist die alte Zehn-Pfennig-Marke wieder zu Ehren gekommen, freilich in neuer Gestalt, aber doch auf der alten Grundlage des Rot. Man hat also keinen Grund mehr, auf die Post zu schimpfen, sondern soll die so lang« spärlich sickernde Korrespondenz mit Freunden und Bekannten wieder aufnehmen. Aber kann unsere Zeit überhaupt noch Briefe schreiben? Ist in der Jagd nach dem Geschäft nicht der Sinn für ruhige Petrach- hing des Lebens, für den Wunsch, auch andere an den Eindrücken des Tages teilnehmen zu lasten, verlorengegangen? Im Zeitalter Goethes und Jean Pauls war es anders, vor 160 und 100 Jahren halte auch der Gelehrte und der Geschäftsmann noch Zeit, stch an Werken der Kunst und an Fragen der Politik entweder zu erfreuen oder zu erbosen— jedenfalls zeugen die damals geschriebenen Briese, daß die Zeitprobleme die Köpfe beschäftigten. Welch eine Füll« von scharfsinnigen Beobachtungen und geistreichen Aeußerungen enthüll z. B. der Briefwechsel des Ehepaars Wilhelm von Hum» boC'bt? Jahrelang wcncn die Gatten, zuweist aus Gesundheits- rücksichten, voneinander getrennt, und das geistige Band zwischen ihnen durch die Briefe aufrechterhalten: es wurde im Laufe der viele» Jahre wcht lockerer, sondern enger geknüpft. Auch Theodor Fontanes Briefe— um«ine uns näherstehende Persönlichkeit anzu- führen, enthalten neben vielem Persönlichen eine Fülle von eni- zückenden Einfällen— mit dem märkischen Dichter dürfte der letzte deutsche Briesplauderer, wenigstens vorlläusig, dahingegangen fein. Heute, wo das deutsche Volk aus einem ihm von Schieberkreisen vorgespiegelten Milliardentaumel erwacht, ist für geistig bewegliche Naturen reich? Gelegenheit, im Briefwechsel mit allen Mitteln der Satire und des grimmen Ernstes zu wirken, ohne Gefahr für Gut und Blut. Hoffentlich bringt das Ermächtigungsgesetz nicht eine Tlihöhung des Posttarisz— laßt uns die alte vertraute Gebühr des Ill-Piennig-Tarifs für den einfachen Brief, in den man ja, auch wenn man sich nicht dar Schreibmaschine bedient, ein ganz Teil an Lebensweisheit hineinpacken kann. In diesem Sinne erscheint uns die»rote Zehn" als«in Kulwrsattor ersten Ranges. Dr. Schacht als Reichsbankprästdenten vorzuschlage», be» schlössen sei. Damit dürfte der Reichspräsident ohne weiteres die Ernennung Dr. Schachts zum Reichsbankpräsidenten vor- nehmen. Welche Schlußfolgerungen das Reichsbankdirektorium aus dieser Ernennung zieht, bleibt abzuwarten. Man spricht davon, daß der Rücktritt Glasenapps und einiger seiner Kol- legen nicht ausgeschlossen ist. Mit dem Beschluß des Reichsrats ist endlich die Voraus- setzung zu einer Reform des Zentralnoteninstiwtes an Haupt und Gliedern geschaffen. Dr. Schacht, der als Währungs- kommistar und durch seine eifrige Tätigkeit für seine Gold- Notenbank sich in weitesten Kreisen bekannt gemacht hat, ist eine Persönlichkeit, die sich sicherlich nickst von dem einmal bc- schrittenen Wege der Währungsreform abbringen lasten wird. Es sind genug Strömungen vorhanden, die am liebsten das Rentenmärksystem verewigen möchten und der Privatwirtschaft die Vorherrschaft über das Geldwesen lasten wollen. Dr. Schacht bietet die Gewähr dafür, daß er nicht nur diesen Störungen wirksam entgegentreten wird— das ist auch der Grund der maßlosen Hetze, die in der Rechts- presse gegen ihn entfaltet wurde—. fondern auch zur or- ganisatorifchen Reform der Reichsbank fein bestes tun wird. Jedenfalls ist er unter den Finanzpolitikern, die für diesen Posten in Frage kommen, der geeignetste und wir haben Grund zur Hoffnung, daß er die an ihn gestellten Erwartnng.m erfüllen wird. Dazu gehört auch, daß er von seiner Seite die zur Sanierung der Reichsfinanzen notwendigen Maßnahmen wird fördern müssen, die sein von Helsferich beratener Vor- gängcr gänzlich außer acht gelösten hat. Eine Züricher Rede Dr. Schachts. Zürich. 18. Dezember.(TU.) In der DoltswirtschafUichen statistischen Gesellschaft des Kantons Zürich sprach am Montag der deutsche Währungskommissar Dr. Schacht über die deiitsche Wäh- rungsresorm. Eine zahlreiche Zuhörerschaft, darunter viele Der- treter der Großbanken und der Schweizer Industrie sowie auch Der- treuer der deutschen Behörden in der Schweiz folgten aufmerksam seinen Ausführungen. Dr. Schacht schilderte die Ursache der Entwicklung der deutschen Inflation, die durch die Ruhr- aktion und die Finanzierung des passiven Widerstandes durch das unbesetzte Deutschland ihren verhängnisvollsten Stand erreicht und damit der Papiermark den Todesstoß versetzt Hobe. Sehr scharf kritisierte Dr. Schacht die unheilvolle Diskontpolitik der Reichsbank sowohl dem Staat wie auch der Privatwirtschaft gegenüber, die sich bis in die allerletzte Zeit nicht zur Gewährung wertbeständiger Kredite habe entschließen können. Hierdurch sei schließlich auch der Inflation von selbst ihr Ende bereitet worden. Dr. Schacht gab der bestimmten Hoffnung Ausdruck, daß bis zum Uebergang zur Gotdmark die Rentenmark ihren Wert behallen würde und daß es bereits am 1. April nach Eingang der Goldsteuern und einem durchgreifenden Beamtenabbau gelingen werde, den deutschen Reichsetat zu balancieren. Seine Hauptaufgabe werde sein, ein deutsches G o l d g e l d zu schaffen, und zwar durch Gründung einer Goldkreditbank mit Hilse des In- und Aus- landes, die zu 50 Proz. mit Gold gedeckte Noten ausgeben würde. Er glaub« nicht vergeblich an die Hilfe des Auslandes appellieren zu müssen angesichts des allgemeinen Interesses, Deutschland und damit Europa vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Di« ernsten Aus- führungen des deutschen Währungskommistorz wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Fort mit öem fiusnahmezuftanü! Ein,? sozialdemokratische Forderung. Der Vorstand der so z i a ld ern o k rat i s chem Rei ch S« tagsfraktion wandte sich am Dienstag aufs neue an die Reichsregierung wegen Aufhebung des militari- scheu Ausnahmezustandes. Der Fraktionsvorstand bezog sich bei diesem Schritt aus einen Beschluß des zuständi- gen Reichsratsausschusses, der mit 16 gegen 3 Stimmen bei einer Enthaltung einen Antrag angenommen hat, den Reichs- Präsidenten um die Umwandlung des militärischen Ausnähme- zustande? in ein ziviles Ausnahmerecht zu ersuchen. Der Vor- Gorkis Lebenswerk. Der deutschen Arbeiterschaft ist Maxim Gorki schon längst lieb und vertraut. Sie schätzt sein« Werke als die Aeußerungen eines von tiefem proletarischen Gefühl durchdrungenen originellen dichte- rischen Geistes. Leider sind ihr viele der älteren Werk« Gorkis, die in Rußland seinen Ruhm begründeten, nur wenig bekannt. Es ist deshalb zu begrüßen, daß der Verlag I. Ladyschnikow, Berlin, jetzt die Gesammelten Werkc Gortis herausbringt, von denen zunächst acht stattlich« Bände erschienen sind. Gorki schreibt in einem Vorwort zu dieser Ausgabe: „In diesen Bänden ist alles gesammelt, was ich in 30 Jahren eines sehr mühevollen Lebens geschrieben lzabe, unter Verhältnissen. die mir niemals gestatteten, mein« gesamt« Kraft uneingeschränkt literarischem Schaffen zu widmen. Obwohl ich von ganzer Seele die Arbeit des Schriftstellers, das Schaffen am Buche, liebe, bin ich doch nie ausschließlich Literat ge- wesen. Das hat mir schwere Qualen im Leben bereitet und schad- lichen Einfluß auf meine Bücher gehabt. Aber es hat in Rußland überhaupt nie Schriftsteller gegeben, die ihr ganzes Leben hindurch nur Literaten gewesen wären. Rosa Luxemburg hat einmal sehr richtig gesagt, daß russisch« Literaturgeschichte die Geschichte des Kampfes der russischen Regierung gegen Literatur und Schriftsteller ist. Diese leidensvolle Geschichte nahm ihren Anfang im achtzehnten Jahrhundert mit Wassili Tredjakowski. der durch Stockprügel gestraft wurde— sie entrang später dem größten russischen Dichter. Puschkin, den Verzweiflungsschrei:„Der Teufel hat mich, mit Verstand und Talent, gerade in Rußland zur Welt kommen lasten!" Nicht Goethe, nicht Byron, nicht Voltaire haben so klagen müssen.... Und genau so war der weitere Gang der Geschichte unserer Literatur— bis heute: und noch leuchtet keine Hoffnung, daß er morgen anders sein wird. Ich erwähne diese Bedingungen, unter denen der russische Schriftsteller arbeiten muß, nicht, um mit ihnen die Unvollkommen- hellen meiner Werke, zu entschuldigen, aber sie können vielleicht einigermaßen diese Unvollkömmenheiten erklären. Behindert laben mich auch zeitlebens die Lücken meiner AU- dring nnd der Mangel an einer straffen Schulung des Geistes. Niemand wird die Absonderlichkeit meines Schicksals in Ab- rede stellen: Lernen und Sclbsterziehung kostet« mich mehr Mühe, als sich ein westeuropäischer Schriftsteller vorstellen kann. Ich will mich dessen nicht etwa rühmen— ich bedauere nur, daß ich ein« solche Masse von Energie, die ganz meiner schriftstellerischen Tätigkeit hätte gewidmet werden sollen, dazu verwenden mußte, um vieles zu vergessen und noch mehr zu lernen. Das, was ich erreicht habe, habe ich um einen teuren Preis er- reicht. Aber ich fühle mich berechtigt, zu sagen: In einem halben Jahr- hundert eines sehr wechselreicken Lebens Hobe ich nichts Besseres gefund:n als den Menschen, und mein Glaube ist: Wenn der Mensch nur zu wollen versteht, dann erreicht er alles, was er will!" Ll« Tlssilenta» sämtlicher Meaer hichsäiuken sind zum Protesi gegen dt« nach ihrer Meinung nicht genügende Besoldung in den Streit getreten. stand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion ging über diesen Antrag hinaus und begründete sein Verlangen auf b:- schleunigte Aufhebung des Ausnahmezustandes überhaupt da- mit, daß die augenblicklichen Verhältniste eine Grundlage zur Aufrechterhaltung des Ausnahmezustandes nicht bieten und die Eingriffe der Mllitärbefehlshaber in Dr e s d e n und W e i- m a r in die Hoheit der betr. Landesregierungen nicht mehr er- träglich stien, weil sie mit den Verhältnissen eines geord- neten Rechtsstaates nicht in Einklang zu bringe» find. Bei dieser Gelegenheit legte der Fraktionsvorstand der Reichs- regierung nahe, dem Reichstag bald den Entwurf eines Ge- setzes vorzulegen, das die Ausführung des§ 48 der Reichsverfastung auf die Grenzen beschränken soll, die den Vätern der Weimarer Verfassung damals vorgeschwebt haben. Die Steuerverorönungen. Keine Ermächtigung über den 1Z. fyebrnor.— Die Verantwortung trägt nur die Reichsregierung. Bei Beratung der Umsatzsteuer beschloß der Fünfzehner- Ausschuß, der Regierung nahezulegen, den§ 2, der für das Jahr 1924 einen Umsatzsteuerlatz von 2X Prozent einführen will, zu streichen, so daß der alte Steuersatz von 2. Proz. in Kraft bleiben soll. Ferner wurde eine Entschließung angenommen, wo» nach die freien Berufe, insbesondere die Künstler und Schrift- steller. für das Jahr 1924 von der Umsatzsteuer befreit werden mögen, soweit ihr Einkommen eine bestimiyte Mindestgrenze nicht übersteigt. Bei Vel>aiidlung der Kapitaloerkehrssteuer wurde eine Entschließung angenommen, es möge die Regierung vor- ordnen, daß die Devisenumsatzsteuer in Devisen entrichtet-wird. Es folgten Diskussionen über die Wechsel- und die Börsensteuer. Gc- legertlich eines angenommenen Antrages, daß eine dem Reichssinanz- minister in der Steuernatverordnung erteilte Ermächtigung, mit Zu- stimmung des Reichsrats eine Börsensteuer neu erheben zu können, nur bis zum 15. Februar 1924 befristet sein soll, wurde vom Aus- Ichuß prinzipiell hierzu einstimmig durch protokollarhcke Erklärung zum Ausdruck gebracht, daß eine Ermöchllgung an dte Reichsregierung oder einen einzelnen Minister, nach Ablauf der Geltungsdauer des Ermächligungsgeseße» Materien, dte der ordentlichen Gesetzgebung vorbehasten sind, dieser zu entziehen und im Derord- uungswege zu regelu, nicht besteht. Zur Versichenmossteuer wurde beschlossen, es möge 8 1 be? Berordnungsentwurfs gestrichen werden, so daß die alten Dersiche- rungssteuersäbe bestehen bleiben. Bei der Kraftfahrzeug st euer wurde vom Ausschuß an- geregt, die im§ 1 Nr. 2 enthaltenen Steuersätze zu ver- doppeln. Alsdann wurden die Bestimmungen über die V e r b r cii ch s- abgabenzöll«, über das Branntweinmonopol, die Steuer- geldstrafen und über das Besteuerungsversahren und Steuer, strafversahren behandelt. Zum Artikel XVII über Kapitalflucht wurde ein Antrag.angenommen, wonach§ 7 Abs. 1 Nr. 4 des Gesetzes gegen die Kapitalflucht dahin geändert werden möge. daß die Mitnahme eines Wertes von nicht mebr als 60 Goldmark frei kein soll gegenüber 50 Goldmark in der Vorlage. Schließlich wurden auch noch die Artikel über Zuschläge� für Steuerrückstände und Steuerzinsen sowie die Schlußbestimmungen der zweiten Steuer- Notverordnung erledigt. In der Diskussion kam von allen Parteien zum Ausdruck, daß angesichts der verhältnismäßig kurzen Zeit, die dem Ausschuß zur Beratung zur Verfügung stand, ein« eingehende sachliche Kritik der Vorlagen kaum möglich war. Die Mitglieder de? Ausschusses wiesen daher erneut darauf hin, daß nach dem Beschlüsse des Reichstags der Ausschuß lediglich zur Anhörung für die auf Grund des Ermächtigungsgesetzes von der Regierung erlassenen Per- ordnungen bestimmt sei, nnd daß daher die verankworlung für die Verordnungen in vollem Umfange der Reichsregierung verbliebe. Der Zkünfzehner-ftüsschutz vertkaulich. Der Geschäfisordnungsausschuß des Reichstags befaßte sirb aestern! mit der Frage dar Zulassung von Abgeordneten, die nicht Mitglieder des Fünfzehner-AuSschrssös des Reichstags sind', zu den Beratungen dieses Ausschusses. Anlaß hierzu gab die Ausmeisung des kommunisti'chen Abgeordneten Dr. Herzfeld aus einer Sitzung dieses Ausschusses und«ine Beschwerde der kommunistischen Frak- tioir. Der Ausschuß beschloß mit allen gegen drei Stimm-?», der Beschwerde nicht stattzugeben. Die Beratungen des Fünszehnec- Ausschusses, der bekanntlich nach dem Ermächtizungsgesetz von der Regierung vertraulich zu hören ist, sind demnach nicht öffentlich, auch in dem Sinne, daß nur diejenigen Abgeordneten zugelassen sind, die Mitglieder des Ausschusses selbst firA Reue Reichsdrucke. Die wundervollen Reproduktionen von Hand-zeichnur-gen, Stichen, Holzschnitten usw., die die Reichsdruckerei mit ihren vollendeten Apparaten herausgibt, sind auch in diesem Jahre erhebllch vermehrt. Es ist jetzt an der Z:it. daran zu erinnern, da mancher Kunstfreund das Weihnachtsfest benutzen wird, um als Geschenk oder zum eigenen Gebrauch etwas von diesen preiswerten Wiedergaben zu ertverlrn. die das Original mit unüb:rtrefflicher Treue erneuern. Di« Blätter, die in allen Größen vorkommen-, eignen sich in gleicher Meise zum Wandschmuck wie zur Betrachtung in der Mappe. Die neue Ernte bringt vorzüglich Bildnisse geistiger Führer des deutschen Volkes, und zwar sind zumeist Borlagen von Künstlern ihrer Zeit benutzt. Goethes Alters- bildnis, sein Garten wie sein Wohnhaus liegen in Stichen noch O. Wagner vor. Kant ist in zweierlei Form vertreten. L e s s i n g. Wieland, K l o p st o ck, Herder, Schiller, Beethoven, aber auch die Romantiker: Brentano, Gebrüder Grimm, H. Heine(sämtlich von L. Grimm) sind dargestellt, wie Künsib.r ihrer Zeit sie gesehen und geformt haben. Hans Sachs' Porträt liegt in dem schönen großen Holzschnitt von Jost Ammen vor. Zwei stimmungsvolle große Blätter zeigen Att-Heii-elberg und Goethes. Garten mit all der Andacht zur Natur, wie sie dem Zeitalter der Naturempfindlichkeit eigen war. Unter den Nachbildungen von Handzeichnungen sind besonders ältere Meister aus Berliner stea.llichem Kunstbesttz berücksichtigt. Köstliche Stücke farbiger Kleinkunst sind darunter. Mit Entzücken wird man ein Naturstück wie A l t d o r s e r s Tanne schauen. Don Crcmach, Nie. Maes. Hirschvogel, Iordaens, Huyssum, von neueren L. Richter(Rübezahl) und Steinte sind charakteristisch« Proben aus- gesucht und mit aller Liebe und SorgsaU bedacht. So ehrt die Reichsdruckerei deutsche Kunst. Möge sie auf d'eser Bahn fortfahren und auch über den Berliner Kunstbesitz hinausgreistn und bis zur Gegenwart fortschreiten. ck. „Krlspin der Freier", ein novellistisches Bühnenstück in vttr Bildern, das von dem fränkischen Dichter Julius Maria Becker geschrieben wurde, fand im Schauspielhaus in Frankfurt am Main eine sympathisch« Aufnabme. Das Mfiche Symbol. der Handlung ist deutlich: de« Mechanisierung, die Teck-mk, das Ka- pitak verkrüppelt die Welt, rcrstünimelt seine eigene See!« und die des Proletariats zugleich; aber das Blut des Menschen, im Innern strömend, wird uns befrei:». Dieser Gedanke, schemenhaft in drei Figuren gebannt, hebt sich in der Gestalt der auf Krücken war- dernden Armitt drohend und scharf aus dem Hintergrund des Lebens ab. H. v. Z. Auskausch„Rom Leader"—„vorwäris". Die in unserer Sonn- tagsausaabe erschienene Notiz hat uns erfreulickierweite bereits eine ansehnlich- Zahl von Antworten eingebracht. Zur Klärstellung der Angelegenheit und gleichzeitiaer Beantwortung zahlreicher Rückfragen wollen wir hicr kurz erläutern, wie der Ausiausch gekackt ist Seit dem vergangenen Sommer bekommen mehrere hundert ,.Vorwärts"-L>eser die„New L:adcr"-Numm«rn regelmäßig von englischen Genossen zug-tendt Jetzt ist mit dem Herausgeber des„New Leader", dem Genossen H. N. B r a! l s f o r d. ausgemacht, daß sich wenigstens ein Teil der glücklichen deutschen„New Leader"» Steuerkämpfe in Mecklenburg. Bolksparteiler im Bunde mit Deutschnationalen. Schwerin, 18. Dezember.( Eigener Bericht.) Die Beratun gen im Landtag standen bisher nie aber in fo außerordentlichem Maße, wie in den legten Sigungstagen unter dem Zeichen der Steuerjabotage der Rechtsparteien. Die fonfequente Politik unserer Genossen in der Regierung, die mit Demokraten und Dorf. bund eine nur schwache Mehrheit bilden, wurde den Bolksparteilern und Deutschnationalen um so perhaßter, je mehr sich eine nach volkswirtschaftlichen Grundfäßen geregelte Staatsverwaltung er tennen ließ. Besonders in der Finanzverwaltung sahen die Gegner Des Fortschritts einen Stein des Anstoßes. auch Die durch die Umstellung der Reichsfinanzverwaltung den Ländern zufallenden Lasten erforderten mie überall in Medlenburg eine Umgestaltung der Steuergesete. Ein diesbezüglicher Gesezentwurf verursachte den schärfsten Wider stand der Volksparteiler und Deutschnationalen. Die übelsten Anwürfe wurden gegen den Gen. Hennede als Finanzminister er hoben. Die Finanzverwaltung wurde als Mißwirtschaft bezeichnet, weil. ein Vertreter der Deutschnationalen sagte es mörtlich weil der Haushaltsplan bisher im Ausgleich gehalten werben fonnte. 3u rüpelhaften Szenen führte die Aussprache über den Gesetz entwurf. Die Aktion der Rechtsparteien verdichtete fich bis zum Bersuch, die Regierung zu stürzen. Die Bolksparteiler und Deutschnationalen bahnten mit dem Wirtschafisbund und Dorfbund Berhandlungen an zur Schaffung eines dreitöpfigen Ministerkollegiums. Durch einen Zufall wurden die insgeheim gesponnenen Fäden zerrissen. Die Demokraten hatten das an fie gestellte Anfinnen abgelehnt. Durch das vorzeitige Bekanntwerden des Komplotts zogen sich der Wirtschaftsbund und Dorfbund zurück und hinterließen den wutschnaubenden Rechtsern eine empfindliche Blamage. Um so schärfer setzte nun der Kampf gegen die Steuergesetze ein. Durch Anträge versuchte man die Durchbringung des Gefeßes unmöglich zu machen und lehnte jede Steuer ab. Erst die ernsthafte eindrucksvolle Schilde. rung über die Finanz- und Volksnot des Landes ernüchterte die Herrschaften soweit, daß sie jede Beeinflussung der fleinen Gruppen einstellten. Mit 31 gegen 27 Stimmen, Sozialdemokraten, Kommunisten, Demokraten, Wirtschaftsbund und Dorfbund gegen die beiden Rechtsparteien wurde das Gefeß über Umstellung der Bandessteuern am Freitag angenommen. Arbeiterwohlfahrt und Jugendpflege. an Auflösungsantrag am Mittwoch dem Rechtsausschuß überwie. sen wird und der Landtag am gleichen Toge in die Weihnachtsferien geht. Der Landtog wird sich also voraussichtlich erst im Januar Aus dem dem Parteivorstand angegliederten Bureau der„ Arauflösen und das Kabinett Fellisch als Geschäftsministerium im beiterwohlfahrt wird uns mitgeteilt: Auf vielfache Anfragen teilen wir mit, daß die Vereinigte Sozialdemokratische Ami belaffen. Partei Deutschlands der kommunistischen Internationalen Arbeiterhilfe" nicht beteiligt ist. Soweit einzeine Genossen sich Das Plenum des Landtags beschäftigte sich am Dienstag aus daran beteiligen, ist dies ohne Berständigung mit der Leitung schließlich mit kommunistischen Propagandcanfragen und-anträgen. geschehen. Die Parteigenossinnen und Genossen, die das Bestreben Der kommunistische Abg. Böttcher polemisierte heftig gegen die An- haben, sich auf dem Gebiet der sozialen Fürsorge zu betätigen, finden ordnungen des Wehrfreiskommandos. Ministerpräsident Fellisch in der Arbeiterwohlfahrt" vollauf Gelegenheit dazu. Hier erwiderte, daß die sächsische Regierung fich weniger geräuschvoll, werden Köpfe, Hände und Herzen gebraucht, um sowohl gegen die aber mit mehr Energie und Erfolg in derselben Sache bemüht habe. momentan besonders drückende Not durch alle nur zu erfassenden Aus Berlin fei ihm soeben berichtet worden, Reichswehrminister Hilfsmittel anzufämpfen, als auch Arbeit für die Zukunft zu leisten. Beßler habe dem sächsischen Gesandten in Berlin, Genossen Dr. Seit Jahren arbeitet die Arbeiterwohlfahrt" systematisch auf diesem Gradnauer, mitgeteilt, daß er das Verbot der Aufstellung von Wahl- Gebiet. Sie hat sich Achtung und Anerkennung erworben. Ihre Aufvorschlägen verbotener Parteien zurüdgezogen habe. Sämtliche gabe ist, die Kreise der Arbeiterschaft, soweit sie sich in sozialer Ar Anträge wurden den Ausschüssen überwiesen. Gegner des Partikularismus. P " beit betätigen, zu sammeln und durch Schulung weitere Kreise für den ehrenamtlichen und beruflichen Dienst der Boltsmohl.. fahrt heranzuziehen. Sie will die ges: glichen und privaten Hilfs. München, 18. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die von der möglichkeiten dafür ausnüßen; in erster Linie leitet sie dabei die Bayerischen Boltspartei mit Hochdrud betriebene Agitation für die Sorge für die heranwachsende Jugend. In mehr als 1000 Drisausschüssen wird systematisch gearbeitet. Ridgabe der Bertehrshoheit( Post und Eisenbahn) an Bayern stößt bei der großen Maffe des Personals auf grundsätz Unter der Not entstehen Küchen, Wärmestuben für Kinder, Jugendlichen Widerstand. Unter Führung der im Verkehrs.liche, Arbeitslose und Rentenempfänger. Die Arbeiterwohlfahrt" bund zusammengeschlossenen freigewerkschaftlich Organisierten arbeitet im engsten Einvernehmen mit den Kommunen. Unsere nimmt dieser Widerstand immer feftere Form an. Nunmehr erklärt Genossinnen und Genossen sammeln unter dem Zeichen der augenauch die Leitung der christlichen Deutschen Boftgewert- blicklichen Not G: ld, Lebensmittel und Kleidungsstüde, um Hungernhaft, deren Führer der Abg. Kratofiel von der Bayerischen Volks- den und Frierenden unmittelbar zu helfen. In vielen Städten, wo partei ist, daß man den bekannten bayerischen Wünschen hinsichtlich die Arbeitslosigkeit und damit Hunger und Not groß sind, haben sich der Post nur in der Form entgegentommen fönne, daß der Ab- durch die aufrüttelnde Werbearbeit unserer Genoffinnen Hunderte teilung VII( Bayern) des Reichspoftministeriums erweiterte Befug von Familien bereit gefunden, dauernd hungernde Kinder nisse zugestanden werden und daß eventuell dem Staate Bayern ein an ihren Lisch zu nehmen. Was sich hier zeigt, ist mehr Miteigentumsrecht in einem bestimmten Umfange eingeräumt werden als ein augenblidliches Aufwallen des Gefühls, ist zäh, aussoll. Der Forderung nach Herstellung der früheren Verkehrshoheit dauernde Arbeit von Mensch zu Mensch und der schönste Ausdruc fönne fich die erdrückende Mehrheit des Post- und Telegraphen- der Solidarität. personals aus sehr realen Gründen nicht anschließen; diesen Wünschen tonne die Mehrheit des bayerischen Postpersonals keine Unterstützung angedeihen lassen. Die internationale Arbeiterschaft hat manchen schönen Beweis ihres Mitfühlens gegeben. Neben den vielen Kina dern, die seit Jahren im fleinen gastfreien Dänemark bei Arbeitern Gastfreundschaft finden, sind es die Arbiter aus Holland, Desterreich, aus der Schweiz und der Tschechoslowakei, Der Eisenbahnverkehr im Ruhrgebiet. die im engsten Einvernehmen mit den hiesig: n Arbeiterorganisas Dortmund, 18. Dezember.( WTB.) Die französisch belgische tionen arbeiten; ihre Beauftragte ist die Arbeiterwohlfahrt". Nicht weniger Kampf foftete das Gesetz der Ordnungs Eisenbahnregie bat auf Grund der Mainzer Vereinbarungen zwischen Tausende unterernährter Kinder sind bisher in Dänemark und polizei. Lediglich Agitationsbedürfnis ließ sich erkennen in der der deutschen Eisenbahn und der Regie bei dem Berliner Holland verpflegt worden und werden weiter aufgenommen. Unsere Mühe der Gegner, Anträge sehr zweifelhafter Natur dem Gesetz Hauptwagenamt 8000 agen täglich für das Ruhr österreichische Societas" führt jetzt zu Weihnachten und Januar zur Beschwerung mitzugeben. Hier richteten fich die Angriffe gegen gebiet angefordert. Weit über 100 Eisenbahnzüge sind daraufhin einen großen Transport nach Wien; aus der Tschechoslowat: i wurde der Leiter der„ Orpo" Oberst Lange, weil eben Republikaner zum Ruhrgebiet in Gang gefeßt worden und werden täglich uns mitgeteilt, daß man Arbeiterfinder haben will. Desterreichische und Sozialdemokrat. Besonders lag. den, gegnerischen Parteien dorthin abrollen. Die franzöfifche Eisenbahnregie wird nunmehr und belgische Genoffen und Jugendliche führen Sammlungen für daran, diesem Beiter nicht die Disziplinargewalt zu übertragen. 2s zeigen müssen, bis zu welchem Gerade sie die Leistungsfähigkeit unsere hungernden Arbeiter und ihre Kinder durch und arbeiten im ihre Anträge feinerlei Aussicht auf Erfolg der Annahme versprachen, der von ihr verdrängten deutschen Eisenbahnverwaltung zu er- Einvernehmen mit der Arbeiterwohlfahrt", deren Arbeit nicht gelehnten fie auch dies Gesetz ab, das aber trotzdem in demselben teichen in der Lage ist. Davon wird auch abhängen, ob das stört, sondern gefördert werden muß. Adresse: Hauptausschuß für Stimmenverhältnis wie oben angenommen wurde. Wirtschaftsleben des Ruhrgebietes endlich wieder in Gang fommen Arbeiterwohlfahrt, Marie Juchacz, Berlin S. 68, Lind 1 straße 3. Die starke Opposition der Rechtsparteien erklärt sich aus ihrer Hoffnung auf einen Wahlsieg in der Landtags neuwahl am 14. Februar des nächsten Jahres. Sachsen vor Neuwahlen. fann oder nicht. Bayern vor neuen Unruhen? Kahr warnt. Dresden, 18. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Berhand. fungen über die Neubildung der Regierung, die auf Grund der Be schlüsse des letzten sozialdemokratischen Landesparteitags zwischen BSPD und KPD. stattgefunden haben, sind ergebnislos abgebrochen worden. Es tommen also nur noch zwei Möglichkeiten Die von der bayerischer Regierung geförderte militari. in Betrecht, um aus der Krise herauszukommen: Auflösung des fierung Bayerns läßt das Land nicht mehr zur Ruhe tom Landtags oder Bildung einer sozialdemokratisch demokratischen Aca- men. Die Kampfverbände, die gebildet wurden, um angeblich das lition. Die kommunistische Fraktion hat am Dienstag Reich vom„ inneren und äußeren Feind" zu befreien, sind heute so dem Landtag den angekündigten Auflösungsentrag unter start, daß fie trog ihrer Uneinigkeit und trotz des Mißerfolgs des breitet. Geschäftsordnungsmäßig fann über diesen Antrag erst am Hitler- Ludendorff- Butsches der Regierung auf der Nase herum Freitag bei Anwesenheit von mindestens zwei Dritteln der Abgeord- tanzen. Die bayerische Regierung ließ den Vaterländischen Kampf neten abgestimmt werden, und in einer Schlußberatung erst dann, verbänden ihre wohlwollende Duldung zuteil werben, weil sie sie wenn zehn Abgeordnete nicht widersprechen. In unterrichteten als gute Waffe in ihrem turzsichtigen Rampf gegen die So. parlamentarischen Kreisen wird ongenommen, daß der kommunistische zialdemokratie gebraucher zu fönnen glaubte. Die Na tionalsozialisten pfeifen aber heute auf die ihnen zugedachte Aufgabe, fie gehen ihre eigenen Wege, und diese Wege führen zu einer Revolution um jeden Preis, wobei man sicher sein fann, daß Gelbverlegenheiten eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Seit Kahr sie in der Bürgerbräunacht am Narrenseil herumgeführt hat, führen sie einen rücksichtslosen Kampf gegen den Generalftcatstommiffar, gegen die Regierung Knilling und gegen die Bayerische Volkspartei. Die Dinge sind heute bereits soweit gediehen, daß sich der Generalstaatskommissar im Berein mit dem Landeskommandanten v. Lossow und dem Chef der Landespolizei. v. Seizer jenes berühmte Kleeblatt, das in der Kahr- Wenenacht" vor Hitler zufammenklappte, genötigt gefchen, eine Warnung zu erlassen, in der es heißt: Bezieher durch einmal wöchige Zusendung der gelesenen„ Vorwärts". Nummern revanchieren. Zu diesem Zwed erließen wir die Aufforderung zur Anmeldung am Sonntag. Sobald ein leberblid über die Zahl der Angebote aus dem Borwärts"-Lesertreise vorliegt, wird die Zahl dem Genossen Brailsford mitgeteilt. Die Namen und Adressen der englischen Genossen, die auf den„ Borwärts" reflektieren, werden uns dann übermittelt werden, und wir werden die beutschen Genossen, die sich zur Verfügung gestellt haben, unter Nonnung einer solchen Adresse benachrichtigen und bitten, den Dienst Ponnung einer solchen Adresse benachrichtigen und bitten, den Dienst aufzunehmen. Ein weniger fomplizierter Modus mar leider nicht möglich. Es dürften also noch etwa 14 Tage verstreichen, ehe unsere Genossen Nachricht von uns erhalten. Wir hatten uns natürlich nur an solche Vorwärts"-Refer gewandt, die je gt schon den„ New. Leader" beziehen. Für die Angebote derer, die erst den ,, New Leader" beziehen mochten, sind mir natürlich auch dankbar, und wollen ihre Namen und Adressen nachträglich nach London berichten in der Hoffmung, daß auch fie berücksichtigt werden können. Der Fall Sficdry in weiter Juftanz. Bor dem Oberbühnen Schiedsgericht wurde die Berufung des Kapellmeisters Dr. Friz Stiedry gegen das Urteil des Schiedsgerichts erster Instanz ver handelt. Die Verteidigung wies darauf hin, daß durch die Berufung Erich Kleibers als Generalmusikdirektor der Staatsoper eine fünstlerische Degradation Stiedrns vorgenommen worden sei. Das Gericht fam radh furzer Beratung zur Abweisung der Klage. Es entschied, daß Etiebrn einen wichtigen Grund zur fristlosen Kün digung nicht gehabt habe. Wenn er auch als erster Kapellmeister engagiert gewesen sei, als Vertreter eines ersten Faches, so habe er doch nicht das Recht gehabt, etwa alle Opern zu dirigieren, und er hätte sich gefallen laffen müssen, daß von der Intendanz ein Generalmusifdirektor berufen wurde, der entgegen den früheren follegialen Musikdirektoren allein bestimmte, welche Opern er felber birigiere und welche er abgeben wolle. Stiebry hätte zum mindesten eine Zeitlana durch Erfahrung feststellen müffen, inwieweit der neue Generalmusifdirektor die ihm überragenen Funktionen zuunguniten Stiedrys unter Verb: zung des Vertrages von Etiery ausüben werde. Zur Beantwortung fünstlerischer Fragen, z. B. ob Kleiber oder Eticdry als Dirigent bedeutender fei, fei das Gericht nicht berufen. nOrgans des Bundes, der der Bayerischen Boltspartei und der Rea gierung Knilling offen den Kampf anfagte. Dieser Artikel mit der lleberschrift Unter dem Hammer" geht davon aus, daß die Reich s regierung fich nach einer amerikanischen Anleihe umsieht, wobei es sich um nichts anderes handle, als um die wirtschaftliche und damit selbstverständlich auch um tie politische Auslieferung Gesamtdeutschlands mit Einschluß Bayerns an das Ausland. Dann folgt ein hetzerischer Appell an das bayerische Bolt, bas jahrelang von seinem Landtag, der herrschenden Partei und deren Volle zugsorgan, der Regierung, betrogen worden sei. „ Wenn von diesen einer," so schließt der Artikel,„ sich in den nächsten Tagen wirklich noch einmal vermessen follie, die abgenuften parlamentarischen Phrasen von der Wiederherstellung der Staatlichkeit Bayerns herunterzuleiern, sei es vom Ministersch oder von Rednerpult des„ Hohen" Hauses, die Voltsstimme wird ihm das Urteil en gegenschleudern: Bolts betrüger, folche Komödien macht das bayerische Bolt nicht mehr mit. Es hat in der zwölften Stunde den furchtbaren Ernst der Cage erfaßt. Es wird nicht dulden, daß Bayerns mehr als laufendjährige Geschichte mit einem parlamentarischen Poffenspiel abgeschlossen wird. Es blidt heute voll banger Erwartung zu jener Stelle auf. von der es immer noch eine rettende Tat erhofft. Wer Bayern noch vor dem Berhandeltwerden durch Berlin reffen will, der muß rasch handeln, ermächtigt" einzig und allein von seinem Verantwortungsbewußt fein vor Gott, dem Land und der deutschen Geschichte." „ Es liegen Anzeichen vor, daß bestimmte Kreise die allgemeine Not, die von heute auf morgen zu beheben in feines Menschen Macht liegt, ausnuten wollen, um ihre politischen 3iele zu Das ist eine offene Aufforderung an den General. verfolgen. Jede Störung der Ordnung muß die not noch weiter ft aatstommiffar, das Steuer und die Führung der nationalen verschärfen. Vor solchem Bersuch wird nachdrüdlichst gewarnt. Revolution endlich in die Hand zu nehmen. Die Antwort darauf ist Wer sich an Ruhe störungen beteiligt. begibt sich in Lebens- die" Warnung" Rahrs. Aber die Bayerische Boltspartei gefahr. Die bewaffnete Macht- Reichswehr und Landespolizei- wird die Durchführung ihrer Anordnungen mit der scheint sich in dieser Lage nicht sehr wohl zu fühlen. So nimmt die Waffe, wenn nötig, mit der Schußwaffe erzwingen." Schließ- Bayerische Boltspartei Korrespondenz" scharf Stellung gegen den lich wird darauf hingewiesen, daß die Standgerichtsver- Bund„ Bayern und Reich" und hält bei dieser Gelegenheit auch nicht ordnung vom 9. November jeden bewaffneten Widerstand mit ihrer Unzufriedenheit mit Kahr hinterm Zaun, ter gegen die Staatsgewalt mit dem Tode oder mit Zuchthaus bis auf den heutigen Tag ein eifriger Förderer des Bundes ist. In bedroht. der Auseinandersehung heißt es: Dieser Warnung vor einem neuen Butsch liegen die Um triebe zugrunde, die die Nationalsozialisten seit einigen Wochen emfig schüren. Die verbotenen Organisationen tes Kampfbundes haben im ganzen Oberland, wohin die nach Tiro und Salzburg geflüchteten nationalsozialistischen Führer leicht Sutrift haben, eine regelrechte Hausagitation eingerichtet, in deren Verlauf es bereits zu Ruheftörungen gekommen ist. Eine Hauptrolle in dieser Hinsicht spielt vor allem der ehemalige Redakteur des„ Völfischen Beobachters, Hermann Esser, der vom Staatsanwalt steckbrieflich verfolgt wird. Auch der vor zwei Jahren aus der Bayerischen Boltspartei hinausgeworfene Landtagsabgeordnete Die Eröffnung der Krolloper wieder verschoben. Wegen technischer Dr. Zahnbrecher dessen Wahlkreis im radikalisierten Chiemgan Schwierigkeiten muß eine furze Verschiebung der Eröffnungsvorstellung liegt, foll auf diese Weise wieder versuchen, politische Geschäfte zu der Oper am Königsplatz ftattfinden. Das Hans wird nunmehr mit den machen. Die Behörden haben Kenntnis davon erhalten, daß für Meisterfingern" am 1. Januar eröffnet werden. Demgemäß Donnerstag auch in Münch ne beginnt die Serie der angefündigten Aufführungen der Bauberflöte" am 2. Januar; die bereits veifauften und bestellten Gintrittstarten behalten geplant ibre Gültigkeit. Am 1. Weihnachtsfeiertag wird statt Madame Butterfly" getragen in der Staatsoper Tannhäuser" gegeben. die Wollen die Herren von der Möhlstraße( hier fiegt die Billa. Bittingers, des Führers von Bayern und Reich". Die Red.). cinen Staatsstreich, etwa eine Neuauflage ber Tragikomödie rom 8. November? Soll der Bund Bayern und Reich" als Bater ländischer Verband auch noch von den eigenen Führern zugrunde gerichtet werden? Man scheint auf dem besten Wege dazu zu sein. Diese unerfreulichen Dinge haben noch eine bebentliche politiche Seite. Der Bund Bayern und Reich" rühmt sich auch heute noch der besten Beziehungen zum General Staatsfommissar v. Rahr. Die Verantwortlichkeiten, die der politischen Führung des Bundes taraus erwachsen, scheinen bei diefer ganzen Hegpolitik gegen die Bayerische Volkspartei feinerlei Berücksichtigung zu finden." " Die politische Konstellation in Bayern ist demnach so, daß die Nationalsozialisten, und ihre Kampfverbände, die Zuzug aus bisher Demonstrationen regierungstreuen Verbänden erhalten haben, auf einen Staatsstreich feien, bie bis in die Theater gegen die Regierung Knilling und die Bayerische Bolkspartei als die werden sollen. Der Die äußere Anlaß dafür sind maßgebende Regierungspartei hinarbeiten, während Kahr wie bas um parlamentarischen Vorgänge Ermächtigungs vor dem 8. November seine so gut bewährte Schaufelpolitik betreibt Das Wiesbadener S aafsthealer ist nach etwa neunmonatigen Arbeiten foweit wieder ber eftellt, daß am Donnerstag mit einer Vorstellung des gesek, durch dessen Vollmachten die verbotenen Organisationen und( Warnungen" gehören zu seinem Requisit) und die Bayerische ihre Freunde in den anderen vaterländischen Verbänden fich offen- Bolkspartei dazu mit einiger Herzbeklemmung zusieht. Rohengrin" die Wiedereröffnung des Hauses vor sich gesen fann. Der Ausbruch der driffen Everest- Expedition. Die Zusammenstellung bar in erhöhtem Maße bedroht fühlen. Dazu kommt die fort. Volkspartei sieht heute ein, wie verfehlt die„ antimargi. und Ausrüstuna ter dritten Expedition, die von neuem den Verfuch unter geschrittene Radikalisierung im Bund Bayern und Reich", stische" Hege war, aber sie ist zu schwach und uneinig, um die nimmt, den höchsten Gipfel der Erde zu befteigen, ist jetzt vollendet, und der den verbotenen nationalsozialistischen Kampfverbänden Unter Konsequenzen daraus zu ziehen. Fest steht das eine, daß tie, der Au bruch wird demnächst eriolgen. Der Führer diefes neuen groß artigen Unternehmens ist Brigadegeneral C. D. Bruce, der bereits die Erfchlupf gewährt und schon wiederholt mit dem Staats, die auszogen, das Reich zu befreien", Bayern streich gedroht hat. So am 6. Dezember in einem Artikel des zugrunde richten. pedition von 1922 leitete. Gewerkschaftsbewegung Zerstörte Legenden. Gemeindebeschluß die Wahrzeit der im Jahre 1921 gewählten| Strang ziehen muß. Wenn irgendwelche Dudmäufer sich gets Beisitzer für das Kaufmannsgericht der Stadt Berlin bis zum organisieren" wollen oder von der Mitwelt schnöd verkannte Größen 31. Dezember 1924 perlängert worden ist. einen eigenen Laden aufmachen wollen, dann treten sie ihre InterDieser Beschluß des Magistrats und der Stadtverordnedenver- essen mit Füßen, verraten ihre eigene Sache und die ihrer Kollegen fammlung ist mit Rücksicht auf das in nächster Zeit zu erwartende mit, stärken die Befitior der Unternehmer und schädigen die Ge Roch bis in die letzten Tage hinein wurde sowohl von den Unter- Arbeitsgerichtsgesetz gefaßt worden, um die Kosten einer Neumahl famtheit der Arbeiterfchoft. Schlimm genug, daß heute noch diese nehmern wie von den Bertretern der Regierung und der bürgerlichen der Beisiger zu sparen. Selbstverständlichkeiten wiederholt weiden müssen. Aber noch in Barteien die Behauptung vertreten, daß die ungeheure Teuerung 1924 werben aber den Kaufmanns- und Gewerbegerichten eine laffen, Keile in die gewerkschaftliche Einheit der Arbeitnehmerschaft Mit dem Infrafttreten der Schlichtungsordnung am 1. Januar jeder Krisenperiode hat es fich das Unternehmertum angelegen sein Derursacht sei durch den Warenmangel und daß also mehr produziert werden müsse, wenn eine Verbilligung der Waren große Anzahl Streitfälle, welche bisher die Schlichtungsausschüsse zu treiben und auch immer wieder etliche Dumme gefunden, die sich eintreten soll. Mehrproduktion heißt nach den veralteten Be. erledigten, zur Aburteilung überwiesen und diese Gerichte sehr start bazu als arbeitswillig" gebrauchen ließen. Deshalb muß bie mit Arbeiten belastet. Durch diese Mehrbelastung der crgonisierte Arbeiterschaft auf dem Posten sein und jeder Quergriffen gewiffer bürgerlicher Nationalökonomen längere Ar. Kaufmanns und Gewerbegerichte wird eine größere Anzahl von treiberei von vornherein begegnen und den Organisationsgedanken beitszeit während also 75 Broz. der Arbeiterschaft Deutsch Kammern fowie Beamten und Borsigenden nötig werden. Wer neu zu beleben und ihn zu festigen, wo er schon gelockert sein sollte. lands verkürzt arbeitet oder gänzlich arbeitslos war und zum den aber die Beisiger nicht versagen? größten Teil auch heute noch verfürzt arbeitet und arbeitslos iſt, Nach den Erfahrungen, die jekt beim Kaufmannsgericht mit perlangte man und verlangt man auch heute noch, daß die etwa den Beisigern gemacht werden, dürfte das Arbeiten bei diesem Ge25 Proz. Bollarbeiter, die wir in Deutschland noch haben, 9 und richt nicht so reibungslos vor sich gehen; denn fast bei jeder 10 Stunden täglich) arbeiten, um eine„ Berbilligung der Waren Kammerfizung fehlt es heute schon an Beisigern. Wie soll dieser Uebelstand bei erheblicher Mehrarbeit des Gerichts behoben werherbeizuführen. den? Um nur ein Beispiel anzuführen, fehlten bei einer Kammerfizung an einem Tage beide Kaufleutebeisiger. Die ersten Parteien maren zu 10 Uhr vorm. geladen und auch erschienen, ebenso der Borsigende, die beiden Gehilfenbeifiker und der Protokollführer. Dieser telephonierte nun nach Chefbeisigern als Ersatz für die nicht Er. schienenen. Um 11% Uhr fam ein Beisiger und die Kammer tonnte fchaften wieder in Arbeit. endlich in Tätigkeit treten. Um 12 Uhr fam der zweite Herr und die stammer war endlich voll befeht und tagte bis um 2½ Uhr. Die legten Barteien waren zu 12 Uhr geladen und waren um 3 Uhr fertig. Wieviel toftbare Zeit wird dadurch vergeudet? 13 Parteien und 9 Zeugen haben stundenlang warten müssen und Beit und Gelbverluft gehabt. Was aber fonstatieren wir heute? Trotz der ungeheuerlichen Arbeitslosigkeit und der sich daraus ergebenden Unterproduktion, trazdem der Abbau des Achtstundentages noch nicht durchgeführt ist, gehen die Preise, menn auch nur langsam und sozusagen widerwillig, zurüd. Für einzelne Warengattungen ist der Preisabschlag fogar ein sehr starter. Bor drei Wochen mußte man z. B. für ein Ei in Berlin noch bis 50 Pfennig das Stück zahlen. Heute bekommt man frische Landeier" schon für 20 Pfennig. Es wird nun niemand be. haupten wollen, daß während der jetzigen Jahreszeit eine erhebliche Steigerung der Eierproduktion eingetreten ist. Jedes Kind weiß, baß in normalen Zeiten im November und Dezember die Eierpreise anzuziehen pflegen, und zwar wegen des Rüdganges der Produktion. Wie erklärt sich nun dieses scheinbare Rätsel? Hat man etwa den Achtstundentag der Legehühner abgebaut? Die Erklärung ist sehr einfach. Die Hühner, die bekanntlich seit Jahr und Lag nur mehr nach dem Dollarkurs Gier legten, haben unter dem Einfluß der durch die Rentenmark geschaffenen stabilen Währungsverhältniffe( eine Erfindung des sozialdemokratischen Reichsfinanzministers Hilferding, ber deshalb abgebaut wurde) herausgefunden, daß sie mit der Zurüd haltung der Eier feine Geschäfte mehr machen. Je länger die Eier bisher zurückgehalten wurden, mit einem desto größeren Berdienste tonnten sie später auf den Markt gebracht werden. Das hat sich geändert. Seit reichlich zwei Wochen entwertet sich die Mart nicht mehr. Sie wird im Auslande sogar höher als im Inland bewertet. Daraus folgt die ganz plöglich eingetretene Ueberfülle an Waren auf dem Markt und der dadurch bedingte Preisabschlag. Gewiß ist mit dem Stillstand der Geldentwertung der Abbau der Risikoprämien erfolgt. Aber ein Rüdgang der Eierpreise von 50 auf 20 Pfennig gerade in einer Zeit, wo die Eier sonst im Breise steigen, tann nicht durch das Verschwinden der Risikoprämien allein erklärt werden. Wir haben dieses traffe Beispiel absichtlich gemählt, um zu zeigen, wie grundfalsch die immer wiederkehrende Behauptung ist, monach nicht genügend Baren da seien und eben mehr, d. h. länger gearbeitet werden müsse, menn eine Berbilligung der Waren ein. treten soll. Und die Strafe für die nicht erschienenen Bei fiber? Der eine hat sich furz vorher entschuldigt und der zweite, ber dies nicht einmal für nötig befand, murde in eine Ordnungsfirafe von 20 Goldmart genommen. dem Ehrenamt eines Kaufmannsgerichtsbeifikers wählen fieß. Diese 3wed diefer Ausführungen soll sein, daß jeder, der sich zu Funktionen auch pünktlich ausübt. Es gilt dies sowohl für Chefs als auch Gehilfenbeisiger. Es sollte sich jeder Beifiker klar darüber fein, baß er mit dem Ehrenamt Verpflichtungen übernommen hat, die er im Interesse der Allgemeinheit nun auch ordentlich zu erfüllen hat." Neuregelung der Erwerbslosenunterstützung. Bom 10. Dezember ab werden die Höchstsäße für die ErwerbsIefenunterstügung nicht mehr einheitlich für das ganze Reich, sondern nach drei Wirtschaftsgebieten: I. Often, II. Mitte, mit den 2ohngebieten der Reichsarbeiter zufammen. III. Besten festgesetzt. Die Grenzen dieser Wirtschaftsgebiete fallen zu dem östlichen Gebiet gehören die preußischen Provinzen Ostpreußen, Bofen- Westpreußen, Schlesien, Bommern und Teile von Brandenburg sowie die beiden Freistaaten Medienburg. Der Westen umfaßt im wesentlichen das befehte Gebiet und einige Randgebiete. 2lle übrigen Gebietsteile fallen in die mittlere Zone( darunter auch Berlin und Hamburg) mit Ausnahme einiger füddeutscher Gebiete, die noch dem Wirtschaftsgebiet I zugeteilt sind. Die wochentäglichen Unterstützungshöchftfäße betragen vom 10. Dezember ab bis auf weiteres in der obersten Ortsflaffe im Aehnlich liegen die Verhältnisse mit dem Beschäftigungsfiarben( 78 Bf.), unter 21 Jahren 470, für Frauen über 21 Jahre Wirtschaftsgebiet III wie bisher für Männer über 21 Jahre 780 Milgrad überhaupt. Die deutschen Unternehmer haben feit zwei Jahren 620, unter 21 Jahren 360 Milliarden; die Familienzuschläge für den systematisch auf die Entwertung der Mark spekuliert Chegatten 200, für jedes Kind und jeden sonstigen unterstüßungsSie haben eine Verbilligung der Produktion und damit eine Er berechtigten Angehörigen 150 Milliarden Mart. Im Wirtschaftshöhung der Konkurrenzfähigkeit und des Absages dadurch herbei gebiet II find für die gleichen Gruppen zu zahlen: 700, 420, 560, 330, zuführen gesucht, daß sie die Arbeiter mit Hilfe der Martentwertung 190, 140 Milliarden, im Wirtschaftsgebiet 1 610, 360, 430, 280, 160 unterbezahlten, sie um einen Teil des festgesezten Lohnes und 120 Milliarden. Die Ortsklassenspannung beträgt im Westen betrogen. Was ist aber eingetreten? Der Absatz fam immer je 50, 30, 40, 20, 10, 10 Milliarden; in der Mitte 50, 30, 40, 20, 10, mehr ins Stoden. Auch das Auslandsgeschäft ging zurüd. 10 Milliarden; im Osten 40, 20, 30, 20 10 10 Milliarden Mark. Die Seit einem Jahre fant der Beschäftigungsgrad der deutschen Wirt. Familienzuschläge dürfen insgesamt den einfachen Hauptunter stügunassaß, die Summe der in eine Familiengemeinschaft fließenden fchaft faft ununterbrochen, bis er auf den eingangs erwähnten tata. Unterstükungen das Doppelte der Unterstübung des höchst unterStrophalen Tiefstand gesunken war. stügten Familienmitgliedes nicht übersteigen. Wo wollen die Unorganiñierten hin? Ablehnung des Abkommens in der Schwerindustrie? Die Metallarbeiter des Bochumer Bezirks taben, wie uns aus Bochum telegraphiert wirb, bas am 14. Dezember in Berlin abges ichlossene Ablommen über die Arbeitsbedingungen in der Metallindustrie abgelehnt, so daß noch feine Aufnahme der Arbeit erfolgt ift. Lediglich auf den Union- Werlen in Dortmund baben etwa 2000 Metallarbeiter auf Grund der Berliner Beschlüsse die Arbeit begonnen.- Jm Rubrbergbau find jest etwa 60 Broz, der vor Beginn des paffiven Widerstandes tätigen Beleg Berliner Bugbrudereibefizer E. 23. geführten BerhandFür die faufmännischen Angestellten. Die mit dem Berein lungen über Festlegung der Dezembergehälter mußten abgebrochen werden, da die Arbeitgeber in die Heraufsetzung der Gehälter nicht einwilligen wollten. Von den Herren wurde erklärt, nur dann in eine Gehaltsherauffezung einzuwilligen, wenn Hand in Hand damit eine Berlängerung der Arbeitszeit ginge, andernfalls fäme lediglich ein Gehaltsabbau in Frage. Unter diesen Um ständen ist es allerdings unmöglich, mit dem Arbeitgeberverband wurde der Schlichtungsausschuß angerufen.- Die Schlüsselzahl für eine friedliche Verhandlung zu führen. Von den Arbeitnehmern Angestellte der Margarineindustrie ist am 17. Dezember auf 600 Milliarden festgesetzt worden. Entlaffung von Bergleuten cuf fistalifchen Zechen. Die fiskali ichen Bechenanlagen in Buer haben den Belegichaften erklärt, daß sie entgegen dem getroffenen Abfommeu gezwungen find, einen großen Teil von Beraleuten zu entlofien. Als Begründung wird angegeben, daß nur in den ergiebinften Schächten, und zwar nur mit den beften Arbeitskräften gefördert werden könne. Nur to werde es fich möglich machen laffen, das erforderliche Betriebs. tapital für die allmähliche Erweiterung des Betriebes au schaffen. Innehaltung des seinerzeit getroffenen blommens zu brängen. Eine Abordnung der Welegschaft ist nach Berlin gereist, um auf Achtung, BSPD.- Metallarbeiter bes 7. Bezirks. Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, im Zotal Rutscher, Urbanstr. 93, Funktionärtonferenz. Begen der wichtigen Tagesordnung muß jeder Betrieb bestimmt vertreten fein. Berbandsbuch und Barteibuch legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Rentralverband der Angestellten. Das Berbendsbureau bleibt am Monta tag, ben 24. Dezember, gefchloffen. Die Beitragstaffierer werden gebeten, bas Bureau bis 3 Uhr geöffnet. bie eintaffierten Gelder, befonders bie Weihnachtshilfe", fodientens bis Frei tag, ben 21. Desember, abzuliefern. Am Sonnabend, den 22. Dezember, ift Berband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Filiale Groß- Berlin Be air 6( Streuzberg). Donnerstag, nachm. 7 Uhr, im Betaurant Heim, Berlin, Urbanstr. 29, Versammlung aller n Bezirk rehnenden Mitglieder. Aus der Partei. Der 4. Parteitag der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakei wurde am Sonntag morgen in Anwesenheit von 230 Delegierten und etwa 50 Senatoren und Abgeordneten eröffnet. Genosse Hermann Moltenbuhr dankte ben deutschen und den tschechischen Genoffen für die Hilfe, die sie der notleibenden reichsdeutschen Arbeiterschaft zuteil werden lassen. Berantwortlich für Bolitik: Craft Reuter; Wirtschaft: Artur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Echitowski: totales und Sonstiges: Frig Rarstäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet Berlagsanftalt Baul Ginger u. Co. Berlin S. 68. Lindenstraße 8. und Sierzu 1 Beilage. Der Rabe Was fehen wir aber seit der Stabilisierung der Währung und somit auch der Kauftraft der Löhne? Eine unverkennbare Belebung des Warenmarktes, eine hebung des Ab- Die Unorganisierten der Knorr- Bremse in Lichtenberg sages und die ersten Ansätze der wiederbelebung ber botten fürzlich eine Bersammlung nach dem Jahn- Realgymnasium einProduktion. Diese Wiederbelebung der Produktion ist freilich berufen, um zu ben legten Lohnverhandlungen Stellung zu nehmen. porläufig auf die Wiederbelebung des Absages im Inlande zurüd. Man tonnte schon bei der Leitung der Versammlung deutlich merken, zuführen. Trotz der niedrigen Löhne, die in Deutschland gezahlt baß es sich um Unorganisierte. in folchen Dingen gänzlich uner. fahrene handelte. In der Hauptsache tam es zu blöden und öden werden, sind die deutschen Warenpreise infolge des Kartellmuchers Schimpfereien gegen die Gewerkschaften, insbesondere gegen den immer noch überteuert. Daraus ergibt sich eine mangelnde Metallorbeiterverband. Der Referent stellte einen Stillstand und Ronkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt. Hier muß also abgebaut Bersagen der freigewerkschaf lichen Zentralverbände fest, um zu dem werden, wenn die deutsche Industrie wieder ihre Stellung auf dem längst nicht mehr neuen, wenn auch von den Unorganisierten viel als Weihnachtsmann Weltmarkt erringen will. Jedenfalls steht aber heute schon feft, daß foch noch immer nicht begriffenen, jedoch überwundenen Schluß zu die Folge des Sintens einer Währung schließlich nach einer vor- tommen, menn die Arbeiterschaft der Knorr- Bremse zu günstigeren ist sicher willkommen, denn die Rabenspezialitäten benötigt jedermann, übergehenden frankhaften Hochtonjunttur zur Wirtschaftsfrise ohne und Arbeitsbedingungen lommen rolle, müsse sie sich-3und in Zeiten der Knappheit erfreuen praktische Geschenke doppelt, da führen muß, während ihre Stabilisierung die Voraussetzung fam menschließen. Die besondere Einstellung der immer noch sie einem Ausgaben ersparen, die man sich sonst doch machen müßte, der Wiedergefundung ist. Diese Wiedergefundung wird um wie? Die Zentrolperbände sind zu schlapp" und eine„ Drganisa. oder wieder einmal unorganisterten führte zu der Frage: Wound Tägliche Bedarfsgegenstände wie die beliebte, verblüffend wirkende so schneller herbeigeführt werden, wenn das Rapital feine andere tion ber Unorganisierten ist feine Organisation. Möglichkeit mehr hat, Gewinne zu machen, als durch die Produktion. Dann wird man auch begreifen, daß die jezt geübte Unterbewertung der Arbeitskraft verhängnisvoll ist für das Profitinteresse selbst. QUALITATE MARKE .RABE ZAHNPASTA NIVODONT In der Versammlung waren aber auch Organisierte die auf tiefe Frage die Antwort gaben, daß nur eine stort organisierte und bereiten heute mithin weit mehr Freude als reine Luxusartikel. Zarte gut disziplinierte Arbeitervertretung sich vor dem Unternehmertum Fürsorge für die im Winter stärker gefährdete Gesundheit verrät ein Achtung verschaffen und ihm günstigere Lohn- und Arbeitsbedingun. Glas der gegen Ansteckung mit Grippe usw. schützenden gen abringen fann. Aus der Praxis des Berliner Kaufmannsgerichts. Aus den Kreifen der Arbeitnehmerbeifizer mir uns geteit, feiner Rennmisje, feiner Erfahrungen und seinem Temperaschrieben: ment seine besondere Stellung zur Gemertschaft einnehmen. Mag and eine Tube der Frost-, Haut- und Wundsalbe Campholint( 31,6 Proz. „ Durch Schreiben vom 17. Oftober d. 3. ist allen Beifihern bes er noch so einfältig oder noch sa redital, b. h. verärgert sein, so muß Cerussa, 5,2 Proz. Camphor. synth., 63,2 Proz. Adeps lanae) gegen rissige Raufmannsgerichts vom Magistrat mitgeteilt worden, daß durch er dennoch begreifen, daß er mit seinen Arbeitsgenossen an einem Der einzelne Ürbeiter wird je nach dem Grade ſeiner Dentfähig. CALCIFORM- TABLETTEN Haut, rote Hände und Frostbeulen. Zum Weihnachtsfest empfehlen wir: Bolle- Margarine in-Pfund- Packungen, bester Brotaufstrich Bolle- Margarine im Ausstich, sehr ergiebig, besonders empfehlenswert zum Braten, Backen und Kochen. Emulsionsmilch in der Zusammensetzung und im Gebrauch frischer Vollmilch vollkommen Ferner zur Behebung des außerordentlichen Frischmilchmangels unsere Emulsionsmilch, gleichwertig, hergestellt unter Verwendung bester dänischer Teebutter. Bolle- Cocos- Kaffeesahne, kann verwendet werden wie Natur- Kaffeesahne. Erhältlich an unseren Verkaufswagen und in unseren Verkaufsläden.-' Außerdem sind in unseren Verkaufsläden alle Bolle-Kolonialwaren in bekannter Güte zu haben. Meierei C. Bolle Akt.- Ges., NW, Alt- Moabit 98-103 Nr. 591 40. Jahrgang Beilage des Vorwärts Technischer Weihnachtsmann 1923. Abkehr vom Soldatenspielzeug.. 12 zeugt. -Technik voran. Kraftmaschinen- Schiffe. Seit zwei Jahren bringt der„ Borwärts" um die Weihnachts- Spiel ist seine Arbeit. Gutes Spielzeug bildet seinen Geschmack zeit Mitteilungen über Epielzeug, das in den Geschäften feilgeboten und schärft fein Gefühl für das Echte, Wahre. wird. Mit voller Absicht ist dabei dem technischen Spielzeug be- Ein großer Teil dieser Lokomotiven und Eisenbahnbauten wird fondere Beachtung geschenkt worden. Früher spielten die Jungen in Nürnberg hergestellt- Nürnberger Kram hat sich bis heute gar zu gern mit Bleifoldaten und all den befannten Ausrüstungs, feinen bekannten Ruf erhalten. Beffere Modelle, insbesondere von gegenständen, die die großgewordenen Jungen bei den Preußen" Maschinen, werden in württembergischen Fabriten er bann mit größtem Mißbehagen trugen. Damals fangen fie unter bem brennenden Tannenbaum: Trommeln, Pfeifen und Gewehr, Fahnen, Säbel und noch mehr, ja, das ganze Kriegesheer möcht' ich gerne haben". Aber die Furie Krieg mit ihrem Gefolge von Lod, Not und Elend hat wenigstens einen Teil der Jugend zum Nach benten angeregt und auf das praktisch- kulturelle umgestellt. Mit genau so großen sehnsuchtsvollen Augen betrachtet heute die reifere Jugend all die schönen Maschinen und Werkzeuge, und wohl jeder rechte Junge schäzte sich glücklich, wenn er solche Dinge unter dem leuchtenden Tannenbaum für sich fände. Auch in den Spielen der Sugend zeigt sich etwas von einem neuen Geist. Da aber für die Jugend das beste gerade gut genug ist, andererseits aber an dem technischen Spielzeug noch sehr viel auszusehen ist, lohnt es sich, Jahr um Jahr das Gebotene einer Musterung zu unterziehen. Der Umstand, daß Tausende diese Dinge nicht kaufen fönnen, ist tief bedauerlich, aber viele von ihnen betrachten diese Herrlichkeiten in ben Auslagen der Geschäfte und der Einfluß, den gute Arbeit aus zuüben vermag, foll niemals unterschätzt werden. Modellnöte. Baukästen. Mittwoch, 19. Dezember 1923 stellung von Mitteln zur Durchführung des Kampfes, zur Aufrechyta erhaltung der Einrichtungen der Organisation und zur Behebung von Notlagen sollen alle Kollegen für die Dauer des Kampfes von ihren gesamten Berufseinnahmen 20 Proz. für die Organisation abgeben." Am Dienstag aber wurde in den Straßen Berlins ein an tie Kassenmitglieder gerichtetes Flug blott verbreitet, das eine Antwort auf ein Flugblatt der Kranten faffenverbände sein soll. Darin wird wieder gesagt, daß die Gefamthöhe der Abzüge nur 8 Proz. beträgt". In einer Anmerkung wird behauptet, die Richtigstellung" sei vom Borwärts" nicht aufgenommen worden. Unterzeichnet ist das Flugblatt Die Groß- Berliner Aerzteschaft". Das Urteil über diese Leistung überlassen wir unseren Lesern. Die verführerischen Knoblinchen. Berschiebungen auf einem Verschiebebahnhof. Beschwerden von Geschäftsleuten über das Ausbleiben von Waren aller Art gaben schon seit längerer Zeit Veranlassung zu einFriedrichsfelde. Auch auf diesem Bahnhof hatte man eine Kolonne gehenden Nachforschungen auf dem Berschiebebahnhof Lichtenberg. von Rangierern in Verdacht. Jeht hat sich gezeigt, daß auch hier, ebenso wie in Rummelsburg, fich zwei Kolonnen gegen. feitig in die Hände arbeiteten. Auf eine fichere Spur führten endlich leere Knoblinchenbüchsen. Ein Geschäft beschwerte sich, daß es eine Sendung dieser Würstchen nicht erhalten hatte. Die Beamten der Kriminalpolizei und der lleberwachungs stelle fanden nun in den Aufenthaltsräumen und Unterſtänden der Rancierer und an anderen Stellen auffallend viele leere Knoblinchenbüchsen und auch Behältnisse, in denen die vollen Büchsen verpackt und versandt gewefen waren. Es bestand fein Zweifel mehr, daß diese Büchsen aus Güterwagen gestohlen waren. Die Ermittlungen tamen aber zunächst nicht recht weiter und führten erst zum Erfolg, als die ersten lleberwachungsbeamten durch neue ersetzt wurden. Auf Grund der Ermittlungen und Durchsuchungen wurden zu na ch st vierzehn und dann noch fünfzehn Berfonen feftae. nommen. Die Durchsuchungen sind aber noch nicht abgeschloffen und weitere Berhaftungen stehen noch bevor. Die Berhafteten stahlen aus den Güterwagen und Kisten alles, was fie für geeignet hielten, aber nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern auch zum Verkauf. Selbst die Knoblinchen hatten sie nicht alle an Ort und Steffe warm gemacht und verzehrt, sondern zum Teil mit nach Hause genommen und zu Geld nemacht. Einige erklärten, der Beamtenabbau habe sie und andere zu den Dieb stählen veranlaßt. Sie hätten damit gerechnet, daß auch sie bei den Entlassungen an die Reihe kommen würden und feien nun darauf bedacht gewesen, fich für die spätere Zeit noch möglichst gut Kraftmaschinenmodelle sind in reichlichem Maße vorhanden. Sie Die Güterdiebstähle bilden während der letzten Jahre ein trau find wesentlich besser ausgeführt wie die Eisenbahnen, wenn sie auch bei weitem noch nicht die Güte erreichen, die z. B. die sogenannten riges Kapitel in der Geschichte der Eisenbahnverwaltung. Sie be Liebhabermodelle aufweisen. Für eine Dampfmaschine mit liegen- gannen schon in der Kriegszeit und erreichten ihren Höhepunkt nach dem Heffel und gesondert montiertem Motor wurden etwa 20 m. dem Zusammenbruch. Die gewaltigen Entschädigungssummen, die gefordert. Die feuerfte Dampfmaschine in sehr guter Ausführung von Zeit zu Zeit veröffentlicht wurden, beleuchteten Beruntreuungen, mit 2 3ylindern und Benti steuerung sollte etwa 340 m. foften. die man doch für unmöglich gehalten hatte. Mit der Rückkehr der Heißluftmotoren wurden für 30 m. angeboten. Daneben gibt es Elettromotoren, Dynamos und Turbinen, deren Breise sich in ähn. Ordnung hörte man immer feltener von Massendiebstählen. Nachdem lichen Grenzen bewegen. Zu diesen Kraftmaschinen werden un- aber vor etwa 14 Tagen die überraschte Deffentlichkeit durch Fest triebsmodelle aller Art geliefert, deren Preise von etwa 2 m. be- nahme zweier Rangierkolonnen auf dem Bahnhof Rummelsburg von ginnend bis in die Hunderte hinaufflettern. Es gibt herrliche fleine großen Unterschlagungen unterrichtet wurde, ist jetzt auf dem Ber Drehbänke, Bohrmaschinen usw., mit denen die Jungen Präzisions- schiebebahnhof Lichtenberg- Friedrichsfelde bereits wieder eine neue arbeiten anfertigen fönnten, wenn sie rechte Anleitung erhielten noch größere Eisenbahnunterschlagung festgestellt worden. Dadurch und deren Benukung manchem Mechanifer Borteil brächte. Auf befommt der technische Name Verschiebebahnhof tatsächlich einen dem Gebiete des Schiffsbaues find gute Anfähe zu einer endgültigen peinlichen Doppelsinn. Befferung festzustellen. So liefert das Spielwarengeschäft von Motthes in der Leipziger Straße saubere Modelle von Jachten, Fischerbooten, Dampfern und auch von hifforischen Schiffen, die im Berhältnis zu der auf ihren Entwurf und die Herstellung verwen natürlich aber doch noch viel zu Trog Flugzeugen und Lentballons wird die Eisenbahn noch auf dete Mühe nicht zu teuer sind lange Zeit hinaus das Hauptverkehrsmittel auf dem Lande sein. foftipielia, als daß fie in fehr großen Mengen Ablak finden könnten. So sind denn auch auf dem diesjährigen Weihnachtsmarkt Eisen. So foftet beispielsweise bas prächtig und vor allem forreft ausgebahnen, insbesondere Cokomotiven aller Art, vertreten. Seit Jahren führte Modell einer alt- holländischen Fregatte 425 m. Eine fleine ist auf diesem Gebiet fein erfreulicher Fortschritt festzustellen. Wohl Segeljacht mird aber schon für 32 m. geliefert. Hier wird Borbild gibt es Lokomotiven, die mit Dampf, Elektrizität oder Uhrwerf be- liches geleistet und sicherlich fönnten auch einfachere Ausführungen trieben werden, aber die Formen dieser Lokomotiven find immer in besseren Formen geliefert werden, als es nemeinhin geschieht. noch unbefriedigend. Trotzdem auf unseren richtigen Eisenbahn- Moncher Bater schnitt feinen Kindern bessere Schiffe, als in vielen schienen" die schönsten Vorbilder laufen, werden lokomotivähnliche Spielwarengeschäften leider zum Verkauf ausgestellt sind. Gebilde scheinbar aufs Geratewohl fabriziert. Es mag sein, daß durch den Krieg und die darauffolgenden wirtschaftlichen nicht sehr günstigen Zeiten die Anfäße zur Besserung nicht reifen tonnten. Ein nicht hoch genug zu bewertendes Spielzeug sind und bleiben Ausput, wie aufgemalte Mieten übermäßige Windschneiden am die Baukästen. Da ist immer noch der alte gute AnterfteinbauKeffel, Schornstein, Dom und Führerhaus, Armaturen, die nur faften, an deffen ursprünglicher Herstellung die auf dem Gebiete des Attrappe sind, fönnen über die von Grund auf verpfuschte Anord Flugzeugwefens später so berühmt gewordenen Gebr. Lilien nung des Ganzen nur denjenigen täuschen, der diese Dinge ohne that nearbeitet haben. Diele Steinbaufäften find für 2 bis 200 m. Kenntnis der Wirklichkeit und damit der Wahrheit betrachtet. Wie zu haben. Konffruftionsbaufäften, mit denen technische Dinge töricht wirft, um nur eines hervorzuheben, bei einer großen Lofo- Maschinen und Hochbauten ausgeführt werden können, fosten motive ein Drehgestell, das ohne feste und sauber durchge- 3,80 bis 104 m. Dieses Spielzeug regt zu ständigem Eigenschaffen führte Verbindung lose vor den Triebrädern herläuft. Das Dreh- an und verdient daher neben Werkzeugen aller Art, die schon mehr gestell soll stüken und führen und nicht nur mitlaufen. Immer praktische B- deutung haben, die größte Beachtung. Das neueste noch sind die Räder der Lokomotiven falsch gebaut: Die Zahl der auf diesem Gebiet aber dürfte der Eiekbautasten sein, ein ernst Rodfpeichen ist viel zu gering, dafür aber find die Radfpurkränze haftes und beachtenswertes Spielzeug, bei dem das Kind sich mit überhoch ausgebildet, das ist nur eine fleine Auswahl aus den porhandenen Formen mittels einer gelieferten Masse die Bausteine Fehlern, die den Maschinen anhaften, die zum Kauf angeboten selber gießen fann. Die Eteine tönnen jederzeit wieder ein, und werden. Diese Dinge können nur hergestellt werden, weil die umgeschmolzen werden. Das Kind hat auf diese Weise die Mögmeisten Käufer leider noch nicht sehen gelernt haben. Manche mögen lichkeit, sich selber das Baumaterial herstellen zu tönnen. taufen, weil sich nichts anderes darbietet. Die billigste Eisenbahn, ohne mechanischen Antrieb, foftet in diesem Jahre 75 Pfennige. Sie besteht aus einer l'einen Betomotive und drei ebenso winzigen, aus Blech geprenten Wagen. Auch in den Spielzeuggeschäften find die Nullen verschwunden. Die Goldrechnung hat sich durchgefeht. Die Zum erstestreit brachte der Borwärts" am Freitag billigste mechanische Cotomotive( mit Federmotor) wurde zum Preise eine Bufchrift von Dr. Sternberg, dem Geschäftsführer der von 3,50 m. verfauft. Dampflokomotiven werden in allen Breis- Wirtschaftlichen Abteilung des Groß- Berliner Aerztebundes. Darin Tagen angeboten. Für große Maschinen werden Preise von meh- wandte er sich gegen eine aus Kreisen ter Kranfenfassen gemachte reren hundert Goldmart gefordert. Bahnhöfe und Güterschuppen und im Vorwärts" veröffentlichte Angabe über die Höhe des find in befferer Ausführung zu sehen. Ganz einfach und prattisch Betrages, ben die Wirtschaftliche Abteilung von aus Holz hergestellt, werden ste schon von 16,50 m. an geliefert den ihr zur Berteilung überwiesenen Honoraren Das übrige Eisenbahnmaterial, wie Signale, Schranken, wärter- der Kassenärzte abzieht. Nach seiner Angabe würden häuschen ufm. ist genau so schlecht wic früher. Auch hier sind die von dem gesamten tassenärztlichen Honorar nur etwa 8 Broz. in Borbilder aus der Wirklichkeit nicht genügend beachtet. Das Uebelste Abzua gebracht, barunter 3½ Broz. für reine Verwaltungszwede. aber sind zweifellos die aus Blech geprekten Schienen, bei denen Am Montag gaben mir Dr. Sternbergs Darstellung nochmals man nie das Empfinden los wird, daß fie davonhopfen werden, wieder, um ihr die erst nachträglich zu unferer Kenntnis gelangte menn eine Lokomotive über sie mit voller Fahrt dahinfaust Mit Tatsache gegenüberzustellen, daß die vor Beginn des Aerzteftreits ganz einfachen Mitteln lassen sich makstäbliche Gleise anfertigen, vom Attionsausschuß des Aerztebundes am 30. November herausberen Anfertigung allein schon helle Freude auslöst. Des Kindes gegebenen Richtlinien" fordern: 3weds fortaufender Sicher verwandelte, es murde wie eine Widerspiegelung dessen, was im Gemüt des Kranten vorging. Lars sah den alten Boots führer an. War dies Per Suzansa, der Geschichtenerzähler und Spaßmacher? Er faß ja da und war wie ein Vater gegen Elezeus, die rotgeränderten Augen waren voll Besorgtheit, das ganze verheerte Gesicht hatte einen Sonntagsfrieden wie bei Choralgefang. 52] Copyright Georg Müller, München. Die Lofolfischer. Roman von Johan Bojer. Er tam aus der falten Winternacht mit Sternen und zuckenden Nordlichtstreifen am Himmel, aber hier in dem engen Raum schlug ihm eine seltsame Kirchenstille entgegen, fo daß er stehen blieb. ohne etmas zu sagen. Endlich flüsterte er: Wie steht es?" Kristaver sah ihn an und schüttelte den Kopf. Die fünf Seeleute saßen da in Südwester und Faufthandschuhen, denn auch hier drinnen war es so falt, daß der Atem frostweiß aus Mund und Nase drang. Sie sagten nichts. Hier war nichts zu sagen. Ber ging die paar Schritte bis zu dem Kranten und beugte sich über ihn. Er sah, daß sie die Fausthandschuhe mit Bindfaden um die Handgelente des Kranten festgebunden hatten. Die Bänder des Südwesters waren unter dem Kinn zu fammengefnotet. Elezeus lag da, als tonne er jeden Augen blid aufstehen und mit auf See gehen. Der Mund stand offen, und die weißen Zähne leuchteten in dem bärtigen Gesicht. Und der alte Bootsführer begann flüsternd mit ihm zu sprechen, wie mit einem Säugling, der schlafen soll. " Steht es heute abend schlecht mit bir, Elezeus?" Der Krante runzelte die Stirn, um sich zu sammeln, öffnete die Augen und sagte, soweit man es hören fonnte: Ich muß zum Abendmahl geben!" Die anderen Männer rückten auf ihrem Plag hin und her. Ber Suzansa antwortete:" m!" Bleich darauf fagte er ruhig, es sei weit zum Pfarrer. " Es... es ist weiter zur... zur Gnade," sagte Elezeus. Ber Suzansa beugte sich tiefer nieder, zog die Hand aus dem Handschuh und legte sie dem Kranten auf die Stirn Ist es denn jetzt so schlimm mit dir, Elezeus?" Ich... ich werde heute nacht sterben." Sm!" Per hatte sich niedergehodt, er sah immerfort den anderen an, aber es mar, als ob fein graues Gesicht sich allmählich Wie der Aerztekampf geführt wird. Reiner fagte ein Wort. Alle sahen Per Suzansa an. Endfich fagte Kriſtaver:" Es ist vielleicht vergeblich... zum Dottor zu fahren. Hm. Ber blickte. zu den anderen auf, alle fahen vor sich hin und hatten nichts zu erwidern. Da wurde es wieder still, bis der Krante wiederholte: Sch... ich muß Bergebung haben. Ich muß zum Abendmahl gehen.. 59 44 Die Männer rüdten wieder hin und her, aber jetzt magten fie fich nicht mehr anzusehen. Da hob Per Suzanfa den Kopf und sah Kristaver an. Es war, als habe die beiden Bootsführer ein Unglüd betroffen, in dem sie teine Rettung jahen. Es war ja unmöglich, fo rasch einen Pfarrer herbeizuschaffen. Der eine fah den andern an, aber es war unnötig, den Kopf zu schütteln. Man hörte die vielen Atemzüge, und das Talglicht brannte und brannte. Bis Kristaver sagte: Wenn es hier nur einen Rat gäbe... Aller Augen schienen nach einem Ausweg zu suchen. Nach einer Biele sagte Arnt Aasan tastend: Wenn wir unsere Baptista hätten, dann... zu verforgen. Weihnachtsfeier im Delar- Helene- Heim. Das Dstar- Helene- Heim auf der Höhe des Grunewalds bei Dahlem, bas nahezu 300 förperlich mehr oder minder start behinderte Kinder und Jugendliche aus wenig bemittelten Streifen beherbergt, beging bereits am Dienstag abend feine Weihnachtsfeier. Troz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die dieses Wohlfahrtsinstitut wie fo viele andere bedrückt. war es gelungen, teils durch Hilfe von Freunden, Gönnern und Behörden, teils durch Selbsthilfe den Kindern eine wunderschöne Feier auszurichten. Zunächst versammelte sich alles, Bäfte, Kinder, Jugendliche, Schwestern, Hausanaeftelte, Aerzte und Lehrer, voran die Leiter der Anstalt, Brof. Dr. Biefalfti und Erziehungsdirektor Hans Würg in der großen Turnhalle. Ein Kinderorchester spielte allerliebst die schönen alten Weihnachtsweisen. und hierauf ging auf felbftge zimmerter Bühne ein hübsches Weihnachtsspiel vor sich. Trok des für den Besucher beflemmenden Eindruces. den die vielen franken zum Teil in den Betten hereingefahrenen Kinder machten, herrscht Ich muß zur Kirche. Ich muß zum Abendmahl. Sonst ... bin ich verloren!" Sie faßen eine Weile und lauschten auf seine furzen, heftigen Atemzüge. Dann begann er leise zu schluchzen. " Oh, oh... jetzt fommt er... und jetzt ist es zu spăt. Gibt es teine Gnade für mich? Wenn ich nur noch zum Abendmahl gehen tönnte. Aber das ist jetzt zu spät. Oh, sag mir... ist es zu spät?" Es verging wieder eine Weile, fie starrten vor sich hin und sahen feinen Rat. Sie merkten, daß Elezeus es nicht mehr lange machen werde. Endlich sagte Arnt Aasan:„ Wir können es boch nicht so gehen lassen." Aber da auf einmal hob Per den Kopf und sah Henrik Rabben an. Und gleich darauf wendeten alle Gesichter sich ihm zu. Reiner wagte das Wort auszusprechen. Aber er fühlte, daß sie ihn erwählten. Die Augen sagten: Wenn einer von uns würdig dazu ist, so bist du es! Bollten sie ihm eine Henrik beugte den Kopf und wagte nicht aufzusehen. folche Laſt, eine solche Bollten sie ihm eine solche Last, eine solche Berantwortung aufbürden? Aber noch immer fühlte er die Augen auf sich ruhen. Sie fagten: Wir wählen dich. Wenn einer von uns würdig ist, so bist du es. Henrit? War er nicht genau wie die anderen? Mehr gelernt hatte er nicht, ein römmler war er auch nicht, er war ein armer Häusler und Fischer wie sie. Sie starrten vor sich hin. Kristaver strich sich mit dem Er fand Gelegenheit, sich zu waschen und Haar und Bart Handschuh über die Stirn und sagte endlich zaghaft:„ Soweit zu fämmen, wenn die anderen das für unmöglich hielten, er hatte daheim einen Garten. Er raufte nicht und betrant sich ich mich aus der Rinderzeit erinnern fann,... firmiert worden war, es steht im Katechismus, daß im so nahm er den armen Kerl in Schutz, aber nicht so oft, wie er Ja," sagte Lars, er war ja derjenige, der zuletzt fon- nicht, aber das war nur zufällig, denn Luft dazu hatte er schon. es steht im Katechismus, daß im und wurde irgendeiner von den Leuten ungerecht behandelt, Notfall jeder Christ. Mehr wagte er nicht zu sagen. Denn es war doch eigentlich unmöglich, daß ein ganz gewöhn- es hätte tun müssen. Warum also wählten sie ihn? licher Mann sich erfühnen tönnte, das Satrament auszuteilen. Er wollte aufftehen und sagen, er sei nicht der rechte, das Aber jetzt begann der Krante wieder zu murmeln. Er müsse der Bootsführer tun oder Ber Suzanja, als der Aelteste. öffnete die Augen und blickte wild umher, er wollte aufstehen, Aber die Stille war so, daß er es nicht fertigbrachte, sie zu er sagte, er wolle zur Kirche und seine Frau mitnehmen. brechen. Alle Augen, alle Gesichter sagten: Du mußt es tun! " Komm jekt, Berit!" Per drückte ihn wieder nieder und breitete die Decken über ihn. Liege jegt still, Elezeus," sagte er wie zu einem fleinen Jungen. Als der Krante wieder wehklagte und irgend etwas murmelte, war es wie eine Warnung. Hier war vielleicht keine Zeit zu verlieren. Du mußt dich entschließen. ( Fortsetzung folgt.) bei ihnen selbst Freude und Jubel, ber fich noch steigerte, als in den Einzelstationen nach der gemeinsamen Feier noch besondere Feiern ftatifanden. Ueberall brannte ein nettes Bäumchen und überall waren die Gabentische gedeckt. Man tonnte sehen, daß auch in der Zeit schwerer Not Licht und Freude verbreitet werden können, wenn nur rechte Menschen mit dem rechten Willen dahinterstehen. # Das Unglück feines Lebens. Verhaffung im Gerichtssaal unter Meineidsverdacht. Ginen bösen Ausgang nicht nur für den Angeklagten, sondern auch für die Hauptbelastungszeugin nahm gestern eine Berhandlung vor der Berufungsstraffammer des Landgerichts. III. Der Arbeiter Sch. war vom Schöffengericht Pankow wegen Körperverlegung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden und hatte gegen das Urteil Berufung eingelegt. Der Angeklagte war eines Abends in angeheitertem Zustande in ein Lokal gekommen, in dem eine mit ihm in demselben Hause wohnende Frau K. sich in animierter Männergesellschaft befand. Das Verhalten der Frau K. hatte seinen Unwillen erregt, und es war zu heftigen Aus einandersehungen gefommen, die dadurch einen bösen Ausgang erhielten, daß Sch. beim Berlassen des Lokals einen der Begleiter der Dame mit einem Messer bearbeitete und ihm brei schwere Stiche versezte. In der Berufungsverhandlung machte der Angeklagte geltend, daß er sich über das Verhalten der Frau aufgehalten habe, weil der mit ihm befreundete Versicherungsbeamte A., der bis dahin als Ehemann der Frau galt, ihm turz vorher geflagt hätte, daß diese Frau das Unglück feines Lebens sei", da sie ihn veranlaßt hätte, Frau und Kinder zu verlassen, er fei jetzt ganz in den Händen der Frau und tomme nicht mehr von ihr los. Die Beweisaufnahme ergab, daß Sch. grundlos der Angreifer gewesen sei. Die Beugin. hatte schon vor dem Schöffengericht unter Eid ausgesagt, daß sie die rechtmäßige Ehefrau des Versicherungsbeamten R. fei, und zwar seit dem Jahre 1915. Troß eindringlicher Borhaltungen blieb sie auch vor dem Landgericht bei derselben Behauptung. Sie bestritt auch, daß sie von den fremden Männern gefüßt worden sei und wollte nur einen Handfuß zugeben. Dagegen sagten die Begleiter aus, daß die 3ärt lichkeiten weiter als bis zum Handfuß gegangen seien. Zur allgemeinen Ueberraschung erklärte vollends der diesmal als Zeuge geladene Versicherungsbeamte K., daß die Zeugin K. garnichtfeine Ehefrau jei, fondern die eines verschollenen Vetters. Er lebe feit 1915 mit ihr im Kontubinat. Der Staatsanwalt ließ fofort die Aussage der Beugin K. protokollieren. Das Gericht fam zu einer Bermerfung der Berufung des Angeklagten und bedauerte, daß der Staatsanwalt nicht auch Berufung eingelegt habe, denn bie rohe Tat verdiente eine weit höhere Strafe. Weiterhin beschloß das Gericht, die Zeugin K. unter dem dringenden Verdacht des Meincides fofort in Haft zu nehmen. Sie habe in doppelter Weise vor Gericht die frivolste unwahrheit ausgesagt. Die Reise- Spar- Karte der Reichsbahn. Die neuen Gutscheine der Reichsbahn, über die bereits berichtet nurde, lauten auf Goldmart, und zwar sind die Sparraten auf zwei und fünf Mart festgesetzt; die Gutscheine werden in der Form der gewöhnlichen Fahrtorten hergestellt die 2- MarkBons auf grünen, die 5- Mart- Bons auf gelben Fahrkartenblättchen und tragen folgenden Text: Man hat die Werts festlegung absichtlich 17. 12. 23 in Goldmart ge= wählt, um die Frei. zügigkeit dieser Gut. scheine möglichst zu erweitern; sie werben nicht nur bei der Lösung ge möhnlicher Fahrkarten in Zahlung ge= nommen, sondern auch für Fahr. tarten zu Ferienfonder. Deutsche Reichsbahn Gültig bis 31. Dezember 1924 Diese Karte wird mit 2 Goldmark bei allen Kassen der Deutschen Reichsbahn beim Lösen von Fahrkarten und Abfertigung von Gepäck in Zahlung genommen. Kein gesetzliches Zahlungsmittel Keine Einlösung in bar. Die Kaiserdammhalle als Radrennbahn. Wirtschaft Die Weltzuckerernte. Bekanntlich hat sich die deutsche Regierung genötigt gesehen, Die riesige Autohalle am aiserdamm, die bisher lediglich Ausstellungszwecken diente, soll jezt in eine winterImbauten ist bereits begonnen worden. Die Arbeiten sollen radrennbahn umgewandelt werden. Mit den notwendigen derart gefördert werden, daß bereits am fommenden Sonntag ein kleines Borrennen stattfinden kann, um die Fahrer und auch einen Teil der deutschen Zuckerernte zum Export freizugeben, um so das Publikum mit der neuen Anlage vertraut zu machen. Die die zur Beschaffung der zur Einfuhr anderer Lebensmittel, insbes offizielle Eröffnung foll an den beiden Weihnachtsfondere Fette, notwendigen Devisen hereinzubekommen. Diese feiertagen erfolgen. Die Radrennbahn wird eine Länge von 200 Meter und eine Breite von 6 Meter baben. Die Breite der Wiedereröffnung des deutschen Zuckeregportes trifft in eine unsalle ermöglicht für die Kurven einen Radius von 14% Meter, günstige Situation am Weltmarkt. Die Weltzudererzeugung so daß die Bedingungen für eine einwandfreie Babn gegeben sind. hat nämlich nach den vorliegenden, auf den Ernteberichten aufges Die Anlage wird nach vollständiger Fertigstellung 15000 Berfonen bauten Schägungen in der letzten Zeit zugenommen. Demnach ist Raum gewähren. Belannie in- und ausländische Rennfahrer im laufenden Wirtschaftsjahr, verglichen mit den beiden vorange. werden das Eröffnungsrennen bestreiten. gangenen Jahren, auf folgende Produktionsergebnisse zu rechnen: eltzudererzeugung in Millionen Zentnern: 1922 23 1921/22 102.73 Ein Feuer auf dem Stadtgut Blankenfelde veranlaßte die Berliner Wehr, dorthin auszurüden. Es brannten auf dem Boden alte Inventarſtüde und Säde usw., so daß der Kornboden gefährdet war. Durch schnelles Eingreifen konnte indes diese große Gefahr verhütet werden. Der Kornboden mit seinem wertvollen Inhair blieb verschont. Billige Räucherheringe. Das Ernährungsamt der Stadt Berlin veranstaltet am Donnerstag und Freitag diefer Woche einen Berfauf preiswerter geräucherter Fettheringe. Der Abgabepreis beträgt zehn Pfennig je Stud. Mehr als fünf Stüd dürfen an einen Käufer nicht verabfolgt werden. Die Berfaufsstellen werden am 20. Dezember an den Anschlagfäulen bekannt gegeben. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, daß große Mengen Ostseedorsch in Berlin eingetroffen sind, und daß infolgebeffen sich der Kleinverkaufspreis auf zwanzig Pfennig je Bfund gesenkt hat, b. h. unter den Friedenspreis cefunken ist. Die Juristische Sprechstunde fällt heute aus. Eine Weihnachtsfeier in Lichtenberg findet am Sonntag, den 23. De gember, nachm. 4 Uhr, im Lofal Boczontd, Lichtenberg, Hauptstr. 87, statt. Es handelt sich um eine Bescherung aus freiwilligen Spenden für die Armen und Pflegefinder des 36. Fürsorgebezirks. Alle Freunde, Bekannte und Wohltäter sind eingeladen. Rübenzuder Rohrzuder 1923/24 116.71 99 11 . 9 261.78 zufammen 378.44 254 49 255 88 857 22 354.49 Auf die beiden Arten der Zudergewinnung in den einzelnen Erdteilen verteilt sich die Produktion folgendermaßen: Rübenzuder in Millionen Zentnern: Europa Amerita 0 0 1923/24 101.42 1922 23 1921/22 90.16 80.51 15.29 12.57 18.60 zusammen 116.71 Rohrzuder in Millionen Zentnern: 102.78 99.11 1928/24 19: 2/23 1921/22 Europa( Spanien). Amerika Afien Afrika Australien 024 028 0.28 0 185 57 128.45 138 10 108.86 107.80 9854 11.20 11 33 11.03 5.86 6.63 7.48 zufammen 261.73 254 49 200 38 Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute abend 5 Uhr Sizung bes Besonders start ist demnach die Zunahme der Rübenzuder. leinen Bildungsausschusfe 3. Die Märchenvorstel gewinnung, die in den letzten Jahren allein um 17 Proz. ges Iungen am Sonnabend, den 23., und Sonntag, den 23. Dezember, beftiegen ist. Sie ist auch in Europa zu verzeichnen, obwohl hier ginnen nicht um 3, sondern erit um 3, Uhr. Starten zum Breite von 30 Deutschland infolge der schlechten Witterung des letzten Jahres und 50 Bf. noch im Buneau ves Bildungsausschusses. Die Streife werden einen wesentlichen Produktionsausfall hat. Im einzelnen ersucht, sofort die Starten für die Theatervorstellungen im Januar vom stellt sich die Rübenproduktion Europas folgendermaßen dar( in Bureau abzuholen. Millionen Zentnern): unt Arend. Sport. Bet dem Meisterschaftsradrennen in Wien- Berlin" trug auch am Montag der Weltmeister Willi Arend zwei schöne Ziege heim. Bei einem Vorgabe. fahren über 2 Kilometer gelang es ihm, bei 50 Meter Vorgabe Lewanow zu schlagen, während Peter( 100 Meter Vorgabe) als dritter endete. In der ersten Runde eines Buntlefahren gelang es wiederum Aren b, Lewanow zu schlagen. Die zweite Runde brachte den Eieg 2e manows vor Bittig Der befannte Flieger Münzner startete am Montag zum erstenmal. Im übrigen werden die Kampje von Tag zu Tag schärfer. Ein Vialfabren über 3 Kilom ter gewann a bn, während Münzner den legten Platz hinter Golle einnehmen mußte. Einen ganz besonders scharfen Endlampf gab es beim 17. Lauf des Großen Weihnachtspreises von WienBerlin" zwischen Salbow, Wittig und Stellbrint Alle Fabrer für die die Fahr- lagen bis furz vor dem Ziel so dicht zulammen, bis es dem glänzend preise ermäßigt sind, fabrenden Saldow durch einen besonders scharfen Endspurt gelang, ben außerdem beim Kauf Sieg an sich zu reißen. Durch diesen Sieg bat Saldom fich mit 15 Punkten von Fahrscheinheften in die gleiche Punktzahl von Lewanow und Wittig gebracht. oder Auslandsfohrvom Dienstag, den 18. Dezember 22,00-22.45| Kümmel, holländischer. 153,50 22,00 22,45 Nelken Zanzibar 266,47 141,2484,68 ten sowie bei der Richtpreise in Berlin im Nahrungsmittel- Großhandel Aufgabe von Reise- und im Verkehr mit dem Einzelhandel in Originalpackung gepäd. Durch diese Ausdehnung des offiziell festgestellt, durch den Landesverband Berlin und Brandenburg des Geltungsbereichs ift Reichsverbandes des Deutschen Nahrungsmittel- Großhandels E V. Berlin. auch finderreichen Die Preise verstehen sich in Gold- M. für 50 kg in Originalpackung ab Lager Berlin Familien die Mög Gerstengraupen, lose Gerstengrütze, lose lichkeit geboten, jich Haterflocken, lose dos Fahrgeld für Hafergrütze, lose.... die Sommerreise im Maisgrieß. Maispuder, lose Feriensonderzug in Ro genmehl 0/1.. Turner. zügen bequemen Raten zu Weizengrieß und Schülerfahrten, fammenzusparen, und Harigrieß Berkehrsvereine und Turnvereine sind in der Lage, die Kosten einer Gemeinschaftsreise allmählich in Reisespargutscheinen" zurückzulegen. Da auch 3eittarten mit diesen Gutscheinen bezahlt werden dür. fen, ist Gelegenheit geboten, sich den Preis einer Monatsfarte in bequeme Wochenraten zu zerlegen. Die Karten werden bereits an den Fahrkartenschaltern ausgegeben und an allen Fahrkarten- und Gepäckshaltern der Reichsbahn in Zahlung genommen. Brot 64 Goldpfennige ab heute. Die Preisprüfungsstelle teilt mit: Die Bädermeister haben nach Verhandlungen mit der Preisprüfungsstelle und dem Bucher amt den Brotpreis mit Wirkung vom 19. Dezember 1923 auf 64 Pfennige festgesetzt. 70% Weizenmehl Weizen Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, Perl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni, lose. Deutschland Tichechoslowakei Desterrei Ungarn 1923/24 1922 23 1921 22 22.00 28.02 26.11 19.01 14.68 13.19 0.81 0.48 0.33 2.20 1.63 1.50 Frankreich. 10.21 9.81 6.12 Belgien 601 5.38 580 Holland 6.60 5.11 7.60 Rußland und Ukraine 6.00 3.87 0.99 Bolen. 9.00 5 89 358 Schweden. 3.50 1.44 4.62 Dänemark 2.28 1.77 294 6.50 5.95 4.35 8.80 3.20 1.45 1.10 1.60 1.17 0.80 0.33 0.25 1.60 1.00 0.51 Italien. Spanien Schweiz Bulgarien. Rumänien. zufammen 101.42 90.16 80.51 Der Rüdgang der deutschen Zuckergewinnung dürfte alfo nach den Ernteberichten durch eine reichliche Vermehrung der Zuckererzeu gung anderer Länder wettgemacht werden. An dieser Steigerung nehmen mit Ausnahme der Schweiz alle größeren Staaten teil, und war in besonderem Maße die Tschechoslowakei, Rußland, Bolen und Schweden. Wenn man troß der Zunahme der Produktion in Interessenten freisen eine weitere Steigerung des Weltmarktpreises erwartet, so dürfte hier der Wunsch der Vater des Gedankens fein. Man glaubt nämlich, daß auch der 3uderbedarf wesentlich zugenommen habe. In Deutschland, das trotz der geringeren Ernte Mensen für den Export zur Verfügung stellt, ist das gewiß nicht der Fall. Ob und inwieweit aber andere Staaten unter der jetzt so erschreckend fichtbar gewordenen Berarmung des deutschen Boltes ebenfalls leiden werden, läßt sich natürlich nicht übersehen. Eine Gesundung des internationalen Warenverbrauches und damit auch ein erhöhter Budertonfum ist erst zu erwarten, wenn die Schranken des inter. nationalen Handelsverkehrs durch eine vernünftige Regelung der Reparationsfrage und durch Kreditgewährung an die wirtschaftlich 7,00- 7,35 schmachen Staaten niedergerissen sind. 22,35-22.70 Schwarzer Pfeffer Singap. 114,19 22,50-22,70 Weißer Pfefier 20,65- 20,93 Piment Jamaica. 24,50 24,75 Kaffee Prime roh. 16,50 16,80 Kafee Superior 21,90200,00 192,00 22,45 Röstkaffee Brasil 24.00-24.55 Röstkafiee Zentralam. 260,00 350,00 17,00-19,00 Malzkaffee. lo e. 21,50 22,15 Röstgetreide, lose 38,0 40,10 Ersatzmischung mit 20% 31,00-32.80 Kaffee, gepackt 93,00 29,45-31,15 Kakaopuv. lose, fettarm 180,00 34 45-35,15 Tee in Kisten Souchon 360,00 34,00 25,00 44 5524,00 42,20 32,50 23,52 29,90 Steinsalz in Säcken 19,15 Siedesalz in Packung Steinsalz in Packung 27,75-33,9 Inlandszucker basis mel. 50,73 34,65-44,40 Inlandszucker Raffinade 52,73 51,70 Zucker Würfel. Schnittnudein, lose. Burma II unglasiert Siam Patna i glasiert. Grober Bruchreis. Reisgrieß u.-mehl, lose 14,25 Rineäpfel, amerik. extra choice 99,75 Getr Aprikosen, cal.fancy 137,00 Getr. Birnen, ca. fancy 90,10 88,52 54,45 choice. Rosinen in Kisten Das Zentralwohlfahrtsamt teilt mit: Die dem Zwedverband Getr. Piirsiche, cal extra der Bäckermeister Groß- Berlins angeschlossenen Bädermeister haben Getr. Pflaumen. sich angesichts der Notlage weiter Kreise der Berliner Bevölkerung| Korinthen in Kist. choice 89,30 bereit erklärt, an laufend aus Wohlfahrtsmitteln unterstüte Sultaninen in Kis'en. Berionen wöchentlich ein Brot zu einem um Mandeln, bittere Bari 10 roz. ermäßigten Preise und an Sozial- und Mandeln, süße Avola seleinrentner wöchentlich ein Brot zu einem um 5 Proz. er- Kassia Vera mäßigten Preise abzugeben. Kaneel 111 Kunsthonig 53,73 53,20 Marmelade Einfr. Erdb. 111,50 Marmelade Vierfrucht 61,50 Siedesalz in Säcken 64,00 4,85 5,10 7,70 8.10 5,40- 5,70 Kohlenpreise und Elfenindustrie. Wie die Eca" aus Gleivis Bratenschmalz in Tierces 88,00-89,00 meldet, zeigt man sich in Streifen der oberschlesischen Eisenindustrie Purelard in Tierces Molkereibutter. 86,00-88,00 Corned beef 12 6 lbs p. K. 38,00 Mar arine, Handelsmark. 59,00- 62.50 beunruhigt darüber, daß die Koblenpreisherabfeßung im Nubreebiet Margarine, Spezialmarke 66,00-76,50 nicht auch im unbefeßten Gebiet und insbesondere in OberSchlesien vorgenommen wird. Man weist darauf hin, daß die jetzigen Koblenpreise die oberschlesische Eisenindustrie vollkommen fonfurrenzunfähig machen und den Abfaz völlig unterbinden. Auf Grund von Urteilen von unterrichteter Seite ist anzunehmen, daß eine Senfung der Koblenpreise um ein Viertel bis um ein Drittel stattfinden könne, um noch für die Zechen tragbar zu sein. Man rechnet für Aufang Januar auf eine Senkung der Sohlen preise im ganzen unbesetzten Dentichland., 36,00 90,00-91,00 Corned beef 24 Dosen à 2 Unzen 36,00 70,65 Corned beef 48 D. à 1 Unz. 106,00 Speck, gesalzen, fett 99,59 Quadratkäse 160,35 Quarkkäse 190,41 Tilsiter Käse, vollfett 130,18 75,00 100,00 140,00 Tilsiter Käse, halbfett. 162,00 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. Großer Weihnachts- Verkauf Herrenbekleidung Anzüge, gute Verarbeitung, 38 bis 1950 Ulster 32.50 27.50 85.00 75.00 38.00 3000 Anzüge, prima Stoffe, Gesellenarbeit, 75.00 65.00 62.00 55⁰⁰ Hosen, Pilots, besonders billig.. 680 Hemden, Makko. Hemden, wollgemischt Socken, grau, Paar in allen Abteilungen zu bedeutend ermäßigten Preisen! Damenbekleidung Mäntel, gute Stoffe Blusen, bw. Flanell Röcke, blau und farbig. Kleider ... 1050 5.00 350 8.50 6.30 390 1400 Mädchen Mäntel, besonders Schuhwaren 600 Damen- Spangenschuhe Rochevreaux 茶 Leibwäsche u. Trikotagen Damen- Hemden mit reich. Stick, prima Renforcé 3.50 3 15 280 Damen- Halbschuhe aus guten Wollstoffen. ... 7.50 Herren- Stiefel, Rindbox. 1350 1350 Damen- Beinkleider.. 2.60 225 Kinder- Stiefel.. Größe 31-35 550 Damen- Strümpfe baumwollene 060 Größe 27-30 450 Damen- Strümpfe, Makko 1.70 125 0• 3.10 290 4.93 425 130 Gr. 65 3 50 70 4.25 75 5.00 80 5.75 85 6.50 90 7.25 95 8.00 100 8.75 105 9,50 110 11.00 Besonders billiges Angebot: Winterjoppe mit Barchentfutter und Mufftaschen M. 600 G.m. b. H. Sonntag, den 23. Dezember von 1-5 Uhr geöffnet! Mengenabgabe vorbehalten! Hauptgeschäft: 2. Verkaufsstelle: Osten, Warschauer Str. 33 4. Verkaufsstelle: Neukölln, Berliner Str. 47-48 Kleider- Vertrieb 6. Kommandantenstraße 80-81 3. Verkaufsstelle: Lichtenbg., Franki. Allee 82 5. Verkaufsstelle: Norden, Mullerstraße 181 Groß- Berliner Parteinachrichten. Engerer Bezirksvorstand. Mittwoch, den 19. Dezember: Kurze wichtige Besprechung pünktlich 5 Uhr im Sekretariat, Lindenstraße 3.. * 3. Areis Webbing. Kommunale Rommission. Mittwoch, den 19. Dezember, 7 Uhr, Sigung der Obleute im Ledigenheim, Schönstedtstr. 1, 8immer 122. Tagesstonung: Die Richtlinien des Bezirksausschusses für Arbeiterwohl fahrt." 9. Kreis Bümersdorf. Sonnabend, den 22. Dezember, nachm. 5 Uhr, im Bittoriagarten Wilhelmsaue 114/115, Kreismitgliederversammlung( Beih nachtsfeier) mit Befcherung für Erwerbslose und tinder. Es wird ge beten, Spenden hierzu bis Donnerstag abend beim Genossen Oppel, Gasteiner Str. 11. abzugeben. Morgen Donnerstag, den 20. Dezember. 85. Abt. Tempelhof. 7 Uhr Funktionärsihung in der Linde", Werber-, Ede Friedrich- K. rl- Straße. 146. bt. Reichsdruckerei. Nachm. 3% Uhr Mitgliederversammlung bei Hennig, Alegandrinenstr. 44. Vortrag des Genossen Schröder vom 8DA.: ,, Das Ermächtigungsgeleg Sozial- und Wirtschaftspolitik der Gegen. mart." Frauenveranstaltung am Donnerstag, den 20. Dezember. Die Ge Rinder 101. Abt. Treptow. Det Frauenleseabend für Dezember fällt aus. nofsinnen nehmen geschlossen teil an der Beihnachtsfeier der freunde, Donnerstag abend 6 Uhr im Reichensaal der 6 Gemeinde schule, Bilbenbruchstraße. Jugendveranstaltungen. Achtung. Abteilungstaffiezer! Die Beitragsmarten für die 2. Sälfte des Tonats Dezember mififen heute, Mittwoch), unbedingt abgeholt werden. Der Beitrag beträgt für Mitglieder bis 15 Jahren 50, von 15-17 Jahren 100 und über 17 Jahre 150 Milliarden Mart. Arbeitslose Genossen über 17 Jahre schlen den ermäßiaten Beitrag von 100 Milliarden Mart. Ferner muß die Internationale"( Breis 15 Goldpfennig) und die Arbeiter- Jugend"( Preis 10 Goldpfennig) abgeholt werben. Heute, Mittwoch, den 19. Dezember, abends 71 Uhr. Friedrichsfelde: Jugendheim Berliner Sttr. 45, Ede Schloßstraße. Dis tuffton: Gemeinschaftserziehung." Friedrichshagen: Jugendheim, Scharnweberstraße 105. Bortrag: Moderner Kapitalismus." Raulsdorf: Schule, Adolfstr. 25. Vortrag: Freiligrath und die Proletarierjugend." berg- Mitte: Jugendheim, Doffeftr. 22 part. Bortrag: Warum feiern wir Weihnachten?" Lichterfelbe: Jugendheim, Albrechtstr. 14a. Bortrag: August Bebel." Luisenstedt: Schule, Stallschreiberstr. 54( 8. 15). Bortrag: Arbeiterjugend und feguelle Frage." Mahlsdorf: Schule Balderfeestraßee. Bor trag: Gegnerische Jugendbewegung." Often Fr.- B.: Jugendheim, Große Frankfurter Straße 16( 3. 2). Bortrag: ,, Demokratie und Ditt tur." 30. Wbt. Die Bezirksführer werben ersucht durchzufassieren und am Sonn. Sempelhof: Germaniaftr. 6/7( Rinderhort). Diskussion:„ Aufgaben der Goz abend, den 22. Dezember, beim Affierer abzurechnen. Arbeiterjugend." Arbeitersport. Freier Kanu- Bund." Freitag, den 21. Dezember 1923, 7% Uhr, Jdaal. Kaufe, Neukölln, Maresch ftraße. Fortsetzung der Generalversammlung. Bichfige Tagesordnung. Keiner dart fehlen. Touristen- Berein ,, Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin. Die fut Fahrt. genoß" für den 19. Dezember 1928 veröffentlichte Monatsversammlung findet nicht statt. Ebenfalls fällt die ursprünglich als Ersatz anberaumte Bildungs ausschußßigung aus. Briefkasten der Redaktion. Die Juristische Sprechstunde fällt heute aus. Dr. B., Stromstr. Besten Dank für Ihr Angebot. Wesen des Austausch wunsches mit Frankreich tönnten Sie sich direkt an den Populaire", Paris, 12 Nue Fendeau, menden, der vielleicht das nötige veranlassen tönnte. ? Café Zielka Großer Preisfturz unferer Fabrikate! Herren- Anz g- und Paletotstoffe m. M. 6,- 8, 12,- 15, Damen- Kostüm- und Ulsterstoffe ,, 5,- 7,- 10, Gabardine, Homespun, Velour de laine M. 4.- 6.- 8, Große Auswahl. Verkauf meterweise. Beste Fabrikate. Koch& Seeland G. m. Ge ründet 1893. b. H.. Gertraudtenstraße 20-21. Ge ründet 1893 Theater Lideispiele BfW. Deutsch. Theater 72 Uhr: NORA Kammerspiele 8 Uhr: Tageszeiten d. Liebe Theater i.. d. Königgrätzer Str. 8 Uhr: Don Gil von d.grün. Hosen Komödienhaus 8 U. Mexiko- Gold Berliner Theater 7.30: Dolly Volksbühne 72 Uhr: Figaros Hochzeit Lessing- Th. 7 Uhr: Faust Do. 7 Michael Kramer Freitag geschossen Sonnab. z 1. Male: Was ihr wollt Deut. Künstler- Th. Alla endl, 7: Señora Tn.i.Admiralspalast Allabendlich 73 U.: Drunter und drüber Deutsch Opernhaus 7 Uhr: Carmen Blech, Lussmann, Armster Intimes Theater 8 Uhr: 4 Einakter Donnerst. Premier Metropol- Theater Geschloss Sbd, 22. Dez., zum 1 Male Marietta Opere te v. Kollo Neues Theat a. Zoo Uh Die Luxusfrau Renaissance- Theat. 8 Uhr. Die zäit. lich. Verwandten Thalia- Theater Uhr: Pst! Pst! Theater.d.Kommandantenstr. Geschlossen Wallner- Theater 8 Uhr. Ein Sprung in die Ehe mit Leo Peukert Lustspielhaus 8 Uhr: Vinzenz oder die Freundin bedeut. Männer Komische Oper Ana endlich 71/2 Die größte Revue des Kontinents: Die Welt ohne Schleier Ein Weihnachtsgeschenk macht doppelte und dreifache Freu de, wenn es nicht nur einem still ge hegten Wunsche entspricht.sondern auch qualitativ und künstlerisch eine hochwertige Gabe darstellt. Be sonders aparte und dabei sehr preís werte Gaben sind Garbáty- Cigaretten, ihr Ruf als Qualitäts- Cigaretten ist unbestritten ihre künstlerische Pak kung eine Zierde für jeden Gaben tisch. Dem verwöhnten Raucher schenke man daher stets die seit Jahren geschätzten duffsüßen GARBÁTY Rose- Theater Große Volksoperim Theater 3 U.: Christnachtsglück TUT: Die Räuber 7 Uhr: Ein Maskenball r: 99 GARBÁTY Th.a. Kottb. Tor Täglich 7'/ 2 Ub a. Sonntag nach mittag 3 Uhr: ELITESänger 115.Reine Reklamewaren! Herrliche Geschenke Ermäßigung bis 50%! ! Spottpreisen! Elle geboten, bevor die besten Stücke vergriffen sind Plüschmäntel Sealplüsch- Velour- du- Nord- Biberettemäntel 72.Strickwesten für Herren u. 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