Ste. 593+ 40.Jahrgang Ausgabe Nr. 296 Bezugspreis: Bom 16.- 22. Dezember 1 Billion oder 1 Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 16.- 22. Dezember für Deutschland, Danzig, Saar- u. Memel gebiet, Desterreich, Litauen, Lugemburg 1,35 Goldmart, flir das übrige Ausland 1,60 Goldmark. Kreuzbandfendungen nur gegen wertbeständige Bahlung. Postbezugspreis freibleibend. Der Vorwärts mit der Gonntags. beilage Bolt und geit" u. ,, Giedlung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 130 Milliarden Anzeigenpreife: Die einfpaltige Nonpareillegeile 0,70 Goldmart, Nettamezeile 3,50 Goldmart. Ricine Inzeigen" bas fettgedrnde Wort 0,20 Goldmart( zulässig zwei fettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengefuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, icdes weitere Bort 0,05 Goldmart. 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Dezember sollte die italienische Kammer ihre sogenannten Arbeiten wieder aufnehmen, und zwar sollte sie in erster Linie die unbegrenzten Bollmachten der Regierung um ein weiteres Jahr oder um sechs Monate München, 19. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) In der machten aus. Der Finanzminister war nicht imstande, verlängern. Die Regierung war dem Barlament, wenigstens heutigen Sigung des Landtags wurde das von der Regierung ein- ein flares Programm der Maßnahmen vorzulegen, die un- des formellen Anstandes wegen, Rechenschaft schuldig über den gebrachte Ermächtigungsgefeß mit 91 gegen 54 Stimmen verzüglich auf Grund des Ermächtigungsgesches durchgeführt werden Gebrauch, den sie von den während eines Jahres ausgeübten abgelehnt. Gegen das Ermächtigungsgejet ffimmie auch der müßten. Wir haben nicht die geringste Gewähr dafür, daß Miß- außerordentlichen Vollmachten gemacht hatte; auch hätte Bauernbund, der in der Regierung durch den Landwirtschafts- griffe zum Schaden des Volkes ausgeschaltet werden, die ein solch sie auf die Interpellation über die Berwüstung der minister vertreten ist. Der Fraffionsführer der Bayerischen Bolts- weitgreifendes Ermächtigungsgefeß in fich birgt. Wir lehnen des- Wohnung des früheren Ministerpräsidenten partei gab darauf die Erklärung ab, feine Partei betrachte danach halb des Ermächtigungsgesetz ab. Dagegen erwarten wir, daß dem Mitti Antwort geben müssen. den Bauernbund als aus der Regierungstoalition ausgetreten und Landtag unverzüglich die längst fälligen Gefehentwürfe auf steuerbeantrage die Auflösung des Landtags. Ueber den Antrag lichem Gebiet und zur Vereinfachung und Verbilligung der Staatswird am Donnerstag abgestimmt. Derwaltung vorgelegt werden. Auch wir schrecken vor einer Land München, 19. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Gerüchte, tagsauflösung nicht zurück, die Neuwahlen aber müffen selbstdaß es im Laufe des Mittwochabend zu Demonstrationen der Hitler verständlich unter vollster Freiheit durchgeführt werden Anhänger kommen wird, sind von den Behörden mit der Bemachung aller öffentlichen Gebäude durch LandesDie Sigung wurde nach der Abstimmung auf Donnerstag verpolizei beantwortet worden. Auf Grund bestimmter Anhaltspunkte tagt, wo die Entscheidung des Landtags über seine Auflösung fallen befürchtet man vor allem eine Demonstration in der Vorstellung fell. Die Situation ist außerordentlich vermidelt, nachdem nunmehr der Staatsoper, wo„ Tosca" gegeben wird. Die Gerüchte erhalten die Regierung Knilling nach dem Ausscheiden des Bauernauch Nahrung durch eine Meldung über ein geplantes Attentat bundes teine verfassungsmäßige Mehrheit hinter auf den Generalstaatsfommissar v. Kahr. Im Zus fich hat. jammenhang damit wurde ein stellungsloser Schauspieler in Haft genommen, der sich durch Aeußerungen verdächtig gemacht hat. Die politische Erregung zeigte sich am Mittwoch vor allem auch in dem Andrang zu der Bollfigung des Landtags. Die 158 Abgeordneten waren beinahe vollständig zur Stelle; darunter auch der am Dienstag aus der Schutzhaft entlassene Deutschnationale Dr. Roth. Die Sigung begann mit einer Rete des Ministerpräs fönnen." Die Vorstellung Tosca" in der Staatsoper wurde abgesagt. Reichswehr und Landespolizei liegt für die Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag in erhöhter Alarmbereitschaft. Bayerische Volkspartei gegen Kahr. Münden, 19. Dezember.( WIB.) Der Candlag nahm Der Dezember des Vorjahres war den Verfprechungen geweiht: damals hatte man versprochen, das Staatsbudget zu sanieren, die italienische Baluta so zu heben, daß ein Pfund Sterling 50 Lire foftete, die Staatsautorität wiederherzustellen und dem bewaffneten Bürgerzwist im Lande ein Ende zu machen. Im Dezember dieses Jahres galt es zu fonstatieren, daß das Staatsbudget nicht faniert war, daß vielmehr die seit 1919 beginnende absteigende Linie des Defizits jäh absetzt, daß das Pfund Sterling über 100 Lire foftet, etwas mehr als vor dem Marsch auf Rom, daß an Stelle der Staatsautorität die bewaffnete und behördlich geduldete Willkür einer Partei getreten ist und daß die öffentliche Ordnung so mustergültig geworden, wie es sich bei der Verwüstung und Plünderung der Wohnung Mittis gezeigt hat, bei der im Zentrum Roms eine fünfhundert Mann starte bewaffnete Bande, deren Absichten der Polizei bekannt waren, über eine halbe Stunde ungestört vermisten und plündern fonnte, um sich dann unter den Augen der nach vollbrachter Arbeit angerückten Polizei in denten Knilling über die Pfalz, die einen Proteft gegen die An- einen Antrag Junte( Bayer. Vp.) an, der allgemein eine umgehende geordneter Kolonne zurückzuziehen, ohne daß auch nur eine schläge der Separatisten enthielt, Maßnahmen Bayerns gegen die Ueberprüfung der Berordnungen des General- moralische Bilanz eines Jahres außerordentlicher Volleinzige Berhaftung vorgenommen worden wäre. Um diese materielle Not der pfälzischen Bevölkerung versprach und zum Schluß fiaatstommiffars v. Kahr auf wirtschaftlichem und fozialem macht nicht vorlegen zu müssen, schließt Muffolini plötzlich eine scharfe Ablehnung jeder irgendwie gearteten theinstaatlichen Gebiet verlangt. Im Laufe der Ausfpreche wurde von verfchie- die Parlamentsfeffion! Bildung brachte. Hierauf nahm Abg. Dr. Roth in eigener Sache denen Seiten lebhafte Kritik an den wirtschaftlichen Maßnahmen des Stellung zu der über ihn verhängten Schutzhaft, wobei er den ganzen Generalstaatsfommiffariats geübt. Hergang feiner Erlebnisse erzählte, die zum Teil eine schwere Belastung der bayerischen Justizbehörden darftellen. In seiner Schilderung fam Dr. Roth auch auf seine Begegnung mit den am 9. November als Geifeln abgeführten Münchener Stadt räten zu sprechen, unter denen sich auch der Bürgermeister und Landtagsfollege Genoffe Schmid befand. Roth behauptet wieder holt, feinen Kollegen Schmid, überhaupt nicht gesehen zu haben, worauf ihm Genosse Schmid in Feststellungen, die das ganze Haus in Atem hielten, die glatte Unwahrheit seiner Schilderung entgegen hielt:„ Auge in Auge find wir uns im Bürgerbräufeller gegenüber- hat. Während noch vor furzer Zeit auch die Demokraten im Das Kabinett Knilling erntet die Früchte, die es gefät gestanden und Sie haben keine Hand gerührt. Ihr Berhalten ist bayerischen Landtag nichts unternahmen, um der Regierung nicht nur unkollegial gewesen, es war schandbar." Hierauf begann die Beratung über das Ermächtigungsgefeh, Abgrenzung der Rechte des Generalstaatskommiffars. München, 19. Dezember.( TU.) heute einstimmig einen Antrag angenommen, der die Staatsregie Der Landtagsausschuß hat rung auffordert, eine genaue Abgrenzung der Rechte des Generalstaatstommissars alsbald vorzunehmen. = Die offiziöse Version über die Gründe zu dieser merkwürdigen Maßnahme lautet, daß man den zwecklosen WiderSpruch zwischen den Gefühlen der ungeheuren Mehrheit des Landes, die Mussolini zujubelt und den Aeußerungen der aber die gute gezähmte Rammer sehr viel parlamentarischer Rammer hätte vermeiden wollen. Wahrscheinlich hätte sich ausgedrückt, als sich die ungeheure Mehrheit“ ausdrücken würde, wenn man ihr die Möglichkeit, sich auszudrücken, gäbe. Denn im ganzen Lande ist man nachgerade dahinter gefommen, daß das faschistische Experiment der Sanierung der Die moralische Berechtigung des Faschismus, das, was ihin Finanzen und der Verwaltung gründlich mißglückt iſt. auch unter den Gegnern der Diktatur Zutrauen erwarb, mar das Leben zu erschweren, stehen heute neben Sozialdemo- das Versprechen, mit der Bergeudung und mit der Betternfraten und Demokraten auch die Bauernbündler in wirtschaft in der Staatsverwaltung aufzuräumen; aber heute Opposition zu der Regierung. Damit ist die Regierungs- muß auch der optimistischste Bewerter seiner Verwaltung es gegen das am Bormittag im Ausschuß zur allgemeinen Ueber foalition gesprengt und es ist nur felbstverständlich, wenn die zugestehen, daß wir mehr miswirtschaft und raschung auch der Bauernbund gestimmt hat, obgleich der von Bayerische Volkspartei daraus den Schluß zieht, daß Neu- etternwirtschaft haben als je vorher! diefer Partei gestellte Landwirtschaftsminister der Regierungsvorwahlen vorgenommen werden müssen. Die in alle Belt hinauspofaunten Ersparnisse erweisen Tage seine Unterschrift gegeben hat. Am Schluß seines Berichts Ebenso selbstverständlich ist es aber auch, daß der Aus fich als ein Bluff. Der Budgetvoranschlag ist im Laufe des erflärte der Abg. Graf Pestalozza( Bayer. Bp.), daß feine Partei n ahmezustand in Bayern aufgehoben wird, und daß Berwaltungsjahres in den Ausgaben um ein Mehr von 3,212 aus einer eventuellen Ablehnung die äußerste Konsequenz ziehen Rahr als Generalstaatskommissar verschwindet. Dieser Milliarden verändert worden, in bezug auf die Einnahmen und die Auflösung des Landtags verlangen werde, damit das Volt Kahr ist es neben Knilling gewesen, der Bayern in eine um ein Mehr von 2,817 Milliarden. Das ergibt einen 3u felbft entscheiden könne. unhaltbare Lage hinein manövriert hat. Er ist die Seele jenes schlag zum erwarteten Defizit, welcher Zusah in den bis jetzt Im Namen der sozialdemokratischen Frattion gab Partitularismus, die das Reich dauernd nach außen und innen verflossenen Monaten 395 Millionen beträgt. Berechnet man Genoffe Timm folgende Erklärung ab: Die sozialdemokratische auf das schimpflichste geschädigt hat. Er ist der Schußengel ihn auf das ganze am 30. Juni 1924 ablaufende BerwaltungsFraktion verkennt nicht, daß der Zusammenbruch unserer Wirtschaft jener militaristischen Verbände, die nicht nur dauernd das jahr und zählt man das vorausgesehene Defizit hinzu, so finanzielle und wirtschaftliche Maßnahmen eingreifendster Art er- Reich bedrohen, sondern die auch Bayern selbst in Grund und tommt man auf ein Defizit von 3 Milliarden, genau heischt, um das schlimmste von dem Bolke abzuwenden. Sie ist das Boden wirtschaften. Er ist der Baier jenes antimarristischen" soviel wie ihn das Berwaltungsjahr 1922/23 gebracht hatte. von überzeugt, daß eine der vordringlichsten Aufgaben ist, durch Kurses, der die größte Partei Deutschlands mit brutaler Aber dieses bezeichnete gegenüber dem vorhergehenden BudgetBereinfachung des Geschäftsganges und Umgestaltung des Aemter Gewalt unterdrückte und dadurch weit über die Kreise jahr eine Berbesserungum 2 Milliarden, genau wie audy wesens die Staatsverwaltung den jetzigen Berhältniffen anzupassen. Der Sozialdemokratie hinaus jedes Rechtsgefühl und jedes dieses sich vor seinem Borgänger durch eine Verminderung des Hätte sich die Staatsregierung und die Mehrheit des Landtags den menschliche Gefühl verletzte. Wenn Bayern und feine Re Staatsdefizits um 2 Milliarden ausgezeichnet hatte. Mif im taufe der letzten Jahre gestellten Anträgen der fozialgierung heute, nur kurze Zeit nach dem Hitler- Ludendorff der faschistischen Verwaltung setzt also ein plö demokratischen Fraktion nicht absichtlich verschlossen, so ẞutsch von neuem durch nationalsozialistische licher Stillstandinder Sanierung der italienischer wäre der Uebergang ohne allzu große Härten planmäßig vorbereitet 1 mtriebe beunruhigt wird, so ist auch dafür Kahr ver- Staatsfinanzen ein! worden und die bayerische Staatsregierung wäre nicht genötigt, um antwortlich zu machen, der auch beute noch den militärischen ein Ermächtigungsgesetz nachzusuchen, das Bollmachten enthält, die Verschwörerbund Bayern und Reich" mit seinem Namen weit über die in den anderen Ländern eingeräumten Bollmachten bedt. hinausgehen. Die fozialdemokratische Fraktion ist der Auffassung, daß ein derartiges Ermächtigungsgefeß nur von denen bewilligt mer den könne, die zu dieser Regierung das uneingeschränkte Bertrauen haben. Heute wird uns das durch die Zahlen bewiesen, aber auch vorher ließ es sich voraussehen. Bei steigenden Militärausgaben, wie sie die sogenannte imperialistische Politik mit sich Allerdings läßt sich nicht verkennen, daß auch die Re- bringt, steigendem Prunk und Lurus der Regie= gierung Knilling und die Bayerische Bolts- rung( ließ sich doch unlängst ein Unterstaatssekretär einen partei ein quies Maß von Schuld an den vollkommen zer- Ertrazug stellen, weil er den fahrplanmäßigen verschlafen rütteien Berhältnissen Bayerns tragen. Beide haben die mill- hatte) und Verzicht auf Einnahmequellen, wie die Erbschaftstaristische Harlekinade, die ihnen eis Dedmantel für steuer, fonnte man sich denken, daß nicht eben vie! Ersparnisse partituloristisge Sonderpolitif diente, be zum Vorschein kommen würden. Der Minister De Stefani günstigt. Sie haben Recht, Freiheit und Reichsinteresse mit ist ein rechtschaffener Mann und ein Mann guten Willens. Füßen getreten. Sie haben einen Kahr in den Sattel geholfen. Der Regierung Knilling fönnen wir dieses Vertrauen selbstverständlich nicht entgegenbringen. Sie hat mit allen ihren bisherigen Maßnahmen bewiesen, daß sie einseitige Parteipolitik zur Bekämpfung der Sozial. demokratie treibt. Auch nach dem Hitler- Butsch ist hierin eine bemerkbare Aenderung nicht eingetreten. Herr v. Knilling selbst hat Nichts beweist die verhängnisvolle Entwicklung in Bayern noch in seiner Rede vom 7. Dezember ausdrücklich erklärt, daß eine flarer, als die Boraussicht der Sozialdemokratischen Vertrauenstundgebung von sozialdemokratischer Seite nur geeignet Bartei im Reiche und in Bayern, wenn fie frühzeitig und wäre, ihn an der Richtigkeit der politischen Grundsätze irre werden immer wieder auf die Gefahren verwies, die Partitularismus zu lassen, zu denen er sich in seinem Gewissen perpflichtet fühlt. Auch und militärische Geheimbündelei für Reich und Länder bedie bisherige finanz- und wirtschaftspolitische Tätigkeit des Kabinetts deuteten. Sie hat vor allen anderen Parteien Anspruch darauf, Knilling schließt für uns die Einräumung folch weitgehender Voll- bei den Wahlen vom Volt gehört zu werden. Aber seine Formel, die Ersparnisse entlasten und den Konsum besteuern" ist entweder Unsinn oder reine Klassenpolitik. Der Konsum ist das Notwendige; wer ihn überlaftet, hindert die Bildung kleiner Ersparnisse; die Steuerfreiheit der großen Ersparnisse ist Steuerfreiheit des Kapitals. Die Entlastung des Lugusfonsums äußert sich nicht in erhöhten Ersparnissen", sondern in erhöhtem Lurus, mit Berschie bung der Kapitale in die Lupusindustrien und Verteuerung der notwendigen Waren. Dagegen muß die Be" fcfhmg des nokwsndigsn Konsums in Zeiten wirtschaftlicher Krise zu Unterkonsuni fuhren und somit zu einem geringeren Ertrag der Sieuerquelten. Was die Ehrlichkeit der Verwaltung betrifft, so liefert die römische„Voce Republieana" ein recht lehrreiches Kapitel zu dieser Frage. Bekanntlich find hier, wie in allen Ländern,- bei der Veräußerung des ubriggsdlisbcnen Kriegsmaterials viele Mißbräuche vorgekommen. Mussolini hat daher die Sache der Kompetenz der parlamentarischen Kommission entzogen und hat den außerordentlichen Kommissar für die Staats- bahnen, den Faschisten Terre, mit der Sache betraut, von dem an sich richtigen Gedanken ausgehend, daß ein Mensch, der' gescheit und rechtschaffen ist, sich nicht so leicht an der Nase herumführen läßt, ryie eine Kommission. Nun hat aber be- sagter Kommissar Terre den Verkauf übriggebliebener Woll- fachen, die ein Sachverständigenausschuß auf rund 1,7 Mil- lionen Lire bewertet hat und die für diesen Preis bereits an einen Rechtsanmalt Colli verkauft waren, aufgehoben und hat demselben Herrn dieselben Waren für 1,2 Millionen verkauft. In dein Kontrakt erschien als eigentlicher Käufer der Verband der Kriegerwitwen und-waiscn. Als dann die Sachen nicht zur Zeit abgeholt wurden, wendete die mit ihrer Verwahrung betraute Mititarverr-aaltung sich an den Verband, von iH'Nj sie erfuhr, daß man von der ganzen Sache nichts' mußt e. Der Käufer, dem man rund eine halbe Million Preisermäßigung gewährt hatte, war ein privater Spekulant, der dem Herausgeber eines römischen Faschisten- blaties sehr nahe steht. Ein weiterer Rabatt von 8 Proz. kam dann dem Verband der Kriegerwitwen, der als Aushängeschild gedient hatte, zugute. Die Sachs wurde durch einen Bericht des Generals Pizzeni dem Kriegsminister unterbreitet. Als Antwort daraus erfolgte ein inhaltloses Dementi der„Stefani" und ein Angriff auf den General Pizzeni, den ein Sekretär des Kommissars Terre beim Essen in einem Restaurant überfallen und geohrfeigt hat, was dem Angreifer allerdings eine Flut von Ohrfeigen eintrug, Die ganze Episode zeigt, daß da» Prinzip des keiner Kontrolle unterstehenden Vertrauensmanns init unbegrenzter Vollmacht eben ein Menschenmatsrial vor- aussetzt, das der Faschismus nicht im Ueherftuß zur Verfügung zu haben scheint. Was die Wiederherstellung der S t a a t s q u t o r! t a t betrifft, die der Faschismus als einen Hauptpunkt seines Pro- gramms bezeichnet hat, so haben wir in der Verwirrung von Staatsgewalt und'Parteigewalt eine Ursache systematischer Untergrabung der Autorität des Staates. Die faschistische Re- gierung hat alle öffentlichen Aemter ihren Leuten üvertragen. Daher ist es natürlich, daß die faschistischen Parteiorgane die Regieryngsorgane als ihnen untergeben ansehen und ihnen entsprechende Befehle erteilen. So hat das Sekretariat der faschistischen Partei den P r ä f e k t e kk(Regierungs- Präsidenten!) ein Rundschreiben üdersandt, in dem verfügt wird, daß bei den in der zweiten Dezembcrwoche stattfiridenden Wahlen der politischen und de? provinziglen Schriftführer der faschistischen Partei ein P o l i z c i ko m m i s s a r vor der Tür des Lokals mit einer Abteilung Carablnieri D i e n st tun solle, um sich dem Präsidenten der Versammlung zur Verfü- gung zu stellen! Daß immer noch GewasttatderHaupttrumpfin Händen des Faschismus ist, das hat der fxige Angriff auf Ritti gezeigt, der nur durch einen Zufall dem Tode entgangen ist. Seitdem hat man in Florenz die Wohnung eines Ab- geordneten verwüstet und geplündert und ist in die Villa eines anderen, wo man nur Frau und Kfnder anwesend wußte, mit bewaffneter Hand eingedrungen. Bei Cremoirw haben einige Burschen deh faschistischen Miliz einen achtzig- j ä h r i g e n M a n n im eigenen Hause durch Knüppel- bicbe getötet, weil sie glaubten, er hätte sie verspottet. Die republikanischen Sektionen der Romagna werden täglich überfallen und perwüstet. Die Fiktion, die das Bestehen des Staates auf den Schutz von Leben und Eigentum der Bürger gründet, ist aufgehoben. Wer sich zur Opposition bekennt, hat weder Pecht aus Leben noch auf Eigentum. Die Schließung der parlamentarischen Session ist das Vor- Tüchtiges, Richtiges, flüchtiges. Konzertumschqu von Kurt SipKex, Boethooens Eoburtstag feierte Furtwöngler durch ein schönes klassisches Programm, das unter anderem die selten gehörte Chor-Phrmtasie, einen gemäßigten Vorklang der IX. Sinfonie, ont- hielt. Eine neu« Erquickung selbst für diejenigen, die Furtwängker alles und jedes an darstellender Höhenkupst zutrauten. Ein ganz anderes Bild zieht auf, wenn Gustav Brecher, der neue Gene- ralifsimus der Leipziger Oper, also theatralischer Antipode des Gervandhaus-Obersten Furtwängler musiziert. Er verschreibt sich der Moderne, de? er mit besonderer Fertigkeit im Wecke von Richard Strauß huldigt(diesmal hieß diese innere Verbeugung „Zarathustra"). Nach Berlioz' wirkungssicherer Eellini-Ouvertüre erklang zum erstenmal in De»tschland Igor Stravlnstys „Chant du Nossignol"(Lied der Nachiigast). Es ist ein« Suit« aus ein«r Oper, ein von vielen unoerbundenen. blitzartig aufspringenden und versinkenden Teilthemen ernährtes Stück Märchenlebsn. China heißt der geographisch« Boden, auf dem das Werk gewachsen ist. Rachtig« llrnruf, Märsche, Spieluhr, Tohessang, Trauermarsch, «ine witzige Abschiedspointe und zum Schluß wieder das Flöten- trillern der wirklichen, aus der Verbannung zurückgekehrten Räch- tigall. Gegen diese Art Programmusik, die im Detail stecken bleibt, den seelischen Reflex im Hörer aber nicht mehr beachtet, müßte Front gemacht werden, wenn sich die Musik nicht durch vitale, die Wirklichkeit einfach imitierende Tönungen selbst um den C?;ara?ter eines Kunstwerks brächte. Bei einem Ballett läßt man sich dyz gefallen, bei einem sinfonischen Gedanken, und sei er auch weniger zersplittert, nicht mehr. Es fehlt jede Bindung der Einzelheit«» zu cinem würdigen Ganzen, es fehlt die Sicherheit, hie nur aus der Hingabe an nach so freie Form wächst. Zur Phantastik fehlt diesem Werk mehr qls anderen des Russen Stravinsky die locker« Freiheit des Gemüts, des Blicks in die Welt hinaus. Di« Natur ist zu kurz gekommen, und es entstand nur ein künstliches, ein Retortenlebo- »vesen. Di» Instrumentation ist zum Teil bequem, billig, zum Teil pompös, bunt, eindrucksvoll. Aber selbst ein sehr malerisches Gewand kann nie das Antlitz eines häßlichen Frauenzimmers ver- decken. Brecher wirft das alles aus einem(leide? zu) gelenkigen Handgelenk heraus. Sein Dirigieren ist jenseits von allem Dekora- tioen, aber sehr bewußt, sicher geistig. Ein drittes Bild: Bruno L e v y, ein begabter jüngerer Dirigent, dem das Sachlich« und Fachliche gut gelingt, ohne daß er(etwa in der 4. Sinfonie von Brahms) an eine Persönlichkeit Glauben er- wecken könnt«. Cr ist vom Typ jener Spieler, die nach einiger Zeit alles routiniert dirigierst» können, überall Posten saßen können, in der Verlegenheit anderer Kollegen ohne Probe«inspringen und niemals etwas anderes werden als tüchtige Kapellmeister. Solche Musikanten sind brauchbar und müssen fein. Daß sie fetzt seltener spiel zur Kammerauflöstwg. Am 5%. Dezember laust die außer- ordentliche Vollmocht der Regierung ab; bis dahin wird sie noch verschiedene Schäflein auf dem Wege des Dekrets ins trockene bringen. Am 31. März muß sie dann, dem Gesetz zufolge, Rechenschaft über den Gebrauch ablegen, den sie von der Vollmacht gemacht hat. Wird bis dahin eine neue Kammer gewählt sein? Es verlautet, daß Mussolini eine Negierungsliste aufstellen werbe, die auch andere Parteien einschließt. In Betracht kommen wohl hauptsächlich die rechtsstehenden Klerikalen. Schwerer als die Gewinnung von Bundesgenossen wird das Zurückhalten der faschistischen Aspiranten zur Kandidatur sein, denn die Faschisten sind überzeugte Antiparlamcntarier, nur macht jeder einzelne für sein eigenes Recht auf einen Abge- ordnetensitz eins kleine Ausnahme. Die Zahl der Aspiranten wird Legion sein. Der Mehrheitspartei sind durch das neue Wahlrecht 356 Sitze gesichert: den Minderheitsparteien, und wenn sie zu- symmen die dreifache Stimmenzahl hätten als die Mehrheit, fallen die übrigen 179 Mandate zu, die übrigens auch durch die Mehrheit eskainotiert werden können. Wir glauben, daß sich Mussolini noch recht oft nach einer Kammer zurücksehnen wird, die weniger als 356 faschistische Abgeordnete zählte.... die Reichsregierung meiZet... WTB. verbreitet folgende Sammlung von mysteriösen Andeutungen: Das Reich skabinett erklärte sich in seiner gestrigen Sitzung mit gewissen Abänderungsvorschlägen des Fünfzehnerausschusies des Reichstages zur zweiten Steueryotoer- ordnung einverstanden: eine Anzahl weiterer Beschlüsse des Reichstagsausschusses fand kein« Zustimmung. Eingehend wurde die Frag« der Verselb st ündigung der Eisen.» bahnen b traten und beschlossen, in Borverhandlungen mit den Ländern einzutreten. Weiter hat das Kabinett in Aussicht genommen, sich mit der Gründung der R h e i n i f ch- W e st f ä l i s ch>: n Notenbank einverstanden zp erklären, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden, die in den letzten Tagen mit dm Vertretern der Rheinischen Bank erörtert worden sind. Nach dem iy diesen Ver- Handlungen gewonnenen Eindruck steht zu erwarten, daß über dies« Bedingungen ein« Einigung erzielt wird. Man kann der Reichsregierung wirklich nicht den Vor- wurf machen, daß sie in dieser Meldung irgendwie indiskret ist. Welche Abänderungsvorschläge des Fünfzehneraus- schusies wurden angenommen, welche abgelehnt? I n welcher Form soll die„Vcrselbständigung" der Eisenbahn erfolgen? Unter welchen Bedingungen wird die Rheinische Bank anerkannt werden? Der Sinn eines Kom- muniqu-s, dessen Verbreitung von der Regierung bezahlt wird, kann doch nicht der sein, Entscheidungen der Oeffenllichkeit kann doch nicht der sein, Entscheidungen der Oeffent- lichkeit vorzuenthalten, bis man sie im Neichsgesetz- blatt liest._ Cm wurm, üer nicht stirbt. Die„Sanierung der Sozialvemokratie". Die gewissenlose Behauptung des„Gewissen� über eine angebliche Sanierung der Sozialdemokratie durch die„jüdische Großsinanz" mit Hilfe des Äeichspressechess Dr. Spieker auf dem Umwege über den Genossen Scheidemann haben wir als das bezeichnet, was sie ist, nämlich als eine in allen ihren Teilen erlogene Flunkerei. Trotzdem hat diese wupder- bare Geschichte doch der völkischen„Deutschen Zeitung" so gut gefallen, daß sie sie im weiteren Aufputz ihren Lesern vor- fetzte. Und die neuerdings antisemitisch redigierte „Berliner Börsenzeiwng", die den„Vorwärts" schon vor einiger Zeit totsagte, fühlt sich genötigt, die geistreichen Er- gösse ihres völkischen Eesinnungsbruders vollinhaltlich abzu- drucken. zu hören sind, liegt an der Teuerung. Aber wartet nur, halbe, bald«. Einen sehr vorzüglichen Eindruck nahm ich wieder von dem Konzert der„T y p o g r a p h i a" mit noch Haus. Diese 150 Männer des Berufs lassen nicht nach am Fellen ihrer Leistungen, wofür Wein bäum verantwortlich ist. Der bekannte'Chor Uthmanns „Du fernes Land" kam geradezu mustergültig nach Sauherteit und Ruancisrung des Bortrags heraus. In Henbergers„Herbst" klon» gen die Brummbässe so gut, daß Bruckners Männerchöre nach ihnen zu rufen lchienen. In Thuilles„Lacrimae Christi" wiegte und schaukelte sogar Humor. Ein paar schöne Einzelstimmen tun ge- lsgentüch des Guten zu viel und drücken sich aus dem Ganzen heraus(„drücken", nicht„drucken", wie mein freundlicher Setzer ge- wohnheitsgemäß ändern möchte), Weindaum begleitete aus- nehmend delikat die Geigerin Gyarfas, die ihr Ungarnblut be- schwichtigte und in Salonstücken einen belebten, schönen, eleganten und graziösen Strich spielte(„Strich", nicht„Streich"). In Dmitri T i o m t i n kernte man«ine»» virtuosen, kraftvollen und beherzten Pinanisten kenn«!,(Liszts �-Dur-Konzert): seine Poesie ist von dieser, nicht von jenseitiger oder auch nur roman- tischer Welt. M i t r o p o u l o s ist der Klassiker des als Orchester- instrument brillierenden Flügels geworden. Die Tton« 51...., aber, die im Bltithner-Soa! Mozart und Mahler sang, verwechselte entschieden Berlin noch mit Kötschenbroda Sie bilde sich, sie lerne, sie prüf«, ob die Stimme überhaupt außerhalb der vier Wände hynamstch und künstlerisch hinreicht. Btzlleicht vorlegte Angst ihr diesmal Atem und Kehle. Ich will es ihr wünschen: denn sie hat „versungen und vertan". der pre!srün, Ihnzn noch einen Posten von... zu liefern, und zwar zum Preise von.., Mark,»md empfehle Ihnen, von diesem Angebe! ausgiebigen Gebrauch zu machen, da die neu hinzukommenden Waren wesentlich teurer sein werden. Der Gatte einer Hereingefallenen: Da kommst du alberne Gans nach Hause und erzählst mir, was du für großariige Einkäufe gemacht hast! Nächste Woche kannst du den ganzen Dreck für das halbe Geld haben! O. ihr Weiber, n'.it euch ist doch,,. Ein Kunde: Den Tag mutz ich in» Kalender anstreichen! Heute hat mir ein Kaufwann zum erstenmal wieder etwas anqe- boten, einen Bückling gemacht, mir die Tür geöffnet und„Aus Wiedersehen" gesagt!' Der Arbeitgeber: Für fedcs Prozent, das die Preise fallen, werden die Löhne um 3 Proz. heruntergesetzt! D e r P r o tz: Zu albern, dieser Preissturz! Das tst nur etwas für arme Leute. Unsereins bezahlt ebs«, was der Kram kostet! Jetzt läßt der Pressechef der Reichsregterung durch WTB. folgende Erklärung verbreiten: Aus der Korrespondenz Sonntag hat das„Gewissen" die Wil- teilung übernommen, daß der Pressechef der Reichsregierung Herrn Scheide mann finanzielle Zuwendungen zwecks Sanie. rung der Sozialdemokratischen Partei vermittelt und dadurch die Zustimmung der sozialdemokratischen Reichstazssrakrion zum Er- mächtigrmgsgesetz erlangt habe. Da dies« Mitteilung trotz ihrer greifbaren Unsinnigkeit von anderen Biätdern über. nommen worden ist, stellt der Pressechef der Reichsregierung aus- drücklich fest, daß die Illikteilung des Herrn Sonniag von Ansang bis zu Ende erfunden ist. Bei der Weite des Gewissens, die nach dem einwandfreien Zeugnis der„Deutschen Zeitung" das besondere Kennzeichen der Völkischen ist, können wir leider nicht hoffen, daß selbst diese Erklärung des Herrn Dr. Spieker imstande sei, der Ver- leumdung den Kopf abzutreten. Bielleicht wird es notwendig sein, den». Verbreitern dieser Lügenmlldungen erst durch gerichtliches Verfahren beizubringen, daß sie nicht das Recht haben, leichtfertig mit der politischen Ehre anderer zu spielen, Graf Zeölitz-Trützschiers Antwort. Graf Zedlitz-Trützschler, der bekanntlich von den Osiiziersverbänden ausgeschlossen wurde, stellt der fünften und sechsten Auflage seiner Aufzeichnungen..Zwölf Lahre on» deutschen Kaiserhof" ein Geleitwort voran, in dem es heißt: „Obgleich, soweit ich es übersehen kann, der Wert meine? Auf- zeichnungej» für die Ertenntnis de? Ursachen, die unseren Zusammen- bruch bewirkten, anerkannt wurde, hat man vielfach den Zeitpunkt ihrer Verössentlichung für verfrüht erklärt. Tatsächlich hatte ich an eine Drucklegung bei meinen Lebzeiten nicht gedacht, vielmehr das Manuskript oersiegelt sicher ausbewahrt mit der Aufschrift oersehen: „Nicht vor dem Jahre 1 9 70 zu eröffnen". Nachdem aber der Kaiser mn Jemen Erinnerungen hervorgetreten war und zahlreich« Staatsmänner und Militärs, ohne jede Rücksichtnahme auf alt« Ueberlieferungen, ihre Mcmoiren ver- öffentlicht hatten, schien es mir Pflicht, meine jene Publikationen ergänzenden oder widerlegenden Aufzeichnungen, die auf genauen und mit eigenen Augen gemachten Beobachtungen beruhen, nicht länger zu sckretieyen. Ich hielt es zudem für anständiger, mich selbst dem zu erwartenden Ansturm zu stellen, als einem meiner Söhne ein« so schwierig« und undankbare Ausgab« zuzumuten. Wer mein Buch ohne Borurteil liest, wird erkenn«», daß mich nicht Sem sationslust getrieben hat. sondern der Wunsch, meinem Vaterlande zu nützen und erziehlich auf diejenigen einzuwirken, die, sei«z in de? Republik, sei es in eine? späteren Monarchie, vor die Alter- natioe gestellt werden, ihre? Ueberzeugung getreu zu sprechen und zu handeln oder um persönlichc? Dorteile willen diese zu verleugnen. Ihr aber, meine Freunde, die ihr jetzt den gesell- schastlichen Boykott über mich verhängt, seid euch wohl bewußt, daß diese schärfste Waffe zugleich die unsittlichste ist. Sie wird vielleicht viele dazu bringen, yuch in Zukunft lieber zu schweigen, als osse»» und ehrlich die Wahrheit zu sagen. Nicht jeder ist wie ich bereit, einsam zu leben und einsam zu sterben." Die»Prinzen von Preußen". Zu der Verordnung der preußischen Regierung, die den Mit- gliedern de? Hohenzollen» das Recht gibt, sich„Prinzen von Preußen" zu nennen und die in einer Zuschrift on den„Vorwärts" bemängelt wurde, bemerkt der amtliche Preußische Pressedienst, daß der Entscheidung historische Untersuchungen und rechtshistorlsche Gutachten zugrunde liegen, ohne deren Kenntnis man zu Fehl- schlössen gelangen könne. Di« vormals landesherrliche Familie habe den Namen„H o he n z o lle rn" niemals als Familien- uomen geführt, sondern ihre Mitglieder bei allen amtlichen und privaten Gelegenheiten als„Prinzen von Preußen" be- zeichnet. D!« Bezeichnung„Prinz", die seit Jahrhunderten in der Familie alz Adelsbezeichnung geführt worden sei, sei gemäß Art. 109 Abs. 3 der Reichsverfassung bestehen ge- blieben, während die Hyheitsbezcichnmrg„Kaiser" und„Kronprinz"' drwch Z 22 des seit mehr als 3 Jahren in Kraft stehenden Adelsgesetzes beseitigt wurde. Ein Knauser; Ich habe solchen Hunger, kann mir aber kein Brot taufen: denn wenn es nachher oilliger wird, ärgere ich mich zu Tode! Der Statistiker:?!un brauche ich bei meinen Kurven- bogcn wenigstens nicht mehr nach oben anzubauen! D« r P e s s i m i st: Ich glaube an den Preisrückgang noch nicht, da ich schon zu oft veralbert worden bin! Ein Kleinrentner: Vielleicht kann ich für meine nächsten Zinsen wieder etwas kaufen, und wenn's ein Käse ist! Ein Preisabbau komm isla r: Nun werden uns aber die Leute loben: und dabei sind wir— unter uns gesagt— an dem Preissturz ebensowenig schuld wie der Redakteur vom„Wahren Jakob" am Erdbeben in Japan! Der Schiebe?: Ihr denkt wohl, nun muß ich wieder arbeiten? Da seid ihr aber schief gewickelt! Man kcknn nämlich bei fallenden Preisen auch Geschäfte machen! Ein geweckter Bolksschüler: Ick) kann sofort sagen, wie weit eine Ware im Preis« noch zurückgehen muß, bis sie so billig ist, wie sie früher war. Ich sehe einfach in meinem gedruckten Rechenbuch nach, das aus dcm Jahre 1912- stammt. T o d« s a n z e i g e:_ Am vorigen DtevSiag schied unser lieber Gatte, Vater, I Ichwiegervater. Schwager, Onkel usw. Asrr Emil TIngelüct freiwillig aus dem Leben. Er ist ein Opfer des unerwarteten R Preisrückgangs geworden..._ 1 Don neuen und allen Kalendern. Der Kalender in seiner, alten Form verliert seine Bedeutung. Emstmals das einzige Buch, das alle Jahre neu ins Haus kam, ist er immer mehr ins Hintertreffen geraten. Die Entivicklung ist durch den Krieg und die folgenden Notjahrs beschleunigt worden. Di« vielen kleinen Kalender, die lokale und provinzielle Bedeutung hatten, verschwinden mehr und mehr. Und die neuen Ansätze— die literarischen und künstlerischen Kalender, die Stadtjahrbüchcr und andere— teilen das Schicksal so vieler Bücher und Zeitschristen: sie erstickten an» Papierproise. Die moderne Form des Kalenders, der Abreißkalender, der besser dem Togesbedürfnis gerecht wird, die Kalsnderzeittmg so.zu- Jagen, behauptet sich besser. Besonders erfreulich ist es, daß der Bor- wärts(Abreiß-)Kal«nder, ohne Zweifel schon seit Jahren der best« und vielseitigste, sich noch erheblich vervollkommnet hat. Er tst in seiner nnicn Gestalt in Kupiertiesdruck hergestellt und bringt atißer den reichhaltigen täglichen Beiträgen aus Politik und Wirt» schaft, aus Dichtung und Schriften, aus Statistik und Arbtiferbe- wsgung nunmehr auch täglich ein schönes toniges Bild aus allen Gebieten des Lebens: Bildnisse von Dichtern und Künstlern, Ar- beitersührern, Bilder zur Zeitgeschichte, Karikaturen, Landschasien, Reproduktionen von Kunstwerken usw. Er wird für alt und jung eine Quelle von Freuden und Anregungen sein. Der illustrierte technische Abreißkalender, den der unermüdliche und stets bleues aufstöbernde Historiker der Technik F. M. Feld- haus zum dritten Male herausgibt(„Tage der Technik" Wenn die Landwirtschaft mahnt. " Der Bandbund als' Schüter des Großkapitals. " Die Landwirtschaft mahnt zum Sparen" unter diefer Ueberschrift bringt die Deutsche Tageszeitung" Mitteilungen über eine Eingabe des Reichslandbundes und der Vereinigung deutscher Bauernvereine, die die Regierung zur Sparsamteit mahnen. Man müßte eigentlich die Landbündler auf diesem Gebiete als sachverständig aner fennen. Haben sie doch ihren besonderen Freunden, den Großgrundbesigern, zu gewaltigen Ersparnissen an Steuern verholfen, und aus dieser Tatsache scheinen sie das Recht herzuleiten, auch der Regierung Ratschläge für ihre Sparpolitik zu geben. Diefan Wärtern des tonjervativen Geistes, die immer wieder nach einem neuen Bismard rufen, verlangen rund heraus die Privatisierung der Reichsbahn und der Bost, deren Verstaatlichung seiner zeit von Bismard so eifrig betrieben wurde. Sie verlangen weiter den Abbau der Arbeitslosenunter stützung und der Zuschußeinrichtungen zu den Beamtengehältern der Länder und Kommunen. Als weitere Vorbedingung fehen sie die Steigerung der Produktion an. ohne das Geheimnis zu verraten, wer diese gesteigerte Pro duktion kaufen foll, wenn man durch Abbau der notwendigsten fozialen Hilfeleistungen das ganze Bolt dem Glend preisgegeben hat. Selbstverständlich fehlt nicht das Loblied auf die freie Wirtschaft, die Forderung nach Beseiti gung des Achtstundentages und man höre und staune fogar der Devisenzwangswirtschaft. Es scheint den Landbündlern noch nicht genug Leute zu geben, die sich am Devisenmarkt auf Roften des Volksgangen bereimert haben. Die Forderung nach Aufhebung der Devisenzwangswirtschaft hat ihre Berechtigung, sobald die deutsche Goldnotenbank besteht und echtes Goldgeld ausgibt. Solange wir aber nur eine Zwischenmährung haben, die Jehr leicht Angriffen der Spekulation ausgelegt sein wird, ist diese Forderung zum mindesten verfrüht. Das Interesse der Landwirtschaft aber an ihr ist ganz und gar unverständlich. hat. Natürlich wurde dieser abgelehnt. Ueber die Sigung in den Ausschuß zurückverwiesen. Vom Hause Wettin ist nicht, des Aufsichtsrats der Rentenbank, in der diefer Antrag zur wie einige bürgerliche Blätter meldeten, der gesamte AbfindungsSprache fam, berichten wir an anderer Stelle. Wenn man vertrag getändigt worden, sondern nur ein 8 ufag vertrag, der jegt bei der Privatwirtschaft bette In geht, anstatt von ihr auf Wunsch des Kabinetts Beigner abgeschlossen worden war und durch ausreichende Steuern die Dedung der Reichsausgaben der die sogenannte Kulturstiftung wieder aufhob. Mit der zu verlangen, so ist das die Folge der Unterlassungen der Zurückziehung dieses Sufagantrages will bas ehemalige Königsbürgerlichen Finanzpolitit, die die aus der Still haus anscheinend seinen ursprünglichen Plan einer Kultmiftung legung der Notenpresse sich zwangsläufig ergebenden Not- wieder aufnehmen. Dadurch ist auch der eigentliche Abfindungsmendigkeiten weber vorausgesehen noch vorbereitet hat. vertrag in Frage gestellt. Die Arbeitszeitverordnung. Die Bürgerblock in Thüringen. „ Bremer Volkszeitung" verboten. Weimar, 19. Dezember.( 211.) Die bürgerlichen Parteien des Die Notverordnung der Reichsregierung zur Regelung der Ar- Landiages von Thüringen haben heute folgende Erklärung erlassen: beitszeit foll, wie verlautet, grundfäßlich die Achtstunden: Der Thüringer Landtag hat sich aufgelöst. In ihm hatten sich die arbeitszeit beibehalten, aber eine Reihe von aus vier nichtsozialistischen Fraktionen zu gemeinsamer Abwehrarbeit nahmen vorsehen, bei denen auf dem Wege tariflicher Vereinbarung oder gesetzlicher Anordnung eine längere gegen Parteiherrschaft zusammengefunden. Sie wünschen, die ge Arbeitszeit zugelassen wird. Cine längere Arbeitszeit soll vor wonnene Gemeinsamkeit auch im bevorstehenden Wahlkampf unter allem zugelaffen werden für die Gewerbezweige, bei denen regel unbedingten Burgfrieden für den Wahlkampf. Zugleich fordern sie allen Umständen aufrechterhalten zu sehen und empfehlen deshalb mäßig Arbeitsbereitschaft in größerem Umfange vorliegt. Die Verlängerung der Arbeitszeit kann entweder durch Zarif dazu auf, alle 3ersplitterungs- und Sonderbestrebungen zu ver vertrag ober, nach Anhörung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, meiben und alle träfte auf das eine Ziel: Ueberwindung durch den Reichsarbeitsminister getroffen werden. der sozialistischen Alleinherrschaft zu vereinigen. Arbeitnehmer eines Betriebes dürfen nach Anhörung der gesetzlichen Betriebsvertretung über die Höchftarbeitszeit von 8 Stunden hinaus an 80 Tagen im Jahre mit Mehrarbeit bis zu 2 Stun den beschäftigt werden. Für weibliche und jugendliche Boitszeitung", unser Parteiorgan in Bremen, wurde vom Bremen, 19. Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die„ Bremer Arbeitnehmer fann die zulässige Dauer der Arbeitszeit um eine. 8. bis 12. Dezember verboten. Grund zum Berbot gab für männliche Arbeitnehmer über 16 Jahre um zwei Stunden täg ein Bericht über eine Sigung des Bremer Landesparlaments, in lich überschritten werden. Für Schwerarbeiter in Hochöfen- bem die über die Kommunisten perhängte Schußhaft und ähnlichen Betrieben fann eine Ueberschreitung des Achtstunden und das rigorose Borgehen der Bremer Polizei gegen die aufgelöste tages nur zugelaffen werden, wenn fie aus Gründen des Gemein Kommunistische Barsel gegeißelt war. Wochenlang wurden 65 Bremer wohles erforderlich ist. Für den Bergbau unter Tage gelten Rommunisten in Schughaft zurückbehalten, denen nichts nachzu besondere Borschriften, die noch erlassen werben. Grundfäßlich darf weisen war, als daß fie Kommunisten find. Das gesamte Hab und die Arbeitszeit auch in Ausnahmefällen 10 Stunden täglich nicht But der Kommunisten in Bremen: Bartel- und Druckereitaffe, überschreiten. Bücherbestände, Barteifartothet, Lohngelder und Steuerbücher ber Angestellten und Arbeiter, alles bis zum letzten Blatt Papier, murde beschlagnahmt und ins Polizeihaus gebracht. Bis heute war es noch nicht möglich, den Arbeitern und Angestellten der kommunistischen Zeitungsdruckeret die in der Woche vor dem Verbot verdienten Löhne auszuzahlen, da der polizeiliche Liquidator, trotzdem das Bremer Landesparlament sich zweimal mit dieser AnF Im allgemeinen scheint die Notverorbnung also eine Wieder gabe des Gesezentwurfs zu sein, ben der Reichsarbeitsminister bereits unter dem Kabinett Stresemann eingebracht hat und zu dem wir in einer Reihe von Artikeln fritisch Stellung genommen haben. An der Arbeiterschaft wird es liegen, darüber zu wachen, daß mit Hilfe ber zulässigen Ausnahmen nicht schließlich der Achtstundentag die Ausnahme, der Reun- und Zehnstundentag die Regel wird. gelegenheit befaßt hat, die Auszahlung verweigerte. Den ersten Bericht der Bremer Bolkszeitung" über diese Zustände nahm der Militärbefehlshaber des Wehrkreiskommandos VI zum Anlaß, das fünftägige Berbot zu verhängen. Mieterschus und Wohnungsmangel. Der langen Rede furzer Sinn ist natürlich ein anderer, als er in den Vorschlägen felbst zum Ausdruck kommt. Die Landbündler befürchten bereits, daß der Wirtschaft zuviel Steuern auferlegt werden. Sie erwarten von einer Uebersteigerung der Steuern eine Schädigung der Production. Man fönnte ihnen in dem letzteren Bunfte vollkommen recht geben. Denn in der Tat wird durch die zahlreichen indiretten Steuern die Kauffraft des Bolles, die ohnehin genug geleber die Beratungen im Fünfzehnerausschuß, soweit sie die litten hat, derart geschwächt, daß ein großer Teil der Pro Arbeitszeitverordnung betreffen, erfahren wir noch folgende Einzelduftion gar nicht abgefeht werden fann. Aber diese indirekten heiten: Der sozialdemokratische Antrag, die am 17. November abgeSteuern find es nicht, die den Großagrariern irgendwelchen laufene Demobilmachungsverordnung fofort wieder in Kraft zu Rummer madjen. Sie sind nur um die steuerliche Erfassung feßen, wurde mit allen gegen die sozialdemokratischen Stimmen abJm weiteren Verlauf der geftrigen Gigung des Fünfzehnerder Produzenten besorgt, die jetzt ein paar Goldpfennige auf gelehnt. Unsere Parteigenossen hatten noch eine Reihe von Anje 1000 Mart Steuerschuld aus dem vorigen Jahre zahlen trägen gestellt, die das Ziel verfolgten, die Verordnung wenigstens ausschuffes wurde die Verordnung zur Aenderung des Wieterfollen. einigermaßen so zu gestalten, daß sie den Intereffen der Arbeiter: chuggejeges und des Wohnungsmangelgefeges beDas Ganze ist echt agrarische Vaterlands.schaft nicht gar zu schroff entgegensteht. Die Anträge murden aber raten. Die Berordnung berechtigt die Oberste Landesbehörde, statt Ilebe. Diese Leute, die sich auf die Bekämpfung des faft burdweg abgelehnt. Nur ein einziger von ihnen gelangte anzuordnen, bat entgegen der Vorschrift des§ 551 BGB. die Miete der monatlichen die wöchentliche Mietszahlung zuzulassen, sowie Schiebertums so furchtbar viel einbilden und den Biehhändlern, zur Annahme. Dieser betraf die Bestimmung, wonach auch in solchen im voraus gezahlt werden soll. Ferner sollen die Vorschriften des Getreidehändlern und Mühlen durch die vorzeitige Aufhebung Fällen, in denen eine tarifvertragliche Regelung nicht vorgesehen ist, mieterſchuggeießes und Wohnungsmanaelgeie es auch auf Neuder Zwangswirtschaft ungeheure Gewinne zugeschanzt haben, der Gewerbeaufsichtsbeamte aus allgemein wirtschaftlichen Grünbauten, bie mit Suschüssen aus öffentlichen Mitteln begonnen befürchten schon jegt, zuviel Steuern zahlen zu müssen, obwohl ben" das Recht haben sollte, mettere Ausnahmen von der Normal- find, nach Anordnung der Obersten Landesbehörde angewandt in den Reichseinnahmen die Wirkung der Notverordnungen arbeitszeit zu gestatten. Nach unserem Antrage wurde diese welt werden können. Weiter enthält der Entwurf die Bestimmung, daß noch gar nicht festzustellen ist. Wenn aber dann die Zahl der gehende Bestimmung dahin beschränkt, daß diese Befugnis, abge das beim Zwangsmietvertrag dem Verfügungsberechtigten laut überhaftet und fyftemlos entlassenen Beamten ins fehen von den sonst in der Berordnung vorgesehenen Fällen, Play$ 4 des Wohnungsmangelgeieyes zustehende Widerspruchsrecht auf ungemessene wächst, dann kann man die Deutschnationalen greifen dürfe im Intereffe einer volkswirtschaftlich notwendigen gehoben wird. Der Ausschuß beschloß, der Regierung zu empfehten, lebhafte Entrüstungsrufe ausfioßen hören. So ist eben nun Steigerung und Berbilligung der Gütererzeuden Oberften Landesbehörden die im Entwurf vorgefebene r einmal die Moral der Herren vom Großgrundbesig. Andere gung. Ein Antrag ber Sozialdemokraten, ber werdende und stil. mächtigung zur Anordnung der Vorauszahlung der Wieten nicht für die Folgen ihres Rampjes gegen das Reich verantwortlich lende Mütter auf jeden Fall vor längerer als achtstündiger Beschäf. 3u erteilen. zu machen, ist seit einigen Jahren ihre besondere Vorliebe. tigung au schüßen sucht und der für fle auch tarifvertragliche BerUnd doch gibt es noch Leute, die auf derartige Manöver längerung der Arbeitszeit von vornherein unmöglich machen soll, hereinfallen. murde von der Regierung im Prinzip angenommen. In welcher Weise diese Vorschrift in die Berordnung hineingearbeitet wird, bleibt ber Regierung vorbehalten. Es fennzeichnet die fatastrophale Lage der Reichsfinanzen daß die Reichsregierung troß der Aussichtslosigkeit dieses Berjuches bei der Rentenbant einen 3 ufagtrebit beantragt Partetgründer. Ueber die Gründung neuer Parteien in Deutschland oder bie Verschmelzung schon bestehender werden im Ausland absonderliche Nachrichten verbreitet. Ein Wiener Senfationsblatt bersteigt sich Bon den sonstigen Beschlüssen des Ausschusses ist bemerkenswert fogar zu dem It, zu behaupten, nächstens werde eine Berfchmelzung noch die Erweiterung der Verordnung bezüglich der Arbeitszelt der des linten Flügels der Demokraten mit dem rechten Flügel ber Angestellten, monach in öffentlichen Notfällen" auch der Sozialdemokratie vor sich geben. All diefem Gerede liegt unseres Arbeitgeber das Recht haben soll, eine Berlängerung der Ar Wissens weiter nichts als die Tatsache zugrunde, daß der Volks bel N. Oldenburg, München und Berlin), bat gleichfalls gewonnen, Er widmet jetzt fedem Tag ein Blatt. Täglich werben in Wort und Linie die Bedenten im Auge, von denen man voraussetzt, daß fie Republikanische Partei Deutschlands" zu gründen beabsichtigt, ohne Er widmet jetzt fedem Tag ein Blait. Täglich werben in Wort und beitszeit vorübergehend anzuordnen. Man hatte dabei in erster zeitungsrebatteur, Herr Better, mit einigen Gleichgesinnten eine Bild technische Erinnerungen geweckt. Für ein technisches Zeitalter, das in vielfacher Hinsicht aber technisch immer noch sehr un- infolge der Währungsumstellung plöglich mit großer Mehrarbeit be- Berndsichtigung der Tatsache, daß diese Republikanische Partet gebildet ist, eine wahre Fundgrube. Der Lale bird mit Staunen lastet werden könnten. Entgegen den Borschlägen des Reichsrats Deutschlands" als„ Bereinigte Eczialdemokratische Partei Leutich fehen, wie alt viele Erfindungen sind und wie wenig Neues es ausschusses wurde eine Bestimmung in die Verordnung eingefügt, lands" schon existiert... Unter diesen Umständen glauben wir nicht, im Grunde gibt. Mehr Bilder und Daten aus dem Arbeiterleben wonach Arbeitgeber ftraffret bleiben sollen, die von Ar das bei dem Unternehmen des Herrn Better mehr herauskommen und aus der Großindustrie würden bas nüßliche Wert, das auch beitern oder Angestellten freiwillig eberarbeit annehmen wird als die Umgründung eines schon bestehenden Klubs. Kuriositäten und Rarifaturen bringt, noch bereichern. Ganz weit oder sie dulden. Im allgemeinen ist festzuhalten, baß nach dem Reaus unserer Zeit führt der Ludwig Richter.( Abreiß-) agierungsentmurf die Berordnung diejenigen Fälle festseßt, in denen lender( Verlag Georg Wigand, Leipzig). Cine alte fleine poetische, gemütliche Belt, wie sie Richters liebenswürdiges durch Tarifvertrag eine Verlängerung der Arbeitszeit erRindergemit schaute und gestaltete, wird wieder lebendig. Da er möglicht werden kann. Es besteht aber nicht der geringste Zweife! ein Künstler und einst der populärste aller Stalenbermacher war, darüber, daß die Berordnung in feiner Weise das Recht der Tarif werden die 160 gut gewählten Bilderchen auch heute noch manchem verträge berührt, eine Berminderung der Arbeitszeit herbet einen beschaulichen Genuß, eine Weile der Versenkung und des zuführen. Bergeffens gewähren auch wenn er weder Chrift noch deutsch tümelnd ist. lich Amerikanische Parteikämpfe. Washington, 19. Dezember.( Eca.) Bei den Borbereitungen zu den Neuwahlen 1924 werden die Republikaner gespalten aufmarschieren, wogegen die Demokraten vorläufig noch geschlossen dastehen. Die überwiegende Mehrheit der republifanischen Senatoren und Kongreßmitglieder gehört zum rechten, tonservativen Flügel der Partei, der mit Präsident Coolidge und Staatssekretär Mellen durch dick und dünn geht. Bei der gegen wärtigen Konstellation in beiden Häusern ist jedoch der linde Flügel der Partei ,, bie Nabitalen" das Bünglein an der Wage. Diese an Zahl fleine, aber äußerst attive Gruppe besteht hauptsächlich aus Bertretern der Farmer. Die Radikalen" stehen in den wichtigsten Punkten der Wirtschafts- und der Außenpolitik im scharfen Gegensatz zu der Mutterpartei. Die Entscheidung in Sachsen vertagt. Helfferich der Münzensammler. Die rationale Breffe ift em pört, daß ihr Champion nicht zum Mitgliede der Sochverständigen Landtagsauflösung oder Koalition mit den Demokraten? fommission des Münzfabinetts ernannt sei( obwohl er angeb. Dresden, 19 Dezember.( Eigener Drahtbericht.) Die Mittwoch von der Direktion vorgeschlagen wurde). Der Amtliche fizung des Landtages hat feine lieberraschungen gebracht. Der Preußische Pressedienst wagt demgegenüber darauf hinzuweisen, daß das Münzkabinett weder ein Finanzinstitut noch ein Institut fommunistische Auflösungsantrag wurde nicht auf die Tagesordnung für Jeluwissenscheit ist fordern Münzen sammelt und fachkundige gesetzt, da Widerspruch erhoben wurde. Ein Antrag der deutsch nationalen Volkspartei, über die Auflösung des Landtages am Persönlichkeiten braucht.. Jetzt fönnen die Rorybanten Helfferichs erst recht toben. Hat Sonnabend abzustimmen, wurde mit den Stimmen der VSBD, Herr Helfferich nicht längst bewiesen, daß er sich auf das Münzen und einigen Stimmen der Demokraten und der Vollspartei abgeordneten Nelson zum Borsitzenden einer dr wichtigsten Komfammeln( menigstens für seine Tasche) versteht? Und hat Helfferich, gelehnt. Gleichzeitig erteilte das Plenum dem Präsidenten des der Inflationist, nicht um die Schaffung unzähliger papierener Landtages die Ermächtigung, den Termin für die nächste Sigung Münzen des größte Berdienst? Amundsen plant eine neue Fingerpedition über den Nordpol, au bestimmen. Nach Beendigung der Sigung bat die Mehraabi ber Roald Amundsen teilt mit, daß sein Plan einer Flugexpedition von Abgeordneten Dresden bereits verlassen. Es ist deshalb als sicher Spitzbergen über den Nordpol nach Miasta sich verwirklichen werde. anzunehmen, daß die Entscheidung über die Lösung der Die Marine der Vereinigten Staaten stelle ihm einen ihrer tüch- Regierungsfrise bis in den Januar vertagt ist. tigsten Fliegeroffiziere, den Beutnant Davifon, zur Berfügung. Die Beitschrift Aeronautical digeft" habe die Finanzierung des Unter nehmens in die Hand genemmen, und zwar mit Hilfe von Bolar postbarten. Die Erpedition werde über drei Flugzeuge verfügen, die zurzeit auf der Dornier- Werft in Friedrichshafen gebaut würden. Der Flug werde in der Zeit von Mai bis August ausgeführt werden. Hauptteilnehmer an be: Expedition würden außer ihm selbst und Davison sein Schiffsreeder Hammer und Dstar Ondal sein. In Ausnübung ihrer tattischen Position ist es, wie Nem Nort Herald" meldet, dieser Gruppe bereits gelungen, ben rabitalen 2bmit ihren 12 Stimmen seit einer Woche die Wiederwahl des konfer missionen des Kongresses zu machen. Im Senate verhindern sie vativen republikanischen Senators Cummins zum Borsigenden des amischenstaatlichen Handelskomitees. In fonservativen Kreisen rechnet man nunmehr, wie„ Chicago Tribune" meldet, mit der Möglichkeit, daß die Radikalen bei der nächsten Abstimmung, die poraussichtlich erst im nächsten Jahre vorgenommen werden wird, für den bemokratischen Kandidaten Smith stimmen und dadurch seine Wahl sichern werden. Grabskis Programm. Die Bürgerlichen Barteien baben zum Ausdruck gebracht, daß fie für die Landtagsauflösung ftimmen werden, wenn feine Möglichkeit besteht, die Bildung einer neuen Regierung vorzunehmen. Diese Möglichkeit ist aber, wie man annimmt, durch eine Vertändigung der sozialdemokratischen und demokratischen Warschau, 19. Dezember.( Cigener Drahtbericht.) In den Ber Bartei gegeben. Erfolg versprechende Berhandlungen haben in handlungen mit den Parteiführern bezeichnet der neue Ministerdiefer Richtung bereits stattgefunden. Die sozialdemokratifde präsident Grabiti als sein nächstes Ziel die Währungsreform, Fraktion glaubt infolgedessen, die Verantwortung für eine Land- me.che durch das Gefeh über die wertbeständigen Steuern fowie Gegen die hohen Bücherpreise. Die Biener labemie unb tagsauflösung nicht tragen zu können und bat deshalb die Landes durch die bereits erfolgten Borschüsse auf die Bermögenssteuer unentbehrlich geworden ist. Die Ernennung Stir munts zum AußenJämtliche Sochichulen Desterreich 3 haben eine Befchwerde an instanzen der VSPD. eriucht, möglichst bald einen Parteitag minister fonnte nicht aufrechterhalten werden, da die Linke nach den Fuchbändler- Börienverein in Leipzig und an den Deutschen Verlener einzuberufen. Dieser Parteitag wird voraussichtlich schon zum drücklichsten Brotest erhob und der tschecho- polnische Grenzfonflift, verein gerichtet, in der gegen die Bücherbieile protestiert und der Wunsch 27. Dezember, spätestens aber in den ersten Jannartagen, einbes in dem Stirmunts Bolen vertrat, vom Völkerbund foeben ausgesprochen wird, die Preise namentlich für wissenschaftliche Bücher zu ermäßigen, und Desterreich gegenüber dem valutastarfen Ausland eine rufen werden.( Er wird gründlich die Frage zu prüfen haben, ob zugunsten der Tschechoslowakei entschieden wurde. An seiner Stelle Borzugsstellung einzuräumen. die Bildung einer sozialistisch demokratischen Regierung durchaus wurde der polnische Gesendte in Paris, Graf 3 a moniti, be rufen. Der Bizeminister des Aeußern, Seyda, hat demissioniert. führen ist oder Neuwahlen vorzunehmen sind. Gorti als Filmdichter. Marim Gorki, deffen Baldige Ankunft in Moskau ertvartet wird, soll das fertige Ezenarium eines von ihm entworfenen großen geschichtlichen Filmdramas mitbringen, in dem der große Ausstand des Räuberhauptmanns und Bauernführers Stenta Nasin im 17. Jahr hundert im Bilde dargestellt wird. Die Regierungsvorlage über den Abfindungsvertrag Der griechische König erhielt eine einmalige bfindung von Imit dem ehemaligen Königshause wurde am Mittwoch vom Plemum 11 Million Drachmen und eine Pension von 15 Millionen. Gewerkschaftsbewegung beltszett einzuführen ist. Zu Stundenföhnen soll hierbei nicht über.I Im Gebiet von Essen und Dortmund bis zur franzöfifch- bel gegangen werden, sondern nach wie vor die Bezahlung von Schicht- gischen Grenze ist für die Ofensetzer der Streit erklärt worden. Ar. löhnen mit einer etwa 20prozentigen Erhöhung durchgeführt werden. beitsannahme nach dort ist unter allen Umständen zu vermeiden. Während also die zentralen Berhandlungen über die ArbeitszeitDie Betriebsrätefrage in Norwegen. Die Herren vom Braunkohlenbergban. Wir haben uns wiederholt mit den reaktionären Machenschaften frage geführt werden, versuchen die Unternehmer mit Gewaltmitteln von sich aus eine Arbeitszeitverlängerung zu erzwingen. In dem großen Arbeitskonflikt 1920 hat sich die norwegische Ardes Arbeitgeberverbandes für den Braun tohlen. beiterfd; aft eine vorläufige, unvollständige Erfüllung ihres BerNoch eine Kleinigkeit aus dem inhaltsschweren Protokoll verlangens nach Mitbestimmungsrecht im Betriebe erfämpft. Die nor bergbau beschäftigen müssen. Auf Grund eines sehr wichtigen dient der Erwähnung. Am 31. Oftober 1923 war anläßlich des wegische Regierung mußte damals, wie wohl noch erinnerlich, durch Dokuments find wir heute in der Lage, das gemeingefährliche Bergarbeiterstreits ein Schiedsspruch über die Errichtung von ein Gesetz zur Schaffung von Arbeiterausschüssen in den Betrieben" Treiben dieser Kriegs- und Nachkriegsgewinnler zu beleuchten. Am Sonderschiedsstellen gefällt worden. Der Arbeitgeberverband hatte eine Art Betriebsrätesystem schaffen. Von vornherein war dieses 10. Dezember hat in alle, Riebedplatz 4, eine Sitzung des Ta es seinen Mitgliedern strengstens verboten, als Beifizer in diesen Gesez als vorläufige Regelung der Betriebsrätefrage gedacht rifausschusses des Verbandes stattgefunden, die sich mit der Verlängerung der Arbeitszeit und der Einführung von Goldmarflöhnen und-gehältern beschäftigte. Der bekannte günstige Wind wehte uns ein Exemplar des Protokolls dieser Sigung auf den Tisch. Die Unternehmer des Braunkohlenbergbaues scheinen feine Befriedigung darin zu finden, die Löhne und Gehälter ihrer eigenen Arbeitnehmer auf einem unerträglichen niedrigen Stand zu halten, fie scheinen von dem Ehrgeiz getrieben zu sein, mit terroristischen Mitteln den Lohndruck in der gesamten deutschen Industrie zu organisieren. So heißt es in dem erwähnten Protokoll: Die in anderen Industrien festgesetzten Löhne überschrei ten in ihrer Höhe zum Teil die unseres Tarifvertrages. Der Tarifausschuß hält es für notwendig, baldmöglichst in eine Befprechung mit maßgebenden Bertretern der Chemie, Metallindustrie, des Baugewerbes, der Zuckerraffinerie und Elektro- Industrie einzutreten, um hier Wandel zu schaffen. Der Arbeitgeberverband für den Braunkohlenbergbau fcheint je. Der Arbeitgeberverband für den Braunkohlenbergbau scheint jedoch schon vor der Sigung des Tarifausschusses die notwendigen Schritte eingeleitet zu haben. Der oben wiedergegebene Beschluß scheint nur eine nachträgliche Genehmigung bereits eingeleiteter Maßnahmen zu sein. Der Arbeitgeberverband des Magdeburger Braun, fohlenberbaupereins hat bereits am 26. November ein Schreiben an die Verbandswerfe gerichtet, das wir im Wortlaut wiedergeben möchten: POSTABONNENTEN Der Vorwärts ist jetzt monatlich zu bestellen und zu bezahlen. Wer auch im nächsten Monat Wert auf eine regelmäßige Zustellung des Vorwärts legt und eine Unterbrechung der Zustellung vermeiden möchte, muß die Erneuerung des Postbezuges so fort bei seinem zuständigen Postamt vornehmen Vorwärts- Verlag G.m.b.H Schiedsgerichten zu fungieren. Trotzdem hat es ein Arbeitgeber ge wagt, entgegen diesem Beschluß zu handeln. Das Protokoll befagt hierüber: Michel- Konzern. In den übrigen Industrien werden in letzter Zeit wieder Löhne gezahlt, die weit über den Bergbaulöhnen liegen. Der Arbeitgeberverband für den Braunfohlenbergbau hat fich wegen geeigneter Maßnahmen an die Bereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände gewandt, im übrigen schreibt er uns:„ Wir halten es aber für notwendig, daß auch die Berke von sich aus Maßnahmen gegen die ungefunde Lohnpolitik in den anderen Industrien ergreifen und empfehlen daher den Unterverbänden, die Werke zu verpflichten, oor größeren Bestellungen sich über die Löhne, Diese dokumentarischen Aeußerungen einer Unternehmergruppe, die die Lieferfirma zahlt, zu unterrichten und falls diese Löhne über den Bergbaulöhnen liegen, Bestellungen, die nicht unbedingt die es verstanden hat, mit Hilfe der Inflation ihren Befih ungenotwendig sind, unter ausdrücklicher Hervorhebung heuer zu vermehren auf Kosten der Arbeiter und der Verbraucher, der Gründe zu unterlassen, ferner Bauaufträge dürften die weitere Deffentlichkeit interessieren. grundsäglich nur noch zu den im Lohntarif für den Braunkohlenbergbau vorgesehenen Bauhandwerkerlöhnen mit einem ganz mäßigen Zuschlag für den Unternehmer zu vergeben Auch bei schon abgeschlossenen Verträgen auf gleitender Skala wird fein Bedenken dagegen bestehen, die Erfüllung mit der gleichen Begründung zu verweigern, denn wenn der Besteller an der Höhe der Löhne in Form der Höhe des Kaufpreis beteiligt bleibt, ist es felbſtverſtändlich Boraussetzung der Durchführung des Bertrages, daß die vom Hersteller gezahlten und auf den Besteller abgewä'zten Löhne fich in angemessenen Grenzen halten. 43 Syndikalistische Spaltungsarbeit. worden. Die Arbeiterschaft verwarf das Gefes als nicht meitgehend genug. Als unzulänglich ist an diesem noch in Geltung befindlichen Gesez u. a. zu bemängeln: Die Einrichtung von Arbeiterausschüssen war auf industrielle Betriebe mit mehr als 50 Arbeitern beschränkt und auch hier freiwillig, sodaß von zirka 800 in Betracht kommenden Betrieben nur 130 diese Ausschüsse einrichteten. Die Ausschüsse batten nur eine beratende Rolle, und zwar in Lohnbestimmungen, Affordtarifen, Arbeitszeit, Ueberstunden, Arbeitsart bei Betriebseinschrän fungen, Arbeitsordnung, Einrichtung von Wohlfahrtseinrichtungen, Arbeiterwohnungen u. a.; aber feinerlei Mitwirfuung in der Betriebsführung. Daß trotzdem die Arbeitgeber über die Ausschüsse flagten und in ihnen ein Werkzeug der Arbeiterschaft zur Soziali fierung fahen, ist nebensächlich; es gibt schließlich fein Arbeiterrecht, gegen das die Unternehmer, und darin sind sie in allen Ländern gleich, nicht zu fragen hätten. Ende 1922 hat man nun die von den norwegischen Gemertschaften mit Zustimmung der Regierung gebildete Arbeiterfommission für die Betriebsräfefrage das Resultat ihrer Untersuchung fertiggestellt. Es liegt den norwegischen gefeggebenden Instanzen nunmehr ein Betriebsrätegutachten von Arbeitnehmerseite vor, mit Die Geschäftsführung berichtet, daß der Geschäftsführer un dem sie sich in nächster Zeit beschäftigen werden. Leider ist es der feres Berbandes der Forst- Triebeler Kohlenwerte entgegen den Kommiffion nicht gelungen, sich in allen Fragen zu einigen, die verergangenen Weisungen als Beifizer an einer Berhandlung schiedene sozialistische und gewerkschaftliche Reife und die Zersplitteder auf Grund des Schiedsspruches vom 31. Oftober im Forster rung der norwegischen Arbeiterschaft spiegelt sich auch in diesem Bezirf tätig gewordenen Sonderfchiedsstellen teilgenommen hat. Gutachten wieder. So verwirft eine Minderheit von vier ArbeiterDer Tarifausschuß mißbilligt dieses Verhalten des Vertreters vertretern völlig jede obligatorische Betriebsräteeinrichtung und foreines Verbandswertes auf das entschiedenste und weist das dert, es weiterhin den Betrieben zu überlassen, ob sie sich BetriebsVerbandsmitglied auf die Folgen hin, die die Nicht- räte einrichten wollen oder nicht. Von der Mehrheit wird aber ein beachtung von Verbandsbeschlüssen für das Werk haben können. Betriebsrätegefeh gefordert, das obligatorisch Betriebsräte in allen Die dem Protokoll angehängte Anwesenheitsliste enthält die Betrieben mit über 20 Arbeitnehmern vorsieht, denen eine Mit wirtung in der Betriebsführung gegeben werden soll. Namen derjenigen Personen, die den Arbeitern und Angestellten aus Im einzelnen geht dann aber auch die Meinung der Mehrheit ausallen Tarifverhandlungen hinlänglich bekannt sind. Selbstverständ- einander, in vielen Buntten aber sieht man deutlich die Betriebslich fehlt weder Herr Leopold, der Freund des Stahlheimbundes räteforderungen der deutschen Gewerkschaften und die Bestimmungen und deutschnationaler Reichstagsabgeordneter ist, noch Herr Niko. des deutschen Betriebsrätegefeges miederkehren. So, wenn für die lei als Bertreter der Stinnes- Werke und Herr van Hülst vom Betriebsräte ein Anteil an der Betriebsleitung und Mitbestimmung für die Betriebsausnugung gefordert wird und beide Forderungen die Betriebsräte für alle Betriebe der Industrie, des Handwerks, als unlösbar miteinander verbunden bezeichnet werden. So, wenn des Handels und des Transportgewerbes gefordert werden. Auch die von der Kommissionsmehrheit geforderte Aufrichtung von Di ftriftsräten und einem norwegischen Reichswirtschaftsrat", aus Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Angestellten nebst Beamten und Verbrauchern, der als Gutachter der gesetzgebenden Die ehemals fefte Organisation der Töpfer hat eine schwere Körperschaften in allen Wirtschaftsfragen sowie zu selbständigen Gefegvorschlägen wirtschaftücher und sozialer Natur befugt sein foll. rise durchzumachen. Der Spaltbazillus scheint die alte bewährte geiat lich aber schon hier, der unterschied von dem deutschen BeOrganisation zu zermürben. Die jahrelange Maulwurfsarbeit gegen triebsrätesystem darin, daß der norwegische Arbeitervorschlag Bc= die Gewerkschaftsbureaufratie" und gegen den ADGB. hat ge- triebsräte und Wirtschaftsräte aneinander fuppelt, so wird diese Abfruchtet. Unzufriedenheit mit den wirtschaftlichen Berhältnissen, die überaus große Arbeitslosigkeit haben ihr Teil mit tazu beigetragen, weichung weiter verfolgt in der Bestimmung. jeden einzelnen Bedaß phrafenhafte Reden und Beschimpfungen gegen die alte Ge- triebsrat aus Arbeitern. Angestellten und Arbeitgebern zusammenzulegen. Man hofft durch diese Aufnahme des Arbeitgebers wertschaftsorganisation bei einzelnen Töpfern Gehör gefunden Bir bitten Sie, im vorſtehenden Sinne zu verfahren. haben. Sie haben sich einer Gruppe von Leuten, den Syndikalisten, bzw. feines Vertreters in den Betriebsrat, die man a's in EngGerade die Arbeitgeber des Braunkohlenbergbaues, unter denen angeschlossen, bie noch vor kurzer Zeit von fast allen Berufsgenossen and erprobt bezeichnet, ein befferes Zusammenarbeiten von Arfich die reaktionärsten politischen Persönlichkeiten befinden, haben bei mitleidig betrachtet wurden; einer Sefte, bie feit Johrzehnten feiner- beitgeber und Arbeitnehmerschaft zu erzielen. Weiter als im deutjeder Gelegenheit, zuletzt beim Streit der mitteldeutschen Berg- lei Erfolge hatte, aber die Errungenschaften der im Verband schen Betriebsrätegese ist in dem norwegischen Vorschlag auch die arbeiter, über den Terror der Arbeiter geflagt und gejammert. Nie organisierten Töpfer strupellos mitgenoh. Die Sonderbündler geben Rolle des Betriebsrafes in Lohnfragen, Ueberstunden, Afford uitd mals ist von Arbeitern ein so brutaler Terror unter Anwendung der sich dem Jrrwahn hin, daß auf ihre Aufforderung hin die Löpfer in Norwegen Angelegenheiten zugewiesen, die in Deutschland die Krantenteffenangelegenheiten gefaßt; hier werden dem Betriebsrat wirtschaftlichen Machtstellung ausgeübt worden, wie er hier von den Deutschlands dem Deutschen Baugewerksbund den Rüden lehren Gewerkschaften bzw. die Gesetzgebung regein. Bemerkenswert find Arbeitgebern des Braunkohenbergbaues gegen die Industrie an werden. Dabei ist festzustellen, daß mit wenigen Ausnehmen die noch die Wahlbedingungen, die der norwegische Betriebsrätevorschlag gewandt werden soll, die bei der Festsehung der Löhne und Ge. Töpfer im Deutschen Baugewerksbund sich äußerst wohl fühlen und aufstellt. Es heißt da, daß nur der Angestellte oder Arbeiter als in den verschiedensten Orten, in den Bersammlungen dies zum Aushälter über die vollständig unzulänglichen Löhne im Bergbau hin- drud gebracht haben. Daran werden auch die Schimpffanonaden Betriebsrat mählbar ist, der das 23. Lebensjahr vollendet hat, min= eines Priem und Busemann nichts ändern. Die Töpfer werden aber In derselben Linie bewegt sich die Einstellung der Unternehmer bad fehen, daß sich dieselben furchtbaren Zustände entwickeln wer. bes Bergbaues zur Arbeitszeit. Bisher haben die Arbeitgeber, ben, mie sie sich beim Bestehen zweier Drganisationen innerhalb des wenn ihnen in Tarifverhandlungen Vorwürfe wegen der Durch Berufes in den neunziger Jahren gezeigt haben. Der Anfang ist brechung des Achtstundentages in den einzelnen Werken gemacht da. Der Arbeitsnachweis wird umgangen. Das lange murden, die Antwort gegeben, daß sie als Arbeitgeberverband an perpönte erniedrigenbe Rlintenpuzen" hat seine Auferstehung gediesen Maßnahmen der einzelnen Werke unschuldig seien. Es feiert. Hohnlächelne sehen die Unternehmer diesem Treiben zu. Erinnert muß daran werden, daß Pusemann und Genossen vor verdient Erwähnung, daß sowohl im Arbeiter- wie auch im Ange- noch nicht allzu langer Zeit predigten:„ Nur nach der Reihe muß im stelltentarifvertrag der Achtstundentag festgelegt ist und somit jede Nachweis vermittelt werden, die arbeitenden Kollegen müssen sich Maßnahme der Arbeitgeber gegen den Achtstundentag einem Tarif nach einer gewissen Zeit zugunsten der Arbeitslofen im Nachweis einbruch gleichkommt. Das ans Tageslicht gezogene Protokoll bringt schreiben Caffen." Heute wird von denselben Leuten das Gegenteil den Beweis, daß der Arbeitgeberverband den Tarifbruch or gemacht. Man besetzt die Arbeitsstellen und fümmert sich nicht um ganisiert. Es heißt da mörtlich: das früher Gepredigte. Die Folgen machen sich bemerkbar. Eine Anzahl von Kollegen läuft, wild" umher. Die tariflichen Abmachun gen werden nicht mehr strenge innegehalten. Ein Herabdrücken der Löhne wird das weitere Resultat sein. Zu spät werden die Kollegen zur Erkenntnis fommen. Erinnert Euch doch des Generalstreits im Jahre 1899, der endlich den Kollegen die Augen öffnete, mei die damalige Lotalorganisation( jezige Syndikalisten) nicht imstande war, die Mittel für den Streit aufzubringen. Der zentralen Organisation ist die Durchführung des Streifs zuzuschreiben. Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Gaternus; Es folgt dann die Anweisung, daß im Tagebau der zweifchich Die Fachgruppenleitung hat zur Besprechung aller dieser Dinge eine Noch ist es Zeit, die Krise in der Organisation zu überwinder. Gewerkschaftsbewegung: S. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schifowski: Lotales und Sonstiges: Friz Rarstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin, tige Betrieb mit 10 Stunden reiner Arbeitszeit und zwei Baufen, Agitationsversammlung einberufen, in welcher Kollege other. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. im Tiefbau die achtstündige reine Arbeitszeit für technische Ange-| Hamburg referieren wird.( Siehe unter„ Vereinsanzeiger" in dieser und Verlagsanstalt Baul Ginger Coi Sierzu 2 Beilagen. stellte, die im Betrieb arbeiten, die Arbeitszeit der Arbeiter und für Nummer) Agitiert für diese Bersammlung und erscheint vollzählig. faufmännische und technische Bureauangestellte die neunstündige Ar. Die Fachgruppenleitung: Mag Kemniz. ausgegangen find. Die Verlängerung der Arbeitszeit ist baldmöglichst auf den einzeinen Betrieben durchzuführen, zumal entgegenstehende gesetzliche Bestimmungen nach Aufhebung der Des mobilmachungsverordnungen, die die Ueberschreitung des achtstündigen Arbeitstages unter Strafe stellten, nicht mehr vorhanden sind und die im Tarif vorgesehene achtstün dige Arbeitszeit unter den bestehenden Berhältnisse für die Werte nicht mehr tragbar ist. Ofsrael* mindestens fechs Monate in dem betreffenden Betriebe arbeitete. Die sonstigen Umriffe der Aufgabe des Betriebsrats entsprechen, wie oben schon gefagt, ungefähr den deutschen. Die Arbeitgeber haben natürlich schon ihre vollkommene Ablehnung dieses Betriebsräteporschlages perfündet. Gemeinbe und Staatsarbeiterverbanb, 5. Berwaltungsbezirk. Morgen, abends 7% Uhr, Bezirksversammlung, Tilterschule, Tilfiter Str. 4, im Alaffensimmer. mitgliedsbuch feat Funktionärversammlung heute, Donnerstag, abends 7 Uhr, im ArbeitsDeutscher Sclzarbeiter Bezband, Goldleisten unb Rahmenbranche. lofensaal des Verbandshauses, Rungestraße 30. Freitagabend 6 Uhr im Gaal I des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25, Zentralverband der Maschinisten und Seizer, Geschäftsstelle Groß- Berlin. Branchenversammlung aller in den städtischen Elektrizitätswerten fowie in den Brinat- Elektrizitätswerten beschäftigten Waichinisten, Heizer sowie Berufsgenoffen. Sagesordnung: 1. Lohn- und Arbeitsbedingungen der gewerblichen Arbeitnehmer der Städtischen Elektrizitätswerte ab 1. Januar 1924.. 2. Bericht über die Lohnverhandlungen bei der MCB. 3. Verschiedenes. Der Wichtigkeit der Tagesordnung entsprechend ist es Bflicht eines jeden dienstfreien Kollegen, pünktlich au erscheinen. Die Ortsverwaltung. Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe der Töpfer. Agitationsverfammlung am Sonntag, den 23. Dezember, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24, Gaal 1. Referent: Moris Lother- Hamburg. Erscheinen aller organisierten Kollegen Pflicht. Nichtmitglieder haben Zutritt. Café Zielka?? WeihnachtsAngebote Mengenabgabe sämtl. Artikel vorbehalten! * Gegr.1815 Berlin C. Spandauer Strasse Sonntag, den 23., von 1-5 Uhr geöffnet! Preife in Goldmark Damenwäsche Taghemd mit HohlHauswäsche Tischtuch gebleicht, saum u. schmal. Trägern 2.50 Damast, 130 x 160 cm Taghemdm.Stick.- Ans.4.75 Beinkleid mit Lang. 2.90 Korsett grauem Drell 2.80 a. 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Die Großstadtkleinbauern haben längst ihre Sommerresidenz. band den Titel: Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands, In Berlin feben gegenwärtig an 300 000 arbeitslose Männer die Laubenkolonie, verlassen und die Stadtwohnung wieder auf Gauverband Groß- Berlin". und hat seine Geschäftsstelle in Neukölln, und Frauen., Rechnet man ouf jeden Arbeitslosen nur zwei Fagesucht. In den Laubenkolonien selbst haben Bäume und Sträucher Böhmische Str. 48. Seine Zwecke und Ziele find im Statut fest- milienangehörige bei einer Bevölkerung Bertins von nicht 4 Millioihr grünes Gewand mit dem herbstlichen vertauscht. Und wenn der gelegt:" Der Gouverband erstrebt den Zusammenschluß aller Kleinerste Schnee Baum und Strauch für den langen Winterschlaf sorg- gärtner Groß- Berlins, um die Förderung des Kleingartenwesens nen Einwohner, sa zeigt sich uns ein Bild des Jammers und der sam einhüllt, dann liegen die Laubenkolonien einsam und verlassen wirksamer betreiben zu können. Besondere Einrichtungen, die Not, wie es balb schlimmer nicht gedacht werden kann. Und dabei fam einhüllt, dann liegen die Laubenkolonien cinsam und verlassen Landpachtgenossenschaft, die Branb. und Sterbe. bringt jeder Tag ein weiteres Anwachsen der Arbeitslosenziffer! da. Nur ab und zu werden noch menschliche Laute zu vernehmen tasse sowie die Bezugsvereinigung, stehen im Dienste Auf den Arbeitsnachweisen sind unverantwortliche fein. Der aus einzelnen Kaminen aufsteigende Rauch fündet die dieser Förderung zur Wahrnehmung der wirtschaftlichen und idealen Elemente an der Arbeit, die Arbeitslosen oufzubezen gegen Anwesenheit von Menschen. Es sind ihrer ganz gewiß nicht wenige, Interessen der Verbandsmitglieder." Die Mehrzahl der Kolonien Juden und Sozialisten und Republik. Dunkle, fchier unerschöpfliche die die Laube auch im Winter als Wohnung innehaben müssen. haben sich zu Bereinen zusammengeschlossen, die dem Gaunerbande finanzielle Silfsquellen stehen ihnen zur Verfügung. Planmäßig In Groß- Berlin haben wir zurzeit ungefähr 170 000 Kleingärtner, angehören. Eine größere Anzahl der Vereine nennen Kolonisten wird eine Agitation betrieben, die an die niedrigsten Instinkte der die im Sommer bemüht find, tüchtig ihr Fleckchen Land so wirt- heime, Kantinen, Wasserleitungen und andere wichtige Einrichtungen ausgehungerten Menschen appelliert. Zu allen Zeiten haben polischaftlich wie möglich auszunuzen. Etwa 50 000 Kleingärtner in ihr Eigentum. Der gesamte Verband ist in 11 Bezirke eingeteilt, fische Abenteurer sich daher gerade der Erwerbslofen bedient, um etwa 800 Vereinen zusammengeschlossen( fast jede Kolonie bildet die ehrenamtlich verwaltet werden und die Kleinarbeit zu erledigen einen Verein) sind im Reichsverband der Kleingartenvereine Deutsch haben. Sämtliche Pachtungen stehen unter der Kontrolle des Gau- ihre unheilvollen Pläne zur Durchführung zu bringen. Darbende und lands, Gaurerband Groß- Berlin, organisiert. Die nachfolgenden verbandes. Die Berliner Bandpachtgenossenschaft hat zurzeit etwa frierende Menschen erliegen offzu leicht den Einflüsterungen gewissen. 20 Millionen Quadratmeter Land in pachtung, b. h. faft ein Drittel lefer Agitateren. Zeilen sollen versuchen, einen Ueberblick zu geben über den Werde- der überhaupt in Groß- Berlin von kleingärtnern befehten Fläche. Die Armut, in der sich das Reich, die Länder und die Gemeingang der Organisation, die zum Schutze der Laubenkolonisten ent- Alls weitere Sondereinrichtung des Verbandes haben wir die den befinden, wie auch der mangelnde Opferfinn befizender Schich stehen mußte. Bezugsvereinigung Deutscher Kleingärtner G. m. b. H. zu verzeichten unseres Boltes haben dazu beigetragen, daß die staatliche Hilfe men. Sie hat den Zweck, den Großeintauf von fleingärt allein bei weitem nicht ausreicht, um von den in Not geratenen nerischen Bedarfsartikeln zu ermöglichen und verdient Menschen ouch nur das Allerschlimmste abzuwenden. Sollten zu Es war Ende des Jahres 1870, als die Laubentolonien nach in weitgehendster Weise die Unterstützung der Kleingärtner. Zum allem Unglück die von der Regierung vor einiger Zeit angekündig und nach entstanden und sich außerordentlich start vermehrten. Schon Schluß feien noch genannt die Brandunterstüßungskaffe sowie die Mitte des Jahres 1890 fonnte man in Berlin und Umgegend un- Sterbe- und Umzugsunterstützungskasse, die ihre Mittel durch Um- ten Maßnahmen von einem Abbau der Erwerbslosen= unterstügung Wirklichkeit werden, so ist heute noch nicht abgefähr 40 OCO Laubenkolonisten zählen, die aber immer von der lagesystem aufbringen. zusehen, welche katastrophalen Wirkungen das nicht nur auf die ErGnade oder Ungnade der gewerbsmäßigen Generalpähter abhängig Das ist nur ein fnapper Ueberblick über die Organisation ber merbslofen, sondern auch auf den Stoat haben fönnte. Den vom waren. Die verfassunggebende deutsche Nationalversammlung hat mit diesen Leuren gründlich aufgeräumt und in der Kleingarten- Kleingärtner. Fest steht die Tatsache, daß die Organisation geboren Schidfal fo hart getroffenen Boltsgenoffen nach fräften zu heifen, und Landpachtordnung vom 31. Juli 1919 festgelegt, daß zum Zwecke werden mußte zum Schuße der Laubenkolonisten, die sich in der ift dringende Pflicht aller menschlich Gesinnten. Es wird jezt fo nicht gewerbsmäßiger gärtnerischer Nuzung Grundstüde nicht zu Borfriegszeit auf Grund des Generalpächterunmefens in sehr be- viel von der Notwendigkeit des Zusammenstehens des ganzen Volkes höheren als den von der unteren Verwaltungsbehörde festgesetzten drängter Lage befanden. Den Männern, die sich hierzu aufrafften, gecdet und geschrieben. Jeder kann und sell sich für dieses Ziel beBreisen verpachtet werden dürfen. Ferner dürfen Grundstücke zum diese Zustände zu bessern, gebührt Dant. War es damals tätigen, indem er jene unterstützt, die den Zwed haben, das Zwecke der Weiterverpachtung als Kleingärten nur durch Körper- nicht leicht, Laubenkolonisten zu organisieren, so hat sich hier Los der Nolleidenden zu mildern. Eine Brotfpende für unsere Erschaften oder Anstalten des öffentlichen Rechtes oder ein als ge- nach der Revolution manches verbessert, doch gilt es noch viele werbslojen foll in aller Kürze geschaffen werden. Durch die Untermeinnützig anerkanntes Unternehmen zur Förderung des Klein- Außenstehende zu erfassen. Vereinsmeiereien, die in einzelnen stügung von Porteigenossen war die Berliner Partei= gartenwesens gepachtet und nur an solche verpachtet werden. Steinweg, der ehemalige Vorsitzende des Verbandes, stellt in Kolonien in Reinkultur betrieben werden, müssen endgültig auf- leitung bereits feßthin in der Lage, in den letzten von der Bartei Steinweg, der ehemalige Borsitzende des Verbandes, stellt in einer kleinen Broschüre:„ Durch Organisation zum Erfolg" feft, daß hören zu eristieren, denn sie stehen einer Borwärtsarbeit nur im einberufenen Arbeitslosenversammlungen an tausend Brote es diese Aussauger verstanden haben, schon damals bis zu 1000 Prog. Wege. Das Ziel aller Kolonisten muß sein: die Beseitigung der Verdienft aus ihren Generalpachtungen herauszuschlagen. Ueber- allen Vereinsgebräuche von Anno dozumal. Die Organisation und Diele Spende foll ausgebaut werden. haupt bilden die damaligen Generalpächter ein Kapitel für sich. die Bereine im Sinne der modernen Arbeiterbewegung geführt, und Es muß auch auf diesem Wege der Versuch unternommen werden, Die Anfänge der Bewegung. * Auszeichnungspflicht für Atrappen. Beder einzelne Unterpächter hing, wie schon erwähnt, von der Gnade es wird weiter vorwärts gehen. dieser Leute ab. Wurden doch viele Pachtverträge nur daraufhin abgeschlossen, wenn sich die Unterpächter gleichzeitig verpflichteten, ihren Bedarf an Bier und Schnaps vom Feldbudiler. ein Beruf, den der Generalpächter nebenbei ausübte, zu beziehen. Viele Wichtige Entscheidungen zweier Wuchergerichte. Kolonien trugen daher mit Recht den Namen„ Sufftolonien", denn wer nicht trant der flog. Die damals noch fleine Organisation Mit der den gesamten Einzelhandel interessierenden Frage, ob der Laubenkolonisten, die im Jahre 1901 entstand, fonnte 1908 einen trappen auf Grund der Preisschilderverorb Erfolg buchen. Es wurde die Bestimmung getroffen, daß auf den nung auszeichnungspflichtig sind, hatte sich gestern die Berliner Magistratsländereien die Generalpächter nicht gleichzeitig 1. Straftammer des Landgerichts II als Berufungsinstanz gelegent Budifer sein dürfen. Die erste Zeitung für die Interessen der lich einer Anklage gegen einen Stegliger Kolonial. Laubenkolonisten führte den Titel:„ Der Aderbürger" und wurde warenhändler zu beschäftigen. von den beiden Schriftfehern Franz Schulz und Guido Baumann herausgegeben, die hiermit versuchten, einen Zusammenschluß der Bereine herbeizuführen. Im Jahre 1901 fand dann auch die Gründungsversammlung statt. Acht Vereine, darunter die jetzt noch bestehenden„ Ohm Paul"( jekt Berein Dammweg)," Bauers Ruh Südost" und„ Neu- Kalefornien", gründeten den Bund sämtlicher Pflanzervereine Berlins und Umgegend". " Der Aufstieg. Das Jahr 1903 brachte das Erscheinen einer eigenen Zeitschrift: Der Laubentolonist" und 1911 wurde der Bund" umgetauft und " Berband der Laubenkolonisten Berlins und Umgenend" benannt. 1911 zählte der Verband etwa 14 Vereine mit 945 Mitgliedern zu seinem Bestand und kann heute mit 800 Vereinen und 50 000 migliedern aufwarten. Steinweg stellt in seiner Broschüre fest, daß nur dadurch der Verband seine Zwecke und Ziele erfüllen konnte, indem er sich auf die Tatsachen einstellte, die Organisation im Sinne der modernen Arbeiterbewegung zu führen. Heute führt der Ber581 Copyright Georg Müller, München. Die Lofotfischer. Roman von Johan Bojer. Henrik Rabben erhob sich. Er sah den andern in die Augen, konnte aber nichts jagen. Dann ging er auf den Aus gang der Hütte zu." Gehst du?" fragte Kristaver. Ich komme wieder," sagte Henrif: Er blieb draußen am Strande stehen, wo der Frost ihm ins Gesicht schnitt. Die Wellen bespülten seine Füße, auf dem Fjord waren Lichter von Schiffen, und über weißen Schneebergen funkelte der Sternenhimmel. Im Westen hörte man das Meer brausen. Henrik wollte hin und her gehen, um" h zu sammeln und herauszufinden, was er tun sollte. Aber hier war fein Platz. Gleich feitwärts war die Hütte vom Meerleuchten", und dann famen wieder die schroffen Klippen, die steil zum Meer abfielen. " Da hörte er einen seltsamen Ton von jenseits des Fjords, wo aus den Hütten Licht herüberschimmerté. Es war Gefang. Ein Choral. Und jetzt wußte er, was es war. Das waren die Laestadianer, die eine Andacht hielten, ehe sie zur Ruhe gingen. Henrik Rabben blieb stehen und hörte zu. Endlich schaute er zu dem flaren Frosthimmel mit den hellen, zuckenden Nordlichtstreifen auf, strich sich den Bart und flüsterte:" Du mußt mir vergeben, wenn ich etwas Falsches tun." Aber als er wieder hineingehen wollte, blieb er an der Tür stehen, ging um die Hütte herum, faltete die Hände, fo gut er es in Fausthandschuhen vermochte, und kniete im Schnee nieder. Als die Männer, die in der Hütte faßen, ihn nach einer Weile wieder hereinfommen fahen, lag ein eigener Friede auf feinem Gesicht, und er richtete sich auf und blickte von einem zum anderen. ,, Wenn Ihr mich dazu auserleht," sagte er, so will ich es tun, in Gottes Namen. Wir müssen bedenken, daß schließlich auch die Jünger nur einfache Fischer waren." Die Bootsführer blickten einander an und nidten. Alle schwiegen, man merkte, daß alle einig waren. Aber Lars fiel es schwer, die Tränen zurückzuhalten. Eine zu verteilen. das Elend so weit wie möglich zu lindern. Hilfsbereits Porteigenossen haben ihre weitere Unterstüßung zugefagt. Darüber hinaus richtet sich der Appell an alle edel empfindenden Menschen, bei der Schaffung unserer Brotspende helfend einzugreifen. Kein sich dem Volksganzen gegenüber verantwortlich fühlender Mensch barf teilnahmslos zusehen, wie Männer, Frauen und Kinder, unschuldige Opfer unserer Wirtschaftskrise, verhungern. der entsetzlichen Not! Helft schnell! Tragt alle, die ihr nur irgend fönnt, das eure bei zur Linderung Einzahlungen fönnen geleistet werden an Franz Künstler, Lindenstraße 3, oder auf das Poftscheckkonto 4396, Deutsche UnionBant, Brotspende. Ein Tagesheim für die Alten. Die erfte Instanz hatte den Angeklagten freigesprochen, da sie die Frage der Auszeichnungspflicht für Atrappen verneinte. Hiergegen hatte der Staatsanwalt Berufung mit der Begründung einrelegt, daß bei einer anderen Auffassung der Täuschung des publikums Tür und Tor geöffnet sei und daß sich Auch im Verwaltungsbezir? Prenzlauer Berg die Geschäftsleute darauf beschränken, anstatt Bare Atrappen aus ist jetzt ein Heim gefchaffen worden, des alten Leuten für die Tages. zustellen. In der Verhandlung vor der Straffammer wies Rechts stunden eine warme Aufenthaltsstätte bieten will. Auf dem an der anwalt Dr. Thiele darauf hin, daß Atrappen lediglich als An- Danziger Straße gelegenen Grundstück der früheren Baradenpreisung" der Ware anzusehen feien. Derartige Anpreisungen schule, deren Räume nicht mehr zu Schulzwecken benuẞt werden, unterlägen aber der Auszeichnungspflicht nicht, da die Verordnung bot sich die Möglichkeit, das heim in der Turnbarade unterzudiese nur für Waren" vorschreibt. Die Preisschilderverordnung bringen. Gestern wurde es mit einer Feier eingeweiht, die enthalte eine Beschränkung der sonst gesetzlich gewährleisteten Ge- man wegen der Nähe des Weihnachtsfestes els gemütliche Weihwerbefreiheit und müsse deshalb so eng wie möglich ausgelegt nachtsfeier gestaltet hatte. An ihr nahmen einige hundert werden. Das Berufungsgericht bejahte jedoch den Streit. Greise und Greifinnen teil und mit ihnen Bertreter des Bezirks puntt, ob trappen auszeichnungspflichtig feien, amtes, der Bezirksversammlung und der Wohlfahrtspflege. In der sprach aber den Angeklagten aus fubjektiven Gründen frei, weil er Weiherede erinnerte Bürgermeister Genosse John daran, daß der auf Grund eines früheren Beschlusses der Preisprüfungsstelle Berlin Raum bisher eine Stätte der Jugend und der Freude war. Jetzt der Ansicht sein konnte, daß er zu einer Preisauszeichnung von sei er eine Stätte des Alters und der Sorge, aber die Sorge her " große Handlung würde vor sich gehen. Es war wie damals, als der Doktor die Instrumente hervorholte, um die Großmutter zu operieren, oder... ach nein, es war wohl etwas viel Größeres. Henrif Rabben stand noch immer da. Er strich sich über die Stirn, die Augen blickten von einem zum anderen. ,, Aber zuvor noch eins. Soll ein einfacher Mann sich mit einer so heiligen Handlung befassen, so muß er ein reines Gemüt haben. Und deshalb frage ich euch, meine Kameraden: habe ich eine Sünde an euch getan? In diesem Falle stehe ich letzt hier und bitte euch um Bergebung. Das war doch mehr, als Lars ertragen fonnte. Er legte die Hände vor das Gesicht und wendete sich ab, damit teiner sehen sollte, daß er heulte. Aber er hörte den Vater sagen:" Du kannst dessen sicher sein, Henrif, du hast uns nie anderes als Gutes getan." " In Gottes Namen denn," sagte Henrif. Und jetzt erst schien er daran zu denken, was er brauchte. Wein hatten sie nicht und auch kein Brot, wie es sein mußte. Aber zum langen Ueberlegen war feine Zeit. alle faßen schweigend da, während Henrif an seine Rifte ging Der Lichtstumpf in der Flasche brannte und brannte und und eine kleine Flasche mit Rigabalsam herausholte. Er goẞ einen Schluck in eine Kaffeetasse, mischte etwas Wasser darunter, versuchte. Dann schnitt er ein Stück von seinem feinen Kuchen ab, den seine eigene Frau gebaden hatte, da aber fiel ihm ein, daß auch Elezeus in feiner Rifte solchen Ruchen hatte, von seiner Frau Berit für die Reise gebaden. Es war wohl besser, davon zu nehmen. Dann war auch Berit dabei. Das Stüd Brot auf einem Blechteller, die Lasse in der Hand, ging er zu dem Kranten hin, kniete nieder und setzte Tasse und Teller auf den Fußboden. Glezeus," fagte er und rüttelte ihn fanft,„ kennst du Ja." mich?" Sie hatten fein Gesangbuch, aber dies fonnten sie au wendig. Und jetzt sangen sie. Lars' Kinderstimme übertönte die anderen. Ber Suzansa faltete die Hände in den Fausthandschuhen und sang, Kaneles Gomon stimmte ein und sang und dachte an seinen alten Bater. Das gelbe Licht in der Flasche leuchtete so gut es fonnte in dem kleinen Raum und über diese Männer, die hier des Frostes wegen in voller Seeausrüstung faßen. Aber Lars fam es jetzt während des Chorals vor, als verwandelten sie sich, sie wurden Jüngerso wie die Fischer dereinst gewesen waren. Und der Pfalm paßte so gut zu dem Leben hier in der Einöde, zu dem kranken Fischer und zu denen, die in einer Häuslerstube weit südlich faßen und nun feinen Versorger mehr haben würden. Als der Choral gesungen war, zog Henrik den Fausthandschuh aus und legte dem Kranken die Hand auf die Stirn. Möchtest du uns etwas sagen, Elezeus?" " Ja." " Hast du vielleicht einem Menschen etwas angetan, mas dich schlecht dünft und was wir versuchen können wieder gutzumachen?" " Ja, grüßt die Berit!" Ist sonst noch etwas?" " Nein. Bersucht Berit zu helfen." " Das versprechen wir dir, Elezeus. Berit soll Essen und Trinken haben, so lange in meinem Hause etwas ist. „ Das... das ist gut." Nach einer Weile fragte Henrit wieder: Glaubst du an Gott, Elezeus?" " Ja." ,, Und bereust du alles, was du getan hast und was nicht war, wie es hätte sein sollen?" „ Ja. Oh! Ja!" Gleich darauf fuhr Henrik fort, während seine Hand noch immer auf der Stirn des andern lag: ,, So verkünde ich dir im Namen Gottes des Allmächtigen, Bir fönnen feinen Pfarrer holen, aber willst du, daß daß dir alle deine Sünden in Gnaden vergeben sind, im Namen ich dir das Sakrament gebe? Ja." " Willst du, daß wir erst einen Choral singen?" Ja. Per Suzansa hatte sich vom Lager des Kranten entfernt. Jeht blickte Henrif von einem zum andern. Bielleicht singen wir: Ein' feste Burg ist unser Gott." Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes." Damit gab er ihm das fleine Stüd Brot und einen Schluck aus der Tasse. Und dann sangen sie wieder einen Choralvers. Darauf saßen sie eine Weile schweigend und blickten vor sich hin. ( Fortsetzung folgt.) Alten wolle man zu verscheuchen sich bemühen. Die Besucher können in diesem Heim täglich von 9 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends verweilen, fönnen lesen, nähen, ftcident, sich unterhalten. Es ist auch dafür gesorgt, daß sie dort ein Mittagessen zu sich nehmen fönnen, für das sie nur 5 Goldpfennige zu bezahlen haben. Bei der Einweihungsfeier wurden die Gäste mit Koffee und Kuchen bewirtet, wozu von Familien und Geschäftsleuten des Bezirkes, dant ber Werbearbeit der Frauen- Nothilfe, alles nötige umsonst geliefert worden war. Ein Bläserchor aus Mitgliedern der FeuerwehrKapelle erfreute durch seine Borträge Die alten Leute. Um das Zustondekommen des Heims haben befenders zwei Mitglieder der Bezirksversammlung, unsere Genoffin Schmit und Frau Henschke, fich verbient gemacht. In dem Bestreben, unserem Gemeinschaftsleben neue Formen zu geben, wurde seinerzeit Greifswalder Str. 225 das erste Rentnerheim begründet. In ihm fanden alte Frauen Unterkunft, deren Eristenz durch die Wirtschaftskatastrophe vernichtet wurde. Das Heim in der Greifswalder Straße enthält Einzelzimmer und einige Gemeinschaftsräume. Es ist eine Küche vor: handen, doch wird nicht gefocht, sondern das Effen aus der Boltsfüche bezogen. Die Küche wird benutzt, um gegebenenfalls Effen zu wärmen und Wasser für Kaffee und Tee zu bereiten. Die Kleinrentnerfürforce des Bezirksamts Prenzlauer Berg liefert jebe Woche 10 Brate. Aber nicht nur für das leibliche, auch für das geistige Wohl der Bewohnerinnen wird gesorgt. So finden Sonntags fünftTerife Unterhaltungen statt, zu denen sogar Kräfte der Staatsoper gewonnen wurden. Die größte Freude für die Infaffinnen ist natürlich, wenn sie sich ihrem förperlichen Sönnen gemäß noch irgend wie betätigen dürfen. En stridt eine 75jährige hübsche Kinderfleider, ferner werden wollene Strümpfe und warme Handschuhe gestridt und aus Stoffreften mollige Schuhe hergestellt, deren Sohlen freilich vom Bezirksamt geliefert werden. Im Rentnerheim fommt überdies zmeimal in der Woche die Frauenerwerbshilfe zufammen. Die Erwerbshilfe nimmt sich der Eriverbsbeschränkten und Ermerbsbehinderten an. Sie tritt zu der Industrie in feine Stonkurrenz, so daß durch fie cuf keinen Fall neue Arbeitslose geschaffen werden. Zeitweise werden auch Frauen beschäftiat, menn mann und Söhne zugleich arbeitslos sinb. Auf diese Weise wird eine produktive Wohlfahrtspflege getrieben. Bedingt durch die große Not der Zeit und angespannt durch den vollen Erfolg des Rentnerheims in der Greifswalder Straße wurde in der Schönhauser Allee ein zweites geschaffes. Es enthält 12 Einzelzimmer. Diefe Heime find sowohl als traurige, wie els freudige Reiterscheinung zu betrachten. Denn zeigen sie auch die lastende, alles zermürbende Schwere unserer Beit an, so find sie aber ebenfalls die Zeugen eines stark erwachenden Gemeinfinns. v. Kähnes Klagen. Berliner Zeitungen wegen Beleidigung verurteilt. Der Beleidigungsprozeß, den Herr v. Rähne auf Schloß Bezow gegen brei Berliner Zeitungen angeftrengt hat und der vor dem Amtsgericht in Werder a H. verhandelt wurde, ist gestern bereits beendet worden und endete mit einer Verurteilung der Angeklagten zu je 500 Goldmark Strafe. Bor Eintritt in die Beweisaufnahme erklärte der Vorsitzende, daß man alle Fälle, die den jungen Rähne betreffen, ausschalten fönne, weil es doch gerichtsnotoris fei, daß dieser mit der Waffe leichtfertig umgehe. Rechtsanwalt Heine betonte demgegenüber, daß sich diese Erörterungen von dem ganzen Fragentempler nicht trennen ließen. Die Beklagten ständen auf dem Standpuntt, daß Rähne fen. feine Kinder so erzogen und diese Schießerei cebulbet habe, Justizrat Josefsohn betonte, daß Rähne fen. feine Kinder niemals in dem einn erzogen habe, daß fie blindfings auf Menschen schießen dürften. Er fühle sich jedoch berechtigt, seinen Besitz zu schützen. Die öffentliche Gesundheitspflege in Gefahr. Zu Beginn dieser Woche fand im Hygienischen Institut der Stabirat Genoffe Silberstein- Neukölln: Universität eine Protest fundgebung gegen den Abbau In einem Proletarierviertel wie Neukölln sei ein Abbau der öffentlichen Gesundheitspflege von dem Verein nicht mehr möglich. Einige Zahlen illustrierten den eingegleichen Namens stait. Referent des Abends war der Direktor des schränkten Betrieb und die Not des Proletariats. Erst auf 10 000 Hygienischen Inftituts. Geheimrat Hahn, der einen warnenden Schulkinder treffe eine Fürsorgerin. Was das in Appell an die staatlichen und fommunalen Behörden richtete, beim cinem Arbeiterviertel in der heutigen Reit belagt, braucht einem Abbau hygienischer Einrichtungen besondere Borsicht walten zu Fachmann nicht erläutert zu werden. Als ein Erfolg der Fürsorge ist es sicherlich zu buchen, wenn die Säuglingssterblichkeit von laffen. Als Theoretifer verfannte Geheimrat Hahn sehr stark den 18 Proz. auf 7,9 Proz. herabgegangen ist. Wie schlecht es mit dem Wert der Sozialhygiene, sonst hätte er nicht für eine Ernährungszustand der Kinder bestellt ist. zeigen folgende Zahlen: Einschränkung der sozialhygienischen Akademien und ihren Ersaz Von den Kindern im 1. bis 2. Lebensjahre waren 41 Broz, unterburd) den Unterricht an den Universitäten eintreten fönnen. Seine gewichtig, im 2. bis 3. Jahre 60 roz, im 3. bis 4. Jahre 70 roz.. Einstellung zu der sozialen Fürsorgebetätigung beleuchtete feine im 4. bis 5. Jahre 86,5 Bros. Ein ebenso erschütterndes Bild er Aeußerung: Der Ruf rach der Staatshilfe bedeute für manche geben die Fahlen über die Einschränkungen im VerWolfsfreise eine Herabsetzung des ethischen Pflichtgefühls." fchidungswesen für die Luberkulösen. Nicht die TuAuch auf Gebieten, die nicht zur afteriologie gehören, äußerte der bertulofe ist zurückgegangen, sondern es fehlt in zunehmendem Maße Referent einige sehr weltfremde Anschauungen. So sei eine das Geld, etwas für die Luberkulöfen zu tun. Besserung der Verhältnisse in den Krankenhäusern nur durch Die folgenden Redner brachten zu dem Thema des Abends Aufhebung des Achtstundentages und der Tarif nichts wesentlich Neues. Nur die Aeußerungen des letzten Redners, verträge des Personals", das auf Privatverträge herrn Dr. Lesser, verdienen hier noch festgehalten zu werden. angestellt werden müßte, zu erreichen. Der Krankenpflegedienst jei Er ist ols Fautspezialist ein erklärter Genner der Beratungsstoffen dem Dienst in der Reichswehr gleichzustellen. Von den Kassen fagte für Geschlechtstrante. Er jante: Ich spreche hier für die der Referent, sie sollten nicht nur Bersorgungsämter für verdiente affenärzte. Die befte Beratungsstelle ist das Mitglieder der politischen Parteien fein, sondern sie hätten bngie Sprechzimmer des Arztes. Der Arbeiter ist um 4 hr nische Aufgaben zu erfüllen. Material aus eigener Erfahrung über fertig und kann barn zum Arzt gehen. Warum brauchen wir Be die Tätigkeit der sozialen Fürsorge tonnte der Referent als Nicht- ratungssteller." fchloß er emphatisch ,,,, wo an jeder Ede ein praftiter nicht bringen. Hier setzten die Männer der Praris ein. Arzt auf Batienten wartet." 21s erster sprach Stadtmedizinalrat Genoffe Dr. Rabnow: Wie fich aus den vorstehenden Ausführungen ergibt, muß Es fönne nicht mehr von einem Abbau des Gesundheitswesens gesprochen werben, so führte er aus, sondern von seinem Berfall. einem Abbau des sozialen Fürsorgewesens, wie er auf Grund der Individuelle Kranfenfürforge fei als vorbeugende Sozialhygiene not- Finanznot des Reiches in überhaftender Weise von vielen Stellen mendig. Die Krantenhäuser leiden Not. Die Verpflegung perjudist wird, im Interesse des Proletariats und des proletarisierten fei quantitativ und qualitatin fchlecht geworden. Mittelstandes mit aller Schärfe entgegengetreten werden. Wenn Es sei in Berlin soweit gefommen, daß Me Patienten aufgefordert auch die Ausführungen des Referenten, der als Theoretiker niat die werden, eigene Wäsche mit ins Krankenhaus zu bringen. Wir müssen uns voll bemußt sein, daß das, was einmal abgebaut ist, in Erfahrungen der Praxis haben kann, und deshalb leider keine schlaabfchbarer Zeit nicht wieder aufgebaut werden könne. Deshalb muß genden Beweise gegen den Abbau vorbringen fonnte, so taten es in jebe Planlojigfeit permieden werben. Eine Zusammen- um so eindringlicherer Weise die Männer der Bragis. Die Zahlen, bic fie uns lieferten, und die Notstände, die sie uns enthüllten, fassung des Wohlfahrts, Jugend- und Ernährungsamtes, wie es von Geheimrat Hahn vorgeschlagen wurde, sei unmöglich. Die Me- müßten gerade die Sozialdemokratie veranlassen, ihr Veto einzudizin würde dann das Aschenbrödel und der Jurist oder die Wohl- legen gegen alle Sparmaßnahmen auf Rosten der tätigkeitsdame bekommen die Führung. Sehr zu beherzigen waren Bolksgesundheit, denn die breiten Massen sind es dann, feine Schlußmorte:„ Stellt den Mediziner an die Spike der Medizin und nicht den Berwaltungsjuristen. Denn andere Berufe die getroffen werden, und diese Maffen follen bewußt getroffen Als werden. Das wertvollste Gut, die Gesundheit des Bolles, steht auf haben andere Interessen und eine andere Mentalität." zweiter Diskussionsredner sprach dem Spiel. v. Rähne auf Petzow wird die Befugnis zugesprochen, das Urteil im politischen Teil des„ Berliner Tageblatts", der„ Berliner Volksund Des Werderschen General zeitung", der Margenpost" anzeigers" zu veröffentlichen. In der Begründung heißt es: Das Gericht habe nur diejenigen Behauptungen zu prüfen gehabt, die sich mit Herrn v. Rähne fen. beschäftigten. Die Frage, ob der Preise die Wahrnehmung berechtigter Intereffen zuaefprochen werden Das Gericht habe fich auf den Standpunft fönne, sei umstritten. cestellt, daß diefes Recht für die Presse nicht in Frage tomme. Die Bresse sei ein Geschäftsunternehmen, das sich nach dem Gefchmmad feines Bublifums richte und den Zweck habe, Gelb zu verdienen. Die Artifel feien nur aus Sensationsluft verfaßt worden. Man habe aber nichts unternommen, um sich von der Wahrheit der eingegangenen Berichte zu überzeugen, obgleich es eine Kleinigkeit gewesen wäre, fich beim Amtsgericht nach dem Sachverhalt zu er fungen. Aber selbst bei zubilligung berechtinter Interessen blieben nom formalfte Beleidigungen schlimmster Art. Wohltätigkeit und Reflame. Die ,, leinen". Weihnachtszeit, so schreibt uns ein Leser, war früher einmal Räuferzeit, in der man, selbst wenn man wenig. Geld in feinem Beutel hatte, von Laden zu Laden gehen und dennoch dies und das einkaufen fonnte. Das ist heute nicht mehr der Fall, und wann es wieder so sein wird, weiß fein Mensch. Zwar sind die Preise hier und da etwas heruntergefest, aber es bleibt noch immer genug übrig, was die Verwunderung oder die Empörung der Käufer erregt. Und da die Befestigung der Mart erst seit dem 20. November datiert, so waren die wenigften imstande, irgendeinen Betrag wertbeständig zu sparen, um zu Weihnachten etwas einkaufen zu können. So werden viele Tische zum Fest leer fein. Und dennoch brauchte es nicht so zu sein. Es ribt vendlich viel Familien, in denen noch alle möglichen, guterhalteren Dinge sind, die gar nicht gebraucht. werden, die nuklos herumstehen( besonders Spielsachen, Bücher usw.). und die eines Tages für ein paar elende Pfennige zum Trödler fommen. Warum beruhen die Lefer des Borwärts" nicht in ganz anderem Umfang als bisher die Einrichtung der fleinen Anzeigen, in denen man seine Sachen anfündigt und eventuell zum Tausch auffordert. Die Leser der bürgerlichen Blätter bedienen fich dieser Einrichtung ihrer Blötter viel mehr, und gerade in den Kreisen eines weniger bemittelten Publikums sollte es allgemein Gepflogent= heit werden, alle Dinge, die noch gut erhalten sind und die man doch nicht mehr brauchen kann, mittels der kleinen Anzeigen anzubieten. Also, ihr Leser des„ Borwärts", auf und macht euch auch in dieser Hinsicht die Einrichtung eures Blattes zunuze, denn ihr helft euch dadurch selber und anderen mit. Dann wurde in die Beweisaufnahme eingetreten und als erster Zeuge der 20jährige Rähne jun, vernommen, der seine Befundungen ziemlich aufgeregt machte und auf die Borhalte der Berteidigung fo erregt und scharf ant wortete, caß der Zeuge vom Borsigenden wiederholt zurechtgewiesen werden mußte. Erster Staatsanwalt v. Gerlach berichtete darauf über eine ganze Reihe von Fällen, die ihm bei den Nach- Die Weinbrand- und Likörfabri? Kur- Trier 2.-G. Schwerthof forschungen über die Herren v. Rähne zu Ohren gekommen eier. Röln fündiat in einem Aufruf an, daß die Hälfte des Ber Der unerhörteste Fall, so führte der Zeuge aus, ist der faufserlöses ihrer Weinbrand- und Ziförmarken der Deut des Baters und Sohns Klifche. Die beiden gingen eines Tages im fchen Altershilfe" zufließe. Gegenüber dieser höchst eigen Behower Forst spazieren, als sie plöglich vom jungen Rähne an- tümlichen Auswertung der Altershilfe zu Reklamezwecken des Spirigerufen wurden. 21s beide wegliefen, hat der junge Rähne tuofenhandels halten wir uns für verpflichtet, öffentlich zu erklären, Schnellfeuer auf sie abgegeben. Sowohl der Bater daß die Reichsgeschäftsstelle der„ Altershilfe des deutschen Volfes" wie der Sohn haben je drei Schüsse davongetragen. Merkwürdiger mit tiefem Aufruf der Liförfabrik Kur- Trier nichts zu tun hat. meise hat der junge Kühne.dafür nur eine Geldstrafe Die Firma hat uns meder um unsere Zustimmung erfuchi, noch bekommen: m. E. hätte damals ganz anders durchgegriffen werden würde sie diese Zustimmung erhalten haben. So dankbar wir sind, milffen. Sicherlich bestehen eine ganze Reihe von Fällen, in denen wenn auch die Industrie unser Hilfswerf unterstützt, jo halten wir Lichtenberg- Friedrichsfelde erfahren wir noch, daß die Kriminal der junge Kähne geschossen hat, ohne daß er angegriffen worden doch grundsäßlich eine solche Form der Sammlung nicht für angewar. Rechtsanwalt Heine: Vor dem Kriege soll einmal in Pezow bracht. eine dem Hof gehörige Motorjacht angelegt haben, deren Insassen vom alten Rähne ebenfalls zurachigewiesen wurden. Erster Staats. anwalt Gerlach: Vom Hörensagen ist mir bekannt, daß es sich dabei um den ehemaligen Kronprinzen handelte. Kähne sen.: Das ist nun alles so aufgebauscht worden, als ob wir die Hohenzollern abgefägt hätten. Landfriedensbruch Bettein? Die Einentümerin eines Milchladens " " f " Zu den großen Diebereien auf dem Verschiebebahnhof zu polizei und die Ueberwachungsstelle weitere drei Güiterarbeiter fest genommen hat. Es fizzen jest alio 32 Mann hinter Schloß und Riegel. Nach der Festnahme der ersten Kolonne hatte die zweite es verstanden, gegen die zunächst noch fein Verdacht be stand, einen großen Teil der gestohlenen Güter auf die Seite au bringen. Durch lange Nachforschungen ist es gelungen, einen Teil davon wiederzufinden und zu beschlagnahmen. Aufgelöst wurde am Dienstagabend eine ersammlung der Betriebsräte der AEG. in dem Lokal von Jakob in der Voltastraße 39, weil sie nicht angemeldet war. Die Bolizet ftellte 21 Teilnebmer fest und führte den Einberufer und Leiter der Versammlung Emil Schwent der Abt. IA vor. Weitere Fälle traffer not vor dem Sondergericht. Oberschöneweide stand am 9. November in Flammen des Aufruhrs," sagte der Wachtmeister. Zur Weihe des Revolutions. Haben Sie man feine Sorge, wie rufen die Hohenzollern tages wird den Erwerbslofen feine Unterstügung gezahlt: noch zurüd. die Stasse ist leer. Der Markthalle droht Gefahr, geplündert zu ( Heiterfeit und Unruhe im Zuhörerraum.) Erster Staatsanwalt werden. Polizei treibt die Menge auseinander. Die perteilt sich in Gerlach, der sich selbst als Spezialist für die Familie D. Rähne" Trupps. Ein Bäckermeister rettet seinen Laden indem er die bezeichnet, geht dann auf den Fall Mietert ein und befundet, alousie herunterläßt. Ein anderer wirkt der hungrigen Menge daß auf Grund der Ermittlungen Nähne außer Berfolgung gefeht Schrippen auf die Straße. Verbrechen, Unglücksfall oder Selbstmord? Gegen 8 Uhr vors werden mußte, weil er ganz offensichtlich in Notwehr gehandelt verteidigt sich dadurch, daß sie Witme ift. Ein Bäderladen wird ge habe. Angeklagter Redakteur Mendel: Herr Erster Staatsanwalt, plündert. Die Menge verzehrt auf der Straße Schrippen und mittags fand man in der Nähe des Bahnhofes üdende auf der Brot. Die Polizei rührt diefe Plünderer" nicht an, läßt fie rubig Eisenbahnstrecke Berlin- Leipzig die Leiche eines Viannes, der ich bitte mir noch zu bestätigen, daß Sie in Ihrem legten Blädoyer effen. Schließlich dringt ein Trupp von 16 Mann in einen feinerlei Papiere bei sich batte. Ob ein Verbrechen, Unglücksfall im Kühne- Brozeß selbst von Wild west-3uständen gesprochen Bäder laden, noch mehr warten dranken. Der Sprecher flagt: oder ein Selbstmord vorliegt, bedarf noch der Aufklärung. haben. Erster Etaatsanwalt Gerlach: Das ist richtig; solche zu: stände waren mir auch noch nicht vorgekommen. Ich stamme selbst die Arbeitslofen bitten um ein Stückchen Brot". Die BädermeistersWarnung vor falichen 200- Billionen- nofen. Bor gefälschten nom Lande, habe aber fo was nicht erlebt. Glindom ist ja teine frau antwortet:„ Kinder, Thr bekommt jeder ein Stückchen Brot, Sie beginnt Brot zu ver: Noten der Reichseisenbahn muß gewarnt werden. Sie find fchöne Gegend, aber auf den anderen Gütern ist es doch ähnlich, fagt mir nur nichts entzwei." Bas wolft Ihr hier?" Wir mehrfach im Berkehr aufgetaucht und lauten über hohe Gummen. ohne daß dort gleich geschossen würde. Rechtsanwalt Friz Cohn: teilen. Die Polizei erscheint. Eigen. Die Reichseisenbahnverwaltung meist darauf hin, daß ihre Scheine In dem Schwurgerichtsverfahren gegen Herrn v. Kähne hat dessen wollen Brot haben!" Sie haben es bereits bekommen. Stallschweizer bekundet, daß Kähne ihm bei der Mitteilung, daß mächtig ist nichts genommen worden. Alle werben auf in einem Fall über mehr als 20 Billionen lauten. Die Wache gebracht eine Leiche im Walde gefunden worden sei, geantwortet habe: Laßt figen nun auf ber Anflagebant. Darunter Alles was darüber hinausgeht, ist gefälscht. So sind aus 200 Milfie liegen, laht doch die Schweine fie fressen. Herr v. Kähne be- fieben Jugendliche unter 18 Jahren, die anderen auch noch junge lionen 200 Billionen gemacht worden. Bäter von vielen Kindern. Mütter zeichnet sich felbft als religiös und christlich empfindender Mann. Menschen, nur zwei über 40, Ein folcher Ausbrud ist weber religiös, noch chriftlich. und Bäter meinen in der Angst um die jugendlichen Angeklagten. Im Blädoyer erklärte der Rechtsbeistand des Herrn v. Rähne, Bier bis sieben Monate Gefängnis lautet der Antrag Justizrat Josefsohn: Diese Angriffe hätten ihn, den Verteidiger selbst, des Staatsanwalts. Denn was würde die Bevölkerung von Ober obgleich er politischer Antipode Kähnes fei, aufs tiefste empört. fchöneweide sagen, wenn die Angefiagten freigesprochen würden...." Man habe politische Momente in die Angelegenheit hineingezogen. Stähne habe sich völlig forrett benommen, er fei weder Menschen- Bier Wochen Gefängnis für Bettelei! Bettelei? Ist es denn schinder, noch Menschenjäger. Der Verteidiger verlanate eine egem dem Bürger in der Repubiit verboten, feinen Mitbürger um Hilfe plarische Bestrafung der beklagten Redakteure durch Freiheits. anzugehen. verboten dem Bürner, seinen Mitbürgern zu helfen? Die strafen. Demgegenüber erflärte der erste Berteidiger, Rechts- Bädermeistersfrou nicht den Berteibicer zu: fie boite nicht so sehr anwalt Heine, daß eine derartige Bestrafung überhaupt nicht aus Angst vor der Menge, als aus Mitleid mit den Menschen in Frage kommen könne. Die Angeklagten nähmen für sich die das Brot perteilt. Das Gericht fant aber: Strafe muß sein. Hunaere, Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Dienstag, den 25. Degenber 28ahrnehmung, berechtigter Interessen in Anspruch bulde, stirb, aber verhalte dich ruhia! Wie wäre es mun, wenn biele und feien daher freizusprechen. In Anbetracht ber befannten Bus mitleidige Bädersfrau fo großzügig gemejen märe, auch den Rest( 1. Weibnachtsfeiertaa), pünktlich 24, Uhr nachmittags, im stände auf Schloß. Pekom seien die in Frage lommenden Berichte ihrer Brote unter dis hungrige Menge. Die fich vor ihrem Bäder Staatstheater Charlottenburg( Schillertheater) Cumbazivagabundus". Suburchaus glaubhaft erschienen. Rechtsanwalt Friz Cohn schloß laden angesammelt hatte, au verteilen? Säßen auch die auf der Anschlag pro tarte 60 Goldpfennige. Ferner bünftlich 11hr nachmittags im sich diesen Ausführungen in längeren Darienungen an. Von den flagebant? Oder hätte sich, car die Bädersfrau felber für Land. Neuen Theater am 800„ Der Viberbels Buschlag pre Starte 60 Soldpfennige. Mittwoch, den 26. Dezember( 2 Weihnachtsfeter beklagten Redakteuren erklärte Arno Arndt, daß er nach den ihm friedensbruch" zu verantworten meil sie die Aufammenrottung der tag), bünflich 8, Uhr nachmittags 3. efttenaert in der Alten Garnisonkirche, Nene Friedrich rake. Bufchlag pro Staite 50 Goldpfennine. zugegangenen Berichten zu der Annahme fommen mußte, daß Masse durch ihre Handlungsweise gefördert hat? Schloß Pehom einer Bersuchsanstalt Einzelfarten zum Breile von 75 Goldpfennigen im Bureau des Bezirksfür Hand bildungsausschusses und an der Kaffe. Sonnabend, ben 22, und feuerwaffen gleiche. Nach längerer Beratung verfündete Richtpreise in Berlin im Nahrungsmittel- Großhandel Gonntag, ben 23. Dezember, bünktlich nachmittags 8, Ubr und im Verkehr mit dem Einzelhandel in Originalpackung im Nenen beater am 800 Weihnachtsmärchenträume in drei Die Angeklagten werden wegen Beleidigung durch die Bresse zu unverändert bis auf: 70% Weizenmeh! 17,09- 19,09; Mandeln, süße Avolatten von Fritz Halbers. Starten für beide Vorstellungen zum Vorzugs. je 500 Goldmark Geldstrafe verurteilt, die Kosten des Verfahrens 160.35; Marmelade, Vierfrucht 61,00-64,00; Margarine Spezialmarke II 66,00 preise von 30 und 50 Goldpfennigen find an haben im Bureau des Beziriswerden ihnen zu je einem Drittel auferlegt. Dem Rittergutsbesitzer i 76,25' Goldmark je 50 kg in Originalpackung ab Lager Berlin. bildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hoj IL der Vorsitzende, Amtsgerichtsrat Cichertraut, folgendes rieil; 48 Weihnachtsverfauf in der Werkfreude". In der Verkaufsstelle der gemeinnütigen Gesellschaft, Bertirende", W 35, Magdeburger Str. 7, findet ein eihnachtsverkauf von Spielzeug und Be Die Breise für das Spielzeun find enten für große Leute ftatt. äußerft mäßig urd bieten deshalb auch den Minderbemittelten willkommene Gelegenheit zum Einkauf, Bei bieler Gelegenheit fel auch darauf bin gewiesen, daß die Werffreude" alle waren, insbesondere Schube, leiber. Stoffe gegen Zeilzahlung abgibt und dadurc mandem ermöglicht, an Etelle der billigen Waffenware wirklich aute An der Reit des Lohn- und Geboltabbans ist die Frage Bare zu kaufen. der Qualitätsware au's enafte verknüpft mit der Möglichkeit eines nicht auf Die Berlaufsstelle ist Ausbeutung eingestellten Abzahlungsverfahrens. tertiags non 9%, bis 7 Uhr geöffnet. Wirtschaft Der Reichsindex für die Lebenshaltung. ( 1913/14= 1) Durchschnitt Mai. Auguft 3816 7 650 37.651 536 045 Juni. Juli " " September 15 000 000 Oftober " November • 3 260 000 000 657 000 000 000 40 400 000 1. Oktober 8. 15. 22. 29 99 99 5. November. 12. 19. 26. " 17 " 3. Dezember 10. 17. " 99 109 100 000 691.900 000 3 045 000 000 13 671 000 000 98 500 000 000 213 600 000 000 831 000 000 000 1 535 000 000 000 1 515 000 000 000 1 264 000 000 000 1163 000 000000 Abnahme gegen die Vorwoche 8,4 Proz. Die Eenfung der Lebenshaltungskosten, die in der vorigen Woche um 16,2 Brez. zurüdgegangen waren, hat fich in der letzten Woche verlangsamt und betrug nur noch 8,4 v. H. Der Inder liegt dobei immer noch um 16,3 Proz. über dem Borkriegsgoldstanb. Wenn jetzt versucht wird, die augenblicklichen Lebenshaltungskosten langfristigen Tarifverträgen zugrunde zulegen, so muß davor ge warnt werden, auf solche Vorschläge einzugehen. Die Senfung der Lebenshaltungskosten ist nämlich in der Hauptfache eine Folge davon, daß die Lebensmittelpreife abgebaut worden sind, während die übrigen Warengattungen fich etwa im Preise hielten. Jetzt aber wird bereits im Großhandel der Industrie stoffe eine erneute Teuerung gemeldet und es muß abgewartet werden, ob und inmie. weit sich diese auch auf Fabrikate und damit auf die Lebenshaltungs, tosten überträgt. Es fommt hinzu, daß das Preisbild des Inder nur entstehen konnte, weil in diefem Monate noch die Mieten zwangsläufig niebrig gehalten wurden. Die große Mehrzahl der Barenpreise, die ganz e: heblich über dem Vorfriegsstand liegen, erscheinen im Inder niedriger als sie tatsächlich sind, weil wir noch feine Colomieten haben. Diese merden ober in der nächsten Zeit in Geltung treten, und dann wird der Lebenshaltungsinder sehr be trächtlich steigen. Diese Momente müssen im Auge behalten werden, wenn man dem Inder Tarifverhandlungen zugrunde legt. Man muß dahin wirken, daß auch in Goldtarifperträgen eine Indeptlaufel aufgenommen wird, die ein weiteres Absinten des Reallohnes nach Möglichkeit verhindert. Geringe Breissenfung im Großhandel. Die auf den Stichtag des 18. Dezember berechnete Großhandelsindegziffer des Statistischen Reichsamis ( Goldstand 1913 100) ist gegenüber dem Stande vom 11. Dezem ber( 127,4) um 2,3 Pro3. auf 124,5 zurüd gegangen. Diefe Bewegung wird vornehmlich durch die anhaltende Senfung der Lebensmittelpreife, insbesondere der Getreide, Kartoffel, Fleisch und Fettpreise, bewirkt, der bei den Industriest offen leichte Preissteigerungen namentlich der Textilien und Me talle gegenüberstehen, Im Durchschnitt der Hauptgruppen sank die Inderziffer der Lebensmittel im Großhandel um 4,7 Proz. auf 107,2, davon bei Getreide und Kartoffeln um 2,5 Broz. auf 85,1, wrgegen die Gruppe ter Industrie stoffe auf 156,7 an30g. Die Gruppe Kohle und Eisen blieb mit 160,4 umperändert, Rauchtabak! Ständig großes Lager der bestrenommierten Fabriken!! u. a.: Tafma, Landfried, Fahag Vogelsang, Liebhold, Hanseatische usw. zu Original- Fabrikpreisen ( 10 Pid. franko Haus Zigarren 10 und 25 Stück Weihnachtspak. Große Auswahl. 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Nach eingehendem Bericht des Borstandes über die gegen besondere betonte, daß es sich hier nur um einen vorüberwärtige Geschäftslage und die bisherigen Maßnahmen der Berwal- gehenden Kredit handele, der keine inflationistische Wirkungen tung der deutschen Rentenbank wurde in der sich anschließenden habe. Der Aufsichtsrat folgte jedoch der Anregung des Verwaltungs2ussprache übereinstimmend tie Auffassung vertreten, daß die rats und lehnte nach Anhörung verschiedener Redner, die der BeRentemmart als das gegenwärtig fest fundierte deutsche Zahlungs forgnis Ausdruck gaben, daß ein weiterer Reichskredit das Vertrauen mittel unbedingt vor allen schädlichen Einflüssen be- in die Rentenmart untergraben fönnie, den Antrag des Reichswahrt werden müsse. finanzministers als zurzeit nicht begründet a b. Im Zusammenhang hiermit wurde ein auf der Tagesordnung Mit Bebauern wurde davon Kenntnis genommen, daß die stehender Antrag des Reichsfinanzministers erörtert, der Aufsichtsrat| Banten teilweise bei der Weitergabe der für die Wirtschaft beSchwere Reen- ister HERMANN ENGEL Goldm. 13,50 Landsberger Straße 85, 86, 87. Handarbeiten vorgezeichnete, angefangene u. fertige, sowie kunstgewerbliche Erzeugnisse. Donnerstag, Freitag u. Sonnabend von 9-7 Uhr, Sonntag von 1-5 Uhr geöffnet. Vergessen Sie nicht! daß nur noch wenige Tage Sie vom Weihnachtsfest trennen, deshalb beeilen Sie sich und kommen Sie zu uns, auch wenn das Better nicht sehr einladend ist, und machen Sie von unseren außergewöhnlich billigen Weihnachtsangeboten Gebrauch. 11 Extra billige Weihnachtspreise!! Winterulfier und Flaufmäntel in vielen Farben| Reinweilene bunkelblaue und schwarze und Formen, jelen bilg 19.75 18.50, 16 50. 13.50, 19.Cheviottleider in guter Berarbetung 19.76, 16.50, 13.50 Feinste reinw. 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Die Verwaltung fagte jedoch auch ven Laufzeit von mindestens 8 Tagen erhältlich. Die Fälligkeitsdaten Pfund gleich 5 Millionen Gulden bindend in Aussicht gestellt. Sie hauptbant, Hausvogteiplatz 1, stattfindet, sind auch Wechsel mit einer Kapital eingezahlt sein wird, einen Kredit von 200 000 englischen fich aus zu, in geeignet erscheinender Weise auf eine Herabsetzung sind der 10., 20. und Letzte des Monats. Bei der in Rentenmart zu hat ferner zugesichert, caß sie in engster Zusammenarbeit mit der der Bankzinfen für Rentenmarktredile hinzuweisen. leiftenden Einzahlung werden Zinsen vom Tage der Einzahlung Bant von Danzig stehen wird. Als Leiter der fünftigen Bank von bis zum Fälligkeitstage im voraus vergütet. Die Zinsfäße bewegen Danzig ist Dr. Conrad Meißner, der bis vor kurzem die Stelle eines Rentenmartschatzwechsel des Reiches sollen vom 22. Dezember fich je nach der Länge der Laufzeit und der Höhe der Beträge Direttors in der Deutschen Erdöl- Aktiengesellschaft bekleidete, in dieses Jahres ab durch die Reichsfinanzverwaltung an Banten, zwischen 8 und 9 Proz. Banten, Girozentralen, Sparkassen und Aussicht genommen. In Danzig ist ein Transport von 2200 000 Bantiers, Girozentralen, Sparkassen, Kreditgenossenschaften, Kreditgenossenschaften erhalten eine besondere Provision von Gulben in Cingulbenstü den eingetroffen, die sofort in BerHandels- und Industriefirmen und landwirtschaftliche Verbände Broz. Die Wechsel werden nach Fälligkeit auf fämtliche Steuern fehr gebracht werden sollen. Die Silbermünzen fint vom 1. Januar abgegeben werden. Damit soll die turzfristige Anlage von Renten- und Abgaben in 3 ahlung genommen, soweit der zu zahlende 1924 an im Gebiete der Freien Stadt Danzig ein gefeßliches Zahmarfbeständen erleichtert werden. Die Wechsel, die in Abschnitten Betrag nicht geringer ist als die Wechselsumme. Die Einziehung lungsmittel. Khasana Erzeugnisse zu Weihnachten! KHASANA Grosser Geschenkkarton RIVLANA- CAEMS KONASANA KOPP ASSER KHASANA RASIER SEIFE HANTE zu verschenken und für sich selber einzukaufen, wurde längst ein lieber Brauch. Was aber wird zum Brauch? Was wirklich lebensfähig ist, was den Bedürfnissen und der Geschmacksrichtung der Menschen entgegenkommt! " Khasana"-Erzeugnisse erfüllen diese Bedingung! Die Körperpflege als Basis aller Schönheit, Anmut, Gesundheit hinzustellen, das war die Lehre der Kulturvölker des Altertums, die ihre Lebensführung regelte. Nach der verloren gegangenen, seit Jahrhunderten langsam wieder wachsenden Kultur, brach sie sich von neuem Bahn. Noch aber wissen die wenigsten, was Körperpflege und Kultur eigentlich heißt. Was aber heißt Körperpflege? Was heißt eine Pflanze pflegen? Sie tagtäglich warten und ihr die ihrer Beschaffenheit angemessenen, sie kräftigenden, erhaltenden, verschönernden Bestandteile zuführen. 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Bezirksvorstand. flärt sich die ganze französische Politik Deutschland gegenüber, die Belegung von Ruhr und Rhein nicht ausgeschlossen. Daß Frankreich noch immer von jenem drückenden Problem sich Auch ein deutsch- französisches Problem. gepeinigt fühlt, das beleuchtet bligartig das berüchtigte Bort Bon Dr. med. Julius Moses. von den 20 Millionen Deutschen, die zuviel find: Frank- tschechoslowakischen Republit, über dessen Beginn und über dessen reich fürchtet sich vor Deutschland, und heute mehr Begrüßung durch den sehr herzlich empfangenen Genossen Hermann Frankreich stirbt langsam. Jedes Jahr ist denn je, trotzdem wir einen Krieg verloren, Millionen Men- moltenbuhr wir schon berichtet haben, wurde vom Genossen die Zahl der Todesfälle höher als die der Geburten, und feit schen, und gerade die wertvollsten, jugendlichsten, fräftigsten Dr. Czech mit Worten brüderlicher Solidarität für die reichsdeutsche dem Kriege ist die ohnehin ernste Lage des Volkes geradezu Elemente eingebüßt haben, wie ja überhaupt der Krieg in allen Sozialdemokratie eröffnet; er hörte durch die Genoffen Aster und fritisch geworden." Ländern geradezu die Blüte der körperlichen Tüchtigkeit hin- nach möglichst baldiger Annäherung und gemeinsamer Arbeit beider Bartoschet auch die Wünsche der tschechischen Sozialdemokratie So zu lesen in der Einleitung einer wissenschaftlichen Ar- weggerafft hat. Was uns der Krieg an Menschenmaterial Barteien. Dem Kassenbericht des Senators Genossen Dr. Karl beit, die vor kurzem neben anderen, die sich mit dem Be- zurückgelaffen, ist frant, entnervt, gebrochen an Leib und heller war zu entnehmen, daß die Partei bis jetzt 80 000 völkerungsproblem in Frankreich beschäftigen, in der Revue Seele, hinsiechend unter dem Drud des Hungers, unter dem tschechische Kronen für Deutschland aufgebracht hat. Die Hälfte contemporaine" erschienen war. Druck der gesamten Zeitverhältnisse. Was insbesondere von der Parteieinnahmen ging in dem Bildungswesen auf. Die Im L'Eclaire" vergleicht Ambroise Got die unserer Jugend uns noch geblieben bzw. was in den letzten Absplitterung durch Moskau beträgt nur ein Sechstel( faum 20 000 Entwicklung der Geburtenziffer in Deutschland und Frankreich Jahren hinzugekommen ist und noch hinzukommen wird, bleibt von 120 000). Das große Referat des Parteivorsißenden Abg. Gen. miteinander und weist darauf hin, daß in Deutschland die Be- zurück hinter dem bescheidensten Maß der Anforderungen an Dr. Ludwig Czech über die politischen Aufgaben der Partei gipfelte in der Forderung nach der Selbstverwaltung für pölkerung von 1870 bis 1914 von 40 auf 69 Millionen gestiegen Körperfraft und seelischer Widerstandsstärke. die Bölfer im Tschechenstaat, und aus der Bersagung der Gleichsei, sich also um 66 Proz. vermehrt, während in Frankreich die Trotzdem fürchtet sich Frankreich vor Deutschland und berechtigung im Staat ergibt sich, daß die Partei einstweilen in Boltszahl im gleichen Zeitraum nur eine Steigerung von sucht jetzt seine ganze Politik darauf einzustellen, dem weiteren Oppofition bleiben muß. Inzwischen waren auch die Genossen 11 Proz. aufzuweisen gehabt habe, nämlich von 36 auf 39,7 Sinfen der Geburtenziffer einerseits Einhalt zu gebieten, Dalin von der russischen Sozialdemokratie und Friedrich Adler. Millionen. Und Got erklärt am Schluß seines Artikels:„ Der andererseits geradezu einen Feldzug zu eröffnen gegen die London von der Internationale eingetroffen und begrüßten den Abstand zwischen Deutschland und Frankreich bleibt furchtbar, Kindersterblichkeit, gegen einen vorzeitigen Berbrauch Kongreß. Der Rest der Verhandlungen war innerstaatlichen Fragen und wenn wir nicht Waffen finden, um die Geißel der seines Menschenmaterials, furz, seine ganze Innenpolitif nach gewidmet. Entoölferung zu bekämpfen, wird es uns unmöglich menschenökonomischen Gesichtspunkten zu gliedern. Nicht nur fein, in der Zukunft einen Graben auszufüllen, der sich täglich in rein wissenschaftlichen, besonders medizinischen Zeitschriften, verbreitert." sondern auch in der französischen Tagespresse werden fortgesetzt die Politiker und Staatsmänner darauf hingewiesen, daß der Reichtum einer Nation in ihren produktiven Kräften bestehe und die wichtigste darunter der Mensch sei. In Frankreich treibt man jetzt, gezwungen durch die Not der Zeit und der speziellen französischen Verhältnisse, richtig verstandene Bevölkerungspolitik und Menschenökonomie, in der durchaus richtigen Erkenntnis, daß alles das, was heute in unserem politischen und wirtschaftlichen Leben in die Erscheinung tritt, Bevölkerungsproblem seine eigentliche und letzte Wurzel hat. Und in Deutschland? Wir bauen ab anstatt auf, und treiben so das Gegenteil einer vernünftigen Bevölkerungspolitif und Menschenöfonomie, nur um zu sparen. Gewiß: vor dem Kriege haben sich unsere leitenden Staatsmänner nicht allzu sehr den Kopf zerbrochen über diese schwierigen und verwickelten Dinge. Die Geschäfte gingen gut, der Reichtum wuchs, die Entwicklung der Population ging auf achtbarer Höhe vor sich. Und wenn ouch in bezug auf Volksver mehrung die sogenannten gebildeten und befizenden Klassen für ihren Teil sich bescheiden zurüchielten, so unterließ man es doch nicht, unausgefeßt dem„ Bolte" die Pflicht der KinderKriege erfüllte auch der Proletarier diese seine Pflicht bis zur erzeugung als höchste Sittlichkeit zu predigen, und bis zum Erschöpfung. So brauchte man nicht zu befürchten, daß es in absehbarer Zeit den Kajernen und Fabriken an Refruten- 123. bis 130. Abt. Vantem. 8 Uhr im Jugendheim, Breite Str. 32. Sizung dem Gefühl einer gewissen höhnischen Ueberlegenheit blickte material fehlen werde. Und darauf war man stolz, und mit man auf den französischen Nachbar, den gerade die entgegengesetzten Sorgen quälten. In einer anderen wissenschaftlichen Arbeit wird geradezu von dem„ Ernst einer Arise gesprochen, die in der zivilifierten Welt einzig dastehend die französische Nation an den Grundlagen ihrer Eristenz berührt, und das um so mehr, als man heute schon mit mathematischer Sicherheit ausrechnen fönne, daß in einem Vierteljahrhundert Frankreich nur noch ein Bolt von 25 Millionen Franzosen sein werde". Und im Matin" erflärte ein Politiker, daß der Menschenmangel auch Frantreichs auswärtige was zumal in unserer Gegenwart uns drückt und quält, in dem Politit in höchstem Maße beeinflusse. Diese bevöiterungspolitischen Verhältnisse in Frankreich muß man fennen, um wenigstens einigermaßen sich in die Psyche französischer Politiker und Staatsmänner hineinverfegen zu können. " Konferenzzimmer der Vorwärts"-Redaktion, Lindenstr. 3. Die Sigung am Sonnabend, den 22. Dezember, abends 6 Uhr, im Konferenzzimmer der Vorwärts"-Redaktion, Lindenstr. 3. Kreisvorsitzenden treffen sich an derselben Stelle zu einer Borbe sprechung um 5 Uhr. 5. Kreis Friedrichshain. Freitag, den 21. Dezember, 7 Uhr, Sigung ber Abteilungsobleute, Obleute der kommunalen Rommission, der Arbeiter. wohlfahrts- und Kinderschußtommiffion bei Rofin, Gubener Str. 19. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen Pflicht. Die Karten zur Theater. vorstellung müssen bis Sonntag, den 23. Dezember, beim Rassierer ab. gerechnet werden. 14. Kreis Neukölln. Freitag, den 21. Dezember, 7 Uhr, im Barteibureau 17. reis Lichtenberg. Eine Ausstellung von Büchern, Spielwaren und engere Kreisvorstandssigung. Wandschmuck veranstaltet der Bildungsausschuß des Kreises am Donners tag, Freitag und Sonnabend von 5-8 Uhr in der Bibliothet, Weichselftraße 28. Heute, Donnerstag, den 20. Dezember. sungsozialisten Gruppe Friedrichshain. 48 Uhr in der sozialen Arbeits. gemeinschaft, Am Ostbahnhof 17. Kurze Besprechung über die Weihnachts. feier. Gruppe Treptow. 7% Uhr Jugendheim, Elsenstr. 3. TagoreAbend.( Blätter abholen.) Frauenveranstaltung am Donnerstag, den 20. Dezember. 101. abt. Treptow. Zu der Weihnachtsfeier der Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde am Donnerstag, abends 6 Uhr, im Zeichenfaal ber 6. Gemeindeschule, Bildenbruchstraße, find alle Genoffinnen und Genoffen eingelaben. Morgen, Freitag, den 21. Dezember. 75. Abt. Wannsee. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Reichsadler", König26. Thema: Die der Gruppenführer. des Borstandes sowie sämtlicher Abteilungs- und Sammellisten für die Weihnachtsbescherung find unbedingt abzur hnen. Sungsozialisten Schöneberg. Freitag, den 21. Dezember, abends 8 Uhr, Rinderhort, Feurigstr. 35, Weihnachtsfeier. Sonnabend, den 22. De sember, Treffpunkt der Gruppen Schöneberg und Friedenau um 6 Uhr Stettiner Borortbahnhof( Vorhalle) zur Fahrt nach Briefe. 17. Abt. Die Bezirksführer werden gebeten, die restierenden Markenbestände beim Rassierer bis Sonntag, den 23. Dezember, abzurechnen. 12. Abt. Die Bezirksführer werden gebeten, bestimmt bis zum 31. Dezember abzurechnen. Die Politik Frankreichs uns gegenüber bei dem Friedensschluß bis zu ihrer Ausmündung in die Belegung von Rhein und Ruhr, in der offenen und versteckten Begünstigung der Separationsbestrebungen, in dem unverkennbaren Zuge der französischen Politit, Deutschland zurückzuschrauben etwa auf den Stand des Jahres 1770, erklärt sich im legten Grunde als ein Stüd Bevölkerungspolitit, als eine Emanation des Be völkerungsproblems. Frankreich hat Furcht vor Deutschland: so hieß es vor dem Kriege. Und es lag darin eine gewisse Wahrheit, und wenn wir gerecht sein wollen, so müssen wir sagen: Frankreich hatte Grund, auf die Entwicklung der Dinge in Deutschland. weit sie das Bevölkerungsproblem betrafen, mit besorgten Augen hinzuschauen. Wie soll ein Volk sich behaupten fönnen, wie sich auf der Höhe politischen und wirt fchaftlichen Gedeihers erhalten, wenn gewisse Erscheinungen im Boltsleben in fortschreitender und bedrohlicher EntwickDer Krieg hat uns ein schlimmes Erbteil hinterlassen: lung den Bestano des Ganzen zu gefährden scheinen?! Und Millionen Tote auf dem Felde der Ehre", Millionen Tote in dazu der Hinblick auf den Nachbar, mit dem stetigen Gefühle der Heimat, Millionen Krüppel, Sieche, Krante, Invaliden, des Hasses noch von 1870 her, mit dem stetigen Gedanken an Blinde, eine ganze Welt in das Elend und tiefste Armut geeinen fommenden Krieg; wo soll da ein Ausweg sein, wenn stürzt, Millionen Bettler und Arbeitslose, hungernd und 82. abt. Steglig. Die Beihnachtsbefcherung unferer Abteilung findet nicht man die Verhältnisse auf dem Gebiete der Volfsvermehrung frierend zugleich: und wie bauen wir wieder auf? Wir hüben wie drüben miteinander vergleicht! Dort Aufstieg, hier bauen ab, anstatt all unsere Energie auf den einen im günstigsten Falle Stagnation, im schlimmsten Falle Punkt zu konzentrieren: das was uns noch geblieben von Derminderte Widerstandstraft bis zum Erlöschen, dem größten Kapital, das der Staat besigt, nämlich: dem Abstieg und schließliches Sinten in den Abgrund. Schon seit Menschen, zu halten, zu erhalten, zu fräftigen, zu stärken. Menschenaltern fonnte man sich in Frankreich den schlimm- Das ist für uns das Gebot der Stunde. Von diesen menschenften Befürchtungen hinsichtlich des rein zahlenmäßigen Fort- ökonomischen Gesichtspunkten aus führen wir den Kampf um Schritts der Bevölkerung nicht verschließen. Wenn von Jahr den Achtstunden tag, den Kampf gegen den Abit am 16. Dezember verstorben. Einäscherung heute, Donnerstag, 6 Uhr im zu Jahr die Geburtenziffer fintt, von Jahr zu Jahr man sich bau unserer Sozialpolitit, unserer Arbeiter. genötigt sieht, wegen der mangelnden Boltsvermehrung, in versicherung, den Kampf um die Ernährungsbezug auf die Einstellung ins Heer die Anforderungen an politit ufm. Körpergröße und Gesundheit zurückzuschrauben, während bei In seiner Arbeit: Die Bevölkerungsbewegung im Weltdem verhaßten und gefürchteten deutschen Nachbar es ganz frieg" sagt Döring: Der Wiederaufbau der Menschenkraft anders und beffer aussah gerade auf diesem Gebiet: darf es muß sowohl wirtschaftlich wie sozial in Angriff genommen da wundernehmen, wen die französische Regierung und alle werden und die ganzen Bölker in allen Schichten erfassen. leitenden Kreise in Frankreich unausgefeht in der Befürchtung Wirtschaftlich möglichste Besserung der Ernährungsverhältnisse lebten, es fönne in absehbarer Zeit in Frankreich einmal der und Einführung günstigerer Arbeitsbedingungen, sozial durch Zustand eintreten, daß der Born der Boltsvermeh- umfangreichen Aufbau der gesamten sozialen Einrichtungen." rung gänzlich ausgeschöpft und damit Frankreichs Wir müssen die Konsequenzen aus dem Kriege ziehen: militärische und wirtschaftliche Kraft gezwungen fein werde, die Lehre über die Dekonomie des Menschenlebens als Basis abzudanken zugunsten des volfreichen und darum militärisch der Gesundheit und Quelle der alles schaffenden Arbeit wirtwie wirtschaftlich um so vieles höher stehenden deutschen schaftlich und wissenschaftlich auszubauen und nach diesen Nachbars? Lehren Gegenwarts- und damit 3ukunftspolitik Aus dieser Gorge heraus, und nur aus ihr heraus, er- treiben. Preis Abbau Alte Friedens- Preise trotz Welt Teuerung Eislauf- Stiefel Wintersport- Stiefel Ski Stiefel Ball- Überstiefel Damen Tanzschuhe Gummischuhe Gamaschen Entzückende Damen Hausschuhe Elegante Herren Hausschuhe Damen Strümpfe Herren Socken beim Genossen Samburg, sondern a 1. Weihnachtsfeiertag, nachm. 2 Uhr, bei Schellhase, Ahornstr. 15a, ftatt. Die noch ausstehenden Gammellisten find fofort beim Genossen Samburg abzurechnen. Soweit noch in den Bezirken kinderreiche bedürftige Genossen vorhanden sind, werden die Bezirksführer ersucht, diefelben beim Genossen Hamburg anzugeben. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 3. Abt. Unfer Genosse Tischler Gustev. Hofschneider, Alegandrinenstr. 44, Krematorium Baumschulenweg. Jugendveranstaltungen. Heute, Donnerstag, den 20. Dezember, 71 Uhr. Gesundbrunnen: Gotenburger Str. 2. Vortrag: Ethit des Sozialismus." Reutöan I: Jugendheim, Münchener Str. 52." Diskussion: SAJ. und Partei." TITULJITELS CHINITESTEDTEED Abt. Prenzlauer Borstadt, Senefelber- Biertel und Rorbring. Weihnachtsfeier im Jugendheim( Badean ft a It), Oberberger Straße 57. Gefang, Rezitationen, Mufit. Humoristische Bescherung. Eintritt nur für Mitglieder der drei Abteilungen. EFEFFEFFFFTELITIATTEET L Briefkasten der Redaktion. M. G. Da müssen Sie schon bei Herrn v. Geedt felbft anfragen; wir tennen feine Beweggründe nicht. Kinder- Hausschuhe Damen- Hausschuhe Damen Halbschuhe Herren- Hausschuhe prima schwarz Chevrean und Box- Kamelhaarst off mit Ledercalt, zum Schnüren, moderne 50 sohle, angenehmer leichter runde Form.. Schuh für das Haus rima Stoff mit Corde sohle,+ xtra eicht für das Haus. Grösse 10 1-85 1,25. Grösse 25-80 110 Kinder- Schnallenstiefel us fest Kamelhaarstoff.m.Lederkapp.. ilz- u. Ledersohl., Fleckabsatz. 25 aus Stoff mit Kordelsohle. 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