Nr. 601a 40. Jahrg. Ausgabe A nr. 301 Bezugspreis: Bom 23.- 29. Dezember 1 Billion ober 1 Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband vom 23.- 29. Dezember für Deutschland. Danzig, Saar- u. Demel gebiet, Defterreich, Litauen, Lugemburg 1,35 Goldmart, tür das übrige Ausland 1,60 Goldmart. Kreuzbandfendungen nur gegen wertbeständige Bahlung. Boftbezugspreis freible bend. Der Bormärts" mit der Sonntags beilage Volt und Belt" u.„ Giedlung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimmelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialbemotrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 70 Milliarden Anzeigenpreise: Die eini paltige Nonpareille. zeile 0,70 Goldmart. Retlamezeile 3.50 Goldmart.., feine Anzeigen" bas fettgedruckte Wort 0,20 Goldmart( aufäffig zwei fettaebrudte Worte), tebes meftere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmart icbes weitere Wort 0.05 Goldmark. Worte über 15 Buchstaben zählen file zwei Worte. Familienanzeigen Kir Abonnenten Reife 0.30 Goldmark. Eine Goldmart ein Dollar geteilt burch 4.20. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgeschäft. Berlin SW 68, Linden ftraße 3. abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Donnerstag, den 27. Dezember 1923 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postfcheckkonto: Berlin 375 36 Banffonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasie Lindenstraße 3 Weihnachtsrede des Reichskanzlers. Reichskanzler Dr. Marg führte aus: Dreyfus' Unschuld. Der dokumentarische Beweis nach 30 Jahren aus den deutschen diplomatischen Aften erbracht. Am ersten Weihnachtsfeiertag hielt Reichskanzler Dr. Trübe Weihnachten werden es auch noch für viele, leider viel In diesen Tagen sind weitere Abschnitte der diplomatiMarg eine Rede, die durch drahtlose Uebermittlung überall zu viele andere sein. Der deutsche Mittelstand, der einst schen Aftensammlung des Auswärtigen Amtes zu hören war. Zum ersten Male in Deutschland hat man dieses Weihnachten forgios feiern konnte, ist zusammengebrochen. Der Deffentlichkeit übergeben worden. Wie schon bei früheren technische Hilfsmittel, tas in England und Amerika sehr viel In vielen Angestellen-, Arbeiter- und Beamtenfamilien wird teine Veröffentlichungen zeigt es sich, daß das meiste von dem, was reine Weihnachtsfreude herrschen, weil kündigung n und Erwerbsbenutzt wird, gebraucht, um so das für politische Zwede ge- lofigteit fie befallen haben. 1½ Millionen Bollerwerbs. diefe Aften enthalten, nur noch geschichtlich- archivarischen Wert sprochene Wort weit in das Land hinaus flingen zu laffen to fe gibt es im unbefetten Deutschland, dazu fast 2 Millionen besitzt, auch wenn es sich auf Dinge bezieht, die zu ihrer Zeit Die Rede, die wir nachstehend wiedergeben, enthielt neben Rur3arbeiter. Hinzu kommen noch die etwa 2 Millionen Boll zu den wichtigeren Ereignissen der internationalen Politit gewichtigen politischen Momenten eine Klage über die Not erwerbslosen im belegten Gebiet und wohl ebensovicle Kurzarbeiter. gehörten. Hin und wieder stößt man jedoch auf ein SchriftDer Zeit. Gehört freilich haben sie nur die Besitzenden, Noch nie war die Zahl derer, die fein täglich Brot verdienen stück, das ein Hervorholen aus der Versenkung heute noch die sich heute schon einen eigenen Radioempfänger leisten fonnten, größer. Ostalohnt. So befindet sich in dem jetzt erschienenen neunten Band fönnen. So war selbst trotz dieser nach heutigen Begriffen Schmerzlich für alle Betroffenen ist auch der Beamten der Aftensammlung eine Reihe von Berichten und Telegram-. vollkommensten Form der Nachrichtenverbreitung die Rede abbau. Die Regierung aber mußte ihn beginnen, und ich habe men, die sich auf die Ursprünge jener beühmten Dreyfus= nur einem Teil der Bevölkerung zugänglich, nur halb tem zugestimmt, weil es nach den Seiten der Inflationswirtschaft Affäre beziehen, die die öffentliche Meinung der ganzen öffentlich. Die große Masse erfährt sie erst mit reichlicher Ver- galt, ben Reid; shaushalt wieder auf eine folide Basis zu bringen, Welt während eines Jahrzehnts in Atem gehalten hat. Man spätung durch die Zeitungen. Zu wünschen ist freilich, daß weil es galt, dem sonst unfehlbar drohenden Staatszusammenbruch fann sogar sagen, daß die Nachwirkungen der Dreyfus- Affäre gerade den Besitzenden der Appell des Reichskanzlers an die vorzubeugen. Wollte die Regierung die Sanierung der kranken sich bis in die heutigen Tage bemerkbar machen, denn die Opferbereitschaft und Steuerfreude endlich in Voltswirifchaft erreiden, so mußte jie rigoros die Lösung zweier royalistisch- faschistisch- antisemitischen den Ohren gellt. Aufgaben durchführen: fie mußte größte Sparfamfeitspolitik treiben, ganze Agitation der also den Beamtenapparat verringern, und die Gehaltsfäße der Be Action française" beruht ursprünglich auf der Behauptung, amten auf das Eristenzminimum herabsetzen, und sie mußie anderer- daß der ehemalige Hauptmann Dreyfus trotz aller Gegen Die Weihnachtslichter brennen das Fest des Friedens ist da. feits für neue Einfünfte sorgen. So entschlossen wir uns zur beweise und Raffationsurteile dennoch ein Verräter gewesen sei, den die französische Judenrepublit" begnadigt und reinWie froh und festlich war es einst in allen deutschen Gauen, wenn Erschließung neuer Steuerquellen. wir dies deutscheste aller Feste feierten. Wenn es Geschenke gab ir find uns im flaren darüber, daß die neuen Steuern dem Bolt gewaschen habe, um sich selbst zu retten. Der Hauptmann im französischen Generalstab, Dreyfus, Freude waren für die Geber und die Nehmenden. Heute sind es mit fich bringen. Wenn wir aber den Staat retten wollten, so war am 1. November 1894 unter dem Verdacht des Lannur wenige, die geben und die empfangen können. Nicht ein mußten wir solche Maßnahmen durchführen. Ohne Staat feine desverrates verhaftet worden, weil, wie in der Pariser mal ein Weihnachtsbaum, der früher in jedem, selbst dem ärmsten Ordnung. In der Stadt wie auf dem Lande aber fann Ordnung, Presse angedeutet wurde, man Beweise dafür hatte, daß er Hause brannte, wird am heutigen Festtag in allen deutschen Häusern die allein Wirtschaftsgenesung und Wiederaufbau bringen fann, nur geheime Aftenstücke an die Militärattachés fremder Botschaf= brennen fönnen. Wir sind verarmt, jo verarmt, daß Hundert bewahrt werden durch Aufrechterhaltung der Staatsautorität. Die ten( Deutschland und Italien) hatte ausliefern wollen. Dartausende deutscher Bolksgenossen schon froh sein werden, wenn fie schweren Steuern also, die wir uns haben auferlegen müffen, tommen über mar nun ein außerordentlich heftiger Pressefeld. an den Weihnachtstagen durch die zahlreichen Wohlfahrts. ihm wieder durch die Aufrechterhaltung staatlicher Ordnung zugute. einrichtungen des In- oder Auslandes einmal in die Lage Das mögen alle biejenigen Kreise bedenken, die zurzeit die neuen 3ug der meisten Pariser Blätter, nicht allein gegen den mut tommen werden, sich satt zu essen, ihren Hunger zu stillen. Am Steuerverordnungen cal finden. Wie in jeder Familie Ein- maßlichen Verräter, sondern auch gegen die deutsche Botschaft Weihnachtstag follen wir dankbar derer gedenken, bie Millionen nahmen und Ausgaben balancieren müssen, so muß auch der Staat inszeniert worden, die als deutsches Spionage umferes verarmten Bolles eine Mahlzeit und ein gemeinsames Bei- in Eduld und Abhängigkeit geraten foll, so muß auch der Staat institut bezeichnet wurde. Schon in einem ersten Bericht fammensein in warmen Räumen unter dem Lichterbaum bieten. feine Finanzen verwalten und unbedinbt dafür sorgen, daß seine Aus- unter dem 29. November 1894 an den Reichskanzler, fürWir müssen danken den edlen Menschen, die in Holland und Däne- gaben nicht seine Einnal men überragen. Nur so ist eine Gesten v. Hohenlohe, beschwert sich der Botschafter, Graf mart, in der Schweiz und der Tschechoslowatei, in Schweden und fundung im Innern möglich. Norwegen, in Oesterreich und Amerika, die allenthalben in der Welt geopfert haben für das darbende deutsche Bolt, für die Aermsten der Armen, die mit dem Hungertode und mit heimtückischen Seuchen ringen. Wir danken dem Auslande, das für die deutsche Not Berständnis und Mitgefühl empfand, und wir danken auch gerade am Weihnachtstage mit besonderer Herzlichkeit den Auslandsdeutschen, die, wo sie auch immer ihre Existenz begründet haben, mit offenen Händen und deutschen Herzen gaben, was fie geben fonnten. Wir danken auch den Deutschstämmigen in den verschiedenen Weltteilen und in den deutschen Nachbarländern, daß sie mit ihrer Liebestätigkeit ein so herrliches Beispiel gegeben und in so vielen, die bisher gleichgültig oder unwissend waren, die Erkenntnis der deutschen Not geweckt haben. Diese Hilfsbereitschaft menschlich Denkender in allen Ländern der Welt ist wie ein Lichtzeichen, das uns Hoffnung leuchtet in der Finsternis, Hoffnung, daß über Gedanken des Hasses und der Entfremdung doch einmal triumphieren soll der Gedanke mensch licher nächstenliebe, menschlichen Verstehens und menschlicher Gemeinsamkeit. Wenn wir Briefe und Rundgebungen erhalten aus den ehe. mals feindlichen Ländern, von Leuten, die einst selbst gegen uns im Felde gestanden haben, dann fühlen wir, daß trok Berhebung und immer wieder neu geschürten engherzigen Chauvinismus der Gedante des Friedens auf Erden Nicht allein durch innere Maßnahmen tann aber eine Sanierung erreicht werden. Eehr wesentlich wird eine Münster, über diese Beschimpfungen, gegen die er den Außenminister anotaur energisch um Schuß gebeten hatte, jedoch nur mit geringem Erfolg. Danach erging unter dem 13. Dezember 1894 ein weiterer längerer Bericht Münsters an Hohenlohe, dessen wichtigste Teile wir hier zum Abdruck bringen: Nr. 299. Paris, den 13. Dezember 1894. Gesundung der deutschen Verhältnisse von außen her bedingt werden. Das deutsche Volk und die Reichsregierung wollen den Reparationsverpflichtungen weitmöglichst nachkommen. Wir wol len Reparationen leiften, soweit wir es vermögen und es in unseren Kräften steht. Wenn man uns freilich in unseren wirtschaftlich produftivsten Gebicten am Rhein und Ruhr nicht frei arbeiten läßt und„ Der Pressekrieg gegen die Militärattachés und selbst gegen die wenn man gewaltsam produttive Wirtschaftsentfaltung in jenen Botschaft wird mit einer Unverschämtheit geführt, die an die Gebieten behindert, dann wird es nicht möglich sein, Reparations schlechteste Boulanger- Zeit erinnert. Die Presse hat dabei ganz leistungen zu vollbringen, wie es sonst möglich wäre. Wo durch andere Ziele, andere Gründe. Die Spion riecherei und was Bajonette wirtscatfliche Resultate erzielt werden sollen, wird diese Arbeit nie erfolgreich und verdienstbringend restartet werden können. damit zusammenhängt, find nur Vorwände. Sie fürchtet die Re Nicht mit Gewalt und Urterbrüdung läßt sich Produktionshebung aftion, fürchtet Pepressiomaßregeln und weiß, daß die jetzige Re und Wirtschaftlichkeit erreichen, sondern allein in friedlichem Schaffen gierung die zur Pressefrechheit gewordene Preßfreiheit einschränken ohne Hemmnisse und ohne Willtür. Ließe man Deutschland folchen möchte. Beweis des guten Willens vollbringen- er würde, davon bin ich überzeugt, überraschende Ergebnisse zeitigen. Denn immer galt der Deutsche in aller Welt als ein Mann der Arbeit, des Fleißes und der Pflichttreue. Und wenn man den Deutschen und gerode meine rheinischen Landsleute frzi arbeiten läßt, ich bin davon überzeugt, daß sie trotz der Unterernährung und Enifräftung wieder so fruchtbare Arbeit leisten würden, wie sie den Deutschen als Mann der Pflicht und hohen Arbeitsleistung angesehen gemacht hat in allen Wir haben erneut unseren Ländern. Willen zu ehrlicher, opfervoller Berständigung noch lebt. Aber trotzdem ist der wahre Friede noch fern, allzu fern. Heute noch schmachten Tausende und aber Tausende befundet. Mit uns richten sich die Augen ganz Europas, der ganzen unserer deutschen Landsleute in finsteren Gefängnissen, fern von Welt dorthin, wo sich erweisen muß ob auch auf der Gegenfeite ihren Angehörigen, ohne Weihnachtsbaum, ohne Weihnachtsfreude, der aufrichtige Wille zur Heilung der durch den Krieg und feine rocil sie ihr Bateríand nicht verraten oder zu schädigen vermochten, Folgeerscheinungen geschlagenen Wunden lebendig ist. Wir sind ein weil sie deutsch waren und ihre Pflicht taten als Deutsche. Ihre Baterlandsliebe, ihre Treue zu Bolt und Reich führte sie in die Kerker. Ihrer, diefer edlen treuen deutschen Männer und Frauen, wollen wir heute besonders gedenten und mit ihnen fühlen. Ihnen gilt vor allem unser herzlicher Weihnachtswunsch nach Freiheit und Frieden. Gerade unter den Lichtern des Weihnachtsbaumes wollen wir aber auch ferner derer gedenten, die ihr Deutschsein, ihre Pflichtfreue, als deutsche Beamte und Bürger vertrieben hat von Haus und Hof. besiegtes Bolt, aber ein großes Bolt, das leben will, weil es ein Recht auf Leben, Arbeit und Wohlstand hat. Wir erwarten von der Gegenseite das offene, ehrliche Wort der Bercit willigkeit zur Verfändigung, wir erwarten vor allem aber endlich eine Tat der Verständigung. Es geht nicht nur um Deutschlands Not und Said al es geht um den Frieden, die Ruhe Europas. Der Weihnachtstag ist der Tag des Friedens, der Freundschaft, der großen, gütigen Menschenliebe. Uns Deutschen soll diese Weihracht ein Tag der Hoffnung sein. aber auch ein Tag heiligen, harten Entschlusses. Wir wollen die Zähne zusammenb: ißen und uns sagen, daß nur der verloren ist, der sich selbst verloren gibt. Wir Zehntausende sind es, die, innerhalb weniger Stunden, oft sogar wollen und müssen den Mut zum Leben behalten. Wir müssen, innerhalb weniger Minuten ihre Häuslichkeit räumen mußten, ob arm ob reich, zur Tat werden lassen das Wort: Arbeiten und räumen mußten unter dem Zwang von Bajonetten und Maschinen- nicht verzweifeln. Mäge uns deshalb die Zufuntf lichter gewehren. Die alles zurücklassen mußten, was sie in langen Jahren sein und uns den Frieden bringen, der allen verheißen ist, die guten mühevoller Arbeit und Pflichterfüllung sich erspart und angeschafft Willens find. hatten. Die heute irgendwo fern von den Angehörigen in engen Es folgten auf die Ansprache des Reichstanziers Ansprachen Räumen oder in falten, unfreundlichen Nofwohnungen untergekom. der Reid staasabgeordneten Dr. Scholz( D. Bpt.), Dr. Fleischer men sind, deren Familienmitglieder in Gefängnissen schmachten( 3tr.) und Erkelenz( Dem. P.). oder von ihnen getrennt sind durch feindliche Willfür, diesen Deutschen, die in Zeiten größter Not ihrem Baterland die Treue be wahrten, die alles hingaben, um getreu zu bleiben ihrem Deutsch Wahlfragen in der französischen Kammer. Die Rammer te. tum und ihrer Pflicht, diesen waderen, hochherzigen Landsleuten schäftigte sich gestern mit der Frage der Anzahl der Deputierten für gilt im besonderen unser Weihnachtsgruß. Mögen auch sie nach die tommende Legislaturperiode. Der Minister des Innern Mauihrem Darben und Leiden bald ein neues Heim finden, und möge rourn verlangte, daß der Status quo aufrechterhalten werde, daß Hierdurch unterstügte die ihnen die Gewißheit, daß jeder Deutsche ihre Pflicht- und Bater- es also bei der Rohl von 626 rerbleibe. Tandstreue zu schähen weiß und anerkennt aus aufrichtigem Herzen, Regierung einen Antrag Gavini, der jedoch mit 359 gegen 160 Slimein freudiger Trost sein am Weihnachtsabend. men abgelehnt wurde. Am 19. d. M. wird Hauptmann Drenfuß vor das Kriegsgericht gestellt. Findet die Verhandlung bei der schlossenen Türen statt, so wird die Pariser Presse einen wahren Hexentanz aufführen. Die Oeffentlichkeit der Verhandlung wäre für uns sehr erwünscht, es würden dadurch die vielen ganz unsinnigen Nachrichten und Erfindungen der Preffe am besten widerlegt werden. Die Version. welche am meisten verbreitet und vielfach geglaubt wird, ist die, daß die Polizei sich entweder durch Bestechung eines Dieners, andere sagen durch die Papiere aus dem Papierforbe bes Militärattachés, eine Lifte verschafft, auf welcher Hauptmann Dreyfus Dokumente angegeben habe, über die er disponieren tönne. Dieses Schriftstück soll Schriftgelehrten zur Begutachtung übergeben sein, um zu bestimmen, ob es die Handschrift des beschuldigten Hauptmannes fei. Sie scheinen darüber nicht einig zu sein. Taß die Polizei ein solches Schriftftüd aus einer fremden Botschaft habe stehlen laffen, erscheint den Franzosen als eine schöne, morelifde, patriotische Tat. Die hiesige Regierung hätte doch ein 3ntereffe, folche Anschuldigungen zu widerrufen, schweigt aber. Bom Hauptmanu Dreyfus hat niemand auf der Boffchaft, auch Oberstleutnant von Schwartkoppen( der deutsche Militärattaché. Red. d.„ B.".), etwas gewukt oder gehört. Alles ist rein erfunden. Die Zeitungen haben behauptet, daß ich die Geheim halung der Verhandlungen verlangt habe. Im vertraulichen Ge. spräch mit Herrn Hanotaur( dem französischen Außenminister. Red. d.„ B.".) fam die Rede darauf, worauf ich ihm sagte, ich fönne bazu nichts sagen, aber wenn ich etwas dabei fagen tönnte, so würde ich die Deffentlichkeit verlangen. Der Minister gab mir recht und fante, er wünsche es selbst auch. er werde aber jeben falls versuchen, Licht in der Sache zu verschaffen. Der KriegsminsterMercier ist, wie auch bei mehreren anderen Gelegenheiten, auch bei dieser Untersuchung so ungeschickt ge wesen, daß er unmöglich noch länger im Amte wird bleiben können. Herr Hanotaur ist seit einigen Tagen recht ernstlich erfrank!. Münster." Es ist klar, daß der deutsche Botschafter in einem geheimen Bericht an den Reichskanzler nichts zu verschweigen brauchte und daß es von ihm sinnlos gewesen wäre, mit einer Der Ministerpräsident Dupun, mit dem Münster unmit- Itammern zur Aburteilung überwiesen, soweit nicht sosolchen Bestimmtheit zu betonen, Dreyfus sei auf der Bot bar danach Rücksprache hielt, wollte zunächst überhaupt teine genannte Sondergerichte in Frage kommen. Allerdings fann schaft, auch dem Militärattaché, gänzlich unbekannt, wenn Erklärung veröffentlichen lassen, gab jedoch nach, als der die Staatsanwaltschaft oder, nach Einreichung der Anklage doch irgendwelche Beziehungen zu ihm bestanden hätten. deutsche Botschafter die Veröffentlichung eines Notenwechsels schrift, auch das Gericht die Sache wieder dem Schwurgericht Die Angelegenheit sollte jedoch in den ersten Januar- in Aussicht stellte, und schlug ein Dementi vor, das das Ber- überweisen. Aber da die Tendenz der Verordnung nach tagen des Jahres 1895 ein ernst es diplomatisches liner Auswärtige Amt zunächst für ungenügend erklärte Emmingers Zeugnis dahin zielt, die Laien aus der RechtNachspiel haben, das erst jetzt durch diese Aktenveröffent- und durch einen Zusak präziser haben wollte. Ueber diesen Sprechung auszuschalten, dürfte solche Ueberweisung nur sehr lichung befannt wird. Busaz entwickelte sich nun zwischen Baris und Berlin ein felten vorkommen. Um so mehr, als ja beschleunigte Dreyfus war vom Kriegsgericht zur Degradierung und scharfer diplomatischer Kuhhandel, wobei man in der Rechtsprechung gefordert wird! lebenslänglicher Berbannung nach der Teufelsinsel verurteilt Wilhelmstraße sogar mit dem Gedanken einer Beurlaubung Selbst das Verfahren vor der Straffammer wird um der worden, aber der Pressefeldzug gegen die deutsche Botschaft des deutschen Botschafters auf längere Zeit, also einer mil Beschleunigung" willen wichtiger Rechtsgarantien enifleidet. wollte nicht aufhören. Der damalige Ministerpräsident Char- deren Form des Abbruches der diplomatischen Beziehun- Die Antlageschrift braucht nicht mehr wie bisher die les Dupun erklärte dem Botschafter vertraulich, daß die Be- gen, spielte. Schließlich einigte man sich am 9. Januar über wesentlichen Ergebnisse der stattgehabten Ermittlungen zu strafung Dreyfus nach seiner Kenntnis der geheimen Ver- eine Kompromißformel und damit war die Ange- enthalten, und der Umfang der Beweisaufnahme handlungen des Kriegsgerichts zu Recht erfolgt sei, daß je legenheit aus der Welt geschafft. Allerdings nicht für den un- wird vom Gericht nach freiem Ermessen bestimmt. doch, soweit er( Dupuy) vernehmen fönne, der Verdacht schuldig Berurteilten, der kurz danach nach der Teufelsinsel Der Angeklagte hat also feinen Anspruch auf Bernehmung nicht nach der deutschen Seite hin gegangen sei". verschickt wurde. der von ihm geladenen Zeugen. Rechtsmittel gegen die Kraft dieser Erklärung ersuchte nun Hohenlohe im Auf- Hätte die deutsche Regierung damals von sich aus den Urteile der Straffammer gibt es nicht, nur ein Wiedertrage des Kaisers den Botschafter am 4. Januar telegraphisch, Mut aufgebracht, wenn auch entgegen den diplomatischen Sit aufnahmeverfahren ist zulässig. Allerdings findet dieses auch den Präsidenten der französischen Republik zu einer Beten, öffentlich das gleiche zu erklären, was ihr der Botschafter, dann statt, wenn Tatsachen oder Beweismittel beigebracht. stätigung dieser Auskunft des Ministerpräsidenten zu ver- Graf Münster, vertraulich berichtet hatte, nämlich, daß nie- find, die es notwendig erscheinen laffen, die Sache im ordent anlaffen: mand auf der deutschen Botschaft den Hauptmann Dreyfus lichen Verfahren nachzuprüfen. tenne, dann wäre wahrscheinlich die ganze Affäre doch in ein Die bayerische Praris der Volksgerichte", die keine anderes Fahrwasser von Anfang an gekommen. Es bedurfte Berufung und feine Revision fennenman denke an den der deutschen Revolution und des Beschlusses der Nationlver- ffandalösen Fall Fechenbach und die ebenso standalösen fammlung der deutschen Republik auf Beröffentlichung fämt- Urteile gegen die in Niederschönenfeld lebendig Belicher Aften des Auswärtigen Amtes, um nach fast 30 Jahren grabenen wird also jetzt durch einfache Verordnung" diesen dokumentarischen Unschuldsbeweis vor aller Deffentlich über das ganze Reich ausgedehnt. Der Reformator Emmin feit zu erbringen. ger macht seinem großen Vorbild Kahr also alle Ehre. Es ist schon bedenklich genug, daß die innerpolitischen Kämpfe zur Einfegung von politischen Sondergerichten zwangen. Aber daß, angeblich der Ersparnis halber, auch im normalen Strafverfahren fo gut wie alle Rechtssicherungen beseitigt werden, das fonnte doch nur ein bayerischer Staatsanmolt aus der Schule Kahrs fertig bringen. Wenn dies richtig ist, dann erwartet Eeine Majestät der Kaiser von der Lonelität des Präsidenten der Republik, daß derselbe diese Tatsache, deren längere Berdunkelung geeignet ist, einem Bertreter der allerhöchsten Berfon den Aufenthalt in Paris zu erfchweren, amtlich und öffentlich richtigstellen lassen wird. C. Hohenlohe." In einem weiteren Telegramm vom 6. Januar, unterzeichnet vom Staatssekretär Marschall, wurde für den Fall, daß die erwartete amtliche Klarstellung ungenügend ausfallen mürde, ein zu veröffentlichender Notenwechsel als Ergänzung in Aussicht gestellt. Bayerisches Recht für Deutschland. Emmingers Justizverordnungen. Ueber diesen deutschen Schritt entstand nun in Baris wärtig als Reichsjustizminister fungiert, hat die von ihm an aus der Schule Kahrs fertig bringen. Der banerische Staatsanwalt Emminger, der gegen gekündigte Notreform der Justiz durch zwei Aus nahmeverordnungen auf Grund des§ 48 der Reichsverfaffung bereits in die Wirklichkeit übergeführt. Die erste Verordnung gibt dem Oberreichsanwalt die Berechtigung, in den an sich zur Zuständigkeit des Reichsgerichts gehörigen Straffachen wegen Landesverrats und des Berrats militärischer Geheimnisse die Verhandlung an ein Oberlandes gericht zu verweisen. Auch das Reichsgericht selbst fann eine solche Ueberweisung aussprechen, solange die Hauptverhandlung noch nicht begonnen hat; auch in diesem Fall ist der Antrag des Oberreichsanwalts notwendig. eine große Bestürzung. Der Präsident der Republit, Casimir Périer, gab dem Botschafter eine andere Darstellung der Anflagepunkte gegen Dreyfus, als Dupun und erwähnte zum ersten Male die Existenz fenes Konzeptes, des berühmten bordereau, das in dem Papierforb des deutschen Militärattachés gefunden worden war und von der Mehrheit der zugezogenen Handschriftfachverständigen Dreyfus zugeschrieben wurde. Aus ihm mußte allerdings für die Franzofen die Beteiligung der deutschen Botschaft an dieser Spio nageangelegenheit flar hervorgehen, allein sie konnten nicht wissen, daß es in Wirklichkeit von einem ander en französi schen Offizier, von dem aus Ungarn gebürtigen, naturalisierten Die Justizministerien der einzelnen Länder fönnen ein be. Major Esterhazy stammte, der erst mehrere Jahre später stimmtes Oberlandesgericht als dasjenige bezeichnen, dem alle entlarvt wurde und nach London flüchtete, wo er erst vor derartigen Aufgaben zuzuteilen sind. An dessen Stellen kann, wie wenigen Wochen gestorben ist. Auch Graf Münster wußte es im Schlußfag des§ 3 heißt, auch das Oberste Landes. nichts davon, weil der Militärattaché Oberstleutnant gericht treten. v. Schwarzkoppen ihm zwar wahrheitsgemäß erklärt hatte, Ein solches Oberstes Landesgericht" gibt es nur in er habe mit Dreyfus niemals etwas zu tun gehabt, aber Bayern. unverantwortlicherweise sogar ihm gegenüber verschwie- Auf dem Umwege über die Notverordnung wird also gen hatte, daß er mit Esterhazy in Verbindung stand. hier dem partitularistischen Streben in Bayern die Bahn geUnd nun ergab sich daraus die eigenartige Situation, öffnet, dem Münchener„ Obersten Landesgericht" in aller daß Graf Münster den französischen Staatsmännern gegen Form Rechtens die Befugnis übertragen, in Landesverrats über im besten Glauben sein Wort verpfändete, baß die prozessen an Stelle des Reichsgerichts zu amtieren. Bayern deutsche Botschaft von dem bewußten Ronzept nicht die ge- hat bisher ja schon seine eigene Rechtspraxis gehabt und den ringste Renninis gehabt habe und infolgedeffen auf seiner Staatsgerichtshof zum Schutz der Republik durch einen Kahr Forderung bestand; während andererseits der Präsident der schen Federstrich ausgeschaltet. Aber daß diese partikularifranzösischen Republik höflichkeitshalber so tat, als schenkte er ftische Braris jetzt auch noch einen Schimmer von rechtlicher dieser Bersicherung uneingeschränkten Glauben, aber die ge- Basis erhält, dazu war erst ein banerischer Reichsjustizminister wünschte öffentliche Erklärung mur dann herausgeben wollte, nötig! wenn fie sich auf alle Botschaften in Paris beziehen würde: Umfasse das Dementi alle Botschaften in Paris, so sei dech die beutsche unbedingt mitgemeint. Würde die allein genannt, so werde ber Berdacht auf die anderen gelenkt, außerdem würde der Bor wurf, die franzöfifche Republik werde durch Deutschland regiert, wie berholt werden."( Telegraphischer Bericht Münsters an das Aus pärtige Amt vom 6. Januar.) Der„ klassische" Rabatt. Bon Emil Rath. Reichsregierung und Thüringen. Die von uns mitgeteilte Absicht der Reichsregierung, für Thüringen einen deutschnationalen Reichskommissar zu ernennen, wird von Wolffs Telegraphenbureau prompt dementiert. Troßdem wird allerhand gemunkelt über eine für Thüringen zu bestimmende Untersuchungskommission. Das Berliner Tageblatt" macht eingehende Mitteilungen über Beschwerden der vier nichtsozialistischen Parteien( Deutschnationale, Landbund, Bolkspartei und Demokraten). Die Beschwerden richten sich hauptsächlich gegen die Beamtenpolitit, aber auch gegen die Finanzgebarung. Besonders wird Anstoß daran genommen, daß die thüringische Regierung die Bersetzung sämtlicher Beamten von der Gruppe VII an in den einstweiligen Ruhestand für zulässig er flärt habe und es wird die Befürchtung ausgesprochen, daß der Beamtenabbau von der thüringischen Regierung einfeitig gehandhabt" werde. Ferner wird Klage darüber ge führt, daß im Schulwesen aus anderen deutschen Ländern zahlreiche sozialistische Kräfte herbeigeholt feien, deren Be fähig ung bezeichnenderweise auch in der Beschwerdeschrift nicht angezweifelt wird. Daß die Finanzen aller deutschen Länder nicht erstklassig sind, ist bekannt und damit wird für Thüringen nichts Neues gesagt. Es scheint die Absicht bestanden zu haben, auf Grund des § 48 Abs. 2 der Reichsverfassung zur Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung" die thüringische Regierung nach fächsischem Muster abzusehen. Wir halten Ebenso schlimm wie diese Ausschaltung des Reichsgerichts diese Art der Anwendung des§ 48 für vollkommen unvereinist die durch eine zweite Berordnung verfügte angebliche, Be bar mit dem Wortlaut wie mit dem Geist der Verfassung. Es schleunigung des Strafverfahrens. Die Schwurgerichte ist dringend zu hoffen, daß es der sozialdemokratischen Frafwerden zum größten Teil völlig ausgeschaltet. Straftaten, die tion gelingen wird, im Reichstag eine präzise Fassung fonft zu ihrer Zuständigkeit gehörten, wie etwa Berbrechen dieses Paragraphen durch ein Ergänzungsgesetz durchzubrin gegen die öffentliche Ordnung, Mord, Totschlag, Raub und gen, da die Regiererei auf Grund von§ 48 innen- und aubens räuberische Erpressung werden jetzt einfach den Strafpolitisch unhaltbare Zustände geschaffen hat. Das auf der einen Linie: Seine Tat foll delphinisches Dratel sein. Ihre Augen verfolgen gierig die tastenden Bewegungen seiner fetten Hände, die plötzlich innehalten. Eine rauhe Stimme ruft zu dem jchier wesenlosen Inhaber des Karrens jovial hinüber:„ Sie, wat foften die Liebesbriefe der Ninong Längflos?" Der Hagere und der andere schauen sich an, abbittend faſt, ziehen hochachtungsvoll voreinander den Hut und streben davon, die nebelfeuchte Straße entlang, leises Frösteln in Hirn und Herz. Lachende Worte. Auf den vom lebhaften Berkehr durchpulsten Groß- Berliner Straßen feiern mehr oder weniger solide Bertaufsstätten aller Ari ihre Orgien, wachsen im Morgennebel geisterhaft schnell aus dem Boden empor, fchwanken im trüben Mittagsglast hin und her, welken in der Abenddämmerung unter dem gudenden Lichterglanz fnoblauchduftender Karbidflammen dahin und werden mehr oder minder zünbender Brennpunkt an- und abschwellender Menschenmassen, speien Feuerzeuge, fabelhaft bittige Seifen, Parfümflaschen, Weihnachts-( Aus den foeben im Berlag des Bildungsverbandes ber Deutschen Buchferzen, Feuerzeuge, Rabierungen, Holzschnitte, Porzellane, Gummi- bruder erscheinenden Freien Gebanken, Sprüche der Freiheit, Beis abfäße und hunderterlei Dinge in ein fauflüsternes, meist geldarmes heit und Gerechtigkeit von Dichtern und Denkern aller Zungen"; gesammelt und herausgegeben von Ernst Breezang.) Menschenknäuel, überschattet vom pathetischen oder monotonen Redefchwall ihrer Inhaber. Aber in der Brandung einsame Inseln: Buch magen. " Spärliche Befucher mit Britten, fritischen Blicken und schadhaften Wintermänteln mustern und wägen. Ich trete dazu. Ein primitives Schild: Auf Klassiter 10 Prozent Rabatt!" ,, Ein Standal!" murmelt ber eine grimmig und rückt unruhig ben breitrandigen Hut hin und her. Rabatt auf Klassiker! Mit anderen Worten: Den Mist geben wir im Duhend billiger ab!" Denn der Große frißt den Kleinen, Und der Größte frißt den Großen. Also löst in der Natur sich Einfach die soziale Frage. ( Scheffel) Was gibt es doch für sonderbare Tropfe! Wo ist hier Logik und Berstand? Sie haben grad die schwächsten Köpfe Und wollen damit durch die Wand. ( Preczang.) ( Guradze.) Ein Hagerer schant ihn mißbilligend von der Seite an und ent. Neben dem Gesetz der Trägheit gibt es eine Trägheit der Gesetze. gegnet scharf:: ,, Ein irriger Standpunkt, mein Herr! Man will auch dem armen Manne den Kauf der Klaffifer ermöglichen. Goethe follte in feinem deutschen Haufe fehlen." Der mit dem breitrandigen Hut wirft mit geringschäßigen Lippen ein paar Worte hin: 3. B. Goethes Tagebuch!" Der Hagere ereifert sich:„ Ob.„ Tagebuch" oder„ Wahlverwandt. schaften", ob Goethe oder 3ichotte der Rabatt ist gewissermaßen die materielle Schuhwand, die sich zwischen diese und Leute vom Schlage der Courths Mahler schiebt." Der Hut: Lächerlich. Sie ist die meistgelesene Schriftstellerin. Der ift mit 10 Brozent Rabait nicht beizutommen. Im Gegenteil: Der einfache Mann urteilt nach dem Wert des Buches. Das billigere Buch bedeutet für ihn geistig mindere Güte. Der Rabatt auf Klasfiber ist wie die Gefte eines Hundes an der Straßenede. Eine Brämie auf Bornographie." Der Hagere lacht auf.„ Es gibt auch Naffische Pornographie." Der Hut zitiert entrüstet. Also für Sie geht die Linie der Pornographie unbeirrt über Goethes Tagebuch" und Schnißlers Reigen" zum anderen Reigen" Für Sie liegt alles in einer Ebene.. Seine Mundwinkel främmen fich verächtlich. Rabatt auf Klassiker! Wer Goethe haben will, fauft ihn auch ohne Rabatt. Ich will feinen Rabatt- sethe. Meinen Rabatt- Schiller. Mir gilt das Buch nicht der Preis. Sell men auf Bilderbücher für Kinder meinethalb Rabatt geben. Aber Klassiter werden durch Rabatt nur entwürdigt!" Die fleinen Augen schießen Blize auf den Hageren. Dem schwebt eine bittere Entgegnung auf den Lippen. Da kommt ein Käufer. Beide schauen erwartungsvoll auf ihn, ihre Gedanken schneiden sich Rafte nie, doch haste nie, Sonst haste die Neurasthenie! Man macht aus deutschen Eichen Reine Galgen für die Reichen. ( Hartleben.) ( Heine.) D glücklich, mer noch Bettern hat, Dem glänzet noch ein Morgenrot; Er wird, wenn nicht Geheimerrat, Doch etwas noch vor seinem Tod. Wohl tut's dem armen Adam weh, Daß Gott ihm nicht sein Eden ließ, Er hatte feine Bettern je, Sonst fäß er noch im Barabies. ( Hoffmann von Fallersleben.) Der Aemter Last ist groß, schwer sind die hohen Würden, Drum pflegt man beide gern den Efeln aufzubürden. ( Morhof.) Auszeichnung hier erwarte nie, Denn das System verbeut's; Man hängt das Kreuz nicht ans Gente, Nein, das Genie ans Kreuz. Hochpoetisch, herzerbauend Sind Ruinen, wunderschön. Wunderschön die düstern Mienen Durch das grüne Laubgewind'! Doch das Schönste an Ruinen 3ft daß fie Ruinen find. ( Brillparzer.) ( Blaßbrenner.) Beine hat uns zwei gegeben Gott der Herr, um fortzustreben; Bollte nicht, daß an der Scholle Unfre Menschheit leben solle; Um ein Stillstandsknecht zu sein, Gnügte uns ein einz'ges Bein. ( Heine.) Bor einem Pferde muß man sich von hinten, vor einem Weibe von vorne, vor einem Pfaffen von beiden Seiten in acht nehmen. ( Polnisches Sprichwort.) Wenn ein Kopf und ein Buch zusammenstoßen und es flingt hohl, ist denn das allemal im Buche? ( Lichtenberg.) Jeder kommt einmal in die Flegeljahre. Das ist nicht schlimm. Schlimm ist's, wenn einer nicht wieder herauskommt. ( Preczang.) Es gibt der Efel, welche wollen, Daß Nachtigallen hin und her Des Bäders Sade tragen sollen Ob recht, fällt mir zu sagen schwer. Das weiß ich: Nachtigallen wollen Nicht, daß die Esel singen sollen. ( Bürger.) ( Lichtenberg.) Die Fliege, die nicht geflappt sein mill, setzt sich am fichersten auf die Klappe selbst. Jeder nach seinem Sinn Wählt seiner Freuden Ort: Der Rosenfäfer hier, ( Rüdert.) Und der Misttäfer dort. Bon der russischen Tibet- Expedition. Wie die„ Times" meldet, hat die Tibet- Expedition des russischen Forschungsreisenden Oberst B. Rozloff jetzt glücklich die Grenzen der östlichen Mongolei über. schritten und damit ihr eigentliches Forschungsgebiet erreicht. Rozloffs Gesellschaft, die aus 22 Personen besteht, will in einer dreijährigen Reise Libet unt die angrenzenden Gebiete erforschen. Der erste Gegenstand soll die tote Stadt" Kharo- Khoto sein, die Rozloff auf einer früheren Reise entdeckte und in der er u. a. eine Bibliothet Don 2000 feltenen Bänden fand. Dic Chinesen haben der Expedition Schwierigkeiten in den Weg gelegt, weil sie fürchten, daß die wissenschaftlichen Zicle nur ein Vorwand feien, um bolfchemistische Propaganda zu treiben. Ludwig Wallner veranstaltet ant 27. d. 9., abends 8 Uhr, im Seet hoven Saal einen Goethe Abend. Das Programm enthält u. a.: „ Szenen aus Egmont. Ein Korgeef zugunsten notleibender Künstler findet am 4. Januar im großen Eaale der hilharmonie tatt Mitivierende Kind das Philharmontie Drefter und eine Angabl hervorragender Stünft er. Das Proteftorat hat der Reichspräsident übernommen. Professor Mag Liebermann wird eine Ansprache erhalten. Rhythmit des Tens und der Bewegung. Bezugnehmend auf den Artifel in Nr. 577 teilen wir mit. daß die Kurje der Dalcroze- Schule ( rbythmische Gymnastit, Gehörbildung und Improvisation), An der Apostel firdje 7, stattfinden. Der geborgte Weihnachtsbaum. Luxemburg, Defterreich, Ungarn und der Tschechoslowakei werden besondere, gegenüber den bisherigen Gebühren, erhöhte Säße eingeführt. Bei Paketen nach Freie Stadt Danzig, Kuba, einigte Staaten von Amerifa verbleibt es bis auf weiteres bei den bisherigen Gebühren. Nähere Einzelheiten über die neuen Paketgebühren nach dem Ausland sind bei den Bostanstalten zu erfahren, die auch Auskunft über die vom 1. Januar ab für Bostfrachtstücke nach dem Ausland geltenden Gebühren erteilen. Die auf Goldfranken lautenden Gebühren für Pakete nach dem Ausland werden vom 1. Januar 1924 an nach dem 0,90 Steuermark umgerechnet. Berhältnis von 1 Goldfranken Reich hat durch die Verfassung weitgehende Kontrollrechte 1 über die Länder bekommen und wir sind einer Beschneidung dieser Kontrollrechte, wie sie jezt von Bayern gefordert Weihnachtsabend! Hier und da kommen weiße und bunt wird, durchaus abgeneigt. Glaubt die Reichsregierung in Lichte an grünen, vielfarbig geschmückten Tannenbäumen. Beih. Südafrikanische Union, Südwestafrika und Ber irgendeinem Punkte der thüringischen Regierung berechtigte nachtslieder erklingen, alte, wohlbekannte Weisen, einfach, schlicht und Borhalte machen zu können, so ist sie berechtigt und ver- anheimelnd für den, der eine warme Stube hat, jetzt, wo es draußen pflichtet, auf Grund der Bestimmungen der Reichsver- stürmt und schneit, daß der Schnee sich meterhoch türmt. Solche faffung, wenn sie zu feiner Berständigunr mit einer Länder- Lieder kann nur der singen, der Frieden in sich fühlt, der es über regierung formen fann, den Staatsgerichtshof ent- jich bringt, in einer Welt von Kampf und Haß sich auf sich selbit scheiden zu lassen. Es wäre unerträglich, wenn durch dauernde zu befinnen. Wenn aber die Not ins Grenzenlose steigt, wenn Ausnahmeverordnungen dem Idealzustand aller der Hausrat Stüd um Stüd zum Trödler wanderte, so daß faum Reaktionäre, der Herrschaft gefehlofer Willfür durch noch Tisch und Stuhl und eine dürftige Lagerstatt übrig blieben, Schaffung von Präjudizien Vorschub geleistet würde. Im und wenn dann noch fleine, unschuldige Kinder da sind, die noch übrigen fcheinen die verstärkten Angriffe gegen Thüringen im mit großen Wunderaugen die leuchtenden Flammen an den TannenAugenblid viel mehr den Wahlbesorgnissen der bür bäumen der andern sehen, und die vorwurfsvoll bange Frage laut gerlichen Parteien als fachlich berechtigten Einwendungen zu wird, warum gerade fie Weihnachten nicht im Lichterglanz feiern entspringen. Schon deshalb muß diese Art Politit, die eine dürfen, dann schnürt fich den Eltern die Kehle zu und feine freuunbequeme Länderregierung durch Vergewaltigung zu bigen Wünsche, fein freundliches Weihnachtslied flingt in der falten, beseitigen sucht, von vornherein entschieden zurückgewiesen ungemütlichen Wohnung, und sie empfinden dann die Last ihrer Not mit doppelter Bucht. Traurige Weihnachten. die GroBen verschließen ihre Sorgen in sich, die Kinder aber tragen ihr Leid zu anderen Leuten. Wenn auch die Mildtätigkeit gerade kein zu Leid und geheimen Wünschen spricht, zum Helfen an. werden. Diebesbesuch in einer Gelddruckerei. Für 120 400 Goldmark Eisenbahnnotgeld gestohlen. Ein Einbruch in die Notgelddruderei der Eisenbahn in der Stallschreiberstraße beschäftigt die Kriminal. polizei. Hier war in den Kellerräumen der Druckerei unter be fonterer Bewachung von Beamten der Eisenbahn Notgeld, das demnächst vernichtet werden sollte, aufbewahrt worden. Es find den Einbrechern sechs Pafete zu je tausend Stüd 20- BilEinbrechern sechs Patete zu je tausend Stück und zwen Batete zu ebenfalls je tausend Stüd 200 milliardenDer deutsche Schritt in Paris und Brüssel. häufiger Gaft in unseren Tagen ist, so regt doch Kinderwort, bas ven fcheine in die Hände gefallen. Berlin, 26. Dezember.( WTB.) Die deutschen GeschäftsIrgendwo im großen Berlin fahen Vater und Mutter und fråger in Paris und Brüssel haben bei ihrer neuen Demarche vom 24. Dezember die Vorschläge der Reichsregierung für die einige Kinder solchen traurigen Weihnachten entgegen. Keine warme Herstellung eines modus vivendi in den besetzten Gebieten Stube, faum etwas Brot, und erst recht seinen Weihnachtsbaum. näher präzisiert. Wie bereits von der Agence Havas und der Das fleinste weint laut. Da flopft es. Die Nachbarin. Ihre Kleine Agence Belge gemeldet wurde, handelt es sich dabei um die Frage des hat mir erzählt, daß Sie feinen Baum haben. Wir haben einen Wirtschaftsverkehrs der befehten Gebiete mit dem unbesetzten Wir wollen aber erst morgen, am ersten Feiertag, bescheren, und Deutschland und mit dem Auslande, um Geld und Währungs- da könnten Sie ja heute abend das Bäumchen nehmen und, wenn fragen, instefondere die Errichtung einer Rheinisch- Westfälischen wir bescheren wollen, holen wir es uns wieder, und Sie tommen Notenbant, um Fragen der Rheinschiffahrt und des Eisen- alle zu uns rüber. Kommen Sie man und machen Sie es fich ein bahnverkehrs, sowie endlich um Fragen der allgemeinen Ber- bißchen gemütlich." Da half fein Widerstreben. Balb brannte im waltung und Gesetzgebung. Die beiden Geschäftsträger Ofen ein wärmendes Feuer. Ein Tuch, blendend weiß gewaschen, haben im Anschluß an die Besprechung eine Aufzeichnung über deckte den Tisch, und darauf prangte der geborgte Weihnachtsbaum. Der französische Ministerpräsident und Unter ihm lagen Pfeffertuchen und Repfel. Während alle diese dieje Fragen überreicht. ebenso der belgische Außenminifier haben versprochen, die Aufzeich- Herrlichkeiten in der dürftigen Stube wuchsen, waren die Kinder nungen zu beantworten, nachdem darüber eine Berständigung draußen. Als sie wieder hereindurften, war es ihnen wie ein zwischen Paris und Brüssel und soweit noch andere Alliierte Wunder. Still, staunend sahen sie die Veränderung. Schließlich wurde es doch noch ein gemütlicher Weihnachtsabend. Ein heller beteiligt feien auch eine Verständigung mit ihnen erzielt fei. Bariser Stimmungsmache gegen das deutsche Manöver. Schein war durch den Raum der Not gegangen. Paris, 25. Dezember.( WTB.) Ueber den gestrigen Schritt des deutschen Geschäftsträgers, Botschaftsrat von Hoesch, beim Ministerpräsidenten Poincaré schreibt der diplomatische Mitarbeiter der Agence a vas, nachdem er festgestellt hat, daß völliges Still schweigen über den Verlauf der Unterredung seitens der fran zösischen Regierung gewahrt wird, man könne wohl annehmen, daß die deutsche Regierung wünsche, daß die 3ollschranke, die das Ruhrgebiet und das Rheinland vom nichtbesetzten Deutschland trenne, ebenso verschwinde wie die Eingangszölle, die beim Eintritt ins Besetzungsgebiet erhoben würden. Was die Währungsfrage anlange, habe man in Berlin die Gefahr erkannt, die eine Lösung unter Ausschluß der deutschen Regierung nach sich ziehen würde, besonders wenn die Rheinisch- Westfälische Emissionsbant unter Bei seiteschiebung deutschen Kapitals gegründet würde. Was die Wiedereinstellung der ausgewiesenen Beamten angehe, werde namentlich die Wiederzulassung der Eisenbahner und der Schiffer verlangi, um den Gisenbahn- und Binnenschiffahrts verfehr zu verbessern. Alle diese Borschläge müßten des Näheren daraufhin geprüft werden, in welchem Maße sie die Wieder Herstellung des Wirtschaftslebens in den besetzten Gebieten und die Reparationszahlungen erleichtern sollten. Man tönne sicher sein, daß die Kabinette von Brüffel und Paris, durch die Erfahrung gewigigt, affe Garantien ergreifen würden, um nicht durch verfrühe Maß nahmen den Wert des Pfandes zu schmälern, das Belgien und Frankreich im Ruhrgebiet genommen haben. Aehnliche Gedanken werden auch von einigen anderen Morgenblättern, so namentlich vom„ Figaro", zum Ausdrud gebracht, der in etwas positiverer Form erklärt, das deutsche Manöver ziele darauf hin, Frankreich die Pfänder zu entreißen. Der Matin" beurteilt den deutschen Schritt in anderem Sinne, indem er sagt, es sei natürlich, daß die deutschen Industriellen ohne Behinderung mit den auswärtigen Märkten Handel treiben wollten, von denen das nicht besetzte Deutschland der wichtigste sei. Es be ständen jedoch noch zahlreiche Hindernisse, nicht nur für den Berfonen, sondern auch für den Warenverkehr, die volle Tätigkeit der befeßten Gebiete sei also noch ernstlich behindert. Einschränkungen seien nach Ansicht der deutschen Regierung für die Erreichung des Zieles, das Frankreich und Belgien anstrebten, nämlich die rheinisch westfälische Produktion zur Hauptstütze der Reparationszahlungen zu machen, hinderlich. Eisenbahnfatastrophe bei Oranienburg. 1 Tofer 4 Schwerverletzte. Ein schwerer Eisenbahnzusammenstoß ereignete fich am 1. Weihnachtsfeiertag vor dem Bahnhof Oranienburg. Der Vorortzug Berlin- Oranienburg fonnte des starken Schneegestöbers wegen nicht in die Halle des Bahnhofes einfahren. Der Sturm hatte große Schneewehen vor der Halle zu fammengetrieben, so daß eine Einfahrt nicht möglich war. Der Fernzug 205 Berlin- Neustrelitz, der um 6 Uhr 20 min. Oranienburg passieren soll, fonnte des starten Schneesturmes wegen weder das Haltefignal erkennen noch den Vorortzug fehen. Der Zusammenfloß war so start, daß die beiden leßten Wagen des Vorortzuges die Böschung heruntergeschleudert wurden, der dritte Wagen quer über das Gleis gestellt und mehrere andere aus den Schienen gehoben wurden. Bei den beiden an der Böschung herabgestürzten Wagen explodierten die Gasbehälter, wodurch die Wagen in Brand gefeht wurden. Bier Perjonen wurden verletzt. Der Postbeamte Paul Pohl erlitt fo schwere Brandverlegungen, daß er an den Folgen star b. Der Cotomotivputer Herrmann, ein Mann namens Siebert und ein Zeitungsausfräger Eichert erliffen schwere, aber nicht lebensgefährliche Verlegungen. Bei der Schwere des Zusammenstoßes ist die geringe Anzahl der Toten und Verlegten nur dem glücklichen Umstande zuzuschreiben, daß der Borortzug Berlin- Oranienburg ich wach befeht war. Die Aufräumungsarbeiten, die durch das Unwetter fehr erschwert wurden, dauerten bis zur Mittagszeit. Bis dahin mußte der Betrieb eingleifig durchgeführt werden. Ankunft der Berliner Kinder in Wien. Die von unseren Wiener Genossen eingeladenen Rinder, die am 20. Dezember abends durch die Arbeiter wohlfahrt nach Wien gebracht worden sind, sind dort nach langer Fahrt wohl. behalten angelommen. Die Pflegeeltern haben treulich die dreistündige Verspätung des Zuges abgewartet und sind dann mit glücklichen Gesichtern, ihre Berliner Kinder an der Hand, heimgegangen. Weihnachtsarbeit der Feuerwehr. Die Kriminalpolizei ermittelte, daß hier ein von langer Hend vorbereiteter Einbruch vorläge. Der Pförtner der Druderei Jost sowie der Bewachungsbeamte ber Eisenbahn Teichmann, die von den Tätern nichts wissen wollten, mußten, nach den an Ort und Stelle angestellten Ermitt Lungen, und nachdem sie in Haft genommen waren, eingestehen, daß sie den Einbrechern nicht nur Gelegenheit zum Diebstahl, sondern auch, wenigstens Jost, mitgeholfen haben. Jost hatte vor einiger Zeit einen stellungslosen Kaufmann Mar Bendorff fennengelernt. Dieser und sein Bruder G u stav Wendorff überredeten gemeinsam Joft, è en Eisenbahnbeamten beiseite u schaffen und sich in den Besitz des Geldes zu setzen. Zu diesem Zwecke ha: Jost den Bemachungsbeamten Teichmann am 1. Weihnachtsfeiertag überredet, mit ihm ein in der Nähe gelegenes Lokal zu besuchen. Die beiden Brüder Wendorff famen zufällig" hinzu. Teichmann wurde betrunken gemacht, und nachdem man ihn in die Bförtnerloge zurückgebracht und hier seiner Schlüffel be raubt hatte, blieb Gustav Wendorf als Wache zurück, während Jost und Mag Wendorff, der vor der Tür gewartet hatte, in den Raum drangen, in dem das Notgelt aufbewahrt war. Die lekte Tür, zu der sie feinen Schlüssel fanden, wurde aufgebrochen, die Geldpakete verpackt und Mar Wendorff flüchtete mit der Beute. Der weiteren Nachforschung der Kriminalpolizei gelang es, Gustav Wentorff festzunehmen. Mag Wendorff, der am 5. Dezember 1889 in Lübben geboren und in der Langen Straße 98/99 wohnte, ist 1,70 m groß, hat einen englisch gestußten Schnurrbart, eine hohe Stim und gutes gesundes Aussehen. Eine hohe Belohnung ist auf die Ermittlung Mar Wendorffs und auf die Wiederherbeischaffung des Geldes ausgesetzt. Es ist anzunehmen, daß Wendorff, der seinen Mittätern von der gemachten Beute nichts abgegeben hat, versuchen wird, Berlin zu verlassen. Nachrichten, die vertraulich behandelt werden, nimmt Kriminalkommissar Gez, Zimmer 56 im Polizeipräsidium entgegen. " Der durchgebrannte Zeppelin. In der Sahara gestrandet? Troy Das geheimnisvolle Verschwinden des französischen Luftschiffes Dirmuiden mit 50 Mann Bejagung stellt die franzöfifchen Fach- und Marinefreise vor ein schier unlösbares Rätsel. schiffen und Teilen des englischen und italienischen Mittelmeerge. cifrigster Nachforschung, die seit drei Tagen von französischen Kriegsfchwaters angestell werden, ist es noch nicht gelungen, eine zuver läffige Nachricht über den Berbleib des Luftschiffes zu ermitteln. Man glaubt Anhaltspunkte dafür zu haben, daß der Luftkreuzer, nachdem er vom Sturme nach dem offenen Meer getrieben worden war, später von neuem fich nach dem Inneren Afritas be wegte. Bierzig Flugzeuge, die, wie aus Tripolis gemeldet wird. fich auf die Suche nach der„ Dirmuiden" begaben und die africanische Rüfte absuchten, find ebenfalls unverrichteter Dinge nach ihrem Aus ministeriums betont, daß bisher feine zuverlässigen Nachrichten über gangshafen zurückgekehrt. Eine Mitteilung des französischen Marinedas Sajid al des Luftkreuzers eingetroffen feien. Man nimmt an, daß der Ballon in der afrikanischen Wüste gestrandet ist. Nach einer Meldung aus Toulon ist das ehemalige Zeppelinluftschiff„ Dir. muiden am 24. Dezember nachmittags um 4 Uhr westlich von Tatuin in Tunis gesichtet worden. Auf funfentelegraphischen Anruf gab der Zeppelin feine Antwort. Ein deutscher Biermaftichoner geffrandet. Aus Blochus( Nord. jütlend) wird gemeldet, daß der deutsche Biermastschoner Ser mann Felds" aus Hambura, vee Hamburg nach dem Chri stianiafjord unterwegs, in der Weihnachts nacht in der Jam. merbucht zwischen Blochus und Lötten gestrandet ist. Die Be. fagung von 18 Mann wurde mit größter Mühe von dem Blockhuser Rettungsboot gerettet. 8um Prämienfahren über 80 Runden traten 15 Fahrer die Bei einem Dachstuhlbrande in der Dennewigstraße 19 an Neuer Erdstoß in Tofio. Noch einer teldung aus New York der Lutherkirche ist es zu einer recht bedauerlichen Aus chreitung ge- ist durch einen neuen heftigen Erbstoß in Tofio eine kommen. Cin Schjupobeamter, ter dort Dienst tat und in der böf- Banit verursacht worden. Die enifeßten Bewohner glaubten an lichsten Weise einen Radfahrer, der dort nichts zu suchen hatte, eine neue Ratastrophe und flüchteten. Sie blieben mehrere Stun aufforderte, in der Einfahrt zur Brandstelle der Feuerwehr Platz zu den lang außerhalb der Stadt und fehrten erst zurück, als die machen, bomit sie bei ihrem Arbeiten nicht behindert würde, wurde seismographischen Sachverständigen sie beruhigt hetten. Die Ein dritter amerikanischer Sachverständiger. von dem Radfahrer tätlich beleidigt, wobei ihm der Tschato vom Schäden sind unbedeutend, obwohl die nach dem großen Paris, 25. Dezember.( WIB.) zum dritten amerikani- Kopf geschlagen wurde. Der rabiate Radfahrer mußte gefesselt Erdbeben neu errichteten Gebäude stark erschüttert worden sind. abgeführt werden. Während der Weihnachtsfeiertage hatte die schen Delegierten für die von der Reparationsfommission Feuerwehr an vielen Stellen zu tun. I. a. auch in der AmeriSport. einzusetzenden Untersuchungsausschüsse ist von amerikanischer Seite fanischen Botschaft, wo ein heizkörper geplakt war. Die Rabrennen am Raiserbamm. Berlin hat feht feine zweite winter. gestern Henry Robinson, Präsident der Nationalbant von Gefahr für das Haus Wilhelmplah fonnte schnell beseitigt werden. bahn erhalten. Die mächtige Ausstellungshalle am Kaiserbamm hat in Los Angeles und Kalifornien, ausersehen. Robinson soll dem In der Fabrit von dart für landwirtschaftliche Maschinen in der menigen Tagen bas Aleib einer Rennbahn erhalten; bis dicht zum Dac Untersuchungscusschuß über tie kapitalflucht angehören. Nach Edartstraße brannte es im Oberlichtfaal. Wegen eines Fabritbrandes hinauf siehen sich die Kurvenpläge. Die ausgezeichnete 200- Meter- Bahn ist der„ Chicago Tribune" ist er einer der angesehenften Banfiers in wurde der 7. Zug alarmiert. Die Flammen fonnten auf ihren Herd am 1. Weihnachtsfeiertag, dem Tag der Eröffnung, der Schauplag scharfer beschränkt werden. Ein gefährlicher Rellerbrand beschäfämpfe gewefen. Echon lange vor Beginn füllte sich das Saus und eifrig maren bie Fahrer beim Training, unter ihnen alle ,, Größen" des Bedals, den westlichen Staaten und genießt ten Ruf einer Autorität. tigte die Behr in der Ruppiner Str. 27, wo Brennmaterialien um sich noch schnell mit der Bahn vertraut zu machen. und Hausrat in Brand geraten waren. Ein Schuppenbrand Reife an, von denen 11 das Rennen beendeten. Nach scharfen Kämpfen um fam aus unermittelter Ursache in der Münchener Straße 17 bie Brämien flegte Stäblis vor Weber, dritter wurde Schönborn. zum Ausbruch und verursachte erheblichen Schaten. Ein Atelier Das Eröffnungszennen mit 4 Borläufen über je 3 Runden wurde brand veranlaßte das Ausrücken der Charlottenburger Wehr nach mit scharfem Tempo gefahren. Unter den Siegern tonnie fich rend mit zum Endlauf der zweiten eines jeden Vorlaufs plazieren. Den Endlauf der Der Kantstr. 77. Wasserrohrbrüche, plagen von weiten gewann Arend nach schönem Spurt vor Hoffmann umb Heizkörpern wurden von vielen Stellen gemeldet und zwangenehmer. Im Endlauf der Erften stegte Schrage vor Stols. 8um ersten Sauf über 4 Runden des Großen Weihnachtspreises traten Sahn, Lewadie Feuerwehr zum Eingreifen. now, Galdom und wittig an. Den Startschuß hierzu gab van Red. Wittig geht gleich vom Start mit großem Vorsprung los, wird aber im Endspurt von Bahn. Salbom und 2emanom gefolagen. Der zweite Im Klaffement ift Sahn mir 12 suntien vor albom,& Bunkie, Sieger. auf wird in derselben Reihenfolge beendet. Jm legten Lauf gibt es scharfe Rämpfe. Sier fiegt ebenfalls Sahr schön vor Wittig und Sewanow. Dritter murbe miltis mit 5 Buntten. Das 24 Runden unit. fahren gewann Souls mit 11 Punkten vor ein as mit o Bunten. mit gleicher Bunftsahl Bierte. Rum Stundenzennen für Straßenfahrer starteten 17 Fahrer. Runde um Runde wurde mit äußerst schnellen Temps nefahren. Fahrer, die unter Defeflex su leiden hatten, wurden 6 Runben vergütet. Berstöße und Sprengungen des Fribes wurden durch die Achtfamkeit der Fahrer verhindert. Scharfe Sämpfe brachten fiets die Wertungen, sie alle 16 Minuten stattfander, Mia. Sufete, ber in teber Wertung eriect war, tennte bei 6 Wertungen fünfmet als Erfier durchs Ziel gehen. Mtaxseranlagte hie Spike immer wieder zum Spurt, ben dann Sufte ezen beremuste sox her Bahn getragen worden. Nad einer 5- ben Unglück oder Verbrechen? Düsseldorfer Schupoprozeß. Todesstrafe gegen Eenossen Grügner beantragt. Düsseldorf, 26. Dezember.( WTB.) In der heutigen Berhandlung gegen die Schupo, die mit den Plaidoyers ausgefüllt war, beantragte der Anklagevertreter£ eleu für Dr. Grühner wegen Mordes die Todesstrafe, für die abwesenden Angeklagten Leutnant Bener, Oberleutnant Bodenstein, Polizeicommissar Chauffee zwischen Bahnhof Tiergarten und dem Großen Stern ein In der Weihnachtsnacht wurde auf der Charlottenburger Effer die Höchststraße, d. i. lebenslängliche Zwangsar Mann besinnungslos und start blutenb aufgefunden. beit. Für Oberleutnant Pohl, der die Hauptverantwortung frage, Die Schukpolizei brachte ihn in das Krankenhaus Moabit, wo er beantragte er die Zwangsarbeit, ebenso für Hauptmann Pfeffer, shne die Besinnung wieder zu erlangen, star b. Die Ermittlungen für Oberleutnant Hübner und für Hauptmann Vaßlad läßt der der benachrichtigten Kriminalpolizei ergaben, daß der Berstorbene Staatsanwalt die Anflage auf Totschlag fallen; für Ceutnant Bogf ber Schloffer Franz Rogalinsti aus Charlottenburg, Frische hält er die Anklage nicht aufrecht. Bezüglich der Schupo überläßt straße 39, ift. Ferner wurde ermittelt, daß Rogalinsti aus einem er dem Gericht zu urteilen, welche Strafen Ihnen zufämen. Für den Städtischen Polizisten Krieg beantragte er eine hohe Gefängnisstrafe Für den Stadtfekretär entiren lagt er wegen nicht genegender Beweje die tuflage fallen. Der Anlagevertreter hloh fein Plaidoyer mit dem Berlengen eines geregien(!) Urfells. Faschiffenüberfall in Rom. Der Abgeordnete Amendola wurde gestern von unbekannten Bersonen überfallen und schwer miß hande.t; er mußte in ein Krankenhaus gebracht werden, doch hoffen die Aerzte, daß er in 14 Tagen genesen werde. Die Polizei stellt Nachforschungen nach den Tätern an, die enttamen fahrenden Automobil gestürzt set, liegen blieb, während bas Automobil in rasendem Tempo meiter gefahren ist. Dieses foflen anei Herren und eine Dome beobachtet haben, fie werben gebeten. fich bei ber Kriminalpolizei des Polizeiamtes Tiergarten, Kommissar 3 erner, zu melben. Erhöhte Gebühren für Auslandspakete. Singel wurde mit 5 Bunkten Dritter. Rübel umb Bermeer wurden gefiat auswußte. Ein fer furs warf einige Wahrer aus dem Rennent. Stumbe waren 29 099 ux ne einer Stunde 39 940 Ritsmebec aurtidgelegt. 11 Fahrer Beenbetex bas ne Mennen. enten belegte ben weiten un shl den britten is. Befultate: Prämienseren Deer 2 unben: 1. Räblig. 9 tinuten 05,4 Genden; 2. Weber; 3. Gönborn. Punk- hren Bom 1. Januar 1924 nn werden die Gebühren für Paketeber 24 Runden: 1. Chula 7 Minuten 65 Sekunden, 11 Punkte. 2. Reinas, 9 Punkte. 3. Siepel, 5 Bunkte. Stundenrennen für Straßenfahrer: nach und von dem Ausland erhöht. Die Erhöhung beträgt 1. Sufchte, Rich., 39 940 Rilometer gefahren, 18 Buntte; 2. Menthen, 8 Buntte; im allgemeinen bei Bofeten bis zum Gewicht von 1 Kilogramm 3. Sohl, 3 Buntte. Großer Weihnachtspreis über 4 Runden: 1. Sahn. 30 Centimes, bis zum Gewicht von 5 Kilogramm 50 Centimes und 1 min. 15,1 Get., 12 Buntte; 2. Galbow, 8 Punkte; 3. Wittig. 5 Punkte. Eröffnungsrennen über 3 Runden: 1. Schrage, 0,48,4 Getunden; 2. Stolz: bis zum Gewicht von 10 Kilogramm 80 Centimes. Bei Paketen nach& Säugler, Gewerkschaftsbewegung Kleinmut. Preispolitik des Branntweinmonopolamtes. Uns wird geschrieben: nicht an, da doch eine Masse anderer stichhaltiger" Gründe vor- Der Preisabbau ist nach den amtlichen Preismessungen also handen ist. Borab ber der Softspieligkeit der Lazarettverwaltungen fast zum Stillstand gekommen. Die Lebenshaltungskosten sind im infolge zu hoher Lohnzahlung. Der Lohn eines Pflegers bewegt, Reichsdurchschnitt um 15 Proz. höher als nach dem Vorfich zwischen 70 und 90 mart monatlich. Die Pfleger find fast durch friegsgoldstand. Dabei bleibt zu berücksichtigen, daß die gängig feit 15 bis 30 Jahren in den Lazaretten tätig und Ernährer Einführung der Goldmieten das Gesamtniveau der Lebenshaltung Die Entwicklung verläuft nicht in ununterbrochener aufsteigender von Familien. Jetzt werden fie einfach auf die Straße gefeht und wieder in die Höhe treiben muß, ebenso wie von der verkündeten Ers Linie. Ihr Bild weist vielmehr immer wieder mehr oder minder tief. dadurch zirka 250 Menschen( mit Familienmitgliedern zusammen höhung der Umfazsteuer preissteigernde Wirkungen befürchtet gehende rückläufige Bewegung auf. Dennoch geht sie vorwärts. Bei derechnet) brotlos gemacht. An ihren Stellen follen aber aus werden. Sparfamteitsgründen Drbensschwestern treten. Es einiger leberlegung muß sich jeder Gewerkschaftsgenosse sagen, daß ist aber noch zu bezweifeln, ob sich diese Art Pflege billiger stellt oder Preisabbau für in bustrielle Fertigwaren, die zum Teil 3u verlangen ist auf der anderen Seite jedoch ein weiterer ein Krieg, wie wir ihn in Europa erlebt haben, nicht ohne gewaltige qualitativ besser ist. Für die Ordensschwestern muß geliefert werden: infolge der Preispolitik der Rohstofferzeuger noch über die Geldents Rückwirkungen auf unseren Kulturzustand bleiben fonnte. Noch Aerztekost, d. h. alfo Berpflegung 1. Klaffe, Wohn- und Schlaf wertung hinaus im Preise gestiegen und inzwischen nicht ent stehen wir mitten drin in den Nachkriegsereignissen, sehen die räume, dazu eine Kapelle zur Berrichtung der Andachten. Die sprechend der Martbesserung gesunken sind. Schäden zum Greifen deutlich, und unsere Genossen in den besetzten Räume find nicht vorhanden, müssen also erst gebaut werden. Außer. Gebieten fühlen sie Isider noch tagtäglich am eigenen Leibe. Und dem soll freie Bekleidung, Wäsche, Taschengeld und an das Mutter. Dennoch übersehen wir in unserer begreiflichen Ungeduld vielfach die haus eine monatliche Abstandsfumme gewährt werden. Die Schwestern auf uns lastenden Kriegsfolgen, wobei mir weniger noch an die find nicht dazu da, uni grobe Hausarbeiten zu verrichten, weshalb für diese Swede auch Hilfspersonal zu bezahlen wäre. Nun soll da Das Reichsmonopolamt für Branntwein flagi mit Recht darReparationsleistungen zu denken brauchen als an die übrigen Rüd ein Rechentünstler den Beweis erbringen, daß diese Ausgaben im über, daß in den letzten Monaten der Absatz des für Trinkbranntschläge, die wir durch den Krieg erlitten haben. Für unser Wohl. Vergleich zu den Löhnen der Pfleger niedriger find. Ein solcher meinzwede benötigten Spiritus erheblich abgenommen hat. Es ergehen, unsere Forderungen ans Leben wäre es sicherlich längst an Künstler ist Herr Milde vom Kneppichaftsvorstand wohl bestimmt hat sich, um den Interessenten eine Anregung zum Kaufen zu der Zeit, daß wir an diese Dinge nicht mehr denten müßten, sie nicht, denn sonst würde er schon andere Sparsamteitsmöglichkeiten geben, veranlaßt gefehen, den Spritpreis von 6 auf 4 M. herab meit hinter uns, fie längst überwunden hätten. Wir fönnen aber entdeckt haben. Hier wäre einiges über den Verwaltungsapparat zusehen. Auch das wird nicht viel nühen, denn im freien Bernun einmal unsere Wünsche nicht für Wirklichkeit nehmen, sondern und verschiedene andere Dinge zu erwähnen, doch ist dies vorläufig fehr werden derartig große Mengen an Sprit angeboten zu einem noch belancios. müssen mit der Realität der Dinge rechnen, so sehr unPreise, mit dem das Monopolamt bei weitem nicht konkurrieren angenehm es auch sein mag. Damit soll natürlich nicht gefagt sein, Kündigungen unverzüglich zurücgenommen werden. Das zu fordern zahlt. Zu verlangen wäre an erster Stelle, daß die ausgesprochenen fann. 2,80 bis 3 m. werden jezt höchstens für Trinkbranntwein gedaß wir uns nun ohne weiteres damit abzufinden hätten. Im im Interesse der Arbeitnehmerschaft, wäre Angelegenheit ber Knapp Gegenteil, wir müssen alles daransezen, was an uns liegt, die schaftsältesten, der Betriebsräte und legten Endes der Gewert bietungen teilweise Notverkäufe schuld find, aber auf der Man kann nun nicht umhin, festzustellen, daß an diesen UnterScharten auszuwegen, die gegenwärtigen Mißstände zu schaften. Ein Teil diefer Körperschaften hat bereits Beschwerde gegen anderen Seite ist es auch die Preispolitit bes Monopol überwinden. Dabei aber begegnen wir in hohem Grade dem das Borgehen des Knappschaftsvorstandes erhoben. Die Beiträge der amtes gewesen, die die niedrigen Angebote verschuldete. Im Mai Reinmut, ber uns lähmt, anstatt der Entschlossenheit, die Dinge Arbeiter, die nicht gering bemessen find, feien nicht dazu da, um b. 3. verfaufte bas Monopolamt an die bezugsberechtigten TrinkDormärtszutreiben. eine bestimmte tonfessionelle Anstalt zu unterstüßen. Soll auf ein branntweinhersteller der befekten Gebiete Trinkbranntwein gegen stehenbert Arates ober Borstandsmitgliedes der Knappschaft hin das wertbeständig, sondern sie wurden mit dem Bapiermart. Gutachten eines vielleicht mit Zentrumsfreifen eng in Fühlung Dreimonatswechsel. Diese Dreimonatsatzepte wurden nun nicht etwa betreffende Mutterhaus mit Mitteln der Knappschaft ausgehalten nominalwert bezahlt, der auf dem Atzept stand. Damit hat an merden? Der Fürsibischof Dr. Bertram hat zu dieser Angelegen fich schon die Reichsmonopolnerwaltung ben Trinkbranntweinher heit Stellung genommen und sah sich veranlaßt, ein Schreiben an stellern des Ruhrgebiets geradezu ein Geschenk gemacht. Der Sprit den Knappschaftsvorstand zu richten, in welchem er ersucht, vorerst tostet diese ungefähr 15 f. pro Liter. Er liegt, da er nicht ins den Pflegern eine Stellung auf den Berbands besetzte Gebiet transportiert werden konnte, in den Niederlagen der werfen zu besorgen. Dadurch soll vermieden werden, daß das Monopolverwaltung im unbesetzten Gebiet. In Nordhausen befinden Berfonal brotlos wird, was in der oberschlesischen Arbeiterschaft einen fich 3. B. Tausende von Litern, die den Ruhrleuten gehören. Gleichbeschwören würde. Diele Worte flingen viel offener als die Spar- Sprit einzubeden, der ebenfalls im Preise erheblich niedriger war gewiffen Haß gegen die Drden und firchlichen Einrichtungen herauf zeitig ist es biefen auch möglich gewesen, sich mit ausländischem famfeitsargumente des Herrn Milde. machen, indem die Schnapsfabrikanten an der Ruhr ihre Fabrikate unbesetztem Gebiet wieder freigegeben ist, wird sich das bemerkbar als der Monopolsprit. Wenn der Verkehr zwischen beseztem und natürlich erheblich billiger verkaufen als die Fabrikanten des unbesezten Gebietes. Gegenwärtig sieht es allerdings recht trübe aus. Wir sind Opfer einer schweren wirtschaftlichen Krise, aus ber viele teinen Aus meg sehen. Diese Krise trifft uns härter als alle früheren Wirtschaftsfrisen, weil wir noch mit unter den Kriegsnachwehen leiden. Da sehen wir denn, daß ein großer Teil derjenigen Arbeitsbrüder, die erst nach der Revolution zu uns gekommen sind in unsere Gewert schaften, zu unserer Partei, mit allen Illusionen der Neubefehrten, sich nach und nach wieber innerlich zurückgezogen, jebe Hoff nung aufgegeben haben und der alten Gleichgültigteit perfallen ist. Ein anderer Teil wiederum ging zu der neuen und doch so aften voll und ganz" radikalen Richtung über, in der naiven Auffassung, daß es nur des Willens und Mutes der Pflege durch Ordensschwestern absolut nichts zu gewinnen; im Gegen Die oberschlesische Arbeiterschaft hat durch die Einführung der Führer bedürfe, um mit einem Schlage oder doch einigen Schlägen teil eine unnötige Beitragsbeloftung und evil. eine Behandlung, die unser Schicksal gründlich zu wenden. Verzweiflungsaktionen, Ge- einem sehr großen Teil der Kriegsteilnehmer genügend in Erinne neralstreif und immer wieder Generalstreit, das sei das Zauber- rung sein dürfte. Das Vorgehen der Knappschaft wird und muß an mittel, die Dinge in unserem Sinne zu senken, die wirtschaftliche der entschlossenen Haltung der Mitglieder, also der Arbeiterschaft, Macht zu erobern und die Herrschaft über sie zu behaupten. Scheitern. Trinkbranntweine und verkaufen sie natürlich weit billiger, als das Sie gebrauchen die für sie im unbefehten Gebiet lagernden Monopolamt ben Sprit verkaufen tann. Die TrintbranntweinherEines ist so verkehrt wie das andere. In beiden Fällen ist Die Petersburger Arbeiterlöhne beliefen sich im Oktober, dem ſteller des unbeschten Gebietes aber benutzen die Gelegenheit, um das Berhalten lediglich zurückzuführen auf den Kleinmut, Oft- Expreß zufolge, durchschnittlich auf 26,30 Warenrubel, also etwa auf diese Weise ihren Rohstoffbedarf billig einzudecken. Würde mit auf die Unkenntnis der Dinge, mangelnde Ueberlegung und fehlendes 82 Broz des Borkriegslohnes. Nachdem sie im März diesen Treibercien der Alkoholkonsum vermindert, so wären wir die Bertrauen zur eigenen Sache, zur eigenen Kraft. Dieser von 19,05 auf 23 49 Warenrubel gestiegen waren, haben sie die ge- legten, die das beklagten. Aber gerade das Gegenteil ist der Fall. Kleinmut aber ist für unsere ganze Bewegung ein schwerer Fehler. Metallindustrie hob sich der Durchschnittslohn von 25,72 Barenrubel preisen zum Verkauf, die den Konsum sogar steigern, ohne daß das nannte Höhe erst nach mehrfachen Senfungen erreicht. In der Jezt fommen große Mengen an Trinkbranntwein zu SchleuderDer Fatalismus schwächt unsere Kräfte, der Ueberradikalismus zer im Geptember auf 30,01 im Oftober, mithin von 60 auf 70 Broz. Monopol Nutzen davon hat. Die Leidtragenden sind die Steuere splittert sie obendrein, und den Vorteil davon haben unsere Gegner. des Bortrierslohnes, in der Nähindustrie von 16,39 auf 22,44, in 3ahler: Das Branntweinponopolamt feßt nichts ab, bringt keine Die Wirtschaftskrise allein fönnte unsere Bosition nicht derart der Textilindustrie von 17.52 auf 20.30 arenrubel( 90 Bro3. des Erträge, ja, wirtschaftet nicht einmal soviel heraus, daß es in ber schwächen, wie es in Berbindung mit unserer 3ersplitterung Friedenslohnes). In der Lederindustrie sind im Oftober 95, in der Lage ist, feine Beamien bezahlen zu können. Das im Staatsfäckel auf der einen und der Lethargie auf der anderen Seite der Fall Bapier, Tabat- und Nahrungsmittelindustrie 97 Broz. ber Bor- entstehende Loch müssen natürlich wieder die Steuerzahler zu ift. Men wir nicht längst aus Erfahrung wüßten, daß in Zeiten friegslöhne erreicht worden. mirtsd tlicher Krise unsere Lebenslage stärfer bedrängt, unfere Stellu. 3 ungemein schwieriger, die des Unternehmers leichter ist, daß bas Unternehmertum die ihm günstige Position gegen uns ausnüßt, müßte es uns der flare Berstand sagen. Weiter aber, baß wir daraus Die richtige Folgerung ziehen, einiger und geschlossener zu fammenstehen müssen als fonft, um mit allen Kräften die Verlänge. rung der Arbeitszeit und die Verfürzung der Löhne abzuwehren. Statt deffen müssen wir uns erneut abmühen, die einen Arbeits. genossen aus ihrer Gleichgültigkeit aufzurütteln und die anderen aus ihren Revolutions himmeln her. unterzuholen, damit sie wieder auf unserem Boden stehen und mit uns fämpfen fönnen, anstatt uns immer wieder zu schmähen, weil wir ihren Generalstreifphantasien nicht nachlaufen wollen. Fort mit dem törichten, selbstmörderischen Kleinmut, in Reih und Glied zum Alltagskampf für das Ganze! Aus dem oberschleischen Knappschaftsverein. Bon der Ortsgruppe des 3d2. in Beuthen wird uns geschrieben: Man sollte meinen, daß von einem sozialen Institut, wie die oberschlesische Snappschaft es darstellt, au chicziales Empfinden verlangt werden könnte. Damit ist es aber beim Borstand der Knappschaft recht schlecht bestellt. Ein Beweis dafür ist die Kündigung bes gesamten männlichen Pflegepersonals der bei Deutschland verbliebenen Lazarette Beuthen und Hindenburg. Das Pflegepersonal hat einige Stüßen im Betriebsrätegefeß. Das fcheint einer der Gründe zu sein, aus denen die Krankenpfleger ent laffen werden sollen. Doch diesen Grund gibt man wohlweislich 300000 Volksbühne 7 Uhr: Figaros Theater, Lichtspiele usw. os Hochzeit Lessing- Th. Deutsch. Theater| Th. 1.Admiralspalast: Was ihr wollt 71 Uhr: Allabendlich 73% U.: Freitag 72: Scherz. Satire, runter und drüber Michael Kramer Ironie und tiefere Bedeutung Kammerspiele 8 Uhr: Tageszeiten d. Liebe Theater i. d. Comedia Valetti Deut. Künstler- Th. Lizowstr. 76 Karf. 6159 Alla endi. 72: 8 Uhr: Emigranten va etti, Señora Schroth Romische Oper KöniggrätzerStr. Schott, Ihle, Ehser 8 Uhr Zwischen 9 und 9 Komödienhaus 8U.: Mexiko- Gold Deutsch Opernhaus 1/2 U. 11. Vorst. zum Best. d.Volksspeis. Mignon Berliner Theater Intimes Theater 7,30: Dolly 8: Der Hinduprinz Der Schrei usw. Lustspielhaus Rose- Theater Uhr: Vinzenz oder 3 Allabendlich 7/2 Die größte Revue des Kontinents: Die Welt ohne Schleier WINT TORTEN 312Christnachtglück die Freundin bedent. Männer Varieté- Spielplan 73: Die verschwund nen Zwillinge Metropol- Theater Uhr: Marietta Casino- Theater Opere te v. Kollo 8: Dienstmann Nr. 7 Beri. Volksstück in 3 Akten Neues Theat a, Zoo Vorher: Bunter Teil Die Luxusirau ReichshallenTh. Tagl. 1, U. u.Sonnt. 3U. Stettiner Sänger SCALA Uhr Internat. Varieté Uhr Renaissance- Theat. 8 Uhr: Die zätt. lich. Verwandten Thalla- Theater Uhr: Pst! Pst! Rauchen gestattet. Th.a. Kottb. Tor Täglich 7'/ 2 Uhr a. Sonntag nach mittag 3 Ubr: ELITESänger U. a. Weihnachten an der Ruhr Side nabgarn fauft at ringer Str.48 Rorden 4661 Theater i.d. Kommandantenstr. Verteidigung Waffen 7% Uhr: Die Post- Sicherheits meisterin Wie Pistolen, Revolver, Gammiknippel etc. aller Art in reichh. Waliner- Theater Auswahl. Waffen- Loesche, www 3U.: Sprung i. d. Ehe A.d.Spandauer Br.11, Bh. Börse mit Leo Peukert Dircksenstr. 22-23, Bh.Alex.- Pl. Wirtschaft Der Reichsindex für die Lebenshaltung. ( 1913/14= 1) Durchschnitt Mai. 99 1. Oftober 8. 15. 22. 19 29. Juni. Juli Auguft September Oktober November 5. November. 12. 19. 26. 99 99 99 3. Dezember 10. 99 17. 99 22.. 99 3816 7 650 37 651 586 045 15 000 000 . 3 260 000 000 .657 000 000 000 .40 400 000 109 100 000 691 900 000 3 045 000 000 13 671 000 000 98 500 000 000 218 600 000 000 831 000 000 000 1 535 000 000 000 1 515 000 000 000 1 269 000 000 000 1 163 000 000 000 1150000 000000 Abnahme gegen die Vorwoche 1,1 Proz. Große Volksoper des Westens 7% Uhr: Rigoletto அ teppdecken! Grö telluswahl! preiswert! Bernhard Strohmandel, Wallstr. 72, Fil. Spittelmarki ( Ecke Seydelstr.) u Nickolsbz. Pl. 2 AlteSteppbed. werb.aufgearbl Damen- und Herren- Stoffel aller Art in großer Auswahl. Gabardine, Kammgarne, stopfen. Das Ganze aber ist daraus entstanden, daß eine Behörde mieber einmal notleidenden Ra pitalisten 3ugeständnisse und Geschente gemacht hat. Die Doppelwährung in Rußland. In Rußland läuft neben dem Bapierrubel, der sich immer mehr entwertet, mertbeständiges goldgedecktes Geld in Form der Tscherwoneznot n um. Die russische Wirtschaft leidet durch dieses Nebeneinander zweier Währungen in ähnlicher Weise, wie bei uns Stodungen und Schwierigt iten zu ver zeichnen waren, Jolange noch nicht ausreichend wertbeständige Bah lungsmittel im Berkehr waren. So befaßte sich fürzlich eine Konferenz der Banten und Industrievertreter mit der Frage der Sicherung der Industrie gegen Verluste infolge Mangels an Licherwonezen und der Differenz zwischen dem amtlichen und dem Freiverkehrturse des Tscherwonez( 5 bis 8 Proz.). Die Bertreter der Industrie wiesen auf die großen Schwierigkeiten hin, die der Industrie durch die Politik der Banten entstünden, Kredite in Sowjetrubel zu gewähren, beren Rüdzahlung aber in Tschermoneznoten zu perlangen. Die schnelle Steigerung des Tschermonezturses verursache der Industrie große Berluste. So werde der Tschermonez beispielsweis: bei Rontoabhebungen nach dem Bormittagskurse berechnet, während die Zahlungen der Industrie am Nachmittag bereits zu einem weit höheren Kursstande erfolgen müßten. Beim Zuckertrust betrügen die hierdurch entstandenen Verluste z. B. 11 Proz des Gesamtumsages. Die Konferenz beschloß die Einsetzung eines besonderen Ausschusses zur weiteren Bearbeitung dieser Frage. Berantwortlich für Politif: Craft Steuter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Echitowski: Lokales und Sonstiges: Fri Razflätt; Anzeigen: Sh. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei Berlaasanstalt Baul Singer u. Co. Berlin SW. 68. Lindenstraße 3. und Ausbau der mart Tuche, Affenhaut, Flausche Kinderfürsorge Plüsche, Kleider- Samete, Anzug- u. Paletotstoffe. Paul Karle O. 34, Warschauer Straße 79. Apollo- Theater 7½ Uhr Direktion: James Klein Täglich 712 Uhr BISMARCK Welthistorisches Schauspiel in 3 Teilen von Emil Ludwig, in Szene gesetzt von Direktor James Klein I. Teil( 9 Bilder)..Volk und Krone" Unter anderem: Au lösung des Landtages 1863 Ueber 200 Mitwirkende! In den Hauptrollen: Bismarck • v. Roon König Wilhelm I. Königin Augusta Kronprinz Friedrich Wilhelm Kronprinzessin Victoria Graf v. Karolyi. Johanna v. Bismarck Lassalle. Dr. Virchow Hans Mühlhofer vom StaatsLeopold v. Ledebur theater Berlin Richard Starnburg vom Staatstheater Toni Tetzlaff Hannover. Willy Gallwitz Johanna Zimmermann Hago Flink Helene Riechers Alfred Hiaase Max Bing Herm, Bartels, Pelser, Haak, Aganowska, Demidoff, Falk etc. Vorverkauf eröffnet! Ununterbrochen an der Theaterkasse! von Verkäufe Möbel Speisezimmer, Schlafzimmer, HerrenQualitätsteppiche, 200X300, 60 Gold- simmer, KlubKüchen, Klubfofas, on, prachtvolle Berfermuster. feffet, Nusbaummöbel, Korbmöbel, W. 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