Kr. 7 ♦ 41. Jahrgang Ausgabe A Kr. 4 Bezugspreis: *!om SO. Dezbr. lSZZ bis 5. I«m« 1924 1 Billion oder 1 Goidmark voran» zahlbar. Unter Kreuzband vom S9. Dezdr. 192? bis b. Januar 1924 für Deutschland. Danzig, Saar- u. Meme!» aediet. Oesterreich, Litauen. Luxem» imrg 1,35 Doldmarl, lüc da« iibriqe Ausland 1,59 Doldmarl. Krenrdand- sendungen nur gegen werldeständige Zahlung. Postbezugsvreis freibleibend. Der„Borwilrts' mit der Sonntag»- l eilage.Boll und 3ctf u.„Siedlung und Kleingarten", sowie der Unter- haltungsbeilag?„Helmwelt" erscheint wochentägiich zweimal, Sonntag» und Montags einmal. Telegramm-Adresse: „Tezialdemotrat Berlin" Morgenansgabe c 13« NMlsraen j Vevlinev Volksvlatt Anzeigenpreise: Sie einspaltig« Nonpareille- »eile 0.79 Doldmark. Rcllamezeile »L0 Doldmarl...Kleine Anzeigen" da» fettgedruckte Wort 9,29 Sold- mark(zuläfflg zwei scttgedruckte Worte), jede» weitere Wort 9,19 Eoldmark. Stellengesuche da, erste Wort 9,10 Eoldmark. iede, weitere Wort 9,95 Eoldmark. Worte lider 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, ssamilienanzeigen sllr Abonnenten geile 9L9 Goldmark. «ine Soldmark— ein Dollar geteilt d»rch�4L0. «nzelgen Mr die nächste Nummer müssen bis 4lt-Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW LS, Linden- straße S. abgegeben werden. Ecäffnct von 9 Uhr irllh bis 5 Uhr nachm. �entralorgan Äer Vereinigten doziatcUmokratircben Partei Dcutfchlands Neöaktion und Verlag: SM 68, Linöenstraße 3 &<>rttiiir<>rfiev Redakttou- Döndofi 292—293 lyerniurcmcr.« e r j 0 a,«jönbofl 2306-2507 Sonnabend, den 5. Januar 1924 Vorwärts-Verlag G.m.b.H., SW 68, Linöenstr. Z Postscheckkonto: Berlin 373 Z6— Bankkonto: Direktion der DiSkonto-Sesellschaft, Tcpositcnkasse Lindenstrafte» verhanülungm in der Metallindustrie Der Einspruch der Industriellen zurückgewiesen. Der Reichsarbeitsminisier hak den E i n s p r u ch d e r M e t a l l- industriellen gegen die Unparteilichkeit des Schlichters wissetl als unbegründet zurückgewiesen. Wisscll hat gestern den Der- fländigungsversuch sortgeseht, ein Schiedsgericht ernannt und die Parteien sür gestern nachmittag vorgeladen. Das Schiedsgericht besteht ans je zwei D eist Hern der Arbeiter und Arbeitgeber, von denen keiner der Metallindustrie angehört. Wistell erössnete nachmittags Z Uhr die Sihung des Schiedsgerichts und teilte den anwesenden Vertretern der Metallarbeiter mit, t«h die Arbeigeber nicht erschienen seien. daß eine Verhandlung also nicht staltsinden könne.(Er wolle aber noch einen l e h t e n Versuch der Verständigung machen. Er gab deshalb den Arbeit- gebern eine Bedenkzeit von 12 Stunden und sehte die nächste Sihung des Schiedsgerichts aus heut« vormittag 10 Uhr an. Die neue Sihung könne nur dann vertagt werden, wenn beide Parteien einen demenlsprechenden Antrag stellen. Daraus schloß Wistell die Sihung. Einer der Arbeitgeberbeisiher, Direktor Krämer, trat nach der Sihnng an die Vertreter der Metallarbeiter heran und teilte ihnen mit, die Unternehmer seien bereit, persönlich mit ihnen zu ver- handeln. Die Arbeitervertreter glaubten dieses Anerbieten nicht ab- lehnen zu sollen, damit ihnen nicht nachgesagt werden könne, sie hätten irgend etwas unterlassen, was eine Aussicht aus Wiederherstellung des von ihnen nicht gestörten Friedens bieten könnte. Sie schlugen deshalb vor, die Verhandlungen noch am Freitag, abends 8 Uhr, zu beginnen. Herr Krämer meinte aber, so schnell könnten die Arbeitgeber ihre Vertreter nicht zusammenruscn. Man verständigte sich nun dahin, daß die Verhandlungen zwischen den Vertretern der Parteien heute. Sonnabend, 8 Uhr früh, siotlslnden. wenn sich die Parteien in dieser Sihung nicht einigen, tritt das Schiedsgericht um 10 Uhr im Reichsarbeits- Ministerium wieder zusammen und wird, wenn die Unternehmer nicht erscheinen, einen Schiedsspruch fällen. * Die Berliner Metallindustriellen sind zwar vor dem Schiedsgericht, das den Kampf in der Metallindustrie, der von ihnen Hervorgerufen worden ist, beilegen soll, nicht erschienen: sie haben aber endlich den Versuch gemacht, ihr Vorgehen zu rechtfertigen. Die ihnen zur Verfügung stehenden Zeitungen und Korrespondenzbureaus bringen langatmige Darlegungen, in denen vornehmlich versucht wird, die von uns veröffent- lichten Tatsachen zu entkräften. Im gestrigen Leitartikel der „Zeit" wird darüber geschrieben: »Der„Vorwärts" spricht von dem Machtwillen der Unter- nehmer und von einer unsittlichen Ausbeutung der wirischastiichen Schwäche der Arbeitersehast. hört man die ander« Seite, so ist der Grund des Borgehens ein ganz anderer. In der Berliner Metall- industrie ist bisher immer nach der Stundenlohn von 60 Ps. gezahlt worden, d. h. ein Lahn, der sich bei der Einführung wertbeständiger Zahlungsmittel aus de? Umrechnung des Papiergeldlohnes ergab. Die Berliner Metallindnstriellen erklären, daß sie diese Lohnhöhe, die natürlich einen Entwertunasfattor enthält wie alle Papiergeld- normierungen. den Verhältnisten anpasten misten, wie sie sich aus der Einführung wertbeständigen Geldes ergeben. Sie sind auch bereit, über die Festsetzung des neuen Lohnes mit den Gewerd fchaften zu verhandeln und haben keineswegs die Absicht, den Lohn rein schematisch unter die höhe des Fri�denslohnes herabzudrücken. Sie wollen weiter über die Aufstellung eines neuen Tarifs verhandeln und lesen dabei Wert auf die Fcstletzung eines Mindesttarifs, wäh- rend der bisher geltende ein Höchsttarif war.... Schließlich bildet wich die Arbeitszeit einen Teil dieses gesamten Berhandlungs- kompleres.. Bei den Denliner Meiallindustiiellen herrscht keineswegs Kampf- stimmung. Der„Vorwärts" stellt die Lag« ganz falsch dar, wenn er den Arbeltgebern Diktaturaelüst« unterschiebt, die keineswegs vor- Händen sind. Auch die Neuregelung der Lohnhöhe braucht kein Kampfobjekt zu sein. Die Zifstni, die der„Borwärts" berechnet. sind durchweg tendenziös. Es sind gerade in der Berliner Metall- Industrie infolge von Akkord- und sonstigen Zuschlagen Löhne üblich, die über den tariflichen Stundenlohn hinausgehen. Es wäre jeden- falls eine Vereinbarung zwischen den Gewerk'chalten und den Arbeit» gebern auf allen strittigen Gebieten wohl� denkbar." Zunächst ist zu bemerken, daß damit die Arbeitgeber unter dem Scheine einer versöhnlicheren Haltung in Wirklichkeit eine Verschärfung ihres Diktats versuchen. Bisher ging der Abwehrkampf der Metallarbeiter nur gegen die von den Unternehmern einseitig festgesetzten Löhne. Die Frage der A r b e i t s z e i t. die die Unternehmer jetzt in die Debatte werfen, konnte schon deshalb kein Streikgegenstond sein, weil die Arbeitszeit in dem noch in Geltung befindlichen Manteltarif geregelt ist. Dieser Tarif ist zwar von den Unter- nehmern gekündigt, die Kündigung tritt jedoch frühestens mit dem k. Februar in Wirkung. Die Unternehmer wollen also nicht allein den Lobn, der seither schan etwa 40— 50 Proz. unter dem Vorkriegslohn lag, nochweiterherabdrücken.sie wollen gleichzeitig die in Geltung befindliche 48.Stunden. Woche verlängern. Nun sagen die Unternehmer, daß in den seitherigen Löhnen ein Entwertungsfaktor enthalten gewesen sei, der jetzt, nachdem die Mark stabilisiert ist, in Fortfall kommen müsse. Diese Behauptung ist in doppelter Hinsicht falsch. Die seit- her in Geltung befindlichen Löhne wurden zuletzt am 26. No- vembcr, also nach Ausgabe der Rentenmark, festgesetzt. Seit dem 20. November ist die Mark st a b i l geblieben. Es kann also nicht jetzt ein Abstrich bei den Löhnen für eine Entwertung erfolgen, die nicht eingetreten ist. Die Behauptung der Unter- nehmer ist aber noch falsch, weil die seit dem 20. November bestehende Stabilisierung der Mark es chnen ermöglicht, die Preise um den früher üblichen Entwertungsfaktor bei den Material, und Geschäftsunkosten abzubauen. Während der Periode des Markverfalls haben die Unternehmer, gerade gestützt auf diesen Markverfall, bei der Festsetzung der Löhne mit dem Argument operiert, daß sie gezwungen seien, nie- d r i g e r e Löhn« als vor dem Kriege zu zahlen, weil die fort- gesetzte Entwertung der Mark sie zwinge, auf die Preise Z u- schlüge zu machen. Wenn diese Zuschläge jetzt in Wegfall kommen, dann müßten dementsprechend die Löhne erhöht und, wenn schon nicht auf die Lohnhöhe in den Konkurrenzländern, so doch mindestens auf die Höhe der Vorkriegslöhne gebracht werden. Die Stabilisierung der Mark, die der Industrie eine außerordentliche Erleichte- rung gegenüber der ausländischen Konkurrenz gebracht hat, benutzen wollen, um die durch den Markverfall herabgedrückten Löhne noch weiter zu drücken, ist wirtschaftlich in keiner Weise gerechtfertigt und zugleich eine unsittliche Handlung. Da die Metallindustriellen, ohne den Mut aufzubringen die von ihnen diktierten Löhne zu veröffentlichen, es so hin- stellen, als feien die von uns gebrachten Ziffern unrichtig, ver- öffentliäien.wir hiermit die Löhne der Vollarbeiter, wie sie sich nach dem Diktat der Berliner Metallindustriellen gestalten würden: Arbeiter von 14 bls 15 Zahrea Brvtioverdienst 3,84 WV nach Abzug von Kronkenkasten-, Znvolidenbellrag und Steuer 3,40 W.; von 15 bis 18 Jahren 5.75 bzw. 5,25 VT.; von 16 bis 1? Jahren 7,68 bzw. 7,03 VI.; von 17 bis 18 Iahren 0,60 bzw. 8,40 TU. Ar- belle rinnen van 14 bis 15 Iahren 3,84 bzw. 3,40 Vi.; von 15 bis 16 Jahren 4.80 bzw. 4,30 Vi.: von 16 bis 17 Jahren 5,76 bzw. 5,16 Vt.-, von 17 bis 18 Jahren 6,72 bzw. 5,70 Vi. Eine Arbeiterin von 18 bis 21 Jahren nach dem Einstellungsiohn 8,64 bzw. 7,34 M. Der höchste Lohn, den die Arbeiterin erzielen kann, S.SO bzw. S.— VI. Eine Arbeiterin über 21 Jahre 11.04 bzw. 9.14 VI.; der höchste Lohn 12,— bzw. 9,90 Vi. Ein Arbeiter von 18 bis 21 Jahren, bezahlk nach Slaste I. Einstevungslohn 14,88 bzw. 12,08 TU.: der h ö ch st l o h n 16,32 bzw. 13,22 TN. Ein Arbeiter über 21 Jahre. ledig. Klasse i. EinstellvngsloHn 19.20 bzw. 15,80 TN.; Höchstlohn 20,64 bzw. 16,84 TN. Ein verheirateter Arbeiter mit einem Kind. Slaste i. atso mit Frauen- und Kinderzulage. Einstcllungsiohn 22,08 bzw. 19,18 TN.: höchstlohn 23,52 bzw. 20,42 TN. Ein Arbeiter der Klasse V, verheiratet mit einem Kind, Einstcllungslohn 14,43 bzw. 12,43 TN.: HSchstlvhn 18.51 bzw. 16.51 TN. Ein lediger Arbeiter über 21 Jahre, Klaste V, Einstellungslohn 14,40 bzw. 11,65 TN.; h ö ch st l o h n 15,35 bzw. 12,46 TN. Ein Arbeiter von 18 bis 21 Jahren in Klasse VI, Einstcllungslohn 11,52 bzw. 9.32 TN.; h ö ch st l o h u 12.48 bzw. 10,08 TN. Das sind die Löhne, wie sie im Lohndiktat der Berliner Metallindustriellen enthalten sind. Wir glauben nicht, daß es auch nur einen recht und billig denkenden Menschen geben kann, der unser Urteil über diese Löhne, die wir als u n- sittlich und unmoralisch gekennzeichnet haben, als Uebertreibung bezeichnen wird. Wir sind vielmehr der Ansicht, daß wir der Empörung über diese Löhne, die eine Ausnutzung und zugleich eine Verhöhnung der Notlage der Arbeiterschaft bedeuten, noch schärferen Ausdruck geben müßten. Aber die schärkste Berurteilung, die sich denken läßt, ist die ungeschminkte Veröffentlichung der nackten Tatsachen. Wir fordern die Metallindustriellm hiermit noch- mals auf, den Nochweis zu führen, wie es den Arbeitern und Arbeiterinnen ihrer Betriebe möglich sein kann, mit den von ihnen diktierten Löhnen ihr Leben zu fristen. Die Metall- industriellen gehen stets mit der Behauptung um, daß sie die Leistungsfähigkeit der Industrie und damit ihre Konkurrenz- fähigkeit aus dem Weltmarkt steigern müßten. Der Ansicht sind schließlich auch wir. Aber es heißt, die Leistungsfähigkeit der Industrie untergraben, wenn man den Arbeitern Löhne aufzwingt, die ihr« Arbeitskraft aus- höhlen müsten. Wenn also heute die öffenltickie Meinung. wovon wir selbstverständlich die von der Industrie ausge- baltenen jBlätter ausnehmen, einmütig das Lohndiktot der Metallindustriellen verurteilt, dann geschieht dies nicht nur aus rein sittlichen Motiven, sondern auch aus der gesunden! Erkenntnis heraus, daß mit einer derartigen Lohnpolitik die I deutsche Wirtschast in dc�i Abgrund getrieben wird.' i Das isolierte polen. Bon Immanuel Birnbaum» Breslau. j Der Dündnisentwurf zwischen Frankreich und Tschecho- slowakei, von besten Existenz die Welt kürzlich erfuhr, hat in- zwischen in der Prager tschechischen Presse eine so eindeutige Aufnahme gefunden, daß an seiner Bestätigung durch das tschechoslowakische Parlament nicht mehr zu zweifeln ist. Es sind wohl vor ollem die Ankündigungen.weiterer Ver- träge im Anschluß an dieses Abkommen, die auch außer den Hohenzollernanhängern, gegen deren Bestrebungen sich eins besondere Klausel des Vertrages richtet, manche deutschen Kreise offenbar sehr beunruhigen. Soll die Tschechoslowakei doch offenbar in Zukunft als Brücke zwischen Frankreich und Sowjetrußland dienen. Sowohl die Pariser und Präger, wie die Moskauer Negierungsblätter stellen sich be- reits offen auf die neueste weltpolitische Kombination Mose kau— Prag— Paris, ein. Das wäre allerdings das Ende aller deutschnational-bolschSwistischen Träume, von denen es seit Rapallo und den ersten bol- sckzewistischen Konzessionen an deutsche Kapitalisten mehr als eine Spielart gibt. Wir Sozialdemokraten hätten keinen Grund, das zu bedauern. Nicht alle Konzessionen, die die Sowjetregierung deutschen Kapitalisten bewilligt hat, be- deuten einen Gewinn für die deutsche Volkswirtschaft. Manche« entziehen deutschen Unternehmungen Kapital, ohne uns da- für etwa Rohstoffe oder Lebensmittel zu geben. Man denke nur an die rein im Profitinteresse abgeschlossenen binnen- russischen Handelskonzessionen eines großen deutschen Kon- zerns! Auch das Verhältnis des deutschen und des russischen! Volkes, das ja schließlich von längerer dauernder Be- deutung ist, als das zwischen den gegenwärtigen Außen- Ministerien wird durch manche dieser Könzessionen eher ver- schlechtert als verbessert werden. Man wird hierbei an jene Privilegien deutscher Kapitalisten in Rußland zu denken haben, die dem russischen Arbeiter und Bauer den Deutschen als Ausbeuter erscheinen lassen und dadurch eine Stimmung erzeugen können, wie sie noch heute in Polen nachwirkt. wo oberschlesische und Lodzer Industrieherren und ostelbischs Gutsbesitzer das deutsche Volt vor dem Kriege repräsentierten. Viel ernsteren Grund zur Beunruhigung über die tschechisch-französische Annäherung an Rußland haben die Polen. Die polnische Rechts presse heuchelt zwar eins gewisse kühle„Befriedigung" über ddn neuen Erfolg der; französischen Diplomatie, der sie auf Tod und Leben ergeben! ist. Die vor einigen Wochen gestürzte Regierung des pol- Nischen nationalen Blocks hat ja vor ihrem Rücktritt ralch noch den Sowjetstaat auch förmlich anerkannt. Das entspricht den Traditionen derer um Korfanty und Dmowski, die vor dem Kriege aus jede staatlich-nationclle Selbständigkeit Polens gegenüber Rußland verzichten wollten, wenn ihnen der Zar ihre völkisch-nationaien Wünsche gegenüber den Ukrainern, Deutschen und Juden erfüllte. Auch die Zuneigung derselben Kreise zu den Bolschewisten beruht aus dem gemeinsame» Interesse an der Unterdrückung der kleinen slawischen Rationa- litäten. Aber der Abschluß eines Handelsvc?« träges mit den Bolschewisten ist der letzten polni- schen Rechtsregierung mißglückt, weil es den Russen vor allem auf die Gewährung freier Durchfuhr durch Polen an- kam. Das Interesse, das einst Rosa Luxemburg an d-ix Entwicklung der polnischen Industrie nahm, von deren Schick- sal auch der polnische Sozialismus abhängt, ist ihren angcb- lichen Schülern in der Sowjetregierung höchst gleichgültig geworden. Die tschechisch-französische Annäherung an Rußland bedeutet, daß.nach der ersten Enttäuschung jetzt auch die letzte Säule im kunstreichen Bau des außenpolitischen! Systems der polnischen Chauvinisten zusammengebrochen ist. Di« kleinen Streitigkeiten zwischen Polen und der Tschechoslowakei. die bisher in die Oeffentlichkeit gedrungen sind, spielen dabei noch die geringste Rolle. Die Wahl von Dr. Venesch statt eines Polen in den Völkerbundsrat war un- angenehm, das Urteil des Haager Schiedsgerichtshofs im tschechisch-polnischen Grenzkonflikt um das kleine Iaworzina- Ländchen war militärpolitisch nicht ganz bedeutungslos. Abey empfindlicher ist, daß die Tschechoslowakei bisher die pol« nischen O st grenzen noch nicht anerkannt hat, zumal sie der unmittelbare Nachbar des von Polen annektierten aber in der Mehrheit ukrainisch bevölkerten O st g a l i z i e n ist. Wenn Frankreich im Bündnisvertrage mit der Tschecho- slowakei diese Anerkennung nicht durchgesetzt hat, so dürfte es auch im kommenden Vertrag mit der Sowjetregierung keinen entscheidenden Wert darauf legen, wenn nur die finan- ziellen Fragen der Borkriegsschulden und Anleihen be- friediqend geregelt werden. Die polnische Linke hat nach dem Sturz der Rechts- vegierriing die Macht nicht übernehmen können, offenbar weil ihre schwankenden Elemente sich sträubten, eine parlamen- tarische Mehrheitsbildung durch offenes Zusammengehen mit deutschen, jüdischen und ukrainischen Abgeordneten zu ver- suchen. Das gegenwärtige Warschauer Kabinett von„Fach- ministern" will den diplomatischen Mißerfolg angeblich mit dem Versuch«wer polnisch-italienischen An- Näherung beantworten. Nun sind zwar die Italiener zweifellos gleichfalls durch die frazno fisch? Diplomatie beunruhigt. da ein Zusammengehen von Frankreich mit den Staaten der Kleinen Entente, die unter Lenizelos vielleicht noch den Zuwachs Griechenlands erhalten, feinen Adria- wünschen im Wege steht. Aber was für eine Unterstützung können die Polen von den Italienern erhalten? Hat die englische Politik in der letzten Zeit die Italiener im Mittelmeer nach dem Rückzug aus Korfu begünstigt, so dürste die kommende englische Arbeiterregierung eine solche Politik wahrscheinlich kaum fortsetzen können. Dabei wird wohl in erster Linie die grundsätzliche Ablehnung von Sonder- bündnissen in Betracht kommen, in denen unsere englischen Genossen und alle ehrlichen Anhänger der Völkerbundsidee mst Recht eine Gefährdung des Weltfriedens erblicken. Wir deutschen Sozialdemokraten können alle Ver- schiebungen der internationalen Bündnissysteme, so folgen- schwer sie sein können, deswegen mit fo großer Ruhe be- trachten, weil wir selber keinerlei Sonderbündnisse für Deutschland abzuschließen wünschen. Wenn wir den Polen und besonders der polnischen Linken in ihrer offenbaren Der- lcgenheit den Rat geben, nun doch endlich an einen ehr- lichen Ausgleich mit Deutschland zu gehen, so wird kein vernünftiger Politiker dahinter etwa das Angebot eines deuUch-polnifchen Bündnisses wittern können, für das wohl niemand dir Voraussetzungen als gegeben annimmt. Aber ein halbwegs versöhnter Nachbar ist unter Umstanden wertvoller als ein unzuverlässiger Verbündeter. Die polnische Linke kann innenpolitisch ohne einen Ausgleich mit den Deut- schen in ihrem eigenen Lande nie zur Macht gelangen. Ihr Volt braucht jetzt diesen Ausgleich auch, um außenpolitisch einer völligen Isol'enmg.zu entgehen. Wir Deutschen haben «in Interesse am Wirtschaftsfrieden mit Polen, das uns seinen Uebrschuh an Agrarprodukten liefern und In- d u st rie waren abnehmen kann, die es teurer aus anderen Ländern bezieht. Wir haben auch ein Interesse daran, die Lage der Deutschen in Polen zu er- l e i ch t e rn, die durch formelle Rechte allein nie ausreichend geschützt werden, wenn nicht ein ehrlickwr Ausgleichswille in allen Vrewaltungsmaßnahmen hinzu kommt. Die Führer der polnischen Linken sollten sich überlegen, ob es nicht in ihrem eigenen Interesse liegt, den deutfch-polnischen Ausgleich jetzt in großzügiger Weise in Angriff zu nehmen. Der flusnahmezuftanö. Unser Stettiner Partciblatt ist neuerdings auf Anord- nung des Wehrkreiskommandos II in Stettin unter Vorzensur gestellt worden. Die Ursache hierzu bildet eine Notiz, in der die Behandlung der Stettiner Schutzhoftgefange- n e n kritisiert worden war. Wie nun die Vorzensur geHand- habt wird, zeigt die Beanstandung einer Notiz, die sich mit den Verhaftungen in Thüringen beschäftigte und dem„So.z. Parlamentsdienst" entnommen war. Sie sagte u. a., daß die Nachrichten aus Thüringen nicht verfehlen werden, großes Aufsehen zu erregen, „um so mehr, weil die Energie der Reichsrrglenmg sich so großartig gegen Thüringen entfaltet, während man nichts davon gehört hat, daß dieselbe Reichsregierung gegen Cesetzesoerletzungen b a y e- r i s ch e r Machthaber vorgegangen wäre. Offenbar ist das Vor- gchen des Generals o. Losiow lange nicht von der großen Bedeutung wie die angebliche Verfehlung des thüringischen Ministers." Den hier w.eiiergegebenen Passus hat die Zensurstelle des Wehrkreiskommandos II gestrichen. Die Streichung muß auch die Zustimmung des Inhabers der vollziehenden Gewalt, Generalleutnant v. Tschischwitz, gefunden haben, denn in dem Schreiben an die Stettiner Redaktion, das die Mitteilung über die Vorzensur enthält, wird ausdrücklich gesagt:„lieber die einzelnen etwa notwendig werdenden Aenderungen der Vor- logen hat der Offizier meine Entscheidung einzuholen." 3m Spiegel. Von Karl Fischer. Di« Statistik ist eine schöi«, stark« und stolze Wissenschaft. Ein berühmter Professor hat zwar einmal behauptet: Es gibt drei Lügen, die gemeine Lüge, die Notlüg« und die Statistik, aber man weiß ja, daß diese ijerrsdiaften voller Neid sind auf alle die Wissenszweig«, zu denen ihnen der Zugang versperrt ist. Das«ine steht jedenfalls fest, daß e» der Statistik gelungen ist. viel« hervorragend« und wahrhaft verblüffende Resultate auf- zustöbern. Zum Beispiel die Geschichte mit dem Spiegel. Um festzustellen, wer eitler ist, der Mann oder die Frau, Hot man an einer lebhaft frequentierten Stelle«inen Spiegel auf- gehängt und nun gezählt, ob die vorübergehenden Männer oder die Frauen häufiger in den Spiegel blicken. Di« Zahl, die aus diesem geistreichen Experiment gezogen worden ist, weiß ich freilich nicht mehr. Aber das ist auch so ein« eigene Sache um dies« Wissenschaft. Denn hat man glücklich die Zahl im Gedächtnis, kommt nach einiger Zeit ein anderer Sta- tistiker und zählt wieder und kommt zu ganz neuen Resultaten. In den Spiegel zu blicken hat manchrnal.ganz besonderen Reiz, und sich im Spiegel der Wort« anderer zu beschauen, kann geradezu rührend sein. Man sitzt zum Beispiel nichtsohnend und auf Böses nicht vorbereitet in der Stadtbahn. Dann steigen noch zwei ein, setzen sich einem gegenüber, und nun geht es los:„Ich kann Ihnen sagen, es kann und wird nicht früher besser werden, bis der letzt« Sozialdemokrat am letzten Baum bammelt." „Wissen Sie. ab und zu kaufe ich mir den„Vorwärts", dieses Schandblatt, um festzustellen, welch« Gefahren es unserer Sesellschaft bringt und die geeigneten Stellen gebührend daraus aufmerksam zu machen." Und dann zieht dieser Liebe, den die Sorge um dos Ganze gepackt hat, die neueste Nummer de-„Vorwärts" aus der Tasche, und nun geht es los mit einer Kritik an dem Inhalt, die wie lauter kategorisch« Imperativ« mir so hingetnallt smd. Aber dann gleiten seine Blicke tiefer, fallen unter den Strich. wo man gerade«in« Feuilleten verbrochen hat, und jetzt bekommt man den Spiegel vorgehalten: „Nun lesen Sie nur das Geschreibsel hier von dem Schmier- fritzen. Weiter nichts als hetzm, Hetzen und wieber Hetzen. Der reinste Bürgermörderl Do» ist so'n Kerl, so'n Lattenfritz«, mit Knipptvch und Ballonmütze und plustiert sich nun al, Schriftsteller auf. O, ich kenne das, sebr genau kenn« ich das! Gleich auf- hängen müßte man solche Knipptuchkerle!" Wenn man sich genügend in diesem Spiegel beschaut hat und der andere vom Schimpfen auf die po'tverdammten Genossen ganz erschöpft ist, dann schlägt man wohl in aller Demut und mst einer Der Lorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktwn tritt am 9. Januar zur Beratung de? allgemeinen politischen Lage in Berlin zusammen. Er wird sich insbesondere Mit den Willkürakten, die sich in der letzten Zeit unter dem Aus- nahmezustand ereigneten,'beschästigen. Sapern gegen üie Reichsverfassung. München, Januar. fEigener Drahtbericht.) Die Denkschrift der bayerischen Regierung über die föderalistische Revision der Weimarer Verfassung wurde am Freitagmistag von dem bayerischen Gesandten v. P reg er dem Reichskanzler überreicht. Die umfangreiche Denkschrift zerfällt in zwei chaupttell«: der erste ist ein« Art Einleitung und präzisiert im allgemeinen die Notwendig- kest einer föderalistischen Revision nach Ansicht der bayerischen Re- gierung, während der zweite Teil die eigentlichen Vorschläge betr. die Aenderung der Reichsverfassung enthält. Diese im zweiten Teil ge:nachten Ausführungen sind lediglich Formulierungen und Bor- schlüge für die Verhandlungen, die nach Ansicht der bayerischen Re- gierung schon in allernächster Zeit beginnen werden. Zusammenfassend ilauten diese Dorschläge: Die Weimarer Reichs Verfassung ist m doppeller Richtung zu ändern. 1. Die Zuständigkeit zwischen Reich und Einzelstaaten muß neu begrenzt werden mst dem Ziel, die staatliche Selbständigkeit der Einzelstaaten im vollen Umfang wiederherzustellen. 2. Den Einzelstaaten muß das Recht der stärkeren Anteilnahme an der Willensbildung des Reichs eingeräumt werden.__ Was die letzte Aenderung anlangt, so läuft dies« auf die Hebung der»erfassungsrechtlichen Stellung des Reichsrats zu der Stellung des früheren Bundesrats hinaus. Hierin sieht die Denkschrift selbst da» Kernproblem der ganzen Berfossungsänderimg. Der Reichs- rat muh gleichberechtigter Gesetzgebungsfaktor neben dem Reichstag werden. In seine Hände muß auch wieder das Recht gelegt werd-n, Ausnihrungsbestiminunqen zu den Reichsgesetzen sowie allc>:meme Berwailtungsanordnungsn zu erlassen. Um seinen Einfluß auf die Retchsgefchäfte zu stärken, ist ihm das Recht einzuräumen, von der Reichsregierung über die Führung der Reichsgeschäfte Auskunft zu oer'angen. Bündnisse und Verträge mit fremden Staaten sind außer der Zustimmung des Reichstags auch der Zustimmung des Reichsrats zu unterwerfen. Was die Abgrenzung der Zuständigkait zwischen Reich und Einzelstaaten anlangt, so ist hierbei auf den Grundsatz einzugehen, daß dem Reich zu geben ist, was für seinen Bestand nach außen und für seine Wirksamkeit nach innen notwendig ist(von Bayern'?), daß auch alte Aufgabenbereiche ihm vorbehalten bleiben sollen, bei denen einheitliche Regelung eine Verbesserung bedeutet; was dagegen einer einheitlichen Regelung nicht bedarf, durch cinzelstaatliche Regelung der Zentralisation und Vereinheitlichung überlassen ist, das muß den Einzelstaaten überlassen werden. Weiler verlangt die Denk- schnst insbesondere die Revision des Katalogs der Gesetzgcbungs- kompetenzen im Artikel 6 und folgende der Reichsverfassung, die Beseitigung der Bedarfs- und dar Grundgefetzgebung des Reichs, grundsätzliche Ausführung der Reichsgesetze durch die Landesbehör- den, Beschränkung der Reichsaussicht bei Erlaß van Ausführimgs- anweisungen, Wiederherstellung der Verfassungsautonomie der Bundesstaaten. Beschränkung des Enqueterechts des Reichstags; Ausnahmezustand und' staatliches Notstandsrecht soll in Anlehnung an Artikel SS der alten Reichsvorsassung geregell werden, doch jedenfalls so, daß die Polizeihoheit der Länder gewahrt bleibt. Aul dem Gebiet des Finanzwetens wird«in« Bereinfochung des Steuersystems und, wie schon im Reichsrat von der bayerischen Re- gierung beantragt, eine reinliche Scheidung zwischen der Finanzwirtschaft des Reichs und jener der Länder und Gemeinden vorgeschlagen. Die Länder sollen grundsätzlich direkte Steuern erhallen. Die Berwaltuno der Steuern, und zwar auch jene der indirekten, und der Zölle ist den Ländern zurückzu- geben. Unter anderem verlangt die Denkschrift noch die Wieder- Herstellung der Zuständigkeit in Fragen der Kulturpolitik und der Kulturpflege, Insbesondere aber auch in bezug auf die We h r m a ch t. Hier w'rrd die Sonder st ellung Ba y e r n s von früher gefor- gewissen Wehmut die Augen auf zu dem Kenner der„Knipptuch- kerle" und sagt mit aller Bescheidenheit: „Verzeihung, mein Herr! Sie irren sich! So fleht der Mann. der das Feuilleton geschrieben hat, nicht aus. Der Schreiber sitzt vor Ihnen!" Und nun passiert etwas ganz Kurioses, Unerklärliches, Problematisches geradezu. Der also Angeredete lacht, lacht mit des Basses Grundgewalt. klopft einem bieder und brav auf die Schulter und schüttet sich aus: „Lieber Herr! Sie sind ein Menschenfreund! Es ist gewiß schön, einen Angegriffenen in Schutz zu nehmen, gewiß menschenfreundlich ist das. Aber glauben Sie mir. diese Bande bedeutet«ine öffentliche Gefahr, die darf man nicht in Schutz nehmen." Da hält der Zug, und der weise Mann steigt au, mit seinem Begleiter, und man sitzt da als Menschenfreund. Ratlos! Man will ihm noch was nachrufen, aber da rattert der Zug schon weiter.— Aber so viel weiß ich, wenn ich wieder mal«in Feuilleton �schrieben habe und mir wieder ein— Menschenfreund den Spiegel vorhält und meinetwegen behauptet: Der Kerl, der das geschmiert hat, ist ein Kannibale vom Kongo, oder ein Menschen- fresser von den Fidschiinseln, ich sag« nicht, mehr, sondern denke nur so ganz still für mich: So stehst« aus! ZeltgemLfie Märchen. Bon Fritz Müller. Ehemmtz. Es war einmal ein Landwirt. Der brach im Jahre IS2Z unter der Last ferner Vorkriegsschulden zusammen. Es war einmal ew Rrrrradikoler. Der war vor der Umwälzung schon mrradikal gewesen. Es war einmal ein Ort in Deutschland. In dem hatte noch keine Bank«ine Zweigstelle errichtet. Es war einmal«in Kleinrentner. Der wurde de- Es war einmal ein Unglück, das Deutschland traf. An dem machte niemand Seschöfee. Es war einmal«in Mißstand. Für den wurden dre S o- zialdemokraten nicht verantwort'ich gemacht. Es war einmal«in Optimist. Dessen Bovaussagen auf Deutschlands Zukunft traten«in. Cs war einmal ein steuerpflichtiges Einkommen aus Lohn oder Gehalt. Das wurde von den Steuerbehörden nicht« r- ��Es war einmal«in Gericht. Dos verhängte wegen Preis- treiberei. Nabrungsmit'elsälschung usw. ein« Geldstrafe, die zu bezahlen für den Betroffenen«in große- Opfer war. Es war einmal ein Deutscher. Der wußte die Namen sämtlicher Reichsminister der letzten fünf Jahre. dort. Darüber hinaus heißt es in der amtlichen Darstellung; daß die Entwicklung im Verkehrswesen zu einer völligen Neurege- lung der Rechtsverhältnisse des bayerischen Eisenbahn- und Postwesens nötige. Zum Schluß iveist die Denkschrift darauf hin, mit der Bezeich- nung„Länder" statt Bundesstaaten sei eine präzis« Anerkennung des Staatsbegrifss der Gliedstaaten oermieden worden. Bayern häll daran fest, daß uns das Reich nicht mehr Recht zu- muten kann, als im Wege des Bündnisvertrages von 18ä0 ihm aufgegeben wurde. Es verlangt daher, daß auf die der Bezeichnung Länder zuxrundcCiegende Absicht, die Degradierung zur Reichs- provinz weiterzutrerben, endgültig verzichtet und zum oollgülligen Bundesstaat der früheren Reichsocrsassung zurückgekehrt werde. Ein geplanter Staatsstreich. Was sagt Reickisjustizminister Emminger daz«? München, 4. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Unter der Ueber- schrift„Ein geplanter Staatsstreich" nimmt d!«„Mün- chener Post" am Donnerstag Stellung zu dem Beschluß der Bayerischen Voltspartei, indem sie die Stellung der Sozioldemotra- tischen Partei und Fraktion wie folgt zum Ausdruck bringt: „Die Ziele der Bayerischen Dolkspartei sind nicht neu» das Mittel aber, mit dem sie sie nach fruchtloser Anwendung der ver- sassungsmäßigen Behelfe nunmehr um jeden Preis zu erreichen sucht, ist nach gellendem Recht ungesetzlich, ist reoolutio- n S r. Denn rnll der gellenden bayerischen Versassuvg ist es schlechter- ding» unvereinbar, einem neu zu wählenden Landtag die avge. meine Ermächligung zur Abschaffung der geltenden Verfassung vom 14. August 1313 durch einfache Stimmenmehrheit zu erleilen. Die Bayerische Volkspartei Hot es bisher grundsätzlich und entschieden ab- gelehnt, als revolutionär zu gelten. Aus dem bloßen Wortlaut der Verfassungsvorschriften geht ganz klar hervor, daß ein Doltsbe- gehren, wie es der Beschluß des Lcmdesausschusses der Dolkspartei im Äuge hat, verfassungs widrig wäre. Der Beschluß fordert die Ermächtigung des neu zu wählenden Landtages, mit einfacher Mehrheit seiner gesetzlichen Mitglieder eine neue Berfassungsurkunde einzuführen. Eine solche allgemeine Ermächtigung ist nach der gel- leuden Verfassung nicht staiihaft. Das Volksbegehren ist vielmehr auf einen besiimmten Gegenstand zu beschränken(§ 76,2 der Verfassung). Vlankogesetze oder allgemein« Ermächtigungsgesetze können nicht Gegenstand eines Volksbegehrens fein. Was also die Dane- rische Volkspartei in der Begründung des Dolksbegehrens verstecken will, die gep'ante Einführung des Staatspräsidenten, der zweiten Kammer usw., gehört von Rechts wegen in den Gesetzentwurf zum Volksbegehren selbst. Sogar wenn man trotz der Bestimmung des § 76,2 eine totale Revision der Verfassung innerhalb der Grenzen des Artikels 17 der Rcichsverfassung als Gegenstand eines Dolks- bezehrens für rechtlich Zulässig erachten sollte, so ist es keinesfalls angängig, diese totale Revision einem erst zu wählenden Landtag vorzubehalten. Vielmehr müßten in diesem Falle nach§ 76 Z Sah 1. die neue Verfassung in dem Gesetzentwurf zum vosksbegehreu niedergelegt werden. Die Einberufung einer verfassunggebenden Volksvertretung ist ein Lorgang, der sich nach gewaltsamen Revolvkionen zwecks gesetzlicher Legitimation der neugeschaffenen Machwerhä'tnisse abzu- spielen pflegt. Besteht die Bayerische Volkspartei Im Ernste auf der Durchführung ihres geplanten Dolksbegehrens, dann stellt sie sich außerhalb der geltenden Derfassung, dann macht sie ein« trocken« Revolution, begeht sie einen ausgesprochenen Staats- streich. Da» Staatsmlniflertum des Innern dürfte den Vailluaa de» geplanten Volksbegehrens gor nicht östeuMch bekanmoeven. Andernfalls könnte zrgen jeden INlnIster, der dem Verfassung». widrig?» Unternehmen seine Hand zur Durchführung leiht, vom Landtag die Anklage vor dem Staatsgerichtshof erhöbe» werden." Stresemanns vesprechungen in Lvgauo. Reichsminsster des Aeußern Dr. S t r e f« m a n n hat am Donnerstag den Besuch des Gesandten in Bern, Dr. Adolf Müller, erhalten. Gestern, Freitag, sollt« in Lugano der deutsche Botschafter in Rom, v. Ne» ra t h, ein- treffen. Dr. Stresemann wird am Sonnabend nach Berlin zurückressen. Es war einmal eine Bedürfnisanstalt. An deren Wän- den befand sich kein Hatentreuz. Es war einmal ein Monarchist. Der wurde wegen an t i republikanischer Handlungen zu einer ernsthaften Straf« oerurteilt. � Es war einmal«in Schieber. Der oerübte aus Nahrungs- sorgen Selbstmord. Es war einmal«in« Besitzsteuer. Die wurde richtig durchgeführt. Es war einmal ein Philister. Der konnte Steinacher und Einstein auseinander halten. Es war einmal ein Unternehmen. Das wollte SLinne s nicht auslaufen._ Die Dresdener Gemäldegalerie In neuer Gestalt. Di« wunder- vollen Schätze der älteren Abteilunq der Dresdener Gemäldegalerie find jetzt neu geordnet worden, und die Wiedererössmmg war, wi: Will Grohmann im„Cicerone" ausführt, für olle B:lucher«ine aroß« Freude. Der Direktor Posie Hot das zweite Stockwert den Italienern und Deutschen des 17. und 18. Jahrhunderts eingeräumt und damit die Säle des unteren Stockwerks außerrndentlich entlastet, die dadurch auch viel wirkungsvoller erscheinen. Was nun aus der Neueren Abteillma werden wird, ill allerdings noch nicht oanz pcher: ste soll in dos Erdgeschoß des linken Flügels kommen. Gleichzeitig bosst man, ein Palais als S t u d i e n g a l e r i e zu erhalten, in der die alten und neuen Werke dritten und vierten Ranges Unterkunft finden sollen. Im Aufaanqesagl des neugeordneten 2. Stockwerkes bänaen die schönen Dresdener Stadtansickten von Canol;tlo. Daran schließen sich rechts und links die besten Stücke der Pastellsammlung. darunter da« berübmte.Schokoladenmädchen" von Liotard. die sich von einem gelben Grunde sebr gut abheben. Auf der linken Srte kommen dann weiter die Italiener und Snanier, aus der rechten die Deutschen bis zu C. D. Friedrich imd L Richter. Die Italiener des Barocks und Rokoko, die in Dresden so großartig vertreten stnd, kommen setzt erst z"r recbten Geltung, und es sind den einzelnen Schulen o», den Magazinen nocb bedeutende Stück« einverleibt worden. Die Spanier füllen den letzten und orößten Saal am Ende des Flügels: auf der tiefroten Ward leuchten neben Betesanez Ribera und Zirfinran Den drut'cbeu M'ii'tern des Rokokos scbließen sich im reckten Flüge.' der E.-D.-Friedrich-Saal und der L-Ricktc». Saal mit ihren lckönen neuen Erwerbungen an. Die unteren Säle sind auf diele Weise um mebr als die Hälfte lbres bisherig� Be- stands entlostet, lo daß die übrig gebliebenen Bilder ihre Schönheit erst voll entfalten können. Ein« Filmexvedilloo nach Südamerika. Die Verarmung der deutschen Üniversttäten und wissenl-baftllchen Institute an biolooi- sckiem Material aus übTleelsckvn Ländern hat es zu einer imw« dringender werdenden Notwendigkeit o-mockt. eine vmfasiende Ex- pedition zu unternehmen, um die den! schen Institute mit neuem Material zu verftben. Es wird jetzt eine Ervedition zusommengeitellt, die diese Ausgabe»u löten unternimmt, und zwar rüstet der D�cktor der zoologischen Station Vüsum.<3. Müllegyer, eine 5tegd- und Sammelexpedition aus, die am 28. Februar d. I. noch Rio de Ja- neiro ausreisen wird. Aus der Fi'mw'lt beteiligt ssck die Deuliq- Film A.-G. an dieser Expedition. Der Leiter der Kulturfilm-Abtei- Fnlanüluxus und fluslanöhilfe. Amerikanisch« Zeitungen und gewih s e r, der sich für ein« Politik der Verständigung und positiven Arbeit innerhalb der Regierung und des Landtages aussprach. An der Wahl des Ministerpräsidenten nahm die sozialdemv- kratische Fraktionsminderheit nicht teil. Es wurden 79 Stimmzettel abgegeben; auf den Abz. Held(Soz.) entfielen 52, auf den Abg. Hoffmann(Dnot.) 17 und den kommunistischen Abg. Böttcher 10 Stimmen. Der neu« Ministerpräsident Held wurde dar- auf durch den Landtagspräsidenten Winkler auf die Derfassuna ver- eidigt. In zweiter Beratung wurde schließlich der kommunistisch« Antrag auf Auflösung des Landtag» mit den Stimmen der Voltspartei, Demokraten und der Mehrheit der sozial. demokratischen Fraktion abgelehnt.— Die nächste Sitzung findet am Dienstag stait. Auf der Tagesordnung steht die Regierung»- erklärung. Das neue Kabinett. Dresden. 4. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Die Verhandlungen über die Neubildung der Regierung find in der Personenfraz« so gut wie beendet. Das neue Kabinett wird sich wie folgt zusammensetzen: Ministerpräsident Held(Soz.), Innercs Müller- Chemnitz(Soz.)» Finanzen Dr. Rein hold(Dem.), Arbeit Georg Elsner(Soz.), Kultus Dr. K a y f e r(D. Vp.), Justiz Bün ger(D. Bp.). Ve- nosse F e l l i s ch, der für das Wirtschaftsministerium in Aussicht ge- nommen und kein prinzipieller Gegner der großen Koalition ist, hat seine Zusage noch nicht gegeben, da er seinen Ein- tritt in das Kabinett von den Beschlüssen des Parteitages abhängig machen will. Dr. Reinhold war bereits Finonzminister im Kabinett Bück. ung der Dniliq. Dr. F. Köhler, ist dazu ausersehen, die gesamte irpcdition in ihrem Verlauf im Film festzuhalten. Abgelehen von er Wiedergabe der Expedition iin Film sind besondere Serien von lufnahmen vorbereitet,, die die Pflanzen- und Tierwelt der amerita- ischcn Urwälder, die Steppen, und Wasserläus« Brasiliens im filin bringen werden. Wenn bisher mancher Kulturfilm noch daran krankte, daß feine lufnahmen in einer gewissen Nüchternheit, gleichsam aus dem laturalienkabinett stammten, so wird dieses Verfahren, das un- üttelbar zu der ursprünglichen Natur seinen Weg sucht, in noch viel indringlicherer und interessanterer Weise als bisher im Flm das Zeheimnis des Lebens erschließen. Fernsehen, ein neues kcchnische, Wunder. Der bekannte eng- che Physiker Professor Fcurnier d' A l b« macht den„Daily News" Mitteilungen ütnx ein noch in diesem Jahre zu erwartendes neues -chnisches Wunder. Fournicr d'Albs behauptet, die Welt sei am torabend eines neuen technischen Fortschrittes, der darin besteht, daß mn demnächst in der Lage sein wird, Creignlsst zu sehen, die sich in »eiter Ferne abspielen. Der Gelehrte glaubt, daß diese technische irrunaenschast noch im Laufe dieses Jahres Tatsache werden wird. -eine Forschungen widmet er ausschließlich nur noch diesem Problem. ;r verspricht, daß schon in der diesjSbrigen großen britischen Reichs- usstellung ein wenn auch noch primitiver, doch schon viel verheißen- er Apparat für Fernsehen vorgeführt werden wirt». Fournier "Aloe ist eine bekannte Autorität auf diesem technischen. Spezial- ebiet- er erwarb sich bereits«inen aroßen Ruf als Erfinder des Ovtoohons", das den Blinden gewissermaßen mit den Ohren zu >sen befähigt, des„Tonoscops.dos Tone für Taube sichtbar macht, ■-d eines anderen Apoarates, der die drahtlose Uebermittlung von Zhotographien durch Flugzeuge b«mrkt. W«nn-in Flieaer eine hcuo�raphiiche Aufnahm« m der Lust gemacht hat. laßt er sie durch ine Maschinerie gehen, die sk sos°rt mtwick«lt und an weniger als iner halben Stunde, nachdem die Lich�r cheinungen m Klannwir- mgen mit Hilfe des Selens umg-.wandeit worden sind, zur Land- asis des Fliegers übermittelt. m, Was an dieser Meldung Reklame, was Wirklichkeit ist, wird die ächste Zukunft lehren Das Problem der Bildtelegraphie ist ja im brigen besonders durch Prof. Korn bereits prinzipiell gelost worden. Nene Stitisl. ftm Rabmen der volUlioch'chul« bat Ii« eine Arbeits. emeimchalt gebildet, deren Mitglieder unter Lotung voii Dr. Ad o, f >«» n e«um vollen Verlieben der neiien Kunst gelangen wallen. Die Zu. 'mmentlmit. erlolgen im Institut lür Meereskunde We-rg-nstr. 34/38. ttbr � SUedrichstrase. Beginn Freitag, den 11. Januar, abend, Alfred«rtas.,» m in Wien. 7SjSbriq. gestorben. Einer der liebens. »LrdipMn aiavierviiiuofen, ein Muliler durch und durch, der nicht nur nnachabmlich zu ip|f[,,n(ondern dem auch anmulige» schaffen tlang. ist mn itm dabin. Früher hat er auch oft Berliner Hörer-ulztutt. ein neues tieilmlls«! gegen Syphiii,? Wie die Variier Blätter mit. � !ile>>. bat daS �aiieur.ftnmtu, em neue« Mittel zur Heilung der SDtthili« j ntdcckr. daß zu gleicher Zeit auch vropbdlattilch wirke. Da« neue Mittel. as die Bereimnung.Ttovmlol ISO» erhalten b-t tri in zahlreichen Kur-. erimhen erpiobt und seit einem Iah» mit Silvia au« bei lS0 menlch-. che« Patienten angewandt worde«. Der Entdecker ist Profeffor Leroux. 1 öaperifches Ermächtigungsgesetz. München, 4. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Der Ausschuß des bayerischen Landtages hat nunmehr"der Regierung«in« gewisse lErmächtigung zur Herbeiführung eines Ausgleichs im Staats- � Haushalt bewilligt. Dabei ließen sich die D« m o t r a t e n dadurch ; gewinnen, daß die Fraktion der Bayerischen Dolkspartei ihre dritte Forderung fallen ließ, wonach der Regierung als Grundlage für ihre Vollmachten der§ 64 der bayerischen und der Artikel 48 der Reichs- Verfassung zur Verfügung gestellt werden sollte.'Die Deutschnationale Mittelparte!, der noch einzige Koalitionsbruder Knillings, knüpfte an ihre Zustimmung die Bedingung, daß die auf ihren Antrag vor 14 Tagen beschlossene Zusammenlegung derMinisterien von acht auf sechs sofort in Angriff genommen wird, widrigenfalls sie ihr Jawort im Plenum des Landtages wieder zurückzieh«. Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und des Bauernbundes wurde ann der Antrag Held angenommen, der„die Staatsregierung er- sucht, die zur Ermögfichung des Ausgleichs des Haushalts des Staates und der öffenttichen Verbände erforderlichen Maßnahmen möglichst rasch zu treffen; der Landtag ist damit«inverstanden, daß . die Staatsregierung Behörden ändert oder aufhebt, die Gliederung der Verfassung der Gemeinden und Gemeinde verbände ändert, wirt- scbaftliche Betriebe des Staates in gesellschaftliche Formen über- führt" Wahlfreiheit in öapern. Die Dementi poincarss. Paris. 4. Januar.(WTV.) Havas veröfsenMcht folgende offiziöse MIlicilung. In diplomatischen Kreisen wurde heute vor- mittag erklärt, daß die in der ausländischen Presse erscheinenden Meldungen, in denen der Charakter der französischen Antwort aus die letzte deutsche Note als rein negativ bezeichnet wird, sich nicht auf den wahren Text der Antwort stützten. Der Meinnugsaustausch über die Auwort zwischen Pari» und Brüssel sei kaum eingeleitet, und es werde voraussichtlich noch mehrer« Tage dauern, bis der endgüllige Text der Antwort feststehe. Das mildere öelgien. Poris, 4. Januar.(Eigener Drabibericht.) Nack den aus Brüssel vorliegenden Jnfotmolionen ist man in den Kreisen der belgischen Regierung nicht, weniger als einverstanden mir der von Frankreich beabsichrigten sck> rossen Nblebnung der deutschen Ver- handlungSvorichläge. Man scheint in Brüssel zum mindesten auf wirtschaftlichem Gebiete zu einigen Konzessionen bereit, um das wirtschaftliche Leben im besetzten Gebier wieber in Gang zu bringen. Darüber ist ein Meinungsaustausch zwischen Paris und Brüssel seit Donnerstag im Gange. Die letzte SePon. Paris, 4. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Das französische Parlament tritt am Dienstag zu feiner letzten Session vor den Neuwahlen zusammen. Vorher, am Sonntag, finden Neu- München 4. Januar.(Eigener Drahtbericht.) einer er- zum Senat statt, durch die verfassungsmäßig ein Drittel neuten Abrechnung mit dem G e n e r a l st a a t s k o m m t ff a r kam w-----w. vi-.«-? im Schuß™»�&« bei d« n�Änen; �ten Kammer emeuert wird. Di-Mtisch- Be�utung dieser träge, die alle von der Regierung reale Garantien zur Sicherung> Wahlen ilt n ich t allzu groß, da die Senatoren nicht durch allge- der Wahlfreiheit. der V-rsommlungs. und Pressefreiheit ver- meines und gleiches Stimmrecht, sondern von den Vertretung-. langen. Es handelt sich dabei um die Frage, ob der bayerische körperschafter, der Departements gewählt werden. Da diese aus Ausnahmezustand dauernd oder nur während der Zeit des Wahlen hervorgegangen sind, die«in Jahr zurückliegen, erwartet Wahlkampfes aufgehoben wird oder ob lediglich Milderungen in man kein« großen Verschiebungen in der Zusammen- seiner Handhabung eintreten sollen. Der Minister des Innern sttzung des Senat». Für die Neuwahlen zur Kammer ist«in Termin Dr. Schweyer erklärt im Namen der Regierung, daß eine Auf- �ch nicht festgesetzt. Di« Wahlperiode geht mit dem 31. Mai zu Hebung des Ausnahmezustandes n ich t m Bedacht kon�, auch die � �ach der Verfassung müssen die Neuwahlen zwischen dem «--°•"•st«"*" rr--.??"-""t; trete eine A n z e ig e p f l i ch t. wobei aber der Polizei selbstver-; Kreisen nimmt man an. daßfce Wähler entweder am letzten Sonntag ständlich das Recht bleiben müsse, eine Vestpmmlung zu verbieten, im April oder am ersten Sonntag im Mai befragt werden. wenn dies zur Aufrechterhaltung der Rüde und Ordnung notwendig sei— Im Namen der sozialdemokratischen Fraktion forderte Ge- nosse S a e n g e r die sofortige Aushebung des Ausnahmezustandes. Eine Wabl unter der Vormundschaft des Generalstoatstommissars sei eine Verfälschung des Volkswillens. Nach vier Jalxren„Ordnungszelle- müsse sich im fünften Jahre zeigen, ob die gewöhnlichen Macht. mittel des Staates nicht das schofien können, was in den Iahren 1919 und 1920 möglich war, nämlich ordnungsmäßige Durchführung von Wahlen. Unter den wuchtigen Anklagen der Demotraten und Sozialdemokraten stellte Minister Schweizer eine Verordnung des Gesamtministeriums in Aussicht, die reale Ga» rantien im einzelnen für die Sicherung der Wahlfreiheit enthalten wird— Die Beratungen im Lusfchuß über diesen Gegenstand wer- den am Montag fortgefetzt. Verkehrserleichterungen an öer Ruhr. Der Uebergang zur flrbeiterregierung. London. 4. Zannar.(Eigener vrahlbericht) ver„Skar- will von autorisierter Seite erfahren haben, daß Asqullh nicht» unternehmen werde, um die Neuerung Baldwin zu reiten. Angesicht» dieser Erklärung schein« man in den konseroakioeu Kreisen die letzte Hoffnung aus ein Kompromiß mit den Liberalen vollständig ausgegeben zu haben und es wird nicht mehr daran gezweifelt. daß die Berufung Macdonalds zur Regierungsbildung der Parlameutseröffnung fast unmittelbar folgen werde. Das neue Parlament hält am Dienstag eine vorbereitende Sitzung ab, jedoch lediglich zur Wahl des Sprecher» und anderen Formalitäten. Die eigentliche Eräffnung der Session erfolgt 8 Tage später durch den König. Die Debatte über die Antwortadresie ans die Thronrede wird der Arbeiterpartei voraurslchllich die Gelegenheit „,,._______ /mr«\ Tin. afnhfltA» mu' geben, das Kabinett Baldwin in die Minderheit zu fetzen und zum yr«» srÄÄfSffÄ».*. �*• Abflompelung der Pässe mehr erforderlich ist. Für die im unbe- fetzten Gebiet wohnenden, die in das besetzte Gebiet reisen wollen. ist nach wie vor ein Geleilschein erforderlich. lig in der Tasche haben, so daß die Bildung der neuen Regierung lediglich eine Frage von Stunden sein wird. In den Kreisen der Ardeilerparlci gibt man sich im vollen Umfange Rechenschaft von der Schwierigkeit der zu übernehmenden Aufgabe und vor allem ist sich Macdonald selbst sehr wohl im klar-nr darüber, daß sein Ka- feine«, besonders in der ersten Zeit, sehr schweren parlameuia- Pari-, 4. Januar.(Eigener Drahtbericht.) Die Umgruppre- rischen Gefahren au-geseht sein wird. rung der französisch-belgischen Besatzung?-�——_ truppen im Ruhrgebiet ist gegenwärtig w, vollen Gange. Bon ftAIAt«5« 1-7 französischer Seit« sind bisher 7 Infantcrieregimenter von der Ruhr �ttl»i der Briefumschlagbranche zu einem VergleiSSvorschlag folgenden Inhalts: Die Gehälter für die Gruppen sind zwiichei: 79 und zirla 219 M. festzulegen. ErltärnngStrist läuft bis zum 8. Januar. Die Arbeitgeber deS Buchhandels benutzten in dieser Branche bei der Verhandlung vor dem DemobtlmachungS- kontmissar eine unglückliche Entgleisung deS DHV.«Vertreters, um den VerhandlungSraum zu verlassen. Neuer Termin findet in den nächsten Tagen statt. ftrntltals<;6acb btt SRafdjintRtn ttab CVtfrftaftsffcTIt Ktoh-Perlin. Heute, abends 0 Uhr. im©cnwtfftfiofts'ocus, Enge'-ufer 24 25. Saal 3, Branchenuerfammlung ber Masihmisteii und Heizet der Metall- inimittic. 1. 2er flanibf in ber Meiallinduslrie. 2. Nenltabl der Brande.!- leiwirg. 8. Derschlebenes. Die Kollegen roerden dringend ersucht, vollzählig zu endteincn. Dir Ctfsofrnxriluiig. � � VSPL.-H-tzardcilrr aiier Braniben. Der Bezirk Gesundbrunnen. Wed- ding und Moabit Znsainmentunst Sonntag. 6. Januar, vorm. 10 Uhr, bei Kroll. Ufrrchter Str. 21, Sdr Hennigsdorser(Nahe Bahnhof Weddiitg). Achtung, Ainkmerer! Am Sonnabend bzw. Sonntag finden in alle/t Bezirken Dezirksvcrsammlungen statt. Stellnnqnahms zum Sch:rdssprnch des Bezirkslohnamts. Des weiteren findet am Mittwoch, den 9. d. M., eine Ber» traurnsmcinnerkonferenz aller im Hoch-, Beton-, Tiefbaugewerbe uns Lfnorlt- ��"DcuUÄ��PorUcrp�baitd. Branche der gachrik-. InduNr!«. und G-tchäft-. hausporfiets. Fohrfinhfführet und Heizer. Montag, den 7. Januar 10.4, abends 7 llhr. In der Aula der ssriedrich-W-rderfch-it Obertealfchule. Nieder- tvallsfrahe 12. Bvanchrnversaimnlung. Bus öer Partei. »parteireinigung." Aus Sachsen wird uns aeschrieben: In Plauen, wo die sogenannte Opposition sich mit besonde- rem Lärm bemerkbar zu machen sucht, sind die Borbereitungen zur „Reinigung' der Partei in vollem Gange. In den letzten Tagen des a'ten Jahres sind die dem Bezirkspartcitag vorzuschlagenden Kandi- daten für Reichs- und Landtag nominiert worden. Soweit die bis- heriaen parlamentarischen Vertreter de? Bezirks nicht schon vorher eine n«ve Kandidatur für diesen B«zirk dankend abgelehnt hatten, wurden sie e i n f o ch b e s« i t i g t l Es handelt sich um zwei Reichstags- und zwei Landtagsabgsordn«!« mit durch- aus guten Namen in der Arbeiterbewegung. So muß u. a. de? verdienstvolle, mit der sächsischen Arbeiterbewegung eng verwachsene erfolgreiche frühere sächsische Arbeitswinister und Vorsitzende des Terti'arbeiteroerbandes, Iäckel, der Plauen seit Eroberung dieses Kreises, 1912, durch die Sozialdemokratie im Reichstaa vertritt. wegen nicht genügend radikaler Gesinnung abtreten und Dr. L e v I Vlatz macken. Genosse Puchta, der zweite von Plauen gestellte Reichstaqsabgeordneie. hat von vornherein auf eine Wiederaufftel- lunq in dics-'m Kreise verzichtet und kandidiert in Franken. Die beiden von Plauen gestellten Landtagsab''eordnetsn Schnirch und S ch u r i g wurden mit starker revolutionärer Eneraie abgesägt und durch neue Genossen ersetzt, von denen der«ine der Partei durch die Revolution zugeführt worden ist. In der Plauener Varteioersamm- luna betrug die Mehrheit Levis über Jäckek ganze 19 Stimmen(119 g«vn 199L Bei der Nominierung der Land- tagskandidaten war die Mehrbeit der Parteireiniaer in einem Falle aar nur«ine Stimme: Schiillehrer Hartfch 112 Stimmen, bis- heriger Abaeordneter Geschäftsführer Scknirch III. Um bei der Naminierung das Zustandekommen eines„richtigen' Wadlresultats zu fördern, wurde von den führenden Vertretern der „schärferen' Richs"ng in der Plauener Versammlung es so dar- aestellt. als dnbe Jockel sich nicht klar für die Wiederannohme einer Kondidat"r kür Planen ausgesprochen und überdies babe er in einem anderen Krell« eine Kandidatur„gesucht'. Da Iäckel nickt anwesend tttör, konnte.diese varbennend? Korrektur des Wahlafsicks vorne. nvwmen werden. Tatsachlich batte der abgehalfterte bi«s»'ri''e Äst- geordnete auf die an ihn gerichtete Ansrage schon vor.Wochen W- antwortet: „Das mir übertragene Mandat zum Reichstag gfaube ich nach bestem Wissen und Gewissen meiner sozialistischen Ueberzeuaung entsprechend ausgeübt z» haben. Da ich nicht daran denke, mich vom politischen Leben zurückzuziehen, werde ich selb st ver- ständlich eine Kandidatur zur bevorstehenden Reichstagswahl wieder annehmen.' Von einer Kandidatur Jäckels in einem anderen Kreise war nie die Red«. Daß trotzdem eine so starke Stimmenzahl auf die bisherigen Ab- aeordneten siel, obwohl gegen diese seit Monaten in der dortigen Press? und in unzähligen Konferenzen und Versammtimgen aufs schärfste aeschürt worden ist läsit Hoffnung auf eine Gesundung der sächsischen Porteioerhältnisse. In der Vlanener Versammlimg fanden bei Behandlung des Dittwannschen Artikels oeaen die Mo- nicren der Plauene? und Zwickauer Parteiredoktionen die schärf st enBemerk u ngen Dittmanns geaen das Plm.'ener Blatt bei einem erheblichen Teil der Genossen lebhafte Zustimmung. Eine Vertrauensresolutton für die Redaktion wurde zwar mit 195 Stimmen angenommen, immerhin stimmten 59 Genossen daaegen, während sich«ine Anrabl der Stimme enthielt. Bisher rühmte sich das Plauener Blatt, daß die dortige Parteigenossenschaft so gut wie geschlossen hinter seinen Exzessen stehe. Glückliches Oesterreich! Nach Beschluß der Zentralstell« für Dil- dungswesen in Oesterreich wurde die Verwaltungskommission beauf- tragt, im Januar 1921 die vor dem Kriege schon eingeführte Partei- schule wieder zu eröffnen. Die Verwaltungskommission gibt nun be- kannt, daß alle Vorbcreitunaen schon beendigt seien und daß es ihr gelungen sei, wieder die besten Parteitheoretiker als Lehrer für die Schule zu gewinnen. An der Schule werden folgende Kräfte mit- wirken: Dr. Karl Renner fKarl Marx' ökonomisches Sostem). Prof. Dr. Kar. Grimberg lv-rn. An seinem Hier liegen die Bauten des Charlottenburger Wasserwerks. Dom Teuftlssee wenden wir uns östlich durch den Wald. Wir sind aus der Straße von Schildhorn, auf der uns wieder zahlreich« Spaziergänger begegnen In einer halben Stund« haben wir Dahnhof Grunewald erreicht, den Ausgangspunkt unserer Sonntogswanderung durch den winterlichen Grunewald. Heber den Tegeler See. Ein anderes schöne« Waldgebiet, von blauen Wasserfluten be- grenzt, liegt im Norden der Reichshauptstadt, bei Tegel Dom Bahnhof oder von der Endhaltestelle der Siraßenbahn fLini« 28) geht es zur Humboldtmühl«. Weiterhin kommen wir an dem Schlößchen Tegel vorütvr. das den Brüdern Humboldt als Wohnsitz dient«. Der schön« Schloßpark ist leider gesperrt. Bald hqben wir den Wald erreicht. Wir wenden uns links ab auf dem Lopxrledt Qeon Meiler, MOnche«. 64] Die Lofolfifcher. Roman von Zohan Dojer. Kristover hörte nicht auf ihn. sondern begann die Zettel auseinanderzulösen. Das war wie eine Art Lebensrettung. Manche bekamen Löcher. Manche zerrissen. Das schmerzte. als schnitte er sich in sein eigenes Fleisch. Geld! Das ist das, womit er und seine Leute sich selbst und ihr Heim retten wollen. Es ist eine eigene Sache, Netze und Boot verloren zu haben und doch an Bonken und Kaufmann seine Schulden bezahlen zu müssen. Und wenn das Geld vernichtet ist, dann lommt zu Hause die Zwangsversteigerung, und dann hat er mit den Seinen kein Dach mehr über dem Kopf. Kleine Fetzen zusammengeklebten Papiers lagen über den Tisch verstreut.... „Wir müssen sie trocknen, sagte Per Suzanso. Er tappte barfuß nach dem Ofen, legte nach und räumte die Kleider weg. 'Die Kleider können immer noch trocknen/' sagte er. Jetzt ist das Geld die Hauptsache. Und er zog Bindfaden um den Ofen, an dem die Scheine aufg-hangt werden sollten. Kristaver starrte all die nassen Popierfetzen an. Seine Hand lag auf dem Tisch. Aber er hatte am liebsten das Ganze zusammengekehrt und zum Fenster hinausgeworfen. „Komm jetzt," sagte Per. Und die anderen halfen auch. Nun wurden die Geldscheine vorsichtig aus den ausge- spannten Bindfäden aufgehängt, und da hingen sie einzeln oder zusammengeklebt, sie erinnerten an winzig kleine Kinder- windeln, die zum Trocknen aufgehängt sind. Und als Kristaver die so mit ansah, wachte wieder ein Teufel in ihm auf. Er fing an. ganz merkwürdig zu lachen. und begann zu schwatzen. Er sagte, es gebe ja mancherlei oon Trocknung. Man trockne Heu und Kleider und Schafe. Aber hier werde Geld getrocknet. Und er ging umher und rückte die Scheine zurecht, heizte mehr ein, und hängte die nassesten Stellen besser an die Wärme, und war ganz Deforgtheit, als habe er es mit kleinen Kindern zu tun.° 1» �' Sie wurden trocken. Sie waren gerettet, sie knisterten zwar, als er sie zusammenfaltete. Aber sie waren trotzdem immer noch gut genug zum Schuldenbezahlen. Als dos Esten fertig war, wurden die Männer geweckt, die auf den Pritschen lagen und schliefen. Wege noch T e g e l o r t. DI« Hügelauf, hügelab führenden schmalen Waldwege lind wie geschaffen für Rodelbahnen, und wacker werden sie denn auch benutzt. Unsere Straß« führt an einer Buäft des Tegeler Sees, der M a l ch e. vorüber. Dann kommt der Reiherwerder, eines der schönsten Gebiete der Tegeler Forst, das häusig von Malern aufgesucht wurde; jetzt ist es Borsigiciier Privatbesitz und eingezäunt. Nun führt die Straße in die Räl?e des Sees, der sich linker Hand ausdehnt. Wenn wir die weite Eis- fläche betreten, dann sehen wir hinter uns Tegel mit seinen zahl- reichen Fabrikanlagen; am jenseitigen Ufer erheben Hch die roten Bauten der Berliner Wasserwerke. Mitten aus dem Eist ragen einiae Bäume auf. es ist die L i e b e s i n f e l. Wir können zu ihr hinüber wandern, die Seidel in seinem Leberecht Hühnchen so liebe- voll beschreibt. An den vom Wasser unterspülten Wunein der am Ufer fstheirden Bäume fdjen wir allenthalben riesige Eisbärte hängen. Als der See noch nicht zugefroren war, brandeten die Wogen an das Ufer; das Wasser verwandelte sich an den Wurzeln sofort in Eis, da die Lust bereits unter dem Gefrierpunkt abgekühlt war, und so sthen wir nun die gefrorenen Wogen als Eisbärte und Eis- zapstn die unteren Teile der Bäume bekleiden. Der Spazier- gang auf dem Eise, zu dem wir nicht unbedingt Schlittschuhe brauchen, ermöglicht es uns. die bunt« Inselwelt zu besuchen, die den Tegeler See ziert. Auch der vorgeschichtlich« Mensch bewohnte diest Inseln schon, wie aus den Funden hervorgeht, die man aus stnen Abschnitten der Menslbheitsgeschicht« gemacht bat. Di« größte der im Tegeler See lieaenden Inseln ist Scharfenberg, auf der der Gelehrte Dr. Bolle allerlei fremdländisch« Bäume und Ge- wächst angepflanzt hat. Jetzt befindet sich hier die Scharfen- berg- Schule. In frischer und gesunder Luft, in steler Derbin- dung mit der Natur leben und lernen hier die Sckiüler mit ihren Lehrern; wahrlich«in schönes Jugend- und Schulieben, an dem leider viel zu wenig unserer Großstadtkinder teilhaben können. Eine andere größer« Insel ist Dolentinswerder, die ständig be- wohnt wird. Maienwerder trägt nur eine Laubenkolonie. Ganz besonders reizvoll ist dos Leben diestr„Insulaner", wie es in keiner anderen Laubenkolonie Groß-Berlins möglich ist; brauchen sie doch nur ihr Grundstück zu verlassen, um sofort am See zu sein, wo sie im Sommer baden, segeln oder rudern und ixi Winter dem Eissport huldigen können. Don den kleineren Inseln seien noch Reiswerder und Daumwerder erwähnt. Bei der Wände- rung auf dem Land« werden wir mittinter große Schnee- anwehungen, wahre Sckxinzen, antreffen, die der Wind zu» lammengewekit hat. Häufig können wir hier sehen, daß die Form diestr Schneeschanzen große Aehnlichkeit mit den Dünen hat. Und die Ursache beider Erscbeinunasformen ist ja auch die gleiche; nur daß der Wind anstatt des Dünensandes Schnee zusammenwehte. Bei einer Wanderung über das Eis müssen wir darauf achten. die als gefährlich markierten Stell en zu vermeiden. Wenn stder stch befleißigen wollt«, so zu handeln und den unanae- brachten Mut lieber zu Haus« zu lassen, dann könnten Unglücksfälle durch Einbrechen im Eist eigentlich nicht vorkommen.— Wir können entweder nach Tegel zurückwandern oder nach Tegelort hin- übergehen, um mit der Straßenbahn zurückzukehren. Parteien wiederum den Dorschlag der sozialdemokratischen Fraktion ablehnen sollten, so kann an der Absicht d«r bürgerlichen Parteien im Berliner Rathaus, einen sozialdemokratischen Dorsteher nicht zu- zulassen, kein Zweifel mehr stin. die Staötverordnetenvorfteberwahl. Der sozialdemokratische Vorschlag. Die bürgerlichen Zeitungen fahren fort, sich mit der bevorstehen- den Neuwohl des Stodtverordnetenoorstehers zu beschäftigen. 2Jie sozialdemokratische Fraktion hat bereits in ihrer letzten Fraktions- sitzung vor Weihnachten den Stadtverordneten Genossen H a ß. den Vorsitzenden des Derbandes der Lithographen, als ihren Kandidaten nominiert. Der Fraktionsvorstand hat von diesem Dorschlag der sozialdemokratischen Fraktion bereits die anderen Rathausfraktionen unterrichtet. Die gegenteiligen Meldungen anderer Blätter, daß diese Fühlungnahme mit anderen Fraktionen noch nicht erfolgt fei, sind irreführend. Da aber fast all« Fraktionen ihre näcbste Sitzunq erst am Dienstag abhalten, so sind alle Meldungen der bürgerlichen Presse wohl al» verfrüht zu bettachten. Die sozial- demokratische Fraktion ist stdenfall» der Meinung, daß nach allge- meinem parlamentarischen Brauch ihr das Recht aus die Stel- lung de» Bor st»Hers als stärkst« Fra t ti o n nicht streitig gemacht werden kann. Wenn ttotzdem auch diesmal die bürgerlichen Der �Unheimliche". Zur Ermordung deS Schlosserlehrlings �alk in Rheine. „Der Unheimliche"— diese Unterschrift trug der Zettel, den die beiden jugendlichen Mörder, der 18jährig« Kraust und der ISjährig« Detters dem an den Dater gesandten linken Fuß ihres Arbeits- tollegen Falk beigefügt hatten. So wird die Quelle des Anreizes zum vielleicht einzig dastehenden Morde ohne weiteres klar: sie heißt Schundliteratur, Schundfilm— Bolksgifte, gegen die seit langem noch immer erfolglos angekämpft wird— erfolglos, weil es weder genügend Jugendliteratur und Iugendbibliotheken gibt, noch genügend gesunde Iugendoeranstalwngen. Die wahren Ursachen. dieses unerhörten Roheitsdeliktes liegen aber tiefer: st« sind einmal' in unseren unseligen Zeitverhältnisstn zu suchen, in denen die durch den Krieg überlieferte Kultur der Gewalt Trumps ist, einem Zustande, der durch künstliche Niederhaltung der Volksschulen und durch den moralischen Verfall der Familie nicht Einhalt getan wird und durch die Persönlichkeiten der Bäter selbst zu erklären. Zum ersten die F a mi l i e n o« r h ä l t n i s s e des Opfers. Schön müssen die ausgesehen haben, wenn der Bater bei den andauernden Erpressungsversuchen, trotz der gruseligen Bcgleit- umstände, schließlich zur Annahme neigt«, die Erpressungen gehen von seinem Sohne stlbst aus. Er traute sie ihm also zu. Dann das sittliche Gesicht des Ermordeten. Um ihn in den Garten zu locken, spiegelten die Mörder das Borhandenfein eines gestohlenen Motorrades vor, das ü« ihm zeigen wollen. Dos erscheint ihm selbst- verständlich— er geht ruhig mit, und da ereilt ihn das Schicksal. All« drei sind Schlosserlehrlinge. Sie arbeiten in der gleichen Auto- mobilsabrik, sind Kollegen, Kameraden, die sich Tag für Tag bei der Arbeit tteffen. Das Detriebsleben weckt in ihnen jedoch kein Gemeinschaftsgefühl, schafft nicht sittliche Hemmungen. Ja, wer weih, ob es nicht unter Umständen zur Verrohung der Jugendlichen beiträgt. Was der Jugendlich« im Betriebe nicht alles von seinen älteren Arbeitskollegen zu hören bekommt, was er da nicht alles von ihnen lernt und ihnen absieht, davon könnt« man Bände schreiben. Der Betrieb wird oft zur Schule der Roheit, anstatt zur Erziehung»- statte fürs Leben zu werden. Schließlich die Täter selbst. Das Ganze kommt ans Licht durch die Mitteilung eines Jugendlichen, dem gegenüber die Uebeltäter nicht reinen Mund halten. Das paßt in den Rahmen ihrer Persönlichkeit. Ebensowenig, wie sie sich in das Schreckliche des Erlebens ihres Opfers und des durch die Er- Pressungen und die Ungewihbeit über den Aufenthalt feines Jungen gefolterten Laters hineinfühlen tonnten, so wenig dachten sie auch an die Folgen für sich bei der unausbleiblichen Entdeckung der Tat. Moralisch blind, zudem noch gänzlich geblendet durch die bis ins kleinste durchdachte Tat— sie mutet wie ein Detektiv- roman schlimmster Gattung an—, waren sie nur auf die sadistische Lustempfindung der Vorbereitung zur Tat, ihrer Ausfüh- rung und des ihnen vorschwebenden Erfolges eingestellt. Sie wollten die„Unheimlichen" mimen und merkten nicht, wie das Unheimliche ihrer Herr ward. Ihr Bewußtsein war gewissermaßen«ingeengt, der sensationelle Nervenkitzel hatte jegliche Gefühls- und Gewissens- regung in die tiefsten Winkel ihrer Seele verdrängt. Der älter« Krause war zudem noch für Diebstahl mit Gefängnis vorbesttast. Letzteres wird wohl, wie in vielen anderen Fällen, vielleicht nur zu stiner weiteren sittlichen Derwahrlosung beigetragen haben. Ob Krause unter Fürsorgeaufsicht gestanden hat. ist unbekannt. Dje Gerichtsverhandlung— Deiters kommt vors Jugendgericht— wird die seelischen und physischen Anlagen, die erbliche Belastung der Töter offen legen. Es leuchtet jedoch schon heute ein, daß es stch wahrscheinlich um einen Fall des sogenannten moral insanity, d. h. einer höchst gradigen moralischen Minderwertig- kei t, handelt, die sich in erster Linie durch Unfähigkeit, in da» Ge- fühlsleben anderer Menschen hineinzusenken, charakterisiert. Der Fall Falk ist ein Mcmeitto. Fclmilie, Schule, De- tr i e b trifft die Schuld in erster Linie. Es werden wohl noch Jahr- zehnte vergehen, ehe planmäßig betriebene Iugendwohlsahrt das Ihrige für die junge Genevatton in vollem Umfang« zu leisten im- stände fein wird. Jedoch ohne Anteilnahme breitester Schichten der Bevölkerung wird da» Iugendwohlfahrtsgesetz nur toter Buchstabe bleiben. Und als sie um den Tisch saßen, war es Per Suzansa, als sei einer von der Gesellschaft nicht anwesend, und er sah die anderen an, konnte es aber nicht über sich bringen, zu fragen. Es war, als hätten die Männer von der„Robbe" ein gemeinsames Unglück zu tragen. Er sah Kristaver an, aber dieser schlug nur die Augen zu ihm auf und aß dann weiter. Alle nahmen reichlich von dem frischen Fisch und dachten nur daran, sich wieder hinlegen und schlafen zu können. Erst als sie fertig waren, fragte einer von Per Suzansas Leuten:„Aber.. und Kaneles Gomon?" Alle sahen sich um. Keiner sagte etwas, doch endlich ant- wortete Kristaver: „Ach ja. Kaneles— der... ist nicht wieder mit an Land gekommen, nein." Und jetzt wurde es still in der Stube. Sie sahen sich an und schwiegen. Keiner fragte mehr und keiner mochte aufstehen. Sie waren fertig mit dem Essen, und alle beugten den Kopf und falteten die Hände unter dem Tisch. Sonst haperte es ja mit dem Tischgebet, aber jetzt blieben sie lange in dieser Stellung und schauten vor sich hin. Kaneles Gomon. der muntere Junge,— lag er jetzt dort unten im Westfjord? Als sie endlich den Kopf hoben, blieben sie noch immer sitzen und blickten vor sich hin. Und schließlich sagte Henrik Rabben:„Das ist schwer für seinen Vater." Hml Aber schon am nächsten Tage fuhr die Fischerflotte miede, nach den Bänken hinaus, und an Land ging dieser und jener einher und blickte den anderen nach, doch er selber hatte kein Boot mehr. So war es mit Kristaver, und deshalb ging er mit seinen Leuten in Sonntagsröcken auf den Klippen umher und wußte nichts anzufangen. Sie mußten sich wohl damit abfinden und mit dem Dampfer südwärts nach Hause fahren,— hier hatten sie in diesem Jahre nichts mehr zu tun. Noch immer waren einige Boote noch der Unglücksnacht nicht heimgekommen, und noch immer standen manche draußen auf den Klippen und warteten und starrten auf das Meer hinaus. Im Lauf des Tages wollte Kristaver zu seinem Freunde Edvind Hansen aus Baranger hinüberrudern. Wenn ihm ein Mißgeschick zustteß. so war es ihm immer eine Erleichterung. I mit dem lusttgen Nordländer schwatzen zu können. Aber schon > auf dem Wege zu ihm hörte er eine Nachricht, die ihm unglaub- > lich naheging. Edvin Hansen mit Boot und Mannschaft war im Sturm umgekommen. Die Leute hatten das Boot voll- schlagen und sinken sehen. Kristaver blieb an diesem Tage meistens für sich, und in der Hütte sagte er kein Wort. Er sah Edvind Hansen mit dem roten, bartlosen Gesicht vor sich. Er konnte lächeln wie eine hübsche Frau und es war ihm ein Spaß, für drei Familien sorgen zu müssen.„Ein Bruder ist ein wunderliches Ding," hatte er gesagt,—„für einen, der lebt, ist es leichter, für die Witwe zu sorgen, als für einen, der tot ist."—„Und eins von den Kindern muß unter der Küchenbank liegen, aber fostst geht es wie geschmiert." Niemals hatte Kristaver ein solches Mißgeschick erlebt. Er begann in den Klippen umherzustreifen, als suche er nach seinem Freund. Er ruderte über den Sund nach anderen Schären hinüber, er schwatzte mit Leuten und versuchte zu scherzen, aber es war nur törichtes Zeug. Er ging auf die Landzungen hinaus und faß dort allein und starrte auf das Meer und die Seevögel, während er seinen Priem kaute und kaute. � Und jetzt meldete stch Kaneles und ging mit ihm. �Du hast mich auf dem Boot losgelassen, du hast mich losgelassen, Kristaver. Du warst Dootssührer, aber im letzten Augenblick. da hast du dich selber gerettet.— und mich hast du losgelassen." „Ja," würde Edvind Hansen gesagt haben,„aber Kri- staver hat dich erst losgelassen, als Jakob unmittelbar über den Kiel wegfuhr. Da gab es keinen anderen Rat. Kristaver hat gewiß getan, was er tun konnte." „Wenn es sein Sohn gewesen wäre,— der Lars," sagte Kaneles grinsend. Kristaver erhebt sich, zuckt die Achseln und setzt sich in Be- wegung. Er hotte noch immer den leichten Gang. Wo wollte er hin? Hätte er jetzt zu Edvind Hansen gehen können— diestr Mann wäre imstande gewesen, Kaneles zu verscheuchen. — ihm selbst seine Gemütsruhe wiederzugeben. Jetzt konnte er gehen, wohin er wollte— Kaneles ging mit ihm. Sie sahen in der Hütte und aßen zu Abend, als Jakob hereingesegelt kam. Erst sagte er gesegnete Mahlzeit.— und die anderen mtir- melten, er solle sich doch setzen, und dann schwatzte er über Fischpreise und über Wetter und Wind. Endlich kam er darauf zu sprechen, was für ein Glück manche Leute doch haben.„Wie zum Beispiel der Kristaver," sagte er. -Ich, ja," sagte Kristaver und sah ihn an. (Fortsetzung folgt.) «rJm Interesse üer öffentlichen Sicherheit�. Ein GefängnisurleN. Raffinierte Schwindeleien mit Poftscheckübcrweisungcn führten den früheren Studenten Joachim Keller vor die zweit« Straf- die er für Unsinn hielt, aufgelacht hatte. Nachher erfuhr er, daß l Gasoer glfkungen. Gestern wurden der 70 Jahre alte Reisende er ein„Spitzel" sein und eine Waffe bei sich hoben solle. Aber auch darin möchte der Mißhandelte, der im übrigen jenen Vorwurf mit Entrüstung zurückweist, nicht den Grund zu der Attacke sehen. Cr erzählt, daß man aus ihm gekniet und ihn abgetastet habe, wie wenn kammer des Landgerichts I. Der Angeklaate hatte herausgebracht, man sich feiner Brieftasche bemächtigen wollte. Doch glaubt er daß der Briefkasten, der am Torweg des Postscheckamts angebracht nicht, daß man in ihr nach Beweisstücken zur Entlarvung des ver- Wilhelm Thiel und feine 74 Jahr« alte Ehefrau Lucie in ihrer Wohnung am Ludwigskirchplatz tot aufgefunden. Der Schlafraum war mit Gas angefüllt. Ob ein Dcppelselbstmord oder ein Unglücksfall vorliegt, bcdarf noch der Aufklärung. Das tote Ehepaar wurde nach der Wilmersdcrfer Leichenhalle geschafft.— Gegen 1 Uhr nachts wurde die 2 j ä h r i g e Tochter des Friseurs Ed- war, einen schadhaften Verschluß hotte. Es gelang ihm, auf unauf- meintlichen„Spitzels" Hab« suchen wollen. Sehr verwunderlich mund Jesk«, Anklamer Straße 46, tot in ihrem Bettchen liegend, geklärt gebliebene Weise mehrere Briefe herauszuziehen, die Post- findet er. daß«r gerade in einer Becrfelde-Dersammlung ein Opscr S!*:" 1-- schecküberweis ungen enthielten. Diese Ueberweisungen fälschte er in der Gewalttätigkeit werden mußte, obwohl Herr v. Beer- der Art, daß er den Zusatz machte:„AuszuzahlenanJoachim felde die„Gewaltlosigkeit" zu predigen pflegt. Der Mißhandelte Keller" unter Angabe seines eigenen Postscheckkontos. Durch klagt, daß bei diesem brutalen Gewaltakt weder Herr v. Beerfelde Achtlosigkeit der betreffenden Boomten wurden die Ueberweisungen auch durchgeführt, obwohl das gar nicht zulässig war. Der Ange« klagte hat außerdem auch Pfondscheinsälschungen vorgenommen Die vereinnahmten Gelder hat er auf Rennwetten vertan. Di« Handlungsweise des Angeklagten erschien in einem eigenartigen Licht. Er hat eine sorgfällige Erziehung genossen. Don Jugend an zeigte er in seinem Wesen ein« große Unstetiqteit. Er hat erst spät die Reiseprüfung ablegen können. Nach seiner Uni- versitätszeit hat er all« möglichen Berufe ergriffen. Er war Der- lagsbuchhändler, Hauslehrer,. Redaktionsoolontär und Reisender. Im Ellernhause ließ er sich schon als Schüler kleine Diebstähle zuschulden kommen. Auf Grund dieser Tatfachen hat der Gcfängnisarzt Dr. Hirsch den Angeklagten auf seinen Geisteszustand untersucht. Er stellt« eine ziemlich starke erbliche Belastung und eine moralische und psychische Minderwertigkeit, aber keine Geisteskrankheit fest. Der Staatsanwalt verlangte„im Inter- esse der öffentlichen Sicherheit" eine strenge Strafe. Red)tsanwalt Dr. Michaelis bat, die geistige Veranlagung des jungen Mannes zu berücksichtigen. Das Urteil lautete auf ein Jahr Gefängnis.— Nach einem Jahr wird dieser kranke Mensch wieder auf die Menschheit losgelassen. Dann wird man alsbald wieder Gelegenheit haben, ihn„im Interesse der öffentlichen Sicherheit" ins Gefängnis zu eicken und fo fort. Die Richter haben nach dem Gesetz geuneilt sie den sogar milde gestraft, und dennoch wird damit der Oeffentlich- keit«in schlechter Dienst erwiesen. Nicht in Gefängnisse, sondern in Heilanstalten gehören solche„Verbrecher". Nicht der Richter. sondern der Arzt sollte hier das letzte Wort haben. Ein Kindcsmord. Wegen Ermordung ihres neugeborenen Kindes wurde die 2öiährige Lina Hildebrand, die bei ihrer Mutter in der Garten- straße wohnte, verhaftet. Die Verhaftete gebar im Juni 1922 im Virchow-Krankenhaus einen Knaben, nach dessen Verbleib der Waisenrat bisher vergeblich geforscht hatte. Nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhause begab sie sich zunächst in die Wohnung der Mutter, die sich damals bei einer anderen Tochter auf dem Lande aufhielt. Als die Mutter zurückkehrte, beruhigte sie diese damit, daß sie das Kind ins Warenhaus gebracht habe, und begab sich wieder nach ihrer ländlichen Arbeitsstelle bei Velten. Auf Erkundigungen des Waisenrates erzählte sie dann, sie habe den Kleinen an eine Frau verschenkt, die sie mit ihm an einer Haltestelle der Straßenbahn ge- troffen habe. Der Knabe sollte nach der Bergstraße gekommen sein. Spätere Nachfragen beantwortete sie dahin, sie habe sich in der Berg- straße nach dem Befinden ihres Kindes erkundigen"wollen, es fei aber nicht mehr dagewesen. Endlich sagts sie, der Kleine fei bei einer Frau Köhler in der Bergstraße in Pflege gewesen, dort gestorben und in Buch beerdigt worden. Als sich alle diese Angaben als un- wahr erwiesen, gab sie endl'ch zu, daß sie den Kleinen er- mordet habe. Sie hatte ihn in der Wohnung ihrer Mutter er- drosselt. Die kleine Leiche wickelte sie in Papier und steckte sie in eine Tüte. Diese nahm sie auf der Fahrt nach Velten mit. Auf dem Wege vom Dahnhof nach ihrer Arbeitsstelle warf sie die Tüte in den Bahnqraben. Die Wäsche, die sie vom V-rchow- Kronkenhause erhielt, hatte sie dem Kleinen ausgezogen. Sie ver- kaufte sie in Dellen an eine Freundin, die ihrer Niederkunft ent- gegensah._ Vater und Töchter. Ein trübes Sittenbild entrollte eine Verhandlung vor der 7. Strafkammer des Landgerichts III. Dort hatte sich der Lager- Verwalter Karl Sch. wegen Blutschande und Verbrechens an Jugendlichen zu verantworten. Sch. lebte mit seiner Frau in glücklicher Ehe, der zwei Töchter entsprossen sind. Beide stehen fetzt im Alter von 26 und 21 Iabren und sind von Beruf Bardamen. Di« eine von ihnen hatte ein Verhältnis mit einem wohlhabenden Kaufmann. Diesem erzählle sie eines Tages, daß ihr Bater sich an ihr und der jüngeren Schwester seil Jahren in schwerer Weise ver- gangen hob«, und zwar schon, ehe sie noch 14 Jahre alt waren. Der Kaufmann veranlaßt« die beiden Schwestern, zur Polizei zu gehen und gegen den Vater Anzeige zu erstatten. Die Töchter schilderten dort eingehend, wie sie ihr Dater bebandelt hätte, wie er sie durch Schläge irnd durch die Drohung mit Erschießen gezwungen habe, sich seinem Willen zu fügen. Vor dem Untersuchungsrichter und vor Gericht oerweigerten beide Töchter die Aus- sage. Das Gericht kam aber durch Vernehmung sowohl der Polizei- beamten, vor denen die Anzeige erstattet war, als auch des Kauf- manns zu der Ueberzeugung von der Schuld des Angeklagten und verurteilte ihn zu dr e i Jahren Zuchthaus. Bei der Der- kündung des Urteils fiel die anwesende Ehefrau in Ohnmacht und die Töchter wollten unter lautem Schreien auf die Richter losgehen. Sie konnten nur mit Mühe zurück- gehalten werden, als Sch. in das Gefängnis zurückgeführt wurde. noch der Derfammlungsleiter ihm den Schutz habe zutell werden lassen, den«r von ihnen erwartete. vas Enüe üer SonSergerkckte. Die letzten grotzeu Schwurgerichte. Mft dem heutigen Tage beenden die Schwurgerichte, die anläß- lich der Plünderungen im November o. I. eingesetzt worden sind, ihre Tätigkeit. Das Sondcroerickt beim Landgericht lll hiell gestern seine letzte Atzung ab. Die Sondcrgerichte beim Landgericht I und ll haben heute ihre letzte Sitzung. Bor den Sonderqerichten waren auch alle gewalttätigen Strafhandlungen, die seit der Ein- fttzung der Sondergerichte, also dem 15. November, verübt worden waren, zur Aburteilung gelangt. So erst kürzlich ein Fall des»er? suchten Mordes. Die Urteil« der Sondergericht«, die mit drei Richtern besetzt waren, waren sofort rechtskräftig. In Zukunft wer- den die neuen vereinfachten Strafkammern an Stell« der Sonder- gericht« treten.— Am Montag beginnen die letzten Schwur- Berichtsperioden in der alten Form beim Landgericht I und ll. Beim Landgericht III ist die ebenfalls für Montag ange- setzt gewesene Schwurgerichtsperiode wieder abgesetzt worden. Es bandelt sich bei dem noch in Tätigkeit tretenden Schwurgerichten um Fäll«, bei denen di« Labungen bereits vor dem 21. Dezember, dem Tage des Erlasses der Rotverordnung, erfolgt waren. Beim Land- gericht I wird noch«in Mordprvzeß vor der mit 12 Eftschworenen besetzten Geschworenenbant zur Aburtellung gelangen. Warum bleibt die Wohnung unbenutzt? Giebt es in Berlin noch unbenutzt« Wohnungen? Wir möchten das. nicht für möglich halten angesichts des drückenden Wohnungs- Aufgefunden. Sie war durch Gase, die dem überheizten Ofen entwichen waren, getötet worden. Mschoreis: ZZ Goldpfennige. Das Ernährunosamt der Stadt Berlin teilt mit: Die Buttkrnotierungskcmmission hat am Donners- tag, d«n 3. d. M.. den Großhandelspreis für ein Pfund Butter von 1,79 auf 1,80 M. heraufgesetzt. Da nach dem vom Milchamt mit der Landwirtschaft abgeschlossenen Preisabkommen die Notie- rung der Bvtternotierungskcmmission, auf welche das Milchamt keinen Einfluß hat, die Grundlage des Milchprcises bildet, so ist der Preis der Milch frei Berlin entsprechend gestiegen und mußte auch der Kleinhand elspreis von 32 auf 33 Pfennige herauf- gesetzt werden. Forlblldvvgskrie für cknvachfene la«chSneberg. Da«?e,!r?«amt Eckonek-erg veranstaltet auch im zweiten Winleioierteljabr im Schulhans« Milllenstiaste eine Reibe von ksortbillungSkurien für Erwachsene. Au den biSberigen Kursen:?eulsw, kkranzönsch. Englisch und spanisch tritt neu binzu: Schwedisch und Buchsubrung für Kleinbetriebe und dergl. Degen de« proren Vlndrange« im verflossenen Quartal sind die Ku-se entsprechend vermehrt und neue Lebiträftc gewonnen worden. Der Untcircht, der immer in den Abendstunden von 7'/,— 3 Ubr staltfindet, beginnt am 9. bzw. 10. Januar. Degen der Lösung der Hörei karlen wird a-ii die Plakate an den Anschlagsäulen und den städt. Dieustgebäuden h-naew-elen; außerdem wird jede rewilnichte Auskunst im Bureau sür VotiSbitdung, Rathaus, Friedenau, Zimmer 30 erteilt. Sranüftistung auf einem Gehoff. S0Z0 Zentner Gelreide verbrannt. Auf der Domäne Marienburg bei Hildesheim brach nachts in einer Scheune«in Brand aus, der auf böswillig« Brandstiftung zurückzuführen ist. Bon einem Wachtmeister sind in der Nähe der Scheune Teile einer Sprengpatrone funden worden. Di« Scheune, die erst im Sommer 1923 erbaut worden ist. barg 8000 Zentner Getreide, di« völlig mangels und des fortdauernden Andranges von Wohnungsuchern verbrannt sind.— Im Konvent und der Kaplan«! in zu den Wohnungsämtern. Aber von Zeit zu Zeit wird immer wieder Quedlinburg hat ein furchtbares Feuer gewütet. Man nimmt bekannt, daß irgendwo noch eine feit langem unbenutzt gebliebene! an. daß es im Hintergebäude eines Hauses an der Kaplan«, ent- Wohnung ist. mit der ein Wohnunqfuchendcr glücklich gemacht werden 1 standen ist, und von dort auf das Grundstück im Konvent über- könnte. Im Haufe Kastanienallee 88 wundert man sich seit' 0'- 4~ �' V'*L" � vw""* vielen Monaten darüber, daß eine Im vierten Stockwerk gelegene Hofwohnunq von Stube und Küche keinen Bewohner hat. Der- mietet ist sie, und der Wirt erhäll pünktlich die Miete, ober die Mie- terin hat die Wohnung bisher unbenutzt gelassen und anderswo ihr Quartier behalten. Roch im Dezember stand Wochen hin- durch Tag und Nacht ein Fenster offen, so daß bei den starken Schneefällen das inner« Fensterbrett sich mit einem Berg von Schnee bedeckte. Erst nachdem die Bewabner der darunter aelegenen Wohnung de» dritten Stockmerks sich beschwert hotten, daß die von oben kammende Kälte nicht mehr zu ertragen sei, wurde(wahrscheinlich vom Wirt) das Fenster geschlossen. die unbenutzte Wohnung endlich den zugewiesen wird, der von ihr einen besseren Ge- brauch macht. sprang. An der Scheune auf diesem Grundstück fand das Feuer gute Nahrung, da die Scheune mit den Erntevorräten gefüllt war. Neben der Feuerwehr wurden auch di« Soldaten der Gar- nifon eingesetzt. Die Hintergebäude sind«in Opfer des Feuers geworden._ Unwetterkatastrophen in Rustland. Petersburg ist von einer katastrophalenUeberfchwem- mung heimgesucht, deren Umfang von der Press« als beispiellos bezeichnet wird. Eismassen aus dem Ladoga-See, durch x xm,,....,,., Tauwetter in Bewegung gtra'en, wälzen sich flußabwärts. Sogar fen. Man wartet setzt darauf, daß Stadtteile, die bei der berühmten von Puschkin besungenen Ueber, ich e, n�e m IL o h�n u n g s u ch�e n-'ckwemmunq von 1824 verschont blieben, sieben jetzt unter Wasser. Abteilungen von Pionieren versuchen die Stauung per Eismassen durch Sprengungen zu verhindern. Auch am Unterlauf der Wolga sind weite Gebiete überschwemmt. Bei Zarizyn ist die Eisdecke geborsten und das Gebiet auf beiden Ufern bis zu 50 km n»:l unter Wasser. Die dort lagernden großen Holzvorräte sind weggeschwemmt worden. In der Ukraine wüten seit mehreren Tagen Schneestürm«: mehrere Eisenbahnlinien sind fast ganz mit Scbnee verweht. Der Bahnverkehr ist infolgedessen ganz unregel- mäßig, so daß die aus dem Süden kommenden Züge in Charkow mit 15- bis 20stündig«r Verspätung eintreffen. Die Kohlenverlodung ist sebr behindert. Auf mehreren Strecken ist der Verkehr zeitweilig eingestellt worden._ Gepäckmarder. "ine Schwintdlerbande. dve sich durch raffinierte Gepäckschein- kissschungen in den Besitz fremden Gepäcks, das auf Bahnhöfen in �"vwohrung gegeben war, zu setzen wußte, ist jetzt abgeurteilt wer- o«n. Sie bestand aus dem Kaufmann Friedrich Schwimm und den Arbeitern Dornbusch und Langrcher. Dornbusch war ein früherer Eisenbahnangestellter und wußte mit dem Betrieb auf den Bahnhöfen gut Bescheid. Die Schwindler gingen in der Weis« vor, daß sie bei den Handgepückanr.ahmestellen cm Anhalter Bahn- Hof. Charlottenburger Bahnhof und Stcttiner Bahnhof wertlose Pakete aufgaben, sich während des Aufenthalts am Schaller aber die Nummern von wertvollen Koffern und anderen Gepäckstücken merkten, die von Reisenden aufgegeben wurden. Durch Umkleben der Zifiern auf ihrem Gepäckschein ließen sie sich dann di« Wert- gegenstände av-hündioen und verschwanden mit der Beute. Nach- dem sie eine Weile auf diesem Gebiet operiert hatten, gingen sie dazu über, auch Gepäckschein« von Reisequt zu fälschen. Das gelang ihnen um so leichter, al» die Gepäckscheine mit Bleistift ausgefüllt wurden. Sie radierten die Zahlen auf ihren Gepäck- scheinen aus und ersetzten sie durch andere. Auf diese Weise erbeu- teten sie auch einmal«ine große Kons ettionssen dun g. Die Lctrügercian wurden auf den Bahnhöfen in Hamburg, Breslau und Berlin oerübt. Während Dornbusch und Langrcher bereits vor längerer Zeit zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt worden waren, konnte Schwimm erst jetzt abgeurteilt werden, da er solang« nicht zu ermitteln war. Schwimm hatte auch von seinen Mit- schuldigen teilweise deren Beuteanteil miterworben, so daß er neben Urkundenfälschung und Betrug auch wegen Hehlerei zur Derant- Wartung gezogen wurde. Die 7. Strafkammer des Landgerichts l oerurteilte Schwimm zu drei Iahren Gefängnis. Keine Anhänger der Gewaltlostgkeit. In der letzten von der Deutschen Notgemeinschafi einberufenen Versammlung sbei Kliem), in der Herr v. Beer- s« l d e sprach, hat ein Besucher«in böse? Erlebnis gehabt. Während der Diskussion richtete sich aus nicht recht klarem Grunde gegen ihn di« Erregvng mehrerer Versammlungsteilnehmer, und plötzlich wurde er umringt, an den Armen festgehalten, mit Fäusten bearbeitet und schließlich zu Boden gerissen. Er glaubt, diesen Angriff nicht daraus erklären zu müssen, daß er bei den Ausführungen eines Redners, „Zersetzt chemische Lösungen." Zu der Meldung vom Mittwoch, daß in der Kartonfabrik von Hesse u. Stahl zwanzig mit dem Aufkleben von Federn beschäftigte Frauen bewußtlos zusammengebrochen feien, teilt die Fabrikleitunq mit. daß diese Arbeit seit einer Reibe von Iahren stets mit dem gleichen Material ausgeführt worden fei, ohne daß bisher«gendwelche Unzuträglich- keiten vorgekommen feien. Di« übrigen vier Säle der Fabrik, in denen ebenfalls voll gearbeitet wurde, feien von der ledigllch im Kkeberaum beobachteten Erscheinung nicht betroffen worden. Ver- mutlich ist infolge der Kälte während der Feiertage eine Zersetzung der sonst regulär arbeitenden chemischen Lösunaen eingetreten Di« Frauen haben sich inzwischen, wie die Fabrikleitung gleichfalls mit- teilt, von ihrem Unfall erholt und haben ihre Arbeit bereits wieder aufgenommen. Es scheint aber aus Anlaß des Vorfalles dringend nötia, daß die Aufsichtsbehörden auf strenge Inneholtunq der Vor- schriften über Lüftung und Reinigung aller jener Fabrikräume achte. in denen Menschen mit Säuren und säurehaltigen Lösungen zu tun haben._ Aerzte und Krankenkassen. Gestern fanden im Reichsarbeitsministerium neu« Der Hand- l u n g e n mit Aerzten und Krankenkassen wegen der vertrag- lichen Regelung der ärztlichen Versorgung statt. Der Vor- schlag der Aerzt« wurde von den Kassmoerbänden a b g e» lehnt. Darauf wies der Vertreter de» Reichsarbcitsministeriums auf die beiderseitigen Pflichten aus dem mit Gesetzeskraft ausze- statteten Berliner Abkommen vom 23. Dezember 1913 hin. Danach dauern auch bei Beendigung eines Arztvertrages die bisherigen Bedingungen so lange fori, bis ein neuer Arzwertraz ge- schloffen ist. Die Vertreter der Aerzte traten dieser Auffassung im allgemeinen bei. Die Kaffenoerbänd« bestritten die Verpflichtung der Krankenkassen, die Aerzte unter den früheren Bedingungen wieder zuzulassen. Das Reichsarbeilsministerium will feine Rechtsauf- fassung als allgemein« ssTTch tlinien bei den Krankenkassen durch die Aufsichtsbehörden zur Geltung bringen. Kleingartenpachten und Grundsteuer. Die in verschiedenen Erlassen des Wohlfahrtsmimfters ge- machten Ausführungen über die Höhe der Kleingarten. pachten lassen genügend Spielraum, um auch Rebenleistungen der Verpächter, insbesondere die Grundsteuern, im Regelfälle damit ab- zudecken. Grundsätzlich aber sollen, wie, dem Amtlichen Preußischen Pressedienst zufolge in einem neuen Erlaß des Wohlfahrtsmmisters ausgeführt wird� die Pachten den Erträgen angepaßt werden, was die Umlegung von Steuern ohne jede Begrenzung neben der Pacht ausschließt. Ganz allgemein ist also zu sogen, daß die Steuern überhaupt nicht, insbesondere auch dann nicht umgelegt werden dürfen, wenn sie etwa so hoch sind, daß ihre Höhe es nahelegen würde, sie umzulegen und daneben di« Pochten zu erheben. Vielmehr ist dann zu prüfen, ob nicht die Pachten im Hinblick auf den Ertrag fowei- erhöht werden können, daß die Verpächter daraus die Steuern bezahlen können und daneben möglichst noch«in« angemessen« Bezahlung für die Land- hergab« erhotten. Sind wirtschaftlich von den Kleingärmern trag- bare und durch dl« Erträge gerechtfertigte Pachtung noch nicht aus- reichend, um mit der Kleingcrtenwirtjchoft nicht zusammenhängende Lasten, wie etwa Straßenreinigungskostev und Steuern, zu tragen, so wird man annehmen türfen, daß di« G r u n d l a st e n übertrieben hoch sind und daher herabgesetzt werden müssen oder auf den betrcf- fenden Landbesitz aus ganz anderen Gründen gelegt sind, etwa weil ez sich um Bau. oder Jndustriegelände handelt, für das teure Preis« erwartet werden. Denn e» geht selbstverständlich nicht an, die Kleingärtner deshalb zu über lasten, weil sie„zufällig" als Pächter aus einem mit hohen Grundsteuern übermäßig schwer be- lasteten Grundbesitz sitzen, die der Eigentümer in der Zwischenzeit bis zur Verwertung auch jene An der Land Verwendung ohnehin zu tragen hatte. .Volk und Zeil" erscheint im neuen Fabre auf saiiniertem Papier gedruckt;«S wird dadurch ein bessere« HerouStommen der Bilder ermöglicht. Durch diesen Susbau unseres illustrierten UnrerhaltungSblatte» glauben wir den Wünschen zahlreicher Leser entgegen zukommen. Das Hochwasser in Paris. Die Pariser Bevölkerung kämpft gegen das Hochwasser der Seine. Im Nordosten sind be- sonders die Arbeitervororte Puteaux, Courbevoie, Elichy und St. Denis betroffen im Südosten ist di« Lage besonders kritisch in Alfortville, wo viele Familien ihre Wohnungen verlassen mußten. Die Behörden scheuen keine Anstrengung, um die Arbeit der Gas- und Elektrizitätswerke zu sichern. Man hofft allgemein, daß. falls keine neuen Regengüsse inzwischen erfolgen, das Hoch- wasser am kommenden Sonnabend oder Sonntag mit einem Pegel- stand von 7,10 Metern gegenüber 8,80 Meter im Hochwasserjahr 1910 seinen Höchststand erreicht haben wird. Infolge des andauernden Schneefalls und des Eis- treibens ist in Budapest Hochwassergefahr ernge- treten, die den unteren Donaukar mit Ueberschwemmung bedroht. Weitere Reste der„Dirmuiden". Das stanzösifche Marine- Ministerium veröffentlicht folgende Not«: Der Kommandant des Kreuzers„M ü h l h a u s« n" meldet, daß man zwischen dem Leucht- türm dem Kap St. Marco einen BehälterausAluminium von 200 Liter Fassungsvermögen aufgefunden hat, der Abzeichen in schwarzer Farbe trägt. Der ober« Teil des Behälters ist vom Feuer geschwärzt. Es Handell sich ohne Zweifel um einen Ueberreft der„D i x m u i d e n". Außerdem sind in der Nähe des Leucht- turms ttoch einige Hüllenreste aus Gummi aufgefunden worden. Groß-Serlmer partemachrichten« «reif(Pmijlmta«««). ffr-ie Lchulznn-inde!--- Uht, Sotftonisfi�ung bei Sur«, Prenzlauer Alle« 189. ____.. beu| mm, 7% Uhr, SßotftonisyUunt ftimmte« ErsSeinen noiwendia" ».«rei»(ffiilmeteboif). eonntao," den«. Januar, früh U Uhr,-rweUcrt« KttUsoeftenbsiitmng bei Pieper. Lollleir.nche ctres« 60. All« Abteilungeu »üssen oertreten sein henke. Sonnabend, den 5. Januar: 8-«5t. Bezirtsführe: werden nochmals gebeten.»«mahle» st. „ und Material mit ihrem Uwerlafüerer abMrechnern 21. Abt. 7 Uhr Borstandsllhuna bei Sursli. Oudcnarder Lfr.».—»«ns«, SSrJ0«11?1' 5unkt'->nSrbt-.,n-, de. Sönis«. Utrecht««tmhe Sin Abt. tAlt-Slieniche). Achtuna! Di« Bor standslihung findet majt»m Jugendheim, sondern in du A-Hnrntg d» Sen-ll-- Modest. Darlenstadt- straße 7, ftott«.„. IM.«>!- Segel). 7H Uhr Borliandssttung im Jugendheun. ?UKenüveran Haltungen. heule, Sonnabend, den ö. Januar, ZVz Uht: B Uratai Restaurant Konditorei Rar Rigl/S: 5-cUbr-cree Rieute: Konz Große Volksoper des weStenS 7 uhr: Ais Walküre il). Vrtanon-Th. Erika Ollssner in Jonjon ieute 4 U. kl. Pr. OornrSechen g U. Kleines Th. EIdb galanle M\ Heute 4 U kl. Pr: Schneewittchen 8 U. Resldenz-Th. EId iilealar Mi Heute 4 U. kl. Pr.: Aachenbt Bdel [enlral-TliMter TigLS Uhr: Pottasdi B.Pcr1niettn Komische Oper - AU abendlich T'/s'" Die pröOlc Retuc des Kontinents: Die Welt Ohne Schieler Casino-Thsater 8: Olmstmann Nr. 7 BaUolkstiäd ii 3 Ahn Vorbei. Bunter Teil SeiibiullknTk. raji. /•/, u. u.Sonnt 3U7 Stettiner SSnsrer IDO»il!I iQlttungi'MarlieD Stil Kl Jihio SwiMlitit Variete- Spielplan I Conrad Müller, Rauchen gestattet.(Sebkendttz- Leipzig. nahen| n|Of(it6 u y�rwärts Falken- Sieg zn Weihnachten I Cinrt lagt n dem andern: Jalten-Echoko.ad-n sind die driltn! &ra if�seimaoo, ddmlTi«. Berlin W., Llnkütr. 20. Hasenheide 108-114 NEUi WELT Hascnbelde 108-IM Ab 6.Januar tä5lich BOCKBIER- FEST in den bayerischen Alpen Neue Dekorationen:: Bayerische Mädels Sensationelle Pramüerungen= Riesen- Lucuüus- Braten a' Schwempschlachten Jeden Donnerstag, Sonnabend und Sonntag; Gr. Alpenball:: Rutschbahn SONNTAGS I WOCHENTAGS GlalaO 3 Uhr, Anlang 4 Uhr| Einlaß 6 Uhr, Anfang 7 Uhr Wallialla-Tlieater am Weinbergsweg 19/20 Kein Filmteil, sondern Senta SOneland und die 15 größten Varietd- sensationen des Kontinents. Lest die fabelhaften Kritiken! XXX Gut geheizt I Numerierte Sltz- pläue ab SC Pf. Vorverk ab 1 1 1 Meisterscliaflsradmen im Alhambrä'VsrielC am(foritznla'z ■.. v.'<•.vfhWt'i Tb. im Idmiratspalast N Allahendlich iji, U. u Offlütßi ddiI dribei »t« SVjU. bei kl. Pr. Bin Walzertraum OeuttehOpernhaus avoisi. i Zyitl. zum Best.d Volksspeisg. uh? SSnitlö Zarin van Enden. Luss- tnann, Perry Intimes Theater 3; Der Hinduprinz Der Schrei usw. Motropol- Theater uhn Marietta Opere te».Kollo Neues Thea! a. Zoo uhr' Die LuiDsfraii NeacsVoUtatheat. " DielottJliwe Jhr htg 4U.: Rcnalssance-Theat. ö Uhr: Die zfiu* lieh. Verwandten (buMt.A.KanmaBiijmiiisIr T'/j Uhr: Die Pest meistcrin Wallnar-Theatcr jU: Sprung i.d. 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Das Kcmlv darf neun Zehntel des Eigen- bapitais nicht überschreiten. So ist dieser Weg in seiner Ausführung in vielen Fällen«denfv beschränkt wie die 5)eraufs«tzung des Kopi- tals, die nichts anderes als R a chs ch u ß p f l i ch t ist und genügende Geldflüfstgkeit zur Voraussetzung ha:. Es ist zu befürchten, daß die großen Kapttalsgeiellschasten in erster Linie zu einer Ermäßigung des Kapitals schreiten werden, die am bequemsten durch Denomi- nierung(HeraNetzung des Nennwertes) der Einzelakti« durchgeführt werden kann. Das bedeutet Zusammenlegung von Aktien, und zwar wird die Zusammenlegung angesichts der von den Gesellschaften be- triebenen Verwässerung in großem Maßstab« erfolgen. Nach der Umstellung der Gesellschaften müssen Aktien und Interimsscheine auf einen Betrag von mindestens IVO Gold- mark lauten. Diesen Satz erreichen augenblicklich nur wenige Börsenpapiere. Der ablaiut« Wert guter Industriepapiere beträgt nur einen Bruchteil der in Ansatz gebrachten Summe. In welchem Maße die Den cnü nierung erfolg en wird, lasten die bereits ange- zeigten Zusammenlegungen ahnen. So hcck z. B. die M a r t i n s u. Bloch A.- G. in Hambura für ihr über 500 Millionen Mark be- tragendes Kapital eine Zusammenlegung im Verhältnis von 200: 1 angekündigt. Bieie Aktionäre werden nicht in der Lag« sein, finanziell das mitzumachen, weil st« nicht g«nug Aktien haben oder zu ihrem Besitz Anzukaufen können. So ergibt sich für sie der Zwang, zu einer äußerst imgünstigen Zeit zu verkaufen. Den Vor- teil davon haben die Gesellschaft«,. und die großen Aktien- be sitzer. denen sich mim die bequemst« Gelegenheit bietet, ihren Aktienbesitz aus Kosten, des Kleinen„abzurunden'. Also wird auch di« Deflation gerade wie die Inflation die Vertrustung fördern. Di« Mammut-Werke in Westfalen haben sich unter ähnlichen Umständen gebildet. Wir verweisen nur auf die Entstehungsgefchichte der Thyssen-Werk«, die während der Krise in den siebziger Jahren die wertvollsten westfälischen Zechen sür „Appel und Ei", wie-man in Westfalen sagt, kauften. Schon in ganz kurzer Zeit werden wir sehen, wie die deutsche Schwerindustrie die„Gold"- Tendenz ausbeuten wird, indem sie von gewissen möglichen Erleichterungen sür die kleinen Aktionäre, z. B. Milderung der Kapitalshcrabsetzung durch Einsetzung des Entwcrtungskpntos geflissentlich keinen Gebrauch! macht. Heute wird bereits verschiedenen Aktiengesellschaften aus den Kreisen ihrer Aktionäre vorgeworfen, die Bewertungsvor- s ch r i f t der Verordnung zur- Schaffung von stillen Reserven zu benutzen, um die Kapitalscriräßigung dann um so reibungsloser unter Berufung auf die schlechte Bilanz durchzuführen. Da wir gor kein Interesse an einer Machterwciterung dar Deutschland schon jetzt beherrschenden Trusts haben, ist etwa durch entsprechend« Aus- f ü h r u n g s o o r s ch r i Unterrickt «-detanzkarse.«nfängerfurse be. ginnen. Peivatunteretcht- Schnell- fijrfe— jederzeit. Stellmacher, Tcmpelhofee User 1>, Hallefche, Tor. Sekunden/ Verloren Hohe Belohnung. Schwarze Schäfer- Hündin entlaufen. Wiedeebrmger erhält hohe Belohnung. M. Glaubih, Michael. firchfttahe ZO. 87 9 Arbeitsmarkt Stcllcnangebole ifÄ•'S: Former. Lehrlinge stellt sofort ein Mal Bcrlln. Post Neusinlenfrug. Riesenaiiswahl llder Schlafzimmer— r'-'vrrm-T-_n--- 500»immer. Alles fpotthillig. Star. Zgrdts Möbel- und Lombardfpetcher, Prenzlauer Strohe sechs.» «urbeiztteilerlnnell PetWle, auch Anfängerinnen, für Schleierftickereien, fofot I a«f»ch« frleiaaiui 8 WM'VtiÄ"